CDU-Magazin Einblick (Ausgabe 17) - Thema: Ehrenamt
Das politische Magazin der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages
Das politische Magazin der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
MAGAZIN DER <strong>CDU</strong>-FRAKTION DES SÄCHSISCHEN LANDTAGES AUSGABE <strong>17</strong><br />
WIR PACKEN AN<br />
DAS EHRENAMT IN SACHSEN<br />
Sport<br />
Trainer mit Leib<br />
und Seele<br />
Kultur<br />
Instrumente für<br />
die Jüngsten<br />
Politik<br />
Bürgermeister<br />
im <strong>Ehrenamt</strong>
Eh|ren|amt, das<br />
Wortart: Substantiv, Neutrum<br />
Wortherkunft: Wortzusammensetzung (Determinativkompositum),<br />
zusammengesetzt aus Ehre, dem Fugenelement<br />
-n und Amt<br />
Bedeutung: Ein <strong>Ehrenamt</strong> ist die selbstlose Übernahme eines<br />
Amtes oder einer gesellschaftlichen Aufgabe. Sie erfolgt<br />
gewöhnlich ohne Einkünfte, selten gibt es eine Aufwandsentschädigung.<br />
<strong>Ehrenamt</strong>ler in festen Funktionen werden<br />
gewählt (zum Beispiel für Vereinsaufgaben oder in der Politik)<br />
oder berufen (zum Beispiel als Schöffen).
EDITORIAL<br />
<strong>Ehrenamt</strong> heißt: zuerst an den Anderen<br />
zu denken!<br />
Unsere Gesellschaft braucht das <strong>Ehrenamt</strong>.<br />
Es ist unerlässlich für individuelle<br />
Teilhabe, gesellschaftliche Integration,<br />
Wohlstand, das kulturelle Leben, stabile<br />
demokratische Strukturen und soziale<br />
Bindungen.<br />
Ob auf dem Sportplatz, im Seniorenheim,<br />
bei der Feuerwehr, in der Kinder-<br />
Wir fördern das <strong>Ehrenamt</strong><br />
seit vielen Jahren.<br />
und Jugendarbeit oder im Imkerverein.<br />
<strong>Ehrenamt</strong> ist überall. Es ist die zentrale<br />
Stütze unserer Gesellschaft und Motor<br />
unseres Gemeinwohls.<br />
Ohne ehrenamtliches Engagement ist<br />
unser Zusammenleben kaum vorstellbar.<br />
Nur durch das Anpacken vieler engagierter<br />
Menschen steht unser Gemeinwesen<br />
auf stabilen Füßen. Das <strong>Ehrenamt</strong> ist damit<br />
Ausdruck gelebter demokratischer<br />
Prinzipien. Alle, die sich freiwillig engagieren,<br />
verstehen sich als Teil der Gesellschaft<br />
und gestalten diese aktiv vor Ort<br />
mit. Ohne sie würde es viele Angebote in<br />
Sport, Kunst und Kultur oder dem sozialen<br />
Bereich gar nicht geben. Dieses Prinzip<br />
der Subsidiarität ist bereits in unserer<br />
Verfassung verankert. Es handelt sich um<br />
eine Maxime, die eine größtmögliche<br />
Selbstbestimmung und Eigenverantwortung<br />
des Einzelnen oder einer Gemeinschaft<br />
anstrebt, soweit dies möglich und<br />
sinnvoll ist. Die aktiven Menschen in den<br />
Vereinen und Verbänden, Kirchen<br />
und bei den Rettungskräften<br />
erfüllen dieses Verfassungsprinzip<br />
mit Leben!<br />
Wir als <strong>CDU</strong> fördern das <strong>Ehrenamt</strong> in<br />
Sachsen schon seit vielen Jahren. Daher<br />
haben wir neben zahlreichen Projekten<br />
aus dem <strong>Ehrenamt</strong>sbereich auch das<br />
seit Jahren bewährte Programm „Wir für<br />
Sachsen“ mit 22 Mio. Euro im aktuellen<br />
Doppelhaushalt fortgeschrieben. Mit<br />
diesem Geld unterstützt der Freistaat<br />
Sachsen das ehrenamtliche Engagement<br />
der Bürgerinnen und Bürger mit<br />
einer kleinen finanziellen Anerkennung.<br />
Was die tausenden ehrenamtlich Tätigen<br />
in ihrer Freizeit in Sachsens Vereinen<br />
und Verbänden jeden Tag leisten,<br />
ist unbezahlbar. Sie halten unser Land<br />
am Laufen! Deshalb widmen wir diese<br />
<strong>Ausgabe</strong> den vielen tausenden engagierten<br />
Menschen in Sachsen. Wir stellen<br />
einige von ihnen und ihre Projekte<br />
auf den nächsten Seiten vor.<br />
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim<br />
Lesen des Heftes.<br />
Ihr Christian Hartmann<br />
Fraktionsvorsitzender<br />
<strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages<br />
INHALT<br />
13<br />
16<br />
24<br />
30<br />
34<br />
Gemeinsam sind wir stärker<br />
Sachsen fördert das <strong>Ehrenamt</strong><br />
Der Finanzpolitikers in der Feuerwehr<br />
Jan Löffler über den Stellenwert von Engagement<br />
Tradition mit viel Schwung<br />
Flößerverein erhält traditionelles Handwerk<br />
Ich zeige Ihnen meine Heimat<br />
Christa Trommer führt an der Göltzschtalbrücke<br />
Unser Stollen, unsere Geschichte<br />
Besucherbergwerk zeigt Bergbaugeschichte<br />
40<br />
49<br />
54<br />
58<br />
64<br />
Klingt richtig gut<br />
Jugendliche profitieren von Musikförderung<br />
Im Verein wandert's sich schöner…<br />
Engagement an der frischen Luft<br />
Engagement an der frischen Luft<br />
Eltern gründen einen Schulverein<br />
Die Sternengucker von Radebeul<br />
Engagement für die Wissenschaft<br />
Wir bringen die Party auf den See<br />
Bürgerverein organsiert Kultur im Viertel<br />
IMPRESSUM Herausgeber: <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden, Telefon 0351 493-5501, www.cdu-fraktion-sachsen.de Redaktion: Christian Fischer (V.i.S.d.P.), STAWOWY, Dr. Christopher M. Brinkmann<br />
Fotos: Alexander Fuhrmann (1, 16-19, 22, 26-27, 34-35, 39, 42, 48, 49-52, 53); AdobeStock/Довидович Михаил (2); Claudia Jacquemin (3); Leon Petzoldt (4-5, 20, 32, 38, 47); Volker Miethe (6-7); DRK e. V. (8-9), Juleica (10); SMS (10); Sebastian Winterscheid (11, 23,<br />
30-31, 40, 44-45, 54-57, 58); Lößnitzchor Radebeul (12); AdobeStock/standret (13-15); Robert Keilhauer (21); David Rötzschke (24-25); <strong>CDU</strong> Landesverband Sachsen (28-29); Carsten Beier (33); Paul Glaser (36); Sächsische Staatskanzlei (37); AdobeStock/Maree (41); Titus<br />
Reime (43); Thomas Schlorke (46); Bundeswehr/Weinrich (64); Anika Dollmeyer (65), René Falkner (65); Adobe Stock/ Friends Stock (66) Druck: Druckerei Oskar Görner GmbH, Melanchthonstraße 1–7, 09126 Chemnitz Veröffentlichung: Juni 2023. Diese Publikation<br />
dient der Information über die parlamentarische Arbeit der <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages. Eine Verwendung für Parteienwerbung oder im Wahlkampf ist nicht zulässig.
BITTE EINSTEIGEN!<br />
Peter Wilhelm Patt<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
VERANTWORTUNG<br />
„Kinder wollen Verantwortung tragen.<br />
Lassen wir sie dies ausprobieren. Und<br />
fördern wir ihr Bewusstsein, dass Bahnfahren<br />
auch der Umwelt gut tut.“<br />
Nein, pfeifen dürfe er nicht, auch nicht für das Foto, sagt der kleine<br />
Schaffner am Bahnsteig der Parkeisenbahn Chemnitz. Er ist einer von<br />
etwa 80 Jungen und Mädchen, die den Betrieb der Parkeisenbahn<br />
Chemnitz aufrechterhalten. Die Aufgaben reichen von Fahrkartenverkauf<br />
bis hin zum Schaffner-Job. Ein erwachsener Bahnhofsvorsteher<br />
schaut während des Bahnbetriebs lediglich über die Schulter – und<br />
auch die Bahn selbst wird von einem hauptamtlichen Zugführer gesteuert.<br />
„Gerade haben wir einen, der vor vielen Jahren als Kind bei<br />
uns eingestiegen ist und heute die Weiterbildung zum Lokführer<br />
macht“, freut sich Tim Zolkos, der technische Geschäftsführer der<br />
Parkeisenbahn. Vier Jahre Ausbildung braucht es, bis die Kinder<br />
und Jugendlichen echte Eisenbahner sind. „Es sind immer mehrere<br />
Ausbildungsjahre einer Schicht zugeteilt. So lernen die Kinder<br />
auch was von den Älteren“, erklärt Zolkos. Wichtig für die Schicht:<br />
Die Uniform muss in Ordnung sein. „Die Mitgliedschaft bei der Parkeisenbahn<br />
Chemnitz ist für die Kinder kostenlos. Wenn sie zudem<br />
ihre Uniform sauber haben und freundlich zu den Fahrgästen sind,<br />
dann ist auch ein kleines Taschengeld drin“, verrät er. Für den Geschäftsführer<br />
der Parkeisenbahn ist der Vorteil des Engagements klar.<br />
„Wir bieten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bei der die Kinder<br />
sich selbst organisieren und Selbstvertrauen aufbauen“.<br />
Ein Pfiff mit der Pfeife gibt die Freigabe für den<br />
Lokführer. Erst dann kann die Fahrt losgehen.<br />
Eine wichtige Aufgabe – mit viel Verantwortung.<br />
Einfach mal zum Spaß oder für ein Foto pfeifen,<br />
würde den ganzen Bahnverkehr stören. Bei den<br />
jungen Eisenbahnern ist daher Disziplin gefragt<br />
4
Als ehemalige Pioniereisenbahn wird die<br />
Parkeisenbahn Chemnitz auch heute noch<br />
allein von Kindern und Jugendlichen betrieben.<br />
Die Uniformen sind an historische<br />
Vorbilder aus den 80er-Jahren angelehnt<br />
5
BITTE MITLACHEN!<br />
Ihre Lieblichkeit Prinzessin Miquella l. mit<br />
Prinz Fritz I. an ihrer Seite. Die beiden gehören<br />
zum Nachwuchs des RCC Radeburg. In<br />
der Stadt im Landkreis Meißen saugt man<br />
den Karneval bereits mit der Muttermilch<br />
auf. Alles wird ehrenamtlich organisiert. Den<br />
etwa 20.000 Besuchern beim Straßenumzug<br />
am Faschingssonntag gefällt es<br />
6
„Mit 66 Jahren – da fängt der Fasching an“. So lautete im Februar<br />
das Motto des RCC Radeburg. Seit 1957 wird dort traditionell der<br />
Volkskarneval mit einem großen Umzug durch die Stadt gefeiert.<br />
2023 mit dabei: Prinzessin Miquella I. und Prinz Fritz I. – das Kinderprinzenpaar<br />
des RCC, das das erwachsene Prinzenpaar bei der<br />
„Regierungsarbeit“ unterstützt. Beim Radeburger Volkskarneval<br />
feiern nämlich nicht nur die Erwachsenen, sondern auch der Nachwuchs<br />
ist mittendrin. Kinderprinzenpaar, Kindergarde und Kinderelferrat<br />
sind fester Bestandteil des Radeburger Karnevals. Bereits<br />
im Kindergarten werden die Kleinen zu Narren erzogen. Aktiven<br />
Nachwuchs kann der RCC stets gebrauchen: Denn von der Vereinsspitze<br />
über die Kostümgestaltung bis hin zu Trainern und<br />
Hilfskräften wird alles im <strong>Ehrenamt</strong> organisiert. Jedes Jahr sind<br />
etwa 3.000 Aktive am Umzug beteiligt. Den Kern bilden der Elferrat,<br />
Narrenpolizei, Garde und Schülergarde des RCC. Aber auch<br />
befreundete Vereine aus ganz Sachsen und Brandenburg beteiligen<br />
sich, um ein umfangreiches Programm auf die Beine zu stellen.<br />
Volkskarneval bedeutet übrigens, dass nicht nur eingefleischte<br />
Narren nach Radeburg kommen: Beim traditionellen Umzug sind<br />
auch Fußballer, Kegler oder Angler dabei.<br />
Sebastian Fischer<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
ENORME LEISTUNG<br />
„Die Radeburger Karnevalszeit ist die<br />
Grundlage der DNA von Radeburg! Der<br />
Höhepunkt des Jahres! Das ist ein enormes<br />
Engagement – alles im <strong>Ehrenamt</strong>!“<br />
7
BITTE VORSICHTIG!<br />
Die ehrenamtlichen Retter der Bergwacht des Deutschen Roten<br />
Kreuzes (DRK) sind das ganze Jahr gefragt: Im Winter retten sie<br />
Wintersportler nach Unfällen und aus Gefahrenlagen. Im Frühjahr,<br />
Sommer und Herbst konzentrieren sich ihre Einsätze im Wesentlichen<br />
auf Wanderer und Bergsteiger, die allein nicht mehr<br />
weiterkönnen. Im vergangenen Jahr bekam allerdings noch ein<br />
weiteres Einsatzgebiet eine neue Dimension: Waldbrände. Das<br />
DRK Sachsen stellte mit seinen über 1.000 Einsatzkräften, davon<br />
400 von der Bergwacht, einen wesentlichen Teil an Einheiten in<br />
den sächsischen Waldbrandgebieten in der Sächsischen Schweiz.<br />
Die Spezialfähigkeiten der Bergwacht waren dabei von zentraler<br />
Bedeutung: Mit ihren geländegängigen Kleinstfahrzeugen, sogenannten<br />
All Terrain Vehicles (ATV), transportierten sie dringend<br />
benötigtes Material zu den Brandherden. Sie sicherten die Männer<br />
und Frauen der Feuerwehren oder löschten Glutnester im<br />
unwegsamen Gelände der Sächsischen Schweiz. Ihr großer Vorteil:<br />
Sie kennen jeden Winkel und jeden Felsen in dem beliebten<br />
Naherholungsgebiet.<br />
8
Sandra Gockel<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />
UNTER LEBENSGEFAHR<br />
„Als passionierte Berg- und Wintersportlerin<br />
bin ich dankbar, dass Menschen sich<br />
im <strong>Ehrenamt</strong> bei der Bergwacht engagieren.<br />
Sie begeben sich oft unter Einsatz<br />
ihres eigenen Lebens in schwierige Situationen,<br />
um zu helfen!“<br />
9
2 / 3<br />
der Sachsen sind regelmäßig<br />
freiwillig engagiert<br />
*sachsen.de/Bürgerschaftliches Engagement<br />
Mehr als<br />
30.000<br />
Vereine sind in Sachsen registriert<br />
*Studie Engagement in Sachsen<br />
GUTE KARTEN FÜR<br />
DAS EHRENAMT<br />
Wer sich ehrenamtlich einbringt, soll auch etwas von<br />
der Gesellschaft zurückbekommen. Deswegen gibt es<br />
Angebote wie die Sächsische <strong>Ehrenamt</strong>skarte oder<br />
Juleica – die bundesweite Jugendleiter-Card. Die Sächsische<br />
<strong>Ehrenamt</strong>skarte können alle Bürger beantragen,<br />
die sich vor Beantragung mindestens zwei Jahre<br />
im Schnitt drei Stunden die Woche engagiert haben.<br />
Wichtig ist, dass sich die eigene Gemeinde an dem Programm<br />
beteiligt. Mit der Karte gibt es Vergünstigungen<br />
bei inzwischen über 200 Kooperationspartnern<br />
in ganz Sachsen. Dazu gehören etwa der Besuch von<br />
Schwimmbädern, Theatern, Schlössern oder Museen.<br />
Aber auch einzelne Unternehmen wie Autovermietungen,<br />
Getränkehändler oder das Deutsche Jugendherbergswerk<br />
ermöglichen es den Karteninhabern, privat<br />
Kosten zu sparen. Die Juleica ist der bundesweit einheitliche<br />
Ausweis für ehrenamtliche Mitarbeiter der<br />
Jugendarbeit. Sie dient zur Legitimation und als Qualifikationsnachweis<br />
der Inhaber, soll aber gleichzeitig<br />
auch die gesellschaftliche Anerkennung für das ehrenamtliche<br />
Engagement zum Ausdruck bringen. Die Beantragung<br />
der Karten erfolgt jeweils über Formulare,<br />
die im Internet zu finden sind.<br />
Maximal<br />
100<br />
Mitglieder haben die meisten<br />
sächsischen Vereine<br />
*Studie Engagement in Sachsen<br />
Mehr als<br />
42.000<br />
Sachsen sind in der Freiwilligen<br />
Feuerwehr aktiv<br />
*sachsen.de/Bevölkerungsschutz<br />
Rund<br />
76.700<br />
Menschen engagieren sich in<br />
Sachsen für Sport<br />
*Landessportbund Sachsen<br />
10
ZAHLEN & FAKTEN<br />
4.402 6 , 3 %<br />
Sportvereine sind in<br />
Sachsen aktiv<br />
*Landessportbund Sachsen<br />
mehr Vereine in<br />
8<br />
Sachsen als 2012<br />
*ZiviZ-Survey 2023<br />
Etwa<br />
Vereine je 1000<br />
Einwohner in Sachsen<br />
*ZiviZ-Survey 2023<br />
Im Durschnitt wurden<br />
Sportvereine<br />
1971<br />
gegründet<br />
*ZiviZ-Survey 2023<br />
Die meisten Engagierten<br />
sind<br />
30–49<br />
Jahre alt<br />
*Freiwilligensurvey 2019<br />
11
MIT VIEL ÜBUNG<br />
IM EINKLANG<br />
Der Lößnitzchor Radebeul ist seit 35 Jahren ein echtes Generationenprojekt. In<br />
dem Chor singen etwa 30 Frauen und zehn Männer im Alter von 36 bis 83 Jahren.<br />
Die meisten Mitglieder wohnen in Radebeul. Aber auch aus Dresden, Moritzburg,<br />
Coswig und dem Raum Meißen kommen einige der Sänger. „Uns verbindet musikalisches<br />
Interesse und Freude beim Singen deutscher und internationaler Lieder<br />
aus verschiedenen Jahrhunderten“, sagt die Vorstandsvorsitzende Sabine Papke.<br />
Erst im vergangenen Jahr erhielt sie eine Ehrung von der Stadt Radebeul für ihr<br />
ehrenamtliches Engagement für den Chor. Jeden Montag zwischen 18:30 und<br />
20:30 Uhr probt der Lößnitzchor im Pestalozzi-Gymnasium Radebeul-Ost. „Wer<br />
Lust hat, der kommt gern unverbindlich vorbei“ lädt Papke ein.<br />
Ob in der andächtigen Atmosphäre in der Lutherkirche oder bei fröhlichen Dorffesten<br />
– der Lößnitzchor Radebeul begeistert das Publikum überall. Neben Proben<br />
und Auftritten sind für das Vereinsleben auch gemeinsame Ausflüge wichtig<br />
und echte Höhepunkte. Bei jährlichen Chorfahrten ist der Lößnitzchor in ganz<br />
Deutschland unterwegs. Ein Ziel zum Beispiel Radebeuls Partnerstadt St. Ingbert<br />
im Saarland. Aber auch befreundete Vereine – wie die Musikgemeinschaft Hattstedt<br />
bei Husum in Schleswig-Holstein – werden besucht.<br />
Matthias Rößler<br />
Landtagspräsident<br />
GELEBTE TRADITION<br />
„Durch unseren Radebeuler Lößnitzchor<br />
wird die große sächsische Chortradition<br />
in unserer Stadtgesellschaft gelebt.“<br />
Der Lößnitzchor Radebeul beim Pfingstsingen<br />
in der Ausflugsgaststätte Waldmax bei Dresden.<br />
Bei den öffentlichen Auftritten zeigen die<br />
musikalischen Frauen und Männer mit vollem<br />
Einsatz ihr Können<br />
12
GEMEINSAM<br />
SIND WIR<br />
STÄRKER<br />
Mit dem Projekt „Wir für Sachsen“ erreicht der<br />
Freistaat Sachsen etwas bundesweit Einmaliges: Er<br />
stellt die <strong>Ehrenamt</strong>lichen in den Vordergrund. Dank<br />
einer monatlich Aufwandsentschädigung können sie<br />
die anfallenden Kosten für ihr <strong>Ehrenamt</strong> abfedern<br />
13
Sport, Kultur sowie Kinder- und Jugendarbeit<br />
– nicht nur in diesen Bereichen unterstützt<br />
der Freistaat ehrenamtliches Engagement<br />
mit über 10. Mio. Euro pro Jahr<br />
„Unsere Gesellschaft lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht“, sagt der<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordnete Kay Ritter. Das ist auch der Grund, warum sich die <strong>CDU</strong>-Fraktion<br />
für eine starke Förderung der <strong>Ehrenamt</strong>ler im Freistaat einsetzt. Eine der Maßnahmen:<br />
das Programm „Wir für Sachsen“. Über 10 Mio. Euro stellt der Freistaat<br />
jedes Jahr zur Verfügung, damit <strong>Ehrenamt</strong>liche über das Programm unterstützt<br />
werden können. Konkret geht es um eine Aufwandsentschädigung, damit anfallende<br />
Auslagen bei der Ausübung des <strong>Ehrenamt</strong>es abgefedert werden können. Im<br />
Jahr 2022 konnten so knapp 25.000 Personen in etwa 5.600 Projekten unterstützt<br />
werden. Sie erhalten im Schnitt eine Aufwandsentschädigung von rund 40 Euro.<br />
Voraussetzungen sind dass das bürgerschaftliche Engagement durchschnittlich<br />
mindestens 20 Stunden pro Monat beträgt und die Person ihren festen Wohnsitz<br />
im Freistaat hat. Sachsen ist das einzige Bundesland mit einem solchen zentralen<br />
Förderprogramm, das seit 13 Jahren besteht. Die meisten Anträge kommen dabei<br />
aus dem Sportbereich, gefolgt von Kultur sowie Kinder- und Jugendarbeit. „Das<br />
<strong>Ehrenamt</strong> ist für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft unverzichtbar“,<br />
sagt Kay Ritter, der auch Mitglied im Beirat des Förderprogramms ist. „Ich<br />
freue mich daher über das weiterhin sehr große Interesse an der <strong>Ehrenamt</strong>sförderung<br />
in Sachsen. Davon profitieren alle Bereiche des <strong>Ehrenamt</strong>es<br />
und gerade kleinere Vereine und Initiativen werden unterstützt!“<br />
Vergeben wird das Geld von der Bürgerstiftung Dresden. Die Anträge<br />
können immer bis 31. Oktober für das Folgejahr gestellt werden. Antragsberechtigt<br />
sind Träger von <strong>Ehrenamt</strong>sprojekten wie die Verbände<br />
der Freien Wohlfahrtspflege, Kirchgemeinden, Stiftungen,<br />
Verbände, Vereine sowie Gemeinden und Gemeindeverbände.<br />
14
Kay Ritter<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
und Beirat „Wir für Sachsen“<br />
FÜR DEN ZUSAMMENHALT<br />
„<strong>Ehrenamt</strong> ist für den Zusammenhalt in<br />
unserer Gesellschaft unverzichtbar.“<br />
EHRENAMTSBÖRSE<br />
SO KÖNNEN SIE<br />
IHRE FÖRDERUNG<br />
BEANTRAGEN<br />
Die Bürgerstiftung Dresden vergibt die Fördermittel<br />
im Auftrag des Freistaates Sachsen.<br />
Anträge können immer bis zum 31. Oktober<br />
für das Folgejahr gestellt werden. Die Antragstellung<br />
für das Förderjahr 2024 ist ab dem<br />
1. September 2023 möglich.<br />
Die Antragstellung erfolgt<br />
ausschließlich online über<br />
das Förderportal:<br />
www.wfs-foerderportal.de<br />
Frühjahrsputz-Aktionen in ganz Sachsen suchen Menschen,<br />
die mit anpacken. Heimatforscher und solche,<br />
die es werden wollen, treffen sich und tauschen sich<br />
aus. Aber auch Bürger, die wissen wollen, wie man bei<br />
Waldbränden unterstützen kann, werden hier fündig:<br />
Die Website „Ehrensache.jetzt“ ist ein Online-Portal, auf<br />
dem Vereine und zum Engagement bereite Menschen<br />
zueinanderfinden können. Die Plattform gibt es bereits<br />
für die Landkreise Bautzen, Leipziger Land, Sächsische<br />
Schweiz/Osterzgebirge, Meißen, Görlitz, Nordsachsen<br />
sowie für die Landeshauptstadt Dresden. Die Zahl der<br />
Angebote variiert dabei von Region zu Region. Aber auch<br />
sachsenweite Angebote sind dort zu finden. Die Übertragung<br />
auf weitere Regionen ist aktuell in Arbeit. Die<br />
Vermittlungsplattform ist nicht nur, aber gerade auch<br />
für junge Menschen ein attraktives Instrument, um zu<br />
ehrenamtlichem Engagement zu kommen. Interessierte<br />
suchen sich ihren Landkreis aus und finden so schnell Inserate<br />
aus ihrer Region. Daneben kann man sich auch als<br />
Engagierter mit seinen Interessen und möglichen Zeitfenstern<br />
für die Unterstützung suchenden Vereine anbieten.<br />
Und schließlich gibt es für jeden Landkreis auf der<br />
Startseite aktuelle Meldungen und kleine Videoportraits<br />
von Engagement-Beispielen. Die <strong>Ehrenamt</strong>splattform ist<br />
2019 in Dresden zunächst nur für die Landeshauptstadt<br />
gestartet. Sie wurde von der Bürgerstiftung Dresden<br />
entwickelt, dann schrittweise und finanziert durch die<br />
Sächsische Staatsregierung auf weitere<br />
Landkreise ausgerollt.<br />
Mehr Informationen unter:<br />
www.ehrensache.jetzt<br />
15
WAS MACHT DER<br />
FEUERWEHR-SCHLUMPF<br />
IM BÜRO DES<br />
FINANZPOLITIKERS?<br />
16
Jan Löffler verbringt viel Zeit<br />
in seinem Büro im sächsischen<br />
Landtag. Der Feuerwehrschlumpf<br />
erinnert ihn<br />
an sein <strong>Ehrenamt</strong><br />
Der finanzpolitische Sprecher der <strong>CDU</strong>-Fraktion Jan Löffler ist<br />
freiwilliger Feuerwehrmann. Genau wie sein Vater, Großvater<br />
und Urgroßvater zuvor. Seine Erfahrung mit dem <strong>Ehrenamt</strong> prägt<br />
seine Arbeit im Sächsischen Landtag<br />
Wie sind Sie zur Freiwilligen Feuerwehr gekommen?<br />
Jan Löffler: „Ich bin in Neukirchen/Pleiße aufgewachsen, eine kleinen<br />
4.000-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Zwickau. Mein Vater<br />
war schon Feuerwehrmann, mein Großvater und auch mein<br />
Urgroßvater. Da wächst du mit dem <strong>Thema</strong> auf. Logisch, dass ich<br />
mit meinem Bruder die Familientradition fortsetzte.“<br />
Deshalb auch der Feuerwehr-Schlumpf?<br />
„Den habe ich tatsächlich von meinem Vater geschenkt bekommen.<br />
Er erinnert mich jeden Tag im Büro daran, dass ich<br />
Kameraden daheim habe, die sich auf mich als Politiker in<br />
Dresden verlassen.“<br />
Was war Ihre Aufgabe bei der Freiwilligen Feuerwehr?<br />
„Von der Pike auf als Anwärter habe ich die Ausbildung bis<br />
hin zum Verbandsführer absolviert. Begonnen hat alles in<br />
meiner heimischen Feuerwehr im klassischen Vierklang:<br />
Löschen, Retten, Bergen, Schützen. Das habe ich dann auch viele<br />
Jahre im aktiven Dienst gemacht.“<br />
Was war Ihr schwierigster Einsatz?<br />
„Jeder Einsatz hat seine Eigenheiten und ist auf seine Art schwierig.<br />
Besonders fordernd waren und sind für mich dabei die Einsätze,<br />
die nicht nur meine Feuerwehr betrafen, sondern bei denen<br />
wir gebietsübergreifend aus der ganzen Region raus mussten.“<br />
Was waren das für Ereignisse?<br />
„Das waren die sachsenweiten Hochwasser im Jahr 2013. Über<br />
viele Tage haben die Kameradinnen und Kameraden ihren<br />
Mann gestanden. Sie haben bewiesen, wie wichtig es ist, feuerwehrübergreifend<br />
zusammenarbeiten zu können.“<br />
Und das auf höchstem professionellem Niveau!<br />
„Genau! Dabei darf man nie vergessen, dass all die Übungen und<br />
Einsätze der Kameraden vorwiegend im <strong>Ehrenamt</strong> gestemmt<br />
werden. Das bedeutet nicht nur, Freizeit, die man opfert, sondern<br />
auch ein unglaubliches Maß an Toleranz in der Familie und bei<br />
Freunden, das eingefordert werden muss.“<br />
Was war das Erfolgsgeheimnis?<br />
„Eine einheitliche Ausbildung, eine gemeinsame Sprache, die<br />
gleiche Taktik. Das sind die Grundvoraussetzungen, um überhaupt<br />
im Einsatz zusammen zu bestehen – gerade bei größeren<br />
Schadenslagen. Und natürlich nutzt das alles nichts, wenn die<br />
Kameraden nicht die richtige Ausrüstung haben. Deshalb ist das<br />
<strong>Thema</strong> für mich im Landtag eine Herzensangelegenheit.“<br />
Was haben Sie aus den Einsätzen gelernt?<br />
„Das Zusammenspiel der Basics der Ausbildung und Einsätze vor<br />
<strong>17</strong>
„Was <strong>Ehrenamt</strong>liche leisten, ist<br />
nicht mit Geld aufzuwiegen.“<br />
Jan Löffler, <strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
Zur Person<br />
Jan Löffler wurde am 3. Juni 1981 im sächsischen<br />
Werdau geboren und wuchs in Neukirchenn/Pleiße<br />
auf. Nach der Fachhochschulreife absolvierte er<br />
eine Ausbildung zum Bankkaufmann, es folgten<br />
Weiterbildungen zum Betriebswirt und ein berufsbegleitendes<br />
Studium im Fachgebiet Management.<br />
Seit 2009 vertritt Jan Löffler den Zwickauer<br />
Nordwesten im Sächsischen Landtag als direkt gewählter<br />
Wahlkreisabgeordneter. Er ist stellvertretender<br />
Fraktionsvorsitzender und Schatzmeister<br />
seiner Fraktion<br />
Ort mit den Fähigkeiten und Fertigkeiten, die man an der Landesfeuerwehr-<br />
und Katastrophenschutzschule in Nardt erhält,<br />
bilden ein gutes Rüstzeug. Ich durfte als Führer einer Katastrophenschutz-Einheit<br />
im Landkreis Zwickau dort den Einsatz<br />
von mehr als 100 Kräften erlernen.“<br />
Wofür braucht man das als <strong>Ehrenamt</strong>licher?<br />
„Ganz einfach: Wenn es zu Großlagen wie Hochwasser<br />
oder dem im vergangenen Jahr so katastrophalen<br />
Waldbrand-Szenario kommt, ist man als einzelne Feuerwehr<br />
schlicht überfordert. Das können wir nur gemeinsam<br />
mit vielen schaffen. Hier gilt wie so oft bei der Feuerwehr:<br />
‚Einer für alle, alle für einen!‘ Aber gerade das will koordiniert<br />
sein, denn nur so ist effektive Hilfe möglich.“<br />
Was macht aus Ihrer Sicht ein <strong>Ehrenamt</strong> aus?<br />
„Für mich ist es der Einsatz am Nächsten, bei dem man nicht<br />
sofort guckt, was man persönlich davon hat. Es ist etwas,<br />
was man in die Gemeinschaft zurückgibt, wenn man<br />
für andere einsteht, Verantwortung übernimmt und<br />
aktiv sein Umfeld gestaltet. Das Ganze ist aber<br />
keine Einbahnstraße. Besonders die Freund-<br />
18
Seit seiner Jugend ist Jan Löffler Mitglied<br />
der Freiwilligen Feuerwehr und hat zahlreiche<br />
Einsätze absolviert<br />
schaften, die hierbei entstehen, und das Wir-Gefühl prägen einen<br />
ganz persönlich, weit über die ehrenamtliche Tätigkeit hinaus.“<br />
Sie sind bei der <strong>CDU</strong> als Finanzpolitiker für das Geld verantwortlich.<br />
Wie wertvoll ist die Arbeit der vielen Aktiven?<br />
„Sie ist schlicht und einfach unbezahlbar. Gerade am Beispiel der<br />
Feuerwehr reden wir über die einzige kommunale Pflichtaufgabe,<br />
die vorwiegend im <strong>Ehrenamt</strong> ausgeführt wird.“<br />
Vielen sprechen auch von der schnellen Eingreiftruppe der Bürgermeister<br />
…<br />
„… genau, stellen Sie sich vor, es gäbe zum Beispiel keine Freiwillige<br />
Feuerwehr mehr. Ein schrecklicher Gedanke! Keine Gemeinde<br />
hätte das Geld, allein mit Berufsfeuerwehren für den Brandschutz<br />
zu sorgen. Aber wir brauchen die Kameraden nicht nur dafür!<br />
Kein Dorffest ist ohne sie denkbar, ihre Kinder- und Jugendarbeit<br />
ist enorm und selbst die älteren Kameraden werden gebraucht.“<br />
Was tut die <strong>CDU</strong> denn, um das <strong>Ehrenamt</strong> zu fördern?<br />
„Wir wissen, dass das, was <strong>Ehrenamt</strong>liche in unserem Land<br />
leisten, nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Sie arbeiten in unzähligen<br />
Stunden, mit viel persönlichen Engagement und auch<br />
unter Einsatz ihrer Gesundheit. Darum sehen wir es als unsere<br />
Pflicht an, diesen Menschen einen verlässlichen Rahmen für<br />
ihre Arbeit zu bieten.“<br />
Was heißt das?<br />
„Zum einen materielle und immaterielle Unterstützung. Denn<br />
oftmals ist es nicht nur das Geld, auf das es ankommt. Manchmal<br />
ist es viel wichtiger, denen, die sich engagieren, den Rücken freizuhalten.<br />
Und zum anderen ist Anerkennung und Respekt durch<br />
den Staat und die Gesellschaft wichtig. Oftmals nehmen wir das,<br />
was im <strong>Ehrenamt</strong> geleistet wird, als selbstverständlich war. Einfach<br />
mal Danke sagen!“<br />
Und einfach mal überlegen, wo man sich selbst einbringen kann?<br />
„Genau das ist es! Viele Vereine haben Nachwuchssorgen. Leider<br />
ist es etwas aus der Mode geraten, zu schauen, wie man sich in<br />
seinem Umfeld und nach seinen Möglichkeiten einbringen kann.<br />
Ich mache mir dabei aber auch nichts vor. Ich weiß selbst, wie<br />
schwierig es ist, Familie, Freunde, Beruf und <strong>Ehrenamt</strong> unter einen<br />
Hut zu bringen. Besonders als Pendler zwischen der Region<br />
Zwickau und Dresden fällt es mir oftmals schwer, so aktiv zu sein,<br />
wie ich gerne möchte. Und dennoch bleibt man im Herzen immer<br />
mit seinem <strong>Ehrenamt</strong> verbunden.“<br />
19
TATÜTATA<br />
DER HONIG IST DA<br />
Für den Honig der Feuerwehrbienen<br />
von Glauchau hat<br />
Gerd Schwarzenberg eigens<br />
ein eigenes Etikett gedruckt<br />
„Als wir 2022 die Blühwiese neben dem Gerätehaus angelegt haben, wurde<br />
ich gefragt, ob ich nicht meine Bienen hierherbringen will“, erzählt<br />
Gerd Schwarzenberg. Der 70-Jährige ist freiwilliger Feuerwehrmann bei<br />
der Glauchauer Ortsfeuerwehr Gesau und noch etwas länger – seit über<br />
50 Jahren – Hobbyimker. Also baute er zunächst einen Bienenstock auf,<br />
mit der Zeit wurden es immer mehr. Aktuell hält er zehn Bienenvölker,<br />
eines davon steht neben dem Gerätehaus. Den gewonnenen Blütenhonig<br />
der Feuerwehrbienen verschenkt er gewöhnlich. „Das ist immer so<br />
ein kleiner Gag und eine nette Geste“, lacht er. Schwarzenberg ist schon<br />
mit 19 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten. „Auf dem Dorf<br />
geht jeder zur Feuerwehr“, sagt er. Zehn Jahre war er Stellvertretender<br />
Wehrleiter bei der Feuerwehr Glauchau. Heute geht er es etwas ruhiger<br />
an. „Ich muss nicht mehr auf jeden Einsatz mitfahren“, lacht er.<br />
20
Im Nachwuchs der Feuerwehr lernen die Kinder<br />
und Jugendlichen viel. Wichtig ist natürlich das<br />
Löschen von Bränden. Aber auch die notwendige<br />
Ausrüstung oder die Technik lernen sie kennen<br />
KLEINE KAMERADEN<br />
GANZ GROSS<br />
Die Begeisterung für die Feuerwehr ist Robert Keilhauer anzusehen.<br />
Der gelernte Zerspanungsmechaniker ist Hauptlöschmeister<br />
und Gruppenführer bei der Feuerwehr im Wurzener Ortsteil<br />
Nemt. Mit 12 Jahren ist er zur Feuerwehr gekommen und seitdem<br />
aktiv. Seinen Enthusiasmus und seine Freude möchte Keilhauer<br />
an den Nachwuchs weitergeben. Daher gründete er vor<br />
fünf Jahren die Kinderfeuerwehr, die heute eine Kameradin von<br />
Keilhauer leitet. Selbst leitet der <strong>Ehrenamt</strong>liche mit Herzblut<br />
die Jugendfeuerwehr. „Die Kinder kommen mit 6 Jahren zu uns.<br />
Mit 8 wechseln sie dann zu mir in die Jugendfeuerwehr. Mit 16<br />
treten sie den normalen Dienst an“, erklärt Keilhauer. Um Nachwuchs<br />
muss sich die Feuerwehr Nemt also nicht sorgen. Die<br />
Leidenschaft von Keilhauer und seinen Feuerwehrkameraden<br />
zahlt sich hier aus. „Weniger werden ist leicht – daher denke ich<br />
groß“, ist Keilhauer überzeugt.<br />
Mittlerweile hat die Feuerwehr Nemt die stärkste Juniorgarde<br />
des Stadtverbandes der Wurzener Feuerwehr. „Von 2 bis 3 Kindern<br />
und Jugendlichen konnten wir den Nachwuchs in den<br />
letzten Jahren auf 30 in der Jugendfeuerwehr und 10 in der Kin-<br />
21
VORBILDER<br />
„Die Jugendwarte leisten mit ihrer Arbeit<br />
einen tollen Job im <strong>Ehrenamt</strong>. Sie<br />
sind Vorbilder!“<br />
Kerstin Nicolaus<br />
Feuerwehpolitische Sprecherin<br />
derfeuerwehr erhöhen“, freut er sich. Das Geheimnis: Altes bewährt<br />
sich immer wieder. „Ich mache mit ihnen das, was ich als<br />
Kind auch gerne gemacht haben – Feuerwehrautos anschauen,<br />
Spiele, Ausfahrten“, verrät der Feuerwehrmann. So fährt er mit<br />
dem Nachwuchs zum Beispiel auf Zeltlager, besucht die Berufsfeuerwehr<br />
in Leipzig oder übt Staffelläufe. Die gemeinsamen Erlebnisse<br />
sollen die Kameradschaft in der Nachwuchsfeuerwehr<br />
stärken. „Ganz nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen!“,<br />
sagt Keilhauer.<br />
Die meisten Kinder und Jugendlichen kommen direkt aus dem<br />
Dorf. Aber auch aus der Nachbarschaft in Dehnitz, Roitzsch oder<br />
Mühlbach zieht es den Feuerwehrnachwuchs nach Nemt. Besonders<br />
wichtig ist Keilhauer die Freiwilligkeit. „Die Mädchen<br />
und Jungen sind mit viel Eifer und ganz ohne Zwang dabei. Sie<br />
werden also nicht jedes Mal von den Eltern zum Gerätehaus geschickt“,<br />
sagt er. Aber auch Disziplin ist wichtig. Schließlich soll<br />
der Nachwuchs das lernen, was die Großen aus dem Effeff kennen:<br />
Erste Hilfe, Gerätekunde und der richtige Einsatz von Feuerlöschern.<br />
Auch Knoten knüpfen muss gelernt sein. Die Schritte<br />
für Mastwurf, Doppelschlag und Zimmermannsschlag sind daher<br />
auf Holzbrettern im Feuerwehrhaus aufgehängt. Normalerweise<br />
trainiert der Nachwuchs alle zwei Wochen. Außer vor<br />
Wettkämpfen – da wird häufiger trainiert. Der Erfolg ist dadurch<br />
garantiert. Die Mädchen der Nemter Feuerwehr gewannen zum<br />
Beispiel 2019 beim Landkreisausscheid „Flinke Flamme“. Der<br />
dritte Sieg nach 20<strong>17</strong> und 2018 in Folge.<br />
Glück bringt immer das Maskottchen der Nemter Feuerwehr:<br />
eine schneeweiße Plüschgans mit rotem Halstuch. „Die Kinder<br />
haben das Maskottchen ‚Rotkraut & Klöße’ getauft“, schmunzelt<br />
Keilhauer.<br />
Robert Keilhauer „brennt“ für<br />
die Feuerwehr. Seine Leidenschaft<br />
will er an die Jugend weitergeben.<br />
Zusammenhalt, Spaß<br />
und Disziplin sind ihm dabei<br />
wichtig. Seine Arbeit machen<br />
viele Förderer und Spender erst<br />
möglich. Dafür ist der Feuerwehrmann<br />
dankbar<br />
„Die Nachwuchsgewinnung ist für die Feuerwehr unerlässlich“,<br />
sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Kerstin Nicolaus. „Man könnte sogar<br />
sagen, die Jugendfeuerwehr ist überlebenswichtig. Hier üben<br />
die <strong>Ehrenamt</strong>lichen von morgen schon heute die Löschangriffe.<br />
Es ist gut, dass das Eintrittsalter auf 6 Jahre gesenkt wird. Denn<br />
man kann nie früh genug anfangen, helfen zu lernen“, betont<br />
die Politikerin, die auch Feuerwehrpolitische Sprecherin ihrer<br />
Fraktion ist. Und ergänzt: „Die Jugendwarte mit ihren Teams,<br />
die den Kindern und Jugendlichen die Feuerwehr nahebringen,<br />
leisten einen tollen Job im <strong>Ehrenamt</strong>. Sie sind für viele Vorbilder<br />
und Mentoren.“<br />
22
EIN FLUGZEUG IM<br />
FEUERWEHR-<br />
MUSEUM<br />
Darauf ist der ehemalige Riesa-Großenhainer Kreisbrandmeister<br />
Siegfried Bossack von der AG Feuerwehrhistorik Riesa besonders<br />
stolz: Im Sächsischen Feuerwehrmuseum im Alten<br />
Lager Zeithain sind im vergangenen Jahr gleich zwei neue<br />
Attraktionen dazugekommen: ein restaurierter Feuerlöschzug<br />
der früheren Deutschen Reichsbahn und endlich auch der<br />
Hangar für das Agrarflugzeug des DDR-Luftfahrtunternehmens<br />
Interflug. Die tschechische Maschine vom Typ Let Z 37 A<br />
konnte schnell vom Dünge- zum Löschflugzeug umgebaut<br />
werden. „Das Feuerwehrmuseum in Zeithain ist einer der<br />
‚hidden champions’ in der sächsischen Museumslandschaft,<br />
sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Geert Mackenroth. „Der ‚Nachlass’<br />
der DDR-Feuerwehrlandschaft, nahezu vollständig, inklusive<br />
Flugzeug, wunderbar erklärt, fachkundig aufbereitet, ehrenamtlich<br />
geleitet – ein Besuch lohnt sich in jedem Fall!“<br />
Siegfried Bossack steht stolz in dem 16<br />
Meter langen Hangar bei der Let. Sie stand<br />
lange Zeit eingeklemmt und mit gestutzten<br />
Flügeln zwischen historischen Feuerwehrfahrzeugen.<br />
Jetzt hat sie ihren eigenen Platz<br />
und kann von den Museumsbesuchern in<br />
voller Pracht bewundert werden<br />
23
24<br />
Beim jährlichen Flößerfest führen die<br />
Flößerknechte den Flößersprung vor,<br />
bei dem sie den Graben überqueren.<br />
Mutige Gäste können diesen auch<br />
selbst einmal ausprobieren und erhalten<br />
dafür ein „Flößerdiplom“
TRADITION<br />
MIT VIEL<br />
SCHWUNG<br />
Der Flößerverein Muldenberg ist in Sachsen<br />
einzigartig und zählt sogar zum immateriellen<br />
Kulturerbe der Menschheit<br />
Am Floßplatz wird den Gästen das Entrinden, Schneiden, Spalten und Stapeln<br />
des Holzes, zum Teil mit historischen Geräten wie z.B. einer Schrotsäge, gezeigt.<br />
Immaterielles Kulturerbe der Menschheit – das ist eine<br />
neue Dimension. Schon seit 1993 zählte der Vogtländische<br />
Flößerverein Muldenberg zum immateriellen Kulturerbe<br />
Deutschlands. Seit vergangenem Jahr aber ist noch das „der<br />
Menschheit“ dazugekommen. Das ist auch das Verdienst<br />
von Vereinschef Bernd Kramer, der als Vizepräsident der<br />
internationalen Flößerei-Vereinigung die fast drei Jahre<br />
andauernde Nominierung bei der UNESCO vorangetrieben<br />
hat. Der Flößerverein Muldenberg im vogtländischen<br />
Grünbach pflegt als einziger die Tradition des Flößens von<br />
Brennholzstäben. Sie reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück,<br />
als vogtländische Flößer begannen, die Region Leipzig über<br />
die Mulde und Weiße Elster über rund <strong>17</strong>0 Kilometer hinweg<br />
mit Brennholz zu versorgen.<br />
Nach dem Einwerfen des Scheitholzes in den Floßgraben ist es möglich, die<br />
Flößer auf ihrem Weg über den unteren Floßgraben bis hin zum Holzlandeplatz<br />
zu begleiten.<br />
Im Rahmen des jährlichen Flößerfestes gibt es Schauflöß-<br />
Vorführungen, bei denen die Besucher den Floßknechten<br />
bei ihrer harten Arbeit zusehen. Dafür ist es notwendig, das<br />
vorhandene Floßgrabensystem instandzuhalten, wofür sich<br />
die Vereinsmitglieder regelmäßig zu Arbeitseinsätzen treffen.<br />
Dabei werden die Rechen zum Auffangen des Holzes am<br />
Landeplatz repariert oder der Floßgraben gesäubert. Auch<br />
werden das Schauflößen vorbereitet und die benötigten<br />
Holzstapel erneuert. „Das Flößerhandwerk wird in Sachsen<br />
besonders im Vogtland als lebendige Tradition und Handwerkskunst<br />
gepflegt“, sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete und Sachsens<br />
Tourismus- und Kultur-Ministerin Barbara Klepsch.<br />
„Die Entscheidung der UNESCO ist eine große Würdigung<br />
und Anerkennung für diesen wertvollen Beitrag der Traditionspflege“,<br />
so Klepsch weiter.<br />
Im Gespräch: Sachsens Tourismus-Ministerin und <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Barbara<br />
Klepsch, der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Sören Voigt und Vereinschef Bernd Kramer.<br />
25
BÜRGERMEISTER<br />
„Den Spielplatz haben wir über ein Förderprogramm<br />
mit Eigenanteil sanieren können“, sagt<br />
Ronny Wähner. Als Bürgermeister muss man<br />
immer schauen, wo es Fördermöglichkeiten<br />
gibt. „Alleine schaffen wir nicht so viel.“<br />
IST MEIN<br />
HOBBY<br />
Seit 2013 kümmert sich Ronny Wähner um<br />
die Belange von Königswalde. Die ehrenamtliche<br />
Aufgabe lässt sich gut mit seinem Job<br />
als Abgeordneter im Landtag verbinden<br />
„Das wäre für mich schwer vorstellbar, wenn ich einen anderen<br />
Beruf hätte“, sagt Ronny Wähner über seine Aufgabe als ehrenamtlicher<br />
Bürgermeister. Die genaue Stundenzahl, wie viel Zeit<br />
ihn das <strong>Ehrenamt</strong> kostet, hat er noch nie berechnet. „Ich würde<br />
sagen, das grenzt an einen guten Halbtagsjob“, schätzt er.<br />
Sein Glück: Er kann das <strong>Ehrenamt</strong> mit seiner Aufgabe als Landtagsabgeordneter<br />
verbinden. Im Landtag ist er als innen- und<br />
kommunalpolitischer Sprecher der <strong>CDU</strong>-Fraktion aktiv. Da fließen<br />
sein Wissen und seine Kontakte zu den anderen, über 100<br />
ehrenamtlichen Bürgermeistern in Sachsen gleich mit ein. Der<br />
verheiratete Vater von drei Kindern ist seit 2013 Bürgermeister<br />
von Königswalde. 2.200 Einwohner hat die Gemeinde im Erzgebirge<br />
aktuell. Davor war Wähner lange Jahre als Gemeinderat<br />
aktiv. „Es macht einfach Spaß, die eigene Gemeinde mit zu gestalten<br />
und für den Ort etwas zu erreichen“, sagt er.<br />
Anders als man vielleicht von einem Bürgermeister erwarten<br />
würde, ist sein Büro im Rathaus recht klein. Und bescheiden eingerichtet.<br />
Hemdsärmelig und herzlich begrüßt er die Gäste und<br />
schenkt gleich mal Kaffee ein. An der Wand hängen Fotos vom<br />
Ort und eine große Karte der Gemeinde. Königswalde, so berichtet<br />
Wähner, ist in einer Verwaltungsgemeinschaft mit dem benachbarten<br />
Bärenstein, sieben Kilometer talaufwärts. Dort sitzt<br />
die Hauptverwaltung, also auch Ordnungsamt und die für die<br />
Finanzen zuständige Kämmerei. „Wir sind aber trotzdem eine<br />
eigenständige Gemeinde“, schiebt er gleich hinterher. Hier im<br />
Rathaus hat er noch eine Sekretärin, einen Mitarbeiter, die das<br />
Dorfblatt mitgestaltet, und einen Mitarbeiter in der Bauverwaltung.<br />
Die macht einen großen Teil der Aufgaben aus, die sicht-<br />
26
ar sind, erklärt er. Das eigentliche <strong>Thema</strong> aber, das viel seiner<br />
Zeit fordert, sind die Finanzen: „Wir können als kleine Gemeinde<br />
nicht so viel alleine stemmen, deswegen ist man als<br />
Bürgermeister ständig dabei, Finanzierungsmöglichkeiten<br />
auszuloten“, sagt er. Rund 2,5 Mio. Euro umfasst der Haushalt,<br />
das meiste Geld ist fest verplant. Gemeindestraßen und Winterdienst<br />
gehören dazu. Und: Kindergarten und Grundschule<br />
mit Bolzplatz – dafür ist ebenfalls die Gemeinde zuständig.<br />
Größere Projekte wie Sanierungen muss er über Jahre planen.<br />
„Ich habe hier alleine sieben Brücken in meiner Zuständigkeit,<br />
die in Stand gehalten werden müssen“, sagt er.<br />
DIE FITMACHER<br />
Beim Ortsrundgang zeigt er erstmal den Spielplatz, der vor einigen<br />
Jahren saniert worden ist – mit Wasserrad, Schaukeln<br />
und kleiner Seilbahn. Inzwischen sorgt der Platz auch für Spielplatz-Tourismus<br />
aus den Nachbargemeinden. „Wir hatten eine<br />
erfahrene Planerin“, berichtet er. „Sie glauben gar nicht, was<br />
man da alles berücksichtigen muss, damit so ein Platz sicher<br />
ist.“ Weiter geht's ins Ortszentrum, zum „Amtsgericht“. Die<br />
Sanierung begann 20<strong>17</strong>. Inzwischen wird der Saal im Obergeschoss<br />
gut genutzt, von Vereinen oder zur Einschulung. Unten<br />
sind zwei Arztpraxen eingemietet. In den zugehörigen Nachbargebäuden<br />
residieren der Klöppel- und der Schützenverein.<br />
Dann zeigt Wähner seinen ganzen Stolz: die Holzhackschnitzel-Heizung,<br />
die der Gemeinde auch in Zukunft viel Geld sparen<br />
wird. Seine Augen leuchten, wenn er durch die Räume führt und<br />
zeigt, was er gemeinsam mit dem Gemeinderat alles geschafft<br />
hat. Seine größte Herausforderung für die Zukunft? „Wir haben<br />
da so ein kleines Luxus-Schmankerl“, lacht er: „ein beheiztes<br />
Lehrschwimmbecken.“ Das zu halten und zu sanieren – da werden<br />
wir einiges mit zu tun haben.“<br />
„Weil ich dich gerade mal sehe“. Den Satz hört Ronny Wähner ständig,<br />
wenn er durch den Ort geht. Immer dienstags ist sein Bürgermeistertag<br />
„Bürgermeister oder Gemeinderat lernt man ja nicht,<br />
wie man den Beruf Metzger lernt", antwortet Lutz<br />
Barthel auf die Frage, warum das Bildungswerk für<br />
Kommunalpolitik Sachsen e.V. (BKS) für die ehrenamtliche<br />
politische Arbeit in Kommunen und Kreisen so<br />
wichtig ist. Mit seinem Team organisiert Geschäftsführer<br />
Barthel über 100 Veranstaltungen im Jahr. „Alle,<br />
die sich für die politische Arbeit in unserem Land interessieren,<br />
erhalten bei uns das Rüstzeug dafür“, sagt<br />
Barthel. Die Themenpalette umfasst dabei alles, was für<br />
die Arbeit in Stadt- oder Gemeinderäten oder auch bei<br />
Vereinen wichtig ist: Grundlagen der Kommunalpolitik,<br />
regionale Wirtschafts- und Stadtentwicklung, Vergaberecht<br />
oder auch „Doppik – Wie lese ich einen doppischen<br />
Haushalt?“ sind im Seminar-Angebot. Als Dozenten vermittelt<br />
Barthel Führungskräfte aus Städten, Gemeinden<br />
und Landkreisen oder Wirtschaft und Verwaltung.<br />
Bei größeren Veranstaltungen sind auch schon mal<br />
Minister und Landtagsabgeordnete dabei. Wie der<br />
ehemalige Justiz-Minister Gerth Mackenroth von der<br />
sächsischen <strong>CDU</strong>-Fraktion, der als Vertreter des Weißen<br />
Rings bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit<br />
dem Landesseniorenrat gesprochen hat (Foto). „Unsere<br />
Expertise ist aber vor allem die Kleinteiligkeit“, sagt<br />
Barthel, „sobald wir sechs Teilnehmer zusammenbekommen,<br />
fahren wir an jeden Ort in Sachsen!“<br />
27
Stefanie Franzl aus Leipzig engagiert sich<br />
seit sieben Jahren bei der Jungen Union im<br />
<strong>Ehrenamt</strong>. Ihre Motivation: Lobbyarbeit für<br />
die junge Generation<br />
MAN KANN NIE<br />
ZU FRÜH ANFANGEN,<br />
POLITIK ZU MACHEN<br />
28
Die Junge Union Sachsen & Niederschlesien<br />
ist mit 1.000 Mitgliedern die größte politische<br />
Jugendorganisation im Freistaat. <strong>Ehrenamt</strong>liches<br />
Engagement bedeutet hier in erster<br />
Linie Jugendarbeit<br />
Stefanie Franzl aus Leipzig engagiert sich ehrenamtlich für<br />
Politik. Die 30-jährige Juristin macht derzeit ihren Master-Abschluss.<br />
Sie erzählt: „Mit Beginn des Studiums habe ich angefangen,<br />
mich stärker für Politik zu interessieren.“ Im Freundeskreis<br />
war Politik jedoch seltener ein <strong>Thema</strong>. „Meine Freunde habe<br />
ich mit diesem <strong>Thema</strong> eher gelangweilt“, sagt sie lachend. Auf<br />
der Suche nach Gleichgesinnten kam sie vor sieben Jahren zur<br />
Jungen Union. Was hat es ihr gebracht? „In einer politischen<br />
Jugendorganisation kann man super viel lernen“, sagt Stefanie.<br />
Die Junge Union organisiert verschiedene Veranstaltungen<br />
zu unterschiedlichsten Themen – alles ehrenamtlich! Egal<br />
ob es um mehr Clubs im Stadtviertel geht, Schulpolitik oder<br />
das EU-Parlament in Brüssel. Und man kann sich hier für sein<br />
<strong>Thema</strong> auf unterschiedliche Weise starkmachen. Stefanie: „Der<br />
Weg zu den Politikern ist kurz.“ Kontakte sind nützlich. Wichtiger<br />
sind aber Mehrheiten. Die muss auch Stefanie mit ihren<br />
Freunden in der Jungen Union finden. „Man lernt unglaublich<br />
viel über Demokratie, wie man seine Argumente verteidigt und<br />
sie selbst hinterfragt. Man muss andere Meinungen aushalten<br />
und für die eigene streiten. Es ist eine Schule fürs ganze Leben!“<br />
Mit Schokomilch bei der Jungen Union Deutschland (v.l.n.r.): der heutige MP<br />
Michael Kretschmer, der Freitaler Abgeordnete Prof. Roland Wöller und Sachsens<br />
Regierungssprecher Ralph Schreiber<br />
Das zeigt auch ein Blick in Sachsens Landtag. Viele Abgeordnete<br />
haben ihre ersten politischen Schritte im ehrenamtlichen Engagement<br />
bei der Jungen Union gemacht. Zum Beispiel Michael<br />
Kretschmer. Der heutige Abgeordnete und Ministerpräsident war<br />
von 1993 bis 2002 im Landesvorstand der politischen Jugendorganisation<br />
aktiv, unter anderem als Schatzmeister. Oder der Dresdner<br />
Abgeordnete und Kultusminister Christian Piwarz – er war sogar<br />
ab 2003 bis 2009 Landesvorsitzender der Jungen Union.<br />
Humor hatte die Leipziger Junge Union schon immer. Hier in Shorts 1992<br />
unterwegs zum Landesvorstand nach Hoyerswerda. Ganz rechts steht der<br />
heutige Verkehrspolitiker Andreas Nowak<br />
Stefanie Franzl hat sich bei der Jungen Union schon deutschlandweit<br />
einen Namen gemacht. Sie ist heute Mitglied im Bundesvorstand<br />
des mit 91.000 Mitgliedern größten parteipolitischen<br />
Jugendverbandes. „Hier liegt der Schwerpunkt vor allem<br />
darauf, die inhaltlichen Themen der JU voranzubringen. Man<br />
könnte es im Grunde auch Lobbyarbeit für die junge Generation<br />
nennen“, erklärt sie. Ihr <strong>Thema</strong> dort ist zum Beispiel die Digitalpolitik.<br />
Ob sie auch eines Tages in ein Parlament will, ist aber<br />
offen. Das Handwerkszeug hätte sie auf alle Fälle. Gelernt bei<br />
der Jungen Union.<br />
Man kommt bei der Jungen Union gut mit Politikern ins Gespräch. Hier traf<br />
der damalige JU-Vorstand Christian Piwarz (li.) den MP Stanislaw Tillich<br />
29
ICH ZEIGE IHNEN<br />
MEINE HEIMAT<br />
Zu ihren Führungen hat Christa Trommer ihr Ansichtsheft<br />
dabei. In diesem hat sie historische<br />
Aufnahmen, Dokumente und Zeitungsartikel zusammengestellt.<br />
Wenn die Fremdenführerin ihre<br />
Geschichten zur Göltzschtalbrücke erzählt, dann<br />
zeigt sie auch immer passende Bilder<br />
30
Stephan Hösl<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
LEBENDIGE GESCHICHTE<br />
„Das Beispiel von Christa Trommer ist<br />
ein schönes Beispiel dafür, wie <strong>Ehrenamt</strong><br />
das Vogtland bereichert.“<br />
Christa Trommer schaut auf ihre Uhr, als ein Zug über die<br />
Göltzschtalbrücke bei Reichenbach im Vogtland fährt. „Der ist<br />
außerplanmäßig“, stellt sie routiniert fest. Die 78-Jährige ist<br />
Vorstandsvorsitzende des Fremdenverkehrsvereins „Nördliches<br />
Vogtland“. Seit 25 Jahren gibt sie ehrenamtlich Führungen für<br />
Touristen an der Göltzschtalbrücke – die größte Ziegelsteinbrücke<br />
der Welt. Bei den Führungen wird Christa Trommer von vier<br />
Kolleginnen unterstützt. Eine weitere sitzt im Büro. „Das Bauwerk<br />
hat mich schon immer begeistert und ich wollte schon<br />
immer mit Menschen arbeiten. Die Dankbarkeit der Touristen,<br />
wenn wir ihnen etwas Neues erzählt haben, ist sehr zufriedenstellend“,<br />
sagt Christa Trommer.<br />
Eine Führung an der Göltzschtalbrücke dauert etwa eine<br />
Stunde. Dabei erzählen Trommer und ihre Kolleginnen viel<br />
über die Historie zum Bauwerk. Zu Jubiläen gibt es auch mal<br />
besondere Themenführungen. „Wichtig ist immer, nicht nur<br />
Fakten aufzuzählen. Wir verbinden die Führung daher mit<br />
Geschichten zur Göltzschtalbrücke“, verrät die Fremdenführerin.<br />
Im vergangenen Jahr hatte Christa Trommer 144 Führungen.<br />
„Während Corona ist das ein bisschen eingeschlafen.<br />
Wir merken aber, dass sich die Leute danach sehnen und<br />
jetzt wieder gern kommen“, erzählt die aktive <strong>Ehrenamt</strong>liche.<br />
Nach der Friedlichen Revolution fing Christa Trommer<br />
zunächst als ABM an, im Fremdenverkehrsverein zu arbeiten.<br />
Schließlich machte sie als <strong>Ehrenamt</strong>liche weiter. „Über die<br />
Jahre habe ich viel dazugelernt. Durch die Fragen der Touristen<br />
werde ich nur immer gescheiter“, freut sich Trommer.<br />
Die Göltzschtalbrücke bewirbt sich aktuell um Aufnahme in<br />
die UNESCO-Welterbeliste. Christa Trommer wünscht sich<br />
dafür, dass das Besondere der Brücke hervorgehoben wird.<br />
„Optimal wäre es, wenn wir einen Aussichtsturm mit Fahrstuhl<br />
und Gastronomie bekämen, der dann auch eine bessere<br />
Sicht auf die Brücke zulassen würde und die Leute zum Verweilen<br />
anregt“, schwärmt die Fremdenführerin.<br />
„<strong>Ehrenamt</strong> macht Geschichte lebendig – das wird an der<br />
weltgrößten Ziegelsteinbrücke besonders deutlich“, sagt der<br />
<strong>CDU</strong>-Landtagsabgeordnete Stephan Hösl. „Christa Trommer<br />
und ihr Team lassen die Ereignisse rund um Planung und Bau<br />
der Göltzschtalbrücke für Besucher greifbar werden. Durch ihre<br />
Führungen und Informationen wird Kultur bewahrt und Leistungen<br />
werden gewürdigt“, so Hösl weiter. „Ein schönes Beispiel<br />
dafür, dass <strong>Ehrenamt</strong> bereichert – nicht nur im Vogtland.“<br />
31
DER<br />
FREIZEIT-RICHTER<br />
WIE EIN SCHÖFFE RECHT SPRICHT<br />
Schöffen sind gleichberechtigt mit hauptamtlichen<br />
Richtern. Bei Verhandlungen tragen sie allerdings<br />
keine Roben. Marcus Fritsch bringt dafür jede Menge<br />
Lebenserfahrung in sein <strong>Ehrenamt</strong> am Amtsgericht<br />
Auerbach ein<br />
32<br />
Es ist ein besonderer Tag für Marcus Fritsch aus Reichenbach im<br />
Vogtland. Der Schöffe am Amtsgericht Auerbach hat gerade mit<br />
seiner <strong>Ehrenamt</strong>s-Kollegin den hauptberuflichen Richter überstimmt.<br />
„Der Richter sah die Schuld erwiesen. Wir nicht. Durch<br />
unser gemeinsames Votum wurde der Angeklagte freigesprochen“,<br />
erzählt der 43-Jährige. Als Schöffe hat Fritsch inzwischen<br />
15 Jahre Erfahrung. „Wichtig ist, unvoreingenommen an einen<br />
Fall zu gehen, mitzuschreiben, zuzuhören, Fragen zu stellen und<br />
abzuwägen“, weiß der <strong>Ehrenamt</strong>ler. Hauptberuflich arbeitet er<br />
als Kreisgeschäftsführer der <strong>CDU</strong> Vogtland. Für die Urteilsfindung<br />
stellt sich Fritsch immer eine Frage: Wem nützt es? „Mir<br />
ist Gerechtigkeit sehr wichtig. Strafen dienen dazu, weitere<br />
Straftaten zu verhindern“, erklärt der langjährige Schöffe.<br />
Und ergänzt: „Ich treffe Entscheidungen auf Grundlage<br />
von gesundem Menschenverstand.“ Fritsch ist derzeit in<br />
seiner dritten Amtszeit als Schöffe. „Diese Art von <strong>Ehrenamt</strong> hat<br />
etwas sehr Befriedigendes“, sagt er. Auch wenn er noch in vielen<br />
anderen Bereichen ehrenamtlich aktiv ist, will er Schöffe bleiben.<br />
In diesem Jahr werden die Schöffen neu ernannt. „Ich bin<br />
bereit für eine vierte Amtszeit“, zeigt sich Fritsch überzeugt. Der<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordnete und rechtspolitische Sprecher der Fraktion<br />
Martin Modschiedler begrüßt das Engagement und sagt dazu:<br />
„Demokratie lebt vom Mitmachen. Die Schöffinnen und Schöffen<br />
leisten als ehrenamtliche Richter einen wichtigen Beitrag<br />
für unsere Gesellschaft. Als ‚Stimme des Volkes‘ bringen sie ihre<br />
Berufs-und Lebenserfahrung ein und erfüllen in unserem<br />
Rechtsstaat eine verantwortungsvolle Aufgabe. Danke<br />
für diesen Einsatz!“<br />
Martin Modschiedler<br />
Rechtspolitischer Sprecher
HELFEN HÄLT JUNG<br />
Andrea Dombois<br />
Vize-Landtagspräsidentin<br />
Einmal im Monat herrscht reges Treiben im Gemeindehaus<br />
der evangelischen Kirchgemeinde<br />
Dippoldiswalde. Dann kommt der Behindertenkreis<br />
der Diakonie zusammen. Aktuell sind rund <strong>17</strong> Menschen<br />
sowohl mit Körperbehinderungen als auch sogenannten<br />
geistigen Behinderungen dabei. Es gibt Kaffee und Kuchen,<br />
manchmal werden Konzerte oder das Kino besucht oder Bilder<br />
von Reisen angeschaut. Aber auch gemeinsames Basteln<br />
gehört zu den Aktivitäten. Höhepunkte sind die Faschingsund<br />
Adventsfeiern wie auch das jährliche Kegeln in Schmiedeberg-Buschmühle.<br />
Organisiert und vorbereitet wird der<br />
Freitagstermin von <strong>Ehrenamt</strong>lichen – und das seit 45 Jahren.<br />
Evelyn Geißler, Ramona Ruhsam und Marlies Kunath sind alle<br />
von Anfang an – seit 1978 – dabei. Sie backen Kuchen, übernehmen<br />
den Fahrdienst, damit die Teilnehmer vor Ort sein können,<br />
oder helfen den Behinderten beim Toilettengang. „Jedes<br />
Jahr beschäftigen sich die Teilnehmenden mit der jeweiligen<br />
Jahreslosung aus der Bibel“, berichten die drei Damen, die<br />
sichtlich Freude und Lebenskraft aus hrem <strong>Ehrenamt</strong> ziehen.<br />
„Als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Behindertenkreis sind<br />
Kreativität und Organisationstalent genauso gefragt wie die<br />
Fähigkeit, Auto zu fahren oder den Teilnehmenden zuzuhören“,<br />
sagen sie. Die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Andrea Dombois sagt:<br />
„Der Behindertenkreis Dippoldiswalde setzt sich seit vielen<br />
Jahrzehnten dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen<br />
gleichberechtigt in unserer Gesellschaft miteinander leben<br />
können. Als Abgeordnete stehe ich mit dem Behindertenkreis<br />
regelmäßig in Verbindung, um die Probleme aufzunehmen<br />
und in die politische Arbeit einfließen zu lassen. Ich möchte die<br />
Gelegenheit nutzen, um allen, die sich hier, vor allem im <strong>Ehrenamt</strong>,<br />
engagieren, für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken.<br />
Gemeinsam können wir es schaffen, Menschen mit Behinderung<br />
eine selbstbestimmte Teilhabe an unserer Gesellschaft zu<br />
ermöglichen.“<br />
Evelyn Geißler, Ramona Ruhsam<br />
und Marlies Kunath organisieren<br />
schon seit 45 Jahren den<br />
Behindertenkreis der Diakonie<br />
– in der Gründungszeit hieß das<br />
noch Innere Mission<br />
33
UNSER STOLLEN,<br />
UNSERE GESCHICHTE<br />
Bei den Führungen im ehemaligen Alaunwerk<br />
Mühlwand tragen Werner Albert (rechts) und<br />
Bruno Jakusch (links) immer eine Bergmannsjacke.<br />
Der Helm ist nicht nur für den Notfall,<br />
sondern wirklich notwendig. Manche Gänge<br />
im Bergwerk sind nur 1.30 Meter hoch – da<br />
stößt man sich schnell den Kopf. „Man muss<br />
sich vorstellen, wie die Bergleute unter diesen<br />
Bedingungen gearbeitet haben“, sagt Albert<br />
34
Im Besucherbergwerk in Mühlwand wird Geschichte erlebbar.<br />
Die Führungen geben zwei langjährige <strong>Ehrenamt</strong>liche<br />
Werner Albert führt durch das Alaunwerk Mühlwand bei Reichenbach<br />
im Vogtland. „Ich habe vor 22 Jahren hier angefangen.<br />
Mit Beginn der Rente konnte ich einfach nicht zu Hause rumsitzen“,<br />
sagt der heute 83-Jährige. Begleitet wird Albert von Vereinskollege<br />
Bruno Jakusch. Der ehemalige Bergmann ist 78 Jahre<br />
alt und im Besucherbergwerk ehrenamtlich aktiv. Bis 1826 gruben<br />
Bergleute in Mühlwand nach einem blaugrauen bis kohlschwarzen<br />
Schiefer. Auf dem Werksgelände über Tage wurde<br />
daraus dann durch Brennen und Sieden Alaun gewonnen – ein<br />
schwefelsaures Salz, das unter anderem zum Färben von Kleidung<br />
genutzt wurde. Die chemische Produktion von Alaun löste<br />
schließlich die Bergarbeit ab und das Alaunwerk in Mühlwand<br />
geriet in Vergessenheit. Nach der Friedlichen Revolution engagierten<br />
sich Heimatfreunde für das Alaunwerk. 1998 gründete<br />
sich der Förderverein Tropfsteingrotte Alaunwerk Mühlwand−<br />
Reichenbach, in dem Albert und Jakusch bis heute aktiv sind.<br />
Durch Hilfe von ABM-Kräften konnte das Alaunwerk weiter<br />
freigelegt werden. 2001 wurden die ersten Führungen angeboten.<br />
Durch das Hochwasser 2013 war das Besucherbergwerk<br />
vorübergehend geschlossen. Seit 2018 bieten Albert und Jakusch<br />
wieder Führungen an. Etwa 4.000 Besucher pro Jahr sind<br />
im Bergwerk zu Gast. „Wir haben etwas geschaffen, das nicht<br />
verloren gehen darf“, wirbt Albert. Neben Führungen im Bergwerk<br />
organisiert der Verein auf dem ehemaligen Werksgelände<br />
Bergfeste mit Livemusik. Auch ein Imbiss wird zu Führungen<br />
angeboten. Die regelmäßigen Übungen mit der Feuerwehr sind<br />
Im Alaunwerk Mühlwand wurde<br />
nach Schiefer gegraben,<br />
aus dem das Alaun gewonnen<br />
wurde. Das Vogtland ist Erdbebengebiet<br />
und das Gestein sehr<br />
hart. Die Arbeit unter Tage war<br />
daher sehr beschwerlich<br />
für das Besucherbergwerk immer ein besonderes Highlight.<br />
Ein Freiwilliger versteckt sich dann im ehemaligen Bergwerk<br />
und die Feuerwehr muss ihn von unter Tage befreien. „Damit<br />
proben wir den Notfall – damit auch unsere Gäste sicher sind“,<br />
verrät Albert. „Ein für den Freistaat ungewöhnliches Besucherbergwerk<br />
und das damit verbundene Engagement der Betreiber<br />
bereichern den Westen Sachsens“, sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />
Stephan Hösl. „Ohne den Einsatz ehrenamtlicher Heimatfreunde<br />
bereits seit den 1950er-Jahren bis heute wäre der Besuch in<br />
der Tiefe so wohl nicht möglich. Die Führungen von Werner Albert<br />
lassen Schönheit und Vielfalt der Untertage-Welt sichtbar<br />
werden und fördern Verständnis für Lebens- und Arbeitsbedingungen<br />
in der Zeit vor über 300 Jahren.“<br />
Die Tropfsteinhöhle im Alaunwerk gibt<br />
dem Förderverein seinen Namen<br />
Im Besucherbergwerk kann geheiratet werden. Auch eine<br />
Mettenschicht – ein bergmännischer Brauch vor Weihnachten<br />
– wird hier gefeiert<br />
35
Das Zugpferd der Görlitzer Parkeisenbahn<br />
ist der „Adler“. Das ist ein Nachbau<br />
der ersten Lokomotive, die 1835 in<br />
Deutschland im Regelbetrieb zum Einsatz<br />
kam. Der Verein hat aber noch weitere<br />
Fahrzeuge und deswegen gerade erst<br />
den Lokschuppen erweitert<br />
EIN STÜCK TRADITION<br />
DAMPFT DURCH GÖRLITZ<br />
Der Görlitzer Parkeisenbahn-Verein hat mit Unterstützung des Freistaats einen Anbau des<br />
Lockschuppens erreicht. Jetzt sind alle historischen Fahrzeuge sicher untergebracht<br />
Stolz poliert Daniel Schölzel den Kessel des „Adler“. Vier<br />
knallgelbe Waggons zieht die Schmalspur-Lok gewöhnlich<br />
während der Saison durch das Wald- und Parkgelände zwischen<br />
Neiße und Landskron-Brauerei. Der Görlitzer „Adler“,<br />
der auf Gleisen mit 60 Zentimetern Abstand fährt, ist allerdings<br />
gar keine echte Dampflok wie sein historisches Vorbild.<br />
Sondern eine Diesellok mit Motor und Zündschlüssel.<br />
Der Original-„Adler“ war die erste Lokomotive, die kommerziell<br />
erfolgreich im Personenverkehr und später auch im Güterverkehr<br />
in Deutschland fuhr. Das war 1835.<br />
Über 100 Jahre später, 1976, wurde die Görlitzer Parkeisenbahn<br />
von der Waggonbau Görlitz entwickelt und gebaut.<br />
Seitdem sorgen ehrenamtliche Vereinsmitglieder wie Daniel<br />
Schölzel dafür, dass die Bahn auch regelmäßig ihre Runden<br />
durch den Park dreht und dabei Kinder und ihre Eltern<br />
glücklich macht. Von April bis Oktober dauert die Saison,<br />
dann ist die Bahn immer sonnabends und sonntags unterwegs.<br />
In den Monaten Juli und August rollen die Züge außerdem<br />
auch mittwochs. Zum diesjährigen Saisonstart an<br />
Ostern kam ganz besonderer Besuch: Der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />
36
und sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer gab<br />
sich die Ehre, den neuen Lokschuppen-Anbau mit einzuweihen.<br />
„Ein toller Tag für Eisenbahnfreunde aus der Oberlausitz“,<br />
freute sich Kretschmer zum Saisonstart. „Hier kommen<br />
Spaß und Heimatliebe zusammen. Das machen vor allem die<br />
vielen <strong>Ehrenamt</strong>lichen möglich, die sich hier seit Jahren engagieren,<br />
sowie zahlreiche Eisenbahn-Freunde, die sich zum<br />
Beispiel bei unserer gemeinsamen Spendenaktion auf dem<br />
Schlesischen Christkindelmarkt in Görlitz beteiligt haben.“<br />
Der Verein hatte das Vorhaben, den Unterstand für die historischen<br />
Fahrzeuge um ein Gleis zu erweitern, vor zwei Jahren<br />
wieder aus der Schublade geholt. Die Pläne dafür gab es<br />
schon seit den 90er-Jahren. „Unser Bestand an historischen<br />
Fahrzeugen hat sich im Laufe der Zeit beträchtlich erweitert",<br />
sagt der Vereinsvorsitzende Daniel Schölzel stolz. „Das<br />
machte den Anbau notwendig, um die Fahrzeuge trocken<br />
und sicher abstellen zu können.“ Der Freistaat unterstützte<br />
den Anbau mit Fördermitteln in Höhe von 290.000 Euro.<br />
Die Mittel dafür kommen aus einem Fördertopf, in dem sich<br />
Geld aus ehemaligem SED-Vermögen befindet. Der Verein<br />
selbst steuerte ebenfalls einen großen Geldbetrag bei, den<br />
er über eine Sammelaktion organisiert hatte. „Es haben uns<br />
sehr treue Sponsoren unterstützt“, freut sich Schölzel. Erst im<br />
Vorjahr hatte der Verein ein anderes größeres Vorhaben realisiert:<br />
Die Weiche vor dem Lokschuppen musste getauscht<br />
werden, die Abnutzung hatte die erlaubte untere Grenze<br />
erreicht. Solche Projekte wie auch der regelmäßige Betrieb<br />
der Bahn wären aber ohne den ehrenamtlichen Einsatz der<br />
Vereinsmitglieder kaum möglich, verrät der Vorsitzende.<br />
Deswegen ist der Verein auch stets daran interessiert, neue<br />
Mitglieder zu gewinnen. „Wenn Sie interessiert sind am Betriebsdienst<br />
und Technik einer Eisenbahn und in ihrer Freizeit<br />
noch etwas Zeit haben, dann sind Sie hier genau richtig“,<br />
ist auf der Webseite zu lesen. „Nach einer Einweisung und<br />
Schulung und der dazugehörigen Prüfung können Sie dann<br />
als Lokführer, Bahnhofsleiter oder Fahrkartenverkäufer bei<br />
unserer Eisenbahn ehrenamtlich tätig sein“.<br />
Zur Saisoneröffnung und der Einweihung des neuen Schuppens kam eigens<br />
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nach Görlitz<br />
Die Parkeisenbahn zählt mit ihren umfangreichen Aktivitäten<br />
dabei zu den festen Institutionen in der Stadt, wenn<br />
es um Sehenswürdigkeiten geht. Der Verein organisiert außerdem<br />
regelmäßig besondere Höhepunkte wie etwa die<br />
Mondscheinfahrten zum Tag der offenen Tür. Der wird umfangreich<br />
begangen: Tagsüber verkehren der „Adler“, das<br />
Schienenmoped, die Ersatzlokomotive und der Grubenzug<br />
auf der Strecke. Von 19 bis 22 Uhr geht es dann ganz romantisch<br />
im 30-Minuten-Takt durch die Parkdämmerung.<br />
Regelmäßig lassen sich die Vereinsmitglieder tolle Events einfallen, um die<br />
Görlitzer zu erfreuen. Zum Saisonstart 2023 trugen sie besondere Kostüme<br />
37
DEUTSCHLANDS<br />
ÄLTESTER SCHNITZVEREIN<br />
Früher schnitzten Bergleute im Winter für Kinder und die Kirche. Heute ist der erzgebirgische<br />
Weihnachtsberg mit seinen Holzfiguren, Gebäuden und Natur als Tradition bei allen beliebt<br />
„Lößnitz ist die Wiege der erzgebirgischen Schnitzkunst“, ist Mario<br />
Rudolph sichtlich stolz. Der 56-Jährige ist seit 29 Jahren im<br />
Vorstand des Schnitz- und Bergvereins Lößnitz – des ältesten Vereins<br />
seiner Art in Deutschland. Bereits als Kind hat ihn sein Vater<br />
mit zum Schnitzen genommen. Im Kinderschnitzzirkel lernte Rudolph<br />
das Schnitzen zu lieben. „Das hat in der Jugend einfach dazugehört“,<br />
sagt der <strong>Ehrenamt</strong>liche heute. Sein Verein blickt dabei<br />
auf eine lange Geschichte zurück: 1879 wurde der Schnitz- und<br />
Bergverein Lößnitz von 22 lokal ansässigen Schnitzern gegründet.<br />
Ihr Ziel: die bergmännische Tradition für künftige Generationen<br />
zu erhalten. Dazu gehörte auch, zu Weihnachten den Weihnachtsberg<br />
aufzubauen. Das ist ein riesiges Diorama über die<br />
Geburt Christi mit Holzfiguren, Gebäuden und Natur. Die Ausstellung<br />
ist im Laufe der 144-jährigen Vereinsgeschichte immer<br />
wieder abgebrannt. Vieles musste neu geschnitzt werden.<br />
„Manche Figuren sind uns aber erhalten geblieben. Sie<br />
waren nur leicht verkohlt und konnten restauriert werden“,<br />
erzählt Rudolph. „Der Weihnachtsberg ist ein wichtiges Kulturgut<br />
in der Region“, erklärt er. Ursprünglich baute jede Familie<br />
einen eigenen Berg im Wohnzimmer auf. Letztlich schlossen sich<br />
die Schnitzer für einen gemeinsamen Aufbau zusammen. Heute<br />
sind 24 <strong>Ehrenamt</strong>liche im Schnitz- und Bergverein Lößnitz aktiv.<br />
„Neben dem Weihnachtsberg haben wir auch einen Heimatberg<br />
– eine Nachbildung von Lößnitz – erstellt. Außerdem bauen wir<br />
zu Weihnachten die Holzpyramide auf dem Marktplatz auf“, erzählt<br />
Mario Rudolph. „Die Ausstellung ist ein richtiges Juwel für<br />
unsere einzigartige Bergbautradition sowie Heimatgeschichte<br />
und unser Brauchtum. Sie leistet einen herausragenden Beitrag<br />
für unser Erzgebirge und die Geschichte der ‚Muhme‘, sagt Tom<br />
Unger, <strong>CDU</strong>-Abgeordneter aus dem Erzgebirge. „Ich bin immer<br />
noch sehr beeindruckt und überwältigt sowie dankbar für die exzellente<br />
Führung vom Vereinsvorsitzenden Mario Rudolph<br />
durch die großartige Ausstellung mit so vielen herausragenden<br />
Exponaten!“, so Unger weiter.<br />
Tom Unger<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
Die Schnitzkunst ist als erzgebirgische<br />
Tradition bekannt. Dazu gehört allerdings<br />
mehr, als nur Schwibbogen und Räuchermännchen.<br />
In der Region um Lößnitz sind<br />
die Weihnachtsberge entstanden. Sie<br />
sind bis heute ein wichtiger Teil der lokalen<br />
Kultur. Die Mitglieder des Schnitzund<br />
Bergverein Lößnitz setzen sich seit<br />
1879 für deren Erhalt ein<br />
38
Mitte der 80er-Jahre fuhr Manfred Kegel<br />
erstmals mit auf einen Acker raus, um<br />
Scherben zu sammeln. Er hatte während<br />
eines Arbeitstermins eine Vitrine mit<br />
vorgeschichtlichen Tonscherben und Gefäßen<br />
gesehen und war gleich fasziniert.<br />
„Ich war einfach neugierig, etwas Altes zu<br />
finden“, sagt er<br />
DIE JAGD NACH<br />
BODENSCHÄTZEN<br />
Flink flitzt der 83-jährige Manfred Kegel die Treppen im Museum<br />
Westlausitz rauf. Sein Hobby hält ihn jung – er ist viel draußen<br />
unterwegs und in Bewegung. Denn Kegel ist ehrenamtlicher<br />
Bodendenkmalpfleger. Oben in der Sammlung sind einige<br />
seiner Fundstücke zu sehen. Gemeinsam mit zahlreichen Kollegen<br />
in ganz Sachsen hilft er dem Landesamt für Archäologie dabei,<br />
Funde auf Baustellen zu betrachten oder bei so genannten<br />
Notbergungen zu sichern. Viel häufiger aber fahren er und seine<br />
Kollegen raus und begehen Äcker, die frisch gepflügt und noch<br />
nicht bestellt worden sind. „Ich finde es total spannend, wenn<br />
ich Tonscherben, Feuersteinabschläge oder -geräte aufhebe, die<br />
irgendjemand vor 3000 Jahren dort hat fallen lassen“, erzählt<br />
er mit leuchtenden Augen. Sobald er ein Stück findet, markiert<br />
er die Stelle auf seinem GPS-Gerät. Daheim in der Waschküche<br />
reinigt er es dann, bevor er es im Museum Westlausitz abgibt.<br />
Dort werden die Stücke katalogisiert und in Verbindung mit<br />
der über GPS entstandenen Fundwolke ausgewertet und anschließend<br />
an die Landessammlung nach Dresden weitergeleitet.<br />
„Einmal war ich auf einem Acker bei Kotten<br />
und habe Tonscherben mit Leichenbrand gefunden“, berichtet<br />
er. „Montag früh habe ich dann das Landesamt angerufen und<br />
am Nachmittag waren wir draußen zur Notbergung.“ 15 Gräber<br />
wurden über mehrere Tage exemplarisch geborgen, um<br />
später Aussagen über die Ruhestätte treffen zu können. Stolz<br />
zeigt Kegel das Gebiet auf einer Karte. „Wenn wir uns über vorgeschichtliche<br />
Zeiten unterhalten, sind die Funde die einzige<br />
historische Quelle, die wir haben“, sagt Museumsleiterin Friederike<br />
Koch-Heinrichs. Ohne die ehrenamtlichen Denkmalpfleger<br />
wäre diese Forschung gar nicht möglich. „Die Oberlausitz<br />
ist eine Region, die Zeiten erlebt hat, wo sie mitten im Zentrum<br />
von großen Kulturzeiten gelebt haben und auch Zeiten, wo hier<br />
kaum noch jemand gelebt hat“, fügt sie hinzu. „Man sollte wissen,<br />
woher man kommt.“ „Dank des großartigen und leidenschaftlichen<br />
Einsatzes von Menschen wie Manfred Kegel wird<br />
die kulturelle Entwicklung der Oberlausitz eindrucksvoll dokumentiert“,<br />
sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Aloysius Mikwauschk.<br />
„Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft beruht auf<br />
Identität und Gemeinschaft.“<br />
Aloysius Mikwauschk<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
39
Iris Firmenich<br />
<strong>CDU</strong>-Kulturpolitikerin<br />
UNTERSTÜTZUNG<br />
„Mit dem Wissen um den Unterstützungsbedarf<br />
vor allem der Laienmusik<br />
gelingt es, zielgerichtet zu helfen."<br />
Im sinfonischen Blasorchester Frankenberg spielen<br />
Musikschüler zwischen 13 und 33 Jahren. Das<br />
Ensemble tritt regelmäßig zu den großen Veranstaltungen<br />
in der Stadt und der Umgebung auf<br />
40
KLINGT<br />
RICHTIG<br />
GUT<br />
Die JugendKunstSchule in Frankenberg setzt<br />
sich für musikalische Bildung ein. Kooperiert<br />
wird dafür mit dem städtischen Musikverein<br />
Tag der offenen Tür an der JugendKunstSchule in Frankenberg/<br />
Sachsen: Die Jugendlichen und Erwachsenen des sinfonischen<br />
Blasorchesters sind bereit für ihren Auftritt. Neben Märschen<br />
und Polkas haben sie in den vergangenen Wochen auch Unterhaltungsmusik<br />
einstudiert. „In das Orchester bringt jeder<br />
seine Persönlichkeit ein. Alle sind willkommen“, sagt Janice<br />
Stand. Sie ist Stadtmusikdirektorin, Leitern der Musikschule in<br />
Frankenberg und schon lange im städtischen Musikverein ehrenamtlich<br />
aktiv. Ihr ist die frühe musikalische Förderung sehr<br />
wichtig. „Ich möchte meine Begeisterung für Musik an die<br />
Kinder und Jugendlichen weitergeben“, sagt die Musikerin.<br />
Um den frühen Zugang zu Musik zu fördern, kooperiert die<br />
JugendKunstSchule mit dem städtischen Musikverein und<br />
dem Gymnasium. „Für Schüler der 5. und 6. Klasse bieten wir<br />
hier Musikunterricht an“, erklärt Janice Stand. Außerdem gibt<br />
es an der JugendKunstSchule ein Nachwuchsorchester. In diesem<br />
spielen die 11- bis maximal 15-Jährigen, bevor sie in das<br />
sinfonische Blasorchester wechseln. An der JugendKunstSchule<br />
lernen derzeit etwa 200 Schüler. Gerade erst ist die Musikschule<br />
von Frankenberg in die neuen Räumlichkeiten in der<br />
Alten Post eingezogen. Der Fokus liegt auf Blasmusik. Janice<br />
Stand: „Wir wollen unser Angebot aber ausbauen. Der Plan ist,<br />
in Zukunft Tanz, Theater und bildende Kunst anzubieten.“ Die<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordnete Iris Firmenich ist Mitglied im Präsidium des<br />
Sächsischen Musikrates. Sie sagt: „Ich verstehe mich dort als<br />
Brückenbauer. Mit dem Wissen um den Unterstützungsbedarf<br />
vor allem der Laienmusik gelingt es, zielgerichtet zu helfen,<br />
bspw. mit der Förderung von Instrumenten, Fahrtkosten und<br />
auch JugendKunstSchulen.“<br />
SACHSENS<br />
SOMMER VOLLER<br />
MÖGLICHKEITEN<br />
Alexander Dierks<br />
<strong>CDU</strong>-Sozialpolitiker<br />
Der „Sachsensommer“ ist ein besonderes Angebot<br />
für Jugendliche, die zwischen Schule und Ausbildung<br />
oder Studium stehen. Sie können freiwillig für<br />
ein bis drei Monate in einer sozialen oder gemeinnützigen<br />
Einrichtung arbeiten. Der Freistaat belohnt sie dafür<br />
mit monatlich 200 bis 250 Euro. „Das neue Freiwilligenprogramm<br />
für junge Menschen wird zu einer wichtigen<br />
Säule des gesellschaftlichen Engagements im Freistaat<br />
werden“, sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Alexander Dierks,<br />
der das Angebot gemeinsam mit seiner Fraktion durchgesetzt<br />
hat. Der „Sachsensommer“ richtet sich an 16- bis<br />
21-Jährige, die in sozialen Einrichtungen, aber auch im<br />
Naturschutz oder als Begleiter in einem Ferienlager arbeiten<br />
können. Die Koordination übernimmt die Engagementstiftung<br />
Sachsen, die als Institution über den Landesetat<br />
mit jährlich 550.000 Euro bezuschusst wird und<br />
extra eine Webseite für das Angebot eingerichtet hat.<br />
„Junge Menschen werden dabei Erfahrungen<br />
sammeln, die ihnen helfen können,<br />
sich beruflich zu orientieren. Und<br />
wir können sie für weiteres Engagement<br />
begeistern“, freut sich Dierks.<br />
41
Die <strong>CDU</strong>-Abgeordneten Sebastian Fischer<br />
(li.) und Andreas Heinz (re.) diskutieren<br />
mit Felix Hößelbarth vom Weinbau-Verband.<br />
Winzer Karl Friedrich Aust<br />
schaut ihnen dabei über die Schultern<br />
MIT DER POLITIK<br />
AUF AUGENHÖHE<br />
VEREINSSTAMMTISCHE IM LANDTAG<br />
Zuhören, verstehen, anpacken. Unter diesem Motto machen Aber auch klar sagen, was geht und was nicht“, erklärt der<br />
die Abgeordneten der <strong>CDU</strong> im Sächsischen Landtag Politik. <strong>CDU</strong>-Landwirtschaftspolitiker Andreas Heinz. Besonders das<br />
Alles beginnt mit dem Zuhören! Der Arbeitskreis „Energie, Klimaschutz,<br />
Umwelt und Landwirtschaft“ hat jetzt deshalb zu als Bremsklotz. „Wäre die <strong>CDU</strong> nach der letzten Landtagswahl<br />
grün geführte Landwirtschaftsministerium erweise sich oft<br />
verschiedenen Vereinsstammtischen eingeladen. Die jeweiligen<br />
Adressaten: Vereine und Verbände von Winzern, Imkern, lation“, ist sich Heinz sicher. Übrigens: Die Imker nutzen den<br />
deutlich stärker gewesen, hätten wir hier eine andere Konstel-<br />
Jägern, Landwirten sowie Waldbesitzern. Der rustikale Titel Besuch im Landtag, um sich von Präsident Matthias Rößler die<br />
der Veranstaltungsreihe verspricht ungeschönten Klartext, „Landtags-Bienen“ zeigen zu lassen. Im Innenhof hinter dem<br />
so wie er noch am Stammtisch in der Dorfkneipe gesprochen Plenarsaal leben aktuell sechs Bienenvölker mit insgesamt<br />
wird. „Wir wollen uns gegenseitig keinen Honig um den Bart mehr als 150.000 Honigbienen. Sie werden ehrenamtlich vom<br />
schmieren, sondern offen und ehrlich miteinander reden. Imkerverein Dresden e. V. betreut. Ihr Honig wird vorrangig als<br />
So können wir als Politiker die Sorgen und Nöte aufnehmen. Geschenk für besondere Gäste des Parlaments genutzt.<br />
42
FÜR UNS IM EINSATZ<br />
Egal ob Tag, ob Nacht. Wenn Not am Mann ist und man die 112<br />
wählt und auf die Hilfe der Rettungssanitäter hofft, kommen<br />
sie. Ohne Wenn und Aber! Die Menschen wissen nicht, ob dann<br />
ein hauptamtlicher Mitarbeiter anpackt oder ein <strong>Ehrenamt</strong>licher<br />
wie Titus Reime von der Johanniter-Unfallhilfe. Seit mehr<br />
als 20 Jahren ist er bei der Hilfsorganisation in seiner Freizeit aktiv.<br />
„Ich machte damals eine Ausbildung zum Rettungsassistenten<br />
und brauchte ein sogenanntes Anerkennungsjahr. Als Pfarrerssohn<br />
habe ich das bei den Johannitern gemacht, das ist eine<br />
christliche Hilfsorganisation“, erzählt er. Heute<br />
ist er ehrenamtlich engagiert im Vorstand<br />
seines Regionalverbandes Meißen-Mittelsachsen<br />
der Johanniter. Hauptberuflich<br />
arbeitet er als Geschäftsführer<br />
des Krebsregisters Sachsen. „Ich<br />
mache aber immer noch aktiv Einsätze mit. Mal auf dem Rettungswagen,<br />
mal im Sanitätsdienst bei Veranstaltungen.“ Die<br />
Johanniter-Unfallhilfe ist als Ordenswerk des Johanniterordens<br />
eine anerkannte evangelische Hilfsorganisation. Sie wurde 1952<br />
in Bad Pyrmont in Niedersachsen gegründet. Ausschlaggebend<br />
waren damals die vielen Verletzten und Toten aufgrund der<br />
steigenden Anzahl von Kraftfahrzeug-Unfällen. Die Johanniter-Unfallhilfe<br />
hat sich der christlichen Nächstenliebe verpflichtet.<br />
Die Hilfe von Mensch zu Mensch bildet das zentrale Motiv<br />
der Johanniter. Heute engagieren sich mehr<br />
als 41.000 ehrenamtliche und über 24.000<br />
hauptamtliche Mitglieder deutschlandweit.<br />
Warum macht es Titus Reime?<br />
„Weil ich es wichtig finde und es mir<br />
Freude macht!“<br />
Titus Reime fährt als ehrenamtliches<br />
Mitglied der Johanniter-Unfallhilfe<br />
Einsätze mit. Er hat sich dafür zum<br />
Rettungsassistenten ausbilden lassen.<br />
Mit dabei ist die hauptamtliche Notfallsanitäterin<br />
Sabine Böhme. „Bei uns<br />
arbeiten Haupt- und <strong>Ehrenamt</strong> Hand<br />
in Hand zusammen“, sagt Reime<br />
43
Sozialarbeiter Thomas Naundorf ist stolz<br />
auf seine Schützlinge vom Verein Dust&-<br />
Dirt, wie zum Beispiel Konrad Wauer. Der<br />
junge Sportler hat sogar schon sein erstes<br />
Buch veröffentlicht: „Skatepark-Tricks für<br />
Mountain-Bike und BMX“ (19,95 Euro)<br />
WER LUFTSPRÜNGE<br />
WILL, MUSS AUCH<br />
MIT BUDDELN<br />
Seit 2008 gibt es das Bike Areal in Dresden. Alle Parcours und Rampen auf der ehemaligen<br />
Brache haben die Sportler und Freunde selbst gebaut<br />
44
Ingo Flemming<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
MITMACH-KULTUR<br />
„Es ist beeindruckend, wie die jungen<br />
Menschen für ihren Sport hier gemeinsam<br />
anpacken. Sie halten ihren Platz<br />
selbstständig in Schuss und bauen ihn<br />
immer weiter aus. Das kann man nur<br />
weiter unterstützen!“<br />
Vor Jahren war hier in der Dresdner Südvorstadt hinter dem Finanzamt<br />
nur eine große Brache. Bis die Mountain-Biker mit ihren<br />
Rädern kamen. Heute haben die Sportler hier mit ihrem Verein<br />
Dirt&Dust (auf deutsch: Dreck und Staub) und der Mobilen<br />
Jugendarbeit Dresden Süd e.V. das Bike Areal geschaffen. Über<br />
angelegte Parcours, Erdhügel und Sprungrampen rasen sie geschickt<br />
über die Fläche und zeigen ihre waghalsigen Kunststücke.<br />
Natürlich packen sie auch immer mit an – Biker-Ehrensache.<br />
Denn so eine tolle Bahn will gepflegt und ausgebaut werden.<br />
„Wir hatten 2004 die Idee, eine Fläche für die Dresdner Szene<br />
herzurichten“, sagt Sozialarbeiter Thomas Naundorf in der<br />
Mobilen Jugendarbeit. „Uns hat aber die Unterstützung aus<br />
der Stadt gefehlt.“ Hilfe bekam er vom damaligen <strong>CDU</strong>-Landtagsabgeordneten<br />
Andreas Lämmel. Er hat mit dem Verein<br />
drei Jahre Ämter und Behörden abgeklappert. Erfolgreich! Die<br />
Brache, die dem Freistaat gehört, wurde von der Stadt für den<br />
Verein gemietet. Die Mountain-Biker bauten ihre Hügel und<br />
Parcours in Eigenleistung alle selbst. 2008 konnte die Eröffnung<br />
gefeiert werden.<br />
7.000 Besucher kommen jedes Jahr aufs Bike Areal. Ungefähr<br />
50 <strong>Ehrenamt</strong>ler halten es in Schuss und sorgen für die Organisation.<br />
Zum Beispiel zum „Heldentag“, einem Wettkampf in<br />
verschiedenen Klassen mit zahlreichen Zuschauern. Und auch<br />
heute können sie sich auf die Unterstützung eines <strong>CDU</strong>-Abgeordneten<br />
verlassen. Ingo Flemming ist in Lämmels Fußstapfen<br />
getreten. Auch er ist Wirtschaftspolitiker und hilft der Mobilen<br />
Jugendarbeit mit seinen Kontakten. „Ich weiß, wie wichtig die<br />
Arbeit ist, die hier geleistet wird. Da helfe ich gerne“, sagt er.<br />
Beim „Heldentag“ zeigen die Sportler<br />
den begeisterten Zuschauern ihr Können<br />
in verschiedenen Wettkämpfen<br />
45
IN REMSE<br />
SCHNIBBELT DER<br />
BÜRGERMEISTER<br />
NACH SEINEM<br />
FEIERABEND<br />
Regionalminister Thomas Schmidt und Fraktionschef Christian<br />
Hartmann übergeben den Fördermittel-Bescheid<br />
SED-VERMÖGEN<br />
FÜR GUTE<br />
VEREINSARBEIT<br />
Seit 1976 gibt es die Sternwarte in Dresden-Gönnsdorf.<br />
Sie wurde von der Technischen Universität für Forschungszwecke<br />
gebaut. 2008 übernahm sie der Verein<br />
zur Förderung der Jugend. Seitdem betreiben die heute<br />
21 ehrenamtlichen Sternengucker das 16-Zoll-Teleskop<br />
samt Gebäude mit einer 6,5 Meter großen Kuppel. „Die<br />
ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert<br />
werden“, erklärt Vereinsvorsitzende Renate Franz. Außerdem<br />
möchte sie den Außenbereich ausbauen, damit<br />
Schulklassen hier weiterhin vorbeikommen können.<br />
Dafür übergab ihr jetzt Sachsens Regionalminister und<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter Thomas Schmidt einen Förderbescheid<br />
in Höhe von 220.000 Euro. Das Geld stammt aus<br />
dem alten Vermögen der Parteien und Massenorganisationen<br />
der DDR. „Dafür hat sich Christian Hartmann<br />
starkgemacht“, sagt Franz. „Wir haben einen guten Kontakt<br />
zu ihm. Er hat sich vor Ort ein Bild gemacht und<br />
unsere Probleme verstanden.“ Gönnsdorf und die Sternwarte<br />
liegen im Wahlkreis des <strong>CDU</strong>-Fraktionschefs. Klar,<br />
dass er es sich auch nicht nehmen ließ, zur Übergabe des<br />
Fördermittelbescheides vorbeizukommen.<br />
Der Einsatz für Sport und Politik gehen bei<br />
Bürgermeister Karsten Schultz Hand in Hand<br />
Sein Engagement ist Karsten Schultz in die Wiege gelegt. „Bereits<br />
mein Vater war beim Tischtennis aktiv und Vereinsvorsitzender.<br />
Eigentlich ist die ganze Familie aktiv“, sagt er. Mit<br />
vier Jahren ist Schultz in den Sportverein Remse im Norden<br />
von Zwickau eingetreten. Seit 20<strong>17</strong> ist er Vorsitzender. „Tischtennis<br />
ist in Remse dominierend. Wir haben einen ausgeprägten<br />
Nachwuchs“, freut sich der Vereinschef. Der Verein hat<br />
derzeit 80 Mitglieder. Neben Tischtennis soll jetzt auch eine<br />
Fußballabteilung aufgebaut werden. „Das braucht aber noch<br />
etwas Zeit“, sagt der Vereinsvorsitzende. Wenn Schultz nicht<br />
beim Sport ist, dann leitet er eine Diakonie-Einrichtung der<br />
Ambulanten Pflege der Stadtmission Zwickau – und seit seiner<br />
Wahl 2022 als ehrenamtlicher Bürgermeister die Gemeindeverwaltung<br />
Remse. „Ich bin jemand, der nicht Nein sagen<br />
kann und immer ‚Hier!‘ schreit“, lacht Schultz. Die Arbeitszeit<br />
bei der Diakonie hat er reduziert, um das Bürgermeisteramt<br />
leisten zu können.<br />
Kurz nachdem er den Vereinsvorsitz beim Tischtennis<br />
übernommen hatte, wurde Schultz 2019 für den Gemeinderat<br />
angesprochen. „Ich wurde gefragt, ob ich mir das<br />
vorstellen könnte“, erinnert er sich. Die ehrenamtlichen<br />
Aufgaben wachsen seitdem stetig. Weil der junge Politiker<br />
unzufrieden war mit der Arbeit seines Vorgängers, stellte<br />
sich Schultz schließlich zur Bürgermeisterwahl auf und gewann.<br />
Schultz ist nun viel unterwegs, hat täglich Termine<br />
und kommt häufig spät nach Hause. „Zu Hause bei der Fa-<br />
46
Egal ob Sport oder Politik: Engagement ist<br />
für Karsten Schultz selbstverständlich<br />
milie ist es auch schön. Ich bin auf jeden Fall dankbar, dass<br />
meine Frau das Engagement mitträgt“, sagt Schultz. „Bürgermeister<br />
und Vereinsvorsitzender – diese Aufgaben muss<br />
man trennen“, ist Schultz ernst. Einfach ist das allerdings<br />
nicht. „Als Bürgermeister sage ich auch mal ein paar Worte<br />
beim Vereinstreffen oder ich muss für den Verein Fördermittel<br />
beantragen, die von der Gemeinde kommen“, gibt<br />
der aktive Macher einen <strong>Einblick</strong>. Jedes seiner Ehrenämter<br />
kommt für Schultz mit eigenen Herausforderungen. Besonders<br />
Trainer sind aktuell sehr gefragt. „Das ist auch eine<br />
zeitliche Frage. Neben dem eigenen Beruf muss man auch<br />
für das Training und die Spiele am Wochenende Zeit mitbringen“,<br />
weiß Schultz.<br />
Als Bürgermeister muss er als Vermittler auftreten. Auf der<br />
Straße wird er oft von Mitbürgern angesprochen und mit deren<br />
Bedürfnissen konfrontiert. „Häufig hilft es bereits, wenn<br />
ich sofort einen Ansprechpartner nennen oder einen Kontakt<br />
vermitteln kann. Manchmal bitte ich aber auch darum, dass<br />
die Anliegen nochmal per E-Mail gesendet werden, und<br />
dann kümmere ich mich später darum“, erzählt der<br />
Jung-Bürgermeister von seiner Aufgabe.<br />
Neben der ganzen Verantwortung<br />
bleibt immer mal wieder Zeit für<br />
eine Runde Tischtennis<br />
„In den Jahren nach der Friedlichen Revolution haben<br />
die Menschen meiner Generation im <strong>Ehrenamt</strong> und im<br />
Hauptamt grundlegende Arbeit für unser Land geleistet“,<br />
sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Ines Springer zum <strong>Thema</strong> ehrenamtliches<br />
Engagement. „Jetzt ist Zeit für den Generationswechsel.<br />
Karsten Schultz ist ein Vertreter der nachfolgenden<br />
Generationen. Er übernimmt Verantwortung und verdient<br />
damit unseren Respekt für seine gute Arbeit“,<br />
lobt sie den ehrenamtlichen Bürgermeister.<br />
Ines Springer<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordnete 47
DOPPELPASS<br />
ALLEIN GEHT NICHT<br />
„Es gehen nicht viele Hände hoch, wenn gefragt wird, wer<br />
Trainer machen will“, sagt Norman Bochmann. Seit 2019<br />
trainiert er gemeinsam mit Joe-Ann Weber die Bambinis des<br />
TSV 1847 Kohren-Sahlis. Überzeugt haben ihn seine eigenen<br />
Kinder. Die fangen gerade an Fußball zu spielen. „Ich hatte<br />
selbst gute Trainer und jetzt möchte ich etwas zurückgeben“,<br />
sagt er. Für die Unterstützung seiner Trainerkollegin<br />
Joe-Ann Weber ist Norman Bochmann dankbar. „Sie ist einfallsreich<br />
bei den Übungen und hat einen guten Draht zu<br />
Von früh an: In Kohren-Sahlis<br />
kicken schon die Bambinis<br />
den Kindern“, sagt der 38-Jährige. Joe-Ann Weber ist 18 und<br />
spielt seit zehn Jahren Fußball. Die ersten Trainererfahrungen<br />
sammelte sie in Gnandstein. „Als ich dann hörte, dass<br />
in Kohren-Sahlis eine Bambini-Mannschaft aufgestellt wird,<br />
habe ich gewechselt“, sagt die junge Sportlerin und ergänzt:<br />
„Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln“. Nach<br />
ihrem Abitur will Joe-Ann Weber in Konstanz Sport studieren.<br />
Trainerin für den Nachwuchs kann sie daher nicht<br />
mehr machen. „Wir werden in der F-Jugend jetzt mit einem<br />
neuen Kollegen einsteigen“, verrät Norman Bochmann.<br />
Ihm ist wichtig, dass neue Trainer bereits früh ausgebildet<br />
werden. In der eigenen Mannschaft haben sich dafür zwei<br />
Jung-Sportler gefunden. „Fritz Brandl und Alexander Ludewig<br />
– 12 und 13 Jahre – machen bei uns gerade den A-Jugend-<br />
Trainerschein“, erzählt Norman Bochmann.<br />
Georg-Ludwig<br />
von Breitenbuch<br />
Stellv. Fraktionsvorsitzender<br />
Im Team trainiert<br />
es sich leichter<br />
DANKBARKEIT<br />
„Die Begeisterung der Kinder spricht für<br />
sich. Für das ehrenamtliche Engagement<br />
müssen wir alle dankbar sein.“<br />
48
IM VEREIN<br />
WANDERT'S<br />
SICH SCHÖNER ...<br />
Sachsens Wandervereine treffen sich jährlich zum „Tag des<br />
Wanderns“ – dieses Jahr war das am 14. Mai<br />
„Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“, kommentiert Peter Meisel<br />
die aktuelle Wetterlage. Der Vorsitzende des Klingenthaler Wandersportvereins hat<br />
sich gemeinsam mit einer Abordnung seines Vereins am Haltepunkt Raun eingefunden,<br />
um an der Sternwanderung zum „Tag des Wanderns“ teilzunehmen. Jährlich treffen<br />
sich Wanderer in ganz Deutschland, um an diesem Tag der eigenen Leidenschaft<br />
zu frönen. So auch heute, am 14. Mai: Rund 50 Personen umfasst die Gruppe, die sich<br />
49
Gerhard Wattenbach begrüßt<br />
die Teilnehmer der<br />
Sternwanderung<br />
am Haltepunkt Raun eingefunden hat und gleich gemeinsam<br />
die acht Kilometer lange Strecke bis zum Musikpavillon am Elsteraner<br />
Badeplatz bewältigen will. Der Ort Raun im Vogtland ist<br />
bekannt für seine faszinierenden und wunderschönen Umgebindehäuser.<br />
Erläuterungen zu den Schmuckstücken und dem<br />
Ort selbst sind in die Wanderzeit von etwas mehr als zwei Stunden<br />
gleich eingeplant.<br />
Öffentliche und geführte Wanderungen, das sind die Markenzeichen<br />
vieler sächsischer Wandervereine. So auch die der<br />
Wanderfalken Rodewisch, dessen Mitglieder heute ebenfalls<br />
zahlreich vor Ort sind. Der Vereinsvorsitzende Gerhard Wattenbach<br />
spricht routiniert in sein kleines Megafon, um die Gäste<br />
zu begrüßen und das Startzeichen zu geben. Sein Verein hat im<br />
Rahmen der Sternwanderung die Route von Raun bis Bad-Elster<br />
übernommen. Insgesamt fünf Wanderungen sind es, die heute<br />
auf Bad Elster zulaufen. Dort wartet das 4. Rhododendronfest<br />
in den Königlichen Anlagen auf die Wandergruppen, inklusive<br />
ganztägigem Festprogramm, zahlreichen Attraktionen und einem<br />
großen Garten- und Naturmarkt.<br />
„Meine persönliche Motivation?“ Wattenbach stutzt über die<br />
Frage, als würde man nach einer großen Selbstverständlichkeit<br />
wie Essen oder Trinken fragen. „Das frage ich ihn auch manchmal“,<br />
lacht seine Frau von der Seite ins Gespräch. Denn für Gerhard<br />
Wattenbach gehört das umfangreiche Engagement für<br />
das Wandern und den Verein zum Alltag. „Ich mag die Bewegung,<br />
die Natur und die Geselligkeit“, antwortet er schließlich,<br />
nachdem er eine Weile nachgedacht hat. Fragen zum Verein:<br />
Die beantwortet er schnell und ohne lange zu überlegen. Seine<br />
50
... BEI REGEN UND<br />
SONNENSCHEIN<br />
Sören Voigt<br />
Parlamentarischer Geschäftsführer<br />
Person aber sieht er nicht so gern im Vordergrund.<br />
Seit 1982, dem Gründungsjahr des Vereins, ist er der<br />
Vorsitzende der Wanderfalken und immer vorn mit dabei.<br />
„Bei uns im Vogtland gibt es eine aktive Gesellschaft mit vielen<br />
engagierten <strong>Ehrenamt</strong>lichen“, freut sich der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />
und parlamentarische Geschäftsführer Sören Voigt. Er selbst<br />
hat sich heute früh auf den Weg gemacht, um bei der Sternwanderung<br />
dabei zu sein. „Die Wanderfalken der VSG Rodewisch e.V.<br />
haben heute alle Wanderfreudigen eingeladen, den Spuren des<br />
Osterhasen zu folgen. Vielen Dank für die Organisation! Ohne<br />
den Einsatz und das Herzblut der <strong>Ehrenamt</strong>lichen vor Ort wäre<br />
so etwas nicht möglich. Mit dabei waren auch der Klingenthaler<br />
Wandersportverein e.V. und der Verband Vogtländischer Gebirgs-<br />
und Wandervereine e.V. Die Unterstützung und Stärkung<br />
dieses <strong>Ehrenamt</strong>es ist und bleibt ein Schwerpunkt meiner täglichen<br />
Arbeit“, so der Abgeordnete weiter.<br />
„Wir waren damals Absolventen der Hochschule und haben<br />
gesagt, lass uns einen Sportverein gründen“, erzählt Wattenbach<br />
über die Gründung des Vereins. Über 40 Jahre ist das jetzt<br />
her. „Wir waren gern unterwegs und draußen, auch damals<br />
schon“, lacht er. Die Gruppe mit den Regenschirmen setzt sich<br />
langsam in Bewegung. Drei geführte, öffentliche Wanderungen<br />
stehen für die Wanderfalken jedes Jahr fest im Kalender:<br />
Zum Palmsonntag, am letzten Samstag im Juni und die Weihnachtswanderung<br />
am 1. Advent. Darüber hinaus bietet der Verein<br />
weitere attraktive Angebote für seine Mitglieder, egal ob<br />
jung oder alt, groß oder klein: zum Beispiel am 24. Juni, wenn<br />
es „Rechts und Links der Göltzsch“ heißt. Im 42. Jahr findet die<br />
51
Wanderung statt, die wahlweise über 13, 18 oder 29 Kilometer<br />
geht. Unterwegs warten Verpflegungspunkte und Informationen<br />
zur Holzflößerei und den Rißfällen, den einzigen Wasserfällen<br />
im Vogtland. Und am Ende sorgt die Feuerwehr Grünbach<br />
an Grill und Gulaschkanone für deftige Speisen und noch mehr<br />
Gemeinschaftsgefühl. „Der Weg ist das Ziel“, antwortet Gerhard<br />
Wattenbach auf die Frage, ob er manchmal auch einfach keine<br />
Lust hat und Zeit zu Hause auf dem Sofa verbringen will. „Wir<br />
sind gerne draußen und mit Leuten unterwegs. Das ist uns lieber<br />
als allein in der Natur zu sein“, beschreibt er seine und die<br />
Leidenschaft seiner Frau.<br />
Am Anfang jeder geführten Wanderung steht erst einmal die Anmeldung<br />
Von rechts: Sören Voigt gemeinsam mit Peter Meisel vom Klingenthaler Wandersportverein,<br />
Katrin Hager, Präsidentin des Verbandes Vogtländischer Gebirgs- und<br />
Wandervereine e.V. und Gerhard Wattenbach von den Wanderfalken<br />
„Wandern, das ist fein, besser im Verein“, legt Peter Meisel, Vorsitzender<br />
des Klingenthaler Wandersportvereins, nach. Sein Verein<br />
hat sich der Förderung des Wanderns und seiner Tradition<br />
im Vogtland, der Pflege von Heimatkunde und Brauchtum und<br />
der Gesunderhaltung von Körper und Geist durch sportliche<br />
Betätigung verschrieben, wie es auf der Webseite heißt. Damit<br />
steht er nicht allein. Denn Wandern ist in Sachsen Volkssport:<br />
Laut einer Studie des Deutschen Wanderinstituts aus dem Jahr<br />
2022 sind bereits 42 Prozent der sächsischen Bevölkerung regelmäßig<br />
zu Fuß unterwegs. Mit rund <strong>17</strong>.000 Kilometern gut ausgebauten<br />
Wanderwegen bietet Sachsen vielfältige Touren. Egal,<br />
ob ein gemütlicher Spaziergang durch malerische Landschaften<br />
oder anspruchsvolle Trekkingtouren in den Bergen – für jeden<br />
gibt es die perfekte Route. Möglich macht das die fachkundige<br />
und engagierte Arbeit von vielen <strong>Ehrenamt</strong>lichen und Wanderwegewarten<br />
sowie beteiligten Vereinen und Kommunen, die<br />
sich alle unermüdlich für den Ausbau und die Pflege des sächsischen<br />
Wanderwegenetzes einsetzen, heißt es in einer gemeinsamen<br />
Mitteilung von Sachsens Tourismusministerium und<br />
dem sächsischen Landestourismusverband.<br />
Kurze Unterbrechung mit Eierlikör: Unterwegs lauerte der Osterhase der Wandergesellschaft<br />
mit einer kleinen Überraschung auf<br />
„Ich danke den vielen Wegewarten und ehrenamtlich Engagierten<br />
herzlich für ihre wichtige und unverzichtbare Arbeit. Sie<br />
sorgen für die Instandhaltung und Beschilderung der Wanderwege,<br />
damit Wanderer sicher und zielstrebig in der Natur unterwegs<br />
sein können“, sagt die Sächsische Staatsministerin für Kultur<br />
und Tourismus Barbara Klepsch. „Die Kommunen setzen sich<br />
für den Erhalt und Ausbau der Infrastruktur ein und schaffen<br />
damit attraktive Ausgangspunkte für Wanderungen. Der Wandertourismus<br />
ist für Sachsen zudem ein wichtiger Bestandteil<br />
für Angebote, die das ganze Jahr möglich sind. Mit bekannten<br />
Wanderwegen wie dem Malerweg, einem der beliebtesten in<br />
Deutschland, begeistert Sachsen Gäste aus nah und fern“, so die<br />
Ministerin weiter.<br />
52
Stolz präsentiert Hans-Joachim Heuert,<br />
den alle im Verein nur „Jochen“ nennen,<br />
die Wimpel-Wand und weitere<br />
Ausstellungstücke<br />
MEIN VEREIN HAT<br />
EIN MUSEUM<br />
„So ein Zimmer ist einzigartig“, sagt Hans-Joachim Heuert stolz.<br />
Im Vereinszimmer des SSV Lommatzsch 1923 steht er zwischen<br />
Wimpeln, Pokalen und historischen Aufnahmen. 100 Jahre Handball im<br />
Ort sind hier dokumentiert. Raritäten wie die Vereinsfahne von 1848 haben er<br />
und seine Vereinskollegen liebevoll zusammengetragen. Besonderer Stolz in der<br />
Sammlung: Die beiden Nationaltorhüter aus Lommatzsch, Reiner Frieske und Jens<br />
Kürbis, haben Andenken aus ihrer aktiven Handballzeit für das Vereinszimmer<br />
bereitgestellt. Darunter Trikots, WM-Medaillen und die Auswahleinladungen. „Da<br />
sind richtige Schätze“, freut sich Heuert, den alle im Verein nur „Jochen“ rufen.<br />
„Jochen ist quasi unser aller Handball-Vater“, sagt die <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Daniela<br />
Kuge. „Der Handball in Lommatzsch und Meißen wäre ohne ihn undenkbar,<br />
er hat für lange Zeit diese Erfolgsgeschichte geprägt. Menschen, die<br />
sich so selbstlos engagieren, gehört unser Dank!“<br />
Daniela Kuge<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />
53
SO GRÜNDEN<br />
SIE IHRE<br />
EIGENE SCHULE<br />
Schulen in freier Trägerschaft, sogenannte<br />
Ersatzschulen, ergänzen in Sachsen das<br />
Angebot der staatlichen Schulen. Wer eine<br />
eigene Schule gründen möchte, braucht<br />
zunächst einen Träger, zum Beispiel einen<br />
Verein, und muss sich durch die Bürokratie<br />
arbeiten. Die Genehmigung erfolgt durch<br />
das Sächsische Landesamt für Schule und<br />
Bildung. Im Antrag müssen Angaben wie<br />
z.B. zur Schulform, zur Schulordnung oder<br />
zur Art des Schulträgers gemacht werden.<br />
Wird deutlich, dass die Ersatzschule die<br />
Aufgaben einer öffentlichen Schule übernimmt,<br />
dann kann die Schulaufsichtsbehörde<br />
ihr das Zertifikat einer staatlich anerkannten<br />
Ersatzschule verleihen.<br />
Susan Pfüller am Eingang zum<br />
Freien Evangelischen Limbacher<br />
Schulzentrum. Das aktuelle<br />
Gebäude ist für die Schule<br />
nur eine Übergangslösung<br />
54
WIR BAUEN UNS EINE<br />
NEUE SCHULE<br />
Engagierte Eltern haben in Limbach-Oberfrohna mit großem<br />
Engagement eine christliche Schule gegründet<br />
Die ehemalige Textilfabrik im Stile<br />
des Klinkerexpressionismus wird der<br />
neue Standort des FELS. Das Gebäude<br />
fällt bereits von Weitem auf<br />
Susan Pfüller<br />
steht auf dem Hof<br />
des Freien Evangelischen<br />
Limbacher<br />
Schulzentrums, kurz:<br />
FELS. Sie ist Vorsitzende<br />
des Evangelischen Schulvereins<br />
Limbach-Oberfrohna, dem<br />
Trägerverein des Schulzentrums.<br />
„Die Initiative, eine Schule zu gründen,<br />
gab es in der christlichen Gemeinde und Kirchen<br />
der Stadt und Umgebung bereits seit 2013. Zunächst war es nur<br />
eine verrückte Idee – ein kleines Samenkorn. 2016 haben wir<br />
dann den Schulverein gegründet und heute ist das Samenkorn<br />
eine große Pflanze“, berichtet Pfüller stolz. Aktuell hat der Evangelische<br />
Schulverein Limbach-Oberfrohna 15 Mitglieder. Sie<br />
schaffen die Rahmenbedingungen für die FELS-Schule. „Dazu<br />
gehören die Lehrergewinnung, die Betreuung der Mitarbeiter,<br />
Öffentlichkeitsarbeit oder Akquise von Fördermitteln“, erklärt<br />
Pfüller ihre Aufgaben.<br />
Außerdem<br />
gibt der Verein die<br />
inhaltliche Ausrichtung<br />
der Schule vor.<br />
„Wir treffen auch die<br />
Entscheidungen zum christlichen<br />
Profil der Schule und<br />
entwickeln Vorgaben für die Qualifikation<br />
von Mitarbeitern“, gibt die Vereinsvorsitzende<br />
einen weiteren <strong>Einblick</strong>.<br />
Die FELS-Schule ist eine sogenannte Ersatzschule. In Sachsen<br />
gibt es etwa 412 solcher Schulen in freier Trägerschaft von privaten<br />
oder kirchlichen Organisationen, Vereinen, Gesellschaften<br />
oder sogar Privatpersonen. Im Bildungsauftrag – und in<br />
den Bildungsabschlüssen – sind sie den staatlichen Schulen<br />
gleichgestellt. Am FELS in Limabach-Oberfrohna lernen Oberschüler<br />
und Gymnasiasten.<br />
55
Jan Hippold<br />
<strong>CDU</strong>-Abgeordneter<br />
VERANTWORTUNG<br />
„Wer sich ehrenamtlich engagiert, übernimmt<br />
soziale Verantwortung und hat<br />
die Chance, Dinge zu zu verändern.“<br />
Unterricht mit christlichen Grundlagen: Der FELS-Lehrer<br />
und stellvertretende Schulleiter Markus Walter ist selbst<br />
Mitglied im Trägerverein seiner Schule<br />
Auch wenn die Lehrpläne der staatlichen Schulen gleichen – das<br />
FELS versteht sich als christliche Bekenntnisschule. „Wir bemühen<br />
uns, dass unsere Mitarbeitenden den christlichen Glauben<br />
haben“, verrät Pfüller. Jede Woche beginnt mit einer Klassenleiterstunde<br />
und jeder Tag mit einer Andacht. Gottesdienste zu<br />
besonderen Tagen wie zum Beispiel vor Ostern gehören ebenfalls<br />
dazu. „Jesus steht bei uns im Mittelpunkt. Den Unterricht<br />
gestalten die Lehrer mit biblischer Grundlage – das heißt, sie ziehen<br />
Parallelen zwischen Lehreinheit und Themen in der Bibel“,<br />
erklärt Pfüller. Schüler und Eltern müssen das Schulkonzept auf<br />
Basis des christlichen Glaubens anerkennen. Selbst Christ sein<br />
oder sogar unter dem Druck stehen, unbedingt Christ werden zu<br />
müssen, sollen die Schüler jedoch nicht.<br />
Viel wichtiger ist den Vereinsmitgliedern, dass der Glaube die<br />
Kinder und Jugendlichen ganz natürlich in ihrem Leben begleitet.<br />
„Sie sollen Jesus begegnen. Wir machen mit unseren<br />
Schülern viel Kompetenzentwicklung, damit wir gemeinsam<br />
erkennen, was einer gut kann und was er später mal machen<br />
will“, erzählt die Vereinsvorsitzende vom Schulalltag. Wichtig<br />
dafür ist auch das Futurefit-Programm: Schüler, Eltern, Lehrer<br />
und externe Partner kommen hier zusammen, um gemeinsam<br />
Themen des Lebens, Lernens und Arbeitens zu entdecken. Futurefit<br />
ermöglicht damit, dass Generationen voneinander lernen.<br />
Der Grundgedanke von Glauben, Lebenswelt und Miteinander<br />
findet sich deutlich im Konzept der Schule wieder. Zum Wertefundament<br />
heißt es hier: „Der Wert des Menschen liegt in<br />
Gott, nicht in seiner Leistungsfähigkeit. Neben diesem zentra-<br />
56
len, identitätsstiftenden Aspekt fördern Leistungsbewertungen<br />
den Entwicklungsprozess und das Durchhaltevermögen. Das<br />
Schulleben zwischen Lehrern, Eltern und Schülern ist geprägt<br />
von Toleranz, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft.<br />
„Bei der Schulgründung, dem Aufbau der Schule und dem Ausbau<br />
des neuen Schulgebäudes war es den Vereinsmitgliedern<br />
eine Herzensangelegenheit, eine Schule zu schaffen, in der<br />
junge Menschen auf der Grundlage des christlichen Glaubens<br />
und ihrer individuellen Fähigkeiten einen anerkannten allgemeinbildenden<br />
Schulabschluss bekommen“, sagt der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete<br />
Jan Hippold, „und somit bestmöglich auf das Leben<br />
und seine vielen Herausforderungen zum eigenen Wohl und<br />
zum Wohl unserer Gesellschaft vorbereitet werden. Nach dem<br />
Motto ‚Du bist willkommen, ein Teil des Ganzen zu sein’ steht<br />
das Wort ‚GEMEINSAM’ ganz oben. Hinter der Vision FELS steht<br />
der Wunsch, gemeinsam etwas zu bewegen; für die nächste Generation<br />
– ein unheimlich starkes Statement und schon etwas<br />
mehr als nur ein <strong>Ehrenamt</strong>!“, so Hippold weiter.<br />
Die FELS-Schule wächst stetig. „Wir sind 2019 mit 34 Schülern,<br />
14 Gymnasiasten und 20 Oberschülern, gestartet“, erinnert<br />
sich Pfüller. Heute sind es 227 Schüler und 35 Mitarbeiter. Derzeit<br />
ist das Schulzentrum in der ehemaligen Grundschule „Am<br />
Wasserturm“ untergebracht. „Das ist aber nur ein Übergangsgebäude“,<br />
verrät Pfüller. In Zukunft soll die FELS-Schule in die ehemalige<br />
Textilfabrik „Louis Schaarschmidt“/„Artiseda“ – mit dem<br />
Wasserturm ein Wahrzeichen von Limbach-Oberfrohna – einziehen.<br />
Das Gebäude lag zwischen 1998 und 2018 brach und wird<br />
derzeit aufwendig renoviert. Die zukünftige FELS-„Denkfabrik“<br />
bietet 5.000 Quadratmeter Nutzfläche, neueste technische Ausstattung<br />
und beste Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel.<br />
„Die Bedingungen für die Schüler und Mitarbeiter werden<br />
hervorragend sein“, freut sich Pfüller. Bis zu 700 Schüler sollen<br />
in 24 Klassenzimmern und zehn Fachkabinetten Platz haben. Im<br />
Schuljahr 2023/24 beginnt der Unterricht in den neuen Räumen.<br />
Der Einsatz im Evangelischen Schulverein Limbach-Oberfrohna<br />
und für die FELS-Schule ist der Vereinsvorsitzenden Pfüller ein<br />
persönliches Anliegen. „Privat bin ich Mutter von drei Kindern.<br />
Ich weiß, dass alle Kinder individuell sind und ihre Begabungen<br />
gefördert werden müssen“, sagt die <strong>Ehrenamt</strong>liche. Wenn sie<br />
sich nicht für das Schulzentrum einsetzt, dann arbeitet Pfüller<br />
beim Advent-Kindergarten-Institut. Das ist die Bildungs-, Beratungs-<br />
und Forschungseinrichtung des christlich-überkonfessionellen<br />
und kirchenunabhängigen, bundesweit tätigen Kindergarten-Trägers<br />
des Advent-Kindergarten e.V.<br />
Susan Pfüller ist als Vorsitzende des Trägervereins für<br />
die Organisation an der Schule verantwortlich. Für ihr<br />
<strong>Ehrenamt</strong> bedeutet das viel Büroarbeit<br />
57
58<br />
Sebastian Kobelt ist 1997 in den Astroclub Radebeul<br />
eingetreten. Der Forscher ist schon lange im Vorstand<br />
des Vereins tätig. Wissen vermitteln und Menschen<br />
den Himmel erklären, motiviert ihn im <strong>Ehrenamt</strong>
DIE STERNENGUCKER<br />
VON RADEBEUL<br />
Auch die Wissenschaft bietet Raum für<br />
ehrenamtliches Engagement<br />
Die Begeisterung für Sterne und Galaxien begleitet Sebastian<br />
Kobelt schon mehrere Jahrzehnte. Der 2. Vorsitzende des Astroclubs<br />
der Sternwarte in Radebeul ist schon als Jugendlicher in<br />
den Verein eingetreten. „Mit fünf Jahren war ich zu einer totalen<br />
Mondfinsternis das erste Mal in der Sternwarte“, erzählt er.<br />
Wenn Kobelt nicht für den Astroclub unterwegs ist, dann arbeitet<br />
er am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf – dem größten<br />
Forschungszentrum im Ostdeutschland. Hier entwickelt er einen<br />
Detektor für so genannte Myonen, welche hochenergetische<br />
Teilchen der kosmischen Strahlung sind. Die Sonne ist das Lieblingshimmelsobjekt<br />
von Kobelt. Seitdem es keinen verpflichtenden<br />
Astronomie-Unterricht an den Schulen mehr gibt, bemerkt<br />
Kobelt einen Anstieg in den Besucherzahlen. „Die Leute sehen<br />
uns irgendwie als Ersatz – die Besucher sind immer sehr interessiert<br />
und wollen etwas wissen“, freut er sich. Jeden Freitag und<br />
bei guter Sicht lädt der Astroclub am Abend zum Sternegucken<br />
ein. Wissenschaftsbildung ist sein Alleinstellungsmerkmal. Aber<br />
auch auf dem Karl-May-Fest, der Langen Nacht der Wissenschaft<br />
oder zum Ferienfest bauen Kobelt und seine Vereinskollegen die<br />
Teleskope auf. Die Sternwarte Radebeul ist eine städtische Einrichtung.<br />
Der Astroclub mietet für seine Arbeit Teile der Sternwarte.<br />
„Seit Jahrzehnten haben wir bisher voneinander profitiert“, sagt<br />
Kobelt. Der Astroclub sieht seine Aufgaben in zwei Bereichen:<br />
Mit Vorträgen und Himmelsbeobachtungen will der Verein das<br />
Wissen über den Weltraum fördern. „Zum anderen fördert der<br />
Verein die Amateurastronomie in der Region insbesondere durch<br />
Bereitstellung von hochwertiger Beobachtungstechnik“, weiß<br />
Kobelt. „Neugier und Begeisterung sind die Zutaten, mit denen<br />
gerade Kinder und Jugendliche an die Wissenschaft herangeführt<br />
werden können“, freut sich der <strong>CDU</strong>-Wissenschaftspolitiker<br />
Oliver Fritzsche. „Der Blick zu den Sternen<br />
hat schon so manchen in seinen Bann gezogen und den<br />
Grundstein für eine Karriere in der Forschung gelegt.<br />
Toll, dass sich <strong>Ehrenamt</strong>liche auch dafür<br />
engagieren!“<br />
Seit 2015 steht an der Volkssternwarte Radebeul das größte mobile und<br />
vor allem regelmäßig öffentlich nutzbare Spiegelteleskop Sachsens<br />
Oliver Fritzsche<br />
<strong>CDU</strong>-Wissenschaftspolitiker<br />
59
ICH UND MEIN EHRENAMT<br />
Gestern nahm ich an dem ersten Arbeitseinsatz für die Aktion „Gemeinsam zur Waldmeisterschaft"<br />
im Tagebau Peres teil. Der Leipziger Zoo unter Zoochef Jörg Junhold hat gemeinsam<br />
mit der Stiftung Wald für Sachsen zu der Aktion aufgerufen und will bis zur Fußball-Europameisterschaft<br />
2024 fast 8100 Bäume und Sträucher im Raum Leipzig pflanzen. Der Wald soll aus<br />
Gemeiner Kiefer, Eichenarten, Feldahorn und sowie am Rand aus Schlehe und Wildapfel bestehen.<br />
Es ist das Ziel, dass im Rahmen der Aktion ein artenreicher und klimastabiler Mischwald<br />
entsteht, der nicht nur den ökologischen Bedürfnissen entspricht, sondern auch der Erholung<br />
der Bevölkerung dient. Zusammen mit den beiden Euro-2024-Botschaftern Zoodirektor Jörg<br />
Junhold und Anja Mittag und weiteren Helfern pflanzten wir gestern die ersten Bäume. An der<br />
Kampagne kann sich jeder auch durch eine Spende ab fünf Euro für einen Baum beteiligen.<br />
Vielen Dank an den Leipziger Zoo und die Stiftung Wald für Sachsen für die Organisation der<br />
Baumpflanzaktion und an alle, die gespendet und tatkräftig mitgeholfen haben.
„Alles kommt vom Berge her“<br />
Herzlichen Glückwunsch, lieber Frank Vogel, zur heutigen Ernennung als Ehrenmitglied<br />
der Bergbrüderschaft „Schneeberger Bergparade“ e.V. Der Verein unter Leitung von<br />
Ray Lätzsch leistet einen sehr wichtigen Beitrag zur Pflege und Bewahrung unserer<br />
erzgebirgischen Traditionen. Auch deshalb ist es mir eine Ehre, den Verein zukünftig<br />
als Fördermitglied zu unterstützen.<br />
#unterwegsfürdiesächsischeschweiz – „Wir für Sachsen" fördert bürgerschaftliches<br />
Engagement in den Bereichen Kunst, Musik, Kultur, Umwelt und Sport – heute im<br />
Gespräch dazu mit der Geschäftsführerin der #bürgerstiftung Katrin Sachs. #ehrenamt<br />
#förderprogramme #freistaatsachsen #bürgerstiftung<br />
Als Präsident des AWO-Kreisverbandes Zwickau informiere ich mich regelmäßig beim<br />
Vorstand, heute bei Frau Linda Stiller, über den Geschäftsverlauf und anstehende<br />
Herausforderungen. Weit über 500 Mitarbeiter leisten in den sozialen Einrichtungen<br />
der AWO tagtäglich eine engagierte Arbeit für Jung und Alt. Respekt und Anerkennung<br />
dafür! #<strong>Ehrenamt</strong><br />
Heute traf ich mich mit Susan Pfüller, der Vorsitzenden des Evangelischen Schulvereins<br />
Limbach-Oberfrohna, zum Freien Evangelischen Limbacher Schulzentrum (FELS).<br />
Auf der Baustelle für das neue Schulgebäude haben wir uns ein Bild davon gemacht,<br />
wie die Bauarbeiten vorangehen. In den Sommerferien erfolgt dann der Umzug vom<br />
jetzigen Schulgebäude, der Schule am Wasserturm, in die neu sanierten Räumlichkeiten<br />
der ehemaligen Textilfabrik „Artiseda".<br />
2016 wurde der Trägerverein des Freien Evangelischen Limbacher Schulzentrums<br />
gegründet, in welchem ich mich als Mitglied engagiere. Die Hauptaufgaben liegen in<br />
der Unterstützung und Überwachung sowie der organisatorischen Absicherung des<br />
Schulbetriebes.<br />
Eine der größten Herausforderung ist vor dem Hintergrund des allgegenwärtigen Lehrkräftemangels<br />
der Aufbau des Pädagogenteams, berichtet mir Susan Pfüller in unserem<br />
Gespräch. Dabei gibt es im Vergleich zu staatlichen Schulen sowohl Gemeinsamkeiten<br />
als auch Unterschiede im Schulalltag und im täglichen Miteinander. Der Fokus liegt<br />
nicht vordergründig auf der Leistungsfähigkeit der Schüler, sondern basiert insbesondere<br />
auf dem Leitbild der Liebe Gottes. Besonderer Wert wird dabei auf die individuelle<br />
Entwicklung der Schüler gelegt sowie auf die Pflege gelingender zwischenmenschlicher<br />
Beziehungen im Schulleben unter Lehrern, Eltern und Schülern.<br />
Gern können sich interessierte Lehrkräfte für diese besondere Form des Schulalltags bewerben.<br />
Auf der Seite www.fels-schule.de findet man alle wichtigen Informationen dazu.<br />
#<strong>Ehrenamt</strong> #FELS #<strong>Einblick</strong> #<strong>CDU</strong> #gemeinsammehrerreichen<br />
Im Sommer ist es wieder so weit. Bereits zum 6. Mal richtet mein Verein @atsv_frisch_auf_<br />
wurzen ein Internationales Jugendfußball-Turnier aus. Geht es auf dem Platz darum, im<br />
fairen Wettkampf den Sieger zu ermitteln, entstanden daneben viele Freundschaften, die<br />
über die vielen Jahre Bestand haben. Gern übernehme ich auch in diesem Jahr wieder die<br />
Schirmherrschaft und danke allen ehrenamtlichen Helfern, Eltern und Sponsoren für die<br />
großartige Unterstützung. #ehrenamt #wurzenerland #atsvfawurzen #kayritter<br />
61
Die Natur erwacht mit frischem Grün und so langsam beginnen auch die Bienen wieder<br />
auszuschwärmen. Vielleicht ist Ihnen schon die eine oder andere begegnet.<br />
Als Hobbyimker fiebere ich der neuen Saison entgegen, bleibt es doch immer spannend,<br />
wie sich das Jahr entwickelt. Von welchen Faktoren das abhängt, vermitteln<br />
wir dabei im #<strong>Ehrenamt</strong> als Verein auch an die nächste Generation. Kindern und<br />
Jugendlichen zeigen zu können, welchen Beitrag Bienen zu unserem menschlichen<br />
Leben leisten, welche Aufgaben man als Imker hat und was sie selbst zu Artenvielfalt<br />
und Umweltschutz beitragen können, ist ein schöne Erfahrung. Und auch wenn es<br />
eventuell etwas klischeehaft klingt: In einer medial geprägten Welt ist das Erleben live<br />
und draußen nicht das Schlechteste.<br />
Doch auch für mich selbst geht es um mehr als die gefüllten Honiggläser im Verlauf<br />
der Saison. Imkerei ist ein aktiver Beitrag zur Artenvielfalt und -erhaltung. Sie hilft<br />
beim Blick auf Themen, die unsere Umwelt, unseren Lebensraum betreffen und die<br />
mir in der politischen Arbeit begegnen.<br />
#ehrenamt #ehrenamtsachsen #imkerei #schule<br />
Wenn Zumbamädels Geburtstag feiern, da bleibt kein Auge trocken!
#<strong>Ehrenamt</strong><br />
Seit über 30 Jahren bin ich in der Feuerwehr, im DRK sogar schon seit 50 Jahren. Für<br />
mich eine Herzensangelegenheit und Grundeinstellung, anderen Menschen zu helfen.<br />
Ein <strong>Ehrenamt</strong>, das ich gern ausfülle, denn alle Kameradinnen und Kameraden sind 365<br />
Tage im Jahr ehrenamtlich für uns alle im Einsatz.<br />
Unsere Bibliotheken freuen sich immer über viele neugierige Leseratten, denn Lesen<br />
formt Worte zu Bildern und lässt die Fantasie auf Wanderschaft gehen. Seit vielen<br />
Jahren als Lesepatin unterwegs, ist es mir immer wieder eine große Freude, die Kinder<br />
auf die Reise in die Welt der Bücher mitzunehmen. #<strong>Ehrenamt</strong><br />
Zu Gast beim Erzgebirgischen Theaterverein Hormersdorf e.V. – nach drei Jahren<br />
Corona-Zwangspause endlich Premieren-Aufführung von „De Gewaltkur – Erzgebirgischer<br />
Schwank in zwei Akten" vor über 250 begeisterten Zuschauern! Ein wunderbarer<br />
und extrem lustiger Theaternachmittag – gemeinsam mit Ortsvorsteher Marco Hilbert.<br />
Der Erzgebirgische Theaterverein Hormersdorf wurde am 21. April 1993 gegründet und<br />
feiert somit in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen und hat aktuell 80 ehrenamtliche<br />
Mitglieder. Vorsitzender ist Michael Ullmann.<br />
Im <strong>Ehrenamt</strong> bin ich als Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. tätig. Bei<br />
dieser verantwortungsvollen Aufgabe vertrete ich die sächsischen Tourismusakteure und<br />
damit die ganze Branche auf Landesebene – eine fordernde und zugleich schöne Aufgabe,<br />
die mich mit vielen interessanten und fleißigen Menschen zusammenbringt. Ein ehrenamtliches<br />
Engagement tut uns allen und der gesamten Gesellschaft gut. Einen großen Dank<br />
an dieser Stelle den vielen Menschen, die sich z. B. im Sport, der Kultur, der Feuerwehr,<br />
der Kirchgemeinde oder in vielen anderen Vereinen und Initiativen einbringen.<br />
Machen Sie weiter so! Danke! #ehrenamt @landestourismusverbandsachsen @cdu_<br />
slt #mitmachen #sachsen #dieheimatvoranbringen #erzgebirge #masterplantourismus<br />
#<strong>Ehrenamt</strong> #<strong>Einblick</strong><strong>Magazin</strong> <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages<br />
Heute hat mich der THW Ortsverband Dresden besucht.
WIR BRINGEN<br />
DIE PARTY<br />
AUF DEN SEE<br />
IM ALLTAG ABTEILUNGSLEITERIN<br />
IN DER FREIZEIT<br />
RESERVISTIN<br />
Kristina Schulz leitet als Reservistin das Kreisverbindungskommando<br />
Meißen im Landeskommando Sachsen.<br />
Heißt: Im Krisenfall kümmert sie sich mit weiteren Reservisten<br />
um die Amtshilfe der Bundeswehr. So zuletzt<br />
geschehen während der Corona-Pandemie: Damals koordinierte<br />
sie in enger Absprache mit dem Amt für Katastrophenschutz<br />
und Rettungswesen in Großenhain<br />
die Soldatinnen und Soldaten, die in Pflege- und Seniorenheimen,<br />
Krankenhäusern und Gesundheitsämtern<br />
unterstützten. Bundesweit ist Schulz damit die erste<br />
Frau im Dienstgrad Oberstleutnant der Reserve, die ein<br />
Kreisverbindungskommando führt. „Etwas Sinnvolles<br />
für meine Heimat zu tun und gleichzeitig an der positiven<br />
Wahrnehmung des Soldatenberufs mitzuwirken,<br />
ist toll“, sagt sie. Hauptberuflich arbeitet die Luft- und<br />
Raumfahrtingenieurin als Abteilungsleiterin im Betrieb<br />
eines Reinraums am Fraunhofer-Institut für Photonische<br />
Mikrosysteme in Dresden. Dort führt sie ein 42-köpfiges<br />
Team. „Organisation ist meine Stärke“, sagt sie. „Es ist<br />
schön, Mitarbeiter so zu motivieren, dass sie von sich aus<br />
ihren Job machen. „Stressresistenz, Menschenkenntnis,<br />
Priorisierung, Durchsetzungsfähigkeit – all das habe ich<br />
bei den Streitkräften gelernt.“<br />
Falk Dossin ist Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft<br />
Leipzig und lebt bereits den größten Teil seines Lebens im<br />
Leipziger Stadtteil Thekla. „Ich bin hier geboren und aufgewachsen“,<br />
sagt er. Die Probleme von Thekla erlebte er<br />
so direkt mit. „Der Stadtteil hatte lange mit Überalterung<br />
und Leerstand zu kämpfen“, erzählt Dossin. Vor 13 Jahren<br />
hatte er dann die Idee. Gemeinsam mit sieben anderen<br />
<strong>Ehrenamt</strong>lichen gründet er den Bürgerverein Leipzig-Nordost.<br />
„Unser Ziel war – gemeinsam mit der Stadt und den<br />
Vermietern – ein Konzept zu entwickeln, damit Thekla und<br />
der Nordost von Leipzig – also Mockau, Portitz und Plaußig<br />
– wieder attraktiv für junge Familien wird“, erinnert sich<br />
Dossin. Wichtiger Bestandteil des Konzeptes: Das Wasserfest<br />
am Bagger – der Natursee im Stadtteil Thekla. „Für den<br />
Autobahnbau wurde hier eine Kiesgrube ausgehoben. Der<br />
Volksmund behauptet, dass die Grube über Nacht vollgelaufen<br />
wäre und immer noch ein Bagger im See steht – daher<br />
der Name“, erklärt Dossin. Das Wasserfest ist mittlerweile<br />
das größte Stadtteilfest in Leipzig. Etwa 30.000 Besucher<br />
kommen jedes Jahr dafür nach Thekla. Ursprünglich plante<br />
der Verein mit 5.000 Gästen. „Dem Stadtteil tut das allerdings<br />
gut. Mittlerweile wohnen hier wieder junge Familien<br />
und der Leerstand ist ebenfalls gesunken“ freut sich der<br />
Vereinsvorsitzende über den Erfolg. Im Bürgerverein Leipzig-Nordost<br />
sind heute 20 <strong>Ehrenamt</strong>liche aktiv. Der Verein<br />
kooperiert nicht nur mit Stadt und Vermietern, sondern<br />
sucht den Austausch mit anderen Vereinen vor Ort. „Es gibt<br />
immer neue Herausforderungen. Wichtig ist daher, dass<br />
wir Menschen haben, die mitmachen wollen“, sagt Dossin.<br />
Eins der neuesten Projekte war der Neubau des Spielplatzes<br />
am Bagger. Auch einen Frühjahrsputz organsiert der<br />
Verein jedes Jahr. Der <strong>CDU</strong>-Abgeordnete Holger Gasse sagt:<br />
„Ich bin Menschen wie Falk Dossin, die sich ehrenamtlich<br />
so für ihr Stadtviertel einsetzen, ausgesprochen dankbar.“<br />
Gasse ist selbst Mitglied im Bürgerverein. „Ich weiß, was die<br />
Organsiation des Festes jedes Jahr für eine Mammut-Aufgabe<br />
ist, und habe davor höchsten Respekt.“<br />
64
Größtes Stadtteilfest in Leipzig: Das Wasserfest hat Thekla in<br />
ganz Leipzig bekannt gemacht<br />
Die Rennen auf dem Natursee sind ein Highlight des Wasserfestes<br />
Politische Unterstützung: <strong>CDU</strong>-Politiker Holger Gasse setzt sich<br />
für den Bürgerverein Leipzig-Nordost ein<br />
Der Bürgerverein Leipzig-Nordost<br />
organsiert ehrenamtlich das Wasserfest<br />
im Leipziger Stadtteil Thekla<br />
– eine spannende Aufgabe, wie<br />
Vereinsvorsitzender Falk Dossin<br />
findet. Der Austausch mit anderen<br />
<strong>Ehrenamt</strong>lichen ist ihm wichtig.<br />
„Am Abend, wenn das Fest vorbei<br />
ist, setzen wir uns direkt für ein<br />
Feedback zusammen. So lernen<br />
wir jedes Jahr“, verrät er<br />
65
5<br />
IN SCHRITTEN<br />
ZUM EIGENEN VEREIN<br />
„Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften<br />
zu bilden“, heißt es in Artikel 9 unseres<br />
Grundgesetzes. Aber wie gründet man einen<br />
eingetragenen Verein?<br />
1<br />
Sobald Sie den Zweck Ihres Vereins kennen, brauchen Sie<br />
Gründungsmitglieder: Um einen eingetragenen Verein<br />
(„e. V.“) zu gründen, sind mindestens sieben geschäftsfähige<br />
Mitglieder erforderlich.<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
Sie brauchen eine Satzung. Die wird bei der Gründungsversammlung<br />
mit den mindestens sieben Mitgliedern<br />
beschlossen. Außerdem muss ein Vorstand gewählt werden.<br />
Mustersatzungen finden Sie kostenlos im Internet.<br />
Für die spätere Eintragung des Vereins ist ein Gründungsprotokoll<br />
notwendig. Darin werden Ablauf sowie Abstimmungsergebnisse<br />
festgehalten. Auch für so ein Protokoll<br />
finden sich kostenlose Vorlagen im Internet.<br />
Anschließend müssen Satzung und Protokoll unterschrieben<br />
werden, die Unterschriften sind durch einen Notar zu<br />
beglaubigen. Der Notar leitet die Satzung an das Amtsgericht<br />
weiter.<br />
Der Vorstand meldet dann den Verein mit den beglaubigten<br />
Dokumenten beim Registergericht an. Der Registerauszug<br />
wiederum muss dem Finanzamt vorgelegt werden.<br />
Hinweis: Es gibt jede Menge Informationsangebote im<br />
Internet zu den Fragen, wie man einen Verein gründet<br />
und was zum Beispiel die Voraussetzungen für die Anerkennung<br />
der Gemeinnützigkeit sind.<br />
66
JETZT GRATIS BESTELLEN!<br />
„<strong>Einblick</strong>“ ist das politische <strong>Magazin</strong> der <strong>CDU</strong>-Fraktion mit<br />
Reportagen und Interviews zu Land, Leuten und Politik in<br />
Sachsen. Es erscheint in gedruckter Form zwei- bis dreimal<br />
Mal im Jahr. In jeder <strong>Ausgabe</strong> beschäftigt sich „<strong>Einblick</strong>“<br />
mit einem anderen <strong>Thema</strong>. In der aktuellen <strong>Ausgabe</strong>, die<br />
Ihnen vorliegt, steht das <strong>Ehrenamt</strong> im Freistaat im Mittelpunkt.<br />
Themen der vorangegangenen <strong>Ausgabe</strong>n sind<br />
„Werte“, „Handwerk“ oder „Älter werden“. „<strong>Einblick</strong>“ sticht<br />
dabei durch seine besondere Art der Berichterstattung hervor:<br />
Wir treffen die Menschen vor Ort und lassen sie zu<br />
Wort kommen. Über unsere Reportagen, Berichte und Interviews<br />
wird so deutlich, wie die Arbeit der <strong>CDU</strong>-Fraktion des<br />
Sächsischen Landtages im Freistaat wirkt. Natürlich kommen<br />
dabei auch unsere Abgeordneten zu Wort. Aber: Bei<br />
uns stehen die Sachsen im Mittelpunkt! Lassen Sie sich ab<br />
jetzt keine „<strong>Einblick</strong>“-<strong>Ausgabe</strong> mehr entgehen!<br />
Gern senden wir Ihnen künftig alle<br />
„<strong>Einblick</strong>“-<strong>Ausgabe</strong>n per Post. Füllen Sie<br />
dafür einfach untenstehende Postkarte aus<br />
und senden Sie diese an die Fraktion.<br />
JA, ICH MÖCHTE „EINBLICK“ ABONNIEREN:<br />
Bitte freimachen<br />
Vor- und Zuname<br />
Straße und Hausnummer<br />
PLZ, Stadt<br />
E-Mail/Telefon (Angaben freiwillig)<br />
Mit meiner Unterschrift willige ich ein, dass die <strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages meine Adressdaten<br />
speichert und zur Übermittlung der Zeitschrift „<strong>Einblick</strong>“ verwendet.<br />
An<br />
<strong>CDU</strong>-Fraktion des Sächsischen Landtages<br />
Pressestelle – Redaktion „<strong>Einblick</strong>“<br />
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1<br />
01067 Dresden<br />
Datum, Ort, Unterschrift<br />
Oder Sie bestellen das Abo gleich per Mail. Schreiben Sie an:<br />
cdu-pressestelle@slt.sachsen.de<br />
67<br />
Es gelten die Datenschutzbestimmungen wie unter cdu-fraktion-sachsen.de/datenschutz dargestellt.
„Wer Freizeit in <strong>Ehrenamt</strong>sarbeit investiert, der<br />
bekommt garantiert Zinsen dafür. “<br />
Klaus Seibold, Schriftsteller<br />
(† 23. Juni 1995 in Spremberg)<br />
„Wenn jeder dem anderen helfen wollte, wäre<br />
allen geholfen.“<br />
Marie von Ebner-Eschenbach, Schriftstellerin<br />
(† 12. März 1916, Wien, Österreich)<br />
„Tun Sie gelegentlich etwas, womit Sie weniger<br />
oder gar nichts verdienen. Es zahlt sich aus.“<br />
Oliver Hassencamp, Kabarettist und Schauspieler<br />
(† 1. April 1988, Waging am See)<br />
„Ohne die vielen Frauen und Männer, die in<br />
Deutschland ein <strong>Ehrenamt</strong> ausüben, wäre unser<br />
Gemeinwesen nicht denkbar.“<br />
Helmut Kohl, 1982 bis 1998 Bundeskanzler<br />
(† 16. Juni 20<strong>17</strong>, Oggersheim, Ludwigshafen am Rhein)<br />
cdu-fraktion-sachsen.de<br />
Tacheles! Politik im Klartext<br />
cdulandtagsfraktionsachsen<br />
@cdu_slt<br />
cdu_slt