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Stand 31.12.2004 - ecfs

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Banken-Symposium Zentral

Banken-Symposium Zentral speziell für Sparkassen ist die Formulierung einer Eigenkapitalstrategie, die sich ins- besondere mit Fragen der Gewinnausschüttung, den Sicherungssystemen und der Rechts- form auseinandersetzen muss. Nachholbedarf besteht vor allem bei der Qualität der Finanzdienstleistungen. So haben etwa empirische Untersuchungen ergeben, dass die Zufriedenheit der Firmenkunden insgesamt verbesserungsbedürftig ist und vor allem Bemühungen notwendig sind, das Vertrauensver- hältnis zu festigen. Aber auch in den Bereichen Branchen-Know-How, analytische Fähigkei- ten und soziale Kompetenz müssen die Banken nachbessern. In der Konsequenz kann fest- gehalten werden, dass die Kreditinstitute fachliche, methodische und soziale Kompetenzen –zum Teil neu– herausbilden müssen. Genau hierin liegt aber auch die Chance, Ertragspotenziale zu erschließen, wodurch sich Fusionen als Königsweg zur Wiedergewin- nung der Ertragsstärke nicht aufdrängen. 22 v.l.n.r.: Prof. Dr. Bernd Rolfes, Prof. Dr. Stephan Paul, Prof. Dr. Rainer Elschen, Prof. Dr. Stephan Schüller

Banken-Symposium Die Bedeutung einer „Bad Bank“ für die Strukturveränderung im deutschen Bankgewerbe Udo Wittler, Vorsitzender des Vorstandes der BAG Bankaktiengesellschaft (nachfolgend „BAG“), stellte in seinem Vortrag „Die Bedeutung einer „Bad Bank“ für die Strukturveränderung im deutschen Bankgewer- be“ das Aufgabenspektrum einer sog. Bad Bank dar, welches darin liegt, spezielle Problemkreise anderer Banken wie insbesondere Sanierungs- und Abwicklungsfälle zur weiteren Bearbeitung zu übernehmen. Zu Beginn ging Herr Wittler auf die insbesondere im Zusammenhang mit dem „Kamin- gespräch“ in der Presse aus seiner Sicht falschen Definition einer „Bad Bank“ ein. Danach wird als „Bad Bank“ eine eigenständige mit staatlichen Garantien ausgestattete Kompetenz- und Auffanggesellschaft angesehen, die sich um die Verwertung von notleidenden Krediten- gagements oder Beteiligungen kümmert, von denen sich die - oftmals in einer Krisensituati- on befindenden - Kreditinstitute trennen wollen. Diese Auffassung wird von Herrn Wittler insbesondere hinsichtlich der aufgerufenen staatli- chen Absicherung aber auch aufgrund der Eingeschränktheit der Aufgabenstellung nicht geteilt. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass das Problempooling zur Stützung und Rettung des kreditwirtschaftlichen Sektors durch den Staat in Deutschland nicht neu ist und aufgrund vergangener Erfahrungen teilweise sehr kritisch gesehen wird. Er wies aller- dings auch auf andere äußerst positive Erfahrungen mit dem Einsatz einer „Bad Bank“ hin, der allerdings ohne staatliche Hilfe - und vielleicht gerade deshalb - bereits seit Jahren durch den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) erfolgreich prak- tiziert wird. Hier ist man der Ansicht, dass nicht der Staat, sondern vielmehr jede Banken- gruppe selbst für Kompetenz- und Auffangzentren nach dem Modell einer „Bad Bank“ Sor- ge zu tragen hat. Die BAG selbst definiert eine „Bad Bank“ als eine kaufmännisch ausgerichtete Bank, die mit der Übernahme, und zwar sowohl der entgeltlichen Bearbeitung als auch dem Erwerb von Problemfällen anderer Kreditinstitute betraut ist und diese nach vorgegebenen Standards und Prozessen weiter bearbeitet. Als durch eine „Bad Bank“ zu übernehmende Problem- felder kommen beispielsweise Sanierungs- und Abwicklungskredite, Immobilien oder Betei- ligungen in Betracht. Von hoher Bedeutung ist in jedem Fall, dass im Rahmen des Bearbeitungs- prozesses das Risiko von der Bearbeitung getrennt behandelt wird, wodurch eine Transpa- renz hinsichtlich der entstehenden Aufwendungen für die Bank erreicht wird. Die mit einer „Bad Bank“ einhergehenden Zielsetzungen liegen in der Bereinigung von Kreditportfolios zur Verbesserung des Ratings der Bank (woraus eine günstigere Refinanzie- rung resultiert), der Eigenkapitalentlastung sowie dem Outsourcing der Bearbeitung von Pro- blemfällen, so dass eine Konzentration auf das Kerngeschäft ermöglicht wird. Zudem ver- spricht die Auslagerung neben einer Kosteneinsparung aufgrund des sich hier lohnenden 23

Stand: 21.11.2007
EUROPACE - Hypoport AG
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