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2006 - Jurybericht SBB Stadtraum HB Zürich, 70 S - Europaallee

2006 - Jurybericht SBB Stadtraum HB Zürich, 70 S - Europaallee

«EMILE» Federführende

«EMILE» Federführende Architekturbüros Gigon / Guyer dipl. Architekten ETH / BSA / SIA AG, Zürich David Chipperfield Architects, London Konzeptbeschrieb Das städtebauliche Konzept sieht im Sinne eines entspannten Stadtraumes die Bildung einer Konfiguration von «austarierten» Gebäudetypen vor, was der weiteren Bearbeitung der einzelnen Gebäude durch mehrere Architekten in unterschiedlichen Errichtungszeiträumen Rechnung trägt. Vom Baufeld a – als Sockelgebäude ausgehend – bis zum Baufeld c nimmt die physische Kohärenz der einzelnen Gebäude ab und wird durch ein Sockelfragment bis hin zur völligen Auflösung des verbindenden Sockels durch eine präzise Distanzstellung ersetzt. Modellansicht aus Nord-Ost Die Adressbildung mancher Binnentrakte bzw. die Erschliessung einzelner Binnenhöfe ist teilweise nicht ganz nachvollziehbar. Die «Doppelschnorchel» der Fluchtwege von den Treppen zur Fassade sind wenig attraktiv. Die Wirtschaftlichkeit wird als durchschnittlich beurteilt. Den Themen Energie und Komfort ist das erwartete Gewicht beigemessen worden; die Tageslichtnutzung ist an Stellen mit geringer Gebäudetiefe allerdings nicht optimal. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es sich bei EMILE um ein in vielen Bereichen stimmiges Gesamtkonzept handelt, das Entwicklungspotenzial aufweist. Situation 53

54 «Stadtskulptur» Federführendes Architekturbüro Max Dudler, Zürich Konzeptbeschrieb Die Arbeit wird gekennzeichnet von einer Vielzahl unterschiedlicher städtischer Bausteine, die, zu Gruppen gestellt, kräftige, charaktervolle Ensembles bilden. Diese solitär erscheinenden Bauten fügen sich dennoch zu einem einheitlichen Quartier, welches das Potenzial hat, unterschiedlichen Mietern je eine eigene Adresse zu bieten. Intelligent gelöst ist die Bebauung der PHZH – in beiden Varianten – mit einem eigenen Platzraum als Eingang und Aufenthalt auf der oberen Ebene. Der öffentliche Raum, der sich zu Gassen verengt, über Treppen ansteigt und sich zu Plätzen weitet, bildet ein überzeugendes Gerüst der städtischen Ordnung. Darum ist es vorstellbar – wenn die Gebäude von unterschiedlichen Investoren realisiert werden –, dass der Quartiercharakter erhalten bleibt. Modellansicht aus Nord-Ost Die Gebäude bieten unterschiedliche Tiefen mit einer klaren Erschliessung, sodass eine funktionale und wirtschaftliche Nutzung zu erwarten ist. Die grossflächigen Einzelhandelsflächen in den Baufeldern c und e werden allerdings kritisch gesehen. Die Erdgeschossnutzung für die PHZH im Baufeld a ist zu hinterfragen. Das Technikkonzept überzeugt alles in allem durch die sinnvolle Kombination verschiedener bewährter und innovativer Systeme. Die Tageslichtnutzung ist wegen teilweise grosser Grundrisstiefen ungenügend. Die Verfasser zeigen auf, dass dem Thema Energie und Komfort das erwartete Gewicht beigemessen worden ist. «Stadtskulptur» liefert vor allem auf der städtebaulichen Ebene einen spannungsreichen Beitrag zur gestellten Aufgabe, dessen wirtschaftliches Potenzial noch entwicklungsfähig ist. Situation

Christian Faber, SBB Immobilien - Europaallee Zürich
Europaallee-Journal_3/2012, 9 S., 2.5 MB
2009 - Jurybericht SBB Baufeld G, 82 S., 7.1 - Europaallee
2008 - Jurybericht SBB Baufeld E, 60 S., 11.5 - Europaallee
2010 - Jurybericht SBB Baufeld H, 77 S., 13.7 - Europaallee