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Stand 31.12.2004 - ecfs

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Banken-Symposium

Banken-Symposium Darüber hinaus wird ein außerbörslicher Handel in Echtzeit ermöglicht und Realtimekurse werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ferner offeriert die comdirect bank aktuelle und komfortable Tools zur Depotanalyse mit Hilfe von technischen Indikatoren. Dem Kunden- wunsch nach einem günstigen Leistungsangebot wird u.a. durch attraktive Konditionen im Festgeldbereich und beim Onlinekauf von Aktien sowie einem kostenlosen Online-Girokonto entsprochen. Zu der vollständigen, erstbankfähigen Leistungspalette der comdirect bank zählt neben den vielfältigen Alternativen zum Traden und Investieren in Wertpapier- und Anlage- produkten im Rahmen des Online Investment damit auch die Möglichkeit zum Direct Banking, das eine bequeme Abwicklung der täglichen Bankgeschäfte und des Liquiditätsmanagements mit sich bringt. Ergänzt werden diese beiden Module durch Private Finance-Dienstleistungen im Rahmen der Vermögens- und Finanzplanung, die ganzheitliche Konzepte für Vorsorge, Absicherung und Finanzierung, eine lebensphasenbezogene und persönliche Beratung sowie ein anbieterneutrales Produktangebot beinhalten. Ein Jahr nach dem Start des Private Finance- Angebotes ist die comdirect bank mit 6 Geschäftsstellen, 42 Beratern und 578 Kunden be- reits bundesweit präsent. Wie eine Kundenumfrage bestätigte, stellt die Implementierung der comdirect Private Finance-Dienstleistungen eine sinnvolle Ergänzung dar. Zudem wird die Beratungsqualität in Relation zu den Wettbewerbern als überdurchschnittlich empfun- den. Die Individualität der Dienstleistungen der comdirect bank zeigt sich in den vier Dimensionen Pricing, Leistungsangebot, Betreuungskonzepte und Kommunikation. Im Rahmen des indivi- duellen Pricings verfolgt die comdirect bank einen konsequenten wertorientierten Ansatz, bei dem die Kunden in die drei Gruppen Active Trader, Medium Trader und Top Trader segmentiert werden. Da durch diese Kundengruppen ansteigende Deckungsbeiträge erwirt- schaftet werden, nehmen auch die Preis-Incentives in dieser Reihenfolge zu. Die Individuali- tät der „Frontends“ kommt in einer maßgeschneiderten Benutzeroberfläche zum Ausdruck, d.h. die allgemeine Website stellt eine Basis für die Breitennutzung dar, während die Pro Trader Site auf die Spezialbedürfnisse der Top-Trader ausgerichtet ist und eine Transaktions- plattform mit Realtimekursen und einem um 40 % schnelleren Seitenaufbau gegenüber der allgemeinen Website darstellt. Auch im Rahmen der Kundenbetreuung stehen Wertorientierung und Individualisierung im Mittelpunkt, indem sich das Kunden-Betreuer-Verhältnis an den durchschnittlichen Deckungsbeiträgen pro Kunde orientiert. So weist das Kunden-Betreuer- Verhältnis bspw. für die Top Trader den niedrigsten Wert auf, da bei dieser Kundengruppe die höchsten Deckungsbeiträge erzielt werden. Eine individuelle Kundenansprache wird dadurch realisiert, dass sowohl differenzierte Inhalte kommuniziert werden als auch in Abhängigkeit von der Zielgruppe differenzierte Kanäle wie eMails, herkömmliche Briefe oder Kunden- magazine genutzt werden. Abschließend fasste Herr Dr. Kassow die Evolution der comdirect bank AG anhand der bei- den Dimensionen Leistungsausbau und Individualisierung zusammen. So umfasst das Lei- stungsangebot neben dem reinen Online Investment auch die Module Direct Banking und Private Finance, wobei der Grad der Individualisierung erheblich ausgeweitet wurde. Damit hat sich die comdirect bank AG vom Nischenanbieter für den Online Trader zur One-to-One- Bank für den modernen Anleger entwickelt. 16

Banken-Symposium Dr. Ulrich Brixner, Vorsitzender des Vorstandes der DZ-BANK AG, sprach in seinem Vortrag über die Zukunft des genossenschaftlichen Bankverbundes und ging in diesem Zusammenhang auf die Vor- und Nachteile einer Verbundstruktur im Vergleich zur Konzernstruktur ein. Verbünde vs. Konzerne Während Verbünde durch eine Bottom-Up-Struktur und die damit verbundene dezentrale föderale Struktur geprägt sind, ist bei Konzernen zumeist eine zentralistische Organisation vorzufinden, die im Rahmen einer Top-Down-Struktur durch straffe Hierarchien geprägt ist. Zwischen einzelnen Unternehmen innerhalb eines Konzerns besteht zudem ein Beherrschungs- und Abhängigkeitsverhältnis, wohingegen der Verbund von der weitgehenden Eigenständig- keit der einzelnen Mitglieder lebt. Letztlich unterscheiden sich auch die Ziele der beiden Organisationsformen wesentlich voneinander, da den Verbünden ein Förderauftrag zugrunde liegt, während Konzerne vor allem eine konsequente Gewinnmaximierung bzw. eine Erhö- hung des Shareholder Values verfolgen. Im Rahmen der neuen Institutionenökonomik lassen sich insbesondere zwei zentrale Vorteile von Verbundstrukturen identifizieren. Zum einen profitieren sie von einer größeren Marktnähe durch verbundinterne und -externe Kunden- gruppen, zum anderen sind sie in der Lage, Effizienz- und Effektivitätsvorteile durch doppelte Einflussnahme der Prinzipals zu realisieren, die daraus resultieren, dass die Mitgliedsbanken im Verbund zugleich sowohl Kunde als auch Miteigentümer sind. Stärken des Konzerns sind insbesondere die hohe Produkttreue innerhalb der Organisation, die innerhalb von Verbund- strukturen nicht immer in dem selben Maße gegeben ist. Die privaten Großbanken, bestehend aus der Hypovereinsbank, der Dresdner Bank, der Deutschen Bank sowie der Commerzbank, besitzen in Deutschland zusammengenommen einen Marktanteil von etwa 20 %, während die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitu- te einen Wert von 45 % erreichen und der genossenschaftliche Bankenverbund insgesamt 22 % auf sich vereinigt. Die Groß- banken betreiben 4.321 Filialen, die Sparkassenorganisation 16.731 und der genossenschaftliche Sektor 14.965, wo- bei hervorzuheben ist, dass nur etwa 489 selbstständige Sparkassen existieren, während auf genossenschaftli- cher Seite jedoch 1.392 Kreditgenossenschaften in Deutschland ansässig sind. Im Vergleich zum Sparkassensektor, der eine kumulierte Bilanzsumme von etwa 1 Bio. Euro aufweist, ist die des genossenschaftlichen FinanzVerbundes mit 563 Mrd. Euro nur etwa halb so hoch. Im Hinblick auf die Profitabilität ist der genossenschaftliche FinanzVerbund den privaten Großbanken überlegen, was an den Kennzahlen des Jahres 2003 deutlich wird. So wiesen drei von vier deutschen Großbanken im Jahr 2003 eine nega- tive Vorsteuerrendite auf. Lediglich die Deutsche Bank erzielte mit 9,8 % zwar einen positi- ven Wert, der jedoch unter der durchschnittlichen EK-Rentabilität des genossenschaftlichen 17

Stand: 21.11.2007
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