Oberlandler Juli 2023: Sommerliche Geschichten und Traditionen im Oberland
Die Juli-Ausgabe des Magazins Oberlandler bietet eine faszinierende Mischung aus traditionellen Handwerken, regionalen Veranstaltungen und sommerlichen Rezepten aus dem Oberland. Von der Lodenherstellung über inspirierende Porträts lokaler Künstler wie Cornelia Heinzel-Lichtwark bis hin zu kulinarischen Highlights und integrativen Sportprojekten – das Magazin zeigt die Vielfalt und das lebendige Miteinander in der Region. Leser können sich auf spannende Einblicke in das Handwerk, kulturelle Ereignisse und sommerliche Genussmomente freuen.
Die Juli-Ausgabe des Magazins Oberlandler bietet eine faszinierende Mischung aus traditionellen Handwerken, regionalen Veranstaltungen und sommerlichen Rezepten aus dem Oberland. Von der Lodenherstellung über inspirierende Porträts lokaler Künstler wie Cornelia Heinzel-Lichtwark bis hin zu kulinarischen Highlights und integrativen Sportprojekten – das Magazin zeigt die Vielfalt und das lebendige Miteinander in der Region. Leser können sich auf spannende Einblicke in das Handwerk, kulturelle Ereignisse und sommerliche Genussmomente freuen.
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Impressum<br />
2/<strong>2023</strong><br />
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ist ein Produkt von<br />
Liebe Leserinnen, liebe Leser,<br />
Wenn alles grünt <strong>und</strong> blüht, dann ist endlich Sommer<br />
in unserem schönen <strong>Oberland</strong>. Und in dieser<br />
w<strong>und</strong>erbaren Jahreszeit, darf natürlich auch ein neuer<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> nicht fehlen. Und der hat es wirklich in sich.<br />
Wir widmen uns Themen aus dem Landkreis, die<br />
facettenreicher nicht sein könnten: Wir besuchten die<br />
Pferdeklinik am Kirchberg <strong>und</strong> bekamen spektakuläre<br />
Einsichten, durften den Lodenherstellern von Loden Reiter<br />
über die Schulter schauen, auf eine besondere Stadtführung<br />
gehen <strong>und</strong> be<strong>im</strong> Bauen eines Weltmeister-Bobs<br />
von Carbon Singer dabei sein. Außerdem öffnete uns<br />
Künstlerin Cornelia Heinzel-Lichtwark ihr Atelier<br />
<strong>und</strong> machte uns mit ihren Illustrationen gute Laune.<br />
Apropos gute Laune – eine ganz große Portion davon<br />
gibt es in unserem Thema „Grenzenlose Gemeinschaft“,<br />
bei der wir mit der Inklusions-Sportsparte der SG Hausham,<br />
Handicap Integrativ, unterwegs waren. Ein tolles Projekt!<br />
Sie sehen, dieser <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> zeigt wieder einmal<br />
wie einzigartig die Menschen <strong>und</strong> <strong>Geschichten</strong><br />
in unserer He<strong>im</strong>at sind.<br />
Viel Spaß be<strong>im</strong> Lesen.<br />
Ihr <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>-Team<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> auf<br />
Facebook <strong>und</strong><br />
Instagram !<br />
Impressum<br />
Verlag<br />
Zeitungsverlag Oberbayern GmbH & Co. KG<br />
Pfaffenrieder Straße 9, 82515 Wolfratshausen<br />
Verantwortlich für den Inhalt<br />
Stefan Hampel<br />
Redaktion<br />
Susanne Mayr-Flach<br />
Autoren<br />
Selina Benda, Heidi Siefert, Kathrin Suda,<br />
Judith Weber<br />
Fotos<br />
Hanna Braun, Jackscorner Thomas Griesbeck,<br />
Manfred Lehner, Thomas Plettenberg,<br />
Lisa Ploschka<br />
Anzeigen<br />
Wolfgang Ober (Ltg.),<br />
Stephanie Spieß, Florian Kreuzmayr,<br />
Michaela Köster, Katharina Reile,<br />
Renate Konstanzer, Andrea Menhofer<br />
Grafik: Martin Lobinger (PMS Penzberg)<br />
Druck: Mayr Miesbach<br />
Kontakt<br />
Merkur tz MEDIA<br />
Schlierseer Straße 4, 83714 Miesbach<br />
Telefon 0 80 25 / 285-55<br />
miesbach@merkurtz.media<br />
www.merkurtz.media<br />
oberlandlermagazin<br />
Der <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> ist käuflich erhältlich<br />
<strong>im</strong> Medienhaus Miesbach<br />
Für die besonderenMomente des Lebens<br />
Gute Laune Block<br />
Für dich<br />
Gute Laune Block<br />
Danke<br />
Gute Laune Block<br />
Für Notizen <strong>und</strong> Botschaften an liebe Menschen<br />
Herzliche<br />
Grüßeaus<br />
Holzkirchen<br />
Gute Laune Block<br />
Für Notizen <strong>und</strong> Botschaften an liebe Menschen<br />
in Obb.<br />
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Herzlichen Glückwunsch<br />
zum Geburtstag<br />
Wir feiern gerne mit dir.<br />
Zur Hochzeit<br />
Und plötzlich weißt du:<br />
Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen<br />
<strong>und</strong> dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.<br />
Meister Eckhart<br />
Wir freuen uns<br />
miteuch!<br />
Alles Liebe zum<br />
Geburtstag!<br />
Schön, dass es<br />
dich gibt!<br />
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag<br />
Auf in ein neues Lebensjahr mit vielen neuen Abenteuern.<br />
Egal wie dein leben verläuft,<br />
Hauptsache, du findest <strong>im</strong>mer wieder eine Türe<br />
<strong>und</strong> folgst dem Wegweiser deines Herzens.<br />
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Wir freuen uns<br />
auf Ihren Besuch!<br />
3 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
03 Editorial<br />
Impressum<br />
06 Tierische Illustrationen<br />
Künstlerin Cornelia Heinzel-Lichtwark<br />
14 Naturstoff<br />
Die Lodenherstellung<br />
Titelgeschichte<br />
22 Wuide Hehna<br />
„Ratschkathl“ Agnes Kraus<br />
26 Grenzenlose Gemeinschaft<br />
Integrativer Sport<br />
40 Raffinierte Sommerküche<br />
Rezepte zum Nachkochen<br />
48 Schnelles Carbon<br />
Weltmeister-Bobs aus Bad Feilnbach<br />
58 Große Patienten<br />
Pferdeklinik am Kirchberg<br />
66 Lieblings-Stücke<br />
Einkaufstipps<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 4
5 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong><br />
Erfolgreich seit 2014
Als Kind war es ihr größter Wunsch, Bäuerin zu werden. Heute zaubern ihre tierischen<br />
Illustrationen ein Lächeln auf die Lippen ihrer Betrachter. Die Geschichte einer<br />
vielschichtigen Frau, die nicht zurückblickt <strong>und</strong> die ihr Leben ihrer Leidenschaft<br />
verschrieben hat – die Künstlerin Cornelia Heinzel-Lichtwark.<br />
Text: Selina Benda | Fotos: Hanna Braun<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 6
Ein Leben für die Kunst<br />
7 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Wenn der Geruch von frisch gemähtem<br />
Gras in der Luft liegt, dann hebt Cornelia<br />
Heinzel-Lichtwark auch heute noch<br />
genussvoll die Nase aus der Tür <strong>und</strong> atmet diesen<br />
einzigartigen Duft ein. Heute sind es die Wiesen<br />
r<strong>und</strong> um ihren Lebensmittelpunkt am Schliersee,<br />
die ihr während der Mahd <strong>im</strong> Sommer diese kleinen<br />
Glücksmomente bescheren. Als Kind waren<br />
es die Wiesen in Seeshaupt am Starnberger See,<br />
auf welchen sie herumtollte <strong>und</strong> sich wünschte,<br />
eines Tages Bäuerin zu werden. „Dass es dann<br />
doch nichts mit der Landwirtschaft wurde,<br />
verdanke ich meiner Bequemlichkeit“, erzählt<br />
sie lachend. Denn schon von klein auf war es die<br />
Kunst, welche Cornelia Heinzel-Lichtwark in<br />
ihren Bann zog.<br />
Am liebsten arbeitet Cornelia Heinzel-Lichtwark früh morgens.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 8
„Ich wollte<br />
einfach nur malen“<br />
Die Mutter führte sie <strong>und</strong> ihre vier Geschwister in die<br />
Welt aus Theater <strong>und</strong> Kunst ein, <strong>und</strong> die junge Cornelia<br />
begann schon früh mit dem porträtieren ihrer Familienmitglieder.<br />
„Ich habe <strong>im</strong>mer gezeichnet, gebastelt<br />
oder den Bauern be<strong>im</strong> Heu machen geholfen“, sagt<br />
sie. Es sei eine schöne <strong>und</strong> vor allem freie Kindheit<br />
gewesen. Nach ihrer Mittleren Reife entschied die<br />
damals 16-Jährige, dass es nun Zeit sei, sich gänzlich<br />
ihrer Leidenschaft zu widmen. „Ich wollte einfach nur<br />
malen“, erinnert sie sich. Durch ein Hospitationssemester<br />
erhielt sie einen Studienplatz an der Folkwang<br />
Universität der Künste in Essen. Doch als lebender<br />
Freigeist sagte ihr das Studium der angewandten Kunst<br />
schon nach drei weiteren Semestern nicht mehr zu, <strong>und</strong><br />
so wechselte sie an die damaligen Kölner Werkschulen,<br />
um dort freie Grafik zu studieren. „Freie Grafik, freies<br />
Leben, Hippie-Zeit – es war w<strong>und</strong>ervoll“, erzählt die<br />
heute 74-Jährige.<br />
Menschen sind zentrales Thema ihrer Kunst.<br />
StadtMiesbach<br />
Veranstaltungen<br />
30.06. -<br />
09.07.<br />
07.07.<br />
Volksfest<br />
Tag der offenen Türe<br />
<strong>Oberland</strong> Werkstätten<br />
14.07. -<br />
15.07.<br />
22.07.<br />
Schupfenfest der Haberer<br />
08.07. Obstgartenfest 27.07. Martin’s Street Bar<br />
08.07. Abenteuer F<strong>und</strong>grube<br />
Spielzeugflohmarkt<br />
04.08. -<br />
06.08.<br />
Mittelalterfest<br />
09.07. Musik-Frühstück <strong>im</strong><br />
Fritz-Fre<strong>und</strong>-Park<br />
09.08. Kulinarischer Abend<br />
13.07. Martin’s Street Bar 11.08. - Waldfest<br />
12.08.<br />
Stadtfest der Vereine<br />
50 JahreARGE<br />
Grüner Markt jeden Donnerstag 06:30 -13:00 Uhr am Marktplatz<br />
weitereInfos unter: www.miesbach.de Miesbach<br />
9 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Arbeiten von überall<br />
Dort standen unter anderem Radierungen, Lithografien<br />
<strong>und</strong> Holzschnitte auf dem Programm, <strong>und</strong> mit 21<br />
Jahren hielt sie bereits ihr Diplom in den Händen. Doch<br />
in Köln sollte sie nicht nur ihren Weg in ihren Beruf<br />
finden, sondern auch ihren zukünftigen Ehemann,<br />
den Ornithologen <strong>und</strong> Vogelmaler Herrmann Heinzel.<br />
Gemeinsam machten sie sich nach ihrem Abschluss auf<br />
einen Roadtrip durch Europa auf. „Wir konnten unsere<br />
Arbeit ja <strong>im</strong>mer überall mit hinnehmen, das war toll“,<br />
erzählt Cornelia Heinzel-Lichtwark. In Andorra wurde<br />
das Paar sesshaft, pendelte bis 1972 zwischen Bonn<br />
<strong>und</strong> den Pyrenäen. „Ich arbeitete dort große Aufträge<br />
ab, kopierte für Ahnengalerien die Pastellbilder aus<br />
dem 16. Jahrh<strong>und</strong>ert.“ Als das erste Kind kam, zogen<br />
sie komplett nach Spanien. Fünf Jahre blieb die Familie<br />
dort. 1977 ging es mit den mittlerweile zwei Kindern in<br />
ein Dorf in der Nähe von Toulouse. Ein altes Bauernhaus<br />
in Südfrankreich wurde der Lebensmittelpunkt der<br />
Familie, das dritte Kind kam zur Welt.<br />
Die Nächte gehörten<br />
der Kunst<br />
Obwohl sich Cornelia Heinzel-Lichtwark dort mit den<br />
Jahren auch als Künstlerin einen Namen machte <strong>und</strong><br />
in ihrem „Atelier de la Save“ 15 Jahre lang mit großer<br />
Freude Kunstunterricht gab - ihre große Leidenschaft<br />
musste sie stets zweitrangig behandeln. Neben ihren<br />
drei eigenen Kindern nahm sie auch die Tochter ihrer<br />
verstorbenen Schwester bei sich auf „Ich war der Mittelpunkt<br />
der Familie“, sagt sie. Ihr Mann reiste <strong>im</strong>mer<br />
wieder an die entferntesten Orte auf dem Globus, um<br />
seine Vogelstudien <strong>und</strong> -malereien anzufertigen. Das<br />
alte Bauernhaus wurde ständig renoviert. „Außerdem<br />
hatten wir einen schieren Zoo zuhause: Enten, Esel, Ziegen.“<br />
Nachts zwischen zehn <strong>und</strong> zwei Uhr hatte sie Zeit<br />
um ihrer Kunst nachzugehen. Auch damals waren es vor<br />
allem Porträts der Familie sowie Skulpturen aus Stein,<br />
Holz <strong>und</strong> Ton, die meistens sofort in oder am Haus eingebaut<br />
wurden. „Ich wollte endlich einfach nur wieder<br />
arbeiten, <strong>und</strong> in all den Jahren habe ich mir gesagt,<br />
mein Tag wird kommen.“ Sie sollte recht behalten. Doch<br />
das geschah nicht plötzlich. „Es war ein langer Prozess“,<br />
sagt sie rückblickend. Als das letzte der vier Kinder sein<br />
Studium abgeschlossen hatte, packte Cornelia Heinzel-<br />
Lichtwark eines Morgens ihre Lieblings-Bastelschere,<br />
ein paar gute Pinsel <strong>und</strong> ein bisschen Kleidung in eine<br />
kleine Reisetasche. Der Tag war gekommen. Mit 53 Jahren<br />
wagte sie den Sprung ins kalte Wasser <strong>und</strong> verließ<br />
ihren Mann <strong>und</strong> Frankreich.<br />
Überall <strong>im</strong> Atelier hängen <strong>und</strong> stehen ihre Werke.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 10
Ein neues Leben<br />
am Schliersee<br />
Ein Brieffre<strong>und</strong> der Künstlerin lebte am Schliersee, bot<br />
ihr an, auf unbest<strong>im</strong>mte Zeit in dem großen Haus mit<br />
zu wohnen. Ob sie bereute, diesen Schritt gegangen zu<br />
sein? „Nein, denn ich war neugierig auf mich selbst, was<br />
ich alles machen kann, wenn ich nur Zeit dafür habe.“<br />
Eine große Portion Selbstvertrauen sei ihr in die Wiege<br />
gelegt worden, <strong>und</strong> das habe geholfen, lacht Cornelia<br />
Heinzel-Lichtwark. Um in der neuen He<strong>im</strong>at Fuß fassen<br />
zu können, arbeitete sie zwei Jahre in einem Grafikbüro<br />
in Miesbach, widmete sich nebenbei aber <strong>im</strong>mer ihrer<br />
Kunst. Die ersten Buchillustrationen entstanden,<br />
zusammen mit dem Bayerischen R<strong>und</strong>funk kam das<br />
„Betthupferl-Buch“ heraus. Erst mit der Zeit wurden<br />
es Märchen-Illustrationen <strong>im</strong> Großformat. Erste Einzelausstellungen<br />
folgten, Stück für Stück fand sie den<br />
Weg in die regionale Kunst- <strong>und</strong> Kulturszene. Sie fing<br />
an, ihre Illustrationen aus Metall, Holz <strong>und</strong> Modelliermasse<br />
nachzubauen. Es entstanden auch sogenannte<br />
„<strong>Geschichten</strong>kästchen“. Kleine Kästen mit noch kleineren<br />
Einrichtungen <strong>und</strong> Figuren, welche märchenhafte,<br />
verrückte <strong>und</strong> irrwitzige Szenerien beinhalten.<br />
Vermenschlichte Tiere illustriert sie am liebsten.<br />
11 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Ein außergewöhnliches<br />
Projekt<br />
„Ich brauche alles in meinem Leben - gestalten, zeichnen<br />
<strong>und</strong> malen“, sagt Cornelia Heinzel-Lichtwark.<br />
Ein Atelier musste her, <strong>und</strong> durch einen Glücksfall<br />
kam sie zu den Räumlichkeiten auf der Rückseite des<br />
Schnapperhofes in Fischhausen, wo sie seit 2011 nun<br />
ihr „Atelier am Schliersee“ hat. Doch bevor sie sich<br />
dort völlig ihrer Kunst <strong>und</strong> dem Unterrichten widmen<br />
konnte, begleitete sie noch ihren guten Fre<strong>und</strong> auf<br />
seinem Sterbeweg. Wochenlang stellte sie jeden Morgen<br />
um neun Uhr ihre Staffelei neben sein Bett, machte<br />
klassische Musik an <strong>und</strong> porträtierte ihn. „Er lag da<br />
völlig entspannt <strong>und</strong> war einfach nur froh, dass ich bei<br />
ihm war“, erzählt die Künstlerin. Für sie sei es schon der<br />
gesamte Trauerprozess gewesen. Nach seinem Tod fing<br />
sie an, wieder Kindergruppen in Kunst zu unterrichten,<br />
machte mit ganzen Schulklassen gemeinsam Projekte,<br />
gab in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzb<strong>und</strong><br />
einen Kunstworkshop für Flüchtlingskinder. Die Arbeit<br />
mit den jungen Nachwuchskünstlern habe ihr schon ihr<br />
ganzes Leben lang enorme Freude bereitet. „Erwachsene<br />
haben <strong>im</strong>mer das Problem, dass sie sich selbst l<strong>im</strong>itieren<br />
<strong>und</strong> bewerten“, sagt die Malerin. Sich selbst begrenzt<br />
hat sich Cornelia Heinzel-Lichtwark in ihrer Kunst nie.<br />
Frühere Werke übermalte sie auch mal, <strong>und</strong> so entstand<br />
ihre Werkgruppe „Kindheit“. Große Acrylbilder, welche<br />
ihre Kinder vor collageähnlichen Hintergründen zeigen.<br />
„Der Mensch steht bei mir <strong>im</strong> Vordergr<strong>und</strong>“, sagt sie.<br />
„Ich bin mir selbst nicht beleidigt“, sagt sie über ihre Selbstporträts.<br />
Vermenschlichte Tiere<br />
Cornelia Heinzel-Lichtwark ist eine Frau voller Humor,<br />
die sich selbst <strong>und</strong> das Leben mit all seinen Höhen <strong>und</strong><br />
Tiefen nicht allzu ernst n<strong>im</strong>mt. Eine gute Voraussetzung<br />
für ihre Reihe von Selbstporträts, die sie mit den Jahren<br />
anfertigte. Titel wie „Ohne Krone“, als sie sich selbst<br />
ohne Zahnersatz malte, oder „Tatsachenbericht“, ein<br />
Bild welches ohne Schönmalerei vor dem Spiegel entstand,<br />
bezeugen diese Lebenseinstellung. „Ich nehme<br />
mich selbst gerne als Modell, denn mir selbst bin ich<br />
nicht beleidigt“, sagt sie schmunzelnd. Lachen muss sie<br />
selbst auch be<strong>im</strong> Anblick ihrer vielen, ja h<strong>und</strong>erten von<br />
Illustrationen. „Vermenschlichte Tiere“, sagt sie selbst<br />
zu den Kühen <strong>im</strong> Dirndl mit Maßkrug in der Klaue, den<br />
Vögeln in edlen Gewändern oder dem Nilpferd auf dem<br />
Einrad. „Ich finde, Menschen sehen oft aus wie Tiere,<br />
<strong>und</strong> das inspiriert mich.“ Diese witzigen Bildnisse sind<br />
mittlerweile beliebte Postkartenmotive, <strong>und</strong> der jährliche<br />
„Schlierseer Tierkalender“ erfreut seine Besitzer.<br />
Beides müsse sich die Waage halten in der Kunst, die<br />
Freude <strong>und</strong> der Ernst. „Die Selbstporträts sind Knochenarbeit,<br />
da wird man mit all seinen Gefühlen konfrontiert.<br />
Die Tiere hingegen sind leicht <strong>und</strong> humorvoll“.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 12
Das Leben ist<br />
schön <strong>und</strong> bunt<br />
„Der Hauptanteil meiner Arbeit ist die Veränderung“, sagt<br />
Cornelia Heinzel-Lichtwark. Rückblickend trifft dies wohl<br />
auch auf ihr ereignisreiches Leben zu. „Das Leben ist schön<br />
<strong>und</strong> bunt, ich mag das“. Was die Künstlerin übrigens nie<br />
malen wird, sind Landschaften. „Die reizen mich so gar nicht“,<br />
lacht sie. Ihr reicht es heute, den w<strong>und</strong>erschönen Ausblick von<br />
ihrem Atelier auf den Schliersee zu genießen, sich voll <strong>und</strong><br />
ganz ihrer Leidenschaft zu widmen <strong>und</strong> <strong>im</strong> Sommer ab <strong>und</strong> an<br />
den Duft der frisch gemähten Wiesen zu erhaschen. |<br />
Cornelia Heinzel-Lichtwark<br />
Atelier am Schliersee<br />
Neuhauser Straße 17<br />
83727 Schliersee<br />
www.atelier-am-schliersee.de<br />
corneliaheinzel<br />
13 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Loden –<br />
Funktionskleidung<br />
aus dem<br />
elften Jahrh<strong>und</strong>ert<br />
Kenner haben ihn <strong>im</strong>mer geschätzt.<br />
Aber zunehmend sind auch Menschen vom Loden <strong>und</strong> seinen<br />
überzeugenden Eigenschaften begeistert, die ihn bisher nicht trugen.<br />
Aus dem <strong>Oberland</strong> ist er ohnehin nicht wegzudenken, kleidet er nicht nur Jäger,<br />
sondern ist vor allem der Stoff, aus dem die he<strong>im</strong>ische Miesbacher Tracht<br />
geschneidert ist. Das Trachtenhaus Karl Jäger <strong>und</strong> Reiter-Loden<br />
nehmen dabei eine entscheidende Rolle ein.<br />
Text: Heidi Siefert | Fotos: Thomas Plettenberg<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 14
15 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Johannes Reiter sitzt am Küchentisch seines<br />
Elternhauses. Vor sich einen Ordner randvoll mit<br />
eingehefteten Bögen, in denen zusammengetragen<br />
ist, was es zu wissen gilt von Wollqualitäten,<br />
Garneigenschaften <strong>und</strong> Webbildern. Da gibt es Blätter<br />
mit kleinen Büscheln von Rohwolle, Garne unterschiedlicher<br />
Farbe <strong>und</strong> Stärke <strong>und</strong> kleine Stoffstücke, die dem<br />
Laien auf den ersten Blick bisweilen gleich erscheinen,<br />
mit den Erklärungen des Fachmanns aber auch für das<br />
ungeübte Auge durchaus erkennbar unterschiedlich<br />
sind. Vor allem aber ist viel zu jedem einzelnen Musterstück<br />
notiert, woraus der Experte wie in einem Buch<br />
lesen kann, aus welchem Ausgangsmaterial er mit welchen<br />
Bearbeitungsschritten welche Ergebnisse erzielen<br />
kann. Er erzählt von weichem, elegantem Loden aus<br />
Merino, oder besonders robustem aus der Wolle he<strong>im</strong>ischer<br />
Bergschafe, schwärmt von der schönen, intensiven<br />
Farbe dunkelbrauner Alpakas, deren Schwachpunkt<br />
es ist, dass sich ihre Wolle nicht gut walken lässt, <strong>und</strong><br />
beschreibt, wie es gilt mit Naturwollen von verschiedenen<br />
Orten weltweit passende Garne zu komponieren.<br />
Etwa sieben bis zehn Farbnuancen brauche es für einen<br />
schön strukturierten Stoff, dessen Zusammenstellung<br />
er mit der Konstruktion be<strong>im</strong> Hausbau vergleicht.<br />
Jeweils unterlegt durch die passenden Stücke, die seine<br />
Erklärungen anschaulich machen.<br />
Die Anfänge<br />
Reiter (59) ist in die Lodenweberei hineingewachsen.<br />
„Dort am Hang hatten wir Schafe“, deutet er auf die steile<br />
Wiese gleich hinterm Haus. Auch die einstige Weberei<br />
sieht man vom Fenster aus <strong>und</strong> kann sich gut das Klappern<br />
des Webstuhls vorstellen, das bei den Reiters in<br />
Dietramszell einzog, als es den Großeltern aus Vernunft<br />
geboten schien, dass ihr ältester Sohn Josef neben der<br />
Landwirtschaft auch einen handwerklichen Beruf erlerne.<br />
Weil in der Nachkriegszeit Textilien Mangelware<br />
waren, entstand die Idee eine Weberei zu gründen. Der<br />
15-jährige Josef trat 1947 seine Lehre in der Handweberei<br />
Sigm<strong>und</strong> von Weech in Riedern bei Moosrain an <strong>und</strong><br />
war von Anfang an begeistert von dieser Arbeit.<br />
Grafiken: Panthermedia/kamenuka<br />
Johannes Reiter mit einem Ballen des selbst hergestellten Loden.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 16
Aus Vernunft<br />
wird Leidenschaft<br />
Die Weberei von Weech fertigte mit teilweise mehr als<br />
h<strong>und</strong>ert Mitarbeitern technisch <strong>und</strong> künstlerisch anspruchsvolle<br />
Woll- <strong>und</strong> Möbelstoffe sowie Wohntextilien<br />
<strong>und</strong> Dekostoffe, deren Design teilweise von Bauhaus-<br />
Gestaltungsprinzipien beeinflusst waren. Josef Reiter<br />
ermöglichte das nicht nur eine f<strong>und</strong>ierte handwerkliche<br />
Ausbildung. Er konnte sich auch einen großen Überblick<br />
über die unterschiedlichsten Facetten der Weberei<br />
verschaffen <strong>und</strong> diese nach seiner Gesellenprüfung mit<br />
Praktika in namhaften Firmen wie Loden-Frey in München<br />
vertiefen. Parallel hatte er sich Handwebstühle<br />
besorgt <strong>und</strong> dahe<strong>im</strong> eine Werkstatt eingerichtet.<br />
Die he<strong>im</strong>ische Tracht wird aus Reiter-Loden hergestellt.<br />
17 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Internationale Eindrücke<br />
Als 1953 unerwartet der Vater starb, musste der älteste<br />
Sohn das väterliche Anwesen übernehmen, dem Angebot<br />
eines ehemaligen Meisters aus seinem Lehrbetrieb<br />
konnte er jedoch nicht widerstehen. Der hatte sich in<br />
Gateshead bei Newcastle als Designer niedergelassen<br />
<strong>und</strong> um Josef Reiter als „assistant designer“ geworben.<br />
Er tauchte ein in die traditionsreiche englische Textilkultur,<br />
war fasziniert von Tweedstoffen <strong>und</strong> fand <strong>im</strong>mer<br />
wieder Ähnlichkeiten <strong>und</strong> Gemeinsamkeiten mit dem<br />
Loden seiner alpenländischen He<strong>im</strong>at. Begierig, noch<br />
mehr darüber zu lernen, schaute er sich in Hamburg an,<br />
wie Webstühle gebaut wurden, vertiefte seine Kenntnisse<br />
über die Lodenproduktion in einer Freisinger<br />
Tuchfabrik <strong>und</strong> absolvierte in Aachen die Ausbildung<br />
zum „Textiltechniker für Tuchherstellung“.<br />
Bei Loden-Frey war Reiter danach für die Herstellung<br />
von Lodenstoffen sowie für den Einkauf der notwendigen<br />
Garne <strong>und</strong> Wollen zuständig. 23 Jahre hatte er<br />
leitende Positionen in Münchner Tuchfabriken, Loden-<br />
Frey <strong>und</strong> Feller inne, ehe ihn ges<strong>und</strong>heitliche Gründe<br />
zum Kürzertreten zwangen. Danach konzentrierte er<br />
sich auf den eigenen Betrieb, der parallel <strong>im</strong>mer weitergelaufen<br />
war <strong>und</strong> mit dem einen oder anderen neuen<br />
Webstuhl ergänzt wurde.<br />
Herzog Albrecht von<br />
Bayern in Dietramszell<br />
Vom Rohstoff zum fertigen<br />
Kleidungsstück sind r<strong>und</strong><br />
170 Arbeitsschritte nötig.<br />
Auf den Reiter‘schen Webstühlen waren in der Zeit seiner<br />
Tätigkeit in München Lodenstoffe, Woll- <strong>und</strong> Fleckerlteppiche<br />
entstanden. Nun forcierte Josef Reiter den<br />
eigenen Betrieb, vergrößerte seine Weberei, bildete mit<br />
Sondergenehmigung der Industrie- <strong>und</strong> Handelskammer<br />
<strong>und</strong> großem Erfolg Lehrlinge aus <strong>und</strong> entwarf eine Mantel-<br />
<strong>und</strong> Joppenkollektion unter dem Markennamen „Jagd<br />
<strong>und</strong> Mode“, die er <strong>im</strong> eigenen Laden in Bad Tölz verkaufte.<br />
Nicht nur Einhe<strong>im</strong>ische schätzten von Anfang an die<br />
exklusiven Stoffe des kleinen Familienbetriebs. Fürst<br />
Fugger, zu Oettingen-Spielbergs, Adelshäuser, die ihre<br />
Förster ausstatten, der italienische Star-Designer Matteo<br />
Thun <strong>und</strong> das bayerische Königshaus tragen Reiter-<br />
Loden. Herzog Albrecht von Bayern sei sogar persönlich<br />
zum Vater nach Dietramszell gekommen, dass der ihm<br />
aus der Wolle seiner eigenen Schafe einen traditionellen<br />
Lodenstoff anfertige. An den „Herzogloden“ <strong>und</strong> den Besuch<br />
des Herzogs erinnert sich Johannes Reiter noch gut.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 18
100% Natur<br />
Dass in Dietramszell gelang, was anderswo die Weber<br />
nicht schafften, basierte auch auf einem Anspruch,<br />
den sie bis heute haben: Möglichst h<strong>und</strong>ert Prozent<br />
Natur <strong>und</strong>, wo unumgänglich, möglichst wenig Chemie,<br />
um das natürliche Wollfett <strong>im</strong> Stoff zu erhalten. Den<br />
Webstuhl, an dem damals der Herzogloden <strong>im</strong> Haus von<br />
Hand gewebt wurde, gibt es noch. Gelegentlich nutze<br />
er ihn zu Demonstrationszwecken, erzählt Johannes<br />
Reiter, der sich selbst nie etwas anderes hätte vorstellen<br />
können, als sich ebenfalls der Lodenweberei zu widmen.<br />
Die Herstellung von Loden lässt sich bis ins 11. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />
zurückverfolgen. Damals wuschen Bäuerinnen die<br />
Schafwolle vorsichtig mit Regenwasser, um das Wollfett<br />
nicht zu entfernen. Aus dem daraus gesponnenen Garn<br />
webten sie grobe Stoffe, die sie mit Seife walkten, so<br />
dass sie sich zu einem geschlossenen Filz verdichteten.<br />
Das Prinzip ist bis heute dasselbe, auch wenn sich die<br />
Hilfsmittel <strong>und</strong> Techniken geändert haben. Das Resultat<br />
ist ein dichter Stoff mit idealen Eigenschaften für das<br />
Wetter in den Bergen. Bis zu einem Fünftel ihres Eigengewichts<br />
kann die Wolle an Feuchtigkeit aufnehmen,<br />
ohne sich nass anzufühlen.<br />
170 Arbeitsschritte<br />
vom Schaf bis zur Jacke<br />
„40 bis 50 Arbeitsgänge braucht es von der Wolle bis<br />
zum Loden, noch einmal 120 bis 140 bis daraus ein fertiges<br />
Kleidungsstück geworden ist“, erklärt Reiter <strong>und</strong><br />
lacht: „Also etwa 170 Arbeitsschritte zwischen Schaf <strong>und</strong><br />
Jacke.“<br />
Kommen Sie<br />
zur Ruhe<br />
Genießen Sie Sauna, Wellness <strong>und</strong><br />
gutes Essen am malerischen Schliersee.<br />
Be<strong>im</strong> Blick auf den weißblauen H<strong>im</strong>mel,<br />
das <strong>im</strong>posante Alpenpanorama <strong>und</strong> das<br />
glitzernde Wasser des Sees ist der Alltag<br />
schnell vergessen.<br />
Die Gr<strong>und</strong>lagen, wie das alles geht, hatte Johannes Reiter<br />
dahe<strong>im</strong> en passant mitbekommen <strong>und</strong> später selbst<br />
Wollspinnerei <strong>und</strong> Webereitechnik studiert. Zur Zeit<br />
der Wiedervereinigung, be<strong>im</strong> traditionsreichen Textilhersteller<br />
Wiebe in Berlin für die Qualität der Stoffe<br />
zuständig, lernte der Junior „wie Mode funktioniert“<br />
<strong>und</strong> begann Ideen zu spinnen, welche Kleidung man aus<br />
Reiter-Loden noch machen könnte, außer den klassischen<br />
Trachtenjacken, die damals schon vom Miesbacher<br />
Trachtenhaus Karl Jäger geschneidert wurden. Als<br />
er 1992 zurückkam, um den herzkranken Vater <strong>im</strong> Geschäft<br />
zu unterstützen, war das auch die Geburtsst<strong>und</strong>e<br />
der ersten eigenen Kollektion. Verkauft wurde sie <strong>im</strong><br />
monte mare<br />
in der Vitalwelt<br />
Perfallstr. 4<br />
Schliersee<br />
www.monte-mare.de<br />
19 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Bei Loden-Reiter <strong>und</strong> dem Trachtenhaus Karl Jäger ist alles Maßarbeit.<br />
Fachhandel, bei Loden-Frey, <strong>im</strong> Salzburger He<strong>im</strong>atwerk<br />
<strong>und</strong> in Läden in der Region. Und bei Jäger in Miesbach,<br />
wo sich wenige Jahre später die Gelegenheit ergab, das<br />
alteingesessene Traditionshaus zu übernehmen, weil<br />
sich die Nachkommen in anderen Berufen sahen. So<br />
ist das Trachtenhaus Karl Jäger seit 1996 in Besitz der<br />
Familie Reiter.<br />
Miesbacher Joppe<br />
<strong>und</strong> viel mehr<br />
„Es war die Idee, vom Schaf bis zum fertigen Kleidungsstück<br />
alle Schritte selbst in der Hand zu haben“, erklärt<br />
Reiter den besonderen Reiz daran. Und es war ja nicht<br />
irgendein Laden mit Schneiderei. Hier wurde etwa um<br />
1910 die Original Miesbacher Joppe in der heutigen<br />
Form entwickelt, die das prägende Kleidungsstück der<br />
bayerischen Tracht ist, mit ihrem schweren Strichloden<br />
in Hellgrau, Blaugrau, Grün meliert oder Anthrazit, dem<br />
grünen Stehkragen, doppelter Knopfreihe, drei aufgesetzten<br />
Taschen <strong>und</strong> den vom Bildhauer Ra<strong>im</strong><strong>und</strong> Jäger<br />
entworfenen Stickereien. Die sind bis heute ebenso<br />
handgemacht wie die ausschließlich in eigenen Läden<br />
an Vereine <strong>und</strong> Firmenk<strong>und</strong>en verkauften Joppen, die in<br />
der Schneiderei über dem Laden in Miesbach nach eigenen<br />
Schnitten gefertigt werden. Sieben teilweise langjährige<br />
Mitarbeiter sind in der Herrenschneiderei damit<br />
beschäftigt, die <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> fesch auszustaffieren.<br />
Wenn sie viel Zeit mitbringen, auch nach Maß. Falls es<br />
Interessenten gäbe, würde man in der Schneiderei auch<br />
aufstocken, denn die Nachfrage aus allen Generationen<br />
ist groß. Tracht ist wieder en vogue. Das angestaubte<br />
Image hat sie längst abgeschüttelt, das noch vor Reiters<br />
Zeit den Miesbacher Trachtenspezialisten dazu zwang,<br />
Skianzüge ins Sort<strong>im</strong>ent aufzunehmen. Heute tragen<br />
alle Schichten <strong>und</strong> alle Generationen Tracht. Und die<br />
Jeans zur Joppe ist schon lange nicht mehr verpönt. |<br />
Unterschiedliche<br />
Farben werden<br />
miteinander<br />
kombiniert.<br />
Karl Jäger Bayrisches Trachtenhaus seit 1876 GmbH<br />
Bahnhofstraße 2 | 83714 Miesbach<br />
Telefon 0 80 25 / 15 70 | info@trachten-jaeger.de<br />
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Feine Details machen die Tracht besonders.<br />
In der eigenen Schneiderei entstehen unter anderem Joppen.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 20
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wuide<br />
Hehna…<br />
Unterwegs mit der<br />
Ratschkathl<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 22
Ein Name, ein Gesicht,<br />
eine Menge <strong>Geschichten</strong> –<br />
es gibt eigentlich in<br />
jedem Ort eine sogenannten<br />
„wuide Hehna“. Eine Person,<br />
die gefühlt jeder kennt <strong>und</strong><br />
mit der so mancher seine ganz<br />
eigenen Erinnerungen verbindet.<br />
Wir vom <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> porträtieren<br />
in unserem Magazin diese<br />
interessanten Menschen <strong>und</strong><br />
ihre Erlebnisse aus der Region.<br />
Dieses Mal <strong>im</strong> Fokus:<br />
Regisseurin <strong>und</strong> Schauspielerin<br />
Agnes Kraus, die als Holzkirchner<br />
Ratschkathl ganz besondere<br />
Stadtführungen macht.<br />
Text: Kathrin Suda | Fotos: Manfred Lehner<br />
23 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Agnes Kraus ist aus der Theaterszene<br />
Holzkirchens nicht mehr wegzudenken.<br />
Seit Gründung des FoolsTheaters, damals<br />
noch auf dem alten Baywa-Gelände an der<br />
Münchner Straße, steht sie regelmäßig auf der<br />
Bühne, führt Regie, oder geht mit ihrem Leiterwagerl<br />
als Ratschkathl durch Holzkirchen.<br />
Agnes Kraus ist gebürtige Münchnerin, ausgebildete<br />
Schauspielerin, hat zwei erwachsene<br />
Kinder <strong>und</strong> ist verheiratet mit Harry Oriold,<br />
der ihr nicht nur <strong>im</strong> Leben, sondern auch<br />
auf <strong>und</strong> hinter der Bühne zur Seite steht.<br />
Sie war als Sprecherin <strong>im</strong> Münchner Marionettentheater<br />
tätig <strong>und</strong> mit dem Musikkabarett<br />
Damenwahl auf Tour. Und<br />
kam so nach Holzkirchen. „Ich habe<br />
dort von Ingrid Huber, der Gründerin<br />
des FoolsTheaters, gehört, dass das<br />
Holzkirchner Kinder-Kultur-Programm<br />
aufgebaut werden sollte.<br />
„Das musste sie mir nicht zwe<strong>im</strong>al<br />
sagen. Ich fand das eine tolle Idee“,<br />
erinnert sich Agnes Kraus. Seither<br />
steht sie regelmäßig in ihrem<br />
Bilderbuchkino „Wir blättern um“<br />
als Frau Brausel mit ihrem Mann<br />
Harry, alias Käpt’n Brummel, auf der<br />
Bühne.<br />
In eine ganz neue Rolle schlüpft sie seit 2016. In historischem<br />
Gewand zieht sie, als Kathl, ihren voll beladenen Leiterwagen<br />
durch Holzkirchen <strong>und</strong> erzählt den Teilnehmenden über alteingesessene<br />
Geschäfte, Holzkirchner Originale <strong>und</strong> humorvolle<br />
wahre <strong>Geschichten</strong> aus dem Holzkirchner Alltag. „Wer<br />
dabei ist, erfährt so einiges über die Seele Holzkirchens“,<br />
freut sich Agnes Kraus. Wer weiß schon, dass die Weinhandlung<br />
Priller früher eine Kohlenhandlung war? Oder<br />
dass es mal einen Mesner gab, der es schaffte, die für ihn<br />
arbeitsfreie Zeit zwischen Wandlung <strong>und</strong> Kommunion,<br />
für ein kleines Bier gegenüber <strong>im</strong> Gasthof Oberbräu zu<br />
nutzen. Pünktlich zur Kommunion war er wieder zurück.<br />
„In der Kirche roch es dann nicht nur nach Weihrauch.<br />
Hopfen <strong>und</strong> Malz „ Gott erhalt‘s“, zwinkert die Schauspielerin.<br />
Dies ist nur eine von unzähligen humorvollen<br />
<strong>Geschichten</strong>, die ihr von alten Holzkirchnern zugetragen<br />
wurden. Auf den sieben verschiedenen Marktreisen<br />
ist noch kein Teilnehmer verhungert. Ein<br />
kleines Eis be<strong>im</strong> Eiscafé Franzetti, ein Schmankerl<br />
in der Alten Post, ein Stamperl Original-Schnaps<br />
von Hau’s Brennerei, der kleinsten Brennerei<br />
Deutschlands, ein Gebäckstück in der Bäckerei<br />
Hohenadel <strong>und</strong> ein Stück Gelbwurst von Georg<br />
Kleeblatt höchstpersönlich <strong>im</strong> weißen Metzgerkittel<br />
mit Krawatte, abgeschnitten. „Ich habe<br />
zahlreiche Stammgäste. Das liegt wohl nicht nur<br />
an der Marktreise selbst, sondern sicher auch an<br />
dem gemütlichen Beisammensein danach“, weiß<br />
Kraus. |<br />
Mit dem voll beladenen<br />
Leiterwagen unterwegs:<br />
Ratschkathl Agnes Kraus.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 24
Fünf Fragen an<br />
Agnes Kraus<br />
Welches Theaterstück<br />
hat Dich zuletzt bewegt?<br />
Das inklusiv-Theater von Sarah<br />
Thompson <strong>im</strong> FoolsTheater, weil es so ehrlich <strong>und</strong><br />
ursprünglich war. Zu sehen, mit welcher Lebensfreude<br />
<strong>und</strong> Energie die Darsteller spielen, hat mich sehr<br />
berührt. Es war poetisch <strong>und</strong> echt.<br />
Welche Rolle würdest Du gerne mal spielen?<br />
In „Glückliche Tage“ von Samuel Beckett die Ehefrau<br />
Winnie. Diese Rolle habe ich schon mal in München<br />
in der Blauen Maus gespielt. Eine herrliche Rolle, tiefsinnig,<br />
schräg <strong>und</strong> mit Tränen unter dem Lachen. Das<br />
wäre eine Herausforderung, die ich gerne annehmen<br />
würde.<br />
In welcher Stadt würdest Du<br />
gerne mal an einer Kathl-Tour teilnehmen?<br />
In Berlin, weil das eine komplett andere Stadt ist, die<br />
man mit Holzkirchen rein gar nicht vergleichen kann.<br />
Da könnte ich nicht nur viel über die Stadt <strong>und</strong> ihre<br />
Bewohner lernen, ich könnte mir natürlich auch tolle<br />
Ideen für meine Touren holen. Aber auch Hamburg<br />
<strong>und</strong> Regensburg könnte ich mir gut vorstellen. Da gäbe<br />
es sicher viele Anekdoten <strong>und</strong> schöne Plätze, über die<br />
noch nicht viel geredet wurde.<br />
Was magst Du an der Figur der Kathl?<br />
Seid Ihr Euch ähnlich?<br />
Wir sind schon in vielen Dingen ähnlich. Sie liebt es,<br />
hinter die Dinge zu schauen, ohne dabei boshaft zu<br />
sein, sie ist neugierig <strong>und</strong> sehr liebenswert <strong>und</strong> hat<br />
vor allem das Herz am rechten Fleck. Allerdings ist die<br />
Kathl nicht auf den M<strong>und</strong> gefallen.<br />
Was ist Dein nächstes Projekt?<br />
Wir feiern mit dem Ensemble Federspiel am Sonntag, 8.<br />
Oktober <strong>im</strong> FoolsTheater Premiere. Wir proben bereits,<br />
das Stück heißt „Sechs Gauner <strong>und</strong> ein Kühlschrank“.<br />
Es ist eine Kr<strong>im</strong>inalkomödie in vier Akten nach Jochen<br />
Matthies. Ich führe Regie. Wir haben nicht nur Spaß, wir<br />
arbeiten auch professionell.<br />
Wer dabei sein möchte, oder einen Gutschein für<br />
eine Marktreise (es gibt auch Kindermarktreisen)<br />
verschenken möchte, kann sich direkt bei der Kathl<br />
melden <strong>und</strong> auf die Anmeldeliste setzen lassen,<br />
Telefon 0176 – 501 503 10, marktreise@t-online.de.<br />
Die Plätze sind begrenzt. Bezahlt wird übrigens erst<br />
nach der Tour, wenn es auch wirklich gefallen hat.<br />
„Ich habe nur nette Teilnehmer. Bis jetzt ist mir niemand<br />
etwas schuldig geblieben“, schmunzelt die Kathl.<br />
Die Touren dauern r<strong>und</strong> zweieinhalb St<strong>und</strong>en <strong>und</strong><br />
kosten 17 Euro inklusive kulinarischer Schmankerl.<br />
Nächste Reisen:<br />
23. <strong>Juli</strong> – Gemma! Gemma!<br />
30. <strong>Juli</strong> – Rumdumadum<br />
27. August – Das war einmal<br />
16. September – Am Bahnhofweg<br />
23. September – Wenn‘s brennt<br />
29. September – An der Münchner Straß‘<br />
11. Oktober – Schmankerltour<br />
14. Oktober - Gemma! Gemma!<br />
28. Oktober – Rumdumadum<br />
18. November – Wenn‘s brennt<br />
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25 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Grenzenlose Gemeinschaft<br />
Wo die gedanklichen Grenzen der Menschen aufgelöst werden können, dort kann<br />
wahre Inklusion in der Gesellschaft stattfinden. Das beste Beispiel dafür ist die Sparte<br />
Handicap Integrativ der SG Hausham. Eine Geschichte über den gemeinsamen Spaß am<br />
Sport, der Barrieren aufbricht <strong>und</strong> wahre Freude <strong>und</strong> Gemeinschaft entstehen lässt.<br />
Text: Selina Benda | Fotos: Lisa Ploschka<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 26
27 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Der Spaß steht <strong>im</strong>mer <strong>im</strong> Mittelpunkt.<br />
Wolfsgeheule dringt durch die große Turnhalle<br />
in Hausham. Zwölf Kinder halten ihre Hände<br />
wie Megafone vor den M<strong>und</strong> <strong>und</strong> recken ihre<br />
Köpfe in die Höhe. Kichernd blicken sie sich gegenseitig<br />
an, einer heult <strong>im</strong>mer lauter als der andere. Was wie<br />
eine St<strong>im</strong>mbildungsübung klingt, ist eigentlich die Idee<br />
von Kian gewesen, um sich für das Turnen aufzuwärmen.<br />
Der 18-Jährige durfte, wie alle Kinder, eine Übung<br />
vorschlagen, egal wie ulkig sie ist. Die Ideen aller Sportler<br />
mit einzubeziehen, gehört hier nämlich zum Konzept.<br />
Auch die vier Erwachsenen in der R<strong>und</strong>e lassen<br />
ihren inneren Wolf frei, unter ihnen Stephan Kaiser. Der<br />
Leiter der Sparte Handicap Integrativ der SG Hausham<br />
ist sich für keinen Scherz zu schade <strong>und</strong> gibt auch bei<br />
der darauffolgenden Übung <strong>im</strong> Breakdance-Stil alles.<br />
Die Kinder quittieren diesen Einsatz mit lauten Lachern<br />
<strong>und</strong> einem High-Five.<br />
Grafiken: Panthermedia/Vasilyeva (YAYMicro)<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 28
Eine neue Sparte<br />
„Das Lachen ist wie eine Tankstelle für mich“, sagt<br />
der 59-Jährige. „Wenn die Kinder sich freuen, dann<br />
freuen sie sich richtig, völlig ungefiltert.“ Vor 16 Jahren<br />
gründete er gemeinsam mit Kurt Flierler die Sparte des<br />
Haushamer Sportvereins. Letzterer war damals Impulsgeber,<br />
denn mit seinem Sohn Dominik musste er <strong>im</strong>mer<br />
bis nach Rosenhe<strong>im</strong> fahren, wo er in einer integrativen<br />
Basketballmannschaft mitspielen konnte. Stephan Kaiser<br />
ist Lehrer am Sonderpädagogischen Förderzentrum,<br />
der Anton-Weilmaier-Schule in Hausham, gibt dort<br />
auch Sportunterricht. Als Kurt Flierler mit der Idee,<br />
eine he<strong>im</strong>ische integrative Basketballmannschaft zu<br />
gründen, auf ihn zukam, war er sofort dabei. Wie auch<br />
die Vorstandschaft <strong>und</strong> die übrigen Spartenleiter der<br />
SG Hausham, zu welcher Handicap Integrativ seither<br />
gehört. „Die Finanzierung der besonderen Ausgaben der<br />
Gruppen war erst durch die von Gerhard Klante vermittelte<br />
Spendenbereitschaft der Landkreisgemeinden <strong>und</strong><br />
der Sparkasse Miesbach-Tegernsee möglich“, erklärt<br />
Stephan Kaiser. Mittlerweile zählt die Sparte r<strong>und</strong> 60<br />
Mitglieder <strong>und</strong> bietet sechs verschiedene Sportgruppen<br />
an, zu denen Kinder <strong>und</strong> Erwachsene zwischen vier <strong>und</strong><br />
35 Jahren kommen können – mit <strong>und</strong> ohne Behinderung.<br />
Die Kinder wachsen über sich hinaus.<br />
29 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Aller Anfang ist schwer<br />
Ganz ohne Hürden war der Beginn dieser Erfolgsgeschichte<br />
nicht. Die geeigneten Räumlichkeiten mussten<br />
erst einmal gef<strong>und</strong>en werden <strong>und</strong> auch wenn Stephan<br />
Kaiser Sport an der Schule unterrichtet, dieser unterscheidet<br />
sich trotzdem zu den nun geforderten Fähigkeiten.<br />
Dass seine jüngere Schwester eine Beeinträchtigung<br />
hat, habe aber geholfen. „Mir fällt es leicht, mich<br />
auf diese Kinder einzulassen, ich weiß wie sie ticken,<br />
das war schon <strong>im</strong>mer ein Teil meines Lebens“, sagt der<br />
Schlierseer. Auch die anfangs noch skeptischen Eltern<br />
zu überzeugen, sei zu Beginn nicht leicht gewesen.<br />
„Dieses Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Kinder zu<br />
haben <strong>und</strong> auch die Verantwortung an uns abzugeben,<br />
das musste sich erst aufbauen“, erinnert er sich. Mit<br />
zwölf Kindern startete die Basketballgruppe.<br />
Doch schon bald stellte sich<br />
heraus, dass der Umgang mit dem<br />
Ball die geringste<br />
Herausforderung<br />
war.<br />
„Manche<br />
konnten<br />
nicht mal<br />
ruhig in<br />
einer Reihe<br />
stehen“,<br />
erzählt<br />
Stephan Kaiser.<br />
Heute kann<br />
er darüber lachen, denn ruhig für längere Zeit in einer<br />
Reihe zu stehen, ist heute noch kein sicherer Bestandteil<br />
in den Gruppen – <strong>und</strong> das ist auch gut so.<br />
Kinder mit <strong>und</strong> ohne Beeinträchtigung<br />
kommen bei Handicap Integrativ zusammen.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 30
Ein starkes Team<br />
von Anfang an<br />
– die Tischtennisgruppe.<br />
Beste Betreuung<br />
Wild flitzen die Kinder durch die Sporthalle, schaukeln,<br />
turnen oder spielen mit den großen aufgestellten<br />
Matten verstecken. Der fünfjährige Anian klettert mit<br />
Hilfe von Iva Weise die Sprossenwand <strong>im</strong> aufgebauten<br />
Parcours hoch. Die beiden sind mittlerweile ein<br />
eingespieltes Team, sodass der aufgeweckte Junge mit<br />
Downsyndrom auch ohne seine Mama in der Turnst<strong>und</strong>e<br />
mitmacht. Iva arbeitet ebenfalls an der Anton-<br />
Weilmaier-Schule <strong>und</strong> kommt als Betreuerin mit ihren<br />
beiden Töchtern, die keine Beeinträchtigung haben,<br />
zum Turnen. „Ich finde es auch als Mutter wichtig, dass<br />
die Kinder Inklusion miterleben. Für sie ist es normal<br />
<strong>und</strong> sie fragen nicht, warum etwa jemand <strong>im</strong> Rollstuhl<br />
sitzt.“ Neben ihr sind auch Ulrike Zoch <strong>und</strong> Manuela<br />
Walser von der Lebenshilfe Miesbach als Betreuerinnen<br />
mit dabei. Diese ist seit 2009 schon Kooperationspartner<br />
von Handicap Integrativ <strong>und</strong> klinkt sich <strong>im</strong> Rahmen<br />
der Offenen Behindertenarbeit der Heilpädagogischen<br />
Hortgruppe in die einzelnen Sportangebote mit ein.<br />
Bei manchen Kindern, etwa mit erhöhter Anfallneigung<br />
oder gestörter Impulskontrolle, ist eine Einzelbetreuung<br />
durch das Fachpersonal notwendig. Mitmachen darf<br />
jeder, egal ob mit Lernschwäche oder Rollstuhl – denn<br />
der Spaß steht <strong>im</strong> Vordergr<strong>und</strong>.<br />
31 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Die Betreuer helfen wenn sie gebraucht werden.<br />
Kreativität der Trainer<br />
„Bei uns herrscht kein Druck, Punkte zu holen oder<br />
Tore zu schießen“, erklärt Stephan Kaiser. „Wir wollen,<br />
dass die Kinder sich überhaupt bewegen. Die Freude<br />
daran ist ein Wert, diese braucht aber auch den nötigen<br />
Raum.“ Neben dem Spaß generiert die motorische auch<br />
geistige Bewegung, <strong>und</strong> neue Erfahrungen stoßen die<br />
Persönlichkeitsentwicklung an. Wer jetzt aber denkt, dass<br />
die Sportst<strong>und</strong>en nur zielloses Spielen sind, irrt gewaltig.<br />
„Die Kinder wollen schon auch ernst genommen werden“,<br />
sagt er. Jedem Kind seinen eigenen Rhythmus<br />
zu lassen, egal ob mit oder ohne Behinderung, sei<br />
essenziell. Sport sei bei vielen mit Angst <strong>und</strong> Scham<br />
behaftet, der Leistungsdruck setze Barrieren in den<br />
Köpfen, <strong>und</strong> diese gelte es zu überwinden. „Da ist<br />
dann auch die Kreativität der Trainer gefragt, eine<br />
Übung so zu gestalten, dass sie sich überhaupt trauen,<br />
etwa auf einen Kasten zu steigen <strong>und</strong> runterzuspringen.“<br />
Den richtigen Umgang mit solchen Situationen lernen die<br />
Trainer in der Übungsleiterausbildung für Rehasport für<br />
Menschen mit geistiger Behinderung, die alle vier Jahre<br />
mit einer Fortbildung aufgefrischt wird. Die Sportst<strong>und</strong>en<br />
seien durchaus eine anspruchsvolle Arbeit, „aber<br />
keiner von uns Übungsleitern opfert hier seine Zeit für<br />
die angeblich bemitleidenswerten Kinder“, sagt der Spartenleiter.<br />
„Das ist für mich ein Teil meines Lebensinhalts<br />
geworden <strong>und</strong> das möchte ich nicht missen.“<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 32
Interview<br />
Bild: Privat<br />
Der Gm<strong>und</strong>er Anton<br />
Grafwallner war 20 Jahre<br />
lang ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter<br />
des<br />
Landkreises Miesbach <strong>und</strong><br />
hat in dieser Position viele<br />
Inklusionsprojekte, wie auch<br />
Handicap Integrativ, mit auf den Weg<br />
gebracht.<br />
Herr Grafwallner, was bedeutet<br />
Inklusion eigentlich wirklich?<br />
Wahre Inklusion ist die Teilhabe <strong>und</strong> Teilnahme am<br />
Leben. Das fängt damit an, dass etwa ein Rollstuhlfahrer<br />
selbstständig in den Zug reinkommt, Schwerhörige mit<br />
einer induktiven Höranlage an einer Bürgerversammlung<br />
teilnehmen oder Kleinwüchsige sich selbst Geld<br />
am Automaten abheben können. Es geht darum, die<br />
Infrastruktur gr<strong>und</strong>sätzlich barrierefrei zu gestalten <strong>und</strong><br />
dadurch essentielle Dinge für alle erlebbar zu machen.<br />
Was hat sich diesbezüglich in den<br />
vergangenen 20 Jahren schon geändert?<br />
Es ist schon viel passiert, vor allem <strong>im</strong> Bereich barrierefreies<br />
Bauen, ob nun zum Beispiel bei Hotels oder bei<br />
Schulen <strong>und</strong> Turnhallen. Auch <strong>im</strong> Aufbau der Infrastruktur,<br />
wie etwa durch Straßen-Querungshilfen für Blinde<br />
<strong>und</strong> Rollstuhlfahrer sowie <strong>im</strong> barrierefreien Tourismus<br />
hat sich einiges geändert. Aber da ist auch überall noch<br />
viel Luft nach oben.<br />
Warum ist Inklusion <strong>im</strong> Sport,<br />
vor allem für Kinder, so wichtig?<br />
Wenn Kinder von klein auf spielerisch den Umgang mit<br />
Menschen mit Behinderung kennen, haben sie später<br />
auch kein Problem damit. Die beeinträchtigten Kinder<br />
sind zudem von Beginn an Teil der Gesellschaft, sie<br />
wachsen gemeinsam auf. Deshalb sind auch inklusive<br />
Spielplätze, wie nun auch in Miesbach einer entsteht,<br />
so toll. Im Sport werden Berührungsängste abgebaut,<br />
sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, <strong>und</strong> das<br />
ist enorm wichtig.<br />
Was kann jeder Einzelne tun,<br />
um Inklusion möglich<br />
zu machen?<br />
Jeder Mensch ohne<br />
Beeinträchtigung kann<br />
sich hinsetzen <strong>und</strong> nur<br />
darüber nachdenken<br />
was wäre, wenn er etwa<br />
durch einen Unfall oder<br />
Krankheit plötzlich behindert<br />
werden würde.<br />
Allein dieser Gedanke<br />
macht schon etwas mit<br />
einem. Demut ist das<br />
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33 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Be<strong>im</strong> Schw<strong>im</strong>men wird deutlich, was alles möglich ist.<br />
Die Kinder wachsen<br />
über sich hinaus<br />
Welch enorm positive Auswirkung auf das Selbstbewusstsein<br />
der Kinder die inklusiven Sportst<strong>und</strong>en<br />
haben, wird vor allem be<strong>im</strong> Klettern deutlich. Mit strahlenden<br />
Augen seilen sich der zwölfjährige Janos <strong>und</strong> der<br />
16-jährige Valentin von der Kletterwand ab. Unter dem<br />
Beifall <strong>und</strong> motivierenden Rufen ihrer Fre<strong>und</strong>e sind sie<br />
bis ganz nach oben geklettert. Philipp zeigt stolz das<br />
Foto von den beiden, welches er mit seinem Tablet gemacht<br />
hat. Der 16-Jährige kann sich nur mit einer speziellen<br />
Sprach-App verständigen <strong>und</strong> ist der Gute-Laune-<br />
Macher in der R<strong>und</strong>e. „Die Kinder wachsen hier über<br />
sich hinaus, trainieren ihre Konzentration <strong>und</strong> begeben<br />
sich in eine konstante Mutprobe“, erzählt Katharina<br />
Unverzagt. Die 48-jährige Diplom-Pädagogin arbeitet<br />
als Schulbegleiterin <strong>und</strong> kam durch ihren zwölfjährigen<br />
Sohn Aaron zu Handicap Integrativ. „Das ist sechs Jahre<br />
her, <strong>und</strong> ich bin nie wieder gegangen“, lacht sie. Vor drei<br />
Jahren machte sie den Trainerschein, <strong>und</strong> auch ihr jüngerer<br />
Sohn Nathaniel ist mittlerweile dort aktiv. Ihr ist<br />
es wichtig, dass die Gruppe <strong>im</strong> normalen Regelbetrieb<br />
<strong>im</strong> Kletterzentrum Weyarn mitmachen kann. „Wir legen<br />
keine extra Matten aus oder haben einen gesonderten<br />
Raum für uns – wir sind einfach ganz normal dabei.“<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 34
Gemeinsam<br />
schw<strong>im</strong>men<br />
Dass die Grenzen des Machbaren oft nur in den Köpfen<br />
herrschen, wird spätestens be<strong>im</strong> Schw<strong>im</strong>men <strong>im</strong><br />
Monte Mare Schliersee klar. Florian sitzt eigentlich <strong>im</strong><br />
Rollstuhl, doch in der Schwerelosigkeit des Wassers<br />
blüht er förmlich auf. Auf dem Rücken liegend, <strong>im</strong><br />
sicheren Halt der Lebenshilfe-Mitarbeiterin Katja<br />
Lichtenfeld, schwebt der 19-Jährige durch das warme<br />
Wasser. Entspannt lächelnd genießt er den Moment,<br />
um in der nächsten Sek<strong>und</strong>e quietschend <strong>und</strong> lachend<br />
rumzuspritzen. Wenn die übrigen 13 Kinder durch das<br />
Becken tauchen <strong>und</strong> schw<strong>im</strong>men, sich <strong>im</strong> Sprudelbecken<br />
zusammensetzen <strong>und</strong> die Wasserrutsche<br />
hinuntersausen, hört <strong>und</strong> sieht man das unbeschwerte<br />
Miteinander. „Es war auch so wertvoll, dass die Erzieherin<br />
Heike Bosinger es einigen Jugendlichen aus dem<br />
Haus Bambi ermöglicht hat, jede Woche <strong>im</strong> Schw<strong>im</strong>mbad<br />
aufzuschlagen“, sagt Stephan Kaiser. Natürlich läuft<br />
nicht <strong>im</strong>mer alles harmonisch ab, gerade Menschen mit<br />
Beeinträchtigung würden sensibler auf Reize reagieren,<br />
erklärt er. Auch das gegenseitige Grenzen setzen <strong>und</strong><br />
einhalten klappt nicht <strong>im</strong>mer reibungslos, aber nur<br />
durch die gemeinsame Interaktion, könnten die Kinder<br />
dies auch lernen. Den anderen so zu akzeptieren wie er<br />
ist, <strong>und</strong> trotzdem miteinander eine gute Zeit haben -<br />
das ist das Ziel.<br />
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35 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Grenzen überwinden –<br />
körperliche <strong>und</strong> geistige.<br />
Der Sport ist das<br />
gemeinsame Hobby<br />
Bestes Beispiel dafür sind Sarah <strong>und</strong> Christina. Die<br />
beiden treffen sich jede Woche zum gemeinsamen<br />
Tennisspielen. Die 29-jährige Christina spielt schon seit<br />
sie fünf Jahre alt ist <strong>und</strong> hält Stephan Kaiser nicht nur<br />
mit ihren Schmetterbällen, sondern auch mit ihrer<br />
erstklassigen Rückhand auf Trab. Die 20-jährige<br />
Sarah ist die he<strong>im</strong>liche Trainerin in der<br />
R<strong>und</strong>e. Sie ist vor allem für das Einspielen<br />
der Tennisbälle zuständig <strong>und</strong> hat schon<br />
mal einen kecken Spruch übrig, wenn ein<br />
Ball ins Netz geht. Sie arbeitet in der Außengruppe<br />
der <strong>Oberland</strong>werkstätten in<br />
der Oped GmbH in Valley, ihre Fre<strong>und</strong>in<br />
Christina in der Gruppe gleich nebenan<br />
bei Avery Zweckform. Beide jungen Frauen<br />
haben eine andere Beeinträchtigung, jede<br />
ihre eigenen Stärken, <strong>und</strong> doch ist der Sport<br />
ihr gemeinsames Hobby. „Ohne die engagierten<br />
Trainer von Handicap Integrativ würde das<br />
nicht gehen“, sagt Carsten Müller. Der Vater von<br />
Sarah ist froh, dass es das Angebot gibt. „Sonst würde<br />
die soziale Interaktion <strong>und</strong> das Erfolgserlebnis mit<br />
Fre<strong>und</strong>en ja total fehlen.“ Mittlerweile ist Handicap Integrativ<br />
auch Stützpunkt für Inklusion des Bayerischen<br />
Tennis-Verbandes <strong>und</strong> damit neben Menschen mit<br />
eingeschränkter Mobilität <strong>und</strong> geistiger Behinderung<br />
auch für Rollstuhlfahrer offen.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 36
Gemeinsame Aufwärmübungen vor dem Turnen.<br />
Liebgewonnene<br />
Vorbilder<br />
Vor allem wenn junge Erwachsene in den Beruf einsteigen,<br />
ist nur noch wenig Zeit für Hobbys. Umso mehr<br />
freut sich die Gruppe der Tischtennisspieler, dass ihr<br />
Training nun wieder stattfinden kann. Da zwei der<br />
Stammtrainer, Heike Bosinger <strong>und</strong> Gerhard Klante, derzeit<br />
krankheitsbedingt ausfallen, war nicht sicher, wie es<br />
weitergeht. „Die beiden werden schmerzlich vermisst.<br />
Gerhard hat die Gruppe viele Jahre engagiert betreut,<br />
das merkt man, wenn sie nach ihrem alten Trainer fragen“,<br />
sagt Stephan Kaiser. Auch das sind die Trainer <strong>und</strong><br />
Trainerinnen – liebgewonnene Vorbilder. Denn viele der<br />
sieben Sportler zwischen 24 <strong>und</strong> 34 Jahren sind schon<br />
seit den Anfängen von Handicap Integrativ dabei. So wie<br />
Quentin, der großer Schalke-Fan ist <strong>und</strong> Stephan liebevoll<br />
neckend <strong>im</strong>mer „Herr Kaiserschmarrn“ nennt. Auch<br />
Bella hat schon in der ersten Basketballmannschaft<br />
mitgespielt <strong>und</strong> Nico ist der selbsternannte „Champion“<br />
unter den Tischtennisspielern. Unter ihnen ist auch der<br />
inzwischen 32-jährige Dominik Flierler. Seit sein Vater<br />
die Idee für Handicap Integrativ hatte, ist er <strong>im</strong>mer<br />
dabeigeblieben <strong>und</strong> freut sich mit allen zusammen, ein<br />
paar Matches an der Tischtennisplatte auszutragen. Klar<br />
fliegt dabei mal ein Ball daneben, aber hier können sich<br />
alle darüber amüsieren. „Passt schon, los weiter“, ruft<br />
Quentin lachend.<br />
Neue Produkte<br />
der Firma Sunflex<br />
für die sommerliche<br />
Outdoor-Saison<br />
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37 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Eine Erfolgsgeschichte<br />
sucht Nachahmer<br />
Stephan Kaiser würde sich wünschen, dass es zukünftig<br />
noch mehr inklusive Sportgruppen <strong>im</strong> Landkreis Miesbach,<br />
insbesondere in den von Hausham entfernten<br />
Regionen um Tegernsee, Holzkirchen <strong>und</strong> Irschenberg,<br />
gibt <strong>und</strong> macht den Vereinen Mut, „einfach zu starten,<br />
der Rest kommt von selbst“. Den Eltern von Kindern mit<br />
Beeinträchtigung rät er, ihren Kindern etwas zuzutrauen<br />
<strong>und</strong> aktiv zu werden. Eine Möglichkeit, wo viele Menschen<br />
zusammenkommen <strong>und</strong> das Angebot von Handicap<br />
Integrativ kennenlernen können, ist das jährliche<br />
EIS(s)-Sportfest am 3. Oktober auf der SG Hausham-<br />
Anlage. Seit 2010 gehört Handicap Integrativ zu den<br />
„Erlebten Integrativen Sportschulen“ (EIS) des Behinderten-<br />
<strong>und</strong> Rehabilitations-Sportverbands Bayern <strong>und</strong><br />
erhielt 2011 den Sozialpreis des Landkreises Miesbach.<br />
Eine wahre Erfolgsgeschichte, die hoffentlich noch lange<br />
nicht zu Ende ist, findet auch Katharina Unverzagt: „Ich<br />
würde mir wünschen, dass sich die Grenzen dieses eigenen<br />
Kosmos von Menschen mit Behinderung noch mehr<br />
auflösen. Denn darum geht es doch bei Inklusion – nicht<br />
nur wir <strong>und</strong> die anderen, sondern wir alle zusammen.“ |<br />
Informationen zu Handicap Integrativ<br />
erhalten Interessierte unter<br />
www.sg-hausham.de/handicap-integrativ sowie<br />
direkt bei Stephan Kaiser (Telefon 01 60 / 97 33 33 84).<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 38
Porträt<br />
Gerhard Henrikus ist seit 2021 Beauftragter<br />
für Menschen mit Behinderung<br />
des Landkreises Miesbach.<br />
Im Hinblick auf das Integrative Sportangebot in<br />
der Region sieht er es als unabdingbar an, Menschen mit<br />
Behinderung nicht mehr danach zu beurteilen, was sie<br />
nicht können, sondern nach dem, was sie können. „Mit<br />
einer Positivselektion würde man deutlich mehr erreichen.“<br />
Auf Gr<strong>und</strong>lage der Fähigkeiten der beeinträchtigten<br />
Sportinteressierten <strong>und</strong> deren Selbstbest<strong>im</strong>mtheit,<br />
könnten die Vereine dann auch ihr integratives Angebot<br />
erstellen. Aber auch die Sportstätten müssten den<br />
verschiedenen Formen von Behinderungen angepasst<br />
sein. „Rollstuhlgerechte sowie ebenerdige Eingänge,<br />
die gleichzeitig auch für Sehbehinderte geeignet sind<br />
sowie eine kontrastreichere Gestaltung der Sportstätten<br />
sind da wichtig“, erklärt Gerhard Henrikus. Auch<br />
alle Sanitäranlagen müssen darauf ausgelegt sein, dass<br />
etwa auch Schwerbehinderte, die Unterstützung durch<br />
Hilfsmittel oder Begleitung benötigen, dort ausreichend<br />
Platz vorfinden.<br />
Beratung bei der Gründung einer integrativen Sportgruppe<br />
sowie allen anderen Fragen zum Thema erhalten<br />
Interessierte in der Abteilung Sportförderung <strong>im</strong><br />
Landratsamt Miesbach (Telefon: 0 80 25 / 704-1255<br />
<strong>und</strong> E-Mail: sport@lra-mb.bayern.de) sowie bei<br />
Gerhard Henrikus (Telefon: 01 72 / 1 60 38 28 <strong>und</strong><br />
E-Mail: Behindertenbeauftragter@lra-mb.de).<br />
Foto: Thomas Plettenberg<br />
Weitere Inklusive Sportangebote<br />
<strong>im</strong> Landkreis Miesbach:<br />
• Therapeutisches <strong>und</strong> heilpädagogisches Reiten<br />
für Kinder, Jugendliche <strong>und</strong> Erwachsene auf dem<br />
Straußenhof Waakirchen.<br />
www.therapeutischesreiten-oberland.de<br />
• „H3“ Handicap Hoch Hinaus, Klettergruppe<br />
für körperlich <strong>und</strong>/oder geistig Eingeschränkte.<br />
www.alpenverein-miesbach.de<br />
• Christine Göttfried Stiftung für Inklusion,<br />
Inklusions Skicup.<br />
www.goettfriedstiftung.de<br />
• Barrierefreie Loipen für Langlaufschlitten,<br />
barrierefreie Loipen (Langlaufschlitten), Sammlung<br />
www.outdooractive.com<br />
• Schneesport für Personen mit Sehbehinderung,<br />
geistiger Behinderung oder Bewegungseinschränkung,<br />
Behindertensport – Skischule Tegernsee<br />
www.skischule-tegernsee.de<br />
• Handbike-Touren, Handbike-Tour Bad Wiessee –<br />
Kirchsee (barrierefrei), Radtour<br />
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39 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Ein Carpaccio aus Knödeln, ein Dessert mit Spargel<br />
oder ein Burger mit Obazda – drei Wirte aus dem <strong>Oberland</strong><br />
waren kreativ <strong>und</strong> haben ihre besten Sommer-Rezepte<br />
für Sie zum Nachkochen ausgesucht.<br />
Mit dabei: Mary‘s EssZ<strong>im</strong>mer aus Hausham,<br />
das Culinaria aus Miesbach<br />
<strong>und</strong> das Karma Bavaria aus Schliersee.<br />
Text: Selina Benda, Susanne Mayr-Flach, Judith Weber<br />
Fotos: PR, Selina Benda, Judith Weber<br />
Raffinierte<br />
Sommerküche<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 40
41 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Zutaten: 500 g gemischte Brotreste, 500 ml warme<br />
Vollmilch, 5 Eier , 1 große Zwiebel, Rapsöl<br />
zum Anbraten, Petersilie, 350 g Bacon, 600 g<br />
Champignons, verschiedene Kräuter für‘s Dressing,<br />
Rapsöl, Salz, Pfeffer, Honig, Senf, Balsamico<br />
Bianco, verschiedene Blattsalate nach Belieben.<br />
Mary’s Sommerspritz<br />
Zutaten: 0,1 l Prosecco,<br />
3 cl Mary’s hausgemachter Erdbeer-L<strong>im</strong>es,<br />
Eiswürfel, frische Erdbeere<br />
Zubereitung: Zwei Eiswürfel in ein<br />
Proseccoglas geben, Erdbeerl<strong>im</strong>es<br />
darüber gießen <strong>und</strong> mit Prosecco<br />
auffüllen. Mit einer Erdbeere<br />
dekorieren. „Mein absoluter<br />
Favorit für den Sommer“,<br />
sagt Maria Grobbel.<br />
Zubereitung: Die Brotreste sehr fein schneiden, salzen<br />
<strong>und</strong> pfeffern, mit der warmen Milch übergießen <strong>und</strong><br />
gleichmäßig vermengen. Die Eier zur Masse geben <strong>und</strong><br />
vorsichtig untermengen. Die Zwiebel fein schneiden<br />
<strong>und</strong> in einer Pfanne mit dem Rapsöl golden anbraten.<br />
Petersilie fein hacken <strong>und</strong> mit den Zwiebeln zur Masse<br />
geben. Falls die Masse zu flüssig ist mit Semmelbrösel<br />
„nachhelfen“. Rollen von 5 - 6 cm Durchmesser<br />
formen <strong>und</strong> auf Frischhaltefolie geben. Fest einrollen<br />
<strong>und</strong> an den Enden wie eine Wurst abbinden. Für das<br />
Kochen <strong>im</strong> Topf zusätzlich ein Geschirrtuch um die<br />
Rolle binden <strong>und</strong> mit zwei Kochlöffeln an den Griffen am<br />
Topf einhängen. In leicht siedendes Wasser legen <strong>und</strong> 30<br />
- 40 Minuten gar ziehen lassen. Salat <strong>und</strong> abgekühlte Knödelscheiben<br />
schön auf Teller anrichten. Für das Kräuter-<br />
Dressing verschiedene Kräuter nach Geschmack in einen<br />
Mixer geben, restliche Zutaten zugeben <strong>und</strong> fest mixen.<br />
Champignons <strong>und</strong> Bacon in Scheiben schneiden <strong>und</strong> in<br />
sehr heißer Pfanne goldbraun rösten. Die Champignons<br />
würzen, mischen <strong>und</strong> als Topping über die Knödel geben.<br />
Herzhaftes<br />
Knödelcarpaccio<br />
mit gerösteten Champignons<br />
& Speck auf Salatbouquet mit<br />
Kräuter-Dressing (für 4 Personen)<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 42
Leichter Sommergenuss<br />
in Mary’s EssZ<strong>im</strong>mer<br />
Ein strahlend blauer H<strong>im</strong>mel, warme Sonnenstrahlen<br />
<strong>und</strong> buntgestreifte Sonnenschirme – der<br />
Sommer ist endlich da <strong>und</strong> lädt dazu ein, die<br />
kulinarischen Freuden dieser Jahreszeit zu genießen.<br />
Mary‘s EssZ<strong>im</strong>mer in Hausham verwöhnt mit einer Vielfalt<br />
an leichter Küche aus regionalen Produkten <strong>und</strong> mit<br />
spritzigen Drinks: Perfekt für eine entspannte Auszeit<br />
auf der Sonnenterrasse.<br />
Frühstücken wie ein Kaiser!<br />
Ein guter Tag beginnt in Mary’s EssZ<strong>im</strong>mer in Hausham<br />
mit einem ausgiebigen Frühstück. Von 8:30 Uhr bis 11:30<br />
Uhr werden die Gäste mit einer feinen Auswahl an Frühstücken<br />
verwöhnt: Von „Mary‘s Käsepappel“ über „Bunter<br />
Mischwald“ <strong>und</strong> „Vitaler Waldläufer“ bis hin zu „Ein Baum<br />
für zwei“ oder „Ein Baum für drei“ können die Gäste nach<br />
Herzenslust frühstücken. Beliebt ist auch das Müsli à la<br />
Maria mit feinen Mandeln <strong>und</strong> frischen Früchten.<br />
Sommerlich frisch <strong>und</strong> selbstverständlich regional!<br />
Für Maria Grobbel steht die Verwendung von frischen,<br />
saisonalen Zutaten aus der Region an erster Stelle.<br />
Die Sommerzeit bietet eine Fülle an buntem Gemüse,<br />
knackigen Salaten <strong>und</strong> saftigen Früchten. Als gelernte<br />
Metzgereifachverkäuferin geht Maria Grobbel aber auch<br />
be<strong>im</strong> Kauf von Fleisch keine Kompromisse ein. So bezieht<br />
sie beispielsweise Produkte von Biokalb <strong>Oberland</strong><br />
<strong>und</strong> Miesbacher Weidefleisch. Marias Empfehlung für<br />
den leichten Sommergenuss in Mary’s EssZ<strong>im</strong>mer? „Auf<br />
der Speisekarte finden Sie eine große Auswahl an Salaten:<br />
Mit Ziegenkäse, Scampi, Hendl oder Hacksteak. Das<br />
ist genau die richtige Wahl für die heißen Sommertage“.<br />
Sommerzeit ist Kuchenzeit!<br />
Für ein gemütliches Kaffeekränzchen gibt es die legendären<br />
hausgemachten fruchtigen Kuchen <strong>und</strong> cremigen<br />
Torten von Marias Tante Marianne. Schon mal den<br />
Feuerwehrkuchen probiert? Der Kaffee zum Kuchen<br />
kommt aus der Siebträgermaschine, die Kaffeebohnen<br />
von der Haushamer Kaffeerösterei Rafaels aus der<br />
Nachbarschaft. „Genießen Sie eine Vielzahl an Kaffeespezialitäten<br />
mit unserem Espresso aus Italien“, sagt<br />
Maria Grobbel. Sie hat eine besondere Verbindung zu<br />
der kleinen italienischen Kaffeerösterei „Minuto Caffè“<br />
in Savona, Ligurien. Das ist für sie der Espresso für die<br />
italienischen Momente <strong>im</strong> Leben. „Und den gibt’s hier<br />
bei uns in Hausham“, freut sie sich.<br />
Sommerdrinks für Urlaubsst<strong>im</strong>mung!<br />
In Mary‘s EssZ<strong>im</strong>mer können die Gäste aus einer<br />
Auswahl an spritzigen Sommerdrinks wählen, die sie<br />
in Urlaubsst<strong>im</strong>mung versetzen, wie den prickelnden<br />
Aperol Spritz oder de alkoholfreien Gurken-Spritz.<br />
Wer etwas Neues ausprobieren möchte, sollte Mary’s<br />
Sommerspritz oder die Wilde Heidi mit Prosecco <strong>und</strong><br />
Heidelbeerlikör versuchen.<br />
Perfekt für den Feierabend unter der Woche:<br />
Mary’s EssZ<strong>im</strong>mer ist aber auch bekannt für den hervorragenden<br />
Partyservice – <strong>und</strong> das nicht nur für eine<br />
Riesenparty. Auch für die kleine Grillparty unter der<br />
Woche zuhause mit Fre<strong>und</strong>en bietet Maria Grobbel ein<br />
umfangreiches Beilagenbuffet mit Salaten, Soßen <strong>und</strong><br />
auf Wunsch auch mit einer Auswahl an hochwertigem<br />
Fleisch an. „Verwöhnen Sie Ihre Gäste ohne viel Aufwand<br />
<strong>und</strong> lassen Sie uns die Arbeit machen“, empfiehlt<br />
Maria Grobbel.<br />
Mary‘s EssZ<strong>im</strong>mer<br />
Obere Tiefenbachstraße 8a<br />
83734 Hausham<br />
Telefon 08026 / 929 84 83<br />
info@marys-partyservice.de<br />
www.marys-essz<strong>im</strong>mer.de<br />
marysessz<strong>im</strong>mer<br />
marys_essz<strong>im</strong>mer<br />
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 8.30 – 17 Uhr<br />
Praktisch, ges<strong>und</strong> <strong>und</strong> gut:<br />
Auch außerhalb der Öffnungszeiten kann man<br />
sich r<strong>und</strong> um die Uhr aus dem Kühlautomaten<br />
„Schmausi“ vor dem Bistro mit Köstlichkeiten,<br />
die in Gläsern eingekocht <strong>und</strong> abgefüllt werden,<br />
versorgen. Das Sort<strong>im</strong>ent umfasst leckere<br />
Spezialitäten wie Rinderrouladen oder Ochsen<strong>und</strong><br />
Sauerbraten. Darüber hinaus stehen eine<br />
Auswahl an Suppen, Soßen, Knödeln, Sirupen<br />
<strong>und</strong> Fruchtaufstrichen zur Verfügung – alles<br />
ohne Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker.<br />
Wer möchte kann die Gläser<br />
auch über den Online-Shop bestellen <strong>und</strong> sich<br />
bequem nach Hause liefern lassen.<br />
43 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Karma Bavaria Burger<br />
beliebter Klassiker mit<br />
raffinierter Zusammenstellung<br />
(für 4 Personen)<br />
Zutaten:<br />
880 g Rinderhackfleisch vom lokalen Metzger, 4 Brioche-<br />
Burgerbrötchen, Obazda, Speck-Griebenschmalz (von<br />
der Speckalm), bayerischer Emmentaler, 1 Tomate,<br />
gemischte Salatblätter, 1 Zwiebel.<br />
Zubereitung:<br />
Das Fleisch mit Salz, Pfeffer, süßem Chili, Kurkuma<br />
<strong>und</strong> Kreuzkümmel würzen, intensiv durchkneten <strong>und</strong><br />
in vier Portionen zu je 220 Gramm aufteilen. In einer<br />
Pfanne in heißem Öl jeweils von beiden Seiten braten,<br />
mit Käse belegen <strong>und</strong> kurz <strong>im</strong> Ofen überbacken. Die<br />
Burgerbrötchen aufschneiden <strong>und</strong> toasten, auf die<br />
Unterseite Griebenschmalz streichen, den Deckel mit<br />
Obazda bestreichen. Die Tomate in Scheiben schneiden,<br />
die Salatblätter waschen <strong>und</strong> abtrocknen. Eine Zwiebel<br />
in Ringe schneiden <strong>und</strong> in der noch heißen Pfanne<br />
knusprig braten.<br />
Anrichten:<br />
Die Unterseite des Burgerbrötchens auf einen Teller<br />
legen <strong>und</strong> mit einem Salatblatt belegen. Darauf Tomatenscheiben<br />
<strong>und</strong> darüber das Fleisch legen. Nun die<br />
knusprigen Zwiebelringe auf dem Fleisch verteilen <strong>und</strong><br />
mit dem Deckel des Burgerbrötchens abschließen.<br />
Dazu passen selbstgemachte Pommes am besten.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 44
Karma Bavaria –<br />
Kulinarischer Triathlon<br />
Im Restaurant Karmasee <strong>und</strong> in der Wolpertinger<br />
Wine Bar, die zum Karma Bavaria Hotel in Schliersee<br />
gehören, tut sich gerade einiges, wie Hoteldirektor<br />
Christian Huschka begeistert erzählt: Wir haben<br />
einen neuen Küchenchef <strong>und</strong> mit ihm die Speisekarten<br />
komplett überarbeitet <strong>und</strong> umgestellt.“ Das heißt, ein<br />
paar alte Klassiker bleiben, aber viel neuer Wind kommt:<br />
„Wir bieten in Zukunft mit drei Speisekarten einen kulinarischen<br />
Triathlon an“, schwärmt der Direktor, „drei<br />
Küchen – drei Speisekarten – wir bieten das Beste aus<br />
internationaler, regionaler <strong>und</strong> indischer Küche an.<br />
Der neue Küchenchef Dario Quinteros ist dafür die<br />
opt<strong>im</strong>ale Besetzung. Der gebürtige Argentinier mit italienischen<br />
Wurzeln arbeitete schon in Sternerestaurants<br />
<strong>und</strong> zahlreichen eklektischen Lokalen. „Das alles hat<br />
mein kulinarisches Wissen bereichert“, erklärt er. Er erforschte<br />
unzählige kulinarische Trends <strong>und</strong> wollte jetzt<br />
ein neues Kapitel aufschlagen. „Hier in Bayern möchte<br />
ich weiterlernen <strong>und</strong> meine kulinarische Seele nähren.<br />
Ich freue mich darauf in eine neue Kultur einzutauchen,<br />
die voller Gehe<strong>im</strong>nisse, reichhaltiger Zutaten <strong>und</strong> verlockender<br />
Aromen ist“, umschreibt er seine neue Aufgabe<br />
philosophisch.<br />
Neue Küche<br />
Und so stehen in drei Speisekarten ab sofort neben den<br />
beliebten Gerichten wie dem Karma Bavaria Burger<br />
auch internationales Streetfood <strong>und</strong> authentische<br />
indische Gerichte. „Wir hatten mehrere Wochen einen<br />
Küchenchef der Karma Gruppe aus Indien bei uns,<br />
der uns gezeigt hat, wie authentische indische Küche<br />
geht“, so Huschka, „wir freuen uns darauf, diese jetzt<br />
unseren Gästen <strong>und</strong> allen Einhe<strong>im</strong>ischen, die jederzeit<br />
<strong>im</strong> Restaurant willkommen sind, zu zeigen. Auch gibt<br />
es neue coole Bar-Snacks wie Currywurst <strong>und</strong> Fish &<br />
Chips. „Wir orientieren uns da an den besten Beispielen<br />
aus Berlin <strong>und</strong> London <strong>und</strong> geben dem Ganzen dann<br />
unseren Dreh“, erklärt Christian Huschka. So wird die<br />
Currywurst mit Blattgold getoppt <strong>und</strong> der englische<br />
Klassiker wird mit Fisch von der Fischerei Schliersee<br />
zubereitet. Gr<strong>und</strong>sätzlich ist Regionalität ein großes<br />
Thema. „Wir wollen nachhaltig arbeiten <strong>und</strong> uns eine<br />
Community aufbauen“ so Christian Huschka. Das<br />
Fleisch kommt deshalb aus der Schlierseer Metzgerei<br />
Stadler, der Fisch wird von der Fischerei geliefert <strong>und</strong><br />
vieles mehr.<br />
Raffinierter Dreh<br />
Diese lokalen Zutaten setzt Küchenchef Dario Quinteros<br />
dann mit seinem Können in Szene. „Mit jedem Gericht,<br />
das ich kreiere, bringe ich die sorgfältige Arbeit eines<br />
Kunsthandwerkers zum Ausdruck <strong>und</strong> schüre meine<br />
unstillbare Leidenschaft für die Kunst der Gastronomie.“<br />
Und diese Leidenschaft kann man nicht nur<br />
schmecken, sondern auch sehen. Ein Brotzeitbrettl<br />
wird jetzt modern inszeniert, indem Geräuchertes <strong>und</strong><br />
Bauchspeck an einer kleinen Wäscheleine präsentiert<br />
werden, oder ein Tomatenschaum, der auf dem Zucchini<br />
Carpaccio platziert ist, löst sich <strong>im</strong> M<strong>und</strong> in köstliche<br />
Luft auf. Man kann definitiv sagen, dass das Restaurant<br />
Karmasee jetzt erst recht einen Besuch wert ist. Vor<br />
allem <strong>im</strong> Sommer lockt die Sunset Terrasse mit 80 Sitzplätzen,<br />
aber auch <strong>im</strong> hellen <strong>und</strong> modernen Restaurant<br />
mit 120 Sitzplätzen lässt es sich herrlich genießen – <strong>und</strong><br />
dass ab sofort ganz international.<br />
Karma Bavaria<br />
Kirchbichlweg 18, 83727 Schliersee<br />
Telefon 0 80 26 / 608-0<br />
reservation@karmabavaria.com<br />
www.karmabavaria.com<br />
KarmaBavaria<br />
Karma.Bavaria<br />
45 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Spargel-Eis-Dessert<br />
(Rezept für 4 Personen)<br />
Zutaten:<br />
250 g weißer Spargel, 500 g Naturjoghurt (vegan: Mandeloder<br />
Cashewjoghurt), 250 g brauner Zucker + etwas extra<br />
Zucker, 2 Bio-Zitronen, schwarze Nüsse ( Johanni-Nüsse)<br />
Zubereitung:<br />
Vorab das Eis zubereiten. Den Joghurt mit dem Zucker<br />
sowie Schalenabrieb <strong>und</strong> Saft der zwei Zitronen glatt<br />
mixen <strong>und</strong> in der Eismaschine fest werden lassen. Den<br />
Spargel schälen <strong>und</strong> bissfest <strong>im</strong> Wasserbad blanchieren.<br />
Etwas abgekühlt, mit der Faser in 2 Mill<strong>im</strong>eter dünne<br />
Streifen schneiden <strong>und</strong> auf einem großen Teller breit<br />
auslegen. Den extra Zucker darüber streuen <strong>und</strong> mit<br />
einem kleinen Küchenbrenner den Zucker karamellisieren.<br />
Das Eis in Nocken auf den Spargel legen <strong>und</strong><br />
mit in dünne Streifen geschnittenen schwarzen Nüssen<br />
garnieren. Als essbare Dekorationen können zudem<br />
Taubnesselblüten sowie Günzelblüten serviert werden.<br />
Cocktail „Holler“ (alkoholfrei)<br />
Rezept für 1 Cocktail<br />
Zutaten:<br />
3 cl Brombeersirup<br />
1,5 cl Hol<strong>und</strong>erblütensirup<br />
0,5 cl frischer Zitronensaft<br />
20 cl Buttermilch<br />
Optional: 4 cl Gin oder Wodka<br />
Zubereitung:<br />
Alle Zutaten mit Eiswürfeln shaken, in ein Longdrink-<br />
Glas abseihen <strong>und</strong> neue Eiswürfel hinzufügen, mit<br />
Orangen- oder Zitronenschale garniert servieren.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 46
Restaurant <strong>und</strong> Bar<br />
„Culinaria“ in Miesbach<br />
Kulinarische Exper<strong>im</strong>ente zum Genießen<br />
Die Küche des Culinaria in Miesbach ist mittlerweile<br />
bekannt dafür, außergewöhnliche kulinarische<br />
Exper<strong>im</strong>ente auf den Teller zu bringen,<br />
der die Geschmacksknospen explodieren lässt. Von der<br />
Vorspeise bis zum Dessert kombinieren Küchenchef<br />
Max Glatt <strong>und</strong> sein Team <strong>im</strong>mer wieder Zutaten miteinander,<br />
die sich in ihrer Gesamtheit zu einzigartigen<br />
Kreationen vereinen <strong>und</strong> die Gäste begeistern.<br />
Dabei ist dem Küchenchef nicht nur Regionalität, sondern<br />
auch Saisonalität wichtig. „Unser Wetter verändert<br />
sich ständig <strong>und</strong> das schlägt sich auch auf die Produkte<br />
nieder“, erklärt Max Glatt. Koche man mit den Saisonen,<br />
könne man die Intensität der Aromen etwa in Gemüse<br />
<strong>und</strong> Obst opt<strong>im</strong>al nutzen. Damit die Süße von Beeren<br />
etwa auch <strong>im</strong> Winter genossen werden kann, fertigt das<br />
Küchenteam auch selbst Marmeladen, Mus oder Sirup<br />
aus den frischen Früchten an, die dann wiederum in<br />
den Gerichten oder von Barchef Benjamin Brunner<br />
verwendet werden.<br />
So geschehen etwa auch mit den schwarzen Nüssen,<br />
welche das Dessert <strong>im</strong> Rezept von Max Glatt verfeinern.<br />
Die sogenannten Johanni-Nüsse werden noch unreif bis<br />
spätestens zur Sommersonnenwende <strong>im</strong> Juni geerntet,<br />
aufwändig vorbereitet <strong>und</strong> dann monatelang zum<br />
Fermentieren eingelegt. Der herbe <strong>und</strong> zugleich süße<br />
Geschmack der schwarzen Nüsse r<strong>und</strong>et das Dessert<br />
aus karamellisiertem Spargel <strong>und</strong> frischem Joghurt-<br />
Zitronen-Eis perfekt ab. „Der Geschmack unserer<br />
Gerichte ist <strong>im</strong>mer mehrd<strong>im</strong>ensional, <strong>und</strong> das Spiel mit<br />
Temperatur <strong>und</strong> Textur macht sie so besonders“, sagt<br />
der Küchenchef.<br />
Das Zusammenspiel der einzelnen Bereiche in dem<br />
Restaurant mit 60 – 100 Sitzplätzen macht auch den<br />
besonderen Charme des Culinaria aus. Denn Barchef<br />
Benjamin Brunner serviert zu diesem Sommer-Dessert<br />
einen perfekt abgest<strong>im</strong>mten Cocktail. Der „Holler“ ist<br />
fruchtig-frisch <strong>und</strong> mit der Buttermilch zwar kein Klassiker<br />
auf der Cocktailkarte, bietet dafür aber ein umso<br />
spannenderes M<strong>und</strong>spiel an. Jetzt <strong>im</strong> Sommer wird<br />
auch die gemütliche Sonnenterrasse mit Blick auf die<br />
Stadt Miesbach wieder geöffnet, <strong>und</strong> die Gäste können<br />
die leckeren Drinks <strong>im</strong> Freien genießen.<br />
„Wir können noch so gut kochen <strong>und</strong> mixen, doch ohne<br />
unseren super Service würde das Konzept nicht funktionieren“,<br />
sagt Max Glatt. Christina Adam ist Serviceleiterin<br />
<strong>im</strong> Culinaria <strong>und</strong> weiß ganz genau, wie sie die<br />
ausgefallenen Gerichte den Gästen schmackhaft machen<br />
kann. „Viele unserer Stammgäste schätzen diese<br />
außergewöhnlichen Gerichte, manche benötigen noch<br />
den letzten Schubs <strong>und</strong> sind dann begeistert.“ Denn<br />
nicht jeder würde sich sofort an die kreativen Kreationen<br />
wagen. Doch durch ihre kompetente Beratung<br />
<strong>und</strong> dem Wissen ob der Qualität der Gerichte, kann die<br />
Serviceleiterin auch die letzten Zweifel verschwinden<br />
lassen. Die Geschäftsführer des Culinaria, Christian<br />
<strong>und</strong> Margarethe Maß, haben ein perfekt aufeinander<br />
abgest<strong>im</strong>mtes Team an ihrer Seite, welches den Gästen<br />
von Restaurant <strong>und</strong> Bar <strong>im</strong>mer einen einzigartigen<br />
Aufenthalt ermöglicht.<br />
Culinaria Miesbach<br />
<strong>im</strong> Waitzinger Keller<br />
Schlierseer Straße 16<br />
83714 Miesbach<br />
Telefon 0 80 25 / 70 00-60<br />
www.culinaria-miesbach.de<br />
@CulinariaRestaurant<strong>und</strong>Bar<br />
@Culinaria_Miesbach<br />
47 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Im idyllisch gelegenen Au bei Bad Feilnbach <strong>im</strong> Landkreis Rosenhe<strong>im</strong> entstehen<br />
Lenkschlitten, Vierer- <strong>und</strong> Zweierbobs von Weltruf. Tom Singer ist Mr. Carbon<br />
<strong>und</strong> tüftelt seit über 30 Jahren an der Aerodynamik der Sportgeräte, denn am Ende<br />
geht es um Millisek<strong>und</strong>en, die über Erfolg <strong>und</strong> Misserfolg entscheiden.<br />
Text: Kathrin Suda | Fotos: Jackscorner Thomas Griesbeck<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 48
SCHNELLES<br />
CARBON<br />
49 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
One-Man-Show – Tom Singer in seiner Werkstatt.<br />
Tom Singer sammelte schon in seiner Jugend erste<br />
Erfahrung in der Werkstatt. „Mein Bruder ist in<br />
seiner Jugend Motocross gefahren, <strong>und</strong> ich habe<br />
mich um die Reparaturen gekümmert. Das hat mich<br />
sehr interessiert, <strong>und</strong> ich habe gerne etwas Neues ausprobiert“,<br />
erinnert sich der 54-jährige Handwerker.<br />
Nach der Schule machte er eine Ausbildung zum<br />
Kunststoffformgeber <strong>und</strong> machte sich mit nur 19 Jahren<br />
selbständig. Seine Eltern betrieben das Wirtshaus<br />
„Forellenstubn“ in Bad Feilnbach. „Als das Wirtshaus<br />
geschlossen wurde, haben mein Bruder Josef <strong>und</strong> ich<br />
auf dem Gelände unsere Werkstatt aufgebaut. Gemeinsam<br />
haben wir alles entkernt <strong>und</strong> dann neu errichtet“,<br />
so Tom Singer. Schnell wurden die Brüder auf das<br />
Kunststoff-Hightech-Material Carbon aufmerksam.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 50
Verstecktes Tüftlertalent<br />
„Mir war klar, dass dieses Material nicht nur robust,<br />
sondern auch irre leicht ist, <strong>und</strong> dass es gerade <strong>im</strong><br />
Motorsport vielfältige Einsatzgebiete geben könnte“, so<br />
Tom Singer. Fre<strong>und</strong>e aus der damaligen Zeit erkannten<br />
das Tüftlertalent Singers <strong>und</strong> an<strong>im</strong>ierten ihn, Teile für<br />
den Motorsport herzustellen <strong>und</strong> zu reparieren. „Dann<br />
ging alles sehr schnell. Nachdem sich die gute Qualität<br />
herumgesprochen hatte, kamen auch gleich Aufträge<br />
aus dem Motorrennsport. „Ich habe einige Rennsportteile<br />
für ältere BMW-, Audi- <strong>und</strong> Rolls Royce-Rennsportautos<br />
gebaut, hauptsächlich für die Karosserie <strong>und</strong><br />
Aerodynamik-Bauteile“, erklärt Tom Singer. Damals<br />
baute er vor allem individuelle Einzelteile, Prototypen,<br />
aber auch kleine Serien von 50 Exemplaren.<br />
51 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Alles Handarbeit! Tom Singer holt <strong>im</strong>mer<br />
das Max<strong>im</strong>um aus seinem Material heraus.<br />
Alles Handarbeit!<br />
Dabei setzt Singer hauptsächlich auf seine eigene Fertigkeit<br />
<strong>und</strong> baut von Hand. Wenn eine Maschine zum<br />
Einsatz kommt, dann ist es der computergesteuerte<br />
Plasmaschneider. „Mehr Maschinen wollte ich nie. Ich<br />
habe kein Interesse an Massenproduktion. Meine Stärke<br />
liegt eher <strong>im</strong> Bereich der individuellen Herstellung.“<br />
Weiter ging es mit Wasserski. Vor mehr als 25 Jahren<br />
wollte ein damaliger Wasserski-Weitspringer einen<br />
leichten, breiten <strong>und</strong> stabilen Ski fertigen lassen. „Das<br />
hat mich interessiert, das war wieder etwas völlig<br />
Neues, <strong>und</strong> man fängt <strong>im</strong> Gr<strong>und</strong>e bei Null an.“ Auch<br />
hier konnte Singer den Erfolg für sich verbuchen, denn<br />
der Wasserskispringer brach mit dem Singer-Ski den<br />
damaligen Weltrekord.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 52
Der erste Bob<br />
1996 bauten die Singer-Brüder dann den ersten Lenkschlitten<br />
von Weltruf für den damaligen Jugendweltmeister<br />
<strong>im</strong> Zweierbob, Sepp Dostthaler. „Der Sepp war<br />
auf der Suche nach einem neuen Bob, <strong>und</strong> ich wurde<br />
ihm von einem Lackierer hier in Bad Feilnbach empfohlen“,<br />
erinnert sich Tom Singer. Die Männer tauschten<br />
sich aus <strong>und</strong> waren sich einig: „Wir wollten gemeinsam<br />
etwas völlig Neues machen. Das Ganze ohne Druck.<br />
Wir haben uns gesagt, wir schauen mal, wie weit wir<br />
kommen.“ Sie kamen weit. Sepp Dostthaler belegte den<br />
zweiten Platz bei den Europameisterschaften. Jetzt wurden<br />
auch andere Bob-Teams auf Singer aufmerksam.<br />
Christoph Langen, einer der erfolgreichsten deutschen<br />
Bobpiloten <strong>und</strong> damaliger mehrfacher Weltmeister, gab<br />
ebenfalls ein Eiskanal-Geschoss bei Singer in Auftrag.<br />
„Wir mussten ihn damals sogar ein paar Monate vertrösten,<br />
da unsere Werkstatt noch nicht ganz fertig war.“<br />
Langen hatte einen fertigen Rahmen <strong>und</strong> Tom Singer<br />
baute das Sportgerät drumherum mit Carbon aus. „Mit<br />
meinem Bob wurde er 2001 erneut Weltmeister <strong>im</strong><br />
Zweierbob in St. Moritz.“ Seit 2003 baut Singer auch<br />
Wenn er nicht in seiner Werkstatt tüftelt, fährt Singer gerne Rennwagen.<br />
Behalten SieIhrefinanziellenZiele <strong>im</strong> Blick.<br />
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53 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
die kompletten Stahlrahmen <strong>und</strong> die Technik in seiner<br />
Werkstatt. Seit dem Tod seines Bruders Josef 2014 arbeitet<br />
er allein. Wenn es aber besonders knifflig wird, kann<br />
er auf Fre<strong>und</strong>e zurückgreifen.<br />
So rasant, wie seine Bobs durch die Eiskanäle sausen, so<br />
rasant entwickelte sich sein Geschäft. 2004 schloss er<br />
einen Vertrag mit der russischen Nationalmannschaft.<br />
Weitere Verträge mit Nationen wie Großbritannien,<br />
Kanada, Australien <strong>und</strong> Liechtenstein folgten.<br />
Präzision <strong>und</strong> Handwerk<br />
Viele Arbeitsschritte sind nötig,<br />
damit das Ergebnis perfekt wird.<br />
Die Singer-Brüder machten sich schnell einen Namen,<br />
weil sie verstanden, dass min<strong>im</strong>al veränderte Auflageflächen<br />
in der Bobwelt, in der es um H<strong>und</strong>ertstelsek<strong>und</strong>en<br />
geht, alles verändern können. Zum Beispiel mit dem<br />
richtigen Abstand der Achsen, der Höhe <strong>und</strong> Breite,<br />
kann man mit einem geschickten Feintuning Zehntelsek<strong>und</strong>en<br />
gutmachen. Alle möglichen Varianten müssen<br />
sorgsam getestet werden, denn das Material reagiert auf<br />
warmes, kaltes, stumpfes oder schnelles Eis. Es braucht<br />
also jede Menge Fingerspitzengefühl be<strong>im</strong> Bau eines<br />
Bobs. Die wichtigste Zutat dabei ist aber die Erfahrung<br />
mit dem Material. „Jahrelange Arbeit mit Carbon in<br />
Kombination mit einer idealen Aerodynamik sind ein<br />
absolutes Erfolgsrezept“, ist sich Singer sicher.<br />
Die Vierer-Bobs erreichen eine Geschwindigkeit von<br />
über 150 Kilometer in der St<strong>und</strong>e <strong>und</strong> wiegen leer<br />
210 Kilo, ein Zweier-Bob wiegt 170 Kilo. Die Athleten<br />
schwingen dann noch ihre bis zu 100 Kilogramm<br />
schweren Körper in den Bob <strong>und</strong> machen das Sportgerät<br />
<strong>im</strong> Eiskanal damit stabil <strong>und</strong> rasant schnell. „Ich<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 54
selbst bin schon fast 100-mal mitgefahren. Da wird es<br />
dann schon ganz schön windig bei 150 km/h.<br />
Nicht umsonst wird der Bob-Sport auch als Formel 1<br />
des Wintersports bezeichnet. „Die Technik ist einfach<br />
der Wahnsinn. Material, Aerodynamik, Windkanal,<br />
Eisbeschaffenheit, das ist ja heute eine Wissenschaft für<br />
sich“, weiß Singer.<br />
Prinz Bertl <strong>im</strong> Singer-Bob<br />
Auch Monaco klopfte bei Singer an die Tür. Für Olympiaden<br />
<strong>und</strong> Weltmeisterschaften, an denen damals<br />
Prinz Albert von Monaco als Pilot startete, fertigte Tom<br />
Singer in Bad Feilnbach ebenfalls Zweierbobs. Bei einer<br />
Testfahrt in Innsbruck lernten sich die Bobbauer <strong>und</strong><br />
der Prinz kennen. „Als mein Bruder <strong>und</strong> ich uns ihm als<br />
Sepp <strong>und</strong> Tom Singer vorstellten, fragte uns der Prinz,<br />
wie er denn auf Bayrisch heißen würde. Mein Bruder<br />
sagte: ‚Du bist der Bertl.“ Auch heute noch sind Tom<br />
Singer <strong>und</strong> Fürst Albert von Monaco fre<strong>und</strong>schaftlich<br />
verb<strong>und</strong>en. „Freilich, wenn wir telefonieren, rede ich<br />
ihn mit Bertl an“, schmunzelt Singer. Das Bob-Team<br />
von Monaco stand leider nie auf dem Stockerl, dafür<br />
Tom Singer hat jahrelange Erfahrung mit Carbon.<br />
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55 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Von Bad Feilbach ans andere Ende der Welt: Hier entsteht der Bob für Australien.<br />
aber zahlreiche andere Nationen, die Singer mit den<br />
rasanten Kufensportgeräten belieferte. „Mei, wie viele<br />
Nationen mit meinen Bobs Titel geholt haben, weiß ich<br />
nicht mehr, das waren so viele, da hört man irgendwann<br />
auf zu zählen. Wichtig war mir auch <strong>im</strong>mer, dass<br />
mir die Arbeit Spaß macht, <strong>und</strong> das tut sie jetzt nach<br />
über 30 Jahren <strong>im</strong>mer noch“, freut sich der bayrische<br />
Handwerker. Unzählige Male war er bei Wettbewerben<br />
auf der ganzen Welt anwesend, um kleine <strong>und</strong> größere<br />
Reparaturen an seinen Geräten durchzuführen. „Das<br />
hat mir natürlich <strong>im</strong>mer Spaß gemacht. Da ist irre viel<br />
los auf solchen Sportveranstaltungen.“<br />
Was ist eigentlich Carbon?<br />
Carbon ist eine Kohlenstofffaser,<br />
die <strong>im</strong> Sprachgebrauch auch verkürzt<br />
Kohlefasern oder Carbon- bzw. Karbonfaser<br />
genannt wird. Es besteht aus industriell<br />
gefertigten Fasern aus kohlenstoffhaltigen<br />
Ausgangsmaterialien, die durch den<br />
Rohstoff angepasste chemische Reaktionen<br />
in graphitartig angeordneten Kohlenstoff<br />
umgewandelt werden.<br />
Singer-Bobs für<br />
die ganze Welt<br />
Seit 2001 baut Singer seine eigenen Bobs, die er in die ganze<br />
Welt verkauft. „Die sind zwar einheitlich, können aber<br />
individuell auf die Piloten eingestellt werden. Hightech-<br />
Bobs aus Bad Feilnbach“, grinst Singer. Er selbst fährt seit<br />
er 20 ist Rennautos, heute nicht mehr bei Wettbewerben,<br />
sondern nur noch zum Spaß oder zu Testzwecken.<br />
Wenn er nicht in der Werkstatt tüftelt, angelt er gerne<br />
oder er steigt in seinen Rennwagen <strong>und</strong> fährt auf der<br />
Rennstrecke. Offizielle Rennen fuhr er in seiner Jugend,<br />
aber schon lange hat er diesen Sport an den Nagel<br />
gehängt. „Das mache ich nur noch zur Freude, oder zu<br />
Testzwecken, ganz ohne Wettbewerbsdruck.“ |<br />
Mail@singer-carbon.de<br />
www.singer-carbon.de<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 56
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57 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Das <strong>Oberland</strong> ist Pferdeland. Pferde gehören<br />
zum Alltag. Vom Haflinger auf der Wiese vor dem<br />
Bauernhof bis zu den Polopferden <strong>im</strong> Nordlandkreis.<br />
Pferdeschlittenrennen sind Höhepunkte <strong>im</strong> dörflichen<br />
Leben, Leonhardifahrten gelebtes Brauchtum.<br />
Doch was, wenn das Pferd krank ist oder verletzt,<br />
medizinische Betreuung oder ges<strong>und</strong>heitliche<br />
Prophylaxe braucht? In der Pferdeklinik am Kirchberg<br />
in Großhartpenning kümmert sich ein 35-köpfiges<br />
Team r<strong>und</strong> um die Uhr um vierbeinige Patienten.<br />
Text: Heidi Siefert | Fotos: Thomas Plettenberg<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 58
Goldstandard<br />
IM OBERLAND<br />
59 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Morgens bei der Visite werden die Bef<strong>und</strong>e besprochen.<br />
Ein Pferd wird untersucht.<br />
Es ist früher Nachmittag. Neugierig reckt sich ein<br />
Pferdekopf aus einem Stallfenster, schaut aufmerksam<br />
auf die Bauarbeiter auf der einen <strong>und</strong> die<br />
Einfahrt auf der anderen Seite. Über dem Empfang liegt<br />
ein feiner Duft nach Heu. In den Regalen neben Ordnern<br />
<strong>und</strong> Literatur sind zwei Pferdeschädel. Im Gang ein<br />
Pferdeskelett. Es ist unübersehbar. Hier dreht sich alles<br />
ums Pferd. Genauer um Equide, die Familie der Pferde,<br />
Esel <strong>und</strong> Zebra-Arten innerhalb der Unpaarhufer.<br />
„Früher war hier der Melkstand“, erzählt Christiane<br />
von Süßkind-Schwendi bei einem R<strong>und</strong>gang durch den<br />
ehemaligen Aussiedlerhof gegenüber der Sportanlage,<br />
den sie <strong>und</strong> ihr Mann Uwe Heidbrink zu einer hochmodernen<br />
Pferdeklinik machten. Wo einst Rinder standen,<br />
werden nun Pferde behandelt, operiert, gepflegt. „Im<br />
August 2011 hatten wir das erste Pferd in der Klinik“,<br />
erinnert sich die Tierärztin an die Anfänge, als sie beide<br />
mit einer Assistentin <strong>und</strong> einer Tierarzthelferin ihre<br />
ersten Patienten am neuen Ort empfingen, damit eine<br />
Lücke in der regionalen Veterinärversorgung geschlossen<br />
<strong>und</strong> sich der Traum von einer eigenen Klinik für alle<br />
Belange r<strong>und</strong> um die Pferdeges<strong>und</strong>heit erfüllt wurde. Als<br />
sie dafür ihre Fühler erstmals Richtung Münchner Süden<br />
ausstreckten, hatten sie Thann <strong>im</strong> Blick. Neben der<br />
Moar-Alm wollten sie nahe an den Reithof bauen, doch<br />
die notwendigen Baugenehmigungen zu bekommen,<br />
erwies sich als schwierig. Die Berichterstattung darüber<br />
ließ aber ihren Vorgänger am aktuellen Standort aufhorchen,<br />
der wegen ges<strong>und</strong>heitlicher Probleme seine Landwirtschaft<br />
in recht neuen Gebäuden aufgeben musste. Er<br />
nahm mit den suchenden Veterenärmedizinern Kontakt<br />
auf, man wurde sich schließlich einig <strong>und</strong> fortan war in<br />
Großhartpenning Wiehern statt Muhen angesagt.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 60
Traumberuf Tierärztin<br />
Mit ihrer Tochter schwanger habe sie die Bauphase begleitet,<br />
erzählt von Süßkind-Schwendi, die selbst schon<br />
als Kind genau wusste, dass sie einmal Tierärztin werden<br />
wolle. In Hessen als Tochter eines Pferdezüchters in<br />
einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, habe<br />
es sie <strong>im</strong>mer schon in den Stall gezogen. Wenn Tiere<br />
geboren wurden, durfte die kleine Christiane dabei sein.<br />
Berührungsängste hatte sie nie. Und, mit familiären<br />
Wurzeln in Süddeutschland, auch keine Bedenken,<br />
zum Studium nach München zu gehen. Eine der fünf<br />
deutschen Unis mit einem Lehrstuhl für Veterinärmedizin,<br />
der viele wegen der hohen Lebenshaltungskosten<br />
abschreckte.<br />
Der aus Nordrhein-Westfalen stammende Uwe Heidbrink,<br />
der als Koryphäe für Chirurgie <strong>und</strong> Orthopädie<br />
bei Pferden gilt <strong>und</strong> dessen Schwerpunkte auf Orthopädie,<br />
min<strong>im</strong>alinvasiver Chirurgie, Kolikchirurgie <strong>und</strong><br />
Kernspintomographie liegen, kam über seine Affinität<br />
zur Chirurgie zu den Tieren. Er studierte Veterinärmedizin<br />
an der Tierärztlichen Hochschule Hannover <strong>und</strong><br />
Christiane von Süßkind-Schwendi <strong>und</strong> Dr. med. vet. Uwe Heidbrink.<br />
61 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
kam 1990 als Assistent in der Pferdepraxis Dr. Hubertus<br />
Lutz in den Süden, wo er zwei Jahre später Partner<br />
wurde <strong>und</strong> 1994 gemeinsam mit Lutz die Pferdeklinik<br />
Aschhe<strong>im</strong> gründete, an der er bis Dezember 2010<br />
Partner <strong>und</strong> leitender Chirurg war. Darüber hinaus<br />
arbeitete Heidbrink in der tierärztlichen Betreuung von<br />
Pferdesportveranstaltungen <strong>und</strong> wurde 2010 Member of<br />
the Royal College of Veterinary Surgeons.<br />
Ein Patient wird für eine OP vorbereitet...<br />
Mit der Spezialisierung auf Chirurgie hatte auch Christiane<br />
von Süßkind-Schwendi geliebäugelt, sich dann<br />
aber für die Innere Medizin entschieden, damit beide<br />
das komplette Spektrum abdecken können. Mit derzeit<br />
zwölf spezialisierten Kolleginnen <strong>und</strong> Kollegen sind sie<br />
am Kirchberg mittlerweile in allen Bereichen gut aufgestellt.<br />
„Wir bieten alles, was Pferdemedizin angeht“,<br />
sagt die Frau, der man ansieht, mit wie viel Freude<br />
sie bei der Sache ist. Hier wird dem geliebten Pony<br />
eines Kindes ebenso geholfen, wie dem Sportpferd von<br />
Springreitern mit internationalen Wettkämpfen. Alles an<br />
Rassen <strong>und</strong> Erkrankungen wird von den Ärztinnen <strong>und</strong><br />
Ärzten aus Großhartpenning behandelt. Und manchmal<br />
nicht nur das.<br />
dann in den Operationssaal transportiert,<br />
Der älteste Patient<br />
war kein Pferd<br />
sondern die 160 Jahre<br />
alte Schildkröte Joe<br />
Einen wertvollen Wagyu-Stier versorgten sie nach einer<br />
Patellaluxation. Be<strong>im</strong> Tierpark Hellabrunn, für den<br />
die Pferdeklinik Operationen durchführt, ist auch mal<br />
eine Gazelle Patient. Oder vor zwei Jahren die etwa 160<br />
Jahre alte Riesenschildkröte Joe, die sich einen Bruch<br />
zugezogen hatte.<br />
in Narkose gelegt<br />
Vieles behandelt das Team in der Außenpraxis vor<br />
Ort. Geht täglich nach 14 Uhr, wenn die Routinen in<br />
der Klinik abgeschlossen sind, auf Tour zu Reitställen,<br />
Höfen <strong>und</strong> Gestüten. Etwa 80 Kilometer ist der Radius<br />
um die Klinik. Häufig geht es nach Österreich. Im Auto<br />
vieles, um möglichst vor Ort Hilfe leisten zu können<br />
– mobile Röntengeräte, chirurgisches Besteck, Augenspiegel,<br />
Nasenschl<strong>und</strong>sonden, ein Hufbesteck für<br />
schnelle Hilfe bei Abszessen unter dem Hufeisen.<br />
Auch ge<strong>im</strong>pft wird in der Außenpraxis. Und Geburtshilfe<br />
geleistet, wenn Mitte April die Fohlensaison beginnt,<br />
in der gerade Kaltblüter zu schweren Geburten<br />
neigen. Dann kann es bisweilen auch notwendig sein,<br />
ein Jungtier per Kaiserschnitt zu holen. Auch dafür<br />
sind sie in der Pferdeklinik am Kirchberg gerüstet.<br />
So, wie für alles, was Fohlen brauchen könnten, die<br />
ähnlich einem Baby „schon viel haben können“. In acht<br />
von zehn Fällen klappe es aber, „dass wir ambulant<br />
helfen können.“ Ansonsten geht es zur Behandlung in<br />
die Klinik.<br />
<strong>und</strong> schließlich operiert.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 62
Nach einer Operation gibt es für das Fohlen Mineralien.<br />
Die haben Heidbrink <strong>und</strong> seine Frau <strong>im</strong> ehemaligen<br />
Rinderstall mit sinnvollen <strong>und</strong> praxisorientierten<br />
Wegen ausbauen lassen <strong>und</strong> dabei die Anordnung der<br />
Räume genau durchdacht. Da gibt es Untersuchungsstand,<br />
Räume für Ultraschall, Röntgen <strong>und</strong> Endoskopie<br />
<strong>und</strong> die Box für die OP-Vorbereitung, in der die Tiere<br />
eine Beruhigungsspritze bekommen, „dass sie schon<br />
mal richtig gut gechillt sind“, wenn es in eine der beiden<br />
Narkoseboxen geht.<br />
Wie ein Roter Faden zieht sich ein rotes Hängesystem<br />
unterhalb der Decke von Raum zu Raum. Hier werden<br />
die schweren Tiere an speziellen Fußschlaufen hängend<br />
behutsam in den OP befördert, um in einem großen<br />
Raum an einem überd<strong>im</strong>ensionalen Operationstisch<br />
behandelt zu werden. Hinter den großen Schwingtüren<br />
hört man gedämpft Geräusche, die an Zahnarzt<br />
erinnern. „Die Versteifung einer Arthrose“, erklärt von<br />
Süßkind-Schwendi den Eingriff, den ihr Mann gerade<br />
vorn<strong>im</strong>mt. In einem anderen Behandlungsraum steht<br />
ein Fuchs ganz ruhig in einer Art blauem Riesenstiefel,<br />
während eine Tierärztin <strong>und</strong> ihre Assistentin ein MRT<br />
anfertigen. Der Magnetresonanz-Tomograph für Untersuchungen<br />
am stehenden Pferd ist eine der Besonderheiten<br />
der Klinik. Während es Standard ist, liegend<br />
<strong>und</strong> entsprechend narkotisiert zu untersuchen, können<br />
am Kirchberg die Regionen vom Huf bis zu Carpal- <strong>und</strong><br />
Sprunggelenk ohne Narkose <strong>und</strong> damit sehr viel schonender<br />
gescannt <strong>und</strong> damit zielgerichtete Diagnosen<br />
gestellt werden. Je nach Region <strong>und</strong> Kooperationsbe-<br />
63 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
eitschaft des Pferdes dauert das etwa eineinhalb bis<br />
zwei St<strong>und</strong>en. In der Regel können die Besitzer ihre<br />
Tiere eine St<strong>und</strong>e später wieder mit nach Hause nehmen,<br />
wo der behandelnde Haus-Tierarzt seine Therapie<br />
anhand der Bilder <strong>und</strong> Auswertung ansetzen kann.<br />
Bei Operationen halten sich eigenes Klientel <strong>und</strong> Überweisungen<br />
die Waage. In der Regel bleiben Patienten<br />
eine Woche in der Klinik in einer der Boxen direkt<br />
nebenan in der Stallgasse. Bei Kastration fünf Tage, bei<br />
Koliken zehn. Um noch mehr Platz für die Genesenden<br />
zu haben, wird es <strong>im</strong> Neubau 28 zusätzliche Boxen<br />
geben. Vor allem aber soll dort die Zahnmedizin eigene<br />
Räume bekommen. Bei schmerzenden Zähnen, aber<br />
auch für Prophylaxe, denn mit geänderten Ernährungsgewohnheiten<br />
ist etwa der natürliche Abrieb an den<br />
Backenzähnen nicht mehr so stark, als wenn die Tiere<br />
aktiv mehr Gräser kauen.<br />
Grafiken: Panthermedia/Vasilyeva (YAYMicro)<br />
Ein Bein wird für<br />
einen Zugang rasiert.<br />
Eine Pferde-Operation ist <strong>im</strong>mer eine spektakuläre Sache.<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 64
Übergewicht,<br />
Bewegungsarmut –<br />
auch Pferde leiden unter<br />
Wohlstandskrankheiten<br />
Gr<strong>und</strong>sätzlich hätten sich auch bei Pferden die Krankheitsbilder<br />
verändert. Neben Klassikern wie Brüchen <strong>und</strong> der<br />
der Anatomie geschuldeten Anfälligkeit für Koliken, wenn<br />
sich der sehr lange Darm verdreht oder verschlingt, gäbe es<br />
auch bei ihnen zunehmend Wohlstandskrankheiten. Zu gut<br />
gemeinte Fütterung. Zu wenig Bewegung. Dabei gilt von Süßkind-Schwendis<br />
Sorge nicht nur den Pferden. Wenn diese in<br />
Folge von Herzerkrankungen unter dem Reiter zusammenbrächen,<br />
könne es auch für den Menschen gefährlich werden.<br />
Atemwegserkrankungen nehmen zu <strong>und</strong> Asthma plage<br />
durchaus auch Pferde, von denen es, wie be<strong>im</strong> Menschen,<br />
die extrem Empfindsamen gäbe <strong>und</strong> die besonders Harten,<br />
wie etwa die Isländer, „die es erst zeigen, wenn es ihnen<br />
richtig schlecht geht“. Ihnen allen gilt es mit viel Gespür<br />
die richtige Behandlung zukommen zu lassen. Ihre<br />
modernen Diagnosemöglichkeiten sind dabei extrem<br />
hilfreich als Gr<strong>und</strong>lage, um richtig ansetzen zu können.<br />
Dazu ergänzende Fachgebiete wie die Physiotherapie<br />
<strong>im</strong> Haus, mit der man nicht nur in der Rekonvaleszenz<br />
mit Akupressur, Magnetfeldtherapie, Mobilisierung der<br />
Faszien oder Lymphdrainagen wahnsinnig viel bewirken<br />
<strong>und</strong> die Genesung unterstützen könne.<br />
Vom Ablauf gleicht vieles dem in einer Klinik für Menschen.<br />
Morgens um 8 Uhr trifft sich das komplette Ärzteteam zur<br />
tierärztlichen Visite, besucht einen Patienten nach dem<br />
anderen, bekommt Informationen über den Status quo<br />
<strong>und</strong> bespricht den weiteren Behandlungsplan. Es folgen<br />
Röntgen- <strong>und</strong> Laborvisite, bei der Bilder, Blutbilder <strong>und</strong> Laborberichte<br />
vom Vorabend oder – bei Notfällen – der Nacht<br />
besprochen werden, ehe sich das Team aufteilt. Für Operationen<br />
<strong>und</strong> MRT gibt es feste Tage, <strong>und</strong> selbstverständlich<br />
gibt es auch in einer Tierklinik <strong>im</strong>mer einen Bereitschaftsdienst<br />
für die Rekonvaleszenten <strong>im</strong> Stall oder für Notfälle.<br />
„Es ist ein toller Beruf, auch wenn er anstrengend ist!“,<br />
fasst die Hausherrin alles in einem Satz zusammen <strong>und</strong><br />
schiebt hinterher, dass sie ein tolles Team sind, das sich<br />
<strong>im</strong>mer über Zuwachs freut – Studenten, Ärzte, Unterstützung<br />
in der Verwaltung. Ob sie selber Reiter sind?<br />
„Nicht mehr“, sagt Christiane von Süßkind-Schwendi.<br />
Heute gingen sie <strong>und</strong> ihr Mann gemeinsam zur Jagd.<br />
„Draußen <strong>im</strong> Grünen sitzen, ohne Handy aber mit Kind<br />
<strong>und</strong> H<strong>und</strong>“, das ist es, womit sie Energie tanken für den<br />
Klinikalltag. Und das direkt vor der Haustür. |<br />
Pferdeklinik am Kirchberg GmbH<br />
Piesenkamer Straße 18 | 83607 Großhartpenning<br />
Tel. 0 80 24 / 4 77 14-0 | office@pferdeklinik-am-kirchberg.de<br />
www.pferdeklinik-am-kirchberg.de<br />
PferdeklinikAmKirchberg<br />
SIE WOLLEN<br />
HOCH HINAUS?<br />
VomMagazin über Prospekte bis<br />
hin zum Flyer. Mit Printprodukten<br />
beeindrucken. Ihr Partner r<strong>und</strong><br />
um den Offsetdruck.<br />
Mayr Miesbach GmbH · Am Windfeld 15<br />
83714 Miesbach · Tel. 08025/294-0<br />
info@mayrmiesbach.de · www.mayrmiesbach.de<br />
65 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
Gute Laune Block<br />
Für Notizen <strong>und</strong> Botschaften an liebe Menschen<br />
Für den Gute Laune Block<br />
ist <strong>im</strong>mer Gelegenheit<br />
Es muss nicht der Geburtstag oder ein anderer festlicher Anlass<br />
sein: Um mit einem Gute Laune Block Freude zu verschenken,<br />
bedarf es keinerlei besonderen Gelegenheit. Ganz gleich, ob Sie<br />
MAGDALENEN<br />
sich bei jemandem bedanken oder in Erinnerung rufen möchten,<br />
ihn aufmuntern oder ihr Glück wünschen wollen – unsere traumhaft schönen,<br />
lustigen oder freudigen Gute Laune Blöcke passen <strong>im</strong>mer. Sie verbinden w<strong>und</strong>erbare<br />
Motive mit einem witzigen Spruch, einem Wunsch oder nur einem Wort, das dem<br />
Empfänger gute Laune bereiten soll. Der Gute Laune Block Blumenkranz ist frisch,<br />
bunt <strong>und</strong> verbreitet Freude. 96 Kärtchen, 10,5 x 10,5 cm, Empf. VK € 8,50<br />
EAN 4027537000941 ; interne Artikelnummer: 100094<br />
www.magdalenen-verlag.de oder www.magdalenen-verlag.de/Gute-Laune/Bloecke/<br />
Magdalenen Verlag, Gewerbering 14, 83607 Holzkirchen, Telefon 0 80 24 / 4 70 46-0<br />
„Der<br />
Miesbacher“<br />
Espresso<br />
Ein neuer Stern am Espressobohnenh<strong>im</strong>mel:<br />
Das<br />
Besondere an dieser Mischung ist die<br />
Zusammensetzungvon aus Bohnenvierverschiedenen<br />
Kaffeeursprungsländern:<br />
So trifft Brasilien, Mexiko, Äthiopien<br />
<strong>und</strong> Indien zusammen, was eine wahre<br />
Geschmacksfreude für den Gaumen<br />
erzielt. Hervorragend geeignet für alle<br />
Espressomaschinen, Vollautomaten<br />
<strong>und</strong> dem Herdkännchen.<br />
Ganze Bohnen 250 g € 7,20 € /<br />
500 g € 14,- € / 1 kg € 27,50<br />
Bohnenreich Webshop:<br />
www.bohnenreich.de<br />
Laufrad-<br />
Trike<br />
2 in 1<br />
Hübsches Dreirad aus Holz, umbaubar<br />
zum Laufrad, wahlweise in hellblau<br />
oder rosa, mit Klingel <strong>und</strong> Lenkertasche,<br />
dreifach verstellbare Sattelhöhe<br />
u. dreifach verstellbarer Sitzabstand,<br />
Lenker mit Einschlagbegrenzung,<br />
Sitzbezug aus Kunstleder, das ideale<br />
Gefährt für alle kleinen Fahranfänger<br />
zum Preis von € 79,90.<br />
Spielwaren Juffinger<br />
Niklasreuth 3, 83737 Irschenberg<br />
Tel. 0 80 25 / 9 93 52 52<br />
www.spielwaren-juffinger.de<br />
Wohlfühlmomente verschenken<br />
Anlässe, einem lieben Menschen ein Geschenk zu machen, gibt es viele. Sagen Sie<br />
doch einfach mal „Schön, dass es dich gibt“ mit einem Gutschein vom monte mare. In<br />
der Sauna- <strong>und</strong> Wellnesswelt kommen Körper <strong>und</strong> Seele zur Ruhe <strong>und</strong> tanken neue<br />
Energie. Egal ob zum Geburtstag, Hochzeitstag, zu Weihnachten oder zwischendurch:<br />
Verschenken Sie eine Auszeit vom Alltag – oder machen Sie sich selbst eine<br />
kleine Freude. Gutscheine erhalten Sie <strong>im</strong> Onlineshop, auf Wunsch mit eigenem Bild<br />
zum Sofortausdrucken: www.monte-mare.de/shop<br />
monte mare in der Vitalwelt<br />
Perfallstraße 4, Schliersee, www.monte-mare.de<br />
Stilvolle<br />
Einkaufstasche<br />
Innenseite ist<br />
die natürliche<br />
Lederrückseite.<br />
Außenleder:<br />
Rindleder vegetabil gegerbt.<br />
Maße: 28 x 13 x 47 cm. € 125,-<br />
Marstaller Werkstätten KG<br />
Dorfstraße 9, 83627 Osterwarngau<br />
www.marstaller-werkstaetten.de<br />
Fesche Tracht<br />
für den Sommer<br />
Hemd: € 99.- / Lederhose: € 1.575.-<br />
Strickjacke: € 269.- / Strohhut: € 175.-<br />
Handgestrickte Strümpfe: ab € 149.-<br />
Jetzt erhältlich in unseren Geschäften<br />
in Miesbach, Rosenhe<strong>im</strong> <strong>und</strong><br />
Tegernsee oder online unter<br />
www.karljaeger-trachten.de<br />
mey Badeshort<br />
Bei Badeshorts geht es nicht allein um<br />
den perfekten Sitz be<strong>im</strong> Schw<strong>im</strong>men<br />
oder Surfen. Es geht auch darum, modisch<br />
eine gute Figur zu machen – egal,<br />
ob Sie am Strand oder <strong>im</strong> Schw<strong>im</strong>mbad<br />
unterwegs sind. Mey Badeshorts<br />
verbinden Sport, Style <strong>und</strong> Tragekomfort<br />
in opt<strong>im</strong>aler Weise. € 79,95.<br />
Grabmaier Strumpfecke,<br />
Damen- <strong>und</strong> Herrenwäsche<br />
Fraunhoferstraße 3, Miesbach<br />
Telefon 0 80 25 / 15 08<br />
Der nächste <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> erscheint am 10. Oktober <strong>2023</strong><br />
oberlandlermagazin<br />
<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 66
Die Parkettleger-Meister aus dem Leitzachtal<br />
Miesbach | Leitzach 5|Tel. 080 25 /7567<br />
www.fussboeden-zehetmair.de<br />
Die moderne Küche ist zumeist<br />
mit dem Essz<strong>im</strong>mer<br />
verb<strong>und</strong>en, oft mit einem<br />
fließenden Übergang<br />
zum Wohnz<strong>im</strong>mer. Es bietet<br />
sich deshalb an, die<br />
Räume mit einem durchgehenden<br />
Parkett- oder<br />
Dielenboden zu verbinden.<br />
Dass <strong>im</strong> Alltag auch<br />
mal etwas daneben geht<br />
oder auf den Boden fällt,<br />
liegt auf der Hand. Doch<br />
mit dem richtigen Parkett<br />
kann man sich gegen alle<br />
Tücken des Alltags in der<br />
Küche wappnen.<br />
KOCHEN<br />
BADEN<br />
Im Bad sollten Holzböden nur<br />
vom qualifizierten Parkettleger<br />
verlegt werden. Fachgerecht<br />
ist nur eine vollflächige<br />
Wasserabdichtung zum<br />
Untergr<strong>und</strong> <strong>und</strong> vollflächige<br />
Verklebung des Parkettbodens.<br />
Die Fugen zwischen den<br />
Parkettstäben kann man verschließen,<br />
wie man es zum<br />
Beispiel <strong>im</strong> Poolbereich von<br />
Kreuzfahrtschiffen sieht. Die so<br />
behandelte Oberfläche lässt<br />
Schmutz <strong>und</strong> Wasser einfach<br />
abperlen. Unschöne Wasserflecken,<br />
Kalk <strong>und</strong> Schmutz haben<br />
so keine Chance.<br />
SCHLAFEN<br />
Ein Holzboden ist Balsam für<br />
alle Sinne des Menschen.<br />
Holz besitzt einen weiteren<br />
Vorteil, den es gegenüber<br />
anderen Bodenbelagsarten<br />
ausspielen kann: Es ist<br />
<strong>im</strong>mer wohltemperiert <strong>und</strong><br />
kühlt auch bei niedrigen<br />
Raumtemperaturen nur<br />
wenig ab. Gehen Sie barfuß<br />
darüber. Sie werden<br />
feststellen, wie angenehm<br />
warm <strong>und</strong> natürlich sich<br />
ein Parkettboden anfühlt.<br />
MACHEN WIR<br />
Mit unserem Team aus<br />
Parkettleger-Meistern,<br />
-Gesellen <strong>und</strong> Azubis bringen<br />
wir die schönsten Parkett-<br />
<strong>und</strong> Bodenbeläge auf<br />
die „Erde“. Unser Service<br />
umfasst eine ausführliche<br />
Beratung <strong>im</strong> Showroom<br />
<strong>und</strong> auf der Baustelle inklusive<br />
schriftlichem Fixangebot<br />
– anschließend<br />
eine professionelle Verlegung<br />
der gewählten<br />
Boden-Materialien <strong>und</strong><br />
Pflegeeinweisung. Für diese<br />
Leistungen <strong>und</strong> Material<br />
geben wir noch<br />
5 Jahre Garantie, weil wir<br />
von unserer Qualität überzeugt<br />
sind. Schauen Sie<br />
vorbei in unserer 400 m 2<br />
großen Ausstellung.<br />
LEBEN<br />
Der Hauptgr<strong>und</strong> für einen<br />
Holzboden <strong>im</strong> Wohnz<strong>im</strong>mer<br />
ist die durch ihn<br />
vermittelte Gemütlichkeit<br />
<strong>und</strong> Natürlichkeit. Holz hat<br />
Charakter <strong>und</strong> erzählt von<br />
seinem Wachstum <strong>und</strong><br />
seiner Herkunft. Jede Holzoberfläche<br />
ist individuell<br />
<strong>und</strong> schafft Atmosphäre.<br />
Parkett <strong>im</strong> Wohnz<strong>im</strong>mer<br />
eröffnet ungeahnte Möglichkeiten<br />
der Raumgestaltung.<br />
Verlegemuster,<br />
Farben <strong>und</strong> Reliefs lassen<br />
keinen Raum wie den anderen<br />
aussehen.<br />
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67 <strong><strong>Oberland</strong>ler</strong>
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KITZEROW KERAMIK<br />
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KITZEROW KERAMIK GMBH<br />
Bodenschneidstr. 7<br />
83714 Miesbach<br />
Tel.: +49 (0) 80 25 -3044<br />
Fax: +49 (0) 8025-35 49<br />
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<strong><strong>Oberland</strong>ler</strong> 68