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3 die rolle öffentlich-rechtlicher medien im internet - SRG SSR

3 die rolle öffentlich-rechtlicher medien im internet - SRG SSR

Im Rahmen seines

Im Rahmen seines Qualitätssicherungssystems beauftragt der ORF jeweils eine Jahresstudie, die sich auf einen besonderen Aspekt seines Leistungsumfangs und Funktionsauftrags bezieht. Dadurch soll eine vertiefende Evaluierung ermöglicht werden, die neben der Qualitätskontrolle auch eine zukunftsorientierte und praxisnahe Grundlage für die Programmarbeit ergibt. Zuletzt wurden im Rahmen der Jahresstudie die Themen „Medien und Migration“ (Hausjell 2009) sowie „Jugend und Gesellschaftspolitik“ (Institut für Jugendkulturforschung 2010) erforscht. 2011 wurde Victor Mayer-Schönberger (Oxford University) mit der Studie „Die Rolle öffentlich-rechtlicher Medien im Internet“ beauftragt. Die Zusammenfassung liegt hier vor. HERAUSGEBER UND HERSTELLER: Österreichischer Rundfunk, ORF Würzburggasse 30 1136 Wien DESIGN-KONZEPT: Rosebud, Inc. / www.rosebud-inc.com 2 DESIGN: ORF-Design / Nadja Hammer FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH: ORF-Public-Value-Kompetenzzentrum DRUCK: ORF-Druckerei LEKTORAT: Helmuth Singer 1. Auflage, © ORF 2012 Reaktionen, Hinweise und Kritik bitte an: zukunft@ORF.at

DIE ROLLE ÖFFENTLICH-RECHTLICHER MEDIEN IM INTERNET VIKTOR MAYER-SCHÖNBERGER UND ATTILA MARTON OXFORD UNIVERSITY Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der ersten Internet-Blase gilt das weltweite digitale Netz als der Platz, an dem die Grundlagen für die ökonomischen und gesellschaftlichen Erfolge der Gegenwart und Zukunft gelegt werden. Das Internet als Medium verstehend drängen etablierte Inhalteanbieter aus Rund- funk und Print ins Netz, um ihre Position gegenüber den neuen Internet-Start- ups zu verteidigen und dabei zu sein, wenn die digitalen Claims abgesteckt werden. Und in der öffentlichen Diskussion wird immer wieder argumentiert, man- che hätten dazu gar keine gesellschaftliche Berechtigung. In regelmäßigen Abständen haben in der Vergangenheit vor allem Mitwerber versucht, den gesellschaftlichen Auftrag öffentlich-rechtlicher Medien in Zweifel zu ziehen und damit einer als wirtschaftlich ungerecht empfundenen ökonomischen und gesellschaftlichen Sonderstellung der öffentlich-rechtlichen Medien entgegenzuwirken. Insoweit ist die Argumentation nicht neu. Andererseits aber zeigt der Beitrag auch die argumentative Stoßrichtung der Kritiker: Nachdem reine Marktargumente aufgrund ihrer inneren Beschränkt- heit schon vor Jahrzehnten aus der Public-Value-Debatte um die Rolle öffent- lich-rechtlicher Medien verschwanden, versucht man nun genau dort wieder anzusetzen, verbunden mit dem Hinweis, dass am Internet keinerlei Gründe vorlägen, die Frage anders als rein ökonomisch abzuarbeiten. 3