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8 Werkzeuge f¨ur Rapid Prototyping mit verteilten Soft - tuprints

8 Werkzeuge f¨ur Rapid Prototyping mit verteilten Soft - tuprints

Abbildung 129:

Abbildung 129: Wirkungsweise gelungener operationaler Integration nach erfolgter architektonischer Integration (nach einem in EMBASSI verwendeten Szenario). Auch das Anbieten einer Programmierschnittstelle für den Programmierer, dem dann die Verantwortung über die operationale Integration obliegt, scheint nicht realitätsgemäß zu sein. Eine sinnvolle Art und Weise der operationalen Integration schlägt Heider [98] vor. Mittels Planungsalgorithmen könne auf Basis der bereits vorhandenen Funktionen eine möglichst sinnvolle und wirkungsvolle Kombination dieser Funktionen anhand vorgegebener Ausgangsumgebung und gewünschter Endumgebung gefunden werden. Forschungsaspekte anderer Art ist die Frage der zur Realisation des intelligenten Verhaltens benutzten Daten und die dadurch beeinflusste Akzeptanz auf Seiten der betroffenen Benutzer. Gregory Abowd formuliert dies treffend mit den einfachen Fragen ” What applications is he using? What information is he accessing?“ [7]. Tatsächlich wird von einer Ambient-Intelligence-Umgebung erwartet, dass sie personenbezogene Daten benutzt und diese auch speichert um daraus für das zukünftige Verhalten zu lernen. Hier stellt sich die Frage nach der Sicherheit personenbezogener Daten und der Akzeptanz der Benutzung dieser Daten generell. Einige Gesichtspunkte dieser Fragestellungen werden in dieser Arbeit in Kapitel 7.1 behandelt. Hier müssen jedoch in der Zukunft beträchtliche Anstrengungen unternommen werden 111 . Auch die Tatsache, dass die ISTAG diese Thematik (Involving Users in the Development of Ambient Intelligence [124]) an die Spitze der Forschungsaktivitäten gehoben hat, zeigt dass hier noch ein beträchtlicher Forschungsbedarf gesehen wird. Roecker schreibt hier richtigerweise, dass ” potential benefits are not for free“ [182]. Je mehr persönliche Assistenz geschieht, desto mehr wird auch in die Persönlichkeitsrechte aufgrund der Verwendung personenbezogener Daten eingegriffen. Es scheint so, dass Benutzer gerne die Berücksichtigung persönlicher Referenzen haben, sie wollen sich aber auf keinen Fall fremd bestimmen lassen (vgl. Nitschke und Hellenschmidt [164] und Misker et al. [160]). Diesen Widerspruch und diesen Konflikt – maximale Autonomie und Hilfe von Seiten des Systems und Angst vor Kontrollverlust bei den Benutzern – aufzulösen, muss ein wichtiger Bestandteil zukünftiger Forschungsarbeiten sein. Panos Markopoulos und Boris de Ruyter geben hier in den beschriebenen 111 Hier sei nochmals Abowd zitiert [7]: ” There has been surprisingly little research published from an evaluation or end-user perspective in the ubicomp community. We must address significant challenges to develop appropriate assessment methods and techniques.“ 261

Arbeiten aus dem Philips HomeLab wichtige Anregungen zwecks Frühbeobachtung der Interaktion von Benutzers mit neuer Technologie und deren Evaluierung [153]. Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt zukünftiger Arbeiten findet sich bei Servat und Drogul [192]. Die hohe Komplexität von verteilten Komponentensystemen, die sich schon aus der nicht bestimmbaren Konfiguration und der nicht bestimmbaren Zusammensetzung eines Komponentenensembles ergibt, macht das Arbeiten mit bekannten Validierungsmethoden nicht möglich. Laut Servat und Drogul machen es Ambient-Intelligence- Applikationen unmöglich umfassende Tests und Szenarios zu definieren 112 . In dieser Arbeit wird zur Beobachtung der Kommunikationswege eines verteilten Komponentenensembles eine dreidimensionale Visualisierung vorgestellt (vgl. Kapitel 8). Wohl wissend, dass dies den Entwicklern die Verantwortung für die Kontrolle des Datenflusses auferlegt und in keiner Weise den Einsatz wirklicher Validierungsmethoden ersetzen kann. Auch die Definition von permanenten oder zeitlichen begrenzten ” Group Leaders“ sei laut Servat und Drogul nur bei numerisch begrenzten Komponentenensembles sinnvoll (siehe hierzu die Ausführung von Konfliktlösungsstrategien in Kapitel 5.2). Servat und Drogul schlagen hierzu eine echt zeitgleich verteilt laufende Strategieausführung vor, betonen jedoch dass dies zusätzliche Fortschritte auf den Forschungsgebieten der künstlichen Intelligenz bedeuten würde. Auch bei Grimm [92] findet sich ein Hinweis auf Anwendungen mit Zehntausenden von Applikationen, die sich ständig abwechselnde Komponentenverbünde bedingen. Die IST Advisory Group verwendet hierzu den Begriff der ” extremely large, complex, heterogeneous, distributed systems“ [121]. In solchen Umgebungen sollten Applikationen damit rechnen, dass sie eventuell auftretende Konflikte selbst lösen müssen, da entsprechende Kommunikationspartner nicht zu erreichen seinen, oder die Anzahl der potentiellen Kommunikationspartner sich sekündlich ändert. Grimm [92] schlägt hierzu die Verwendung von speziellen Discovery Servern vor. Die in dieser Arbeit analysierten und realisierten Szenarios bestehen aus weniger als 100 Geräten bzw. Applikationen. Es ist in zukünftigen Forschungsarbeiten vorbehalten zu untersuchen, welche Art an Anforderungen die von Grimm und der ISTAG vorhergesehenen Systeme bedingen werden und wie die Rückwirkungen auf die unterlagerten Infrastrukturen sein werden. Bereits in einem Dokument aus dem Jahre 2001 schlägt die IST Advisory Group die Anwendung der Ambient-Intelligence-Prinzipien nicht nur für den Menschen sondern auch im Bezug auf industrielle Ambient-Intelligence-Anwendungen vor (vgl. ” Towards Industrial AmI Applications“, [122]) 113 . Das EU-IST-Projekt WASP im 6. Framework Programme 114 nimmt sich dieser Herausforderung an und widmet sich der Definition von 112 Die Dynamik und die Kooperationsmöglichkeiten von bis dato nicht verbundenen Komponenten und Geräten ist gerade die Voraussetzung für Ambient-Intelligence-Anwendungen. 113 Im Wortlaut zitiert: ” The four scenarios are very much at the human interface. They emphasise the way that Ambient Intelligence has a strong emphasis on making systems that are natural in use rather that just ” user friendly“. However, it is also clear that the same technologies are also extremely important for industrial and commercial purposes.“ 114 WASP – Wirelessly Accessible Sensor Populations – ist gestartet am 1. September 2006 mit einer Laufzeit von 42 Monaten. Partner sind u.a. Philips, SAP, Microsoft, INRIA und die Fraunhofer-Gesellschaft mit den Instituten Fokus, IGD und IIS. Das Integrierte Projekt hat die Vertragsnummer IST – 034963. Weitere Informationen sind unter http://www.wasp-project.org zu finden. 262

eine infrastruktur f ¨ur das management von verteilten ... - DVS