Aufrufe
vor 5 Jahren

Editorial - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...

Editorial - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...

LISELOTTE M. DAVIS

LISELOTTE M. DAVIS Opsatz 14 Die Die erste erste illustrierte illustrierte Ausgabe Ausgabe der der „Stromtid“ „Stromtid“ Die Zusammenarbeit von Dichter und Illustrator1 Illustrationen zu Werken Fritz Reuters haben eine lange Geschichte. Schon zu seinen Lebzeiten begann es damit und sie reichen über Schloepke, Speckter, Pietsch, Hiddemann, Stubenrauch, Berwald und Koch-Gotha 2 bis in die heutige Zeit und zu den Arbeiten von Werner Schinko. Die ersten Illustrationen hatten späteren freilich voraus, daß sie Zeitgenossen Fritz Reuters waren und seine beschriebene Umwelt oder zumindest eine ähnliche teilten. Uns erwächst daraus der Vorteil, daß wir von der Reaktion Fritz Reuters auf die Bemühungen der ersten Künst-

Die erste illustrierte Ausgabe der „Stromtid“ – DAVIS ler etwas erfahren können, was uns auf seine eigenen Vorstellungen zu den von ihm konzipierten Figuren schließen läßt. Die erste, von Ludwig Pietsch illustrierte Ausgabe der „Stromtid“ erfolgte 1865 im Verlag von Dethloff C. Hinstorff. Wie es dazu kam, soll im folgenden dargelegt werden, wobei wir zugleich einen Blick auf die beteiligten Persönlichkeiten werfen können. Die Vermittlung zwischen Fritz Reuter und dem jüngeren Ludwig Pietsch (1824-1911) erfolgte durch den wohlbekannten Julian Schmidt, den in der Mitte des 19. Jahrhunderts so einflußreichen Literaturkritiker, der mit Gustav Freytag Herausgeber und zugleich Besitzer der zu der Zeit vielgelesenen Zeitschrift „Die Grenzboten“ war. Julian Schmidt war schon sehr früh auf Reuters Werke aufmerksam geworden. Er lebte, wie Ludwig Pietsch, in Berlin, wo die beiden sich im literarisch-künstlerischen Kreis um Franz Duncker, den Verleger, und seiner Frau Lina kennengelernt hatten. Ludwig Pietsch hatte es nicht leicht, als Künstler und Zeichner seinen Lebensunterhalt verdienen zu können. Vor dem Zeitpunkt des Kennenlernens hatte er aber schon seine ersten Aufträge für die Leipziger Illustrierte Zeitung bekommen – man war auf ihn aufmerksam geworden. Allerdings fiel die Zeit seines Wirkens in das immer mehr benutzte Medium der Photographie. So schreibt er an Theodor Storm, mit dem er über lange Jahre befreundet gewesen ist, in einem Brief vom 24.5.1857: „Darüber täusche ich mich freilich nicht, daß Portrait-Zeichnung in dieser Zeit der immer vollkommener werdenden Photographie eine brotlose Kunst ist.“ 3 Da sich ihm nach viel beachteten Ausstellungs-Rezensionen die Welt des Drucks öffnete, wurde er später zum Schriftsteller für Kunst- und Reisewerke. Sein Freund Storm hielt aber viel von seiner zeichnenden und malerischen Kunst, und so bekommt Pietsch in seinem Brief an ihn vom 21.5.1860 bestätigt, daß er „rüstig nach dem Lorbeer greife“ 4 , also Storms Meinung nach zu den besten seines Handwerks gehöre. Storm vergleicht die Arbeiten von Pietsch mit denen Ludwig Richters, nachdem die Illustrationen von Pietsch zu einer Ausgabe der Grimmschen Märchen erschienen waren: „Was nun die Bilder zu Grimms Märchen betrifft, so bin ich eigentlich außer mir darüber. Sie können, meine ich, nicht allein neben den Richterschen [für andere Märchenbücher, L.M.D.] bestehen, sondern sie gehen beziehungsweise über dieselben hinaus. Während 15

Editorial - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...
Dat Letzt - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...
Wöör vörweg - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache ...
Leve Lesers - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache ...
Dat Letzt - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...
Dat Letzt - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...
Satzung - Quickborn. Vereinigung für niederdeutsche Sprache und ...
Editorial
Lebe Moten un Frünnen - Quickborn. Vereinigung für ...
Heft 2/2008
Inhaltsverzeichnis — 62. Jahrgang, 1972 - Quickborn. Vereinigung ...
Inhaltsverzeichnis — 69. Jahrgang 1979 - Quickborn. Vereinigung ...
Heft 1