Berliner Rundschau - Ausgabe 02/2023
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Das Magazin der CDU Berlin<br />
www.cdu.berlin<br />
2/2<strong>02</strong>3<br />
1<br />
49. Jahrgang<br />
Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Erscheinungsweise: einmal im Quartal.<br />
Interview mit Senats-<br />
Chef Kai Wegner<br />
CDU-Senatoren<br />
im Überblick<br />
„Harte Arbeit.<br />
Das ist mein<br />
Versprechen.“<br />
Kai Wegner<br />
Regierender Bürgermeister von Berlin<br />
BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3
22 3<br />
Stimmen zum<br />
Koalitionsvertrag<br />
„Viel haben sie sich vorgenommen, „das Beste<br />
für Berlin“, wie der Titel des Koalitionsvertrags<br />
lautet. Ein hoher, ja der höchste Anspruch und<br />
aus den diversen großen und kleinen Vorhaben<br />
wird deutlich: Schwarz-Rot will, dass die Stadt<br />
wieder funktioniert. Und das ist das richtige Ziel.“<br />
(Morgenpost, 4.4.2<strong>02</strong>3)<br />
„Beifall aus der Wirtschaft, DGB und Verbände loben<br />
Schwarz-Rot“ (Tagesspiegel 4.4.2<strong>02</strong>3)<br />
„Dennoch ist die […] schwarz-rote Koalition das<br />
beste Regierungsbündnis, das unter den gegebenen<br />
Umständen zu erreichen war. Es zeigt einen<br />
ehrlichen Willen, die peinlichsten Missstände in der<br />
Verwaltung zu beseitigen, ohne die Bodenhaftung zu<br />
verlieren und dem <strong>Berliner</strong> Narzissmus zu frönen,<br />
sich am Klang des eigenen Echos zu erfreuen.“<br />
(Welt online, 3.4.2<strong>02</strong>3)<br />
„Mit dem neuen Koalitionsvertrag zieht ein<br />
neuer Ton in den <strong>Berliner</strong> Senat ein: erfrischend<br />
unaufgeregt, lösungsorientiert, pragmatisch. Statt<br />
ideologischer Grabenkämpfe, die unsere Stadt<br />
gespalten haben, geht es den neuen Koalitionären<br />
nun um mehr Zusammenhalt und Respekt. Schon<br />
die professionellen Koalitionsverhandlungen<br />
zwischen CDU und SPD haben gezeigt, dass die neue<br />
Koalition der Mitte die großen Herausforderungen<br />
unserer Stadt auch tatsächlich anpacken und lösen<br />
will. Das ist gut für Berlin!“<br />
(VBKI-Präsident Markus Voigt)<br />
„Klare Problemanalyse, richtige Prioritäten,<br />
ehrgeizige Ziele – der Koalitionsvertrag ist ein gutes<br />
Fundament für die Stärkung der Zukunftsfähigkeit<br />
Berlins.“<br />
(BBU Verband Berlin-Brandenburgischer<br />
Wohnungsunternehmen e.V. https://bbu.de/<br />
system/files/publications/buch_05-23_weblinks.<br />
pdf)<br />
„Dieser Koalitionsvertrag ist sehr ambitioniert,<br />
setzt dabei aber die richtigen Akzente: angefangen<br />
bei der Priorisierung der Verwaltungsreform über<br />
Wohnen und Stadtentwicklung bis hin zur Betonung<br />
von Mieterschutz, Klimaschutz und städtischer<br />
Infrastruktur.“(BBU-Vorständin Maren Kern)<br />
„Die Koalitionäre haben jetzt messerscharf<br />
erkannt, dass auch die wichtigen Zukunftsziele<br />
wie Klimaschutz oder Energiewende ohne eine<br />
funktionstüchtige Exekutive verpuffen.“<br />
(dbb-Landeschef Frank Becker, https://www.dbb.<br />
berlin/fileadmin/user_upload/www_dbb_berlin/<br />
pdf/magazin/2<strong>02</strong>3/hauptstadt_magazin_5_2<strong>02</strong>3_<br />
web.pdf)<br />
IN DIESER AUSGABE...<br />
Interview mit dem<br />
Senats-Chef<br />
Seit zwei Monaten ist CDU-Chef Kai Wegner<br />
nun Regierender Bürgermeister von Berlin. Wo<br />
die Prioritäten liegen und was er zu den Klima-<br />
Klebern sagt, lesen Sie auf den Seiten 4 und 5.<br />
Die CDU im Senat<br />
Inklusive Kai Wegner stellt die CDU Berlin<br />
drei Frauen und drei Männer im neuen<br />
<strong>Berliner</strong> Senat. Wir stellen sie Ihnen in kurzen<br />
Steckbriefen vor auf den Seiten 6 und 7.<br />
CDU-Bezirksbürgermeisterin<br />
im Osten Berlins<br />
Mit Nadja Zivkovic (44) stellt zum ersten Mal<br />
die CDU den Kopf eines Bezirksamtes im<br />
Osten Berlins. Die Bezirksbürgermeisterin von<br />
Marzahn-Hellersdorf im Interview auf Seite 8.<br />
Stettner führt CDU-Fraktion<br />
Dirk Stettner (53) ist neuer Fraktionsvorsitzender<br />
der CDU im <strong>Berliner</strong> Abgeordnetenhaus. Einen<br />
Überblick über ihn und die neue Fraktion steht<br />
auf Seite 14.<br />
Das sagen die Mitglieder<br />
Selten beteiligten sich so viele Mitglieder an einer<br />
Umfrage der CDU Berlin. Wie viele der Teilnehmer<br />
die Aktionen der Klimakleber gut finden und vieles<br />
mehr erfahren Sie auf Seite 13.<br />
Berlin hat seit zwei Monaten<br />
einen neuen Regierenden<br />
Bürgermeister Kai Wegner<br />
und eine neue Regierung.<br />
Liebe Leserinnen<br />
und Leser,<br />
was lange währt, wird endlich gut; weiß der Volksmund.<br />
Das wäre dann auch meine Kapitel-Überschrift über<br />
den schwarz-roten Senat und den Koalitionsvertrag<br />
„Das Beste für Berlin“. Berlin hat nun also seit zwei<br />
Monaten einen neuen Regierenden Bürgermeister Kai<br />
Wegner und eine neue Regierung, die angesichts der<br />
verkürzten Legislatur bis 2<strong>02</strong>6 bereits kräftig an Fahrt<br />
aufgenommen hat. Und das nicht nur im übertragenen<br />
Sinne, wie etwa mit dem beschlossenen 52 Punkte-Sofortprogramm<br />
des Senats, dessen Ergebnisse bereits<br />
im Oktober vorgelegt werden sollen. Auch im ganz wörtlichen<br />
Sinne streitet vor allem unsere<br />
Verkehrssenatorin Manja Schreiner<br />
dafür, dass sich Fahrrad, Auto, Bus<br />
und Bahn sowie Fußgänger nicht<br />
gegenseitig ausbremsen, sondern<br />
sicher und zügig von A nach B – und<br />
am besten auch C vorankommen.<br />
So gilt auch für die Radverkehrsplanung künftig das<br />
Prinzip „Sinn und Verstand“ statt „Kopf durch die Wand“.<br />
Kopfschmerzen bereitet das unter lautem Wehklagen<br />
gerade den Grünen. Aus der notwendigen Überprüfung<br />
laufender Planungen wird dann schon schnell mal ein<br />
„lebensgefährlicher ideologischer Kampf gegen das<br />
Fahrrad“. Zur Beruhigung: Es findet jetzt einfach nur<br />
genau das statt, wofür die CDU gewählt wurde: Eine<br />
pragmatische Politik für mehr und sichere Radwege, die<br />
aber, anders als nach dem Willen der Grünen, Rücksicht<br />
nimmt auf die Bedarfe anderer Verkehrsteilnehmer.<br />
Auf wen grüne Politik im Bund in Sachen Heizungsgesetz<br />
Rücksicht nehmen wollte, neben der eigenen Klientel,<br />
weiß man nicht so genau. Dass es jetzt zu grundlegenden<br />
Änderungen am Gesetz kommt, ist jedenfalls nicht zuletzt<br />
ein Erfolg der Union. Aber das Regierungs-Gemurkse<br />
der Ampel geht weiter. Habecks Lieblingsprojekt wird an<br />
„Es gilt künftig das<br />
Prinzip „Sinn und<br />
Verstand statt „Kopf<br />
durch die Wand“. “<br />
dem einen Tag über den Haufen geworfen, der komplett<br />
neue Ansatz soll aber gleich am nächsten Tag im Eilverfahren<br />
durch den Bundestag gepeitscht werden. Und<br />
gänzlich unverständlich ist: Die von der Ampel selbst als<br />
Grundlage bezeichnete Kommunale Wärmeplanung soll<br />
gar erst danach beschlossen werden. Wer den zweiten<br />
Schritt vor dem ersten macht, muss aber aufpassen,<br />
dass er nicht stolpert.<br />
Holprig geht es dann auch bei den bundesweiten Umfragen<br />
zu. Die Partei, die als rechtsextremer Verdachtsfall vom<br />
Verfassungsschutz beobachtet wird,<br />
kann sich aktuell nicht nur an Umfrageergebnissen<br />
erfreuen, sondern auch<br />
an einem mit 14.992 Stimmen direkt<br />
gewählten Landrat in Thüringen. So erschreckend<br />
dies ist, ich empfehle aber<br />
auch hier, wie beim Radwege- oder<br />
Heizungsstreit, nicht die Menschen zu<br />
beschimpfen, sondern die eigene Politik pragmatisch zu<br />
gestalten und gut zu erklären.<br />
Genau damit haben wir im neuen <strong>Berliner</strong> Senat angefangen.<br />
Unterstützen Sie uns dabei, damit eines der nächsten<br />
Kapitel dieser neuen Regierung die Überschrift trägt „Da<br />
kannste nicht meckern.“<br />
Haben Sie Freude an der Lektüre dieser neuen <strong>Berliner</strong><br />
<strong>Rundschau</strong> und genießen Sie den Sommer.<br />
Mit herzlichen Grüßen<br />
Stefan Evers<br />
Generalsekretär der CDU Berlin<br />
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44 5<br />
„Wir brauchen eine vollumfängliche<br />
Verwaltungsreform“<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Rundschau</strong> (BR): Herr Wegner, nach fast<br />
einem Vierteljahrhundert regiert die CDU wieder<br />
die deutsche Hauptstadt. Was bedeutet das?<br />
Kai Wegner (KW): Dieser neue <strong>Berliner</strong> Senat hat<br />
gewaltige Aufgaben vor sich, und ich verspreche<br />
nicht, dass wir Wunder vollbringen werden, denn an<br />
Wunder glaube ich nicht. Ich glaube an harte Arbeit,<br />
und genau das ist mein Versprechen: Es werden die<br />
Ärmel hochgekrempelt, es wird angepackt, es wird<br />
gemacht! Und genau hierbei wird die Stadt spüren,<br />
dass sie eine neue Regierung hat.<br />
BR: Ihr Ziel ist es, dass „Berlin jeden Tag ein bisschen<br />
besser funktioniert“. Was ist dafür nötig?<br />
Kai Wegner (50) ist seit 2019<br />
Landesvorsitzender der CDU Berlin.<br />
Bevor er Regierender Bürgermeister<br />
wurde, war er u.a. Fraktionsvorsitzender<br />
im Abgeordnetenhaus und 16 Jahre<br />
Bundestagsabgeordneter. Der gelernte<br />
Versicherungskaufmann ist Vater von drei<br />
Kindern.<br />
muss ihn in Zukunft innerhalb von 14 Tagen bekommen.<br />
Wir werden auch mehr digitale Bürgerdienstleistungen<br />
anbieten, denn dadurch entfallen<br />
Behördengänge und Anträge können schneller bearbeitet<br />
werden.<br />
der Senat vor einer Mammutaufgabe. Wir setzen<br />
auf ein Schneller-Bauen-Gesetz, um Aufstockungen<br />
und den Dachgeschossausbau zu erleichtern<br />
und Planungsverfahren zu beschleunigen und zu<br />
vereinfachen. Hinzu kommen ein schlankes Bauordnungsrecht<br />
und schnellere Baugenehmigungen<br />
durch die Verwaltung. Wir nehmen zugleich auch<br />
noch stärker den Mieterschutz in den Blick. Wer<br />
seine Position am Wohnungsmarkt unzulässig ausnutzt,<br />
darf nicht mehr mit einem Wegsehen oder<br />
der Milde des Rechtsstaats rechnen. Am Ende geht<br />
es darum, dass wir mehr bezahlbaren Wohnraum<br />
schaffen und dass die soziale Mischung in unserer<br />
Stadt erhalten bleibt.<br />
BR: Nach dem Problem der Mietenexplosion treibt<br />
die <strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> vor allem das Thema<br />
Kriminalität um. Vor allem ältere Menschen fühlen<br />
sich oft nicht mehr sicher. Was werden Sie dagegen<br />
tun?<br />
KW: Recht und Gesetz müssen in Berlin überall gelten<br />
und durchgesetzt werden. Wir haben im Koalitionsvertrag<br />
wichtige Weichen für die Stärkung unserer<br />
Sicherheitskräfte und für eine konsequente Strafverfolgung<br />
gestellt. Dazu zählen mehr Stellen bei Polizei<br />
und Feuerwehr, aber auch eine moderne Ausrüstung<br />
unserer Blaulichtkräfte, die Tag für Tag ihre Knochen<br />
für uns hinhalten. Wir werden auch Videoschutz an<br />
kriminalitätsbelasteten Orten einführen, um die Menschen<br />
besser zu schützen<br />
und Verbrechen aufklären<br />
zu können. Dafür haben wir<br />
uns seit Jahren eingesetzt.<br />
„Ich verhandele nicht<br />
mit Radikalen “<br />
selbst entscheiden, wie sie sich in der Stadt fortbewegen<br />
möchten. Dazu gehört auch weiterhin das<br />
Auto. Den Irrsinn, den die Grünen hier in den letzten<br />
Jahren betrieben haben, beenden wir. Wir haben<br />
dafür gesorgt, dass die Friedrichstraße wieder geöffnet<br />
wird. Gemeinsam mit den Anwohnern und<br />
Gewerbetreibenden werden wir jetzt ein Konzept<br />
für die Friedrichstraße und die gesamte historische<br />
Mitte entwickeln, das einer Weltmetropole wirklich<br />
gerecht wird. Berlin ist eine Weltmetropole, nicht<br />
Bullerbü.<br />
BR: Für Stillstand im Straßenverkehr sorgte in den<br />
letzten Wochen und Monaten vor allem die sog.<br />
„Letzte Generation“ mit ihren Straßenblockaden.<br />
Wie ist Ihre Meinung dazu?<br />
KW: Die Klima-Kleber erweisen dem Klimaschutz<br />
einen Bärendienst. Ich habe den festen Willen,<br />
Berlin aus der Geiselhaft dieser<br />
Chaoten zu befreien. Es braucht<br />
schnellere Verurteilungen und die<br />
Möglichkeit eines längeren Unterbindungsgewahrsams,<br />
damit festgenommene<br />
Blockierer nicht nach<br />
kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß sind und sich<br />
an der nächsten Kreuzung festkleben. Außerdem<br />
muss schnellstmöglich geregelt werden, wer für<br />
die enormen Kosten – sei es für Straßenlöcher oder<br />
auch für die vielen Rettungs- und Polizeieinsätze–<br />
aufkommt. Bislang muss das ja der Steuerzahler.<br />
Ich fände es nur gerecht, dies den Verursachern<br />
in Rechnung zu stellen.<br />
KW: Wir brauchen eine vollumfängliche Verwaltungsreform<br />
in Berlin, weil es so, wie es ist, einfach<br />
nicht funktioniert. Es muss endlich Schluss<br />
sein mit dem Behörden-Ping-Pong. Wir brauchen<br />
endlich klare Strukturen und klare Zuständigkeiten<br />
zwischen Bezirken und Senat. Mit einem Eckpunktepapier<br />
schaffen wir noch vor der Sommerpause<br />
die Grundlage dafür.<br />
Wir wollen auch Schluss machen mit dem Terminstau.<br />
Wer einen Termin beim Bürgeramt braucht,<br />
BR: Wenn wir über die drängenden Aufgaben<br />
für diesen Senat sprechen, dann sprechen wir<br />
auch über steigende Mieten und viel zu wenige<br />
Wohnungen. Was ist hier Ihr Plan?<br />
KW: Wir alle wissen, beim Bauen und Wohnen steht<br />
BR: Sie haben sich im Wahlkampf auch für mehr<br />
„Miteinander als Gegeneinander“ im Straßenverkehr<br />
eingesetzt. Was wird sich nun mit der CDU im Roten<br />
Rathaus ändern?<br />
KW: Wir wollen deutlich mehr sichere Radwege bauen<br />
und machen zugleich Schluss mit der einseitigen<br />
Politik gegen die Autofahrer. Die Menschen sollen<br />
BR: Einzelne Städte verhandeln mit den Klima-Klebern,<br />
um die Störaktionen zu beenden. Wäre das für Sie als<br />
Regierendem Bürgermeister in Berlin auch denkbar?<br />
KW: Ich verhandele nicht mit Radikalen, die Straftaten<br />
verüben und mit erpresserischen Methoden arbeiten.<br />
Der Staat darf sich niemals erpressen lassen.<br />
BR: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg<br />
für Ihre Regierungszeit.<br />
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66 7<br />
Das ist der neue<br />
<strong>Berliner</strong> Senat<br />
Kai<br />
Wegner<br />
Dr. Felor<br />
Badenberg<br />
Joe<br />
Chialo<br />
SDie neue <strong>Berliner</strong> Landesregierung ist so divers, wie<br />
es manch linke Regierung gern wäre – oder immer<br />
behauptet“, so das eindeutige Urteil des Tagesspiegels.<br />
Sieben von zehn Senatsverwaltungen werden von<br />
Frauen geführt, drei Mitglieder des Senats haben eine<br />
Migrationsgeschichte. Beim Senatspersonal setzt die<br />
CDU auf Expertise auch von außerhalb des Parlaments.<br />
Die bisherige Vizechefin des Bundesverfassungsschutzes<br />
Dr. Felor Badenberg ist nun <strong>Berliner</strong> Justizsenatorin.<br />
Dr. Manja Schreiner, stellvertretende Vorsitzende<br />
der CDU und bisherige Hauptgeschäftsführerin der<br />
Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, leitet<br />
die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.<br />
Der Musikmanager Joe Chialo ist Berlins neuer<br />
Kultursenator. Mit Katharina Günther-Wünsch steht<br />
nach mehr als einem Vierteljahrhundert wieder eine<br />
CDU-Politikerin an der Spitze der Bildungsverwaltung.<br />
Der CDU-Generalsekretär Stefan Evers ist in Berlin<br />
der neue Herr der Finanzen und zugleich als Bürgermeister<br />
Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters<br />
Kai Wegner, der nach 22 Jahren auf Eberhard Diepgen<br />
als letztem Stadtoberhaupt mit CDU-Parteibuch, folgt.<br />
Amtstitel:<br />
Regierender Bürgermeister von Berlin<br />
Name: Kai Wegner<br />
Geburtsjahr: 1972<br />
Meine wichtigsten Themen:<br />
Verwaltungsmodernisierung<br />
Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />
Gendarmenmarkt<br />
Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />
Schlafen<br />
Stefan<br />
Evers<br />
Amtstitel:<br />
Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz<br />
Name: Dr. Felor Badenberg<br />
Geburtsjahr: 1975<br />
Meine wichtigsten Themen:<br />
Stärkung der Rechtsdurchsetzung – Bekämpfung<br />
der Organisierten Kriminalität und der<br />
Jugendkriminalität. Stärkung des Personals –<br />
Justiz als attraktiver Arbeitgeber. Stärkung des<br />
Verbraucherschutzes – bewusster Umgang mit<br />
Lebensmitteln.<br />
Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />
In der Sonne.<br />
Viel zu selten habe ich Zeit für... ein gutes Buch<br />
Katharina<br />
Günther-Wünsch<br />
Amtstitel:<br />
Senator für Kultur und Gesellschaftlichen<br />
Zusammenhalt<br />
Name: Joe Chialo<br />
Geburtsjahr: 1970<br />
Meine wichtigsten Themen:<br />
Künstlerinnen und Künstlern in Berlin zur Seite stehen.<br />
Kultur und Kreativwirtschaft zusammenbringen.<br />
Gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.<br />
Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />
Den einen gibt es nicht. Berlin ist ein wunderbarer Ort<br />
mit allen seinen Facetten.<br />
Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />
Nachmittage mit meiner Tochter auf dem Spielplatz<br />
Dr. Manja<br />
Schreiner<br />
Der Koalitionspartner SPD komplettiert die Senatsmannschaft:<br />
Neue Wirtschaftssenatorin ist die frühere<br />
Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey;<br />
zugleich ebenfalls als Bürgermeisterin Vertreterin von<br />
Kai Wegner. Außerdem übernahm Christian Gaebler<br />
die Leitung der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen<br />
und Stadtentwicklung. Das Ressort für Integration,<br />
Arbeit, Soziales, Vielfalt und Antidiskriminierung wird<br />
von Cansel Kiziltepe geleitet. Senatorin für Wissenschaft,<br />
Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist Ina<br />
Czyborra. Iris Spranger führt weiterhin die Innen- und<br />
Sportverwaltung.<br />
Amtstitel:<br />
Bürgermeister von Berlin und Senator für<br />
Finanzen<br />
Name: Stefan Evers<br />
Geburtsjahr: 1979<br />
Meine wichtigsten Themen:<br />
- Modernisierung der Verwaltung<br />
- Solide Finanzen<br />
- Personalentwicklung für Berlin<br />
Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />
Spree und Havel<br />
Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />
Spree und Havel<br />
Amtstitel:<br />
Senatorin für Bildung, Jugend und Familie<br />
Name: Katharina Günther-Wünsch<br />
Geburtsjahr: 1983<br />
Meine wichtigsten Themen:<br />
Lehrkräftegewinnung, Bildungsgerechtigkeit,<br />
Schulbau und Digitalisierung<br />
Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />
Kaulsdorfer Seen<br />
Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />
ein gutes Buch<br />
Amtstitel:<br />
Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und<br />
Umwelt<br />
Name: Dr. Manja Schreiner<br />
Geburtsjahr: 1978<br />
Meine wichtigsten Themen:<br />
- Klimaneutralität für Berlin vor 2040<br />
- Starker ÖPNV und eine gute Ladeinfrastruktur<br />
- Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer<br />
- leistungsfähige Infrastrukturen<br />
Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />
zum Krafttanken Spaziergänge auf dem Jüdischen<br />
Friedhof in Weißensee<br />
Viel zu selten habe ich Zeit für... ein gutes Buch<br />
BERLINER RUNDSCHAU2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3
88 9<br />
*** KURZ *** KNAPP *** INFORMATIV ***<br />
Neue Rathaus-Chefin Zivkovic:<br />
„Ich bin sehr stolz und dankbar“<br />
Bei der Wiederholungswahl im Februar erreichte die<br />
CDU in Marzahn-Hellersdorf ein Rekord-Ergebnis von<br />
31,4 Prozent. In Berlin das fünftbeste BVV-Ergebnis einer<br />
Partei und seit Mitte Mai heißt damit die erste Bürgermeisterin<br />
der CDU in einem „Ost-Bezirk“ Nadja Zivkovic.<br />
<strong>Berliner</strong> <strong>Rundschau</strong> (BR): Frau Zivkovic, wenn Sie sich an<br />
den 12. Februar 2<strong>02</strong>3 zurückerinnern, woran denken Sie?<br />
Nadja Zivkovic (NZ): „An die ereignisreichen, tatkräftigen<br />
und sehr intensiven 6 Wochen hinter meinen<br />
Kandidatinnenkollegen und mir. Unser Ergebnis spiegelt<br />
genau die Stimmung der Stadt wider. Und es hat sich so<br />
richtig angefühlt. Ich bin sehr stolz und dankbar, für all<br />
das Vertrauen.“<br />
(BR): Sie sind jetzt seit über 50 Tagen Bezirksbürgermeisterin<br />
von Marzahn-Hellersdorf, die magische Grenze<br />
liegt meistens in den ersten 100 Tagen. Was wäre Ihr<br />
Resümee?<br />
(NZ): „Dass wir begonnen haben, die Aufgaben klar zu<br />
definieren: Die Ansiedlung von Industrie, Unternehmen<br />
und Wirtschaft. Ein interessensausgeglichener,<br />
sozialraumorientierter Wohnungsneubau – vor allem<br />
mit Blick auf die Schaffung neuer Schul- und Kitaplätze.<br />
Die Förderung der medizinischen Nahversorgung und<br />
allem voran – und da spielen wir als Randbezirk finde ich<br />
eine ganz besondere Rolle – die sinnhafte, bürgernahe<br />
Planung von verkehrspolitischer Infrastruktur.<br />
(BR): Verkehrspolitik ist ja berlinweit von sehr großem<br />
Interesse …<br />
(NZ):… zu Recht. Z. B. mit der TVO ein verkehrsbauliches<br />
Großprojekt, welches nicht nur zur Entlastung unserer<br />
Ortsteile, sondern auch der Nachbarbezirke und vor<br />
allem der unmittelbareren Anbindung des BER dient.<br />
Eine kreuzungsfreie Stadtschnellstraße entlastet den<br />
Durchgangsverkehr, den <strong>Berliner</strong> Ring im Norden sowie<br />
die A113 im Süden. Ich bin froh, dass die zuständige<br />
Senatsverwaltung bereits Anfang des Jahres mitgeteilt hat,<br />
dass die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zur<br />
Tangentialen Verbindung Ost (TVO) mit großer Sicherheit<br />
im dritten Quartal 2<strong>02</strong>3 erfolgen soll.<br />
(BR): Abschließend: Was ist neu mit Nadja Zivkovic im<br />
Rathaus Hellersdorf?<br />
(NZ): Ganz wesentlich: unser Bürohund. Und die<br />
Kommunikation, unsere Türen sind immer offen, jeder hält<br />
mal einen Plausch, vieles lässt sich so jenseits offizieller<br />
Meetings klären. Anliegen kommen unmittelbar zu mir und<br />
Vieles erledige ich auf den Fahrten zwischen Terminen<br />
mit einem Anruf oder morgens vor dem ersten Termin,<br />
wenn ich mir Bestimmtes vor Ort direkt kurz ansehe.<br />
Politik ist unmittelbar, bürgernah, verbindlich. Wir haben<br />
die Möglichkeit zu beweisen: Politik kann und wird viel<br />
bewegen!<br />
Neuer Kurs beim Radwegausbau<br />
Jahrelang tobte in Berlin ein Kulturkampf<br />
gegen das Auto. Erklärtes<br />
Ziel des alten rot-grün-roten Senats<br />
war es, den öffentlichen Straßenraum<br />
vor allem zugunsten von Radfahrern<br />
umzuverteilen. Fast die Hälfte<br />
aller <strong>Berliner</strong> Straßen, insgesamt<br />
2.350 Kilometer, sollten mit 2 bis 4<br />
Meter breiten Radwegen umgebaut<br />
werden – zulasten aller anderen Verkehrsteilnehmer.<br />
Die CDU war im Wahlkampf für<br />
eine ausgewogene Verkehrspolitik<br />
angetreten – und setzt nun genau<br />
das um. So kündigte Verkehrssenatorin<br />
Dr. Manja Schreiner an, alle<br />
Radwegprojekte des rot-grün-roten<br />
Vorgängersenats auf Halt zu stellen<br />
und zu überprüfen. Danach sollen<br />
Radwege nur da ausgebaut werden,<br />
wo sie sinnvoll sind und andere Verkehrsteilnehmer<br />
nicht erheblich beeinträchtigt<br />
werden. „Wir orientieren<br />
uns am Bedarf aller Verkehrsteilnehmerinnen<br />
und Verkehrsteilnehmer. So<br />
müssen große Straßen in der Stadt<br />
für den Pendler-, Wirtschafts- und<br />
Lieferverkehr leistungsfähig bleiben“,<br />
stellt Verkehrssenatorin Schreiner<br />
klar. Ziel der CDU seien mehr, aber<br />
vor allem funktionierende und sichere<br />
Radwege. Oder kurz gesagt: Ja zu<br />
mehr sicheren Radwegen, aber nicht<br />
zu Lasten von Gehsteigen, Busspuren<br />
oder Parkplätzen.<br />
Dieser Kurswechsel in der Verkehrspolitik<br />
kommt jedoch nicht<br />
überraschend. Nicht nur der Regierende<br />
Bürgermeister Kai Wegner<br />
hatte bereits im Wahlkampf klargestellt,<br />
dass er keine Politik gegen<br />
das Auto machen werde und sich<br />
für ein besseres Miteinander aller<br />
Verkehrsteilnehmer einsetze. Auch im<br />
Koalitionsvertrag von CDU und SPD<br />
heißt es, dass Radverkehrsprojekte<br />
„priorisiert“ und Mindestbreiten von<br />
Radwegen überprüft werden sollen.<br />
BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3<br />
CDU wirkt<br />
Keine Schonfrist für den schwarz-roten<br />
Senat. Auf der ersten Klausurtagung<br />
wurden 52 konkrete Maßnahmen<br />
für die nächsten Monate in einem Sofortprogramm<br />
beschlossen. Jetzt schon<br />
sichtbar: die Friedrichstraße wurde<br />
wieder für den Autoverkehr geöffnet<br />
und erst einmal sind alle Radwegprojekte<br />
von Rot-Grün-Rot auf Halt gesetzt.<br />
Jetzt wird vernünftig da ausgebaut, wo<br />
es Sinn macht. Schon ab 2<strong>02</strong>4 soll es<br />
in Berlin ein 11. Pflichtschuljahr für<br />
alle Jugendlichen geben, die nach der<br />
10. Klasse keine reguläre Berufsausbildung<br />
beginnen.<br />
Zum<br />
Sofortprogramm:<br />
FLOP<br />
Heizungsgesetz<br />
ohne Grundlage<br />
Diesmal war es kein Schreianfall wie<br />
kurz vor dem Aus der Gasumlage.<br />
Diesmal war es nur pampig wie Wirtschaftsminister<br />
Habeck bei der Fragestunde<br />
im Bundestag Jan-Marco Luczak<br />
antwortete. Die Frage: Wie kann man<br />
erklären, dass zwar ganz offiziell nach<br />
dem Willen des Ministers das Gesetz<br />
zur kommunalen Wärmeplanung Grundlage<br />
für das sog. Heizungsgesetz sein<br />
soll, diese Grundlage aber erst danach<br />
beschlossen wird. Das Parlament also<br />
gar nicht wisse, was es zuvor zu beschließen<br />
habe. Habecks Nicht-Antwort:<br />
„Es wird parallelisiert und synchronisiert,<br />
vielen Dank.“ Beunruhigend, dass<br />
diese Regierung, sich nicht nur nicht,<br />
um die Bedenken der Bürger, sondern<br />
auch nicht um die der Abgeordneten<br />
kümmert.
10 10 11<br />
CDU pur<br />
Bildung<br />
• Abschaffung des MSA an Gymnasien<br />
• Wiedereinführung einer Vorschule<br />
als „Kita-Chancenjahr“<br />
• Ausbau von Gymnasien<br />
• Einführung eines<br />
neuen Wahlpflichtfachs<br />
„Weltanschauungen/ Religion“<br />
• Einführung einer <strong>Berliner</strong><br />
Ausbildungsgarantie<br />
Das Beste für Berlin<br />
Innere Sicherheit<br />
• Mehr Bodycams und Taser für die<br />
Polizei<br />
• hunderte neue Stellen bei Polizei und<br />
Feuerwehr<br />
25 Tage und auch so manche Nacht haben CDU und<br />
SPD in Berlin verhandelt. Es wurde miteinander<br />
gerungen, beide Seiten mussten auch mal schmerzhafte<br />
Kompromisse machen. Am Ende stand das<br />
Ergebnis: „Das Beste für Berlin“ - so lautet der Titel<br />
des gemeinsamen Koalitionsvertrags, der zugleich<br />
Ausdruck der Leitlinie des neuen <strong>Berliner</strong> Senats ist.<br />
„Was uns vom ersten Tag geleitet hat, waren Lösungen<br />
für die Stadt“, beschreibt der nunmehr Regierende<br />
Bürgermeister von Berlin und CDU-Landesvorsitzende<br />
Kai Wegner die Verhandlungen der<br />
beiden Parteien. „Es war uns wichtig, einen Koalitionsvertrag<br />
für alle <strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> zu<br />
schreiben“, so Wegner weiter. Die Verhandlungstage<br />
seien intensiv gewesen, aber „immer fair, auf Augenhöhe<br />
und lösungsorientiert“.<br />
Über 1.000 Maßnahmen haben CDU und SPD auf<br />
den 135 Seiten der Koalitionsvereinbarung verabredet.<br />
Herzstück des Koalitionsvertrags ist eine umfassende<br />
Verwaltungsreform. Im Fokus dabei: klare<br />
Strukturen und Verantwortlichkeiten für den Senat<br />
und für die Bezirke, um Bürokratie abzubauen und<br />
Entscheidungsprozesse zu verkürzen. Außerdem ist<br />
die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung<br />
in Berlin nun Chefsache und wird zentral aus<br />
dem Roten Rathaus gesteuert. Das Vertragswerk<br />
sieht auch zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der<br />
Inneren Sicherheit vor. Nicht nur mit mehr Polizisten,<br />
Feuerwehrkräften und der Rettungsdienstreform,<br />
die die CDU bereits seit langem gefordert hat. „Sondern<br />
vor allem mit neuem Vertrauen, moderner<br />
Ausrüstung und besseren rechtlichen Möglichkeiten,<br />
für die wir seit Jahren geworben haben“, erklärt<br />
Generalsekretär Stefan Evers, der gemeinsam mit<br />
Partei-Chef Kai Wegner Verhandlungsführer für die<br />
CDU war. Zu weiteren Schwerpunkten der schwarzroten<br />
Koalition gehören mehr Wohnungsbau, ein<br />
milliardenschweres Klimaschutzprogramm sowie<br />
eine neue Mobilitätspolitik, die auf Angebote statt<br />
Verbote setzt.<br />
Nachdem sich die SPD im Rahmen eines Mitgliedervotums<br />
mehrheitlich für den Koalitionsvertrag<br />
ausgesprochen hat, trafen sich die Christdemokraten<br />
zu einem außerordentlichen Landesparteitag auf<br />
dem EUREF-Campus, um über den Koalitionsvertrag<br />
abzustimmen. Hier, an diesem Zukunftsort mitten in<br />
Berlin, hatten bereits die Sondierungsgespräche<br />
stattgefunden und die erfolgreichen Koalitionsverhandlungen<br />
mit den Sozialdemokraten begonnen.<br />
Es sei sein Anspruch, das Vertrauen der <strong>Berliner</strong>innen<br />
und <strong>Berliner</strong> in die Politik zurückzugewinnen,<br />
erklärte der Landesvorsitzende Kai Wegner in<br />
seiner Rede vor den 275 Delegierten. Damit Berlin<br />
„jeden Tag ein bisschen besser funktioniert“, müsse<br />
zuerst bei der Verwaltung angepackt werden. „Service-Lust,<br />
kein Behörden-Frust“, gab der CDU-Landeschef<br />
als Motto aus. Beim Thema Verkehr solle es<br />
einen Kurswechsel geben: „Jeder soll sich so durch<br />
Berlin bewegen können, wie er es möchte“, so Wegner.<br />
Die CDU mache Klimaschutz mit und nicht gegen die<br />
<strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong>. Nach der Vorstellung der<br />
zukünftigen Senatsmitglieder der CDU (siehe Seite 6<br />
und 7) stimmten die Delegierten schließlich über den<br />
Koalitionsvertrag ab. Und das Votum war eindeutig:<br />
Keine Gegenstimme, keine Enthaltung – 100 Prozent<br />
Zustimmung! Stehende Ovationen für Parteichef Kai<br />
Wegner und sein Team. Damit war der Weg frei für<br />
einen schwarz-roten <strong>Berliner</strong> Senat und den ersten<br />
christdemokratischen Regierenden Bürgermeister in<br />
Berlin seit 22 Jahren.<br />
„Wir wollen, dass alle <strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong><br />
spüren: Ja, wir haben den Neuanfang gewählt. Und<br />
mit dieser Koalition hat sich etwas zum Besseren verändert“,<br />
so Wegner. „In dreieinhalb Jahren wollen wir<br />
gemeinsam feststellen können: Wir haben das Leben<br />
in unserer Stadt besser gemacht.“<br />
• Videoüberwachung und<br />
Messerverbotszonen an<br />
kriminalitätsbelasteten Orten<br />
Mobilität<br />
• Errichtung von 10.000 zusätzlichen<br />
P&R-Stellplätzen<br />
• Novellierung des Mobilitätsgesetzes<br />
• Wiedereröffnung der Friedrichstraße<br />
für Autos und Entwicklung eines<br />
Gesamtkonzeptes unter Beteiligung<br />
der Öffentlichkeit<br />
Klimaschutz<br />
• Sofortprogramm für 10.000<br />
klimaresiliente Straßenbäume<br />
Stadtentwicklung<br />
• Benennung eines Platzes oder einer<br />
Straße nach Helmut Kohl<br />
BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3
12 13<br />
Heizungsgesetz:<br />
Vertrauen verheizt<br />
Das Chaos beim Heizungsgesetz ist beispielslos:<br />
Über Monate stritten SPD,<br />
Grüne und FDP über das sog. Gebäudeenergiegesetz.<br />
Danach sollte ab 2<strong>02</strong>4 jede<br />
neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent<br />
aus Erneuerbaren Energien betrieben<br />
werden. Das gleicht einem Verbot neuer<br />
Gasheizungen. Viele Menschen fühlen sich<br />
überfordert oder haben Angst, die Kosten<br />
von oft mehreren zehntausend Euro für<br />
einen Heizungstausch nicht stemmen zu<br />
können. Diesen Menschen gab die CDU<br />
mit ihrer Kampagne „Fair heizen statt<br />
verheizen“ eine Stimme. Und der Protest<br />
zeigt Wirkung: Die Ampelkoalition änderte<br />
ihre Pläne. So sollen längere Übergangsfristen<br />
gelten und der Heizungstausch an<br />
die kommunale Wärmeplanung gekoppelt<br />
werden. Und auf einmal soll alles ganz<br />
schnell gehen. Der Wunsch der Bundesregierung:<br />
Das Gesetz soll noch vor der<br />
Sommerpause im Parlament verabschiedet<br />
werden und ab 1. Januar 2<strong>02</strong>4 gelten.<br />
Anders als normalerweise liegt den Abgeordneten<br />
und Sachverständigen jedoch<br />
gar kein Gesetzentwurf vor, sondern nur<br />
ein zweiseitiges Leitplankenpapier – das<br />
viele Fragen offenlässt. Auch würde damit<br />
der zweite Schritt vor dem ersten<br />
gemacht, denn die kommunale Wärmeplanung<br />
soll der zentrale Bezugspunkt<br />
für verpflichtende Maßnahmen nach dem<br />
Heizungsgesetz sein. Die Wärmplanung<br />
jedoch soll erst im Herbst beschlossen<br />
werden. „Die Abgeordneten sollen also<br />
quasi einen Blankoscheck ausstellen“,<br />
Von Grund auf ein neues<br />
Grundsatzprogramm<br />
Anfang des letzten Jahres hat<br />
sich die CDU Deutschlands auf<br />
den Weg gemacht, um ein neues<br />
Grundsatzprogramm zu erarbeiten,<br />
dem vierten in der Geschichte<br />
der Partei. Ziel ist es, grundsätzliche<br />
Positionen der Partei zu erarbeiten,<br />
abseits der Tagespolitik und genereller<br />
als in einem Wahlprogramm.<br />
Zehn Fachkommissionen sammeln<br />
derzeit bereits Ideen für Wirtschaft,<br />
Klimaschutz, Migration oder Soziales.<br />
Ein wichtiger Zwischenschritt<br />
in dem Programmprozess war der<br />
Grundsatzkonvent Mitte Juni in<br />
Berlin-Moabit. Mit 500 Gästen hat<br />
die Partei dort über die bisherigen<br />
Zwischenergebnisse diskutiert. Aus<br />
Sozial- und Jugendverbänden, Gewerkschaften<br />
und Industrie gab es<br />
zahlreiche Debattenbeiträge. Zudem<br />
hatten die Parteimitglieder Einladungen<br />
erhalten, um mit den Mitgliedern<br />
der eingesetzten Fachkommissionen<br />
und Akteuren der Zivilgesellschaft<br />
über den aktuellen Stand des Grundsatzprogramms<br />
und konkrete Positionen<br />
der Fachkommissionen zu<br />
diskutieren. Auf dem Konvent kam<br />
es zu interessanten Diskussionen,<br />
welche die Bandbreit der CDU als<br />
Volkspartei widerspiegelten. So<br />
warb die Hauptgeschäftsführerin<br />
des Bundes der Deutschen Industrie<br />
(BDI), Tanja Gönner, für einen<br />
„positiven Kapitalismus“ wie ihn<br />
die soziale Marktwirtschaft möglich<br />
macht und warnte vor einer<br />
paternalistischen Haltung des<br />
Staates den Unternehmen gegenüber.<br />
Michael Vassiliadis, Chef der<br />
Bergbau- Chemie und Energiewirtschaft,<br />
forderte, dass Deutschland<br />
seine vorhandenen Stärken stärken<br />
müsse und nicht alles neu machen<br />
müsse. Die Präsidentin der Caritas<br />
International, Eva Maria Welskop-<br />
Deffaa, hingegen lehnte Ludwig Erhards<br />
Motto „Wohlstand für alle“ ab<br />
und schlug alternativ für die Zukunft<br />
das Motto „Wohlergehen für alle“<br />
vor. CDU-Chef Friedrich Merz verfolgte<br />
die Debatten aufmerksam und<br />
merkte an: „Dass wir mal wieder<br />
Zeit haben, losgelöst von tagesaktuellen<br />
Ereignissen zu diskutieren,<br />
was #grundsätzlichCDU ist. Das ist<br />
alleine ein Gewinn und ungemein<br />
spannend.“ CDU-Vize Carsten Linnemann<br />
schloss sich dem an und<br />
versprach, dass die Parteimitglieder<br />
zukünftig im Schlaf die wichtigsten<br />
Programmpunkte der CDU würden<br />
aufzählen können. Mit den neuen<br />
Anregungen vom Konvent sammeln<br />
die Fachkommissionen nun weitere<br />
Ideen und erarbeiten Vorschläge,<br />
über die die Kreis- und Stadtverbände<br />
in den kommenden Monaten<br />
beraten werden. Das fertige<br />
Grundsatzprogramm wird dann auf<br />
einem Parteitag im nächsten Jahr<br />
beschlossen werden (siehe Grafik<br />
unten).<br />
Das sagen die Mitglieder der CDU Berlin!<br />
1<br />
.098 Mitglieder haben sich bis zur Schließung<br />
an unserer aktuellen Umfrage beteiligt. Hier die<br />
Ergebnisse. Knapp die Hälfte aller, die abgestimmt<br />
haben, macht Urlaub im Ausland; 11 % davon außerhalb<br />
Europas. Balkonien ist für 12 % der Erholungsort<br />
und Besuche bei Freunden oder Bekannten sind ein<br />
Ziel für 6,6 %, weitere 27,2 % verreisen innerhalb<br />
Deutschlands.<br />
Wir hoffen, dass sie alle dort Erholung von der<br />
Ampelregierung finden, der die Teilnehmer insgesamt<br />
zwar noch knapp die Schul-Note 4 (3,96) geben<br />
würden, bei der die Grünen (5,04), die SPD (4,61)<br />
und Olaf Scholz selbst (4,57) allerdings durchfielen,<br />
allein die FDP bekommt von den Umfrageteilnehmern<br />
noch ein Ausreichend (3,91).<br />
Die Antworten zur aktuellen Heizungsdebatte sind<br />
durchaus differenziert ausgefallen. Allerdings fragten<br />
wir die CDU-Mitglieder noch vor dem angedeuteten<br />
Umdenken der Ampel. Der Aussage, dass “klimaschädliche<br />
Heizungen in absehbarer Zeit“ verboten<br />
werden sollten, stimmten immerhin 12,6 % „voll und<br />
Mitgliederumfrage<br />
Juni 2<strong>02</strong>3<br />
Mitgliederumfrage<br />
ganz“, weitere 31,6 % stimmten mit „eher“; nur<br />
14,5 % sagten dagegen „eher nicht“ und „stimme<br />
gar nicht zu“ nur weitere 6,8 %. Noch eindeutiger<br />
war die Einschätzung von insgesamt 80,3 %, die<br />
beim Streit um klimaschonende Heizungen bei den<br />
Ampelparteien mehr die Profilierung als die Problemlösung<br />
im Vordergrund sahen.<br />
Deutlich auch die Antworten zu den „Klima-Klebern“.<br />
Nur 1,7 % finden deren Aktionen „im Großen<br />
und Ganzen angemessen“. Gar kein Verständnis<br />
haben 34 % und die Mehrheit von 63,3 % sagen,<br />
Klimaschutz sei richtig, aber „radikale Aktionen“<br />
schaden ihm.<br />
Mitgliederumfrage<br />
Juni 2<strong>02</strong>3<br />
97,3% kein Verständnis<br />
Radikale Aktionen<br />
der Klimakleber<br />
1,7% im Großen und Ganzen<br />
angemessen<br />
kritisiert der baupolitische Sprecher<br />
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr.<br />
Jan-Marco Luczak. „Das hat mit seriöser<br />
parlamentarischer Arbeit nichts mehr<br />
zu tun.“<br />
47,1%<br />
besorgt<br />
32,5%<br />
eher besorgt<br />
14,5%<br />
eher nicht<br />
6,8%<br />
gar nicht<br />
ganz“ sowie weitere 32,5 % „eher“ zu. Der Aussage<br />
widersprachen allerdings 27,2 % mit „gar<br />
nicht“ und 27,8 % mit „eher nicht“. Ziemlich eindeutig<br />
waren indessen die Sorgen vor finanzieller<br />
Überforderung beim kommenden Heizungsgesetz.<br />
Fast die Hälfte (47,1 %) teilte die Sorge „voll und<br />
Zum Beginn der Arbeit des Regierenden Bürgermeisters<br />
Kai Wegner und seines Senats fragten wir<br />
nach den Themen, die „in den nächsten drei Jahren<br />
in der Großen Koalition in Berlin im Mittelpunkt der<br />
Regierungsarbeit stehen“ sollten. Es konnten bis zu<br />
drei Felder gewählt werden. Am wichtigsten war<br />
Ihnen die „Stärkung der Inneren Sicherheit“ (57 %),<br />
gefolgt von „Modernisierung und Digitalisierung der<br />
Öffentlichen Verwaltung“ (45,3 %) und Bekämpfung<br />
der Wohnungsnot (43,3 %) sowie der „Bildungs- und<br />
Schulpolitik“ (38,1 %). Mit etwas Abstand folgten<br />
dann die Themen „Zuwanderung und Integration“<br />
(26,5 %) sowie „Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur“<br />
(22,0 %).<br />
BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3
14 14 15<br />
Wie wird Europa unabhängiger<br />
bei Rohstoffen?<br />
Um die Basis für unsere Industriepolitik zu verbessern<br />
und unabhängiger von einzelnen Lieferanten<br />
zu werden, wird derzeit auf europäischer Ebene<br />
ein Rohstoff-Gesetz erarbeitet, welches konkrete<br />
Maßnahmen für eine Reihe dieser Rohstoffe und<br />
Metalle vorsieht.<br />
CDU-Fraktion ist Motor<br />
der Regierungsarbeit<br />
Auf dieses neue starke Team können sich die <strong>Berliner</strong>innen<br />
und <strong>Berliner</strong> verlassen: Bei der Wiederholungswahl<br />
machten sie ihre CDU-Fraktion größer,<br />
bunter und weiblicher. Mit 28,2 Prozent der Stimmen<br />
und 52 Abgeordneten, darunter 13 Frauen, ist die<br />
Union jetzt die mit Abstand stärkste Kraft der Stadt.<br />
Ein klarer Wählerauftrag, der zu einem respekt- und<br />
verantwortungsvollen Handeln verpflichtet.<br />
Die Botschaft der Wählerinnen und Wähler ist<br />
unmissverständlich: Macht es besser, kümmert<br />
euch um unsere Alltagssorgen. Und vor allem: lasst<br />
niemanden zurück, wie das in den letzten sechs<br />
Jahren leider viel zu oft geschehen ist. Nehmt die<br />
ganze Stadt in den Fokus. Daraus entwickelte sich<br />
das klare Versprechen für die nächsten dreieinhalb<br />
Jahre im Koalitionsvertrag: Wir wollen „Das Beste<br />
für Berlin.“<br />
Ein wichtiger Schlüssel dahin ist Geschlossenheit.<br />
Die demonstrierten die CDU-Parlamentarier<br />
schon bei der Wahl ihres Vorstands eindrucksvoll:<br />
So erhielt Dirk Stettner als Vorsitzender 92 Prozent<br />
der Stimmen. Ein respektvolles Ergebnis, auf das<br />
manche politische Mitbewerber voller Neid blicken.<br />
Stettner, verheiratet, drei Kinder, ist Unternehmer,<br />
2011 erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Wie<br />
seine Kollegen spricht er mit den Menschen, kennt<br />
ihre Sorgen und Nöte. Er weiß, was in den letzten<br />
sechs Jahren in unserer Stadt alles vernachlässigt<br />
wurde, wo es endlich besser laufen muss.<br />
Stettner sieht die CDU-Fraktion als Motor der<br />
Regierungsarbeit. Sein Motto „pragmatisch statt<br />
dogmatisch“ hebt sich wohltuend ab von der Politik<br />
der Bevormundung und der Ausgrenzung vieler<br />
<strong>Berliner</strong> in den letzten Jahren. Ihm und der CDU-<br />
Fraktion geht es darum, die Menschen in Entscheidungen<br />
mehr einzubinden, sie zu überzeugen. Das<br />
geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem neuen<br />
CDU-geführten Senat unter dem Regierenden Bürgermeister<br />
Kai Wegner.<br />
Die Zeit drängt, denn bis zu den nächsten Wahlen<br />
sind es nur rund dreieinhalb Jahre. Daher gibt<br />
es zum Start anstelle eines 100-Tage- diesmal ein<br />
Sofortprogramm mit klaren Prioritäten, die jetzt<br />
schnell umgesetzt werden. Eine Vielzahl von Antragsinitiativen<br />
für den „Aufbruch Berlin“ steht vor<br />
ihrer Finalisierung. Denn eines ist doch klar: Die<br />
<strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> wollen nicht warten, sie<br />
wollen Ergebnisse. Wir auch.<br />
Nicht jedes Problem wird sich über Nacht lösen<br />
lassen. Der Kassensturz verdeutlichte, dass es für<br />
Extrawünsche kaum noch Spielräume gibt. Wir haben<br />
uns entschlossen, dennoch das Beste für die<br />
<strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> herauszuholen. Vor uns<br />
steht ein arbeitsreicher und schwerer Weg, Das<br />
wird nicht einfach werden. Aber dann könnte das<br />
auch jeder.<br />
Erinnern Sie sich an das Containerschiff „Ever<br />
Given“, das im Suezkanal feststeckte? Mehr als<br />
zwei Jahre ist das schon her. Doch wie die Corona-Pandemie<br />
und nun der Krieg in der Ukraine hat<br />
uns die Blockade einer der weltweit wichtigsten<br />
Handelswege gezeigt, wie abhängig die europäische<br />
Wirtschaft von funktionierenden Lieferketten ist.<br />
Die Auswirkungen dieser externen Schocks sind<br />
bis heute spürbar: Autos haben lange Lieferzeiten,<br />
Unternehmen müssen bei vielen Produkten auf Engpässe<br />
bei Material und Lieferanten reagieren, kluge<br />
Firmen haben in den letzten zwei Jahren einiges<br />
Geld in Vorratshaltung investiert.<br />
All diese Schwierigkeiten treffen auf neue, auf<br />
europäischer und nationaler Ebene festgelegte Ziele:<br />
mehr Klimaschutz, mehr Digitalisierung, eine stärkere<br />
geopolitische Diversifizierung und bessere<br />
Verteidigung. Doch dafür werden mehr Rohstoffe<br />
benötigt, kritische Rohstoffe, die auf europäischem<br />
Boden teils selten vorkommen bzw. lange nicht gefördert<br />
wurden. Seltene Erden beispielsweise werden<br />
zu fast 100% aus China importiert. Lithium,<br />
der Rohstoff für Batterien, musste 2<strong>02</strong>2 dreimal<br />
so teuer eingekauft werden wie 2<strong>02</strong>1. Magnesium<br />
stammt zu über 90% aus China, Kobalt zu fast 70%<br />
aus der Demokratischen Republik Kongo.<br />
IMPRESSUM CDU-Landesverband Berlin, Steifensandstraße 8,<br />
14057 Berlin, Tel.: 030 - 32 69 04 -0, cduberlin@cdu.berlin;<br />
REDAKTIONSLEITUNG: Stefan Evers; CHEFREDAKTEUR: Dirk Reitze;<br />
REDAKTION: Janine Remme, Oliver Cywinski;<br />
SATZ/BILD: André Laurman-Urbanski; Druckerei: Vetters<br />
BILDNACHWEIS von oben links nach unten rechts: Seite 1: Tobias<br />
Koch; Seite 3: Büro Stefan Evers; Seite 4 und 5: Kai Wegner; Seite 6<br />
und 7: iStock@sborisov, Yves Sucksdorff, Anne Hufnagl, 3x Hans-<br />
Christian Plambeck‚ Dirk Hasskarl, Tobias Koch; Seite 8: Benjamin<br />
Raschke, Büro Nadja Zivkovic, Dirk Reitze; Seite 9: Seite 10: Tobias<br />
Hildegard Bentele, <strong>Berliner</strong> Europaabgeordnete<br />
und Berichterstatterin der EVP-Fraktion: „Die<br />
Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wird in den<br />
nächsten Jahren massiv zunehmen. Nickel, Kobalt,<br />
Lithium sind schon jetzt knapp und teuer, aber bspw.<br />
für Solarzellen und Batterien unverzichtbar. Daher<br />
müssen wir in der EU gemeinsam Maßnahmen ergreifen,<br />
um die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe für<br />
unsere Wirtschaft und für strategische Zukunftstechnologien<br />
zu sichern.“<br />
Laut Bentele strebt die EU bis 2030 folgendes an:<br />
• • 10% 10% der Rohstoffe sollen sollen in in Europa Europa abgebaut abgebaut<br />
werden.<br />
werden.<br />
• • 40% 40% der der Weiterverarbeitung Weiterverarbeitung der der Rohstoffe Rohstoffe<br />
soll in Europa soll in Europa stattfinden. stattfinden.<br />
• • Zukünftig müssen müssen Unternehmen Unternehmen dafür dafür Sorge Sorge<br />
tragen, tragen, dass sie dass ihre sie Rohstofflieferketten ihre Rohstofflieferketten diversifizierenversifizieren,<br />
max. 65 % soll max. dann 65 % nur soll noch dann aus nur noch einem<br />
di-<br />
Land kommen aus einem dürfen. Land kommen dürfen.<br />
• • 15% 15% soll soll durch durch Recycling Recycling wiederverwendet<br />
wiederverwendet<br />
werden. werden.<br />
„Besonders wichtig sind aus meiner Sicht die vorgesehene<br />
Beschleunigung von Genehmigungsverfahren<br />
und die Umsetzung strategischer Projekte,“ so<br />
Bentele, „außerdem fordere ich die EU-Kommission<br />
auf, eine Rohstoffaußenpolitik mit verlässlichen<br />
Partnern wie Kanada, Chile, Australien oder Norwegen<br />
aufzubauen.“<br />
Derzeit verhandelt Hildegard Bentele im Europäischen<br />
Parlament mit den Berichterstattern der<br />
anderen Fraktionen, die Abstimmung im Plenum ist<br />
für Oktober geplant.<br />
Koch; Seite 11: Patrick Liesner; Seite 12: Büro Dr. Luczak, Tobias<br />
Koch; Seite 13: Pixabay@Mariakray, Stefan Müller, Thomas Breher;<br />
Seite 14: Büro Dirk Stettner; Seite 15: Felix Schoenebck; Seite<br />
16: ALU, David Marschalsky & Dirk Pagels, Wikipedia@Fridolin_<br />
Freudenfett, Lange Nacht der Museen@Katinka Schütt Pixabay@<br />
Rydah<br />
Für nicht angeforderte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.<br />
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die<br />
Meinung der Redaktion wieder. Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag<br />
enthalten. Erscheinungsweise: erscheint einmal im Quartal.<br />
BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3
16<br />
Urlaub auf Balkonen<br />
kann sich lohnen –<br />
zumindest in Berlin<br />
<strong>Berliner</strong> wollen diesen Sommer verreisen, schreiben<br />
die Zeitungen. Manche von ihnen, werden in ihrer<br />
Heimatstadt allerdings etwas verpassen, denn Berlin hat<br />
gerade im Sommer viele hochkarätige Events zu bieten.<br />
So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele der über<br />
10 Millionen Berlinbesucher gerade im Sommer einen<br />
Abstecher in die Kulturhauptstadt Deutschlands unternehmen.<br />
Die Zahl der Veranstaltungen ist so zahlreich,<br />
dass die größte Herausforderung beim Abfassen dieses<br />
Artikels die Auswahl darstellte. Letztlich haben wir uns<br />
für eine bunte Mischung aus Tanz, Politik, Kultur und<br />
Natur entschieden.<br />
CDU Landesverband Berlin, Steifensandstr. 8, 14057 Berlin<br />
Bundesregierung am<br />
19. und 20. August an.<br />
Hunderttausende Besucher<br />
nutzen jedes<br />
Jahr die Gelegenheit,<br />
einen Blick hinter die<br />
Kulissen der Bundesregierung<br />
und den<br />
Arbeitsalltag von Politikern zu werfen. Und vielleicht<br />
können Sie ja auch dem einen oder der anderen so<br />
richtig die Meinung sagen.<br />
Wer feiern und gleichzeitig für die Vielfalt in Berlin<br />
demonstrieren will, dem empfehlen wir am 22. Juli den<br />
Umzug zum Christopher Street Day mit erwartet mehr<br />
als einer Million Teilnehmern. Der Umzug ist seit 1979<br />
fester Bestandteil des <strong>Berliner</strong> Veranstaltungskalenders<br />
und international bekannt. Das diesjährige Motto<br />
lautet: „Be their voice - and ours! ...für mehr Empathie<br />
und Solidarität!“ Mit dabei natürlich wieder ein großer<br />
Wagen der LSU Berlin.<br />
Sie wollen es stattdessen<br />
ruhiger angehen<br />
lassen und<br />
raus ins Grüne?<br />
Dann könnte ein Besuch<br />
der Botanischen<br />
Nacht am 14. und 15.<br />
Juli etwas für Sie<br />
sein. Für 39,50 Euro (Kinder bis 12 Jahren kostenlos)<br />
können Sie sich von einem in Lichterglanz erstrahlenden<br />
Botanischen Garten verzaubern lassen und acht<br />
magische Naturwelten besichtigen.<br />
Sie sind politisch interessiert und von der Parlamentarischen<br />
Sommerpause gelangweilt? Dann bietet sich<br />
ein kostenloser Besuch beim Tag der offenen Tür der<br />
Zum Schluss ein<br />
Klassiker im Bereich<br />
Kultur aus dem <strong>Berliner</strong><br />
Veranstaltungskalender<br />
- die lange<br />
Nacht der Museen<br />
am 26. August. Dieses<br />
Jahr beteiligen<br />
sich über 70 Museen an der bis 2 Uhr morgens dauernden<br />
langen Nacht und locken Gäste mit Workshops,<br />
Expressführungen, Künstlergesprächen und kulinarischen<br />
Überraschungen.<br />
Die bisherigen Empfehlungen waren<br />
nichts für Sie, da Sie gerade dem Trubel<br />
der Hauptstadt entkommen wollen?<br />
Dann fahren Sie doch ins Umland, da<br />
wo keine Lichter stören! Bevorzugt<br />
am Abend vom 12. auf den 13. August.<br />
Dann streift die Erde den Meteorenschauer<br />
der Persiden und tausende<br />
von Sternschnuppen verglühen am<br />
Firmament.<br />
Wir wünschen Ihnen einen Sommer voller bleibender<br />
Erinnerungen, Ihre CDU Berlin<br />
BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3