27.06.2023 Aufrufe

Unternehmen für Mensch und Umwelt

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

Lesen Sie mehr auf sozialeverantwortung.info 7<br />

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Unverpackt e. V. - Verband der Unverpackt Läden entstanden.<br />

Die beste Verpackung ist die, die gar nicht erst entsteht.<br />

Im Jahr 2020 hat jede in Deutschland lebende Person laut BMUV im Schnitt 226 kg Verpackungsmüll<br />

produziert. Egal ob Kunststoff, Papier oder Aluminium: die Herstellung jeder Verpackung ist<br />

energie- <strong>und</strong> rohstoffintensiv.<br />

Text Chrissi Holzmann<br />

FOTO: SERVUS RESI - NATÜRLICH UNVERPACKT.<br />

Den nächstgelegenen Unverpackt-Laden findet man auf:<br />

www.unverpackt-verband.de<br />

Noch dazu funktioniert gerade bei Kunststoff das Recycling<br />

nur mangelhaft, denn laut Heinrich Böll Stiftung<br />

werden derzeit gerade einmal 14% davon tatsächlich<br />

wiederverwertet. Der Rest landet auf Deponien, wird<br />

verbrannt oder verbleibt in unserer <strong>Umwelt</strong>, zuletzt in<br />

unseren Gewässern <strong>und</strong> Böden als finale <strong>Umwelt</strong>senken.<br />

Im Ergebnis führt das zu Plastikinseln im Ozean, Kunststoffmüll<br />

in der Arktis <strong>und</strong> Mikroplastik in unserem Blut.<br />

Einen echten Gegenentwurf zu unnötigen Verpackungen<br />

liefern Unverpacktläden. Ein Einkauf hier kann im<br />

Vergleich zum Biosupermarkt satte 84% Verpackungsmüll<br />

einsparen. Und nicht nur das: da unverpackt einkaufen<br />

oft auch biologisch <strong>und</strong> regional einkaufen bedeutet,<br />

kommen weniger Pestizide <strong>und</strong> Chemikalien<br />

zum Einsatz, kurze Transportwege produzieren weniger<br />

CO 2<br />

-Emissionen <strong>und</strong> ein Blick auf die Wertschöpfungskette<br />

der einzelnen Produkte zeigt, dass fairer Handel<br />

großgeschrieben wird.<br />

Lebensmittel wie Müslis, Nudeln <strong>und</strong> Kräuter, aber<br />

auch Kosmetik <strong>und</strong> Reinigungsmittel werden hier in<br />

mitgebrachte Gefäße abgefüllt. Die Shampoo Flasche<br />

bekommt ein zweites Leben, die Brötchentüte wird mit<br />

Reis befüllt <strong>und</strong> das leere Marmeladenglas mit Gummibärchen<br />

- so wird Einweg zu Vielweg. Wer 75 Gramm rote<br />

Linsen <strong>für</strong> ein Rezept benötigt, kauft bedarfsgerecht<br />

genau diese Menge <strong>und</strong> wirkt Lebensmittelverschwendung<br />

entgegen. Mogelpackungen <strong>und</strong> versteckte Preiserhöhung<br />

sind schlichtweg unmöglich. Transparenz ist<br />

Trumpf.<br />

Während die Politik durch das Einwegkunststofffondsgesetz<br />

geringe Abgaben <strong>für</strong> Einwegverpackungen auf<br />

den Weg bringt, statt wirkungsvollere Anreize <strong>für</strong> deren<br />

Vermeidung zu setzen, sind Unverpacktläden mehrere<br />

Schritte weiter. Sie wirken als kommunale Müllvermeider<br />

<strong>und</strong> handhaben Verpackungsmüll auf die einzig zukunftsfähige<br />

Art: sie lassen ihn gar nicht erst entstehen.<br />

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der die<strong>Umwelt</strong>Druckerei GmbH entstanden.<br />

Solarenergie <strong>und</strong> Bäume –<br />

<strong>für</strong> eine nachhaltige Entwicklung in Afrika<br />

Text Dr. Kevin Riemer-Schadendorf<br />

„Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine<br />

Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“,<br />

heißt es in einem afrikanischen Sprichwort. Eine Öko-<br />

Druckerei aus Hannover fühlt sich von dieser Maxime<br />

inspiriert <strong>und</strong> reist in den Senegal. Entgegen zu den Industrienationen<br />

ist Afrika kaum <strong>für</strong> den Klimawandel<br />

verantwortlich, jedoch am meisten von den Folgen betroffen.<br />

Insbesondere die Sahelzone leidet unter Dürre,<br />

die immer wieder Hungersnöte verursacht. Wüsten <strong>und</strong><br />

Trockensavannen wechseln sich ab. Eines haben die Gebiete<br />

gemeinsam: zu viel Sonne. Zu wenig Niederschläge.<br />

Doch die omnipräsente Sonne bietet auch eine Chance.<br />

die<strong>Umwelt</strong>Druckerei kooperiert mit der angeb<strong>und</strong>enen<br />

Africa GreenTec Fo<strong>und</strong>ation, um eine Frauenkooperative<br />

vor Ort in Senegal zu unterstützen. Gemeinsam installierten<br />

sie in der senegalesischen Fatick-Region eine<br />

Solarpumpe, die die Felder der Kooperative bewässert<br />

<strong>und</strong> höhere Ernteerträge verspricht. Zu Kühlung der Ernte<br />

spendete die Öko-Druckerei zudem einen Solar-Kühlschrank<br />

<strong>und</strong> eine Solar-Lampe <strong>für</strong> den Verkaufsladen.<br />

Ernte. Kühlung. Licht. Solarenergie machts möglich.<br />

Die Ausbreitung der Wüsten kann die Solarenergie alleine<br />

nicht verhindern. Die Great Green Wall in Afrika ist<br />

ein ehrgeiziges <strong>Umwelt</strong>projekt, das darauf abzielt, die<br />

Verwüstung in der Sahelzone zu stoppen. Das Ziel dieser<br />

Grünen Mauer ist es, einen Gürtel aus Bäumen <strong>und</strong><br />

Grünflächen zu schaffen, um die Lebensbedingungen<br />

<strong>für</strong> Millionen von <strong>Mensch</strong>en in Afrika zu verbessern.<br />

Heimische Bäume bieten nicht nur Klimaschutz, sondern<br />

liefern Schatten, Früchte <strong>und</strong> Medizin. die<strong>Umwelt</strong>-<br />

Druckerei pflanzte im Senegal dreih<strong>und</strong>ert an die Trockenheit<br />

angepasste Bäume.<br />

FOTO: DIEUMWELTDRUCKEREI GMBH<br />

Nur 300 Bäume gepflanzt? Bloß eine Frauenkooperative<br />

unterstützt? Hiermit seien insbesondere kleinere <strong>Unternehmen</strong><br />

inspiriert, ihren kleinen Beitrag <strong>für</strong> eine ökologische<br />

<strong>und</strong> soziale Entwicklung zu leisten, denn viele<br />

kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine<br />

Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.<br />

Weitere Projektinfos:<br />

www.dieumweltdruckerei.de/blog/tag/senegal/<br />

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der BIOvative GmbH entstanden.<br />

Bioplastik - in welchem Sack steckt die Katze wirklich?<br />

Text Janine Friebel<br />

Als Hersteller:in von Bioplastikbeuteln haben wir von BIOvative<br />

mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Im medialen<br />

Diskurs sind Biokunststoffe in der Vergangenheit häufig<br />

in die Kritik geraten. Die Gründe:<br />

1. Hersteller:innen konnten ihre ökologischen Versprechen<br />

gegenüber den Verbraucher:innen nicht einhalten.<br />

2. Biokunststoff ist kein geschützter Begriff – hier<br />

schmücken sich Hersteller:innen gern mit Begriffen, die<br />

nach echter Nachhaltigkeit klingen. In Wirklichkeit bringen<br />

viele Produzenten „Biokunststoffe“ auf den Markt, die<br />

lediglich leicht bessere konventionelle Kunststoffe sind.<br />

3. Bioplastik wird oft mit konventionellem Plastik<br />

gleichgesetzt. Dabei unterscheiden sie sich in ihren<br />

Eigenschaften deutlich.<br />

Wir wollen mit diesen Vorurteilen aufräumen. Denn echt<br />

nachhaltige Biokunststoffe sind ein wesentlicher Schritt<br />

<strong>für</strong> eine lebenswerte Zukunft. Herkömmliche Kunststoffe<br />

werden auf Erdölbasis hergestellt <strong>und</strong> sind nicht<br />

biologisch abbaubar. Biokunststoffe hingegen werden<br />

vollständig oder anteilig aus nachwachsenden Rohstoffen<br />

hergestellt. Echt nachhaltige Biokunststoffe sind<br />

biobasiert <strong>und</strong> biologisch abbaubar. Die Vorteile von<br />

echtem Bioplastik sind vielfältig. Dieser Kunststoff wird<br />

aus Pflanzen hergestellt. Je nach Zusammensetzung<br />

kann die Herstellung klimaneutral erfolgen, weil nur das<br />

CO 2<br />

eingesetzt wird, das die Pflanze vorher aufgenommen<br />

hat. Je nach Einsatz an Rohstoffen zersetzen sich<br />

biologisch abbaubare Biokunststoffe nicht nur in Kompostieranlagen,<br />

sondern auch im heimischen Kompost.<br />

Die <strong>für</strong> unsere Biobeutel verwendete Folie wird in unter<br />

6 Wochen in industriellen Kompostieranlagen zersetzt.<br />

Konventionelle Kunststoffe können oft nicht recycelt<br />

werden <strong>und</strong> werden verbrannt – noch mehr CO 2<br />

wird<br />

frei. Was nicht verbrannt wird, landet in riesigen Müllinseln<br />

im Meer <strong>und</strong> an Stränden. In einem Punkt haben die<br />

Kritiker:innen von Biokunststoffen recht: Die Gefahr von<br />

Greenwashing ist hoch, weil nicht jedes Bioplastik auch biologisch<br />

abbaubar ist. Begriffe wie „Bio“ sind nicht geschützt.<br />

Echt nachhaltige Biokunststoffe<br />

sind ein wesentlicher Schritt <strong>für</strong><br />

eine lebenswerte Zukunft.<br />

Janine Friebel, Geschäftsführerin<br />

Darum ist die Zertifizierung von Produkten aus Biokunststoffen<br />

so wichtig! Beim Kauf von Produkten mit<br />

den Zertifikaten wie Der Keimling, DINplus, OK compost<br />

HOME <strong>und</strong> INDUSTRIAL kann Greenwashing ausgeschlossen<br />

<strong>und</strong> sichergestellt werden, dass mit tatsächlich<br />

nachhaltigem Biokunststoff gearbeitet wird. In unserem<br />

Magazin klären wir r<strong>und</strong> um Bioplastik <strong>und</strong> Greenwashing<br />

auf. Wir wollen zeigen, wie Verbraucher:innen <strong>und</strong><br />

<strong>Unternehmen</strong> einen wirklichen Impact <strong>für</strong> eine lebenswerte<br />

Zukunft leisten können.<br />

Weitere Info's auf unserer Webseite: www.biovative.de<br />

Oder schau bei Instagram vorbei: @ biovative_official

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!