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Berliner Rundschau - Ausgabe 02/2023

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Das Magazin der CDU Berlin<br />

www.cdu.berlin<br />

2/2<strong>02</strong>3<br />

1<br />

49. Jahrgang<br />

Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Erscheinungsweise: einmal im Quartal.<br />

Interview mit Senats-<br />

Chef Kai Wegner<br />

CDU-Senatoren<br />

im Überblick<br />

„Harte Arbeit.<br />

Das ist mein<br />

Versprechen.“<br />

Kai Wegner<br />

Regierender Bürgermeister von Berlin<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


22 3<br />

Stimmen zum<br />

Koalitionsvertrag<br />

„Viel haben sie sich vorgenommen, „das Beste<br />

für Berlin“, wie der Titel des Koalitionsvertrags<br />

lautet. Ein hoher, ja der höchste Anspruch und<br />

aus den diversen großen und kleinen Vorhaben<br />

wird deutlich: Schwarz-Rot will, dass die Stadt<br />

wieder funktioniert. Und das ist das richtige Ziel.“<br />

(Morgenpost, 4.4.2<strong>02</strong>3)<br />

„Beifall aus der Wirtschaft, DGB und Verbände loben<br />

Schwarz-Rot“ (Tagesspiegel 4.4.2<strong>02</strong>3)<br />

„Dennoch ist die […] schwarz-rote Koalition das<br />

beste Regierungsbündnis, das unter den gegebenen<br />

Umständen zu erreichen war. Es zeigt einen<br />

ehrlichen Willen, die peinlichsten Missstände in der<br />

Verwaltung zu beseitigen, ohne die Bodenhaftung zu<br />

verlieren und dem <strong>Berliner</strong> Narzissmus zu frönen,<br />

sich am Klang des eigenen Echos zu erfreuen.“<br />

(Welt online, 3.4.2<strong>02</strong>3)<br />

„Mit dem neuen Koalitionsvertrag zieht ein<br />

neuer Ton in den <strong>Berliner</strong> Senat ein: erfrischend<br />

unaufgeregt, lösungsorientiert, pragmatisch. Statt<br />

ideologischer Grabenkämpfe, die unsere Stadt<br />

gespalten haben, geht es den neuen Koalitionären<br />

nun um mehr Zusammenhalt und Respekt. Schon<br />

die professionellen Koalitionsverhandlungen<br />

zwischen CDU und SPD haben gezeigt, dass die neue<br />

Koalition der Mitte die großen Herausforderungen<br />

unserer Stadt auch tatsächlich anpacken und lösen<br />

will. Das ist gut für Berlin!“<br />

(VBKI-Präsident Markus Voigt)<br />

„Klare Problemanalyse, richtige Prioritäten,<br />

ehrgeizige Ziele – der Koalitionsvertrag ist ein gutes<br />

Fundament für die Stärkung der Zukunftsfähigkeit<br />

Berlins.“<br />

(BBU Verband Berlin-Brandenburgischer<br />

Wohnungsunternehmen e.V. https://bbu.de/<br />

system/files/publications/buch_05-23_weblinks.<br />

pdf)<br />

„Dieser Koalitionsvertrag ist sehr ambitioniert,<br />

setzt dabei aber die richtigen Akzente: angefangen<br />

bei der Priorisierung der Verwaltungsreform über<br />

Wohnen und Stadtentwicklung bis hin zur Betonung<br />

von Mieterschutz, Klimaschutz und städtischer<br />

Infrastruktur.“(BBU-Vorständin Maren Kern)<br />

„Die Koalitionäre haben jetzt messerscharf<br />

erkannt, dass auch die wichtigen Zukunftsziele<br />

wie Klimaschutz oder Energiewende ohne eine<br />

funktionstüchtige Exekutive verpuffen.“<br />

(dbb-Landeschef Frank Becker, https://www.dbb.<br />

berlin/fileadmin/user_upload/www_dbb_berlin/<br />

pdf/magazin/2<strong>02</strong>3/hauptstadt_magazin_5_2<strong>02</strong>3_<br />

web.pdf)<br />

IN DIESER AUSGABE...<br />

Interview mit dem<br />

Senats-Chef<br />

Seit zwei Monaten ist CDU-Chef Kai Wegner<br />

nun Regierender Bürgermeister von Berlin. Wo<br />

die Prioritäten liegen und was er zu den Klima-<br />

Klebern sagt, lesen Sie auf den Seiten 4 und 5.<br />

Die CDU im Senat<br />

Inklusive Kai Wegner stellt die CDU Berlin<br />

drei Frauen und drei Männer im neuen<br />

<strong>Berliner</strong> Senat. Wir stellen sie Ihnen in kurzen<br />

Steckbriefen vor auf den Seiten 6 und 7.<br />

CDU-Bezirksbürgermeisterin<br />

im Osten Berlins<br />

Mit Nadja Zivkovic (44) stellt zum ersten Mal<br />

die CDU den Kopf eines Bezirksamtes im<br />

Osten Berlins. Die Bezirksbürgermeisterin von<br />

Marzahn-Hellersdorf im Interview auf Seite 8.<br />

Stettner führt CDU-Fraktion<br />

Dirk Stettner (53) ist neuer Fraktionsvorsitzender<br />

der CDU im <strong>Berliner</strong> Abgeordnetenhaus. Einen<br />

Überblick über ihn und die neue Fraktion steht<br />

auf Seite 14.<br />

Das sagen die Mitglieder<br />

Selten beteiligten sich so viele Mitglieder an einer<br />

Umfrage der CDU Berlin. Wie viele der Teilnehmer<br />

die Aktionen der Klimakleber gut finden und vieles<br />

mehr erfahren Sie auf Seite 13.<br />

Berlin hat seit zwei Monaten<br />

einen neuen Regierenden<br />

Bürgermeister Kai Wegner<br />

und eine neue Regierung.<br />

Liebe Leserinnen<br />

und Leser,<br />

was lange währt, wird endlich gut; weiß der Volksmund.<br />

Das wäre dann auch meine Kapitel-Überschrift über<br />

den schwarz-roten Senat und den Koalitionsvertrag<br />

„Das Beste für Berlin“. Berlin hat nun also seit zwei<br />

Monaten einen neuen Regierenden Bürgermeister Kai<br />

Wegner und eine neue Regierung, die angesichts der<br />

verkürzten Legislatur bis 2<strong>02</strong>6 bereits kräftig an Fahrt<br />

aufgenommen hat. Und das nicht nur im übertragenen<br />

Sinne, wie etwa mit dem beschlossenen 52 Punkte-Sofortprogramm<br />

des Senats, dessen Ergebnisse bereits<br />

im Oktober vorgelegt werden sollen. Auch im ganz wörtlichen<br />

Sinne streitet vor allem unsere<br />

Verkehrssenatorin Manja Schreiner<br />

dafür, dass sich Fahrrad, Auto, Bus<br />

und Bahn sowie Fußgänger nicht<br />

gegenseitig ausbremsen, sondern<br />

sicher und zügig von A nach B – und<br />

am besten auch C vorankommen.<br />

So gilt auch für die Radverkehrsplanung künftig das<br />

Prinzip „Sinn und Verstand“ statt „Kopf durch die Wand“.<br />

Kopfschmerzen bereitet das unter lautem Wehklagen<br />

gerade den Grünen. Aus der notwendigen Überprüfung<br />

laufender Planungen wird dann schon schnell mal ein<br />

„lebensgefährlicher ideologischer Kampf gegen das<br />

Fahrrad“. Zur Beruhigung: Es findet jetzt einfach nur<br />

genau das statt, wofür die CDU gewählt wurde: Eine<br />

pragmatische Politik für mehr und sichere Radwege, die<br />

aber, anders als nach dem Willen der Grünen, Rücksicht<br />

nimmt auf die Bedarfe anderer Verkehrsteilnehmer.<br />

Auf wen grüne Politik im Bund in Sachen Heizungsgesetz<br />

Rücksicht nehmen wollte, neben der eigenen Klientel,<br />

weiß man nicht so genau. Dass es jetzt zu grundlegenden<br />

Änderungen am Gesetz kommt, ist jedenfalls nicht zuletzt<br />

ein Erfolg der Union. Aber das Regierungs-Gemurkse<br />

der Ampel geht weiter. Habecks Lieblingsprojekt wird an<br />

„Es gilt künftig das<br />

Prinzip „Sinn und<br />

Verstand statt „Kopf<br />

durch die Wand“. “<br />

dem einen Tag über den Haufen geworfen, der komplett<br />

neue Ansatz soll aber gleich am nächsten Tag im Eilverfahren<br />

durch den Bundestag gepeitscht werden. Und<br />

gänzlich unverständlich ist: Die von der Ampel selbst als<br />

Grundlage bezeichnete Kommunale Wärmeplanung soll<br />

gar erst danach beschlossen werden. Wer den zweiten<br />

Schritt vor dem ersten macht, muss aber aufpassen,<br />

dass er nicht stolpert.<br />

Holprig geht es dann auch bei den bundesweiten Umfragen<br />

zu. Die Partei, die als rechtsextremer Verdachtsfall vom<br />

Verfassungsschutz beobachtet wird,<br />

kann sich aktuell nicht nur an Umfrageergebnissen<br />

erfreuen, sondern auch<br />

an einem mit 14.992 Stimmen direkt<br />

gewählten Landrat in Thüringen. So erschreckend<br />

dies ist, ich empfehle aber<br />

auch hier, wie beim Radwege- oder<br />

Heizungsstreit, nicht die Menschen zu<br />

beschimpfen, sondern die eigene Politik pragmatisch zu<br />

gestalten und gut zu erklären.<br />

Genau damit haben wir im neuen <strong>Berliner</strong> Senat angefangen.<br />

Unterstützen Sie uns dabei, damit eines der nächsten<br />

Kapitel dieser neuen Regierung die Überschrift trägt „Da<br />

kannste nicht meckern.“<br />

Haben Sie Freude an der Lektüre dieser neuen <strong>Berliner</strong><br />

<strong>Rundschau</strong> und genießen Sie den Sommer.<br />

Mit herzlichen Grüßen<br />

Stefan Evers<br />

Generalsekretär der CDU Berlin<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


44 5<br />

„Wir brauchen eine vollumfängliche<br />

Verwaltungsreform“<br />

<strong>Berliner</strong> <strong>Rundschau</strong> (BR): Herr Wegner, nach fast<br />

einem Vierteljahrhundert regiert die CDU wieder<br />

die deutsche Hauptstadt. Was bedeutet das?<br />

Kai Wegner (KW): Dieser neue <strong>Berliner</strong> Senat hat<br />

gewaltige Aufgaben vor sich, und ich verspreche<br />

nicht, dass wir Wunder vollbringen werden, denn an<br />

Wunder glaube ich nicht. Ich glaube an harte Arbeit,<br />

und genau das ist mein Versprechen: Es werden die<br />

Ärmel hochgekrempelt, es wird angepackt, es wird<br />

gemacht! Und genau hierbei wird die Stadt spüren,<br />

dass sie eine neue Regierung hat.<br />

BR: Ihr Ziel ist es, dass „Berlin jeden Tag ein bisschen<br />

besser funktioniert“. Was ist dafür nötig?<br />

Kai Wegner (50) ist seit 2019<br />

Landesvorsitzender der CDU Berlin.<br />

Bevor er Regierender Bürgermeister<br />

wurde, war er u.a. Fraktionsvorsitzender<br />

im Abgeordnetenhaus und 16 Jahre<br />

Bundestagsabgeordneter. Der gelernte<br />

Versicherungskaufmann ist Vater von drei<br />

Kindern.<br />

muss ihn in Zukunft innerhalb von 14 Tagen bekommen.<br />

Wir werden auch mehr digitale Bürgerdienstleistungen<br />

anbieten, denn dadurch entfallen<br />

Behördengänge und Anträge können schneller bearbeitet<br />

werden.<br />

der Senat vor einer Mammutaufgabe. Wir setzen<br />

auf ein Schneller-Bauen-Gesetz, um Aufstockungen<br />

und den Dachgeschossausbau zu erleichtern<br />

und Planungsverfahren zu beschleunigen und zu<br />

vereinfachen. Hinzu kommen ein schlankes Bauordnungsrecht<br />

und schnellere Baugenehmigungen<br />

durch die Verwaltung. Wir nehmen zugleich auch<br />

noch stärker den Mieterschutz in den Blick. Wer<br />

seine Position am Wohnungsmarkt unzulässig ausnutzt,<br />

darf nicht mehr mit einem Wegsehen oder<br />

der Milde des Rechtsstaats rechnen. Am Ende geht<br />

es darum, dass wir mehr bezahlbaren Wohnraum<br />

schaffen und dass die soziale Mischung in unserer<br />

Stadt erhalten bleibt.<br />

BR: Nach dem Problem der Mietenexplosion treibt<br />

die <strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> vor allem das Thema<br />

Kriminalität um. Vor allem ältere Menschen fühlen<br />

sich oft nicht mehr sicher. Was werden Sie dagegen<br />

tun?<br />

KW: Recht und Gesetz müssen in Berlin überall gelten<br />

und durchgesetzt werden. Wir haben im Koalitionsvertrag<br />

wichtige Weichen für die Stärkung unserer<br />

Sicherheitskräfte und für eine konsequente Strafverfolgung<br />

gestellt. Dazu zählen mehr Stellen bei Polizei<br />

und Feuerwehr, aber auch eine moderne Ausrüstung<br />

unserer Blaulichtkräfte, die Tag für Tag ihre Knochen<br />

für uns hinhalten. Wir werden auch Videoschutz an<br />

kriminalitätsbelasteten Orten einführen, um die Menschen<br />

besser zu schützen<br />

und Verbrechen aufklären<br />

zu können. Dafür haben wir<br />

uns seit Jahren eingesetzt.<br />

„Ich verhandele nicht<br />

mit Radikalen “<br />

selbst entscheiden, wie sie sich in der Stadt fortbewegen<br />

möchten. Dazu gehört auch weiterhin das<br />

Auto. Den Irrsinn, den die Grünen hier in den letzten<br />

Jahren betrieben haben, beenden wir. Wir haben<br />

dafür gesorgt, dass die Friedrichstraße wieder geöffnet<br />

wird. Gemeinsam mit den Anwohnern und<br />

Gewerbetreibenden werden wir jetzt ein Konzept<br />

für die Friedrichstraße und die gesamte historische<br />

Mitte entwickeln, das einer Weltmetropole wirklich<br />

gerecht wird. Berlin ist eine Weltmetropole, nicht<br />

Bullerbü.<br />

BR: Für Stillstand im Straßenverkehr sorgte in den<br />

letzten Wochen und Monaten vor allem die sog.<br />

„Letzte Generation“ mit ihren Straßenblockaden.<br />

Wie ist Ihre Meinung dazu?<br />

KW: Die Klima-Kleber erweisen dem Klimaschutz<br />

einen Bärendienst. Ich habe den festen Willen,<br />

Berlin aus der Geiselhaft dieser<br />

Chaoten zu befreien. Es braucht<br />

schnellere Verurteilungen und die<br />

Möglichkeit eines längeren Unterbindungsgewahrsams,<br />

damit festgenommene<br />

Blockierer nicht nach<br />

kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß sind und sich<br />

an der nächsten Kreuzung festkleben. Außerdem<br />

muss schnellstmöglich geregelt werden, wer für<br />

die enormen Kosten – sei es für Straßenlöcher oder<br />

auch für die vielen Rettungs- und Polizeieinsätze–<br />

aufkommt. Bislang muss das ja der Steuerzahler.<br />

Ich fände es nur gerecht, dies den Verursachern<br />

in Rechnung zu stellen.<br />

KW: Wir brauchen eine vollumfängliche Verwaltungsreform<br />

in Berlin, weil es so, wie es ist, einfach<br />

nicht funktioniert. Es muss endlich Schluss<br />

sein mit dem Behörden-Ping-Pong. Wir brauchen<br />

endlich klare Strukturen und klare Zuständigkeiten<br />

zwischen Bezirken und Senat. Mit einem Eckpunktepapier<br />

schaffen wir noch vor der Sommerpause<br />

die Grundlage dafür.<br />

Wir wollen auch Schluss machen mit dem Terminstau.<br />

Wer einen Termin beim Bürgeramt braucht,<br />

BR: Wenn wir über die drängenden Aufgaben<br />

für diesen Senat sprechen, dann sprechen wir<br />

auch über steigende Mieten und viel zu wenige<br />

Wohnungen. Was ist hier Ihr Plan?<br />

KW: Wir alle wissen, beim Bauen und Wohnen steht<br />

BR: Sie haben sich im Wahlkampf auch für mehr<br />

„Miteinander als Gegeneinander“ im Straßenverkehr<br />

eingesetzt. Was wird sich nun mit der CDU im Roten<br />

Rathaus ändern?<br />

KW: Wir wollen deutlich mehr sichere Radwege bauen<br />

und machen zugleich Schluss mit der einseitigen<br />

Politik gegen die Autofahrer. Die Menschen sollen<br />

BR: Einzelne Städte verhandeln mit den Klima-Klebern,<br />

um die Störaktionen zu beenden. Wäre das für Sie als<br />

Regierendem Bürgermeister in Berlin auch denkbar?<br />

KW: Ich verhandele nicht mit Radikalen, die Straftaten<br />

verüben und mit erpresserischen Methoden arbeiten.<br />

Der Staat darf sich niemals erpressen lassen.<br />

BR: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg<br />

für Ihre Regierungszeit.<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


66 7<br />

Das ist der neue<br />

<strong>Berliner</strong> Senat<br />

Kai<br />

Wegner<br />

Dr. Felor<br />

Badenberg<br />

Joe<br />

Chialo<br />

SDie neue <strong>Berliner</strong> Landesregierung ist so divers, wie<br />

es manch linke Regierung gern wäre – oder immer<br />

behauptet“, so das eindeutige Urteil des Tagesspiegels.<br />

Sieben von zehn Senatsverwaltungen werden von<br />

Frauen geführt, drei Mitglieder des Senats haben eine<br />

Migrationsgeschichte. Beim Senatspersonal setzt die<br />

CDU auf Expertise auch von außerhalb des Parlaments.<br />

Die bisherige Vizechefin des Bundesverfassungsschutzes<br />

Dr. Felor Badenberg ist nun <strong>Berliner</strong> Justizsenatorin.<br />

Dr. Manja Schreiner, stellvertretende Vorsitzende<br />

der CDU und bisherige Hauptgeschäftsführerin der<br />

Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, leitet<br />

die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.<br />

Der Musikmanager Joe Chialo ist Berlins neuer<br />

Kultursenator. Mit Katharina Günther-Wünsch steht<br />

nach mehr als einem Vierteljahrhundert wieder eine<br />

CDU-Politikerin an der Spitze der Bildungsverwaltung.<br />

Der CDU-Generalsekretär Stefan Evers ist in Berlin<br />

der neue Herr der Finanzen und zugleich als Bürgermeister<br />

Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters<br />

Kai Wegner, der nach 22 Jahren auf Eberhard Diepgen<br />

als letztem Stadtoberhaupt mit CDU-Parteibuch, folgt.<br />

Amtstitel:<br />

Regierender Bürgermeister von Berlin<br />

Name: Kai Wegner<br />

Geburtsjahr: 1972<br />

Meine wichtigsten Themen:<br />

Verwaltungsmodernisierung<br />

Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />

Gendarmenmarkt<br />

Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />

Schlafen<br />

Stefan<br />

Evers<br />

Amtstitel:<br />

Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz<br />

Name: Dr. Felor Badenberg<br />

Geburtsjahr: 1975<br />

Meine wichtigsten Themen:<br />

Stärkung der Rechtsdurchsetzung – Bekämpfung<br />

der Organisierten Kriminalität und der<br />

Jugendkriminalität. Stärkung des Personals –<br />

Justiz als attraktiver Arbeitgeber. Stärkung des<br />

Verbraucherschutzes – bewusster Umgang mit<br />

Lebensmitteln.<br />

Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />

In der Sonne.<br />

Viel zu selten habe ich Zeit für... ein gutes Buch<br />

Katharina<br />

Günther-Wünsch<br />

Amtstitel:<br />

Senator für Kultur und Gesellschaftlichen<br />

Zusammenhalt<br />

Name: Joe Chialo<br />

Geburtsjahr: 1970<br />

Meine wichtigsten Themen:<br />

Künstlerinnen und Künstlern in Berlin zur Seite stehen.<br />

Kultur und Kreativwirtschaft zusammenbringen.<br />

Gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.<br />

Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />

Den einen gibt es nicht. Berlin ist ein wunderbarer Ort<br />

mit allen seinen Facetten.<br />

Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />

Nachmittage mit meiner Tochter auf dem Spielplatz<br />

Dr. Manja<br />

Schreiner<br />

Der Koalitionspartner SPD komplettiert die Senatsmannschaft:<br />

Neue Wirtschaftssenatorin ist die frühere<br />

Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey;<br />

zugleich ebenfalls als Bürgermeisterin Vertreterin von<br />

Kai Wegner. Außerdem übernahm Christian Gaebler<br />

die Leitung der Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen<br />

und Stadtentwicklung. Das Ressort für Integration,<br />

Arbeit, Soziales, Vielfalt und Antidiskriminierung wird<br />

von Cansel Kiziltepe geleitet. Senatorin für Wissenschaft,<br />

Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist Ina<br />

Czyborra. Iris Spranger führt weiterhin die Innen- und<br />

Sportverwaltung.<br />

Amtstitel:<br />

Bürgermeister von Berlin und Senator für<br />

Finanzen<br />

Name: Stefan Evers<br />

Geburtsjahr: 1979<br />

Meine wichtigsten Themen:<br />

- Modernisierung der Verwaltung<br />

- Solide Finanzen<br />

- Personalentwicklung für Berlin<br />

Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />

Spree und Havel<br />

Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />

Spree und Havel<br />

Amtstitel:<br />

Senatorin für Bildung, Jugend und Familie<br />

Name: Katharina Günther-Wünsch<br />

Geburtsjahr: 1983<br />

Meine wichtigsten Themen:<br />

Lehrkräftegewinnung, Bildungsgerechtigkeit,<br />

Schulbau und Digitalisierung<br />

Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />

Kaulsdorfer Seen<br />

Viel zu selten habe ich Zeit für...<br />

ein gutes Buch<br />

Amtstitel:<br />

Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und<br />

Umwelt<br />

Name: Dr. Manja Schreiner<br />

Geburtsjahr: 1978<br />

Meine wichtigsten Themen:<br />

- Klimaneutralität für Berlin vor 2040<br />

- Starker ÖPNV und eine gute Ladeinfrastruktur<br />

- Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer<br />

- leistungsfähige Infrastrukturen<br />

Mein Lieblingsplatz in Berlin:<br />

zum Krafttanken Spaziergänge auf dem Jüdischen<br />

Friedhof in Weißensee<br />

Viel zu selten habe ich Zeit für... ein gutes Buch<br />

BERLINER RUNDSCHAU2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


88 9<br />

*** KURZ *** KNAPP *** INFORMATIV ***<br />

Neue Rathaus-Chefin Zivkovic:<br />

„Ich bin sehr stolz und dankbar“<br />

Bei der Wiederholungswahl im Februar erreichte die<br />

CDU in Marzahn-Hellersdorf ein Rekord-Ergebnis von<br />

31,4 Prozent. In Berlin das fünftbeste BVV-Ergebnis einer<br />

Partei und seit Mitte Mai heißt damit die erste Bürgermeisterin<br />

der CDU in einem „Ost-Bezirk“ Nadja Zivkovic.<br />

<strong>Berliner</strong> <strong>Rundschau</strong> (BR): Frau Zivkovic, wenn Sie sich an<br />

den 12. Februar 2<strong>02</strong>3 zurückerinnern, woran denken Sie?<br />

Nadja Zivkovic (NZ): „An die ereignisreichen, tatkräftigen<br />

und sehr intensiven 6 Wochen hinter meinen<br />

Kandidatinnenkollegen und mir. Unser Ergebnis spiegelt<br />

genau die Stimmung der Stadt wider. Und es hat sich so<br />

richtig angefühlt. Ich bin sehr stolz und dankbar, für all<br />

das Vertrauen.“<br />

(BR): Sie sind jetzt seit über 50 Tagen Bezirksbürgermeisterin<br />

von Marzahn-Hellersdorf, die magische Grenze<br />

liegt meistens in den ersten 100 Tagen. Was wäre Ihr<br />

Resümee?<br />

(NZ): „Dass wir begonnen haben, die Aufgaben klar zu<br />

definieren: Die Ansiedlung von Industrie, Unternehmen<br />

und Wirtschaft. Ein interessensausgeglichener,<br />

sozialraumorientierter Wohnungsneubau – vor allem<br />

mit Blick auf die Schaffung neuer Schul- und Kitaplätze.<br />

Die Förderung der medizinischen Nahversorgung und<br />

allem voran – und da spielen wir als Randbezirk finde ich<br />

eine ganz besondere Rolle – die sinnhafte, bürgernahe<br />

Planung von verkehrspolitischer Infrastruktur.<br />

(BR): Verkehrspolitik ist ja berlinweit von sehr großem<br />

Interesse …<br />

(NZ):… zu Recht. Z. B. mit der TVO ein verkehrsbauliches<br />

Großprojekt, welches nicht nur zur Entlastung unserer<br />

Ortsteile, sondern auch der Nachbarbezirke und vor<br />

allem der unmittelbareren Anbindung des BER dient.<br />

Eine kreuzungsfreie Stadtschnellstraße entlastet den<br />

Durchgangsverkehr, den <strong>Berliner</strong> Ring im Norden sowie<br />

die A113 im Süden. Ich bin froh, dass die zuständige<br />

Senatsverwaltung bereits Anfang des Jahres mitgeteilt hat,<br />

dass die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens zur<br />

Tangentialen Verbindung Ost (TVO) mit großer Sicherheit<br />

im dritten Quartal 2<strong>02</strong>3 erfolgen soll.<br />

(BR): Abschließend: Was ist neu mit Nadja Zivkovic im<br />

Rathaus Hellersdorf?<br />

(NZ): Ganz wesentlich: unser Bürohund. Und die<br />

Kommunikation, unsere Türen sind immer offen, jeder hält<br />

mal einen Plausch, vieles lässt sich so jenseits offizieller<br />

Meetings klären. Anliegen kommen unmittelbar zu mir und<br />

Vieles erledige ich auf den Fahrten zwischen Terminen<br />

mit einem Anruf oder morgens vor dem ersten Termin,<br />

wenn ich mir Bestimmtes vor Ort direkt kurz ansehe.<br />

Politik ist unmittelbar, bürgernah, verbindlich. Wir haben<br />

die Möglichkeit zu beweisen: Politik kann und wird viel<br />

bewegen!<br />

Neuer Kurs beim Radwegausbau<br />

Jahrelang tobte in Berlin ein Kulturkampf<br />

gegen das Auto. Erklärtes<br />

Ziel des alten rot-grün-roten Senats<br />

war es, den öffentlichen Straßenraum<br />

vor allem zugunsten von Radfahrern<br />

umzuverteilen. Fast die Hälfte<br />

aller <strong>Berliner</strong> Straßen, insgesamt<br />

2.350 Kilometer, sollten mit 2 bis 4<br />

Meter breiten Radwegen umgebaut<br />

werden – zulasten aller anderen Verkehrsteilnehmer.<br />

Die CDU war im Wahlkampf für<br />

eine ausgewogene Verkehrspolitik<br />

angetreten – und setzt nun genau<br />

das um. So kündigte Verkehrssenatorin<br />

Dr. Manja Schreiner an, alle<br />

Radwegprojekte des rot-grün-roten<br />

Vorgängersenats auf Halt zu stellen<br />

und zu überprüfen. Danach sollen<br />

Radwege nur da ausgebaut werden,<br />

wo sie sinnvoll sind und andere Verkehrsteilnehmer<br />

nicht erheblich beeinträchtigt<br />

werden. „Wir orientieren<br />

uns am Bedarf aller Verkehrsteilnehmerinnen<br />

und Verkehrsteilnehmer. So<br />

müssen große Straßen in der Stadt<br />

für den Pendler-, Wirtschafts- und<br />

Lieferverkehr leistungsfähig bleiben“,<br />

stellt Verkehrssenatorin Schreiner<br />

klar. Ziel der CDU seien mehr, aber<br />

vor allem funktionierende und sichere<br />

Radwege. Oder kurz gesagt: Ja zu<br />

mehr sicheren Radwegen, aber nicht<br />

zu Lasten von Gehsteigen, Busspuren<br />

oder Parkplätzen.<br />

Dieser Kurswechsel in der Verkehrspolitik<br />

kommt jedoch nicht<br />

überraschend. Nicht nur der Regierende<br />

Bürgermeister Kai Wegner<br />

hatte bereits im Wahlkampf klargestellt,<br />

dass er keine Politik gegen<br />

das Auto machen werde und sich<br />

für ein besseres Miteinander aller<br />

Verkehrsteilnehmer einsetze. Auch im<br />

Koalitionsvertrag von CDU und SPD<br />

heißt es, dass Radverkehrsprojekte<br />

„priorisiert“ und Mindestbreiten von<br />

Radwegen überprüft werden sollen.<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3<br />

CDU wirkt<br />

Keine Schonfrist für den schwarz-roten<br />

Senat. Auf der ersten Klausurtagung<br />

wurden 52 konkrete Maßnahmen<br />

für die nächsten Monate in einem Sofortprogramm<br />

beschlossen. Jetzt schon<br />

sichtbar: die Friedrichstraße wurde<br />

wieder für den Autoverkehr geöffnet<br />

und erst einmal sind alle Radwegprojekte<br />

von Rot-Grün-Rot auf Halt gesetzt.<br />

Jetzt wird vernünftig da ausgebaut, wo<br />

es Sinn macht. Schon ab 2<strong>02</strong>4 soll es<br />

in Berlin ein 11. Pflichtschuljahr für<br />

alle Jugendlichen geben, die nach der<br />

10. Klasse keine reguläre Berufsausbildung<br />

beginnen.<br />

Zum<br />

Sofortprogramm:<br />

FLOP<br />

Heizungsgesetz<br />

ohne Grundlage<br />

Diesmal war es kein Schreianfall wie<br />

kurz vor dem Aus der Gasumlage.<br />

Diesmal war es nur pampig wie Wirtschaftsminister<br />

Habeck bei der Fragestunde<br />

im Bundestag Jan-Marco Luczak<br />

antwortete. Die Frage: Wie kann man<br />

erklären, dass zwar ganz offiziell nach<br />

dem Willen des Ministers das Gesetz<br />

zur kommunalen Wärmeplanung Grundlage<br />

für das sog. Heizungsgesetz sein<br />

soll, diese Grundlage aber erst danach<br />

beschlossen wird. Das Parlament also<br />

gar nicht wisse, was es zuvor zu beschließen<br />

habe. Habecks Nicht-Antwort:<br />

„Es wird parallelisiert und synchronisiert,<br />

vielen Dank.“ Beunruhigend, dass<br />

diese Regierung, sich nicht nur nicht,<br />

um die Bedenken der Bürger, sondern<br />

auch nicht um die der Abgeordneten<br />

kümmert.


10 10 11<br />

CDU pur<br />

Bildung<br />

• Abschaffung des MSA an Gymnasien<br />

• Wiedereinführung einer Vorschule<br />

als „Kita-Chancenjahr“<br />

• Ausbau von Gymnasien<br />

• Einführung eines<br />

neuen Wahlpflichtfachs<br />

„Weltanschauungen/ Religion“<br />

• Einführung einer <strong>Berliner</strong><br />

Ausbildungsgarantie<br />

Das Beste für Berlin<br />

Innere Sicherheit<br />

• Mehr Bodycams und Taser für die<br />

Polizei<br />

• hunderte neue Stellen bei Polizei und<br />

Feuerwehr<br />

25 Tage und auch so manche Nacht haben CDU und<br />

SPD in Berlin verhandelt. Es wurde miteinander<br />

gerungen, beide Seiten mussten auch mal schmerzhafte<br />

Kompromisse machen. Am Ende stand das<br />

Ergebnis: „Das Beste für Berlin“ - so lautet der Titel<br />

des gemeinsamen Koalitionsvertrags, der zugleich<br />

Ausdruck der Leitlinie des neuen <strong>Berliner</strong> Senats ist.<br />

„Was uns vom ersten Tag geleitet hat, waren Lösungen<br />

für die Stadt“, beschreibt der nunmehr Regierende<br />

Bürgermeister von Berlin und CDU-Landesvorsitzende<br />

Kai Wegner die Verhandlungen der<br />

beiden Parteien. „Es war uns wichtig, einen Koalitionsvertrag<br />

für alle <strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> zu<br />

schreiben“, so Wegner weiter. Die Verhandlungstage<br />

seien intensiv gewesen, aber „immer fair, auf Augenhöhe<br />

und lösungsorientiert“.<br />

Über 1.000 Maßnahmen haben CDU und SPD auf<br />

den 135 Seiten der Koalitionsvereinbarung verabredet.<br />

Herzstück des Koalitionsvertrags ist eine umfassende<br />

Verwaltungsreform. Im Fokus dabei: klare<br />

Strukturen und Verantwortlichkeiten für den Senat<br />

und für die Bezirke, um Bürokratie abzubauen und<br />

Entscheidungsprozesse zu verkürzen. Außerdem ist<br />

die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung<br />

in Berlin nun Chefsache und wird zentral aus<br />

dem Roten Rathaus gesteuert. Das Vertragswerk<br />

sieht auch zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der<br />

Inneren Sicherheit vor. Nicht nur mit mehr Polizisten,<br />

Feuerwehrkräften und der Rettungsdienstreform,<br />

die die CDU bereits seit langem gefordert hat. „Sondern<br />

vor allem mit neuem Vertrauen, moderner<br />

Ausrüstung und besseren rechtlichen Möglichkeiten,<br />

für die wir seit Jahren geworben haben“, erklärt<br />

Generalsekretär Stefan Evers, der gemeinsam mit<br />

Partei-Chef Kai Wegner Verhandlungsführer für die<br />

CDU war. Zu weiteren Schwerpunkten der schwarzroten<br />

Koalition gehören mehr Wohnungsbau, ein<br />

milliardenschweres Klimaschutzprogramm sowie<br />

eine neue Mobilitätspolitik, die auf Angebote statt<br />

Verbote setzt.<br />

Nachdem sich die SPD im Rahmen eines Mitgliedervotums<br />

mehrheitlich für den Koalitionsvertrag<br />

ausgesprochen hat, trafen sich die Christdemokraten<br />

zu einem außerordentlichen Landesparteitag auf<br />

dem EUREF-Campus, um über den Koalitionsvertrag<br />

abzustimmen. Hier, an diesem Zukunftsort mitten in<br />

Berlin, hatten bereits die Sondierungsgespräche<br />

stattgefunden und die erfolgreichen Koalitionsverhandlungen<br />

mit den Sozialdemokraten begonnen.<br />

Es sei sein Anspruch, das Vertrauen der <strong>Berliner</strong>innen<br />

und <strong>Berliner</strong> in die Politik zurückzugewinnen,<br />

erklärte der Landesvorsitzende Kai Wegner in<br />

seiner Rede vor den 275 Delegierten. Damit Berlin<br />

„jeden Tag ein bisschen besser funktioniert“, müsse<br />

zuerst bei der Verwaltung angepackt werden. „Service-Lust,<br />

kein Behörden-Frust“, gab der CDU-Landeschef<br />

als Motto aus. Beim Thema Verkehr solle es<br />

einen Kurswechsel geben: „Jeder soll sich so durch<br />

Berlin bewegen können, wie er es möchte“, so Wegner.<br />

Die CDU mache Klimaschutz mit und nicht gegen die<br />

<strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong>. Nach der Vorstellung der<br />

zukünftigen Senatsmitglieder der CDU (siehe Seite 6<br />

und 7) stimmten die Delegierten schließlich über den<br />

Koalitionsvertrag ab. Und das Votum war eindeutig:<br />

Keine Gegenstimme, keine Enthaltung – 100 Prozent<br />

Zustimmung! Stehende Ovationen für Parteichef Kai<br />

Wegner und sein Team. Damit war der Weg frei für<br />

einen schwarz-roten <strong>Berliner</strong> Senat und den ersten<br />

christdemokratischen Regierenden Bürgermeister in<br />

Berlin seit 22 Jahren.<br />

„Wir wollen, dass alle <strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong><br />

spüren: Ja, wir haben den Neuanfang gewählt. Und<br />

mit dieser Koalition hat sich etwas zum Besseren verändert“,<br />

so Wegner. „In dreieinhalb Jahren wollen wir<br />

gemeinsam feststellen können: Wir haben das Leben<br />

in unserer Stadt besser gemacht.“<br />

• Videoüberwachung und<br />

Messerverbotszonen an<br />

kriminalitätsbelasteten Orten<br />

Mobilität<br />

• Errichtung von 10.000 zusätzlichen<br />

P&R-Stellplätzen<br />

• Novellierung des Mobilitätsgesetzes<br />

• Wiedereröffnung der Friedrichstraße<br />

für Autos und Entwicklung eines<br />

Gesamtkonzeptes unter Beteiligung<br />

der Öffentlichkeit<br />

Klimaschutz<br />

• Sofortprogramm für 10.000<br />

klimaresiliente Straßenbäume<br />

Stadtentwicklung<br />

• Benennung eines Platzes oder einer<br />

Straße nach Helmut Kohl<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


12 13<br />

Heizungsgesetz:<br />

Vertrauen verheizt<br />

Das Chaos beim Heizungsgesetz ist beispielslos:<br />

Über Monate stritten SPD,<br />

Grüne und FDP über das sog. Gebäudeenergiegesetz.<br />

Danach sollte ab 2<strong>02</strong>4 jede<br />

neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent<br />

aus Erneuerbaren Energien betrieben<br />

werden. Das gleicht einem Verbot neuer<br />

Gasheizungen. Viele Menschen fühlen sich<br />

überfordert oder haben Angst, die Kosten<br />

von oft mehreren zehntausend Euro für<br />

einen Heizungstausch nicht stemmen zu<br />

können. Diesen Menschen gab die CDU<br />

mit ihrer Kampagne „Fair heizen statt<br />

verheizen“ eine Stimme. Und der Protest<br />

zeigt Wirkung: Die Ampelkoalition änderte<br />

ihre Pläne. So sollen längere Übergangsfristen<br />

gelten und der Heizungstausch an<br />

die kommunale Wärmeplanung gekoppelt<br />

werden. Und auf einmal soll alles ganz<br />

schnell gehen. Der Wunsch der Bundesregierung:<br />

Das Gesetz soll noch vor der<br />

Sommerpause im Parlament verabschiedet<br />

werden und ab 1. Januar 2<strong>02</strong>4 gelten.<br />

Anders als normalerweise liegt den Abgeordneten<br />

und Sachverständigen jedoch<br />

gar kein Gesetzentwurf vor, sondern nur<br />

ein zweiseitiges Leitplankenpapier – das<br />

viele Fragen offenlässt. Auch würde damit<br />

der zweite Schritt vor dem ersten<br />

gemacht, denn die kommunale Wärmeplanung<br />

soll der zentrale Bezugspunkt<br />

für verpflichtende Maßnahmen nach dem<br />

Heizungsgesetz sein. Die Wärmplanung<br />

jedoch soll erst im Herbst beschlossen<br />

werden. „Die Abgeordneten sollen also<br />

quasi einen Blankoscheck ausstellen“,<br />

Von Grund auf ein neues<br />

Grundsatzprogramm<br />

Anfang des letzten Jahres hat<br />

sich die CDU Deutschlands auf<br />

den Weg gemacht, um ein neues<br />

Grundsatzprogramm zu erarbeiten,<br />

dem vierten in der Geschichte<br />

der Partei. Ziel ist es, grundsätzliche<br />

Positionen der Partei zu erarbeiten,<br />

abseits der Tagespolitik und genereller<br />

als in einem Wahlprogramm.<br />

Zehn Fachkommissionen sammeln<br />

derzeit bereits Ideen für Wirtschaft,<br />

Klimaschutz, Migration oder Soziales.<br />

Ein wichtiger Zwischenschritt<br />

in dem Programmprozess war der<br />

Grundsatzkonvent Mitte Juni in<br />

Berlin-Moabit. Mit 500 Gästen hat<br />

die Partei dort über die bisherigen<br />

Zwischenergebnisse diskutiert. Aus<br />

Sozial- und Jugendverbänden, Gewerkschaften<br />

und Industrie gab es<br />

zahlreiche Debattenbeiträge. Zudem<br />

hatten die Parteimitglieder Einladungen<br />

erhalten, um mit den Mitgliedern<br />

der eingesetzten Fachkommissionen<br />

und Akteuren der Zivilgesellschaft<br />

über den aktuellen Stand des Grundsatzprogramms<br />

und konkrete Positionen<br />

der Fachkommissionen zu<br />

diskutieren. Auf dem Konvent kam<br />

es zu interessanten Diskussionen,<br />

welche die Bandbreit der CDU als<br />

Volkspartei widerspiegelten. So<br />

warb die Hauptgeschäftsführerin<br />

des Bundes der Deutschen Industrie<br />

(BDI), Tanja Gönner, für einen<br />

„positiven Kapitalismus“ wie ihn<br />

die soziale Marktwirtschaft möglich<br />

macht und warnte vor einer<br />

paternalistischen Haltung des<br />

Staates den Unternehmen gegenüber.<br />

Michael Vassiliadis, Chef der<br />

Bergbau- Chemie und Energiewirtschaft,<br />

forderte, dass Deutschland<br />

seine vorhandenen Stärken stärken<br />

müsse und nicht alles neu machen<br />

müsse. Die Präsidentin der Caritas<br />

International, Eva Maria Welskop-<br />

Deffaa, hingegen lehnte Ludwig Erhards<br />

Motto „Wohlstand für alle“ ab<br />

und schlug alternativ für die Zukunft<br />

das Motto „Wohlergehen für alle“<br />

vor. CDU-Chef Friedrich Merz verfolgte<br />

die Debatten aufmerksam und<br />

merkte an: „Dass wir mal wieder<br />

Zeit haben, losgelöst von tagesaktuellen<br />

Ereignissen zu diskutieren,<br />

was #grundsätzlichCDU ist. Das ist<br />

alleine ein Gewinn und ungemein<br />

spannend.“ CDU-Vize Carsten Linnemann<br />

schloss sich dem an und<br />

versprach, dass die Parteimitglieder<br />

zukünftig im Schlaf die wichtigsten<br />

Programmpunkte der CDU würden<br />

aufzählen können. Mit den neuen<br />

Anregungen vom Konvent sammeln<br />

die Fachkommissionen nun weitere<br />

Ideen und erarbeiten Vorschläge,<br />

über die die Kreis- und Stadtverbände<br />

in den kommenden Monaten<br />

beraten werden. Das fertige<br />

Grundsatzprogramm wird dann auf<br />

einem Parteitag im nächsten Jahr<br />

beschlossen werden (siehe Grafik<br />

unten).<br />

Das sagen die Mitglieder der CDU Berlin!<br />

1<br />

.098 Mitglieder haben sich bis zur Schließung<br />

an unserer aktuellen Umfrage beteiligt. Hier die<br />

Ergebnisse. Knapp die Hälfte aller, die abgestimmt<br />

haben, macht Urlaub im Ausland; 11 % davon außerhalb<br />

Europas. Balkonien ist für 12 % der Erholungsort<br />

und Besuche bei Freunden oder Bekannten sind ein<br />

Ziel für 6,6 %, weitere 27,2 % verreisen innerhalb<br />

Deutschlands.<br />

Wir hoffen, dass sie alle dort Erholung von der<br />

Ampelregierung finden, der die Teilnehmer insgesamt<br />

zwar noch knapp die Schul-Note 4 (3,96) geben<br />

würden, bei der die Grünen (5,04), die SPD (4,61)<br />

und Olaf Scholz selbst (4,57) allerdings durchfielen,<br />

allein die FDP bekommt von den Umfrageteilnehmern<br />

noch ein Ausreichend (3,91).<br />

Die Antworten zur aktuellen Heizungsdebatte sind<br />

durchaus differenziert ausgefallen. Allerdings fragten<br />

wir die CDU-Mitglieder noch vor dem angedeuteten<br />

Umdenken der Ampel. Der Aussage, dass “klimaschädliche<br />

Heizungen in absehbarer Zeit“ verboten<br />

werden sollten, stimmten immerhin 12,6 % „voll und<br />

Mitgliederumfrage<br />

Juni 2<strong>02</strong>3<br />

Mitgliederumfrage<br />

ganz“, weitere 31,6 % stimmten mit „eher“; nur<br />

14,5 % sagten dagegen „eher nicht“ und „stimme<br />

gar nicht zu“ nur weitere 6,8 %. Noch eindeutiger<br />

war die Einschätzung von insgesamt 80,3 %, die<br />

beim Streit um klimaschonende Heizungen bei den<br />

Ampelparteien mehr die Profilierung als die Problemlösung<br />

im Vordergrund sahen.<br />

Deutlich auch die Antworten zu den „Klima-Klebern“.<br />

Nur 1,7 % finden deren Aktionen „im Großen<br />

und Ganzen angemessen“. Gar kein Verständnis<br />

haben 34 % und die Mehrheit von 63,3 % sagen,<br />

Klimaschutz sei richtig, aber „radikale Aktionen“<br />

schaden ihm.<br />

Mitgliederumfrage<br />

Juni 2<strong>02</strong>3<br />

97,3% kein Verständnis<br />

Radikale Aktionen<br />

der Klimakleber<br />

1,7% im Großen und Ganzen<br />

angemessen<br />

kritisiert der baupolitische Sprecher<br />

der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr.<br />

Jan-Marco Luczak. „Das hat mit seriöser<br />

parlamentarischer Arbeit nichts mehr<br />

zu tun.“<br />

47,1%<br />

besorgt<br />

32,5%<br />

eher besorgt<br />

14,5%<br />

eher nicht<br />

6,8%<br />

gar nicht<br />

ganz“ sowie weitere 32,5 % „eher“ zu. Der Aussage<br />

widersprachen allerdings 27,2 % mit „gar<br />

nicht“ und 27,8 % mit „eher nicht“. Ziemlich eindeutig<br />

waren indessen die Sorgen vor finanzieller<br />

Überforderung beim kommenden Heizungsgesetz.<br />

Fast die Hälfte (47,1 %) teilte die Sorge „voll und<br />

Zum Beginn der Arbeit des Regierenden Bürgermeisters<br />

Kai Wegner und seines Senats fragten wir<br />

nach den Themen, die „in den nächsten drei Jahren<br />

in der Großen Koalition in Berlin im Mittelpunkt der<br />

Regierungsarbeit stehen“ sollten. Es konnten bis zu<br />

drei Felder gewählt werden. Am wichtigsten war<br />

Ihnen die „Stärkung der Inneren Sicherheit“ (57 %),<br />

gefolgt von „Modernisierung und Digitalisierung der<br />

Öffentlichen Verwaltung“ (45,3 %) und Bekämpfung<br />

der Wohnungsnot (43,3 %) sowie der „Bildungs- und<br />

Schulpolitik“ (38,1 %). Mit etwas Abstand folgten<br />

dann die Themen „Zuwanderung und Integration“<br />

(26,5 %) sowie „Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur“<br />

(22,0 %).<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


14 14 15<br />

Wie wird Europa unabhängiger<br />

bei Rohstoffen?<br />

Um die Basis für unsere Industriepolitik zu verbessern<br />

und unabhängiger von einzelnen Lieferanten<br />

zu werden, wird derzeit auf europäischer Ebene<br />

ein Rohstoff-Gesetz erarbeitet, welches konkrete<br />

Maßnahmen für eine Reihe dieser Rohstoffe und<br />

Metalle vorsieht.<br />

CDU-Fraktion ist Motor<br />

der Regierungsarbeit<br />

Auf dieses neue starke Team können sich die <strong>Berliner</strong>innen<br />

und <strong>Berliner</strong> verlassen: Bei der Wiederholungswahl<br />

machten sie ihre CDU-Fraktion größer,<br />

bunter und weiblicher. Mit 28,2 Prozent der Stimmen<br />

und 52 Abgeordneten, darunter 13 Frauen, ist die<br />

Union jetzt die mit Abstand stärkste Kraft der Stadt.<br />

Ein klarer Wählerauftrag, der zu einem respekt- und<br />

verantwortungsvollen Handeln verpflichtet.<br />

Die Botschaft der Wählerinnen und Wähler ist<br />

unmissverständlich: Macht es besser, kümmert<br />

euch um unsere Alltagssorgen. Und vor allem: lasst<br />

niemanden zurück, wie das in den letzten sechs<br />

Jahren leider viel zu oft geschehen ist. Nehmt die<br />

ganze Stadt in den Fokus. Daraus entwickelte sich<br />

das klare Versprechen für die nächsten dreieinhalb<br />

Jahre im Koalitionsvertrag: Wir wollen „Das Beste<br />

für Berlin.“<br />

Ein wichtiger Schlüssel dahin ist Geschlossenheit.<br />

Die demonstrierten die CDU-Parlamentarier<br />

schon bei der Wahl ihres Vorstands eindrucksvoll:<br />

So erhielt Dirk Stettner als Vorsitzender 92 Prozent<br />

der Stimmen. Ein respektvolles Ergebnis, auf das<br />

manche politische Mitbewerber voller Neid blicken.<br />

Stettner, verheiratet, drei Kinder, ist Unternehmer,<br />

2011 erstmals ins Abgeordnetenhaus gewählt. Wie<br />

seine Kollegen spricht er mit den Menschen, kennt<br />

ihre Sorgen und Nöte. Er weiß, was in den letzten<br />

sechs Jahren in unserer Stadt alles vernachlässigt<br />

wurde, wo es endlich besser laufen muss.<br />

Stettner sieht die CDU-Fraktion als Motor der<br />

Regierungsarbeit. Sein Motto „pragmatisch statt<br />

dogmatisch“ hebt sich wohltuend ab von der Politik<br />

der Bevormundung und der Ausgrenzung vieler<br />

<strong>Berliner</strong> in den letzten Jahren. Ihm und der CDU-<br />

Fraktion geht es darum, die Menschen in Entscheidungen<br />

mehr einzubinden, sie zu überzeugen. Das<br />

geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem neuen<br />

CDU-geführten Senat unter dem Regierenden Bürgermeister<br />

Kai Wegner.<br />

Die Zeit drängt, denn bis zu den nächsten Wahlen<br />

sind es nur rund dreieinhalb Jahre. Daher gibt<br />

es zum Start anstelle eines 100-Tage- diesmal ein<br />

Sofortprogramm mit klaren Prioritäten, die jetzt<br />

schnell umgesetzt werden. Eine Vielzahl von Antragsinitiativen<br />

für den „Aufbruch Berlin“ steht vor<br />

ihrer Finalisierung. Denn eines ist doch klar: Die<br />

<strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> wollen nicht warten, sie<br />

wollen Ergebnisse. Wir auch.<br />

Nicht jedes Problem wird sich über Nacht lösen<br />

lassen. Der Kassensturz verdeutlichte, dass es für<br />

Extrawünsche kaum noch Spielräume gibt. Wir haben<br />

uns entschlossen, dennoch das Beste für die<br />

<strong>Berliner</strong>innen und <strong>Berliner</strong> herauszuholen. Vor uns<br />

steht ein arbeitsreicher und schwerer Weg, Das<br />

wird nicht einfach werden. Aber dann könnte das<br />

auch jeder.<br />

Erinnern Sie sich an das Containerschiff „Ever<br />

Given“, das im Suezkanal feststeckte? Mehr als<br />

zwei Jahre ist das schon her. Doch wie die Corona-Pandemie<br />

und nun der Krieg in der Ukraine hat<br />

uns die Blockade einer der weltweit wichtigsten<br />

Handelswege gezeigt, wie abhängig die europäische<br />

Wirtschaft von funktionierenden Lieferketten ist.<br />

Die Auswirkungen dieser externen Schocks sind<br />

bis heute spürbar: Autos haben lange Lieferzeiten,<br />

Unternehmen müssen bei vielen Produkten auf Engpässe<br />

bei Material und Lieferanten reagieren, kluge<br />

Firmen haben in den letzten zwei Jahren einiges<br />

Geld in Vorratshaltung investiert.<br />

All diese Schwierigkeiten treffen auf neue, auf<br />

europäischer und nationaler Ebene festgelegte Ziele:<br />

mehr Klimaschutz, mehr Digitalisierung, eine stärkere<br />

geopolitische Diversifizierung und bessere<br />

Verteidigung. Doch dafür werden mehr Rohstoffe<br />

benötigt, kritische Rohstoffe, die auf europäischem<br />

Boden teils selten vorkommen bzw. lange nicht gefördert<br />

wurden. Seltene Erden beispielsweise werden<br />

zu fast 100% aus China importiert. Lithium,<br />

der Rohstoff für Batterien, musste 2<strong>02</strong>2 dreimal<br />

so teuer eingekauft werden wie 2<strong>02</strong>1. Magnesium<br />

stammt zu über 90% aus China, Kobalt zu fast 70%<br />

aus der Demokratischen Republik Kongo.<br />

IMPRESSUM CDU-Landesverband Berlin, Steifensandstraße 8,<br />

14057 Berlin, Tel.: 030 - 32 69 04 -0, cduberlin@cdu.berlin;<br />

REDAKTIONSLEITUNG: Stefan Evers; CHEFREDAKTEUR: Dirk Reitze;<br />

REDAKTION: Janine Remme, Oliver Cywinski;<br />

SATZ/BILD: André Laurman-Urbanski; Druckerei: Vetters<br />

BILDNACHWEIS von oben links nach unten rechts: Seite 1: Tobias<br />

Koch; Seite 3: Büro Stefan Evers; Seite 4 und 5: Kai Wegner; Seite 6<br />

und 7: iStock@sborisov, Yves Sucksdorff, Anne Hufnagl, 3x Hans-<br />

Christian Plambeck‚ Dirk Hasskarl, Tobias Koch; Seite 8: Benjamin<br />

Raschke, Büro Nadja Zivkovic, Dirk Reitze; Seite 9: Seite 10: Tobias<br />

Hildegard Bentele, <strong>Berliner</strong> Europaabgeordnete<br />

und Berichterstatterin der EVP-Fraktion: „Die<br />

Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wird in den<br />

nächsten Jahren massiv zunehmen. Nickel, Kobalt,<br />

Lithium sind schon jetzt knapp und teuer, aber bspw.<br />

für Solarzellen und Batterien unverzichtbar. Daher<br />

müssen wir in der EU gemeinsam Maßnahmen ergreifen,<br />

um die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe für<br />

unsere Wirtschaft und für strategische Zukunftstechnologien<br />

zu sichern.“<br />

Laut Bentele strebt die EU bis 2030 folgendes an:<br />

• • 10% 10% der Rohstoffe sollen sollen in in Europa Europa abgebaut abgebaut<br />

werden.<br />

werden.<br />

• • 40% 40% der der Weiterverarbeitung Weiterverarbeitung der der Rohstoffe Rohstoffe<br />

soll in Europa soll in Europa stattfinden. stattfinden.<br />

• • Zukünftig müssen müssen Unternehmen Unternehmen dafür dafür Sorge Sorge<br />

tragen, tragen, dass sie dass ihre sie Rohstofflieferketten ihre Rohstofflieferketten diversifizierenversifizieren,<br />

max. 65 % soll max. dann 65 % nur soll noch dann aus nur noch einem<br />

di-<br />

Land kommen aus einem dürfen. Land kommen dürfen.<br />

• • 15% 15% soll soll durch durch Recycling Recycling wiederverwendet<br />

wiederverwendet<br />

werden. werden.<br />

„Besonders wichtig sind aus meiner Sicht die vorgesehene<br />

Beschleunigung von Genehmigungsverfahren<br />

und die Umsetzung strategischer Projekte,“ so<br />

Bentele, „außerdem fordere ich die EU-Kommission<br />

auf, eine Rohstoffaußenpolitik mit verlässlichen<br />

Partnern wie Kanada, Chile, Australien oder Norwegen<br />

aufzubauen.“<br />

Derzeit verhandelt Hildegard Bentele im Europäischen<br />

Parlament mit den Berichterstattern der<br />

anderen Fraktionen, die Abstimmung im Plenum ist<br />

für Oktober geplant.<br />

Koch; Seite 11: Patrick Liesner; Seite 12: Büro Dr. Luczak, Tobias<br />

Koch; Seite 13: Pixabay@Mariakray, Stefan Müller, Thomas Breher;<br />

Seite 14: Büro Dirk Stettner; Seite 15: Felix Schoenebck; Seite<br />

16: ALU, David Marschalsky & Dirk Pagels, Wikipedia@Fridolin_<br />

Freudenfett, Lange Nacht der Museen@Katinka Schütt Pixabay@<br />

Rydah<br />

Für nicht angeforderte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die<br />

Meinung der Redaktion wieder. Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag<br />

enthalten. Erscheinungsweise: erscheint einmal im Quartal.<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3 BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3


16<br />

Urlaub auf Balkonen<br />

kann sich lohnen –<br />

zumindest in Berlin<br />

<strong>Berliner</strong> wollen diesen Sommer verreisen, schreiben<br />

die Zeitungen. Manche von ihnen, werden in ihrer<br />

Heimatstadt allerdings etwas verpassen, denn Berlin hat<br />

gerade im Sommer viele hochkarätige Events zu bieten.<br />

So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele der über<br />

10 Millionen Berlinbesucher gerade im Sommer einen<br />

Abstecher in die Kulturhauptstadt Deutschlands unternehmen.<br />

Die Zahl der Veranstaltungen ist so zahlreich,<br />

dass die größte Herausforderung beim Abfassen dieses<br />

Artikels die Auswahl darstellte. Letztlich haben wir uns<br />

für eine bunte Mischung aus Tanz, Politik, Kultur und<br />

Natur entschieden.<br />

CDU Landesverband Berlin, Steifensandstr. 8, 14057 Berlin<br />

Bundesregierung am<br />

19. und 20. August an.<br />

Hunderttausende Besucher<br />

nutzen jedes<br />

Jahr die Gelegenheit,<br />

einen Blick hinter die<br />

Kulissen der Bundesregierung<br />

und den<br />

Arbeitsalltag von Politikern zu werfen. Und vielleicht<br />

können Sie ja auch dem einen oder der anderen so<br />

richtig die Meinung sagen.<br />

Wer feiern und gleichzeitig für die Vielfalt in Berlin<br />

demonstrieren will, dem empfehlen wir am 22. Juli den<br />

Umzug zum Christopher Street Day mit erwartet mehr<br />

als einer Million Teilnehmern. Der Umzug ist seit 1979<br />

fester Bestandteil des <strong>Berliner</strong> Veranstaltungskalenders<br />

und international bekannt. Das diesjährige Motto<br />

lautet: „Be their voice - and ours! ...für mehr Empathie<br />

und Solidarität!“ Mit dabei natürlich wieder ein großer<br />

Wagen der LSU Berlin.<br />

Sie wollen es stattdessen<br />

ruhiger angehen<br />

lassen und<br />

raus ins Grüne?<br />

Dann könnte ein Besuch<br />

der Botanischen<br />

Nacht am 14. und 15.<br />

Juli etwas für Sie<br />

sein. Für 39,50 Euro (Kinder bis 12 Jahren kostenlos)<br />

können Sie sich von einem in Lichterglanz erstrahlenden<br />

Botanischen Garten verzaubern lassen und acht<br />

magische Naturwelten besichtigen.<br />

Sie sind politisch interessiert und von der Parlamentarischen<br />

Sommerpause gelangweilt? Dann bietet sich<br />

ein kostenloser Besuch beim Tag der offenen Tür der<br />

Zum Schluss ein<br />

Klassiker im Bereich<br />

Kultur aus dem <strong>Berliner</strong><br />

Veranstaltungskalender<br />

- die lange<br />

Nacht der Museen<br />

am 26. August. Dieses<br />

Jahr beteiligen<br />

sich über 70 Museen an der bis 2 Uhr morgens dauernden<br />

langen Nacht und locken Gäste mit Workshops,<br />

Expressführungen, Künstlergesprächen und kulinarischen<br />

Überraschungen.<br />

Die bisherigen Empfehlungen waren<br />

nichts für Sie, da Sie gerade dem Trubel<br />

der Hauptstadt entkommen wollen?<br />

Dann fahren Sie doch ins Umland, da<br />

wo keine Lichter stören! Bevorzugt<br />

am Abend vom 12. auf den 13. August.<br />

Dann streift die Erde den Meteorenschauer<br />

der Persiden und tausende<br />

von Sternschnuppen verglühen am<br />

Firmament.<br />

Wir wünschen Ihnen einen Sommer voller bleibender<br />

Erinnerungen, Ihre CDU Berlin<br />

BERLINER RUNDSCHAU 2/2<strong>02</strong>3

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