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Getränke! Technologie & Marketing 3/2023

Getränke! Technologie & Marketing, Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie, ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh­ und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrensund Prozesstechnik, Automatisierung, Verpackungstechnologie und material, Lagertechnik, Logistik und über Marketing und Märkte.

Getränke! Technologie & Marketing, Fachzeitschrift für die Getränkeindustrie, ist die Fachpublikation für Führungskräfte der industriellen Getränkeherstellung im deutschsprachigen Raum. Wir berichten mit praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen über Roh­ und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen, Herstellungstechnologie, Verfahrensund Prozesstechnik, Automatisierung, Verpackungstechnologie und material, Lagertechnik, Logistik und über Marketing und Märkte.

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Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

28. Jahrgang | ISSN 1431-4428 | B42034<br />

www.getraenke-tm.de<br />

TECHNOLOGIE & MARKETING<br />

3 | <strong>2023</strong><br />

■ BRANCHEN REPORT Moderne Trenntechnik – feinster Apfelsaft<br />

■ AUTOMATISIERUNG SPEZIAL Verknüpfte Datenbanken in der Prozessindustrie<br />

■ ROH- UND INHALTSSTOFFE Traditionelle Rezepte und brandneue <strong>Technologie</strong>n<br />

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Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

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EDITORIAL<br />

„Vielleicht gibt es<br />

schönere Zeiten ...<br />

BRIGITTE HAULENA<br />

Redaktion GTM<br />

Verehrte Leserinnen und Leser,<br />

... aber diese ist die unsere.“ Dieser Satz stammt von<br />

Jean-Paul Sartre und lädt ein, diese „unsere Zeit“ zu<br />

betrachten, im besten Falle anzunehmen und sie als<br />

die einzige Zeit zu erkennen, in der etwas aktiv gestaltet<br />

werden kann.<br />

Da ich, wie so viele andere Berufstätige, zahlreiche<br />

Stunden am Bildschirm sitze, ist Sport eine gute<br />

Möglichkeit, dem Körper aktiv Bewegung zu bieten.<br />

Letztens im Park ist mir beim Drehen meiner Runden<br />

aufgefallen, dass bereits bei Tagesanbruch etliche<br />

Frühaufsteher aller Altersklassen – allein und in Gruppen<br />

– sportlich unterwegs sind. Ein zugerufener Gruß im Vorbeilaufen wird mit<br />

einem Kopfnicken oder einer Hallo-Hand beantwortet. So mancher Trainierende<br />

erhält beim langen ruhigen Dauerlauf, Walken, Skaten oder Gehen neben der<br />

meditativen Komponente vielleicht das unerwartete Geschenk einer überraschend<br />

guten Idee – eine geballte Ausschüttung an Glücks hormonen stellt sich jedoch ziemlich<br />

sicher ein. Der anstehende Arbeitstag lässt sich so durchaus gut beginnen.<br />

Was hat das alles mit der <strong>Getränke</strong>industrie zu tun? Nicht von der Hand zu<br />

weisen ist, dass durch jeden Einzelnen in den verschiedenen Unternehmen der<br />

Branche kontinuierlich „unsere Zeit“ gestaltet wird. Bei allen Entscheidungen, wie<br />

beispielsweise der Produktentwicklung, Prozesstechnik oder Automatisierung wird<br />

unter anderem zunehmend der nötige Klima- und Ressourcenschutz einbezogen.<br />

Erforder liche Veränderungen werden vorgenommen, um sich in immer kürzeren<br />

Zeitspannen den aktuellen Marktgegebenheiten zu stellen.<br />

In den Artikeln der <strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong> lesen Sie am besten<br />

selbst, wie effektiv sich neu auftretende Herausforderungen der Branche bewältigen<br />

lassen, wenn Experten sich mit dem nötigen Fachwissen (und vielleicht mit<br />

dem unerwarteten Geschenk einer überraschend guten Idee) gezielt einer Aufgabe<br />

„ unserer Zeit“ annehmen.<br />

Auf diesem Weg wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen der aktuellen Print-<br />

Ausgabe und/oder des ePapers und ein erfolgreiches Mitgestalten der Zeit, die „die<br />

unsere“ ist.<br />

Es grüßt Sie herzlich,<br />

Brigitte Haulena<br />

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iftevent.org


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

10<br />

26 36<br />

GREEN EFFICIENT TECHNOLOGIES<br />

Inhalt 6 ZUM TITEL<br />

6 Clever kombiniert : Badische Staatsbrauerei Rothaus<br />

investiert in TopClip-Prototyp<br />

10 BRANCHEN REPORT<br />

10 18. Deutscher Verpackungskongress: Strategien zur Nachhaltigkeit<br />

11 Sauerstoff – oft schädlich für Lebensmittel und <strong>Getränke</strong>:<br />

Inline-Sauerstoffmessung<br />

16 Investition in Bioenergieanlage:<br />

Bioenergie für die Milchindustrie<br />

18 Reduzierung von Kohlendioxidemissionen:<br />

Energieeinsparungen bei der Nachrüstung von Pumpensystemen<br />

20 Moderne Trenntechnik: Feinster Apfelsaft<br />

23 AUTOMATISIERUNG<br />

24 Netilion verbindet sich mit SAP:<br />

Verknüpfte Datenbanken in der Prozessindustrie<br />

26 Traditionsreiche Bierspezialitäten:<br />

Beste Qualität am laufenden Band<br />

28 Sensorpartner für Leitfähigkeitsmessung:<br />

Hier läuft die CIP-Reinigung rund<br />

30 ROH- UND INHALTSSTOFFE<br />

30 Fachmesse für Wein- und Obsterzeuger in Europa:<br />

Nachbericht zur Winzer Service Messe <strong>2023</strong><br />

32 Traditionelle Rezepte und brandneue <strong>Technologie</strong>n:<br />

Von der Heuernte zur Wasserrevolution<br />

34 Natürliche Aromen in der <strong>Getränke</strong>industrie<br />

36 Ingwer und Kurkuma – Gesunde und geschmackvolle Wurzeln<br />

38 MARKT<br />

38 ein.blick: Mit dem Hirsch im Bunde<br />

Sagenwelt, Symbolkraft und Markenkern<br />

40 Mit Green Layer Verpackungen CO 2<br />

-Fußabdruck reduzieren<br />

40 Effiziente Zuckersirup-Desinfektion dank UV-Behandlung<br />

41 High-Tech-Tore in einer der modernsten Privatbrauereien Europas<br />

42 Schutzkleidung in der <strong>Getränke</strong>industrie<br />

4 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

www.bms-maschinenfabrik.de<br />

IMPRESSUM<br />

ISSN 1431-4428<br />

<strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />

Verlag<br />

Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft mbH<br />

Eschenstraße 25 | D-90441 Nürnberg<br />

Tel.: +49 (0) 911 2018 - 0<br />

Fax: +49 (0) 911 2018 - 100<br />

www.getraenke-tm.de<br />

www.harnisch.com<br />

Geschäftsführung<br />

Dr. Claus-Jörg Harnisch<br />

Benno Keller<br />

Redaktion<br />

Brigitte Haulena<br />

Fachredaktion<br />

Ian Healey<br />

Roland Hensel<br />

Bert Pflüger<br />

Dr. Burkhard Schäfer<br />

Carola Weise<br />

Mediaberatung<br />

Thomas Mlynarik | D-A-CH<br />

Britta Steinberg | Digitale Werbung<br />

Carola Weise | Ingredients<br />

Edouard Costemend | Frankreich<br />

Gabriele Fahlbusch | Europa<br />

Steve Max | Nordamerika<br />

Lektorat<br />

Satzwerk, Markt Taschendorf<br />

Technische Leitung<br />

Armin König<br />

Erscheinungsweise 5 x jährlich<br />

Bezugspreis<br />

Jahresabonnement | 5 Einzelausgaben<br />

Inland: € 62,- inkl. Porto, zzgl. MwSt.<br />

Ausland: € 67,- inkl. Porto<br />

Bankverbindung<br />

HypoVereinsbank AG Nürnberg<br />

Swift-Code: HYVEDEMM460<br />

IBAN: DE45 7602 0070 0000 6147 18<br />

Druck<br />

Schleunungdruck GmbH<br />

Eltertstraße 27 | D-97828 Marktheidenfeld<br />

Copyright © <strong>2023</strong> Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft<br />

mbH | Nürnberg<br />

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TopClip-Prototyp<br />

Foto:<br />

BMS Maschinenfabrik<br />

Die Berichterstattung in der Fachzeitschrift unter liegt<br />

einer unabhängigen Redaktion. Unterzeichnete Beiträ<br />

ge entsprechen dabei nicht unbedingt der Meinung<br />

der Redaktionskonferenz.<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei<br />

Personenbezeichnungen und personenbezogenen<br />

Hauptwörtern das generische Maskulinum verwendet.<br />

Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung<br />

grundsätzlich für alle Geschlechter. Die<br />

verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe<br />

und beinhaltet keine Wertung.<br />

Die unabhängige Medienplattform<br />

für Energieversorgung, Effizienzsteigerung<br />

und alternative Energieträger und -speicher<br />

Nachhaltige Möglichkeiten in der<br />

Prozesstechnologie<br />

Kreislaufwirtschaft im industriellen<br />

Produktionsprozess<br />

Themenbereiche H 2<br />

, Synthetische<br />

Kraftstoffe, Wasser, Solar & Photovoltaik,<br />

Windkraft, Bioenergie, Geothermie,<br />

Batterietechnologie, Systemintegration<br />

und weitere Alternativmöglichkeiten<br />

Dr. Harnisch Verlags GmbH · Eschenstraße 25 · 90441 Nürnberg · Tel.: +49 (0) 911 - 2018 0 · info@harnisch.com · www.harnisch.com


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

ZUM TITEL | TopClip-Prototyp<br />

ZUM TITEL | TopClip-Prototyp<br />

6 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

CLEVER KOMBINIERT<br />

Badische Staatsbrauerei Rothaus<br />

investiert in TopClip-Prototyp<br />

Anfang des Jahres ging bei der Badischen Staatsbrauerei Rothaus AG eine<br />

hochinteressante Investition im Bereich der TopClip-Verpackungen in Betrieb. Diese<br />

sollte im Vergleich zur Bestandsanlage noch moderner, leistungsstärker und exakter<br />

beim Ausrichten der Etiketten sein. Erfolgreich gelöst wurde diese Herausforderung,<br />

indem zwei Maschinenbauer ihre jeweilige Kernkompetenz zu einem gemeinsamen<br />

Prototyp zusammenführten.<br />

von JOHANNES SEIDEL, Vertriebsleitung Süddeutschland, Österreich, Schweiz<br />

D<br />

ie Gründung der Brauerei<br />

Rothaus im Jahre 1791<br />

soll einem wahrlich hehren<br />

Zweck gedient haben: Martin<br />

Gerbert, Fürstabt der Benediktiner,<br />

wollte die Schwarzwälder so<br />

vom selbstgebrannten „ Wässerle“<br />

abbringen. Ziel war es, „sein<br />

Ländle“ auf diesem Wege fitter und<br />

damit konkurrenz- und wirtschaftsfähiger<br />

zu machen. Es gibt aber<br />

auch eine weitere, etwas weniger<br />

romantische Entstehungsgeschichte.<br />

Diese besagt, dass Gerbert<br />

schlicht marktorientiert handelte.<br />

Als Beleg genannt wird dabei die<br />

Tatsache, dass parallel zur Brauerei<br />

auch eine Schnapsbrennerei gebaut<br />

wurde. Lieber mein Schnaps als deiner,<br />

sozusagen.<br />

Gut durch die<br />

Pandemie gekommen<br />

Fakt in der Brauereihistorie dagegen<br />

ist, dass im Rahmen der Säkularisierung<br />

der Staat im Jahre 1806<br />

das Ruder übernahm – und es bis<br />

heute in der Hand hält. Aus gutem<br />

Grund. Ausstoßzahlen werden<br />

zwar traditionell nicht gemeldet.<br />

Aber auch in der Corona-Pandemie<br />

hat sich die Brauerei vergleichsweise<br />

gut behauptet. So konnte<br />

das Land Baden-Württemberg 2020<br />

mehr als zehn Millionen Euro Dividende<br />

einstreichen. In den Vorjahren<br />

waren es um die elf Millionen.<br />

Die Umsatzrendite von Rothaus erreichte<br />

17,4 %. Der Umsatz ging<br />

2020 dagegen um zehn Prozent<br />

auf 68,5 Millionen Euro zurück.<br />

Denn der Ausschank auf Volksfesten<br />

und in der Gastronomie fiel<br />

der Pandemie zum Opfer. Im Han-<br />

Der Prototyp kombiniert die TopClip-Applikation und die Etikettenausrichtung in einem gemeinsamen Maschinengestell.<br />

Foto: BMS Maschinenfabrik<br />

del dagegen konnte das Solitärprodukt<br />

Tannenzäpfle weiter zulegen.<br />

Und nochmals zurück zum Anfang:<br />

Neben Bier ist die Brauerei inzwischen<br />

auch wieder eine erstklassige<br />

Adresse für Hochprozentiges –<br />

und zwar gebranntes Bier, sprich<br />

Whisky. Der „Rothaus Black Forest<br />

Single Malt“ hat seit 2009 etliche<br />

Auszeichnungen erhalten. Rothaus<br />

lässt im Jahr 10.000 Flaschen<br />

von einem Partner destillieren.<br />

Aus Überzeugung und Strategie,<br />

wie Alleinvorstand Christian Rasch<br />

verdeutlich: „Der Whisky ist regelmäßig<br />

ausverkauft – ein Erfolg, der<br />

natürlich auch auf unsere Biere zurück<br />

strahlt.“<br />

„Avantgarde und<br />

Classic zugleich“<br />

Hinter dem Erfolg der Badischen<br />

Staatsbrauerei Rothaus AG stehen<br />

kurz zusammengefasst vier Konstanten:<br />

ein klares Bekenntnis zur Heimat,<br />

dem Schwarzwald, eine über jeden<br />

Zweifel erhabene Qualität, die<br />

Kontinuität in der Markenführung<br />

und nicht zuletzt: die stetige Investition<br />

in ihre technische Ausstattung.<br />

Und zwar sowohl mit Blick auf das<br />

Produkt als auch die Nachhaltigkeit.<br />

Dank Holzschnitzelanlage werden<br />

bereits 80 % der Dampfwärme<br />

aus Biomasse erzeugt. Bis 2030<br />

will die Brauerei dann klimapositiv<br />

sein, also mehr Energie regenerativ<br />

erzeugen als sie selbst verbraucht.<br />

Dazu sollen in diesem Zeitintervall<br />

insgesamt 40 Millionen Euro investiert<br />

werden – aus eigenen Mitteln.<br />

Brauerei chef Rasch stellt klar: „Wir<br />

sind nicht Retro, wir sind Classic, da<br />

wir nie weg waren.“<br />

Kleine, praktische<br />

Verpackungen liegen im Trend<br />

Das gilt selbstverständlich auch für<br />

die Verpackung, in der das Bier zum<br />

Konsumenten kommt. Hier setzt<br />

Rothaus zum Beispiel seit Jahren auf<br />

den sogenannten TopClip, der die<br />

Flaschen nicht wie ein klassisches<br />

Six-Pack komplett umschließt, sondern<br />

mit einem Kartonzuschnitt lediglich<br />

die Flaschenhälse fixiert und<br />

so die „Herrenhandtasche“ transportabel<br />

macht. Weniger ist bekanntlich<br />

manchmal mehr.<br />

„Die Aufgabenstellung wurde sehr gut gelöst. Das gilt sowohl mit<br />

Blick auf die maschinenseitige Umsetzung als auch die erbrachte<br />

Stundenleistung. Damit können wir die benötigte Produktionsmenge<br />

in erheblich kürzerer Zeit bereitstellen.“<br />

ROGER JÄGER (inzwischen im Ruhestand befind lich)<br />

vormaliger Abfüllleiter bei Rothaus<br />

„Wir haben in diesem Segment einen<br />

stabilen Absatz mit leichter<br />

Steigerung. Der Trend geht aber<br />

weiterhin zu kleinen, praktischen<br />

Verpackungen. Dafür wollten wir<br />

gerüstet sein, deshalb haben wir uns<br />

für eine Investition in diese Verpackungsvariante<br />

entschieden“, blickt<br />

Simon Herzog, Leiter Abfüllung bei<br />

Rothaus, zurück. Die Ziele dieser Investition<br />

waren klar definiert: mehr<br />

Leistung, modernere Technik sowie<br />

eine höhere Genauigkeit in der Etikettenausrichtung.<br />

Hinzu kam als<br />

Neben dem TopClip-Greifer ist deren Magazin ebenfalls<br />

eine absolute Neuentwicklung.<br />

Foto: BMS Maschinenfabrik<br />

wichtige Besonderheit: Rothaus<br />

wollte keine komplette Neuanlage.<br />

Die neue TopClip-Maschine musste<br />

vielmehr über einen Art Bypass<br />

an die Bestandsanlage angekoppelt<br />

werden. Roger Jäger, der sich inzwischen<br />

im Ruhestand befind liche<br />

vormalige Abfüllleiter, erläutert den<br />

Grund dieser Vorgabe: „Es ist geplant,<br />

die neue TopClip-Maschine<br />

später innerhalb des Standorts zu<br />

verlagern. Daher haben wir die alte<br />

Anlage nicht durch eine neue ersetzt.“<br />

Das angestrebte System sollte<br />

es außerdem erlauben, entweder<br />

mit der Bestands- oder aber der<br />

Neuanlage produzieren zu können.<br />

„Wir brauchten erst einmal einen<br />

Maschinenlieferanten, der es auch<br />

umsetzen kann“, ergänzt Jäger.<br />

Also alle Rahmenbedingungen<br />

klar abgesteckt. Dann konnte es<br />

ja mit der Umsetzung zügig losgehen.<br />

Aber hierzu war zuerst eine<br />

besondere Hürde zu nehmen, wie<br />

sich Jäger erinnert: „Wir brauchten<br />

erst einmal einen Maschinenlieferanten<br />

für diese Art der Verpackung,<br />

der unsere Vorgaben<br />

auch zuverlässig umsetzen kann.“<br />

Fündig wurde Rothaus bei der<br />

EOL- Gruppe, namentlich bei den<br />

Schwester unternehmen BMS und<br />

A + F. Ein interdisziplinäres Team beider<br />

Unternehmen führte dabei die<br />

TopClip-Einheit sowie die Etikettenausrichtung<br />

in einem gemeinsamen<br />

Maschinengestell zu einem echten<br />

Prototyp zusammen. Das Achssystem<br />

zur Aufbringung der TopClips<br />

war beispielsweise eine bereits vielfach<br />

bewährte Konstruktion.<br />

Weiter auf der nächsten Seite.<br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 7


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

ZUM TITEL | TopClip-Prototyp<br />

8 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

Der TopClip-Greifer sowie dessen<br />

Magazin sind dagegen echte Neuentwicklungen.<br />

Das Ausrichten der<br />

Flaschen im Kasten war wiederum<br />

vom Packerbau her bekannt. Dazu<br />

wird im Zulauf die Lage der Etiketten<br />

detektiert und den Servomotoren<br />

der Ausrichteinheit den jeweils notwendigen<br />

Drehwinkel der Packtulpe<br />

vorgegeben. Dabei werden immer<br />

drei Kästen zusammen verarbeitet.<br />

Der TopClip selbst wird an zwei<br />

aufeinanderfolgenden Stationen auf<br />

die drei ausgerichteten Kästen appliziert.<br />

Die Zuschnitte werden dazu<br />

im Magazin vorgelegt. In dem Moment,<br />

an dem der TopClip entnommen<br />

wird, erfolgt auch dessen automatisches<br />

Aufrichten. Ausgelegt ist<br />

der Prototyp auf eine Stundenleistung<br />

von 27.000 0,33er-Flaschen.<br />

Beim eigentlichen Maschinenbau<br />

wurden auch kundenspezifische<br />

Vorgaben wie die Art der Packtulpen<br />

oder die der Antriebstechnik<br />

durchgängig berücksichtigt.<br />

LOP 4.0 und<br />

„Virtuelle Inbetriebnahme“<br />

als hilfreiche Werkzeuge<br />

Als hilfreiches Werkzeug bei dieser<br />

Maschinenentwicklung erwies sich<br />

LOP 4.0, das sich auch auf etlichen<br />

Baustellen und im Service bewährt<br />

hat. LOP 4.0 ist ein cloudbasiertes Informationsmanagementsystem,<br />

auf<br />

das alle Projektbeteiligten zugreifen<br />

können. Diese digitale Plattform bildet<br />

den aktuellen und künftigen Projektstatus<br />

mit höchstmöglicher Transparenz<br />

ab. Jeder Projektpartner kann<br />

beispielsweise Fotos oder Videos<br />

hochladen, nächste Schritte zur Diskussion<br />

stellen oder einzelne Punkte<br />

priorisieren. Wechselwirkungen auf<br />

den weiteren Verlauf werden hierdurch<br />

sofort sichtbar. Das redu ziert<br />

Reibungs- und Abstimmungs verluste<br />

und führt zu einem hohen Grad an<br />

Planbarkeit. Ein weiteres wichtiges<br />

Tool war die sogenannte „Virtuelle<br />

Inbetriebnahme.“ Abgeklärt wurde<br />

damit beispielsweise das Durchtakten<br />

der Kästen – bereits lange vor<br />

der eigentlichen Baustelle.<br />

Die „Virtuelle Inbetriebnahme“<br />

geht dabei weit über die reine Computersimulation<br />

hinaus. Das Programm<br />

steuert exakt die SPS an, die<br />

beim Kunden zum Einsatz kommen<br />

wird, und diese wiederum die Simulation.<br />

Die in diesen Tests nahezu<br />

unter Einsatzbedingungen gewonnen<br />

Erkenntnisse helfen, die Anlagenkonstruktion<br />

sowie die spätere<br />

Inbetriebnahme beim Kunden optimal<br />

zu gestalten.<br />

Sowohl für das 0,5- als auch<br />

das 0,33-l-Gebinde geeignet<br />

Der von Rothaus georderte Lieferumfang<br />

umfasste konkret: zwei Gebindeschleusen<br />

zur Anbindung an<br />

die Bestandsanlage, den Gebindetransport,<br />

die neuentwickelte Top-<br />

Clip-Maschine, die Flascheninspektion<br />

sowie die Automatisierung.<br />

Zusätzlich wurde noch ein vorhan-<br />

Innerhalb der Maschine werden an zwei Stationen<br />

jeweils drei Kästen ausgerichtet und mit den TopClips<br />

versehen. Der Prototyp erreicht dabei eine Maximalleistung<br />

von 27.000 0,33er-Flaschen pro Stunde.<br />

Foto: BMS Maschinenfabrik<br />

dener Inspektor, der vor der Palettierung<br />

den korrekten Sitz der Top-<br />

Clips kontrolliert, modernisiert und<br />

eingebunden. „Nach der Anlieferung<br />

wurde die Montage im geplanten<br />

Zeitraum abgeschlossen“,<br />

so Jäger. Und weiter: „Da es sich<br />

bei der Maschine um einen Prototyp<br />

handelt, war mir bewusst, dass es<br />

noch Nachbesserungen geben wird.<br />

Diese wurden aber schnell und kompetent<br />

gelöst.“ Geeignet ist der Top-<br />

Clip-Prototyp von Rothaus sowohl<br />

für das 0,5- als auch das 0,33-l-Gebinde.<br />

Aus einem 20er-Kasten werden<br />

so fünf TopClips mit jeweils vier<br />

Flaschen in Reihe. Beim 24er-Kasten<br />

ist die Variante vier Stück 2 x 3 vorgesehen.<br />

Selbstverständlich eignet sich<br />

die Neuentwicklung auch für weitere<br />

Applikationen. Grundsätzlich gilt<br />

dabei: Alles was stabil genug ist, damit<br />

ein TopClip aufgesetzt werden<br />

kann, und der Behälter sich drehen<br />

lässt, ist potenziell verarbeitbar.<br />

Die Ziele der Investition waren klar definiert: mehr Leistung, modernere<br />

Technik sowie eine höhere Genauigkeit in der Etikettenausrichtung.<br />

Hinzu kam als wichtige Besonderheit: Rothaus wollte keine<br />

komplette Neuanlage. Die neue TopClip-Maschine musste vielmehr<br />

über einen Art Bypass an die Bestandsanlage angekoppelt werden.<br />

„Die Aufgabenstellung<br />

wurde sehr gut gelöst“<br />

„Die Aufgabenstellung wurde sehr<br />

gut gelöst. Das gilt sowohl mit Blick<br />

auf die maschinenseitige Umsetzung<br />

als auch die erbrachte Stundenleistung.<br />

Damit können wir die<br />

benötigte Produktionsmenge in erheblich<br />

kürzerer Zeit bereitstellen“,<br />

resümiert Roger Jäger. Und Simon<br />

Herzog nennt einen weiteren Aspekt:<br />

„Die Bestandsanlage richtet<br />

die Flaschen nicht immer zufriedenstellend<br />

aus. Hier gibt und gab es<br />

regelmäßig falsch ausgerichtete Flaschen.<br />

Die neue TopClip- Maschine<br />

ist in dieser Hinsicht viel zuverlässiger<br />

und exakter.“ Manchmal kochen<br />

mehrere Köche halt doch den<br />

besseren Brei.<br />

Mehr Informationen<br />

www.bms-maschinenfabrik.de<br />

18. DEUTSCHER VERPACKUNGSKONGRESS<br />

Strategien zur<br />

Nachhaltigkeit<br />

Der 18. Deutsche Verpackungskongress in Berlin<br />

adressierte Ende März in Vorträgen, Dialogformaten<br />

und Workshops – mit Vertretern aus Wirtschaft und<br />

Politik – den Status der Verpackungswirtschaft nach<br />

der Zeitenwende, Nachhaltigkeitsstrategien führender<br />

Hersteller und Marken sowie die aktuellen Pläne<br />

der Regulierer aus Brüssel und Berlin.<br />

N<br />

ach zwei Jahren im digitalen<br />

Raum fand auf Einladung<br />

des Deutschen<br />

Verpackungsinstituts e. V. (dvi)<br />

der 18. Deutsche Verpackungskongress<br />

dieses Jahr unter dem<br />

Motto „Wie VUCA die (Verpackungs)welt<br />

verändert“ wieder<br />

als Präsenzveranstaltung statt.<br />

„Wir waren gespannt, wie das<br />

Angebot angenommen wird und<br />

sind mit einer Rekordteilnehmerzahl<br />

belohnt worden. Jeder Stuhl<br />

unseres Gipfeltreffens im dbb<br />

Forum Berlin war besetzt. Wir<br />

hatten Inhalte, die für zwei Kongresse<br />

gereicht hätten und das<br />

Feedback unserer Teilnehmer ist<br />

wirklich außerordentlich gut“,<br />

freut sich dvi-Geschäftsführerin<br />

Kim Cheng.<br />

Im Zentrum der Pressekonferenz<br />

zum Start des 18. Deutschen<br />

Verpackungskongresses<br />

hatte die Erkenntnis gestanden,<br />

dass eine Mehrheit der Menschen<br />

in Deutschland die ökologischen<br />

Vorteile von Verpackungen<br />

massiv unterschätzt. „50,5%<br />

glauben, dass die Verpackung einen<br />

größeren Umweltfußabdruck<br />

hat, als das verpackte Produkt.<br />

Nur 28,8 % wissen, wie es wirklich<br />

ist“, berichtet Cheng. „Die<br />

Verpackung steht beispielsweise<br />

bei Lebensmitteln im Durchschnitt<br />

nur für rund 3 % der Klimaauswirkungen.<br />

Rund 97 % gehen<br />

auf das Konto des Produkts.<br />

Wir müssen als Branche dafür<br />

sorgen, dass mehr Menschen erfahren,<br />

mit welche kleinem Aufwand<br />

die Verpackung große<br />

Werte schützt“, so Cheng.<br />

Transformationen<br />

gemeinsam gestalten<br />

Michael Kellner, Parlamentarischer<br />

Staatssekretär im Bundesministerium<br />

für Wirtschaft und<br />

Klimaschutz und Mittelstandsbeauftragter<br />

der Bundesregierung,<br />

unterstrich in seiner Keynote<br />

zum Kongress den Wert und die<br />

Bedeutung von Verpackungen.<br />

Einen entscheidenden Punkt bei<br />

der Kreislaufwirtschaft der Verpackung<br />

sieht Kellner in der Erhöhung<br />

des Recyclinganteils bei<br />

Kunststoffverpackungen und<br />

einem höheren Rezyklatangebot.<br />

Das sei auch wirtschaftlich<br />

geraten und ein Wettbewerbsvorteil.<br />

Er fand darüber hinaus<br />

viel Lob für die Unternehmen<br />

der Branche, denen er viel Erfahrung<br />

und Kompetenz in Sachen<br />

Kreislaufwirtschaft bescheinigte.<br />

Kellner stellte zen trale Aspekte<br />

der Bundesregierung im Umgang<br />

mit Verpackungen dar und<br />

zeigte dabei durchaus klare Kante.<br />

Gleichzeitig zeigte sich der<br />

Staats sekretär wiederholt offen<br />

für zielführende Vorschläge und<br />

betonte mehr als einmal, sein<br />

Anliegen, die Transforma tionen<br />

gemeinsam mit den Unternehmen<br />

der Branche zu gestalten<br />

und zu schaffen.<br />

Transformation und<br />

Wettbewerbsfähigkeit<br />

Wie es gerade energieinten sive<br />

Unternehmen schaffen können,<br />

die Transformation ohne Verlust<br />

der Wettbewerbsfähigkeit<br />

zu bewältigen, zeigte Dr. Frank<br />

Heinricht, Vorsitzender des<br />

Weiter auf der nächsten Seite.


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT | 18. Deutscher Verpackungskongress<br />

BRANCHEN REPORT | Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

Vorstandes der SCHOTT AG<br />

den Teilnehmern in seinem<br />

Vortrag ein energieintensives<br />

Spezialglas-Unternehmen auf<br />

dem Weg zur Klimaneutralität<br />

2030 – trotz Krieg in der Ukraine,<br />

Energiekrise, Material- und<br />

Rohstoffkosten sowie Inflation<br />

und steigender Preise.<br />

Als Spezialglashersteller benötigt<br />

SCHOTT viel Energie.<br />

Bei Schmelztemperaturen von<br />

1.700 °C für Spezialglas habe<br />

man 2019 einen Fußabdruck<br />

von 1 Million Tonnen CO 2<br />

e<br />

(= Maßeinheit zur Vereinheitlichung<br />

der Klimawirkung der<br />

unterschiedlichen Treibhausgase)<br />

hinterlassen. Auf dem Weg<br />

zur Klimaneutralität 2030 wolle<br />

man über vier Handlungsfelder<br />

klimaschädliche Emissionen<br />

vermeiden, reduzieren<br />

oder kompensieren. Dafür setze<br />

man auf <strong>Technologie</strong>wandel,<br />

Energieeffi zienz, Grünstrom<br />

und Kompensa tion. Im Zentrum<br />

des technologischen Wandels<br />

stehen der Ersatz von Gas durch<br />

grünen Strom, grünen Wasserstoff<br />

sowie Biogas.<br />

Ein Pionierprojekt für die Glasindustrie<br />

sei die Wasserstoff-Beimischung<br />

in indus triellem Maßstab.<br />

Die ersten Ergebnisse seien<br />

sehr vielversprechend. Die<br />

Tests würden ausgeweitet, um<br />

notwendige Erfahrungen für die<br />

Skalierung zu sammeln.<br />

Thomas Reiner, CEO der<br />

Berndt+Partner Group wies<br />

zum Abschluss der ersten Vortragsreihe<br />

in seinem Vortrag darauf<br />

hin, dass die Themen im<br />

Grunde seit Jahren die gleichen<br />

seien. Er betonte, dass alles<br />

schon dagewesen sei. Corona<br />

und Ukraine haben es nur ans<br />

Licht gebracht. In seinem Vortrag<br />

konzentrierte sich Reiner dann<br />

auf die beiden Themen Nachhaltigkeit<br />

und Digitalisierung. Sein<br />

Fazit zum Thema Nachhaltigkeit:<br />

„Die Industrien werden sich am<br />

Thema Klima messen lassen müssen.<br />

Es ist auch das Thema, das<br />

beim Konsumenten anschlussfähig<br />

ist, weil es auch viel einfacher<br />

darzustellen ist, als das Kreislaufthema.<br />

Klima wird zum Kernthema,<br />

dass wir auf Packungen<br />

finden werden. In ein paar Jahren<br />

wird kein Markenartikler mehr einen<br />

Lieferanten mit negativem<br />

Klimafußabdruck akzeptieren.“<br />

10 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

„...Verpackung ist Chefsache geworden. Man wird gehört. Das muss man nutzen. Und wir<br />

müssen Vorlauf schaffen, nicht nur reagieren. Wir müssen uns an den Kern erinnern: Die<br />

Verpackung ist und war und bleibt Produktversicherung, Identitätsstifter, Innovationsmotor<br />

und Nachhaltigkeitsbotschafter. Das sind vier starke Säulen.“<br />

THOMAS REINER, CEO der Berndt+Partner Group<br />

Innovation und<br />

Best Practice<br />

Susanne Heldmaier, Strategic<br />

Lead of Basic Research & Technical<br />

Innovation der Mibelle<br />

Group – einer Tochter der MI-<br />

GROS Gruppe – stellte in ihrem<br />

Vortrag die biotechnische CO 2<br />

-<br />

Recyclingtechnologie ihres Unternehmens<br />

vor. Sie gewinnt<br />

CO 2<br />

als Rohstoff und produziert<br />

daraus PET. Nach Ansicht<br />

von Heldmaier ist das CO 2<br />

-Recycling<br />

eine Schlüsseltechnologie<br />

für die Kreislaufwirtschaft mit<br />

einem zentralen Vorteil: Sie entkoppelt<br />

die Kohlenstoffproduktion<br />

von der Landnutzung.<br />

Analyse der neuen EU-<br />

Verpackungsverordnung<br />

Francesca Stevens, Managing<br />

Director der European Organisation<br />

for Packaging and the Environment<br />

(EUROPEN) lieferte in<br />

ihrem Vortrag einen fundierten<br />

Überblick und aktuellen Status zu<br />

den verpackungspoli tischen Plänen<br />

der EU-Regulierer. Stevens<br />

identifizierte als Schlüssel- Interventionsbereiche<br />

des Packaging<br />

and Packaging Waste Regulation<br />

(PPWR)-Vorschlags die Abfallvermeidung,<br />

die Recycling fähigkeit,<br />

den Einsatz von Rezyklat, Mehrweg<br />

und Refill sowie Labelling.<br />

Im Mittelpunkt des Bereichs Rezyklat<br />

stand der Artikel 7 des<br />

PPWR-Vorschlags. Der Kunststoffanteil<br />

in Verpackungen muss<br />

ab dem 1. Januar 2030 ( und mit<br />

erhöhten Quoten ab dem 1. Januar<br />

2040) einen Mindestprozentsatz<br />

an recyceltem Inhalt aus<br />

Post-Verbraucher-Kunststoffabfällen<br />

enthalten. Bei Einweg-<strong>Getränke</strong>flaschen<br />

sind das<br />

• 30 % beziehungsweise 65 %,<br />

• bei kontaktsensiblen Verpackungen<br />

zwischen 10 % und<br />

30 % beziehungsweise ab<br />

2040 50 %.<br />

• Für die restlichen Kunststoffverpackungen<br />

gelten Quoten<br />

von 35 % beziehungsweise<br />

65 %.<br />

Foto: dvi<br />

Den Bereich Labelling behandeln<br />

die Artikel 11 und 12 des<br />

PPWR-Vorschlags. Hier stellte<br />

Francesca Stevens die Aspekte<br />

Materialzusammensetzung,<br />

Wiederverwendbarkeit, Pfand<br />

und Rückgabe, Rezyklat sowie<br />

EPR (extended producer responsibility)<br />

und DRS (deposit return<br />

scheme) vor. In ihrer Bewertung<br />

des PPWR-Vorschlags<br />

konstatierte sie eine zunehmende<br />

Fragmentierung des Binnenmarkts<br />

und unklare Rahmenbedingungen.<br />

Die PPWR könne<br />

nur dann ein potentieller Game<br />

Changer werden, so Stevens,<br />

wenn vier zentrale Punkte Beachtung<br />

fänden:<br />

• Die Anerkennung des Zwecks<br />

von Verpackungen und<br />

• die Gewährleistung eines<br />

wissenschaftlich fundierten<br />

Ansatzes.<br />

• Die Gewährleistung der<br />

Kohärenz mit den Umweltund<br />

Klimazielen der EU.<br />

• Die Schaffung einer zukunftssicheren<br />

und harmonisierten<br />

Gesetzgebung zur Unterstützung<br />

von Innovation und die<br />

Entwicklung von Infrastrukturen.<br />

Und schließlich die Gewährleistung<br />

von Rechtssicherheit für die<br />

verpflichteten Parteien.<br />

Zweiter Kongresstag<br />

Am zweiten Kongresstag hatten<br />

die Teilnehmer die Möglichkeit,<br />

an vier Workshops<br />

und einer Arbeitsgruppe teilzunehmen.<br />

Vivian Loftin, Co-<br />

Founder und Geschäftsführerin<br />

der Recyda GmbH stellte dabei<br />

ein Softwaretool vor, dass die<br />

Circular Economy vorantreibt.<br />

Melissa Ott, Program Director<br />

der Futury GmbH, erarbeitete<br />

mit den Teilnehmern Erfolgsfaktoren<br />

in der Kollaboration zwischen<br />

Unternehmen und Start-<br />

Ups. Yasha Tarani, Co-Founder<br />

& Chief Executive Officer<br />

von THE CLIMATE CHOICE,<br />

zeigte, wie Softwaretools helfen<br />

können, Klimaziele gemeinsam<br />

mit Lieferanten umzusetzen.<br />

Führende Projektbeteiligte<br />

von „K3I-Cycling“ informierten<br />

über die KI-gestützte Optimierung<br />

der Kreislaufführung<br />

von Kunststoffverpackungen.<br />

Das Thema „Wege aus dem<br />

Fachkräftemangel“ diskutierte<br />

Joachim Frantzen, Managing<br />

Partner der BGH-Consulting<br />

GmbH mit seinen Teilnehmern.<br />

Der 19. Deutsche Verpackungskongress<br />

wird im März<br />

2024 stattfinden.<br />

Mehr Informationen<br />

www.verpackung.org<br />

SAUERSTOFF – OFT SCHÄDLICH FÜR LEBENSMITTEL UND GETRÄNKE<br />

Inline-Sauerstoffmessung<br />

Es gibt verschiedene Optionen auf das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Sauerstoff zu reagieren, aber<br />

hauptsächlich zwei Methoden, wie gelöster Sauerstoff im flüssigen Lebensmittel und den zur Produktion<br />

verwendeten Gasen gemessen wird: amperometrisch/polarometrisch mit einer Clark Elektrode, oder optisch nach<br />

der Lumineszens Methode. Titration nach Winkler spielt bei der inline analytischen Messung lediglich die Rolle<br />

der Kontrollmessung. Da dafür eine Probe, die gegebenenfalls dabei Sauerstoff aufnimmt, genommen werden<br />

muss, bildet diese Methode nicht immer das gleiche Resultat wie eine inline Messung ab. Wir betrachten im<br />

Folgenden beide inline <strong>Technologie</strong>n und wie sie in flüssigen und gasförmigen Medien eingesetzt werden können.<br />

von HOLGER SCHMIDT, Industry Manager Food & Beverage, Process Analytics, Mettler-Toledo GmbH, Urdorf, Schweiz<br />

D<br />

ie optische Sauerstoffmessung<br />

ist die neuere<br />

<strong>Technologie</strong>. Wie<br />

meistens, baut die Entwicklung<br />

auf den Schwächen der Vorgängertechnologie<br />

auf und versucht,<br />

diese nicht zu wiederholen.<br />

Dass dabei alle Eigenschaften<br />

des neuen Gerätes die des<br />

Alten übertreffen, ist eher selten.<br />

Für die optische Sauerstoff-<br />

messung bedeutet dies, dass<br />

sie in den Bereichen Handling<br />

und Bedienung, Ansprechzeit,<br />

Drift, Robustheit und Betriebszeit,<br />

Wartungsaufwand sowie<br />

Inbetriebnahme gegenüber der<br />

amperometrischen klare Vorteile<br />

hat, aber in den folgenden Bereichen<br />

nur knapp auf Augenhöhe,<br />

oder sogar schwächer ist als die<br />

Clark Elektrode ist.<br />

• Temperaturakzeptanz während<br />

der Messung<br />

• Spurenerkennung<br />

• Linearität<br />

• Akzeptanz von freiem Chlor<br />

Optische Sensoren nutzen das<br />

Prinzip, ein Luminophor zum<br />

Leuchten anzuregen. Dazu wird<br />

grünes oder blaues Licht im Sensor-Schaft<br />

zur Spitze gepulst,<br />

auf den Luminophor geleitet<br />

und regt ihn somit zum Fluoreszieren<br />

an. Ist Sauerstoff anwesend,<br />

wird das Fluoreszieren gedämpft<br />

(Quenching). Die Dauer<br />

dieser Dämpfung wird mit einem<br />

optischen Sensor erfasst und als<br />

Phasenverschiebung ausgewertet.<br />

Je mehr Sauerstoff zugegen<br />

ist, desto länger dauert die Phase<br />

des schwächeren Signals. Da<br />

die Signalreduktion nicht linear


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

Fotos: Mettler-Toledo<br />

ihrer Durchlässigkeit schneller und<br />

robuster gegen Reinigungsmedien.<br />

Die PFTE Membran wird eher in Prozessen<br />

mit längeren Lauf zeiten eingesetzt,<br />

da sie den Aufbau von Belägen<br />

verlangsamt. Die Reak tion des<br />

Lumino phores ist technisch nicht<br />

standardisierbar, das Verhalten über<br />

den Mess bereich nicht linear. Die<br />

Sensoren werden daher alle nach<br />

der Fertigung kalibriert und Reaktion<br />

sowie Steilheit ermittelt. Mithilfe der<br />

Stern-Vollmer Rela tion kann aus der<br />

nicht-linearen Kurve der tatsächliche<br />

Messwert ermittelt werden.<br />

Abb. 2 | OptoCap mit Luminophore<br />

Abb. 3 | Verschiedene Sensoren, Anwendungsbereiche und Kalibrierungen<br />

Sensor Sauerstoff- Empfohlene Anwendung<br />

konzentration Kalibrierung<br />

InPro 6860i<br />

InPro 6960i<br />

InPro 6970i<br />

Hohe*<br />

Hohe<br />

Niedrige**<br />

1-Punkt-Kalibrierung<br />

in Luft<br />

1-Punkt-Kalibrierung<br />

in Luft<br />

2-Punkt-Kalibrierung<br />

in Luft (100 %) und<br />

mit 0 % Sauerstoff<br />

Biotech<br />

Nahrungsmittelund<br />

<strong>Getränke</strong>industrie<br />

Nahrungsmittelund<br />

<strong>Getränke</strong>industrie<br />

ist, bedarf es der Stern-Volmer Relation<br />

um den Sauerstoffgehalt auszurechnen.<br />

Die optischen Sensoren reagieren<br />

sehr schnell auf geänderte<br />

Sauerstoffkonzentrationen, was sie<br />

insbesondere für die Überwachung<br />

von Rohrleitungen qualifiziert. Es<br />

gibt zwei Messbereiche, einen in<br />

dem Spuren erkannt werden, wie<br />

bei dem InPro 6970i, der von 2 bis<br />

2000 ppb Sauer stoffspuren erkennt.<br />

Im Bereich der Sättigung, 60-80 %,<br />

kommt mit dem InPro6960i ein angepasster<br />

Sensor zum Einsatz, der<br />

natürlich auch toleranter gegenüber<br />

Sauerstoff ist. Die Spurenerkennung<br />

findet im Prozesswasser, in den fertigen<br />

oder nahezu fertigen Produkten<br />

und insbesondere vor der Abfüllung<br />

ihre Anwendung. Im Bereich der<br />

Sätti gung wird zum Beispiel in der<br />

Belüftung von Kaltwürze gearbeitet.<br />

Wenn Sauerstoff den Luminophor<br />

zum Leuchten bringt, altert das Material.<br />

Je wärmer, es ist, desto intensiver<br />

ist dieser Effekt. Im Sensor wird<br />

die Temperatur überwacht. Allerdings<br />

nicht primär wegen der Überwachung<br />

der Alterung, sondern<br />

weil sich die Temperatur auch auf<br />

die Messung auswirkt, Die im Sensor<br />

gemessene Temperatur wird zur<br />

Kompensation bei der Messwert-<br />

Abb. 1 | Optische <strong>Technologie</strong><br />

1<br />

Phase Shift<br />

0,8<br />

0,6<br />

0,4<br />

0,2<br />

berechnung verwendet. Nun bindet<br />

sich Sauerstoff in heißen Medien<br />

nur sehr schlecht, weshalb eine<br />

Messung in hohen Temperaturen<br />

eher selten nötig ist. Da wo gemessen<br />

werden muss, besteht die Möglichkeit,<br />

den Sensor nur ganz gezielt<br />

anzuschalten, zu messen und wieder<br />

abzuschalten. Die Zehrung findet nur<br />

bei Anwesenheit von Sauerstoff und<br />

Licht statt. Für die Anwendungen im<br />

Prozess bedeutet das, das der Sensor<br />

zur Verlängerung der Nutzungsdauer<br />

bei heißen Temperaturen, wie<br />

sie in CIP Reinigungen oder bei der<br />

Sterilisa tion zum Einsatz kommen,<br />

abgeschaltet sein soll. Auch macht es<br />

keinen Sinn, den Luminophor zu beleuchten,<br />

wenn Rohrleitung oder Behälter<br />

nicht mit Produkt gefüllt sind<br />

und der Sensor in die Luft ragt. Die<br />

Temperaturmessung ermöglicht eine<br />

einfache automatisierte Abschaltung<br />

über den Transmitter. Ansonsten lässt<br />

sich der Sensor auch über die Steuerung<br />

ausschließlich dann aktivieren,<br />

wenn die Messung benötigt wird.<br />

Der Luminophor ist hinter einer<br />

Membran aus PTFE ( meistens<br />

in der Pharmaindustrie im Einsatz)<br />

oder aus Silikon (Lebensmittelanwendungen)<br />

auf Glas aufgebracht.<br />

Die Silikon-Membran ist aufgrund<br />

0<br />

0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 120 % 140 %<br />

O 2<br />

(% Air)<br />

Grafik: Mettler-Toledo<br />

Optische <strong>Technologie</strong><br />

(siehe Abb. 1)<br />

• Kalkuliertes, nicht lineares Signal<br />

• Eine 2-Punkt-Kalibration bei niedrigen<br />

Sauerstoff-Konzen trationen<br />

ist nötig.<br />

(1) T 0<br />

/T = 1 + KSV x pO 2<br />

oder<br />

(2) T 0<br />

/T − 1 = KSV x pO 2<br />

Es gilt:<br />

• T 0<br />

: Lebensdauer des Fluores zenz<br />

ohne das löschende Sauerstoffmolekül<br />

(O 2<br />

) zum Zeitpunkt 0<br />

• T: Lebensdauer des Fluoreszenz<br />

mit dem löschenden Sauerstoffmolekül<br />

(O 2<br />

)<br />

• KSV: Stern Volmer Konstante<br />

• Po 2<br />

: Partialdruck Sauerstoff<br />

Wie beschrieben, ist auch die Messung<br />

des Sauerstoffgehaltes von<br />

der Medientemperatur abhängig.<br />

Die Sensoren, wie der InPro6970i<br />

oder 6960i, sind dafür mit integrierten<br />

Pt1000 zur Kompensation ausgestattet.<br />

Die Ansprechzeitverzögerung<br />


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

14 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

der Sauerstoffsensor vorher mit einer<br />

automatischen Einheit (InTrack) aus<br />

dem Prozess zurückgezogen werden.<br />

Polarographische<br />

(Amperometrische) Messung<br />

nach Clark<br />

Es werden zwei Arten der polarographischen<br />

Elektroden eingesetzt,<br />

die mit (Clark) und die ohne Membran.<br />

Wir fokussieren uns aufgrund<br />

der Verbreitung im Folgenden auf<br />

die Erstgenannten. Sie werden mit<br />

zwei, drei und vier Elektroden gebaut.<br />

Nachfolgend betrachten wir<br />

die komplexeren Ausführungen mit<br />

vier Elektroden. Die amperometrische<br />

Messung ist der pH-Messung<br />

nicht unähnlich. Über eine Membrane<br />

werden O 2<br />

-Moleküle in ein<br />

Elektrolyt geleitet. Je höher der Partialdruck,<br />

desto intensiver ist dabei<br />

die Diffusion.<br />

Im Elektrolyt findet eine ReDox<br />

Reak tion statt, bei der OH - gebildet<br />

wird, dessen Konzentration über die<br />

pH-Verschiebung gemessen werden<br />

kann. Diese Messung findet über<br />

die Arbeits- (Kathode), die Gegen-<br />

(Anode) und die Referenzelektrode<br />

statt. Zusätzlich kann eine Schutzringelektrode<br />

installiert sein, die<br />

seitlich an der Kathode auftretenden<br />

Sauerstoff reduziert und somit<br />

die Messung von kleinsten Sauerstoffspuren<br />

ermöglicht. An Anode<br />

und Kathode angelegter Spannung<br />

wird durch den Elektrolyten weitergeleitet.<br />

Dringt O 2<br />

durch die Membran<br />

an, wird er an der Kathode<br />

reduziert, während an der Anode<br />

eine Oxidation stattfindet. Der dabei<br />

entstehende Strom wird gemessen.<br />

Die angelegte Spannung ist die<br />

Polari sationsspannung und so berechnet,<br />

das O 2<br />

an der Kathode vollständig,<br />

aber kein anderes Gas reduziert<br />

wird. Die Sonden reagieren<br />

dabei extrem genau und können bis<br />

zu 0,25 ppb O 2<br />

erkennen, während<br />

die optische Sonde real 2 ppb erreichen<br />

kann.<br />

Nachfolgende Faktoren beeinflussen<br />

die Messung:<br />

• Sauerstoffpartialdruck im<br />

Messmedium<br />

• Membranmaterial und -dicke<br />

• Grösse der Kathode<br />

• Polarisationsspannung<br />

• Temperatur<br />

• Strömungsbedingungen im<br />

Messmedium<br />

Das Gesetz nach Fick zeigt den mathematischen<br />

Zusammenhang dieser<br />

Einflussgrössen auf:<br />

Abb. 5 | Messung in Flüssigkeit oder Gas<br />

Abb. 6<br />

R<br />

Messung in Flüssigkeit<br />

oder Gas<br />

Grafiken: Mettler-Toledo<br />

U<br />

O 2<br />

O<br />

O 2<br />

2<br />

U Pol<br />

– +<br />

– +<br />

Polarisationsspannung<br />

Strom<br />

Referenz<br />

Kathode<br />

Schutzring<br />

Anode<br />

Elektrolyt<br />

Glasisolator<br />

NTC 22 kΩ<br />

Membrane<br />

l = k x D x a x A x pO 2<br />

/X<br />

I = Elektrodenstrom<br />

k = Konstant<br />

D = O 2<br />

-Durchdringungskoeffizient<br />

der Membran<br />

a = Sauerstofflöslichkeit des<br />

Membranmaterials<br />

A = Kathodenoberfläche<br />

pO 2<br />

= Sauerstoffpartialdruck im<br />

Messmedium<br />

X = Dicke der gasdurchlässigen<br />

Membran<br />

(siehe Abb. 5 und Abb. 6)<br />

Da die amperometrischen Sonden<br />

eine gewisse Zeit zur Polarisierung<br />

brauchen, sollten sie entweder<br />

immer mit Strom versorgt<br />

werden, oder alternativ über ein<br />

entsprechendes Signal frühzeitig<br />

angeschaltet werden, damit sie sich<br />

„warmlaufen“ können.<br />

Anders als bei der optischen<br />

Messung, die auch in „stehendem“<br />

Medium misst, benötigt<br />

die amperometrische Sonde konstante<br />

Bewegung vor der Membrane.<br />

Trotzdem ist die Ansprechzeit<br />

auf Sauer stoff im Medium bedingt<br />

durch die Membrane und das<br />

Messprinzip deutlich langsamer als<br />

bei einer optischen Elektrode die<br />

in weniger als 20 Sekunden 98 %<br />

des realen Messwertes anzeigt.<br />

Dafür misst die Sonde nicht nur in<br />

Flüssigkeiten, sondern kann auch in<br />

Gas eingesetzt werden, ohne das<br />

die Membrane langfristig leidet.<br />

Ebenfalls ist der Einsatz von chlorhaltigen<br />

Desinfektionsmitteln für<br />

die Membran nicht kritisch. Bei der<br />

amperometrischen Messung, sind<br />

die Messergebnisse bei den Clark<br />

Elektroden linear zum Signal.<br />

Amperometrische <strong>Technologie</strong><br />

• Linearität zwischen dem gemessenen<br />

Signal und dem Sauerstoffgehalt<br />

ist gegeben.<br />

• Eine 1-Punkt-Kalibrierung in Luft<br />

ist ausreichend.<br />

Abb. 8 | Messprinzip Membran<br />

Abb. 9 | Aufbau der amperometrischen Sonde<br />

Abb. 7<br />

Sensor Pg 13.5<br />

Kappe Rückhaltemutter Schaft Verschraubung<br />

Sensor Current (nA)<br />

1<br />

0,8<br />

0,6<br />

0,4<br />

0,2<br />

0<br />

0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % 120 % 140 %<br />

O 2<br />

(Air concentration)<br />

Grafiken: Mettler-Toledo<br />

Gas spezifisch<br />

Membrane Membran- Austauschbarer Dichtung mit Digitaler<br />

Körper Innenkörper O-Ring Anschluss<br />

Der gemessene Strom wird im Transmitter<br />

in % Sättigung, mg / l oder<br />

ppm umgerechnet (siehe Abb. 7<br />

und Abb. 8).<br />

Die sauerstoffdurchlässige Membrane<br />

ist aus PTFE beschichtetem Silikon<br />

gefertigt. Um sie stabiler gegen<br />

Druck und Vakuumeinflüsse zu<br />

machen, ist ein Edelstahlnetz eingearbeitet.<br />

Sie ist kein Verschleißteil<br />

und in verschiedenen Ausführungen<br />

erhältlich:<br />

• S-Typ: Membrane ist auf der<br />

Innenseite PTFE beschichtet<br />

• T-Type: Membrane I ist sowohl<br />

innen als auch außen PTFE<br />

beschichtet.<br />

→ enhanced coating-repellent<br />

Die Elektrode verbraucht bei der<br />

Messung das KCL Elektrolyt, ähnlich<br />

wie die optischen Sonden das Fluoreszenz.<br />

Anders als dort, benötigt<br />

die Elektrode nach dem Wechsel des<br />

Elektrolyten und ggf des Membrankörpers,<br />

aber eine gewisse Zeit zur<br />

Polarisierung. Hierin liegt der Mehraufwand<br />

bei der Wartung.<br />

Auch nach, gewolltem oder ungewolltem,<br />

Abschalten der Stromversorgung<br />

benötigt der Sensor eine gewisse<br />

Zeit der Polarisation. Ist eine komplette<br />

Polarisation nötig, kann dies bis<br />

zu 24 Stunden dauern (siehe Abb. 9).<br />

Die Kalibrierung erfolgt, wie bei<br />

der optischen Elektrode, entweder<br />

als 1-Punkt-Kalibrierung nur<br />

in Luft, oder als 2-Punkt-Kalibrierung<br />

zur Defini tion des Nullpunktes<br />

und der Steilheit zusätzlich in<br />

einem Gas definierter Reinheit,<br />

99,995 % Stickstoff oder CO 2<br />

. Entsprechendes<br />

Equipment bezieht neben<br />

der Temperatur auch Luftdruck<br />

und Luftfeuchtigkeit in die Berechnung<br />

der Kalibrierdaten mit ein.<br />

Die Wartungsarbeiten beider <strong>Technologie</strong>n<br />

können digital durch Systeme<br />

wie das Intelligent Sensor Management<br />

(ISM) und iSense unterstütz<br />

werden. Sie zeigen dem Nutzer<br />

in Klartext die nächsten anliegenden<br />

Maßnahmen an und führen ihn<br />

durch die notwendigen Tätigkeiten.<br />

Bei der Installation ist darauf zu achten,<br />

dass eine mit flüssigen Elektrolyt<br />

gefüllte Elektrode immer mit der<br />

Messspitze nach unten montiert<br />

werden muss. Der Optische Sensor<br />

ist bezüglich der Montageposition<br />

weitaus flexibler.<br />

Zusammenfassung<br />

Beide <strong>Technologie</strong>n haben Ihre Berechtigung<br />

und speziellen Einsatzgebiete,<br />

in denen sie ihre Stärken ausspielen<br />

können. Im Bereich Handhabung<br />

(Betrieb und Wartung) und<br />

Geschwindigkeit (Ansprechzeit und<br />

Betriebsbereitschaft) ist die optische<br />

Sonde klar vorne. Der gewünschte<br />

Messbereich, Spurensauerstoff oder<br />

Sättigung muss bei der Auslegung<br />

berücksichtigt werden. Spielt Zeit<br />

eine zentrale Rolle, soll die Ansprechschwelle<br />

extrem niedrig sein. Optische<br />

Sensoren sprechen schneller an<br />

und sind, ohne Polarisierung, nach<br />

der Wartung, schneller wieder einsatzbereit.<br />

Wird durchgehend in Gas<br />

und dabei mit extrem geringen O 2<br />

-<br />

Gehalten gemessen oder Chlor beim<br />

Reinigen verwendet, kann es für den<br />

Einsatz einer amperometrischen Sonde<br />

sprechen. Bei der Verwendung in<br />

Behältern sollte noch beachtet werden,<br />

das Optische Sonden in allen<br />

Lagen, auch mit dem Kopf nach unten<br />

verbaut werden können und keine<br />

aktive Umströmung benötigen.<br />

Im Zweifel sprechen Sie die technische<br />

Berater Ihres Lieferanten an, der<br />

sicher weiterhelfen kann.<br />

Mehr Informationen<br />

www.mt.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 15


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT | Maschinen und Anlagen<br />

Abb. oben:<br />

Außenansicht der Molkerei<br />

Wermlands Mejeri, Bioenergieanlage<br />

(mit modularem System<br />

Typ BioOne) und Silo.<br />

INVESTITION IN BIOENERGIEANLAGE<br />

Bioenergie für die Milchindustrie<br />

Die Wermlands-Molkerei setzt auf grünen Prozessdampf. Die Molkerei Wermlands<br />

Mejeri wurde 2016 von einem Dutzend Milchbauern in der westschwedischen Region<br />

Värmland gegründet. Zunächst plante das Unternehmen, jede Woche rund 9.000 Liter<br />

Milch zu erzeugen, aber wegen der großen Nachfrage verdoppelte sich diese Menge<br />

innerhalb kürzester Zeit. Seit 2021 pasteurisiert und fermentiert die Molkerei ihre<br />

Produkte mit Bioenergie.<br />

O<br />

b Magermilch oder Sahne:<br />

Den Großteil ihrer Produkte<br />

muss die schwedische<br />

Molkerei Wermlands Mejeri aus<br />

der für Kanutouren und Elchsafaris<br />

bekannten Provinz Värmland pasteurisieren,<br />

also 15 Sekunden lang<br />

auf 72 °C erhitzen. Für die Fermentierung<br />

von Joghurt und Sauermilch<br />

ist sogar eine Temperatur von 90 °C<br />

erforderlich. Gespült wird in der<br />

Endphase mit mehr als 90 °C, damit<br />

alles steril ist. Das erfordert große<br />

Mengen an Prozessdampf.<br />

„Bisher haben wir unsere Kessel<br />

mit Heizöl befeuert“, berichtet<br />

Yngve Gustafsson, Molkerei-Geschäftsführer.<br />

Weil er nach einer<br />

umweltfreundlicheren Alternative<br />

suchte und auf fossile Brennstoffe<br />

verzichten wollte, dachte er zunächst<br />

über Strom oder Biogas nach.<br />

„Doch dann wurde mir klar: Pellets<br />

sind die zuverlässigste Option.“ Sie<br />

bestehen aus gepresstem Holzmaterial<br />

und erzielen wegen ihrer hohen<br />

Dichte einen Heizwert von mindestens<br />

4,6 kWh/kg (ENplus-Qualität).<br />

Weil sie aus sogenannten Residualstoffen<br />

der Holzindus trie (dies sind<br />

in der Regel Säge- oder Hobelspäne)<br />

hergestellt werden, sind sie besonders<br />

nachhaltig.<br />

Vormontiertes System<br />

Gustafsson entschied sich für eine<br />

Anlage des schwedischen Herstellers<br />

BKtech. Das modulare System<br />

vom Typ BioOne leistet insgesamt<br />

700 Kilo watt, was für die Pasteurisierungs-<br />

und Fermentierungsprozesse<br />

des Unternehmens und den Spülvorgang<br />

reicht. Das Engineering und die<br />

Vormontage der Energieanlage führte<br />

BKtech an seinem Firmenstandort<br />

im schwedischen Blomstermala<br />

durch. Außerdem bereitete das Unternehmen<br />

hier die Rohrleitungsanschlüsse<br />

an das Dampfsystem vor.<br />

Parallel dazu legte BKtech auf dem<br />

Gelände der Molkerei ein Betonfundament<br />

für die Hochsilos. Das Pelletsilo<br />

mit einem Fassungsvermögen<br />

von 80 Kubikmetern lieferte das Unternehmen<br />

separat aus, ebenso den<br />

Schornstein und die Filter. Um die Pelletfüllstandsmenge<br />

messen zu können,<br />

brachte BKtech oben am Brennstoffsilo<br />

einen Füllstandsmesser an.<br />

Unter dem Silo befindet sich eine elek-<br />

Montage Bioenergieanlagen bei BKtech in Schweden. Fotos: BKtech<br />

tromotorisch angetriebene Schnecke<br />

für den Transport des Brennstoffs<br />

vom Silo zum Brenner. Er befeuert die<br />

Holzpellets und ist im Feuerrohr an<br />

einem Ende des Dampfkessels montiert.<br />

Der Brenner enthält eine Rostfeuerung<br />

mit beweglichem Rost und<br />

ist mit Ventilatoren und Klappen zur<br />

Regelung der Primär- und Sekundärluft<br />

ausgestattet. Durch die Gestaltung<br />

und Anordnung der Luftlöcher<br />

wird die Luft in Rotation versetzt, was<br />

für eine optimale Verbrennung sorgt.<br />

Mit einer feuerfesten Keramik zwischen<br />

den Rosten wird die Verbrennungstemperatur<br />

erhöht.<br />

Der Dampfkessel stammt vom<br />

schwedischen Kesselhersteller VEA.<br />

Seine Rohre sind mit Blasluftventilen<br />

ausgestattet, um eine effiziente<br />

automatische Reinigung zu<br />

gewährleisten. Die Asche wird mit<br />

Hilfe von Ascheschnecken aus dem<br />

Kesselhaus in einen Aschebehälter<br />

befördert. Weil der Brennstoff, den<br />

ein lokaler Lieferant einmal im Monat<br />

liefert, sehr rein ist, muss der<br />

Aschebehälter nur einem im Jahr<br />

entleert werden. Für die Leistungsregulierung<br />

und die Fernüberwachung<br />

stattete BKtech die Anlage<br />

mit einem selbst entwickelten,<br />

vollautomatischen Steuerungs- und<br />

Überwachungssystem aus. Außerdem<br />

kann BKtech mit dem Überwachungssystem<br />

über ein 4G-Modem<br />

bei Bedarf die Prozessparameter anpassen.<br />

Die Anlage kann schnell auf<br />

Laständerungen reagieren, wie sie<br />

beispielsweise bei der Pasteurisierung<br />

auftreten.<br />

Minimale Beeinträchtigungen<br />

Von der Vertragsunterzeichnung<br />

bis zur Lieferung des vormontierten<br />

Systems per LKW vergingen insgesamt<br />

nur fünf Monate. „Dank hocheffizienter<br />

Produktionsmethoden<br />

können wir die kürzesten Lieferzeiten<br />

auf dem Markt garantieren“,<br />

berichtet Frank Hörstensmeyer, der<br />

bei dem schwedischen Hersteller<br />

den Deutschlandvertrieb leitet.<br />

Die Endmontage und die Integration<br />

der Energieanlage vor Ort wurden<br />

innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen.<br />

Weil BKtech die Anlage<br />

vormontiert hat, war die Beeinträchtigung<br />

für den Kunden minimal. Insgesamt<br />

betrugt die Ausfallzeit für<br />

die Molkerei weniger als einen Tag.<br />

Neben der Installation, der Inbetriebnahme<br />

und dem Brennstoffmanagement<br />

hat BKtech die Molkerei<br />

auch bei der Beantragung von Investitionszuschüssen,<br />

Bau- und Emissionsgenehmigungen<br />

unterstützt.<br />

Außerdem hat der Hersteller das<br />

Molkereipersonal hinsichtlich der täglichen<br />

Betriebskontrollen geschult.<br />

Weitere Schulungen werden folgen.<br />

Je nach Kundenwunsch bietet<br />

BKtech verschiedene Servicemodelle<br />

an. Weil die Molkerei künftig<br />

alle Wartungs- und Serviceeinsätze<br />

selbst übernehmen will, werden die<br />

Mitarbeiter entsprechend trainiert.<br />

„Die beste Investition“<br />

Die Umstellung auf Bioenergie in<br />

2021 „war die beste Investition, die<br />

wir je getätigt haben“, freut sich<br />

Die Molkerei Wermlands Mejeri erzeugt jede Woche rund 18.000 Liter Milch. Foto: BKtech<br />

CEO Yngve Gustafsson. Seine jährlichen<br />

Einsparungen belaufen sich<br />

auf mehr als 50 % der Brennstoffkosten.<br />

Wegen des Investitionskostenzuschusses<br />

habe sich die Anlage<br />

zudem sehr schnell amortisiert.<br />

„Bereits im ersten Jahr haben wir<br />

große Einsparungen erzielt“, berichtet<br />

Gustafsson.<br />

Außerdem gelang es der Molkerei<br />

mit der Bioenergieanlage, ihren<br />

CO 2<br />

-Fußabdruck um 93 % zu reduzieren.<br />

„Das System trägt einen ganz<br />

wesentlichen Beitrag zur Erreichung<br />

unserer langfristigen Nachhaltigkeitsziele<br />

bei“, ergänzt Gustafsson.<br />

Auch in Deutschland werden Bioenergieanlagen<br />

gefördert. Die Investition<br />

wird von der Bundesförderung<br />

für Energie- und Ressourceneffizienz<br />

in der Wirtschaft unterstützt.<br />

Außerdem bekommen Industrieunternehmen<br />

Investitionskostenzuschüsse<br />

des Bundesamts für Wirtschaft<br />

und Ausfuhrkontrolle (BAFA)<br />

in Höhe von 45 % beziehungsweise<br />

55 % für KMUs.<br />

Ferner lassen sich mit Bioenergieanlagen<br />

Netznutzungsentgelte<br />

und Energiesteuern einsparen, denn<br />

Pellets sind als nachhaltiger Energieträger<br />

von Energiesteuern, Abgaben<br />

und Umlagen befreit. Frank<br />

Hörstensmeyer rechnet vor: „Ein<br />

Produktionsunternehmen mit einem<br />

Erdgasverbrauch in Höhe von<br />

50.000 MWh pro Jahr für die Prozesswärmeerzeugung<br />

würde mit einem<br />

Wechsel von Erdgas zu Pellets<br />

bereits im ersten Jahr eine Einsparung<br />

von 12.300 Tonnen CO 2<br />

und<br />

allein über den Entfall der CO 2<br />

-Abgabepflicht<br />

weitere Kosteneinsparungen<br />

erzielen.“<br />

Verfügbarkeit gesichert<br />

Er ergänzt: „Deutschland ist mit einer<br />

Jahresproduktionsmenge von<br />

3,4 Millionen Tonnen (Stand 2021)<br />

der größte Holzpelletsproduzent in<br />

Europa, und viele Anbieter bauen<br />

derzeit ihre Kapazitäten aus.“<br />

Dabei sei der Großteil der Pellets<br />

ENplus A1-zertifiziert. Dieses Zertifikat<br />

belegt, dass die Pellets höchste<br />

Produktansprüche erfüllen und<br />

die Pelletsproduktions- und Logistikkette<br />

auf die Einhaltung der Normen<br />

hin überwacht wird. Die Verfügbarkeit<br />

von hochwertigen Pellets zu einem<br />

wettbewerbsfähigen Preis ist<br />

daher auch langfristig garantiert.<br />

Mehr Informationen<br />

www.bktechgroup.de<br />

16 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 17


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

primäres Kühlwasser und zen trale<br />

Kühlpumpensysteme – die zum<br />

Rückgrat der Versorgungseinrichtungen<br />

des Standorts gehören.<br />

REDUZIERUNG VON KOHLENDIOXIDEMISSIONEN<br />

Energieeinsparungen bei der<br />

Nachrüstung von Pumpensystemen<br />

Das einzige Werk im Vereinigten Königreich, das Ribena- und Lucozade-<strong>Getränke</strong> herstellt, wollte eine<br />

Reihe von Problemen mit ihren manuell gesteuerten Pumpensystemen beheben, um Energieeinsparungen<br />

zu erzielen. „Das erste Mal, als wir von Problemen erfuhren, war, als wir einen Anruf eines unserer<br />

Produktionsteams bekamen, das uns mitteilte, dass der Wasserdruck oder die Qualität nachgelassen<br />

hatte“, sagt Daniel Gray, der Energie- und Nachhaltigkeitsmanager des Unternehmens. Ein Grundfos<br />

E-Pumpen-Nachrüstungsprogramm verbessert nicht nur die Steuerung und Zuverlässigkeit am gesamten<br />

Standort, sondern spart auch 40 bis 60 Prozent Energie bei jeder Anwendung und hilft dem Unternehmen,<br />

sein globales Ziel von Null Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette bis 2050 zu erreichen.<br />

D<br />

er einzigen Fabrik von<br />

Suntory Beverage &<br />

Food GB&I im Vereinigten<br />

Königreich stellte sich eine<br />

besondere Aufgabe. Der Hersteller<br />

einiger der bekanntesten<br />

britischen Erfrischungsgetränke<br />

wie Ribena und Lucozade<br />

hat sich verpflichtet, seine Kohlendioxidemissionen<br />

bis 2030<br />

um 50 % zu reduzieren und bis<br />

2050 netto null zu erreichen,<br />

wobei als Basis das Jahr 2015<br />

zugrunde gelegt wurde.<br />

18 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

„Bei 40 bis 60 % Energieeinsparungen mit jedem Projekt,<br />

das wir anstreben, werden alle Projekte so schnell<br />

genehmigt, wie sie vorgeschlagen werden. “<br />

DANIEL GRAY, Energie- und Nachhaltigkeitsmanager,<br />

Suntory Beverage & Food GB & I<br />

tik und der Nutzfahrzeuge auf<br />

kohlenstoffärmere Alternativen.<br />

Gleichzeitig mit diesen Nachhaltigkeitsverpflichtungen<br />

hatte das<br />

Werk zahlreiche Probleme mit seinen<br />

älteren Pumpensystemen –<br />

ständige Ausfälle, schlechte Leistung<br />

bzw. Leistungsschwankungen<br />

und mehr. Daniel Gray, dem<br />

Energie- und Nachhaltigkeitsmanager<br />

des Unternehmens, war<br />

bewusst, dass die Pumpen Energie<br />

verschwendeten. Vielleicht<br />

würde eine Pumpenumrüstung<br />

nicht nur die Prozesse im Werk<br />

verbessern, sondern auch dazu<br />

beitragen, einen Teil der CO 2<br />

-<br />

Emissionen einzusparen.<br />

„Die Pumpen wurden manuell<br />

betrieben, und die Zuverlässigkeit<br />

war nicht gegeben“, sagt<br />

Daniel Gray. „Das erste Mal, als<br />

wir von Problemen vor Ort erfuhren,<br />

erhielten wir einen Anruf<br />

von einem Produktions team,<br />

das uns mitteilte, dass der Wasserdruck<br />

oder die Qualität nicht<br />

mehr stimmte. Wir haben eher<br />

reaktiv als proaktiv gehandelt.“<br />

Die Abteilung von Gray setzte<br />

sich mit Grundfos in Verbindung,<br />

um die Installation zu<br />

kontrollieren, deren Effizienz zu<br />

prüfen und einen Optimierungsvorschlag<br />

zu machen. „Als Unternehmen<br />

sind wir natürlich immer<br />

bestrebt, uns zu verbessern<br />

und weiterzuentwickeln. Wenn<br />

wir also die kleinste, auch nur<br />

einprozentige Anpassung vornehmen<br />

können, sind wir sofort<br />

engagiert“, sagt er. „Der wichtigste<br />

Faktor war jedoch die Zuverlässigkeit<br />

und Verfügbarkeit<br />

Abb. oben: Die Produktionsstätte von Suntory<br />

Beverage & Food GB&I in Coleford, Großbritannien,<br />

im Forest of Dean. Fotos: Grundfos<br />

Die Situation<br />

Als Unternehmen, das sich zum<br />

Ziel gesetzt hat, Harmonie mit<br />

Mensch und Natur zu schaffen,<br />

hat sich Suntory verpflichtet,<br />

alles zu tun, um die Umwelt<br />

für künftige Generationen<br />

zu schützen, indem es seinen<br />

CO 2<br />

-Fußabdruck verringert und<br />

den Wasserverbrauch reduziert.<br />

Zu den weiteren Verpflichtungen<br />

zur Verringerung der Treibhausgasemissionen<br />

gehören der<br />

Verzicht auf Kunststoffe auf Basis<br />

fossiler Brennstoffe zugunsten<br />

von recyceltem Kunststoff<br />

und die Umstellung der Logisder<br />

gesamten Technik und des<br />

Versorgungssystems, so dass<br />

die Anlage bei Bedarf immer<br />

einsatzbereit ist, wenn der Betrieb<br />

auf Hochtouren läuft. Und<br />

das war es, was uns fehlte.“<br />

Die Werksleitung vereinbarte mit<br />

Grundfos, eine Nachrüstung der<br />

Pumpensysteme bei vier Anwendungen<br />

zu prüfen: städtisches<br />

Wasser, aufbereitetes Wasser,<br />

Kühlwasserversorgung mit Grundfos NBE Pumpen<br />

Die Lösung<br />

Grundfos hat dafür hocheffiziente,<br />

elektronisch gesteuerte E-Pumpen<br />

vorgeschlagen. Sie verfügen über<br />

integrierte drehzahlvariable Antriebe,<br />

die bei Bedarf mit Druck- und<br />

Temperaturregelung arbeiten, d.h.<br />

die Pumpen laufen nur bei Bedarf.<br />

Zusätzlich zu den digitalen Steuerungen<br />

nutzen die Pumpen alle die<br />

digitale Cloud-Konnektivität der<br />

Grundfos iSOLUTIONS.<br />

„In unserer Wasseraufbereitungsanlage<br />

hatten wir früher vier<br />

37-Kilo watt-Pumpen und eine Pumpe<br />

im Standby-Betrieb. Bei Produktionsspitzen<br />

liefen alle vier, weil die<br />

Druckregelung einfach unzureichend<br />

war“, sagt Daniel Gray. „Jetzt<br />

sind wir auf die Grundfos-Lösung<br />

mit einer Steuerung und 22-Kilowatt-Pumpen<br />

umgestiegen, die auf<br />

den besten Wirkungsgrad geregelt<br />

werden. Und ich denke nicht, dass<br />

wir jemals mehr als 24 Kilowatt zu<br />

einem bestimmten Zeitpunkt erreichen.<br />

Anstelle von 120 Kilowatt verbrauchen<br />

wir also nur 24 Kilowatt.<br />

Das sind Einsparungen, die wir vorher<br />

nie erreicht hätten. Und es macht<br />

das Leben für alle problemloser.“<br />

Die Wasseraufbereitungsanlage von Suntory Beverage & Food GB&I. Fotos: Grundfos<br />

Eine Reihe von 14 Grundfos NBE Dual Pumpen mit 11-kW-IE5-Premium-Effizienz-Motoren läuft mit konstanter<br />

Druckregelung für die zentrale Kühlanwendung von Lucozade.<br />

Das Ergebnis<br />

Zu Beginn war das Werk „extrem<br />

zurückhaltend“ und die Pumpen<br />

wurden nicht so stark verkleinert,<br />

wie von Grundfos empfohlen.<br />

„Aber mit dem Fortschreiten<br />

des Projekts haben wir die Grundfos<br />

Lösung vollständig umgesetzt“,<br />

sagt Daniel Gray. „Heutzutage,<br />

wo die Energiepreise ständig<br />

steigen, hat sich dies in jeder Hinsicht<br />

ausgezahlt. Teilweise benötigen<br />

wir 40 bis 60 % weniger Energie.<br />

Eine Reduzierung von 30 bis<br />

40 % ist schon sehr gut, aber bei<br />

40 bis 60 % werden Projekte natürlich<br />

schneller genehmigt. Ich glaube<br />

nicht, dass wir bisher einen Fall hatten,<br />

bei dem die Amortisation länger<br />

als zwei Jahre gedauert hat.“<br />

Weitere Vorteile sind die Fernüberwachung<br />

der Pumpensysteme und<br />

dass die kleineren Pumpen leichter<br />

zu handhaben und leiser sind. „Man<br />

muss in diesem Bereich keinen Gehörschutz<br />

mehr tragen. Die Arbeitsumgebung<br />

hat sich verbessert.“<br />

Insgesamt haben die Energieeinsparungen<br />

der ersten Nachrüstungsprojekte<br />

dem Unternehmen<br />

das gesamte Nachhaltigkeitspotenzial<br />

der Grundfos E-Pumpen aufgezeigt.<br />

Schätzungsweise haben die<br />

Grundfos Maßnahmen bisher zu einer<br />

Reduzierung der Emissionen des<br />

Werks um insgesamt 4 % geführt.<br />

„Nachhaltigkeit ist bedeutend für<br />

unser Geschäfts und seit der Gründung<br />

tief in unserer Unternehmenskultur<br />

verwurzelt. Sie ist in jede<br />

wichtige Entscheidung, die wir treffen,<br />

mitgedacht. Das hier sind signifikante<br />

Einsparungen, die auf dem<br />

Weg zur Nachhaltigkeit weiterhelfen“,<br />

sagt Daniel Gray. Er fügt hinzu,<br />

dass dies auch zur Vision des Unternehmens<br />

„Growing for Good“<br />

beiträgt, die auf dem Verständnis<br />

beruht, dass „je größer man ist,<br />

umso größer kann auch der positive<br />

Einfluss auf eine Sache sein.“<br />

Er sagt: „Zukünftig könnten Einsparungen<br />

bei einigen der größeren<br />

Anlagen, die wir vor Ort haben,<br />

ebenfalls sehr beträchtlich sein. Wir<br />

wissen, dass wir gerade erst am Beginn<br />

sind. Wir haben einen Auftrag<br />

für das nächste Jahr ins Auge gefasst,<br />

den wir versuchen werden, auf<br />

dieses Jahr vorzuziehen, weil die Einsparungen<br />

so attraktiv sind, dass wir<br />

ungern ein Jahr warten würden. Wir<br />

wollen die Chance jetzt nutzen.“<br />

Durchgeführte Maßnahmen<br />

Grundfos führte zunächst einen<br />

Energy Check Advanced bei Suntory<br />

Beverage & Food GB&I durch,<br />

bei dem Servicetechniker die aktuelle<br />

Pumpenleistung analysieren und<br />

Möglichkeiten vorschlagen, um potenzielle<br />

Energieeinsparungen bei<br />

den Pumpen der Anlage zu finden.<br />

Für die drei in diesem Bericht erwähnten<br />

Projekte - das Stadtwasser,<br />

das aufbereitete Wasser, das primäre<br />

Kühlwasser und die zentralen<br />

Kühlpumpensysteme des Unternehmens<br />

– lieferte Grundfos NBE-Pumpen<br />

mit hocheffizienten IE3- oder<br />

IE5-Motoren zusammen mit MPC-E-<br />

Steuerungen und Grundfos Remote<br />

Management. Alles Teil der digitalen<br />

iSOLUTIONS von Grundfos zur Optimierung<br />

des gesamten Systems.<br />

Mehr Informationen<br />

www.grundfos.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 19


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Maschinen, Anlagen und <strong>Technologie</strong>n<br />

Die Apfelwiesen von VOG<br />

Products erstrecken sich<br />

über eine Gesamtfläche von<br />

18.393 Hektar.<br />

Foto: Floggweg<br />

MODERNE TRENNTECHNIK<br />

Feinster Apfelsaft<br />

Hauptprodukt des Südtiroler Obstbaus ist der Apfel, der vor allem im Bezirk Überetsch-<br />

Unterland, im Talboden zwischen Bozen und Meran und im Vinschgau angebaut wird.<br />

Die Apfelproduktion ist mengenmäßig und wirtschaftlich von großer Bedeutung. Die<br />

Apfelwiesen erstrecken sich über eine Gesamtfläche von 18.393 Hektar und im Jahr 2020<br />

wurden über 987.000 Tonnen Äpfel geerntet. Der Genossenschaftsbetrieb VOG Products<br />

ist der größte Fruchtverarbeiter in der Region und eines der wichtigsten Produkte ist<br />

Apfelsaft. Für die Verarbeitung der enormen Fruchtmengen werden Maschinen benötigt,<br />

die eine zuverlässige und wirtschaftliche Produktion garantieren und darüber hinaus<br />

eine Apfelsaftqualität sicherstellen, für die VOG Products und die ganze Region mit ihren<br />

Namen stehen. Realisiert wird die Produktion unter anderem mit Hilfe von Bandpressen<br />

und Separatoren vom bayerischen Zentrifugen- und Pressenspezialisten Flottweg.<br />

S<br />

üdtirol und Obstanbau sind<br />

zwei Dinge, die seit Jahrzehnten<br />

zusammengehören.<br />

Daher ist es die logische Folge, dass<br />

auch große Unternehmen für die<br />

Fruchtverarbeitung in dieser Region<br />

ansässig sind. VOG Products ist ein<br />

gemeinschaftliches Unternehmen<br />

von 18 Genossenschaften und vier<br />

Erzeugerorganisationen, welches die<br />

Ernten von rund 13.500 Obstbauern<br />

verarbeitet. In der Apfelsaftproduktion<br />

werden in der Hauptsaison täglich<br />

bis zu 4.000 Tonnen an Früchten<br />

zu Saft verarbeitet, was selbstverständlich<br />

nur mit modernsten,<br />

hochleistungsfähigen und zuverlässigen<br />

Maschinen zu bewerkstelligen<br />

ist. Bandpressen und Separatoren<br />

von Flottweg sind die Hauptkomponenten,<br />

um die großen Mengen zu<br />

verarbeiten und vor allem eine konstant<br />

gleichbleibende Qualität des<br />

Saftes zu gewährleisten.<br />

Maximale Ausbeute für<br />

höchste Wirtschaftlichkeit<br />

Beim Einsatz von großen Maschinen<br />

sind zwei der wichtigsten Kennzahlen<br />

der Durchsatz und die Effizienz.<br />

Bei VOG Products geht es darum<br />

möglichst viele Äpfel in kurzer<br />

Zeit zu verarbeiten und in kurzer<br />

Zeit ein Maximum an Saft aus den<br />

Früchten zu gewinnen, bei gleichbleibend<br />

hoher Produktqualität. Bereits<br />

seit 2005 arbeitet VOG Products<br />

mit Maschinen von Flottweg.<br />

Für die Entsaftung kommen<br />

die Bandpressen von Flottweg zum<br />

Einsatz, da diese die enormen Mengen<br />

problemlos verarbeiten können<br />

und bereits über Jahre hinweg zuverlässig<br />

und wirtschaftlich sind.<br />

Im Produktionsablauf sind die Flottweg<br />

Bandpressen nach der Waschung,<br />

Vorsortierung und Zerkleinerung<br />

der Äpfel die zentrale Einheit<br />

für die Saftgewinnung. Die<br />

Flottweg Pressen bieten diverse Besonderheiten,<br />

die für eine schnelle<br />

und wirtschaftliche Produktion<br />

bei VOG Products besonders wichtig<br />

sind. Dazu gehören insbesondere<br />

die kontrollierte Aufgabe der<br />

Fruchtmaische, die diversen Walzenprofile<br />

und die spezielle Bandführung,<br />

die für wechselnde Druckund<br />

Scherbelastungen und damit<br />

für einen optimalen Ertrag sorgen<br />

– übrigens mit integrierter Reinigungsfunktion,<br />

nachdem der Trester<br />

die Maschine verlassen hat.<br />

Über eine automatische und sensorgesteuerte<br />

Zugabe wird die Fruchtmaische<br />

auf das Band gegeben und<br />

unter einer ersten Walze bereits<br />

teilweise entsaftet. Je nach Qualität<br />

des Rohmaterials kann die Breite<br />

und Höhe des Maischekuchens<br />

optimal für die Verarbeitung angepasst<br />

werden. Anschließend sorgt<br />

die L-Profilwalze für einen erhöhten<br />

Druck auf die Maische, gefolgt<br />

von weiteren Walzen, die den Druck<br />

nochmals intensivieren. Gesteuert<br />

wird der gesamte Entsaftungsprozess<br />

vollautomatisch für maximalen<br />

Ertrag bei konstant gleichbleibender<br />

Belastung der Maschine.<br />

Ein entscheidender Vorteil von<br />

Bandpressen im Vergleich zu anderen<br />

Entsaftungsmethoden, etwa<br />

hydraulische Pressen, ist der kontinuierliche<br />

Entsaftungsprozess. Die<br />

Produktion muss für den Austausch<br />

von Maische und Trester nicht unterbrochen<br />

werden. Die Flottweg<br />

Bandpresse verarbeitet die Fruchtmaische<br />

quasi am laufenden Band.<br />

„Für uns ist es enorm wichtig,<br />

dass in diesem Produktionsschritt<br />

eine maximale Effizienz besteht.<br />

Hier wird aus Rohmaterial<br />

wertvoller Apfelsaft gewonnen.<br />

Die Flottweg Bandpressen erreichen<br />

eine Ausbeute von 75 % bei einer<br />

sehr hohen Qualität. Da wir in Spitzenzeiten<br />

bis zu 25 Tonnen Äpfel<br />

pro Stunde verarbeiten, erhalten<br />

wir in derselben Zeit rund 19 Tonnen<br />

Apfelsaft. Das ist ein enorm<br />

gutes Verhältnis“, sagt Thomas<br />

Meran, Werksleiter bei VOG Products.<br />

„Vielleicht könnten wir durch<br />

extrem leistungsfähige Hydraulikpressen<br />

ein klein wenig mehr<br />

Saft aus dem Trester pressen, allerdings<br />

mit einem wesentlich höheren<br />

technischen Aufwand und eben<br />

nicht im kontinuierlichen, schnellen<br />

Durchlauf. Zudem empfanden wir<br />

in Tests, dass der naturtrübe Apfelsaft<br />

aus den Bandpressen hochwertiger<br />

als der aus hydrau lischen Pressen<br />

ist.“<br />

Bei VOG Products wird die Wirtschaftlichkeit<br />

der Saftgewinnung<br />

jedoch nicht nur dem Aspekt der<br />

Saftausbeute zugeschrieben. Denn<br />

je besser die Fruchtmaische entsaftet,<br />

desto trockener ist der restliche<br />

Trester. Ein Trester mit niedrigem<br />

Flüssigkeitsgehalt und dadurch<br />

geringerem Volumen lässt sich auf<br />

deutlich weniger Raum lagern und<br />

dadurch auch für andere Produkte<br />

leich ter weiterverarbeiten.<br />

Der Genossenschaftsbetrieb VOG Products ist der größte Fruchtverarbeiter in der Region und eines der<br />

wichtigsten Produkte ist Apfelsaft.<br />

Die Äpfel werden zunächst gewaschen, vorsortiert und zerkleinert, bevor aus diesen Saft gewonnen wird.<br />

Fotos: Flottweg<br />

Auf Druck folgt Rotation<br />

Auch wenn der Apfelsaft nach<br />

dem Pressen im Prinzip bereits<br />

fertig ist, kann er so noch nicht<br />

zum Konsumenten. Denn je nach<br />

Sorte und Marke verlangt der<br />

Endverbraucher:innen eine immer<br />

gleichbleibende Qualität und Trübung<br />

des Safts. Daher muss die<br />

Trübung und damit die Größe und<br />

die Menge an feinsten Trubstoffen<br />

im Apfelsaft auf ein gleichbleibendes<br />

Niveau angepasst werden. Zudem<br />

werden so die unterschiedliche<br />

Stärkekonzentrationen aufgrund<br />

der Erntezeit aus dem Direktsaft<br />

entfernt. Dieser Schritt folgt bei<br />

VOG Products direkt im Anschluss<br />

an die Entsaftung vollautomatisch<br />

und hocheffizient mit einem Separator<br />

von Flottweg.<br />

Der Separator ist eine spezielle<br />

Zentrifuge, die mit ihrem waagerecht<br />

angeordneten Tellerpaket<br />

im Inneren und mit sehr hohen<br />

Drehzahlen und G-Kräften ein<br />

sehr exaktes Verhältnis von Flüssigkeit<br />

und feinsten Feststoffen sicherstellt.<br />

VOG Products leitet den Rohsaft<br />

direkt in den Separator. Mit Hilfe<br />

der Zentrifugalkräfte von bis zu<br />

12.000 G wird dem Saft genau so<br />

viel Feststoff und Stärke entzogen,<br />

wie es der festgelegten Qualität<br />

entspricht. Eine konstruktive Besonderheit<br />

der Flottweg Separatoren<br />

20 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 21


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

BRANCHEN REPORT |<br />

Maschinen, Anlagen und <strong>Technologie</strong>n<br />

Die Flottweg Bandpressen sind nach der Waschung,<br />

Vorsortierung und Zerkleinerung der Äpfel die zentrale<br />

Einheit für die Saftgewinnung.<br />

ist die Soft-Shot ® Funktion. Da in<br />

der Zentrifuge sehr hohe Druckverhältnisse<br />

herrschen, müssen die<br />

von der Flüssigkeit getrennten Feststoffe<br />

über diese spezielle Mechanik<br />

ausgetragen werden und zwar<br />

im laufenden Prozess. Automatisch<br />

wird der Trommelboden hydraulisch<br />

in vertikaler Richtung bewegt, wodurch<br />

die Feststoffaustragsöffnungen<br />

freigegeben werden und die<br />

Feststoffe aus dem Innenraum der<br />

Zentrifuge gelangen. Dieses Feststoffentleerungssystem<br />

ermöglicht<br />

ein beliebiges Kombinieren von Teilund<br />

Vollentleerungen. In Abhängigkeit<br />

des Produkts und der Konsistenz<br />

der Feststoffe ermöglicht die<br />

Anpassung der Entleerungsart eine<br />

optimale Betriebsweise und damit<br />

bei VOG Products einen exakten<br />

Trub im Saft.<br />

Ein weiteres konstruktives Merkmal<br />

der Flottweg Soft-Shot ® Funktion<br />

betrifft das Öffnen des Entleerungssystems.<br />

Hier fungiert ein Teil<br />

des Steuerwassers als Öffnungsdämpfung.<br />

Dadurch erfolgt dieser<br />

Prozess materialschonend, sehr leise<br />

und ohne den sonst typischen<br />

Entleerungsknall.<br />

Der feine Unterschied<br />

zwischen sauber und rein<br />

Keine Frage, in der Produktion von<br />

Lebensmitteln gelten zurecht besondere<br />

Gebote und Regeln hinsichtlich<br />

der Reinheit und der<br />

Hygiene – auch für Apfelsaft. Mit<br />

dem Know-How aus über 60 Jahren<br />

im Design von Zentrifugenlösungen<br />

und Pressen beliefert Flottweg<br />

Unternehmen mit einer <strong>Technologie</strong>,<br />

die auch anspruchsvollste<br />

Hygieneansprüche einhält. Diese Eigenschaften<br />

waren ein weiteres Kriterium<br />

für VOG Products, die Produktion<br />

mit Maschinen von Flottweg<br />

auszurüsten.<br />

Beide Maschinen sind aus Edelstahl<br />

gefertigt, was die Reinigung<br />

und Hygiene enorm begünstigt.<br />

Darüber hinaus haben die<br />

Ingenieur:innen von Flottweg bereits<br />

bei der Konstruktion hygienische<br />

Aspekte beachtet. Die Bandpressen<br />

beispielsweise sind für eine<br />

Reinigung optimiert konstruiert und<br />

können von allen Seiten mit Wasser<br />

oder Reinigungslaugen gesäubert<br />

werden. Zudem wurden Ecken und<br />

Stellen vermieden, an denen sich<br />

Material aus dem Produktionsprozess<br />

ansammeln kann.<br />

Um eine Anhaftung von Ablagerungen<br />

speziell im Separator zu vermeiden,<br />

sind die Edelstahlkomponenten<br />

im Inneren der Anlage mit<br />

einer besonders glatten Oberflächengüte<br />

gefertigt. Zusätzlich trägt<br />

das konstruktive Design der Separatoren<br />

zur Einhaltung der Hygienestandards<br />

maßgeblich bei. Lager,<br />

Anschlüsse oder Wartungseinrichtungen<br />

sind außerhalb des Produktionsraums<br />

angebracht, um auch<br />

hier einer Verschmutzung oder<br />

Kontamination vorzubeugen.<br />

„Neben der großen Verarbeitungsmenge,<br />

dem niedrigen Energieverbrauch,<br />

der hohen Ausbeute<br />

und der damit verbundenen Wirtschaftlichkeit,<br />

arbeiten wir aus einem<br />

weiteren wichtigen Grund mit<br />

Flottweg. Die Maschinen sind äußerst<br />

robust, und wenn dennoch<br />

einmal ein Service oder ein Ersatzteil<br />

benötigt wird, betreut uns Flottweg<br />

immer schnell und sehr zuverlässig.<br />

Die Serviceorientierung<br />

von Flottweg ist für uns ein enorm<br />

wichtiger Aspekt, weshalb wir mit<br />

diesem Unternehmen in der Vergangenheit<br />

und in Zukunft gerne<br />

zusammenarbeiten“, resümiert<br />

Thomas Meran.<br />

Automatisierung<br />

in der <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Der Flottweg Separator zur Klärung von Fruchtsäften. Fotos: Flottweg<br />

Mehr Informationen<br />

www.flottweg.com<br />

22 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong>


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

AUTOMATISIERUNG |<br />

Digitalisierung in der Prozessautomatisierung<br />

AUTOMATISIERUNG |<br />

Digitalisierung in der Prozessautomatisierung<br />

24 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

NETILION VERBINDET SICH MIT SAP<br />

Verknüpfte Datenbanken<br />

in der Prozessindustrie<br />

Jeder Hersteller in der Prozessautomatisierung baut eigene IIoT-Anwendungen und<br />

damit verknüpft eigene Cloud-Lösungen. Für die Anwender bedeutet dies aber nicht<br />

immer einen Mehrwert: oftmals muss sich das Personal in verschiedene Systeme<br />

einarbeiten, um die Informationen zu finden, die es benötigt. Dass es auch anders<br />

geht, zeigt die Integration von Informationen aus dem IIoT-Ökosystem Netilion von<br />

Endress+Hauser in führende Systeme, beispielsweise in das SAP Business Network for<br />

Asset Management.<br />

von STEFFEN OCHSENREITHER, Business Development Manager IIoT/Industrie 4.0, Endress+Hauser Deutschland<br />

D<br />

igitalisierung in der Prozessautomatisierung<br />

hat das<br />

Ziel, vor allem komplexe<br />

Problemstellungen auf einfache Art<br />

zu lösen. Manchmal macht es aber<br />

auch Sinn, sich vermeintlich einfachen<br />

Themen zu widmen, denn hier<br />

steckt ein großes, nicht direkt sichtbares<br />

Potential. Dies zeigt sich am<br />

Beispiel der Netilion Master Daten<br />

Integration in das SAP Business<br />

Network for Asset Management<br />

(ehemals SAP AIN).<br />

In industriellen Unternehmen verbleiben<br />

die Anlagendaten meist im<br />

jeweiligen ERP-System der Hersteller,<br />

Partner, Dienstleister und Endanwender.<br />

In den meisten Fällen bedeutet<br />

das, dass sich Mitarbeitende<br />

in zahlreiche herstellerspezifische<br />

Systeme einarbeiten müssen, um<br />

notwendige Informa tionen zu erlangen:<br />

Statistisch gesehen verbringen<br />

Mitarbeiter in Unternehmen<br />

bis zu 70 % der Arbeitszeit mit der<br />

Suche nach Informationen. Dies<br />

können einfache Informa tionen wie<br />

beispielsweise Betriebsanleitungen<br />

oder Zertifikate sein, oder aber auch<br />

operative Informationen wie die<br />

letzte gültige Parametrierung der jeweiligen<br />

Feldgeräte.<br />

Erfahrungswerte zeigen, dass Anwender<br />

mindestens 30 Minuten pro<br />

Woche nach gerätespezifischen<br />

Informa tionen suchen, beispielweise<br />

auf der Homepage der Hersteller.<br />

Diese Zeit zu reduzieren war und ist<br />

unter anderem das Ziel der Zusammenarbeit<br />

von Endress+Hauser mit<br />

dem Softwareunternehmen SAP<br />

sowie mit diversen Pilotkunden in<br />

Deutschland.<br />

Finden statt suchen: Mit dem Tablet-PC FieldXpert SMT70 von Endress+Hauser können Wartungstechniker im<br />

Feld auf Geräteinformationen zugreifen. Foto: Endress+Hauser<br />

Auf dem Weg zu<br />

verbundenen Datenbanken<br />

Dass Anwender ihre Daten in den<br />

bereits zum Einsatz kommenden<br />

Systemen integriert sehen wollen,<br />

hat Endress+Hauser schon früh erkannt<br />

und unterstützt: mit der Integration<br />

des Life-Cycle-Management-<br />

Systems W@M von Endress+Hauser<br />

in SAP wurden hier die Kundenanforderungen<br />

frühzeitig umgesetzt.<br />

Mit W@M war es möglich, direkt in<br />

SAP auf die Daten und Informationen<br />

zu den jeweiligen Feldgeräten<br />

zuzugreifen. Mit dem IIoT-Ökosystem<br />

Netilion geht Endress+Hauser<br />

hier noch weiter: war es beim W@M<br />

eher ein Absprung aus SAP zum<br />

Endress+Hauser Portal und noch<br />

keine vollumfängliche Integration,<br />

so stehen heute nun Möglichkeiten<br />

zur Verfügung, die es in der Vergangenheit<br />

nicht gab. Mit der Erstellung<br />

eines sogenannten Master<br />

Data Connectors mit Netilion Connect<br />

im Hintergrund ist es erstmals<br />

möglich, Daten direkt aus Netilion<br />

mit den jeweiligen Datenbankfeldern<br />

von SAP auszutauschen.<br />

Mehrwert bei<br />

Ersatzteilbestellungen und<br />

beim Anlagenbetrieb<br />

Durch die Synchronisation der Datenbanken<br />

stehen dem Anwender<br />

nicht nur immer automatisch die<br />

neuesten Dokumente und Zertifikate<br />

zur Verfügung, sondern auch die<br />

Ersatzteilbestellung wird optimiert.<br />

Traditionell sucht das Instandhaltungspersonal<br />

auf der Seite des Geräteherstellers<br />

nach den Informationen<br />

zu den passenden Ersatzteilen<br />

– viele Anfragen erfolgen hier<br />

sogar auch noch telefonisch. Mit<br />

der Einführung des SAP Business<br />

Network for Asset Management<br />

ist es nun hingegen möglich, die<br />

korrekten Ersatzteile innerhalb von<br />

Sekunden zu identifizieren, da die<br />

Ersatzteileinformationen direkt bei<br />

jedem Gerät – bzw. bei dessen digitalen<br />

Zwilling in der Cloud – abgelegt<br />

werden. Dabei gehen die Funktionen<br />

des Systems sogar über ein<br />

reines Identifizieren der Ersatzteile<br />

oder Ersatzgeräte hinaus: direkt in<br />

SAP können – eine entsprechende<br />

Implementierung und Anbindung<br />

an das SAP-Systems des jeweiligen<br />

Herstellers vorausgesetzt – die Bestellungen<br />

ausgelöst werden. Das<br />

spart viel Zeit und minimiert das<br />

Risiko für fehlerhafte Bestellungen.<br />

Auch während des Anlagenbetriebs<br />

spielt die Synchronisation<br />

der beiden Datenbanken ihre Stärken<br />

aus. Eine der aufwendigeren<br />

Aufgaben des Wartungs- und Instandhaltungspersonals<br />

ist die lückenlose<br />

Dokumentation beispielsweise<br />

von Konfigurationsänderungen<br />

bei den Feldgeräten oder auch<br />

die Dokumentation der Kalibrierungen.<br />

Hier wird häufig die Parametrierung<br />

ausgelesen und dann manuell<br />

dem jeweiligen Gerät zugeordnet.<br />

Mit dem Tablet-PC Field Xpert<br />

SMT70 (bzw. Field Xpert SMT77 für<br />

Ex-Anwendungen in Ex-Zone-1) von<br />

Endress+Hauser und dessen nativer<br />

Integration in Netilion geschieht der<br />

Upload und die Ablage der Dokumentationen<br />

beim jeweiligen Feldgerät<br />

komplett automatisiert. Sobald<br />

eine Parameteränderung erfasst<br />

wird und die Konfiguration im<br />

Feld auf dem Industrie-Tablet FieldXpert<br />

gespeichert wird, wird diese<br />

bei der nächsten Verbindung mit<br />

dem Internet via Netilion Library an<br />

das jeweilige Feldgerät angehängt.<br />

Dem Wartungstechniker wird damit<br />

der Aufwand der händischen<br />

Zuordnung abgenommen, was neben<br />

einer enormen Zeitersparnis<br />

auch das Risiko für fehlerhafte Zuordnung<br />

drastisch reduziert. Durch<br />

diesen vereinfachten Workflow stehen<br />

den Nutzern des SAP Business<br />

Network for Asset Management die<br />

Dokumentationen von Wartungsund<br />

Kalibriereinsätzen in lückenloser<br />

Form zur Verfügung.<br />

Elektronisches Handover der<br />

Projektdokumentation<br />

Die Schnittstelle kann ebenfalls als<br />

Tool für ein komplett digitales Projekt-Handover<br />

verwendet werden.<br />

Derzeit werden häufig noch Excel-Listen<br />

während der Projektphase<br />

gepflegt. Sobald die Geräte final<br />

Die Integration von Daten des Endress+Hauser IIoT-Ökosystems Netilion in das SAP Business Network for Asset<br />

Management hilft Anlagenbetreibern, wertvolle Ressourcen einzusparen. Foto: Endress+Hauser<br />

bestellt werden, wird die Dokumentation<br />

wahlweise in Papierform oder<br />

als elektronischer Download zur<br />

Verfügung gestellt. Auch muss der<br />

digitale Zwilling im Anwender-eigenen<br />

SAP-System noch manuell erstellt<br />

und mit Inhalt gefüllt werden.<br />

Hier kann die SAP Master Daten Integration<br />

den Workflow deutlich<br />

vereinfachen: Sobald die bestellten<br />

Feldgeräte die Herstellerwerke verlassen,<br />

wird von Endress+Hauser ein<br />

digitaler Zwilling in Netilion erstellt,<br />

welcher vollumfänglich alle relevanten<br />

Dokumente zum jeweiligen Gerät<br />

enthält. Über die Schnittstelle<br />

werden diese Informationen dann<br />

in das Anwender-eigene SAP Business<br />

Network for Asset Management<br />

übermittelt.<br />

Dem Anwender stehen auf diese<br />

Weise zu jedem Gerät und – wenn<br />

dies zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt<br />

ist – zu jeder Messstelle die<br />

notwendigen Asset-Informationen<br />

zur Verfügung.<br />

Wie es weitergeht:<br />

Condition Monitoring und<br />

vorausschauende Wartung<br />

Sind das Onboarding der Assets erledigt<br />

und die digitalen Zwillinge<br />

der Feldinstrumente erstellt, ist hiermit<br />

der Grundstein für weitere Use<br />

Cases gelegt, die zu den komplexeren<br />

Themen der Wartung gehören.<br />

Wird eine Verbindung vom SAP<br />

Business Network for Asset Management<br />

mit der installierten Basis<br />

via Edge Device erstellt, so können<br />

auf einfache Art und Weise die Zustände<br />

der Assets überwacht werden.<br />

Die im System verfügbaren<br />

Informationen können dann wiederum<br />

für zielgerichtete Wartungsmaßnahmen<br />

ohne Zeitverlust eingesetzt<br />

werden. Zukünftig wird der<br />

Fokus vom reinen Condition Monitoring<br />

der angeschlossenen Assets<br />

verstärkt auf die vorausschauende<br />

Wartung verlegt werden.<br />

Fazit: Datenintegration<br />

schafft direkt Mehrwerte<br />

Mit der SAP Master Data Integration<br />

ist es bereits heute möglich,<br />

die Gerätestammdaten der<br />

Anlagen- Assets in der Prozessindustrie<br />

schnell und unkompliziert in die<br />

SAP-Systeme der Anlagenbetreiber<br />

zu überspielen und den Anwendern<br />

direkte Mehrwerte zu erschließen.<br />

Wie oben aufgezeigt liegen diese<br />

zum Beispiel in der besseren Verfügbarkeit<br />

von Asset-Informationen, in<br />

einem stark vereinfachten Ersatzteilemanagement,<br />

in einer lückenlosen,<br />

fehlerfreien und zeitsparenden<br />

Dokumentation sowie in Funktionen<br />

für komplexere Themen bei der<br />

Wartung und Instandhaltung – bis<br />

hin zum Condition Monitoring und<br />

perspektivisch zur Umsetzung von<br />

echter vorausschauender Wartung.<br />

Neben SAP Business Network for<br />

Asset Management wurden von<br />

Endress+Hauser bereits auch andere<br />

Systeme auf ähnliche Weise angebunden.<br />

Generell bietet dies Art<br />

der Konnektivität einen Mehrwert<br />

für Anlagenbetreiber sowie für Anwender,<br />

denn sie sorgt dafür, dass<br />

die Systeme sich gegeneinander<br />

öffnen und Datenpotentiale nutzbar<br />

werden.<br />

Mehr Informationen<br />

www.de.endress.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 25


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

AUTOMATISIERUNG |<br />

Sensortechnik<br />

AUTOMATISIERUNG |<br />

Sensortechnik<br />

TRADITIONSREICHE BIERSPEZIALITÄTEN<br />

Beste Qualität<br />

am laufenden Band<br />

Biergenießer im Südwesten Deutschlands kommen an einigen traditionsreichen Marken<br />

nicht vorbei: Dinkelacker, Wulle Biere, Schwaben Bräu, Sanwald, Cluss oder Haigerlocher.<br />

Allesamt regionale Bierspezialitäten mit jeweils eigenem Charakter, gebraut von<br />

Dinkelacker. Die Familienbrauerei gibt es bereits seit 1888. Gegründet wurde sie von<br />

Carl Dinkelacker in der Tübinger Straße im Herzen von Stuttgart. Hier ist sie bis heute<br />

Hier muss keiner schwer heben: In der Fass-Abfüllung<br />

greifen zwei moderne Roboter die Bierfässer<br />

und setzen sie auf Förderbänder oder Paletten.<br />

Reflexions-Lichtschranken der Leuze Serie PRK erfassen<br />

hier in Sekundenbruchteilen jede einzelne Flasche.<br />

Selbst hochtransparente Objekte sind kein Problem.<br />

Hier werden fertig befüllte und etikettierte Bügelflaschen<br />

in die Kästen gesetzt. Die Maschine<br />

bestückt mehrere Bierkisten gleichzeitig.<br />

ansässig. Seit jeher legt das Unternehmen großen Wert auf beste Rohstoffe. Sie sind die<br />

Grundlage für die Qualität der Biere – ob Kellerbier in der Bügelflasche, obergäriges<br />

Hefeweizen oder alkoholfreies Pils. Dieser Qualitätsanspruch findet sich auch bei den<br />

technischen Komponenten in der Produktion wieder. Deshalb setzt Dinkelacker bereits<br />

seit langem auf das Applikations-Know-how von Leuze und auf Sensortechnik, die<br />

höchste Anforderungen an Zuverlässigkeit, Robustheit und Hygiene erfüllt.<br />

Strikt nach dem<br />

deutschen Reinheitsgebot<br />

Die Prozesse in der Brauerei folgen<br />

einem genau definierten Ablauf.<br />

Das beeindruckt jedes Jahr tausende<br />

Besucher auf den Dinkelacker Brauereiführungen.<br />

Wer die Gelegenheit<br />

zum Blick hinter die Kulissen nutzt,<br />

erlebt den Brauprozess von Anfang<br />

bis Ende: Zunächst werden 40.000<br />

Liter Brauwasser und 8,5 Tonnen<br />

Malz von heimischen Ackerböden<br />

zu Biermaische vermischt. Für sein<br />

Malz aus Gerste und Weizen verwendet<br />

Dinkelacker Sommergerste<br />

aus dem Strohgäu und von der<br />

schwäbischen Alb. Als eine von<br />

nur wenigen Brauereien weltweit<br />

hat Dinkelacker noch einen Strainmaster<br />

im Einsatz. Dorthin wird die<br />

Maische schließlich gepumpt und<br />

gesiebt. Fachleute sprechen hierbei<br />

vom „Läutern“ der Würze. Übrig<br />

bleibt der Treber, der als Ergänzungsnahrung<br />

für Tiere weiterverwendet<br />

wird. Aus der Maische wird<br />

Würze. Dann wird die Würze gekocht<br />

und der Hopfen kommt hinzu.<br />

Die Brauerei bezieht diesen aus<br />

Tettnang am Bodensee. Schließlich<br />

folgt die Hefe aus der brauereieigenen<br />

Reinzucht als letzte Zutat fürs<br />

Bier. Die Bierwürze läuft über einen<br />

Kühler in den Bierlagerkeller in einen<br />

von 39 riesigen Lagertanks. Jeder<br />

Tank fasst zwischen 300.000<br />

und 500.000 Liter und ist bis zu 25<br />

Meter hoch. Er wird von unten zu<br />

Die eigenständige Brauerei Dinkelacker ist in Familienbesitz und braut auch heute noch am selben Standort in<br />

Stuttgart, an dem Carl Dinkelacker 1888 das Unternehmen gründete. Foto: Leuze<br />

rund drei Vierteln befüllt, denn im<br />

Tank gärt das Bier und braucht deshalb<br />

Platz. Damit das fertige Produkt<br />

bis zum Verbraucher gelangen<br />

kann, geht es nun in die Abfüllung.<br />

Unverzichtbare Sensortechnik<br />

Die in der Abfüllung installierten<br />

Sensoren sind oft unscheinbar, aber<br />

unverzichtbar für effiziente Abläufe.<br />

Dinkelacker hat an nahezu jeder<br />

Station Sensortechnik von Leuze<br />

im Einsatz. „Damit der Betrieb<br />

störungsfrei läuft, sind wir auf besonders<br />

robuste und zuverlässig arbeitende<br />

Sensoren angewiesen“,<br />

erklärt Florian Fahr, Leiter Technik<br />

bei Dinkelacker. „Die Anforderungen<br />

an die technischen Komponenten<br />

sind in der Abfüllung sehr hoch.<br />

Hier haben wir starke Vibrationen,<br />

und die Sensoren müssen häufigen<br />

Reinigungsprozessen standhalten.“<br />

Das machen nur ausgewählte<br />

Sensor lösungen mit. Deshalb<br />

vertraut Dinkelacker auf die Technik<br />

der Sensor People von Leuze.<br />

Andreas Eberle, Local Industry Manager<br />

Packaging bei Leuze, erläutert<br />

die Vorteile: „Hier wurden vorrangig<br />

Reflexions-Lichtschranken<br />

der Leuze Serie PRK verbaut. Diese<br />

Baureihe eignet sich besonders<br />

gut für Applikationen in der <strong>Getränke</strong>industrie.<br />

Das Metallgehäuse<br />

der optischen Sensoren ist unempfindlich.<br />

Daher können die Geräte<br />

auch in rauen Umgebungen optimal<br />

arbeiten.“ Zudem erkennen die<br />

optisch schaltenden Geräte dank<br />

Reflexions prinzip selbst hochtransparente<br />

Objekte wie Flaschen. Auch<br />

hochglänzende Kunststoffkisten mit<br />

unterschiedlichen Aufdrucken werden<br />

erkannt. Bei Dinkelacker hat<br />

die Technik von Leuze ihre hohe Zuverlässigkeit<br />

in der Praxis bewiesen,<br />

wie Andreas Eberle weiß: „Viele<br />

der Sensoren verrichten bereits seit<br />

Jahrzehnten präzise ihren Dienst<br />

in der Familienbrauerei. Sie wurden<br />

teils Ende der 1990er- und Anfang<br />

der 2000er-Jahre bei Dinkelacker<br />

installiert.“ Ein weiterer Vorteil:<br />

Durch den Fokus auf eine Sensorserie<br />

muss die Brauerei weniger unterschiedliche<br />

Ersatzteile vorhalten<br />

und kann bei einem seltenen Defekt<br />

zeitnah reagieren und einfach austauschen.<br />

Und sollte es mal klemmen,<br />

schätzt man die räumliche<br />

Nähe zur Firmenzentrale der Sensor<br />

People, von denen dann prompter<br />

Support kommt.<br />

Materialfluss ohne<br />

Staus und Kollisionen<br />

Die Leuze Sensoren kommen in<br />

der Abfüllung an unterschiedlichen<br />

Stellen zum Einsatz und haben jeweils<br />

spezielle Aufgaben. Der Prozess<br />

beginnt in der Abfüllung mit<br />

der Reinigung von Flaschen, Bierkisten<br />

und Fässern. Sauberkeit und Hygiene<br />

spielen eine große Rolle. „Die<br />

PRK-Optiksensoren sind an den einzelnen<br />

Bandabschnitten installiert<br />

und erkennen Paletten, Fässer, Bierkisten<br />

oder auch Flaschen“, erklärt<br />

Frank Karle, Leiter der Elektrowerkstatt<br />

bei Dinkelacker. „So wird automatisch<br />

die Geschwindigkeit der<br />

Bänder geregelt, um Staus und Kollisionen<br />

zu vermeiden.“ Im Bereich<br />

der Fassabfüllung hat Dinkelacker<br />

etwa 100 Sensoren an den Bändern<br />

installiert. Bis zu 240 Fässer<br />

pro Stunde werden dort gereinigt<br />

und befüllt. Zwei neue Roboter in<br />

der Optik eines gefüllten Bierglases<br />

unterstützen hier die Beschäftigten:<br />

Sie heben die leeren oder vollen Fässer<br />

und setzen sie aufs Transportband<br />

oder auf Paletten. Dinkelacker<br />

hat die Roboter zur Zeit der Gastronomieschließungen<br />

während der<br />

Corona-Pandemie neu installiert.<br />

Bei den Robotern kommt zusätzlich<br />

Leuze Sicherheitstechnik ins Spiel:<br />

Mehrstrahl-Sicherheits-Lichtschranken<br />

des Typs MLD sichern den Arbeitsbereich<br />

gegen unerwünschten<br />

Zugang von außen ab. Jeweils<br />

zwei vor den Robotern über Kreuz<br />

geschaltete PRK-Sensoren erkennen<br />

zuverlässig eine einlaufende Palette.<br />

Dann starten sie die Muting-Funktion,<br />

die kurzzeitig die Sicherheitslichtgitter<br />

überbrückt, so dass die<br />

Palette durchlaufen kann.<br />

Den Sensoren über dem Förderband entgeht nichts:<br />

Fehlt eine Flasche oder liegt eine quer im Bierkasten,<br />

erfassen sie das sofort. Fotos: Leuze<br />

Pro Stunde<br />

72.000 Flaschen gereinigt<br />

Leere Bierkisten laufen zur Reinigung<br />

durch eine spezielle Reinigungsmaschine.<br />

Die zuvor entfernten<br />

Flaschen landen in einer großen<br />

Flaschenreinigungsmaschine. Dort<br />

werden sie mit 80 °C heißem Wasser<br />

gereinigt – die Maschine schafft bis<br />

zu 72.000 Flaschen in einer Stunde.<br />

Auch hier sind Leuze Sensoren für<br />

einen sicheren Ablauf unverzichtbar:<br />

Sensoren der PRK-Serie erfassen<br />

unmittelbar, wenn eine Flasche<br />

an der Flaschenreinigungsmaschine<br />

aus der Reihe tanzt. Dann stoppen<br />

sie die Maschine. Sicherheitslichtvorhänge<br />

überwachen auch<br />

hier den Zugriff. Nach dem Reinigen<br />

wird jede Flasche auf Rückstände<br />

gecheckt. Sollte nach dem ersten<br />

Durchlauf noch etwas in der Flasche<br />

vorhanden sein, oder außen noch<br />

Etikettenreste kleben, läuft diese<br />

ein zweites Mal durch die Flaschenreinigung.<br />

Ist dies dann immer noch<br />

der Fall, wird sie aussortiert. Das<br />

heißt: „Wer als Biergenießer uns<br />

Brauereien etwas Gutes tun will,<br />

sollte nichts in die ausgetrunkene<br />

Bierflasche stecken und leere Bügelflaschen<br />

geöffnet in den Kasten zurückstellen“,<br />

sagt Frank Karle.<br />

Frisch befüllt<br />

Sind die Flaschen unbeschädigt und<br />

vollständig sauber, geht es ans Befüllen.<br />

Leuze Sensoren ermöglichen<br />

es, die Bandgeschwindigkeit zu regeln.<br />

Anhand der Abstände zwischen<br />

zwei Flaschen errechnet das<br />

System das optimale Tempo. Die<br />

Mehrwegflaschenanlage befüllt<br />

schließlich die Flaschen mit Bier. Sie<br />

schafft bis zu 66.000 Flaschen pro<br />

Stunde. Das entspricht 3.300 Kisten.<br />

Auf einer separaten Produktionslinie<br />

arbeitet die Bügelflaschenanlage.<br />

Sie befüllt 30.000 Flaschen<br />

pro Stunde. Das sind stündlich<br />

1.500 Kisten. Im weiteren Verlauf<br />

der Abfüllung wird geprüft, ob die<br />

Menge des Flascheninhaltes stimmt.<br />

Nach dem Verschließen erkennen<br />

26 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 27


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

AUTOMATISIERUNG |<br />

Sensortechnik<br />

AUTOMATISIERUNG |<br />

Sensortechnik<br />

PRK-Sensoren, ob jede Mehrwegflasche<br />

korrekt mit Kronkorken versehen<br />

wurde oder ob die Bügelflasche<br />

korrekt verschlossen ist. Es folgt die<br />

Etikettierung: Die Flasche wird ausgerichtet<br />

und Hals-, Bauch- und<br />

Rückenetikett werden aufgeklebt.<br />

Auch hier bleibt nichts dem Zufall<br />

überlassen: Noch in der Maschine<br />

wird jedes Etikett auf seine korrekte<br />

Position auf der Flasche geprüft.<br />

Jeden Kasten im Blick<br />

Anschließend greift der Einpacker<br />

zu. Die Maschine bestückt mehrere<br />

Kisten zugleich mit je 20 Bierflaschen.<br />

An dieser Station arbeitet<br />

ebenfalls Leuze Sensortechnik: „Bei<br />

der Kastenvollgutkontrolle detektieren<br />

Sensoren in Sekundenbruchteilen,<br />

ob ein Kasten vollständig gefüllt<br />

ist“, erklärt Andreas Eberle.<br />

„Fehlt eine Flasche oder liegt eine<br />

quer, wird der Kasten aussortiert<br />

und der Fehler von einem Mitarbeiter<br />

manuell korrigiert.“ Bei der Bestückung<br />

von Kisten mit Bügelflaschen<br />

werden diese zudem mit dem<br />

Etikett optisch ansprechend nach<br />

außen ausgerichtet. Leuze Sensoren<br />

erkennen die Etiketten auf den<br />

Flaschen und unterstützen die Maschine<br />

bei der richtigen Positionierung.<br />

Es folgt der letzte Schritt: Die<br />

Kisten werden auf Paletten gesetzt<br />

und ausgeliefert. Auch hier dienen<br />

Sensoren zur Anwesenheitserkennung<br />

der Paletten und optimieren<br />

den Materialfluss.<br />

Tradition fortgeführt<br />

Sechs weithin bekannte Marken,<br />

Biere für jeden Geschmack und<br />

eine Produktion, die nahezu vollautomatisiert<br />

stündlich zigtausende<br />

Flaschen und etliche Fässer befüllt:<br />

Die Stuttgarter Familienbrauerei<br />

Dinkelacker ist erfolgreich ihren<br />

Weg in die Moderne gegangen. Die<br />

Sensor People von Leuze leisten dabei<br />

mit zuverlässig detektierender,<br />

robuster Sensorik einen wichtigen<br />

Beitrag für eine effiziente Produktion<br />

entlang aller Prozessschritte.<br />

All das hätte sich Carl Dinkelacker<br />

anno 1888 wohl nicht träumen lassen.<br />

Eines hätte er jedoch auch<br />

135 Jahre später genauso vorgefunden<br />

wie damals: Die Leidenschaft<br />

fürs Bierbrauen aus regionalen Zutaten<br />

mit dem Anspruch an höchste<br />

Qualität.<br />

Mehr Informationen<br />

www.leuze.com<br />

SENSORPARTNER FÜR LEITFÄHIGKEITSMESSUNG<br />

Hier läuft die<br />

CIP-Reinigung rund<br />

Bis zu 80 CIP-Reinigungen laufen jeden Tag im Werk<br />

Thalfang der Hochwald Foods GmbH. Nicht alle Sensoren<br />

halten dieser extremen Materialbelastung mit ständigen<br />

Temperatur sprüngen dauerhaft stand. Die Kondensmilch-<br />

Experten im Hunsrück machten sich deshalb auf die<br />

Suche nach dem idealen Sensorpartner für die Leitfähigkeitsmessung<br />

– und fanden ihn am Ende über Umwege.<br />

In der kleinen Hunsrückgemeinde<br />

Thalfang fließt die Milch<br />

ohne Pause – bis zu 1,3 Mio.<br />

Liter rauschen hier täglich durch<br />

die stählernen Leitungen des Molkereiunternehmens<br />

Hochwald<br />

Foods GmbH. Der kostbare Rohstoff<br />

aus den Genossenschaftsbetrieben<br />

wird rund um die Uhr zu<br />

Kondensmilch veredelt und abgefüllt.<br />

Jede Minute laufen in dem<br />

Werk auf bis zu 4 Abfülllinien je<br />

600 Dosen der haltbaren, eingedickten<br />

Milch vom Band, darunter<br />

bekannte Marken wie Bärenmarke<br />

oder Glücksklee.<br />

„Wir machen in Thalfang aus<br />

der Rohmilch Kondensmilch für<br />

den weltweiten Markt, füllen sie<br />

ab, verschließen, sterilisieren, etikettieren,<br />

verpacken, lagern und<br />

verladen in Seefrachtcontainer“,<br />

beschreibt der elektrotechnische<br />

Leiter Holger Kuhn die hohe Fertigungstiefe<br />

in Thalfang. Sogar die<br />

Weißblechdosen und Deckel produziert<br />

Hochwald Foods selber vor Ort.<br />

Elektrotechnischer Leiter mit hohen Ansprüchen:<br />

Holger Kuhn setzt bei der Leitfähigkeitsmessung auf<br />

den bewährten Baumer Sensor AFI 4. Foto: Baumer<br />

Eine große Herausforderung bei<br />

der Milchverarbeitung sind die<br />

zahlreichen Anlieferungen und<br />

Produktions-Chargen, bedingt<br />

durch steigende Produktvielfalt.<br />

„Wir verarbeiten verschiedene<br />

Milchqualitäten, achten auf Herkunft<br />

und Sortenreinheit“, zählt<br />

Holger Kuhn auf. Jede Rohmilch-<br />

Anlieferung mit den überwiegend<br />

eigenen Milchsammel- Fahrzeugen<br />

endet mit einer Reinigung. Das<br />

sind täglich 30 bis 40 CIP-Objekte.<br />

Die vielen Produktions-Chargen<br />

bedeuten ebenfalls viele Reinigungszyklen,<br />

da vor jedem Batch<br />

Leitungen und Tanks hygienisch<br />

gereinigt werden. Allein in der Produktion<br />

muss das Team von Holger<br />

Kuhn jeden Tag 30 bis 40 CIP-Reinigungen<br />

sicherstellen, damit die<br />

Milchverarbeitung nicht stillsteht.<br />

„Wenn die CIP-Reinigung nicht<br />

läuft, können wir kein Produkt abfüllen“,<br />

beschreibt er die zentrale Rolle<br />

des Cleaning-in-Place. Das dürfe<br />

nicht passieren, denn ständig rollen<br />

die Milchlaster auf den Hof, um die<br />

haushohen Rohmilch-Silos zu füllen.<br />

Damit die CIP-Reinigung nicht<br />

die Produktion lahmlegt, braucht es<br />

auch eine zuverlässige Leitfähigkeitsmessung.<br />

Sie überwacht die Konzentration<br />

von Säuren und Laugen,<br />

um den maximalen Reinigungseffekt<br />

zu erzielen und erkennt beispielweise,<br />

wann am Ende eines CIP-Zyklus<br />

wieder reines Wasser durch die Leitung<br />

fließt. Leitfähigkeitssensoren<br />

spielen auch bei der Phasentrennung<br />

eine entscheidende Rolle. Sie erkennen<br />

unterschiedliche Medien, um<br />

genutzte Flüssigkeiten zu sammeln,<br />

die wiederverwendet werden können,<br />

und spielen so eine wichtige<br />

Rolle bei der Ressourcenschonung.<br />

Als Holger Kuhn vor acht Jahren<br />

die elektrotechnische Leitung<br />

des Werks in Thalfang übernahm,<br />

merkte er schnell, dass die eingesetzten<br />

Sensoren zur Leitfähigkeitsmessung<br />

nicht seine hohen Erwartungen<br />

erfüllten. Doch auch die<br />

Testläufe mit alternativen Geräten<br />

brachten nicht die gewünschten<br />

Ergebnisse. Weil er auch für die<br />

Leitfähigkeitsmessung die optimale<br />

Lösung wollte, suchte er weiter.<br />

Am Ende war es der Zufall, der den<br />

erfahrenen Technikleiter an seinen<br />

Wunschsensor zur Leitfähigkeitsmessung<br />

führte. Über einen Distributor<br />

landete irgendwann ein CombiLyz<br />

AFI4 mit Fremdlabel auf der<br />

Werkbank der elektrotechnischen Instandhaltung.<br />

Als eine Serviceanfrage<br />

an den Händler unbeantwortet<br />

blieb, recherchierte ein Mitarbeiter<br />

den Hersteller des viel versprechenden<br />

Sensors – Baumer. Damit war<br />

Unentbehrlicher Dauerläufer in der CIP-Reinigung:<br />

AFI4 an den Rücklaufleitungen im Hochwald Werk<br />

Thalfang. Foto: Baumer<br />

der Sensorpartner für die Leitfähigkeitsmessung<br />

gefunden. „Wir waren<br />

nach dem erfolgreichen Testlauf mit<br />

dem Leitfähigkeitssensor zufrieden,<br />

weil der AFI4 unsere Anforderungen<br />

so erfüllt, wie wir es brauchen“, berichtet<br />

der elek trotechnische Leiter.<br />

Hinzu kam eine Kundenbetreuung<br />

nach seinen Vorstellungen.<br />

An erster Stelle der technischen<br />

Anforderungen steht die Zuverlässigkeit.<br />

Die stellt der AFI4 jeden Tag<br />

bei bis zu 80 CIP-Reinigungen unter<br />

Beweis. Seit dem Wechsel auf Baumer<br />

vor vier Jahren hatte das Produktionsteam<br />

bei den eingesetzten<br />

AFI4 keinen einzigen Ausfall und<br />

nicht ein beschädigtes oder undichtes<br />

Gehäuse. „Ich bin zufrieden,<br />

wenn ein Analysesensor fünf Jahre<br />

lang gut funktioniert. Da sind wir<br />

mit dem Baumer Sensor gut unterwegs“,<br />

sagt Holger Kuhn.<br />

Ein weiterer Wunsch ist eine kurze<br />

Ansprechzeit in Verbindung mit<br />

hochpräzisem Messergebnis. Auch<br />

hier punktet der AFI4 mit sehr guter<br />

Performance: „Der AFI4 ist sehr<br />

schnell und erfüllt damit genau unsere<br />

Anforderungen, weil wir ihn<br />

auch zur Phasentrennung nutzen.“<br />

Für ihn ist das sein wichtigster<br />

Punkt. Bei vier bis sechs Liter<br />

Durchflussmenge pro Sekunde erhöhen<br />

schnelle Messergebnisse die<br />

Ressourceneffizienz spürbar. „Mit<br />

dem AFI4 minimieren wir die Produktausschübe,“<br />

so Kuhn. Davon profitieren<br />

auch die Genossenschafter, denn<br />

bei der Verarbeitung der Rohmilch<br />

ist neben der Qualität die Effizienz<br />

der Anlagen ein entscheidender Faktor.<br />

Die Aufgabe des Werks sei es<br />

schließlich, für die Genossenschafter<br />

das Optimum aus der angelieferten<br />

Milchmenge herauszuholen.<br />

Kann der AFI4 diese hohe Performance<br />

trotz der hohen Anforderungen<br />

über die Jahre konstant liefern?<br />

Aus Thalfang in die Welt: Jede Minute laufen hier pro<br />

Linie 600 Dosen Kondensmilch für den Weltmarkt<br />

vom Band. Foto: Hochwald<br />

Hochwald Foods kann keine Anzeichen<br />

für Leistungsschwund feststellen.<br />

Das Technik-Team überprüft<br />

einmal im Jahr jeden Sensor. Von<br />

den aktuell 47 eingesetzten AFI4<br />

hatten maximal zwei Drift, und die<br />

lag innerhalb der Toleranzspanne.<br />

„Die Langzeitstabilität ist sehr gut“,<br />

berichtet Kuhn. Als weitere Vorteile<br />

des AFI4 nennt er das drehbare<br />

Touch-Display mit Farbanzeige, die<br />

einfache Handhabung, die Kompaktbauform,<br />

umschaltbare Messbereiche<br />

und das adaptive Anschlusssystem.<br />

„Zudem haben wir mit diesem<br />

Baumer Sensor ein Gerät für alle<br />

Anwendungen, da es frei konfigurierbar<br />

ist. Das erleichtert und verschlankt<br />

auch die Ersatzteilhaltung“,<br />

ergänzt Kuhn, ein großer Freund von<br />

standardisierten Lösungen.<br />

Wegen der guten Erfahrungen mit<br />

dem AFI4 hat der Technikleiter den<br />

robusten Baumer Sensor als Werksstandard<br />

gesetzt. Für den anstehenden<br />

Werksausbau mit sechs neuen<br />

CIP-Kreisen heißt das: Der langzeitstabile<br />

Baumer Analysesensor wird<br />

auch künftig in Thalfang einen wichtigen<br />

Beitrag zu einer reibungslosen<br />

Milchverarbeitung leisten. Für<br />

optimale Prozessüberwachung bekommt<br />

der AFI4 dann noch Verstärkung<br />

von dem bewährten Baumer<br />

Durchflusssensor PF20, der die Strömungsgeschwindigkeit<br />

im CIP-Rücklauf<br />

messen wird. Auch das sichert<br />

die Produktqualität und kann aufwändige<br />

Fehlersuchen im Leitungssystem<br />

verhindern. Schließlich soll in<br />

Thalfang die Milch auch in Zukunft<br />

ohne Pause fließen können.<br />

Mehr Informationen<br />

www.baumer.com<br />

28 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 29


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE | 5. Winzer-Service Messe <strong>2023</strong><br />

30 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

NACHBERICHT ZUR WINZER SERVICE MESSE <strong>2023</strong><br />

Fachmesse für Weinund<br />

Obsterzeuger in Europa<br />

Die 5. Winzer-Service Messe <strong>2023</strong> ist die größte spezialisierte Fachmesse in Deutschland<br />

für Weinbau, Kellerwirtschaft, Obstbau, Brennerei, <strong>Marketing</strong> und Vertrieb. Im Februar<br />

fand sie erstmals zum neuen Termin und mit einem zusätzlichen Messetag statt. Nach<br />

der 4-jährigen pandemiebedingten Pause startete die Winzer-Service Messe <strong>2023</strong> wieder<br />

erfolgreich – knapp 12.500 Besucher erschienen zur dreitägigen Veranstaltung. Das<br />

interessierte Fachpublikum konnte sich hier über die Produkte und Leistungen der über<br />

470 angemeldeten Firmen umfangreich informieren.<br />

D<br />

eutschlands größte Fachmesse<br />

für Weinbau, Kellerwirtschaft,<br />

Obstbau und<br />

Brennerei sowie <strong>Marketing</strong> und Vertrieb<br />

wächst. Zur Messeveranstaltung<br />

erschienen nicht nur mehr<br />

Besucher, auch die Ausstellungsfläche<br />

wuchs auf knapp 28.000 m 2 .<br />

Der neue Termin im Frühjahr ermöglichte<br />

nun auch Selbstvermarktern,<br />

die Fachmesse in einem etwas<br />

ruhigeren Zeitfenster zu besuchen,<br />

da sich der dieser Termin nicht<br />

mit dem Weihnachtsgeschäft überschnitt.<br />

Die gewonnene zeit liche Distanz<br />

zu vergleichbaren Fachmessen<br />

in Frankreich und der Agritechnica<br />

löste gleichzeitig die logistischen<br />

Probleme, die Ausstellern die Teilnahme<br />

an der Winzer-Service Messe<br />

zum alten Termin erschwerten oder<br />

teilweise unmöglich machten. Damit<br />

besteht die Möglichkeit, auch<br />

zukünftig mit einem weiteren Besucherwachstum<br />

und mehr Ausstellern<br />

zu rechnen.<br />

Digitalisierung und<br />

smarte Hardware<br />

Dem interessierten Fachbesucher<br />

boten sich an den drei Messetagen<br />

unter anderm folgende Themen:<br />

• Neue und weiterentwickelte<br />

Arbeitsgeräte und -maschinen,<br />

sowie jüngste Traktorgenerationen<br />

für effizienteres Arbeiten<br />

im Wein- und Obstbau.<br />

• Prozessunterstützung durch voranschreitende<br />

Digitalisierung wie<br />

Software und smarte Hardware.<br />

• Modernste Sensorik und Bewässerungstechnik,<br />

um den heißen,<br />

Foto: Winzer-Service Dienstleistungsagentur<br />

trockenen Sommern und dem<br />

damit einhergehenden Trockenstress<br />

zu begegnen.<br />

• Neueste Drohnen für Pflanzenschutz<br />

und Düngen.<br />

• Verbesserte Traubenpressen,<br />

smarte Filtertechnik, modernste<br />

Weinanalysegeräte zur Selbstauswertung<br />

und neuartige Hefen für<br />

die Kellerwirtschaft.<br />

• Riesiges Maschinen- und Geräteangebot,<br />

wie beispielsweise die<br />

autonom arbeitenden Roboter<br />

von Naio und Vitibot, die mit den<br />

typischen Anbaugeräten kompatibel<br />

sind.<br />

• Vorstellung von Experimentierfeldern<br />

mit ihren Forschungsarbeiten<br />

und -ergebnissen.<br />

• Drohnentechnik und Raupenhersteller<br />

für Steillagen.<br />

Durch den zusätzlichen Messetag<br />

wurde das Besucheraufkommen<br />

in den Gängen der<br />

Hallen entspannt. Das Ergebnis<br />

waren qualitative Gesprächskontakte<br />

und ein reger Austausch.<br />

Es wurden neben einer<br />

Großzahl an Besuchern aus<br />

Deutschland auch Besucher aus<br />

Österreich, Schweiz, dem nahegelegenen<br />

Elsass aus Frankreich<br />

verzeichnet. Aussteller bestätigten<br />

zudem auch Kontakte aus<br />

Luxemburg, Belgien, Dänemark,<br />

Portugal, Slowenien, Polen und<br />

Slowakei. Das zeigt deutlich das<br />

stetig wachsende Interesse ausländischer<br />

Besucher und der<br />

aufkommenden Internationalität<br />

der Winzer-Service Messe.<br />

Foto: Winzer-Service Dienstleistungsagentur<br />

Die Winzer-Service Messe stellt<br />

in Deutschland die Weichen zu<br />

einer neuen, internationalen<br />

Fachmesse für Wein- und Obsterzeuger<br />

in Europa.<br />

Neben vielen neuen und überarbeiteten<br />

Arbeitsmaschinen<br />

und -geräten waren auch Raupen<br />

und Technik für Steillagen<br />

gut abgebildet. Sämtliche Traktorenhersteller<br />

mit Maschinen<br />

für den Wein- und Obstbau präsentierten<br />

die neuesten Modelle,<br />

zum ersten Mal wurde auch<br />

ein Portaltraktor präsentiert.<br />

Sensorik und Analysesoftware<br />

in Kombination mit Bewässerungstechnik<br />

soll zukünftig Trockenstress<br />

entgegenwirken. Der<br />

Bereich Kellerwirtschaft präsentierte<br />

sich umfangreicher durch<br />

mehr Aussteller und eine Vielzahl<br />

an Technik, Maschinen<br />

und Produkten. Von der Traubenannahme<br />

bis zum Palettier-<br />

Roboter konnten Besucher sich<br />

zu allen Schwerpunkten im Keller<br />

informieren. Begleitet von<br />

einem umfangreichen Angebot<br />

an Dienstleistungen und Produkten<br />

rund um <strong>Marketing</strong> und<br />

Vertrieb rundeten die Messe ab.<br />

Den Besuchern bot sich eine<br />

hochinteressante Messe und<br />

auf einladenden Messeständen<br />

freuten sich Aussteller auf den<br />

regen Austausch mit den Besuchern<br />

aus dem In- und Ausland.<br />

Der begleitende, digitale Messebereich<br />

auf Winzer-Service.de<br />

besteht weiterhin und kann von<br />

Besuchern jederzeit aufgerufen<br />

werden. Mit den zukünftigen<br />

Winzer-Service Messen wächst<br />

zudem aus den digitalen Ausstellerverzeichnissen<br />

der einzelnen<br />

Veranstaltungen parallel<br />

ein umfangreiches Lieferanten-<br />

und Warenverzeichnis, das<br />

fortan gezielt für aufkommende<br />

Bedarfe die richtigen Ansprechpartner<br />

aus Herstellern,<br />

Händler und Dienstleistern liefern<br />

wird. Sowohl der digitale<br />

Messe bereich wie auch das Lieferantenverzeichnis<br />

steht Besuchern<br />

auf der Internetseite kostenlos<br />

zur Verfügung und wird<br />

sich nun Schritt um Schritt weiterentwickeln.<br />

Die Winzer-Service Messe findet<br />

im 2-jährigen Rhythmus<br />

statt. Die 6. Winzer-Service Messe<br />

findet vom 5. bis 7. Februar<br />

2025 statt. Als neuer Programmpunkt<br />

wird eine Abendveranstaltung<br />

die Messe begleiten und<br />

Besucher und Aussteller zu einem<br />

Branchentreff im Anschluss<br />

an den Messetag zusammenführen.<br />

Das zeit gemäße Messekonzept<br />

bewährt sich erneut<br />

und wird mit den optimalen Bedingungen<br />

am Standort Karlsruhe<br />

sowohl den unterschiedlichen<br />

Anforderungen unserer<br />

Aussteller wie auch den Besuchern<br />

gerecht. Die vier wetterunabhängigen<br />

und modernen<br />

Messehallen mit angeschlossenem<br />

Kongressbereich bieten viel<br />

Platz zur weiteren Entwicklung<br />

und Wachstum der Messe.<br />

Mehr Informationen<br />

www.winzer-service.de


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE | <strong>Getränke</strong>trends<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE | <strong>Getränke</strong>trends<br />

Switchel Original: Ingwer-Essig-<br />

Sirup aus Apfelessig, Ingwer,<br />

Zitronengras und Honig. Im<br />

Holzfass gereift zum Mischen<br />

mit Wasser oder als Cocktail.<br />

TRADITIONELLE REZEPTE UND BRANDNEUE TECHNOLOGIEN<br />

Von der Heuernte<br />

zur Wasserrevolution<br />

Was früher der Erzählung nach ein beliebtes Getränk unter Farmern bei der Heuernte<br />

war – die Farmer konnten damit nach getaner körperlicher Arbeit ihren Elektrolyt-Gehalt<br />

auffrischen –, entwickelte sich im Laufe der letzten Jahre zu einem Sommer-Trend-Getränk,<br />

das auch <strong>2023</strong> wieder mit Schwung seinen Weg ins Glas findet: Der „Switchel“.<br />

S<br />

omit ist dieser säuerlichspritzige<br />

„Haymaker’s Punch“<br />

nicht nur eisgekühlt eine Labsal<br />

für durstige Sommerkehlen, sondern<br />

seine Zutaten sind wahre Vitamin-Booster:<br />

Ingwer, Apfelessig,<br />

Zitro ne und Honig vermischen sich<br />

zu einem Sommer-Liebling für Freunde,<br />

Party und gute Laune. Dabei<br />

haben findige Switchel-Experten<br />

auch bereits mit den Zutaten experimentiert<br />

und die Rezeptur abgeändert.<br />

So kann noch Pfefferminze<br />

dazu gegeben oder statt des Zitronensafts<br />

eine völlig andere Fruchtsaft-Sorte<br />

ausprobiert werden, ganz<br />

nach dem Motto: Erlaubt ist, was<br />

schmeckt. Und wer zum Tagesausklang<br />

einen alkoholischen Cocktail<br />

plant, kann den Genuss durchaus<br />

noch mit Whisky oder Gin abrunden.<br />

Als Grundrezept für den Switchel<br />

benötigt man für die Menge von<br />

1,5 Litern Wasser zunächst 100 g<br />

Bio-Ingwer, der zu frisch aufgebrühtem<br />

Ingwer-Tee verarbeitet wird, um<br />

dann im Anschluss daran abzukühlen.<br />

Dazu kommt der Saft von drei Zitronen,<br />

80 g Honig und 80 ml Bio-<br />

Apfelessig. Sind alle Zutaten miteinander<br />

verrührt, kann das Getränk in<br />

eine Flasche abgefüllt und dann kühl<br />

gelagert werden. Beim Ziehenlassen<br />

noch ein Minze-Zweig dazu oder<br />

eben die angesprochene alternative<br />

Fruchtsaftvariante – und fertig ist der<br />

persönliche Switchel-Favorit.<br />

Der Switch von Tradition<br />

zum Trend – und umgekehrt<br />

Wer auf einen fertigen Switchel zurückgreifen<br />

möchte, wird etwa in<br />

der Schwäbischen Essigmanufaktur<br />

von „Ausemländle“ fündig.<br />

Die Essigmanufaktur befindet sich<br />

in Münsingen, mitten im Biosphärengebiet<br />

der Schwäbischen Alb.<br />

Unter dem Slogan: „ Genuss, Handwerk<br />

und Albkultur“ wird hier auf<br />

Fotos: Ausemländle<br />

bestmög liche Zutaten geachtet.<br />

Und so kann auch mit dem hauseigenen<br />

„Albsamico“ Switchel von<br />

Ausemländle ein wunderbar spritziges<br />

Sommer-Getränk kreiert werden.<br />

Dabei lässt sich Ausemländle<br />

einiges einfallen: In drei verschiedenen<br />

Geschmacksrichtungen wurde<br />

der Alb-Switchel von den findigen<br />

Machern bereits auf den Markt gebracht:<br />

„ Switchel original – anno<br />

1800“, „Switchel Rhabarber“ und<br />

„ Switchel Lavendel“ kann der interessierte<br />

S witchel- Enthusiast probieren<br />

– wobei nicht immer alle spezielleren<br />

Sorten gleichzeitig verfügbar<br />

sind, da die Sirupe aus besten<br />

Naturprodukten hergestellt werden<br />

und somit auch die Produktion den<br />

jahreszeitlichen Gegebenheiten unterworfen<br />

ist. Der für den Switchel<br />

verwendete Apfelessig muss zuerst<br />

ein Jahr im Holzfass reifen, bevor<br />

er weiterverarbeitet wird. Damit<br />

der Switchel nicht nur schnell und<br />

einfach für Bauern auf der Heuernte<br />

oder für Hipster in New Yorker<br />

Szene Bars verfügbar ist, lohnt sich<br />

somit der Griff zu Ausemländle.<br />

Für eine klassische Zubereitung des<br />

„Haymaker Punches“ vermischt der<br />

Verbraucher 2 cl Albsamico Switchel<br />

mit 0,4 l Wasser – und fertig ist der<br />

gesunde Durstlöscher. Doch nicht<br />

nur zum Selbergenießen ist der<br />

Münsinger Switchel ein Hit, auch<br />

als kleines Präsent eignet sich die<br />

schmucke Vintage-Bügel-Flasche<br />

mit dem naturtrüben Getränk bestens.<br />

Ein Blick auf die Zutatenliste<br />

zeigt die Bodenständigkeit der Macher:<br />

Im „Switchel Original“ sind,<br />

ganz getreu des Originalrezepts, Alb<br />

Apfelessig, durch biologische Gärung<br />

hergestellt, Ingwer, Zitronengras<br />

sowie Honig enthalten. Variiert<br />

wird dies im „Switchel Rhabarber“<br />

durch Rhabarber, Wacholder und<br />

Ahornsirup und beim „Switchel Lavendel“<br />

durch Lavendelblüten und<br />

Ahornsirup. Ob selbstgemacht oder<br />

gekauft, ob drinnen oder draußen;<br />

wer möchte, kann – je nach<br />

Lust und Laune – den verschiedensten<br />

Switchel-Sorten eine Bühne im<br />

Glas eröffnen und hat damit garantiert<br />

bei seinen Gästen einen starken<br />

Auftritt.<br />

Wasserrevolution<br />

DIY und Bioqualität – diese Schlagwörter<br />

sind bezüglich hochwertiger<br />

<strong>Getränke</strong> immer noch von größter<br />

Aktualität. Wie kann gesunder Genuss<br />

erlebt werden, der auch die<br />

Umwelt schont? Viele Fragen sind<br />

heutzutage mit der <strong>Getränke</strong>herstellung<br />

und dem Konsum verbunden.<br />

Eine komplett neue Idee hat im<br />

Zuge dessen die air up GmbH aus<br />

München auf den Markt gebracht.<br />

In einer breit angelegten Werbekampagne<br />

verspricht das innovative<br />

Trinksystem fruchtig-aromatischen<br />

Genuss – und dies einfach durch<br />

Trinken von Wasser. Stilles oder kohlensäurehaltiges<br />

Wasser in die speziell<br />

konzipierte air-up-Flasche gefüllt,<br />

den Aroma-Pod mit natürlichem<br />

Aroma auf den oberen Trinkteil der<br />

air-up-<strong>Getränke</strong>flasche gesetzt und<br />

„losgeschlürft“. Alles ganz einfach?<br />

Gegründet wurde das erfolgreiche<br />

Unternehmen 2018 von Lena<br />

Jüngst und Tim Jäger und seither ist<br />

die junge Marke in einem mit viel<br />

Aufmerksamkeit bedachten öffentlichen<br />

Diskurs zwischen Hype, Begeisterung,<br />

bekannten Investoren,<br />

faszinierten Fans und gleichzeitiger<br />

Kritik bezüglich der Belegbarkeit der<br />

Umweltversprechen zu finden. Klar<br />

ist: über die physiologische Funktion<br />

des retronasalen Riechens wird<br />

bei air up durch die Pods mit natürlichem<br />

Aroma das Gehirn während<br />

des Trinkens über den Strohhalm<br />

quasi ausgetrickst. Wer zum Beispiel<br />

einen „Peach“-Pod auf seine Wasserflasche<br />

steckt, riecht den intensiven<br />

Pfirsichgeschmack beim Trinken<br />

und das Gehirn simuliert dem Durstigen,<br />

dass das Wasser nach Pfirsich<br />

schmeckt. So verspricht das Benutzerhandbuch,<br />

das in neun Sprachen<br />

verfasst ist und damit gleichzeitig<br />

den mittlerweile sich immer mehr<br />

vergrößernden Verkaufsmarkt widerspiegelt:<br />

„Du bist jetzt Teil der<br />

Wasserrevolu tion“. Und nachdem<br />

der neugierige Konsument alle<br />

schnellen Handgriffe zur Vorbereitungen<br />

des Trinksystems getroffen<br />

hat, kann es tatsächlich losgehen.<br />

Die Auswahl an Aromen verspricht<br />

Abwechslung in der air up-<br />

Flasche. Sie reicht von Cherry Kola,<br />

Strawberry Balsamic, Orange Vanilla<br />

Swirl, Raspberry-Lemon, Iced Coffee<br />

oder Lavender Lemonade bis zu<br />

sommerlicher Mango-Fruit – und<br />

mit noch weiteren Geschmacksrichtungen<br />

ist eine große Auswahl geboten.<br />

Wobei die Aroma-Menge eines<br />

Aroma-Pods für fünf Liter Geschmack<br />

reicht. Dabei kann auch<br />

zwischen Wasser mit Geschmack<br />

und Wasser ohne Geschmack beim<br />

Trinken gewechselt werden. Wer<br />

den Pod zum „ Beduften“ des Wassers<br />

nach oben zieht, kann seiair-up-Flasche<br />

Fotos: air up<br />

ne nächsten Schlucke mit Geschmack<br />

genießen und wer lieber<br />

ohne möchte, drückt den Pod solange<br />

nach unten. Und tatsächlich<br />

überzeugen der fruchtige Pfirsich-<br />

Geschmack wie die Handhabung.<br />

Auch für einen auslaufsicheren<br />

Transport der <strong>Getränke</strong>flasche wurde<br />

vorgesorgt. Wer die Flasche mit<br />

dem mitgelieferten Deckel fest verschließt,<br />

kann sein Getränk überall<br />

hin mitnehmen. Dass hierbei, wie<br />

bei allen einmal geöffneten <strong>Getränke</strong>flaschen<br />

oder sonstigen hochwertigen<br />

Trinkflaschen ein stehender<br />

Transport vorgezogen werden sollte,<br />

ergibt bereits die Physik.<br />

Nachhaltigkeit als Prozess<br />

Was verspricht air-up nun in Punkto<br />

Nachhaltigkeit? Im ressourcenorientierten,<br />

relativen Vergleich von fünf<br />

Litern Wassern pro Pod – die durch<br />

einen Pod hergestellt werden können<br />

– und der Packungsgröße von drei<br />

Pods pro gekaufter Packung, rechnet<br />

air up vor, dass mit dem air up-<br />

System 88 % weniger Plastikmüll<br />

verursacht wird, hinzu kommt ein<br />

effizienterer Transportweg. Wobei<br />

air-up Nachhaltigkeit als Prozess begreift<br />

und bei Materialien, die bezüglich<br />

Nachhaltigkeitstandards noch<br />

verbessert werden können, ständig<br />

weiter an einer noch besseren Recyclebarkeit<br />

seiner Verpackungsmaterialen<br />

tüftelt und somit laufend an<br />

Neuerungen diesbezüglich arbeitet.<br />

Kein Wunder also, dass das erfolgreiche<br />

Unternehmen mittlerweile Millionen<br />

von Kunden zählt. Ein großes<br />

Plus hierbei ist unter anderem, dass<br />

ein abwechslungsreicher Geschmack<br />

ohne Zucker suggeriert wird, der<br />

Wassertrinken auf eine neue Geschmacksebene<br />

katapultiert. Kein<br />

Zucker, keine Kalorien, im Zeitalter<br />

wachsender Probleme im Gesundheitsbereich<br />

mit Diabetes, bereits bei<br />

Kindern, ein förmlich gewichtiges<br />

Argu ment, das für die air up-<strong>Technologie</strong><br />

spricht. Man darf auf den weiteren<br />

Weg gespannt sein.<br />

Ob traditionelle Rezepte neu<br />

aufgelegt, wie beim „Haymaker’s<br />

Punch“ oder brandneue <strong>Technologie</strong>n,<br />

die aus einer Bachelorarbeit<br />

hervorgehen: Mut und Wagnis für<br />

gut Durchdachtes können sich in allen<br />

Bereichen lohnen. So forderte<br />

Kant 1784 nicht umsonst in seinem<br />

berühmten Satz als Leitspruch zum<br />

Zeitalter der Aufklärung: „Habe<br />

Mut, dich deines eigenen Verstandes<br />

zu bedienen.“ Dr. B. Sch.<br />

32 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 33


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE |<br />

Aromen<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE |<br />

Aromen<br />

34 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

KOMPLEXES GESCHMACKSPROFIL<br />

Natürliche Aromen<br />

in der <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Egal ob Waldbeer-Limonade oder Kräuterschnaps, Aromen sind die Würze des Lebens und<br />

bringen Geschmack in unsere Lebensmittel und <strong>Getränke</strong>. Die Natur bietet eine schier<br />

unendliche Bandbreite an Geschmäckern und die <strong>Getränke</strong>industrie überrascht uns immer<br />

wieder mit neuen Kreationen. Dafür greifen deren Flavoristen gerne auf die Hilfe von<br />

Aromen zurück. Aber was genau sind Aromen und wie werden sie hergestellt? Gibt es<br />

Unterschiede oder ist Aroma gleich Aroma?<br />

A<br />

romen sind chemische Stoffe,<br />

die spezielle Geschmäcker<br />

oder Gerüche transportieren<br />

und von Menschen hauptsächlich<br />

über den Geruchssinn wahrgenommen<br />

werden. Dabei docken<br />

Aromastoffe an Rezeptoren in der<br />

Mund- und Nasenschleimhaut an<br />

und lösen eine Sinneswahrnehmung<br />

aus. In der Natur wurden im Laufe<br />

der Zeit bereits über 10.000 Aromastoffe<br />

identifiziert, wo von ungefähr<br />

2.500 davon in der Industrie verwendet<br />

werden. Insbesondere die<br />

<strong>Getränke</strong> industrie macht sich diese<br />

kleinen Helfer gerne zu Nutze, um<br />

den <strong>Getränke</strong>n einen einzigar tigen<br />

Geschmack zu verleihen. Bevor<br />

jedoch Aroma stoffe in Lebensmitteln<br />

eingesetzt werden dürfen,<br />

müssen sie noch von der Europäischen<br />

Behörde für Lebensmittelsicherheit<br />

(EFSA) auf Unbedenklichkeit<br />

geprüft und für den Gebrauch<br />

freigegeben werden.<br />

Natürliche Aromasstoffe<br />

Der Gewinnung von Aromen liegt<br />

ein komplexer Prozess zugrunde.<br />

In erster Instanz unterscheidet man<br />

hier zwischen synthetischen und<br />

natürlichen Aromen. Synthetische<br />

Aromen werden durch chemische<br />

Synthese gewonnen. In Lebensmitteln<br />

finden hauptsächlich synthetische<br />

Aromen Einsatz, deren modulare<br />

Struktur einem natürlichen<br />

Vorbild gleicht – die sogenannten<br />

naturidentischen Aromen. Ein bekanntes<br />

Beispiel hierfür ist synthetisch<br />

produziertes Vanillin.<br />

Als natürliche Aromastoffe bezeichnet<br />

man hingegen Aromen,<br />

die ausschließlich aus natürlichen<br />

Rohstoffen wie Obst, Gemüse, Ge-<br />

würze oder tierischen Ursprungs<br />

und im Zuge spezieller natürlicher<br />

Verfahren (wie zum Beispiel Destillation,<br />

Extraktion oder mikrobiologischen<br />

Prozessen) gewonnen werden.<br />

Speziell in Hinblick auf natürliche<br />

Aromen lohnt sich eine<br />

genauere Betrachtung, da diese Kategorie<br />

genauer untergliedert wird.<br />

Diese Unterscheidung ist besonders<br />

wichtig, da die gesetzliche Regulatorien<br />

deren Einsatz und Kennzeichnung<br />

regeln.<br />

Wurde ein Aroma gemäß den<br />

oben genannten Kriterien (natürlicher<br />

Ursprung und natürliches<br />

Herstellverfahren) produziert, erlaubt<br />

die Gesetzgebung eine Deklaration<br />

als natürliches Aroma. Das<br />

gewünschte Geschmackprofil kann<br />

in diesem Falle dennoch aus kuriosen<br />

Quellen stammen. Natürliche<br />

Foto: Adobe Stock<br />

Rohstoffe enthalten eine Vielzahl<br />

unterschiedlicher Aromastoffe und<br />

indem man deren charakteristische<br />

Aromastoffe (sogenannte Schlüsselkomponenten)<br />

einer Pflanze abbildet,<br />

erzeugt man im Menschen<br />

ebendiese Sinneswahrnehmung.<br />

Ein berühmtes Beispiel hierfür ist ein<br />

Erdbeer-Aroma, das aus Holzspänen<br />

gewonnen wurde.<br />

X-Aromen<br />

Sogenannte X-Aromen gehen einen<br />

Schritt weiter. Das X dient als Platzhalter,<br />

um den Ausgangsstoff explizit<br />

in der Zutatenliste zu nennen.<br />

Hierfür muss der Aromabestandteil<br />

zu mindestens 95 Gewichtsprozent<br />

aus dem Ausgangsstoff hergestellt<br />

werden. Ein natürliches Erdbeeraroma<br />

muss also zum Großteil aus<br />

Erdbeeren gewonnen werden.<br />

Die restlichen fünf Gewichtsprozent<br />

dürfen aus anderen natürlichen<br />

Aromastoffen, wie beschrieben, bestehen,<br />

um das Aroma zu standardisieren<br />

oder abzurunden. Ein Beispiel<br />

hierfür ist ein natürliches Erdbeeraroma<br />

in einem Bio Joghurtdrink.<br />

Diese Qualität von Aromen ist<br />

insbesondere für Hersteller von Bio-<br />

Produkten interessant, denn seit<br />

dem 1. Januar 2022 ist die neue<br />

EU-Öko-Verordnung (EU) 2018/848<br />

in Kraft getreten. Demnach dürfen<br />

auch weiterhin konventionelle Aromen<br />

in Bio-Lebensmitteln eingesetzt<br />

werden, wenn diese mindestens<br />

dem Standard der natürlichen-<br />

X-Aromen entsprechen.<br />

Aroma aus der<br />

genannten Frucht/Quelle<br />

Von einem Aromaextrakt oder<br />

FTNF/S-Aroma (from the named<br />

fruit / source) spricht man, wenn die<br />

Aromastoffe zu 100 % aus der namensgebenden<br />

Quelle stammen.<br />

Die Kennzeichnung auf dem Etikett<br />

des Endproduktes erlaubt hier beispielsweise<br />

die Bezeichnung als Erdbeerextrakt.<br />

FTNF-Aromen können<br />

als solche direkt in Endprodukten<br />

eingesetzt werden, zur Rearomatisierung<br />

von Säften (das sogenannte<br />

Add-Back) verwendet werden<br />

oder die Basis (95 %) eines natürlichen-X-Aromas<br />

bilden.<br />

Foto: Adobe Stock<br />

Im Trend – natürliche Aromen<br />

In der <strong>Getränke</strong>industrie dreht sich<br />

alles um den guten Geschmack<br />

und Hersteller greifen hierfür gerne<br />

auf den Gebrauch von Aromen<br />

zurück. Besonders natürliche Aromen<br />

bieten für <strong>Getränke</strong>hersteller<br />

hierbei einen großen Mehrwert<br />

und eine Steigerung der Marktnachfrage.<br />

Natür liche Aromen können<br />

ein einzigartiges und komplexes<br />

Geschmacksprofil abbilden, mit<br />

dem sich <strong>Getränke</strong>hersteller von<br />

der Konkurrenz abheben können.<br />

Zudem erlauben insbesondere natürliche<br />

X-Aromen und Aroma extrakte<br />

eine Kennzeichnung von Lebensmitteln<br />

als „ohne Zusatzstoffe“ – das<br />

sogenannte „Clean Labelling“.<br />

Seit Jahren ist die Tendenz am<br />

Markt erkennbar, dass Kunden vermehrt<br />

einen gesundheitsbewussten<br />

Lifestyle pflegen und ein verstärktes<br />

Umweltbewusstsein innehaben.<br />

Natürliche Aromen (die aus natürlichen<br />

Rohstoffen stammen) werden<br />

von Kunden als gesünder und authentisch<br />

wahrgenommen und liegen<br />

daher zunehmend im Trend.<br />

Mehr Informationen<br />

www.aromaplant.de<br />

Ergänzend zu dem haptischen Charme klassischer Print-Magazine<br />

haben wir vor kurzem unsere Magazin-Webseiten weiterentwickelt,<br />

responsive design und unsability standen hierbei im Mittelpunkt.<br />

Neben den kostenlos lesbaren, digitalen Ausgaben, News, Events,<br />

Abonnement und allgemeinen Informationen unserer Fachpublikationen<br />

finden Sie auf<br />

alle relevanten Inhalte.


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE | Gesundheitsfördernde Wurzeln<br />

ROH- UND INHALTSSTOFFE |<br />

Gesundheitsfördernde Wurzeln<br />

BESONDERE GETRÄNKEZUTATEN<br />

Ingwer und Kurkuma – Gesunde<br />

und geschmackvolle Wurzeln<br />

Ingwer und Kurkuma werden als Gewürze sehr geschätzt. Ihr unverwechselbares<br />

würziges Aroma ist auch in <strong>Getränke</strong>n sehr beliebt: sei es in Heißgetränken, Smoothies,<br />

Limonaden oder alkoholischen <strong>Getränke</strong>n. Zudem werden ihre gesundheitlichen<br />

Vorteile anerkannt. Die Nachfrage nach frischem Ingwer und Kurkuma ist daher in<br />

den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aber auch die getrockneten Wurzeln sowie<br />

Extrakte, Pasten und ätherische Öle aus Ingwer und Kurkuma sind gefragt.<br />

D<br />

as Import Promotion Desk<br />

(IPD), ein Projekt des Bundesministeriums<br />

für wirtschaftliche<br />

Zusammenarbeit und<br />

Entwicklung, arbeitet eng mit Produzenten<br />

aus Entwicklungs- und<br />

Schwellenländern zusammen. Dazu<br />

gehören beispielsweise Indonesien,<br />

Sri Lanka und Peru. Das IPD bringt<br />

die Ingwer- und Kurkumawurzeln in<br />

all ihren Facetten auf den europäischen<br />

Markt.<br />

Geschmacks- und<br />

farbintensive Wurzeln<br />

Ingwer und Kurkuma sind miteinander<br />

verwandt. Sie gehören zur Familie<br />

der Ingwergewächse. Sie bilden<br />

einen Wurzelstock, das sogenannte<br />

Rhizom. Aus ihm treiben die eigentlichen<br />

Pflanzen aus. Jedoch wird von<br />

der Pflanze meist nur die Wurzel verwendet.<br />

Die Herkunft der Ingwerund<br />

Kurkumapflanzen kann nicht<br />

eindeutig bestimmt werden.<br />

Ingwer<br />

Foto: IPD/Javagri Indonesien<br />

Es ist aber davon auszugehen, dass<br />

sie zunächst im asiatischen Raum<br />

als Gewürz- und Heilmittel genutzt<br />

wurde. Heute werden sie in tropischen<br />

Regionen vor allem in Südostund<br />

Südasien aber auch in südamerikanischen<br />

Ländern angebaut.<br />

Bei beiden bestimmt der Anteil<br />

von ätherischem Öl ihr Aroma. Aber<br />

geschmacklich unterscheiden sich<br />

Kurkuma und Ingwer. Ingwer ist bekannt<br />

für seinen scharfen würzigen<br />

Geschmack, während Kurkuma milder<br />

würzig schmeckt. Es kann aber in<br />

einer höheren Dosierung bittere Noten<br />

erhalten. Kurkuma, auch Gelbwurz<br />

genannt, ist zudem aufgrund<br />

seiner Farbe und als Färbungsmittel<br />

bekannt. Kurkuma ist zum Beispiel<br />

Bestandteil von Currypulver und verleiht<br />

ihm seine typische gelbe Farbe.<br />

Aber auch als preisgünstige Alternative<br />

von Safran kann Kurkuma eingesetzt<br />

werden.<br />

Foto: Adobe Stock<br />

Zudem werden beiden Knollen gesundheitsfördernde<br />

Eigenschaften<br />

nachgesagt und daher als natürliches<br />

Heilmittel eingesetzt. Sie finden<br />

traditionell in der ayurvedischen<br />

Heilkunst als auch in der chinesischen<br />

Medizin Anwendung.<br />

Ingwer – Scharfstoffe<br />

für die Gesundheit<br />

Die Ingwerwurzel enthält ätherische<br />

Öle mit Inhaltsstoffen wie zum Beispiel<br />

Gingerol, das vor allem für die<br />

Ingwerschärfe verantwortlich ist.<br />

Weitere Inhaltsstoffe der Knolle sind<br />

Vitamin C, Eisen, Calcium, Kalium,<br />

Magnesium, Phosphor und Natrium.<br />

Ingwer wird in der traditionellen Medizin<br />

vor allem gegen Übelkeit und<br />

bei Magen-Darm-Problemen wie Blähungen,<br />

Durchfall oder Appetitlosigkeit<br />

eingesetzt. Er soll antibakterielle<br />

sowie antioxidative Wirkung haben.<br />

Zudem sind Ingwer-Rezepte weit<br />

verbreitet, um einer Erkältung vorzubeugen<br />

oder sie zu lindern. Die<br />

Scharfstoffe im Ingwer sollen eine<br />

entzündungshemmende Wirkung<br />

haben. Auch bei äußerer Anwendung,<br />

zum Beispiel in Ingwer-Wickel<br />

und Ingwer-Gel, sollen die Inhaltsstoffe<br />

entzündungshemmend wirken<br />

und Schmerzen lindern.<br />

Kurkuma-Wasser<br />

Foto: IPD/Singabera Indonesien<br />

zem Pfeffer einnehmen. Fette und<br />

das in schwarzem Pfeffer enthaltene<br />

Piperin helfen dabei, dass der Körper<br />

Curcumin besser aufnimmt.<br />

Ingwer-Shot, Kurkuma Latte<br />

und vieles mehr<br />

Kurkuma und Ingwer haben Einzug<br />

in die europäischen Küchen gehalten<br />

und werden vielfältig und nicht<br />

nur in Curry-Gerichten eingesetzt.<br />

In vielen Gewürzmischungen sind<br />

sie als Geschmacks- und Farbgeber<br />

zu finden.<br />

Zudem sind sie ein beliebter Zusatz<br />

in <strong>Getränke</strong>n. Um das Immunsystem<br />

zu stärken, hat sich in den<br />

letzten Jahren neben Ingwer-Tee der<br />

Ingwer-Shot etabliert. Auch Ingwer-<br />

Wasser liegt im Trend. Das besondere<br />

Ingwer-Aroma wird aber auch in<br />

Smoothies, Limonaden und alkoholischen<br />

<strong>Getränke</strong>n genutzt. „Ginger<br />

Beer“ zum Beispiel ist eine aromatische<br />

Ingwerlimonade, die in Cocktails<br />

und Mixgetränken zum Einsatz<br />

kommt. Sie hat einen intensiveren<br />

Ingwergeschmack als das bekanntere<br />

„Ginger Ale“.<br />

Auch Kurkuma wird in Kurkuma-<br />

Wasser, als Tee-Zusatz und in<br />

Smoothies (gern zusammen mit<br />

Ingwer) verwendet. Auch im neuen<br />

Trendgetränk Kurkuma Latte – auch<br />

Goldene Milch genannt – sind neben<br />

Kurkuma Ingwer und andere<br />

Gewürze enthalten. Der Mix aus<br />

Milch, Kurkuma, Ingwer, schwarzem<br />

Pfeffer, Muskatnuss, Zimt, Kardamom<br />

und Kokosöl – und je nach<br />

Geschmack mit Zucker und anderen<br />

Gewürzen – schmeckt süß und<br />

scharf, zugleich kommt die leicht<br />

Kurkuma, Wurzel und Pulver. Foto: IPD<br />

Curcumin – gelbe Farbe<br />

und heilende Wirkung<br />

Curcumin ist der wesentliche Inhaltsstoff<br />

von Kurkuma, hinzu kommen<br />

ätherische Öle, Harze, Eiweiße<br />

und Zucker. Curcumin ist für die<br />

leuchtende Farbe verantwortlich und<br />

kommt nur in der Kurkumawurzel<br />

natürlich vor. Traditionell wird Kurkuma<br />

als verdauungsförderndes Mittel<br />

eingesetzt. Die Inhaltsstoffe sollen<br />

die Leber anregen, den Gallenfluss<br />

zu erhöhen. Die Gallen- und Magensäuren<br />

machen Nahrungsfette<br />

besser verdaulich. So können Symptome<br />

wie Blähungen und Völlegefühl<br />

gelindert werden.<br />

Studien deuten zudem darauf hin,<br />

dass Curcumin entzündungshemmend<br />

wirkt. Daher gibt es eine Vielzahl<br />

an wissenschaftlichen Studien,<br />

die die Wirkung von Curcumin bei<br />

verschiedenen Erkrankungen untersuchen.<br />

Kurkuma stärkt auch das Immunsystem<br />

und unterstützt aufgrund<br />

seiner antiviralen und antibakteriellen<br />

Wirkung bei der Vorbeugung und<br />

Therapie von Erkältungskrankheiten.<br />

Jedoch ist Curcumin nicht wasserlöslich,<br />

zudem wird es schnell von der<br />

Leber abgebaut. Kurkuma sollte man<br />

daher regelmäßig in kleinen Dosen<br />

und zusammen mit Fett bzw. schwarbittere<br />

Kurkuma-Note gut zur Geltung.<br />

Kurkuma Latte soll nicht nur<br />

wach machen, sondern auch bei<br />

kalten Temperaturen schützen.<br />

Charaktervolle Wurzeln –<br />

hoher Anteil an Wirkstoffen<br />

Kurkuma und Ingwer werden in hoher<br />

Qualität in Indonesien, Sri Lanka<br />

und Peru produziert. Für die Güte<br />

der natürlichen Extrakte, Pasten<br />

und ätherischen Öle ist die Qualität<br />

des Ausgangsmaterials entscheidend.<br />

Die Unternehmen, die das IPD<br />

beim Eintritt in den EU-Markt unterstützt,<br />

achten auf Ursprünglichkeit<br />

und eine hohe Produktqualität<br />

der Rohstoffe, um daraus qualitativ<br />

hochwertige Extrakte erzeugen zu<br />

können. Es sind vor allem Kleinbauern,<br />

die die Ingwer- und Kurkumawurzeln<br />

kultivieren. Die Farmer vor<br />

Ort bauen noch traditionell an und<br />

verwenden keine Pestizide.<br />

Die Nachfrage nach Bio-Ingwer<br />

und -Kurkuma hat in den vergangenen<br />

Jahren stetig zugenommen.<br />

Viele der Unternehmen im IPD-Programm<br />

haben sich daher bereits<br />

für eine Zertifizierung entschieden.<br />

Diese Unternehmen arbeiten mit einer<br />

Vielzahl an Kleinbauern zusammen<br />

und verarbeiten ihre Ernte zu<br />

hochwertigen natürlichen Zutaten.<br />

Die direkte Zusammenarbeit mit<br />

den Landwirten gewährleistet die<br />

Einhaltung der Standards und eine<br />

gleichbleibend hohe Qualität. Bei<br />

der Weiterverarbeitung nutzen die<br />

Unternehmen schonende Verfahren,<br />

um die natürlichen Eigenschaften<br />

der Wirkstoffe zu erhalten und<br />

einen hohen Anteil an Nährwerten<br />

und Wirkstoffen aus den Wurzeln<br />

zu extrahieren.<br />

Mehr Informationen<br />

www.importpromotiondesk.de<br />

36 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 37


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Eine Kolumne von<br />

Dr. BURKHARD SCHÄFER<br />

SAGENWELT, SYMBOLKRAFT UND MARKENKERN<br />

Mit dem Hirsch im Bunde<br />

Dunkelgrüne Tannenwälder im Hintergrund, davor ein beeindruckendes See-Panorama –<br />

wer diese Landschaftskulisse für seine erholsamen Tage im Jahr sucht, ist im Schwarzwald<br />

an der richtigen Adresse. Hier findet die gestresste Seele nicht nur Ruhe und Erholung,<br />

auch kulinarische Köstlichkeiten säumen in dieser Region den Weg. Ob traditionelle<br />

Spezialitäten wie die Schwarzwälder-Kirsch-Torte oder der Schwarzwälder Schinken,<br />

hier ist für Abwechslung gesorgt. Zumal der Schwarzwald auch dieses Frühjahr wieder<br />

im Bereich der gehobenen Küche mit der Auszeichnung von insgesamt 40 Sternen<br />

durch den Guide Michelin glänzen kann. Schon allein in Baiersbronn residieren mit<br />

der Schwarzwaldstube im Tonbachtal und dem Restaurant Bareiss zwei „Drei-Sterne-<br />

Restaurants“ und locken mit exquisiter Küchenkunst.<br />

A<br />

uch in Bad Teinach-Zavelstein<br />

findet sich mit dem Restaurant<br />

Berlins Krone einer der<br />

im Schwarzwald ansässigen Gourmet-Tempel<br />

und entführt den Gast in<br />

seine traumhafte Genusswelt. Doch<br />

nicht nur aufgrund der herausragenden<br />

Spitzenküche, sondern auch in<br />

anderer Hinsicht hat die Gemeinde<br />

im Nordschwarzwald von sich Reden<br />

gemacht: Hier ist die Heimat der<br />

Hirschquelle. Die Mineralbrunnen<br />

Teinach GmbH ist ein Unternehmen<br />

der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach<br />

GmbH & Co. KG aA, ein regionales<br />

Markenunternehmen, das alkoholfreie<br />

<strong>Getränke</strong> wie Krumbach, afri,<br />

Bluna oder Vaihinger beherbergt.<br />

Der Hirsch in der Quelle<br />

Nicht nur zur Krokusblüte lohnt sich<br />

ein Ausflug in das malerische Städtchen<br />

Bad Teinach-Zavelstein. Wer<br />

im Kurpark seine Seele baumeln lassen<br />

möchte, trifft auf einen romantisch<br />

angelegten Wasserfall, zu Fuße<br />

dessen die Skulptur eines trinkenden<br />

Hirsches installiert ist. Diese eindrucksvolle<br />

Plastik erinnert an die<br />

Hirschquellensage, nach der es ein<br />

Hirsch war, der die Jäger zur legendären<br />

Hirschquelle führte. Denn laut<br />

dieser Begebenheit, datiert auf den<br />

25. Juni 1732, verwundete ein Trupp<br />

Jäger einen jungen Hirsch im Teinachtal,<br />

der sich daraufhin weiter in<br />

den Wald zurückzog. Als die Jäger<br />

ihm folgten, fanden sie ihn wieder, in<br />

einer Quelle seine Wunden badend.<br />

Die staunenden Jäger konnten beobachten,<br />

wie das klare Wasser der<br />

Quelle seine Wunden wieder schloss.<br />

Daraufhin zogen sie von dannen und<br />

erzählten überall von der wundersamen<br />

Quelle. Diese schon vor dem<br />

19. Jahrhundert schriftlich niedergelegte<br />

Sage erinnert an die unberührte<br />

Naturbelassenheit der Hirschquelle.<br />

Schließlich ist die Schwarzwälder<br />

Hirschquelle die führende süddeutsche<br />

Heilwassermarke. Von der Mineralbrunnen<br />

Teinach GmbH wer-<br />

Skulptur trinkender Hirsch im Kurpark Bad Teinach-<br />

Zavelstein. Foto: Mineralbrunnen Teinach<br />

den die beiden Produkte „Hirschquelle<br />

Heilwasser“ und „Hirschquelle<br />

Vital“ vertrieben. Als natürliche Heilwässer<br />

gelten laut Hirschquelle reine<br />

Wässer aus natürlichen Quellen,<br />

die „als sanfte Arzneimittel natürlichen<br />

Ursprungs eine vorbeugende,<br />

lindernde oder heilende Wirkung besitzen“.<br />

Gerade in Stresssituationen<br />

hilft etwa das im Heilwasser enthaltene<br />

Hydro gencarbonat das Säure-<br />

Basen-Gleichgewicht des Körpers zu<br />

fördern und unterstützt damit Wohlbefinden<br />

und Leistungsfähigkeit<br />

während des herausfordernden Alltags.<br />

Die weiteren Mineralstoffe wie<br />

Calcium, Natrium, Kalium, Magnesium,<br />

Flourid, Lithium und Metakieselsäure,<br />

die von den Heil- und Mineralwässern<br />

auf ihrem langen Weg durch<br />

die Gesteinsschichten angesammelt<br />

werden, wirken sich somit positiv auf<br />

den menschlichen Organismus aus.<br />

Im Falle der Teinacher Hirschquelle<br />

ist das Anwendungsgebiet die<br />

Anregung der Verdauung und die<br />

Förderung der Funktion von Magen<br />

und Darm. Ist die grüne 0,75-l-<br />

Mehrwegflasche der Hirschquelle<br />

seit Jahrzehnten ein Klassiker, so<br />

präsentiert sie sich weiterhin im bekannten<br />

Grün, doch mit neu designtem<br />

Etikett.<br />

„Wie der Hirsch schreit…“<br />

Dabei möchte Teinacher Mineralbrunnen<br />

die Konsumenten auch<br />

ganzheitlich bei ihrem Bemühen<br />

um den Erhalt ihrer Gesundheit<br />

unterstützen; die von der Mineralbrunnen<br />

Teinach GmbH gemeinsam<br />

mit dem Gräfe und Unzer<br />

Verlag herausgegebene umfangreiche<br />

Broschüre „Ein Leben in Balance“<br />

enthält für alle Interessierten<br />

Handreichungen rund um einen<br />

achtsamen Tagesablauf. Unter<br />

den Stichworten „Was ist Achtsamkeit?“,<br />

„Schwungvoll loslegen mit<br />

Yoga“, „Fitness- Minis fürs Büro“<br />

oder „ Wohltuende Schlafrituale für<br />

eine gute Nacht“ finden sich viele<br />

interessante Tipps zur Unterstützung<br />

von Körper und Geist. Dabei<br />

wird das Ganze abgerundet durch<br />

gesunde Rezeptvorschläge. Und<br />

wenn bei den Tipps für einen entspannenden<br />

Tagesausklang und<br />

eine erholsame Nacht sich unter<br />

den Vorschlägen, wie man den Tag<br />

und seine Ereignisse loslassen kann,<br />

eine große und hilfreiche Bandbreite<br />

findet, könnte für jeden etwas<br />

dabei sein: vom Aufschreiben all der<br />

positiven Dinge, die im Laufe des<br />

Tages geglückt sind, bis zum Ritual<br />

des abendlichen Betens. Gerade<br />

dieses religiöse Ritual erinnert wieder<br />

an die Spiritualität, die auch in<br />

einer Sage wie der von der Hirschquelle<br />

transportiert wird. Nicht umsonst,<br />

denn der Hirsch ist auch bereits<br />

in der Heiligen Schrift als Tier<br />

fest verankert und dort zum Beispiel<br />

in dem alttestamentlichen Psalm 42<br />

festgehalten. Eine Tatsache, die den<br />

Komponisten Felix Mendelssohn-<br />

Bartholdy zu seiner Kantate „Der<br />

42. Psalm – ‚Wie der Hirsch schreit<br />

nach frischem Wasser‘“ inspirierte.<br />

Dabei vertonte Mendelssohn den<br />

Psalm 1837 teilweise auf seiner<br />

Hochzeitreise, die das junge Brautpaar<br />

unter anderem auch durch den<br />

Schwarzwald führte. So entstanden<br />

einige Sätze des Werks etwa in Frei-<br />

burg im Breisgau. Von dem dreiwöchigen<br />

Aufenthalt in Freiburg<br />

gibt auch ein kostbares Tagebuch<br />

des frisch vermählten Paares kund,<br />

das in der Sammlung der „ Bodleian<br />

Library“ in Oxford verwahrt ist.<br />

Der Hirsch mit<br />

dem Kreuz im Geweih<br />

Nicht nur auf dem Etikett der<br />

Hirschquelle prangt aus langer Tradition<br />

das Konterfei des bekannten<br />

Geweihträgers aus der Ordnung<br />

der Paarhufer. Auch das Logo<br />

des Jägermeisters ist angelehnt<br />

an eine Sage: die des Heiligen Hubertus.<br />

Lauter dieser Sage erschien<br />

dem bis dato rücksichtslosen Jäger<br />

Hubertus bei seinen Streifzügen<br />

im Wald eines Tages ein mächtiger<br />

Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz<br />

zwischen seinem Geweih. Nach dieser<br />

Vision verwandelte sich Hubertus<br />

in den Streiter für einen verantwortungsvollen<br />

Umgang mit der<br />

Natur und so wurde er am Ende<br />

auch der Schutz patron der Jäger.<br />

Wolfenbütteler Kultprodukt:<br />

Der Kräuterlikör aus 56 Kräutern<br />

Foto: Jägermeister<br />

Hier also ebenfalls ein passender<br />

Zusammenhang, war Jägermeister<br />

in seinen allerersten Anfängen doch<br />

ein Getränk, mit dem Jäger auf ihren<br />

Jagd-Erfolg anstießen. Curt<br />

Mast war durch die besondere Geschichte<br />

um Hubertus so beeindruckt,<br />

dass er dieses Symbol des<br />

Hirsches mit dem strahlenden Kreuz<br />

zwischen seinem Geweih zum Logo<br />

seines außergewöhnlichen Elixiers<br />

erwählte. Und so sind seit vielen<br />

Jahrzehnten Symbol, Flasche und Inhalt<br />

– der Kräuter likör aus 56 Kräutern<br />

– ikonisch. Ein Wolfenbütteler<br />

Kultprodukt also, des 1878 als Weinhandlung<br />

und Essigfabrik von Wilhelm<br />

Mast gegründeten Unternehmens.<br />

Sohn Curt Mast entwickelte<br />

dann eine Leidenschaft für die Spirituosenherstellung,<br />

die perfekte<br />

Grundlage also, um bis 1934 das legendäre<br />

Rezept für den Jägermeister<br />

ausgetüftelt zu haben. Auf dieser traditionellen<br />

Basis hat das Unternehmen<br />

in den letzten Jahren seine Produktpalette<br />

ausgebaut und mittlerweile<br />

sind, neben dem Jägermeister<br />

in der dunkelgrünen Flasche, auch<br />

noch die Varianten „ Jägermeister<br />

MANIFEST“, „ Jägermeister SCHARF“<br />

und „ Jägermeister Cold Brew Coffee“<br />

erhältlich.<br />

Während „Cold Brew Coffee“<br />

sich an alle Kaffee- und Schokoladen-Liebhaber<br />

sowie Shot- und Markenfans<br />

richtet und dabei durch die<br />

fein abgestimmte Note von Original-Jägermeister<br />

mit reichhaltiger<br />

Kaffeenote und einem Hauch Schokolade<br />

überzeugt, betont die Variante<br />

„SCHARF“ durch die Zugabe<br />

von Ingwer und Galgant die<br />

Schärfe-Komponente des originalen<br />

Jägermeister-Likörs. Demgegenüber<br />

ist Jägermeister MANIFEST der erste<br />

Superpremium-Kräuterlikör, der sich<br />

mit einer vanillegeprägten Holzlagernote<br />

und Rauchnuancen präsentiert.<br />

Hirschquelle und Jägermeister –<br />

zwei starke Marken also unter dem<br />

Zeichen des Hirschs. Sie zeigen beide<br />

eindrücklich, wie Sagenwelt,<br />

Symbolkraft und Markenkern zu einer<br />

erfolgreichen Botschaft zusammenfließen<br />

können. Bereits in der<br />

Epoche der Romantik zeigte sich die<br />

fantasievolle Hinwendung zur Natur<br />

als Quelle der Inspiration. Und so<br />

wusste bereits der Dichter Novalis:<br />

„Die Welt muss romantisiert werden.<br />

So findet man den ursprünglichen<br />

Sinn wieder“. Dr. B. Sch.<br />

38 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 39


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

MARKT | Produkte, Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

MARKT | Produkte, Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

Schütz GmbH & Co. KGaA<br />

Mit Green Layer Verpackungen CO 2<br />

-Fußabdruck reduzieren<br />

ProMinent GmbH<br />

Effiziente Zuckersirup-Desinfektion dank UV-Behandlung<br />

Inaktivierung schädlicher<br />

Mikroorganismen<br />

Zuckerlösungen sind ein zen traler<br />

Grundstoff von Soft Drink Rezepturen.<br />

Zuckersirup ist jedoch besonders<br />

anfällig für Sporen, sowie<br />

Hefe- und Schimmelpilze, die<br />

es während der Herstellung zuverlässig<br />

zu eliminieren gilt. Traditionell<br />

erfolgt dies mittels Hitzepasteurisierung.<br />

Eine kosteneffizientere<br />

Alternative stellt die<br />

Desinfektion mittels ultraviolet-<br />

40 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

Nachhaltigkeitsziele<br />

erreichen<br />

Auch in der Verpackungswirtschaft<br />

wird das Einsparen von<br />

CO 2<br />

immer wichtiger. Mit dem<br />

European Green Deal und dem<br />

Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft<br />

hat die Europäische Union<br />

die künftigen Rahmenbedingungen<br />

dafür definiert. Eine zentrale<br />

Maßnahme ist der Einsatz<br />

von Kunststoffrezyklat in Verpackungen.<br />

In diesem Bereich zählt<br />

Schütz zu den Vorreitern und unterstreicht<br />

dies am Beispiel seiner<br />

Produktlinie Green Layer.<br />

Im Rahmen seines Green Lifecycle<br />

Managements unterstützt<br />

das Unternehmen seine Kunden<br />

dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele<br />

zu erreichen und den CO 2<br />

-<br />

Fußabdruck von Verpackungen<br />

weiter zu verringern. Als führender<br />

Hersteller in Europa setzt<br />

das Unternehmen flächendeckend<br />

3- oder 6-Schicht-Extrusionsblasanlagen<br />

ein. Damit<br />

bringt Schütz hochqualitatives,<br />

naturfarbenes Recyclingmaterial<br />

mit einem Anteil von 30 %<br />

auch bei der Produktion der Innenbehälter<br />

ein. Das Besondere<br />

dabei: Das Regranulat fließt ausschließlich<br />

in die mittlere Schicht<br />

der Innenblase. Die innere und<br />

die äußere Schicht stellt das Unternehmen<br />

nach wie vor aus<br />

neuem HDPE her. Dadurch kommen<br />

das Füllprodukt und die<br />

Verpackungsumgebung weiterhin<br />

ausschließlich mit Neumaterial<br />

in direkten Kontakt. Anwender<br />

sparen damit Kunststoffneuware<br />

sowie CO 2<br />

ein und leisten<br />

gleichzeitig einen wichtigen Beitrag,<br />

um die Ziele des European<br />

Green Deal zu erreichen.<br />

Die Verpackungen der Green-<br />

Layer-Serie unterscheiden sich<br />

hinsichtlich ihrer Qualität nicht<br />

von anderen Serien. Ob IBC oder<br />

Kunststofffässer, die Produkte<br />

eignen sich hervorragend als ökologische<br />

Verpackungen für zahlreiche<br />

Anwendungen. Kunden<br />

profitieren bei der Produkt linie<br />

von einem hohen Rezyklatanteil,<br />

einem niedrigen Einsatzgewicht<br />

und maximaler Sicherheit. Optional<br />

gibt es die Kunststofffässer<br />

und IBC von Schütz auch mit<br />

UN-Zulassung. Die neue Green-<br />

Layer-Serie wird zunächst in den<br />

europäischen Märkten eingeführt.<br />

Nach erfolgreichem Start<br />

bietet das Unternehmen die<br />

Foto: Schütz<br />

umweltfreund lichen Verpackungen<br />

sukzessive auch in weiteren<br />

Regionen an. Zukünftig werden<br />

auch Kanister in der neuen Green<br />

Layer Version angeboten.<br />

Partnerschaftliche<br />

Aufgabe aller Mitglieder<br />

der Supply Chain<br />

Das grundlegende Ziel hinter<br />

dem Green Lifecycle Management<br />

ist für das Unternehmen<br />

eine möglichst breite und kosteneffiziente<br />

Versorgung mit<br />

ökologischen Verpackungen. Die<br />

Sicherstellung der dafür benötigten<br />

Menge an Rezyklat ist letztendlich<br />

eine partnerschaftliche<br />

Aufgabe aller Mitglieder der gesamten<br />

Supply Chain. Denn nur<br />

wenn entleerte Verpackungen<br />

vom Verwender auch wieder<br />

an Schütz zurückgegeben werden,<br />

stehen dem Hersteller aus-<br />

Mit der ProMinent UV-Anlage Dulcodes LP<br />

Dünnschicht lassen sich bis zu 36 m 3 Zuckersirup<br />

pro Stunde desinfizieren. Die UV-Desinfektion<br />

ist ein bewährtes Verfahren zur<br />

Inaktivierung schädlicher Mikroorganismen.<br />

Foto: ProMinent<br />

ter (UV-) Bestrahlung dar. Die<br />

UV-Desinfektion benötigt weniger<br />

Energie und entfernt Keime<br />

effek tiver als die Pasteurisierung.<br />

Mit der ProMinent UV-Anlage<br />

Dulcodes LP Dünnschicht lassen<br />

sich bis zu 36 m 3 Zucker sirup<br />

pro Stunde desinfizieren. Die<br />

UV-Desinfektion ist ein bewährtes<br />

Verfahren zur Inaktivierung<br />

schädlicher Mikroorganismen.<br />

Ihre UV-Strahlung tötet bis zu<br />

99,99 % aller Keime in lichtdurchlässigen<br />

Medien ab. Eine<br />

besondere Stellung bei UV-Anlagen<br />

nehmen Dünnschicht-UV-<br />

Anlagen ein. Sie sind aufgrund<br />

ihrer Konstruk tion besonders<br />

für viskose Medien, wie beispielsweise<br />

Zuckersirup, geeig-<br />

Nur wenn entleerte Verpackungen vom Verwender<br />

wieder zurückgegeben werden, stehen ausreichende<br />

Mengen zur Kunststoffrückgewinnung<br />

zur Verfügung, um Kunden mit neuen Rezyklatverpackungen<br />

zu versorgen. Dafür hat Schütz mit<br />

dem Schütz Ticket Service zur weltweiten Rückholung<br />

und Rekonditionierung bereits vor vielen<br />

Jahren die notwendige Infrastruktur geschaffen.<br />

reichende Mengen zur Kunststoffrückgewinnung<br />

zur Verfügung,<br />

um Kunden mit neuen<br />

Rezyklat-Verpackungen zu versorgen.<br />

Dafür hat das Untenehmen<br />

bereits vor vielen Jahren die<br />

notwendige Infrastruktur geschaffen.<br />

Mit dem Schütz Ticket<br />

Service holt das Unternehmen<br />

gebrauchte Verpackungen weltweit<br />

zurück und bereitet diese<br />

nach höchsten Umwelt- und Sicherheitsstandards<br />

wieder auf.<br />

Der Verpackungshersteller investiert<br />

kontinuierlich in modernste<br />

Fertigungstechnik sowie<br />

in Forschung und Entwicklung.<br />

So hat das Unternehmen die Prozesse<br />

des Material recyclings derart<br />

weiterentwickelt, dass heute<br />

selbst stark kontaminiertes Material<br />

mithilfe von spezieller Prozesstechnik<br />

und spezifischem<br />

Know-how aufbereitet werden<br />

kann. Schütz ist in der Lage,<br />

HDPE je nach gewünschtem Einsatzzweck<br />

in unterschied lichen<br />

Qualitäten wiederaufzubereiten<br />

und bei der Fertigung von Verpackungen<br />

und Komponenten<br />

wieder einzusetzen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.schuetz.net<br />

net. So lässt sich bei der Verarbeitung<br />

von Zuckersirup Energie<br />

sparen, indem man die Hitze-<br />

Effiziente Zuckersirup-Desinfektion dank UV-<br />

Behandlung. Foto: ProMinent / Fotolia<br />

EFAFLEX Tor- und Sicherheitssysteme GmbH & Co. KG<br />

Mehr Informationen<br />

www.prominent.com<br />

High-Tech-Tore in einer der modernsten Privatbrauereien Europas<br />

Maschinenschutztore<br />

Die Brauerei C. & A. Veltins in<br />

Grevenstein ist fast 200 Jahre alt<br />

und gehört heute zu den modernsten<br />

Privatbrauereien Europas.<br />

Dass hier alle Signale in<br />

Richtung Wachstum und Innovation<br />

stehen, ist kaum zu übersehen,<br />

wenn man die sauerländische<br />

Traditionsbrauerei betritt:<br />

Wie von unsichtbarer Hand<br />

gesteuert bewegen sich Gondeln<br />

einer Einschienenhängebahn<br />

in einer nicht endenden<br />

Reihenfolge durch die Halle vor<br />

dem Leergut-Hochregallager.<br />

Die einen bringen jeweils um die<br />

40 Kästen Leergut, andere sind<br />

mit Vollgut beladen. Wo die<br />

Kästen herkommen oder hingebracht<br />

werden, bleibt dem Auge<br />

verborgen. Denn nur für kurze<br />

Augenblicke geben die Maschinenschutztore<br />

vollautomatisch<br />

die Durchfahrt für die Kästen<br />

frei und schließen dann sofort<br />

wieder, damit Menschen nicht<br />

mit den Transportsystemen in<br />

Berührung kommen.<br />

„Wir haben für einen Umbau<br />

nach einem Hersteller gesucht,<br />

der sichere Schnelllauftore baut.<br />

Die Maschinenschutztore von<br />

EFAFLEX erfüllten hier genau unsere<br />

Anforderungen“, erklärt<br />

Martin Findeklee. Er verantwortet<br />

die gesamte Projektplanung<br />

der neuen Anlagen in der Logistik.<br />

„Die Tore sollten auch sehr<br />

schnell sein. Bei der Abfüllung<br />

mit mehreren Abfüllanlagen von<br />

niert werden. Manche dieser<br />

Sporen können durch den Pasteurisierungsprozess<br />

zum Auskeimen<br />

und zum Wachstum an-<br />

bis zu 80.000 Flaschen pro Stunde<br />

und das 24 Stunden am Tag<br />

müssen sie außerdem sehr viele<br />

Öffnungszyklen am Tag absolvieren.<br />

Manche Tore öffnen und<br />

schließen alle 40 Sekunden.“ Andere<br />

haben in zwei Jahren bereits<br />

weit über 100.000 Öffnungszyklen<br />

hinter sich.<br />

Foto: ELAFLEX<br />

Der Einbau der neuen Maschinenschutztore<br />

im Gebäudebestand<br />

sei keineswegs einfach gewesen.<br />

Die Einbausituation war<br />

sehr beengt und die Tore mussten<br />

genau auf die Durchfahrtshöhe<br />

und -breite der mit Mehrwegkästen<br />

beladenen Europaletten<br />

abgestimmt werden. „Die Montage<br />

ist trotzdem sehr gut verlaufen“,<br />

hebt Martin Findeklee hervor.<br />

Im Laufe von zwei Jahren<br />

ist jetzt auf dem Brauereigelände<br />

ein weiteres, ganz neues Gebäude<br />

mit fünf Ebenen entstanden.<br />

Unter anderem werden dort<br />

pasteurisierung durch UV-Desinfektion<br />

ersetzt, um den Sirup<br />

keimfrei zu machen. Meist handelt<br />

es sich um Zuckersirup mit<br />

60 − 65° Brix. Herkömm liche Verfahren<br />

zur Hitzebehandlung verwenden<br />

einen Wärmetauscher<br />

und erhebliche Energiemengen,<br />

um Zuckersirup auf hohe Temperaturen<br />

zu bringen, dort über<br />

einen längeren Zeitraum zu halten<br />

und damit zu entkeimen.<br />

Thermoresistente Sporen können<br />

durch die Pasteurisierung<br />

nicht immer ausreichend elimigeregt<br />

werden. UV-Desinfektion<br />

kann auch 99,99% dieser thermoresistenten<br />

Sporen unschädlich<br />

machen. Im Vergleich zur<br />

zwei Abfülllinien Platz finden. Die<br />

Situation ist hier ähnlich wie vor<br />

dem Leergut lager. Damit die Flaschen<br />

in die Abfüllanlage gelangen<br />

können, werden die Paletten<br />

mit den Kästen über Fördertechnik,<br />

wiederum durch Maschinenschutztore<br />

des Unternehmens, in<br />

Vertikalförderer geschoben.<br />

Dort fahren sie auf die entsprechende<br />

Ebene. Welche Paletten<br />

jeweils in die Produk tion gelangen,<br />

steuert je nach Auslastung<br />

der Fördertechnik das<br />

vollautomatische System. „Die<br />

Tore für die Aufzüge, in denen<br />

die Paletten bis zu 25 Meter nach<br />

oben oder unten gefahren werden,<br />

konnten teilweise nicht<br />

am Hallenboden befestigt werden.<br />

Die EFAFLEX-Monteure haben<br />

sie im Schacht auf speziellen<br />

Metallplatten verschraubt.<br />

Durch ihre raumsparende, in<br />

sich geschlossene Bauweise las-<br />

Pasteurisierung lässt sich bei der<br />

UV-Behandlung der Sirup innerhalb<br />

kürzester Zeit ohne Wärmezufuhr<br />

desinfizieren. Eine UV-Bestrahlung<br />

mit der erforderlichen<br />

Dosis reicht zur Desinfek tion vollständig<br />

aus. Der Geschmack und<br />

das Aussehen der <strong>Getränke</strong> werden<br />

durch die Behandlung mit<br />

dem UV-System Dulcodes LP<br />

Dünnschicht nicht verändert. Das<br />

Ersetzen der Pasteurisierung steigert<br />

daher die Produktqualität<br />

und spart deutlich Energie und<br />

Kosten ein.<br />

sen sich die Ma schinenschutztore<br />

ausgezeichnet in geforderte<br />

Schutzeinrichtungen einpassen.<br />

Sie heben sich durch außerordentliche<br />

Belastbar keit und Stabilität<br />

hervor.<br />

Schutz für Menschen<br />

und Maschinen<br />

Das Standard-Torblatt des EFA-<br />

SRT -MS ist volltransparent und<br />

wird serienmäßig mit Warnstreifen<br />

versehen. Das Zusammenspiel<br />

einer leistungsstarken Frequenzumrichter-Steuerung<br />

eines<br />

funktional angepassten Antriebs<br />

ermöglicht in Fertigungsprozessen<br />

die sehr hohe Taktzahl von<br />

bis zu sieben Zyklen pro Minute.<br />

Die Tore sind so konstruiert,<br />

dass eine Gewichtsausgleichmechanik<br />

nicht notwendig ist, was<br />

eine schmale Ausführung der<br />

Seitenzargen ermöglicht. Dadurch<br />

reduziert sich der Wartungs-<br />

und Verschleißanteil erheblich.<br />

Eine transparente Abdeckung<br />

bietet freien Blick auf<br />

den integrierten Sicherheitsendschalter<br />

der Kat. 4 / Pl „e“ nach<br />

DIN EN ISO 13849-1.<br />

Durch optionale Fußbodenstützen<br />

wird es ermöglicht, die<br />

Schutzeinrichtungen freistehend<br />

aufzustellen. Eventuell vorhandene<br />

Bodenunebenheiten werden<br />

in diesem Fall durch Nivellierschrauben<br />

ausgeglichen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.efaflex.com<br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 41


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

MARKT | Produkte, Technik und <strong>Technologie</strong>n<br />

BEZUGSQUELLEN-VERZEICHNIS | Produkte, <strong>Technologie</strong>n und Dienstleistungen<br />

DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH<br />

<strong>Getränke</strong>! <strong>Technologie</strong> & <strong>Marketing</strong><br />

Institute | Organisationen | Verbände<br />

Pumpen<br />

Schutzkleidung in der <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Kleidung, die Mitarbeiter<br />

sowie Produkte schützt<br />

Passende Bekleidungslösungen<br />

plus ein gutes Hygienekonzept<br />

sind in Unternehmen<br />

der <strong>Getränke</strong>industrie<br />

also angesagt und unverzichtbar.<br />

Worauf kommt es an?<br />

„Ein hoher Hygien estatus hat<br />

für Lebensmittelproduzenten<br />

höchste Priorität“, weiß<br />

Alexander J. Neuzerling von<br />

der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing<br />

GmbH. Die regionalen<br />

Partner des bundesweit<br />

agierenden Verbunds beraten<br />

und beliefern die Kunden<br />

direkt vor Ort mit passenden<br />

Kollektionen. Der textile Mietdienstleister<br />

ist darauf eingestellt,<br />

dass in vielen Betrieben<br />

der <strong>Getränke</strong>industrie unterschiedliche<br />

Hygienezonen<br />

bzw. Einsatzbereiche gelten,<br />

in denen entsprechend angepasste<br />

Berufskleidung von den<br />

Mitarbeitern getragen wird.<br />

Beispielsweise in den Abteilungen<br />

mit offenen Rohwaren<br />

und Produkten, den High-Care-<br />

Bereichen. Dort ist die Anforderung<br />

am höchsten, darf nur die<br />

weiße Hygienekleidung getragen<br />

werden. „Richtlinien wie<br />

HACCP* oder die DIN 10524**<br />

beschreiben die Rolle der Textilien<br />

in der Personalhygiene. So<br />

gibt es an HACCP-konformer<br />

Kleidung Druckknöpfe aus Metall,<br />

Taschen sind innenliegend,<br />

damit kein Fremdkörperrisiko<br />

besteht. Entsprechende Hygienekleidung<br />

stellen wir in unserem<br />

Sortiment zur Verfügung“,<br />

erklärt der DBL Experte.<br />

dung betrifft vor allem die Bereiche<br />

Abfüllung und Logistik.<br />

Aber natürlich auch die Mitarbeiter<br />

in unserem Betriebsrestaurant<br />

und der Qualitätssicherung,“<br />

erklärt Pascal Fuhr,<br />

langjähriger Betriebsleiter der<br />

Fertigung bei Gerolsteiner.<br />

Im dortigen Betrieb gibt es<br />

beispielsweise Workwear für<br />

den Bereich Technik und Produktion.<br />

Hier muss die Kleidung<br />

laut Pascal Fuhr vor allem<br />

gut sitzen, darf beim Umgang<br />

mit den Maschinen nicht<br />

zu weit sein. Auch Details wie<br />

etwa Reflektionsstreifen an Arbeitshosen<br />

oder -jacken sind<br />

wichtig und bieten mehr Arbeitssicherheit.<br />

„In unserem Betriebsrestaurant<br />

hingegen wird<br />

Koch- und Servicekleidung eingesetzt<br />

und in unseren Laboren<br />

spezielle Hygienekleidung<br />

in weiß oder auch blau“, beschreibt<br />

der Betriebsleiter. Als<br />

besonders regulierten Bereich<br />

nennt Pascal Fuhr auch noch<br />

den mikrobiologischen Bereich<br />

des firmeneigenen Labors, dem<br />

S2–Labor. Dort werden die Mitarbeiter<br />

mit einer speziellen Arbeitskleidung<br />

von DBL ausgestattet,<br />

die aus Hygiene- und<br />

Sicherheitsgründen auch eine<br />

besondere Aufbereitung mittels<br />

zusätzlicher Desinfektionsmaßnahmen<br />

erfährt.<br />

Alle Kollektionen stammen<br />

vom regionalen DBL Partner<br />

ITEX Gaebler. Und der berät im<br />

Vorfeld. Die Entscheider sollten<br />

Blick in die Praxis<br />

eines Herstellers<br />

Ein Blick in die Praxis zeigt, wie<br />

unterschiedlich die Anforderungen<br />

an die Berufskleidung<br />

in den einzelnen Bereichen<br />

der Unternehmen ist – so beispielsweise<br />

beim Traditionsbetrieb<br />

Gerolsteiner Brunnen, der<br />

in der Vulkaneifel beheimatet<br />

ist. Welche Rolle spielt dort das<br />

Thema Kleidung? „Eine immense.<br />

Das Thema Berufskleigemäß<br />

Alexander J. Neuerzling<br />

bei der Ausstattung auch darauf<br />

achten, dass Berufskleidung<br />

ein hohes Maß an Tragekomfort<br />

für den Menschen erfordert,<br />

der in dieser Kleidung<br />

arbeitet: „Darum sollte der Unternehmer<br />

die Kleidung – das<br />

gilt nicht nur für HACCP-Kleidung,<br />

sondern auch für mögliche<br />

Workwear in anderen Bereichen<br />

– vor einer endgültigen<br />

Entscheidung in Testphasen<br />

von Mitarbeitern probetragen<br />

lassen. Hier ist ein Mitspracherecht<br />

empfehlenswert. Schließlich<br />

müssen sich die Beschäftigten<br />

in ihrer Kleidung wohlfühlen.“<br />

Laut DBL Experte ist<br />

ebenfalls zu beachten, dass Design-<br />

und Farbwünsche sich bei<br />

Hygienekleidung nicht so realisieren<br />

lassen wie bei normaler<br />

Berufskleidung. Bei Hygienekleidung<br />

stehen die geforderte<br />

Hygiene und das zu schützende<br />

Lebensmittelprodukt immer<br />

im Mittelpunkt.<br />

Aus Sicht des <strong>Getränke</strong>herstellers<br />

Gerolsteiner ist es sehr<br />

praktisch, Ausstattung und<br />

Pflege der Kleidung aus einer<br />

Hand zu erhalten – auch, um<br />

den internen Organisationaufwand<br />

zu minimieren. So<br />

meint Pascal Fuhr: „Ohne den<br />

textilen Partner wäre das für<br />

uns kaum zu stemmen. Insbesondere<br />

auch im Hinblick auf<br />

die Arbeitssicherheit und die<br />

Hygiene, die bei uns im Mittelpunkt<br />

steht.“<br />

Bei den Gerolsteiner Mitarbeitern im Bereich<br />

Instandhaltung wird moderne Workwear<br />

getragen. Im Mietservice der DBL stehen<br />

verschiedenen Kollektionsteile zur Auswahl.<br />

Foto: DBL<br />

Hygiene<br />

im Mittelpunkt<br />

Die Anschaffung HACCP-konformer<br />

Berufskleidung oder<br />

Workwear ist nur ein Aspekt<br />

des Hygienekonzeptes. Auch<br />

die hygienische Wäsche der<br />

Kleidung muss dauerhaft sichergestellt<br />

sein. „Im DBL<br />

Mietservice gewährleisten alle<br />

regionalen Partner die geforderten<br />

Hygienestandards. Wir<br />

waschen nach validierten und<br />

protokollierten Verfahren. Unsere<br />

Waschverfahren für Wäsche<br />

aus Lebensmittelbetrieben<br />

erfolgen nach der europäischen<br />

Norm DIN EN 14065***.<br />

Dies gibt unseren Kunden Sicherheit<br />

und wird entsprechend<br />

dokumentiert“, berichtet<br />

Alexander J. Neuzerling.<br />

Fazit<br />

Unternehmen der lebensmittelverarbeitenden<br />

Branche wie<br />

der <strong>Getränke</strong>industrie können<br />

also davon profitieren,<br />

das Thema auszulagern. Denn<br />

Mietdienstleister wie die DBL<br />

beraten im Vorfeld, klären mit<br />

den Betrieben Ansprüche und<br />

Bedarf, kleiden die Mitarbeiter<br />

individuell nach persönlicher<br />

Anprobe ein, finden so<br />

die passende und finanzierbare<br />

Bekleidungslösung. Und<br />

stellen dauerhaft die hygienische<br />

Wäsche sicher. Schließlich<br />

wird laut Experten Hygiene nur<br />

durch ein routiniertes Zusammenspiel<br />

von fachgerechtem<br />

Einsammeln der getragenen<br />

Kleidung, Abholung, hygienischer<br />

Aufbereitung und Anlieferung<br />

gewährleistet. Dazu gehört<br />

natürlich auch, dass für<br />

alle Mitarbeiter stets ausreichend<br />

saubere Garnituren zum<br />

Wechsel bereitliegen.<br />

Mehr Informationen<br />

www.dbl.de<br />

Die Dr. Harnisch Publikations App<br />

mit E-Paper unserer Fachzeitschriften,<br />

kostenlos für mobile Endgeräte<br />

www.getränke-tm.de<br />

Institute | Organisationen | Verbände<br />

Bundesverband der<br />

Deutschen Spirituosen-Industrie<br />

und -Importeure e. V.<br />

Urstadtstraße 2 | 53129 Bonn<br />

www.spirituosen-verband.de<br />

Verband der deutschen<br />

Fruchtsaft-Industrie e. V. (VdF)<br />

Mainzer Str. 253 | 53179 Bonn<br />

Telefon +49 (0) 228-95 46 00<br />

info@fruchtsaft.de<br />

www.fruchtsaft.net<br />

Verband Deutscher Maschinenund<br />

Anlagenbau e.V.<br />

Lyoner Str. 18 | 60528 Frankfurt<br />

Telefon +49 (0) 69 66 03 0<br />

www.vdma.org<br />

Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V.<br />

Kennedyallee 28 | 53175 Bonn<br />

www.vdm-bonn.de<br />

Versuchs- und Lehranstalt<br />

für Brauerei in Berlin e.V.<br />

Seestraße 13 | 13353 Berlin<br />

www.vlb-berlin.org<br />

Forschungskreis der<br />

Ernährungsindustrie e.V.<br />

Godesberger Allee 142-148<br />

D-53175 Bonn<br />

www.fei-bonn.de<br />

Die deutschen Brauer<br />

Deutscher Brauer-Bund e.V.<br />

Neustädtische Kirchstraße 7a<br />

D-10117 Berlin<br />

www.brauer-bund.de<br />

Partyfässer<br />

Pressen zur Entwässerung und Verdichtung<br />

Pumpen<br />

Pumpen<br />

für die Lebensmittelund<br />

<strong>Getränke</strong>industrie<br />

Dr. JESSBERGER GmbH<br />

Jägerweg 5 | 85521 Ottobrunn<br />

info@jesspumpen.de |<br />

Alter Hellweg 46<br />

D-44379 Dortmund<br />

www.akademie-fresenius.de<br />

Deutsches Verpackungsinstitut e.V. (dvi)<br />

Kunzendorstr. 19<br />

D-14165 Berlin<br />

www.verpackung.org<br />

Wirtschaftsvereinigung<br />

Alkoholfreie <strong>Getränke</strong> e. V.<br />

Monbijouplatz 11 | 10178 Berlin<br />

www.wafg.de<br />

Schmierstoffe | Instandhaltung<br />

Wasseraufbereitung<br />

Ihr kompetenter Partner in allen<br />

Pumpenbereichen seit 1954<br />

PUMPEN-CENTER „SKM“ GmbH<br />

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info.nps@netzsch.com | www.netzsch.com<br />

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Bremer & Leguil GmbH<br />

Am Burgacker 30-42<br />

D-47051 Duisburg<br />

Tel. +49 (0) 203 99 23-0<br />

Fax +49 (0) 203 259 01<br />

E-Mail: info@bremer-leguil.de<br />

Internet: www.bremer-leguil.de<br />

42 | <strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong><br />

<strong>Getränke</strong>! 03 | <strong>2023</strong> | 43


Sensor- und Automatisierungslösungen<br />

für die <strong>Getränke</strong>industrie<br />

Modernste Prozesstechnologie<br />

für die <strong>Getränke</strong>-<br />

und Lebensmittelindustrie<br />

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