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Südtirol Special Nr.1/2023

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SPEZIAL<br />

DIE<br />

130 BESTEN<br />

ADRESSEN<br />

FÜR HOTELS,<br />

KULINARIK<br />

UND SPORT<br />

GENUSS<br />

Norbert Niederkofler und<br />

seine Erfolgsrezepte<br />

DOLOMITEN<br />

Reinhold Messner über die<br />

schönsten Berge der Welt<br />

Österreichische Post AG, MZ 02Z030053 M, Falstaff TRAVEL GmbH, Kaiser-Josef-Str. 13, 6020 Innsbruck<br />

SÜDTIROL<br />

Die schönsten Design- und Eco-Hotels, die spektakulärsten<br />

Wanderrouten, die angesagtesten Almhütten und Gourmet-Spots.<br />

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01


Amus Chalets Dolomites<br />

Antholzertal, <strong>Südtirol</strong>


EDITORIAL<br />

falstaff TRAVEL<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />

Wolfgang Rosam<br />

Herausgeber Falstaff<br />

Nadine Tschiderer<br />

Herausgeberin Falstaff TRAVEL<br />

LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER!<br />

Fotos: Stefan Gergely, Patrick Saringer<br />

S<br />

üdtirol zu kennen heißt <strong>Südtirol</strong> zu lieben –<br />

und <strong>Südtirol</strong> immer wieder neu entdecken zu<br />

wollen, denn die kleine Region besitzt maximale<br />

Vielfalt. Die Wunderwelt der Dolomiten<br />

und die bezaubernden Städte Meran und Bozen<br />

liegen so nahe beieinander, dass eine unvergessliche<br />

Wanderung und das Flanieren in schattigen Arkaden<br />

bequem in einen Tag passen. Dass dieser dann mit<br />

einem genussvollen kulinarischen Grenzgang zwischen Nord<br />

und Süd sowie zwischen Tradition und Innovation endet, ist<br />

hier eine Selbstverständlichkeit.<br />

„Mit der außergewöhnlichen<br />

Schönheit seiner Landschaft berührt<br />

<strong>Südtirol</strong> Herz und Seele.“<br />

„Alles hat hier schon mehr Kraft und Leben … und man<br />

glaubt wieder einmal an Gott“, stellte Johann Wolfgang von<br />

Goethe fest, als er 1786 <strong>Südtirol</strong> erreichte. Noch heute möchte<br />

man dem Dichter beipflichten – denn mit der außergewöhnlichen<br />

Schönheit der Landschaft und der echten<br />

Herzlichkeit ihrer Bewohner berührt die Region Herz und<br />

Seele. Zu den eindrucksvollsten Bergzacken der Welt kommen<br />

Kernkompetenzen in Kulinarik, Weinbau und Architek­<br />

tur, die das Leben auf der Südseite der Alpen noch angenehmer<br />

machen. Wie Sie <strong>Südtirol</strong> von seiner schönsten Seite<br />

erleben, zeigen wir Ihnen hier auf rund 160 Seiten: Wir haben<br />

die besten Tipps zu Aktivitäten, Genuss und zum Übernachten<br />

gesammelt, und dazu exklusive Interviews mit Über-Bergsteiger<br />

Reinhold Messner, Star-Architekt Matteo Thun und<br />

Spitzenkoch Norbert Niederkofler geführt. Aus seiner Liebe<br />

zu <strong>Südtirol</strong> macht Messner in unserem Gespräch keinen<br />

Hehl: „Die Dolomiten sind die schönsten Berge der Welt, das<br />

Maximum an Eleganz und Schönheit.“ Aber nicht nur in Bergen<br />

und Restaurants ist man in <strong>Südtirol</strong> dem Himmel nahe,<br />

auch die Architektur greift nach den Sternen, ebenso wie der<br />

Weinbau: An den steilen Hängen wachsen neben Kerner und<br />

Silvaner auch alte Sorten wie Vernatsch. Bioweine höchster<br />

Qualität erleben derzeit einen besonderen Boom.<br />

Es gibt also vieles zu entdecken, zu erleben und zu<br />

ver kosten. Beginnen Sie Ihre <strong>Südtirol</strong>-Reise im Kopf – mit<br />

un serem Magazin! Wir wünschen Ihnen viel Freude dabei.<br />

Herzlichst,<br />

Wolfgang M. Rosam<br />

@RosamWolfgang<br />

Nadine Tschiderer<br />

@NadineTschiderer<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 7


falstaff TRAVEL<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />

INHALT<br />

18<br />

Idyll zwischen Bergwiesen und Gipfeln<br />

Malerische Landschaft, gelebte Gastfreundschaft<br />

und vieles mehr machen <strong>Südtirol</strong> einzigartig.<br />

TRADITION<br />

46<br />

Ein<br />

Traum in Türkis<br />

Der Pragser Wildsee lockt das ganze<br />

Jahr über mit glasklarem Wasser.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Alex Moling, Unsplash<br />

18 Zurück zum Ursprung<br />

Maximale Vielfalt in einer der schönsten Regionen<br />

Europas: <strong>Südtirol</strong> punktet mit Kultur, Natur, Tradition<br />

und Innovation.<br />

26 Brauchtumskalender<br />

Save the date – diese Events sollte man in <strong>Südtirol</strong> nicht<br />

verpassen. Ein Kalender für das ganze Jahr.<br />

28 Leben am Limit<br />

Reinhold Messner machte sich als Extrembergsteiger einen<br />

Namen. Trotz seiner vielen Reisen bleibt <strong>Südtirol</strong> immer sein<br />

liebstes Fleckchen. Der Brixner im exklusiven Interview.<br />

EXPERIENCES<br />

34 Aktiv in den Bergen<br />

Kaum eine Region kann mit so vielfältigem Angebot<br />

aufwarten. Von familienfreundlichen Wanderrouten bis<br />

zu adrenalingeladenen Klettertouren in den Steilwänden:<br />

Das sind unsere Tipps. Plus: die schönsten Adressen.<br />

40 Die schönsten Wanderrouten<br />

44 Die besten Klettersteige<br />

46 Die malerischsten Bikerouten<br />

48 Die schönsten Seen<br />

54 Sport- und Aktivhotels<br />

Von der luxuriösen Lodge bis zum Familien-Hideaway:<br />

Das sind die besten Adressen für Outdoorsportler und<br />

Naturliebhaber.<br />

ARCHITEKTUR<br />

66 Dem Himmel so nah<br />

Einzigartige Architektur, die sich perfekt in die schroffe<br />

Landschaft schmiegt – <strong>Südtirol</strong> ist ein wahres Design-<br />

Eldorado. Ein Report.<br />

72 Matteo Thun<br />

<strong>Südtirol</strong>s Star-Architekt im Interview über „botanische<br />

Architektur“ und den nötigen Respekt für die Natur.<br />

76 Design Lovers<br />

Klein, fein und spektakulär: In diesen Design-Hideaways<br />

steckt Individualität bis ins kleinste Detail.<br />

86 Kraft der Natur<br />

Diese Eco-Hotels punkten nicht nur mit natürlichem<br />

Design und Besinnung auf Nachhaltigkeit – sie sind auch<br />

federführend in leisem Luxus.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 9


*Klinische Studie mit Ergebnissen nach 12 Wochen bei 31 Probanden im Alter von 40+ mit reifer Haut.<br />

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Norbert Niederkofler und<br />

seine Erfolgsrezepte<br />

Reinhold Messner über die<br />

schönsten Berge der Welt<br />

falstaff TRAVEL<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />

INHALT<br />

42 Kraft<br />

Natürlichkeit<br />

Gekonnt schöpfen <strong>Südtirol</strong>s Eco-Hotels<br />

aus der Schönheit der Natur.<br />

116<br />

Gaumenfreuden<br />

<strong>Südtirol</strong> ist ein Eldorado für<br />

Genießer der guten Küche.<br />

PERSPEKTIVEN<br />

96 Luis Trenker<br />

1995 gegründet ist die Slow-Fashion-Marke nicht mehr<br />

aus dem Alpenraum wegzudenken. Das steckt hinter dem<br />

<strong>Südtirol</strong>er Exportschlager.<br />

98 Mit Leib, Seele und Vision<br />

Die Visionäre hinter den erfolgreichsten Hotels <strong>Südtirol</strong>s<br />

hautnah – und was die Häuser so besonders macht.<br />

GENUSS<br />

WEIN<br />

146 Sonne im Glas<br />

Die Weinregion <strong>Südtirol</strong> bringt jährlich edelste Tropfen<br />

hervor. Plus: Wo sich ein Besuch in der Kellerei lohnt,<br />

welche Weine überzeugen und welche Hotels ein Must-visit<br />

für Weinliebhaber sind.<br />

160 Wussten Sie schon …?<br />

Der allseits beliebte „Hugo“ wurde in <strong>Südtirol</strong> erfunden –<br />

wie der Cocktail perfekt gelingt.<br />

Fotos: Bureau Rabensteiner, Christian Kerber<br />

110 Der Gipfel des Genusses<br />

Ob Fine Dining oder zünftige Jause auf der Hütte, <strong>Südtirol</strong><br />

begeistert mit Slow Food und gelebter Regionalität.<br />

Plus: Restaurant- und Hüttentipps.<br />

120 Norbert Niederkofler<br />

Der „beste Koch der Alpen“ im Gespräch über die<br />

Besonderheit der <strong>Südtirol</strong>er Küche – inklusive Rezepte.<br />

132 Die besten Adressen für Genießer<br />

Diese Hotels überzeugen mit schmackhafter Cuisine –<br />

vom Haubenrestaurant bis zur Neuinterpretation der<br />

Klosterküche.<br />

7 Editorial<br />

162 Impressum<br />

Cover <strong>Südtirol</strong> Spezial <strong>2023</strong><br />

Imposant thronen die Geislerspitzen im<br />

Natur park Puez-Geisler über dem Villnösstal.<br />

Foto: Pliger Philipp/www.pligerphilipp.com<br />

SPEZIAL<br />

DIE<br />

130 BESTEN<br />

ADRESSEN<br />

FÜR HOTELS,<br />

KULINARIK<br />

UND SPORT<br />

SÜDTIROL<br />

DOLOMITEN<br />

Die schönsten Design- und Eco-Hotels, die spektakulärsten<br />

Wanderrouten, die angesagtesten Almhütten und Gourmet-Spots.<br />

GENUSS<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 11


NATUR<br />

12 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


VON BERGEN, SEEN UND WÄLDERN<br />

SÜDTIROL GLÄNZT MIT GROSSEM REICHTUM AN NATÜRLICHER SCHÖNHEIT<br />

Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>/Tiberio Sorvillo<br />

Frische Alpenluft füllt die Lungen, wenn man einen tiefen Atemzug macht und die<br />

majestätische Umgebung betrachtet, die alle Wunder der Natur aufweist. Glitzernd<br />

weiße Bergspitzen, saftig grüne Wälder und Wiesen und strahlend blaue Gewässer – ein<br />

Anblick, an dem man sich nie sattsehen kann und der nicht nur am Karersee (Bild) zu<br />

finden ist, ganz im Gegenteil: Die norditalienische Region <strong>Südtirol</strong> ist ein wahres<br />

Mekka für Naturliebhaber. Noch dazu findet man hier eine unbeschreibliche Artenvielfalt<br />

in Bezug auf Flora und Fauna vor, die vom Tal bis zum Hochgebirge reicht.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 13


14 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />

Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>/Marco Parisi


LAND UND LEUTE, SITTEN UND BRÄUCHE<br />

OB ALLTÄGLICHES LEBEN ODER HOHE FESTE: GRUND ZUR FREUDE GIBT ES IMMER<br />

Die <strong>Südtirol</strong>er fühlen eine besondere Verbundenheit zur Lebensweise ihrer Vorfahren.<br />

Diese ist ein unvergleichliches Stück Kultur, das die Provinz so besonders macht. Alte<br />

Sitten werden im Alpenland aktiv aufrechterhalten, seien es die Arbeitsweise am Hof (Bild),<br />

wo Handarbeit noch gang und gäbe ist, saisonale Feierlichkeiten wie das Törggelen oder<br />

der Almabtrieb – oder auch einfach die herzliche Gastfreundschaft, die seit eh und je ein<br />

fester Bestandteil der Region ist. In <strong>Südtirol</strong> werden die Bräuche der Vergangenheit<br />

liebevoll hochgehalten, und sie werden von Generation zu Generation weitergegeben.<br />

TRADITION<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 15


GENUSS<br />

GAUMENFREUDEN FÜR JEDEN GESCHMACK<br />

VON DER HERZHAFTEN MARENDE BIS ZUM SÜSSEN APFELSTRUDEL<br />

So vielfältig wie <strong>Südtirol</strong>s Landschaft ist auch seine Küche. Wie man es von einer<br />

Alpenregion erwartet, stehen Fleisch, Knödel und Co auf dem Speiseplan – deftige<br />

Gerichte gehören nun mal zum Leben in den Bergen, Brotzeit (oder „Marende“, Bild)<br />

inklusive. Aber auch mediterrane Einflüsse finden zunehmend ihren Weg in die Süd tiroler<br />

Kulinarik; vor allem junge Gastronomen brillieren mit abwechslungsreicher Balance.<br />

Doch egal ob leicht oder herzhaft, eines ist garantiert: Qualität und hoch wertige Zutaten<br />

aus regionalem Anbau stehen so gut wie überall an vorderster Stelle. Mahlzeit!<br />

16 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


Foto: Mike Rabensteiner für Leitlhof<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 17


TRADITION<br />

REPORT<br />

Bilderbuchmotive<br />

Sanfte Bergwiesen und die schroffen<br />

Gipfel der Geislergruppe: <strong>Südtirol</strong> ist<br />

eine Region voller Gegensätze, die<br />

dennoch idyllisch harmonieren.<br />

SÜDTIROL<br />

ZURÜCK ZUM URSPRUNG<br />

18 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Alex Moling<br />

Maximale Vielfalt ohne lange Wegstrecken: Die Wunderwelt der Dolomiten<br />

zeigt, welchen Reichtum die Reduktion auf das Wesentliche mit sich bringt.<br />

Mondäne Städte wie Meran und Bozen laden zum Flanieren ein – und in der<br />

Kulinarik gehen Tradition und Innovation kreative Fusionen ein.<br />

von KARIN CERNY<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 19


TRADITION<br />

REPORT<br />

Schroffe, steinige Gipfel, die hinter sanften grünen Almen<br />

aufragen: Die Gegensätze könnten nicht größer sein als<br />

in der einzigartigen Landschaft der Dolomiten. Bei Sonnenuntergang<br />

kommt ein extrem kräftiges Orange rot<br />

dazu, als stünden die Berge in Flammen; „Burning Dolomites“<br />

nennt man dieses intensive Alpenglühen. Der<br />

französische Geologe Déodat de Dolomieu (1750–1801)<br />

gab den Dolomiten ihren Namen und klärte auch, woher<br />

dieses rätselhafte Leuchten kommt – nämlich vom<br />

hohen Magnesiumgehalt im Gestein.<br />

Seit 2009 gehören die Dolomiten zum Unesco-<br />

Weltkulturerbe, die imposanten Drei Zinnen sind nur<br />

eines von vielen Highlights, die eine Reise nach <strong>Südtirol</strong><br />

mit sich bringt. Bloß 7.389 Quadratkilometer groß ist<br />

die Region – und fühlt sich doch teils wie ein Kontinent<br />

an: Drei offizielle Landessprachen werden gesprochen,<br />

Deutsch, Italienisch und Ladinisch. 300 Sonnentage im<br />

Jahr sind ideal, um den Sommer bis weit in den Herbst<br />

zu verlängern. <strong>Südtirol</strong>, das sind zwei Klimazonen in<br />

Elegantes Flanieren …<br />

Erker prägen die Innenstadt von<br />

Bozen – das „Parkhotel Laurin“<br />

steht unter Denkmalschutz.<br />

… und Gustieren<br />

Das „Laurin“-Restaurant „ConTanima“<br />

im Grandhotel aus dem Jahr 1910<br />

setzt auf lokale Küche.<br />

einer halben Stunde: Vom fruchtbaren Weingebiet am Kalterer See,<br />

dem mit 28 Grad wärmsten Badesee <strong>Südtirol</strong>s, schlängelt sich eine<br />

Straße auf die Hochplateaus der Dolomiten, in eine Landschaft, in<br />

der die Zeit stehen geblieben scheint. Nichts ist hier hektisch, Kühe<br />

und Schafe grasen gelassen auf satten Wiesen. Die Luft wird frischer,<br />

und nachdem es sich in Bozen manchmal so heiß wie in Süditalien<br />

anfühlt, ist man plötzlich in der Sommerfrischezone und kann wieder<br />

durchatmen. Auf der Seiser Alm, der größten Hochalm Europas,<br />

sind 790 Pflanzenarten am Wegesrand zu entdecken.<br />

EXTREME LANDSCHAFT<br />

Auch das ist typisch für <strong>Südtirol</strong>: Urige Bauernhöfe liegen neben<br />

stylishen Hotels. Die Infinitypool-Dichte ist groß, Luxusunterkünfte<br />

wie das „Alpin Panorama Hotel Hubertus“ setzen architektonisch<br />

neue Maßstäbe in Sachen Wellness. In Boutiquehotels wie der „Villa<br />

Arnica“ treffen Vintagesofas auf ausgesuchtes neues Design; im<br />

weitläufigen Garten wird angebaut, was abends auf die Teller<br />

kommt. Moderne und Tradition, Brauchtumspflege und Zukunftsdenken<br />

wachsen in <strong>Südtirol</strong> organisch zusammen. Was anderenorts<br />

für Spannungen sorgt, geht hier kreative Fusionen ein, ergänzt und<br />

inspiriert einander.<br />

Aufbruch und Abschottung lagen in dieser extremen Landschaft,<br />

die eine natürliche Grenze zwischen Italien und Österreich<br />

bildet, schon immer nah beisammen. Im Ersten Weltkrieg wurde das<br />

Gebiet zur erbittert umkämpften Gebirgsfront, es kam zu einem ➨<br />

Fotos: Marlene Mauer, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Daniel Geiger, beigestellt<br />

20 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

AUF SLOW-MOTION-TOUR<br />

MIT DEM FAHRRAD DURCH<br />

DIE LANDSCHAFT.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 21


TRADITION<br />

REPORT<br />

ES GIBT 400 SEEN IN SÜDTIROL,<br />

EIN GROSSTEIL LIEGT<br />

AUF ÜBER 2.000 METERN.<br />

Idyllische Badeplätze<br />

Der Pragser Wildsee liegt<br />

auf 1500 Meter Meereshöhe –<br />

wer es wärmer haben möchte,<br />

besucht den Kalterer See.<br />

22 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

Tradition und Moderne<br />

Die „Villa Arnica“ in Lana, die inmitten<br />

von Weingärten liegt, verbindet<br />

Vintage mit zeitgenössischem Design.<br />

Alles frisch!<br />

Die lokalen Produkte kommen in dem<br />

charmanten Boutiquehotel direkt<br />

aus dem Garten auf die Teller.<br />

zermürbenden Stellungskrieg in größter Höhe. Damals bauten die<br />

Österreicher ein ausgeklügeltes System an Seilbahnen, die Material<br />

auf die Gipfel transportieren sollten – die Dolomiten profitieren<br />

noch heute davon, sie sind touristisch bestens erschlossen. Gleichzeitig<br />

sind die Einheimischen über die Jahrhunderte ein wenig wie<br />

ihre Landschaft geblieben: Monolithen, denen nichts ferner liegt, als<br />

sich zu verbiegen. Sie sind auf eine fast schon trotzige Art bescheiden,<br />

aber gleichzeitig enorm gastfreundlich und weltoffen. Lokale<br />

Authentizität und Internationalität schließen einander nicht aus.<br />

Gerade dieses Spannungsverhältnis macht <strong>Südtirol</strong> so speziell.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Harald Wisthaler, beigestellt<br />

MONDÄN UND ALPIN<br />

Die schönste Art, anzureisen, ist mit dem Zug. Wenn sich die Lok<br />

über den Brenner schleppt, vorbei an tiefen Schluchten, beginnt die<br />

Entschleunigung schon unterwegs. In Brennero / Brenner wird ein<br />

Halt eingelegt, Gäste steigen kurz aus, um die kühle Luft zu genießen.<br />

Kaum zu glauben, dass hier schon in der Römerzeit befestigte<br />

Straßen errichtet wurden; im Mittelalter war der Brenner der meistpassierte<br />

Alpenpass.<br />

Feinschmecker, Extrembergsteiger, Jetset-Exzentriker, Thermenfans<br />

mit Familie, gemütliche Wanderer, Mountainbiker: In <strong>Südtirol</strong><br />

ist für jeden etwas dabei. Für Cortina d’Ampezzo, eines der exklusivsten<br />

Skiziele Europas, sollte man seine Garderobe upgraden,<br />

während es im Bergdorf Corvara eher leger zugeht. Und in<br />

Bozen flaniert man von einem Café zum nächsten, genießt ➨<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 23


TRADITION<br />

REPORT<br />

Im Herzen der Dolomiten<br />

Die Seiser Alm ist die größte Hochalm<br />

Europas und ein Hotspot, um perfekte<br />

Sonnenuntergänge zu erleben.<br />

SÜDTIROL WAR SCHON IMMER<br />

EIN VORREITER IN SACHEN<br />

NACHHALTIGKEIT – DAS IST IN<br />

DER KÜCHE NICHT ANDERS ALS<br />

IN DER ARCHITEKTUR.<br />

italienische Lebensart, die auf Alpinflair trifft – und<br />

kann die berühmteste Gletschermumie, den Ötzi, im<br />

Archäologiemuseum bestaunen. Meran punktet mit seiner<br />

schicken Therme von Matteo Thun und hat nicht<br />

nur Kaiserin Sisi als eleganter Kurort begeistert.<br />

Mit Knödeln und Spaghetti wirbt der Tourismusverband<br />

– in <strong>Südtirol</strong> ist es fast schon eine Kunst, schlecht<br />

essen zu gehen. Die Produkte kommen aus der Region,<br />

es gehört zum Stolz der <strong>Südtirol</strong>er, dass nichts Minderwertiges<br />

auf dem Teller landet. Und natürlich auch nicht<br />

im Glas: Mit Vernatsch und Lagrein gibt es sogar Rebsorten,<br />

die in <strong>Südtirol</strong> ihren Ursprung haben. Auch bei<br />

der Kulinarik gilt „maximale Vielfalt auf engstem<br />

Raum“: Das kann eine Brettljause in einer Berg hütte<br />

oder Fine Dining auf Weltniveau sein. 25 Michelin­<br />

Sterne machen <strong>Südtirol</strong> zur Provinz mit der höchsten Dichte an<br />

Sterne restaurants in Italien. Im Trend liegt die ladinische Küche, da<br />

sie alte bäuerliche Rezepte wiederbelebt: Jufa, ein Milchpudding-<br />

Gericht, isst man am besten direkt aus dem Topf; nach einer langen<br />

Wanderung gibt es nichts Köstlicheres als Panicia (Gerstensuppe)<br />

oder Cajinci Te Ega (Schlutzkrapfen), die neue Kraft geben.<br />

FELSBLOCK MIT AUSSICHT<br />

<strong>Südtirol</strong> war schon immer ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.<br />

Das ist in der Küche nicht anders als in der Architektur: 348 Hofgebäude<br />

stehen unter Denkmalschutz, über 1000 Bergbauernhöfe<br />

setzen sich für den Schutz von artenreichen Bergwiesen ein, 20 Prozent<br />

der Betriebe halten vom Aussterben bedrohte Rinderrassen.<br />

Holz trotzt als natürlicher Rohstoff extremen Witterungen, und nirgends<br />

sonst fügen sich Bergmuseen so perfekt in die karge Umgebung<br />

ein. Für das Messner Mountain Museum Corones auf dem<br />

Gipfelplateau des Kronplatz, das von traditionellem Alpinismus erzählt,<br />

ließ Stararchitektin Zaha Hadid Betonluken aus der Erde<br />

wachsen, die zur Farbe der Felsen passen. Das eigentliche Museum<br />

ist wie ein Fuchsbau unterirdisch in den Berg gehauen; alles ist organisch,<br />

als hätte die Natur selbst eine Höhle geschliffen. Auch das<br />

Passmuseum am Timmelsjoch ragt wie ein Felsblock in die Berge. Es<br />

schlägt nicht nur eine Brücke zwischen Tirol und <strong>Südtirol</strong>, sondern<br />

ist auch ein Selfie-Hotspot. Selbst die grasenden Schafe verstehen es<br />

hier, sich malerisch in Szene zu setzen – typisch <strong>Südtirol</strong> eben. ❢<br />

24 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

SCHAFE WISSEN, WO ES<br />

GUT SCHMECKT!<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Andreas Mierswa & Tina Sturzenegger, Annette Sandner, beigestellt<br />

Region der Gegensätze<br />

„Hotel VillaVerde“ in Meran, Schafe vor dem<br />

Passmuseum am Timmelsjoch, Nachspeise<br />

im „Hotel Castel“, Zimmer in der „Villa Arnica“.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 25


TRADITION<br />

BRAUCHTUM<br />

BRAUCHTUMSKALENDER<br />

FUNKEN<br />

SCHLAGEN<br />

WENN DIE GOASSL<br />

KRACHT<br />

Goaßl nennt man eine Peitsche, die bei<br />

feierlichen Anlässen von jungen Burschen<br />

geschwungen wird. Sie besteht aus einem<br />

Stock und einer Schnur aus Leder – und<br />

kracht beeindruckend laut. So wird seit<br />

vielen Generationen der Frühling begrüßt.<br />

<strong>Südtirol</strong> ist reich an Brauchtum: Es gibt<br />

das ganze Jahr über urige Traditionen<br />

und kulinarische Spezialitäten zu erleben.<br />

Ein Überblick über die Highlights.<br />

WÜNSCH DIR WAS!<br />

Im Vinschgau wird der Fasching mit dem Scheibenschlagen<br />

abgeschlossen, das als Fruchtbarkeitsbrauch<br />

eine lange Tradition hat. Handgefertigte<br />

Zirbenscheiben werden dabei brennend ins Tal<br />

geschleudert, während man sich etwas wünscht.<br />

STÄRKUNG FÜR<br />

KALTE TAGE<br />

Knackig und saftig sind die Äpfel in <strong>Südtirol</strong>.<br />

Sie eignen sich ideal für gesunde Säfte –<br />

und werden im Winter sogar zu einem<br />

schmackhaften und wärmenden Glühwein<br />

verarbeitet. Verwendet werden Qualitätsäpfel<br />

aus der Region, Zimt und Nelken;<br />

ein wenig Orangensaft dazu, und schon<br />

ist der typische Apfelglühmix fertig.<br />

Text: Karin Cerny / Fotos:Stocksy, Mauritius Images, VIEÜ/Santifaller-Photography, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Manuel Ferrigato<br />

26 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

TÖRGGELEN IM HERBST<br />

Im Volksmund nennt man die Traubenpresse hier<br />

Torkl oder Torggl (von lateinisch „torculum“) –<br />

beim Törggelen im Herbst dreht sich alles um<br />

die Verkostung des neuen Weins, dazu werden<br />

Kastanien gebraten und Speck, Hauswürste<br />

und Knödel gegessen.<br />

RÜCKKEHR DER KÜHE<br />

Wenn es heiß wird, gehen Schafe, Kühe und Ziegen auf<br />

Sommerfrische in die Berge. Im Herbst wird dann der<br />

Alm abtrieb gefeiert: Die Kühe sind geschmückt, Blasmusikkapellen<br />

spielen auf und es herrscht Volksfeststimmung.<br />

BESSER BRAV SEIN!<br />

Der Tuifl (Teufel) trägt am Krampustag (5. Dezember) eine<br />

Maske aus Holz; Ziegenfelle geben ihm ein wildes Aussehen,<br />

mit Schellen macht er Lärm. Die handgeschnitzten Masken<br />

sind Kunstwerke – und ziemlich furchteinflößend.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 27


TRADITION<br />

INTERVIEW<br />

Markante Züge<br />

Ein Gesicht, das Geschichte erzählt:<br />

Extrembergsteiger Reinhold Messner.<br />

Fotos: Ronny Kiaulehn, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Andreas Mierswa<br />

28 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

Leben am Limit<br />

Reinhold Messner hat die höchsten und gefährlichsten Gipfel der Welt bestiegen.<br />

Die schönsten sind für den 78-jährigen Brixner aber die Dolomiten. Aus seiner<br />

Liebe zu <strong>Südtirol</strong> macht er in unserem Interview keinen Hehl.<br />

von YASMIN EL MOHANDES<br />

D<br />

er <strong>Südtirol</strong>er Reinhold Messner war zeit<br />

seines Lebens auf der Suche nach dem<br />

Möglichen im Unmöglichen. Das Ergebnis<br />

liest sich wie eine Aneinanderreihung von<br />

Superlativen: Als erster Mensch bezwang<br />

er sämtliche 14 Achttausender ohne<br />

Sauerstoffflasche, bestieg die Seven Summits und stand auf<br />

sagen haften 3500 Gipfeln. Noch mit 60 Jahren durchquerte<br />

er zu Fuß die Wüste Gobi. Heute bezeichnet sich der<br />

Gipfelstürmer, der zumindest im Geiste immer mit beiden<br />

Füßen auf dem Boden blieb, als „Sonntagsbergsteiger“. Er<br />

lebt mit seiner Frau Diane auf Schloss Juval in <strong>Südtirol</strong>.<br />

Sie haben <strong>Südtirol</strong> einmal als mentale und geografische<br />

„Zwischenwelt“ bezeichnet. Was meinen Sie damit?<br />

Wir <strong>Südtirol</strong>er sind das Bindeglied zwischen dem deutschen<br />

Norden und dem italienischen Süden. Wir sind keine Österreicher,<br />

wir sind keine Deutschen, wir sind keine Italiener,<br />

obwohl wir italienische Staatsbürger sind – wir sind<br />

<strong>Südtirol</strong>er, vielleicht auch noch Tiroler, Europäer und<br />

Weltbürger. Ein eigenes Selbstbewusstsein ist sehr wertvoll,<br />

weil es keine nationalistische Dimension hat. Deswegen<br />

sind wir ein Zwischenglied. Wir brauchen nur noch einen<br />

europäischen Pass. Dann verstehe ich uns völlig eingebettet<br />

in eine Welt, die uns entspricht. ➨<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 29


TRADITION<br />

INTERVIEW<br />

Freund der Slow-Food-Küche<br />

„Ich esse alles. Das habe ich auf meinen Expeditionen<br />

gelernt. Aber ich gehe ab und zu gerne in ein gutes<br />

Lokal, weil ich auch die Kochkunst schätze“, so Messner.<br />

„An einem Strand zu sitzen<br />

oder zu liegen kann ich mir<br />

nicht vorstellen. Ich kann auch<br />

gar nicht schwimmen.“<br />

Die Welt Ihrer Kindheit war stark von den Dolomiten geprägt.<br />

Wie wirkt sich das auf die eigene Persönlichkeit aus?<br />

Die Dolomiten sind die schönsten Berge der Welt, das<br />

Maximum an Eleganz und Schönheit. Ich habe dort zu<br />

klettern begonnen und als Bergkletterer die erste Leidenschaft<br />

meines Lebens ausgelebt.<br />

Sie haben aber bereits als Fünfjähriger mit Ihrem Vater den<br />

ersten Dreitausender bestiegen. Wie schafft man das?<br />

Mich wundert auch, dass ich mit fünf Jahren die Ausdauer<br />

dazu aufbringen konnte. Aber wir haben als Kinder viel im<br />

Freien gespielt, waren als wilde Horden unterwegs, oft<br />

Kilometer von zu Hause entfernt. So etwas wäre heute<br />

gar nicht mehr möglich.<br />

Kann die Dolomiten nur der ganz verstehen, der sie auch<br />

bestiegen hat?<br />

Nein, das würde ich so nicht sagen. Aber wenn wir die<br />

Dolomiten nur aus dem Autofenster sehen, dann nehmen<br />

wir im Grunde nur Postkartenbilder wahr, aber nicht die<br />

Realität. Man muss mit der eigenen Muskelkraft die Berge<br />

ausmessen; lediglich mit der Geschwindigkeit des Fußgängers<br />

können wir Makro- und Mikrokosmos erkennen.<br />

Wenn man einen Stein findet, der eine Muschel enthält,<br />

fragt man sich, wie das möglich ist – oder? Vor vielen<br />

Millionen Jahren lagen die Dolomiten unter Wasser. Sie<br />

sind genau genommen Korallenriffe. Bis heute.<br />

Haben Sie Tipps für unsere Leser, die die <strong>Südtirol</strong>er Berge<br />

erfahren wollen? ➨<br />

30 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


TRADITION<br />

„Architektur hat für mich einen<br />

hohen Stellenwert. Bei meinem<br />

Museumsprojekt habe ich mit<br />

Zaha Hadid zusammengearbeitet –<br />

sie war einfach genial!“<br />

Futuristisch<br />

Messners Bergsteigermuseum MMM<br />

Corones auf dem Kronplatz mit<br />

Panoramablick wurde von Star-Architektin<br />

Zaha Hadid entworfen.<br />

Fotos: Florian Jaenicke/laif, Mauritius Images<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 31


TRADITION<br />

INTERVIEW<br />

Schlossherr<br />

Schloss Juval in <strong>Südtirol</strong> (o.) ist der<br />

Wohnsitz von Bergsteigerlegende<br />

Reinhold Messner.<br />

Kindheitserinnerung (o. re.)<br />

„Der Almabtrieb ist ein schöner<br />

Brauch. Ich habe noch immer<br />

die Glocken im Ohr“, so Messner.<br />

Auf jeden Fall nicht den Fotos der Influencer folgen – die<br />

führen immer zu Stau, zu Lärm, zu Hektik. Es reicht aus,<br />

einfach in Ruhe zu wandern; einen Schritt vor den anderen<br />

zu setzen, ohne ein spezielles Ziel. Alle Leute, die in den<br />

Bergen herumrennen, als ob sie Wettläufe machen müssten,<br />

nehmen die Dolomiten nicht in ihrer Breite der Ausstrahlung<br />

wahr.<br />

Sie sind seit 2021 mit Diane Schumacher verheiratet.<br />

Gab es eine Hochzeitsreise respektive gibt es in Ihrem Leben<br />

auch so etwas wie Urlaub?<br />

Nein, eigentlich nicht. Wir fahren aber bald für zehn Tage<br />

nach Nepal, um ein Museum einzuweihen, an dem wir<br />

viele Jahre gearbeitet haben. Früher oder später wird es<br />

aber mit Sicherheit auch eine Form von Urlaub geben.<br />

Diane und ich haben vor, Länder zu besuchen, die wir noch<br />

nicht bereist haben. An einem Strand zu sitzen oder zu<br />

liegen kann ich mir nicht vorstellen – ich kann auch gar<br />

nicht schwimmen! (lacht) ❢<br />

Erlesenes<br />

Der Riesling Castel Juval stammt<br />

von Reinhold Messners Weingut.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Frieder Blickle, Thomas Rötting/laif, Frieder Blickle /laif/picturedesk.com<br />

32 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


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EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

AKTIV<br />

IN DEN<br />

BERGEN<br />

Majestätische Bergwelt<br />

Der alpine Norden Italiens<br />

ist ein einziger Spielplatz<br />

für enthusiastische Sportler.<br />

Foto: Falkensteiner Kronplatz<br />

34 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Kaum eine Region kann so mit ihrer sportlichen Vielfalt glänzen wie das<br />

facettenreiche <strong>Südtirol</strong>, wo eine Welt der Aktivitäten – von Wandern über<br />

Klettern bis hin zu Mountainbiken – auf bewegungsfreudige Besucher wartet.<br />

von PHILIPP JOSEF ROSSMANN und STEFANIE BISPING<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 35


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

Von der Bergwelt umgeben<br />

Der Naturpark Stilfser Joch (li.o.) ist<br />

beliebtes Ausflugsziel für Groß und<br />

Klein. Für Kletterer bieten die Drei<br />

Zinnen (li. u.) reichlich Abwechslung,<br />

auch für Anfänger.<br />

Sportlich unterwegs<br />

Von Entspannung beim Yoga (o.)<br />

bis zu Nervenkitzel am Bike (re. u.):<br />

<strong>Südtirol</strong> ist ein Mekka für Sportler.<br />

Ein Highlight ist das Eggental (li. u.),<br />

wo man auch toll wandern kann.<br />

K<br />

aum ein Gefühl ist mit dem Stolz<br />

und dem Staunen des Moments,<br />

wenn man die Spitze eines Bergs<br />

erreicht hat, vergleichbar – diese<br />

unbeschreibliche Emotion, etwas<br />

geleistet zu haben, Hürden überwunden,<br />

der Erschöpfung standgehalten,<br />

nicht aufgegeben zu haben.<br />

Gleichzeitig gibt es keine bessere<br />

Art, Zeit in der Natur zu verbringen: Hoch oben in den Bergen<br />

verspürt man eine einzigartige Verbundenheit zur imposanten<br />

Umgebung, die majestätisch und friedlich zugleich<br />

wirkt. Mit seiner reichen natürlichen Vielfalt ist <strong>Südtirol</strong> das<br />

ganze Jahr über ein Eldorado für aktive Besucher, die nach<br />

Adrenalin, Erfolgserlebnissen und Abenteuern suchen. Egal<br />

ob man ein absoluter Anfänger ist, bereits Erfahrung im alpinen<br />

Sport gesammelt hat oder in einer Liga mit absoluten<br />

Profis spielt – die Wunderwelt der <strong>Südtirol</strong>er Berge birgt Herausforderungen<br />

für jedes Level.<br />

HOCH HINAUS …<br />

Die erste Assoziation mit <strong>Südtirol</strong> sind zweifellos die Berge –<br />

und davon gibt’s hier jede Menge! Zwischen der Ortler-<br />

Gruppe, den Ötztaler Alpen und den Dolomiten, um nur ein<br />

paar zu nennen, haben begnadete Bergsportler die Qual der<br />

Wahl. Doch ganz egal, für welches Massiv man sich entscheidet,<br />

man wird über die sagenhafte Vielfalt der Flora und<br />

Fauna sowie die unschlagbaren Ausblicke schwärmen – und<br />

aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Es empfiehlt<br />

sich, sein Handy vor dem Aufbruch aufzuladen, denn diese<br />

Fotomotive will man auf keinen Fall verpassen.<br />

Wer gerne wandert, darf sich auf grüne Wiesen, dichte<br />

Wälder und den einen oder anderen kristallklaren See freuen,<br />

auf den man unterwegs stoßen kann; ganz zu schweigen von<br />

Alm- und Schutzhütten, die auch die Wanderpausen mit<br />

regionalen Köstlichkeiten und einem guten Tropfen zum<br />

Highlight machen. (Aber nur einem, immerhin gilt es, noch<br />

trittfest zu sein!) Doch Wanderroute ist in <strong>Südtirol</strong> nicht<br />

gleich Wanderroute – je nach Region ist gänzlich anderes<br />

Terrain zu erwarten. Für breite Wanderwege und Almwiesen<br />

empfiehlt sich beispielsweise die Plätzwiese in der Dolomitenregion<br />

Drei Zinnen, vergletscherte Gipfel findet man unter<br />

anderem im Ortler-Gebiet.<br />

Wer nach etwas mehr Nervenkitzel sucht, kann sich an<br />

den zahlreichen Kletteroptionen versuchen und seine Körperkontrolle<br />

auf die Probe stellen – definitiv keine Sportart<br />

für Zartbesaitete, aber dennoch (oder vielleicht gar deshalb)<br />

ein Zeitvertreib wie kein anderer. <strong>Südtirol</strong> ist ein unglaublich<br />

vielseitiges Kletterrevier, das mit Klettergärten, Klettersteigen<br />

und auch Kletterhallen für jeden Enthusiasten ➨<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Armin Terzer, Harald Wisthaler, Getty Images, IDM <strong>Südtirol</strong>/Alex Filz, Unsplash<br />

36 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 37


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

AUF DEN TRAIL, FERTIG, LOS!<br />

SÜDTIROL BIETET EINE<br />

TOP-INFRASTRUKTUR FÜR BIKER.<br />

38 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Erfrischung zwischendurch<br />

Proviant und eine Wasserflasche<br />

sollte man beim Wandern in den<br />

Bergen (u.) immer dabeihaben.<br />

Wenn der Vorrat doch mal ausgeht,<br />

ist die nächste Schutzhütte nie weit.<br />

Ungewöhnlicher Fotospot<br />

Mystisch ragt der Kirchturm von<br />

Altgraun (re.) aus dem Reschensee.<br />

Der beliebte Radweg vom<br />

Reschensee nach Meran bietet hier<br />

ein einzigartiges Fotomotiv.<br />

attraktiv ist. Vom Ortler-Gebiet über den Vinschgau bis hin<br />

zu den Dolomiten warten in über 100 Klettergärten und auf<br />

über 1000 Routen Kletterterrains in allen Schwierigkeitsgraden,<br />

wo man sein Geschick unter Beweis stellen und<br />

eventuell eine neue Leidenschaft für sich entdecken kann.<br />

… SCHNELL HINUNTER …<br />

Bereits im 19. Jahrhundert haben Draufgänger besondere<br />

Fahrräder für den Nervenkitzel abseits der Straße entwickelt.<br />

Auch heute noch ist Mountainbiken, kurz auch<br />

MTB genannt, nach wie vor eine der aufregendsten Arten,<br />

Zeit in der Natur zu verbringen und eine Region auf die<br />

etwas andere Weise zu erkunden. <strong>Südtirol</strong> ist dabei ein wahres<br />

Paradies für Mountainbiker – eine höhere Dichte an<br />

MTB-Touren für jeden Anspruch ist im gesamten Alpenraum<br />

kaum zu finden. Tatsächlich war <strong>Südtirol</strong> eine der ersten<br />

Alpenregionen, die das Mountainbiken (in Zusammenarbeit<br />

mit dem Bauernbund) umfassend geregelt hatten. So<br />

wurden bereits früh die besten Voraussetzungen geschaffen,<br />

um passionierten Bikern die tolle Infrastruktur von heute zu<br />

ermöglichen. Von breiten Forststrecken über hügeliges Mittelgebirge<br />

bis direkt unter den Gletscher ist für jeden die<br />

richtige Strecke dabei.<br />

Mit Mountainbike-Touren für<br />

jeden Anspruch ist <strong>Südtirol</strong> ein<br />

wahres Paradies für Adrenalinsuchende<br />

auf zwei Rädern.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Alex Moling, Mauritius Images, Getty Images<br />

Anfänger werden die beschilderten Touren für alle Levels<br />

sehr zu schätzen wissen und können so gut vorbereitet<br />

und vor allem sicher in die Pedale treten. Der Vinschgau<br />

und die Seiser Alm eignen sich beispielsweise mit ihrer Vielfalt<br />

außerordentlich gut, um in den Bergsport reinzuschnuppern;<br />

fortgeschrittene Biker können unter anderem in der<br />

Dolomitenregion Gröden ihre Grenzen austesten und dabei<br />

auch mal so richtig ins Schwitzen kommen.<br />

… UND DIE ENTSPANNUNG ZUM SCHLUSS<br />

Selbstverständlich haben sich enthusiastische Sportler auch<br />

eine Erholung verdient. Ein stetig wachsender Trend in den<br />

<strong>Südtirol</strong>er Bergen ist die jahrtausendealte Praxis des Yoga<br />

inklusive Meditationseinheiten; eine erfrischende Abkühlung<br />

findet man vor allem in der warmen Jahreszeit an einem<br />

der traumhaft schönen Seen, mit denen <strong>Südtirol</strong> wahrlich<br />

gesegnet ist. Highlights wie den Pragser Wildsee oder<br />

den Kalterer See sollte man als Besucher dieser schönen<br />

Region ohnehin auf keinen Fall verpassen. ❢<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 39


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

DIE 3 BESTEN<br />

WANDERROUTEN<br />

Legendäres Bergmassiv<br />

Ihn zu erklimmen ist nicht<br />

einfach, doch es ist es wert:<br />

der sagenhafte Rosengarten.<br />

SEXTNER RUNDWEG<br />

DREI-ZINNEN-WANDERUNG<br />

ROSENGARTEN-RUNDE<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: schwierig<br />

GEEIGNET FÜR: Familien mit Kindern oder<br />

GEEIGNET FÜR: Wanderer mit ausreichend<br />

GEEIGNET FÜR: Trittsichere Wanderer<br />

zur Entspannung zwischen größeren Touren<br />

Lungenvolumen für 950 Höhenmeter<br />

auf der Suche nach König Laurin<br />

Ohne große Höhenunterschiede bietet der<br />

Zwar erheben sich die Drei Zinnen unmittelbar<br />

Die Kölner Hütte auf 2337 Metern ist Start-<br />

Rundweg spannende Einblicke in Geschichte<br />

an der Grenze von <strong>Südtirol</strong> und Belluno, doch<br />

und Endpunkt für die fünfeinhalbstündige<br />

und Natur des Gebiets um Sexten – und dazu<br />

ihre prachtvolle Nordseite liegt klar auf dem<br />

Wanderung rund um das wohl berühmteste<br />

herrliche Panoramablicke übers Sextner Tal.<br />

Start- und Zielpunkt ist der Tourismusverein<br />

Sexten. Sieben Stationen auf dem ersten<br />

Abschnitt des Wegs erzählen von der Fauna<br />

des Tals sowie lokalen Mythen und Legenden,<br />

im zweiten Abschnitt geht es um Tierspuren,<br />

Vögel, Pilze und Pflanzen. HIGHLIGHT: Die<br />

„Sextner Sonnenuhr“ aus den fünf Dolomitengipfeln<br />

Neuner, Zehner (alias Rotwand), Elfer,<br />

Zwölfer und Einser, die vom Fischleintal die<br />

Abschätzung der Tageszeit nach Sonnenstand<br />

ermöglichen; weiters Überreste der im Ersten<br />

Weltkrieg umkämpften Habsburger-Festung<br />

Heideck am Eingang des Fischleintals. Je nach<br />

Verweildauer an den umfangreich beschrifteten<br />

Stationen ist man zwischen drei und fünf<br />

Stunden unterwegs.<br />

Gebiet <strong>Südtirol</strong>s. Es gibt mehrere Möglichkeiten,<br />

sich ihnen zu nähern – die klassische Route<br />

verläuft vom Fischleintal (ab Parkplatz Fischleinboden)<br />

taleinwärts zur Talschlusshütte,<br />

umgeben von der Sextner Sonnenuhr führt<br />

der Weg mit der Markierung 102 durch das<br />

Altensteintal bergan. Am Fuß des Einserkofels<br />

vorbei geht es bis zur Baumgrenze; eine Etappe,<br />

die sich nicht für lange Gespräche eignet, aber<br />

durch würzige Bergluft beglückt. Nach etwa<br />

drei Stunden erreicht man eine unterhalb des<br />

Paternkofels gelegene Ebene mit zwei Seen.<br />

HIGHLIGHT: Ein kurzer Anstieg führt jetzt<br />

zur Drei-Zinnen-Hütte, wo Wanderer bei<br />

spektakulärem Panoramablick auf die Zinnen<br />

Atem und Glücksmomente schöpfen. Der<br />

Abstieg erfolgt auf derselben Route.<br />

Massiv der Dolomiten. Über den Coronelle-Pass<br />

(Weg 550) geht es zum höchsten Punkt der<br />

Route auf 2691 Metern, über den Cigolade-Pass<br />

(Weg 541) weiter zur Rotwand-Hütte. HIGH-<br />

LIGHT: Am Fuß der Nadeln des Rosengartens<br />

führt der Hirzelweg (549) zurück zur Hütte.<br />

BESTE GOOD TO AUSSICHT KNOW<br />

TITSCHENWARTE Einen Panoramablick<br />

über die Gipfel von Schlern, Rosengarten und<br />

Latemar bietet der Aussichtspunkt Titschenwarte.<br />

Zu erreichen ist er in einem angenehmen<br />

Spaziergang (4,5 km) vom „Gasthof Schneiderwiesen“<br />

im südlich Bozens gelegenen Leifers.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Clemens Zahn, Falkensteiner Kronplatz<br />

40 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

ALPINE WANDERUNGEN SIND DER<br />

BESTE BEWEIS DAFÜR, DASS DER<br />

WEG TATSÄCHLICH DAS ZIEL IST.<br />

Bergfreuden<br />

Der Kronplatz eignet sich perfekt<br />

als Einstieg für kaum erfahrene<br />

Wanderer und Familien.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 41


Gröden – Das Tal der Dolomiten par excellence<br />

www.valgardena.it


GSTC DVR230103<br />

®<br />

GSTC DVR230103


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

DIE 3 SCHÖNSTEN<br />

KLETTERSTEIGE<br />

Die Spitze der Welt<br />

Wer einmal den Rausch des<br />

Kletterns verspürt hat, will<br />

immer höher hinaus.<br />

DREI ZINNEN<br />

CINQUE TORRI<br />

MARMOLADA-SÜDWAND<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: Anfänger<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: fortgeschritten<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: Experte<br />

GEEIGNET FÜR: Einsteiger, Genusskletterer<br />

GEEIGNET FÜR: Sonnenkletterer, Genuss-<br />

GEEIGNET FÜR: Trittsichere, schwindelfreie<br />

mit ersten Erfahrungen und Hardmover<br />

kletterer mit Ausdauer<br />

Kletterer mit herausragender Kondition<br />

Rund um die Drei Zinnen befinden sich einige<br />

Die Felstürme Cinque Torri gehören zu den<br />

Die Marmolada ist mit 3343 Metern der höchste<br />

der spektakulärsten Klettersteige der Dolomiten,<br />

schönsten und eindrücklichsten Formationen<br />

Berg der Dolomiten und bricht nach Süden<br />

von denen die meisten mindestens anspruchs-<br />

Cortinas und zu den klassischen Naturkletter-<br />

in einer zwei Kilometer breiten, stellenweise<br />

voll sind. Aber es muss nicht gleich eine<br />

gärten im Alpenraum. Zudem sind sie per<br />

800 Meter hohen Steilwand ab. Als „Königin der<br />

Steilwand sein: Einsteiger können die Freuden<br />

Seilbahn leicht zu erreichen. Die steile Wand<br />

Wände“ wird diese Südwand auch bezeichnet,<br />

des Kletterns im Klettergarten Pragser Wildsee<br />

entdecken. Er zählt zwar nicht zu den größten<br />

Kletterrevieren <strong>Südtirol</strong>s, öffnet aber im oberen<br />

(nicht mehr leicht zu erreichenden) Teil einen<br />

spektakulären Ausblick über den tiefblauen See<br />

und auf die Gipfel der Pragser Dolomiten.<br />

HIGHLIGHT: Der Klettergarten bietet<br />

15 Touren in den Schwierigkeitsgraden 2 bis<br />

7+, sodass auch Gruppen mit Teilnehmern<br />

unterschiedlicher Erfahrungshorizonte hier auf<br />

ihre Kosten kommen. Zu Fuß ist er vom Pragser<br />

Wildsee aus in einer halben Stunde zu erreichen<br />

– und bietet einen guten Grund, sich<br />

zwischen genüsslichen Badetagen am See<br />

in die Vertikale zu begeben.<br />

an der Westseite des Torre Grande (2355 Meter)<br />

ist als „Bergführerweg“ („Via delle Guide“) an<br />

der Sonnenseite des „Turms“ einer der beliebtesten<br />

Wege nach oben und mit dem Schwierigkeitsgrad<br />

4+ für leicht fortgeschrittene Kletterer<br />

geeignet. HIGHLIGHT: Die 130 Meter lange<br />

Tour ist zu Beginn durch einen Überhang<br />

fordernd – danach wird es leichter, bis das<br />

Gipfelplateau erreicht ist. Viele Kletterer<br />

entwickeln aufgrund der grandiosen Landschaft<br />

eine besondere Liebe zu den „Türmen“; am<br />

Torre Grande gibt es mit dem Steig „Miriam“<br />

eine weitere Route, die etwas länger und<br />

schwieriger ist (5+), sowie den „Dimai“ (6+),<br />

der von der Route „Miriam“ abzweigt.<br />

und tatsächlich schwingt ein Hauch von Ehrfurcht<br />

mit. Dabei führt nicht nur ein Weg vom<br />

Ombretta-Tal nach oben – wer die Südwand des<br />

Marmolada-Gratrückens emporklettert, hat die<br />

Qual der Wahl. Allerdings stellt jede Option eine<br />

Herausforderung dar; eine richtig leichte Tour<br />

gibt es nicht. HIGHLIGHT: Der Weg durch<br />

den „Fisch“ galt bei seiner Eröffnung gar als die<br />

schwierigste Tour der Dolomiten. Hier erwarten<br />

den Kletterer 1300 Höhenmeter, 13 Stunden sind<br />

mindestens einzuplanen. Als leichter gilt die<br />

Route „Don Quixote“, die auch die beliebteste<br />

ist. Auf der Nordseite der Marmolada befindet<br />

sich (noch) der einzige größere Dolomitengletscher.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Andreas Mierswa, Unsplash<br />

44 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ADVERTORIAL<br />

HÖHE, WEITE, FREIGEFÜHL:<br />

GEHEIMTIPP EGGENTAL<br />

Nachhaltige Streifzüge zu Fuß und mit dem Bike durch das<br />

Dolomiten-Unesco-Welterbe in <strong>Südtirol</strong>.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Alex Filz, Jens Staudt, beigestellt<br />

Das <strong>Südtirol</strong>er Eggental liegt nur 20 km von<br />

Bozen entfernt romantisch zwischen Rosengarten<br />

und Latemar. Extra viele Sonnenstunden<br />

bis weit in den Herbst, ein Wanderwegenetz,<br />

das mehr als 500 Streckenkilometer<br />

durch Wiesen und Wälder führt, sowie sanft mobile Urlaubsangebote<br />

bieten beste Voraussetzungen<br />

für nachhaltige Streifzüge durch das<br />

Dolomiten­Unesco­Welterbe.<br />

Gemüse vom Bauernhof direkt in<br />

die Hotelküche, plastikfreie Unterkünfte,<br />

Klimagemeinden, Wertschätzung<br />

des Trinkwassers sowie Abfallvermeidung,<br />

nachhaltige Erlebnisse für<br />

Gäste: Das Eggental ist als erste Destination<br />

in <strong>Südtirol</strong> mit dem Nachhaltigkeitslabel<br />

<strong>Südtirol</strong> nach GSTC­Standard<br />

ausgezeichnet worden.<br />

Im Eggental darf auch das Auto Urlaub machen – am<br />

besten bleibt es gleich ganz zu Hause. Mit Zug oder Bus geht<br />

es über Bozen zum „Sanft Mobilen Dolomiten­Erlebnis“,<br />

buchbar von 18. Mai bis 1. November; dabei garantiert der<br />

Guest Pass Eggental freie Fahrt mit den öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln vor Ort, und zudem können alle 17 Auf­<br />

stiegsanlagen in der Region, die Rosengarten, Latemar und<br />

Schlern erschließen, an fünf Tagen kostenlos genutzt werden.<br />

Bahnreisende profitieren zusätzlich von einem kostenlosen<br />

Wanderprogramm und können mit etwas Glück bei einem<br />

Online­Gewinnspiel lokale Qualitätsprodukte sowie zwei<br />

Nächte in einem Vier­Sterne­Hotel gewinnen.<br />

Bei den Naturwochen von 9. bis<br />

23. September spielen die Elemente<br />

Wasser und Luft genauso eine Rolle wie<br />

die Bedeutung der Bienen für die Umwelt<br />

und nachhaltige Wandererlebnisse.<br />

An sechs Tagen gibt es geführte Touren,<br />

zum Beispiel eine Wanderung zum Null­<br />

Kilometer­Salat mit Joghurtherstellung<br />

aus hofeigener Milch oder eine Nachtwanderung<br />

zum Thema Lichtverschmutzung.<br />

Dazu bekommt jeder<br />

eine Eggental­Trink flasche – sie gehört zusammen mit ausgewiesenen<br />

Trink wasserauffüllpunkten zum Projekt „Achtsam<br />

am Berg“, das dazu animiert, Mehrwegflaschen mit dem guten<br />

Eggentaler Leitungswasser aufzufüllen und keine Einweg­<br />

Wassertrinkflaschen aus Plastik mehr zu kaufen. So können<br />

Gäste ihren Urlaub im Eggental mit gutem Gewissen genießen.<br />

eggental.com ❢<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR TRAVEL 45


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

DIE 3 BESTEN<br />

BIKE-ROUTEN<br />

In die Pedale!<br />

Nichts für Neulinge: Am<br />

kurvigen Stelvio-Pass ist<br />

ordentlich Muskelkraft gefragt.<br />

MONTIGGLER WALD<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: einfach<br />

GEEIGNET FÜR: Einsteiger, Familien mit<br />

größeren Kindern und Reinhold-Messner-Fans<br />

Von St. Michael über den Großen Montiggler See<br />

bis nach Frangart führt diese knapp 20 Kilometer<br />

lange Tour, die in zweieinhalb Stunden gut<br />

zu bewältigen ist. Am Kreuzweg bei St. Michael<br />

geht es zunächst harmlos auf Asphalt durchs<br />

Lavasontal, bevor der Untergrund im Wald und<br />

auf dem Weg zum Großen und zum Kleinen<br />

Montiggler See recht holprig wird. Nach dieser<br />

etwas fordernden Etappe geben ebene Forstwege<br />

Gelegenheit, dem Gesang der Vögel zu<br />

lauschen. Über Schreckbichl führt die Route auf<br />

den Kaiserberg; auf dem Weg hinab gibt es<br />

Rampen für flugfreudige Biker. HIGHLIGHT:<br />

Auf dem Weg nach Frangart liegt Schloss<br />

Sigmunds kron mit dem spannenden Messner<br />

Mountain Museum, in Frangart führt ein Radweg<br />

zurück zum Startpunkt St. Michael.<br />

SEISER ALM<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel<br />

GEEIGNET FÜR: Feinschmecker, Naturliebhaber<br />

und Familien mit größeren Kindern<br />

Grandiose Blicke auf die Dolomiten und die<br />

Weite der größten Hochalm Europas machen<br />

Mountainbike-Touren auf der Seiser Alm unvergesslich.<br />

Bei 600 Kilometern Radstrecke<br />

auf zwei Höhenlagen stellt sich höchstens die<br />

Frage, wo man anfängt. HIGHLIGHT: Einen<br />

schönen Überblick über die Alm, sportliche<br />

Herausforderung und kulinarischen Lohn für die<br />

investierte Energie verspricht die 22,5 Kilometer<br />

lange Hütten-Tour – 825 Höhenmeter sorgen<br />

dafür, dass die Mehlspeisen nicht ansetzen. Die<br />

Route führt vom Ausgangspunkt Compatsch<br />

vorbei an Hütten rund um die Alm und über<br />

Saltria zurück zum Startpunkt. Die zweite<br />

Abfahrt der Tour ist sehr steinig und erfordert<br />

Geschick. Weiterer Höhepunkt: die traumhafte<br />

Aussicht unterhalb von Lang- und Plattkofel.<br />

UINASCHLUCHT<br />

SCHWIERIGKEITSGRAD: schwierig<br />

GEEIGNET FÜR: Konditionsstarke Grenzgänger<br />

ohne jede Form von Höhenangst<br />

Von Schlinig im Obervinschgau geht es in<br />

sieben Stunden und über 70 Kilometer über<br />

die Ses venna-Hütte hinab in die Uinaschlucht<br />

und nach Scoul, Münstertal und Laatsch. Mit gut<br />

2000 Höhenmetern ist diese Tour nichts für<br />

Untrainierte! HIGHLIGHT: Die Abfahrt in<br />

die Uinaschlucht ist überwältigend – Schieben<br />

dringend empfohlen. Von hier aus geht es<br />

berg auf, was neue Herausforderungen bedeutet.<br />

Über schöne Schweizer Almen geht es auf<br />

2200 Meter Höhe, bevor der Pass da Costainas<br />

bergab ins Münstertal führt. Zurück in Italien<br />

radelt man den Radweg wieder nach Laatsch.<br />

Wer auch noch nach Österreich möchte, fährt ab<br />

Mals und Schlinig durch die Uinaschlucht, durchs<br />

österreichische Nauders und dann über den<br />

Reschenpass zurück nach Mals.<br />

Fotos: IDM <strong>Südtirol</strong>/Matt Cherubino, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Frieder Blickle, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Kirsten-J. Sörries, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Benjamin Pfitscher<br />

46 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Schönes Schloss<br />

Unterwegs im idyllischen<br />

Vinschgau können Biker das<br />

Schloss Kastelbell bestaunen.<br />

BESTER<br />

KURVENTRAIL<br />

BESTER<br />

SPEED-WEG<br />

Im Rausch der Kehre<br />

Erfahrene Mountainbiker können sich auf dem Tibet-Trail im Ortler-Gebiet ganz dem Rausch der<br />

Tiefe und des kontrollierten Kurvenfahrens hingeben. Startpunkt ist die Spitze des Stilfser Jochs<br />

auf 2758 Meter Höhe (per Postauto erreichbar); hier befindet sich die „Tibet Hütte“, der der Trail<br />

seinen Namen verdankt. Von dort aus führt der Serpentinen-Trail in zahlreichen Kehren bis ins<br />

idyllische, gleichwohl 1200 Meter tiefer gelegene Trafoi hinab. Um es unbeschadet zu erreichen,<br />

müssen Mountainbiker das Hinterradversetzen beherrschen und über ausreichend gute kör perliche<br />

Fitness verfügen.<br />

Wälder, Wiesen und Almen<br />

Im Vinschgau finden MTB-Fans<br />

ein dichtes Netz von über<br />

80 erstklassigen Singletrails.<br />

Herrnsteig-Trail<br />

Über siebeneinhalb Kilometer windet sich der<br />

Herrnsteig am Kronplatz im Pustertal nach<br />

Reischach hinab und überwindet dabei stolze<br />

1255 Höhenmeter. Abwechslung bieten auf der<br />

mittelschweren Abfahrt zwei anspruchsvollere<br />

Abzweigungen.<br />

GOOD TO KNOW<br />

Leihrad<br />

Wer kein eigenes Bike dabeihat, kann an<br />

zahlreichen Verleihstationen entlang der<br />

<strong>Südtirol</strong>er Radwege eines leihen (auch<br />

E-Bikes) – gegen Aufpreis können sie bei<br />

einigen Verleihern an anderen Stationen<br />

abgegeben werden.<br />

Bikemobil Card<br />

Mit dieser Karte (für einen, drei oder sie ben<br />

Tage zu kaufen) kann man alle öffentlichen<br />

Verkehrsmittel in <strong>Südtirol</strong> sowie für einen<br />

Tag ein Leihrad nutzen.<br />

Der Himmel weiß mehr<br />

Auch Biker müssen auf das Wetter achten<br />

und entsprechend planen.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 47


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

DIE 3 SCHÖNSTEN<br />

SEEN<br />

Majestätische Legende<br />

Der Sage nach soll der Pragser<br />

Wildsee früher das Tor zur<br />

Unterwelt gewesen sein.<br />

KALTERER SEE<br />

PRAGSER WILDSEE<br />

KARER SEE<br />

BADETAUGLICHKEIT: hoch<br />

ERHOLUNGSFAKTOR: hoch<br />

ROMANTIKFAKTOR: hoch<br />

GEEIGNET FÜR: Warmbader, Wasserratten,<br />

GEEIGNET FÜR: Kaltwasserschwimmer,<br />

GEEIGNET FÜR: Märchenfans, Zauberer,<br />

Planschsüchtige, Sonnenanbeter und Familien<br />

Ruderer, Romantiker und Naturfreunde<br />

Wanderer und Regenbogensucher<br />

Mit maximal vier Meter Tiefe erwärmt sich der<br />

Auch im Hochsommer wird das Wasser des<br />

Als „Märchensee der Dolomiten“ wird der Karer<br />

Kalterer See schnell und zuverlässig – nicht nur<br />

Pragser Wildsees – einer der größten und<br />

See gerühmt, der sechs Kilometer von Welsch-<br />

im Frühsommer, sondern auch nach Regen-<br />

tiefsten natürlichen Dolomitenseen – nicht<br />

nofen im wunderschönen Eggental smaragd-<br />

güssen. So bringt es der größte See <strong>Südtirol</strong>s zu<br />

wärmer als maximal 20 Grad, und auch das<br />

grün unter den Zacken des Latemar leuchtet.<br />

einem weiteren Rekord: Er ist der wärmste See<br />

nur an den heißesten Sommertagen. Der Grund:<br />

Einer Sage zufolge verliebte sich hier einst<br />

der Alpen. HIGHLIGHT: Im Sommer steigt<br />

Der in einem Felsenkessel eingezwängte See ist<br />

ein Zauberer in eine Wassernixe – um sie zu<br />

die Temperatur seines kristallklaren Wassers<br />

regelmäßig auf angenehme 28 Grad – fast wie<br />

zu Hause in der Badewanne, nur viel schöner.<br />

Bis in den Oktober währen die Badefreuden bei<br />

gleichbleibend hoher Wasserqualität; unterstützt<br />

werden die sommerlichen Vibes durch<br />

Bootsverleih sowie Strandbars und Restaurants.<br />

Und auch auf dem Trockenen lässt es sich hier<br />

aushalten – nicht umsonst gilt Kaltern als eines<br />

der schönsten Weindörfer Italiens.<br />

an seiner tiefsten Stelle 36 Meter tief. Wer hier<br />

baden möchte, sollte über Neopren nachdenken!<br />

HIGHLIGHT: Dafür leuchtet der See<br />

in den schönsten Farbtönen von Blau, Türkis<br />

und Grün, und in seinem Wasser spiegelt sich<br />

eine imposante Bergkulisse. Der Pragser Wildsee<br />

erfreut die Augen, erwärmt das Herz und ist<br />

der ideale Ort für eine romantische Ruderboottour<br />

zu zweit. Auch ein Spaziergang an seinem<br />

Ufer bedeutet pure Erholung für die Seele.<br />

beeindrucken, spannte er einen Regenbogen<br />

aus Juwelen vom Rosengarten bis zum Latemar.<br />

Weil er sich aber sehen ließ, erschrak sie und<br />

verschwand für immer. Wütend warf er die<br />

Juwelen ins Wasser; es blieben nur ihre Farben.<br />

HIGHLIGHT: In 20 Minuten lässt sich der See<br />

umrunden – eines der zahlreichen Highlights<br />

des Eggentals, das zwischen den berühmtesten<br />

Dolomitengipfeln liegt und Steinpyramiden, eine<br />

Sternwarte und zwei Skigebiete besitzt.<br />

Fotos: Unsplash, iStock, Getty Images<br />

48 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Teamwork gefragt<br />

<strong>Südtirol</strong> bietet auch zahlreiche<br />

Wildwasser-Hotspots<br />

für Rafting-Fans.<br />

BESTE<br />

RAFTING-STRECKE<br />

BESTER<br />

TAUCHPLATZ<br />

Abenteuer im kühlen Nass<br />

Mit dem Raftingboot rasant den Fluss Eisack<br />

ab Freienfeld bei Sterzing entlanggleiten und<br />

das kühle Nass erfahren: ein aufregendes<br />

Naturerlebnis in <strong>Südtirol</strong>! Ob für Anfänger oder<br />

erfahrene Rafter – das kräftige Paddeln hält die<br />

Muskeln fit und sorgt für den richtigen Abenteuerkick.<br />

Alle Touren starten in Freienfeld und<br />

führen flussabwärts durch die einzigartigen<br />

Flussschlingen des Eisack. Ob als Gruppe, als<br />

Familie oder allein: Rafting ist eine einzigartige<br />

Erfahrung. Jede Zielgruppe erwartet ein maßgeschneidertes<br />

Programm mit unterschiedlichen<br />

Schwierigkeitsgraden. Das Tiger Rafting<br />

Team Sterzing organisiert von Mai bis Oktober<br />

täglich Touren. Alle Bootsführer sind bestens<br />

geschult und bilden sich regelmäßig fort, um<br />

den neuesten Sicherheitsstandards zu entsprechen.<br />

raftingsterzing.it<br />

In die Tiefe<br />

Im erfrischenden Badesee und im<br />

sechs Meter tiefen Tauchbecken<br />

der „Quellenhof See Lodge“ bei<br />

Meran kann man schnuppertauchen<br />

oder unter Anleitung eines<br />

Tauchlehrers den Tauchschein<br />

machen. Schnuppertauchen für<br />

Erwachsene und Kinder für 70 €.<br />

quellenhof-seelodge.it<br />

Drei Highlights auf der<br />

einzigen Seebühne <strong>Südtirol</strong>s.<br />

Beginn jeweils 21 Uhr<br />

Eintritt: € 49,–<br />

(Ermäßigungen für Kinder unter 14 Jahren)<br />

zur Website:<br />

Kalterer<br />

Seespiele<br />

Infos und Kartenvorverkauf:<br />

Tourismusbüro Kaltern am See,<br />

T +39 0471 963 169, F +39 0471 963 469<br />

info@ kaltern.com – www.kaltern.com<br />

<strong>2023</strong><br />

18. Juli Chris Norman<br />

25. Juli Leony<br />

1. Aug. MICHAEL PATRICK KELLY


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

3 ZINNEN – DOLOMITEN<br />

DIE REGION MITTEN IM UNESCO-WELTERBE<br />

Sie sind die berühmtesten Gipfel der Dolomiten und gehören zu den eindrucksvollsten Naturwundern der<br />

gesamten Alpinwelt: die ikonischen 3 Zinnen. Berge, wohin das Auge reicht, Wanderrouten, Biketrails,<br />

anspruchsvolle Klettertouren und sanfte Spazierwege – nirgendwo sonst finden sich so viele Naturwunder auf<br />

so engem Raum. Am Gipfel folgt man den Spuren der Pioniere, im Klettergarten feilt man an seiner Technik<br />

und am Mountainbike-Trail bringt man seinen Adrenalinspiegel zum Steigen. Die natürliche Schönheit des<br />

Unesco-Welterbes lässt sich in den imposanten Pragser und Sextner Dolomiten, den reizvollen Tälern sowie<br />

den fünf Ortschaften Sexten, Innichen, Toblach, Niederdorf und Prags bestaunen. HIGHLIGHT Mit den<br />

Bergbahnen erlebt man das ganze Jahr über zahllose Erlebnisse für die ganze Familie – mit den Aufstiegsanlagen<br />

erreicht man die besten Ausgangspunkte für Wanderungen und Klettersteige auf 2000 Höhenmetern.<br />

3 Zinnen – Dolomiten, dreizinnen.com<br />

E: info@dreizinnen.com<br />

T: +39 0474 710 355<br />

Text: Philipp Josef Rossmann/ Foto: Wisthaler<br />

Partnership<br />

50 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

NICHT UMSONST GILT DIE<br />

MAJESTÄTISCHE REGION VIELEN<br />

ALS BEEINDRUCKENDSTE DES<br />

GESAMTEN ALPENRAUMS.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 51


EXPERIENCES<br />

SPORT<br />

ALTA BADIA<br />

DIE ALPINE GENUSSREGION SCHLECHTHIN<br />

Partnership<br />

Das Tal kombiniert auf einzigartige Weise die Schönheit des Unesco-Welterbes Dolomiten mit der<br />

traditionellen Kultur der Ladiner. Bei Sonnenuntergang zeigen sich die majestätischen Gipfel in einem zarten<br />

Rosa und offenbaren das Naturschauspiel Enrosadira. Das ganze Jahr über wird Alta Badia seinem internationalen<br />

Renommee als Gourmetdestination gerecht – in zahlreichen Almhütten auf rund 2000 Metern<br />

werden im Winter innerhalb der Initiative „Skifahren mit Genuss“ Gerichte von höchster Qualität aufgetischt,<br />

die mit den besten <strong>Südtirol</strong>er Zutaten kreiert werden; Gäste können in den traditionellen Bauernhöfen Speisen<br />

aus der ladinischen Küche verkosten. HIGHLIGHT Im Winter bietet Alta Badia, wo jährlich im Dezember<br />

Skiweltcuprennen stattfinden, einen Skizirkus mit Zugang zu 500 Pistenkilometern, im Sommer ist Alta Badia<br />

mit dem weltberühmten Radmarathon Maratona dles Dolomites – Enel die Traumdestination für Radfahrer.<br />

Alta Badia, altabadia.org<br />

E: info@altabadia.org<br />

T: +39 0471 836176 847037<br />

Text: Philipp Josef Rossmann/ Foto: Alex Moling<br />

52 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

WER DRAUSSEN AKTIV IST,<br />

HAT SICH EINE GENUSSVOLLE<br />

EINKEHR VERDIENT.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 53


EXPERIENCES<br />

HOTELTIPPS<br />

DIE SCHÖNSTEN<br />

SPORT- UND AKTIVHOTELS<br />

54 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Text: Carolin Chytrek / Fotos: Alex Filz, Partnership<br />

GNOLLHOF<br />

KLAUSEN<br />

Die mächtigen Dolomiten haben eine Anziehungskraft,<br />

der man sich nur schwer entziehen kann. Es ist nicht nur<br />

die markante Gipfelkulisse, sondern auch der endlose Weitblick<br />

über Wiesen und Täler, der einen Urlaub hier so besonders<br />

macht. Der „Gnollhof“ liegt mittendrin in die sem<br />

Sehnsuchtsort, am Waldrand und unweit der Eisack taler<br />

Weinberge. Am Hotel führen leichte Wander- und Spazierwege<br />

vorbei, Abenteuerlustige zieht es dank unzäh liger<br />

Aktiv-Optionen in die Höhe. Die Konstanten zwischen all<br />

den Outdoor-Momenten sind das edle und traditionsreiche<br />

Ambiente des „Gnollhof“, die hausgemachte regionale<br />

<strong>Südtirol</strong>er Alpinküche von Gastgeber Peter Verginer, Weine,<br />

zum Teil vom eigenen Weingut, und der ruhige Wellnessbereich<br />

mit seinen vielen Erholungsmöglichkeiten.<br />

ERFAHRUNG Schon 1888 kehrten Gäste gerne in den<br />

„Gnollhof“ ein, heute führt Familie Verginer das Hotel in<br />

vierter Generation. DZ inkl. 3/4-Verwöhnpension ab € 141,– p. P.<br />

Hotel Gnollhof, gnollhof.it<br />

Gufidaun 81, 39043 Klausen, Italien<br />

T: +39 0472 847323<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 55


EXPERIENCES<br />

HOTELTIPPS<br />

HOTEL DIE POST<br />

SULDEN<br />

Im italienischen Sulden, auf 1900 Metern, ist die Luft rein<br />

und die Alpenkulisse des Ortler-Bergmassivs beeindruckend<br />

kraftvoll – das Gebiet ist gerade deshalb so perfekt für<br />

Out door-Sportler und alle, die die atemberaubende Natur<br />

hautnah erleben möchten. Perfekter Ausgangspunkt dafür<br />

ist das „Alpin Spa Hotel die Post“. Grenzenlose Berg welten<br />

mit 14 Dreitausendern erstrecken sich direkt im Umfeld<br />

des Vier-Sterne-Superior-Refugiums, der Aktivurlaub kann<br />

also direkt vor der Haustür losgehen. Wer es lieber langsam<br />

angehen lässt, erlebt herrlich entspannende Stunden im<br />

1200 m² großen Wellnessbereich, der mit Panoramapool<br />

und Bergsee punkten kann. Während die Großen hier zur<br />

Ruhe kommen, verbringen die Jüngsten dank Spiel und<br />

Spaß bei der Kinderanimation einzigartige Stunden unter<br />

Gleichaltrigen. Abends genießt man gemeinsam die<br />

raffinierte traditionell italienische Küche. MESSNER<br />

MOUNTAIN MUSEUM Nur sechs Minuten vom Hotel<br />

entfernt liegt unterirdisch das Messner Mountain Museum<br />

Ortler, das spannende Infos rund um das ewige Eis<br />

bereithält. Hier begibt man sich auf die Spuren von<br />

Eiskletterern und Schneemenschen und lernt Neues über<br />

Lawinen und Kälte. DZ inkl. Post-3/4-Verwöhnpension ab € 121,– p. P.<br />

Alpin Spa Hotel die Post, hotelpost.it<br />

Hauptstraße 22, 39029 Sulden am Ortler, Italien<br />

T: +39 0473 613024<br />

Fotos: Helmuth Rier, Horst Oberrauch, Hannes Niederkofler, beigestellt Partnership<br />

56 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

SPORTHOTEL EXCLUSIVE<br />

ST. VIGIL AM KRONPLATZ<br />

Imposante Felsformationen, urige Almhütten, bunte<br />

Blumenwiesen: Die Region um den Kronplatz, <strong>Südtirol</strong>s<br />

Outdoorparadies Nummer eins, könnte vielfältiger kaum<br />

sein. Hier kann man entspannen, aktiv sein und die<br />

Symbiose zweier Kulturen in sich aufsaugen. Eingebettet<br />

in die traumhafte Landschaft des Unesco-Weltnaturerbes<br />

Dolomiten liegt das „Sporthotel Exclusive“, mitten im<br />

Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Die schönsten Wander-,<br />

Bike- und Kletterrouten beginnen also direkt vor der<br />

Haustür. Damit man für seinen Ausflug ins Umland bestens<br />

gewappnet ist, genießt man im Hotel einen perfekten Mix<br />

aus regionalen, nationalen und kreativen Gerichten und<br />

Leckerbissen von Küchenchef Sebastiano, zum Beispiel<br />

abends, in Form eines Vier-Gang-Menüs. Im himm lischen<br />

Wellnessbereich mit Saunawelt und Co taucht man danach<br />

ab und lässt die Sinne ziehen. LAND DER LEGEN-<br />

DEN Dank 2000 Jahre alter Geschichte lädt die Region<br />

zu vielen spannenden Reisen in die Vergangenheit ein –<br />

wie wäre es etwa mit dem Themenweg „Tru dles Liondes“,<br />

einer interaktiven Legendenwanderung in St. Vigil in Enneberg?<br />

DZ inklusive Halbpension ab € 260,–.<br />

Sporthotel Exclusive, sporthotel-exclusive.com<br />

Str. al Plan Dessora 2, 39030 St. Vigil in Enneberg, Kronplatz, Italien<br />

T: +39 0474 501030<br />

Partnership<br />

LINDER CYCLING HOTEL<br />

WOLKENSTEIN IN GRÖDEN<br />

Ein stylisher Ort für fanatische Radler und alle, die ein<br />

Faible für die Dolomiten haben – das „Linder Cycling<br />

Hotel“ hat sich zu einem echten Sportler-Schmuckstück<br />

gemausert. Der Puls kommt hier nicht nur beim Radeln in<br />

Schwung, sondern auch bei einer Partie Billard oder im<br />

neuen „Linder Sky Spa“. In luftiger Höhe regeneriert man<br />

zwischen Sky-Pool mit Panoramablick, Sauna und Dampfbad<br />

und entspannt die müden Sportlerwaden im Ruheraum.<br />

Wie wäre es danach mit einer Stärkung? In der „Luis<br />

Eatery“ verschmelzen alpine Wurzeln mit mediterraner<br />

Leichtigkeit zu einem einmaligen Genuss. In der Steak-Stube<br />

darf man sich der Fleischeslust hingeben und neue Kraft<br />

tanken, um am nächsten Tag wieder aufs Bike zu steigen.<br />

Apropos Bike … CYCLING-TRAUM Die Region um<br />

das Hotel ist gespickt mit grünen Wiesen, Wanderwegen<br />

und coolen Routen für Mountain- oder E-Biker. Das<br />

Angebot reicht von flowigen Singletrails über aufsehenerregende<br />

Downhill-Strecken bis zu spektakulären Freeride-<br />

Touren. Wer sich nicht auskennt, bekommt Hilfe von<br />

Gastgeber Günther Linder oder seinen Bike-Guides, die<br />

immer wissen, wo es langgeht. Waschstraße und Werkstatt<br />

gibt es direkt im Hotel. DZ ab € 215,–.<br />

Linder Cycling Hotel, linder.it<br />

Nivesstraße, 36, 39048 Wolkenstein in Gröden, Italien<br />

T: +39 0471 795242<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 57


EXPERIENCES<br />

HOTELTIPPS<br />

SPORTHOTEL OBEREGGEN<br />

OBEREGGEN<br />

Relaxen, Sport und Lifestyle: Wer auf der Suche nach<br />

dieser Kombination ist, sollte im „Sporthotel Obereggen“<br />

einchecken. Das Hotel liegt im Herzen der Dolomiten,<br />

mitten im romantischen Eggental, und schwört auf die<br />

alten <strong>Südtirol</strong>er Traditionen. Entspannte Atmosphäre zieht<br />

sich durch alle Räume, die klassisch-modern eingerichtet<br />

sind; perfekten Panoramablick auf die umliegenden Berge<br />

bietet die neue Dachterrasse samt Rooftop-Pool, die pünktlich<br />

zur Sommersaison errichtet wurde. Hier entspannt<br />

man auf der Sonnenseite des Lebens und lässt die Tage<br />

ausklingen. Gemütlicher geht es im Indoor-Wellnessbereich<br />

zu, der mit feinem Holz- und Kräuterduft aus den Saunen<br />

lockt, zur Abkühlung taucht man in der Wasserwelt ab.<br />

Süd tirols Traditionen kann man auch schmecken: Auf den<br />

Tellern kommen beste Spezialitäten aus der Region fein<br />

kredenzt zusammen – die perfekte Stärkung für aktive<br />

Stunden an der frischen Luft. GOLF-PARADIES Wie<br />

wär’s mit ein paar Abschlägen oder Golf-Übungsstunden<br />

mitten in atemberaubender Natur? Gleich zwei Plätze<br />

lie gen in direkter Umgebung zum Hotel, auf sagenhaften<br />

1200 Meter Höhe. Wer lieber wandern oder biken möchte,<br />

findet etliche passende Touren. DZ ab € 122,– pro Person.<br />

Sporthotel Obereggen, obereggen.it<br />

Obereggen 17, 39050 Obereggen, Italien<br />

T: +39 0471 615 797<br />

Fotos: Klaus Peterlin Partnership<br />

58 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


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EXPERIENCES<br />

HOTELTIPPS<br />

Fotos: Andreas Tauber, Manuel Kottersteger<br />

60 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Partnership<br />

TENNE LODGES<br />

RATSCHINGS<br />

Wer die „Tenne Lodges“ in Ratschings besucht, hat die<br />

Qual der Wahl. Das Hotel ist dank seiner Lage der perfekte<br />

Ausgangspunkt für Wandertouren, Bike- und Kletterabenteuer<br />

sowie Paragleiten, aber auch die umliegende<br />

Natur aus Wald und blühenden grünen Wiesen zieht<br />

Gäste magisch nach draußen. Hier will man sich bewegen,<br />

hier will man erkunden und staunen. Staunen darf<br />

man aber auch in den „Tenne Lodges“ selbst – es ist<br />

nämlich die besondere, chaletähnliche Architektur, die<br />

sofort ins Auge fällt. Beim Bau wurden kleine Holztäfelchen<br />

für die Verkleidung verwendet, die bei gutem Wetter<br />

in der Sonne leuchten. Der Einsatz von Stein und die<br />

vielen Spitzgiebel mit ihren Loggien runden den traditionellen<br />

Stil perfekt ab. Auch das Interior versprüht<br />

rusti kal-modernen Charakter und punktet mit viel Holz<br />

und feinsten Textilien. BIKE & HIKE Wer sich nicht<br />

zwischen Wandertouren und Mountainbiking entscheiden<br />

möchte, kann in den „Tenne Lodges“ beides haben. Dank<br />

der Nähe zum Wandergebiet Ratschings-Jaufen beginnt<br />

eine Tour in die Berge direkt vor der Haustür – auf<br />

Wunsch mit hoteleigenem Guide. Lodge ab € 845,–.<br />

Tenne Lodges, tenne-suedtirol.com<br />

Bichl 51, 39040 Ratschings, Italien<br />

T: +39 0472 433300<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 61


EXPERIENCES<br />

HOTELTIPPS<br />

Partnership<br />

SONNWIES<br />

LÜSEN<br />

Umgeben von unberührter Natur und dem Unesco-Weltnaturerbe<br />

Dolomiten ist das „Sonnwies“ ein Kraftplatz für ruhesuchende<br />

Familien; ein Rückzugsort, an dem Nachhaltigkeit<br />

im Vordergrund steht. Hautnaher Kontakt mit den Tieren der<br />

„Sonnwies“-Farm, Wasserspiele an den Bachläufen, wohltuende<br />

Yogaeinheiten im Wald, sanfte E-Bike-Touren auf der Lüsner<br />

Alm und Wanderungen zur hauseigenen Kalkofen-Hütte sind<br />

nur einige der zahlreichen Naturerlebnisse. Für Erfrischung<br />

sorgen die Wasserwelten mit Bergblick und entspannende Spa-<br />

Treatments. FARM TO TABLE Im neu angelegten Culinary<br />

Garden können Kinder bei wöchentlichen Führungen säen,<br />

ernten und verkosten und erhalten so bereits im frühen Alter<br />

ein Verständnis für die Natur. Eine Auszeit für die ganze Familie<br />

mit unzähligen nachhaltigen Erlebnissen und Erinnerungen!<br />

Familienzimmer mit Vollpension ab € 800,– p. P.<br />

Hotel Sonnwies, sonnwies.com<br />

Alter Rungger Weg 20, 39040 Lüsen, Italien<br />

T: +39 0472 413 533<br />

Fotos: Georg Roske, Kalus Peterlin<br />

62 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Partnership<br />

HOTEL DORFER<br />

WOLKENSTEIN IN GRÖDEN<br />

Komfortabel und gesellig ist es, das „Dorfer“ in Wolkenstein<br />

in Gröden, gelegen in einer der schönsten Wanderregionen<br />

Italiens. Weil das Grödnertal und der Naturpark<br />

Puez-Geisler direkt vor der Haustür liegen, kann man vom<br />

vielseitigen Aktivangebot der Regionen Gebrauch machen.<br />

Die Dolomiten mit ihren massiven Gipfelformationen<br />

sind für ihre vielseitigen Wander- und Bikerouten bekannt,<br />

empfehlenswert sind auch die zahlreichen Klettersteige. Bei<br />

den traumhaften Ausflügen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade<br />

erkundet man die Natur mit ihren vielen Almen<br />

und blühenden Wiesen, die sich im großen Hotelgarten<br />

mit Liegewiese und Sonnenterrasse widerspiegelt. Hier<br />

kann man die Schönheit des Draußen so richtig aufsaugen.<br />

Indoor weiß das Hotel mit rustikal-modernem Design, das<br />

auf Holz in Kombination mit frischen Akzenten baut, zu<br />

überzeugen: Die Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail<br />

eingerichtet. AQUAE DULCIS Noch mehr alpinen Flair<br />

und Relax-Möglichkeiten gibt es in der hauseigenen Wellnessoase,<br />

die mit ihren vielseitigen, wohlig-warmen Wohlfühlangeboten<br />

wie eine Ladestation wirkt. DZ inklusive Halbpension<br />

ab € 278,–.<br />

Hotel Dorfer, hoteldorfer.com<br />

Cir-Straße 5, 39048 Wolkenstein in Gröden, Italien<br />

T: +39 0471 795 204<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 63


EXPERIENCES<br />

HOTELTIPPS<br />

Partnership<br />

HOTEL SONNALP<br />

OBEREGGEN<br />

Rund 20 Kilometer von Bozen entfernt, umgeben von<br />

Wiesen und Wäldern, liegt die Ortschaft Obereggen auf<br />

1550 Metern. Der Hausberg Latemar und der Rosengarten<br />

sind nicht nur traumhaft schöne Nahziele, sondern<br />

fungieren als Kraftquellen der Natur; verschiedene<br />

Themen wege, Routen und spektakuläre Aussichtsplattformen<br />

laden zu Wanderungen ein. Wie wäre es zum<br />

Beispiel mit dem Panoramaweg über die Eggentaler Almen?<br />

Auch Kräuterführungen, Golf-Abenteuer und E-Bike­<br />

Touren sind möglich, und das alles im direkten Umfeld des<br />

„Hotel Sonnalp“. Hier öffnet man alle Sinne und tankt<br />

neue Energie. Das Haus mit seinen 38 Wohlfühlzimmern<br />

und Suiten setzt auf familiäre und individuelle Betreuung<br />

der Gäste und weckt die aktive Seite der Besucher. Gleichzeitig<br />

legt es größten Wert auf Wellness und Regeneration<br />

im hauseigenen Spa. VIELFACH PRÄMIERT Highlight<br />

des Hotels ist ohne Zweifel die einzigartige <strong>Südtirol</strong>er<br />

Haubenkulinarik, die dank höchster Qualität und bester<br />

mediterraner Aromen immer wieder mit Awards ausgezeichnet<br />

wird. Küchenchef Martin Köhl gehört seit<br />

25 Jahren zum „Sonnalp“ und zaubert seit jeher feinste<br />

Spezialitäten. DZ inklusive Halbpension ab € 164,– pro Person.<br />

Hotel Sonnalp, sonnalp.com<br />

Obereggen 28, 39050 Obereggen, Italien<br />

T: +39 0471 615 842<br />

Fotos: Rupert Muehlbacher/GA-Service, Horst Oberrauch<br />

64 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


EXPERIENCES<br />

Partnership<br />

DAS ROYAL<br />

OBEREGGEN<br />

Sich einmal wie ein König fühlen – das „The Royal“ ist<br />

zwar kein Schloss, kann aber mit einem Service punkten,<br />

der seinesgleichen sucht. „Wahre Zufriedenheit!“, das ist<br />

das Credo des Hotels in Obereggen. Hier kommt man als<br />

Gast und geht als Freund. Die Gastfreundschaft, das<br />

liebevolle und stylishe Ambiente und beste Genuss- und<br />

Wellnessmomente sind nur drei der Gründe dafür. Während<br />

die Küche von morgens bis abends mit <strong>Südtirol</strong>er Spezialitäten<br />

und italienischen Einflüssen aufwartet, kann man im<br />

Spa in Saunen schwitzen oder in der gesundheitsfördernden<br />

Heulounge ausspannen. Egal ob Wandern oder Klettern,<br />

ob Motorradfahren oder E-Biken: Im „The Royal“ ist alles<br />

möglich. Dank der Nähe zum majestätischen Naturparadies<br />

Rosengarten beginnt das persönliche Aktiv­<br />

Abenteuer direkt vor der Haustür. Will man hoch hinaus,<br />

wählt man aus einer ganzen Bandbreite an Sportarten,<br />

je nachdem, was zu einem passt. LATEMARIUM Das<br />

Erlebnisreich ist nur einen kurzen Fußmarsch vom Hotel<br />

entfernt und wartet mit etlichen Touren und Angeboten<br />

auf. Besondere Ausblicke erhält man vom Waldhochseilgarten.<br />

DZ ab € 105,– pro Person.<br />

DAS ROYAL, h-royal.com<br />

Obereggen 32, 39050 Obereggen, Italien<br />

T: +39 0471 615 891<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 65


ARCHITEKTUR<br />

DESIGN<br />

Atemberaubendes Vogelnest<br />

Der neue Wellnessbereich des „Alpin<br />

Panorama Hotel Hubertus“ scheint zu<br />

schweben und auf dem Kopf zu stehen.<br />

Dem<br />

Himmel<br />

so nah<br />

Foto: Kottersteger 2022<br />

66 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

<strong>Südtirol</strong> ist ein Architektur-Eldorado: Nirgends sonst gibt<br />

es dermaßen viele faszinierende und ungewöhnliche Bauten<br />

zu entdecken, die perfekt in die schroffe Berglandschaft<br />

passen. Hochwertige Materialien sind dabei Standard.<br />

von KARIN CERNY<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 67


ARCHITEKTUR<br />

DESIGN<br />

KLARE FORMEN UND SPEKTAKULÄRE<br />

AUSBLICKE: ARCHITEKTUR IST DAZU<br />

DA, DIE NATUR IN SZENE ZU SETZEN.<br />

68 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Schräger Würfelbau<br />

Innovative Architektur wie eine<br />

Holzschnitzerei, die damit spielt,<br />

gefaltet und gedreht zu werden.<br />

Einsamer Gipfel<br />

Auf 2700 Metern liegt die neu<br />

gebaute Santnerpass-Hütte, die<br />

anfangs umstritten war.<br />

Fotos: Jeremy Austin, Lukas Scheller, Nicola Paltrinieri<br />

Wahrscheinlich lässt sich das innovative Architekturverständnis,<br />

über das man in <strong>Südtirol</strong> staunt, ganz einfach<br />

auf den Punkt bringen: Die Natur ist der eigentliche<br />

Star. Die schroffen Dolomiten waren schon immer<br />

eine große Herausforderung, sei es durch unwegsames<br />

Gelände oder raues Klima; eine Architektur, die in dieser<br />

extremen Landschaft bestehen kann, braucht eine klare<br />

Formensprache. Sie muss funktional und widerstandsfähig<br />

sein, sie muss aber auch so eigen sein, dass sie<br />

nicht von der Dramatik der Berge verschlungen wird.<br />

Am Anfang waren es Einzelgänger, die wegweisend<br />

wirkten, die einigermaßen stur ihre Vision umsetzten,<br />

die traditionelle Bauweise in eine moderne Formensprache<br />

zu übertragen. Werner Tscholl, 1955 geboren, ist<br />

einer dieser Alpen-Pioniere, seine Bauwerke haben etwas<br />

Skulpturales, reagieren auf die vorhandene Geologie,<br />

treten in Dialog mit der Umgebung, wie beim Timmelsjoch-Projekt.<br />

Oder Othmar Barth, 1927 geboren, der mit dem<br />

„Seehotel Ambach“ 1973 einen Meilenstein an brutalistischer Architektur<br />

vorlegte. Puristische Bauten aus Sichtbeton, die aber zugleich<br />

raffiniert im Detail sind, passen gut in die Region. Sie nehmen sich<br />

zurück, ohne bescheiden zu sein, verkörpern eine Moderne ohne<br />

Kitsch – und verstehen es, die umgebende Landschaft spektakulär in<br />

Szene zu setzen: Wie durch einen Bilderrahmen im Museum sieht<br />

man etwa von den Balkonen im „Hotel Ambach“ auf den Kalterer<br />

See. Ebenfalls ein Monolith aus Beton ist das Hotel „Stadele Rooms“<br />

in Lana: In seiner minimalistischen Anmutung zaubert es einen<br />

Hauch von Japan nach <strong>Südtirol</strong>. Das Zusammenspiel von kühlem<br />

Beton außen und heimeligem, hochwertigem Holz aus der Region<br />

innen erzeugt einen spannenden Kontrast.<br />

Ein absoluter Hingucker ist auch das neue Spa des „Alpin Panorama<br />

Hotel Hubertus“, das sich in Farb- und Materialwahl der<br />

Berglandschaft anpasst. Es scheint zu schweben und dabei auf dem<br />

Kopf zu stehen; wie in einem Vogelnest sieht man, vom Alltag gänzlich<br />

befreit, auf die umliegenden Berge, irgendwie schwerelos. Das<br />

Architekturbüro NOA hat mit dem ungewöhnlichen Wellnessbereich<br />

ein neues Wahrzeichen der Region geschaffen. So beeindruckend<br />

das Bauwerk auch ist, drängt es sich doch nicht auf – die<br />

großen Glasfronten geben einem das Gefühl, inmitten der Natur zu<br />

sein. So baut <strong>Südtirol</strong> nämlich: Die Landschaft bleibt der Star.<br />

Sogar Berghütten haben hier eine klare, zeitgenössische Form,<br />

scheinen sich organisch in die Felsen zu schmiegen oder kämpferisch<br />

aus dem Stein zu ragen. Zaha Hadids bahnbrechendes ➨<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 69


ARCHITEKTUR<br />

DESIGN<br />

Blick auf die Berge<br />

Bei der „Berghütte Oberholz“<br />

scheinen drei Satteldächer aus<br />

dem Hang herauszuwachsen.<br />

Zurück zum Beton<br />

Japanischer Minimalismus trifft<br />

in den „Stadele Rooms“ in Lana<br />

auf gemütliches Holz.<br />

SELBST NÜCHTERNE ZWECK-<br />

BAUTEN SIND IN SÜDTIROL<br />

ÜBERRASCHEND INNOVATIV.<br />

Messner Mountain Museum, 2012 bis 2015 gebaut,<br />

war sicherlich ein wesentlicher Impulsgeber für eine<br />

futuris tische Architektur in den Alpen, die sich für jeden<br />

Science-Fiction-Film gut nutzen lassen würde. Die<br />

„Berghütte Oberholz“ etwa liegt zu Füßen der eindrucksvollen<br />

Felsenkette des Latemar, drei Satteldächer<br />

(traditionelle Elemente, mit denen hier gespielt wird)<br />

scheinen da aus dem Hang herauszuwachsen. In den<br />

großen Fenstern spiegeln sich der Himmel und die Berge,<br />

die raffinierte Holzkonstruktion innen sieht wie ein<br />

Knochengerüst aus; man könnte auch im Bauch eines<br />

Wals sein. Die auf 2700 Metern gelegene Santner pass-<br />

Hütte wiederum war zwar als Bauprojekt aufgrund ihrer<br />

schieren Größe umstritten, architektonisch aber<br />

wirkt sie durchaus innovativ: Sie thront wie ein Berg am<br />

Berg, scheint ein eigener Gipfel auf dem Gipfel zu sein.<br />

Auf alpine Holzarchitektur mit reduziertem Design setzt auch<br />

der <strong>Südtirol</strong>er Architekt Martin Gruber, der mit dem „Anders<br />

Mountain Suites“ einen perfekten Rückzugsort in den Bergen geschaffen<br />

hat. Wie ein Pilz wächst der Bau aus dem Boden, organische<br />

Formgebung und klare Linienführung prägen eine Architektur,<br />

die schlichten Luxus verkörpert. Die Innenräume sind mit naturbelassenem<br />

Fichtenholz ausgekleidet; raumhohe Panoramafenster,<br />

um die Berge in jeder Lichtstimmung zu erleben, begeistern.<br />

KUNSTWERK AUS HOLZ<br />

Selbst nüchterne Zweckbauten sind in <strong>Südtirol</strong> überraschend innovativ.<br />

So hat die Holzschnitzerei Ulrich Perathoner einen Holzblock<br />

mit Schindeln entwerfen lassen, der wie ein Würfel wirkt, der sich<br />

verdrehen lässt. Die Architektur spielt damit, geschnitzt und gefaltet<br />

zu sein, das passt perfekt als Atelier für jemanden, der aus Holz<br />

Kunstwerke schafft – schön, wie Form und Inhalt in diesem Bau von<br />

Bergmeisterwolf aus Brixen Hand in Hand gehen. Die Außenhaut<br />

agiert hier sozusagen als eine Art lebendige Fassade. Auch das ist ein<br />

großer Vorteil des Bauens in <strong>Südtirol</strong>: Die Architekturbüros sind<br />

lokal, man ist vernetzt, kennt sich persönlich; sie nehmen sich Zeit,<br />

Projekte zu entwickeln, die einmalig und maßgeschneidert sind,<br />

bodenständig und doch weltoffen – genauso wie <strong>Südtirol</strong> selbst. ❢<br />

Fotos: Günther Pichler, Maike Wittreck, Tobias Kaser Photography<br />

70 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

„ANDERS MOUNTAIN SUITES“ IST<br />

EIN PERFEKTER RÜCKZUGSORT<br />

IN DEN BERGEN – WIE EIN PILZ<br />

WÄCHST DER BAU AUS DEM BODEN.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 71


ARCHITEKTUR<br />

INTERVIEW<br />

Holz und Licht<br />

Im „Waldhotel Health & Wellbeing“ über<br />

dem Vierwaldstätter See kommt der Gast<br />

ins Gleichgewicht – auch ästhetisch.<br />

72 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Die Welt ist grün<br />

„Botanische Architektur“ empfiehlt Star-Architekt Matteo Thun für <strong>Südtirol</strong>:<br />

Mit der Natur solle der Mensch bauen und nicht gegen sie. Ist dieser Respekt<br />

nicht gegeben, sei ein Baustopp die sauberste Lösung, erklärt er im Interview.<br />

von YASMIN EL MOHANDES<br />

Fotos: Andrea Garuti, Daniel Chardon<br />

M<br />

atteo Thun wurde 1952 in Bozen geboren,<br />

studierte in Florenz und Salzburg<br />

Architektur und lehrte später an der<br />

Universität für angewandte Kunst in<br />

Wien Design. 1984 machte er sich selbstständig;<br />

seither hat er prominente Hotelprojekte und gewerbliche<br />

Bauten realisiert, Gläser, Porzellan, Leuchten und<br />

Möbel entworfen und diverse Auszeichnungen erhalten. Von<br />

2004 bis 2006 gestaltete er für die Filmfestspiele in Venedig<br />

dreimal die Fassade des Palazzo del Cinema neu. Der Vater<br />

zweier Kinder legt besonderen Wert auf Nachhaltigkeit – für<br />

seine Heimat <strong>Südtirol</strong> fordert er einen respektvollen Umgang<br />

mit der Bergwelt und warnt vor fortschreitender Zersiedelung<br />

der ursprünglichen Landschaft.<br />

Was macht <strong>Südtirol</strong> für Sie aus?<br />

Ich bin in <strong>Südtirol</strong> aufgewachsen und ich glaube, die Dolomiten<br />

haben mich bis heute am meisten geprägt – ihr Formenreichtum,<br />

ihre Haptik, ihre unglaubliche Vielfalt von<br />

Licht und Schatten.<br />

Was zeichnet die Architektur <strong>Südtirol</strong>s aus?<br />

Aus architektonischer Sicht ist die zauberhafte Architektur<br />

der Welzenbacher in Bad Dreikirchen oder der Comici­<br />

Hütte am Fuße des Langkofels faszinierend. Diese Orte vermitteln<br />

die Idee ganzheitlicher Architektur am besten:<br />

Gebäude, Landschaft, Skifahren, Klettern und Essen verschmelzen<br />

zu einer fabelhaften Einheit. Die kulturelle Identität<br />

<strong>Südtirol</strong>s kann ich nur von außen beurteilen. ➨<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 73


ARCHITEKTUR<br />

INTERVIEW<br />

Wie ein Luxushotel<br />

In den „Waldkliniken Eisenberg“ wird<br />

der Patient als Gast betrachtet – dem<br />

entspricht das Interieur (Bilder oben).<br />

Tradition modern interpretiert<br />

Terrassenarchitektur in der „Pergola<br />

Residence“ (Meran, u. li.); die pri vate<br />

Schweizer „Mountain Villa“ (u. re.).<br />

2003, also vor 20 Jahren, haben Sie mit dem „Vigilius Mountain<br />

Resort“ eine neue Ära der Architektur in <strong>Südtirol</strong> eingeleitet.<br />

Hatten Sie damals schon das Gefühl, etwas Wegweisendes<br />

zu entwerfen?<br />

Projekte gelingen immer nur gut, wenn der Dialog mit dem<br />

Bauherrn stimmt. Das Konzept für das „Vigilius Mountain<br />

Resort“ entstand in engster Zusammenarbeit mit Ulrich Ladurner,<br />

dem ersten aus einer Reihe von Quereinsteigern im<br />

Hotelbusiness. Die Natur hat im Laufe der Zeit ihr Übriges<br />

dazugetan und dem ganzen Resort eine wunderschöne Patina<br />

verliehen. Dank der Hotelleitung und der enormen Aufmerksamkeit<br />

für jedes Detail ist das Resort heute vollendeter<br />

als vor 20 Jahren. Es wird jedes Jahr schöner!<br />

Welche Hotels sind heute in der Architektur wegweisend?<br />

Welche Trends sehen Sie?<br />

Projekte, die im Einklang mit dem Genius Loci stehen, die<br />

Generationen überdauern. Der Anspruch der Gäste geht immer<br />

mehr in Richtung Nachhaltigkeit; eines der wichtigsten<br />

Kriterien bei der Auswahl von Hotels heute. Die Hospitality-Industrie<br />

muss nach den Veränderungen unserer Gesellschaft durch die<br />

Pandemie umdenken und auf langfristig angelegte Konzepte setzen,<br />

bei denen Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln die Keywords<br />

sind; also Energieeffizienz für neue, widerstandsfähige und schadstoffarme<br />

Gebäude, Einbeziehung des Lebenszyklus von Baumaterialien,<br />

Entsorgung und Wiederverwendung von Baustoffen.<br />

Sie wurden in Bozen geboren und haben die ersten Lebensjahre intensiv<br />

in den Bergen verbracht. Inwieweit hat Sie das geprägt?<br />

Ich habe Bozen und <strong>Südtirol</strong> als 18-Jähriger, als Student verlassen,<br />

deshalb habe ich eine besondere Beziehung zu diesem Teil Italiens.<br />

Es ist die Natur, die die Qualität hervorbringt, nicht der Mensch –<br />

die Hauptqualität <strong>Südtirol</strong>s sind für mich die Dolomiten, die schönsten<br />

Berge der Welt.<br />

Was kann nachhaltige Architektur – was nicht?<br />

Die Dolomiten sind die Hauptqualität <strong>Südtirol</strong>s und Unesco-Weltnaturerbe,<br />

deshalb sollte man hier ganz besonders vorsichtig mit der<br />

Bautätigkeit sein und die Zersiedelung nicht noch weiter vorantreiben.<br />

Sie erfordern von Architekten und Bauherren besondere<br />

Achtung. Hier passen keine architektonischen Statement-Bauten,<br />

74 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Wohltuende Optik<br />

Das „Waldhotel“ bei Luzern ist auf<br />

Medi cal Treatments spezialisiert. Zum Wohlbefinden<br />

gehört auch die Architektur.<br />

„Die Hauptqualität <strong>Südtirol</strong>s<br />

sind für mich klar die Dolomiten,<br />

die schönsten Berge der Welt.“<br />

MATTEO THUN PROJEKTE<br />

• Jodschwefelbad<br />

Restaurant im „JW Marriott<br />

Fotos: Andrea Garuti, Waldhotel, beigestellt<br />

sondern „botanische“ Architektur – das bedeutet, mit der<br />

Natur zu bauen und nicht gegen sie. Die <strong>Südtirol</strong>er Landschaft<br />

sollte die Architektur beeinflussen und nicht umgekehrt.<br />

Wenn dies nicht gegeben ist, plädiere ich für einen<br />

generellen Baustopp in den Alpen!<br />

Sollte sich die alpine Architektur immer in die Natur einfügen?<br />

Ja, absolut, immer. Grüne Architektur ist kein Trend – sie ist<br />

die Rückkehr zur Normalität.<br />

Was muss man in <strong>Südtirol</strong> architektonisch gesehen haben?<br />

Die Bauernhöfe Tschögglberg bei Jenesien und Hafling sowie<br />

das MMM Messner Mountain Museum auf Schloss Sigmundskron.<br />

Und besuchen Sie auf dem Weg nach Meran die<br />

Gärten von Schloss Trauttmansdorff! ❢<br />

Bad Wiessee, Bayern<br />

Eine klare Formensprache<br />

prägt die Optik des Jodschwefelbads<br />

und betont die<br />

Ruhe und Kraft der Gesundheit.<br />

• Winzerhäuschen in<br />

Longuich an der Mosel<br />

Mit den Häuschen aus<br />

Schiefer und Eichenholz<br />

hat Thun Logenplätze<br />

in der Natur geschaffen.<br />

• Dopolavoro Restaurant<br />

& Bar, Venedig<br />

Ein halbes Dutzend Preise<br />

bekam Thun für das<br />

Venice Resort & Spa“ auf<br />

einer Privatinsel in der<br />

Lagune von Venedig.<br />

• Langham Venice Hotel<br />

& Resort, Murano<br />

Auf der Glasbläser-Insel<br />

Murano vereint Thun<br />

historische Bauten und<br />

zeitgenössische Elemente<br />

(Eröffnung 2024).<br />

• Landmark Apartments,<br />

Gardasee<br />

Für das Hotel „Eden Reserve“<br />

gestaltete Thun zwei von der<br />

Architektur der Region inspirierte<br />

Terrassenhäuser.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 75


ARCHITEKTUR<br />

DESIGNHOTELS<br />

DESIGN<br />

LOVERS<br />

Kleine Hideaways in den<br />

Bergen, persönlich geführt<br />

und mit Liebe zum Detail<br />

ausgestattet: Individualität<br />

ist der neue Luxus, den<br />

sich anspruchsvolle<br />

Reisende auch im Urlaub<br />

in <strong>Südtirol</strong> gönnen.<br />

von CLAUDIA HILMBAUER<br />

76 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

NATÜRLICHE<br />

OPULENZ<br />

VILLAVERDE, MERAN<br />

„Anders“ – so könnte man die „VillaVerde“ in Algund<br />

bei Meran mit nur einem Wort beschreiben. Doch das<br />

greift eigentlich zu kurz, denn das Haus ist mehr<br />

Zuhause als Hotel, es setzt auf Ruhe, Freiraum, Begegnungen,<br />

grünen Luxus sowie saisonale und regionale<br />

Bioküche. Designfans freuen sich zudem über maßgefertigte<br />

Möbel, die zahlreichen individuellen Details<br />

und Vintagestücke aus aller Welt. Dass es schwerfällt,<br />

den Ort und seine herzlichen Gastgeberinnen Heidi,<br />

Judith, Paula und Lea wieder zu verlassen, ist kein<br />

Wunder. DZ ab ca. € 348,– pro Nacht. villaverde-meran.com<br />

Fotos: beigestellt<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 77


ARCHITEKTUR<br />

DESIGNHOTELS<br />

SPITZEN-<br />

GENUSS<br />

HOTEL PETRUS, BRUNECK<br />

Vom Outdoor-Jacuzzi über den Whirlpool bis zur<br />

privaten Infrarotsauna hat jedes der Zimmer und<br />

Suiten im „Hotel Petrus“ am Kronplatz seinen ganz<br />

individuellen Charakter – denn Einheitsbrei kommt für<br />

die Gastgeberinnen Brigitte, Christina und Daniela<br />

nicht infrage. Weder hinsichtlich Zimmerausstattung<br />

noch in Sachen Kulinarik wird es bei den Aichners<br />

langweilig, die Küche gilt nämlich als eines der<br />

Herzstücke des Hauses. Entsprechend viel Aufmerksamkeit<br />

wird gutem Essen, der Quelle der Lebensfreude,<br />

auch gewidmet: Geradlinig, regional, natürlich<br />

und ehrlich ist sie sowohl im À-la-carte-Restaurant<br />

von Chefkoch Hannes Baumgartner als auch im Rest<br />

des Hauses, viele Zutaten stammen aus dem eigenen<br />

großen Garten. Gäste wie Gastrokritiker sind sich<br />

einig, dass das „Hotel Petrus“ der Place to be für<br />

Feinschmecker in <strong>Südtirol</strong> ist. Auch sehr fein: das<br />

„Dahoame-Spa“ samt Pools, Saunen und Treatments.<br />

DZ ab ca. € 242,– pro Nacht. hotelpetrus.com<br />

Fotos: Florian Andergassen, beigestellt<br />

78 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

20ER- UND<br />

60ER-JAHRE-<br />

GLAMOUR<br />

VILLA ARNICA, LANA<br />

Familie Dissertori hauchte der 1925<br />

er bauten Villa neues Leben als Adultsonly-Boutiquehotel<br />

mit nur vier Zimmern<br />

und sechs Suiten ein. Hier gleicht kein<br />

Raum dem anderen, doch das einende<br />

Element ist auserwählter Geschmack<br />

in Sachen Design. Fischgrätparkett und<br />

Terrazzo, Antiquitäten und Flohmarkt-<br />

Fundstücke ergeben ein stimmiges<br />

Ambiente umgeben von blühenden<br />

Gärten. Die Küche folgt dem Farmto-Table-Prinzip,<br />

entspannt wird am<br />

Pool oder in der Bibliothek.<br />

DZ ab ca. € 350,– pro Nacht. villaarnica.it<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 79


ARCHITEKTUR<br />

DESIGNHOTELS<br />

STARKER<br />

CHARAKTER<br />

MIRAMONTI, HAFLING<br />

Das hoch über Meran auf 1230 Meter Seehöhe gelegene Boutiquehotel versteht sich<br />

als Rückzugsort für Individualisten. Es thront auf Porphyr-Stein, ist umgeben von Wald<br />

und vermittelt absolute Erdverbundenheit; das wundervolle Panorama hingegen<br />

entführt die Sinne auf neue Höhenflüge. Luxus und Bescheidenheit, Innovation und<br />

Moderne treffen im Spa (natürlich samt Infinitypool, Whirlpool, Saunen und Onsen),<br />

in den 44 Zimmern und in den drei Restaurants aufeinander. Letztere bieten italienische<br />

Klassiker ebenso wie internationale Kreationen, erschaffen aus den besten Zutaten.<br />

Tipp: Ausfahrten auf den Panoramastrecken <strong>Südtirol</strong>s mit dem Alfa-Romeo-Oldtimer!<br />

DZ ab ca. € 500,– pro Nacht. hotel-miramonti.com<br />

80 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Fotos: beigestellt<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 81


ARCHITEKTUR<br />

DESIGNHOTELS<br />

ECHTER<br />

KRAFTORT<br />

SCHWARZSCHMIED, LANA<br />

Dank deckenhoher Fenster und lichtdurchfluteter<br />

Räume wirkt das Innere des „Hotel Schwarzschmied“<br />

wie eine Bühne. Ihre Hauptdarstellerin? Die üppige<br />

Natur der Umgebung, die so ihren Weg auch nach<br />

innen findet. Die öffentlichen Bereiche gemahnen<br />

eher an Wohnzimmer als an Hotellobbys und Co, die<br />

Gäste der 68 Zimmer und Suiten fühlen sich dadurch<br />

sofort wie zu Hause. Für das Interieurdesign sorgte<br />

mit gekonnter Hand Christina Biasi-von Berg; eine<br />

Übung, die sie auch schon im Schwesterhotel „Villa<br />

Arnica“ absolvierte. Das Spa wartet mit Indoor- und<br />

Outdoorpools auf, gefüllt sind diese mit Granderwasser.<br />

Saunen und wohltuende Treatments, die auf<br />

der Naturkosmetik von Susanne Kaufmann basieren,<br />

runden das Angebot ab. Aktive erkunden die Natur<br />

und nehmen am Bewegungsangebot, etwa Yoga,<br />

teil; in Sachen Kulinarik setzt man auf Slow Food<br />

und Farm-to-Table-Küche höchster Güte.<br />

DZ ab ca. € 280,– pro Nacht. schwarzschmied.com<br />

82 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


Fotos: www.thefoodthetravel.com/Llli Persson, StefanSchuetz.com, Alex Filz, beigestellt Partnership<br />

MINIMALISTISCHES<br />

DESIGN<br />

GOLDENE ROSE, SCHNALS<br />

Ruhesuchende Gäste, die eine besondere<br />

Verbindung mit der Natur ersehnen, sind in<br />

diesem Refugium richtig. Umgeben von ausgedehnten<br />

Lärchenwäldern, die vor der Kulisse<br />

der Dolomiten einerseits und den Ötztaler<br />

Dreitausendern andererseits in den Himmel<br />

ragen, genießt man die leisen Seiten des<br />

Lebens: ungezwungene Gastlichkeit, süßes<br />

Nichtstun und die wohltuende Leichtigkeit<br />

des bloßen Seins. Rückzugsort im Rückzugsort<br />

sind die hochwertigen Zimmer und Suiten,<br />

die mühelos die Brücke zwischen damals<br />

und heute schaffen. Kontemplation, Wellness –<br />

und kulinarische Genüsse gibt es obendrauf.<br />

DZ ab ca. € 150,– pro Nacht. goldenerose.it<br />

NEUER<br />

ARCHITEKTUR<br />

PLACE TO BE<br />

GLORIETTE GUESTHOUSE, RITTEN<br />

Anspruchsvolle Reisende, die schon in der<br />

ganzen Welt zu Gast waren, sollten<br />

unbedingt dieses junge Boutiquehotel von<br />

Familie Alber mit seinen 25 Zimmern und<br />

Suiten auf ihre Bucketlist setzen – denn<br />

hier lustwandelte einst schon der Adel,<br />

wo man heute kühle Cocktails reicht. Das<br />

Rooftop-Spa (inklusive Saunen, Massagen<br />

und Wohlfühlpool) punktet mit Aussicht,<br />

das gesamte Anwesen mit außergewöhnlicher<br />

Architektur. Auf den Tellern des À-lacarte-Restaurants<br />

„Puro“ überzeugt die<br />

junge und lässige Fine-Dining-Küche<br />

mit ihrem Fokus auf alpin-mediterranen<br />

Geschmäckern. Per Seilbahn erreicht man<br />

in zwölf Minuten Bozen. DZ ab € 290,– pro<br />

Nacht. gloriette-guesthouse.com<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 83


ARCHITEKTUR<br />

DESIGNHOTELS<br />

ADULTS-ONLY-<br />

OASE<br />

Partnership<br />

MANNA RESORT, MONTAN Mit nur 18 Wohneinheiten (15 Suiten und drei<br />

private Chalets, die eine eigene Sauna haben) ist im „Manna Resort“ absolute<br />

Ruhe in perfektem Luxusambiente garantiert. Als Adults-only-Fünf-Sterne-<br />

Hotel dreht sich hier alles um Wellness für den Körper und Erholung für den<br />

Geist. Pichler Architects hat diesem 2021 eröffneten Resort am Fuße des<br />

Naturparks Trudner Horn eine naturbezogene Terrassenlandschaft verpasst.<br />

Im Außen- und Innenbereich wurden 20 Arten exklusiven Natursteins aus aller<br />

Welt verwendet: Im Eingangsbereich bestechen Empfang und Treppe aus<br />

Kuroca, einem edlen schwarzen Quarzit mit goldenen Adern, die Bar ist aus<br />

Nero-Port-Laurent-Marmor, im Bad der Suite „Lappland“ setzt der Quarzit<br />

Verde Lapponia spannende Akzente. Jedes Zimmer ist an einem Land orientiert<br />

(etwa Japan, Frankreich, Russland); für das exklusive Design hat Moretti<br />

Interiors gesorgt. Sämtliche Dächer wurden als intensiv begrünte Retentionsdächer<br />

ausgeführt und gehen nahtlos in die natürliche Vegetation über. Highlights<br />

sind der Bio-Schwimmteich und das Medical Spa.<br />

DZ ab € 323,– für zwei Personen. mannaresort.it<br />

84 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Partnership<br />

BODENSTÄNDIGER<br />

LUXUS<br />

GARBERHOF, MALS<br />

Mit Blick auf die alte Baugeschichte des Vinschgaus wurde dieses<br />

Hotel umsichtig und sensibel modernisiert – mit natürlichen,<br />

regionalen Baustoffen und einer tradierten Formensprache, die<br />

Bezüge zur bäuerlichen und handwerklichen Tradition <strong>Südtirol</strong>s<br />

ebenso schafft wie zur Landschaft der Alpen. Das beginnt mit<br />

einer markanten Außenfassade und führt zu viel hellem Holz<br />

im Innenraum. Bodenständiger Luxus lautet das Konzept des<br />

Familienbetriebs, der auf saisonale Küche und Weine aus der<br />

Region baut. Hauptdarsteller sind die imposanten Berge, die<br />

man perfekt aus dem Pool und dem Bio-Naturbadeteich sowie<br />

den Zimmern, die auf Transparenz und viel natürliches Licht<br />

setzen, sieht. Hinter dem Hotel thront der Alpenhauptkamm, im<br />

Westen die Sesvenna, im Süden der Ortler und die „Vinschger“<br />

Berge. Das Konzept für das Hotel wurde gemeinsam mit dem<br />

Architekturbüro Lang Hugger Rampp aus München und Handwerksbetrieben<br />

aus der Region verwirklicht. Ungewöhnlich für<br />

<strong>Südtirol</strong> ist der Hamam, wo Berge aus Schaum in eine Welt aus<br />

Tausendundeiner Nacht entführen. Es handelt sich um den größten<br />

Hotel-Hamam Italiens. DZ ab € 467,– für zwei Personen. garberhof.com<br />

HISTORISCHES<br />

JUWEL<br />

Fotos: Filippo Bellisola, Alex Filz, beigestellt<br />

ANSITZ STEINBOCK, VILLANDERS<br />

Zeitgenössisches Design in alten Mauern: In zwölf exklusiven,<br />

individuellen Suiten wird der Luxus der Reduktion zelebriert.<br />

Die Zimmer atmen Geschichte, sind schlicht und geräumig<br />

und dennoch luxuriös. Historische Holzdecken sind im Original<br />

erhalten, über 100 Jahre altes Fichtenholz ziert den Fußboden;<br />

die frei stehende Badewanne und das Private Spa sorgen für<br />

Luxus in den Suiten. Das schlossartige Gebäude stammt aus dem<br />

15. Jahrhundert, davon zeugen Fresken, gotische Rundbögen und<br />

originale Stuben. Bei der Renovierung 2022 wurden ausschließlich<br />

lokale Materialien verwendet – so ist die Sauna aus <strong>Südtirol</strong>er<br />

Zirbenholz, die Vorhänge sind handgewebt und die Waschbecken<br />

aus Seiser Basalt. DAS HERZSTÜCK: die historischen Stuben, ein<br />

Traum aus Holz und traditionellen Textilien. Hier wird Kulinarik<br />

großgeschrieben – auf die Teller kommt lokales Soulful Food vom<br />

Wahl-<strong>Südtirol</strong>er Tomek Kinder. In der historischen „Defreggerstube“<br />

genießt man Fine Dining, in der „Gerichtsstube“ diniert<br />

man à la carte. Im Weinkeller (der ehemalige Kerker!), sechs Meter<br />

unter der Erde, liegen die Weinschätze – über 800 Etiketten<br />

warten auf Interessierte. Im Ort Villanders befindet man sich auf<br />

880 Meter Meereshöhe, die Dolomiten bestimmen das Panorama.<br />

Suite ab € 340,– für zwei Personen. ansitzsteinbock.com<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 85


ARCHITEKTUR<br />

ECO-HOTELS<br />

KRAFT<br />

DER<br />

NATUR<br />

Foto: Bureau Rabensteiner<br />

86 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Wer sucht nicht nach Impulsen für eine achtsamere Lebensführung?<br />

In den <strong>Südtirol</strong>er Eco Hotels gibt es traditionelle Behandlungsmethoden wie<br />

Heubaden, und klares nordisches Design trifft auf nachhaltigen alpinen Chic.<br />

von KARIN CERNY<br />

Formschön<br />

Klare Formensprache und <strong>Südtirol</strong>er Materialien<br />

prägen das Design der neuen Ferienwohnungen<br />

des „ATTO Suites & Cuisine“, das zum <strong>Südtirol</strong>er<br />

Vier-Sterne-Superior-Hotel „Leitlhof“ in Innichen<br />

in den Dolomiten gehört.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 87


ARCHITEKTUR<br />

ECO-HOTELS<br />

Nahversorger<br />

Der „Leitlhof“ ist ein Naturhotel im<br />

Pustertal mit eigenem Heizkraftwerk – so<br />

lassen sich auch ein schöner Pool und die<br />

Sauna wärmen. Auf die Teller kommen<br />

Produkte aus dem eigenen Bauernhof.<br />

88 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

N<br />

Fotos: Andre Schönherr, Bureau Rabensteiner, beigestellt<br />

achhaltig, klar sind wir das! Kaum ein Hotel möchte mehr darauf<br />

verzichten, dieses Green-Label für sich in Anspruch zu nehmen. Aber<br />

als Gast merkt man schnell, wem es damit auch wirklich ernst ist.<br />

Schließlich geht es nicht nur um kosmetische Details, sondern um<br />

eine Gesamtphilosophie eines bewussten Lifestyles. Das beginnt im<br />

„Hotel Saltus“, <strong>Südtirol</strong>s erstem Eco-Hotel, schon damit, dass Gäste,<br />

die umweltfreundlich mit dem Zug anreisen, fünf Prozent Rabatt<br />

auf den Nächtigungspreis erhalten. Eco bedeutet für das „Saltus“<br />

nämlich auch, Impulse für eine nachhaltige Lebensführung zu setzen;<br />

andere zu verführen, achtsamer zu sein.<br />

Oder der „Leitlhof“, ein Naturhotel im Pustertal, das seit 2015<br />

ein eigenes Heizkraftwerk hat, um Strom und Wärme weitgehend<br />

eigenständig und klimaneutral zu produzieren. Der „Leitlhof“ ist<br />

einer der wenigen energieautarken Hotelbetriebe in ganz Europa –<br />

er verfügt zudem über eine eigene Wasserquelle. Auch das ist typisch<br />

für Eco-Hotels: Um alte Werte zu erhalten, setzen sie auf innovative<br />

Techniken. Am Holzkraftwerk, das es in dieser Form nur einmal<br />

gibt, wurde lange herumgetüftelt, bis es perfekt war. Gäste können<br />

es einmal pro Woche besichtigen – und vielleicht Anregungen für<br />

daheim mitnehmen.<br />

HOHER WOHLFÜHLFAKTOR<br />

Regionale, saisonale Küche, das verbinden viele mit Eco-Hotels;<br />

aber auch darauf zu achten, ob das Personal sich wohlfühlt, ist<br />

nachhaltig. Wer jedes Jahr die Servicekräfte wechselt, bei dem geht<br />

viel an Wissen verloren. Als Stammgast freut man sich zudem, bekannte<br />

Gesichter vorzufinden. Und natürlich ist die Bauweise ein<br />

zentraler Punkt. Gibt es so etwas wie eine Eco-Ästhetik? Schlichte<br />

Eleganz passt auf jeden Fall gut; ein eher nordisch-klarer Stil, der<br />

auf alpine Traditionen trifft. „Gediegene Eleganz, unaufgeregter Luxus,<br />

ausgesuchte Details“, so bringt es der „Leitlhof“ auf den Punkt.<br />

Man spürt die Kraft des Waldes im Rücken, vorne schweift der Blick<br />

auf die imposante Bergwelt. In den Zimmern und Suiten findet man<br />

viel helles Holz, um sich wohlzufühlen – mit der alten Bausubstanz<br />

wurde liebevoll umgegangen. Die Produkte in der Küche kommen<br />

vom hoteleigenen Bauernhof, wo Angusrinder gezüchtet werden, die<br />

auf den Wiesen und Weiden ungestört grasen. „Direkt vom Hof“ –<br />

das garantiert auch, dass man weiß, was auf dem Teller landet.<br />

Ein Glas Hauswein<br />

300 Flaschen werden pro Jahr vom<br />

exklusiven „Mea Via“-Wein gekeltert.<br />

Die Familie Pitschieler, deren Eco-Hotel<br />

„Mea Via“ im Bergdorf Pufels auf 1405 Meter<br />

Seehöhe liegt, setzt auf ein Slow-Farm-Prinzip.<br />

Die Weine kommen aus klein strukturierten Betrieben,<br />

die auf Chemie verzichten, der hauseigene<br />

„Mea Via“-Wein wird aus den Rebsorten<br />

Lagrein und Vernatsch gekeltert und ist auf 300<br />

Flaschen pro Jahr limitiert. Man bleibt bewusst<br />

klein und fein. Auch das „Mea Via“ hat einen<br />

eigenen Bergbauernhof, auf dem man jedes Tier<br />

beim Namen kennt. Man setzt sich für den Erhalt<br />

seltener Nutztierrassen ein, etwa der Pustertaler<br />

Sprinzen (das sind Rinder, erkennbar an<br />

ihrer markanten schwarzen Fellmusterung auf<br />

weißem Grund) oder der Mangalitzaschweine.<br />

Bergbauernhof, Designhotel, Slow-Travel-Paradies:<br />

Den Eco-Hotels in <strong>Südtirol</strong> gelingt der<br />

Spagat von uralten Traditionen zu innovativen,<br />

zukunftsweisenden Konzepten und klarer Designsprache,<br />

die auch den internationalen ➨<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 89


ARCHITEKTUR<br />

ECO-HOTELS<br />

Gipfelstürmer<br />

Die Schönheit der Berge hautnah<br />

erleben: Vom „Leitl hof“ gibt es<br />

Wanderwege in die Wunderwelt<br />

der Dolomiten.<br />

WALDBADEN IST ZWAR EIN TREND AUS JAPAN – ABER IM<br />

GRUNDE HAT MAN AUCH IN SÜDTIROL SCHON IMMER<br />

GEWUSST, WELCHE KRAFT IN DEN BÄUMEN LIEGT.<br />

90 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Einfach loslassen<br />

Frische Produkte vom eigenen<br />

Bergbauernhof und eine Hotelästhetik,<br />

die gekonnt Traditionelles und Neues<br />

verbindet: Dafür steht das „Mea Via“<br />

(li.o. und li.u.).<br />

Ein Platz in der Natur<br />

Ob in den Wäldern rund um das<br />

Hotel Gitschberg (re.u.) oder am<br />

Pool des Naturhotel Leitlhof<br />

(re.o.), die malerische Umgebung<br />

ist der Hauptdarsteller.<br />

Fotos: Andre Schönherr, Bureau Rabensteiner, beigestellt<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 91


ARCHITEKTUR<br />

ECO-HOTELS<br />

EIN BETT IM HEU<br />

Zum Prinzip Eco-Hotel gehört auch, dass man<br />

alte Traditionen wiederentdeckt und sie in einer<br />

zeitgemäßen Form weiterleben lässt – seien es<br />

Kneippkuren, die gut für die Regeneration sind,<br />

Schwitzhöhlen im Wald oder Wanderungen mit<br />

Auszeit im Grünen<br />

Bergbauernhof, Designhotel,<br />

Slow-Travel-Paradies: Das<br />

„Mea Via“ vereint all das.<br />

Vergleich nicht scheuen muss, mit großer Leichtigkeit<br />

– vielleicht, weil in <strong>Südtirol</strong> Qualität von<br />

jeher hochgehalten wurde, weil Naturprodukte<br />

auf dem Teller nie an Stellenwert verloren haben.<br />

Einheimischen, die einem die Natur erklären;<br />

Sonnenaufgangswanderungen, Kräuterspaziergänge<br />

oder Achtsamkeitsausflüge, bei denen<br />

man lernt, ganz im Moment zu sein und die Natur<br />

intensiv wahrzunehmen. Waldbaden ist zwar<br />

ein Trend aus Japan, aber im Grunde hat man<br />

auch in <strong>Südtirol</strong> schon immer gewusst, welche<br />

Kraft in den Bäumen steckt; wie sich der Puls<br />

automatisch senkt, wenn man inmitten von<br />

Grün durchatmet. Das „Hotel Saltus“ hat seit<br />

heuer eine Heusauna, man knüpft damit an die<br />

Tradition der alpinen Heubäder an. Dabei wird<br />

man in feuchtes, warmes, dampfendes Heu gewickelt,<br />

was eine schweißtreibende, heilende<br />

Wirkung hat. Ätherische Öle und Duft aus beigemengten<br />

Kräutern, Gräsern und Blüten werden<br />

freigesetzt – das Heubad ist eine klassische<br />

Wellnessanwendung aus Zeiten, als es diesen Begriff<br />

noch gar nicht gab, wenn die Beine nach<br />

einem langen Arbeitstag auf der Alm müde waren.<br />

Heubäder wirken entkrampfend und durchblutungsfördernd,<br />

sie verringern Wasseransammlungen<br />

im Körper. Auch für Allergiker ist ein<br />

Heubad eine Option, weil nasses Heu selbst bei<br />

Heuschnupfen unbedenklich ist. Der „Leitlhof“<br />

bietet seine Heubäder im Schwebewasserbett an.<br />

Aber zurück zur Ästhetik: Das „Hotel Saltus“<br />

nennt sein Konzept Wabi-Sabi – kein Wunder,<br />

dass auf japanische Traditionen zurückgegriffen<br />

wird, die perfekte Ausdrücke für Dinge<br />

finden, die es eigentlich überall auf der Welt gibt.<br />

Ein Besuch bei der Großmutter bringt Wärme<br />

und Geborgenheit; ihre Einrichtung mag eine<br />

gewisse Patina haben, aber gerade dadurch fühlen<br />

wir uns wohl. Sie ist perfekt in ihrer Nichtperfektion – das bezeichnet<br />

der Begriff Sabi. Wabi hingegen steht für rustikale Einfachheit,<br />

für Frische und Stille; ein Element der Eleganz, das zeitlos ist.<br />

Es ist diese schöne, unangestrengte Ausgewogenheit, die ein gutes<br />

Eco-Design-Hotel ausmacht. Man verleugnet seine Wurzeln<br />

nicht, verwendet lokales Holz (die Zirbe duftet herrlich und fördert<br />

den Schlaf) – es darf auch rustikale Ecken haben, die auf skandinavischen<br />

oder japanischen Minimalismus treffen. Hinzu kommen wenig<br />

bis gar kein Plastik, umweltverträgliche Duschgels, vielleicht<br />

sogar nur hausgemachte biologische Seifen und eine Beautyserie, die<br />

lokale Produkte verwendet. Der Wunsch nach Stille ist nicht nur bei<br />

gestressten Städtern riesig; je mehr Geheimplätze es in einem Hotel<br />

gibt, in die man sich zum Lesen oder Relaxen zurückziehen kann,<br />

desto wohler fühlt man sich. Die Dolomiten strahlen eine majestätische<br />

Ruhe aus – wenn man sich davon inspirieren lässt und zudem<br />

das Gefühl hat, der Natur so wenig wie möglich geschadet zu haben,<br />

war der Urlaub perfekt. Man wird richtiggehend süchtig nach diesen<br />

Slow-Travel-Paradiesen … ❢<br />

92 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Partnership<br />

WEITERE ADRESSEN<br />

ECO-FRIENDLY HOTELS<br />

HOTEL SALTUS<br />

JENESIEN<br />

Eine Wellnessoase mitten im Fichtenwald: Das „Saltus“<br />

setzt auf intensive Begegnungen mit der Natur. Im „Forest<br />

Spa“ gibt es Saunen und einen Yogaraum, es duftet nach<br />

frischem Moos; im Ruheraum kann man durch die offene<br />

Decke in die Baumkronen blicken. Besonders spannend:<br />

eine neue Heusauna, die an alte Traditionen anknüpft. Das<br />

„Forest Spa“ ist zu 99 Prozent chemiefrei und wurde schonend<br />

in den Wald integriert. In den Sky-Pools des Hotels<br />

befindet sich naturbelassenes Bergwasser, das ganz jährig<br />

beheizt wird. RELAX Stille ist ein zentrales Anliegen<br />

im „Saltus“, angeboten werden tägliche Einführungen<br />

in Entspannungstechniken, aber auch Waldbaden und Qigong.<br />

Im ersten Eco-Hotel <strong>Südtirol</strong>s zieht sich Nach haltigkeit<br />

wie ein roter Faden durch sämtliche Bereiche, vom<br />

Frühstück bis zur Anreise: Wer mit dem Zug kommt, erhält<br />

fünf Prozent Rabatt auf den Nächtigungspreis.<br />

Saltus, hotel-saltus.com<br />

Freigasse 8, 39050 Jenesien, Italien<br />

T: +39 0471 155 1190<br />

NATURHOTEL<br />

LÜSNERHOF<br />

LÜSEN<br />

Fotos: Hannes Niederkofler, beigestellt<br />

Bereits die Lage lässt aufatmen: Auf 1100 Meter Höhe<br />

liegt der „Lüsnerhof“, windstill und sonnig, eingebettet in<br />

die traumhafte Natur der umliegenden Wiesen und Wälder.<br />

Zirm- und Lärchenholz aus den Lüsner Wäldern und hochwertige<br />

Naturmaterialien dominieren die nachhaltige Bio-<br />

Architektur im Naturhotel. Im weitläufigen Wellnessgarten<br />

gibt es mehrere Spa-Stationen und zahlreiche ruhige Ecken<br />

zum Entschleunigen. WASSERKRAFT Einzigartig ist<br />

der längste Saunapfad der Alpen, mit Wasserwelten, zwei<br />

separaten Badehäusern mit Soleschwebegrotte, Kneipp­<br />

Anlage am Gargittbachl und Schwitzhöhle am Waldrand.<br />

Täglich stehen geführte Wanderungen zu den Geheimplätzen<br />

der Lüsner Alm und den Dolomiten auf dem<br />

Programm, besonders beliebt sind die Sonnenaufgangstour<br />

und die Achtsamkeitswanderungen. Im wöchentlichen<br />

Naturkosmetik-Workshop trifft Kräutermystik auf<br />

moderne Pflege, dazu werden jahrhundertealte Rezepte<br />

von der alten Lüsner Ärztefamilie Ragginer zum Vorbild<br />

genommen. Gekocht wird vor allem mit regionalen und<br />

saisonalen Produkten aus der Umgebung – oder vom neuen<br />

Bio-Gemüseacker auf 2.000 Quadratmetern.<br />

Naturhotel Lüsnerhof, luesnerhof.it<br />

Rungger Straße 20, 39040 Lüsen, Italien<br />

T: +39 0472 413 633<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 93


ARCHITEKTUR<br />

ECO-HOTELS<br />

Partnership<br />

ECO SUITES AMARIL<br />

KASTELBELL-TSCHARS<br />

Aufblühen, aufatmen, auftanken: Im Vinschgau darf man<br />

sich über eine luxuriöse Neueröffnung freuen. Die 13 Eco-<br />

Suiten und 14 Appartements bieten eine harmonische<br />

Kombination aus modernem Design und nachhaltigen<br />

Materialien. Einheimische Hölzer und Naturstein sorgen<br />

für ein minimalistisch-behagliches Ambiente. Das Adultsonly-Boutiquehotel<br />

setzt auf ungestörte Ruhe und Erholung,<br />

frei nach dem Motto: Alles darf, nichts muss. Viele<br />

Rückzugsoasen bieten einen traumhaften Ausblick auf die<br />

umliegenden Berge, die man bei Wanderungen, Radtouren<br />

oder im Winter beim Skifahren erkunden kann. Die<br />

groß zügige Wellnessoase legt besonderen Wert auf hochwertige<br />

und nachhaltige Pflegeprodukte von Saint Charles.<br />

STILBEWUSST Nichts soll von der traumhaften Natur<br />

ablenken – das vermittelt die klare Designsprache. Großer<br />

Wert wird auf nachhaltige Produkte gelegt, die gesunden<br />

Schlaf ermöglichen. Aus dem Wasserhahn kommt hexagonales<br />

Wasser und reduzierter Elektrosmog sorgt für eine<br />

unvergleichliche Wohnumgebung. Im „Eco Suites Amaril“<br />

stehen zudem Genuss und Regionalität an erster Stelle:<br />

Hier lässt man sich verwöhnen und entdeckt die vielfältigen<br />

Aromen des Vinschgaus.<br />

Amaril, amaril.it<br />

Alte Straße 21a, 39020 Kastelbell-Tschars<br />

T: +39 0473 867 000<br />

Fotos: beigestellt<br />

94 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

PORTRÄT<br />

Slow Fashion, designt in <strong>Südtirol</strong><br />

Unverwechselbarer Stil, der keinen Regeln<br />

folgt und aus der Masse hervorsticht.<br />

PORTRÄT<br />

LUIS<br />

TRENKER<br />

Olympionike, Bergsteiger, Drehbuchautor,<br />

Schriftsteller, Regisseur, Architekt,<br />

Schauspieler: Genauso vielfältig wie ihr<br />

Namenspate präsentiert sich die 1995<br />

in Bozen in <strong>Südtirol</strong> von zwei Brüdern<br />

gegründete Slow-Fashion-Marke Luis<br />

Trenker mit heute 14 Flagship-Stores.<br />

„Außergewöhnliche Menschen mit außergewöhnlichen Ideen und<br />

Kreationen glücklich zu machen“: Das ist das erklärte Ziel der <strong>Südtirol</strong>er<br />

Marke Luis Trenker. Und als außergewöhnlich könnte man<br />

den Mann, der den Geschwistern Michi und Hansjörg Klemera als<br />

Namenspate für ihre Fashionbrand diente, durchaus beschreiben:<br />

Denn Trenker schaffte tatsächlich den Sprung von Gröden, das in<br />

seiner Jugend Teil von Österreich-Ungarn war, über Hollywood in<br />

die weite Welt. Sein Weg führte ihn dabei in und über die Berge.<br />

Trenkers Geschichte beginnt 1892, als er im kleinen Ort St. Ulrich<br />

als Alois Franz Trenker zur Welt kommt. Schon während seiner<br />

Schulzeit verdingt er sich als Bergführer; eine Faszination, die ihn<br />

nie wieder loslassen sollte, auch wenn er zunächst in Wien und Graz<br />

Architektur studierte. Weitere Stationen seines Lebens führten Trenker<br />

im Ersten Weltkrieg an die Front und als Fünferbob-Fahrer zu<br />

den Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix. Erste Filmluft<br />

hatte er schon 1921 geschnuppert – da sprang Trenker, eigentlich als<br />

Bergführer für den Film „Berg des Schicksals“ engagiert, kurzerhand<br />

als Hauptdarsteller ein. Sein Debüt als Regisseur feierte er<br />

1930 mit „Der Sohn der weißen Berge“, der Sprung nach Hollywood<br />

war dann kein allzu großer mehr. Trenker feierte zudem Erfolge<br />

als Schriftsteller und avancierte zu einer nicht unumstrittenen<br />

96 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

Eleganz und Charme<br />

Die Marke versteht sich als<br />

urban und alpin gleichermaßen,<br />

als leidenschaftlich<br />

und grenzenlos kreativ.<br />

Gute Kombination<br />

Die Marke vereint internationales Flair mit<br />

urbanem Chic und rustikalen Anklängen.<br />

Text: Claudia Hilmbauer/ Fotos: Getty Images, beigestellt<br />

Figur. Bevor er 1990 im <strong>Südtirol</strong>er Bozen verstarb, konnte er auf ein<br />

bewegtes Dasein – das vor allem in seinen letzten Jahren eng mit<br />

Naturschutz, aber zeit seines Lebens mit den Bergen verbunden<br />

war – zurückblicken.<br />

ZEHNTEILIGES VERSPRECHEN<br />

Die positiven Spuren, die Trenker hinterlassen hat, und die Werte, die<br />

der Name versinnbildlicht – etwa Tradition, Kreativität, Authentizität<br />

und Liebe zur Natur sowie zu Freiheit, Nachhaltigkeit und Individualität<br />

–, sind es auch, die Markengründer Michi Klemera bis<br />

heute mit Trenker verbinden. In einem zehnteiligen Manifest hält er<br />

fest, wofür die Marke steht: Sie möchte den Körper kleiden und die<br />

Seele berühren, Lebensfreude ausstrahlen und inspirieren. Alpine<br />

Lässigkeit trifft auf elegantes Mittelmeerflair, gefertigt wird von der<br />

ersten Skizze bis zum letzten Nadelstich in traditionellen Handwerksbetrieben<br />

und von kleinen Familienunternehmen. Von schnelllebigen<br />

Trends und Fast Fashion distanziert man sich bewusst,<br />

schließlich soll jedes Stück aus der Kollektion viele Jahre lang Freude<br />

bereiten. Das Konzept kommt an: Heute gibt es 14 Shops in Deutschland,<br />

Österreich, Italien und der Schweiz sowie in ausgewählten<br />

Hotels und Geschäften als „Shop in Shop“-Konzept. luistrenker.com ❢<br />

BEST SHOPS<br />

Flagship-Store Bozen<br />

Waltherplatz 15, 3900 Bozen, Italien<br />

T: +39 471 172 7517<br />

Store Zürich<br />

Pelikanstraße 5, 8001 Zürich, Schweiz<br />

T: +41 44 210 1717<br />

Shop Wien<br />

Herrengasse 19−21, 1010 Wien, Österreich<br />

T: +43 15 32 2187<br />

Shop München<br />

Theatinerstraße 14, 80333 München, Deutschland<br />

T: +49 891 222 3615<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 97


PERSPEKTIVEN<br />

KEYPLAYER<br />

Partnership<br />

MIT LEIB,<br />

SEELE &<br />

VISION<br />

von MARIE-THERES AUER<br />

<strong>Südtirol</strong>s erfolgreichste Hotels zeichnen sich nicht<br />

nur durch einzigartiges Design, hochwertige Kulinarik<br />

und moderne Wellness aus, sondern auch durch die<br />

innovativen Visionäre, die hinter den Kulissen stehen.<br />

Foto: Hotel Mirabell<br />

98 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

Entspannung mit Weitblick<br />

Im „Hotel Chalet Mirabell“ darf neben<br />

Entspannung auch der Genuss nicht<br />

fehlen – und das in idyllischer Lage.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 99


PERSPEKTIVEN<br />

KEYPLAYER<br />

KURT WINKLER<br />

HEAD OF WINKLERHOTELS<br />

HERZENSSACHE<br />

Aus einem kleinen Bauernhof mit nur sechs Gästezimmern hervorgegangen sind sie heute<br />

eine Institution der <strong>Südtirol</strong>er Hotellerie: Die Häuser der Familie Winkler bezaubern mit<br />

anspruchsvollem Design, herzlichem Service und familiärer Atmosphäre.<br />

I<br />

n den 1970er-Jahren findet man im idyllischen <strong>Südtirol</strong>er<br />

Montal eine kleine Landwirtschaft mit gerade einmal<br />

sechs Gästezimmern – die Gäste schätzen den herzlichen<br />

Service der Winklers, schon bald erweitert man das Angebot;<br />

einer der ersten Außenpools der <strong>Südtirol</strong>er Hotellerie entsteht.<br />

Heute führen Kurt, seine Schwester Miriam und die gesamte<br />

Familie Winkler die vier Winklerhotels mit viel Leidenschaft<br />

und Freude. Dabei gleicht kein Haus dem anderen, sie alle<br />

punkten mit individuellem Charakter und bedienen Gäste mit<br />

verschiedenen Ansprüchen mit besonderem Ambiente und allen<br />

Annehmlichkeiten, die ein Luxushotel ausmachen.<br />

Sucht man eine Wellness-Auszeit, checkt man im Fünf-<br />

Sterne-Superior-„Hotel Winkler“ ein. Ein breites Angebot an<br />

Massagen und Treatments gepaart mit zahlreichen Saunen und<br />

einem Panorama-Infinitypool am Dach sorgen für entspannte<br />

Tage; der Kronplatz mit seinen Skipisten und Wanderwegen ist<br />

nur wenige Minuten entfernt. Wer Privatsphäre schätzt, der<br />

findet im „Purmontes – Private Luxury Chalet“ einen Rückzugsort<br />

für sich und seine Liebsten. Eine natürliche Auszeit<br />

wartet im „Sonnenhof“, ein Highlight ist hier der wunderschöne<br />

Garten mit Teich in bester Sonnenlage. Sportbegeisterte<br />

finden im „Lanerhof“ ein wöchentlich wechselndes<br />

Ak tivprogramm, Ausflugsmöglichkeiten zu nah gelegenen<br />

Golf plätzen und einen hauseigenen Reitstall. Nach einem ausgiebigen<br />

Tag in der Natur wartet ein Physiotherapeut im Haus,<br />

der sich um die zwickenden Muskeln kümmert.<br />

Für unvergessliche Tage sorgt die gesamte Familie Winkler<br />

mit der richtigen Portion Perfektionismus und herzlicher Bodenständigkeit.<br />

Das Wohlbefinden des Gasts steht im Vordergrund,<br />

und so bemüht man sich, jeden Wunsch zu erfüllen. Die<br />

Mitarbeiter spielen dabei eine maßgebliche Rolle, und sie gehören<br />

deshalb für die Winklers ebenso zur Familie – denn<br />

ohne Leidenschaft und Herzblut für die Gastlichkeit lässt sich<br />

keine erfolgreiche Hotelgruppe leiten. Diesen Schritt haben die<br />

Winklers übrigens auch während der letzten Jahre nie bereut.<br />

Was alle Häuser verbindet, sind Liebe zum Detail, idyllische<br />

Lage und exklusives Ambiente. Auch die Küche weiß zu verzaubern:<br />

Auf die Teller kommen hochwertige regionale Zutaten,<br />

vom ausgiebigen Frühstück bis zu den mehrgängigen<br />

Menüs am Abend. Stillstand gibt es in den Winklerhotels nicht,<br />

stets findet man neue Wege, den Gästen ein noch besseres Angebot<br />

zu bieten. Das neueste Highlight sind die exklusiven Suiten<br />

im „Lanerhof“, die Gäste seit Mai mit elegantem Ambiente<br />

begrüßen. Auch der Nachwuchs packt kräftig mit an und<br />

sichert somit auch in Zukunft den Erfolg der Winklerhotels.<br />

winklerhotels.com<br />

• Hotel Sonnenhof<br />

Naturlage an der<br />

Pustertaler Sonnenstraße<br />

mit fulminantem Ausblick.<br />

Balksteinweg 7<br />

39030 Pfalzen<br />

• Hotel Lanerhof<br />

Yoga, Qigong, Aktiv-<br />

programm und Behaglichkeit<br />

im Herzen von<br />

St. Lorenzen.<br />

WINKLERHOTELS<br />

Montal 42<br />

39030 St. Lorenzen<br />

• Purmontes – Private<br />

Luxury Chalet<br />

Luxus-Hideaway der<br />

Extraklasse mit Butlerservice<br />

und einzigartiger<br />

Privatsphäre in Montal.<br />

Montal 47a<br />

39030 St. Lorenzen<br />

• Hotel Winkler<br />

Moderne Wellnessoase<br />

nur einen Kilometer von<br />

der Talstation Kronplatz<br />

entfernt.<br />

Stefansdorf 28a<br />

39030 St. Lorenzen<br />

100 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

Fotos: www.wisthaler.com/ Harald Wisthaler, Manuel Kottersteger<br />

Partnership<br />

Hideaways für Anspruchsvolle<br />

Modernes Design, hochwertiges Interior und einzigartiges Ambiente zeichnen die Winklerhotels aus, sei es im „Hotel Winkler“ (oben), im idyllischen „Sonnenhof“ (u. li.)<br />

oder im „Purmontes – Private Luxury Chalet“ (u. re.). Natürliche Materialien dominieren das Innere und das Äußere der Häuser und zeugen von der Verbundenheit mit der<br />

umliegenden Natur. All das kombiniert ergibt das Erfolgsrezept der Winklerhotels, die Gästen aus nah und fern ein zweites Zuhause bieten. Die hohe Quote an Stammgästen<br />

zeugt vom Erfolg des Konzepts.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 101


PERSPEKTIVEN<br />

KEYPLAYER<br />

Partnership<br />

Alpine Design-Oase<br />

Kaum ein anderes Haus legt so viel Wert auf Kunst, Ästhetik und Komfort wie das „Alpin Garden“. Schon die goldenen Akzente der Fassade zeigen ankommenden Gästen,<br />

dass sie hier ein besonderes Hideaway erwartet. Eingebettet in die unberührte Natur des Grödnertals entspannen Gäste in der „Luxury Maison“ drinnen wie draußen<br />

und genießen abends bei ausgezeichneten Drinks das exklusive Ambiente des Adults-only-Hotels in den Bergen.<br />

Fotos: Klaus Peterlin, Andreas Senoner Photography<br />

102 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

MARKUS HOFER<br />

HEAD OF „ALPIN GARDEN“<br />

GLANZ UND GOLD<br />

Leicht erhaben und mit besten Aussichten auf das Grödnertal findet man mit<br />

dem „Alpin Garden Luxury Maison & Spa“ ein exzentrisches wie auch einzigartiges<br />

Adults-only-Hotel, geführt von Hotelier Markus Hofer.<br />

Ein Refugium für ungestörte Urlaubstage – das soll das<br />

„Alpin Garden“ für Gäste sein. Das Fünf-Sterne-Boutiquehotel<br />

unter der Führung von Markus Hofer im<br />

Grödnertal wurde 2020 einem großzügigen Restyling unterzogen<br />

und punktet mit charmanter Exzentrik und 30 liebevoll<br />

gestalteten Zimmern. Wortwörtlich „goldene Momente“ verspricht<br />

das Haus: So erstrahlt ein Teil der Fassade in glänzendem<br />

Gold und bietet bei Sonnenauf- und -untergang ein wahres<br />

Farbenspektakel; im Spa findet man eine goldene finnische<br />

Sauna, und auch in der Bar und den Zimmern gibt es überall<br />

goldene Akzente. Als passender Kontrast zum Gold wurde das<br />

Haus im „Shou Sugi Ban“-Stil verschönert, was übersetzt<br />

„verbranntes Holz“ bedeutet – das Holz der Fassade wurde<br />

karbonisiert und so haltbarer gemacht. Dabei nimmt es eine<br />

schwarze, manchmal auf kupfern scheinende Farbe an.Diese<br />

Stilkombination kommt nicht von ungefähr, die gekonnte Mischung<br />

spiegelt Hofers Charakter wider: exzentrisch, authentisch,<br />

träumerisch und dabei geradlinig. Deshalb zieht sich die<br />

Kombination aus Gold und Schwarz wie ein roter Faden durch<br />

das gesamte Haus. Mit dem Adults-only-Hotel schuf Hofer<br />

einen Rückzugsort für anspruchsvolle Gäste, die in ihrem Urlaub<br />

auf nichts verzichten möchten und die die schönen Dinge<br />

im Leben zu schätzen wissen. Der 1000 m² große „ART-SPA“<br />

bietet eine Vielzahl an Saunen und Dampfbädern, Ruheräumen<br />

und eine alpine Wasserwelt; das Hallenbad ist sogar<br />

rund um die Uhr für Gäste geöffnet. Liebevoll platzierte Deko<br />

und Accessoires machen den Spa-Bereich zu einer wahren<br />

Oase des Luxus mit atemberaubendem Panoramablick auf den<br />

Langkofel und den Sellastock.<br />

Kunst ist aber nicht nur im Spa-Bereich ein wichtiges Motiv<br />

– im Art-Hotel findet man im gesamten Haus Kunstwerke<br />

und Designelemente lokaler Künstler. Egal ob in der „Künstler<br />

Lounge“ oder der „Golden Bar“: Überall spürt und sieht man<br />

den Einfluss der Kunst und fühlt sich wie in einer Galerie.<br />

Auch kulinarisch weiß das Gourmethotel zu punkten. Lokale<br />

Zutaten werden zu regional-mediterranen Kreationen<br />

verarbeitet – vom zarten Kitz bis zum süßen Dessert, das Küchenteam<br />

achtet auf jedes kleinste Detail. Passend dazu serviert<br />

man beste Weine und den einen oder anderen Apéro und<br />

Digestif. Ein besonderes Highlight ist auch das Frühstück im<br />

idyllischen Garten, während die Sonne langsam die umliegenden<br />

Gipfel küsst.<br />

Gäste, die es in die Natur zieht, finden im „Alpin Garden“<br />

eine breite Auswahl an Aktiv-Angeboten – vom E-Bike-Verleih<br />

direkt im Haus bis zu täglichen Wanderungen und Ausflügen<br />

in die umliegende Natur.<br />

Alpin Garden Luxury Maison & Spa, alpingarden.com<br />

J.-Skasa-Straße 68, 39046 St. Ulrich<br />

• Adults only<br />

Das „Alpin Garden“ ist ein<br />

reines Adults-only-Hotel<br />

für Gäste ab 14 Jahren.<br />

• Naturlage<br />

Leicht erhöht über<br />

St. Ulrichs Dorfkern wartet<br />

herrliche Panoramalage.<br />

• Wellnessoase<br />

ALPIN GARDEN<br />

Der Indoorpool steht rund<br />

um die Uhr zur Verfügung,<br />

Saunen und Dampfbäder<br />

runden das Entspannungsangebot<br />

ab.<br />

• Designanspruch<br />

Das einzigartige Haus<br />

punktet mit anspruchsvoller<br />

Kunst und Design.<br />

• Aktivprogramm<br />

Ideale Ski-in-Ski-out-Lage<br />

und umfangreiches Outdoor-Aktivangebot.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 103


PERSPEKTIVEN<br />

KEYPLAYER<br />

MONIKA UND KLAUS LADURNER<br />

HEADS OF „PREIDLHOF“<br />

FAMILIÄRE FÜRSORGE<br />

Eine Ruheoase inmitten von traumhaften Weingärten und prächtigen Olivenbäumen:<br />

Das „Preidlhof Luxury DolceVita Resort“ liegt idyllisch in Naturns und steht seit Jahren<br />

für exzellente Medical Wellness unter der Führung der Familie Ladurner.<br />

Schon seit über 50 Jahren kümmert sich die Familie Ladurner<br />

um das seelische und körperliche Wohl ihrer<br />

Gäste – 1966 noch als kleine Pension mit neun Zimmern<br />

für Kurgäste, heute als eines der besten Wellnesshotels in<br />

Italien. Das Fünf-Sterne-Haus bietet mit über 5500 Quadratmetern<br />

Wellnessbereich eines der größten Spas in <strong>Südtirol</strong>. Erwachsene<br />

ab 16 Jahren schwitzen im sechsstöckigen Saunaturm,<br />

ziehen ihre Bahnen im Sky-Infinitypool oder genießen Privatsphäre<br />

in den Private Outdoor Spa Lounges.<br />

Die Ladurners erkannten schon früh, dass Entspannung<br />

im Urlaub das A und O ist. Deshalb steht neben transformativer<br />

Wellness und althergebrachten Praktiken wie Ayurveda im<br />

Hotel medizinisches Personal bereit, um Gästen bei der Reise<br />

zu einem entspannteren und gesünderen Selbst zu helfen. Bereits<br />

mehrfach wurde das Wellnesshotel dafür ausgezeichnet.<br />

Unter der Leitung von Dr. Alexander Angerer werden Gesundheitschecks<br />

bis hin zu ästhetischen Eingriffen angeboten, Massagen,<br />

Packungen und Beautytreatments gibt es ebenfalls. Im<br />

Sommer entspannt man im „Garden Spa“ bei einem Treatment<br />

mitten im Grünen. Seit Herbst 2021 darf sich der „Preidlhof“<br />

auch Therme nennen: Das Thermalwasser der Quelle<br />

Bad Kochenmoos wird mittels Zuleitung in den Indoorpool<br />

gespeist, wo sich Gäste der gesundheitsfördernden Eigenschaften<br />

des Thermalwassers erfreuen können. Ein Tipp: Die Unterwassermassagen<br />

im Thermalwasser lösen auch hartnäckige<br />

Verspannungen.<br />

Auch Genuss kommt im „Preidlhof“ nicht zu kurz: Das<br />

Restaurant wurde mit drei Hauben ausgezeichnet und serviert<br />

täglich feinste Spezialitäten. Frühmorgens stärkt man sich am<br />

reichhaltigen Frühstücksbuffet, abends schlemmen Gäste ein<br />

Sieben-Gang-Menü mit passender Weinbegleitung. Sehr große<br />

Zimmer bieten die Möglichkeit, sich in die eigenen vier Wände<br />

zurückzuziehen; manche der Suiten bieten einen Privatsteg<br />

zum Biotop, andere punkten mit Whirlpool oder privater Loggia.<br />

In den Penthouse-Suiten kümmert sich ein privater Butler<br />

um jegliche Wünsche.<br />

Damit Gäste noch lange die wunderschöne Natur <strong>Südtirol</strong>s<br />

genießen können, hat sich Familie Ladurner mit dem<br />

„Preidlhof“ der Initiative „Turn to zero“ angeschlossen und<br />

leistet schon seit Jahren ihren Beitrag für nachhaltigeren Tourismus<br />

und den Klimaschutz: Das Hallenbad wird mit Solarenergie<br />

geheizt, die hauseigene Kosmetiklinie ist biozertifiziert.<br />

Nur das Beste ist gut genug – und deshalb stehen die Gastgeber<br />

täglich selbst mitten im Betrieb und kümmern sich liebevoll<br />

um die Wünsche und Anliegen der Gäste.<br />

Hotel Preidlhof Luxury DolceVita Resort, preidlhof.com<br />

St.-Zeno-Straße 13, 9025 Naturns bei Meran<br />

• Adults only<br />

PREIDLHOF<br />

Der „Preidlhof“ empfängt<br />

Gäste ab 16 Jahren.<br />

• Wunschlos glücklich<br />

Die Penthouse-Suiten<br />

verfügen über einen<br />

privaten Butlerservice.<br />

• Medical Wellness<br />

Vom Gesundheitscheck<br />

über Detox-Programme<br />

bis hin zu Beauty-Eingriffen:<br />

Das Medical Spa<br />

ist top ausgestattet.<br />

• Aktivurlaub<br />

Personal Training, Tennis,<br />

Golf, Biken und vieles<br />

mehr wird im Fünf-<br />

Sterne-Hotel geboten.<br />

• Gourmetauszeit<br />

Die Küche des Hauses<br />

ist mit drei Hauben von<br />

Gault-Millau ausgezeichnet.<br />

104 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

Fotos: michael huber | www.huber-fotografie.at, Armin Terzer<br />

Partnership<br />

Wellness-Himmel<br />

Eine schier unendliche Auswahl an Entspannungsangeboten wartet im „Preidlhof“ – vom Private Spa bis hin zu den Gesundheitschecks und der medizinischen Betreuung<br />

können Gäste sich hier vom Alltagsstress erholen und pure Urlaubsfreuden genießen. Entweder lässt man sich im „Garden Spa“ (li. o.) massieren, genießt die Aussicht vom<br />

Infinitypool (Mi. re.), schwitzt in einer der Saunen (u. re.) oder zieht sich in seine Suite (o. re.) zurück. Stilvolles Interieur, Gourmetküche und Panoramalage runden den<br />

Aufenthalt im <strong>Südtirol</strong>er Naturns ab.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 105


PERSPEKTIVEN<br />

KEYPLAYER<br />

Partnership<br />

Designverliebt<br />

Die Ganthalers schufen mit dem „Muchele“ nicht nur eine Ruheoase in der Nähe Merans – mit ihrem Faible für Design und Baukunst haben sie aus dem ehemaligen<br />

„Innermaierhof“ ein wahres Vorzeigeprojekt erschaffen, das <strong>Südtirol</strong>er Tradition mit moderner Architektur verbindet. Die neu gestaltete Spa-Landschaft (u.)<br />

samt lässigen Farbakzenten lädt zum Verweilen ein, überall findet man gemütliche Ecken, in denen man es sich bequem machen und die Seele baumeln lassen kann.<br />

Für regionale Gaumenfreuden auf höchstem Niveau sorgt Küchenchef Patrick Holzner am „Kuchltisch“, bei dem man mitten in der Küche dem Team beim Zubereiten<br />

der köstlichen Speisen zusehen kann – und danach ein Sieben-Gänge-Menü schlemmt.<br />

Fotos: Benjamin Pfitscher, beigestellt<br />

106 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


PERSPEKTIVEN<br />

MARTINA, PRISKA UND ANNA GANTHALER<br />

HEADS OF „HOTEL MUCHELE“<br />

FRAUENPOWER<br />

Klein und fein ist es, das „Muchele“, ein Sommerwohnzimmer im Herzen von <strong>Südtirol</strong>.<br />

Die Gastgeberfamilie Ganthaler entwickelte das liebevolle Designhotel mit viel Herzblut<br />

und Frauenpower zu einer wahren Wohlfühlinsel.<br />

Das „Muchele“ ist erfrischend traditionell und ungekünstelt<br />

designverliebt. Was 1952 mit Opa Johann<br />

Ganthaler als „Innermaierhof“ begann, hat sich über<br />

die Jahre zu einem lässigen, bunten Wohnzimmer für Individualisten<br />

entwickelt. Bereits in dritter Generation führt Familie<br />

Ganthaler das Haus mit jeder Menge Liebe und Charme.<br />

Zum Glück gibt es nur 42 Suiten, und das ist auch gut so.<br />

Gemütlich ist es dadurch, und besonders persönlich. Alle<br />

Zimmer und Suiten lassen die Herzen von Designliebhabern<br />

höherschlagen. Die Gastgeberinnen Martina und Priska leben<br />

und lieben das „Muchele“ – eindeutig das Erfolgsgeheimnis.<br />

Als ausgebildete Sommelièren legen sie großen Wert auf Genuss<br />

für alle Sinne: Am exklusiven „Kuchltisch“, der mitten in<br />

der Küche steht, werden Gäste mit einem Sieben-Gang-Überraschungsmenü<br />

von Küchenchef Patrick Holzner verwöhnt.<br />

Und weil alles Schöne im Freien stattfindet, gibt es eine Gartenküche<br />

und kuschelige Nischen zum Sitzen. Genuss menschen<br />

dürfen im Sommerwohnzimmer, auf der geschmackvoll bepflanzten<br />

Gartenterrasse, unter freiem Himmel speisen. Wer<br />

sich den Genuss mit nach Hause nehmen möchte, findet im<br />

hauseigenen Feinkostladen „Cuvée“ Delikatessen und edelste<br />

Weine – einige stammen vom eigenen Weingut Tenuta di Fra’,<br />

das Mutter Franziska seit 2017 in den Marken, neben dem<br />

„Suites & Breakfast Poggio Antico“, führt.<br />

Das Geheimnis ist, dass man auf Klasse statt Masse setzt,<br />

das war den Ganthalers schon immer ein großes Bedürfnis. So<br />

wurde beim letzten qualitativen Umbau noch mehr Raum für<br />

Wohlfühlmomente geschaffen. Das „Anna Spa“ mit grünem<br />

Palmengarten trägt die Handschrift von Stardesignerin Patricia<br />

Urquiola. Ein Highlight ist der Porphyr-Sole-Infinitypool<br />

mit zauberhaftem Bergausblick. Saunen, ein lichtdurchfluteter<br />

Ruhe raum und eine „Fitness-Orangerie“ sowie neue Signature<br />

Treatments laden zum Entspannen ein. Vom Interior bis zu den<br />

nachhaltig produzierten Kleidern des eigenen Labels „Anna<br />

Teresa“ findet man außergewöhn lichen Style überall im Haus,<br />

natürlich 100 Prozent made in Italy. Das Modelabel ist das<br />

Herzensprojekt der jüngsten Schwester Anna, genauso wie das<br />

„Anna Spa“ samt eigener Beauty-Thermal-Linie „Anna Care“.<br />

Es ist der gekonnte Mix aus Tradition, gelebter Gastlichkeit<br />

und jeder Menge Mut, den Gäste so sehr lieben; genauso<br />

wie das liebevolle Miteinander und die konsequente Architektur,<br />

die immer wieder durch bunte, wertvolle Design-Highlights<br />

gebrochen wird. Hier findet man sein zweites Zuhause<br />

auf Zeit – hier ist man Teil des „Muchele“-Sommermärchens.<br />

Hotel Muchele, muchele.com<br />

Maiergasse 1, 39014 Burgstall bei Meran<br />

• Vinum Hotel<br />

Mit nur 42 Suiten ist das<br />

„Muchele“ ein liebevolles<br />

Designhotel mit Wein-<br />

Passion und Privatsphäre.<br />

• Genuss pur<br />

HOTEL MUCHELE<br />

Am exklusiven „Kuchltisch“<br />

schauen Genießer<br />

Chefkoch Patrick Holzner<br />

über die Schulter,<br />

ge nießen Delikatessen im<br />

Feinkostladen oder lassen<br />

sich von sechs Sommeliers<br />

verwöhnen.<br />

• Hauseigene Spa-Linie<br />

„Anna Care“ ist die<br />

hauseigene Thermal-<br />

Pflegeserie, mit 100 %<br />

natürlichen Inhaltsstoffen.<br />

• Neues „Anna Spa“<br />

Es warten ein Sole-<br />

Infinitypool, die Gartenterrasse,<br />

ein Indoor- und<br />

Outdoorpool, Sauna,<br />

eine „Fitness-Orangerie“ –<br />

und viel Raum für Ent -<br />

spannungssuchende.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 107


PERSPEKTIVEN<br />

KEYPLAYER<br />

Partnership<br />

CHRISTINE, MICHAEL UND MARTIN REITERER<br />

HEADS OF „HOTEL CHALET MIRABELL“<br />

MUT ZUM TRÄUMEN<br />

Das Gastgebersein im Blut, sehnten sich Christine und Michael Reiterer schon in der<br />

Kindheit nach einem eigenen Luxushotel. 2004 ging der Traum schließlich in Erfüllung.<br />

Haus erweitert, das Spa gebaut und gleichzeitig in die Qualität<br />

investiert. 2011 entstand aus der ehemaligen „Residence“ das<br />

heutige „Hotel Chalet Mirabell“. Der Spa-Bereich misst über<br />

6000 Quadratmeter und wurde erst 2021 um den Familienbereich<br />

erweitert; auch die BERGVILLEN zählen zu den neuesten<br />

Errungenschaften und bieten Privatsphäre pur.<br />

Nur das Beste ist den Reiterers gut genug, und auch künftig<br />

möchte man wegweisend in der Hotellerie bleiben. Immer<br />

dabei: die guten Seelen des Hauses und die motivierten Mitarbeiter,<br />

die maßgeblich zum Erfolg beitragen. Der einzig artige<br />

Stil sorgt für angenehme Wohlfühlatmosphäre, ohne protzig<br />

zu sein. Man schafft gekonnt die Mischung aus Natürlichkeit<br />

und Eleganz und fängt somit auch den „Spirit of Meran“ ein;<br />

der Slogan des Hauses. Bei all dem Erfolg zeigen sich die Gastgeber<br />

ehrlich bodenständig – das wissen Gäste zu schätzen<br />

und kehren deshalb immer wieder im „Chalet Mirabell“ ein.<br />

Hotel Chalet Mirabell, residence-mirabell.com<br />

Falzebener Straße 112, 39010 Hafling<br />

HOTEL CHALET MIRABELL<br />

• Naturlage<br />

• „Chalet M Alm“<br />

Hoch über den Dächern<br />

Auf 1700 Metern können<br />

W<br />

er an Wellnessurlaub in <strong>Südtirol</strong> denkt, der kommt<br />

um das „Hotel Chalet Mirabell“ nicht herum – das<br />

Fünf-Sterne-Haus steht unter anderem für Spa-Momente<br />

de luxe. Die Erfolgsgeschichte des „Mirabell“ startete<br />

2004 mit der „Alpen Residence Mirabell“ mit nur 16 Zimmern<br />

an einem der schönsten Orte <strong>Südtirol</strong>s, hoch über Meran,<br />

inmitten unberührter Natur.<br />

Schon in den ersten Jahren war den Reiterers klar, dass sie<br />

Gästen noch mehr bieten wollen. Nach und nach wurde das<br />

von Meran, im idyllischen<br />

Hafling, liegt das Hotel<br />

inmitten unberührter<br />

Natur.<br />

• Spa der Extraklasse<br />

Das größte Pro-Kopf-<br />

Platzangebot im Alpenraum<br />

und <strong>Südtirol</strong>s<br />

längster Naturbadeteich.<br />

Gäste urig luxuriös in der<br />

hauseigenen Alm wohnen.<br />

• BERGVILLEN<br />

2014 wurde das Angebot<br />

um die vier exklusiven<br />

Chalets erweitert, mit<br />

eigenem Infinitypool und<br />

privater Sauna.<br />

Fotos: Gerd Eder x Chalet Mirabell<br />

108 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


DESTINATIONS<br />

GENUSS REPORT XXX<br />

DER GIPFEL<br />

DES<br />

GENUSSES<br />

Foto: Alex Moling<br />

110 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


DESTINATIONS GENUSS<br />

Kunst am Teller<br />

Haubenkoch Tomek Kinder serviert<br />

im „Hotel Ansitz Steinbock“ weltoffene<br />

Küche, die doch <strong>Südtirol</strong> im Herzen hat.<br />

Ob beim Fine Dining oder auf der Hütte: Ohne erstklassige<br />

Produkte schmeckt es nicht. <strong>Südtirol</strong> setzt auf Slow Food,<br />

das biologisch ist und aus der Region kommt. So werden<br />

kulinarische Traditionen zeitgemäß weitergedacht.<br />

von KARIN CERNY<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 111


GENUSS<br />

REPORT<br />

„TRADITION DARF KEINE ARCHÄOLOGIE SEIN,<br />

SIE IST FORTWÄHRENDE INNOVATION“,<br />

BETONT CARLO PETRINI, GRÜNDER DER<br />

INTERNATIONALEN SLOW-FOOD-BEWEGUNG.<br />

Der Begriff Transhumanz klingt zwar wie aus einem Science-Fiction-Film,<br />

hat aber uralte Wurzeln. Er bedeutet<br />

„auf die Gebirgsweide führen“, man sagt auch Wanderweidewirtschaft.<br />

Ganz konkret kann man dieses Prinzip<br />

noch in <strong>Südtirol</strong> erleben, wenn zwischen Weinreben<br />

plötzlich Kuhglocken bimmeln. Auf dem Bio-Weingut<br />

von Alois Lageder verbringen die jungen Rinder von<br />

Alexander Agethle den Herbst und Winter – der Winzer<br />

hat kostenlosen Dünger, der Milchbauer Kühe, die das<br />

beste Futter bekommen. Durch eine Symbiose ihrer Betriebe<br />

entsteht eine regionale Qualität, von der Umwelt,<br />

Tiere, aber auch Konsumenten profitieren, weil die Produkte<br />

einfach besser schmecken.<br />

GANZHEITLICHE LANDWIRTSCHAFT<br />

Tradition dürfe keine Archäologie sein, sie sei fortwährende<br />

Innovation, betont Carlo Petrini, Gründer der internationalen<br />

Slow-Food-Bewegung. In <strong>Südtirol</strong> sieht<br />

man schön, was damit gemeint ist; wie Familientraditionen<br />

hochgehalten werden und zugleich nach vorne gedacht<br />

wird. Als Alexander Agethle 2000 den Hof seiner<br />

Eltern in Schleis – eine Rinderzucht und eine Milchproduktion<br />

– übernahm und auf ökologische Landwirtschaft<br />

umstellte, waren seine Nachbarn skeptisch. Heute<br />

ist sein Betrieb eine Erfolgsgeschichte: Seine zwölf<br />

Braunviehkühe leben in Mutterkuhhaltung, die Käse<br />

reifen auf Fichtenholz im Keller, entwickeln ihr spezielles<br />

Aroma. Nur drei Sorten Käse (Arunda, der Weichkäse,<br />

Tella, der Schnittkäse, und Rims, der Hartkäse)<br />

produziert Agethle. Seine nachhaltige Bewirtschaftung<br />

ist beschränkt auf das Wesentliche: Gesunder Boden<br />

gibt hochwertiges Futter, dieses ergibt gute Milch. Alles ist klein und<br />

fein. „Ich glaube, es ist extrem wichtig für junge Unternehmer, zu<br />

spinnen und verrückt zu sein“, hat Agethle einmal in einem Interview<br />

gesagt. Er trifft damit einen Punkt, warum <strong>Südtirol</strong> nicht nur<br />

in Sachen Kulinarik die Nase vorn hat: Qualität kommt hier vor<br />

Quantität, Eigensinn vor Profitgier. Es geht um einen respektvollen<br />

Umgang mit Tier und Natur – kommt Fleisch auf den Teller, wird<br />

möglichst viel verkocht, um Abfall zu vermeiden. Sogar aus Kartoffelschalen<br />

kann man etwas Köstliches zaubern, alte Fermentiertechniken<br />

wurden wiederentdeckt. Wofür die dänische Küche und<br />

das weltberühmte „Noma“ hochgejubelt wurden, wusste man in<br />

den Dolomiten schon immer: In der Kargheit liegt ein immenser<br />

Reichtum, weil dann umso mehr Kreativität gefragt ist.<br />

KUNST DER EINFACHHEIT<br />

Zu diesem Gedanken passt in gewisser Weise auch das „Hotel La<br />

Perla“ in Corvara, das auf seiner Homepage damit wirbt, was es<br />

nicht hat: keinen riesigen Wellnessbereich, keinen Wein aus Australien,<br />

keinen Marmor aus Carrara. „Bei uns steht der Mensch im<br />

Mittelpunkt“, sagt Hotelier Michil Costa, den man mit seinem extravaganten<br />

Kleidungsstil (Sakkos in möglichst knalligen Farben)<br />

eher im urbanen Raum vermuten würde. Er war Punk, schlug sich<br />

in London als DJ durch, kandidierte als Grüner fürs Europaparlament<br />

– bis er ins elterliche Hotel zurückkehrte und in den 1980er-<br />

Jahren das „La Perla“-Gourmetrestaurant „La Stüa de Michil“ eröffnete,<br />

das sich seit 2002 mit einem Michelin-Stern schmückt.<br />

Diniert wird bei Kerzenschein in einer Stube aus antikem Holz.<br />

Nach vorne schauen, aber die Vergangenheit nicht aus den<br />

Augen verlieren, diesem Motto begegnet man in <strong>Südtirol</strong> oft; sich<br />

auf seine Stärken konzentrieren und nicht andere imitieren. So wie<br />

Norbert Niederkofler, der sanfte Küchenrebell: Er hat diese Region,<br />

die mit der größten Dichte an Michelin-Sternen in ganz Italien aufwartet,<br />

früh maßgeblich geprägt. Niederkoflers Kochbuch „Cook<br />

the Mountain“ ist zugleich ein Manifest für lokale Küche und ein<br />

Bilderbuch zum Träumen, eine Reise in die Berge und zu Produzenten<br />

aus der Region.<br />

Aber auch Roland Lamprechts Waldküche in Brixen ist spektakulär.<br />

Wo früher ein Sanatorium stand, ist heute ein Fünf-Sterne-<br />

Hideaway, das die Kunst der Einfachheit zelebriert. Das „Forestis<br />

Dolomites“ ist ein Rückzugsort inmitten der Natur, hier diniert man<br />

mit Blick auf die Dolomiten. Die große Glaswand im minimalistischen<br />

Speisesaal ist wie ein Panoramakino. Auf die Teller kommt,<br />

was die Wälder dieser Region hergeben: Pilze, Beeren, Kräuter, ➨<br />

Fotos: Christian Kerber, IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Alex Filz, IDM/Sennereiverband <strong>Südtirol</strong>/Franco Cogoli<br />

112 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

GESCHMACK DER BERGE<br />

Das Essen im „Rifugio Fuciade“ (li.) ist von der<br />

ladinischen Tradition inspiriert. Es handelt sich um<br />

eine urige Hütte im Herzen der Dolomiten, die<br />

zugleich ein Feinschmecker paradies ist. Küchenchef<br />

Martino Rossi sammelt seine Zutaten in der<br />

Umgebung, Reduktion und Ra f inesse stehen in<br />

einem ausgewogenen Verhältnis. Knödelgerichte<br />

(li. u.) gibt es in <strong>Südtirol</strong> in jeder Form, sie sind die<br />

ideale Stärkung nach einer Wanderung. Die Produkte<br />

stammen meist direkt aus der Region, wie<br />

der Bio-Rohmilchkäse von Alexander Agethle,<br />

der zwölf Braunviehkühe (re.) hat. Sein Käse reift<br />

auf Fichtenholz im Keller, entwickelt dort sein<br />

spezielles Aroma (re. u.). Man schmeckt diese<br />

Liebe zum Produkt an vielen Orten in <strong>Südtirol</strong>, das<br />

stolz auf seine nachhaltige, umweltschonende und<br />

aufs Tierwohl schauende Landwirtschaft ist. Die<br />

Sternerestaurant-Dichte ist hoch, aber auch die<br />

Locations sind besonders: Sie reichen von alten<br />

Holzstuben bis zu moderner Architektur auf dem<br />

Berg. Hotels und Restaurants bieten oft beides an:<br />

traditionelle Gerichte und Fine-Dining-Optionen.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 113


GENUSS<br />

REPORT<br />

Einfach raffiniert<br />

Im „Rifugio Fuciade“ isst das Auge<br />

mit: Speck und Gemüse aus der<br />

Region, dazu selbst gebackenes Brot.<br />

NACH VORNE SCHAUEN, ABER DIE VERGAN-<br />

GENHEIT NICHT AUS DEN AUGEN VERLIEREN;<br />

SICH AUF SEINE STÄRKEN KONZENTRIEREN,<br />

NICHT ANDERE IMITIEREN: DIESEN ZUGANG<br />

FINDET MAN IN SÜDTIROL OFT.<br />

Text: Name Nachname / Fotos: xxxxxxx/getty, xxxxxxx/getty, xxxxxx/unsplash Partnership<br />

114 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

Partnership<br />

Sammler und Koch<br />

Küchenchef Martino Rossi vom<br />

„Rifugio Fuciade“ schaut, wozu ihn<br />

die Natur der Dolomiten inspiriert.<br />

Fotos: Christian Kerber<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 115


GENUSS<br />

REPORT<br />

RINGSUM DIESER TYPISCHE MIX,<br />

DER SÜDTIROL SO BESONDERS<br />

MACHT: WEINBERGE,<br />

APFELBÄUME UND PALMEN.<br />

Nüsse, alles, was Lamprecht schon als Kind mit seiner<br />

Mutter gern gesammelt hat. Seine Küche hat diese Wurzeln<br />

nie vergessen. „Was heute in vielen Restaurants<br />

weltweit einen Hype erlebt, war für uns <strong>Südtirol</strong>er schon<br />

immer selbstverständlich“, betont er. Gekocht wird ausschließlich<br />

für Hotelgäste, das ist ideal, um sich zu entspannen:<br />

Ringsum ist nur die Natur, Wanderer verirren<br />

sich selten. Es gehört zu den Genusswundern dieser Region,<br />

dass selbst in den einfachsten Hütten grandios gegessen<br />

wird – Maso oder Rifugio heißen diese, sie sehen<br />

oft aus wie Herbergen, tischen von ausgefallenen lokalen<br />

Gerichten bis zu Haute Cuisine auf. Keine Massenabfertigung<br />

wie anderswo in den Bergen; die Zutaten<br />

stammen aus der Region, sie sind einfach und werden<br />

doch raffiniert zubereitet. Italienischer Lebensstil setzt<br />

sich hier teils bis ins Hochgebirge fort, und jedes Tal hat<br />

lokale Besonderheiten, etwa Schlutzkrapfen mit unterschied<br />

lichen Füllungen oder Knödel, süß oder deftig.<br />

EINFACH GUT!<br />

Manchmal wird man mit „Bun dì!“ begrüßt, „Guten Tag!“ im alten<br />

rätoromanischen Dialekt, der noch in mehreren Alpentälern Oberitaliens<br />

gesprochen wird. Die ladinische Küche liegt im Trend, weil<br />

gerade verstärkt wiederentdeckt wird, wie gut die einstige Arme-<br />

Leute-Küche schmeckt. Je weniger verwendet wird, desto besser<br />

müssen die Zutaten sein. Das Gadertaler Gröstl ist ein perfektes<br />

Recycling-Gericht: herzhafte Zutaten, die in der Pfanne geröstet<br />

werden, dazu frische Kräuter aus dem Garten. Das „Rifugio Fuciade“,<br />

eine Hütte im Herzen der Dolomiten, ist eines dieser Feinschmeckerparadiese<br />

– Küchenchef Martino Rossi sammelt seine Zutaten<br />

in der Umgebung, seine Speisen sind von der ladinischen<br />

Tradition geprägt, die er mit italienischen Klassikern zu Kunstwerken<br />

auf dem Teller fusioniert. Das Reduzierte und das Raffinierte,<br />

bei Martino sind das keine Gegensätze.<br />

Ähnliches gilt es über das „Hotel Villa Arnica“ in Lana zu berichten,<br />

wo alles direkt aus dem hauseigenen Garten auf die Teller<br />

wandert. Das ist regional, biologisch und Kinder sehen, woher das<br />

Essen kommt. Marmelade, Sirup und Aufstriche werden eingerext,<br />

der Garten ist eine Oase der Ruhe. Und ringsum wieder dieser typische<br />

Mix, der <strong>Südtirol</strong> so besonders macht: Weinberge, Apfelbäume<br />

und Palmen – Dolce Vita in den Bergen. ❢<br />

Kunst der Reduktion<br />

Das „Forestis“ ist ein Rückzugsort in<br />

der Natur. Die Waldküche von Roland<br />

Lamprecht zaubert aus Beeren ein Eis,<br />

das auch im Museum stehen könnte.<br />

Text: Name Nachname / Fotos: xxxxxxx/getty, xxxxxxx/getty, xxxxxx/unsplash<br />

116 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

TRADITION UND MODERNE<br />

Im „Romantik Hotel und Restaurant Stafler“ (gr.<br />

Foto li.) hat man die Wahl zwischen bodenständigen<br />

<strong>Südtirol</strong>er Gerichten und Fine Dining auf<br />

<strong>Südtirol</strong>er Art, bei dem Graukäse, Schlutzkrapfen<br />

und Geselchtes auf Garnelen und Pak Choi<br />

treffen – Sternekoch Peter Girtler steht für diese<br />

ambitionierte Melange.<br />

Auf minimalistische Architektur setzt hingegen<br />

das „AlpINN“ mit imposantem Blick über die<br />

Berge, wo Norbert Niederkofler seine gefeierte<br />

Bergküche serviert (re. o.).<br />

Im Hotel „Villa Arnica“ in Lana wandert alles<br />

direkt aus dem hauseigenen Garten auf die Teller<br />

(li. u.), ein Pool lädt zum Verweilen im Grün ein.<br />

Nirgends kann man nach dem Essen schönere<br />

Spaziergänge machen als im „Rifugio Fuciade“,<br />

das inmitten saftiger Almen liegt; dahinter die<br />

schroffen Dolomiten (re. u.). Es gibt auch rustikale<br />

Zimmer, in denen man übernachten kann –<br />

der Sternenhimmel ist nämlich auch ziemlich<br />

beeindruckend!<br />

Fotos: Forestis, Hannes Niederkofler, Francesco Fioramonti, Christian Kerber<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 117


GENUSS<br />

TIPPS<br />

DIE BESTEN<br />

GENUSS-ADRESSEN<br />

TRADITIONELL<br />

GASTHAUS LAMM In diesem ambitionierten<br />

Dorfgasthaus trifft traditionelle Genusskultur<br />

auf leidenschaftliche <strong>Südtirol</strong>er Weinkultur.<br />

Aus regionalen Bioprodukten zaubert Chefin<br />

Hildegard Fontana etwa rosa gebratenes Rind<br />

oder Pasta; Hausherr Arnold setzt auf kleine<br />

Weingüter. gasthaus-lamm.it<br />

GASTHAUS VÖGELE Das Traditionswirtshaus<br />

im Biedermeierstil mitten in der Stadt<br />

bezaubert mit edler Vertäfelung aus dunklem<br />

Holz und bodenständigen Gerichten wie<br />

flaumigen Knödeln, hausgemachter Pasta oder<br />

Schmorbraten. Hervorragend sind auch der<br />

Service und die Weine. voegele.it<br />

SCHNALSHUBER Am schönen Hof gibt die<br />

Natur den Ton an, angebaut wird nach biologischen<br />

Richtlinien, die Stuben sind denkmalgeschützt.<br />

Hausgemachter Wein oder Melissensaft<br />

passen gut zu den deftigen Gerichten,<br />

köstlich sind Fleischkrapfen und Spinatknödel.<br />

Ab-Hof-Verkauf! schnalshuber@rolmail.net<br />

ALMHÜTTEN<br />

ALPINN (Bild li.) Keine Almhütte im klassischen<br />

Sinn! Das Restaurant liegt auf 2275<br />

Metern, auf Pfeilern gestützt, über dem unendlich<br />

wirkenden Abgrund. Drei-Sterne-Koch<br />

Norbert Niederkofler kreiert aus einfachen<br />

Zutaten zugängliche Gerichte, um den wahren<br />

Geschmack der lokalen Bergküche auf den<br />

Teller zu bringen. alpinn.it<br />

GOMPM ALM Bei Helli isst man gehobene,<br />

authentische Bergküche und trinkt dazu die<br />

besten Tropfen. Mit dem „Edelschwarz“-Gin<br />

wird hier einer der besten Gins Europas<br />

destilliert. Nach einer kurzen Pause letztes<br />

Jahr ist die „Gompm Alm“ wieder offen –<br />

Gott sei Dank! gompmalm.it<br />

EISHOF Auf über 2000 Metern liegt das<br />

schöne Steinhaus mit Holzfassade und bietet<br />

Platz für viele Events. Nach Heimat schmeckt<br />

das selbst gebackene Brot mit Honig oder Käse<br />

von Nachbarbetrieben; die Küche zaubert<br />

Knödel, Kaiserschmarren und tolle Pastagerichte.<br />

Beste Gourmethütte <strong>Südtirol</strong>s 2022!<br />

eishof.com<br />

RAUCH-HÜTTE Die Hütte wird liebevoll in<br />

vierter Generation geführt und besticht mit<br />

wunderschöner Holzdecke in der eleganten<br />

Stube. Die Küche mixt Alpin-Traditionelles und<br />

Mediterranes – beliebt sind die gegrillten<br />

Fiorentina-Steaks und die Pasta. rauchhuette.com<br />

DANIEL HÜTTE Hier schweift der Blick über<br />

die Dolomiten, auf der Sonnenterrasse sitzt man<br />

(egal ob Sommer oder Winter) stundenlang bei<br />

exzellent gekochten <strong>Südtirol</strong>er Spezialitäten<br />

oder Klassikern der italienischen Küche. Dazu<br />

gibt’s eine vollgepackte Wein- und Destillatekarte<br />

mit den besten Tropfen. seceda.cc<br />

FINE DINING<br />

APOSTELSTUBE Mathias Bachmann kochte<br />

u. a. bei Joachim Wissler und Sergio Herman.<br />

Innovation und Tradition müssen kein Widerspruch<br />

sein – das beweist der junge Küchenchef<br />

in der „Apostelstube“ im Art-déco-Stil der<br />

1920er-Jahre. Sehr guter Service, ausgezeichnete<br />

Weinbegleitung! hotelelephant.com<br />

LA STÜA DE MICHIL (Bild u.) Zwei<br />

<strong>Südtirol</strong>er Bauernstuben aus dem 17. Jahrhundert<br />

sind die Bühne für Simone Cantafio,<br />

der Orient und Okzident verbindet – in den<br />

beiden Menüs bilden Gemüse und Früchte den<br />

Mittelpunkt. In den Weinkeller kommt man über<br />

eine Rutschstange im Restaurant. laperlacorvara.it<br />

SUINSOM Die zwei kleinen, reizenden Stuben<br />

stammen aus dem 18. Jahrhundert – da passen<br />

die traditionellen Gerichte mit Produkten aus<br />

den Bergen und frischem Wind perfekt dazu.<br />

Es gibt beispielsweise Kalbszunge mit fermentiertem<br />

Rotkohl und Steinpilzjus oder Zitronenrisotto.<br />

Seit 2022 übrigens auch ein Michelin-<br />

Stern. tyrolhotel.it<br />

KÜRBISHOF Aus einer ehemaligen Scheune<br />

ist dieser Genusstempel mit schönem Garten<br />

und Weinkeller entstanden, wo das Prinzip<br />

„Zurück zu den Wurzeln“ gelebt wird. Aus<br />

lokalen Produkten entstehen etwa Schwarzbrotnudeln<br />

mit Hirschragout oder Schnittlauchrisotto<br />

mit Kalbsbries. kuerbishof.it<br />

PRETZHOF Ein schmucker Hof, schön<br />

getäfelte Stuben und die herzhaften hausgemachten<br />

Produkte von Familie Mair sind<br />

ein unschlagbares Trio. Fleisch vom Hof wird<br />

in Speck, herzhafte Braten oder zarte Steaks<br />

verwandelt. pretzhof.com<br />

Traditioneller Charme<br />

Altes Holz, feinste Weine und großartige<br />

Michelin-Cuisine warten im „La Stüa“ in Corvara.<br />

Fotos: Gustav Willeit, Luca Dalgesso<br />

118 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


Photo: Denis Ignatov<br />

CORONES<br />

FIRMIAN<br />

DOLOMITES<br />

JUVAL<br />

RIPA<br />

ORTLES<br />

Kronplatz/Plan de Corones<br />

Bozen/Bolzano<br />

Cibiana di Cadore<br />

Kastelbell/Castelbello<br />

Bruneck/Brunico<br />

Sulden/Solda


GENUSS<br />

INTERVIEW<br />

„Für mich ist der<br />

Mensch wichtig“<br />

Norbert Niederkofler gilt als bester Koch der Alpen. Mit dem<br />

„Atelier Moessmer“ in Bruneck hat er eine neue Wirkungsstätte –<br />

ein guter Zeitpunkt, um über <strong>Südtirol</strong> und seine Küche zu sprechen.<br />

120 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

von YASMIN EL MOHANDES<br />

N<br />

orbert Niederkofler hat alle Hände voll zu<br />

tun – nichts Ungewöhnliches für einen der<br />

besten Köche der Welt, doch bei dem<br />

61-Jährigen ist sein neues Restaurant, das<br />

„Atelier Moessmer“, der Grund. Für uns<br />

nimmt er sich aber gerne Zeit.<br />

Sie sind das kulinarische Aushängeschild <strong>Südtirol</strong>s – was<br />

zeichnet die Region für Sie aus, was Ihre Küche?<br />

Vor allem die Offenheit nach Süden hin, zu einer mediterraneren<br />

Lebensart. Das versprüht ein anderes Flair als in Österreich.<br />

Die <strong>Südtirol</strong>er Küche ist zwar in der österreich-ungarischen<br />

verwurzelt, aber hier ist der Einfluss des<br />

Mediterranen dazugekommen. Die Art, zu kochen, ist einfach<br />

viel leichter, lockerer, zugänglicher und mehr mit Kräutern<br />

betont als normalerweise in einer Bergregion.<br />

Wie war das früher? Was verbinden Sie mit dem Geschmack<br />

Ihrer Kindheit?<br />

Klassische Bauerngerichte. Das Muas in der Pfanne, die Kasnocken<br />

mit Graukäs, die dann auf den Tisch gestellt wurden.<br />

Diese Gemeinschaftlichkeit hat mich geprägt: Zum Kochen<br />

gebracht hat mich dieser Tisch, dieses Ambiente; wenn man<br />

zusammensitzt und redet. Und die Küche – der Ort der Wärme,<br />

der Gemütlichkeit. Hauptsächlich aus diesen Gründen<br />

bin ich Koch geworden.<br />

Und einer der besten! Gibt es ein persönliches Erfolgsrezept?<br />

Persönliche Erfolgsrezepte hat es viele gegeben, aber sie sind<br />

immer wieder neu aufgestellt worden. Mein größter Traum<br />

war immer New York. Mit 23 Jahren war ich dann fast zwei<br />

Jahre dort – und ich fühlte mich wie Alice im Wunderland.<br />

Du hast alle ethischen Küchen gehabt, und das hat mich extrem<br />

geprägt. Ich habe sehr, sehr viel mitgenommen.<br />

Foto: Studio Ignatov<br />

Der Ausnahmekoch<br />

Keiner vertritt die Alpenküche so<br />

gekonnt wie der hochdekorierte<br />

<strong>Südtirol</strong>er Norbert Niederkofler.<br />

Kehren wir zurück nach <strong>Südtirol</strong>: Woher kommt diese extreme<br />

Verbundenheit der <strong>Südtirol</strong>er zu ihrem Land?<br />

Daher, dass die Landwirtschaft in <strong>Südtirol</strong> immer eine sehr<br />

große Rolle gespielt hat. Der Tourismus ist in gewissen Gebieten<br />

relativ jung; die große und wichtige Rolle haben immer<br />

die Bauern gespielt, die Gemüse- und die Kräuter bauern,<br />

auch die Obstbauern – vor allem auch Wein. Deshalb ist die<br />

Verbundenheit immer da gewesen.<br />

Was muss ein <strong>Südtirol</strong>-Gast kulinarisch probiert haben?<br />

Wenn man in die Richtung Meran, Brixen, Bozen geht, dann<br />

alles rund ums Törggelen. Aber es gibt auch sehr, sehr gute<br />

Restaurants und hervorragende junge Köche. In Bruneck ➨<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 121


GENUSS<br />

INTERVIEW<br />

Atelier, Arbeitsstätte, Denkfabrik<br />

Das neue Restaurant „Atelier Moessmer Norbert Niederkofler“ befindet sich in der ehemaligen Villa der Tuchfabrik Moessmer. Inmitten des weitläufigen<br />

historischen Parks in der Nähe des Stadtzentrums von Bruneck steht das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude, in dem sich jahrelang die Denkwerkstätte<br />

des <strong>Südtirol</strong>er Schriftstellers Joseph Zoderer befand.<br />

„Die Küche <strong>Südtirol</strong>s ist viel<br />

leichter, lockerer, zugänglicher als<br />

die klassischer Bergregionen.“<br />

NORBERT NIEDERKOFLER<br />

etwa das „b.local“, in Brixen das „Brix 0.1“; und das „Miil“<br />

bei Meran. Es gibt auch sehr viel Diversität: Jeder legt <strong>Südtirol</strong><br />

in dieser Hinsicht für sich selbst aus – was sehr gut ist.<br />

Wenn es einmal nicht <strong>Südtirol</strong> sein soll – wohin am liebsten?<br />

Ich liebe Italien, wir waren vor Kurzem auf Salina, auf den<br />

Äolischen Inseln. Ich liebe Sardinien, ich liebe Sizilien, der<br />

ganze Stiefel gefällt mir. Du hast alle 50 Kilometer eine komplett<br />

neue Kultur. Das verbindet Italien für mich mit der<br />

asiatischen Küche: diese Vielfalt an Möglichkeiten, die man<br />

hat.<br />

Welche Persönlichkeit würden Sie gerne einmal bekochen?<br />

Wir haben in den letzten 26 Jahren für so ziemlich alle gekocht.<br />

Ich habe aber oft einfache Leute viel lieber, die Sachen<br />

genießen, die neugierig sind, die sich für unsere Arbeit<br />

interessieren. Ein Dalai Lama ist aber immer ein Thema für<br />

mich, oder Leute wie Barack Obama, die wirklich etwas geschafft<br />

haben. Das ist interessant – aber wie gesagt ist für<br />

mich der Mensch wichtig. ❢<br />

• 1961<br />

Norbert Niederkofler wird in<br />

Luttach im Ahrntal geboren.<br />

• 1996<br />

Nach der Hotelfachschule<br />

und 15 Jahren im Ausland<br />

wird er Küchenchef im<br />

„St. Hubertus“ im „Hotel<br />

Rosa Alpina“.<br />

• 2011<br />

Mit „Cook the Mountain“<br />

erfindet sich Norbert Nie derkofler<br />

neu – mit einer Küche,<br />

die im Einklang mit der<br />

Natur, der Umwelt und deren<br />

Bewohnern steht.<br />

• 2017<br />

„Die Begegnung mit dieser<br />

Küche ist keine Mahlzeit,<br />

sondern eine unvergessliche<br />

menschliche Erfahrung“: Mit<br />

diesen Worten wird Norbert<br />

Niederkofler der dritte<br />

Michelin-Stern verliehen.<br />

• <strong>2023</strong><br />

Norbert Niederkofler eröffnet<br />

am 12. Juli in Bruneck das<br />

„Atelier Moessmer“. Das neue<br />

Restaurant befindet sich in<br />

der ehemaligen Villa der<br />

Tuchfabrik Moessmer und<br />

bietet insgesamt rund<br />

40 Sitzplätze. „Das ‚Atelier<br />

Moessmer‘ soll ein Thinktank<br />

für ambitionierte junge<br />

Köche und Köchinnen sein<br />

sowie eine Werkstatt für<br />

außergewöhnliche genussvolle<br />

Erlebnisse werden“, so<br />

der Visionär.<br />

122 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

HAND-<br />

VERLESENE<br />

REZEPTE<br />

VON<br />

NORBERT<br />

NIEDERKOFLER<br />

ZWERCHFELL<br />

mit Bärlauch<br />

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />

Fotos: Angonese - Hellweger, Alex Moling<br />

ZWERCHFELL<br />

• 400 g Rinderzwerchfell<br />

• 80 g frischer Bärlauch<br />

• 25 g Rub<br />

ZUBEREITUNG<br />

• Das Zwerchfell auf dem Holzkohlegrill oder einem Konro<br />

(japanischer Grill) von jeder Seite 1 Minute grillen. Mit dem<br />

Rub würzen und neben der Glut auf dem Grill ruhen lassen.<br />

• In der Zwischenzeit die Bärlauchblätter auf dem Grill<br />

30 Sekunden grillen.<br />

• Das Fleisch mit einer Kerntemperatur von 42 °C servieren,<br />

die gegrillten Bärlauchblätter darauflegen.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 123


GENUSS<br />

REZEPTE<br />

124 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

ENROSADIRA<br />

mit Kamillensahne<br />

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />

SAFT AUS ROTEN<br />

FRÜCHTEN<br />

• 50 g Rote Johannisbeeren<br />

• 50 g Erdbeeren<br />

• 50 g Himbeeren<br />

• 50 g Walderdbeeren<br />

• 50 g Süßkirschen<br />

• 10 g Traubenkirschblütensirup<br />

WEITERE ZUTATEN<br />

• 30 Walderdbeeren<br />

• 10 Süßkirschen<br />

• 50 g Rhabarber<br />

• 20 einzelne Traubenkirschblüten<br />

• 10 g Holunderblüten<br />

• 12 Verbenenspitzen<br />

• 10 Minzeblättchen<br />

• 10 g Thymian<br />

ZUBEREITUNG<br />

• Für den Saft aus roten Früchten die roten<br />

Früchte in einem Dampfentsafter entsaften.<br />

Den Saft auskühlen lassen und mit dem Sirup<br />

vermischen.<br />

• Für die Kamillensahne die Sahne auf 40 °C<br />

erhitzen, die Kamillenblüten hineingeben<br />

und eine Stunde ziehen lassen. Abgießen,<br />

auskühlen lassen und die Sahne aufschlagen.<br />

• Für die weiteren Zutaten die Früchte und den<br />

Rhabarber in Stücke schneiden und in eine<br />

Schüssel geben. Den Saft aus roten Früchten<br />

darüber gießen. Etwa 20 Minuten ziehen<br />

lassen.<br />

• Die Früchte in tiefen Tellern anrichten und mit<br />

Blüten und Kräutern dekorieren. Die Kamillensahne<br />

separat dazu reichen.<br />

KAMILLENSAHNE<br />

• 250 g Sahne<br />

• 10 g getrocknete Kamillenblüten<br />

• 10 g Traubenkirschblütensirup<br />

„DIE GERICHTE AUS DER KÜCHE MEINER<br />

MUTTER KANN MAN NICHT NACHKOCHEN.<br />

DAS IST DAS PROBLEM. SIE HAT SIE<br />

AM BESTEN GEMACHT.“<br />

Foto: Alex Moling<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 125


GENUSS<br />

REZEPTE<br />

BERGKRÄUTERSALAT<br />

mit Schüttelbrotchips<br />

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />

SALATBASIS<br />

• 50 g Misticanza<br />

• 30 g Kopfsalat<br />

AROMATISCHER MIX<br />

• 5 g Süßholzkraut<br />

• 5 g Bitterfenchel<br />

• 10 g Wilder Spinat<br />

• 5 g Bergthymian<br />

• 10 g Portulak<br />

• 5 g Goldmelisse<br />

• 5 g Große Kapuzinerkresse<br />

• 15 g Oregano<br />

• 15 g Rucola<br />

• 15 g Gundermann<br />

• 10 g Dill<br />

• 15 g Leimkraut<br />

• 10 g Alpenklee<br />

• 5 g Wilder Sauerampfer<br />

• 5 g Brunnenkresse<br />

• 5 g Bergpfeffer<br />

• 10 g Verbene<br />

• 5 g Estragon<br />

• 10 g Melisse<br />

• 5 g Vogelwicke<br />

BLÜTEN<br />

• 5 g Vergissmeinnicht<br />

• 5 g Kamille<br />

• 5 g Schafgarbe<br />

• 5 g Weinraute<br />

• 5 g Rucola<br />

• 5 g Alpenklee<br />

DRESSING<br />

• 600 g Rhabarber<br />

• 300 ml Kombucha mit Holunderblüten<br />

• 60 ml Holunderblütensirup<br />

• 300 ml Traubenkernöl<br />

SCHÜTTELBROTCHIPS<br />

• 110 g Schüttelbrot<br />

• 100 ml Sonnenblumenöl<br />

• 330 ml Wasser<br />

• 4 g Salz<br />

LEINSAMENCHIPS<br />

• 160 g Leinsamen<br />

• 300 ml Wasser<br />

• 3 g Salz<br />

• 200 g Sonnenblumenöl<br />

ZUBEREITUNG<br />

• Für die Schüttelbrotchips das Schüttelbrot fein mixen und mit<br />

Sonnenblumenöl, Wasser und Salz 3 Minuten im Thermomix bei<br />

höchster Geschwindigkeit emulgieren. Die Masse in eine Antihaftpfanne<br />

gießen und braten. Nach einigen Minuten umdrehen und so<br />

lange garen, bis der Teig knusprig ist. Vom Herd nehmen und in<br />

kleine Stücke brechen.<br />

• Für die Leinsamenchips die Leinsamen 6–8 Stunden in Wasser<br />

einweichen. Anschließend salzen. Die Masse auf eine Backmatte<br />

streichen und einige Stunden im Backofen bei 40 °C trocknen<br />

lassen. Dann die Chips im auf 180 °C erhitzten Öl frittieren.<br />

• Für das Dressing den Rhabarber kalt zentrifugieren, um den Saft<br />

zu gewinnen. Über Nacht in den Kühlschrank stellen, damit sich<br />

die Unreinheiten absetzen können. Den klaren Saft mit allen<br />

anderen Zutaten im Thermomix einige Sekunden mixen.<br />

• Für den Salat die Salatblätter etwas klein rupfen und mit Dressing<br />

und Salz anmachen. In einem tiefen Teller anrichten und Blüten<br />

und Kräuter dazugeben. Zum Schluss die Chips darüber verteilen.<br />

126 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

Foto: Alex Moling<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 127


GENUSS<br />

REZEPTE<br />

128 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

RAVIOLI<br />

mit Gutem Heinrich<br />

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />

Foto: Alex Moling<br />

TEIG<br />

• 210 g Weizenmehl Typ 00<br />

• 100 g Wasser<br />

FÜLLUNG<br />

• 250 g Guter Heinrich<br />

• 12 g Schalotten<br />

• 25 g Zwiebeln<br />

• 10 g Butter<br />

• 20 g gekochte Kartoffeln<br />

• 15 g Bergkäse Formai de Mut<br />

• Salz<br />

MORCHELBRÜHE<br />

• 70 g getrocknete Morcheln<br />

• 1 l Wasser<br />

• 1 Schalotte<br />

• 1 Lorbeerblatt<br />

• 65 g Butter<br />

• ½ Knoblauchzehe<br />

• 50 ml Terlan-Weißwein<br />

MORCHELSCHAUM<br />

• 250 ml Morchelbrühe<br />

• 60 g Sahne<br />

• 20 g Crème fraîche<br />

• 15 g Nussbutter<br />

• 200 g Habichtspilze<br />

• Salz<br />

WEITERE ZUTATEN<br />

• 10 g Salbeiöl<br />

• 5 g Wiesenschaumkrautblüten<br />

• 10 Spitzen vom Guten Heinrich<br />

ZUBEREITUNG<br />

• Für den Teig das Mehl in eine Rührschüssel geben und<br />

diese auf die Rührmaschine setzen. Während des Rührens<br />

langsam kochend heißes Wasser eingießen, bis ein<br />

homogener Teig entsteht. Den Teig mit einem feuchten<br />

Küchentuch bedecken und für einige Stunden im<br />

Kühlschrank ruhen lassen.<br />

• Für die Füllung den Guten Heinrich waschen, einige<br />

Sekunden in kochendem Salzwasser blanchieren und in<br />

Eiswasser abschrecken. Anschließend klein hacken.<br />

• Schalotten und Zwiebeln abziehen, fein hacken und in der<br />

Butter anschwitzen. Den Guten Heinrich zugeben, kurz<br />

mitdünsten und die Pfanne vom Herd nehmen. Sobald die<br />

Mischung abgekühlt ist, gekochte Kartoffeln und Bergkäse<br />

zugeben. Alles zu einer glatten Masse verrühren und mit<br />

Salz abschmecken.<br />

• Für die Morchelbrühe die getrockneten Morcheln im Wasser<br />

einweichen.<br />

• Die Schalotten in Julienne schneiden und mit Lorbeerblatt,<br />

Butter und Knoblauch in einer Pfanne langsam anschwitzen.<br />

Die Morcheln durch ein Sieb abgießen, das Einweichwasser<br />

auffangen. Die Morcheln in die Pfanne geben, für ein paar<br />

Minuten mitdünsten und mit dem Weißwein ablöschen. Das<br />

Einweichwasser hinzufügen und alles 40 Minuten kochen<br />

lassen. Anschließend durch ein Sieb abgießen.<br />

• Für den Morchelschaum die Habichtspilze in Julienne<br />

schneiden und auf ein gelochtes Blech geben. Im Dörrautomaten<br />

bei 55 °C 4–5 Stunden trocknen. Anschließend<br />

im Thermomix pulverisieren.<br />

• Die Morchelbrühe erhitzen, alle Zutaten zugeben und kurz<br />

ziehen lassen. Anschließend durch ein Passiertuch abseihen,<br />

damit die Rückstände des Habichtspilzpulvers entfernt<br />

werden. Anschließend mit einem Stabmixer schaumig<br />

mixen.<br />

• Für die Ravioli den Teig dünn ausrollen, in 2,5 cm große<br />

Quadrate schneiden und mit der Füllung füllen. Die Ravioli<br />

in kochendem Salzwasser kochen.<br />

• Ravioli in tiefe Teller setzen, mit Morchelschaum, Salbeiöl,<br />

Wiesenschaumkrautblüten und Guter-Heinrich-Spitzen<br />

servieren.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 129


GENUSS<br />

REZEPTE<br />

LAUCH<br />

mit Buttermilch<br />

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN<br />

ROGGENTEIG<br />

• 450 g grobes Salz<br />

• 350 g Roggenmehl<br />

• 435 g Vollkornmehl<br />

• 8 Eigelb<br />

• 7 Eier<br />

BUTTERMILCHSAUCE<br />

• 1,5 l Buttermilch<br />

• 125 g Butter<br />

• Salz<br />

AROMATISCHE KRÄUTER<br />

• 50 g Verbenenblätter<br />

• 20 g Bergthymian<br />

• 10 g Zitronenmelisse<br />

• 10 g Majoran<br />

• 1 Minzeblatt<br />

LAUCH<br />

• 2 kleine Stangen Lauch<br />

WEITERE ZUTATEN<br />

ZUBEREITUNG<br />

• Für den Roggenteig alle Zutaten in einer<br />

Küchenmaschine zu einem glatten Teig<br />

kneten. Die Schüssel mit einem feuchten<br />

Küchentuch bedecken und 2 Stunden im<br />

Kühlschrank ruhen lassen.<br />

• Den Teig 5 mm dick ausrollen und in zwei<br />

Rechtecke (30 cm lang, 20 cm breit) schneiden.<br />

• Die Kräuter auf eine Hälfte des Teigs setzen,<br />

den geputzten Lauch darauflegen, leicht<br />

salzen und ein paar Tropfen Schnittlauchöl<br />

darüberträufeln. Mit den restlichen Kräutern<br />

bedecken und mit der zweiten Hälfte des Teigs<br />

verschließen.<br />

• 12 Minuten unter glühender Kohle garen.<br />

Anschließend die Kruste mit einem Messer<br />

aufschneiden, den Lauch aus den Kräutern<br />

nehmen, auf einem Teller anrichten und mit<br />

Buttermilchsauce und Schnittlauchöl verfeinern.<br />

Die Brotkruste entsorgen.<br />

• Für die Buttermilchsauce die Buttermilch zum<br />

Kochen bringen. Durch ein feines Sieb gießen,<br />

um Trübstoffe herauszufiltern. Anschließend<br />

bei mittlerer Hitze auf 350 ml reduzieren und<br />

mit der Butter aufschäumen; abschmecken.<br />

• Schnittlauchöl<br />

„IN UNSEREM KONZEPT ‚COOK THE MOUNTAIN‘<br />

ARBEITEN WIR MIT 30 BIS 40 PRODUZENTEN<br />

ZUSAMMEN, DIE AUCH SEHR DARAUF BEDACHT SIND,<br />

NEUE WEGE ZU GEHEN.“<br />

130 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

Foto: Alex Moling<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 131


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

WEITERE ADRESSEN<br />

GENUSS-HOTELS<br />

Text: Name Nachname / Fotos: xxxxxxx/getty, xxxxxxx/getty, xxxxxx/unsplash<br />

132 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

FORESTIS<br />

BRIXEN<br />

Einer der schicksten Rückzugsorte inmitten der<br />

Dolomiten – das „Forestis“ zelebriert die Kunst<br />

der Einfachheit. Nichts an der minimalistischen<br />

Architektur soll von den Hauptdarstellern<br />

ablenken, den dicht bewachsenen Wäldern<br />

ringsum und den imposanten, kargen Berggipfeln.<br />

Auch die Waldküche von Roland Lamprecht<br />

feiert Natürlichkeit und Authentizität:<br />

Die Speisen sind kleine Kunstwerke, das Restau<br />

rant ist die passende Galerie dazu – stufenförmig<br />

angeordnet bietet jeder Tisch nicht nur<br />

viel Privatsphäre, sondern auch einen fantastischen<br />

Blick auf die Dolomiten. Schon als Kind<br />

hat Lamprecht gerne Beeren und Pilze gesammelt,<br />

auf seinen farbenfrohen Tellern spiegelt<br />

sich diese Liebe zur Natur auch heute wider. In<br />

der Bar werden Drinks mit Essenzen aus den<br />

umliegenden Wäldern serviert – das schmeckt<br />

teils intensiv nach Baumnadeln und Rinden.<br />

Text: Karin Cerny / Fotos: Forestis<br />

Forestis, forestis.it<br />

Palmschoß 22, 39042 Brixen, Italien<br />

T: +39 0472 521 008<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 133


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

Fotos: Benjamin Pfitscher, Frieder Blickle fuer Hotel Holzner, beigestellt<br />

Partnership<br />

BAD<br />

FALLENBACH<br />

ST. LEONHARD<br />

IN PASSEIER<br />

Abschalten inmitten der Natur – die finnische<br />

Waldsauna steht umringt von Bäumen und ist<br />

ein idealer Rückzugsort. Auch im Pool hat man<br />

das Gefühl, dem Wald entgegenzuschwimmen.<br />

Frühstück findet auf der Sonnenterrasse mit<br />

Blick auf das ganze Tal statt, das Abendessen<br />

wird im Panoramaspeisesaal serviert. Auf<br />

Regionalität wird bereits beim Frühstücksbuffet<br />

Wert gelegt, es gibt Speck aus dem Passeiertal,<br />

hauseigenes Quellwasser sowie Honig und<br />

Milchprodukte von <strong>Südtirol</strong>er Bergbauern.<br />

Das abendliche Feinschmeckermenü besteht<br />

aus fünf Gängen, Themenabende sorgen für<br />

kulinarische Abwechslung. Mit Chefkoch<br />

Yannick Riederer steht ein junges, innovatives<br />

Team am Herd, das saisonal und regional kocht<br />

und Klassiker neu interpretiert.<br />

Bad Fallenbach, badfallenbach.com<br />

Jaufenstraße 23, 39015 St. Leonhard in Passeier, Italien<br />

T: +39 0473 657 700<br />

134 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

Partnership<br />

PARKHOTEL<br />

HOLZNER<br />

OBERBOZEN<br />

Ein Hotel wie gemacht für ein Revival der<br />

Sommerfrische: 1908 wurde das „Holzner“<br />

eröffnet. Schon die Anreise wird zum Abenteuer:<br />

Über Serpentinen oder doch bequem<br />

und nachhaltig mit der Seilbahn geht es hinauf<br />

auf den Berg; auf 1200 Höhenmetern thront<br />

das Jugendstiljuwel. Nur 15 Minuten von<br />

Bozen entfernt und doch ein alpines Refugium –<br />

ein Stadthotel in den Bergen. In der vierten<br />

Generation kümmern sich die Holzners<br />

liebevoll um ihre Gäste. Nachhaltigkeit hat<br />

hier Tradition: Mit der Eröffnung der Wellnessanlage<br />

2007 wurde auf erneuerbare Energie<br />

gesetzt. Die regionale Küche ist das Herzstück<br />

des Hotels, Chefkoch Stephan Zippl interpretiert<br />

Traditionsküche kreativ neu, was sich<br />

regelmäßig in Gault-Millau-Auszeichnungen<br />

niederschlägt.<br />

Parkhotel Holzner, parkhotel-holzner.com<br />

Dorf 18, 39054 Oberbozen, Italien<br />

T: +39 0471 345 231<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 135


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

EXPERIMENTELL WIE IN KOPENHAGEN,<br />

BODENSTÄNDIG WIE IN SÜDTIROL:<br />

ERFINDERISCH UND PUR IST DIE KÜCHE<br />

DIESER REGION.<br />

136 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

AO BY HALLER<br />

BRIXEN<br />

Übernachten inmitten von Weinbergen, wo sich<br />

die Kulinarik der Region direkt an der Quelle<br />

genießen lässt – regelmäßig finden Weintalks<br />

mit Winzern statt, an der „AO Wine Bar“ lässt<br />

es sich auch außerhalb der Essenszeit „aperitivieren“,<br />

was in <strong>Südtirol</strong> so viel bedeutet wie<br />

ein Glas Wein oder einen Apéro mit einem<br />

Happen ge nießen. Für die Kreativ-Kitchen sind<br />

Simon und Levin zuständig, zwei junge Köche,<br />

die sich zwischen Kopenhagen und Kranebitt<br />

positionieren. Die Gerichte sehen fantastisch<br />

aus; die beiden sind erfinderisch, aber zugleich<br />

ehrlich und pur in den Zutaten. Ihren Stil<br />

beschreiben sie als modern, ohne dabei ihren<br />

Ursprung zu vergessen. Wein gibt es auch aus<br />

Eigenanbau, und zwar Silvaner und Kerner. Die<br />

umfang reiche Weinkarte ist international,<br />

auch Süd tiroler Naturweine von Alois Lageder<br />

oder Thomas Niedermayr finden sich darauf.<br />

Haller Suites & AO Restaurant, byhaller.com<br />

Weinbergstraße 68, 39042 Brixen, Italien<br />

T: +39 0472 834 601<br />

Fotos: Andreas Tauber, Tim Schardt<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 137


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

Partnership<br />

HOTEL<br />

CRISTAL<br />

DEUTSCHNOFEN<br />

Die Zimmer sind aus Lärchen- und Zirbelholz<br />

aus der Umgebung, sie sind minimalistisch<br />

und gemütlich, einige haben einen Balkon.<br />

Das Hotel liegt mitten in der Natur mit fantastischem<br />

Blick auf die Dolomiten. Es wird<br />

von der Familie Thaler schon seit mehreren<br />

Generationen geführt, Herzlichkeit scheint<br />

ihnen in der DNA zu liegen. Im Sommer gibt es<br />

Grillfeste auf der gemütlichen „Cristal“-Terrasse,<br />

jeden Mittwoch und Samstag Galadinner<br />

bei Kerzenlicht. Kulinarisch setzt man auf<br />

Klassiker aus der Region, die verfeinert werden;<br />

eine regionale Käseauswahl darf auch nicht<br />

fehlen. Es gibt jeden Abend ein Kindermenü –<br />

und eine Weinkarte, die sich sehen lassen kann.<br />

Hotel Cristal, hotelcristal.com<br />

Obereggen 31, 39050 Deutschnofen, Italien<br />

T: +39 0471 615 511<br />

GRANBAITA<br />

WOLKENSTEIN IN GRÖDEN<br />

Beinahe magisch ist die Zeit im <strong>Südtirol</strong>er Land,<br />

wenn die Glocken der Tiere auf den saftig grünen<br />

Weiden läuten und hoch oben die Sonne<br />

glitzert. Noch intensiver erlebt man dieses<br />

schöne Fleckchen Erde im „Granbaita“, etwa<br />

bei Wanderungen mit Local Guides, und das<br />

nicht nur im Sommer: Das Fünf-Sterne-Hotel<br />

hat den ganzen Herbst ge öffnet und ist der perfekte<br />

Hotspot für Coziness- und Feelgood-<br />

Momente – vor allem im „Savinela Spa“: Treatments<br />

mit Bergblumen und -kräutern und das<br />

Heubad versprühen Almfeeling. Traditionell<br />

ist auch die Küche von Spitzenkoch Andrea<br />

Moccia: Da Genuss im „Granbaita“ an oberster<br />

Stelle steht, zaubert er typische Spezialitäten<br />

aus der Region, verbunden mit mediterranen<br />

Aromen. Abends warten kulinarische Events.<br />

Granbaita Dolomites, hotelgranbaita.com<br />

St. da Nives 11, 39048 Wolkenstein in Gröden, Italien<br />

T: +39 0471 795210


GENUSS<br />

Fotos: Andreas Senoner Photography, Hannes Niederkofler Partnership<br />

STAFLER<br />

MAULS BEI STERZING<br />

Zwei-Sterne-Koch Peter Girtler serviert in der<br />

„Gasthofstube Stafler“ <strong>Südtirol</strong>er Traditionsküche<br />

mit Mittelmeer-Köstlichkeiten. In der<br />

„Gourmetstube Einhorn“ zeigt Girtler dann<br />

sein ganzes Können: Die hochwertigen Produkte<br />

stammen zum Großteil vom eigenen Gutshof,<br />

lokale Besonderheiten werden mit weltweiten<br />

Inspirationen zu ebenso überraschenden wie<br />

überzeugenden Kombinationen verknüpft.<br />

High light ist auch die Gaststube selbst, getäfelt<br />

und mit Kachelofen, gemütlichem Erker und<br />

mittelalterlicher Wandbemalung; ein intimer,<br />

romantischer Ort, der ideal ist, um die Zeit zu<br />

vergessen und in eine kulinarische Reise einzutauchen.<br />

Girtler kocht seit über 20 Jahren im<br />

„Stafler“ – von Ermüdungserscheinungen keine<br />

Spur, wie die vielen Stammgäste beweisen.<br />

Romantik Hotel Stafler, stafler.com<br />

Mauls Nr. 10, 39040 Freienfeld bei Sterzing, Italien<br />

T: +39 0472 771 136<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 139


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

GARTENHOTEL<br />

MOSER<br />

EPPAN<br />

Eingebettet in üppige Wälder liegt das Seehaus des Hotels direkt am Großen<br />

Montiggler See. Bereits beim Frühstücksbuffet werden regionale Produkte<br />

angeboten, Äpfel und Birnen kommen aus eigenem Anbau, ebenso wie die<br />

Weine. Abends steht ein Fünf-Gänge-Menü auf dem Programm. Insgesamt<br />

13 Hektar Obstwiesen und Weinberge werden bewirtschaftet, im eigenen<br />

Weingut Tenuta Moser entsteht neben edlen Weinen auch ein Mendelbier.<br />

Sommelier Gerold und Jungsommelier Thomas machen Verkostungen im<br />

umfangreichen hauseigenen Weinkeller, um die unterschiedlichen Nuancen<br />

der <strong>Südtirol</strong>er Weine erfahrbar zu machen. Im weitläufigen Garten lässt es<br />

sich gut entspannen, wie auch im Wellnessbereich mit großer Indoor- und<br />

Outdoor-Wasserwelt, vielseitigen Saunen und Beautytreatments.<br />

Gartenhotel Moser, gartenhotelmoser.com<br />

Montiggler See 104, 39057 Eppan an der Weinstraße, Italien<br />

T: +39 0471 662 095<br />

Fotos: Helmuth Rier, beigestellt<br />

Partnership<br />

140 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


DESTINATIONS GENUSS<br />

Partnership<br />

FINK<br />

BRIXEN<br />

Puristisch und liebevoll wurden die alten<br />

Gewölbe, die Erker und Deckenfresken in<br />

diesem klösterlichen Stadthaus in Brixen, das<br />

um 1450 gebaut wurde, renoviert. Eine schöne<br />

Klarheit durchzieht das Konzept, das Design<br />

orientiert sich an der Wirkungskraft der<br />

Einfachheit. Die Möbel sind aus Altholz, die<br />

Einrichtung ist minimalistisch-zeitgemäß. Im<br />

Restaurant setzt man auf die Weisheiten der<br />

Klosterküche: Gekocht wird saisonal und<br />

nachhaltig, vorzugsweise kommen Gemüse,<br />

Obst und Kräuter auf die Teller. Die Zutaten<br />

stammen aus den Klostergärten der Stadt.<br />

Küchenchef Florian Fink ist im elterlichen<br />

Gasthaus aufgewachsen, er kennt traditionelle<br />

Gerichte, weiß, wie man gutes Brot bäckt. Sehr<br />

stylish ist auch der Spa-Bereich, der sich zum<br />

Innenhof ausdehnt und eine Mischung aus<br />

römischem Bad, Sauna und moderner Zen-<br />

Entspannung ist.<br />

Fink, fink1896.it<br />

Kleine Lauben 4, 39042 Brixen, Italien<br />

T: +39 0472 834 883<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 141


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

Partnership<br />

CASTEL<br />

FRAGSBURG<br />

MERAN<br />

Wie ein Märchenschloss liegt dieses Hotel<br />

mit nur 20 Suiten auf einem privaten Hügel<br />

umgeben von Natur. 1624 wurde es als Jagdschloss<br />

errichtet, 1954 ging das Anwesen in<br />

den Besitz der Familie Ortner über, die mit<br />

Gespür für das Wesentliche ein Hotel mit viel<br />

Flair eröffnete. Küchenchef Egon Heiss serviert<br />

im Gourmetrestaurant „Prezioso“ Michelin-<br />

Stern-gekrönte Kreationen, die auf Authentizität<br />

der Produkte setzen; er tüftelt am<br />

perfekten Knödel, forscht nach alten Rezepten,<br />

sieht Kochen als Tätigkeit, die Jung und Alt<br />

verbindet. Seine Philosophie geht weit über<br />

den Tellerrand hinaus – wie das alchemistische<br />

Heil-Spa des Hotels, das erste seiner Art auf der<br />

Welt: Alchemistin Renate De Mario Gamper<br />

teilt ihr Wissen auch mit dem Küchenchef.<br />

Castel Fragsburg, fragsburg.com<br />

Via Fragsburg 3, 39012 Meran, Italien<br />

T: +39 0473 244 071<br />

Fotos: Castel Fragsburg, Ashley Ludaescher & A Very Beloved Wedding, Stefano Scatà, Armin Terzer<br />

142 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

Partnership<br />

HOTEL<br />

HIRZER<br />

HAFLING<br />

Vintage-Kristalllüster treffen auf wild wuchernde<br />

Blumenmuster, die Tapeten zieren – Innenarchitekt<br />

Harald Margreiter hat das „Hotel<br />

Hirzer 2781“ in einen Ort verwandelt, an dem<br />

Tradition und Zeitgenössisches harmonisch<br />

interagieren. Mit Liebe zum Detail wurde die<br />

alte Baustruktur erhalten und mit zeitgenössischen<br />

Elementen ergänzt; man ist modern, aber<br />

gleichzeitig auch bodenständig, darauf legt der<br />

Familienbetrieb großen Wert. In seiner Genussküche<br />

setzt Haubenkoch Peter Oberrauch auf<br />

Kreationen, die den Gaumen und das Auge<br />

gleichermaßen begeistern. Sein Motto: Kochen<br />

ist eine Kunst – und sollte auch so aussehen<br />

und schmecken. Im Gourmetrestaurant „Le<br />

Cheval“ beeindrucken Kompositionen, die von<br />

Frankreichs Küche inspiriert sind.<br />

Hotel Hirzer 2781, hotel-hirzer.com<br />

Falzebenstraße 66, 39010 Hafling bei Meran, Italien<br />

T: +39 0473 279 306<br />

brandnamic.com | Foto: grahof_photo – stock.adobe.com<br />

MOMENTE<br />

VOLLER SEELENGLÜCK<br />

Ihr Kraftplatz in den Dolomiten. Ein Ort der Sinne für das kleine und das große Glück.<br />

Zum Ankommen und Aufleben. Denn wahrer Luxus ist nicht äußerlich. Er bereichert und<br />

nährt die Seele. Für Augenblicke, die bleiben.<br />

sensoriadolomites.com


GENUSS<br />

HOTELTIPPS<br />

Partnership<br />

HOTEL<br />

ALPENFLORA<br />

KASTELRUTH<br />

Das malerisch in den Dolomiten gelegene<br />

Kastelruth gilt als eines der schönsten Dörfer<br />

Italiens. Das „Hotel Alpenflora“ liegt am<br />

Dorf eingang auf rund 1000 Meter Höhe, in<br />

sonniger Lage mit Blick auf den Schlern. Hier<br />

hat man Zeit für sich selbst, für Relaxen und<br />

Träume; Zeit für Genuss. Ob Fünf-Gang­ Menü<br />

abends oder doch lieber à la carte mit Weinbegleitung:<br />

Alles kann, nichts muss. Das gilt<br />

auch für die fantastische Vielfalt an Eindrücken,<br />

die man hier sammeln kann – bei geführten<br />

Exkursionen, in der schönen Natur oder an<br />

den Pools, bei Wellness und Beauty im Spa.<br />

Das ist der Urlaub im „Alpenflora“: Hier gehen<br />

Wünsche in Erfüllung.<br />

Hotel Alpenflora, alpenflora.com<br />

Oswald-von-Wolkenstein-Straße 32, 39040 Kastelruth,<br />

Italien, T: +39 0471 706 326<br />

SOMVITA<br />

SUITES<br />

DORF TIROL<br />

Ein Haus zum Wohlfühlen sollte das „Hotel<br />

Somvi“, das 1973 eröffnet wurde, von Beginn<br />

an sein. Heute sind die „SomVita Suites“ eine<br />

zeitgemäße Fortführung dieses Gedankens:<br />

minimalistisch mit viel natürlichem Holz,<br />

beruhigend-erdig in den Farbtönen und mit<br />

sehr gemütlichem Ambiente. Vom Sky-Pool<br />

samt Sky-Bar hat man einen fantastischen<br />

Panoramablick auf die üppige Landschaft<br />

und die umliegenden Weinberge; im „SomVino“<br />

werden ausgewählte Spezialitäten serviert,<br />

lockere Atmosphäre prägt den Genuss. Die<br />

Vinothek hat einige Schätze auf Lager, auch<br />

Champagnerfans kommen auf ihre Kosten –<br />

und am Frühstücksbuffet gibt es einen Superfood-Corner<br />

mit gesunden Leckereien, um fit<br />

in den Tag zu starten.<br />

SomVita Suites, somvita-suites.com<br />

Hauptstraße 64, 39019 Dorf Tirol, Italien<br />

T: +39 0473 923504<br />

Fotos: Hannes Niederkofler, Klaus Peterlin<br />

144 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


GENUSS<br />

Partnership<br />

MERANERHOF<br />

MERAN<br />

Die Belle Époque hat dieses glanzvolle Hotel<br />

geprägt, das im Herzen der Kurstadt Meran<br />

liegt. Wer sich fühlen möchte wie zu Zeiten<br />

von Kaiserin Elisabeth, die häufig in <strong>Südtirol</strong><br />

zu Gast war, ist hier goldrichtig: Alles atmet<br />

das Flair des Jugendstilzeitalters, Tradition und<br />

Moderne gehen eine spannende Symbiose ein,<br />

kein Zimmer gleicht dem anderen. Ein weitläufiger<br />

Garten samt Palmen mitten in der<br />

Altstadt unweit von Thermen und der Promenade<br />

lädt zu Ruhe und Entspannung ein; so hat<br />

man das Gefühl, direkt im urbanen Geschehen<br />

zu sein und doch einen Rückzugsort zu haben.<br />

Chefkoch Arno Fritz verbindet traditionelle<br />

<strong>Südtirol</strong>er Küche mit mediterranen Highlights –<br />

um den Abend stilgerecht ausklingen zu lassen,<br />

empfiehlt sich ein Besuch in der Hausbar,<br />

die mit ihren Rundbögen und golden-weißen<br />

Ornamenten wie eine perfekte Filmkulisse<br />

wirkt. Parkplatz ist in der Buchung inklusive.<br />

Meranerhof, meranerhof.com<br />

Alessandro-Manzoni-Straße 1, 39012 Meran, Italien<br />

T: +39 0473 230 230<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 145


WEIN<br />

REPORT<br />

Sonne<br />

im Glas<br />

<strong>Südtirol</strong> ist eine Weinregion mit großer Vielfalt: An steilen Hängen<br />

wachsen Trauben für den Kerner und den Silvaner, junge Winzerinnen<br />

und Winzer entdecken alte Sorten wie Vernatsch wieder – und auch<br />

biologisch hergestellter Wein erfreut sich großer Beliebtheit.<br />

von OTHMAR KIEM UND KARIN CERNY<br />

146 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


WEIN<br />

Region mit vielen Facetten<br />

Aufgrund seiner Lage und der<br />

landschaftlichen Vielfalt ist <strong>Südtirol</strong><br />

mit fruchtbaren Böden gesegnet.<br />

Foto: IDM <strong>Südtirol</strong>-Alto Adige/Benjamin Pfitscher<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 147


WEIN<br />

REPORT<br />

Mit der Natur im Reinen<br />

Die junge Generation der Kellerei Bozen:<br />

Hanno Mayr (li.) setzt mit seiner Familie<br />

auf biologisch zertifizierte Weine.<br />

Das Eisacktal zwischen den Städten Brixen und Klausen ist das nördlichste<br />

Weinbaugebiet Italiens. An den steilen Hängen wachsen<br />

Traubensorten, die man sonst nur nördlich der Alpen findet: Kerner<br />

und Silvaner sind am meisten verbreitet, aber auch Grüner Veltliner,<br />

Riesling oder Pinot grigio gedeihen prächtig. Im mächtigen Kloster<br />

Neustift, etwas nördlich von Brixen, wird Weinbau seit dem<br />

12. Jahrhundert betrieben; ein Besuch der Anlage und der dortigen<br />

Weinschenke ist ein Erlebnis. Anschließend bietet sich eine Wanderung<br />

durch die umliegenden Weinberge an. Brixen, die alte Bischofsstadt,<br />

lädt mit ihren Laubengängen und den verwinkelten Gassen<br />

zum Entdecken ein. Als Standort für einen Aufenthalt bietet sich das<br />

Hotel „Haller“ an, in Terrassenlage mitten in den Weinbergen über<br />

der Stadt. Wer mehr auf gediegene Tradition setzt, sollte im „Hotel<br />

Elephant“ wohnen: Hotel und Gastwirtschaft bestehen seit dem<br />

späten Mittelalter, und mit Juniorchef Michael Falk und dem äußerst<br />

talentierten Chefkoch Mathias Bachmann weht dort gerade<br />

ein erfreulich frischer Wind durch die ehrwürdigen Räumlichkeiten.<br />

WEINSTADT BOZEN<br />

Nächste Station ist die Landeshauptstadt<br />

Bozen. Dass sie auch eine bedeutende Weinstadt<br />

ist, wird bei einer Wanderung durch<br />

den kleinen Weinort St. Magdalena klar, der<br />

keine zwei Kilometer vom Stadt zentrum<br />

entfernt liegt: Junge, engagierte Winzerinnen<br />

und Winzer schicken sich hier gerade<br />

an, die Tradition der Väter zu übernehmen,<br />

und setzen mit Begeisterung auf den lokalen<br />

Vernatsch; Christian Plattner vom Ansitz<br />

Waldgries zählt da schon zu den Arrivierten.<br />

Im westlichen Stadtteil Gries liegt<br />

die Heimat des Lagrein, einer geschätzten<br />

autochthonen Rotweinsorte. Kurz vor der<br />

Stadtgrenze machen wir Halt in der Kellerei<br />

Bozen – deren Neubau liegt mitten<br />

in den Weinbergen und ist architektonisch<br />

sehr gelungen. Im lichtdurchfluteten Verkostungsraum<br />

steht die ganze Palette der<br />

<strong>Südtirol</strong>er Sortenvielfalt zur Verfügung. ➨<br />

Fotos: kellereibozen.com/Oscar Dariz, IDM/<strong>Südtirol</strong> Wein/Tiberio Sorvillo | Illustration: Stefanie Hilgarth/carolineseidler.com<br />

148 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


WEIN<br />

JUNGE, ENGAGIERTE WINZERINNEN<br />

UND WINZER SCHICKEN SICH<br />

DERZEIT AN, DIE TRADITION DER<br />

VÄTER ZU ÜBERNEHMEN.<br />

Schräge Lagen<br />

Kein Hügel, auf dem nicht Wein<br />

wächst – auch viele kleine Bauern<br />

bieten ihre besonderen Weine an.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 149


WEIN<br />

REPORT<br />

DER WEIN FÜHRT HIER TAGTÄGLICH REGIE,<br />

GIBT UND MACHT ARBEIT, ERFÜLLT BEWOHNER<br />

UND WINZER MIT STOLZ UND IST FÜR VIELE<br />

HIER EINE LEBENSAUFGABE.<br />

Moderne Vinothek<br />

Innovative Architektur für alte Weine:<br />

Die Kellerei Kaltern ist ein gutes Beispiel<br />

für <strong>Südtirol</strong>s Innovationsgeist.<br />

150 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


WEIN<br />

Stilvoll<br />

Ab-Hof-Verkauf und<br />

Verkostung im Freien<br />

stehen beim Weingut<br />

Manincor auf dem<br />

Programm.<br />

Im Einklang<br />

„Mit großem Respekt<br />

vor Mensch, Tier und<br />

Pflanze arbeiten wir<br />

ganzheitlich, nachhaltig<br />

und zukunftsorientiert“,<br />

lautet die Unternehmensphilosophie.<br />

DER SÜDTIROLER SÜDEN<br />

Auf der Fahrt von Kaltern runter an den<br />

Kalterer See wähnt man sich weit im Süden.<br />

Das Licht erscheint plötzlich intensiver<br />

und Zypressen künden vom mediterranen<br />

Klima. Die Weingärten rund um den größten<br />

und wärmsten Badesee <strong>Südtirol</strong>s erbringen<br />

den bekannten Kalterer-See-Wein,<br />

einen fruchtigen, leichten Rotwein, dem<br />

die Kellerei Kaltern und eine Reihe kleiner,<br />

engagierter Winzer wieder zu neuem Ansehen<br />

verhelfen. In Tramin, der nächsten<br />

Ortschaft, dominiert der duftig-intensive<br />

Gewürztraminer; wie eine rankende Rebe<br />

erhebt sich der Neubau der Kellerei Tramin<br />

aus den umliegenden Weingärten. Bei Elena<br />

Walch hat ein erfolgreicher Generationswechsel<br />

stattgefunden – Elena, die Grande<br />

Dame des <strong>Südtirol</strong>er Weins, ist etwas ➨<br />

Fotos: Alex Filz, beigestellt<br />

Das Weindorf Terlan ist berühmt für langlebige Weißweine. Eine<br />

Mischung von Chardonnay, Weißburgunder und etwas Sauvignon<br />

blanc hat sich als Terlaner Cuvée einen global beachteten Namen<br />

geschaffen. Besonders geschätzt für ihre „Weißen“ wird die Kellerei<br />

Terlan, eine Winzergenossenschaft auf höchstem Niveau; die roten<br />

Porphyrhänge sind aber auch für Rotweine gut geeignet, das zeigt<br />

das im Ortsteil Sieben eich gelegene Weingut Kornell. Funde in den<br />

Weinbergen belegen, dass hier schon seit der Zeit der Römer Weinbau<br />

betrieben wurde, heute erzeugen Florian Brigl und seine Mannschaft<br />

hier kraftvollen Merlot, Cabernet und Lagrein. Die feinen<br />

Weißweine, die es ebenfalls im Haus gibt, stammen von der anderen<br />

Seite des Tals.<br />

Dort liegt das Überetsch – Eppan mit seinen Ortsteilen Girlan,<br />

St. Pauls und St. Michael sowie die Marktgemeinde Kaltern sind die<br />

größten Weinorte <strong>Südtirol</strong>s. Die hoch gelegenen, kalkhaltigen Lagen<br />

sind ideal für Weißweine, es dominieren Weißburgunder, Sauvignon<br />

blanc und Chardonnay. Hans Terzer, Kellermeister der Kellerei St.<br />

Michael-Eppan, zählt zu den Weißweinpionieren des Landes und<br />

hat die Kellerei zu einem führenden Betrieb gemacht. Terzer wird<br />

sich bald in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden, sein designierter<br />

Nachfolger Jakob Gasser wird dafür sorgen, dass St. Michael-Eppan<br />

weiterhin an der Spitze bleibt. Im Nachbarort Girlan<br />

hat sich die Kellereigenossenschaft in den vergangenen Jahren zu einem<br />

der wichtigsten Blauburgunder-Erzeuger gemausert. Mit ihrem<br />

„Super-<strong>Südtirol</strong>er“ namens „Vigna Ganger“, aber auch mit „Curlan“<br />

und „Trattmann“ haben sie eine spannende Palette von Pinot noir<br />

im Programm. Dabei sollte man nicht auf den Klassiker „Vernatsch<br />

Gschleier von alten Reben“ vergessen.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 151


WEIN<br />

REPORT<br />

Fass mit Boden<br />

Altes Wissen in neuem Gewand:<br />

In der Kellerei Bozen gibt es<br />

regelmäßig Seminare.<br />

Volore poressero dolu<br />

aaut omnis alibussi consect orendusae<br />

cae doles solut ini omnihit lam solut<br />

ini omnihit Quunti omnis Occus volore.<br />

152 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


WEIN<br />

EPPAN, ST. PAULS UND ST. MICHAEL<br />

SOWIE DIE MARKTGEMEINDE<br />

KALTERN SIND DIE GRÖSSTEN<br />

WEINORTE SÜDTIROLS.<br />

Fotos: kellereibozen.com/Oscar Dariz<br />

Optisches Highlight<br />

Von außen sieht die Kellerei<br />

Bozen wie ein riesiges Rebenblatt<br />

in Form eines Würfels aus.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 153


WEIN<br />

REPORT<br />

Markante Architektur<br />

Die Kellerei Kurtatsch<br />

produziert auf nachhaltige<br />

Weise charaktervolle Weine.<br />

Gaumenfreuden<br />

Im Gourmetrestaurant<br />

„Apostelstube“ (Mi.) in<br />

Brixen findet der Wein<br />

auch seinen Weg in<br />

kreative Desserts.<br />

Historische Verzierung<br />

In der Kellerei St.<br />

Michael-Eppan stehen<br />

heute noch prunkvoll<br />

geschnitzte Holzfässer<br />

(li. u.) – daneben eine<br />

Flasche „Castel<br />

Campan“ vom Weingut<br />

Manincor (re. u.).<br />

zurückgetreten und hat das Geschäft ihren<br />

Töchtern Julia und Karoline überlassen. Zunehmend<br />

setzten die Walchs auf Pinot noir;<br />

da gibt es den sehr guten „Pinot Nero Ludwig“<br />

und den nur in kleiner Auflage erzeugten<br />

„Aton“. Pinot noir spielt auch auf der<br />

gegenüberliegenden Talseite, in Montan,<br />

eine wichtige Rolle: Franziskus Haas war<br />

einer der großen Pioniere dieser Rebsorte.<br />

Schon früh erkannte er, dass Pinot noir in<br />

kühleren Lagen viel besser herauskommt,<br />

und wanderte mit seinen Weinbergen zunehmend<br />

in die Höhe. Der „Pónkler“ stammt<br />

aus einem Weingarten in 800 Meter Höhe<br />

und gilt zu Recht als einer der besten Pinots<br />

von der Südseite der Alpen. Nach dem frühen<br />

Tod von Haas 2022 wird der Betrieb<br />

von seiner Frau Luisa und Sohn Franz junior<br />

erfolgreich weitergeführt. Im romantischen<br />

Ortskern von Neumarkt wiederum befindet<br />

sich das Verkaufslokal von Castelfeder.<br />

Auch hier sitzt nach Günther Giovanett mit<br />

den Geschwistern Ines und Ivan bereits die<br />

nächste Generation im Sattel. Überragend<br />

ist der neue Chardonnay „Kreuzweg“, einer<br />

der besten Weißweine <strong>Südtirol</strong>s. Doch zurück<br />

zur anderen Talseite: Wer kraft volle<br />

Rotweine liebt, wird in der Kellerei Kurtatsch<br />

sicher fündig. Unsere Route endet in<br />

Margreid – hier bietet die Vinothek im Paradeis,<br />

die zu Alois Lageder gehört, nicht nur<br />

feine Weine, sondern auch köstliche Gerichte.<br />

Da kann man verweilen! ❢<br />

Fotos: Oscar Dariz, Günther Pichler, Alex Filz, Klaus Peterlin, beigestellt<br />

154 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


In guten Händen<br />

Das historische Weingut Manincor in Kaltern<br />

wird seit 1991 vom Winzer Michael Graf Goëss-<br />

Enzenberg und seiner Familie weitergeführt.<br />

WEIN<br />

SEIT DEM 17. JAHRHUNDERT SCHENKT MAN<br />

AM KALTERER SEE IM ANWESEN VON HIERONYMUS<br />

MANINCOR REINEN WEIN EIN – DER NAME STEHT<br />

IMMERHIN FÜR „HAND AUFS HERZ“.<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 155


WEIN<br />

TIPPS<br />

DIE TOP-ADRESSEN FÜR<br />

WEINLIEBHABER<br />

GOURMET-TIPPS<br />

HOTEL-TIPPS<br />

TERRA RESTAURANT Heinrich Schneider will eine heile Welt auf<br />

den Teller bringen – mit dem Allerbesten der reichen Natur, aber nur mit<br />

wenigen Zutaten, um den puren Geschmack herauszuarbeiten. Zu diesen<br />

Kunst werken werden die perfekten Weine aus 1000 Etiketten ausgesucht.<br />

Auen 21, 39058 Sarntal, Italien, +39 (0471) 623055, info@terra.place<br />

CASTEL FINE DINING Die fünf Tische vor den bodentiefen Fenstern<br />

bieten einen grandiosen Blick auf Merans Lichtermeer. Gerhard Wiesers<br />

Küche vereint meisterhaft alpine und mediterrane Elemente. Bei den Produkten<br />

stehen neben Qualität auch Nachhaltigkeit und Ethik im Zentrum.<br />

Keschtngasse 18, 39019 Dorf Tirol, Italien, +39 (0473) 923693,<br />

info@hotel-castel.com, hotel-castel.com<br />

GOURMETSTUBE EINHORN Beheimatet ist das „Einhorn“ in einer<br />

altdeutschen Stube mit Kachelofen – ein spannender Kontrast zu Peter<br />

Girtler Haute Cuisine. Er kombiniert lokale Besonderheiten wie Erdkastanie,<br />

Sauerklee und Rübchen mit weltweiten Inspirationen. Die „Gourmet stube<br />

Einhorn“ stellt auch die Sommelière des Jahres 2022, Lisa Kinkelin.<br />

Mauls 10, 39040 Freienfeld, Italien, +39 (0472) 771136, info@stafler.com, stafler.com<br />

KIRCHEROF Aus einem traditionellen Bauernhof wurde ein Bioland-zertifizierter<br />

Obst- und Gemüseanbaubetrieb samt Hofladen. Im Gasthaus gibt<br />

es nur beste Produkte aus der Region, natürlich saisonal frisch. Margarethenplatz<br />

3, Albeins, 39042 Brixen, Italien, info@kircherhof.it, kircherhof.it<br />

HALLER SUITES (Bild oben) Aufwachen inmitten von Weinbergen, mit<br />

Bio-Frühstück und kreativer Küche von Simon und Levin, die jede Mahlzeit<br />

zu einem Erlebnis werden lassen. Aus Eigenbau kommen Silvaner und<br />

Kerner ins Glas, ansonsten ist die Weinkarte vielfältig, überraschend und<br />

macht neugierig. byhaller.com<br />

Ehrlich am Herd<br />

Wolfgang Noflatscher setzt im „Kircherhof“<br />

auf rein biologische Produkte vom eigenen Hof.<br />

SCHLOSS HOTEL KORB Ein Weinkeller mit über 35.000 Flaschen und<br />

Zimmer mit Ausblick auf das Bozner Talbecken und die umliegenden<br />

Weinberge: Das „Schloss Hotel Korb“ atmet Geschichte und ist ideal, um<br />

die Weine der Region kennenzulernen. schloss-hotel-korb.com<br />

SEEHOTEL AMBACH Eine Architektur-Ikone aus den 1970er-Jahren<br />

direkt am ruhigen Nordufer des Kalterer Sees, der eine der wichtigsten<br />

Weinbauregionen ist; auf der Karte finden sich auch fantastische Naturweine<br />

von Thomas Niedermayr oder von Pranzegg. seehotel-ambach.com<br />

PLATTENHOF Wie wäre es mit Gewürztraminer aus eigenem Anbau?<br />

Der „Plattenhof“ liegt mitten in der Weinlandschaft, über 400 Jahre produziert<br />

man auf dem dazugehörigen Weingut in Söll bereits Gewürztraminer,<br />

der schon einige Auszeichnungen eingeheimst hat. plattenhof.it<br />

HOTEL CHRISTOF Wellnessoase und Genusshotel: Das „Christof“ liegt<br />

in Eppan an der Weinstraße. Man setzt hier auf leichte, gesunde Küche und<br />

Weine aus der Region; ein begehbarer Weinschrank trifft auf traditionelle<br />

Weinkeller, eine stylishe Weinbar bietet Verkostungen an. christof.it<br />

RUNGGHOF Inmitten von Weinbergen liegt die Ruheinsel „Rungghof“<br />

in Girlan, ein geschichtsträchtiger Ansitz, der historischen Charme hat<br />

und liebevoll renoviert wurde. Ob im Bistro oder beim Fine Dining, die<br />

Weinauswahl an lokalen Spezialitäten ist groß. rungghof.it<br />

Fotos: Andreas Tauber, Florian Andergassen, Armin Terzer, Günter Standl, beigestellt<br />

156 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


WEIN<br />

Partnership<br />

HOTEL ANSITZ PLANTITSCHERHOF Ein Platz an der Sonne, an<br />

dem man sich wie zu Hause fühlt und wo sich sanft ein warmes Gefühl aufs<br />

Herz legt: Das „Hotel Ansitz Plantitscherhof“ im Villenviertel von Meran ist<br />

so ein Ort, ein Geheimtipp für Genießer, die das besondere Extra und die<br />

familiäre Umgebung schätzen. Durch das große goldene Eingangstor tritt<br />

man ein in ein Paradies aus feinsten Kraftzonen und gelebter Herzlichkeit.<br />

Während man durch den liebevoll angelegten Hotelgarten – der ganze<br />

Stolz von Gastgeberin Margit – schreitet, wandert der Blick vorbei an<br />

blühenden Blumen, summenden Bienen und der Naschzone, wo saftige<br />

Früchte wachsen. Auf der Terrasse gibt man sich in den Sommermonaten<br />

dem Duft von Rosen hin und stößt im Schatten des großen Nussbaums<br />

liebevoll mit einem Glas Wein aus der hauseigenen Vinothek an. 21.000<br />

erlesene Tropfen aus <strong>Südtirol</strong> und der ganzen Welt lagern unter dem<br />

jahrhundertealten Gewölbe, die Weinkarte besteht aus 900 Positionen.<br />

Die Gemäuer spiegeln das Kulturgut der Region wider, und so spürt man<br />

die generationenübergreifende Leidenschaft der Winzer des einstigen<br />

An sitzes. Wer tiefer eintauchen möchte, begibt sich im hoteleigenen<br />

VW Bulli stilecht auf eine Tour durch die traumhaften Weinberge um<br />

das Hotel. Gäste mit einer Leidenschaft für Oldtimer dürfen in einem<br />

historischen Auto mobil oder auf einer Vespa die schönsten Routen<br />

<strong>Südtirol</strong>s erkunden – in der Garage stehen schicke Schätze bereit. Der<br />

„Ansitz Plantitscherhof“ ist eine Oase für Körper und Geist. Hier steht der<br />

Mensch im Mittelpunkt, und das „Wie zuhause“-Gefühl sowie die mentale<br />

Gesundheit, ein wichtiger Faktor in der heutigen Zeit. Im künstlerischen<br />

Atelier bringt man bei kreativen Sessions seine Persönlichkeit auf die<br />

Leinwand – oder man gibt sich bei einer Meditation der Ruhe hin.<br />

Hotel Ansitz Plantitscherhof, plantitscherhof.com<br />

Dantestraße 56, 39012 Meran, Italien<br />

T: +39 0473 230 577<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 157


WEIN<br />

TIPPS<br />

DIE TOP-ADRESSEN FÜR<br />

WEINLIEBHABER<br />

Partnership<br />

HOTEL-TIPPS<br />

VINZENZ | HAUS AM TURM | APARTMENTS IDA Es schadet<br />

nicht, klein anzufangen – direkt hinter dem Zwölferturm in der Sterzinger<br />

Altstadt eröffnete 2010 das „Vin Zenz“; der Name ist eine Reminiszenz<br />

an den Großvater der Gastgeberin Veronika Stöttler, die gemeinsam mit<br />

ihrem Partner Daniel Planer ihre Gäste mit ein paar Weinen und einfachen<br />

Gerichten bewirtete. Der Fokus liegt auch heute noch auf Nachhaltigkeit,<br />

im Winter sorgt ein Kamin für kuschelige Wärme im historischen Gemäuer.<br />

30 erlesene Tropfen werden mittlerweile auf der Wochenkarte in Offenausschank<br />

angeboten, die Weinkarte ist ebenso ambitioniert wie die<br />

lokalen und regionalen Köstlichkeiten. 2019 folgte der nächste logische<br />

Schritt: Die Frühstückspension, die Veronikas Mutter betrieben hatte,<br />

wurde zu einem schicken Stadt-Boutiquehotel mit zwölf hellen Zimmern<br />

ausgebaut. Nordisches Design trifft da auf lokales Handwerk, hand gewebte<br />

Bettwäsche auf eine eigene Bodycare-Linie, produziert aus lokalen<br />

Biokräutern – „Haus am Turm“ nennt sich dieses perfekte Hideaway. Im<br />

Sommer dient die Dachterrasse auch als kleines Yogastudio, beim Slow<br />

Breakfast werden hausgemachte Produkte serviert, es gibt vegeta rische<br />

und vegane Alternativen. Im selben Jahr kamen auch die „Apartments IDA“<br />

dazu, zehn geräumige Wohneinheiten mit Holzdielen, Fresken an den<br />

Säulen, Terrazzoböden und neuen Designakzenten. Bis zu sechs Personen<br />

kommen in den Studios, Suiten und Lofts unter. Das Frühstück wird auf<br />

Wunsch im Apartment serviert – aber eigentlich ist es im „Vin Zenz“ so<br />

gemütlich, dass man gerne seine Zeit dort verbringt.<br />

Vinzenz, vinzenz.wine<br />

Neustadt 4, 39049 Sterzing, Italien, T: +39 0472 760 342<br />

Fotos: Haus am Turm, Montamont, Lucca Zuccolo/zulupictures, Elena Walch, beigestellt<br />

158 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


WEIN<br />

WEINGÜTER<br />

begeistern. Natürlichkeit wird großgeschrieben: Gekeltert wird ohne<br />

Zusatzstoffe, so bleibt der Genuss authentisch und das Terroir gut<br />

erkennbar. h-lentsch.com<br />

CASTEL RINGBERG Elena Walch ist die bekannteste Winzerin der<br />

<strong>Südtirol</strong>er Weinstraße. Mit Blick auf den Kalterer See liegt ihr romantisches<br />

Renaissanceschlösschen Castel Ringberg; ihre ausdrucksstarken Weine<br />

reifen im Barriquekeller. castelringberg.com<br />

KELLEREI TRAMIN Gemeinsam stark ist dieser Zusammenschluss von<br />

rund 160 Winzerfamilien. Tramin ist die Heimat des Gewürztraminers, der<br />

blumige Noten von Rosen mit Litschi und Gewürznelken verbindet; eine<br />

uralte Traube, die von ausgeprägten Temperaturschwankungen profitiert.<br />

cantinatramin.it<br />

ANSITZ WALDGRIES Das Weingut Ansitz Waldgries mit Winzermeister<br />

Christian Plattner (Bild oben) verbindet <strong>Südtirol</strong>s Kulturgeschichte,<br />

Familientradition und erstklassige Weine. Plattner bewirtschaftet 5,5 Hektar<br />

Rebfläche und füllt alljährlich rund 60.000 Flaschen. waldgries.it<br />

THOMAS NIEDERMAYR Ein sanfter Rebell, dessen Naturweine Ecken<br />

und Kanten haben. Absolute Reinheit ist sein Programm, die Natur ist die<br />

höchste Form von Qualität. Seine Weine haben Charakter – Naturweine<br />

produziert er nicht, weil sie im Trend liegen, sondern weil er „möglichst<br />

pur sein“ möchte. thomas-niedermayr.com<br />

KELLEREI KALTERN Der Kalterer See ist der wärmste Badesee <strong>Südtirol</strong>s,<br />

sanft schmiegen sich die Weinberge in die Hügel ringsum. Das angenehme<br />

Klima sorgt für prächtigen Weißburgunder, Sauvignon, Kerner<br />

und Merlot bis hin zu Blauburgunder. kellereikaltern.com<br />

MANINCOR Nachhaltigkeit und ein schonender Umgang mit der Natur<br />

prägen diesen biodynamischen Wein, der in drei Klassen eingeteilt wird:<br />

„Hand“ steht für unkomplizierte Weine, „Herz“ für kräftig und elegant und<br />

„Krone“ für alte Rebanlagen. manincor.com<br />

EDLE TROPFEN<br />

WEINGUT H. LENTSCH Vollmundig und kraftvoll, aber auch eleganz<br />

und frisch. Traditionell findet man im Weingut H. Lentsch in Branzoll<br />

Rotweine, der Schaumwein und der feine Rose wissen aber auch zu<br />

Sanfte Hügellandschaft<br />

Das Castel Ringberg wird von Elena Walch, der bekanntesten<br />

Winzerin der Weinstraße, betrieben.<br />

Vorberg Riserva<br />

Auf sonnenverwöhnten Hängen<br />

reift ein Weißburgunder, der<br />

durch seine Mineralität beeindruckt.<br />

Er riecht nach Honigmelone,<br />

weißem Pfirsich, Quitte<br />

und Ananas. Ab € 27,–.<br />

cantina-terlano.com<br />

Sylvaner Praepositus<br />

Intensive Fruchtnoten gepaart<br />

mit feiner Würze – ein harmonischer<br />

Weißwein, der ideal mit<br />

sommerlichen Gerichten wie<br />

Meeresfrüchten oder Gemüse<br />

harmoniert. Ab € 19,10.<br />

onlineshop.kloster-neustift.it<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong> falstaff TR AVEL 159


WEIN<br />

REZEPT<br />

WUSSTEN SIE<br />

SCHON?<br />

Der Hugo zählt zu den<br />

angesagtesten Cocktails der<br />

Welt – so weit, so bekannt.<br />

Weniger geläufig ist jedoch<br />

sein Ursprung: Dieser<br />

liegt in <strong>Südtirol</strong>, genauer<br />

gesagt in Naturns.<br />

Sommerfrische<br />

Wer keinen Zitronenmelissensirup<br />

verwenden will, kann<br />

auch zu Holunder greifen.<br />

Foto: Stocks


J<br />

ährlich werden unzählige neue Cocktails erfunden,<br />

die es aber auf keine Karte schaffen. Umso erstaunlicher<br />

ist die Erfolgsgeschichte des Hugo, der von<br />

Naturns aus die Welt eroberte – konkret von der Bar<br />

„San Zeno“ aus, wo Roland Gruber 2005 immer wieder<br />

neue Kreationen mixt. Einer der Drinks schmeckt<br />

allen gut, er kommt als Hausgetränk auf die Cocktailkarte. An<br />

einem Abend sitzt Gruber gemeinsam mit Freunden im „San<br />

Zeno“ und denkt über den Namen des neuen Cocktails nach.<br />

„Das Brainstorming uferte dermaßen aus, dass irgendwann jemand<br />

gemeint hat: ‚Na, hem konsch nen jo glai Hugo nennen!‘<br />

Der Hugo hätte auch Otto heißen können, es war einfach der<br />

blödeste Name, der uns eingefallen ist. Wer hätte denn gedacht,<br />

dass den Namen mal jeder kennen würde!“, so Gruber in einem<br />

Interview. Und stolz merkt er an: „Der Veneziano ist extrem<br />

beworben worden, nachdem die Aperol-Flaschen jahrelang<br />

in den Regalen verstaubt sind. Der Hugo ist im Alleingang<br />

bekannt geworden. Er hat einfach überzeugt.“ Bleibt noch eine<br />

Frage offen: Hat der Hugo seinen Erfinder auch reich gemacht?<br />

„Am Hugo selbst habe ich keinen Cent mehr verdient“, gibt<br />

Gruber offen zu. Er ließ seinen Hugo nämlich nie patentieren,<br />

da dies bei Mixgetränken auch sehr schwierig ist. Die einzige<br />

Möglichkeit wäre, sie bereits gemischt zu verkaufen. Gruber:<br />

„Ich habe eine Weile in Zusammenarbeit mit einem <strong>Südtirol</strong>er<br />

Unternehmen an einem Dosen-Hugo experimentiert, aber das<br />

Ergebnis hat mich einfach nicht überzeugt.“ So bleibt Roland<br />

Gruber, dem Erfinder des Hugo, lediglich der Ruhm … ❢<br />

HUGO<br />

mit Minze<br />

FÜR 1 PERSON<br />

ZUTATEN<br />

ZUBEREITUNG<br />

• 15 cl Prosecco<br />

• 2 cl Zitronen melissensirup<br />

• 1 Spritzer Soda<br />

• Minze<br />

• Minze waschen und die unteren<br />

Blätter ins Glas geben.<br />

• Ein paar Eiswürfel hinzufügen<br />

und eine Zitronenhälfte darüber<br />

ausdrücken.<br />

• Zitronenmelissensirup dazugeben,<br />

anschließend den<br />

Prosecco eingießen; mit<br />

Sodawasser auffüllen und<br />

vorsichtig umrühren.<br />

• Den oberen Teil der Minze<br />

abpflücken und als Deko nutzen.


falstaff TRAVEL<br />

SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong><br />

IMPRESSUM<br />

Vertrieb Österreich<br />

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH<br />

Urstein Süd 13/1/201<br />

5412 Puch bei Hallein, Österreich<br />

www.pgvaustria.at<br />

Medieninhaber<br />

Falstaff TRAVEL GmbH<br />

Schottenring 2–6, 1010 Wien<br />

redaktion@falstaff-travel.com, falstaff-travel.com<br />

Firmenbuchnummer: FN 504899 z<br />

UID-Nummer: ATU73950735<br />

Firmengericht: Handelsgericht Wien<br />

Herausgeber<br />

Nadine Tschiderer, Wolfgang M. Rosam<br />

Geschäftsführung<br />

Nadine Tschiderer, Wolfgang M. Rosam<br />

Chefredaktion<br />

Yasmin El Mohandes<br />

Editor-at-large<br />

Philipp Josef Rossmann (M.A.)<br />

Grafisches Konzept<br />

Sabine Kunzmann<br />

Art Director<br />

Karolina Stasiak<br />

Chefin vom Dienst<br />

Marie-Theres Auer (B.A., B.A.)<br />

Carolin Chytrek (B.A.) (Stv.)<br />

Fotoredaktion<br />

Natascha Trimmel / fotoredaktion.at<br />

Lektorat<br />

Mag. Bernhard Paratschek<br />

Produktion und Litho<br />

Wolfgang Stecher / grapple.at<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe<br />

Mag. Karin Cerny,<br />

Mag. Claudia Hilmbauer, Othmar Kiem, Stefanie Bisping<br />

Medienkooperationen und Verkauf<br />

Valentina Moderno (B.A.) (valentina@falstaff-travel.com)<br />

Leser- und Aboservice<br />

Mara Schmidinger (abo@falstaff-travel.com)<br />

Hersteller<br />

Druckerei Berger<br />

Wiener Straße 80, 3580 Horn, Österreich<br />

Vertrieb Deutschland<br />

Partner Medienservices GmbH<br />

Julius-Hölder-Straße 47<br />

70597 Stuttgart, Deutschland<br />

www.partner-medienservices.de<br />

www.falstaff-travel.com<br />

Vertrieb Schweiz<br />

7Days Media Services GmbH<br />

Frankfurt am Main<br />

Zweigniederlassung: Riedstrasse 4<br />

4622 Egerkingen, Schweiz<br />

Zeitschrift für Reisen und Lifestyle. Für versehentlich nicht erfolgte Eintragungen, Druckfehler, fehlerhafte Ausführungen jeder Art usw. haftet der Herausgeber nur,<br />

wenn dieser Mangel nachweisbar vorsätzlich oder grob fahrlässig verschuldet wurde. Die in diesem Magazin enthaltenen Firmenanschriften unterliegen dem Datenschutz.<br />

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung und Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen<br />

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind ausschließlich mit Angabe der Quelle gestattet.<br />

162 falstaff TR AVEL SÜDTIROL SPEZIAL <strong>2023</strong>


Zu Hause.<br />

Im schönen <strong>Südtirol</strong>.<br />

Immobilien<br />

Villa Ibsen –<br />

Historisches Anwesen<br />

in exklusiver Lage<br />

Seis am Schlern<br />

Ref. Nr.: 2232<br />

Das geschichtsträchtige Anwesen befindet<br />

sich in der Lokalität Trotz, oberhalb von Seis<br />

am Schlern, in einer der wohl exklusivsten<br />

Lagen des Schlerngebiets. Die Immobilie<br />

stammt ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert<br />

und diente ehemals als Feriendomizil<br />

für den bekannten norwegischen Schriftsteller<br />

Heinrich Ibsen.<br />

4.950.000<br />

1880<br />

Baujahr<br />

10.000 m 2<br />

Grundstücksfläche<br />

11<br />

Schlafzimmer<br />

7<br />

Badezimmer<br />

Bio-Hof mit Weinbaufläche<br />

in sonniger<br />

Panoramalage<br />

Ref. Nr.: 2231<br />

Völs am Schlern<br />

Der kultivierte Bio-Hof liegt am sonnenverwöhnten<br />

Südhang von Völs am Schlern,<br />

in der Fraktion Völser Aicha.<br />

Die Liegenschaft erstreckt sich über ein<br />

ca. 14 Hektar großes Grundstück und<br />

verfügt über ein gepflegtes Haupt-&<br />

Nebenhaus.<br />

2.400.000<br />

1991<br />

Baujahr<br />

14 ha<br />

Grundstücksfläche<br />

8<br />

Schlafzimmer<br />

6<br />

Badezimmer<br />

Charmante Villa<br />

mit einzigartigem<br />

Grundstück<br />

Ref. Nr.: 2302_1<br />

Völs am Schlern<br />

Die familienfreundliche Villa befindet sich in<br />

absolut prädestinierter Lage, umgeben von<br />

einem großzügigen privaten Grundstück –<br />

idyllisch, ruhig und trotzdem dorfnah.<br />

2.260.000<br />

Die erst vor einigen Jahren renovierte Immobilie<br />

bietet genügend Platz für Familien<br />

mit Kindern oder ein Ehepaar.<br />

2011<br />

Baujahr<br />

1.550 m 2<br />

Grundstücksfläche<br />

3<br />

Schlafzimmer<br />

4<br />

Badezimmer<br />

Armin Rag. Profanter<br />

T +39 348 3832788<br />

info@agentur-profanter.com<br />

www.agentur-profanter.com<br />

Ihr Immobilienmakler<br />

im Schlerngebiet


DOWNUPSIDE<br />

THIS IS NOT A MOVIE<br />

hotel-hubertus.com

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