Südtirol Special Nr.1/2023
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SPEZIAL<br />
DIE<br />
130 BESTEN<br />
ADRESSEN<br />
FÜR HOTELS,<br />
KULINARIK<br />
UND SPORT<br />
GENUSS<br />
Norbert Niederkofler und<br />
seine Erfolgsrezepte<br />
DOLOMITEN<br />
Reinhold Messner über die<br />
schönsten Berge der Welt<br />
Österreichische Post AG, MZ 02Z030053 M, Falstaff TRAVEL GmbH, Kaiser-Josef-Str. 13, 6020 Innsbruck<br />
SÜDTIROL<br />
Die schönsten Design- und Eco-Hotels, die spektakulärsten<br />
Wanderrouten, die angesagtesten Almhütten und Gourmet-Spots.<br />
419363 2 309507<br />
01
Amus Chalets Dolomites<br />
Antholzertal, <strong>Südtirol</strong>
EDITORIAL<br />
falstaff TRAVEL<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />
Wolfgang Rosam<br />
Herausgeber Falstaff<br />
Nadine Tschiderer<br />
Herausgeberin Falstaff TRAVEL<br />
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER!<br />
Fotos: Stefan Gergely, Patrick Saringer<br />
S<br />
üdtirol zu kennen heißt <strong>Südtirol</strong> zu lieben –<br />
und <strong>Südtirol</strong> immer wieder neu entdecken zu<br />
wollen, denn die kleine Region besitzt maximale<br />
Vielfalt. Die Wunderwelt der Dolomiten<br />
und die bezaubernden Städte Meran und Bozen<br />
liegen so nahe beieinander, dass eine unvergessliche<br />
Wanderung und das Flanieren in schattigen Arkaden<br />
bequem in einen Tag passen. Dass dieser dann mit<br />
einem genussvollen kulinarischen Grenzgang zwischen Nord<br />
und Süd sowie zwischen Tradition und Innovation endet, ist<br />
hier eine Selbstverständlichkeit.<br />
„Mit der außergewöhnlichen<br />
Schönheit seiner Landschaft berührt<br />
<strong>Südtirol</strong> Herz und Seele.“<br />
„Alles hat hier schon mehr Kraft und Leben … und man<br />
glaubt wieder einmal an Gott“, stellte Johann Wolfgang von<br />
Goethe fest, als er 1786 <strong>Südtirol</strong> erreichte. Noch heute möchte<br />
man dem Dichter beipflichten – denn mit der außergewöhnlichen<br />
Schönheit der Landschaft und der echten<br />
Herzlichkeit ihrer Bewohner berührt die Region Herz und<br />
Seele. Zu den eindrucksvollsten Bergzacken der Welt kommen<br />
Kernkompetenzen in Kulinarik, Weinbau und Architek<br />
tur, die das Leben auf der Südseite der Alpen noch angenehmer<br />
machen. Wie Sie <strong>Südtirol</strong> von seiner schönsten Seite<br />
erleben, zeigen wir Ihnen hier auf rund 160 Seiten: Wir haben<br />
die besten Tipps zu Aktivitäten, Genuss und zum Übernachten<br />
gesammelt, und dazu exklusive Interviews mit Über-Bergsteiger<br />
Reinhold Messner, Star-Architekt Matteo Thun und<br />
Spitzenkoch Norbert Niederkofler geführt. Aus seiner Liebe<br />
zu <strong>Südtirol</strong> macht Messner in unserem Gespräch keinen<br />
Hehl: „Die Dolomiten sind die schönsten Berge der Welt, das<br />
Maximum an Eleganz und Schönheit.“ Aber nicht nur in Bergen<br />
und Restaurants ist man in <strong>Südtirol</strong> dem Himmel nahe,<br />
auch die Architektur greift nach den Sternen, ebenso wie der<br />
Weinbau: An den steilen Hängen wachsen neben Kerner und<br />
Silvaner auch alte Sorten wie Vernatsch. Bioweine höchster<br />
Qualität erleben derzeit einen besonderen Boom.<br />
Es gibt also vieles zu entdecken, zu erleben und zu<br />
ver kosten. Beginnen Sie Ihre <strong>Südtirol</strong>-Reise im Kopf – mit<br />
un serem Magazin! Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei.<br />
Herzlichst,<br />
Wolfgang M. Rosam<br />
@RosamWolfgang<br />
Nadine Tschiderer<br />
@NadineTschiderer<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 7
falstaff TRAVEL<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />
INHALT<br />
18<br />
Idyll zwischen Bergwiesen und Gipfeln<br />
Malerische Landschaft, gelebte Gastfreundschaft<br />
und vieles mehr machen <strong>Südtirol</strong> einzigartig.<br />
TRADITION<br />
46<br />
Ein<br />
Traum in Türkis<br />
Der Pragser Wildsee lockt das ganze<br />
Jahr über mit glasklarem Wasser.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Alex Moling, Unsplash<br />
18 Zurück zum Ursprung<br />
Maximale Vielfalt in einer der schönsten Regionen<br />
Europas: <strong>Südtirol</strong> punktet mit Kultur, Natur, Tradition<br />
und Innovation.<br />
26 Brauchtumskalender<br />
Save the date – diese Events sollte man in <strong>Südtirol</strong> nicht<br />
verpassen. Ein Kalender für das ganze Jahr.<br />
28 Leben am Limit<br />
Reinhold Messner machte sich als Extrembergsteiger einen<br />
Namen. Trotz seiner vielen Reisen bleibt <strong>Südtirol</strong> immer sein<br />
liebstes Fleckchen. Der Brixner im exklusiven Interview.<br />
EXPERIENCES<br />
34 Aktiv in den Bergen<br />
Kaum eine Region kann mit so vielfältigem Angebot<br />
aufwarten. Von familienfreundlichen Wanderrouten bis<br />
zu adrenalingeladenen Klettertouren in den Steilwänden:<br />
Das sind unsere Tipps. Plus: die schönsten Adressen.<br />
40 Die schönsten Wanderrouten<br />
44 Die besten Klettersteige<br />
46 Die malerischsten Bikerouten<br />
48 Die schönsten Seen<br />
54 Sport- und Aktivhotels<br />
Von der luxuriösen Lodge bis zum Familien-Hideaway:<br />
Das sind die besten Adressen für Outdoorsportler und<br />
Naturliebhaber.<br />
ARCHITEKTUR<br />
66 Dem Himmel so nah<br />
Einzigartige Architektur, die sich perfekt in die schroffe<br />
Landschaft schmiegt – <strong>Südtirol</strong> ist ein wahres Design-<br />
Eldorado. Ein Report.<br />
72 Matteo Thun<br />
<strong>Südtirol</strong>s Star-Architekt im Interview über „botanische<br />
Architektur“ und den nötigen Respekt für die Natur.<br />
76 Design Lovers<br />
Klein, fein und spektakulär: In diesen Design-Hideaways<br />
steckt Individualität bis ins kleinste Detail.<br />
86 Kraft der Natur<br />
Diese Eco-Hotels punkten nicht nur mit natürlichem<br />
Design und Besinnung auf Nachhaltigkeit – sie sind auch<br />
federführend in leisem Luxus.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 9
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Norbert Niederkofler und<br />
seine Erfolgsrezepte<br />
Reinhold Messner über die<br />
schönsten Berge der Welt<br />
falstaff TRAVEL<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />
INHALT<br />
42 Kraft<br />
Natürlichkeit<br />
Gekonnt schöpfen <strong>Südtirol</strong>s Eco-Hotels<br />
aus der Schönheit der Natur.<br />
116<br />
Gaumenfreuden<br />
<strong>Südtirol</strong> ist ein Eldorado für<br />
Genießer der guten Küche.<br />
PERSPEKTIVEN<br />
96 Luis Trenker<br />
1995 gegründet ist die Slow-Fashion-Marke nicht mehr<br />
aus dem Alpenraum wegzudenken. Das steckt hinter dem<br />
<strong>Südtirol</strong>er Exportschlager.<br />
98 Mit Leib, Seele und Vision<br />
Die Visionäre hinter den erfolgreichsten Hotels <strong>Südtirol</strong>s<br />
hautnah – und was die Häuser so besonders macht.<br />
GENUSS<br />
WEIN<br />
146 Sonne im Glas<br />
Die Weinregion <strong>Südtirol</strong> bringt jährlich edelste Tropfen<br />
hervor. Plus: Wo sich ein Besuch in der Kellerei lohnt,<br />
welche Weine überzeugen und welche Hotels ein Must-visit<br />
für Weinliebhaber sind.<br />
160 Wussten Sie schon …?<br />
Der allseits beliebte „Hugo“ wurde in <strong>Südtirol</strong> erfunden –<br />
wie der Cocktail perfekt gelingt.<br />
Fotos: Bureau Rabensteiner, Christian Kerber<br />
110 Der Gipfel des Genusses<br />
Ob Fine Dining oder zünftige Jause auf der Hütte, <strong>Südtirol</strong><br />
begeistert mit Slow Food und gelebter Regionalität.<br />
Plus: Restaurant- und Hüttentipps.<br />
120 Norbert Niederkofler<br />
Der „beste Koch der Alpen“ im Gespräch über die<br />
Besonderheit der <strong>Südtirol</strong>er Küche – inklusive Rezepte.<br />
132 Die besten Adressen für Genießer<br />
Diese Hotels überzeugen mit schmackhafter Cuisine –<br />
vom Haubenrestaurant bis zur Neuinterpretation der<br />
Klosterküche.<br />
7 Editorial<br />
162 Impressum<br />
Cover <strong>Südtirol</strong> Spezial <strong>2023</strong><br />
Imposant thronen die Geislerspitzen im<br />
Natur park Puez-Geisler über dem Villnösstal.<br />
Foto: Pliger Philipp/www.pligerphilipp.com<br />
SPEZIAL<br />
DIE<br />
130 BESTEN<br />
ADRESSEN<br />
FÜR HOTELS,<br />
KULINARIK<br />
UND SPORT<br />
SÜDTIROL<br />
DOLOMITEN<br />
Die schönsten Design- und Eco-Hotels, die spektakulärsten<br />
Wanderrouten, die angesagtesten Almhütten und Gourmet-Spots.<br />
GENUSS<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 11
NATUR<br />
12 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
VON BERGEN, SEEN UND WÄLDERN<br />
SÜDTIROL GLÄNZT MIT GROSSEM REICHTUM AN NATÜRLICHER SCHÖNHEIT<br />
Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>/Tiberio Sorvillo<br />
Frische Alpenluft füllt die Lungen, wenn man einen tiefen Atemzug macht und die<br />
majestätische Umgebung betrachtet, die alle Wunder der Natur aufweist. Glitzernd<br />
weiße Bergspitzen, saftig grüne Wälder und Wiesen und strahlend blaue Gewässer – ein<br />
Anblick, an dem man sich nie sattsehen kann und der nicht nur am Karersee (Bild) zu<br />
finden ist, ganz im Gegenteil: Die norditalienische Region <strong>Südtirol</strong> ist ein wahres<br />
Mekka für Naturliebhaber. Noch dazu findet man hier eine unbeschreibliche Artenvielfalt<br />
in Bezug auf Flora und Fauna vor, die vom Tal bis zum Hochgebirge reicht.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 13
14 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />
Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>/Marco Parisi
LAND UND LEUTE, SITTEN UND BRÄUCHE<br />
OB ALLTÄGLICHES LEBEN ODER HOHE FESTE: GRUND ZUR FREUDE GIBT ES IMMER<br />
Die <strong>Südtirol</strong>er fühlen eine besondere Verbundenheit zur Lebensweise ihrer Vorfahren.<br />
Diese ist ein unvergleichliches Stück Kultur, das die Provinz so besonders macht. Alte<br />
Sitten werden im Alpenland aktiv aufrechterhalten, seien es die Arbeitsweise am Hof (Bild),<br />
wo Handarbeit noch gang und gäbe ist, saisonale Feierlichkeiten wie das Törggelen oder<br />
der Almabtrieb – oder auch einfach die herzliche Gastfreundschaft, die seit eh und je ein<br />
fester Bestandteil der Region ist. In <strong>Südtirol</strong> werden die Bräuche der Vergangenheit<br />
liebevoll hochgehalten, und sie werden von Generation zu Generation weitergegeben.<br />
TRADITION<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 15
GENUSS<br />
GAUMENFREUDEN FÜR JEDEN GESCHMACK<br />
VON DER HERZHAFTEN MARENDE BIS ZUM SÜSSEN APFELSTRUDEL<br />
So vielfältig wie <strong>Südtirol</strong>s Landschaft ist auch seine Küche. Wie man es von einer<br />
Alpenregion erwartet, stehen Fleisch, Knödel und Co auf dem Speiseplan – deftige<br />
Gerichte gehören nun mal zum Leben in den Bergen, Brotzeit (oder „Marende“, Bild)<br />
inklusive. Aber auch mediterrane Einflüsse finden zunehmend ihren Weg in die Süd tiroler<br />
Kulinarik; vor allem junge Gastronomen brillieren mit abwechslungsreicher Balance.<br />
Doch egal ob leicht oder herzhaft, eines ist garantiert: Qualität und hoch wertige Zutaten<br />
aus regionalem Anbau stehen so gut wie überall an vorderster Stelle. Mahlzeit!<br />
16 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
Foto: Mike Rabensteiner für Leitlhof<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 17
TRADITION<br />
REPORT<br />
Bilderbuchmotive<br />
Sanfte Bergwiesen und die schroffen<br />
Gipfel der Geislergruppe: <strong>Südtirol</strong> ist<br />
eine Region voller Gegensätze, die<br />
dennoch idyllisch harmonieren.<br />
SÜDTIROL<br />
ZURÜCK ZUM URSPRUNG<br />
18 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Alex Moling<br />
Maximale Vielfalt ohne lange Wegstrecken: Die Wunderwelt der Dolomiten<br />
zeigt, welchen Reichtum die Reduktion auf das Wesentliche mit sich bringt.<br />
Mondäne Städte wie Meran und Bozen laden zum Flanieren ein – und in der<br />
Kulinarik gehen Tradition und Innovation kreative Fusionen ein.<br />
von KARIN CERNY<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 19
TRADITION<br />
REPORT<br />
Schroffe, steinige Gipfel, die hinter sanften grünen Almen<br />
aufragen: Die Gegensätze könnten nicht größer sein als<br />
in der einzigartigen Landschaft der Dolomiten. Bei Sonnenuntergang<br />
kommt ein extrem kräftiges Orange rot<br />
dazu, als stünden die Berge in Flammen; „Burning Dolomites“<br />
nennt man dieses intensive Alpenglühen. Der<br />
französische Geologe Déodat de Dolomieu (1750–1801)<br />
gab den Dolomiten ihren Namen und klärte auch, woher<br />
dieses rätselhafte Leuchten kommt – nämlich vom<br />
hohen Magnesiumgehalt im Gestein.<br />
Seit 2009 gehören die Dolomiten zum Unesco-<br />
Weltkulturerbe, die imposanten Drei Zinnen sind nur<br />
eines von vielen Highlights, die eine Reise nach <strong>Südtirol</strong><br />
mit sich bringt. Bloß 7.389 Quadratkilometer groß ist<br />
die Region – und fühlt sich doch teils wie ein Kontinent<br />
an: Drei offizielle Landessprachen werden gesprochen,<br />
Deutsch, Italienisch und Ladinisch. 300 Sonnentage im<br />
Jahr sind ideal, um den Sommer bis weit in den Herbst<br />
zu verlängern. <strong>Südtirol</strong>, das sind zwei Klimazonen in<br />
Elegantes Flanieren …<br />
Erker prägen die Innenstadt von<br />
Bozen – das „Parkhotel Laurin“<br />
steht unter Denkmalschutz.<br />
… und Gustieren<br />
Das „Laurin“-Restaurant „ConTanima“<br />
im Grandhotel aus dem Jahr 1910<br />
setzt auf lokale Küche.<br />
einer halben Stunde: Vom fruchtbaren Weingebiet am Kalterer See,<br />
dem mit 28 Grad wärmsten Badesee <strong>Südtirol</strong>s, schlängelt sich eine<br />
Straße auf die Hochplateaus der Dolomiten, in eine Landschaft, in<br />
der die Zeit stehen geblieben scheint. Nichts ist hier hektisch, Kühe<br />
und Schafe grasen gelassen auf satten Wiesen. Die Luft wird frischer,<br />
und nachdem es sich in Bozen manchmal so heiß wie in Süditalien<br />
anfühlt, ist man plötzlich in der Sommerfrischezone und kann wieder<br />
durchatmen. Auf der Seiser Alm, der größten Hochalm Europas,<br />
sind 790 Pflanzenarten am Wegesrand zu entdecken.<br />
EXTREME LANDSCHAFT<br />
Auch das ist typisch für <strong>Südtirol</strong>: Urige Bauernhöfe liegen neben<br />
stylishen Hotels. Die Infinitypool-Dichte ist groß, Luxusunterkünfte<br />
wie das „Alpin Panorama Hotel Hubertus“ setzen architektonisch<br />
neue Maßstäbe in Sachen Wellness. In Boutiquehotels wie der „Villa<br />
Arnica“ treffen Vintagesofas auf ausgesuchtes neues Design; im<br />
weitläufigen Garten wird angebaut, was abends auf die Teller<br />
kommt. Moderne und Tradition, Brauchtumspflege und Zukunftsdenken<br />
wachsen in <strong>Südtirol</strong> organisch zusammen. Was anderenorts<br />
für Spannungen sorgt, geht hier kreative Fusionen ein, ergänzt und<br />
inspiriert einander.<br />
Aufbruch und Abschottung lagen in dieser extremen Landschaft,<br />
die eine natürliche Grenze zwischen Italien und Österreich<br />
bildet, schon immer nah beisammen. Im Ersten Weltkrieg wurde das<br />
Gebiet zur erbittert umkämpften Gebirgsfront, es kam zu einem ➨<br />
Fotos: Marlene Mauer, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Daniel Geiger, beigestellt<br />
20 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
AUF SLOW-MOTION-TOUR<br />
MIT DEM FAHRRAD DURCH<br />
DIE LANDSCHAFT.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 21
TRADITION<br />
REPORT<br />
ES GIBT 400 SEEN IN SÜDTIROL,<br />
EIN GROSSTEIL LIEGT<br />
AUF ÜBER 2.000 METERN.<br />
Idyllische Badeplätze<br />
Der Pragser Wildsee liegt<br />
auf 1500 Meter Meereshöhe –<br />
wer es wärmer haben möchte,<br />
besucht den Kalterer See.<br />
22 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
Tradition und Moderne<br />
Die „Villa Arnica“ in Lana, die inmitten<br />
von Weingärten liegt, verbindet<br />
Vintage mit zeitgenössischem Design.<br />
Alles frisch!<br />
Die lokalen Produkte kommen in dem<br />
charmanten Boutiquehotel direkt<br />
aus dem Garten auf die Teller.<br />
zermürbenden Stellungskrieg in größter Höhe. Damals bauten die<br />
Österreicher ein ausgeklügeltes System an Seilbahnen, die Material<br />
auf die Gipfel transportieren sollten – die Dolomiten profitieren<br />
noch heute davon, sie sind touristisch bestens erschlossen. Gleichzeitig<br />
sind die Einheimischen über die Jahrhunderte ein wenig wie<br />
ihre Landschaft geblieben: Monolithen, denen nichts ferner liegt, als<br />
sich zu verbiegen. Sie sind auf eine fast schon trotzige Art bescheiden,<br />
aber gleichzeitig enorm gastfreundlich und weltoffen. Lokale<br />
Authentizität und Internationalität schließen einander nicht aus.<br />
Gerade dieses Spannungsverhältnis macht <strong>Südtirol</strong> so speziell.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Harald Wisthaler, beigestellt<br />
MONDÄN UND ALPIN<br />
Die schönste Art, anzureisen, ist mit dem Zug. Wenn sich die Lok<br />
über den Brenner schleppt, vorbei an tiefen Schluchten, beginnt die<br />
Entschleunigung schon unterwegs. In Brennero / Brenner wird ein<br />
Halt eingelegt, Gäste steigen kurz aus, um die kühle Luft zu genießen.<br />
Kaum zu glauben, dass hier schon in der Römerzeit befestigte<br />
Straßen errichtet wurden; im Mittelalter war der Brenner der meistpassierte<br />
Alpenpass.<br />
Feinschmecker, Extrembergsteiger, Jetset-Exzentriker, Thermenfans<br />
mit Familie, gemütliche Wanderer, Mountainbiker: In <strong>Südtirol</strong><br />
ist für jeden etwas dabei. Für Cortina d’Ampezzo, eines der exklusivsten<br />
Skiziele Europas, sollte man seine Garderobe upgraden,<br />
während es im Bergdorf Corvara eher leger zugeht. Und in<br />
Bozen flaniert man von einem Café zum nächsten, genießt ➨<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 23
TRADITION<br />
REPORT<br />
Im Herzen der Dolomiten<br />
Die Seiser Alm ist die größte Hochalm<br />
Europas und ein Hotspot, um perfekte<br />
Sonnenuntergänge zu erleben.<br />
SÜDTIROL WAR SCHON IMMER<br />
EIN VORREITER IN SACHEN<br />
NACHHALTIGKEIT – DAS IST IN<br />
DER KÜCHE NICHT ANDERS ALS<br />
IN DER ARCHITEKTUR.<br />
italienische Lebensart, die auf Alpinflair trifft – und<br />
kann die berühmteste Gletschermumie, den Ötzi, im<br />
Archäologiemuseum bestaunen. Meran punktet mit seiner<br />
schicken Therme von Matteo Thun und hat nicht<br />
nur Kaiserin Sisi als eleganter Kurort begeistert.<br />
Mit Knödeln und Spaghetti wirbt der Tourismusverband<br />
– in <strong>Südtirol</strong> ist es fast schon eine Kunst, schlecht<br />
essen zu gehen. Die Produkte kommen aus der Region,<br />
es gehört zum Stolz der <strong>Südtirol</strong>er, dass nichts Minderwertiges<br />
auf dem Teller landet. Und natürlich auch nicht<br />
im Glas: Mit Vernatsch und Lagrein gibt es sogar Rebsorten,<br />
die in <strong>Südtirol</strong> ihren Ursprung haben. Auch bei<br />
der Kulinarik gilt „maximale Vielfalt auf engstem<br />
Raum“: Das kann eine Brettljause in einer Berg hütte<br />
oder Fine Dining auf Weltniveau sein. 25 Michelin<br />
Sterne machen <strong>Südtirol</strong> zur Provinz mit der höchsten Dichte an<br />
Sterne restaurants in Italien. Im Trend liegt die ladinische Küche, da<br />
sie alte bäuerliche Rezepte wiederbelebt: Jufa, ein Milchpudding-<br />
Gericht, isst man am besten direkt aus dem Topf; nach einer langen<br />
Wanderung gibt es nichts Köstlicheres als Panicia (Gerstensuppe)<br />
oder Cajinci Te Ega (Schlutzkrapfen), die neue Kraft geben.<br />
FELSBLOCK MIT AUSSICHT<br />
<strong>Südtirol</strong> war schon immer ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.<br />
Das ist in der Küche nicht anders als in der Architektur: 348 Hofgebäude<br />
stehen unter Denkmalschutz, über 1000 Bergbauernhöfe<br />
setzen sich für den Schutz von artenreichen Bergwiesen ein, 20 Prozent<br />
der Betriebe halten vom Aussterben bedrohte Rinderrassen.<br />
Holz trotzt als natürlicher Rohstoff extremen Witterungen, und nirgends<br />
sonst fügen sich Bergmuseen so perfekt in die karge Umgebung<br />
ein. Für das Messner Mountain Museum Corones auf dem<br />
Gipfelplateau des Kronplatz, das von traditionellem Alpinismus erzählt,<br />
ließ Stararchitektin Zaha Hadid Betonluken aus der Erde<br />
wachsen, die zur Farbe der Felsen passen. Das eigentliche Museum<br />
ist wie ein Fuchsbau unterirdisch in den Berg gehauen; alles ist organisch,<br />
als hätte die Natur selbst eine Höhle geschliffen. Auch das<br />
Passmuseum am Timmelsjoch ragt wie ein Felsblock in die Berge. Es<br />
schlägt nicht nur eine Brücke zwischen Tirol und <strong>Südtirol</strong>, sondern<br />
ist auch ein Selfie-Hotspot. Selbst die grasenden Schafe verstehen es<br />
hier, sich malerisch in Szene zu setzen – typisch <strong>Südtirol</strong> eben. ❢<br />
24 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
SCHAFE WISSEN, WO ES<br />
GUT SCHMECKT!<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Andreas Mierswa & Tina Sturzenegger, Annette Sandner, beigestellt<br />
Region der Gegensätze<br />
„Hotel VillaVerde“ in Meran, Schafe vor dem<br />
Passmuseum am Timmelsjoch, Nachspeise<br />
im „Hotel Castel“, Zimmer in der „Villa Arnica“.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 25
TRADITION<br />
BRAUCHTUM<br />
BRAUCHTUMSKALENDER<br />
FUNKEN<br />
SCHLAGEN<br />
WENN DIE GOASSL<br />
KRACHT<br />
Goaßl nennt man eine Peitsche, die bei<br />
feierlichen Anlässen von jungen Burschen<br />
geschwungen wird. Sie besteht aus einem<br />
Stock und einer Schnur aus Leder – und<br />
kracht beeindruckend laut. So wird seit<br />
vielen Generationen der Frühling begrüßt.<br />
<strong>Südtirol</strong> ist reich an Brauchtum: Es gibt<br />
das ganze Jahr über urige Traditionen<br />
und kulinarische Spezialitäten zu erleben.<br />
Ein Überblick über die Highlights.<br />
WÜNSCH DIR WAS!<br />
Im Vinschgau wird der Fasching mit dem Scheibenschlagen<br />
abgeschlossen, das als Fruchtbarkeitsbrauch<br />
eine lange Tradition hat. Handgefertigte<br />
Zirbenscheiben werden dabei brennend ins Tal<br />
geschleudert, während man sich etwas wünscht.<br />
STÄRKUNG FÜR<br />
KALTE TAGE<br />
Knackig und saftig sind die Äpfel in <strong>Südtirol</strong>.<br />
Sie eignen sich ideal für gesunde Säfte –<br />
und werden im Winter sogar zu einem<br />
schmackhaften und wärmenden Glühwein<br />
verarbeitet. Verwendet werden Qualitätsäpfel<br />
aus der Region, Zimt und Nelken;<br />
ein wenig Orangensaft dazu, und schon<br />
ist der typische Apfelglühmix fertig.<br />
Text: Karin Cerny / Fotos:Stocksy, Mauritius Images, VIEÜ/Santifaller-Photography, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Manuel Ferrigato<br />
26 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
TÖRGGELEN IM HERBST<br />
Im Volksmund nennt man die Traubenpresse hier<br />
Torkl oder Torggl (von lateinisch „torculum“) –<br />
beim Törggelen im Herbst dreht sich alles um<br />
die Verkostung des neuen Weins, dazu werden<br />
Kastanien gebraten und Speck, Hauswürste<br />
und Knödel gegessen.<br />
RÜCKKEHR DER KÜHE<br />
Wenn es heiß wird, gehen Schafe, Kühe und Ziegen auf<br />
Sommerfrische in die Berge. Im Herbst wird dann der<br />
Alm abtrieb gefeiert: Die Kühe sind geschmückt, Blasmusikkapellen<br />
spielen auf und es herrscht Volksfeststimmung.<br />
BESSER BRAV SEIN!<br />
Der Tuifl (Teufel) trägt am Krampustag (5. Dezember) eine<br />
Maske aus Holz; Ziegenfelle geben ihm ein wildes Aussehen,<br />
mit Schellen macht er Lärm. Die handgeschnitzten Masken<br />
sind Kunstwerke – und ziemlich furchteinflößend.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 27
TRADITION<br />
INTERVIEW<br />
Markante Züge<br />
Ein Gesicht, das Geschichte erzählt:<br />
Extrembergsteiger Reinhold Messner.<br />
Fotos: Ronny Kiaulehn, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Andreas Mierswa<br />
28 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
Leben am Limit<br />
Reinhold Messner hat die höchsten und gefährlichsten Gipfel der Welt bestiegen.<br />
Die schönsten sind für den 78-jährigen Brixner aber die Dolomiten. Aus seiner<br />
Liebe zu <strong>Südtirol</strong> macht er in unserem Interview keinen Hehl.<br />
von YASMIN EL MOHANDES<br />
D<br />
er <strong>Südtirol</strong>er Reinhold Messner war zeit<br />
seines Lebens auf der Suche nach dem<br />
Möglichen im Unmöglichen. Das Ergebnis<br />
liest sich wie eine Aneinanderreihung von<br />
Superlativen: Als erster Mensch bezwang<br />
er sämtliche 14 Achttausender ohne<br />
Sauerstoffflasche, bestieg die Seven Summits und stand auf<br />
sagen haften 3500 Gipfeln. Noch mit 60 Jahren durchquerte<br />
er zu Fuß die Wüste Gobi. Heute bezeichnet sich der<br />
Gipfelstürmer, der zumindest im Geiste immer mit beiden<br />
Füßen auf dem Boden blieb, als „Sonntagsbergsteiger“. Er<br />
lebt mit seiner Frau Diane auf Schloss Juval in <strong>Südtirol</strong>.<br />
Sie haben <strong>Südtirol</strong> einmal als mentale und geografische<br />
„Zwischenwelt“ bezeichnet. Was meinen Sie damit?<br />
Wir <strong>Südtirol</strong>er sind das Bindeglied zwischen dem deutschen<br />
Norden und dem italienischen Süden. Wir sind keine Österreicher,<br />
wir sind keine Deutschen, wir sind keine Italiener,<br />
obwohl wir italienische Staatsbürger sind – wir sind<br />
<strong>Südtirol</strong>er, vielleicht auch noch Tiroler, Europäer und<br />
Weltbürger. Ein eigenes Selbstbewusstsein ist sehr wertvoll,<br />
weil es keine nationalistische Dimension hat. Deswegen<br />
sind wir ein Zwischenglied. Wir brauchen nur noch einen<br />
europäischen Pass. Dann verstehe ich uns völlig eingebettet<br />
in eine Welt, die uns entspricht. ➨<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 29
TRADITION<br />
INTERVIEW<br />
Freund der Slow-Food-Küche<br />
„Ich esse alles. Das habe ich auf meinen Expeditionen<br />
gelernt. Aber ich gehe ab und zu gerne in ein gutes<br />
Lokal, weil ich auch die Kochkunst schätze“, so Messner.<br />
„An einem Strand zu sitzen<br />
oder zu liegen kann ich mir<br />
nicht vorstellen. Ich kann auch<br />
gar nicht schwimmen.“<br />
Die Welt Ihrer Kindheit war stark von den Dolomiten geprägt.<br />
Wie wirkt sich das auf die eigene Persönlichkeit aus?<br />
Die Dolomiten sind die schönsten Berge der Welt, das<br />
Maximum an Eleganz und Schönheit. Ich habe dort zu<br />
klettern begonnen und als Bergkletterer die erste Leidenschaft<br />
meines Lebens ausgelebt.<br />
Sie haben aber bereits als Fünfjähriger mit Ihrem Vater den<br />
ersten Dreitausender bestiegen. Wie schafft man das?<br />
Mich wundert auch, dass ich mit fünf Jahren die Ausdauer<br />
dazu aufbringen konnte. Aber wir haben als Kinder viel im<br />
Freien gespielt, waren als wilde Horden unterwegs, oft<br />
Kilometer von zu Hause entfernt. So etwas wäre heute<br />
gar nicht mehr möglich.<br />
Kann die Dolomiten nur der ganz verstehen, der sie auch<br />
bestiegen hat?<br />
Nein, das würde ich so nicht sagen. Aber wenn wir die<br />
Dolomiten nur aus dem Autofenster sehen, dann nehmen<br />
wir im Grunde nur Postkartenbilder wahr, aber nicht die<br />
Realität. Man muss mit der eigenen Muskelkraft die Berge<br />
ausmessen; lediglich mit der Geschwindigkeit des Fußgängers<br />
können wir Makro- und Mikrokosmos erkennen.<br />
Wenn man einen Stein findet, der eine Muschel enthält,<br />
fragt man sich, wie das möglich ist – oder? Vor vielen<br />
Millionen Jahren lagen die Dolomiten unter Wasser. Sie<br />
sind genau genommen Korallenriffe. Bis heute.<br />
Haben Sie Tipps für unsere Leser, die die <strong>Südtirol</strong>er Berge<br />
erfahren wollen? ➨<br />
30 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
TRADITION<br />
„Architektur hat für mich einen<br />
hohen Stellenwert. Bei meinem<br />
Museumsprojekt habe ich mit<br />
Zaha Hadid zusammengearbeitet –<br />
sie war einfach genial!“<br />
Futuristisch<br />
Messners Bergsteigermuseum MMM<br />
Corones auf dem Kronplatz mit<br />
Panoramablick wurde von Star-Architektin<br />
Zaha Hadid entworfen.<br />
Fotos: Florian Jaenicke/laif, Mauritius Images<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 31
TRADITION<br />
INTERVIEW<br />
Schlossherr<br />
Schloss Juval in <strong>Südtirol</strong> (o.) ist der<br />
Wohnsitz von Bergsteigerlegende<br />
Reinhold Messner.<br />
Kindheitserinnerung (o. re.)<br />
„Der Almabtrieb ist ein schöner<br />
Brauch. Ich habe noch immer<br />
die Glocken im Ohr“, so Messner.<br />
Auf jeden Fall nicht den Fotos der Influencer folgen – die<br />
führen immer zu Stau, zu Lärm, zu Hektik. Es reicht aus,<br />
einfach in Ruhe zu wandern; einen Schritt vor den anderen<br />
zu setzen, ohne ein spezielles Ziel. Alle Leute, die in den<br />
Bergen herumrennen, als ob sie Wettläufe machen müssten,<br />
nehmen die Dolomiten nicht in ihrer Breite der Ausstrahlung<br />
wahr.<br />
Sie sind seit 2021 mit Diane Schumacher verheiratet.<br />
Gab es eine Hochzeitsreise respektive gibt es in Ihrem Leben<br />
auch so etwas wie Urlaub?<br />
Nein, eigentlich nicht. Wir fahren aber bald für zehn Tage<br />
nach Nepal, um ein Museum einzuweihen, an dem wir<br />
viele Jahre gearbeitet haben. Früher oder später wird es<br />
aber mit Sicherheit auch eine Form von Urlaub geben.<br />
Diane und ich haben vor, Länder zu besuchen, die wir noch<br />
nicht bereist haben. An einem Strand zu sitzen oder zu<br />
liegen kann ich mir nicht vorstellen – ich kann auch gar<br />
nicht schwimmen! (lacht) ❢<br />
Erlesenes<br />
Der Riesling Castel Juval stammt<br />
von Reinhold Messners Weingut.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Frieder Blickle, Thomas Rötting/laif, Frieder Blickle /laif/picturedesk.com<br />
32 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
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EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
AKTIV<br />
IN DEN<br />
BERGEN<br />
Majestätische Bergwelt<br />
Der alpine Norden Italiens<br />
ist ein einziger Spielplatz<br />
für enthusiastische Sportler.<br />
Foto: Falkensteiner Kronplatz<br />
34 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Kaum eine Region kann so mit ihrer sportlichen Vielfalt glänzen wie das<br />
facettenreiche <strong>Südtirol</strong>, wo eine Welt der Aktivitäten – von Wandern über<br />
Klettern bis hin zu Mountainbiken – auf bewegungsfreudige Besucher wartet.<br />
von PHILIPP JOSEF ROSSMANN und STEFANIE BISPING<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 35
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
Von der Bergwelt umgeben<br />
Der Naturpark Stilfser Joch (li.o.) ist<br />
beliebtes Ausflugsziel für Groß und<br />
Klein. Für Kletterer bieten die Drei<br />
Zinnen (li. u.) reichlich Abwechslung,<br />
auch für Anfänger.<br />
Sportlich unterwegs<br />
Von Entspannung beim Yoga (o.)<br />
bis zu Nervenkitzel am Bike (re. u.):<br />
<strong>Südtirol</strong> ist ein Mekka für Sportler.<br />
Ein Highlight ist das Eggental (li. u.),<br />
wo man auch toll wandern kann.<br />
K<br />
aum ein Gefühl ist mit dem Stolz<br />
und dem Staunen des Moments,<br />
wenn man die Spitze eines Bergs<br />
erreicht hat, vergleichbar – diese<br />
unbeschreibliche Emotion, etwas<br />
geleistet zu haben, Hürden überwunden,<br />
der Erschöpfung standgehalten,<br />
nicht aufgegeben zu haben.<br />
Gleichzeitig gibt es keine bessere<br />
Art, Zeit in der Natur zu verbringen: Hoch oben in den Bergen<br />
verspürt man eine einzigartige Verbundenheit zur imposanten<br />
Umgebung, die majestätisch und friedlich zugleich<br />
wirkt. Mit seiner reichen natürlichen Vielfalt ist <strong>Südtirol</strong> das<br />
ganze Jahr über ein Eldorado für aktive Besucher, die nach<br />
Adrenalin, Erfolgserlebnissen und Abenteuern suchen. Egal<br />
ob man ein absoluter Anfänger ist, bereits Erfahrung im alpinen<br />
Sport gesammelt hat oder in einer Liga mit absoluten<br />
Profis spielt – die Wunderwelt der <strong>Südtirol</strong>er Berge birgt Herausforderungen<br />
für jedes Level.<br />
HOCH HINAUS …<br />
Die erste Assoziation mit <strong>Südtirol</strong> sind zweifellos die Berge –<br />
und davon gibt’s hier jede Menge! Zwischen der Ortler-<br />
Gruppe, den Ötztaler Alpen und den Dolomiten, um nur ein<br />
paar zu nennen, haben begnadete Bergsportler die Qual der<br />
Wahl. Doch ganz egal, für welches Massiv man sich entscheidet,<br />
man wird über die sagenhafte Vielfalt der Flora und<br />
Fauna sowie die unschlagbaren Ausblicke schwärmen – und<br />
aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es empfiehlt<br />
sich, sein Handy vor dem Aufbruch aufzuladen, denn diese<br />
Fotomotive will man auf keinen Fall verpassen.<br />
Wer gerne wandert, darf sich auf grüne Wiesen, dichte<br />
Wälder und den einen oder anderen kristallklaren See freuen,<br />
auf den man unterwegs stoßen kann; ganz zu schweigen von<br />
Alm- und Schutzhütten, die auch die Wanderpausen mit<br />
regionalen Köstlichkeiten und einem guten Tropfen zum<br />
Highlight machen. (Aber nur einem, immerhin gilt es, noch<br />
trittfest zu sein!) Doch Wanderroute ist in <strong>Südtirol</strong> nicht<br />
gleich Wanderroute – je nach Region ist gänzlich anderes<br />
Terrain zu erwarten. Für breite Wanderwege und Almwiesen<br />
empfiehlt sich beispielsweise die Plätzwiese in der Dolomitenregion<br />
Drei Zinnen, vergletscherte Gipfel findet man unter<br />
anderem im Ortler-Gebiet.<br />
Wer nach etwas mehr Nervenkitzel sucht, kann sich an<br />
den zahlreichen Kletteroptionen versuchen und seine Körperkontrolle<br />
auf die Probe stellen – definitiv keine Sportart<br />
für Zartbesaitete, aber dennoch (oder vielleicht gar deshalb)<br />
ein Zeitvertreib wie kein anderer. <strong>Südtirol</strong> ist ein unglaublich<br />
vielseitiges Kletterrevier, das mit Klettergärten, Klettersteigen<br />
und auch Kletterhallen für jeden Enthusiasten ➨<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Armin Terzer, Harald Wisthaler, Getty Images, IDM <strong>Südtirol</strong>/Alex Filz, Unsplash<br />
36 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 37
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
AUF DEN TRAIL, FERTIG, LOS!<br />
SÜDTIROL BIETET EINE<br />
TOP-INFRASTRUKTUR FÜR BIKER.<br />
38 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Erfrischung zwischendurch<br />
Proviant und eine Wasserflasche<br />
sollte man beim Wandern in den<br />
Bergen (u.) immer dabeihaben.<br />
Wenn der Vorrat doch mal ausgeht,<br />
ist die nächste Schutzhütte nie weit.<br />
Ungewöhnlicher Fotospot<br />
Mystisch ragt der Kirchturm von<br />
Altgraun (re.) aus dem Reschensee.<br />
Der beliebte Radweg vom<br />
Reschensee nach Meran bietet hier<br />
ein einzigartiges Fotomotiv.<br />
attraktiv ist. Vom Ortler-Gebiet über den Vinschgau bis hin<br />
zu den Dolomiten warten in über 100 Klettergärten und auf<br />
über 1000 Routen Kletterterrains in allen Schwierigkeitsgraden,<br />
wo man sein Geschick unter Beweis stellen und<br />
eventuell eine neue Leidenschaft für sich entdecken kann.<br />
… SCHNELL HINUNTER …<br />
Bereits im 19. Jahrhundert haben Draufgänger besondere<br />
Fahrräder für den Nervenkitzel abseits der Straße entwickelt.<br />
Auch heute noch ist Mountainbiken, kurz auch<br />
MTB genannt, nach wie vor eine der aufregendsten Arten,<br />
Zeit in der Natur zu verbringen und eine Region auf die<br />
etwas andere Weise zu erkunden. <strong>Südtirol</strong> ist dabei ein wahres<br />
Paradies für Mountainbiker – eine höhere Dichte an<br />
MTB-Touren für jeden Anspruch ist im gesamten Alpenraum<br />
kaum zu finden. Tatsächlich war <strong>Südtirol</strong> eine der ersten<br />
Alpenregionen, die das Mountainbiken (in Zusammenarbeit<br />
mit dem Bauernbund) umfassend geregelt hatten. So<br />
wurden bereits früh die besten Voraussetzungen geschaffen,<br />
um passionierten Bikern die tolle Infrastruktur von heute zu<br />
ermöglichen. Von breiten Forststrecken über hügeliges Mittelgebirge<br />
bis direkt unter den Gletscher ist für jeden die<br />
richtige Strecke dabei.<br />
Mit Mountainbike-Touren für<br />
jeden Anspruch ist <strong>Südtirol</strong> ein<br />
wahres Paradies für Adrenalinsuchende<br />
auf zwei Rädern.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Alex Moling, Mauritius Images, Getty Images<br />
Anfänger werden die beschilderten Touren für alle Levels<br />
sehr zu schätzen wissen und können so gut vorbereitet<br />
und vor allem sicher in die Pedale treten. Der Vinschgau<br />
und die Seiser Alm eignen sich beispielsweise mit ihrer Vielfalt<br />
außerordentlich gut, um in den Bergsport reinzuschnuppern;<br />
fortgeschrittene Biker können unter anderem in der<br />
Dolomitenregion Gröden ihre Grenzen austesten und dabei<br />
auch mal so richtig ins Schwitzen kommen.<br />
… UND DIE ENTSPANNUNG ZUM SCHLUSS<br />
Selbstverständlich haben sich enthusiastische Sportler auch<br />
eine Erholung verdient. Ein stetig wachsender Trend in den<br />
<strong>Südtirol</strong>er Bergen ist die jahrtausendealte Praxis des Yoga<br />
inklusive Meditationseinheiten; eine erfrischende Abkühlung<br />
findet man vor allem in der warmen Jahreszeit an einem<br />
der traumhaft schönen Seen, mit denen <strong>Südtirol</strong> wahrlich<br />
gesegnet ist. Highlights wie den Pragser Wildsee oder<br />
den Kalterer See sollte man als Besucher dieser schönen<br />
Region ohnehin auf keinen Fall verpassen. ❢<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 39
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
DIE 3 BESTEN<br />
WANDERROUTEN<br />
Legendäres Bergmassiv<br />
Ihn zu erklimmen ist nicht<br />
einfach, doch es ist es wert:<br />
der sagenhafte Rosengarten.<br />
SEXTNER RUNDWEG<br />
DREI-ZINNEN-WANDERUNG<br />
ROSENGARTEN-RUNDE<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: schwierig<br />
GEEIGNET FÜR: Familien mit Kindern oder<br />
GEEIGNET FÜR: Wanderer mit ausreichend<br />
GEEIGNET FÜR: Trittsichere Wanderer<br />
zur Entspannung zwischen größeren Touren<br />
Lungenvolumen für 950 Höhenmeter<br />
auf der Suche nach König Laurin<br />
Ohne große Höhenunterschiede bietet der<br />
Zwar erheben sich die Drei Zinnen unmittelbar<br />
Die Kölner Hütte auf 2337 Metern ist Start-<br />
Rundweg spannende Einblicke in Geschichte<br />
an der Grenze von <strong>Südtirol</strong> und Belluno, doch<br />
und Endpunkt für die fünfeinhalbstündige<br />
und Natur des Gebiets um Sexten – und dazu<br />
ihre prachtvolle Nordseite liegt klar auf dem<br />
Wanderung rund um das wohl berühmteste<br />
herrliche Panoramablicke übers Sextner Tal.<br />
Start- und Zielpunkt ist der Tourismusverein<br />
Sexten. Sieben Stationen auf dem ersten<br />
Abschnitt des Wegs erzählen von der Fauna<br />
des Tals sowie lokalen Mythen und Legenden,<br />
im zweiten Abschnitt geht es um Tierspuren,<br />
Vögel, Pilze und Pflanzen. HIGHLIGHT: Die<br />
„Sextner Sonnenuhr“ aus den fünf Dolomitengipfeln<br />
Neuner, Zehner (alias Rotwand), Elfer,<br />
Zwölfer und Einser, die vom Fischleintal die<br />
Abschätzung der Tageszeit nach Sonnenstand<br />
ermöglichen; weiters Überreste der im Ersten<br />
Weltkrieg umkämpften Habsburger-Festung<br />
Heideck am Eingang des Fischleintals. Je nach<br />
Verweildauer an den umfangreich beschrifteten<br />
Stationen ist man zwischen drei und fünf<br />
Stunden unterwegs.<br />
Gebiet <strong>Südtirol</strong>s. Es gibt mehrere Möglichkeiten,<br />
sich ihnen zu nähern – die klassische Route<br />
verläuft vom Fischleintal (ab Parkplatz Fischleinboden)<br />
taleinwärts zur Talschlusshütte,<br />
umgeben von der Sextner Sonnenuhr führt<br />
der Weg mit der Markierung 102 durch das<br />
Altensteintal bergan. Am Fuß des Einserkofels<br />
vorbei geht es bis zur Baumgrenze; eine Etappe,<br />
die sich nicht für lange Gespräche eignet, aber<br />
durch würzige Bergluft beglückt. Nach etwa<br />
drei Stunden erreicht man eine unterhalb des<br />
Paternkofels gelegene Ebene mit zwei Seen.<br />
HIGHLIGHT: Ein kurzer Anstieg führt jetzt<br />
zur Drei-Zinnen-Hütte, wo Wanderer bei<br />
spektakulärem Panoramablick auf die Zinnen<br />
Atem und Glücksmomente schöpfen. Der<br />
Abstieg erfolgt auf derselben Route.<br />
Massiv der Dolomiten. Über den Coronelle-Pass<br />
(Weg 550) geht es zum höchsten Punkt der<br />
Route auf 2691 Metern, über den Cigolade-Pass<br />
(Weg 541) weiter zur Rotwand-Hütte. HIGH-<br />
LIGHT: Am Fuß der Nadeln des Rosengartens<br />
führt der Hirzelweg (549) zurück zur Hütte.<br />
BESTE GOOD TO AUSSICHT KNOW<br />
TITSCHENWARTE Einen Panoramablick<br />
über die Gipfel von Schlern, Rosengarten und<br />
Latemar bietet der Aussichtspunkt Titschenwarte.<br />
Zu erreichen ist er in einem angenehmen<br />
Spaziergang (4,5 km) vom „Gasthof Schneiderwiesen“<br />
im südlich Bozens gelegenen Leifers.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Clemens Zahn, Falkensteiner Kronplatz<br />
40 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
ALPINE WANDERUNGEN SIND DER<br />
BESTE BEWEIS DAFÜR, DASS DER<br />
WEG TATSÄCHLICH DAS ZIEL IST.<br />
Bergfreuden<br />
Der Kronplatz eignet sich perfekt<br />
als Einstieg für kaum erfahrene<br />
Wanderer und Familien.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 41
Gröden – Das Tal der Dolomiten par excellence<br />
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GSTC DVR230103<br />
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GSTC DVR230103
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
DIE 3 SCHÖNSTEN<br />
KLETTERSTEIGE<br />
Die Spitze der Welt<br />
Wer einmal den Rausch des<br />
Kletterns verspürt hat, will<br />
immer höher hinaus.<br />
DREI ZINNEN<br />
CINQUE TORRI<br />
MARMOLADA-SÜDWAND<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: Anfänger<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: fortgeschritten<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: Experte<br />
GEEIGNET FÜR: Einsteiger, Genusskletterer<br />
GEEIGNET FÜR: Sonnenkletterer, Genuss-<br />
GEEIGNET FÜR: Trittsichere, schwindelfreie<br />
mit ersten Erfahrungen und Hardmover<br />
kletterer mit Ausdauer<br />
Kletterer mit herausragender Kondition<br />
Rund um die Drei Zinnen befinden sich einige<br />
Die Felstürme Cinque Torri gehören zu den<br />
Die Marmolada ist mit 3343 Metern der höchste<br />
der spektakulärsten Klettersteige der Dolomiten,<br />
schönsten und eindrücklichsten Formationen<br />
Berg der Dolomiten und bricht nach Süden<br />
von denen die meisten mindestens anspruchs-<br />
Cortinas und zu den klassischen Naturkletter-<br />
in einer zwei Kilometer breiten, stellenweise<br />
voll sind. Aber es muss nicht gleich eine<br />
gärten im Alpenraum. Zudem sind sie per<br />
800 Meter hohen Steilwand ab. Als „Königin der<br />
Steilwand sein: Einsteiger können die Freuden<br />
Seilbahn leicht zu erreichen. Die steile Wand<br />
Wände“ wird diese Südwand auch bezeichnet,<br />
des Kletterns im Klettergarten Pragser Wildsee<br />
entdecken. Er zählt zwar nicht zu den größten<br />
Kletterrevieren <strong>Südtirol</strong>s, öffnet aber im oberen<br />
(nicht mehr leicht zu erreichenden) Teil einen<br />
spektakulären Ausblick über den tiefblauen See<br />
und auf die Gipfel der Pragser Dolomiten.<br />
HIGHLIGHT: Der Klettergarten bietet<br />
15 Touren in den Schwierigkeitsgraden 2 bis<br />
7+, sodass auch Gruppen mit Teilnehmern<br />
unterschiedlicher Erfahrungshorizonte hier auf<br />
ihre Kosten kommen. Zu Fuß ist er vom Pragser<br />
Wildsee aus in einer halben Stunde zu erreichen<br />
– und bietet einen guten Grund, sich<br />
zwischen genüsslichen Badetagen am See<br />
in die Vertikale zu begeben.<br />
an der Westseite des Torre Grande (2355 Meter)<br />
ist als „Bergführerweg“ („Via delle Guide“) an<br />
der Sonnenseite des „Turms“ einer der beliebtesten<br />
Wege nach oben und mit dem Schwierigkeitsgrad<br />
4+ für leicht fortgeschrittene Kletterer<br />
geeignet. HIGHLIGHT: Die 130 Meter lange<br />
Tour ist zu Beginn durch einen Überhang<br />
fordernd – danach wird es leichter, bis das<br />
Gipfelplateau erreicht ist. Viele Kletterer<br />
entwickeln aufgrund der grandiosen Landschaft<br />
eine besondere Liebe zu den „Türmen“; am<br />
Torre Grande gibt es mit dem Steig „Miriam“<br />
eine weitere Route, die etwas länger und<br />
schwieriger ist (5+), sowie den „Dimai“ (6+),<br />
der von der Route „Miriam“ abzweigt.<br />
und tatsächlich schwingt ein Hauch von Ehrfurcht<br />
mit. Dabei führt nicht nur ein Weg vom<br />
Ombretta-Tal nach oben – wer die Südwand des<br />
Marmolada-Gratrückens emporklettert, hat die<br />
Qual der Wahl. Allerdings stellt jede Option eine<br />
Herausforderung dar; eine richtig leichte Tour<br />
gibt es nicht. HIGHLIGHT: Der Weg durch<br />
den „Fisch“ galt bei seiner Eröffnung gar als die<br />
schwierigste Tour der Dolomiten. Hier erwarten<br />
den Kletterer 1300 Höhenmeter, 13 Stunden sind<br />
mindestens einzuplanen. Als leichter gilt die<br />
Route „Don Quixote“, die auch die beliebteste<br />
ist. Auf der Nordseite der Marmolada befindet<br />
sich (noch) der einzige größere Dolomitengletscher.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Andreas Mierswa, Unsplash<br />
44 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ADVERTORIAL<br />
HÖHE, WEITE, FREIGEFÜHL:<br />
GEHEIMTIPP EGGENTAL<br />
Nachhaltige Streifzüge zu Fuß und mit dem Bike durch das<br />
Dolomiten-Unesco-Welterbe in <strong>Südtirol</strong>.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Alex Filz, Jens Staudt, beigestellt<br />
Das <strong>Südtirol</strong>er Eggental liegt nur 20 km von<br />
Bozen entfernt romantisch zwischen Rosengarten<br />
und Latemar. Extra viele Sonnenstunden<br />
bis weit in den Herbst, ein Wanderwegenetz,<br />
das mehr als 500 Streckenkilometer<br />
durch Wiesen und Wälder führt, sowie sanft mobile Urlaubsangebote<br />
bieten beste Voraussetzungen<br />
für nachhaltige Streifzüge durch das<br />
DolomitenUnescoWelterbe.<br />
Gemüse vom Bauernhof direkt in<br />
die Hotelküche, plastikfreie Unterkünfte,<br />
Klimagemeinden, Wertschätzung<br />
des Trinkwassers sowie Abfallvermeidung,<br />
nachhaltige Erlebnisse für<br />
Gäste: Das Eggental ist als erste Destination<br />
in <strong>Südtirol</strong> mit dem Nachhaltigkeitslabel<br />
<strong>Südtirol</strong> nach GSTCStandard<br />
ausgezeichnet worden.<br />
Im Eggental darf auch das Auto Urlaub machen – am<br />
besten bleibt es gleich ganz zu Hause. Mit Zug oder Bus geht<br />
es über Bozen zum „Sanft Mobilen DolomitenErlebnis“,<br />
buchbar von 18. Mai bis 1. November; dabei garantiert der<br />
Guest Pass Eggental freie Fahrt mit den öffentlichen<br />
Verkehrsmitteln vor Ort, und zudem können alle 17 Auf<br />
stiegsanlagen in der Region, die Rosengarten, Latemar und<br />
Schlern erschließen, an fünf Tagen kostenlos genutzt werden.<br />
Bahnreisende profitieren zusätzlich von einem kostenlosen<br />
Wanderprogramm und können mit etwas Glück bei einem<br />
OnlineGewinnspiel lokale Qualitätsprodukte sowie zwei<br />
Nächte in einem VierSterneHotel gewinnen.<br />
Bei den Naturwochen von 9. bis<br />
23. September spielen die Elemente<br />
Wasser und Luft genauso eine Rolle wie<br />
die Bedeutung der Bienen für die Umwelt<br />
und nachhaltige Wandererlebnisse.<br />
An sechs Tagen gibt es geführte Touren,<br />
zum Beispiel eine Wanderung zum Null<br />
KilometerSalat mit Joghurtherstellung<br />
aus hofeigener Milch oder eine Nachtwanderung<br />
zum Thema Lichtverschmutzung.<br />
Dazu bekommt jeder<br />
eine EggentalTrink flasche – sie gehört zusammen mit ausgewiesenen<br />
Trink wasserauffüllpunkten zum Projekt „Achtsam<br />
am Berg“, das dazu animiert, Mehrwegflaschen mit dem guten<br />
Eggentaler Leitungswasser aufzufüllen und keine Einweg<br />
Wassertrinkflaschen aus Plastik mehr zu kaufen. So können<br />
Gäste ihren Urlaub im Eggental mit gutem Gewissen genießen.<br />
eggental.com ❢<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR TRAVEL 45
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
DIE 3 BESTEN<br />
BIKE-ROUTEN<br />
In die Pedale!<br />
Nichts für Neulinge: Am<br />
kurvigen Stelvio-Pass ist<br />
ordentlich Muskelkraft gefragt.<br />
MONTIGGLER WALD<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach<br />
GEEIGNET FÜR: Einsteiger, Familien mit<br />
größeren Kindern und Reinhold-Messner-Fans<br />
Von St. Michael über den Großen Montiggler See<br />
bis nach Frangart führt diese knapp 20 Kilometer<br />
lange Tour, die in zweieinhalb Stunden gut<br />
zu bewältigen ist. Am Kreuzweg bei St. Michael<br />
geht es zunächst harmlos auf Asphalt durchs<br />
Lavasontal, bevor der Untergrund im Wald und<br />
auf dem Weg zum Großen und zum Kleinen<br />
Montiggler See recht holprig wird. Nach dieser<br />
etwas fordernden Etappe geben ebene Forstwege<br />
Gelegenheit, dem Gesang der Vögel zu<br />
lauschen. Über Schreckbichl führt die Route auf<br />
den Kaiserberg; auf dem Weg hinab gibt es<br />
Rampen für flugfreudige Biker. HIGHLIGHT:<br />
Auf dem Weg nach Frangart liegt Schloss<br />
Sigmunds kron mit dem spannenden Messner<br />
Mountain Museum, in Frangart führt ein Radweg<br />
zurück zum Startpunkt St. Michael.<br />
SEISER ALM<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel<br />
GEEIGNET FÜR: Feinschmecker, Naturliebhaber<br />
und Familien mit größeren Kindern<br />
Grandiose Blicke auf die Dolomiten und die<br />
Weite der größten Hochalm Europas machen<br />
Mountainbike-Touren auf der Seiser Alm unvergesslich.<br />
Bei 600 Kilometern Radstrecke<br />
auf zwei Höhenlagen stellt sich höchstens die<br />
Frage, wo man anfängt. HIGHLIGHT: Einen<br />
schönen Überblick über die Alm, sportliche<br />
Herausforderung und kulinarischen Lohn für die<br />
investierte Energie verspricht die 22,5 Kilometer<br />
lange Hütten-Tour – 825 Höhenmeter sorgen<br />
dafür, dass die Mehlspeisen nicht ansetzen. Die<br />
Route führt vom Ausgangspunkt Compatsch<br />
vorbei an Hütten rund um die Alm und über<br />
Saltria zurück zum Startpunkt. Die zweite<br />
Abfahrt der Tour ist sehr steinig und erfordert<br />
Geschick. Weiterer Höhepunkt: die traumhafte<br />
Aussicht unterhalb von Lang- und Plattkofel.<br />
UINASCHLUCHT<br />
SCHWIERIGKEITSGRAD: schwierig<br />
GEEIGNET FÜR: Konditionsstarke Grenzgänger<br />
ohne jede Form von Höhenangst<br />
Von Schlinig im Obervinschgau geht es in<br />
sieben Stunden und über 70 Kilometer über<br />
die Ses venna-Hütte hinab in die Uinaschlucht<br />
und nach Scoul, Münstertal und Laatsch. Mit gut<br />
2000 Höhenmetern ist diese Tour nichts für<br />
Untrainierte! HIGHLIGHT: Die Abfahrt in<br />
die Uinaschlucht ist überwältigend – Schieben<br />
dringend empfohlen. Von hier aus geht es<br />
berg auf, was neue Herausforderungen bedeutet.<br />
Über schöne Schweizer Almen geht es auf<br />
2200 Meter Höhe, bevor der Pass da Costainas<br />
bergab ins Münstertal führt. Zurück in Italien<br />
radelt man den Radweg wieder nach Laatsch.<br />
Wer auch noch nach Österreich möchte, fährt ab<br />
Mals und Schlinig durch die Uinaschlucht, durchs<br />
österreichische Nauders und dann über den<br />
Reschenpass zurück nach Mals.<br />
Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Matt Cherubino, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Frieder Blickle, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Kirsten-J. Sörries, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Benjamin Pfitscher<br />
46 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Schönes Schloss<br />
Unterwegs im idyllischen<br />
Vinschgau können Biker das<br />
Schloss Kastelbell bestaunen.<br />
BESTER<br />
KURVENTRAIL<br />
BESTER<br />
SPEED-WEG<br />
Im Rausch der Kehre<br />
Erfahrene Mountainbiker können sich auf dem Tibet-Trail im Ortler-Gebiet ganz dem Rausch der<br />
Tiefe und des kontrollierten Kurvenfahrens hingeben. Startpunkt ist die Spitze des Stilfser Jochs<br />
auf 2758 Meter Höhe (per Postauto erreichbar); hier befindet sich die „Tibet Hütte“, der der Trail<br />
seinen Namen verdankt. Von dort aus führt der Serpentinen-Trail in zahlreichen Kehren bis ins<br />
idyllische, gleichwohl 1200 Meter tiefer gelegene Trafoi hinab. Um es unbeschadet zu erreichen,<br />
müssen Mountainbiker das Hinterradversetzen beherrschen und über ausreichend gute kör perliche<br />
Fitness verfügen.<br />
Wälder, Wiesen und Almen<br />
Im Vinschgau finden MTB-Fans<br />
ein dichtes Netz von über<br />
80 erstklassigen Singletrails.<br />
Herrnsteig-Trail<br />
Über siebeneinhalb Kilometer windet sich der<br />
Herrnsteig am Kronplatz im Pustertal nach<br />
Reischach hinab und überwindet dabei stolze<br />
1255 Höhenmeter. Abwechslung bieten auf der<br />
mittelschweren Abfahrt zwei anspruchsvollere<br />
Abzweigungen.<br />
GOOD TO KNOW<br />
Leihrad<br />
Wer kein eigenes Bike dabeihat, kann an<br />
zahlreichen Verleihstationen entlang der<br />
<strong>Südtirol</strong>er Radwege eines leihen (auch<br />
E-Bikes) – gegen Aufpreis können sie bei<br />
einigen Verleihern an anderen Stationen<br />
abgegeben werden.<br />
Bikemobil Card<br />
Mit dieser Karte (für einen, drei oder sie ben<br />
Tage zu kaufen) kann man alle öffentlichen<br />
Verkehrsmittel in <strong>Südtirol</strong> sowie für einen<br />
Tag ein Leihrad nutzen.<br />
Der Himmel weiß mehr<br />
Auch Biker müssen auf das Wetter achten<br />
und entsprechend planen.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 47
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
DIE 3 SCHÖNSTEN<br />
SEEN<br />
Majestätische Legende<br />
Der Sage nach soll der Pragser<br />
Wildsee früher das Tor zur<br />
Unterwelt gewesen sein.<br />
KALTERER SEE<br />
PRAGSER WILDSEE<br />
KARER SEE<br />
BADETAUGLICHKEIT: hoch<br />
ERHOLUNGSFAKTOR: hoch<br />
ROMANTIKFAKTOR: hoch<br />
GEEIGNET FÜR: Warmbader, Wasserratten,<br />
GEEIGNET FÜR: Kaltwasserschwimmer,<br />
GEEIGNET FÜR: Märchenfans, Zauberer,<br />
Planschsüchtige, Sonnenanbeter und Familien<br />
Ruderer, Romantiker und Naturfreunde<br />
Wanderer und Regenbogensucher<br />
Mit maximal vier Meter Tiefe erwärmt sich der<br />
Auch im Hochsommer wird das Wasser des<br />
Als „Märchensee der Dolomiten“ wird der Karer<br />
Kalterer See schnell und zuverlässig – nicht nur<br />
Pragser Wildsees – einer der größten und<br />
See gerühmt, der sechs Kilometer von Welsch-<br />
im Frühsommer, sondern auch nach Regen-<br />
tiefsten natürlichen Dolomitenseen – nicht<br />
nofen im wunderschönen Eggental smaragd-<br />
güssen. So bringt es der größte See <strong>Südtirol</strong>s zu<br />
wärmer als maximal 20 Grad, und auch das<br />
grün unter den Zacken des Latemar leuchtet.<br />
einem weiteren Rekord: Er ist der wärmste See<br />
nur an den heißesten Sommertagen. Der Grund:<br />
Einer Sage zufolge verliebte sich hier einst<br />
der Alpen. HIGHLIGHT: Im Sommer steigt<br />
Der in einem Felsenkessel eingezwängte See ist<br />
ein Zauberer in eine Wassernixe – um sie zu<br />
die Temperatur seines kristallklaren Wassers<br />
regelmäßig auf angenehme 28 Grad – fast wie<br />
zu Hause in der Badewanne, nur viel schöner.<br />
Bis in den Oktober währen die Badefreuden bei<br />
gleichbleibend hoher Wasserqualität; unterstützt<br />
werden die sommerlichen Vibes durch<br />
Bootsverleih sowie Strandbars und Restaurants.<br />
Und auch auf dem Trockenen lässt es sich hier<br />
aushalten – nicht umsonst gilt Kaltern als eines<br />
der schönsten Weindörfer Italiens.<br />
an seiner tiefsten Stelle 36 Meter tief. Wer hier<br />
baden möchte, sollte über Neopren nachdenken!<br />
HIGHLIGHT: Dafür leuchtet der See<br />
in den schönsten Farbtönen von Blau, Türkis<br />
und Grün, und in seinem Wasser spiegelt sich<br />
eine imposante Bergkulisse. Der Pragser Wildsee<br />
erfreut die Augen, erwärmt das Herz und ist<br />
der ideale Ort für eine romantische Ruderboottour<br />
zu zweit. Auch ein Spaziergang an seinem<br />
Ufer bedeutet pure Erholung für die Seele.<br />
beeindrucken, spannte er einen Regenbogen<br />
aus Juwelen vom Rosengarten bis zum Latemar.<br />
Weil er sich aber sehen ließ, erschrak sie und<br />
verschwand für immer. Wütend warf er die<br />
Juwelen ins Wasser; es blieben nur ihre Farben.<br />
HIGHLIGHT: In 20 Minuten lässt sich der See<br />
umrunden – eines der zahlreichen Highlights<br />
des Eggentals, das zwischen den berühmtesten<br />
Dolomitengipfeln liegt und Steinpyramiden, eine<br />
Sternwarte und zwei Skigebiete besitzt.<br />
Fotos: Unsplash, iStock, Getty Images<br />
48 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Teamwork gefragt<br />
<strong>Südtirol</strong> bietet auch zahlreiche<br />
Wildwasser-Hotspots<br />
für Rafting-Fans.<br />
BESTE<br />
RAFTING-STRECKE<br />
BESTER<br />
TAUCHPLATZ<br />
Abenteuer im kühlen Nass<br />
Mit dem Raftingboot rasant den Fluss Eisack<br />
ab Freienfeld bei Sterzing entlanggleiten und<br />
das kühle Nass erfahren: ein aufregendes<br />
Naturerlebnis in <strong>Südtirol</strong>! Ob für Anfänger oder<br />
erfahrene Rafter – das kräftige Paddeln hält die<br />
Muskeln fit und sorgt für den richtigen Abenteuerkick.<br />
Alle Touren starten in Freienfeld und<br />
führen flussabwärts durch die einzigartigen<br />
Flussschlingen des Eisack. Ob als Gruppe, als<br />
Familie oder allein: Rafting ist eine einzigartige<br />
Erfahrung. Jede Zielgruppe erwartet ein maßgeschneidertes<br />
Programm mit unterschiedlichen<br />
Schwierigkeitsgraden. Das Tiger Rafting<br />
Team Sterzing organisiert von Mai bis Oktober<br />
täglich Touren. Alle Bootsführer sind bestens<br />
geschult und bilden sich regelmäßig fort, um<br />
den neuesten Sicherheitsstandards zu entsprechen.<br />
raftingsterzing.it<br />
In die Tiefe<br />
Im erfrischenden Badesee und im<br />
sechs Meter tiefen Tauchbecken<br />
der „Quellenhof See Lodge“ bei<br />
Meran kann man schnuppertauchen<br />
oder unter Anleitung eines<br />
Tauchlehrers den Tauchschein<br />
machen. Schnuppertauchen für<br />
Erwachsene und Kinder für 70 €.<br />
quellenhof-seelodge.it<br />
Drei Highlights auf der<br />
einzigen Seebühne <strong>Südtirol</strong>s.<br />
Beginn jeweils 21 Uhr<br />
Eintritt: € 49,–<br />
(Ermäßigungen für Kinder unter 14 Jahren)<br />
zur Website:<br />
Kalterer<br />
Seespiele<br />
Infos und Kartenvorverkauf:<br />
Tourismusbüro Kaltern am See,<br />
T +39 0471 963 169, F +39 0471 963 469<br />
info@ kaltern.com – www.kaltern.com<br />
<strong>2023</strong><br />
18. Juli Chris Norman<br />
25. Juli Leony<br />
1. Aug. MICHAEL PATRICK KELLY
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
3 ZINNEN – DOLOMITEN<br />
DIE REGION MITTEN IM UNESCO-WELTERBE<br />
Sie sind die berühmtesten Gipfel der Dolomiten und gehören zu den eindrucksvollsten Naturwundern der<br />
gesamten Alpinwelt: die ikonischen 3 Zinnen. Berge, wohin das Auge reicht, Wanderrouten, Biketrails,<br />
anspruchsvolle Klettertouren und sanfte Spazierwege – nirgendwo sonst finden sich so viele Naturwunder auf<br />
so engem Raum. Am Gipfel folgt man den Spuren der Pioniere, im Klettergarten feilt man an seiner Technik<br />
und am Mountainbike-Trail bringt man seinen Adrenalinspiegel zum Steigen. Die natürliche Schönheit des<br />
Unesco-Welterbes lässt sich in den imposanten Pragser und Sextner Dolomiten, den reizvollen Tälern sowie<br />
den fünf Ortschaften Sexten, Innichen, Toblach, Niederdorf und Prags bestaunen. HIGHLIGHT Mit den<br />
Bergbahnen erlebt man das ganze Jahr über zahllose Erlebnisse für die ganze Familie – mit den Aufstiegsanlagen<br />
erreicht man die besten Ausgangspunkte für Wanderungen und Klettersteige auf 2000 Höhenmetern.<br />
3 Zinnen – Dolomiten, dreizinnen.com<br />
E: info@dreizinnen.com<br />
T: +39 0474 710 355<br />
Text: Philipp Josef Rossmann/ Foto: Wisthaler<br />
Partnership<br />
50 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
NICHT UMSONST GILT DIE<br />
MAJESTÄTISCHE REGION VIELEN<br />
ALS BEEINDRUCKENDSTE DES<br />
GESAMTEN ALPENRAUMS.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 51
EXPERIENCES<br />
SPORT<br />
ALTA BADIA<br />
DIE ALPINE GENUSSREGION SCHLECHTHIN<br />
Partnership<br />
Das Tal kombiniert auf einzigartige Weise die Schönheit des Unesco-Welterbes Dolomiten mit der<br />
traditionellen Kultur der Ladiner. Bei Sonnenuntergang zeigen sich die majestätischen Gipfel in einem zarten<br />
Rosa und offenbaren das Naturschauspiel Enrosadira. Das ganze Jahr über wird Alta Badia seinem internationalen<br />
Renommee als Gourmetdestination gerecht – in zahlreichen Almhütten auf rund 2000 Metern<br />
werden im Winter innerhalb der Initiative „Skifahren mit Genuss“ Gerichte von höchster Qualität aufgetischt,<br />
die mit den besten <strong>Südtirol</strong>er Zutaten kreiert werden; Gäste können in den traditionellen Bauernhöfen Speisen<br />
aus der ladinischen Küche verkosten. HIGHLIGHT Im Winter bietet Alta Badia, wo jährlich im Dezember<br />
Skiweltcuprennen stattfinden, einen Skizirkus mit Zugang zu 500 Pistenkilometern, im Sommer ist Alta Badia<br />
mit dem weltberühmten Radmarathon Maratona dles Dolomites – Enel die Traumdestination für Radfahrer.<br />
Alta Badia, altabadia.org<br />
E: info@altabadia.org<br />
T: +39 0471 836176 847037<br />
Text: Philipp Josef Rossmann/ Foto: Alex Moling<br />
52 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
WER DRAUSSEN AKTIV IST,<br />
HAT SICH EINE GENUSSVOLLE<br />
EINKEHR VERDIENT.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 53
EXPERIENCES<br />
HOTELTIPPS<br />
DIE SCHÖNSTEN<br />
SPORT- UND AKTIVHOTELS<br />
54 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Text: Carolin Chytrek / Fotos: Alex Filz, Partnership<br />
GNOLLHOF<br />
KLAUSEN<br />
Die mächtigen Dolomiten haben eine Anziehungskraft,<br />
der man sich nur schwer entziehen kann. Es ist nicht nur<br />
die markante Gipfelkulisse, sondern auch der endlose Weitblick<br />
über Wiesen und Täler, der einen Urlaub hier so besonders<br />
macht. Der „Gnollhof“ liegt mittendrin in die sem<br />
Sehnsuchtsort, am Waldrand und unweit der Eisack taler<br />
Weinberge. Am Hotel führen leichte Wander- und Spazierwege<br />
vorbei, Abenteuerlustige zieht es dank unzäh liger<br />
Aktiv-Optionen in die Höhe. Die Konstanten zwischen all<br />
den Outdoor-Momenten sind das edle und traditionsreiche<br />
Ambiente des „Gnollhof“, die hausgemachte regionale<br />
<strong>Südtirol</strong>er Alpinküche von Gastgeber Peter Verginer, Weine,<br />
zum Teil vom eigenen Weingut, und der ruhige Wellnessbereich<br />
mit seinen vielen Erholungsmöglichkeiten.<br />
ERFAHRUNG Schon 1888 kehrten Gäste gerne in den<br />
„Gnollhof“ ein, heute führt Familie Verginer das Hotel in<br />
vierter Generation. DZ inkl. 3/4-Verwöhnpension ab € 141,– p. P.<br />
Hotel Gnollhof, gnollhof.it<br />
Gufidaun 81, 39043 Klausen, Italien<br />
T: +39 0472 847323<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 55
EXPERIENCES<br />
HOTELTIPPS<br />
HOTEL DIE POST<br />
SULDEN<br />
Im italienischen Sulden, auf 1900 Metern, ist die Luft rein<br />
und die Alpenkulisse des Ortler-Bergmassivs beeindruckend<br />
kraftvoll – das Gebiet ist gerade deshalb so perfekt für<br />
Out door-Sportler und alle, die die atemberaubende Natur<br />
hautnah erleben möchten. Perfekter Ausgangspunkt dafür<br />
ist das „Alpin Spa Hotel die Post“. Grenzenlose Berg welten<br />
mit 14 Dreitausendern erstrecken sich direkt im Umfeld<br />
des Vier-Sterne-Superior-Refugiums, der Aktivurlaub kann<br />
also direkt vor der Haustür losgehen. Wer es lieber langsam<br />
angehen lässt, erlebt herrlich entspannende Stunden im<br />
1200 m² großen Wellnessbereich, der mit Panoramapool<br />
und Bergsee punkten kann. Während die Großen hier zur<br />
Ruhe kommen, verbringen die Jüngsten dank Spiel und<br />
Spaß bei der Kinderanimation einzigartige Stunden unter<br />
Gleichaltrigen. Abends genießt man gemeinsam die<br />
raffinierte traditionell italienische Küche. MESSNER<br />
MOUNTAIN MUSEUM Nur sechs Minuten vom Hotel<br />
entfernt liegt unterirdisch das Messner Mountain Museum<br />
Ortler, das spannende Infos rund um das ewige Eis<br />
bereithält. Hier begibt man sich auf die Spuren von<br />
Eiskletterern und Schneemenschen und lernt Neues über<br />
Lawinen und Kälte. DZ inkl. Post-3/4-Verwöhnpension ab € 121,– p. P.<br />
Alpin Spa Hotel die Post, hotelpost.it<br />
Hauptstraße 22, 39029 Sulden am Ortler, Italien<br />
T: +39 0473 613024<br />
Fotos: Helmuth Rier, Horst Oberrauch, Hannes Niederkofler, beigestellt Partnership<br />
56 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
SPORTHOTEL EXCLUSIVE<br />
ST. VIGIL AM KRONPLATZ<br />
Imposante Felsformationen, urige Almhütten, bunte<br />
Blumenwiesen: Die Region um den Kronplatz, <strong>Südtirol</strong>s<br />
Outdoorparadies Nummer eins, könnte vielfältiger kaum<br />
sein. Hier kann man entspannen, aktiv sein und die<br />
Symbiose zweier Kulturen in sich aufsaugen. Eingebettet<br />
in die traumhafte Landschaft des Unesco-Weltnaturerbes<br />
Dolomiten liegt das „Sporthotel Exclusive“, mitten im<br />
Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Die schönsten Wander-,<br />
Bike- und Kletterrouten beginnen also direkt vor der<br />
Haustür. Damit man für seinen Ausflug ins Umland bestens<br />
gewappnet ist, genießt man im Hotel einen perfekten Mix<br />
aus regionalen, nationalen und kreativen Gerichten und<br />
Leckerbissen von Küchenchef Sebastiano, zum Beispiel<br />
abends, in Form eines Vier-Gang-Menüs. Im himm lischen<br />
Wellnessbereich mit Saunawelt und Co taucht man danach<br />
ab und lässt die Sinne ziehen. LAND DER LEGEN-<br />
DEN Dank 2000 Jahre alter Geschichte lädt die Region<br />
zu vielen spannenden Reisen in die Vergangenheit ein –<br />
wie wäre es etwa mit dem Themenweg „Tru dles Liondes“,<br />
einer interaktiven Legendenwanderung in St. Vigil in Enneberg?<br />
DZ inklusive Halbpension ab € 260,–.<br />
Sporthotel Exclusive, sporthotel-exclusive.com<br />
Str. al Plan Dessora 2, 39030 St. Vigil in Enneberg, Kronplatz, Italien<br />
T: +39 0474 501030<br />
Partnership<br />
LINDER CYCLING HOTEL<br />
WOLKENSTEIN IN GRÖDEN<br />
Ein stylisher Ort für fanatische Radler und alle, die ein<br />
Faible für die Dolomiten haben – das „Linder Cycling<br />
Hotel“ hat sich zu einem echten Sportler-Schmuckstück<br />
gemausert. Der Puls kommt hier nicht nur beim Radeln in<br />
Schwung, sondern auch bei einer Partie Billard oder im<br />
neuen „Linder Sky Spa“. In luftiger Höhe regeneriert man<br />
zwischen Sky-Pool mit Panoramablick, Sauna und Dampfbad<br />
und entspannt die müden Sportlerwaden im Ruheraum.<br />
Wie wäre es danach mit einer Stärkung? In der „Luis<br />
Eatery“ verschmelzen alpine Wurzeln mit mediterraner<br />
Leichtigkeit zu einem einmaligen Genuss. In der Steak-Stube<br />
darf man sich der Fleischeslust hingeben und neue Kraft<br />
tanken, um am nächsten Tag wieder aufs Bike zu steigen.<br />
Apropos Bike … CYCLING-TRAUM Die Region um<br />
das Hotel ist gespickt mit grünen Wiesen, Wanderwegen<br />
und coolen Routen für Mountain- oder E-Biker. Das<br />
Angebot reicht von flowigen Singletrails über aufsehenerregende<br />
Downhill-Strecken bis zu spektakulären Freeride-<br />
Touren. Wer sich nicht auskennt, bekommt Hilfe von<br />
Gastgeber Günther Linder oder seinen Bike-Guides, die<br />
immer wissen, wo es langgeht. Waschstraße und Werkstatt<br />
gibt es direkt im Hotel. DZ ab € 215,–.<br />
Linder Cycling Hotel, linder.it<br />
Nivesstraße, 36, 39048 Wolkenstein in Gröden, Italien<br />
T: +39 0471 795242<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 57
EXPERIENCES<br />
HOTELTIPPS<br />
SPORTHOTEL OBEREGGEN<br />
OBEREGGEN<br />
Relaxen, Sport und Lifestyle: Wer auf der Suche nach<br />
dieser Kombination ist, sollte im „Sporthotel Obereggen“<br />
einchecken. Das Hotel liegt im Herzen der Dolomiten,<br />
mitten im romantischen Eggental, und schwört auf die<br />
alten <strong>Südtirol</strong>er Traditionen. Entspannte Atmosphäre zieht<br />
sich durch alle Räume, die klassisch-modern eingerichtet<br />
sind; perfekten Panoramablick auf die umliegenden Berge<br />
bietet die neue Dachterrasse samt Rooftop-Pool, die pünktlich<br />
zur Sommersaison errichtet wurde. Hier entspannt<br />
man auf der Sonnenseite des Lebens und lässt die Tage<br />
ausklingen. Gemütlicher geht es im Indoor-Wellnessbereich<br />
zu, der mit feinem Holz- und Kräuterduft aus den Saunen<br />
lockt, zur Abkühlung taucht man in der Wasserwelt ab.<br />
Süd tirols Traditionen kann man auch schmecken: Auf den<br />
Tellern kommen beste Spezialitäten aus der Region fein<br />
kredenzt zusammen – die perfekte Stärkung für aktive<br />
Stunden an der frischen Luft. GOLF-PARADIES Wie<br />
wär’s mit ein paar Abschlägen oder Golf-Übungsstunden<br />
mitten in atemberaubender Natur? Gleich zwei Plätze<br />
lie gen in direkter Umgebung zum Hotel, auf sagenhaften<br />
1200 Meter Höhe. Wer lieber wandern oder biken möchte,<br />
findet etliche passende Touren. DZ ab € 122,– pro Person.<br />
Sporthotel Obereggen, obereggen.it<br />
Obereggen 17, 39050 Obereggen, Italien<br />
T: +39 0471 615 797<br />
Fotos: Klaus Peterlin Partnership<br />
58 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
DAS MAGAZIN MIT DEN<br />
BESTEN REISETRENDS<br />
HEFTE<br />
PLUS<br />
SONDER-<br />
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EXPERIENCES<br />
HOTELTIPPS<br />
Fotos: Andreas Tauber, Manuel Kottersteger<br />
60 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Partnership<br />
TENNE LODGES<br />
RATSCHINGS<br />
Wer die „Tenne Lodges“ in Ratschings besucht, hat die<br />
Qual der Wahl. Das Hotel ist dank seiner Lage der perfekte<br />
Ausgangspunkt für Wandertouren, Bike- und Kletterabenteuer<br />
sowie Paragleiten, aber auch die umliegende<br />
Natur aus Wald und blühenden grünen Wiesen zieht<br />
Gäste magisch nach draußen. Hier will man sich bewegen,<br />
hier will man erkunden und staunen. Staunen darf<br />
man aber auch in den „Tenne Lodges“ selbst – es ist<br />
nämlich die besondere, chaletähnliche Architektur, die<br />
sofort ins Auge fällt. Beim Bau wurden kleine Holztäfelchen<br />
für die Verkleidung verwendet, die bei gutem Wetter<br />
in der Sonne leuchten. Der Einsatz von Stein und die<br />
vielen Spitzgiebel mit ihren Loggien runden den traditionellen<br />
Stil perfekt ab. Auch das Interior versprüht<br />
rusti kal-modernen Charakter und punktet mit viel Holz<br />
und feinsten Textilien. BIKE & HIKE Wer sich nicht<br />
zwischen Wandertouren und Mountainbiking entscheiden<br />
möchte, kann in den „Tenne Lodges“ beides haben. Dank<br />
der Nähe zum Wandergebiet Ratschings-Jaufen beginnt<br />
eine Tour in die Berge direkt vor der Haustür – auf<br />
Wunsch mit hoteleigenem Guide. Lodge ab € 845,–.<br />
Tenne Lodges, tenne-suedtirol.com<br />
Bichl 51, 39040 Ratschings, Italien<br />
T: +39 0472 433300<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 61
EXPERIENCES<br />
HOTELTIPPS<br />
Partnership<br />
SONNWIES<br />
LÜSEN<br />
Umgeben von unberührter Natur und dem Unesco-Weltnaturerbe<br />
Dolomiten ist das „Sonnwies“ ein Kraftplatz für ruhesuchende<br />
Familien; ein Rückzugsort, an dem Nachhaltigkeit<br />
im Vordergrund steht. Hautnaher Kontakt mit den Tieren der<br />
„Sonnwies“-Farm, Wasserspiele an den Bachläufen, wohltuende<br />
Yogaeinheiten im Wald, sanfte E-Bike-Touren auf der Lüsner<br />
Alm und Wanderungen zur hauseigenen Kalkofen-Hütte sind<br />
nur einige der zahlreichen Naturerlebnisse. Für Erfrischung<br />
sorgen die Wasserwelten mit Bergblick und entspannende Spa-<br />
Treatments. FARM TO TABLE Im neu angelegten Culinary<br />
Garden können Kinder bei wöchentlichen Führungen säen,<br />
ernten und verkosten und erhalten so bereits im frühen Alter<br />
ein Verständnis für die Natur. Eine Auszeit für die ganze Familie<br />
mit unzähligen nachhaltigen Erlebnissen und Erinnerungen!<br />
Familienzimmer mit Vollpension ab € 800,– p. P.<br />
Hotel Sonnwies, sonnwies.com<br />
Alter Rungger Weg 20, 39040 Lüsen, Italien<br />
T: +39 0472 413 533<br />
Fotos: Georg Roske, Kalus Peterlin<br />
62 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Partnership<br />
HOTEL DORFER<br />
WOLKENSTEIN IN GRÖDEN<br />
Komfortabel und gesellig ist es, das „Dorfer“ in Wolkenstein<br />
in Gröden, gelegen in einer der schönsten Wanderregionen<br />
Italiens. Weil das Grödnertal und der Naturpark<br />
Puez-Geisler direkt vor der Haustür liegen, kann man vom<br />
vielseitigen Aktivangebot der Regionen Gebrauch machen.<br />
Die Dolomiten mit ihren massiven Gipfelformationen<br />
sind für ihre vielseitigen Wander- und Bikerouten bekannt,<br />
empfehlenswert sind auch die zahlreichen Klettersteige. Bei<br />
den traumhaften Ausflügen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade<br />
erkundet man die Natur mit ihren vielen Almen<br />
und blühenden Wiesen, die sich im großen Hotelgarten<br />
mit Liegewiese und Sonnenterrasse widerspiegelt. Hier<br />
kann man die Schönheit des Draußen so richtig aufsaugen.<br />
Indoor weiß das Hotel mit rustikal-modernem Design, das<br />
auf Holz in Kombination mit frischen Akzenten baut, zu<br />
überzeugen: Die Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail<br />
eingerichtet. AQUAE DULCIS Noch mehr alpinen Flair<br />
und Relax-Möglichkeiten gibt es in der hauseigenen Wellnessoase,<br />
die mit ihren vielseitigen, wohlig-warmen Wohlfühlangeboten<br />
wie eine Ladestation wirkt. DZ inklusive Halbpension<br />
ab € 278,–.<br />
Hotel Dorfer, hoteldorfer.com<br />
Cir-Straße 5, 39048 Wolkenstein in Gröden, Italien<br />
T: +39 0471 795 204<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 63
EXPERIENCES<br />
HOTELTIPPS<br />
Partnership<br />
HOTEL SONNALP<br />
OBEREGGEN<br />
Rund 20 Kilometer von Bozen entfernt, umgeben von<br />
Wiesen und Wäldern, liegt die Ortschaft Obereggen auf<br />
1550 Metern. Der Hausberg Latemar und der Rosengarten<br />
sind nicht nur traumhaft schöne Nahziele, sondern<br />
fungieren als Kraftquellen der Natur; verschiedene<br />
Themen wege, Routen und spektakuläre Aussichtsplattformen<br />
laden zu Wanderungen ein. Wie wäre es zum<br />
Beispiel mit dem Panoramaweg über die Eggentaler Almen?<br />
Auch Kräuterführungen, Golf-Abenteuer und E-Bike<br />
Touren sind möglich, und das alles im direkten Umfeld des<br />
„Hotel Sonnalp“. Hier öffnet man alle Sinne und tankt<br />
neue Energie. Das Haus mit seinen 38 Wohlfühlzimmern<br />
und Suiten setzt auf familiäre und individuelle Betreuung<br />
der Gäste und weckt die aktive Seite der Besucher. Gleichzeitig<br />
legt es größten Wert auf Wellness und Regeneration<br />
im hauseigenen Spa. VIELFACH PRÄMIERT Highlight<br />
des Hotels ist ohne Zweifel die einzigartige <strong>Südtirol</strong>er<br />
Haubenkulinarik, die dank höchster Qualität und bester<br />
mediterraner Aromen immer wieder mit Awards ausgezeichnet<br />
wird. Küchenchef Martin Köhl gehört seit<br />
25 Jahren zum „Sonnalp“ und zaubert seit jeher feinste<br />
Spezialitäten. DZ inklusive Halbpension ab € 164,– pro Person.<br />
Hotel Sonnalp, sonnalp.com<br />
Obereggen 28, 39050 Obereggen, Italien<br />
T: +39 0471 615 842<br />
Fotos: Rupert Muehlbacher/GA-Service, Horst Oberrauch<br />
64 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
EXPERIENCES<br />
Partnership<br />
DAS ROYAL<br />
OBEREGGEN<br />
Sich einmal wie ein König fühlen – das „The Royal“ ist<br />
zwar kein Schloss, kann aber mit einem Service punkten,<br />
der seinesgleichen sucht. „Wahre Zufriedenheit!“, das ist<br />
das Credo des Hotels in Obereggen. Hier kommt man als<br />
Gast und geht als Freund. Die Gastfreundschaft, das<br />
liebevolle und stylishe Ambiente und beste Genuss- und<br />
Wellnessmomente sind nur drei der Gründe dafür. Während<br />
die Küche von morgens bis abends mit <strong>Südtirol</strong>er Spezialitäten<br />
und italienischen Einflüssen aufwartet, kann man im<br />
Spa in Saunen schwitzen oder in der gesundheitsfördernden<br />
Heulounge ausspannen. Egal ob Wandern oder Klettern,<br />
ob Motorradfahren oder E-Biken: Im „The Royal“ ist alles<br />
möglich. Dank der Nähe zum majestätischen Naturparadies<br />
Rosengarten beginnt das persönliche Aktiv<br />
Abenteuer direkt vor der Haustür. Will man hoch hinaus,<br />
wählt man aus einer ganzen Bandbreite an Sportarten,<br />
je nachdem, was zu einem passt. LATEMARIUM Das<br />
Erlebnisreich ist nur einen kurzen Fußmarsch vom Hotel<br />
entfernt und wartet mit etlichen Touren und Angeboten<br />
auf. Besondere Ausblicke erhält man vom Waldhochseilgarten.<br />
DZ ab € 105,– pro Person.<br />
DAS ROYAL, h-royal.com<br />
Obereggen 32, 39050 Obereggen, Italien<br />
T: +39 0471 615 891<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 65
ARCHITEKTUR<br />
DESIGN<br />
Atemberaubendes Vogelnest<br />
Der neue Wellnessbereich des „Alpin<br />
Panorama Hotel Hubertus“ scheint zu<br />
schweben und auf dem Kopf zu stehen.<br />
Dem<br />
Himmel<br />
so nah<br />
Foto: Kottersteger 2022<br />
66 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
<strong>Südtirol</strong> ist ein Architektur-Eldorado: Nirgends sonst gibt<br />
es dermaßen viele faszinierende und ungewöhnliche Bauten<br />
zu entdecken, die perfekt in die schroffe Berglandschaft<br />
passen. Hochwertige Materialien sind dabei Standard.<br />
von KARIN CERNY<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 67
ARCHITEKTUR<br />
DESIGN<br />
KLARE FORMEN UND SPEKTAKULÄRE<br />
AUSBLICKE: ARCHITEKTUR IST DAZU<br />
DA, DIE NATUR IN SZENE ZU SETZEN.<br />
68 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Schräger Würfelbau<br />
Innovative Architektur wie eine<br />
Holzschnitzerei, die damit spielt,<br />
gefaltet und gedreht zu werden.<br />
Einsamer Gipfel<br />
Auf 2700 Metern liegt die neu<br />
gebaute Santnerpass-Hütte, die<br />
anfangs umstritten war.<br />
Fotos: Jeremy Austin, Lukas Scheller, Nicola Paltrinieri<br />
Wahrscheinlich lässt sich das innovative Architekturverständnis,<br />
über das man in <strong>Südtirol</strong> staunt, ganz einfach<br />
auf den Punkt bringen: Die Natur ist der eigentliche<br />
Star. Die schroffen Dolomiten waren schon immer<br />
eine große Herausforderung, sei es durch unwegsames<br />
Gelände oder raues Klima; eine Architektur, die in dieser<br />
extremen Landschaft bestehen kann, braucht eine klare<br />
Formensprache. Sie muss funktional und widerstandsfähig<br />
sein, sie muss aber auch so eigen sein, dass sie<br />
nicht von der Dramatik der Berge verschlungen wird.<br />
Am Anfang waren es Einzelgänger, die wegweisend<br />
wirkten, die einigermaßen stur ihre Vision umsetzten,<br />
die traditionelle Bauweise in eine moderne Formensprache<br />
zu übertragen. Werner Tscholl, 1955 geboren, ist<br />
einer dieser Alpen-Pioniere, seine Bauwerke haben etwas<br />
Skulpturales, reagieren auf die vorhandene Geologie,<br />
treten in Dialog mit der Umgebung, wie beim Timmelsjoch-Projekt.<br />
Oder Othmar Barth, 1927 geboren, der mit dem<br />
„Seehotel Ambach“ 1973 einen Meilenstein an brutalistischer Architektur<br />
vorlegte. Puristische Bauten aus Sichtbeton, die aber zugleich<br />
raffiniert im Detail sind, passen gut in die Region. Sie nehmen sich<br />
zurück, ohne bescheiden zu sein, verkörpern eine Moderne ohne<br />
Kitsch – und verstehen es, die umgebende Landschaft spektakulär in<br />
Szene zu setzen: Wie durch einen Bilderrahmen im Museum sieht<br />
man etwa von den Balkonen im „Hotel Ambach“ auf den Kalterer<br />
See. Ebenfalls ein Monolith aus Beton ist das Hotel „Stadele Rooms“<br />
in Lana: In seiner minimalistischen Anmutung zaubert es einen<br />
Hauch von Japan nach <strong>Südtirol</strong>. Das Zusammenspiel von kühlem<br />
Beton außen und heimeligem, hochwertigem Holz aus der Region<br />
innen erzeugt einen spannenden Kontrast.<br />
Ein absoluter Hingucker ist auch das neue Spa des „Alpin Panorama<br />
Hotel Hubertus“, das sich in Farb- und Materialwahl der<br />
Berglandschaft anpasst. Es scheint zu schweben und dabei auf dem<br />
Kopf zu stehen; wie in einem Vogelnest sieht man, vom Alltag gänzlich<br />
befreit, auf die umliegenden Berge, irgendwie schwerelos. Das<br />
Architekturbüro NOA hat mit dem ungewöhnlichen Wellnessbereich<br />
ein neues Wahrzeichen der Region geschaffen. So beeindruckend<br />
das Bauwerk auch ist, drängt es sich doch nicht auf – die<br />
großen Glasfronten geben einem das Gefühl, inmitten der Natur zu<br />
sein. So baut <strong>Südtirol</strong> nämlich: Die Landschaft bleibt der Star.<br />
Sogar Berghütten haben hier eine klare, zeitgenössische Form,<br />
scheinen sich organisch in die Felsen zu schmiegen oder kämpferisch<br />
aus dem Stein zu ragen. Zaha Hadids bahnbrechendes ➨<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 69
ARCHITEKTUR<br />
DESIGN<br />
Blick auf die Berge<br />
Bei der „Berghütte Oberholz“<br />
scheinen drei Satteldächer aus<br />
dem Hang herauszuwachsen.<br />
Zurück zum Beton<br />
Japanischer Minimalismus trifft<br />
in den „Stadele Rooms“ in Lana<br />
auf gemütliches Holz.<br />
SELBST NÜCHTERNE ZWECK-<br />
BAUTEN SIND IN SÜDTIROL<br />
ÜBERRASCHEND INNOVATIV.<br />
Messner Mountain Museum, 2012 bis 2015 gebaut,<br />
war sicherlich ein wesentlicher Impulsgeber für eine<br />
futuris tische Architektur in den Alpen, die sich für jeden<br />
Science-Fiction-Film gut nutzen lassen würde. Die<br />
„Berghütte Oberholz“ etwa liegt zu Füßen der eindrucksvollen<br />
Felsenkette des Latemar, drei Satteldächer<br />
(traditionelle Elemente, mit denen hier gespielt wird)<br />
scheinen da aus dem Hang herauszuwachsen. In den<br />
großen Fenstern spiegeln sich der Himmel und die Berge,<br />
die raffinierte Holzkonstruktion innen sieht wie ein<br />
Knochengerüst aus; man könnte auch im Bauch eines<br />
Wals sein. Die auf 2700 Metern gelegene Santner pass-<br />
Hütte wiederum war zwar als Bauprojekt aufgrund ihrer<br />
schieren Größe umstritten, architektonisch aber<br />
wirkt sie durchaus innovativ: Sie thront wie ein Berg am<br />
Berg, scheint ein eigener Gipfel auf dem Gipfel zu sein.<br />
Auf alpine Holzarchitektur mit reduziertem Design setzt auch<br />
der <strong>Südtirol</strong>er Architekt Martin Gruber, der mit dem „Anders<br />
Mountain Suites“ einen perfekten Rückzugsort in den Bergen geschaffen<br />
hat. Wie ein Pilz wächst der Bau aus dem Boden, organische<br />
Formgebung und klare Linienführung prägen eine Architektur,<br />
die schlichten Luxus verkörpert. Die Innenräume sind mit naturbelassenem<br />
Fichtenholz ausgekleidet; raumhohe Panoramafenster,<br />
um die Berge in jeder Lichtstimmung zu erleben, begeistern.<br />
KUNSTWERK AUS HOLZ<br />
Selbst nüchterne Zweckbauten sind in <strong>Südtirol</strong> überraschend innovativ.<br />
So hat die Holzschnitzerei Ulrich Perathoner einen Holzblock<br />
mit Schindeln entwerfen lassen, der wie ein Würfel wirkt, der sich<br />
verdrehen lässt. Die Architektur spielt damit, geschnitzt und gefaltet<br />
zu sein, das passt perfekt als Atelier für jemanden, der aus Holz<br />
Kunstwerke schafft – schön, wie Form und Inhalt in diesem Bau von<br />
Bergmeisterwolf aus Brixen Hand in Hand gehen. Die Außenhaut<br />
agiert hier sozusagen als eine Art lebendige Fassade. Auch das ist ein<br />
großer Vorteil des Bauens in <strong>Südtirol</strong>: Die Architekturbüros sind<br />
lokal, man ist vernetzt, kennt sich persönlich; sie nehmen sich Zeit,<br />
Projekte zu entwickeln, die einmalig und maßgeschneidert sind,<br />
bodenständig und doch weltoffen – genauso wie <strong>Südtirol</strong> selbst. ❢<br />
Fotos: Günther Pichler, Maike Wittreck, Tobias Kaser Photography<br />
70 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
„ANDERS MOUNTAIN SUITES“ IST<br />
EIN PERFEKTER RÜCKZUGSORT<br />
IN DEN BERGEN – WIE EIN PILZ<br />
WÄCHST DER BAU AUS DEM BODEN.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 71
ARCHITEKTUR<br />
INTERVIEW<br />
Holz und Licht<br />
Im „Waldhotel Health & Wellbeing“ über<br />
dem Vierwaldstätter See kommt der Gast<br />
ins Gleichgewicht – auch ästhetisch.<br />
72 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Die Welt ist grün<br />
„Botanische Architektur“ empfiehlt Star-Architekt Matteo Thun für <strong>Südtirol</strong>:<br />
Mit der Natur solle der Mensch bauen und nicht gegen sie. Ist dieser Respekt<br />
nicht gegeben, sei ein Baustopp die sauberste Lösung, erklärt er im Interview.<br />
von YASMIN EL MOHANDES<br />
Fotos: Andrea Garuti, Daniel Chardon<br />
M<br />
atteo Thun wurde 1952 in Bozen geboren,<br />
studierte in Florenz und Salzburg<br />
Architektur und lehrte später an der<br />
Universität für angewandte Kunst in<br />
Wien Design. 1984 machte er sich selbstständig;<br />
seither hat er prominente Hotelprojekte und gewerbliche<br />
Bauten realisiert, Gläser, Porzellan, Leuchten und<br />
Möbel entworfen und diverse Auszeichnungen erhalten. Von<br />
2004 bis 2006 gestaltete er für die Filmfestspiele in Venedig<br />
dreimal die Fassade des Palazzo del Cinema neu. Der Vater<br />
zweier Kinder legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit – für<br />
seine Heimat <strong>Südtirol</strong> fordert er einen respektvollen Umgang<br />
mit der Bergwelt und warnt vor fortschreitender Zersiedelung<br />
der ursprünglichen Landschaft.<br />
Was macht <strong>Südtirol</strong> für Sie aus?<br />
Ich bin in <strong>Südtirol</strong> aufgewachsen und ich glaube, die Dolomiten<br />
haben mich bis heute am meisten geprägt – ihr Formenreichtum,<br />
ihre Haptik, ihre unglaubliche Vielfalt von<br />
Licht und Schatten.<br />
Was zeichnet die Architektur <strong>Südtirol</strong>s aus?<br />
Aus architektonischer Sicht ist die zauberhafte Architektur<br />
der Welzenbacher in Bad Dreikirchen oder der Comici<br />
Hütte am Fuße des Langkofels faszinierend. Diese Orte vermitteln<br />
die Idee ganzheitlicher Architektur am besten:<br />
Gebäude, Landschaft, Skifahren, Klettern und Essen verschmelzen<br />
zu einer fabelhaften Einheit. Die kulturelle Identität<br />
<strong>Südtirol</strong>s kann ich nur von außen beurteilen. ➨<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 73
ARCHITEKTUR<br />
INTERVIEW<br />
Wie ein Luxushotel<br />
In den „Waldkliniken Eisenberg“ wird<br />
der Patient als Gast betrachtet – dem<br />
entspricht das Interieur (Bilder oben).<br />
Tradition modern interpretiert<br />
Terrassenarchitektur in der „Pergola<br />
Residence“ (Meran, u. li.); die pri vate<br />
Schweizer „Mountain Villa“ (u. re.).<br />
2003, also vor 20 Jahren, haben Sie mit dem „Vigilius Mountain<br />
Resort“ eine neue Ära der Architektur in <strong>Südtirol</strong> eingeleitet.<br />
Hatten Sie damals schon das Gefühl, etwas Wegweisendes<br />
zu entwerfen?<br />
Projekte gelingen immer nur gut, wenn der Dialog mit dem<br />
Bauherrn stimmt. Das Konzept für das „Vigilius Mountain<br />
Resort“ entstand in engster Zusammenarbeit mit Ulrich Ladurner,<br />
dem ersten aus einer Reihe von Quereinsteigern im<br />
Hotelbusiness. Die Natur hat im Laufe der Zeit ihr Übriges<br />
dazugetan und dem ganzen Resort eine wunderschöne Patina<br />
verliehen. Dank der Hotelleitung und der enormen Aufmerksamkeit<br />
für jedes Detail ist das Resort heute vollendeter<br />
als vor 20 Jahren. Es wird jedes Jahr schöner!<br />
Welche Hotels sind heute in der Architektur wegweisend?<br />
Welche Trends sehen Sie?<br />
Projekte, die im Einklang mit dem Genius Loci stehen, die<br />
Generationen überdauern. Der Anspruch der Gäste geht immer<br />
mehr in Richtung Nachhaltigkeit; eines der wichtigsten<br />
Kriterien bei der Auswahl von Hotels heute. Die Hospitality-Industrie<br />
muss nach den Veränderungen unserer Gesellschaft durch die<br />
Pandemie umdenken und auf langfristig angelegte Konzepte setzen,<br />
bei denen Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln die Keywords<br />
sind; also Energieeffizienz für neue, widerstandsfähige und schadstoffarme<br />
Gebäude, Einbeziehung des Lebenszyklus von Baumaterialien,<br />
Entsorgung und Wiederverwendung von Baustoffen.<br />
Sie wurden in Bozen geboren und haben die ersten Lebensjahre intensiv<br />
in den Bergen verbracht. Inwieweit hat Sie das geprägt?<br />
Ich habe Bozen und <strong>Südtirol</strong> als 18-Jähriger, als Student verlassen,<br />
deshalb habe ich eine besondere Beziehung zu diesem Teil Italiens.<br />
Es ist die Natur, die die Qualität hervorbringt, nicht der Mensch –<br />
die Hauptqualität <strong>Südtirol</strong>s sind für mich die Dolomiten, die schönsten<br />
Berge der Welt.<br />
Was kann nachhaltige Architektur – was nicht?<br />
Die Dolomiten sind die Hauptqualität <strong>Südtirol</strong>s und Unesco-Weltnaturerbe,<br />
deshalb sollte man hier ganz besonders vorsichtig mit der<br />
Bautätigkeit sein und die Zersiedelung nicht noch weiter vorantreiben.<br />
Sie erfordern von Architekten und Bauherren besondere<br />
Achtung. Hier passen keine architektonischen Statement-Bauten,<br />
74 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Wohltuende Optik<br />
Das „Waldhotel“ bei Luzern ist auf<br />
Medi cal Treatments spezialisiert. Zum Wohlbefinden<br />
gehört auch die Architektur.<br />
„Die Hauptqualität <strong>Südtirol</strong>s<br />
sind für mich klar die Dolomiten,<br />
die schönsten Berge der Welt.“<br />
MATTEO THUN PROJEKTE<br />
• Jodschwefelbad<br />
Restaurant im „JW Marriott<br />
Fotos: Andrea Garuti, Waldhotel, beigestellt<br />
sondern „botanische“ Architektur – das bedeutet, mit der<br />
Natur zu bauen und nicht gegen sie. Die <strong>Südtirol</strong>er Landschaft<br />
sollte die Architektur beeinflussen und nicht umgekehrt.<br />
Wenn dies nicht gegeben ist, plädiere ich für einen<br />
generellen Baustopp in den Alpen!<br />
Sollte sich die alpine Architektur immer in die Natur einfügen?<br />
Ja, absolut, immer. Grüne Architektur ist kein Trend – sie ist<br />
die Rückkehr zur Normalität.<br />
Was muss man in <strong>Südtirol</strong> architektonisch gesehen haben?<br />
Die Bauernhöfe Tschögglberg bei Jenesien und Hafling sowie<br />
das MMM Messner Mountain Museum auf Schloss Sigmundskron.<br />
Und besuchen Sie auf dem Weg nach Meran die<br />
Gärten von Schloss Trauttmansdorff! ❢<br />
Bad Wiessee, Bayern<br />
Eine klare Formensprache<br />
prägt die Optik des Jodschwefelbads<br />
und betont die<br />
Ruhe und Kraft der Gesundheit.<br />
• Winzerhäuschen in<br />
Longuich an der Mosel<br />
Mit den Häuschen aus<br />
Schiefer und Eichenholz<br />
hat Thun Logenplätze<br />
in der Natur geschaffen.<br />
• Dopolavoro Restaurant<br />
& Bar, Venedig<br />
Ein halbes Dutzend Preise<br />
bekam Thun für das<br />
Venice Resort & Spa“ auf<br />
einer Privatinsel in der<br />
Lagune von Venedig.<br />
• Langham Venice Hotel<br />
& Resort, Murano<br />
Auf der Glasbläser-Insel<br />
Murano vereint Thun<br />
historische Bauten und<br />
zeitgenössische Elemente<br />
(Eröffnung 2024).<br />
• Landmark Apartments,<br />
Gardasee<br />
Für das Hotel „Eden Reserve“<br />
gestaltete Thun zwei von der<br />
Architektur der Region inspirierte<br />
Terrassenhäuser.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 75
ARCHITEKTUR<br />
DESIGNHOTELS<br />
DESIGN<br />
LOVERS<br />
Kleine Hideaways in den<br />
Bergen, persönlich geführt<br />
und mit Liebe zum Detail<br />
ausgestattet: Individualität<br />
ist der neue Luxus, den<br />
sich anspruchsvolle<br />
Reisende auch im Urlaub<br />
in <strong>Südtirol</strong> gönnen.<br />
von CLAUDIA HILMBAUER<br />
76 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
NATÜRLICHE<br />
OPULENZ<br />
VILLAVERDE, MERAN<br />
„Anders“ – so könnte man die „VillaVerde“ in Algund<br />
bei Meran mit nur einem Wort beschreiben. Doch das<br />
greift eigentlich zu kurz, denn das Haus ist mehr<br />
Zuhause als Hotel, es setzt auf Ruhe, Freiraum, Begegnungen,<br />
grünen Luxus sowie saisonale und regionale<br />
Bioküche. Designfans freuen sich zudem über maßgefertigte<br />
Möbel, die zahlreichen individuellen Details<br />
und Vintagestücke aus aller Welt. Dass es schwerfällt,<br />
den Ort und seine herzlichen Gastgeberinnen Heidi,<br />
Judith, Paula und Lea wieder zu verlassen, ist kein<br />
Wunder. DZ ab ca. € 348,– pro Nacht. villaverde-meran.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 77
ARCHITEKTUR<br />
DESIGNHOTELS<br />
SPITZEN-<br />
GENUSS<br />
HOTEL PETRUS, BRUNECK<br />
Vom Outdoor-Jacuzzi über den Whirlpool bis zur<br />
privaten Infrarotsauna hat jedes der Zimmer und<br />
Suiten im „Hotel Petrus“ am Kronplatz seinen ganz<br />
individuellen Charakter – denn Einheitsbrei kommt für<br />
die Gastgeberinnen Brigitte, Christina und Daniela<br />
nicht infrage. Weder hinsichtlich Zimmerausstattung<br />
noch in Sachen Kulinarik wird es bei den Aichners<br />
langweilig, die Küche gilt nämlich als eines der<br />
Herzstücke des Hauses. Entsprechend viel Aufmerksamkeit<br />
wird gutem Essen, der Quelle der Lebensfreude,<br />
auch gewidmet: Geradlinig, regional, natürlich<br />
und ehrlich ist sie sowohl im À-la-carte-Restaurant<br />
von Chefkoch Hannes Baumgartner als auch im Rest<br />
des Hauses, viele Zutaten stammen aus dem eigenen<br />
großen Garten. Gäste wie Gastrokritiker sind sich<br />
einig, dass das „Hotel Petrus“ der Place to be für<br />
Feinschmecker in <strong>Südtirol</strong> ist. Auch sehr fein: das<br />
„Dahoame-Spa“ samt Pools, Saunen und Treatments.<br />
DZ ab ca. € 242,– pro Nacht. hotelpetrus.com<br />
Fotos: Florian Andergassen, beigestellt<br />
78 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
20ER- UND<br />
60ER-JAHRE-<br />
GLAMOUR<br />
VILLA ARNICA, LANA<br />
Familie Dissertori hauchte der 1925<br />
er bauten Villa neues Leben als Adultsonly-Boutiquehotel<br />
mit nur vier Zimmern<br />
und sechs Suiten ein. Hier gleicht kein<br />
Raum dem anderen, doch das einende<br />
Element ist auserwählter Geschmack<br />
in Sachen Design. Fischgrätparkett und<br />
Terrazzo, Antiquitäten und Flohmarkt-<br />
Fundstücke ergeben ein stimmiges<br />
Ambiente umgeben von blühenden<br />
Gärten. Die Küche folgt dem Farmto-Table-Prinzip,<br />
entspannt wird am<br />
Pool oder in der Bibliothek.<br />
DZ ab ca. € 350,– pro Nacht. villaarnica.it<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 79
ARCHITEKTUR<br />
DESIGNHOTELS<br />
STARKER<br />
CHARAKTER<br />
MIRAMONTI, HAFLING<br />
Das hoch über Meran auf 1230 Meter Seehöhe gelegene Boutiquehotel versteht sich<br />
als Rückzugsort für Individualisten. Es thront auf Porphyr-Stein, ist umgeben von Wald<br />
und vermittelt absolute Erdverbundenheit; das wundervolle Panorama hingegen<br />
entführt die Sinne auf neue Höhenflüge. Luxus und Bescheidenheit, Innovation und<br />
Moderne treffen im Spa (natürlich samt Infinitypool, Whirlpool, Saunen und Onsen),<br />
in den 44 Zimmern und in den drei Restaurants aufeinander. Letztere bieten italienische<br />
Klassiker ebenso wie internationale Kreationen, erschaffen aus den besten Zutaten.<br />
Tipp: Ausfahrten auf den Panoramastrecken <strong>Südtirol</strong>s mit dem Alfa-Romeo-Oldtimer!<br />
DZ ab ca. € 500,– pro Nacht. hotel-miramonti.com<br />
80 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Fotos: beigestellt<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 81
ARCHITEKTUR<br />
DESIGNHOTELS<br />
ECHTER<br />
KRAFTORT<br />
SCHWARZSCHMIED, LANA<br />
Dank deckenhoher Fenster und lichtdurchfluteter<br />
Räume wirkt das Innere des „Hotel Schwarzschmied“<br />
wie eine Bühne. Ihre Hauptdarstellerin? Die üppige<br />
Natur der Umgebung, die so ihren Weg auch nach<br />
innen findet. Die öffentlichen Bereiche gemahnen<br />
eher an Wohnzimmer als an Hotellobbys und Co, die<br />
Gäste der 68 Zimmer und Suiten fühlen sich dadurch<br />
sofort wie zu Hause. Für das Interieurdesign sorgte<br />
mit gekonnter Hand Christina Biasi-von Berg; eine<br />
Übung, die sie auch schon im Schwesterhotel „Villa<br />
Arnica“ absolvierte. Das Spa wartet mit Indoor- und<br />
Outdoorpools auf, gefüllt sind diese mit Granderwasser.<br />
Saunen und wohltuende Treatments, die auf<br />
der Naturkosmetik von Susanne Kaufmann basieren,<br />
runden das Angebot ab. Aktive erkunden die Natur<br />
und nehmen am Bewegungsangebot, etwa Yoga,<br />
teil; in Sachen Kulinarik setzt man auf Slow Food<br />
und Farm-to-Table-Küche höchster Güte.<br />
DZ ab ca. € 280,– pro Nacht. schwarzschmied.com<br />
82 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
Fotos: www.thefoodthetravel.com/Llli Persson, StefanSchuetz.com, Alex Filz, beigestellt Partnership<br />
MINIMALISTISCHES<br />
DESIGN<br />
GOLDENE ROSE, SCHNALS<br />
Ruhesuchende Gäste, die eine besondere<br />
Verbindung mit der Natur ersehnen, sind in<br />
diesem Refugium richtig. Umgeben von ausgedehnten<br />
Lärchenwäldern, die vor der Kulisse<br />
der Dolomiten einerseits und den Ötztaler<br />
Dreitausendern andererseits in den Himmel<br />
ragen, genießt man die leisen Seiten des<br />
Lebens: ungezwungene Gastlichkeit, süßes<br />
Nichtstun und die wohltuende Leichtigkeit<br />
des bloßen Seins. Rückzugsort im Rückzugsort<br />
sind die hochwertigen Zimmer und Suiten,<br />
die mühelos die Brücke zwischen damals<br />
und heute schaffen. Kontemplation, Wellness –<br />
und kulinarische Genüsse gibt es obendrauf.<br />
DZ ab ca. € 150,– pro Nacht. goldenerose.it<br />
NEUER<br />
ARCHITEKTUR<br />
PLACE TO BE<br />
GLORIETTE GUESTHOUSE, RITTEN<br />
Anspruchsvolle Reisende, die schon in der<br />
ganzen Welt zu Gast waren, sollten<br />
unbedingt dieses junge Boutiquehotel von<br />
Familie Alber mit seinen 25 Zimmern und<br />
Suiten auf ihre Bucketlist setzen – denn<br />
hier lustwandelte einst schon der Adel,<br />
wo man heute kühle Cocktails reicht. Das<br />
Rooftop-Spa (inklusive Saunen, Massagen<br />
und Wohlfühlpool) punktet mit Aussicht,<br />
das gesamte Anwesen mit außergewöhnlicher<br />
Architektur. Auf den Tellern des À-lacarte-Restaurants<br />
„Puro“ überzeugt die<br />
junge und lässige Fine-Dining-Küche<br />
mit ihrem Fokus auf alpin-mediterranen<br />
Geschmäckern. Per Seilbahn erreicht man<br />
in zwölf Minuten Bozen. DZ ab € 290,– pro<br />
Nacht. gloriette-guesthouse.com<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 83
ARCHITEKTUR<br />
DESIGNHOTELS<br />
ADULTS-ONLY-<br />
OASE<br />
Partnership<br />
MANNA RESORT, MONTAN Mit nur 18 Wohneinheiten (15 Suiten und drei<br />
private Chalets, die eine eigene Sauna haben) ist im „Manna Resort“ absolute<br />
Ruhe in perfektem Luxusambiente garantiert. Als Adults-only-Fünf-Sterne-<br />
Hotel dreht sich hier alles um Wellness für den Körper und Erholung für den<br />
Geist. Pichler Architects hat diesem 2021 eröffneten Resort am Fuße des<br />
Naturparks Trudner Horn eine naturbezogene Terrassenlandschaft verpasst.<br />
Im Außen- und Innenbereich wurden 20 Arten exklusiven Natursteins aus aller<br />
Welt verwendet: Im Eingangsbereich bestechen Empfang und Treppe aus<br />
Kuroca, einem edlen schwarzen Quarzit mit goldenen Adern, die Bar ist aus<br />
Nero-Port-Laurent-Marmor, im Bad der Suite „Lappland“ setzt der Quarzit<br />
Verde Lapponia spannende Akzente. Jedes Zimmer ist an einem Land orientiert<br />
(etwa Japan, Frankreich, Russland); für das exklusive Design hat Moretti<br />
Interiors gesorgt. Sämtliche Dächer wurden als intensiv begrünte Retentionsdächer<br />
ausgeführt und gehen nahtlos in die natürliche Vegetation über. Highlights<br />
sind der Bio-Schwimmteich und das Medical Spa.<br />
DZ ab € 323,– für zwei Personen. mannaresort.it<br />
84 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Partnership<br />
BODENSTÄNDIGER<br />
LUXUS<br />
GARBERHOF, MALS<br />
Mit Blick auf die alte Baugeschichte des Vinschgaus wurde dieses<br />
Hotel umsichtig und sensibel modernisiert – mit natürlichen,<br />
regionalen Baustoffen und einer tradierten Formensprache, die<br />
Bezüge zur bäuerlichen und handwerklichen Tradition <strong>Südtirol</strong>s<br />
ebenso schafft wie zur Landschaft der Alpen. Das beginnt mit<br />
einer markanten Außenfassade und führt zu viel hellem Holz<br />
im Innenraum. Bodenständiger Luxus lautet das Konzept des<br />
Familienbetriebs, der auf saisonale Küche und Weine aus der<br />
Region baut. Hauptdarsteller sind die imposanten Berge, die<br />
man perfekt aus dem Pool und dem Bio-Naturbadeteich sowie<br />
den Zimmern, die auf Transparenz und viel natürliches Licht<br />
setzen, sieht. Hinter dem Hotel thront der Alpenhauptkamm, im<br />
Westen die Sesvenna, im Süden der Ortler und die „Vinschger“<br />
Berge. Das Konzept für das Hotel wurde gemeinsam mit dem<br />
Architekturbüro Lang Hugger Rampp aus München und Handwerksbetrieben<br />
aus der Region verwirklicht. Ungewöhnlich für<br />
<strong>Südtirol</strong> ist der Hamam, wo Berge aus Schaum in eine Welt aus<br />
Tausendundeiner Nacht entführen. Es handelt sich um den größten<br />
Hotel-Hamam Italiens. DZ ab € 467,– für zwei Personen. garberhof.com<br />
HISTORISCHES<br />
JUWEL<br />
Fotos: Filippo Bellisola, Alex Filz, beigestellt<br />
ANSITZ STEINBOCK, VILLANDERS<br />
Zeitgenössisches Design in alten Mauern: In zwölf exklusiven,<br />
individuellen Suiten wird der Luxus der Reduktion zelebriert.<br />
Die Zimmer atmen Geschichte, sind schlicht und geräumig<br />
und dennoch luxuriös. Historische Holzdecken sind im Original<br />
erhalten, über 100 Jahre altes Fichtenholz ziert den Fußboden;<br />
die frei stehende Badewanne und das Private Spa sorgen für<br />
Luxus in den Suiten. Das schlossartige Gebäude stammt aus dem<br />
15. Jahrhundert, davon zeugen Fresken, gotische Rundbögen und<br />
originale Stuben. Bei der Renovierung 2022 wurden ausschließlich<br />
lokale Materialien verwendet – so ist die Sauna aus <strong>Südtirol</strong>er<br />
Zirbenholz, die Vorhänge sind handgewebt und die Waschbecken<br />
aus Seiser Basalt. DAS HERZSTÜCK: die historischen Stuben, ein<br />
Traum aus Holz und traditionellen Textilien. Hier wird Kulinarik<br />
großgeschrieben – auf die Teller kommt lokales Soulful Food vom<br />
Wahl-<strong>Südtirol</strong>er Tomek Kinder. In der historischen „Defreggerstube“<br />
genießt man Fine Dining, in der „Gerichtsstube“ diniert<br />
man à la carte. Im Weinkeller (der ehemalige Kerker!), sechs Meter<br />
unter der Erde, liegen die Weinschätze – über 800 Etiketten<br />
warten auf Interessierte. Im Ort Villanders befindet man sich auf<br />
880 Meter Meereshöhe, die Dolomiten bestimmen das Panorama.<br />
Suite ab € 340,– für zwei Personen. ansitzsteinbock.com<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 85
ARCHITEKTUR<br />
ECO-HOTELS<br />
KRAFT<br />
DER<br />
NATUR<br />
Foto: Bureau Rabensteiner<br />
86 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Wer sucht nicht nach Impulsen für eine achtsamere Lebensführung?<br />
In den <strong>Südtirol</strong>er Eco Hotels gibt es traditionelle Behandlungsmethoden wie<br />
Heubaden, und klares nordisches Design trifft auf nachhaltigen alpinen Chic.<br />
von KARIN CERNY<br />
Formschön<br />
Klare Formensprache und <strong>Südtirol</strong>er Materialien<br />
prägen das Design der neuen Ferienwohnungen<br />
des „ATTO Suites & Cuisine“, das zum <strong>Südtirol</strong>er<br />
Vier-Sterne-Superior-Hotel „Leitlhof“ in Innichen<br />
in den Dolomiten gehört.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 87
ARCHITEKTUR<br />
ECO-HOTELS<br />
Nahversorger<br />
Der „Leitlhof“ ist ein Naturhotel im<br />
Pustertal mit eigenem Heizkraftwerk – so<br />
lassen sich auch ein schöner Pool und die<br />
Sauna wärmen. Auf die Teller kommen<br />
Produkte aus dem eigenen Bauernhof.<br />
88 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
N<br />
Fotos: Andre Schönherr, Bureau Rabensteiner, beigestellt<br />
achhaltig, klar sind wir das! Kaum ein Hotel möchte mehr darauf<br />
verzichten, dieses Green-Label für sich in Anspruch zu nehmen. Aber<br />
als Gast merkt man schnell, wem es damit auch wirklich ernst ist.<br />
Schließlich geht es nicht nur um kosmetische Details, sondern um<br />
eine Gesamtphilosophie eines bewussten Lifestyles. Das beginnt im<br />
„Hotel Saltus“, <strong>Südtirol</strong>s erstem Eco-Hotel, schon damit, dass Gäste,<br />
die umweltfreundlich mit dem Zug anreisen, fünf Prozent Rabatt<br />
auf den Nächtigungspreis erhalten. Eco bedeutet für das „Saltus“<br />
nämlich auch, Impulse für eine nachhaltige Lebensführung zu setzen;<br />
andere zu verführen, achtsamer zu sein.<br />
Oder der „Leitlhof“, ein Naturhotel im Pustertal, das seit 2015<br />
ein eigenes Heizkraftwerk hat, um Strom und Wärme weitgehend<br />
eigenständig und klimaneutral zu produzieren. Der „Leitlhof“ ist<br />
einer der wenigen energieautarken Hotelbetriebe in ganz Europa –<br />
er verfügt zudem über eine eigene Wasserquelle. Auch das ist typisch<br />
für Eco-Hotels: Um alte Werte zu erhalten, setzen sie auf innovative<br />
Techniken. Am Holzkraftwerk, das es in dieser Form nur einmal<br />
gibt, wurde lange herumgetüftelt, bis es perfekt war. Gäste können<br />
es einmal pro Woche besichtigen – und vielleicht Anregungen für<br />
daheim mitnehmen.<br />
HOHER WOHLFÜHLFAKTOR<br />
Regionale, saisonale Küche, das verbinden viele mit Eco-Hotels;<br />
aber auch darauf zu achten, ob das Personal sich wohlfühlt, ist<br />
nachhaltig. Wer jedes Jahr die Servicekräfte wechselt, bei dem geht<br />
viel an Wissen verloren. Als Stammgast freut man sich zudem, bekannte<br />
Gesichter vorzufinden. Und natürlich ist die Bauweise ein<br />
zentraler Punkt. Gibt es so etwas wie eine Eco-Ästhetik? Schlichte<br />
Eleganz passt auf jeden Fall gut; ein eher nordisch-klarer Stil, der<br />
auf alpine Traditionen trifft. „Gediegene Eleganz, unaufgeregter Luxus,<br />
ausgesuchte Details“, so bringt es der „Leitlhof“ auf den Punkt.<br />
Man spürt die Kraft des Waldes im Rücken, vorne schweift der Blick<br />
auf die imposante Bergwelt. In den Zimmern und Suiten findet man<br />
viel helles Holz, um sich wohlzufühlen – mit der alten Bausubstanz<br />
wurde liebevoll umgegangen. Die Produkte in der Küche kommen<br />
vom hoteleigenen Bauernhof, wo Angusrinder gezüchtet werden, die<br />
auf den Wiesen und Weiden ungestört grasen. „Direkt vom Hof“ –<br />
das garantiert auch, dass man weiß, was auf dem Teller landet.<br />
Ein Glas Hauswein<br />
300 Flaschen werden pro Jahr vom<br />
exklusiven „Mea Via“-Wein gekeltert.<br />
Die Familie Pitschieler, deren Eco-Hotel<br />
„Mea Via“ im Bergdorf Pufels auf 1405 Meter<br />
Seehöhe liegt, setzt auf ein Slow-Farm-Prinzip.<br />
Die Weine kommen aus klein strukturierten Betrieben,<br />
die auf Chemie verzichten, der hauseigene<br />
„Mea Via“-Wein wird aus den Rebsorten<br />
Lagrein und Vernatsch gekeltert und ist auf 300<br />
Flaschen pro Jahr limitiert. Man bleibt bewusst<br />
klein und fein. Auch das „Mea Via“ hat einen<br />
eigenen Bergbauernhof, auf dem man jedes Tier<br />
beim Namen kennt. Man setzt sich für den Erhalt<br />
seltener Nutztierrassen ein, etwa der Pustertaler<br />
Sprinzen (das sind Rinder, erkennbar an<br />
ihrer markanten schwarzen Fellmusterung auf<br />
weißem Grund) oder der Mangalitzaschweine.<br />
Bergbauernhof, Designhotel, Slow-Travel-Paradies:<br />
Den Eco-Hotels in <strong>Südtirol</strong> gelingt der<br />
Spagat von uralten Traditionen zu innovativen,<br />
zukunftsweisenden Konzepten und klarer Designsprache,<br />
die auch den internationalen ➨<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 89
ARCHITEKTUR<br />
ECO-HOTELS<br />
Gipfelstürmer<br />
Die Schönheit der Berge hautnah<br />
erleben: Vom „Leitl hof“ gibt es<br />
Wanderwege in die Wunderwelt<br />
der Dolomiten.<br />
WALDBADEN IST ZWAR EIN TREND AUS JAPAN – ABER IM<br />
GRUNDE HAT MAN AUCH IN SÜDTIROL SCHON IMMER<br />
GEWUSST, WELCHE KRAFT IN DEN BÄUMEN LIEGT.<br />
90 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Einfach loslassen<br />
Frische Produkte vom eigenen<br />
Bergbauernhof und eine Hotelästhetik,<br />
die gekonnt Traditionelles und Neues<br />
verbindet: Dafür steht das „Mea Via“<br />
(li.o. und li.u.).<br />
Ein Platz in der Natur<br />
Ob in den Wäldern rund um das<br />
Hotel Gitschberg (re.u.) oder am<br />
Pool des Naturhotel Leitlhof<br />
(re.o.), die malerische Umgebung<br />
ist der Hauptdarsteller.<br />
Fotos: Andre Schönherr, Bureau Rabensteiner, beigestellt<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 91
ARCHITEKTUR<br />
ECO-HOTELS<br />
EIN BETT IM HEU<br />
Zum Prinzip Eco-Hotel gehört auch, dass man<br />
alte Traditionen wiederentdeckt und sie in einer<br />
zeitgemäßen Form weiterleben lässt – seien es<br />
Kneippkuren, die gut für die Regeneration sind,<br />
Schwitzhöhlen im Wald oder Wanderungen mit<br />
Auszeit im Grünen<br />
Bergbauernhof, Designhotel,<br />
Slow-Travel-Paradies: Das<br />
„Mea Via“ vereint all das.<br />
Vergleich nicht scheuen muss, mit großer Leichtigkeit<br />
– vielleicht, weil in <strong>Südtirol</strong> Qualität von<br />
jeher hochgehalten wurde, weil Naturprodukte<br />
auf dem Teller nie an Stellenwert verloren haben.<br />
Einheimischen, die einem die Natur erklären;<br />
Sonnenaufgangswanderungen, Kräuterspaziergänge<br />
oder Achtsamkeitsausflüge, bei denen<br />
man lernt, ganz im Moment zu sein und die Natur<br />
intensiv wahrzunehmen. Waldbaden ist zwar<br />
ein Trend aus Japan, aber im Grunde hat man<br />
auch in <strong>Südtirol</strong> schon immer gewusst, welche<br />
Kraft in den Bäumen steckt; wie sich der Puls<br />
automatisch senkt, wenn man inmitten von<br />
Grün durchatmet. Das „Hotel Saltus“ hat seit<br />
heuer eine Heusauna, man knüpft damit an die<br />
Tradition der alpinen Heubäder an. Dabei wird<br />
man in feuchtes, warmes, dampfendes Heu gewickelt,<br />
was eine schweißtreibende, heilende<br />
Wirkung hat. Ätherische Öle und Duft aus beigemengten<br />
Kräutern, Gräsern und Blüten werden<br />
freigesetzt – das Heubad ist eine klassische<br />
Wellnessanwendung aus Zeiten, als es diesen Begriff<br />
noch gar nicht gab, wenn die Beine nach<br />
einem langen Arbeitstag auf der Alm müde waren.<br />
Heubäder wirken entkrampfend und durchblutungsfördernd,<br />
sie verringern Wasseransammlungen<br />
im Körper. Auch für Allergiker ist ein<br />
Heubad eine Option, weil nasses Heu selbst bei<br />
Heuschnupfen unbedenklich ist. Der „Leitlhof“<br />
bietet seine Heubäder im Schwebewasserbett an.<br />
Aber zurück zur Ästhetik: Das „Hotel Saltus“<br />
nennt sein Konzept Wabi-Sabi – kein Wunder,<br />
dass auf japanische Traditionen zurückgegriffen<br />
wird, die perfekte Ausdrücke für Dinge<br />
finden, die es eigentlich überall auf der Welt gibt.<br />
Ein Besuch bei der Großmutter bringt Wärme<br />
und Geborgenheit; ihre Einrichtung mag eine<br />
gewisse Patina haben, aber gerade dadurch fühlen<br />
wir uns wohl. Sie ist perfekt in ihrer Nichtperfektion – das bezeichnet<br />
der Begriff Sabi. Wabi hingegen steht für rustikale Einfachheit,<br />
für Frische und Stille; ein Element der Eleganz, das zeitlos ist.<br />
Es ist diese schöne, unangestrengte Ausgewogenheit, die ein gutes<br />
Eco-Design-Hotel ausmacht. Man verleugnet seine Wurzeln<br />
nicht, verwendet lokales Holz (die Zirbe duftet herrlich und fördert<br />
den Schlaf) – es darf auch rustikale Ecken haben, die auf skandinavischen<br />
oder japanischen Minimalismus treffen. Hinzu kommen wenig<br />
bis gar kein Plastik, umweltverträgliche Duschgels, vielleicht<br />
sogar nur hausgemachte biologische Seifen und eine Beautyserie, die<br />
lokale Produkte verwendet. Der Wunsch nach Stille ist nicht nur bei<br />
gestressten Städtern riesig; je mehr Geheimplätze es in einem Hotel<br />
gibt, in die man sich zum Lesen oder Relaxen zurückziehen kann,<br />
desto wohler fühlt man sich. Die Dolomiten strahlen eine majestätische<br />
Ruhe aus – wenn man sich davon inspirieren lässt und zudem<br />
das Gefühl hat, der Natur so wenig wie möglich geschadet zu haben,<br />
war der Urlaub perfekt. Man wird richtiggehend süchtig nach diesen<br />
Slow-Travel-Paradiesen … ❢<br />
92 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
ARCHITEKTUR<br />
Partnership<br />
WEITERE ADRESSEN<br />
ECO-FRIENDLY HOTELS<br />
HOTEL SALTUS<br />
JENESIEN<br />
Eine Wellnessoase mitten im Fichtenwald: Das „Saltus“<br />
setzt auf intensive Begegnungen mit der Natur. Im „Forest<br />
Spa“ gibt es Saunen und einen Yogaraum, es duftet nach<br />
frischem Moos; im Ruheraum kann man durch die offene<br />
Decke in die Baumkronen blicken. Besonders spannend:<br />
eine neue Heusauna, die an alte Traditionen anknüpft. Das<br />
„Forest Spa“ ist zu 99 Prozent chemiefrei und wurde schonend<br />
in den Wald integriert. In den Sky-Pools des Hotels<br />
befindet sich naturbelassenes Bergwasser, das ganz jährig<br />
beheizt wird. RELAX Stille ist ein zentrales Anliegen<br />
im „Saltus“, angeboten werden tägliche Einführungen<br />
in Entspannungstechniken, aber auch Waldbaden und Qigong.<br />
Im ersten Eco-Hotel <strong>Südtirol</strong>s zieht sich Nach haltigkeit<br />
wie ein roter Faden durch sämtliche Bereiche, vom<br />
Frühstück bis zur Anreise: Wer mit dem Zug kommt, erhält<br />
fünf Prozent Rabatt auf den Nächtigungspreis.<br />
Saltus, hotel-saltus.com<br />
Freigasse 8, 39050 Jenesien, Italien<br />
T: +39 0471 155 1190<br />
NATURHOTEL<br />
LÜSNERHOF<br />
LÜSEN<br />
Fotos: Hannes Niederkofler, beigestellt<br />
Bereits die Lage lässt aufatmen: Auf 1100 Meter Höhe<br />
liegt der „Lüsnerhof“, windstill und sonnig, eingebettet in<br />
die traumhafte Natur der umliegenden Wiesen und Wälder.<br />
Zirm- und Lärchenholz aus den Lüsner Wäldern und hochwertige<br />
Naturmaterialien dominieren die nachhaltige Bio-<br />
Architektur im Naturhotel. Im weitläufigen Wellnessgarten<br />
gibt es mehrere Spa-Stationen und zahlreiche ruhige Ecken<br />
zum Entschleunigen. WASSERKRAFT Einzigartig ist<br />
der längste Saunapfad der Alpen, mit Wasserwelten, zwei<br />
separaten Badehäusern mit Soleschwebegrotte, Kneipp<br />
Anlage am Gargittbachl und Schwitzhöhle am Waldrand.<br />
Täglich stehen geführte Wanderungen zu den Geheimplätzen<br />
der Lüsner Alm und den Dolomiten auf dem<br />
Programm, besonders beliebt sind die Sonnenaufgangstour<br />
und die Achtsamkeitswanderungen. Im wöchentlichen<br />
Naturkosmetik-Workshop trifft Kräutermystik auf<br />
moderne Pflege, dazu werden jahrhundertealte Rezepte<br />
von der alten Lüsner Ärztefamilie Ragginer zum Vorbild<br />
genommen. Gekocht wird vor allem mit regionalen und<br />
saisonalen Produkten aus der Umgebung – oder vom neuen<br />
Bio-Gemüseacker auf 2.000 Quadratmetern.<br />
Naturhotel Lüsnerhof, luesnerhof.it<br />
Rungger Straße 20, 39040 Lüsen, Italien<br />
T: +39 0472 413 633<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 93
ARCHITEKTUR<br />
ECO-HOTELS<br />
Partnership<br />
ECO SUITES AMARIL<br />
KASTELBELL-TSCHARS<br />
Aufblühen, aufatmen, auftanken: Im Vinschgau darf man<br />
sich über eine luxuriöse Neueröffnung freuen. Die 13 Eco-<br />
Suiten und 14 Appartements bieten eine harmonische<br />
Kombination aus modernem Design und nachhaltigen<br />
Materialien. Einheimische Hölzer und Naturstein sorgen<br />
für ein minimalistisch-behagliches Ambiente. Das Adultsonly-Boutiquehotel<br />
setzt auf ungestörte Ruhe und Erholung,<br />
frei nach dem Motto: Alles darf, nichts muss. Viele<br />
Rückzugsoasen bieten einen traumhaften Ausblick auf die<br />
umliegenden Berge, die man bei Wanderungen, Radtouren<br />
oder im Winter beim Skifahren erkunden kann. Die<br />
groß zügige Wellnessoase legt besonderen Wert auf hochwertige<br />
und nachhaltige Pflegeprodukte von Saint Charles.<br />
STILBEWUSST Nichts soll von der traumhaften Natur<br />
ablenken – das vermittelt die klare Designsprache. Großer<br />
Wert wird auf nachhaltige Produkte gelegt, die gesunden<br />
Schlaf ermöglichen. Aus dem Wasserhahn kommt hexagonales<br />
Wasser und reduzierter Elektrosmog sorgt für eine<br />
unvergleichliche Wohnumgebung. Im „Eco Suites Amaril“<br />
stehen zudem Genuss und Regionalität an erster Stelle:<br />
Hier lässt man sich verwöhnen und entdeckt die vielfältigen<br />
Aromen des Vinschgaus.<br />
Amaril, amaril.it<br />
Alte Straße 21a, 39020 Kastelbell-Tschars<br />
T: +39 0473 867 000<br />
Fotos: beigestellt<br />
94 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
PORTRÄT<br />
Slow Fashion, designt in <strong>Südtirol</strong><br />
Unverwechselbarer Stil, der keinen Regeln<br />
folgt und aus der Masse hervorsticht.<br />
PORTRÄT<br />
LUIS<br />
TRENKER<br />
Olympionike, Bergsteiger, Drehbuchautor,<br />
Schriftsteller, Regisseur, Architekt,<br />
Schauspieler: Genauso vielfältig wie ihr<br />
Namenspate präsentiert sich die 1995<br />
in Bozen in <strong>Südtirol</strong> von zwei Brüdern<br />
gegründete Slow-Fashion-Marke Luis<br />
Trenker mit heute 14 Flagship-Stores.<br />
„Außergewöhnliche Menschen mit außergewöhnlichen Ideen und<br />
Kreationen glücklich zu machen“: Das ist das erklärte Ziel der <strong>Südtirol</strong>er<br />
Marke Luis Trenker. Und als außergewöhnlich könnte man<br />
den Mann, der den Geschwistern Michi und Hansjörg Klemera als<br />
Namenspate für ihre Fashionbrand diente, durchaus beschreiben:<br />
Denn Trenker schaffte tatsächlich den Sprung von Gröden, das in<br />
seiner Jugend Teil von Österreich-Ungarn war, über Hollywood in<br />
die weite Welt. Sein Weg führte ihn dabei in und über die Berge.<br />
Trenkers Geschichte beginnt 1892, als er im kleinen Ort St. Ulrich<br />
als Alois Franz Trenker zur Welt kommt. Schon während seiner<br />
Schulzeit verdingt er sich als Bergführer; eine Faszination, die ihn<br />
nie wieder loslassen sollte, auch wenn er zunächst in Wien und Graz<br />
Architektur studierte. Weitere Stationen seines Lebens führten Trenker<br />
im Ersten Weltkrieg an die Front und als Fünferbob-Fahrer zu<br />
den Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix. Erste Filmluft<br />
hatte er schon 1921 geschnuppert – da sprang Trenker, eigentlich als<br />
Bergführer für den Film „Berg des Schicksals“ engagiert, kurzerhand<br />
als Hauptdarsteller ein. Sein Debüt als Regisseur feierte er<br />
1930 mit „Der Sohn der weißen Berge“, der Sprung nach Hollywood<br />
war dann kein allzu großer mehr. Trenker feierte zudem Erfolge<br />
als Schriftsteller und avancierte zu einer nicht unumstrittenen<br />
96 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
Eleganz und Charme<br />
Die Marke versteht sich als<br />
urban und alpin gleichermaßen,<br />
als leidenschaftlich<br />
und grenzenlos kreativ.<br />
Gute Kombination<br />
Die Marke vereint internationales Flair mit<br />
urbanem Chic und rustikalen Anklängen.<br />
Text: Claudia Hilmbauer/ Fotos: Getty Images, beigestellt<br />
Figur. Bevor er 1990 im <strong>Südtirol</strong>er Bozen verstarb, konnte er auf ein<br />
bewegtes Dasein – das vor allem in seinen letzten Jahren eng mit<br />
Naturschutz, aber zeit seines Lebens mit den Bergen verbunden<br />
war – zurückblicken.<br />
ZEHNTEILIGES VERSPRECHEN<br />
Die positiven Spuren, die Trenker hinterlassen hat, und die Werte, die<br />
der Name versinnbildlicht – etwa Tradition, Kreativität, Authentizität<br />
und Liebe zur Natur sowie zu Freiheit, Nachhaltigkeit und Individualität<br />
–, sind es auch, die Markengründer Michi Klemera bis<br />
heute mit Trenker verbinden. In einem zehnteiligen Manifest hält er<br />
fest, wofür die Marke steht: Sie möchte den Körper kleiden und die<br />
Seele berühren, Lebensfreude ausstrahlen und inspirieren. Alpine<br />
Lässigkeit trifft auf elegantes Mittelmeerflair, gefertigt wird von der<br />
ersten Skizze bis zum letzten Nadelstich in traditionellen Handwerksbetrieben<br />
und von kleinen Familienunternehmen. Von schnelllebigen<br />
Trends und Fast Fashion distanziert man sich bewusst,<br />
schließlich soll jedes Stück aus der Kollektion viele Jahre lang Freude<br />
bereiten. Das Konzept kommt an: Heute gibt es 14 Shops in Deutschland,<br />
Österreich, Italien und der Schweiz sowie in ausgewählten<br />
Hotels und Geschäften als „Shop in Shop“-Konzept. luistrenker.com ❢<br />
BEST SHOPS<br />
Flagship-Store Bozen<br />
Waltherplatz 15, 3900 Bozen, Italien<br />
T: +39 471 172 7517<br />
Store Zürich<br />
Pelikanstraße 5, 8001 Zürich, Schweiz<br />
T: +41 44 210 1717<br />
Shop Wien<br />
Herrengasse 19−21, 1010 Wien, Österreich<br />
T: +43 15 32 2187<br />
Shop München<br />
Theatinerstraße 14, 80333 München, Deutschland<br />
T: +49 891 222 3615<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 97
PERSPEKTIVEN<br />
KEYPLAYER<br />
Partnership<br />
MIT LEIB,<br />
SEELE &<br />
VISION<br />
von MARIE-THERES AUER<br />
<strong>Südtirol</strong>s erfolgreichste Hotels zeichnen sich nicht<br />
nur durch einzigartiges Design, hochwertige Kulinarik<br />
und moderne Wellness aus, sondern auch durch die<br />
innovativen Visionäre, die hinter den Kulissen stehen.<br />
Foto: Hotel Mirabell<br />
98 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
Entspannung mit Weitblick<br />
Im „Hotel Chalet Mirabell“ darf neben<br />
Entspannung auch der Genuss nicht<br />
fehlen – und das in idyllischer Lage.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 99
PERSPEKTIVEN<br />
KEYPLAYER<br />
KURT WINKLER<br />
HEAD OF WINKLERHOTELS<br />
HERZENSSACHE<br />
Aus einem kleinen Bauernhof mit nur sechs Gästezimmern hervorgegangen sind sie heute<br />
eine Institution der <strong>Südtirol</strong>er Hotellerie: Die Häuser der Familie Winkler bezaubern mit<br />
anspruchsvollem Design, herzlichem Service und familiärer Atmosphäre.<br />
I<br />
n den 1970er-Jahren findet man im idyllischen <strong>Südtirol</strong>er<br />
Montal eine kleine Landwirtschaft mit gerade einmal<br />
sechs Gästezimmern – die Gäste schätzen den herzlichen<br />
Service der Winklers, schon bald erweitert man das Angebot;<br />
einer der ersten Außenpools der <strong>Südtirol</strong>er Hotellerie entsteht.<br />
Heute führen Kurt, seine Schwester Miriam und die gesamte<br />
Familie Winkler die vier Winklerhotels mit viel Leidenschaft<br />
und Freude. Dabei gleicht kein Haus dem anderen, sie alle<br />
punkten mit individuellem Charakter und bedienen Gäste mit<br />
verschiedenen Ansprüchen mit besonderem Ambiente und allen<br />
Annehmlichkeiten, die ein Luxushotel ausmachen.<br />
Sucht man eine Wellness-Auszeit, checkt man im Fünf-<br />
Sterne-Superior-„Hotel Winkler“ ein. Ein breites Angebot an<br />
Massagen und Treatments gepaart mit zahlreichen Saunen und<br />
einem Panorama-Infinitypool am Dach sorgen für entspannte<br />
Tage; der Kronplatz mit seinen Skipisten und Wanderwegen ist<br />
nur wenige Minuten entfernt. Wer Privatsphäre schätzt, der<br />
findet im „Purmontes – Private Luxury Chalet“ einen Rückzugsort<br />
für sich und seine Liebsten. Eine natürliche Auszeit<br />
wartet im „Sonnenhof“, ein Highlight ist hier der wunderschöne<br />
Garten mit Teich in bester Sonnenlage. Sportbegeisterte<br />
finden im „Lanerhof“ ein wöchentlich wechselndes<br />
Ak tivprogramm, Ausflugsmöglichkeiten zu nah gelegenen<br />
Golf plätzen und einen hauseigenen Reitstall. Nach einem ausgiebigen<br />
Tag in der Natur wartet ein Physiotherapeut im Haus,<br />
der sich um die zwickenden Muskeln kümmert.<br />
Für unvergessliche Tage sorgt die gesamte Familie Winkler<br />
mit der richtigen Portion Perfektionismus und herzlicher Bodenständigkeit.<br />
Das Wohlbefinden des Gasts steht im Vordergrund,<br />
und so bemüht man sich, jeden Wunsch zu erfüllen. Die<br />
Mitarbeiter spielen dabei eine maßgebliche Rolle, und sie gehören<br />
deshalb für die Winklers ebenso zur Familie – denn<br />
ohne Leidenschaft und Herzblut für die Gastlichkeit lässt sich<br />
keine erfolgreiche Hotelgruppe leiten. Diesen Schritt haben die<br />
Winklers übrigens auch während der letzten Jahre nie bereut.<br />
Was alle Häuser verbindet, sind Liebe zum Detail, idyllische<br />
Lage und exklusives Ambiente. Auch die Küche weiß zu verzaubern:<br />
Auf die Teller kommen hochwertige regionale Zutaten,<br />
vom ausgiebigen Frühstück bis zu den mehrgängigen<br />
Menüs am Abend. Stillstand gibt es in den Winklerhotels nicht,<br />
stets findet man neue Wege, den Gästen ein noch besseres Angebot<br />
zu bieten. Das neueste Highlight sind die exklusiven Suiten<br />
im „Lanerhof“, die Gäste seit Mai mit elegantem Ambiente<br />
begrüßen. Auch der Nachwuchs packt kräftig mit an und<br />
sichert somit auch in Zukunft den Erfolg der Winklerhotels.<br />
winklerhotels.com<br />
• Hotel Sonnenhof<br />
Naturlage an der<br />
Pustertaler Sonnenstraße<br />
mit fulminantem Ausblick.<br />
Balksteinweg 7<br />
39030 Pfalzen<br />
• Hotel Lanerhof<br />
Yoga, Qigong, Aktiv-<br />
programm und Behaglichkeit<br />
im Herzen von<br />
St. Lorenzen.<br />
WINKLERHOTELS<br />
Montal 42<br />
39030 St. Lorenzen<br />
• Purmontes – Private<br />
Luxury Chalet<br />
Luxus-Hideaway der<br />
Extraklasse mit Butlerservice<br />
und einzigartiger<br />
Privatsphäre in Montal.<br />
Montal 47a<br />
39030 St. Lorenzen<br />
• Hotel Winkler<br />
Moderne Wellnessoase<br />
nur einen Kilometer von<br />
der Talstation Kronplatz<br />
entfernt.<br />
Stefansdorf 28a<br />
39030 St. Lorenzen<br />
100 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
Fotos: www.wisthaler.com/ Harald Wisthaler, Manuel Kottersteger<br />
Partnership<br />
Hideaways für Anspruchsvolle<br />
Modernes Design, hochwertiges Interior und einzigartiges Ambiente zeichnen die Winklerhotels aus, sei es im „Hotel Winkler“ (oben), im idyllischen „Sonnenhof“ (u. li.)<br />
oder im „Purmontes – Private Luxury Chalet“ (u. re.). Natürliche Materialien dominieren das Innere und das Äußere der Häuser und zeugen von der Verbundenheit mit der<br />
umliegenden Natur. All das kombiniert ergibt das Erfolgsrezept der Winklerhotels, die Gästen aus nah und fern ein zweites Zuhause bieten. Die hohe Quote an Stammgästen<br />
zeugt vom Erfolg des Konzepts.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 101
PERSPEKTIVEN<br />
KEYPLAYER<br />
Partnership<br />
Alpine Design-Oase<br />
Kaum ein anderes Haus legt so viel Wert auf Kunst, Ästhetik und Komfort wie das „Alpin Garden“. Schon die goldenen Akzente der Fassade zeigen ankommenden Gästen,<br />
dass sie hier ein besonderes Hideaway erwartet. Eingebettet in die unberührte Natur des Grödnertals entspannen Gäste in der „Luxury Maison“ drinnen wie draußen<br />
und genießen abends bei ausgezeichneten Drinks das exklusive Ambiente des Adults-only-Hotels in den Bergen.<br />
Fotos: Klaus Peterlin, Andreas Senoner Photography<br />
102 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
MARKUS HOFER<br />
HEAD OF „ALPIN GARDEN“<br />
GLANZ UND GOLD<br />
Leicht erhaben und mit besten Aussichten auf das Grödnertal findet man mit<br />
dem „Alpin Garden Luxury Maison & Spa“ ein exzentrisches wie auch einzigartiges<br />
Adults-only-Hotel, geführt von Hotelier Markus Hofer.<br />
Ein Refugium für ungestörte Urlaubstage – das soll das<br />
„Alpin Garden“ für Gäste sein. Das Fünf-Sterne-Boutiquehotel<br />
unter der Führung von Markus Hofer im<br />
Grödnertal wurde 2020 einem großzügigen Restyling unterzogen<br />
und punktet mit charmanter Exzentrik und 30 liebevoll<br />
gestalteten Zimmern. Wortwörtlich „goldene Momente“ verspricht<br />
das Haus: So erstrahlt ein Teil der Fassade in glänzendem<br />
Gold und bietet bei Sonnenauf- und -untergang ein wahres<br />
Farbenspektakel; im Spa findet man eine goldene finnische<br />
Sauna, und auch in der Bar und den Zimmern gibt es überall<br />
goldene Akzente. Als passender Kontrast zum Gold wurde das<br />
Haus im „Shou Sugi Ban“-Stil verschönert, was übersetzt<br />
„verbranntes Holz“ bedeutet – das Holz der Fassade wurde<br />
karbonisiert und so haltbarer gemacht. Dabei nimmt es eine<br />
schwarze, manchmal auf kupfern scheinende Farbe an.Diese<br />
Stilkombination kommt nicht von ungefähr, die gekonnte Mischung<br />
spiegelt Hofers Charakter wider: exzentrisch, authentisch,<br />
träumerisch und dabei geradlinig. Deshalb zieht sich die<br />
Kombination aus Gold und Schwarz wie ein roter Faden durch<br />
das gesamte Haus. Mit dem Adults-only-Hotel schuf Hofer<br />
einen Rückzugsort für anspruchsvolle Gäste, die in ihrem Urlaub<br />
auf nichts verzichten möchten und die die schönen Dinge<br />
im Leben zu schätzen wissen. Der 1000 m² große „ART-SPA“<br />
bietet eine Vielzahl an Saunen und Dampfbädern, Ruheräumen<br />
und eine alpine Wasserwelt; das Hallenbad ist sogar<br />
rund um die Uhr für Gäste geöffnet. Liebevoll platzierte Deko<br />
und Accessoires machen den Spa-Bereich zu einer wahren<br />
Oase des Luxus mit atemberaubendem Panoramablick auf den<br />
Langkofel und den Sellastock.<br />
Kunst ist aber nicht nur im Spa-Bereich ein wichtiges Motiv<br />
– im Art-Hotel findet man im gesamten Haus Kunstwerke<br />
und Designelemente lokaler Künstler. Egal ob in der „Künstler<br />
Lounge“ oder der „Golden Bar“: Überall spürt und sieht man<br />
den Einfluss der Kunst und fühlt sich wie in einer Galerie.<br />
Auch kulinarisch weiß das Gourmethotel zu punkten. Lokale<br />
Zutaten werden zu regional-mediterranen Kreationen<br />
verarbeitet – vom zarten Kitz bis zum süßen Dessert, das Küchenteam<br />
achtet auf jedes kleinste Detail. Passend dazu serviert<br />
man beste Weine und den einen oder anderen Apéro und<br />
Digestif. Ein besonderes Highlight ist auch das Frühstück im<br />
idyllischen Garten, während die Sonne langsam die umliegenden<br />
Gipfel küsst.<br />
Gäste, die es in die Natur zieht, finden im „Alpin Garden“<br />
eine breite Auswahl an Aktiv-Angeboten – vom E-Bike-Verleih<br />
direkt im Haus bis zu täglichen Wanderungen und Ausflügen<br />
in die umliegende Natur.<br />
Alpin Garden Luxury Maison & Spa, alpingarden.com<br />
J.-Skasa-Straße 68, 39046 St. Ulrich<br />
• Adults only<br />
Das „Alpin Garden“ ist ein<br />
reines Adults-only-Hotel<br />
für Gäste ab 14 Jahren.<br />
• Naturlage<br />
Leicht erhöht über<br />
St. Ulrichs Dorfkern wartet<br />
herrliche Panoramalage.<br />
• Wellnessoase<br />
ALPIN GARDEN<br />
Der Indoorpool steht rund<br />
um die Uhr zur Verfügung,<br />
Saunen und Dampfbäder<br />
runden das Entspannungsangebot<br />
ab.<br />
• Designanspruch<br />
Das einzigartige Haus<br />
punktet mit anspruchsvoller<br />
Kunst und Design.<br />
• Aktivprogramm<br />
Ideale Ski-in-Ski-out-Lage<br />
und umfangreiches Outdoor-Aktivangebot.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 103
PERSPEKTIVEN<br />
KEYPLAYER<br />
MONIKA UND KLAUS LADURNER<br />
HEADS OF „PREIDLHOF“<br />
FAMILIÄRE FÜRSORGE<br />
Eine Ruheoase inmitten von traumhaften Weingärten und prächtigen Olivenbäumen:<br />
Das „Preidlhof Luxury DolceVita Resort“ liegt idyllisch in Naturns und steht seit Jahren<br />
für exzellente Medical Wellness unter der Führung der Familie Ladurner.<br />
Schon seit über 50 Jahren kümmert sich die Familie Ladurner<br />
um das seelische und körperliche Wohl ihrer<br />
Gäste – 1966 noch als kleine Pension mit neun Zimmern<br />
für Kurgäste, heute als eines der besten Wellnesshotels in<br />
Italien. Das Fünf-Sterne-Haus bietet mit über 5500 Quadratmetern<br />
Wellnessbereich eines der größten Spas in <strong>Südtirol</strong>. Erwachsene<br />
ab 16 Jahren schwitzen im sechsstöckigen Saunaturm,<br />
ziehen ihre Bahnen im Sky-Infinitypool oder genießen Privatsphäre<br />
in den Private Outdoor Spa Lounges.<br />
Die Ladurners erkannten schon früh, dass Entspannung<br />
im Urlaub das A und O ist. Deshalb steht neben transformativer<br />
Wellness und althergebrachten Praktiken wie Ayurveda im<br />
Hotel medizinisches Personal bereit, um Gästen bei der Reise<br />
zu einem entspannteren und gesünderen Selbst zu helfen. Bereits<br />
mehrfach wurde das Wellnesshotel dafür ausgezeichnet.<br />
Unter der Leitung von Dr. Alexander Angerer werden Gesundheitschecks<br />
bis hin zu ästhetischen Eingriffen angeboten, Massagen,<br />
Packungen und Beautytreatments gibt es ebenfalls. Im<br />
Sommer entspannt man im „Garden Spa“ bei einem Treatment<br />
mitten im Grünen. Seit Herbst 2021 darf sich der „Preidlhof“<br />
auch Therme nennen: Das Thermalwasser der Quelle<br />
Bad Kochenmoos wird mittels Zuleitung in den Indoorpool<br />
gespeist, wo sich Gäste der gesundheitsfördernden Eigenschaften<br />
des Thermalwassers erfreuen können. Ein Tipp: Die Unterwassermassagen<br />
im Thermalwasser lösen auch hartnäckige<br />
Verspannungen.<br />
Auch Genuss kommt im „Preidlhof“ nicht zu kurz: Das<br />
Restaurant wurde mit drei Hauben ausgezeichnet und serviert<br />
täglich feinste Spezialitäten. Frühmorgens stärkt man sich am<br />
reichhaltigen Frühstücksbuffet, abends schlemmen Gäste ein<br />
Sieben-Gang-Menü mit passender Weinbegleitung. Sehr große<br />
Zimmer bieten die Möglichkeit, sich in die eigenen vier Wände<br />
zurückzuziehen; manche der Suiten bieten einen Privatsteg<br />
zum Biotop, andere punkten mit Whirlpool oder privater Loggia.<br />
In den Penthouse-Suiten kümmert sich ein privater Butler<br />
um jegliche Wünsche.<br />
Damit Gäste noch lange die wunderschöne Natur <strong>Südtirol</strong>s<br />
genießen können, hat sich Familie Ladurner mit dem<br />
„Preidlhof“ der Initiative „Turn to zero“ angeschlossen und<br />
leistet schon seit Jahren ihren Beitrag für nachhaltigeren Tourismus<br />
und den Klimaschutz: Das Hallenbad wird mit Solarenergie<br />
geheizt, die hauseigene Kosmetiklinie ist biozertifiziert.<br />
Nur das Beste ist gut genug – und deshalb stehen die Gastgeber<br />
täglich selbst mitten im Betrieb und kümmern sich liebevoll<br />
um die Wünsche und Anliegen der Gäste.<br />
Hotel Preidlhof Luxury DolceVita Resort, preidlhof.com<br />
St.-Zeno-Straße 13, 9025 Naturns bei Meran<br />
• Adults only<br />
PREIDLHOF<br />
Der „Preidlhof“ empfängt<br />
Gäste ab 16 Jahren.<br />
• Wunschlos glücklich<br />
Die Penthouse-Suiten<br />
verfügen über einen<br />
privaten Butlerservice.<br />
• Medical Wellness<br />
Vom Gesundheitscheck<br />
über Detox-Programme<br />
bis hin zu Beauty-Eingriffen:<br />
Das Medical Spa<br />
ist top ausgestattet.<br />
• Aktivurlaub<br />
Personal Training, Tennis,<br />
Golf, Biken und vieles<br />
mehr wird im Fünf-<br />
Sterne-Hotel geboten.<br />
• Gourmetauszeit<br />
Die Küche des Hauses<br />
ist mit drei Hauben von<br />
Gault-Millau ausgezeichnet.<br />
104 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
Fotos: michael huber | www.huber-fotografie.at, Armin Terzer<br />
Partnership<br />
Wellness-Himmel<br />
Eine schier unendliche Auswahl an Entspannungsangeboten wartet im „Preidlhof“ – vom Private Spa bis hin zu den Gesundheitschecks und der medizinischen Betreuung<br />
können Gäste sich hier vom Alltagsstress erholen und pure Urlaubsfreuden genießen. Entweder lässt man sich im „Garden Spa“ (li. o.) massieren, genießt die Aussicht vom<br />
Infinitypool (Mi. re.), schwitzt in einer der Saunen (u. re.) oder zieht sich in seine Suite (o. re.) zurück. Stilvolles Interieur, Gourmetküche und Panoramalage runden den<br />
Aufenthalt im <strong>Südtirol</strong>er Naturns ab.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 105
PERSPEKTIVEN<br />
KEYPLAYER<br />
Partnership<br />
Designverliebt<br />
Die Ganthalers schufen mit dem „Muchele“ nicht nur eine Ruheoase in der Nähe Merans – mit ihrem Faible für Design und Baukunst haben sie aus dem ehemaligen<br />
„Innermaierhof“ ein wahres Vorzeigeprojekt erschaffen, das <strong>Südtirol</strong>er Tradition mit moderner Architektur verbindet. Die neu gestaltete Spa-Landschaft (u.)<br />
samt lässigen Farbakzenten lädt zum Verweilen ein, überall findet man gemütliche Ecken, in denen man es sich bequem machen und die Seele baumeln lassen kann.<br />
Für regionale Gaumenfreuden auf höchstem Niveau sorgt Küchenchef Patrick Holzner am „Kuchltisch“, bei dem man mitten in der Küche dem Team beim Zubereiten<br />
der köstlichen Speisen zusehen kann – und danach ein Sieben-Gänge-Menü schlemmt.<br />
Fotos: Benjamin Pfitscher, beigestellt<br />
106 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
PERSPEKTIVEN<br />
MARTINA, PRISKA UND ANNA GANTHALER<br />
HEADS OF „HOTEL MUCHELE“<br />
FRAUENPOWER<br />
Klein und fein ist es, das „Muchele“, ein Sommerwohnzimmer im Herzen von <strong>Südtirol</strong>.<br />
Die Gastgeberfamilie Ganthaler entwickelte das liebevolle Designhotel mit viel Herzblut<br />
und Frauenpower zu einer wahren Wohlfühlinsel.<br />
Das „Muchele“ ist erfrischend traditionell und ungekünstelt<br />
designverliebt. Was 1952 mit Opa Johann<br />
Ganthaler als „Innermaierhof“ begann, hat sich über<br />
die Jahre zu einem lässigen, bunten Wohnzimmer für Individualisten<br />
entwickelt. Bereits in dritter Generation führt Familie<br />
Ganthaler das Haus mit jeder Menge Liebe und Charme.<br />
Zum Glück gibt es nur 42 Suiten, und das ist auch gut so.<br />
Gemütlich ist es dadurch, und besonders persönlich. Alle<br />
Zimmer und Suiten lassen die Herzen von Designliebhabern<br />
höherschlagen. Die Gastgeberinnen Martina und Priska leben<br />
und lieben das „Muchele“ – eindeutig das Erfolgsgeheimnis.<br />
Als ausgebildete Sommelièren legen sie großen Wert auf Genuss<br />
für alle Sinne: Am exklusiven „Kuchltisch“, der mitten in<br />
der Küche steht, werden Gäste mit einem Sieben-Gang-Überraschungsmenü<br />
von Küchenchef Patrick Holzner verwöhnt.<br />
Und weil alles Schöne im Freien stattfindet, gibt es eine Gartenküche<br />
und kuschelige Nischen zum Sitzen. Genuss menschen<br />
dürfen im Sommerwohnzimmer, auf der geschmackvoll bepflanzten<br />
Gartenterrasse, unter freiem Himmel speisen. Wer<br />
sich den Genuss mit nach Hause nehmen möchte, findet im<br />
hauseigenen Feinkostladen „Cuvée“ Delikatessen und edelste<br />
Weine – einige stammen vom eigenen Weingut Tenuta di Fra’,<br />
das Mutter Franziska seit 2017 in den Marken, neben dem<br />
„Suites & Breakfast Poggio Antico“, führt.<br />
Das Geheimnis ist, dass man auf Klasse statt Masse setzt,<br />
das war den Ganthalers schon immer ein großes Bedürfnis. So<br />
wurde beim letzten qualitativen Umbau noch mehr Raum für<br />
Wohlfühlmomente geschaffen. Das „Anna Spa“ mit grünem<br />
Palmengarten trägt die Handschrift von Stardesignerin Patricia<br />
Urquiola. Ein Highlight ist der Porphyr-Sole-Infinitypool<br />
mit zauberhaftem Bergausblick. Saunen, ein lichtdurchfluteter<br />
Ruhe raum und eine „Fitness-Orangerie“ sowie neue Signature<br />
Treatments laden zum Entspannen ein. Vom Interior bis zu den<br />
nachhaltig produzierten Kleidern des eigenen Labels „Anna<br />
Teresa“ findet man außergewöhn lichen Style überall im Haus,<br />
natürlich 100 Prozent made in Italy. Das Modelabel ist das<br />
Herzensprojekt der jüngsten Schwester Anna, genauso wie das<br />
„Anna Spa“ samt eigener Beauty-Thermal-Linie „Anna Care“.<br />
Es ist der gekonnte Mix aus Tradition, gelebter Gastlichkeit<br />
und jeder Menge Mut, den Gäste so sehr lieben; genauso<br />
wie das liebevolle Miteinander und die konsequente Architektur,<br />
die immer wieder durch bunte, wertvolle Design-Highlights<br />
gebrochen wird. Hier findet man sein zweites Zuhause<br />
auf Zeit – hier ist man Teil des „Muchele“-Sommermärchens.<br />
Hotel Muchele, muchele.com<br />
Maiergasse 1, 39014 Burgstall bei Meran<br />
• Vinum Hotel<br />
Mit nur 42 Suiten ist das<br />
„Muchele“ ein liebevolles<br />
Designhotel mit Wein-<br />
Passion und Privatsphäre.<br />
• Genuss pur<br />
HOTEL MUCHELE<br />
Am exklusiven „Kuchltisch“<br />
schauen Genießer<br />
Chefkoch Patrick Holzner<br />
über die Schulter,<br />
ge nießen Delikatessen im<br />
Feinkostladen oder lassen<br />
sich von sechs Sommeliers<br />
verwöhnen.<br />
• Hauseigene Spa-Linie<br />
„Anna Care“ ist die<br />
hauseigene Thermal-<br />
Pflegeserie, mit 100 %<br />
natürlichen Inhaltsstoffen.<br />
• Neues „Anna Spa“<br />
Es warten ein Sole-<br />
Infinitypool, die Gartenterrasse,<br />
ein Indoor- und<br />
Outdoorpool, Sauna,<br />
eine „Fitness-Orangerie“ –<br />
und viel Raum für Ent -<br />
spannungssuchende.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 107
PERSPEKTIVEN<br />
KEYPLAYER<br />
Partnership<br />
CHRISTINE, MICHAEL UND MARTIN REITERER<br />
HEADS OF „HOTEL CHALET MIRABELL“<br />
MUT ZUM TRÄUMEN<br />
Das Gastgebersein im Blut, sehnten sich Christine und Michael Reiterer schon in der<br />
Kindheit nach einem eigenen Luxushotel. 2004 ging der Traum schließlich in Erfüllung.<br />
Haus erweitert, das Spa gebaut und gleichzeitig in die Qualität<br />
investiert. 2011 entstand aus der ehemaligen „Residence“ das<br />
heutige „Hotel Chalet Mirabell“. Der Spa-Bereich misst über<br />
6000 Quadratmeter und wurde erst 2021 um den Familienbereich<br />
erweitert; auch die BERGVILLEN zählen zu den neuesten<br />
Errungenschaften und bieten Privatsphäre pur.<br />
Nur das Beste ist den Reiterers gut genug, und auch künftig<br />
möchte man wegweisend in der Hotellerie bleiben. Immer<br />
dabei: die guten Seelen des Hauses und die motivierten Mitarbeiter,<br />
die maßgeblich zum Erfolg beitragen. Der einzig artige<br />
Stil sorgt für angenehme Wohlfühlatmosphäre, ohne protzig<br />
zu sein. Man schafft gekonnt die Mischung aus Natürlichkeit<br />
und Eleganz und fängt somit auch den „Spirit of Meran“ ein;<br />
der Slogan des Hauses. Bei all dem Erfolg zeigen sich die Gastgeber<br />
ehrlich bodenständig – das wissen Gäste zu schätzen<br />
und kehren deshalb immer wieder im „Chalet Mirabell“ ein.<br />
Hotel Chalet Mirabell, residence-mirabell.com<br />
Falzebener Straße 112, 39010 Hafling<br />
HOTEL CHALET MIRABELL<br />
• Naturlage<br />
• „Chalet M Alm“<br />
Hoch über den Dächern<br />
Auf 1700 Metern können<br />
W<br />
er an Wellnessurlaub in <strong>Südtirol</strong> denkt, der kommt<br />
um das „Hotel Chalet Mirabell“ nicht herum – das<br />
Fünf-Sterne-Haus steht unter anderem für Spa-Momente<br />
de luxe. Die Erfolgsgeschichte des „Mirabell“ startete<br />
2004 mit der „Alpen Residence Mirabell“ mit nur 16 Zimmern<br />
an einem der schönsten Orte <strong>Südtirol</strong>s, hoch über Meran,<br />
inmitten unberührter Natur.<br />
Schon in den ersten Jahren war den Reiterers klar, dass sie<br />
Gästen noch mehr bieten wollen. Nach und nach wurde das<br />
von Meran, im idyllischen<br />
Hafling, liegt das Hotel<br />
inmitten unberührter<br />
Natur.<br />
• Spa der Extraklasse<br />
Das größte Pro-Kopf-<br />
Platzangebot im Alpenraum<br />
und <strong>Südtirol</strong>s<br />
längster Naturbadeteich.<br />
Gäste urig luxuriös in der<br />
hauseigenen Alm wohnen.<br />
• BERGVILLEN<br />
2014 wurde das Angebot<br />
um die vier exklusiven<br />
Chalets erweitert, mit<br />
eigenem Infinitypool und<br />
privater Sauna.<br />
Fotos: Gerd Eder x Chalet Mirabell<br />
108 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
DESTINATIONS<br />
GENUSS REPORT XXX<br />
DER GIPFEL<br />
DES<br />
GENUSSES<br />
Foto: Alex Moling<br />
110 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
DESTINATIONS GENUSS<br />
Kunst am Teller<br />
Haubenkoch Tomek Kinder serviert<br />
im „Hotel Ansitz Steinbock“ weltoffene<br />
Küche, die doch <strong>Südtirol</strong> im Herzen hat.<br />
Ob beim Fine Dining oder auf der Hütte: Ohne erstklassige<br />
Produkte schmeckt es nicht. <strong>Südtirol</strong> setzt auf Slow Food,<br />
das biologisch ist und aus der Region kommt. So werden<br />
kulinarische Traditionen zeitgemäß weitergedacht.<br />
von KARIN CERNY<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 111
GENUSS<br />
REPORT<br />
„TRADITION DARF KEINE ARCHÄOLOGIE SEIN,<br />
SIE IST FORTWÄHRENDE INNOVATION“,<br />
BETONT CARLO PETRINI, GRÜNDER DER<br />
INTERNATIONALEN SLOW-FOOD-BEWEGUNG.<br />
Der Begriff Transhumanz klingt zwar wie aus einem Science-Fiction-Film,<br />
hat aber uralte Wurzeln. Er bedeutet<br />
„auf die Gebirgsweide führen“, man sagt auch Wanderweidewirtschaft.<br />
Ganz konkret kann man dieses Prinzip<br />
noch in <strong>Südtirol</strong> erleben, wenn zwischen Weinreben<br />
plötzlich Kuhglocken bimmeln. Auf dem Bio-Weingut<br />
von Alois Lageder verbringen die jungen Rinder von<br />
Alexander Agethle den Herbst und Winter – der Winzer<br />
hat kostenlosen Dünger, der Milchbauer Kühe, die das<br />
beste Futter bekommen. Durch eine Symbiose ihrer Betriebe<br />
entsteht eine regionale Qualität, von der Umwelt,<br />
Tiere, aber auch Konsumenten profitieren, weil die Produkte<br />
einfach besser schmecken.<br />
GANZHEITLICHE LANDWIRTSCHAFT<br />
Tradition dürfe keine Archäologie sein, sie sei fortwährende<br />
Innovation, betont Carlo Petrini, Gründer der internationalen<br />
Slow-Food-Bewegung. In <strong>Südtirol</strong> sieht<br />
man schön, was damit gemeint ist; wie Familientraditionen<br />
hochgehalten werden und zugleich nach vorne gedacht<br />
wird. Als Alexander Agethle 2000 den Hof seiner<br />
Eltern in Schleis – eine Rinderzucht und eine Milchproduktion<br />
– übernahm und auf ökologische Landwirtschaft<br />
umstellte, waren seine Nachbarn skeptisch. Heute<br />
ist sein Betrieb eine Erfolgsgeschichte: Seine zwölf<br />
Braunviehkühe leben in Mutterkuhhaltung, die Käse<br />
reifen auf Fichtenholz im Keller, entwickeln ihr spezielles<br />
Aroma. Nur drei Sorten Käse (Arunda, der Weichkäse,<br />
Tella, der Schnittkäse, und Rims, der Hartkäse)<br />
produziert Agethle. Seine nachhaltige Bewirtschaftung<br />
ist beschränkt auf das Wesentliche: Gesunder Boden<br />
gibt hochwertiges Futter, dieses ergibt gute Milch. Alles ist klein und<br />
fein. „Ich glaube, es ist extrem wichtig für junge Unternehmer, zu<br />
spinnen und verrückt zu sein“, hat Agethle einmal in einem Interview<br />
gesagt. Er trifft damit einen Punkt, warum <strong>Südtirol</strong> nicht nur<br />
in Sachen Kulinarik die Nase vorn hat: Qualität kommt hier vor<br />
Quantität, Eigensinn vor Profitgier. Es geht um einen respektvollen<br />
Umgang mit Tier und Natur – kommt Fleisch auf den Teller, wird<br />
möglichst viel verkocht, um Abfall zu vermeiden. Sogar aus Kartoffelschalen<br />
kann man etwas Köstliches zaubern, alte Fermentiertechniken<br />
wurden wiederentdeckt. Wofür die dänische Küche und<br />
das weltberühmte „Noma“ hochgejubelt wurden, wusste man in<br />
den Dolomiten schon immer: In der Kargheit liegt ein immenser<br />
Reichtum, weil dann umso mehr Kreativität gefragt ist.<br />
KUNST DER EINFACHHEIT<br />
Zu diesem Gedanken passt in gewisser Weise auch das „Hotel La<br />
Perla“ in Corvara, das auf seiner Homepage damit wirbt, was es<br />
nicht hat: keinen riesigen Wellnessbereich, keinen Wein aus Australien,<br />
keinen Marmor aus Carrara. „Bei uns steht der Mensch im<br />
Mittelpunkt“, sagt Hotelier Michil Costa, den man mit seinem extravaganten<br />
Kleidungsstil (Sakkos in möglichst knalligen Farben)<br />
eher im urbanen Raum vermuten würde. Er war Punk, schlug sich<br />
in London als DJ durch, kandidierte als Grüner fürs Europaparlament<br />
– bis er ins elterliche Hotel zurückkehrte und in den 1980er-<br />
Jahren das „La Perla“-Gourmetrestaurant „La Stüa de Michil“ eröffnete,<br />
das sich seit 2002 mit einem Michelin-Stern schmückt.<br />
Diniert wird bei Kerzenschein in einer Stube aus antikem Holz.<br />
Nach vorne schauen, aber die Vergangenheit nicht aus den<br />
Augen verlieren, diesem Motto begegnet man in <strong>Südtirol</strong> oft; sich<br />
auf seine Stärken konzentrieren und nicht andere imitieren. So wie<br />
Norbert Niederkofler, der sanfte Küchenrebell: Er hat diese Region,<br />
die mit der größten Dichte an Michelin-Sternen in ganz Italien aufwartet,<br />
früh maßgeblich geprägt. Niederkoflers Kochbuch „Cook<br />
the Mountain“ ist zugleich ein Manifest für lokale Küche und ein<br />
Bilderbuch zum Träumen, eine Reise in die Berge und zu Produzenten<br />
aus der Region.<br />
Aber auch Roland Lamprechts Waldküche in Brixen ist spektakulär.<br />
Wo früher ein Sanatorium stand, ist heute ein Fünf-Sterne-<br />
Hideaway, das die Kunst der Einfachheit zelebriert. Das „Forestis<br />
Dolomites“ ist ein Rückzugsort inmitten der Natur, hier diniert man<br />
mit Blick auf die Dolomiten. Die große Glaswand im minimalistischen<br />
Speisesaal ist wie ein Panoramakino. Auf die Teller kommt,<br />
was die Wälder dieser Region hergeben: Pilze, Beeren, Kräuter, ➨<br />
Fotos: Christian Kerber, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Alex Filz, IDM/Sennereiverband <strong>Südtirol</strong>/Franco Cogoli<br />
112 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
GESCHMACK DER BERGE<br />
Das Essen im „Rifugio Fuciade“ (li.) ist von der<br />
ladinischen Tradition inspiriert. Es handelt sich um<br />
eine urige Hütte im Herzen der Dolomiten, die<br />
zugleich ein Feinschmecker paradies ist. Küchenchef<br />
Martino Rossi sammelt seine Zutaten in der<br />
Umgebung, Reduktion und Ra f inesse stehen in<br />
einem ausgewogenen Verhältnis. Knödelgerichte<br />
(li. u.) gibt es in <strong>Südtirol</strong> in jeder Form, sie sind die<br />
ideale Stärkung nach einer Wanderung. Die Produkte<br />
stammen meist direkt aus der Region, wie<br />
der Bio-Rohmilchkäse von Alexander Agethle,<br />
der zwölf Braunviehkühe (re.) hat. Sein Käse reift<br />
auf Fichtenholz im Keller, entwickelt dort sein<br />
spezielles Aroma (re. u.). Man schmeckt diese<br />
Liebe zum Produkt an vielen Orten in <strong>Südtirol</strong>, das<br />
stolz auf seine nachhaltige, umweltschonende und<br />
aufs Tierwohl schauende Landwirtschaft ist. Die<br />
Sternerestaurant-Dichte ist hoch, aber auch die<br />
Locations sind besonders: Sie reichen von alten<br />
Holzstuben bis zu moderner Architektur auf dem<br />
Berg. Hotels und Restaurants bieten oft beides an:<br />
traditionelle Gerichte und Fine-Dining-Optionen.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 113
GENUSS<br />
REPORT<br />
Einfach raffiniert<br />
Im „Rifugio Fuciade“ isst das Auge<br />
mit: Speck und Gemüse aus der<br />
Region, dazu selbst gebackenes Brot.<br />
NACH VORNE SCHAUEN, ABER DIE VERGAN-<br />
GENHEIT NICHT AUS DEN AUGEN VERLIEREN;<br />
SICH AUF SEINE STÄRKEN KONZENTRIEREN,<br />
NICHT ANDERE IMITIEREN: DIESEN ZUGANG<br />
FINDET MAN IN SÜDTIROL OFT.<br />
Text: Name Nachname / Fotos: xxxxxxx/getty, xxxxxxx/getty, xxxxxx/unsplash Partnership<br />
114 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
Partnership<br />
Sammler und Koch<br />
Küchenchef Martino Rossi vom<br />
„Rifugio Fuciade“ schaut, wozu ihn<br />
die Natur der Dolomiten inspiriert.<br />
Fotos: Christian Kerber<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 115
GENUSS<br />
REPORT<br />
RINGSUM DIESER TYPISCHE MIX,<br />
DER SÜDTIROL SO BESONDERS<br />
MACHT: WEINBERGE,<br />
APFELBÄUME UND PALMEN.<br />
Nüsse, alles, was Lamprecht schon als Kind mit seiner<br />
Mutter gern gesammelt hat. Seine Küche hat diese Wurzeln<br />
nie vergessen. „Was heute in vielen Restaurants<br />
weltweit einen Hype erlebt, war für uns <strong>Südtirol</strong>er schon<br />
immer selbstverständlich“, betont er. Gekocht wird ausschließlich<br />
für Hotelgäste, das ist ideal, um sich zu entspannen:<br />
Ringsum ist nur die Natur, Wanderer verirren<br />
sich selten. Es gehört zu den Genusswundern dieser Region,<br />
dass selbst in den einfachsten Hütten grandios gegessen<br />
wird – Maso oder Rifugio heißen diese, sie sehen<br />
oft aus wie Herbergen, tischen von ausgefallenen lokalen<br />
Gerichten bis zu Haute Cuisine auf. Keine Massenabfertigung<br />
wie anderswo in den Bergen; die Zutaten<br />
stammen aus der Region, sie sind einfach und werden<br />
doch raffiniert zubereitet. Italienischer Lebensstil setzt<br />
sich hier teils bis ins Hochgebirge fort, und jedes Tal hat<br />
lokale Besonderheiten, etwa Schlutzkrapfen mit unterschied<br />
lichen Füllungen oder Knödel, süß oder deftig.<br />
EINFACH GUT!<br />
Manchmal wird man mit „Bun dì!“ begrüßt, „Guten Tag!“ im alten<br />
rätoromanischen Dialekt, der noch in mehreren Alpentälern Oberitaliens<br />
gesprochen wird. Die ladinische Küche liegt im Trend, weil<br />
gerade verstärkt wiederentdeckt wird, wie gut die einstige Arme-<br />
Leute-Küche schmeckt. Je weniger verwendet wird, desto besser<br />
müssen die Zutaten sein. Das Gadertaler Gröstl ist ein perfektes<br />
Recycling-Gericht: herzhafte Zutaten, die in der Pfanne geröstet<br />
werden, dazu frische Kräuter aus dem Garten. Das „Rifugio Fuciade“,<br />
eine Hütte im Herzen der Dolomiten, ist eines dieser Feinschmeckerparadiese<br />
– Küchenchef Martino Rossi sammelt seine Zutaten<br />
in der Umgebung, seine Speisen sind von der ladinischen<br />
Tradition geprägt, die er mit italienischen Klassikern zu Kunstwerken<br />
auf dem Teller fusioniert. Das Reduzierte und das Raffinierte,<br />
bei Martino sind das keine Gegensätze.<br />
Ähnliches gilt es über das „Hotel Villa Arnica“ in Lana zu berichten,<br />
wo alles direkt aus dem hauseigenen Garten auf die Teller<br />
wandert. Das ist regional, biologisch und Kinder sehen, woher das<br />
Essen kommt. Marmelade, Sirup und Aufstriche werden eingerext,<br />
der Garten ist eine Oase der Ruhe. Und ringsum wieder dieser typische<br />
Mix, der <strong>Südtirol</strong> so besonders macht: Weinberge, Apfelbäume<br />
und Palmen – Dolce Vita in den Bergen. ❢<br />
Kunst der Reduktion<br />
Das „Forestis“ ist ein Rückzugsort in<br />
der Natur. Die Waldküche von Roland<br />
Lamprecht zaubert aus Beeren ein Eis,<br />
das auch im Museum stehen könnte.<br />
Text: Name Nachname / Fotos: xxxxxxx/getty, xxxxxxx/getty, xxxxxx/unsplash<br />
116 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
TRADITION UND MODERNE<br />
Im „Romantik Hotel und Restaurant Stafler“ (gr.<br />
Foto li.) hat man die Wahl zwischen bodenständigen<br />
<strong>Südtirol</strong>er Gerichten und Fine Dining auf<br />
<strong>Südtirol</strong>er Art, bei dem Graukäse, Schlutzkrapfen<br />
und Geselchtes auf Garnelen und Pak Choi<br />
treffen – Sternekoch Peter Girtler steht für diese<br />
ambitionierte Melange.<br />
Auf minimalistische Architektur setzt hingegen<br />
das „AlpINN“ mit imposantem Blick über die<br />
Berge, wo Norbert Niederkofler seine gefeierte<br />
Bergküche serviert (re. o.).<br />
Im Hotel „Villa Arnica“ in Lana wandert alles<br />
direkt aus dem hauseigenen Garten auf die Teller<br />
(li. u.), ein Pool lädt zum Verweilen im Grün ein.<br />
Nirgends kann man nach dem Essen schönere<br />
Spaziergänge machen als im „Rifugio Fuciade“,<br />
das inmitten saftiger Almen liegt; dahinter die<br />
schroffen Dolomiten (re. u.). Es gibt auch rustikale<br />
Zimmer, in denen man übernachten kann –<br />
der Sternenhimmel ist nämlich auch ziemlich<br />
beeindruckend!<br />
Fotos: Forestis, Hannes Niederkofler, Francesco Fioramonti, Christian Kerber<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 117
GENUSS<br />
TIPPS<br />
DIE BESTEN<br />
GENUSS-ADRESSEN<br />
TRADITIONELL<br />
GASTHAUS LAMM In diesem ambitionierten<br />
Dorfgasthaus trifft traditionelle Genusskultur<br />
auf leidenschaftliche <strong>Südtirol</strong>er Weinkultur.<br />
Aus regionalen Bioprodukten zaubert Chefin<br />
Hildegard Fontana etwa rosa gebratenes Rind<br />
oder Pasta; Hausherr Arnold setzt auf kleine<br />
Weingüter. gasthaus-lamm.it<br />
GASTHAUS VÖGELE Das Traditionswirtshaus<br />
im Biedermeierstil mitten in der Stadt<br />
bezaubert mit edler Vertäfelung aus dunklem<br />
Holz und bodenständigen Gerichten wie<br />
flaumigen Knödeln, hausgemachter Pasta oder<br />
Schmorbraten. Hervorragend sind auch der<br />
Service und die Weine. voegele.it<br />
SCHNALSHUBER Am schönen Hof gibt die<br />
Natur den Ton an, angebaut wird nach biologischen<br />
Richtlinien, die Stuben sind denkmalgeschützt.<br />
Hausgemachter Wein oder Melissensaft<br />
passen gut zu den deftigen Gerichten,<br />
köstlich sind Fleischkrapfen und Spinatknödel.<br />
Ab-Hof-Verkauf! schnalshuber@rolmail.net<br />
ALMHÜTTEN<br />
ALPINN (Bild li.) Keine Almhütte im klassischen<br />
Sinn! Das Restaurant liegt auf 2275<br />
Metern, auf Pfeilern gestützt, über dem unendlich<br />
wirkenden Abgrund. Drei-Sterne-Koch<br />
Norbert Niederkofler kreiert aus einfachen<br />
Zutaten zugängliche Gerichte, um den wahren<br />
Geschmack der lokalen Bergküche auf den<br />
Teller zu bringen. alpinn.it<br />
GOMPM ALM Bei Helli isst man gehobene,<br />
authentische Bergküche und trinkt dazu die<br />
besten Tropfen. Mit dem „Edelschwarz“-Gin<br />
wird hier einer der besten Gins Europas<br />
destilliert. Nach einer kurzen Pause letztes<br />
Jahr ist die „Gompm Alm“ wieder offen –<br />
Gott sei Dank! gompmalm.it<br />
EISHOF Auf über 2000 Metern liegt das<br />
schöne Steinhaus mit Holzfassade und bietet<br />
Platz für viele Events. Nach Heimat schmeckt<br />
das selbst gebackene Brot mit Honig oder Käse<br />
von Nachbarbetrieben; die Küche zaubert<br />
Knödel, Kaiserschmarren und tolle Pastagerichte.<br />
Beste Gourmethütte <strong>Südtirol</strong>s 2022!<br />
eishof.com<br />
RAUCH-HÜTTE Die Hütte wird liebevoll in<br />
vierter Generation geführt und besticht mit<br />
wunderschöner Holzdecke in der eleganten<br />
Stube. Die Küche mixt Alpin-Traditionelles und<br />
Mediterranes – beliebt sind die gegrillten<br />
Fiorentina-Steaks und die Pasta. rauchhuette.com<br />
DANIEL HÜTTE Hier schweift der Blick über<br />
die Dolomiten, auf der Sonnenterrasse sitzt man<br />
(egal ob Sommer oder Winter) stundenlang bei<br />
exzellent gekochten <strong>Südtirol</strong>er Spezialitäten<br />
oder Klassikern der italienischen Küche. Dazu<br />
gibt’s eine vollgepackte Wein- und Destillatekarte<br />
mit den besten Tropfen. seceda.cc<br />
FINE DINING<br />
APOSTELSTUBE Mathias Bachmann kochte<br />
u. a. bei Joachim Wissler und Sergio Herman.<br />
Innovation und Tradition müssen kein Widerspruch<br />
sein – das beweist der junge Küchenchef<br />
in der „Apostelstube“ im Art-déco-Stil der<br />
1920er-Jahre. Sehr guter Service, ausgezeichnete<br />
Weinbegleitung! hotelelephant.com<br />
LA STÜA DE MICHIL (Bild u.) Zwei<br />
<strong>Südtirol</strong>er Bauernstuben aus dem 17. Jahrhundert<br />
sind die Bühne für Simone Cantafio,<br />
der Orient und Okzident verbindet – in den<br />
beiden Menüs bilden Gemüse und Früchte den<br />
Mittelpunkt. In den Weinkeller kommt man über<br />
eine Rutschstange im Restaurant. laperlacorvara.it<br />
SUINSOM Die zwei kleinen, reizenden Stuben<br />
stammen aus dem 18. Jahrhundert – da passen<br />
die traditionellen Gerichte mit Produkten aus<br />
den Bergen und frischem Wind perfekt dazu.<br />
Es gibt beispielsweise Kalbszunge mit fermentiertem<br />
Rotkohl und Steinpilzjus oder Zitronenrisotto.<br />
Seit 2022 übrigens auch ein Michelin-<br />
Stern. tyrolhotel.it<br />
KÜRBISHOF Aus einer ehemaligen Scheune<br />
ist dieser Genusstempel mit schönem Garten<br />
und Weinkeller entstanden, wo das Prinzip<br />
„Zurück zu den Wurzeln“ gelebt wird. Aus<br />
lokalen Produkten entstehen etwa Schwarzbrotnudeln<br />
mit Hirschragout oder Schnittlauchrisotto<br />
mit Kalbsbries. kuerbishof.it<br />
PRETZHOF Ein schmucker Hof, schön<br />
getäfelte Stuben und die herzhaften hausgemachten<br />
Produkte von Familie Mair sind<br />
ein unschlagbares Trio. Fleisch vom Hof wird<br />
in Speck, herzhafte Braten oder zarte Steaks<br />
verwandelt. pretzhof.com<br />
Traditioneller Charme<br />
Altes Holz, feinste Weine und großartige<br />
Michelin-Cuisine warten im „La Stüa“ in Corvara.<br />
Fotos: Gustav Willeit, Luca Dalgesso<br />
118 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
Photo: Denis Ignatov<br />
CORONES<br />
FIRMIAN<br />
DOLOMITES<br />
JUVAL<br />
RIPA<br />
ORTLES<br />
Kronplatz/Plan de Corones<br />
Bozen/Bolzano<br />
Cibiana di Cadore<br />
Kastelbell/Castelbello<br />
Bruneck/Brunico<br />
Sulden/Solda
GENUSS<br />
INTERVIEW<br />
„Für mich ist der<br />
Mensch wichtig“<br />
Norbert Niederkofler gilt als bester Koch der Alpen. Mit dem<br />
„Atelier Moessmer“ in Bruneck hat er eine neue Wirkungsstätte –<br />
ein guter Zeitpunkt, um über <strong>Südtirol</strong> und seine Küche zu sprechen.<br />
120 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
von YASMIN EL MOHANDES<br />
N<br />
orbert Niederkofler hat alle Hände voll zu<br />
tun – nichts Ungewöhnliches für einen der<br />
besten Köche der Welt, doch bei dem<br />
61-Jährigen ist sein neues Restaurant, das<br />
„Atelier Moessmer“, der Grund. Für uns<br />
nimmt er sich aber gerne Zeit.<br />
Sie sind das kulinarische Aushängeschild <strong>Südtirol</strong>s – was<br />
zeichnet die Region für Sie aus, was Ihre Küche?<br />
Vor allem die Offenheit nach Süden hin, zu einer mediterraneren<br />
Lebensart. Das versprüht ein anderes Flair als in Österreich.<br />
Die <strong>Südtirol</strong>er Küche ist zwar in der österreich-ungarischen<br />
verwurzelt, aber hier ist der Einfluss des<br />
Mediterranen dazugekommen. Die Art, zu kochen, ist einfach<br />
viel leichter, lockerer, zugänglicher und mehr mit Kräutern<br />
betont als normalerweise in einer Bergregion.<br />
Wie war das früher? Was verbinden Sie mit dem Geschmack<br />
Ihrer Kindheit?<br />
Klassische Bauerngerichte. Das Muas in der Pfanne, die Kasnocken<br />
mit Graukäs, die dann auf den Tisch gestellt wurden.<br />
Diese Gemeinschaftlichkeit hat mich geprägt: Zum Kochen<br />
gebracht hat mich dieser Tisch, dieses Ambiente; wenn man<br />
zusammensitzt und redet. Und die Küche – der Ort der Wärme,<br />
der Gemütlichkeit. Hauptsächlich aus diesen Gründen<br />
bin ich Koch geworden.<br />
Und einer der besten! Gibt es ein persönliches Erfolgsrezept?<br />
Persönliche Erfolgsrezepte hat es viele gegeben, aber sie sind<br />
immer wieder neu aufgestellt worden. Mein größter Traum<br />
war immer New York. Mit 23 Jahren war ich dann fast zwei<br />
Jahre dort – und ich fühlte mich wie Alice im Wunderland.<br />
Du hast alle ethischen Küchen gehabt, und das hat mich extrem<br />
geprägt. Ich habe sehr, sehr viel mitgenommen.<br />
Foto: Studio Ignatov<br />
Der Ausnahmekoch<br />
Keiner vertritt die Alpenküche so<br />
gekonnt wie der hochdekorierte<br />
<strong>Südtirol</strong>er Norbert Niederkofler.<br />
Kehren wir zurück nach <strong>Südtirol</strong>: Woher kommt diese extreme<br />
Verbundenheit der <strong>Südtirol</strong>er zu ihrem Land?<br />
Daher, dass die Landwirtschaft in <strong>Südtirol</strong> immer eine sehr<br />
große Rolle gespielt hat. Der Tourismus ist in gewissen Gebieten<br />
relativ jung; die große und wichtige Rolle haben immer<br />
die Bauern gespielt, die Gemüse- und die Kräuter bauern,<br />
auch die Obstbauern – vor allem auch Wein. Deshalb ist die<br />
Verbundenheit immer da gewesen.<br />
Was muss ein <strong>Südtirol</strong>-Gast kulinarisch probiert haben?<br />
Wenn man in die Richtung Meran, Brixen, Bozen geht, dann<br />
alles rund ums Törggelen. Aber es gibt auch sehr, sehr gute<br />
Restaurants und hervorragende junge Köche. In Bruneck ➨<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 121
GENUSS<br />
INTERVIEW<br />
Atelier, Arbeitsstätte, Denkfabrik<br />
Das neue Restaurant „Atelier Moessmer Norbert Niederkofler“ befindet sich in der ehemaligen Villa der Tuchfabrik Moessmer. Inmitten des weitläufigen<br />
historischen Parks in der Nähe des Stadtzentrums von Bruneck steht das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude, in dem sich jahrelang die Denkwerkstätte<br />
des <strong>Südtirol</strong>er Schriftstellers Joseph Zoderer befand.<br />
„Die Küche <strong>Südtirol</strong>s ist viel<br />
leichter, lockerer, zugänglicher als<br />
die klassischer Bergregionen.“<br />
NORBERT NIEDERKOFLER<br />
etwa das „b.local“, in Brixen das „Brix 0.1“; und das „Miil“<br />
bei Meran. Es gibt auch sehr viel Diversität: Jeder legt <strong>Südtirol</strong><br />
in dieser Hinsicht für sich selbst aus – was sehr gut ist.<br />
Wenn es einmal nicht <strong>Südtirol</strong> sein soll – wohin am liebsten?<br />
Ich liebe Italien, wir waren vor Kurzem auf Salina, auf den<br />
Äolischen Inseln. Ich liebe Sardinien, ich liebe Sizilien, der<br />
ganze Stiefel gefällt mir. Du hast alle 50 Kilometer eine komplett<br />
neue Kultur. Das verbindet Italien für mich mit der<br />
asiatischen Küche: diese Vielfalt an Möglichkeiten, die man<br />
hat.<br />
Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal bekochen?<br />
Wir haben in den letzten 26 Jahren für so ziemlich alle gekocht.<br />
Ich habe aber oft einfache Leute viel lieber, die Sachen<br />
genießen, die neugierig sind, die sich für unsere Arbeit<br />
interessieren. Ein Dalai Lama ist aber immer ein Thema für<br />
mich, oder Leute wie Barack Obama, die wirklich etwas geschafft<br />
haben. Das ist interessant – aber wie gesagt ist für<br />
mich der Mensch wichtig. ❢<br />
• 1961<br />
Norbert Niederkofler wird in<br />
Luttach im Ahrntal geboren.<br />
• 1996<br />
Nach der Hotelfachschule<br />
und 15 Jahren im Ausland<br />
wird er Küchenchef im<br />
„St. Hubertus“ im „Hotel<br />
Rosa Alpina“.<br />
• 2011<br />
Mit „Cook the Mountain“<br />
erfindet sich Norbert Nie derkofler<br />
neu – mit einer Küche,<br />
die im Einklang mit der<br />
Natur, der Umwelt und deren<br />
Bewohnern steht.<br />
• 2017<br />
„Die Begegnung mit dieser<br />
Küche ist keine Mahlzeit,<br />
sondern eine unvergessliche<br />
menschliche Erfahrung“: Mit<br />
diesen Worten wird Norbert<br />
Niederkofler der dritte<br />
Michelin-Stern verliehen.<br />
• <strong>2023</strong><br />
Norbert Niederkofler eröffnet<br />
am 12. Juli in Bruneck das<br />
„Atelier Moessmer“. Das neue<br />
Restaurant befindet sich in<br />
der ehemaligen Villa der<br />
Tuchfabrik Moessmer und<br />
bietet insgesamt rund<br />
40 Sitzplätze. „Das ‚Atelier<br />
Moessmer‘ soll ein Thinktank<br />
für ambitionierte junge<br />
Köche und Köchinnen sein<br />
sowie eine Werkstatt für<br />
außergewöhnliche genussvolle<br />
Erlebnisse werden“, so<br />
der Visionär.<br />
122 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
HAND-<br />
VERLESENE<br />
REZEPTE<br />
VON<br />
NORBERT<br />
NIEDERKOFLER<br />
ZWERCHFELL<br />
mit Bärlauch<br />
ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />
Fotos: Angonese - Hellweger, Alex Moling<br />
ZWERCHFELL<br />
• 400 g Rinderzwerchfell<br />
• 80 g frischer Bärlauch<br />
• 25 g Rub<br />
ZUBEREITUNG<br />
• Das Zwerchfell auf dem Holzkohlegrill oder einem Konro<br />
(japanischer Grill) von jeder Seite 1 Minute grillen. Mit dem<br />
Rub würzen und neben der Glut auf dem Grill ruhen lassen.<br />
• In der Zwischenzeit die Bärlauchblätter auf dem Grill<br />
30 Sekunden grillen.<br />
• Das Fleisch mit einer Kerntemperatur von 42 °C servieren,<br />
die gegrillten Bärlauchblätter darauflegen.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 123
GENUSS<br />
REZEPTE<br />
124 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
ENROSADIRA<br />
mit Kamillensahne<br />
ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />
SAFT AUS ROTEN<br />
FRÜCHTEN<br />
• 50 g Rote Johannisbeeren<br />
• 50 g Erdbeeren<br />
• 50 g Himbeeren<br />
• 50 g Walderdbeeren<br />
• 50 g Süßkirschen<br />
• 10 g Traubenkirschblütensirup<br />
WEITERE ZUTATEN<br />
• 30 Walderdbeeren<br />
• 10 Süßkirschen<br />
• 50 g Rhabarber<br />
• 20 einzelne Traubenkirschblüten<br />
• 10 g Holunderblüten<br />
• 12 Verbenenspitzen<br />
• 10 Minzeblättchen<br />
• 10 g Thymian<br />
ZUBEREITUNG<br />
• Für den Saft aus roten Früchten die roten<br />
Früchte in einem Dampfentsafter entsaften.<br />
Den Saft auskühlen lassen und mit dem Sirup<br />
vermischen.<br />
• Für die Kamillensahne die Sahne auf 40 °C<br />
erhitzen, die Kamillenblüten hineingeben<br />
und eine Stunde ziehen lassen. Abgießen,<br />
auskühlen lassen und die Sahne aufschlagen.<br />
• Für die weiteren Zutaten die Früchte und den<br />
Rhabarber in Stücke schneiden und in eine<br />
Schüssel geben. Den Saft aus roten Früchten<br />
darüber gießen. Etwa 20 Minuten ziehen<br />
lassen.<br />
• Die Früchte in tiefen Tellern anrichten und mit<br />
Blüten und Kräutern dekorieren. Die Kamillensahne<br />
separat dazu reichen.<br />
KAMILLENSAHNE<br />
• 250 g Sahne<br />
• 10 g getrocknete Kamillenblüten<br />
• 10 g Traubenkirschblütensirup<br />
„DIE GERICHTE AUS DER KÜCHE MEINER<br />
MUTTER KANN MAN NICHT NACHKOCHEN.<br />
DAS IST DAS PROBLEM. SIE HAT SIE<br />
AM BESTEN GEMACHT.“<br />
Foto: Alex Moling<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 125
GENUSS<br />
REZEPTE<br />
BERGKRÄUTERSALAT<br />
mit Schüttelbrotchips<br />
ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />
SALATBASIS<br />
• 50 g Misticanza<br />
• 30 g Kopfsalat<br />
AROMATISCHER MIX<br />
• 5 g Süßholzkraut<br />
• 5 g Bitterfenchel<br />
• 10 g Wilder Spinat<br />
• 5 g Bergthymian<br />
• 10 g Portulak<br />
• 5 g Goldmelisse<br />
• 5 g Große Kapuzinerkresse<br />
• 15 g Oregano<br />
• 15 g Rucola<br />
• 15 g Gundermann<br />
• 10 g Dill<br />
• 15 g Leimkraut<br />
• 10 g Alpenklee<br />
• 5 g Wilder Sauerampfer<br />
• 5 g Brunnenkresse<br />
• 5 g Bergpfeffer<br />
• 10 g Verbene<br />
• 5 g Estragon<br />
• 10 g Melisse<br />
• 5 g Vogelwicke<br />
BLÜTEN<br />
• 5 g Vergissmeinnicht<br />
• 5 g Kamille<br />
• 5 g Schafgarbe<br />
• 5 g Weinraute<br />
• 5 g Rucola<br />
• 5 g Alpenklee<br />
DRESSING<br />
• 600 g Rhabarber<br />
• 300 ml Kombucha mit Holunderblüten<br />
• 60 ml Holunderblütensirup<br />
• 300 ml Traubenkernöl<br />
SCHÜTTELBROTCHIPS<br />
• 110 g Schüttelbrot<br />
• 100 ml Sonnenblumenöl<br />
• 330 ml Wasser<br />
• 4 g Salz<br />
LEINSAMENCHIPS<br />
• 160 g Leinsamen<br />
• 300 ml Wasser<br />
• 3 g Salz<br />
• 200 g Sonnenblumenöl<br />
ZUBEREITUNG<br />
• Für die Schüttelbrotchips das Schüttelbrot fein mixen und mit<br />
Sonnenblumenöl, Wasser und Salz 3 Minuten im Thermomix bei<br />
höchster Geschwindigkeit emulgieren. Die Masse in eine Antihaftpfanne<br />
gießen und braten. Nach einigen Minuten umdrehen und so<br />
lange garen, bis der Teig knusprig ist. Vom Herd nehmen und in<br />
kleine Stücke brechen.<br />
• Für die Leinsamenchips die Leinsamen 6–8 Stunden in Wasser<br />
einweichen. Anschließend salzen. Die Masse auf eine Backmatte<br />
streichen und einige Stunden im Backofen bei 40 °C trocknen<br />
lassen. Dann die Chips im auf 180 °C erhitzten Öl frittieren.<br />
• Für das Dressing den Rhabarber kalt zentrifugieren, um den Saft<br />
zu gewinnen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen, damit sich<br />
die Unreinheiten absetzen können. Den klaren Saft mit allen<br />
anderen Zutaten im Thermomix einige Sekunden mixen.<br />
• Für den Salat die Salatblätter etwas klein rupfen und mit Dressing<br />
und Salz anmachen. In einem tiefen Teller anrichten und Blüten<br />
und Kräuter dazugeben. Zum Schluss die Chips darüber verteilen.<br />
126 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
Foto: Alex Moling<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 127
GENUSS<br />
REZEPTE<br />
128 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
RAVIOLI<br />
mit Gutem Heinrich<br />
ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />
Foto: Alex Moling<br />
TEIG<br />
• 210 g Weizenmehl Typ 00<br />
• 100 g Wasser<br />
FÜLLUNG<br />
• 250 g Guter Heinrich<br />
• 12 g Schalotten<br />
• 25 g Zwiebeln<br />
• 10 g Butter<br />
• 20 g gekochte Kartoffeln<br />
• 15 g Bergkäse Formai de Mut<br />
• Salz<br />
MORCHELBRÜHE<br />
• 70 g getrocknete Morcheln<br />
• 1 l Wasser<br />
• 1 Schalotte<br />
• 1 Lorbeerblatt<br />
• 65 g Butter<br />
• ½ Knoblauchzehe<br />
• 50 ml Terlan-Weißwein<br />
MORCHELSCHAUM<br />
• 250 ml Morchelbrühe<br />
• 60 g Sahne<br />
• 20 g Crème fraîche<br />
• 15 g Nussbutter<br />
• 200 g Habichtspilze<br />
• Salz<br />
WEITERE ZUTATEN<br />
• 10 g Salbeiöl<br />
• 5 g Wiesenschaumkrautblüten<br />
• 10 Spitzen vom Guten Heinrich<br />
ZUBEREITUNG<br />
• Für den Teig das Mehl in eine Rührschüssel geben und<br />
diese auf die Rührmaschine setzen. Während des Rührens<br />
langsam kochend heißes Wasser eingießen, bis ein<br />
homogener Teig entsteht. Den Teig mit einem feuchten<br />
Küchentuch bedecken und für einige Stunden im<br />
Kühlschrank ruhen lassen.<br />
• Für die Füllung den Guten Heinrich waschen, einige<br />
Sekunden in kochendem Salzwasser blanchieren und in<br />
Eiswasser abschrecken. Anschließend klein hacken.<br />
• Schalotten und Zwiebeln abziehen, fein hacken und in der<br />
Butter anschwitzen. Den Guten Heinrich zugeben, kurz<br />
mitdünsten und die Pfanne vom Herd nehmen. Sobald die<br />
Mischung abgekühlt ist, gekochte Kartoffeln und Bergkäse<br />
zugeben. Alles zu einer glatten Masse verrühren und mit<br />
Salz abschmecken.<br />
• Für die Morchelbrühe die getrockneten Morcheln im Wasser<br />
einweichen.<br />
• Die Schalotten in Julienne schneiden und mit Lorbeerblatt,<br />
Butter und Knoblauch in einer Pfanne langsam anschwitzen.<br />
Die Morcheln durch ein Sieb abgießen, das Einweichwasser<br />
auffangen. Die Morcheln in die Pfanne geben, für ein paar<br />
Minuten mitdünsten und mit dem Weißwein ablöschen. Das<br />
Einweichwasser hinzufügen und alles 40 Minuten kochen<br />
lassen. Anschließend durch ein Sieb abgießen.<br />
• Für den Morchelschaum die Habichtspilze in Julienne<br />
schneiden und auf ein gelochtes Blech geben. Im Dörrautomaten<br />
bei 55 °C 4–5 Stunden trocknen. Anschließend<br />
im Thermomix pulverisieren.<br />
• Die Morchelbrühe erhitzen, alle Zutaten zugeben und kurz<br />
ziehen lassen. Anschließend durch ein Passiertuch abseihen,<br />
damit die Rückstände des Habichtspilzpulvers entfernt<br />
werden. Anschließend mit einem Stabmixer schaumig<br />
mixen.<br />
• Für die Ravioli den Teig dünn ausrollen, in 2,5 cm große<br />
Quadrate schneiden und mit der Füllung füllen. Die Ravioli<br />
in kochendem Salzwasser kochen.<br />
• Ravioli in tiefe Teller setzen, mit Morchelschaum, Salbeiöl,<br />
Wiesenschaumkrautblüten und Guter-Heinrich-Spitzen<br />
servieren.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 129
GENUSS<br />
REZEPTE<br />
LAUCH<br />
mit Buttermilch<br />
ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />
ROGGENTEIG<br />
• 450 g grobes Salz<br />
• 350 g Roggenmehl<br />
• 435 g Vollkornmehl<br />
• 8 Eigelb<br />
• 7 Eier<br />
BUTTERMILCHSAUCE<br />
• 1,5 l Buttermilch<br />
• 125 g Butter<br />
• Salz<br />
AROMATISCHE KRÄUTER<br />
• 50 g Verbenenblätter<br />
• 20 g Bergthymian<br />
• 10 g Zitronenmelisse<br />
• 10 g Majoran<br />
• 1 Minzeblatt<br />
LAUCH<br />
• 2 kleine Stangen Lauch<br />
WEITERE ZUTATEN<br />
ZUBEREITUNG<br />
• Für den Roggenteig alle Zutaten in einer<br />
Küchenmaschine zu einem glatten Teig<br />
kneten. Die Schüssel mit einem feuchten<br />
Küchentuch bedecken und 2 Stunden im<br />
Kühlschrank ruhen lassen.<br />
• Den Teig 5 mm dick ausrollen und in zwei<br />
Rechtecke (30 cm lang, 20 cm breit) schneiden.<br />
• Die Kräuter auf eine Hälfte des Teigs setzen,<br />
den geputzten Lauch darauflegen, leicht<br />
salzen und ein paar Tropfen Schnittlauchöl<br />
darüberträufeln. Mit den restlichen Kräutern<br />
bedecken und mit der zweiten Hälfte des Teigs<br />
verschließen.<br />
• 12 Minuten unter glühender Kohle garen.<br />
Anschließend die Kruste mit einem Messer<br />
aufschneiden, den Lauch aus den Kräutern<br />
nehmen, auf einem Teller anrichten und mit<br />
Buttermilchsauce und Schnittlauchöl verfeinern.<br />
Die Brotkruste entsorgen.<br />
• Für die Buttermilchsauce die Buttermilch zum<br />
Kochen bringen. Durch ein feines Sieb gießen,<br />
um Trübstoffe herauszufiltern. Anschließend<br />
bei mittlerer Hitze auf 350 ml reduzieren und<br />
mit der Butter aufschäumen; abschmecken.<br />
• Schnittlauchöl<br />
„IN UNSEREM KONZEPT ‚COOK THE MOUNTAIN‘<br />
ARBEITEN WIR MIT 30 BIS 40 PRODUZENTEN<br />
ZUSAMMEN, DIE AUCH SEHR DARAUF BEDACHT SIND,<br />
NEUE WEGE ZU GEHEN.“<br />
130 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
Foto: Alex Moling<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 131
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
WEITERE ADRESSEN<br />
GENUSS-HOTELS<br />
Text: Name Nachname / Fotos: xxxxxxx/getty, xxxxxxx/getty, xxxxxx/unsplash<br />
132 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
FORESTIS<br />
BRIXEN<br />
Einer der schicksten Rückzugsorte inmitten der<br />
Dolomiten – das „Forestis“ zelebriert die Kunst<br />
der Einfachheit. Nichts an der minimalistischen<br />
Architektur soll von den Hauptdarstellern<br />
ablenken, den dicht bewachsenen Wäldern<br />
ringsum und den imposanten, kargen Berggipfeln.<br />
Auch die Waldküche von Roland Lamprecht<br />
feiert Natürlichkeit und Authentizität:<br />
Die Speisen sind kleine Kunstwerke, das Restau<br />
rant ist die passende Galerie dazu – stufenförmig<br />
angeordnet bietet jeder Tisch nicht nur<br />
viel Privatsphäre, sondern auch einen fantastischen<br />
Blick auf die Dolomiten. Schon als Kind<br />
hat Lamprecht gerne Beeren und Pilze gesammelt,<br />
auf seinen farbenfrohen Tellern spiegelt<br />
sich diese Liebe zur Natur auch heute wider. In<br />
der Bar werden Drinks mit Essenzen aus den<br />
umliegenden Wäldern serviert – das schmeckt<br />
teils intensiv nach Baumnadeln und Rinden.<br />
Text: Karin Cerny / Fotos: Forestis<br />
Forestis, forestis.it<br />
Palmschoß 22, 39042 Brixen, Italien<br />
T: +39 0472 521 008<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 133
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
Fotos: Benjamin Pfitscher, Frieder Blickle fuer Hotel Holzner, beigestellt<br />
Partnership<br />
BAD<br />
FALLENBACH<br />
ST. LEONHARD<br />
IN PASSEIER<br />
Abschalten inmitten der Natur – die finnische<br />
Waldsauna steht umringt von Bäumen und ist<br />
ein idealer Rückzugsort. Auch im Pool hat man<br />
das Gefühl, dem Wald entgegenzuschwimmen.<br />
Frühstück findet auf der Sonnenterrasse mit<br />
Blick auf das ganze Tal statt, das Abendessen<br />
wird im Panoramaspeisesaal serviert. Auf<br />
Regionalität wird bereits beim Frühstücksbuffet<br />
Wert gelegt, es gibt Speck aus dem Passeiertal,<br />
hauseigenes Quellwasser sowie Honig und<br />
Milchprodukte von <strong>Südtirol</strong>er Bergbauern.<br />
Das abendliche Feinschmeckermenü besteht<br />
aus fünf Gängen, Themenabende sorgen für<br />
kulinarische Abwechslung. Mit Chefkoch<br />
Yannick Riederer steht ein junges, innovatives<br />
Team am Herd, das saisonal und regional kocht<br />
und Klassiker neu interpretiert.<br />
Bad Fallenbach, badfallenbach.com<br />
Jaufenstraße 23, 39015 St. Leonhard in Passeier, Italien<br />
T: +39 0473 657 700<br />
134 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
Partnership<br />
PARKHOTEL<br />
HOLZNER<br />
OBERBOZEN<br />
Ein Hotel wie gemacht für ein Revival der<br />
Sommerfrische: 1908 wurde das „Holzner“<br />
eröffnet. Schon die Anreise wird zum Abenteuer:<br />
Über Serpentinen oder doch bequem<br />
und nachhaltig mit der Seilbahn geht es hinauf<br />
auf den Berg; auf 1200 Höhenmetern thront<br />
das Jugendstiljuwel. Nur 15 Minuten von<br />
Bozen entfernt und doch ein alpines Refugium –<br />
ein Stadthotel in den Bergen. In der vierten<br />
Generation kümmern sich die Holzners<br />
liebevoll um ihre Gäste. Nachhaltigkeit hat<br />
hier Tradition: Mit der Eröffnung der Wellnessanlage<br />
2007 wurde auf erneuerbare Energie<br />
gesetzt. Die regionale Küche ist das Herzstück<br />
des Hotels, Chefkoch Stephan Zippl interpretiert<br />
Traditionsküche kreativ neu, was sich<br />
regelmäßig in Gault-Millau-Auszeichnungen<br />
niederschlägt.<br />
Parkhotel Holzner, parkhotel-holzner.com<br />
Dorf 18, 39054 Oberbozen, Italien<br />
T: +39 0471 345 231<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 135
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
EXPERIMENTELL WIE IN KOPENHAGEN,<br />
BODENSTÄNDIG WIE IN SÜDTIROL:<br />
ERFINDERISCH UND PUR IST DIE KÜCHE<br />
DIESER REGION.<br />
136 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
AO BY HALLER<br />
BRIXEN<br />
Übernachten inmitten von Weinbergen, wo sich<br />
die Kulinarik der Region direkt an der Quelle<br />
genießen lässt – regelmäßig finden Weintalks<br />
mit Winzern statt, an der „AO Wine Bar“ lässt<br />
es sich auch außerhalb der Essenszeit „aperitivieren“,<br />
was in <strong>Südtirol</strong> so viel bedeutet wie<br />
ein Glas Wein oder einen Apéro mit einem<br />
Happen ge nießen. Für die Kreativ-Kitchen sind<br />
Simon und Levin zuständig, zwei junge Köche,<br />
die sich zwischen Kopenhagen und Kranebitt<br />
positionieren. Die Gerichte sehen fantastisch<br />
aus; die beiden sind erfinderisch, aber zugleich<br />
ehrlich und pur in den Zutaten. Ihren Stil<br />
beschreiben sie als modern, ohne dabei ihren<br />
Ursprung zu vergessen. Wein gibt es auch aus<br />
Eigenanbau, und zwar Silvaner und Kerner. Die<br />
umfang reiche Weinkarte ist international,<br />
auch Süd tiroler Naturweine von Alois Lageder<br />
oder Thomas Niedermayr finden sich darauf.<br />
Haller Suites & AO Restaurant, byhaller.com<br />
Weinbergstraße 68, 39042 Brixen, Italien<br />
T: +39 0472 834 601<br />
Fotos: Andreas Tauber, Tim Schardt<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 137
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
Partnership<br />
HOTEL<br />
CRISTAL<br />
DEUTSCHNOFEN<br />
Die Zimmer sind aus Lärchen- und Zirbelholz<br />
aus der Umgebung, sie sind minimalistisch<br />
und gemütlich, einige haben einen Balkon.<br />
Das Hotel liegt mitten in der Natur mit fantastischem<br />
Blick auf die Dolomiten. Es wird<br />
von der Familie Thaler schon seit mehreren<br />
Generationen geführt, Herzlichkeit scheint<br />
ihnen in der DNA zu liegen. Im Sommer gibt es<br />
Grillfeste auf der gemütlichen „Cristal“-Terrasse,<br />
jeden Mittwoch und Samstag Galadinner<br />
bei Kerzenlicht. Kulinarisch setzt man auf<br />
Klassiker aus der Region, die verfeinert werden;<br />
eine regionale Käseauswahl darf auch nicht<br />
fehlen. Es gibt jeden Abend ein Kindermenü –<br />
und eine Weinkarte, die sich sehen lassen kann.<br />
Hotel Cristal, hotelcristal.com<br />
Obereggen 31, 39050 Deutschnofen, Italien<br />
T: +39 0471 615 511<br />
GRANBAITA<br />
WOLKENSTEIN IN GRÖDEN<br />
Beinahe magisch ist die Zeit im <strong>Südtirol</strong>er Land,<br />
wenn die Glocken der Tiere auf den saftig grünen<br />
Weiden läuten und hoch oben die Sonne<br />
glitzert. Noch intensiver erlebt man dieses<br />
schöne Fleckchen Erde im „Granbaita“, etwa<br />
bei Wanderungen mit Local Guides, und das<br />
nicht nur im Sommer: Das Fünf-Sterne-Hotel<br />
hat den ganzen Herbst ge öffnet und ist der perfekte<br />
Hotspot für Coziness- und Feelgood-<br />
Momente – vor allem im „Savinela Spa“: Treatments<br />
mit Bergblumen und -kräutern und das<br />
Heubad versprühen Almfeeling. Traditionell<br />
ist auch die Küche von Spitzenkoch Andrea<br />
Moccia: Da Genuss im „Granbaita“ an oberster<br />
Stelle steht, zaubert er typische Spezialitäten<br />
aus der Region, verbunden mit mediterranen<br />
Aromen. Abends warten kulinarische Events.<br />
Granbaita Dolomites, hotelgranbaita.com<br />
St. da Nives 11, 39048 Wolkenstein in Gröden, Italien<br />
T: +39 0471 795210
GENUSS<br />
Fotos: Andreas Senoner Photography, Hannes Niederkofler Partnership<br />
STAFLER<br />
MAULS BEI STERZING<br />
Zwei-Sterne-Koch Peter Girtler serviert in der<br />
„Gasthofstube Stafler“ <strong>Südtirol</strong>er Traditionsküche<br />
mit Mittelmeer-Köstlichkeiten. In der<br />
„Gourmetstube Einhorn“ zeigt Girtler dann<br />
sein ganzes Können: Die hochwertigen Produkte<br />
stammen zum Großteil vom eigenen Gutshof,<br />
lokale Besonderheiten werden mit weltweiten<br />
Inspirationen zu ebenso überraschenden wie<br />
überzeugenden Kombinationen verknüpft.<br />
High light ist auch die Gaststube selbst, getäfelt<br />
und mit Kachelofen, gemütlichem Erker und<br />
mittelalterlicher Wandbemalung; ein intimer,<br />
romantischer Ort, der ideal ist, um die Zeit zu<br />
vergessen und in eine kulinarische Reise einzutauchen.<br />
Girtler kocht seit über 20 Jahren im<br />
„Stafler“ – von Ermüdungserscheinungen keine<br />
Spur, wie die vielen Stammgäste beweisen.<br />
Romantik Hotel Stafler, stafler.com<br />
Mauls Nr. 10, 39040 Freienfeld bei Sterzing, Italien<br />
T: +39 0472 771 136<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 139
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
GARTENHOTEL<br />
MOSER<br />
EPPAN<br />
Eingebettet in üppige Wälder liegt das Seehaus des Hotels direkt am Großen<br />
Montiggler See. Bereits beim Frühstücksbuffet werden regionale Produkte<br />
angeboten, Äpfel und Birnen kommen aus eigenem Anbau, ebenso wie die<br />
Weine. Abends steht ein Fünf-Gänge-Menü auf dem Programm. Insgesamt<br />
13 Hektar Obstwiesen und Weinberge werden bewirtschaftet, im eigenen<br />
Weingut Tenuta Moser entsteht neben edlen Weinen auch ein Mendelbier.<br />
Sommelier Gerold und Jungsommelier Thomas machen Verkostungen im<br />
umfangreichen hauseigenen Weinkeller, um die unterschiedlichen Nuancen<br />
der <strong>Südtirol</strong>er Weine erfahrbar zu machen. Im weitläufigen Garten lässt es<br />
sich gut entspannen, wie auch im Wellnessbereich mit großer Indoor- und<br />
Outdoor-Wasserwelt, vielseitigen Saunen und Beautytreatments.<br />
Gartenhotel Moser, gartenhotelmoser.com<br />
Montiggler See 104, 39057 Eppan an der Weinstraße, Italien<br />
T: +39 0471 662 095<br />
Fotos: Helmuth Rier, beigestellt<br />
Partnership<br />
140 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
DESTINATIONS GENUSS<br />
Partnership<br />
FINK<br />
BRIXEN<br />
Puristisch und liebevoll wurden die alten<br />
Gewölbe, die Erker und Deckenfresken in<br />
diesem klösterlichen Stadthaus in Brixen, das<br />
um 1450 gebaut wurde, renoviert. Eine schöne<br />
Klarheit durchzieht das Konzept, das Design<br />
orientiert sich an der Wirkungskraft der<br />
Einfachheit. Die Möbel sind aus Altholz, die<br />
Einrichtung ist minimalistisch-zeitgemäß. Im<br />
Restaurant setzt man auf die Weisheiten der<br />
Klosterküche: Gekocht wird saisonal und<br />
nachhaltig, vorzugsweise kommen Gemüse,<br />
Obst und Kräuter auf die Teller. Die Zutaten<br />
stammen aus den Klostergärten der Stadt.<br />
Küchenchef Florian Fink ist im elterlichen<br />
Gasthaus aufgewachsen, er kennt traditionelle<br />
Gerichte, weiß, wie man gutes Brot bäckt. Sehr<br />
stylish ist auch der Spa-Bereich, der sich zum<br />
Innenhof ausdehnt und eine Mischung aus<br />
römischem Bad, Sauna und moderner Zen-<br />
Entspannung ist.<br />
Fink, fink1896.it<br />
Kleine Lauben 4, 39042 Brixen, Italien<br />
T: +39 0472 834 883<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 141
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
Partnership<br />
CASTEL<br />
FRAGSBURG<br />
MERAN<br />
Wie ein Märchenschloss liegt dieses Hotel<br />
mit nur 20 Suiten auf einem privaten Hügel<br />
umgeben von Natur. 1624 wurde es als Jagdschloss<br />
errichtet, 1954 ging das Anwesen in<br />
den Besitz der Familie Ortner über, die mit<br />
Gespür für das Wesentliche ein Hotel mit viel<br />
Flair eröffnete. Küchenchef Egon Heiss serviert<br />
im Gourmetrestaurant „Prezioso“ Michelin-<br />
Stern-gekrönte Kreationen, die auf Authentizität<br />
der Produkte setzen; er tüftelt am<br />
perfekten Knödel, forscht nach alten Rezepten,<br />
sieht Kochen als Tätigkeit, die Jung und Alt<br />
verbindet. Seine Philosophie geht weit über<br />
den Tellerrand hinaus – wie das alchemistische<br />
Heil-Spa des Hotels, das erste seiner Art auf der<br />
Welt: Alchemistin Renate De Mario Gamper<br />
teilt ihr Wissen auch mit dem Küchenchef.<br />
Castel Fragsburg, fragsburg.com<br />
Via Fragsburg 3, 39012 Meran, Italien<br />
T: +39 0473 244 071<br />
Fotos: Castel Fragsburg, Ashley Ludaescher & A Very Beloved Wedding, Stefano Scatà, Armin Terzer<br />
142 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
Partnership<br />
HOTEL<br />
HIRZER<br />
HAFLING<br />
Vintage-Kristalllüster treffen auf wild wuchernde<br />
Blumenmuster, die Tapeten zieren – Innenarchitekt<br />
Harald Margreiter hat das „Hotel<br />
Hirzer 2781“ in einen Ort verwandelt, an dem<br />
Tradition und Zeitgenössisches harmonisch<br />
interagieren. Mit Liebe zum Detail wurde die<br />
alte Baustruktur erhalten und mit zeitgenössischen<br />
Elementen ergänzt; man ist modern, aber<br />
gleichzeitig auch bodenständig, darauf legt der<br />
Familienbetrieb großen Wert. In seiner Genussküche<br />
setzt Haubenkoch Peter Oberrauch auf<br />
Kreationen, die den Gaumen und das Auge<br />
gleichermaßen begeistern. Sein Motto: Kochen<br />
ist eine Kunst – und sollte auch so aussehen<br />
und schmecken. Im Gourmetrestaurant „Le<br />
Cheval“ beeindrucken Kompositionen, die von<br />
Frankreichs Küche inspiriert sind.<br />
Hotel Hirzer 2781, hotel-hirzer.com<br />
Falzebenstraße 66, 39010 Hafling bei Meran, Italien<br />
T: +39 0473 279 306<br />
brandnamic.com | Foto: grahof_photo – stock.adobe.com<br />
MOMENTE<br />
VOLLER SEELENGLÜCK<br />
Ihr Kraftplatz in den Dolomiten. Ein Ort der Sinne für das kleine und das große Glück.<br />
Zum Ankommen und Aufleben. Denn wahrer Luxus ist nicht äußerlich. Er bereichert und<br />
nährt die Seele. Für Augenblicke, die bleiben.<br />
sensoriadolomites.com
GENUSS<br />
HOTELTIPPS<br />
Partnership<br />
HOTEL<br />
ALPENFLORA<br />
KASTELRUTH<br />
Das malerisch in den Dolomiten gelegene<br />
Kastelruth gilt als eines der schönsten Dörfer<br />
Italiens. Das „Hotel Alpenflora“ liegt am<br />
Dorf eingang auf rund 1000 Meter Höhe, in<br />
sonniger Lage mit Blick auf den Schlern. Hier<br />
hat man Zeit für sich selbst, für Relaxen und<br />
Träume; Zeit für Genuss. Ob Fünf-Gang Menü<br />
abends oder doch lieber à la carte mit Weinbegleitung:<br />
Alles kann, nichts muss. Das gilt<br />
auch für die fantastische Vielfalt an Eindrücken,<br />
die man hier sammeln kann – bei geführten<br />
Exkursionen, in der schönen Natur oder an<br />
den Pools, bei Wellness und Beauty im Spa.<br />
Das ist der Urlaub im „Alpenflora“: Hier gehen<br />
Wünsche in Erfüllung.<br />
Hotel Alpenflora, alpenflora.com<br />
Oswald-von-Wolkenstein-Straße 32, 39040 Kastelruth,<br />
Italien, T: +39 0471 706 326<br />
SOMVITA<br />
SUITES<br />
DORF TIROL<br />
Ein Haus zum Wohlfühlen sollte das „Hotel<br />
Somvi“, das 1973 eröffnet wurde, von Beginn<br />
an sein. Heute sind die „SomVita Suites“ eine<br />
zeitgemäße Fortführung dieses Gedankens:<br />
minimalistisch mit viel natürlichem Holz,<br />
beruhigend-erdig in den Farbtönen und mit<br />
sehr gemütlichem Ambiente. Vom Sky-Pool<br />
samt Sky-Bar hat man einen fantastischen<br />
Panoramablick auf die üppige Landschaft<br />
und die umliegenden Weinberge; im „SomVino“<br />
werden ausgewählte Spezialitäten serviert,<br />
lockere Atmosphäre prägt den Genuss. Die<br />
Vinothek hat einige Schätze auf Lager, auch<br />
Champagnerfans kommen auf ihre Kosten –<br />
und am Frühstücksbuffet gibt es einen Superfood-Corner<br />
mit gesunden Leckereien, um fit<br />
in den Tag zu starten.<br />
SomVita Suites, somvita-suites.com<br />
Hauptstraße 64, 39019 Dorf Tirol, Italien<br />
T: +39 0473 923504<br />
Fotos: Hannes Niederkofler, Klaus Peterlin<br />
144 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
GENUSS<br />
Partnership<br />
MERANERHOF<br />
MERAN<br />
Die Belle Époque hat dieses glanzvolle Hotel<br />
geprägt, das im Herzen der Kurstadt Meran<br />
liegt. Wer sich fühlen möchte wie zu Zeiten<br />
von Kaiserin Elisabeth, die häufig in <strong>Südtirol</strong><br />
zu Gast war, ist hier goldrichtig: Alles atmet<br />
das Flair des Jugendstilzeitalters, Tradition und<br />
Moderne gehen eine spannende Symbiose ein,<br />
kein Zimmer gleicht dem anderen. Ein weitläufiger<br />
Garten samt Palmen mitten in der<br />
Altstadt unweit von Thermen und der Promenade<br />
lädt zu Ruhe und Entspannung ein; so hat<br />
man das Gefühl, direkt im urbanen Geschehen<br />
zu sein und doch einen Rückzugsort zu haben.<br />
Chefkoch Arno Fritz verbindet traditionelle<br />
<strong>Südtirol</strong>er Küche mit mediterranen Highlights –<br />
um den Abend stilgerecht ausklingen zu lassen,<br />
empfiehlt sich ein Besuch in der Hausbar,<br />
die mit ihren Rundbögen und golden-weißen<br />
Ornamenten wie eine perfekte Filmkulisse<br />
wirkt. Parkplatz ist in der Buchung inklusive.<br />
Meranerhof, meranerhof.com<br />
Alessandro-Manzoni-Straße 1, 39012 Meran, Italien<br />
T: +39 0473 230 230<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 145
WEIN<br />
REPORT<br />
Sonne<br />
im Glas<br />
<strong>Südtirol</strong> ist eine Weinregion mit großer Vielfalt: An steilen Hängen<br />
wachsen Trauben für den Kerner und den Silvaner, junge Winzerinnen<br />
und Winzer entdecken alte Sorten wie Vernatsch wieder – und auch<br />
biologisch hergestellter Wein erfreut sich großer Beliebtheit.<br />
von OTHMAR KIEM UND KARIN CERNY<br />
146 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
WEIN<br />
Region mit vielen Facetten<br />
Aufgrund seiner Lage und der<br />
landschaftlichen Vielfalt ist <strong>Südtirol</strong><br />
mit fruchtbaren Böden gesegnet.<br />
Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Benjamin Pfitscher<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 147
WEIN<br />
REPORT<br />
Mit der Natur im Reinen<br />
Die junge Generation der Kellerei Bozen:<br />
Hanno Mayr (li.) setzt mit seiner Familie<br />
auf biologisch zertifizierte Weine.<br />
Das Eisacktal zwischen den Städten Brixen und Klausen ist das nördlichste<br />
Weinbaugebiet Italiens. An den steilen Hängen wachsen<br />
Traubensorten, die man sonst nur nördlich der Alpen findet: Kerner<br />
und Silvaner sind am meisten verbreitet, aber auch Grüner Veltliner,<br />
Riesling oder Pinot grigio gedeihen prächtig. Im mächtigen Kloster<br />
Neustift, etwas nördlich von Brixen, wird Weinbau seit dem<br />
12. Jahrhundert betrieben; ein Besuch der Anlage und der dortigen<br />
Weinschenke ist ein Erlebnis. Anschließend bietet sich eine Wanderung<br />
durch die umliegenden Weinberge an. Brixen, die alte Bischofsstadt,<br />
lädt mit ihren Laubengängen und den verwinkelten Gassen<br />
zum Entdecken ein. Als Standort für einen Aufenthalt bietet sich das<br />
Hotel „Haller“ an, in Terrassenlage mitten in den Weinbergen über<br />
der Stadt. Wer mehr auf gediegene Tradition setzt, sollte im „Hotel<br />
Elephant“ wohnen: Hotel und Gastwirtschaft bestehen seit dem<br />
späten Mittelalter, und mit Juniorchef Michael Falk und dem äußerst<br />
talentierten Chefkoch Mathias Bachmann weht dort gerade<br />
ein erfreulich frischer Wind durch die ehrwürdigen Räumlichkeiten.<br />
WEINSTADT BOZEN<br />
Nächste Station ist die Landeshauptstadt<br />
Bozen. Dass sie auch eine bedeutende Weinstadt<br />
ist, wird bei einer Wanderung durch<br />
den kleinen Weinort St. Magdalena klar, der<br />
keine zwei Kilometer vom Stadt zentrum<br />
entfernt liegt: Junge, engagierte Winzerinnen<br />
und Winzer schicken sich hier gerade<br />
an, die Tradition der Väter zu übernehmen,<br />
und setzen mit Begeisterung auf den lokalen<br />
Vernatsch; Christian Plattner vom Ansitz<br />
Waldgries zählt da schon zu den Arrivierten.<br />
Im westlichen Stadtteil Gries liegt<br />
die Heimat des Lagrein, einer geschätzten<br />
autochthonen Rotweinsorte. Kurz vor der<br />
Stadtgrenze machen wir Halt in der Kellerei<br />
Bozen – deren Neubau liegt mitten<br />
in den Weinbergen und ist architektonisch<br />
sehr gelungen. Im lichtdurchfluteten Verkostungsraum<br />
steht die ganze Palette der<br />
<strong>Südtirol</strong>er Sortenvielfalt zur Verfügung. ➨<br />
Fotos: kellereibozen.com/Oscar Dariz, IDM/<strong>Südtirol</strong> Wein/Tiberio Sorvillo | Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com<br />
148 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
WEIN<br />
JUNGE, ENGAGIERTE WINZERINNEN<br />
UND WINZER SCHICKEN SICH<br />
DERZEIT AN, DIE TRADITION DER<br />
VÄTER ZU ÜBERNEHMEN.<br />
Schräge Lagen<br />
Kein Hügel, auf dem nicht Wein<br />
wächst – auch viele kleine Bauern<br />
bieten ihre besonderen Weine an.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 149
WEIN<br />
REPORT<br />
DER WEIN FÜHRT HIER TAGTÄGLICH REGIE,<br />
GIBT UND MACHT ARBEIT, ERFÜLLT BEWOHNER<br />
UND WINZER MIT STOLZ UND IST FÜR VIELE<br />
HIER EINE LEBENSAUFGABE.<br />
Moderne Vinothek<br />
Innovative Architektur für alte Weine:<br />
Die Kellerei Kaltern ist ein gutes Beispiel<br />
für <strong>Südtirol</strong>s Innovationsgeist.<br />
150 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
WEIN<br />
Stilvoll<br />
Ab-Hof-Verkauf und<br />
Verkostung im Freien<br />
stehen beim Weingut<br />
Manincor auf dem<br />
Programm.<br />
Im Einklang<br />
„Mit großem Respekt<br />
vor Mensch, Tier und<br />
Pflanze arbeiten wir<br />
ganzheitlich, nachhaltig<br />
und zukunftsorientiert“,<br />
lautet die Unternehmensphilosophie.<br />
DER SÜDTIROLER SÜDEN<br />
Auf der Fahrt von Kaltern runter an den<br />
Kalterer See wähnt man sich weit im Süden.<br />
Das Licht erscheint plötzlich intensiver<br />
und Zypressen künden vom mediterranen<br />
Klima. Die Weingärten rund um den größten<br />
und wärmsten Badesee <strong>Südtirol</strong>s erbringen<br />
den bekannten Kalterer-See-Wein,<br />
einen fruchtigen, leichten Rotwein, dem<br />
die Kellerei Kaltern und eine Reihe kleiner,<br />
engagierter Winzer wieder zu neuem Ansehen<br />
verhelfen. In Tramin, der nächsten<br />
Ortschaft, dominiert der duftig-intensive<br />
Gewürztraminer; wie eine rankende Rebe<br />
erhebt sich der Neubau der Kellerei Tramin<br />
aus den umliegenden Weingärten. Bei Elena<br />
Walch hat ein erfolgreicher Generationswechsel<br />
stattgefunden – Elena, die Grande<br />
Dame des <strong>Südtirol</strong>er Weins, ist etwas ➨<br />
Fotos: Alex Filz, beigestellt<br />
Das Weindorf Terlan ist berühmt für langlebige Weißweine. Eine<br />
Mischung von Chardonnay, Weißburgunder und etwas Sauvignon<br />
blanc hat sich als Terlaner Cuvée einen global beachteten Namen<br />
geschaffen. Besonders geschätzt für ihre „Weißen“ wird die Kellerei<br />
Terlan, eine Winzergenossenschaft auf höchstem Niveau; die roten<br />
Porphyrhänge sind aber auch für Rotweine gut geeignet, das zeigt<br />
das im Ortsteil Sieben eich gelegene Weingut Kornell. Funde in den<br />
Weinbergen belegen, dass hier schon seit der Zeit der Römer Weinbau<br />
betrieben wurde, heute erzeugen Florian Brigl und seine Mannschaft<br />
hier kraftvollen Merlot, Cabernet und Lagrein. Die feinen<br />
Weißweine, die es ebenfalls im Haus gibt, stammen von der anderen<br />
Seite des Tals.<br />
Dort liegt das Überetsch – Eppan mit seinen Ortsteilen Girlan,<br />
St. Pauls und St. Michael sowie die Marktgemeinde Kaltern sind die<br />
größten Weinorte <strong>Südtirol</strong>s. Die hoch gelegenen, kalkhaltigen Lagen<br />
sind ideal für Weißweine, es dominieren Weißburgunder, Sauvignon<br />
blanc und Chardonnay. Hans Terzer, Kellermeister der Kellerei St.<br />
Michael-Eppan, zählt zu den Weißweinpionieren des Landes und<br />
hat die Kellerei zu einem führenden Betrieb gemacht. Terzer wird<br />
sich bald in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden, sein designierter<br />
Nachfolger Jakob Gasser wird dafür sorgen, dass St. Michael-Eppan<br />
weiterhin an der Spitze bleibt. Im Nachbarort Girlan<br />
hat sich die Kellereigenossenschaft in den vergangenen Jahren zu einem<br />
der wichtigsten Blauburgunder-Erzeuger gemausert. Mit ihrem<br />
„Super-<strong>Südtirol</strong>er“ namens „Vigna Ganger“, aber auch mit „Curlan“<br />
und „Trattmann“ haben sie eine spannende Palette von Pinot noir<br />
im Programm. Dabei sollte man nicht auf den Klassiker „Vernatsch<br />
Gschleier von alten Reben“ vergessen.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 151
WEIN<br />
REPORT<br />
Fass mit Boden<br />
Altes Wissen in neuem Gewand:<br />
In der Kellerei Bozen gibt es<br />
regelmäßig Seminare.<br />
Volore poressero dolu<br />
aaut omnis alibussi consect orendusae<br />
cae doles solut ini omnihit lam solut<br />
ini omnihit Quunti omnis Occus volore.<br />
152 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
WEIN<br />
EPPAN, ST. PAULS UND ST. MICHAEL<br />
SOWIE DIE MARKTGEMEINDE<br />
KALTERN SIND DIE GRÖSSTEN<br />
WEINORTE SÜDTIROLS.<br />
Fotos: kellereibozen.com/Oscar Dariz<br />
Optisches Highlight<br />
Von außen sieht die Kellerei<br />
Bozen wie ein riesiges Rebenblatt<br />
in Form eines Würfels aus.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 153
WEIN<br />
REPORT<br />
Markante Architektur<br />
Die Kellerei Kurtatsch<br />
produziert auf nachhaltige<br />
Weise charaktervolle Weine.<br />
Gaumenfreuden<br />
Im Gourmetrestaurant<br />
„Apostelstube“ (Mi.) in<br />
Brixen findet der Wein<br />
auch seinen Weg in<br />
kreative Desserts.<br />
Historische Verzierung<br />
In der Kellerei St.<br />
Michael-Eppan stehen<br />
heute noch prunkvoll<br />
geschnitzte Holzfässer<br />
(li. u.) – daneben eine<br />
Flasche „Castel<br />
Campan“ vom Weingut<br />
Manincor (re. u.).<br />
zurückgetreten und hat das Geschäft ihren<br />
Töchtern Julia und Karoline überlassen. Zunehmend<br />
setzten die Walchs auf Pinot noir;<br />
da gibt es den sehr guten „Pinot Nero Ludwig“<br />
und den nur in kleiner Auflage erzeugten<br />
„Aton“. Pinot noir spielt auch auf der<br />
gegenüberliegenden Talseite, in Montan,<br />
eine wichtige Rolle: Franziskus Haas war<br />
einer der großen Pioniere dieser Rebsorte.<br />
Schon früh erkannte er, dass Pinot noir in<br />
kühleren Lagen viel besser herauskommt,<br />
und wanderte mit seinen Weinbergen zunehmend<br />
in die Höhe. Der „Pónkler“ stammt<br />
aus einem Weingarten in 800 Meter Höhe<br />
und gilt zu Recht als einer der besten Pinots<br />
von der Südseite der Alpen. Nach dem frühen<br />
Tod von Haas 2022 wird der Betrieb<br />
von seiner Frau Luisa und Sohn Franz junior<br />
erfolgreich weitergeführt. Im romantischen<br />
Ortskern von Neumarkt wiederum befindet<br />
sich das Verkaufslokal von Castelfeder.<br />
Auch hier sitzt nach Günther Giovanett mit<br />
den Geschwistern Ines und Ivan bereits die<br />
nächste Generation im Sattel. Überragend<br />
ist der neue Chardonnay „Kreuzweg“, einer<br />
der besten Weißweine <strong>Südtirol</strong>s. Doch zurück<br />
zur anderen Talseite: Wer kraft volle<br />
Rotweine liebt, wird in der Kellerei Kurtatsch<br />
sicher fündig. Unsere Route endet in<br />
Margreid – hier bietet die Vinothek im Paradeis,<br />
die zu Alois Lageder gehört, nicht nur<br />
feine Weine, sondern auch köstliche Gerichte.<br />
Da kann man verweilen! ❢<br />
Fotos: Oscar Dariz, Günther Pichler, Alex Filz, Klaus Peterlin, beigestellt<br />
154 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
In guten Händen<br />
Das historische Weingut Manincor in Kaltern<br />
wird seit 1991 vom Winzer Michael Graf Goëss-<br />
Enzenberg und seiner Familie weitergeführt.<br />
WEIN<br />
SEIT DEM 17. JAHRHUNDERT SCHENKT MAN<br />
AM KALTERER SEE IM ANWESEN VON HIERONYMUS<br />
MANINCOR REINEN WEIN EIN – DER NAME STEHT<br />
IMMERHIN FÜR „HAND AUFS HERZ“.<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 155
WEIN<br />
TIPPS<br />
DIE TOP-ADRESSEN FÜR<br />
WEINLIEBHABER<br />
GOURMET-TIPPS<br />
HOTEL-TIPPS<br />
TERRA RESTAURANT Heinrich Schneider will eine heile Welt auf<br />
den Teller bringen – mit dem Allerbesten der reichen Natur, aber nur mit<br />
wenigen Zutaten, um den puren Geschmack herauszuarbeiten. Zu diesen<br />
Kunst werken werden die perfekten Weine aus 1000 Etiketten ausgesucht.<br />
Auen 21, 39058 Sarntal, Italien, +39 (0471) 623055, info@terra.place<br />
CASTEL FINE DINING Die fünf Tische vor den bodentiefen Fenstern<br />
bieten einen grandiosen Blick auf Merans Lichtermeer. Gerhard Wiesers<br />
Küche vereint meisterhaft alpine und mediterrane Elemente. Bei den Produkten<br />
stehen neben Qualität auch Nachhaltigkeit und Ethik im Zentrum.<br />
Keschtngasse 18, 39019 Dorf Tirol, Italien, +39 (0473) 923693,<br />
info@hotel-castel.com, hotel-castel.com<br />
GOURMETSTUBE EINHORN Beheimatet ist das „Einhorn“ in einer<br />
altdeutschen Stube mit Kachelofen – ein spannender Kontrast zu Peter<br />
Girtler Haute Cuisine. Er kombiniert lokale Besonderheiten wie Erdkastanie,<br />
Sauerklee und Rübchen mit weltweiten Inspirationen. Die „Gourmet stube<br />
Einhorn“ stellt auch die Sommelière des Jahres 2022, Lisa Kinkelin.<br />
Mauls 10, 39040 Freienfeld, Italien, +39 (0472) 771136, info@stafler.com, stafler.com<br />
KIRCHEROF Aus einem traditionellen Bauernhof wurde ein Bioland-zertifizierter<br />
Obst- und Gemüseanbaubetrieb samt Hofladen. Im Gasthaus gibt<br />
es nur beste Produkte aus der Region, natürlich saisonal frisch. Margarethenplatz<br />
3, Albeins, 39042 Brixen, Italien, info@kircherhof.it, kircherhof.it<br />
HALLER SUITES (Bild oben) Aufwachen inmitten von Weinbergen, mit<br />
Bio-Frühstück und kreativer Küche von Simon und Levin, die jede Mahlzeit<br />
zu einem Erlebnis werden lassen. Aus Eigenbau kommen Silvaner und<br />
Kerner ins Glas, ansonsten ist die Weinkarte vielfältig, überraschend und<br />
macht neugierig. byhaller.com<br />
Ehrlich am Herd<br />
Wolfgang Noflatscher setzt im „Kircherhof“<br />
auf rein biologische Produkte vom eigenen Hof.<br />
SCHLOSS HOTEL KORB Ein Weinkeller mit über 35.000 Flaschen und<br />
Zimmer mit Ausblick auf das Bozner Talbecken und die umliegenden<br />
Weinberge: Das „Schloss Hotel Korb“ atmet Geschichte und ist ideal, um<br />
die Weine der Region kennenzulernen. schloss-hotel-korb.com<br />
SEEHOTEL AMBACH Eine Architektur-Ikone aus den 1970er-Jahren<br />
direkt am ruhigen Nordufer des Kalterer Sees, der eine der wichtigsten<br />
Weinbauregionen ist; auf der Karte finden sich auch fantastische Naturweine<br />
von Thomas Niedermayr oder von Pranzegg. seehotel-ambach.com<br />
PLATTENHOF Wie wäre es mit Gewürztraminer aus eigenem Anbau?<br />
Der „Plattenhof“ liegt mitten in der Weinlandschaft, über 400 Jahre produziert<br />
man auf dem dazugehörigen Weingut in Söll bereits Gewürztraminer,<br />
der schon einige Auszeichnungen eingeheimst hat. plattenhof.it<br />
HOTEL CHRISTOF Wellnessoase und Genusshotel: Das „Christof“ liegt<br />
in Eppan an der Weinstraße. Man setzt hier auf leichte, gesunde Küche und<br />
Weine aus der Region; ein begehbarer Weinschrank trifft auf traditionelle<br />
Weinkeller, eine stylishe Weinbar bietet Verkostungen an. christof.it<br />
RUNGGHOF Inmitten von Weinbergen liegt die Ruheinsel „Rungghof“<br />
in Girlan, ein geschichtsträchtiger Ansitz, der historischen Charme hat<br />
und liebevoll renoviert wurde. Ob im Bistro oder beim Fine Dining, die<br />
Weinauswahl an lokalen Spezialitäten ist groß. rungghof.it<br />
Fotos: Andreas Tauber, Florian Andergassen, Armin Terzer, Günter Standl, beigestellt<br />
156 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
WEIN<br />
Partnership<br />
HOTEL ANSITZ PLANTITSCHERHOF Ein Platz an der Sonne, an<br />
dem man sich wie zu Hause fühlt und wo sich sanft ein warmes Gefühl aufs<br />
Herz legt: Das „Hotel Ansitz Plantitscherhof“ im Villenviertel von Meran ist<br />
so ein Ort, ein Geheimtipp für Genießer, die das besondere Extra und die<br />
familiäre Umgebung schätzen. Durch das große goldene Eingangstor tritt<br />
man ein in ein Paradies aus feinsten Kraftzonen und gelebter Herzlichkeit.<br />
Während man durch den liebevoll angelegten Hotelgarten – der ganze<br />
Stolz von Gastgeberin Margit – schreitet, wandert der Blick vorbei an<br />
blühenden Blumen, summenden Bienen und der Naschzone, wo saftige<br />
Früchte wachsen. Auf der Terrasse gibt man sich in den Sommermonaten<br />
dem Duft von Rosen hin und stößt im Schatten des großen Nussbaums<br />
liebevoll mit einem Glas Wein aus der hauseigenen Vinothek an. 21.000<br />
erlesene Tropfen aus <strong>Südtirol</strong> und der ganzen Welt lagern unter dem<br />
jahrhundertealten Gewölbe, die Weinkarte besteht aus 900 Positionen.<br />
Die Gemäuer spiegeln das Kulturgut der Region wider, und so spürt man<br />
die generationenübergreifende Leidenschaft der Winzer des einstigen<br />
An sitzes. Wer tiefer eintauchen möchte, begibt sich im hoteleigenen<br />
VW Bulli stilecht auf eine Tour durch die traumhaften Weinberge um<br />
das Hotel. Gäste mit einer Leidenschaft für Oldtimer dürfen in einem<br />
historischen Auto mobil oder auf einer Vespa die schönsten Routen<br />
<strong>Südtirol</strong>s erkunden – in der Garage stehen schicke Schätze bereit. Der<br />
„Ansitz Plantitscherhof“ ist eine Oase für Körper und Geist. Hier steht der<br />
Mensch im Mittelpunkt, und das „Wie zuhause“-Gefühl sowie die mentale<br />
Gesundheit, ein wichtiger Faktor in der heutigen Zeit. Im künstlerischen<br />
Atelier bringt man bei kreativen Sessions seine Persönlichkeit auf die<br />
Leinwand – oder man gibt sich bei einer Meditation der Ruhe hin.<br />
Hotel Ansitz Plantitscherhof, plantitscherhof.com<br />
Dantestraße 56, 39012 Meran, Italien<br />
T: +39 0473 230 577<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 157
WEIN<br />
TIPPS<br />
DIE TOP-ADRESSEN FÜR<br />
WEINLIEBHABER<br />
Partnership<br />
HOTEL-TIPPS<br />
VINZENZ | HAUS AM TURM | APARTMENTS IDA Es schadet<br />
nicht, klein anzufangen – direkt hinter dem Zwölferturm in der Sterzinger<br />
Altstadt eröffnete 2010 das „Vin Zenz“; der Name ist eine Reminiszenz<br />
an den Großvater der Gastgeberin Veronika Stöttler, die gemeinsam mit<br />
ihrem Partner Daniel Planer ihre Gäste mit ein paar Weinen und einfachen<br />
Gerichten bewirtete. Der Fokus liegt auch heute noch auf Nachhaltigkeit,<br />
im Winter sorgt ein Kamin für kuschelige Wärme im historischen Gemäuer.<br />
30 erlesene Tropfen werden mittlerweile auf der Wochenkarte in Offenausschank<br />
angeboten, die Weinkarte ist ebenso ambitioniert wie die<br />
lokalen und regionalen Köstlichkeiten. 2019 folgte der nächste logische<br />
Schritt: Die Frühstückspension, die Veronikas Mutter betrieben hatte,<br />
wurde zu einem schicken Stadt-Boutiquehotel mit zwölf hellen Zimmern<br />
ausgebaut. Nordisches Design trifft da auf lokales Handwerk, hand gewebte<br />
Bettwäsche auf eine eigene Bodycare-Linie, produziert aus lokalen<br />
Biokräutern – „Haus am Turm“ nennt sich dieses perfekte Hideaway. Im<br />
Sommer dient die Dachterrasse auch als kleines Yogastudio, beim Slow<br />
Breakfast werden hausgemachte Produkte serviert, es gibt vegeta rische<br />
und vegane Alternativen. Im selben Jahr kamen auch die „Apartments IDA“<br />
dazu, zehn geräumige Wohneinheiten mit Holzdielen, Fresken an den<br />
Säulen, Terrazzoböden und neuen Designakzenten. Bis zu sechs Personen<br />
kommen in den Studios, Suiten und Lofts unter. Das Frühstück wird auf<br />
Wunsch im Apartment serviert – aber eigentlich ist es im „Vin Zenz“ so<br />
gemütlich, dass man gerne seine Zeit dort verbringt.<br />
Vinzenz, vinzenz.wine<br />
Neustadt 4, 39049 Sterzing, Italien, T: +39 0472 760 342<br />
Fotos: Haus am Turm, Montamont, Lucca Zuccolo/zulupictures, Elena Walch, beigestellt<br />
158 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
WEIN<br />
WEINGÜTER<br />
begeistern. Natürlichkeit wird großgeschrieben: Gekeltert wird ohne<br />
Zusatzstoffe, so bleibt der Genuss authentisch und das Terroir gut<br />
erkennbar. h-lentsch.com<br />
CASTEL RINGBERG Elena Walch ist die bekannteste Winzerin der<br />
<strong>Südtirol</strong>er Weinstraße. Mit Blick auf den Kalterer See liegt ihr romantisches<br />
Renaissanceschlösschen Castel Ringberg; ihre ausdrucksstarken Weine<br />
reifen im Barriquekeller. castelringberg.com<br />
KELLEREI TRAMIN Gemeinsam stark ist dieser Zusammenschluss von<br />
rund 160 Winzerfamilien. Tramin ist die Heimat des Gewürztraminers, der<br />
blumige Noten von Rosen mit Litschi und Gewürznelken verbindet; eine<br />
uralte Traube, die von ausgeprägten Temperaturschwankungen profitiert.<br />
cantinatramin.it<br />
ANSITZ WALDGRIES Das Weingut Ansitz Waldgries mit Winzermeister<br />
Christian Plattner (Bild oben) verbindet <strong>Südtirol</strong>s Kulturgeschichte,<br />
Familientradition und erstklassige Weine. Plattner bewirtschaftet 5,5 Hektar<br />
Rebfläche und füllt alljährlich rund 60.000 Flaschen. waldgries.it<br />
THOMAS NIEDERMAYR Ein sanfter Rebell, dessen Naturweine Ecken<br />
und Kanten haben. Absolute Reinheit ist sein Programm, die Natur ist die<br />
höchste Form von Qualität. Seine Weine haben Charakter – Naturweine<br />
produziert er nicht, weil sie im Trend liegen, sondern weil er „möglichst<br />
pur sein“ möchte. thomas-niedermayr.com<br />
KELLEREI KALTERN Der Kalterer See ist der wärmste Badesee <strong>Südtirol</strong>s,<br />
sanft schmiegen sich die Weinberge in die Hügel ringsum. Das angenehme<br />
Klima sorgt für prächtigen Weißburgunder, Sauvignon, Kerner<br />
und Merlot bis hin zu Blauburgunder. kellereikaltern.com<br />
MANINCOR Nachhaltigkeit und ein schonender Umgang mit der Natur<br />
prägen diesen biodynamischen Wein, der in drei Klassen eingeteilt wird:<br />
„Hand“ steht für unkomplizierte Weine, „Herz“ für kräftig und elegant und<br />
„Krone“ für alte Rebanlagen. manincor.com<br />
EDLE TROPFEN<br />
WEINGUT H. LENTSCH Vollmundig und kraftvoll, aber auch eleganz<br />
und frisch. Traditionell findet man im Weingut H. Lentsch in Branzoll<br />
Rotweine, der Schaumwein und der feine Rose wissen aber auch zu<br />
Sanfte Hügellandschaft<br />
Das Castel Ringberg wird von Elena Walch, der bekanntesten<br />
Winzerin der Weinstraße, betrieben.<br />
Vorberg Riserva<br />
Auf sonnenverwöhnten Hängen<br />
reift ein Weißburgunder, der<br />
durch seine Mineralität beeindruckt.<br />
Er riecht nach Honigmelone,<br />
weißem Pfirsich, Quitte<br />
und Ananas. Ab € 27,–.<br />
cantina-terlano.com<br />
Sylvaner Praepositus<br />
Intensive Fruchtnoten gepaart<br />
mit feiner Würze – ein harmonischer<br />
Weißwein, der ideal mit<br />
sommerlichen Gerichten wie<br />
Meeresfrüchten oder Gemüse<br />
harmoniert. Ab € 19,10.<br />
onlineshop.kloster-neustift.it<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 159
WEIN<br />
REZEPT<br />
WUSSTEN SIE<br />
SCHON?<br />
Der Hugo zählt zu den<br />
angesagtesten Cocktails der<br />
Welt – so weit, so bekannt.<br />
Weniger geläufig ist jedoch<br />
sein Ursprung: Dieser<br />
liegt in <strong>Südtirol</strong>, genauer<br />
gesagt in Naturns.<br />
Sommerfrische<br />
Wer keinen Zitronenmelissensirup<br />
verwenden will, kann<br />
auch zu Holunder greifen.<br />
Foto: Stocks
J<br />
ährlich werden unzählige neue Cocktails erfunden,<br />
die es aber auf keine Karte schaffen. Umso erstaunlicher<br />
ist die Erfolgsgeschichte des Hugo, der von<br />
Naturns aus die Welt eroberte – konkret von der Bar<br />
„San Zeno“ aus, wo Roland Gruber 2005 immer wieder<br />
neue Kreationen mixt. Einer der Drinks schmeckt<br />
allen gut, er kommt als Hausgetränk auf die Cocktailkarte. An<br />
einem Abend sitzt Gruber gemeinsam mit Freunden im „San<br />
Zeno“ und denkt über den Namen des neuen Cocktails nach.<br />
„Das Brainstorming uferte dermaßen aus, dass irgendwann jemand<br />
gemeint hat: ‚Na, hem konsch nen jo glai Hugo nennen!‘<br />
Der Hugo hätte auch Otto heißen können, es war einfach der<br />
blödeste Name, der uns eingefallen ist. Wer hätte denn gedacht,<br />
dass den Namen mal jeder kennen würde!“, so Gruber in einem<br />
Interview. Und stolz merkt er an: „Der Veneziano ist extrem<br />
beworben worden, nachdem die Aperol-Flaschen jahrelang<br />
in den Regalen verstaubt sind. Der Hugo ist im Alleingang<br />
bekannt geworden. Er hat einfach überzeugt.“ Bleibt noch eine<br />
Frage offen: Hat der Hugo seinen Erfinder auch reich gemacht?<br />
„Am Hugo selbst habe ich keinen Cent mehr verdient“, gibt<br />
Gruber offen zu. Er ließ seinen Hugo nämlich nie patentieren,<br />
da dies bei Mixgetränken auch sehr schwierig ist. Die einzige<br />
Möglichkeit wäre, sie bereits gemischt zu verkaufen. Gruber:<br />
„Ich habe eine Weile in Zusammenarbeit mit einem <strong>Südtirol</strong>er<br />
Unternehmen an einem Dosen-Hugo experimentiert, aber das<br />
Ergebnis hat mich einfach nicht überzeugt.“ So bleibt Roland<br />
Gruber, dem Erfinder des Hugo, lediglich der Ruhm … ❢<br />
HUGO<br />
mit Minze<br />
FÜR 1 PERSON<br />
ZUTATEN<br />
ZUBEREITUNG<br />
• 15 cl Prosecco<br />
• 2 cl Zitronen melissensirup<br />
• 1 Spritzer Soda<br />
• Minze<br />
• Minze waschen und die unteren<br />
Blätter ins Glas geben.<br />
• Ein paar Eiswürfel hinzufügen<br />
und eine Zitronenhälfte darüber<br />
ausdrücken.<br />
• Zitronenmelissensirup dazugeben,<br />
anschließend den<br />
Prosecco eingießen; mit<br />
Sodawasser auffüllen und<br />
vorsichtig umrühren.<br />
• Den oberen Teil der Minze<br />
abpflücken und als Deko nutzen.
falstaff TRAVEL<br />
SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />
IMPRESSUM<br />
Vertrieb Österreich<br />
Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH<br />
Urstein Süd 13/1/201<br />
5412 Puch bei Hallein, Österreich<br />
www.pgvaustria.at<br />
Medieninhaber<br />
Falstaff TRAVEL GmbH<br />
Schottenring 2–6, 1010 Wien<br />
redaktion@falstaff-travel.com, falstaff-travel.com<br />
Firmenbuchnummer: FN 504899 z<br />
UID-Nummer: ATU73950735<br />
Firmengericht: Handelsgericht Wien<br />
Herausgeber<br />
Nadine Tschiderer, Wolfgang M. Rosam<br />
Geschäftsführung<br />
Nadine Tschiderer, Wolfgang M. Rosam<br />
Chefredaktion<br />
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Editor-at-large<br />
Philipp Josef Rossmann (M.A.)<br />
Grafisches Konzept<br />
Sabine Kunzmann<br />
Art Director<br />
Karolina Stasiak<br />
Chefin vom Dienst<br />
Marie-Theres Auer (B.A., B.A.)<br />
Carolin Chytrek (B.A.) (Stv.)<br />
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Lektorat<br />
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Mitarbeiter dieser Ausgabe<br />
Mag. Karin Cerny,<br />
Mag. Claudia Hilmbauer, Othmar Kiem, Stefanie Bisping<br />
Medienkooperationen und Verkauf<br />
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Zweigniederlassung: Riedstrasse 4<br />
4622 Egerkingen, Schweiz<br />
Zeitschrift für Reisen und Lifestyle. Für versehentlich nicht erfolgte Eintragungen, Druckfehler, fehlerhafte Ausführungen jeder Art usw. haftet der Herausgeber nur,<br />
wenn dieser Mangel nachweisbar vorsätzlich oder grob fahrlässig verschuldet wurde. Die in diesem Magazin enthaltenen Firmenanschriften unterliegen dem Datenschutz.<br />
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nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind ausschließlich mit Angabe der Quelle gestattet.<br />
162 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>
Zu Hause.<br />
Im schönen <strong>Südtirol</strong>.<br />
Immobilien<br />
Villa Ibsen –<br />
Historisches Anwesen<br />
in exklusiver Lage<br />
Seis am Schlern<br />
Ref. Nr.: 2232<br />
Das geschichtsträchtige Anwesen befindet<br />
sich in der Lokalität Trotz, oberhalb von Seis<br />
am Schlern, in einer der wohl exklusivsten<br />
Lagen des Schlerngebiets. Die Immobilie<br />
stammt ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert<br />
und diente ehemals als Feriendomizil<br />
für den bekannten norwegischen Schriftsteller<br />
Heinrich Ibsen.<br />
4.950.000<br />
1880<br />
Baujahr<br />
10.000 m 2<br />
Grundstücksfläche<br />
11<br />
Schlafzimmer<br />
7<br />
Badezimmer<br />
Bio-Hof mit Weinbaufläche<br />
in sonniger<br />
Panoramalage<br />
Ref. Nr.: 2231<br />
Völs am Schlern<br />
Der kultivierte Bio-Hof liegt am sonnenverwöhnten<br />
Südhang von Völs am Schlern,<br />
in der Fraktion Völser Aicha.<br />
Die Liegenschaft erstreckt sich über ein<br />
ca. 14 Hektar großes Grundstück und<br />
verfügt über ein gepflegtes Haupt-&<br />
Nebenhaus.<br />
2.400.000<br />
1991<br />
Baujahr<br />
14 ha<br />
Grundstücksfläche<br />
8<br />
Schlafzimmer<br />
6<br />
Badezimmer<br />
Charmante Villa<br />
mit einzigartigem<br />
Grundstück<br />
Ref. Nr.: 2302_1<br />
Völs am Schlern<br />
Die familienfreundliche Villa befindet sich in<br />
absolut prädestinierter Lage, umgeben von<br />
einem großzügigen privaten Grundstück –<br />
idyllisch, ruhig und trotzdem dorfnah.<br />
2.260.000<br />
Die erst vor einigen Jahren renovierte Immobilie<br />
bietet genügend Platz für Familien<br />
mit Kindern oder ein Ehepaar.<br />
2011<br />
Baujahr<br />
1.550 m 2<br />
Grundstücksfläche<br />
3<br />
Schlafzimmer<br />
4<br />
Badezimmer<br />
Armin Rag. Profanter<br />
T +39 348 3832788<br />
info@agentur-profanter.com<br />
www.agentur-profanter.com<br />
Ihr Immobilienmakler<br />
im Schlerngebiet
DOWNUPSIDE<br />
THIS IS NOT A MOVIE<br />
hotel-hubertus.com