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Wir hofften jedes Jahr noch ein weiteres Symposium machen zu ...

Wir hofften jedes Jahr noch ein weiteres Symposium machen zu ...

Georg Henrik von Wright

Georg Henrik von Wright (1916–2003), einer der drei Verwalter der philosophischen Hinterlassenschaft Wittgensteins, als Vortragender am Symposium 1977. Kirchberg und seiner Bevölkerung verbunden sind. Im Gegensatz zu anderen Symposien, wo die jeweilige Lokalität nur einen mehr oder weniger austauschbaren Rahmen für den wissenschaftlichen Dialog abgibt, ist es im Fall des Wittgenstein Symposiums völlig undenkbar, dass es irgendwo anders als in Kirchberg stattfinden könnte. Der Grund dafür sind einerseits die vielen vertrauten Orte, mehr aber noch die damit verbundenen Gesichter und Personen. Einige Teilnehmer berichten, dass sie schon seit Jahren bei derselben Gastfamilie untergebracht sind. Manche Kollegen, die man sonst womöglich aus den Augen verloren hätte, trifft man einmal im Jahr, und das hier, etwa bei der „informellen“ Begrüßungsrunde bei der 1000jährigen Linde. Das auf die Region abgestimmte Rahmenprogramm des Symposiums gibt darüber hinaus reichlich Gelegenheit, neue Bekanntschaften zu machen und zukünftige Projekte zu planen, zum Beispiel bei einer Weinprobe mit Weinen aus der Thermenregion oder bei einer Führung durch die Wolfgangskirche. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Internationalen Wittgenstein Symposien in Kirchberg zeigen, dass eine familiäre Atmosphäre und konstruktive, sachlich durchaus hart geführte wissenschaftliche Auseinandersetzung in keinem Widerspruch zueinander stehen müssen. 159

Als Camperin am Symposium Julia Stabentheiner (Symposiumsteilnehmerin) Schon als wir nach einigem Hin- und Her- und Umsteigen ankommen, regnet und windet es. Deshalb ist es gar nicht so einfach, das Zelt aufzustellen, hier auf dem Sportplatz von Kirchberg. Es scheint auch, dass wir drei Innsbrucker Studentinnen die einzigen sind, die dieses Wagnis eingehen wollen. Später werden sich noch zwei junge Dänen zu uns gesellen. Als diese Hürde genommen ist, stellt sich die nächste Herausforderung: Wie bringt man sich selber in einen kongresstauglichen, halbwegs ansehnlichen Zustand, wenn der Umkleideraum ein windschiefes Zelt und das Badezimmer das örtliche Schwimmbad ist? Das Schwimmbad wirbt damit, solarbetrieben zu sein. Ich habe den Verdacht, dass das bedeutet: Wenn die Sonne scheint, erwärmt sie das Schwimmbecken. Das Wasser, das aus der Dusche kommt, ist jedenfalls erfrischend kühl. Aber zumindest lockt das Wetter keine Badegäste an, und so stört sich niemand daran, dass wir dort morgens Kaffee brühen. Und die Kleidervorschriften sind Gott sei Dank auch nicht so streng, auf diesem 25. Internationalen Wittgenstein Symposium. Dabei geht es natürlich weder um Zelte noch um Schwimmbäder, sondern um einen interdisziplinären Dialog über den Personenbegriff. In der Volksschule von Kirchberg tummeln sich Philosophinnen, Mediziner und Psychologinnen, Juristinnen und eifrige Studenten. Vorträge und Workshops in Hülle und Fülle, selbst die Pausen werden zum heftigen Weiterdiskutieren genützt. Wie ein riesiger Bienenstock unermüdlich surrender Gehirne. Sind alle Menschen Personen? Etwa aufgrund ihrer Gene? Weil Menschen intelligenter als andere Lebewesen sind oder weil sie Selbstbewusstsein haben? Wie aussagekräftig ist ein EEG, wann ist ein Mensch nicht mehr leidensfähig und wo ist überhaupt der „Sitz des Ich“ im Gehirn? Ist der Grund dafür, dass wir Personen sind, überhaupt etwas Messbares? Oder haben wir doch eine Seele? Und während Europa von Überschwemmungen heimgesucht wird, ist Kirchberg erfüllt von schier unlösbaren metaphysischen, ethischen, juristischen und medizinischen Fragen, von heißen Disputen kluger Köpfe und versöhnlichem Anstoßen abends in der Gaststube – oder unter dem Regendach des Schwimmbads. 160

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