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FML 02/2021

Seit 65 Jahren stellt die Redaktion von FML — Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk im AUDIN Verlag das Erscheinen der monatlich erscheinenden Fachzeitschrift für das Autoreparaturhandwerk sicher. So hat sich die Redaktion als unabhängiges Sprachrohr der Branche positioniert. Im Fokus der Berichterstattung jeder Ausgabe stehen thematische Schwerpunkte als Highlight für alle Aspekte der modernen Unfallreparatur- und Oberflächentechnik.

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B 8503 E<br />

<strong>FML</strong><br />

2<br />

Februar 2<strong>02</strong>1<br />

65. Jahrgang<br />

Der Fahrzeug- und Metall-Lackierer / Das Lackiererhandwerk<br />

MARKETING<br />

Kein Schwein ruft<br />

mich an ...<br />

FARBE & TREND<br />

Größere Farbvielfalt<br />

weltweit<br />

SMART REPAIR<br />

Kleine Schäden –<br />

großes Potenzial


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EDITORIAL<br />

„Skrupellosigkeit”<br />

schlägt<br />

Wellen!<br />

Der Meinungsbeitrag in meinem<br />

Editorial der Januar-Ausgabe von<br />

<strong>FML</strong> schlug hohe Wellen und dafür bedanke<br />

ich mich ausdrücklich!<br />

Ein sehr fundierter und fairer Beitrag<br />

dazu kam von Peter Börner, Präsident<br />

des ZKF (Zentralverband Karosserieund<br />

Fahrzeugtechnik).<br />

Dessen Stellungnahme lesen Sie auf<br />

Seite 5 dieser Ausgabe von <strong>FML</strong>.<br />

Skrupellosigkeit alleine von Organisationen<br />

wie den Versicherungen,<br />

deren Schadennetzen und Rechnungsprüfern?<br />

Weit gefehlt – das hat Methode!<br />

Beinahe zeitgleich schlug auch der<br />

BVdP (Bundesverband der Partnerwerkstätten)<br />

Alarm. Unter der Headline<br />

„Margenreduzierung bei Ersatzteilen<br />

gehen an die Existenzgrundlage der<br />

Werkstätten“.<br />

Hat doch die VAG-Gruppe (Volkswagen<br />

AG) kurz vor dem Jahreswechsel<br />

angekündigt, die Rabatte auf<br />

Ersatzteile in erheblichem Umfang zu<br />

reduzieren. Betriebe werden also in<br />

diesem Jahr deutlich schlechtere Konditionen<br />

erhalten.<br />

Dabei ist doch, so der BVdP, die Ersatzteilmarge<br />

ein wichtiger Bestandteil der<br />

Wirtschaftlichkeit und damit der Qualität<br />

in der Schadensteuerung.<br />

Wenn nun die Betriebe durch ihren<br />

Lohnumsatz die betrieblichen Aufwendungen<br />

nicht mehr decken können und<br />

die Betriebsleistungseffizienz deutlich<br />

unter 100 Prozent liegt, heißt das, die<br />

wirtschaftliche Basis der Betriebe wird<br />

nachhaltig geschädigt!<br />

Hielte man sich dann auch noch die<br />

Provisionszahlungen im gesteuerten<br />

Geschäft vor Augen, dann stellt sich<br />

zwangsläufig die Frage, wie ein Partnerbetrieb,<br />

dem man die Margen<br />

nimmt, sicherstellen soll, qualitativ<br />

hochwertige Reparaturen und Service<br />

abzuliefern oder gar in Zukunftstechnologien<br />

zu investieren?<br />

Hier sagt der BVdP ganz unmissverständlich<br />

und klar: Damit muss<br />

Schluss sein!<br />

Nun sind tatsächlich alle Player im<br />

Schadenmanagement aufgefordert, gemeinsam<br />

an Lösungen zu arbeiten.<br />

Werkstätten sollten nach Meinung des<br />

BVdP sehr genau prüfen, wo sie Teile<br />

künftig mit welchen Margen kaufen.<br />

Klare Meinung, eindeutiges Statement<br />

und so soll es auch sein!<br />

Aus diesem Grund werden wir Sie,<br />

liebe Leser*innen (der sprachlich<br />

korrekte Korridor wird auch immer enger)<br />

künftig in einer eigenen Rubrik<br />

fragen:<br />

„Wo drückt Sie der Schuh?“<br />

Wir würden gerne wissen, wo sich in<br />

der täglichen Praxis in Ihren Betrieben<br />

Problemstellungen ergeben, um dies<br />

dann zu thematisieren.<br />

Beispiele:<br />

Nachwuchs und Ausbildung, Betriebsabläufe,<br />

Material usw.<br />

Einer der ersten Beiträge in dieser<br />

Rubrik wird das Problem einiger<br />

Fachbetriebe sein: „kleine und kleinere<br />

Aufträge nehmen stetig zu und machen<br />

mitlerweile in einigen Betrieben bis zu<br />

70 Prozent der Gesamtaufträge aus“.<br />

Die Kundentreue nimmt also ab, weil<br />

die Werkstattbindung seiner Bestandskunden<br />

offenkundig Vorrang hat.<br />

Auf diese Art des Austausches freuen<br />

wir uns sehr und seien Sie sicher:<br />

wir nehmen da kein „Blatt vor<br />

den Mund“!<br />

Herzlich, Ihr<br />

Wolfgang Auer, Chefredakteur<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1<br />

3


<strong>FML</strong><br />

2/2<strong>02</strong>1<br />

AKTUELL<br />

5 Wenn „Skrupellosigkeit“ Wellen schlägt<br />

6 Mehr Fairness und Kooperation von SPN<br />

7 Weihnachtsspende 2<strong>02</strong>0<br />

8 EuGH-Urteil zu Abschalteinrichtungen<br />

8 Zulassungen: Positiver Jahresabschluss<br />

MARKETING<br />

10 Kein Schwein ruft mich an ...<br />

10<br />

Kein Schwein ruft mich an ...<br />

Neulich erkundigte ich mich im Web über einen<br />

Anwalt, der mich vor Jahren schon einmal unterstützt<br />

hatte. Schnell gegoogelt. Dieser Eintrag war<br />

veraltet. – Vielleicht war es auch gar nicht der Eintrag<br />

der Kanzlei sondern das, was Google über seine<br />

Kanzlei zusammengesammelt hatte.<br />

AUSBILDUNG<br />

14 Fachspezifischer Rahmenlehrplan für den<br />

Schwerpunkt Fahrzeuglackierung<br />

FARBE & TREND<br />

16 Größere Farbvielfalt weltweit<br />

TECHNIK & TREND<br />

20 Fahrassistenzsysteme und deren Auswirkung auf<br />

die Reparaturabwicklung<br />

SMART REPAIR<br />

22 Kleine Schäden – großes Potenzial<br />

16<br />

Größere Farbvielfalt weltweit<br />

Der BASF Color Report 2<strong>02</strong>0 for Automotive OEM<br />

Coatings zeigt, dass sich die Farbpalette in der Automobilbranche<br />

auf unkonventionelle Weise verändert<br />

und dabei eine breitere Auswahl an bunten<br />

Farbtönen von den Fließbändern der Welt rollt.<br />

BRANCHEN NEWS<br />

24 Druckluftfilter 500er Baureihe<br />

25 Sichere und umweltgerechte Bodenreinigung<br />

in Kfz-Werkstätten<br />

28 Auf der Überholspur<br />

29 Preisexplosion bei Epoxidharzen<br />

30 Partnerschaft im NonPaint-Segment<br />

31 Erweitertes Angebot<br />

31 Starke Zahlen geliefert<br />

AUSBILDUNG<br />

32 Objektgestaltung<br />

20<br />

Fahrassistenzsysteme und deren Auswirkung<br />

auf die Reparaturabwicklung<br />

Die Entwicklung von Fahrassistenzsystemen (FAS)<br />

stellt für die Automobilindustrie einen enormen<br />

technischen Fortschritt dar. FAS sorgen einerseits<br />

für mehr Komfort beim Fahren und erhöhen die Sicherheit<br />

aller Passagiere.<br />

36 WER • WO • WAS<br />

38 IMPRESSUM<br />

Das Titelbild stellte uns die Firma Fixico, Berlin zur Verfügung.<br />

4 <strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


AKTUELL<br />

Wenn<br />

„Skrupellosigkeit“<br />

Wellen schlägt<br />

Peter Börner, Präsident des ZKF<br />

Foto: ZKF<br />

Der Präsident des ZKF<br />

(Zentralverband<br />

Karosserie- und Fahrzeugtechnik)<br />

Peter<br />

Börner nimmt Stellung<br />

zum Editorial von<br />

Wolfgang Auer aus<br />

<strong>FML</strong> 1/2<strong>02</strong>1<br />

Lieber Herr Auer,<br />

Ich lese sehr gerne Ihre Editorials,<br />

da diese mich zum<br />

Nachdenken anregen und<br />

Sie immer die Chance nutzen,<br />

den Nerv der Zeit zu<br />

treffen und diesen besonders<br />

zu beschreiben. Wie auch im<br />

Editorial 1/2<strong>02</strong>1, welches<br />

mich heute aber zu meinem<br />

Anlass treibt, Ihnen schreiben<br />

zu müssen.<br />

Den Teil, auf den ich mich<br />

beziehe, lässt erkennen, dass<br />

dies ein Zitat von Herrn Heinzelmeier<br />

ist aber unter Ihrem<br />

Editorial geschrieben steht.<br />

„…können wir Handwerker<br />

uns die Beitragszahlungen sowie<br />

Mitgliedschaften bei Verbänden<br />

sparen…“<br />

„Auch neue … Verbände, werden<br />

sicherlich keine Abhilfe<br />

schaffen…“<br />

Beides Aussagen, die ich so<br />

nicht unkommentiert stehen<br />

lassen möchte. Der Verband,<br />

dem ich vorstehe, zeichnet<br />

sich durch vielschichtige<br />

und vielzählige Aufgaben<br />

und Errungenschaften aus.<br />

Ohne ihn würde es die<br />

Kleinteilpauschale und Farbmusterfindung<br />

und Korrosionsschutz<br />

vor Spachtel gar<br />

nicht in Form von verständlichen<br />

und nachvollziehbaren<br />

Arbeitswerten und Materialvorgaben<br />

geben. Das sind<br />

unsere Positionen, die wir<br />

durch unsere unermüdliche<br />

Arbeit in der Kommission<br />

und durch die IFL erreicht<br />

haben. Ohne diesen Verband<br />

gäbe es keinen Ausbildungsberuf<br />

und keine Berufsordnung.<br />

Ohne uns gäbe es keinen<br />

EuroDFT, keine IFL,<br />

kein KTI und wesentlich weniger<br />

verlässliche Aussagen<br />

und Regeln innerhalb der<br />

Branche.<br />

Wenn Herr Heinzlmeier das<br />

so sieht, dass er darauf verzichten<br />

kann, dann werden<br />

wir seine Argumente, die<br />

scheinbar alleinig auf das<br />

Thema: „hilf mir bei der<br />

Rechnungskürzung“ abzielen<br />

erwidern, indem wir ihm alles,<br />

was der ZKF bis heute zu<br />

diesem Thema erarbeitet und<br />

abgearbeitet hat, ausschütten.<br />

Das wird viel sein. Man<br />

muss es dann aber auch anwenden.<br />

Wir haben uns an dieser Stelle<br />

nichts vorzuwerfen, etwas<br />

unterlassen oder nicht erledigt<br />

zu haben. Ganz im Gegenteil,<br />

wir haben alles gegeben,<br />

was möglich ist und werden<br />

das auch weiterhin machen.<br />

Wenn der Handwerker<br />

diese Optionen aber nicht<br />

nutzt, kann der Verband auch<br />

keine Verpflichtungen zur<br />

Anwendung ausgeben. Seinem<br />

Rat zu folgen, einen<br />

Brief an den Rechnungskürzer<br />

zu schreiben, indem eine<br />

Unterlassung eingefordert<br />

und eine anwaltliche Hilfestellung<br />

in Aussicht gestellt<br />

wird, wird keinerlei Reaktion<br />

oder geschweige denn eine<br />

Lösung herbeiführen. „Im<br />

Haftpflichtfall den Rechtsanwalt<br />

einschalten und im<br />

Kaskofall das Sachverständigenverfahren<br />

einberufen“<br />

sind die beiden einzigen<br />

Lösungsansätze. Fachliche<br />

Erklärungen und mögliche<br />

Drohungen bewirken nachweislich<br />

absolut nichts.<br />

Bleiben Sie weiterhin kritisch<br />

und seien Sie nicht verwundert<br />

über meine Reaktion,<br />

Sie haben sie ja sogar eingefordert<br />

und ich habe diese<br />

auch gerne geliefert.<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 5


AKTUELL<br />

BVdP<br />

Mehr Fairness und Kooperation<br />

von SPN<br />

Seit einiger Zeit führen wir<br />

als BVdP Gespräche mit dem<br />

SPN und zum Thema Desinfektionsmaßnahmen<br />

und dem<br />

Umgang mit dem Partnernetz.<br />

Vertreten wird das Netzwerk<br />

und der Versicherer dabei<br />

von Herrn Hertel, der<br />

zum einen als einer der Geschäftsführer<br />

von SPN und<br />

gleichzeitig als Leiter Kraftschaden<br />

bei der Allianz fungiert,<br />

seitens des BVdP vertritt<br />

Geschäftsführer Michael<br />

Pinto die Interessen der Partnerbetriebe.<br />

Diese Gespräche<br />

haben leider bislang keine<br />

zufriedenstellende Lösung<br />

gebracht.<br />

Laut Aussage von Herrn Hertel<br />

gehört der Aufwand für<br />

Desinfektionsmaßnahmen in<br />

die Gemeinkosten und sollte<br />

als Anlass genommen werden,<br />

den Stundenverrechnungssatz<br />

neu zu verhandeln.<br />

Auf den ersten Blick eine<br />

gute Botschaft, von der stringent<br />

folgendes Signal an die<br />

Werkstätten ausgeht: Erhöht<br />

Euren aktuellen Stundenverrechnungssatz,<br />

um die Kos -<br />

ten für Desinfektionsmaßnahmen<br />

abzudecken.<br />

Eine Botschaft, die mit<br />

Vorsicht zu genießen ist.<br />

Herr Hertel führte an, dass<br />

man aus Sicht des SPN bereits<br />

einen größeren Beitrag<br />

zur Unterstützung der Betriebe<br />

leiste, indem man mehr<br />

Auftragsvolumen in die Partnerbetriebe<br />

vermittle. Und<br />

hier kommt das große ABER,<br />

denn wir als BVdP stellen an<br />

dieser Stelle die Frage: Wohin<br />

wird gesteuert?<br />

Unsere Mitglieder melden<br />

uns bereits seit langem, dass<br />

BVdP Geschäftsführer Michael Pinto<br />

das ausschlaggebende Kriterium<br />

bei Vermittlungen im<br />

SPN-Netzwerk der Preis sei.<br />

PARTNER-Werkstätten mit<br />

höheren Stundenverrechnungssätzen<br />

also werden<br />

nicht oder weit unten gelistet<br />

und haben somit keine oder<br />

nur eine geringe Chance,<br />

Vermittlungsaufträge zu bekommen.<br />

Der Einwand des BVdP nun,<br />

dass die Praxis der Auftragsvergabe<br />

des SPN sich nur am<br />

Stundenverrechnungssatz<br />

des Betriebs orientiere und<br />

Werkstätten, die vermeintlich<br />

zu teuer sind, nicht mehr angesteuert<br />

werden würden,<br />

wurde verneint. Denn für<br />

Herrn Hertel stehen Werkstätten<br />

im Markt auch im<br />

Wettbewerb zueinander, was<br />

die unterschiedliche Preise<br />

erkläre. Aus wirtschaftlichen<br />

Gründen wähle man dann als<br />

SPN im Falle einer Vermittlung<br />

die günstigste Werkstatt<br />

unter Berücksichtigung der<br />

Entfernung aus, jedoch habe<br />

auch der Kunde noch die<br />

Wahl und könne die Steuerung<br />

beeinflussen.<br />

Schauen wir auf die Realität:<br />

der angegebene Stundenverrechnungssatz<br />

ist dafür entscheidend,<br />

an welcher Position<br />

eine Werkstatt gelistet<br />

wird. Deshalb wird es immer<br />

wieder passieren, dass güns -<br />

tigere Werkstätten berücksichtig<br />

werden, weil Fachbetriebe<br />

mit höherem SVS zu<br />

weit unten gelistet sind und<br />

keine Berücksichtigung bei<br />

der Auswahl finden.<br />

Foto: BVdP<br />

In unseren Augen ist das eine<br />

fragwürdige Partnerschaft,<br />

da sie in der Praxis zu einem<br />

ruinösen Wettbewerb unter<br />

den Werkstätten führt. Und<br />

dieser Mechanismus, nämlich<br />

der Wettbewerb um eine<br />

gute Platzierung bei der Listung,<br />

ist die eigentliche Botschaft,<br />

die in Sachen SVS an<br />

die Partnerbetriebe geht.<br />

Die Desinfektionsmaßnahmen<br />

sind nach unserer Auffassung<br />

Einzelkosten. Hinzu<br />

kommt, dass es der Werkstatt<br />

obliegt, welche Punkte mit<br />

den Gemeinkosten verrechnet<br />

werden. Warum soll der<br />

Kunde, der nur eine Spiegelkappe<br />

zur Lackierung bringt,<br />

anteilig Desinfektionsmaßnahmen<br />

bezahlen?<br />

Seit der gemeinsamen, gut<br />

angelegten Studie von AZT,<br />

ZKF und IFL, die wir ausdrücklich<br />

begrüßen, gibt es<br />

auch zu dem Aufwand, der<br />

verrechnet werden soll, eine<br />

klare Aussage. Warum aber<br />

erstellt man im Allianz Zentrum<br />

für Technik eine aufwändige<br />

Studie, deren Ergebnisse<br />

anschließend dann keine<br />

ausreichende Berücksichtigung<br />

bei Allianz oder bei<br />

SPN finden? Hier könnte<br />

6<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


AKTUELL<br />

man auch ganz ketzerisch fragen,<br />

ob Allianz und SPN diese<br />

Studie jetzt zweckentfremden<br />

und dazu nutzen, um<br />

Rechnungen, die einen höheren<br />

Aufwand für Desinfektionsmaßnahmen<br />

aufweisen,<br />

zu reduzieren und um damit<br />

den Preis für Desinfektionsmaßnahmen<br />

zu senken und<br />

Kosten zu sparen?<br />

Maximales Dilemma<br />

für die Werkstätten<br />

Die Werkstätten im SPN-<br />

Netzwerk stehen vor folgendem<br />

Dilemma: Wenn ein zu<br />

hoher Stundenverrechnungssatz<br />

dafür sorgt, dass sie weniger<br />

oder gar keine Aufträge<br />

mehr von SPN oder der<br />

Allianz erhalten, macht es<br />

dann Sinn, den Stundenverrechnungssatz<br />

zu erhöhen?<br />

Wir vom BVdP sind der Überzeugung,<br />

dass eine Vielzahl<br />

der Werkstätten angesichts<br />

dieser Ausgangslage keinen<br />

höheren SVS verhandeln<br />

wird. Denn in Zeiten von Corona<br />

und sinkender Auftragszahlen<br />

ist jede Werkstatt<br />

über jeden einzelnen Auftrag<br />

froh. Und genau aus diesem<br />

Grund bewerten wir als<br />

BVdP die eingangs erwähnte<br />

Botschaft des SPN, die Desinfektionskosten<br />

in die Gemeinkosten<br />

zu packen und<br />

deshalb einen höheren SVS<br />

auszuhandeln, als eine eher<br />

taktische und fragwürdige<br />

Maßnahme. Das hat für den<br />

BVdP wenig mit Fairness,<br />

Partnerschaft und kooperativem<br />

Schadenmanagement zu<br />

tun!<br />

„Geiz ist geil“ statt einer<br />

„Allianz fürs Leben“<br />

Ob der Versicherungsnehmer<br />

nun weiß, mit welchen Praktiken<br />

seine Versicherungsgesellschaft<br />

versucht, Profite zu<br />

erwirtschaften? Die Zeiten<br />

von „Geiz ist Geil“ sind<br />

schon länger vorbei und Corona<br />

hat uns allen die Grenzen<br />

des Machbaren aufgezeigt.<br />

Aber all das scheint<br />

hierbei keine Rolle zu spielen<br />

und hat das Verlangen<br />

nach Marktmacht und kurzfristigen<br />

Profit nicht reduziert.<br />

Die existenziellen<br />

Ängste der Unternehmer sind<br />

groß und der Druck ist immens,<br />

denn trotz des Instruments<br />

der Kurzarbeit, das<br />

letztendlich auch von Verbraucher<br />

finanziert wird,<br />

muss der Betrieb immer noch<br />

die übrigen betriebsnotwendigen<br />

Aufwendungen erwirtschaften,<br />

um überleben zu<br />

können. Wenn alle im Schadenmanagement<br />

so mit ihren<br />

Partnerwerkstätten umgehen<br />

würden, wäre das der Kollaps<br />

für das Sys tem der Schadenlenkung.<br />

Gut, dass es in der<br />

Schadenlenkung auch<br />

positive Beispiele gibt!<br />

Eines ist jedoch klar: Nicht<br />

nur Corona hat Veränderungen<br />

in die Arbeitswelt gebracht.<br />

Neben Desinfektionsmaßnahmen,<br />

Hygieneregeln,<br />

innerbetrieblichen Umstellungen,<br />

verändertem Kundenverhalten<br />

und vielem mehr<br />

sorgen darüber hinaus die<br />

wichtigen Aufwendungen für<br />

Digitalisierung, Qualifikation<br />

der Mitarbeiter, Kalibrierung<br />

usw. für eine andere Kos -<br />

tenstruktur in den Part -<br />

nerbetrieben.<br />

Deshalb muss endlich<br />

Schluss sein mit Stundenverrechnungssätzen,<br />

bei denen<br />

Mitarbeiter nicht auskömmlich<br />

und wertschätzend bezahlt<br />

werden können.<br />

Es muss Schluss damit sein,<br />

dass ein „Partner“ Profite auf<br />

Kosten der Leistungsfähigkeit<br />

der Werkstätten macht.<br />

Partnerschaft bedeutet, eine<br />

Win-Win-Situation zu schaffen<br />

und darf nicht zu einer<br />

Win-Lose-Situation führen.<br />

Das ist kurzsichtig und ein<br />

ganz falsches Signal. Kfz-Versicherer<br />

sind die Gewinner<br />

der Corona-Pandemie und<br />

müssen aus unserer Sicht<br />

nicht nur mit der angemessenen<br />

Entlohnung für Desinfektionsmaßnahmen<br />

einen finanziellen<br />

Beitrag zur Eindämmung<br />

des Infektionsgeschehens<br />

leisten, sondern mit einem<br />

fairen SVS und gelebter<br />

Partnerschaft bei der Schadenlenkung<br />

die Leistungsfähigkeit<br />

der Werkstätten erhalten.<br />

Aber nur, wenn sie in Zukunft<br />

die Fahrzeuge ihrer<br />

Versicherungsnehmer dort<br />

weiter reparieren lassen wollen.<br />

Wir als BVdP wollen uns<br />

an dieser Stelle deshalb auch<br />

noch einmal bei den Marktteilnehmern<br />

bedanken, die<br />

gerade im Jahr 2<strong>02</strong>0 unsere<br />

Partnerwerkstätten durch einen<br />

fairen Umgang miteinander<br />

unterstützt haben. ☐<br />

Hilfsprojekte<br />

Weihnachtsspende 2<strong>02</strong>0<br />

Austin Hatcher Foundation<br />

for Pediatric Cancer, USA<br />

Bereits seit 22 Jahren unterstützt<br />

SATA zur Weihnachtszeit<br />

Hilfsprojekte für Kinder<br />

und Jugendliche in Not im Inund<br />

Ausland. Auch in diesem<br />

Jahr wird SATA trotz der wirtschaftlichen<br />

Folgen der Corona-Krise<br />

daran festhalten, soziale<br />

Organisationen zu unterstützen.<br />

Die Spende ins Inland geht<br />

wie in den letzten zwei Jahren<br />

an KIDsmiling e.V., Köln.<br />

Der Verein bietet kostenlose<br />

Fußballtrainings für Jungen<br />

und Mädchen im Alter von<br />

6–18 Jahren an, die vorwiegend<br />

in sozial belasteten<br />

Wohnvierteln stattfinden.<br />

Nachdem SATA ein Pilotprojekt<br />

in Stuttgart-Bad Cannstatt<br />

gestartet hat, wird die<br />

diesjährige Spende dafür eingesetzt,<br />

dieses Projekt weiter<br />

auszubauen und um drei weitere<br />

Standorte in Stuttgart-<br />

Zuffenhausen, Ludwigsburg<br />

und Kornwestheim zu erweitern.<br />

Unsere Spende ins Ausland<br />

geht an die Austin Hatcher<br />

Foundation for Pediatric Cancer<br />

in die USA. Diese Organisation<br />

setzt sich dafür ein, die<br />

Lebensqualität von krebskranken<br />

Kindern und Jugendlichen<br />

zu verbessern. Beginnend<br />

mit der Diagnose und<br />

während der gesamten Behandlung<br />

werden die Kinder<br />

und Jugendlichen mit ihren<br />

Familien in Form von psychologischer<br />

Beratung, Freizeitaktivitäten<br />

zur Erholung und<br />

zum Erwerb handwerklicher<br />

Fähigkeiten zum Beispiel im<br />

Bereich der Kfz-Reparatur sowie<br />

durch Aufklärungsarbeit<br />

über einen gesunden Lebensstil<br />

unterstützt. ☐<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 7


AKTUELL<br />

Stellungnahme<br />

EuGH-Urteil zu<br />

Abschalteinrichtungen<br />

Die Entscheidung des Europäischen<br />

Gerichtshofes<br />

(EuGH) vom 17. Dezember<br />

2<strong>02</strong>0 zu Abschalteinrichtungen<br />

in Kraftfahrzeugen betrifft<br />

ein französisches Strafverfahren,<br />

bei dem es entscheidend<br />

darauf ankommt,<br />

ob die im konkreten Fall verbaute<br />

Technik eine unzulässige<br />

Abschalteinrichtung darstellt.<br />

Genau geht es um den<br />

Verbau einer Umschaltlogik,<br />

mit der das Fahrzeug einen<br />

Prüfzyklus im Labortest erkennt<br />

mit der Folge, dass die<br />

NOx-Werte im realen Verkehr<br />

steigen. Der EuGH hatte<br />

sich mit den Argumenten des<br />

Herstellers auseinanderzusetzen,<br />

der die Zulässigkeit solcher<br />

Abschalteinrichtungen<br />

u. a. mit dem Argument des<br />

Motorschutzes begründet hatte.<br />

Die Entscheidung betrifft<br />

damit den seit 2015 bekannten<br />

Sachverhalt einer Zykluserkennung.<br />

Bereits 2015 hat das Kraftfahrt-Bundesamt<br />

(KBA) die<br />

Unzulässigkeit einer solchen<br />

Abschalteinrichtung festgestellt,<br />

im konkreten Fall erklärt<br />

und somit zum Gegenstand<br />

von entsprechenden<br />

Entscheidungen gemacht.<br />

Das KBA hat in diesen Fällen<br />

gegenüber betroffenen Herstellern<br />

verbindliche Rückrufe<br />

angeordnet. In Deutschland<br />

betraf dies rund drei<br />

Millionen Fahrzeuge. Die Informationen<br />

zu verpflichtenden<br />

Rückrufen sind auf der<br />

Internetseite des KBA abrufbar.<br />

Das KBA hat als Maßstab<br />

eine sehr enge Auslegung<br />

bei der Zulässigkeit von Abschalteinrichtungen<br />

angelegt<br />

und dabei entsprechend der<br />

Vorgaben des Artikels 5 Abs.<br />

2 zu Abschalteinrichtungen<br />

in der europäischen Verordnung<br />

(EG) Nr. 715/2007<br />

agiert. Grundlage hierzu war<br />

und ist immer die Prüfung<br />

des Einzelfalls, die auch<br />

durch eigene Untersuchungen<br />

und Messungen des KBA<br />

erfolgt.<br />

Das KBA sieht sich durch die<br />

Entscheidung des EuGH in<br />

seiner seit 2015 eingenommenen<br />

Position bestätigt. ☐<br />

Fahrzeugzulassungen<br />

Positiver<br />

Jahresabschluss<br />

Der letzte Zulassungsmonat<br />

des Jahres schließt das Jahr<br />

positiv ab. 311.394 Personenkraftwagen<br />

(Pkw) wurden im<br />

Dezember 2<strong>02</strong>0 neu zugelassen,<br />

9,9 Prozent mehr als im<br />

Dezember 2019. In der Jahresbilanz<br />

stehen somit insgesamt<br />

2,9 Millionen Neuwagen,<br />

das sind 19,1 Prozent<br />

weniger als 2019. 62,8 Prozent<br />

(–22,4 %) der Neuwagen<br />

wurden gewerblich und 37,1<br />

Prozent (–13,0 %) privat zugelassen.<br />

Die bevorzugten Farben<br />

beim Neuwagenkauf waren<br />

Grau/Silber (30,5 %),<br />

Schwarz (24,1 %) und Weiß<br />

(21,3 %).<br />

Bei allen deutschen Marken<br />

zeigte sich das Jahr 2<strong>02</strong>0<br />

rückläufig, welche bei Smart<br />

mit einem Minus von 67,3<br />

Prozent am deutlichsten ausfiel,<br />

gefolgt von Opel (–32,3<br />

%) und Ford (–30,6 %). Mit einem<br />

negativen Vorzeichen<br />

schloss die Neuzulassungsbilanz<br />

auch bei VW (–21,3 %),<br />

Audi (–19,9 %), Porsche<br />

(–16,3 %), BMW (–13,7 %),<br />

Mini (–11,7 %) und Mercedes<br />

(–10,6 %). Mit einem Anteil<br />

von 18,0 Prozent war VW in<br />

2<strong>02</strong>0 weiterhin anteilsstärks te<br />

Marke.<br />

Bei den Importmarken zeigten<br />

sich im zurückliegenden<br />

Zulassungsjahr positive Entwicklungen<br />

bei Tesla (+55,9<br />

%) und Fiat (+0,2 %). Rückgänge<br />

von mehr als 30 Prozent<br />

verzeichneten Suzuki<br />

(–44,8 %), Ssangyoung (–40,2<br />

%), Mazda (–38,1 %) und Dacia<br />

(–36,6 %). Die Importmarken<br />

werden von Skoda mit einem<br />

Anteil von 6,2 Prozent<br />

angeführt, gefolgt von Renault<br />

mit 4,3 Prozent.<br />

Mehr als die Hälfte aller<br />

Neuzulassungen entfiel auf<br />

die Segmente SUVs (21,3 %),<br />

Kompaktklasse (20,5 %) und<br />

Kleinwagen (15,1 %). Die<br />

Wohnmobile (2,6 %) verzeichneten<br />

mit einem Plus<br />

von 41,4 Prozent den deutlichsten<br />

Zuwachs in der Jahresbilanz.<br />

Mit einem Anteil von 46,7<br />

Prozent waren benzinbetriebene<br />

Pkw (1.361.723/–36,3<br />

%) die am häufigsten gewählte<br />

Antriebsart, dieselbetriebene<br />

Pkw (819.896/–28,9 %) erreichten<br />

in der Jahresbilanz<br />

einen Anteil von 28,1 Prozent.<br />

Die alternativen Antriebsarten<br />

schlossen das Jahr 2<strong>02</strong>0<br />

fast ausschließlich mit positiven<br />

Vorzeichen ab. Fahrzeuge<br />

mit Hybridantrieb<br />

(527.864/+120,6 %) erreichten<br />

einen Anteil von 18,1 Prozent,<br />

darunter die Plug-in-Hybride<br />

(200.469/+342,1 %)<br />

mit einem Anteil von 6,9 Prozent.<br />

Elektro-Pkw (194.163/<br />

+206,8 %) konnten einen Anteil<br />

von 6,7 Prozent ausweisen.<br />

Die Anteile erdgasbetriebener<br />

Pkw (7.159/–6,1 %)<br />

und flüssiggasangetriebener<br />

Pkw (6.543/–9,8 %) bewegten<br />

sich mit je 0,2 Prozent auf<br />

Vorjahresniveau. Die CO2-<br />

Emission der Pkw ging 2<strong>02</strong>0<br />

um 11,0 Prozent weiter zurück,<br />

im Durchschnitt auf<br />

139,8 g/km (Vorjahr:<br />

157,0 g/km).<br />

Auf dem Nutzfahrzeugmarkt<br />

lagen ausschließlich die<br />

Sons tigen Kraftfahrzeuge<br />

(Kfz) (+2,2 %) und die Kraftomnibusse<br />

(+0,4 %) über<br />

dem Vorjahresniveau. Die<br />

Lastkraftwagen (Lkw)<br />

(–14,1 %) und Zugmaschinen<br />

insgesamt (–7,4 %), darunter<br />

Sattelzugmaschinen (–32,8<br />

%) schlossen das Jahr mit einem<br />

Minus ab.<br />

Der Kraftradmarkt hatte im<br />

Jahr 2<strong>02</strong>0 mit 221.994 Neuzulassungen<br />

ein Plus von<br />

31,9 Prozent eingefahren.<br />

Insgesamt wurden 3.542.443<br />

Kfz (–16,3 %) und 335.296<br />

Kfz-Anhänger (+5,5 %) neu<br />

zugelassen.<br />

7,<strong>02</strong> Millionen Pkw wechselten<br />

im Laufe des Jahres die<br />

Halterin beziehungsweise<br />

den Halter. Die Jahresbilanz<br />

2<strong>02</strong>0 schloss mit rund<br />

8,1 Millionen umgeschriebenen<br />

Kfz (–1,3 %) und 412.579<br />

Kfz-Anhängern (+2,2 %). ☐<br />

8<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


SATA® Filtertechnik<br />

Neuer SATA Druckluftfilter 500 für<br />

100% technisch partikelfreie Luft<br />

• Luftdurchsatz bei 4 Anschlüssen ca. 3.800 Nl/min<br />

• Optimierte Druckluftaufbereitung durch Abscheidung von Wasser,<br />

Partikeln und Schadstoffen<br />

• Perfekter Sitz der Feinfilter- und Aktivkohlefilterpatronen durch Einlegen<br />

– keine Verschraubung oder zusätzliche Dichtungen erforderlich<br />

• Wartungsfreier Bajonettverschluss mit haptischem und<br />

akustischem Feedback<br />

• Leitungsanschluss wahlweise von links, oder rechts möglich<br />

• Standzeitsynchronisation: Filterwartung aller Stufen<br />

einheitlich nur alle 6 Monate erforderlich<br />

Mehr Informationen unter:<br />

www.sata.com/filter


MARKETING<br />

Kein Schwein<br />

ruft mich an ...<br />

Ich war mir nicht sicher. Aber<br />

ich wusste, er war umgezogen<br />

– aber hatte er auch eine neue<br />

Telefonnummer?<br />

Neulich erkundigte ich mich<br />

im Web über einen Anwalt, der<br />

mich vor Jahren schon einmal<br />

unterstützt hatte.<br />

Schnell gegoogelt und seine<br />

neue Telefonnummer abgespeichert.<br />

Aber die Adresse<br />

stimmte definitiv nicht!<br />

Dieser Eintrag war veraltet. –<br />

Vielleicht war es auch gar<br />

nicht der Eintrag der Kanzlei<br />

sondern das, was Google über<br />

seine Kanzlei zusammengesammelt<br />

hatte.<br />

10<br />

Falsche oder gar keine Öffnungszeiten<br />

im Web, da kann man schon mal vor<br />

verschlossenen Türen stehen. Ärgerlich<br />

– für einen potenziellen Kunden, aber<br />

auch für den Ladenbesitzer. Denn inzwischen<br />

informieren sich vier von fünf<br />

Kunden vorab im Internet über Öffnungszeiten,<br />

Telefonnummern und Bewertungen<br />

von Geschäften, Restaurants<br />

und sogar Ärzten. Die Hälfte aller Interessenten<br />

informieren sich übers<br />

Smartphone!<br />

Viele lokale Unternehmen nutzen diese<br />

Chance nicht oder wissen einfach<br />

nichts von Google My Business.<br />

Haben Sie Ihren eigenen Eintrag bei<br />

Google My Business überprüft oder gar<br />

selbst erstellt?<br />

Google My Business ist ein kostenloser<br />

Service, mit dem Sie einen einheitlichen<br />

Firmeneintrag für alle Google-<br />

Dienste erstellen. Indem Sie einen Eintrag<br />

erstellen, verhindern Sie, dass andere<br />

Personen für Ihr Business Einträge<br />

erstellen oder ändern und Ihnen so<br />

möglicherweise Schaden zufügen.<br />

Die Vorteile von Google My Business<br />

für kleine Unternehmen:<br />

Wenn Google-Nutzer nach einem<br />

Handwerksbetrieb suchen, sehen sie<br />

(im Idealfall) zweierlei: Ihre Website in<br />

den Suchergebnissen – und eine Infobox<br />

mit den wichtigsten Infos wie<br />

Adressen, Öffnungszeiten, Bewertungen<br />

und Telefonnummer.<br />

Wie komme ich an<br />

Google My Business?<br />

Einfach mal nach „My Business“ googeln!<br />

Haben Sie ein Google-Konto? Wenn<br />

nicht, kümmern Sie sich darum, das ist<br />

die Eintrittskarte zu My Business.<br />

• Prüfen Sie ob Ihr Eintrag korrekt ist.<br />

• Nehmen Sie ggf. Änderungen am eigenen<br />

Firmeneintrag bei Google My<br />

Business vor. Diese Korrekturen erfolgen<br />

nicht unmittelbar sondern<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


MARKETING<br />

werden von Google – auf nicht<br />

nachvollziehbarem Weg – überprüft<br />

und in aller Regel mit einiger Zeitverzögerung<br />

richtiggestellt.<br />

• Vervollständigen Sie Ihr Profil und<br />

füllen Sie so viele Felder wie möglich<br />

aus. – Sie können sogar Fotos<br />

hochladen.<br />

• Achten Sie darauf, dass die Geschäftsdaten<br />

mit den Informationen<br />

auf Ihrer Website übereinstimmen.<br />

• Fügen Sie eine prägnante Beschreibung<br />

und all Ihre Service-Leistungen<br />

hinzu.<br />

Mit Ihrem Eintrag füttern Sie alle Tools<br />

von Google mit den richtigen Informationen.<br />

Vollständige Informationen bei<br />

Google My Business helfen Ihren potentiellen<br />

Kunden Sie leichter und bequemer<br />

zu finden.<br />

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit für alle<br />

Angaben und wählen Sie ihre passenden<br />

Kategorien (Kfz-Instandsetzung<br />

etc.) sorgfältig aus. Google empfiehlt,<br />

„so wenige Kategorien wie möglich” zu<br />

verwenden; Fachleute, die es wie Sand<br />

am Meer gibt, empfehlen max. drei bis<br />

vier Kategorien.<br />

Denn: Unsere Zielgruppe sucht aus -<br />

schließlich in der eindeutig zutreffenden<br />

Kategorie und findet Sie so besser<br />

– wer Brot kaufen will, sucht einen Bäcker<br />

und keinen Supermarkt und kein<br />

Restaurant.<br />

Sobald Ihr aktuelles Google My Business<br />

Profil online ist, brauchen Sie nur<br />

noch die Rezensionen im Auge behalten<br />

und gelegentlich neue Bilder und<br />

Beiträge hochladen. (Abb. 4)<br />

Beiträge sind kurze Texte und aussagekräftige<br />

Fotos von neuen Serviceleistungen.<br />

Für Berichte über aktuelle Arbeiten<br />

gilt, dass Ihnen das Einverständnis<br />

des Auftraggebers vorliegt.<br />

Und mit der Google My Business App<br />

können Sie Änderungen auch schnell<br />

und einfach von unterwegs aus erledigen.<br />

Wir haben beispielhaft nach<br />

einem Schreiner in Ingolstadt<br />

gesucht. (Abb. 1)<br />

Als Suchergebniss erhielten wir<br />

1.110.000 Einträge; in einem Kasten<br />

werden besonders hervorgehoben drei<br />

Firmen-Empfehlungen mit den wich -<br />

tigsten Informationen.<br />

Für welche dieser Firmen würden Sie<br />

sich spontan interessieren?<br />

Welche Firma käme für Sie weniger in<br />

Frage?<br />

Bei der erstgenannte Firma (Abb.2) mit<br />

mehr als 40 exzellenten Bewertungen<br />

zeigt ein Abgleich mit den Daten auf<br />

deren Webseite, hier ist alles stimmig:<br />

Kontakt-Daten, Telefonnummer und sogar<br />

die Öffnungszeiten stimmen offenbar<br />

mit der Realität überein.<br />

Über den 2. Kandidaten, gibt es nicht<br />

so viele Informationen; er kümmert sich<br />

um My Business offenbar genauso wenig<br />

wie um seine eigene Webseite.<br />

Der 3. Kandidat hat erst vier Bewertungen<br />

davon zwei gute und zwei mise -<br />

rable; die schlechten Bewertungen sind<br />

dünn und recht unqualifiziert. Diese<br />

Bewertungen „vermasseln den Schnitt“<br />

ganz erheblich.<br />

Dabei wäre es wichtig, wenn man als<br />

Handwerker genau auf diese Kritik antwortet.<br />

Es könnte sein, dass es zu keinem Auftrag<br />

gekommen ist, oder die Kommunikation<br />

gestört war.<br />

TIPP:<br />

Auf Bewertungen reagieren: Antworten<br />

Sie auf positive UND auf negative Rezensionen.<br />

Auch schlechte Bewertungen sollten<br />

Sie sachlich und qualifiziert beantworten<br />

und evtl. Missverständnisse ausgeräumen.<br />

Dies zeigt den Nutzern, dass<br />

Sie seriös und im Sinne des Kunden arbeiten.<br />

Mehr Vertrauen, mehr Persönlichkeit,<br />

mehr Wiedererkennungswert.<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 11


MARKETING<br />

Also nicht:<br />

Autolack Mustermann, Lackiererei<br />

Mustermann, Lackierfachbetrieb Mustermann;<br />

Mustermann Kfz-Instandsetzung<br />

GmbH,<br />

+49211, <strong>02</strong>11, (+49)211...<br />

Str., Straße, Strasse<br />

öffnen Sie den gewünschten Eintrag.<br />

• Klicken Sie im Menü auf der linken<br />

Seite auf Startseite.<br />

• Kopieren Sie auf der Karte „Mehr<br />

Rezensionen erhalten” die Kurz-<br />

URL, die Sie mit Ihren Kunden teilen<br />

möchten.<br />

Diese Kurz-URL können Sie Ihren Kunden<br />

auf einer Zufriedenheits-Service-<br />

Karte übergeben.<br />

NAP nie gehört?<br />

Aber bitte überall identisch NAP=<br />

Name+Adresse+Phone.<br />

Die Suchmaschinen und Online-Brancheneinträge<br />

wie Jameda, 11880.com,<br />

Gelbe Seiten, meine Stadt usw. stehen<br />

offenbar in stetigen Datenaustausch.<br />

Wenn Sie weitere Brancheneinträge<br />

nutzen, achten Sie darauf, dass Ihre Firmeneinträge<br />

überall identisch sind.<br />

Fazit:<br />

Ein Firmeneintrag bei Google My Business<br />

ist hervorragend, um Nutzern bei<br />

Google direkt die wichtigsten Infos zu<br />

Ihrem Unternehmen anzuzeigen und<br />

die (lokale) Sichtbarkeit im Netz auf<br />

einfache Weise zu erhöhen.<br />

Parallel dazu ist es wichtig, auch bei Ihrer<br />

allgemeinen Suchmaschinenoptimierung<br />

am Ball zu bleiben: Indem Sie<br />

Ihre Inhalte auch auf der Webseite stetig<br />

mit der richtigen Keyword-Recherche<br />

optimieren; so können Sie Ihr Abschneiden<br />

im Ranking bei Google effektiv<br />

verbessern.<br />

Google My Business ist ein sehr empfehlenswertes<br />

Angebot für jedes Unternehmen<br />

– und ganz besonders lokale<br />

Handwerker und Dienstleister können<br />

von einem Firmeneintrag nachhaltig<br />

profitieren!<br />

Nicht vergessen: die Suchmaschinenoptimierung<br />

auf Ihrer Webseite.<br />

Ist Ihre Webseite veraltet und z.B. nicht<br />

optimiert für mobile Geräte, dann werden<br />

Sie von Google so gut wie gar<br />

nicht mehr berücksichtigt. Aber das ist<br />

ein anderes, weites Feld.<br />

Ulrich Diederichs<br />

Und noch ein TIPP:<br />

Bitten Sie Ihre Kunden aktiv<br />

um Bewertungen<br />

Sie haben die Möglichkeit, über das<br />

Google My Business-Dashboard auf Ihrem<br />

Computer mit anderen zu teilen.<br />

Kunden können dann Rezensionen veröffentlichen<br />

oder Ihr Unternehmensprofil<br />

aufrufen.<br />

Alle Unternehmen, die Anspruch auf ihren<br />

Kurznamen in Google My Business<br />

erhoben haben, können dann auch<br />

eine Kurz-URL erstellen. Darüber können<br />

Sie Ihre Kunden um Rezensionen<br />

bitten.<br />

• Melden Sie sich auf Ihrem Computer<br />

in Google My Business an.<br />

• Falls Sie mehrere Standorte haben,<br />

12<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


FARBEN,<br />

LEBENDIG WIE NIE.<br />

MIT DEM CROMAX PRO<br />

BASISLACK<br />

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ALLE FARBTÖNE. GENAU ZUR RICHTIGEN ZEIT<br />

Der Cromax Pro Basislack verschafft Lackierbetrieben einen Vorteil in Sachen Farbtönen und macht Sie<br />

damit wettbewerbsfähiger. Weil wir die Farbtrends von morgen kennen, können wir Ihnen die neuesten<br />

Farbtöne zur Verfügung stellen, sobald Sie diese benötigen. Wir ergänzen unser Sortiment ständig durch<br />

innovative Farbtöne und Effekte. Damit sind Sie auch bei Spezialpigmenten immer auf dem Laufenden. Bei<br />

uns fi nden Sie sogar anspruchsvolle Farbtöne wie Matt- und Chromeffekte oder Farbtöne in tiefbrillanter<br />

Optik. Das verschafft Ihnen einen zusätzlichen Vorteil gegenüber Ihren Mitbewerbern. Der Cromax Pro<br />

Basislack ist mit unseren modernsten Farbtonmessgeräten und unserer Software zum Farbtonabgleich<br />

ein perfektes System zur sicheren Farbtonfi ndung mit dem Sie die bestmöglichen Ergebnisse erzielen und<br />

gleichzeitig Ihre Rentabilität verbessern können.


AUSBILDUNG<br />

Arbeitskreis Rahmenlehrplan<br />

„Geprüfter Restaurator im Handwerk –<br />

Schwerpunkt Fahrzeuglackierung“ zu<br />

Besuch in Münster: v.l.n.r: Rainer Pawlaczyk<br />

(Inhaber Klassikland Münster),<br />

Peter Blase, Dr. Albert Bill (beide BV-<br />

Farbe), Martin Diart (ZWH), Jakob<br />

Thalmayr, (Sachverständiger ML-Handwerk),<br />

Holger Jentz (Vorsitzender Bildungsausschuss<br />

BV-Farbe), überragt<br />

von Jürgen Book (Bildmitte 2. Reihe).<br />

Geprüfter Restaurator im Handwerk<br />

Fachspezifischer Rahmenlehrplan<br />

für den Schwerpunkt<br />

Fahrzeuglackierung<br />

Die Arbeitsgruppe „Geprüfter<br />

Restaurator im Handwerk –<br />

Schwerpunkt Fahrzeuglackierung“<br />

hat sich auf Einladung<br />

von Jürgen Book, Spezialist<br />

für Classic Cars bei der BASF<br />

Coatings GmbH, zur Abschluss-Sitzung<br />

in Münster getroffen.<br />

Mit der Ende letzten Jahres verabschiedeten<br />

Verordnung „Geprüfte/r Restaurator/in<br />

im Handwerk” auf Grundlage<br />

des § 42 Absatz 1 in Verbindung mit<br />

Absatz 2 der Handwerksordnung<br />

(HwO), wird ein anerkannter Fortbildungsabschluss<br />

begründet, der darauf<br />

abzielt, die berufliche Handlungsfähigkeit<br />

im Bereich der handwerklichen<br />

Restaurierung nachzuweisen.<br />

Die neue Prüfungsordnung gilt für insgesamt<br />

19 Handwerke, einschließlich<br />

des Maler- und Lackiererhandwerks mit<br />

dem Schwerpunkt Fahrzeuglackierung.<br />

Die Fachverbände, darunter auch der<br />

Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz,<br />

haben in Zusammenarbeit<br />

mit der Zentralstelle für Weiterbildung<br />

im Handwerk (ZWH) zunächst einen<br />

übergreifenden allgemeingültigen Rahmenlehrplan<br />

zur Vorbereitung auf die<br />

neue Fortbildungsprüfung erarbeitet.<br />

Dieser muss durch gewerkspezifische<br />

Rahmenlehrpläne ergänzt werden.<br />

Zur Erstellung des spezifischen Rahmenlehrplans<br />

für die Fahrzeuglackierer<br />

hat der Bundesverband Farbe einen Arbeitskreis<br />

ins Leben gerufen, dem neben<br />

den hauptamtlichen Verbandsvertretern<br />

Geschäftsführer Dr. Albert Bill<br />

und Peter Blase auch Martin Diart,<br />

ZWH, Jakob Thalmayr, Sachverständi-<br />

14<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


AUSBILDUNG<br />

ger und Restaurator im ML-Handwerk<br />

sowie Holger Jentz, Vorsitzender Bildungsausschuss<br />

BV-Farbe, angehören.<br />

Mit Jürgen Book, Spezialist für Classic<br />

Cars bei der BASF Coatings GmbH<br />

konnte ein ausgewiesener Kenner der<br />

Oldtimerszene und Fachmann für „His -<br />

torische Fahrzeuge“ für die Mitarbeit<br />

gewonnen werden.<br />

Um den fachspezifischen Rahmenlehrplan,<br />

die erforderlichen Handlungsbereiche<br />

mit Kompetenzen und Lerninhalten<br />

zu erarbeiten und zu formulieren,<br />

tagte der Arbeitskreis zunächst per Videokonferenzen.<br />

Erst für die abschlie -<br />

ßende Arbeits- und Redaktionssitzung<br />

hatte Jürgen Book die Arbeitskreismitglieder<br />

in das „Klassikland Münster“<br />

eingeladen.<br />

Bei einer Führung mit dem Hausherrn<br />

Rainer Pawlaczyk, wurden neben den<br />

Ausstellungshallen mit zahlreichen<br />

Oldtimer-Fahrzeugen auch die angeschlossenen<br />

Betriebsbereiche besichtigt,<br />

in denen entsprechende Restaurierungsarbeiten<br />

an Fahrzeugen durchgeführt<br />

werden. Hier konnten sich die<br />

Teilnehmer vom hohen Stand der handwerklichen<br />

Arbeiten am Objekt direkt<br />

vor Ort überzeugen. Jürgen Book ließ<br />

es sich, dem Anlass entsprechend nicht<br />

nehmen, auch eines seiner Oldtimer-<br />

Fahrzeuge, einen Lincoln Continental<br />

Town Coupe von 1977 – im Erstlack –<br />

zu präsentieren.<br />

Zum Abschluss des ersten Arbeitstages<br />

wurde das BASF Lackmuseum besucht,<br />

in dem Beatrice Kromp fachkundig die<br />

ausgestellten „Lackkunstwerke“ und<br />

„Kunstwerke aus Lack“, die aus allen<br />

Teilen dieser Welt in Münster zusammengetragen<br />

wurden, erläuterte. Die<br />

Begeisterung der studierten Kunsthistorikerin<br />

und Japanologin für die Kunstobjekte<br />

sprang schnell auf die Besucher<br />

über und wird allen noch lange in<br />

guter Erinnerung bleiben.<br />

Am folgenden Tag, wiederum unter<br />

strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen,<br />

wurde die Arbeitskreis-Sitzung<br />

Teil 2 im Refinish Competence Center<br />

(RCC) der BASF Coatings GmbH<br />

durchgeführt.<br />

Auch wegen der guten Vorarbeiten<br />

konnten im Rahmen der zweitägigen<br />

Präsenztagung noch offene Punkte diskutiert<br />

und abschließend beraten werden.<br />

Hierbei galt es auch und gerade<br />

bei dem bearbeiteten „Schwerpunkt<br />

Fahrzeuglackierung“, weitere Voraussetzungen<br />

und Kompetenzen der benachbarten<br />

Gewerke Mechanik und<br />

Karosserie zu berücksichtigen.<br />

Diese für die Fahrzeugrestaurierung relevanten<br />

Partnergewerke werden hierzu<br />

ebenfalls eigene Rahmenlehrpläne mit<br />

den jeweiligen gewerkspezifischen<br />

Schwerpunkten entwickeln und dabei<br />

die Inhalte des für den Schwerpunkt<br />

Fahrzeuglackierung erstellten Rahmenlehrplans<br />

im Hinblick auf die Restaurierung<br />

oder Konservierung der Lackoberfläche,<br />

wenn auch in stark abgeschwächter<br />

Form und Umfang, zu berücksichtigen<br />

haben. Der fachliche<br />

Austausch mit den Nachbargewerken<br />

ist dabei schon heute fest eingeplant.<br />

Für den Bundesverband Farbe, die Bundesfachgruppe<br />

Fahrzeuglackierer und<br />

im Namen der Mitglieder im Arbeitskreis<br />

dankte Dr. Bill dem Gastgeber<br />

Jürgen Book für die Einladung nach<br />

Münster und die Möglichkeit neben<br />

der Theorie auch die Restaurierungspraxis<br />

vor Ort erleben zu dürfen.<br />

Am Ende der Tagung verließen die Teilnehmer<br />

das RCC in Münster mit dem<br />

Bewusstsein, einen anspruchsvollen<br />

Rahmenlehrplanentwurf entwickelt zu<br />

haben, der der Bedeutung der qualifizierten<br />

Fortbildungsmaßnahme „Res -<br />

taurator im Handwerk“ in jeder Hinsicht<br />

gerecht werden und einen Beitrag<br />

dazu leisten kann, dass die Fahrzeugund<br />

Oldtimerrestaurierung dem Qualitätsanspruch<br />

der Objekte und deren<br />

Besitzer entspricht. ☐<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 15


FARBE & TREND<br />

Der Automobilfarbton<br />

„Nation Tide“ von BASF<br />

Größere<br />

Farbvielfalt<br />

weltweit<br />

Der BASF Color Report 2<strong>02</strong>0<br />

for Automotive OEM Coatings<br />

zeigt, dass sich die Farbpalette<br />

in der Automobilbranche auf<br />

unkonventionelle Weise verändert<br />

und dabei eine breitere<br />

Auswahl an bunten Farbtönen<br />

von den Fließbändern der Welt<br />

rollt.<br />

Diverse Farbtöne wie Blau und Gelb<br />

sind in einigen Regionen auf dem Vormarsch,<br />

während Rot und Violett in anderen<br />

Teilen der Welt langsam den Abstand<br />

zu den unbunten Farben verringern.<br />

Durch die sich erweiternden Farb -<br />

räume wird das Gesamtspektrum breiter<br />

als 2019 und gewinnt an Brillanz.<br />

Trotz der Farbverschiebungen folgten<br />

die unbunten Farben – Weiß, Schwarz,<br />

Silber und Grau – einem bekannten<br />

Muster und wurden für die Lackierung<br />

eines Großteils der Neuwagen verwendet.<br />

Weiß ist nach wie vor die belieb -<br />

teste Autofarbe der Welt. Es wirkt klassisch<br />

und zeitlos schön und stellt eine<br />

Verbindung sowohl zu Themen wie Umwelt<br />

als auch Hightech her.<br />

Die in diesem Bericht veröffentlichten<br />

Daten basieren auf einer geringeren<br />

Gesamtproduktion von Fahrzeugen als<br />

in den vergangenen Jahren. Die Erhebung<br />

beinhaltet Zeiten, in denen die<br />

Automobilhersteller ihre Produktion<br />

aufgrund von Covid-19 herunterfahren<br />

mussten. Die weltweite Pandemie hat<br />

die Mobilitätsbranche und die Welt<br />

hart getroffen.<br />

EMEA: Größere Vielfalt an<br />

bunten Farben und<br />

Schattierungen<br />

Europa, Naher Osten und Afrika<br />

(EMEA) folgen dem weltweiten Trend<br />

hin zu bunten Farben. Im Jahr 2<strong>02</strong>0<br />

wurden etwa 11 Prozent der Neufahrzeuge<br />

in EMEA blau lackiert, was Blau<br />

zum beliebtesten bunten Farbton<br />

macht. Violett kam in signifikanter Anzahl<br />

auf den Markt und steigert die<br />

Vielfalt noch zusätzlich. Andere chromatische<br />

Farbtöne gewinnen ebenfalls<br />

an Beliebtheit, besonders bei kleineren<br />

SUVs, deren Marktsegment wächst.<br />

Ein Teil dieser Vielfalt kommt durch die<br />

Bandbreite der Ausgestaltung der Farbnuancen.<br />

Im Jahr 2<strong>02</strong>0 verwendeten<br />

Automobilhersteller mehr als 160 verschiedene<br />

Blautöne für Fahrzeuge in<br />

EMEA. Grau lag mit 140 Farbtönen an<br />

16 <strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


FARBE & TREND<br />

zweiter Stelle. Beide Farbräume waren<br />

vielfältiger als Weiß, das nur 70 verschiedene<br />

Schattierungen aufwies.<br />

Im achromatischen Spektrum steht<br />

Weiß mit 28 Prozent weiter an der Spitze<br />

des Marktes, vor Grau und Schwarz.<br />

„Die Farbtonwahl ändert sich mit der<br />

Größe des Fahrzeugs. Violett hat sich<br />

beispielsweise bei mittelgroßen SUVs<br />

etabliert, kommt aber bei kleineren<br />

oder größeren SUVs nicht in nennenswerter<br />

Zahl vor“, sagt Mark Gutjahr,<br />

Leiter Automotive Color Design,<br />

EMEA. „Bei Gelb verhält es sich umgekehrt.<br />

Es wird für sehr kleine und sehr<br />

große Modelle verwendet, nicht aber<br />

im mittleren Segment. Hierbei handelt<br />

es sich um spezifische und einzigartige<br />

Farbpositionen, die über Teile der Segmente<br />

auftauchen.“<br />

Nordamerika: Mehr Blau,<br />

genau wie erwartet<br />

Nordamerikanische Autokäufer haben<br />

weniger Auswahl bei bunten Farbtönen,<br />

wählen aber deswegen nicht weniger<br />

bunte Autos, Transporter oder SUVs.<br />

Blau als Automobilfarbe hat in Nordamerika<br />

an Beliebtheit zugenommen<br />

und Rot verdrängt. Beige und Braun<br />

sind nahezu von der Bildfläche verschwunden.<br />

Damit bleibt Grün der einzige<br />

weitere chromatische Farbton, der<br />

in nennenswerter Zahl in der Region<br />

verwendet wird.<br />

Blautöne gelten als eleganter, und Käufer,<br />

die in der Vergangenheit Beige<br />

oder Braun gewählt haben, scheinen<br />

sich nun für Blau oder Grau zu entscheiden.<br />

Die Designer von BASF haben<br />

das vorausgesehen. Bereits 2016<br />

bezeichneten sie Blau als „eine wichtige<br />

Farbrichtung für die Automobilin -<br />

dustrie, die in den kommenden Jahren<br />

Marktanteile gewinnen wird.“ Automobildesigner<br />

schauen bei der Entwicklung<br />

von Farbtönen häufig drei bis vier<br />

Modelljahre in die Zukunft, und der<br />

Markt hat sich genauso entwickelt wie<br />

vorhergesagt.<br />

„Die bunten Farbtöne, die wir aktuell<br />

sehen, begeistern uns“, sagt Paul Czornij,<br />

Leiter Design, Nord- und Südamerika.<br />

„Genau wie wir vor drei oder vier<br />

Jahren vorhergesagt haben, hat Blau<br />

derzeit seinen großen Auftritt und wir<br />

setzen einige schöne Effekte und Pigmente<br />

ein, die die Möglichkeiten von<br />

Farbton und Textur in diesem wichtigen<br />

Designbereich voranbringen.“<br />

Der Automobilfarbton<br />

„Billowing Blue“ von BASF<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 17


FARBE & TREND<br />

Asien-Pazifik:<br />

Schwarz und Grau legen zu,<br />

gleichzeitig kommen hellere<br />

Farbtöne ins Spiel<br />

Asien-Pazifik beheimatet das weltweit<br />

größte Volumen der Automobilproduktion<br />

und ist ein Mikrokosmos der globalen<br />

Farbtonbeliebtheit. Während jede<br />

Region unterschiedlich ist, spiegeln die<br />

Präferenzen des asiatisch-pazifischen<br />

Raums die weltweiten Daten wider. Seine<br />

leuchtenden Farben reflektieren das<br />

Aufkommen chromatischer Farben, das<br />

auch anderswo zu beobachten ist.<br />

Weiß ist nach wie vor die beliebteste<br />

Farbe in der Region und wird für etwa<br />

48 Prozent der Neuwagen genutzt.<br />

Schwarz und Grau legen weiter zu und<br />

folgen einem Drei-Jahres-Trend, der<br />

Weiß in seiner Führungsposition<br />

schwächt.<br />

Die Gesamtzahlen von Braun, Grün<br />

und Violett sind nicht hoch, aber alle<br />

bleiben in ihrer Beliebtheit konstant. Es<br />

wird noch lange dauern, bis sie Weiß<br />

als beliebteste Farbe herausfordern werden,<br />

aber aktuell tragen sie zur enormen<br />

Farbtonvielfalt in Asien-Pazifik bei.<br />

Der Automobilfarbton<br />

„Dark Seltzer“ von BASF<br />

„Die Menschen in Asien-Pazifik lieben<br />

es, Farbtöne für ihre Fahrzeuge auszusuchen.<br />

Die Farbtöne orientieren sich<br />

an den Menschen, sie sind flexibel und<br />

frei, und zeigen die Vielfalt der Region<br />

und ihrer Menschen“, sagt Chiharu<br />

Matsuhara, Leiterin Design, Asien-Pazifik.<br />

18<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


FARBE & TREND<br />

Alle Abbildungen: BASF<br />

Südamerika:<br />

Konservative Käufer<br />

wählen konservativere<br />

Farbtöne<br />

Farben wie Rot und Blau, die in anderen<br />

Regionen der Welt so beliebt sind,<br />

sind in Südamerika nach wie vor gefragt,<br />

vor allem bei Autokäufern, die<br />

versuchen, ihrer Individualität mit<br />

sportlicheren Autos Ausdruck zu verleihen.<br />

Noch bemerkenswerter ist die Vorliebe<br />

des Marktes für achromatische<br />

Farbtöne.<br />

Traditionell wählen südamerikanische<br />

Autokäufer eher konventionelle, weniger<br />

auffällige Farben. Wie in anderen<br />

Regionen ist Weiß mit Abstand der Favorit.<br />

Etwa 39 Prozent der Neufahrzeuge<br />

wurden weiß lackiert. Die Beliebtheit<br />

von Grau und Silber ist mit jeweils<br />

18 Prozent höher als in anderen Regionen.<br />

Schwarz verzeichnet mit 12 Prozent<br />

die geringste Beliebtheit unter den<br />

achromatischen Farbtönen. Insgesamt<br />

haben die achromatischen Farbtöne einen<br />

Anteil von 87 Prozent.<br />

Im Gegensatz zu anderen Regionen<br />

sticht Rot mit 9 Prozent als beliebtester<br />

bunter Farbton hervor. Verschiedene<br />

Blautöne haben weltweit eine große Bedeutung,<br />

in Südamerika aber macht<br />

Blau nur 2 Prozent des Marktes aus.<br />

Orange ist ein Newcomer, Braun hält<br />

sich konstant und Beige ist fast verschwunden.<br />

Der Automobilfarbton<br />

„Parolis Purple“ von BASF<br />

„Trends, die in anderen Teilen der Welt<br />

populär sind, setzen sich in Südamerika<br />

langsamer durch. Während dieser<br />

Kontinent in seiner Kultur viele bunte<br />

Facetten hat, sind die Menschen bei ihren<br />

Autos etwas konservativer“, sagt<br />

Marcos Fernandes, Leiter Regional<br />

Business Management, Fahrzeugserienlacke,<br />

Südamerika.<br />

Der BASF Color Report for Automotive<br />

OEM Coatings ist eine Datenanalyse<br />

des Unternehmensbereichs Coatings,<br />

die auf der globalen Automobilproduktion<br />

und Lackierung von Pkw im Jahr<br />

2<strong>02</strong>0 basiert. ☐<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 19


TECHNIK & TREND<br />

Fahrassistenzsysteme<br />

und deren Auswirkung<br />

auf die Reparaturabwicklung<br />

Die Entwicklung von Fahrassistenzsystemen<br />

(FAS) stellt<br />

für die Automobilindustrie<br />

einen enormen technischen<br />

Fortschritt dar. FAS sorgen<br />

einerseits für mehr Komfort<br />

beim Fahren und erhöhen die<br />

Sicherheit aller Passagiere,<br />

andererseits bringen sie für<br />

Fahrer, Fuhrparkleiter,<br />

Versicherer und Karosseriewerkstätten<br />

auch neue<br />

Herausforderungen bei der<br />

Abwicklung von Kfz-Schäden<br />

mit sich.<br />

Fahrzeugmodelle und somit auch die<br />

darin eingebauten FAS werden immer<br />

weiterentwickelt, die Karosseriewerkstätten<br />

müssen sich an diese sich ständig<br />

ändernden Gegebenheiten anpassen.<br />

Dadurch steigen auch die damit<br />

verbundenen Kosten immer weiter, was<br />

mehrere Gründe hat:<br />

Anfälligkeit der<br />

FAS-Sensoren<br />

FAS-Sensoren sind oftmals an Stellen<br />

in der Verkleidung und in Teilen des<br />

Fahrzeugs eingebaut, die bei einer Kollision<br />

schnell betroffen sind. Dazu gehören<br />

Stoßfänger, Windschutzscheiben,<br />

Reifen und Seitenspiegel. Bei einem<br />

Schaden genügt es deshalb nicht, diese<br />

Teile einfach zu reparieren oder sie<br />

auszutauschen. Die Sensoren benötigen<br />

zusätzlich besondere Aufmerksamkeit,<br />

um ihr einwandfreies Funktionieren zu<br />

gewährleisten.<br />

Einsatz von Originalteilen<br />

des Herstellers<br />

Müssen Teile mit eingebauten FAS ersetzt<br />

werden, ist die Wahrscheinlichkeit<br />

groß, dass das Ersatzteil vom Originalhersteller<br />

(OEM) kommen muss. Denn<br />

anders als serienmäßig produzierte Aftermarket-Teile<br />

werden OEM-Komponenten<br />

speziell für ein spezifisches<br />

Fahrzeug hergestellt. Aufgrund verschiedener<br />

Faktoren (z.B. Weiterentwicklung<br />

einzelner Teile durch die Automobilhersteller,<br />

FAS als Zusatzoption<br />

usw.) ist es für eine Karosseriewerkstatt<br />

sehr schwierig, sich auf jedes Automodell<br />

und FAS einzustellen. Die beste<br />

Option für eine Werkstatt ist deshalb<br />

oftmals, sich auf (teurere) OEM zu verlassen,<br />

um die perfekte Passform für<br />

das Fahrzeug zu gewährleisten. Zudem<br />

benötigen einige OEM spezielle Diagnoseinstrumente<br />

und Spezialisten, die<br />

Erfahrung im Umgang damit haben.<br />

Die Kosten für solche Reparaturen sind<br />

natürlich höher und nicht jede Werk-<br />

20 <strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


TECHNIK & TREND<br />

statt hat Zugang zu allen notwendigen<br />

OEM-Ressourcen.<br />

Die Relevanz der Kalibrierung<br />

Die Kalibrierung der FAS muss professionell<br />

durchgeführt werden, damit das<br />

System in einer Gefahrensituation<br />

rechtzeitig (also frühzeitig) reagiert.<br />

Dieser Prozess bringt je nach Art des<br />

FAS eine Vielzahl von Herausforderungen<br />

mit sich. Einige Hersteller haben<br />

strenge und komplizierte Auflagen in<br />

Bezug auf die Kalibrierung bestimmter<br />

FAS. Für Sensorkalibrierungen müssen<br />

die Werkstätten deshalb in eine Reihe<br />

verschiedener Werkzeuge und Schulungsmaßnahmen<br />

investieren. All das<br />

führt zu längeren Reparaturzykluszeiten,<br />

was sich ebenfalls in höheren Kos -<br />

ten niederschlägt.<br />

Zusätzlicher Platzbedarf<br />

Ein weiterer Grund für zusätzliche Kos -<br />

ten sind die Ausgaben für die benötigte<br />

Arbeitsumgebung, denn für eine korrekte<br />

FAS-Kalibrierung gibt es auch<br />

hier weitere Regeln und Richtlinien. So<br />

darf etwa der Boden keine reflektierende<br />

Oberfläche besitzen und Sonnenlicht<br />

darf nur begrenzt durch Fenster<br />

einfallen, um eine exakte Funktionsprüfung<br />

der Sensoren zu gewährleisten.<br />

Richtig für die Zukunft rüsten<br />

Die Fortschritte der FAS-Technologie<br />

sind kein vorübergehender Trend.<br />

Ganz im Gegenteil: Die Europäische<br />

Kommission hat die Verordnung über<br />

den erforderlichen FAS-Anteil in allen<br />

ab 2<strong>02</strong>2 produzierten Fahrzeugen eingeführt,<br />

in der Hoffnung, die Zahl der<br />

durch menschliches Versagen verursachten<br />

Todesfälle und Verletzungen zu<br />

reduzieren. In nur wenigen Jahren wird<br />

so die Zahl der mit FAS ausgerüsteten<br />

Fuhrparks in Europa drastisch ansteigen,<br />

komplexe Reparaturen werden<br />

häufiger vorkommen und die dazugehörigen<br />

Kos ten könnten exponentiell ansteigen.<br />

Laut Daten, die von Fixico zwischen<br />

2016 und 2019 erhoben wurden,<br />

waren die durchschnittlichen Kosten<br />

für Stoßstangenreparaturen bei Fahrzeugen<br />

mit FAS um 44 Prozent teurer<br />

als bei Fahrzeugen ohne FAS. Unternehmen<br />

sollten sich daher für die bevorstehenden<br />

Veränderungen rüsten<br />

und Folgendes im Voraus tun:<br />

Schritt 1: Alle Anforderungen<br />

an das Fahrzeug kennen<br />

Lernen Sie alle Besonderheiten und<br />

Anforderungen aller Fahrzeuge Ihres<br />

Fuhrparks kennen. Dadurch lässt sich<br />

die Suche nach einer geeigneten Werkstatt<br />

erheblich verkürzen, denn nicht<br />

alle Karosseriewerkstätten sind in der<br />

Lage, jede Reparatur durchzuführen.<br />

Schritt 2: Die Möglichkeiten<br />

innerhalb Ihres Netzwerks<br />

kennen<br />

Nachdem Sie im ersten Schritt die Anforderungen<br />

des Fahrzeuges identifiziert<br />

haben, ist es wichtig, die Reparatur<br />

der am besten geeigneten Karosseriewerkstatt<br />

zuzuweisen. Wenn Sie genau<br />

wissen, welche Werkstatt am bes -<br />

ten zu Ihnen passt, können Sie hier viel<br />

Zeit und Kosten sparen.<br />

Schritt 3: Den Abwicklungsprozess<br />

digitalisieren<br />

Fuhrpark- und Schadenmanager können<br />

von der Umstellung auf digitale Lösungen<br />

stark profitieren, da sie nicht<br />

mehr manuell nach einer geeigneten<br />

Karosseriewerkstatt suchen müssen. Anstatt<br />

die Werkstatt anzurufen oder zu<br />

besuchen, um daraufhin wenig transparente<br />

Preise zu erhalten und eine Verzögerung<br />

der Reparatur zu riskieren, können<br />

Manager ihre Suche digitalisieren<br />

und den Schaden der am besten geeigneten<br />

Karosseriewerkstatt zuweisen.<br />

Durch die Nutzung der Fixico-Plattform<br />

können Sie Zeit und Geld sparen. Mithilfe<br />

der fortschrittlichen Systeme und<br />

Schadenexperten von Fixico wird die<br />

Reparatur der optimalen Karosseriewerkstatt<br />

zugewiesen, die bestens für<br />

die Durchführung der Reparatur ausgerüstet<br />

ist und zudem die individuellen<br />

Bedürfnisse Ihres Unternehmens erfüllt.<br />

Über den Autor<br />

Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im<br />

Bereich des Leasing- und Flottenmanagements<br />

in Unternehmen wie Lease-<br />

Plan und ALD Automotive zählt Patrick<br />

Vierveijzer nicht nur zu den Branchenführern,<br />

sondern auch zu den Experten<br />

auf diesem Fachgebiet. Bevor Patrick<br />

für Fixico, der Plattform für digitales<br />

Schadenmanagement, tätig wurde, war<br />

er CEO und Geschäftsführer von LeasePlan<br />

Deutschland, wo er für die Führung<br />

des Unternehmens zuständig war.<br />

Heute steht Patrick den Fixico-Gründern<br />

als strategischer Berater zur Seite<br />

und unterstützt das Unternehmen bei<br />

der internationalen Skalierung. In dieser<br />

Rolle verantwortet er auch Fixicos<br />

unternehmerische Aktivitäten in<br />

Deutschland.<br />

☐<br />

Alle Abbildungen: Fixico<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1<br />

21


SMART REPAIR<br />

Generiert etwa 15 Prozent seines<br />

Umsatzes mit Express Reparatur:<br />

Cromax ® -Anwender Mike Püllen<br />

Bild: BKOMM<br />

Kleine Schäden<br />

großes Potenzial<br />

Eine kurze Unachtsamkeit,<br />

ein Parkrempler: Kleine und<br />

Kleinstschäden am Pkw sind<br />

schnell passiert. Für diese<br />

Kratzer und Dellen in Blech<br />

oder Kunststoff wünschen<br />

sich viele Autofahrer eine<br />

möglichst kostengünstige<br />

Reparatur.<br />

Wie setzen K+L-Betriebe<br />

diesen Wunsch am<br />

effizientesten um?<br />

Die Lösung lautet: „Express Reparatur“,<br />

so Andreas Beckenbauer vom Technischen<br />

Service des Reparaturlackherstellers<br />

Cromax ® . „Wir unterstützen die<br />

Betriebe und ihre Mitarbeiter in diesem<br />

Geschäftsfeld umfassend und aktiv.<br />

Zum einen durch spezielle Trainingsvideos<br />

und Seminarangebote, durch<br />

Schulungen vor Ort sowie zum anderen<br />

natürlich durch unsere Ultra Performance<br />

Energy Produkte, die beschleunigte<br />

Arbeitsprozesse ermöglichen.”<br />

Seine Faustregel: Schäden bis zu einer<br />

Größe eines DIN A4 Blattes (inkl. Auslaufbereich)<br />

können ein Fall für Express<br />

Reparatur sein. „Geeignete Kandidaten<br />

sind generell Schäden unterhalb<br />

der Zierleiste, im Schwellerbereich,<br />

im Bereich von Fahrzeugecken<br />

oder -kanten und auf kleinen Flächen,<br />

die optisch unterbrochen werden, z.B.<br />

im Bereich von Heckleuchten oder<br />

Kennzeichen.”<br />

Beim Cromax ® -Anwender Starlack im<br />

nordrhein-westfälischen Kevelaer machen<br />

Express Reparatur-Aufträge beispielsweise<br />

etwa 15 Prozent des Umsatzes<br />

aus, so Betriebsinhaber Mike Püllen.<br />

Manchmal kommen Kunden direkt<br />

vom nahegelegenen Parkplatz eines Supermarktes<br />

zu ihm auf den Hof gefahren,<br />

noch verärgert über den gerade ge-<br />

22 <strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


SMART REPAIR<br />

Cromax ® -Experte Andreas Beckenbauer:<br />

„Express Reparatur ist ein interessantes<br />

und lohnendes Geschäftsfeld.”<br />

Bild: Cromax ®<br />

schehenen Zwischenfall. „Definitiv lässt<br />

sich die Laune des Kunden heben,<br />

wenn man eine schnelle und kostengünstige<br />

Lösung anbieten kann”, so<br />

Püllens Erfahrung.<br />

Auch wenn diese Aufträge nicht den<br />

großen Umsatz bringen. „Wenn der<br />

Kunde zufrieden vom Hof fährt, ist die<br />

Wahrscheinlichkeit hoch, dass er mit<br />

dem nächsten Schaden wieder zu uns<br />

kommt.” Außerdem ist der Materialverbrauch<br />

bei Kleinstreparaturen so gering,<br />

dass der Umsatz fast vollständig<br />

über den Stundenlohn generiert wird.<br />

Wie bei großen Reparaturen kommt es<br />

auch bei Express Reparatur auf die<br />

Wahl des richtigen Materials an. Damit<br />

ist sichergestellt, dass es auch wirklich<br />

schnell geht und nicht beispielsweise<br />

unnötig lange Trocknungszeiten für Verzögerungen<br />

sorgen. „Der Cromax ®<br />

Klarlack CC6750 trocknet schnell bei<br />

niedrigen Temperaturen – ein ideales<br />

Produkt für einen effizienten Arbeitsablauf”,<br />

so Andreas Beckenbauer. Das<br />

kann Mike Püllen nur bestätigen.<br />

„Generell sind schnelltrocknende Lacke<br />

sinnvoll, die sich auch in Kleinstmengen<br />

anmischen und zuverlässig verarbeiten<br />

lassen”, fügt er hinzu.<br />

„Bei der Express Reparatur mit den<br />

richtigen Produkten lässt sich bei Material<br />

und Arbeitszeit gegenüber einer<br />

Teillackierung fast die Hälfte einsparen“,<br />

so Andreas Beckenbauer. Vor allem,<br />

wenn die Werkstatt mit Multifunktions-Arbeitsplätzen<br />

eingerichtet ist, an<br />

denen das Schleifen, Spachteln, Abkleben,<br />

Füllern und Lackieren möglich ist<br />

– dann kann der Job außerhalb der Lackierkabine<br />

ohne Rangierzeiten erledigt<br />

werden. „Für einen Betrieb, der<br />

seinen Kunden einen möglichst umfassenden<br />

Service anbieten möchte, ist Express<br />

Reparatur auf jeden Fall ein interessantes<br />

und lohnendes Geschäftsfeld”,<br />

fasst der Experte zusammen. ☐<br />

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Ein absolutes Muss, das in keiner Lackierwerkstatt fehlen darf.<br />

Im praktischen Six Pack bieten die kleinen Werkstatthelfer in der Spraydose von<br />

Spies Hecker ideale Voraussetzungen, um effizient, zeitsparend und systemgerecht<br />

zu arbeiten. Sie erzielen professionelle Lackierergebnisse dank der<br />

hohen Qualität, die sich nicht von unserem Nassmaterial aus dem Lackgebinde<br />

unterscheidet. Um Ihre tägliche Arbeit leichter zu gestalten, setzen Sie auf die<br />

einzigartige Lackspraytechnologie, die bei unserem Produktsortiment Verwendung<br />

findet.<br />

Wie? Einfach auf<br />

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Auslosung unter Ausschluss des Rechtswegs.<br />

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Knöbelstraße 36<br />

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<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1<br />

23


BRANCHEN NEWS<br />

Optimale Druckluftqualität<br />

Druckluftfilter 500er Baureihe<br />

SATA ® filter 584 ®<br />

im Einsatz zusammen mit<br />

SATAjet X 5500 und<br />

SATA air vision 5000<br />

Lackierergebnisse, die<br />

höchste Qualitätsanforderungen<br />

erfüllen.<br />

Besondere Bedeutung hat die<br />

Druckluftaufbereitung zudem<br />

beim Einsatz umgebungsluftunabhängiger<br />

Atemschutzsysteme.<br />

Die Atemwege<br />

des Lackierers werden<br />

hierdurch wirksam vor Lacknebel<br />

und -dämpfen geschützt.<br />

Alle Abbildungen: SATA<br />

Der neue SATA filter 584 bietet<br />

saubere Atem- und Druckluft<br />

ohne jegliche Kompromisse.<br />

Bei maximaler Luftreinigung<br />

ist er bis ins Kleinste<br />

durchdacht.<br />

Die dreistufige Modulbauweise<br />

ermöglicht dabei eine exakte<br />

Anpassung an unterschiedliche<br />

Anwenderbedürfnisse.<br />

Zusätzlich weist der<br />

SATA filter 584 alle relevanten<br />

Merkmale von SATA<br />

Druckluftfiltern auf:<br />

• maximale Reinigung<br />

durch optimierte Filterelemente<br />

bei Sinter, Feinund<br />

Aktivkohlefilter<br />

• Geringer Druckabfall<br />

durch innovative Luftführung<br />

• Standzeitsynchronisation:<br />

Filterwartung aller Stufen<br />

einheitlich nur alle 6 Monate<br />

erforderlich<br />

• Filterwechsel mit nur drei<br />

Handgriffen erhöht die<br />

Akzeptanz der erforderlichen<br />

Wartung<br />

Mit sauberer Luft fängt alles<br />

an: dies gilt im Bereich der<br />

Lackierung im besonderen<br />

Maße für die Qualität der<br />

Druckluft. Bereits kleinste<br />

Mengen Öl, Schmutzpartikel<br />

oder erhöhte Feuchtigkeit<br />

führen beim Verarbeiten zu<br />

Fehlern, die zeitintensive und<br />

somit teure Nacharbeit nach<br />

sich ziehen.<br />

Nur Druckluft, die von diesen<br />

Verunreinigungen befreit<br />

wurde, erlaubt auch saubere<br />

Vorteile des dreistufigen<br />

SATA filter 584:<br />

• Höhere Schadstoffaufnahme<br />

(im Vergleich zu<br />

SATA filter 484) durch<br />

neuen gesinterten Aktivkohlefilter<br />

• Luftdurchsatz bei 4 Anschlüssen<br />

ca. 3.800<br />

Nl/min<br />

• SATA filter timer zur Erinnerung<br />

an die einheitliche<br />

Wartungsintervalle<br />

aller Filterpatronen<br />

• Filterwartung aller Stufen<br />

nur alle 6 Monate erforderlich<br />

• Wartungsfreier Bajonettverschluss<br />

mit haptischem<br />

und akustischem<br />

Feedback<br />

• Perfekter Sitz der Feinfilter-<br />

und Aktivkohlefilterpatronen<br />

durch Einlegen<br />

– keine Verschraubung<br />

oder zusätzliche Dichtungen<br />

erforderlich<br />

• CCS-Farbcodierung am<br />

Filtergehäuse und Filterpatronen<br />

für eine sichere<br />

Wartung<br />

• Einfache Erweiterung von<br />

SATA filter 544 auf 584<br />

durch Stecksystem möglich<br />

• Integrierter Druckregler<br />

mit großer Grifffläche für<br />

ein präzises Einstellen<br />

des erforderlichen Ausgangsdrucks<br />

24 <strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


BRANCHEN NEWS<br />

SATA ® filter 584 ® | 3-stufiger<br />

Kombi- Filter – Schnittmodell<br />

• Wartungsfreie Dichtungselemente<br />

• Leitungsanschluss wahlweise<br />

von links oder<br />

rechts möglich<br />

• Strömungsoptimierter Zyklonabscheider<br />

mit höherem<br />

Abscheidegrad (ca.<br />

10 %)<br />

Weitere Filter der 500er<br />

Baureihe:<br />

SATA filter 544 – 2-stufiger<br />

Kombi-Filter:<br />

wie SATA filter 584, jedoch<br />

ohne Aktivkohle. Bei Verwendung<br />

für fremdbelüfteten<br />

Atemschutz muss dieser eine<br />

Gurteinheit mit Aktivkohleadsorber<br />

umfassen.<br />

SATA filter 524 – 1-stufiger<br />

Sinterfilter<br />

SATA filter 564 – 1-stufiger<br />

Aktivkohlefilter<br />

Aktivkohlefilter zur einfachen<br />

Nachrüstung an vorhandenen<br />

SATA filter 544<br />

Bringen Sie jetzt Ihren Luftdruckfilter<br />

auf den neuesten<br />

Stand – Ihren Kunden und Ihren<br />

Mitarbeitern zuliebe. ☐<br />

Trockenlegung<br />

Sichere und umweltgerechte<br />

Bodenreinigung in Kfz-Werkstätten<br />

Viele Maßnahmen zur Abwasserbehandlung bei der Bodenreinigung<br />

in Werkstätten sind in der Anschaffung und im laufenden<br />

Betrieb aufgrund der hohen Wartungsintensität sehr teuer.<br />

Verschmutzte Werkstattböden<br />

bergen ein hohes Risiko<br />

für Mitarbeiter und Umwelt.<br />

Metallstäube können Lungenschädigungen<br />

verursachen,<br />

ölige Rückstände zu Stürzen<br />

führen. Deshalb müssen Kfz-<br />

Werkstätten regelmäßig gereinigt<br />

werden. Um dabei die<br />

Giftbelastung der Reinigungsabwässer<br />

niedrig zu<br />

halten, sollte möglichst wenig<br />

Wasser verwendet werden.<br />

Die Entsorgung von großen<br />

festen Bestandteilen, wie Altreifen,<br />

Verpackungen, Batterien<br />

und Metallabfällen in<br />

Werkstätten ist heute durch<br />

das Kreislaufwirtschafts- und<br />

Abfallgesetz geregelt und<br />

einfach über Entsorgungsunternehmen<br />

durchzuführen.<br />

Anders aber stellt sich die<br />

umweltgerechte Werkstattreinigung<br />

und die dabei notwendige<br />

Entsorgung der Abwässer<br />

dar. Sie ist oft mit großem<br />

technischem und zeitlichem<br />

Aufwand verbunden. Je<br />

nach Werkstattbereich fallen<br />

flüssige Rückstände von<br />

Kraftstoffen, Ölen, Alkoholen,<br />

Brems- und Kühlflüssigkeiten,<br />

organischen Lösemitteln,<br />

aber auch mit Schwermetallen,<br />

wie Kupfer, Blei,<br />

Nickel, Cadmium, Zinn oder<br />

Zink belastete Wasser-Staub-<br />

Gemische an.<br />

Der Gesetzgeber schreibt daher<br />

Maßnahmen zur Abwasserbehandlung<br />

bei der Bodenreinigung<br />

in der Werkstatt<br />

vor. Insbesondere beim<br />

Einsatz von Reinigungsmitteln<br />

(Tensiden) entstehen im<br />

Werkstattabwasser stabile<br />

Emulsionen, die eine Abwasserbehandlung<br />

zur sicheren<br />

Einhaltung des Kohlenwas-<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 25


BRANCHEN NEWS<br />

flüssigkeit versetztem Wasser<br />

vorbehandelt werden. An -<br />

schließend wird das<br />

Schmutzwasser abgesaugt,<br />

gesammelt und anschließend<br />

fachgerecht über eine Abscheideranlage<br />

oder ein Entsorgungsunternehmen<br />

entsorgt.<br />

Scheuersaugmaschinen<br />

hingegen führen das Auftragen<br />

der Reinigungsflotte,<br />

das Scheuern und das Absaugen<br />

bei der Unterhaltsreinigung<br />

in einem Arbeitsgang<br />

durch. Auch bei ihnen muss<br />

das Waschwasser nach einmaliger<br />

Benutzung entsorgt<br />

werden.<br />

Verschmutzte Werkstattböden bergen ein hohes Risiko für Mitarbeiter und Umwelt.<br />

Deshalb müssen Kfz-Werkstätten regelmäßig gereinigt werden.<br />

serstoffwertes (meist 20<br />

mg/l) in der Kanalisation<br />

notwendig machen.<br />

Da für Emulsionsabwässer<br />

ein Koaleszenzabscheider<br />

meist nicht ausreicht, ist oft<br />

eine Emulsionsspaltanlage<br />

notwendig. Diese ist jedoch<br />

in der Anschaffung und im<br />

laufenden Betrieb aufgrund<br />

hoher Wartungsintensität<br />

sehr teuer. Erfahrungsgemäß<br />

funktioniert die Anlage nur<br />

bei gutem Know-how des Personals<br />

und bei regelmäßiger<br />

Wartung zuverlässig. Darüber<br />

hinaus produziert sie zusätzlichen<br />

Abfall, der weitere Entsorgungskosten<br />

verursacht.<br />

Loser oder haftender Schmutz, ölige Gemische oder mineralhaltige<br />

Stäube verlangen jeweils nach unterschiedlichen<br />

Reinigungsmaschinen und Reinigungsmitteln.<br />

Um die Kosten bei der Werkstattreinigung<br />

niedrig zu halten,<br />

können intelligente Reinigungskonzepte<br />

die Abwassermenge<br />

erheblich verringern.<br />

Eine der effizientesten<br />

Maßnahmen ist nach Empfehlung<br />

der Landes-Umweltmi -<br />

nisterien die sogenannte abwasserfreie<br />

Werkstatt. Um sie<br />

umzusetzen, braucht es neben<br />

der entsprechenden baulichen<br />

Auslegung der Werkstatt<br />

vor allem geeignete Reinigungsmittel<br />

und -geräte.<br />

In diesem Zusammenhang erscheint<br />

die Empfehlung bei<br />

der „Trockenlegung“ der<br />

Werkstatt Reinigungsgeräte<br />

zu verwenden, die mit Wasser<br />

arbeiten, widersprüchlich.<br />

Die Nassreinigung hilft<br />

aber, gefährliche Staubaufwirbelungen<br />

beim Reinigen<br />

des Werkstattbodens zu vermeiden.<br />

Eine konventionelle<br />

Besenreinigung ist zu vermeiden.<br />

Vielmehr sollten Geräte<br />

zum Einsatz kommen, die mit<br />

Hilfe von Reinigungsmitteln<br />

und Wasser haftende und<br />

lose Verschmutzungen anlösen<br />

und aufnehmen können.<br />

Prinzipiell erfüllen sogenannte<br />

Nass-/Trockensauger<br />

und/oder Scheuersaugmaschinen<br />

diese Anforderungen<br />

vollends. Ihre Unterschiede<br />

liegen dabei in der Anwendung,<br />

Bedienung und dem<br />

Einsatzbereich. So muss bei<br />

Nass-/Trockensaugern der<br />

Boden vor dem Absaugen mit<br />

klarem oder mit Reinigungs-<br />

Um das für die Werkstatt am<br />

besten geeignete Gerät auszuwählen,<br />

sind mehrere Kriterien<br />

zu berücksichtigen.<br />

Zuerst ist die Art und Größe<br />

der zu beseitigenden Verschmutzung<br />

für die Kaufentscheidung<br />

wichtig. Müssen<br />

zum Beispiel punktuelle oder<br />

auf sehr kleine Flächen beschränkte<br />

Verschmutzungen,<br />

wie Öl- oder Rußflecken beseitigt<br />

werden (sogenanntes<br />

„spot cleaning“), können<br />

Nass-/Trockensauger die<br />

bessere Lösung sein, da hier<br />

vor dem Saugen die Konzentration<br />

der Reinigungslösung<br />

vom Anwender durch einfaches<br />

Aufsprühen und die Einwirkzeit<br />

den verschiedenen<br />

Verschmutzungsgraden leichter<br />

angepasst werden kann.<br />

Mit Scheuersaugmaschinen<br />

kann die Reinigung großer<br />

verschmutzter Flächen ebenfalls<br />

in zwei Schritten erfolgen.<br />

Im ersten Schritt wird<br />

dabei mit der Maschine die<br />

Reinigungsflotte auf die gesamte<br />

Bodenfläche aufgetragen,<br />

um sie nach einer angemessenen<br />

Einwirkzeit im<br />

zweiten Arbeitsgang bei<br />

gleichzeitigem Scheuern aufzusaugen.<br />

Für ein gutes Reinigungsergebnis<br />

sorgt ein effektives<br />

Dosiersystem mit ei-<br />

26 <strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


BRANCHEN NEWS<br />

ner geschwindigkeitsabhängigen<br />

Wassermengenregulierung.<br />

So lassen sich Fehldosierungen<br />

ausschließen und<br />

zu viel Wassereinsatz vermeiden<br />

Dies kommt besonders<br />

dem Konzept der „abwasserfreien<br />

Werkstatt“ entgegen.<br />

Die Leistungsfähigkeit der<br />

Reinigungsmaschine muss jedoch<br />

der Größe der Fläche<br />

angepasst sein. Für kleinere<br />

und mittlere Werkstätten (bis<br />

ca. 200 Quadratmeter) sind<br />

kompakte Scheuersaugmaschinen<br />

mit 10 bis 25 Liter<br />

Frischwasser-Tankvolumen<br />

ideal. Sie arbeiten hier bereits<br />

äußerst wirtschaftlich.<br />

Für größere Werkstätten hingegen<br />

sind Scheuersaugmaschinen<br />

ab 40 Liter Tankvolumen<br />

besser geeignet. So genannte<br />

Aufsitzmaschinen<br />

kommen hauptsächlich in Lagern<br />

ab 5000 Quadratmetern<br />

oder in sehr großen Autohäusern<br />

zum Einsatz.<br />

Ein Sonderfall ist oft der<br />

Werkstatt-Einfahrtsbereich.<br />

Hier kann eine Scheuersaugmaschine<br />

mit Bürstenwalzensystem<br />

mit Vorkehrfunktion,<br />

anstatt einer Scheuersaugmaschine<br />

mit Scheibenbürsten<br />

die geeignetere Wahl sein.<br />

Die gegenläufigen Walzen<br />

können vor allem Grobpartikel,<br />

wie Erdklumpen, Sand<br />

oder Kies sicher aufnehmen.<br />

Auch bietet das Walzensys -<br />

tem einen höheren Anpress -<br />

druck, um zum Beispiel festgefahrene<br />

Verkrustungen<br />

besser abzulösen.<br />

Letztlich ist auch auf das Reinigungsmittel-Programm<br />

zu<br />

achten. Viele Gerätehersteller<br />

bieten auf spezielle Verschmutzungen<br />

abgestimmte<br />

Produkte an, die besonders<br />

für die Werkstatt- und Indust -<br />

riereinigung geeignet sind.<br />

Neben Neutralreinigern zum<br />

Lösen von Straßenschmutz<br />

Die Nassreinigung mit Scheuersaugmaschinen oder Nass-Trockensaugern vermeidet gefährliche<br />

Staubaufwirbelungen.<br />

sind dies alkalische Reiniger<br />

zum Entfernen von Gummiab -<br />

rieb, ölhaltigen und fettigen<br />

Verschmutzungen und eingetrockneten<br />

sigkeiten.<br />

Kfz-Betriebsflüs-<br />

Nach der Reinigung können<br />

Schutzbehandlungen bei<br />

Werkstattböden dafür sorgen,<br />

dass Schmutzpartikel längere<br />

Zeit nicht mehr an der Oberfläche<br />

anhaften können.<br />

Hierzu wird eine sogenannte<br />

Dispersion zum Schutz des<br />

Bodens vor Beschädigung<br />

und Abtragung in zwei<br />

Schichten aufgetragen. Die<br />

Rutschfestigkeit wird hierdurch<br />

nicht beeinträchtigt.<br />

So kann eine erneute Verschmutzung<br />

deutlich verzögert<br />

werden. Zudem hilft die<br />

Behandlung, dass deutlich<br />

höhere Flächenleis tungen in<br />

der Unterhaltsreinigung erreicht<br />

werden.<br />

Zur Erleichterung der Auswahl<br />

des passenden Reinigungsgeräts<br />

helfen die folgenden<br />

fünf Fragen:<br />

1. Für welche Reinigungstechnik<br />

ist die Werkstatt<br />

besser geeignet?<br />

Zu prüfen sind enge Durchgänge,<br />

schwer zugängliche<br />

Werkstattbereiche und die<br />

Art des Bodens. Bei begrenzten<br />

Platzverhältnissen können<br />

Nass-/Trockensauger die<br />

Wahl sein. Großflächige<br />

Werkstattböden lassen sich<br />

bequemer mit Scheuersaugmaschinen<br />

reinigen.<br />

2. Mit welcher Art von<br />

Verschmutzungen muss<br />

hauptsächlich gerechnet<br />

werden?<br />

Loser oder haftender<br />

Schmutz, ölige Gemische<br />

oder mineralhaltige Stäube<br />

verlangen jeweils nach unterschiedlichen<br />

Reinigungsmaschinen<br />

und Reinigungsmitteln.<br />

3. Welche Reinigungsprogramme<br />

werden benötigt?<br />

Viele Reinigungsprogramme,<br />

wie sie zum Beispiel für die<br />

Pflege von Holz- oder Li -<br />

noleumböden zum Einsatz<br />

kommen, werden im Werkstattbereich<br />

meist nicht benötigt.<br />

4. Einfache Bedienbarkeit?<br />

Kann die Reinigungsmaschine<br />

einfach und schnell gerüs -<br />

tet, befüllt und das Schmutzwasser<br />

unkompliziert entleert<br />

werden? Lange Rüstzeiten<br />

binden Arbeitskraft und kos -<br />

ten damit Geld.<br />

5. Lässt sich mit dem Gerät<br />

ermüdungsfrei arbeiten?<br />

Hier spielen vor allem die<br />

Lautstärke, die Ergonomie<br />

und das Gewicht des Gerätes<br />

eine wichtige Rolle. Bei größeren<br />

Scheuersaugmaschinen<br />

sollten daher Geräte mit<br />

Traktion bevorzugt werden.<br />

Die Nass-Bodenreinigung hat<br />

heute längst Schaufel und<br />

Besen in vielen Werkstatt-Bereichen<br />

vollständig ersetzt.<br />

Kein Wunder auch – denn<br />

neben der Erfüllung immer<br />

strenger werdender Umweltauflagen<br />

dient sie auch im<br />

Rahmen der Unfallverhütungsvorschriften<br />

dem Schutz<br />

und der Gesundheit der Mitarbeiter.<br />

Wer bares Geld sparen<br />

möchte, sollte daher immer<br />

in ein gutes Werkstattreinigungssystem<br />

investieren,<br />

das auch die neuesten Anforderungen<br />

an die abwasserfreie<br />

Kfz-Werkstatt erfüllt. ☐<br />

Alle Abbildungen: Kärcher<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1<br />

27


BRANCHEN NEWS<br />

Schwerpunkt<br />

Elektromobilität<br />

Auf der Überholspur<br />

Die E-Mobilität hat sich in<br />

Deutschland im Jahr 2<strong>02</strong>0<br />

trotz eines rund zwanzig prozentigen<br />

Rückgangs der Zulassungszahlen<br />

im Jahr der<br />

COVID 19-Pandemie stärker<br />

durchgesetzt als jemals zuvor.<br />

Alternative Antriebe (batterieelektrisch,<br />

Hybrid, Plug-<br />

In, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff)<br />

beanspruchten rund<br />

ein Viertel aller Neuzulassungen.<br />

Die Anzahl der neu zugelassenen<br />

Personenkraftwagen<br />

(Pkw) mit reinem Elektroantrieb<br />

legte mit +206 Prozent<br />

im Vergleich zum Vorjahr<br />

deutlich zu.<br />

„Die E-Mobilität ist in der<br />

Mitte der mobilen Gesellschaft<br />

angekommen. Positive<br />

Nutzererfahrungen verlässliche<br />

Technologien und ein<br />

wachsendes Angebot erleichtern<br />

den Umstieg in die E-<br />

Mobilität. Bei einem anhaltenden<br />

Zulassungstrend der<br />

Fahrzeuge mit elektrischen<br />

Antrieben von rund 22 Prozent<br />

wie im letzten Quartal<br />

2<strong>02</strong>0, kann das von der Bundesregierung<br />

formulierte Ziel<br />

von 7 bis 10 Millionen zugelassenen<br />

Elektrofahrzeugen<br />

in Deutschland bis zum Jahr<br />

2030 erreicht werden“, so<br />

KBA-Präsident Damm.<br />

13,5 Prozent aller in Deutschland<br />

neu zugelassenen Pkw<br />

haben einen elektrischen Antrieb<br />

(batterieelektrisch,<br />

Plug-In, Brennstoffzelle). Besonders<br />

hohe Anteile weisen<br />

die Bundesländer Schleswig-<br />

Holstein, Berlin und Baden-<br />

Württemberg mit über 16<br />

Prozent auf.<br />

Kleinwagen mit batterieelektrischem<br />

Antrieb stellten mit<br />

29,9 Prozent das stärkste Segment<br />

bei den Neuzulassungen<br />

des Jahres 2<strong>02</strong>0 dar. Auf<br />

das Segment der SUV mit<br />

batterieelektrischem Antrieb<br />

entfiel knapp ein Fünftel<br />

(19,9 %) des Neuzulassungsvolumens.<br />

Die Kompaktklasse<br />

erreichte mit 19,6 Prozent<br />

bei dieser Antriebsart einen<br />

ähnlich hohen Anteil.<br />

Insgesamt wurden in 2<strong>02</strong>0<br />

394.940 Neuwagen mit elektrischem<br />

Antrieb neu zugelassen.<br />

Pkw der Marke VW<br />

erreichten davon mit 17,4<br />

Prozent den höchsten Anteil<br />

(+608,6 % im Vergleich zum<br />

Vorjahr), gefolgt von Mercedes<br />

(14,9 %/+499,8 %) und<br />

Audi (9,0 %/+607,9 %). Bei<br />

den insgesamt 194.163 batterieelektrisch<br />

angetriebenen<br />

Pkw entfiel der größte Neuzulassungsanteil<br />

mit 23,8 Prozent<br />

ebenfalls auf die Marke<br />

VW, gefolgt von Renault<br />

(16,2 %/+233,8 %) und Tesla<br />

(8,6 %/+55,9 %).<br />

Bei den batterieelektrisch angetriebenen<br />

Pkw machten<br />

die privaten Neuzulassungen<br />

mit 48,8 Prozent bereits beinahe<br />

die Hälfte aller Neuzulassungen<br />

aus. Bei den alternativen<br />

Antrieben lag das<br />

Verhältnis bei rund zwei Drittel<br />

gewerblich (63,5 %) zu einem<br />

Drittel (36,4 %) privater<br />

Halterinnen und Halter. Insgesamt<br />

wurde rund 63 Prozent<br />

aller Pkw-Neuzulassungen,<br />

einschließlich Benzin<br />

und Diesel, im Jahr 2<strong>02</strong>0 für<br />

gewerbliche Halter regis -<br />

triert.<br />

28<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


BRANCHEN NEWS<br />

Der Bestandsanteil* der Pkw<br />

mit alternativen Antrieben<br />

stieg im Laufe des zurückliegenden<br />

Jahres von 2,4 Prozent<br />

auf einen Anteil von 3,6<br />

Prozent (+54,0 %). Bei den<br />

Pkw mit elektrischem Antrieb<br />

fiel diese positive Entwicklung<br />

mit +147,1 Prozent<br />

noch deutlicher aus – hier<br />

stieg der Anteil am Gesamtbestand<br />

von 0,5 Prozent auf<br />

1,2 Prozent.<br />

Im Bestand der Pkw mit elektrischem<br />

Antrieb erreichte<br />

VW mit 16,0 Prozent den<br />

größten Anteil vor BMW<br />

(12,3 %) und Mercedes (12,1<br />

%). Bei den rein elektrischen<br />

Pkw liegt VW mit einem Anteil<br />

am Bestand von 20,2 Prozent<br />

vor Renault (18,1 %),<br />

Smart (11,6 %) und Tesla<br />

(11,1 %).<br />

Rund 70 Prozent des Bestandes<br />

der batterieelektrischen<br />

Pkw waren den Segmenten<br />

Kleinwagen (33 %), Kompaktklasse<br />

(19,6 %) und Mini<br />

(17,3 %) zuzuordnen. Der Bestand<br />

der batterieelektrischen<br />

Pkw im zulassungsstarken<br />

Segment der SUVs erreichte<br />

einen Anteil von 14,4<br />

Prozent.<br />

Das Kraftfahrt-Bundesamt<br />

wird sein statistisches Angebot<br />

aufgrund der dynamischen<br />

Entwicklung auf diesem<br />

Gebiet ab dem Berichtsjahr<br />

2<strong>02</strong>1 um eine monatliche<br />

Veröffentlichungsreihe<br />

zu den Zulassungszahlen von<br />

Pkw mit alternativen und<br />

elektrischen Antrieben ergänzen.<br />

Diese stellen wir Ihnen<br />

erstmals ab Februar<br />

2<strong>02</strong>1 auf www.KBA.de zur<br />

Verfügung. ☐<br />

* geschätzter Pkw-Bestand am 1. Januar<br />

2<strong>02</strong>1, der sich rechnerisch aus<br />

dem Pkw-Bestand am 10. Oktober<br />

2<strong>02</strong>0 und den Pkw-Neuzulassungen<br />

des 4. Quartals 2<strong>02</strong>0 ergibt.<br />

Farbenindustrie unter Druck<br />

Preisexplosion bei Epoxidharzen<br />

Die deutsche Farbenindust rie<br />

kämpft mit Höchstpreisen bei<br />

Epoxidharzen. Für die Branche<br />

haben sich die Preise am<br />

Weltmarkt in den vergangenen<br />

Wochen so stark erhöht,<br />

dass sie die Ge schäftsergebnisse<br />

der Unternehmen<br />

zusätzlich zur Corona-Pandemie<br />

massiv belas ten. Drastische<br />

Lieferengpässe verschärfen<br />

die Situation insbesondere<br />

für Hersteller von<br />

Pulverlacken.<br />

Die deutsche Lack-, Farbenund<br />

Druckfarbenindustrie<br />

kämpft mit starken Preiserhöhungen<br />

bei einzelnen Rohstoffen.<br />

Für die rund 250 Unternehmen<br />

haben sich die<br />

Preise am Weltmarkt insbesondere<br />

für Epoxidharze und<br />

Polyesterharze in den vergangenen<br />

Wochen so stark erhöht,<br />

dass sie die Geschäfts -<br />

ergebnisse nachhaltig belas -<br />

ten. Das zeigt eine Umfrage<br />

des Verbands der deutschen<br />

Lack- und Druckfarbenin -<br />

dustrie (VdL) unter seinen<br />

Mitgliedern.<br />

Vor allem die Preise für Epoxidharze<br />

– wichtiges Bindemittel<br />

für viele Farben und<br />

Lacke – sind demnach zuletzt<br />

geradezu explodiert. Allein<br />

in den letzten beiden Monaten<br />

betrug die Kostensteigerung<br />

bis zu 60 Prozent.<br />

Grund ist vor allem eine erhöhte<br />

Nachfrage nach Epoxidharzen<br />

in Asien und<br />

Europa. Dies führt dazu, dass<br />

die Ware vorzugsweise zu höheren<br />

Preisen vor allem in<br />

China verbleibt. Die hohe<br />

Aus lastung sowie Störfälle<br />

bei Bisphenol-A-Produzenten<br />

in Asien und Europa verknappen<br />

das Angebot erheblich.<br />

Hinzu kommt aktuell ein<br />

weltweiter Mangel an Containern,<br />

der zu einem starken<br />

Anstieg der Transportkosten<br />

aus Asien nach Europa geführt<br />

hat und die Exporteure<br />

zusätzlich einbremst.<br />

Selbst hohe Preise garantieren<br />

keine Versorgungssicherheit,<br />

aktuell brechen die Lieferketten<br />

aus Asien teilweise<br />

zusammen, die Verfügbarkeit<br />

von Epoxidharzen am Markt<br />

ist eingeschränkt, vereinzelt<br />

kam es sogar zu Panikkäufen,<br />

berichten insbesondere<br />

die Hersteller von Pulverlacken.<br />

Gleichzeitig nimmt der wichtige<br />

Markt für Polyesterrohstoffe<br />

gewaltig an Fahrt auf.<br />

Störfälle in Europa und Asien<br />

erschweren den Zugang.<br />

Auch hier liegen die Preise<br />

in China deutlich über dem<br />

europäischen Niveau. Die gestiegene<br />

Nachfrage in<br />

Europa aufgrund der ausbleibenden<br />

Importmengen führt<br />

zu einer Erhöhung von bis zu<br />

45 Prozent. Wegen der<br />

Marktunsicherheit berichten<br />

Farbenhersteller von eingeführten<br />

Monatspreisen statt<br />

der üblichen Quartalsnotierungen.<br />

Die vor allem in Asien angesprungene<br />

Konjunktur sorgt<br />

für eine breit verstärkte<br />

Nachfrage nach Rohstoffen<br />

für Farben und Lacke: Auch<br />

die Preise für Titandioxid zeigen<br />

wieder nach oben. Eine<br />

hohe Nachfrage nach dem<br />

wichtigen Weißpigment in<br />

Asien sowie auch hier die<br />

Frachtkosten lassen die Preise<br />

steigen. Problematisch ist<br />

die Lage bei einigen Lösemitteln:<br />

Durch Anlagenausfälle<br />

und gleichzeitig erhöhte<br />

Nachfrage ist es zu Preissprüngen<br />

von bis zu 100 Prozent<br />

bei äußerst begrenzter<br />

Verfügbarkeit gekommen.<br />

Auch bei Isocyanaten kommt<br />

es wegen verstärkter Nachfrage<br />

am Automobilmarkt zu<br />

Lieferschwierigkeiten.<br />

Die komplexe Mischung aus<br />

Nachfrage, Kapazitätsproblemen<br />

und knappen Transport -<br />

ressourcen führt zu einer sich<br />

steigernden Verunsicherung<br />

im Markt. Rohstoffpreise sind<br />

für die Lack- und Farbenindustrie<br />

entscheidend, da sie<br />

mehr als die Hälfte der Kos -<br />

ten ausmachen – eine immense<br />

Belastung für die durch<br />

die Corona-Pandemie zum<br />

Teil stark gebeutelte Branche.<br />

☐<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1<br />

29


BRANCHEN NEWS<br />

Vereinbarung<br />

Partnerschaft im<br />

NonPaint-Segment<br />

Ab sofort Standard in allen IRS Karosserie & Lack-Werkstätten:<br />

Sika Automotive Repair mit den Marken Sika und sia Abrasives<br />

Einige Monate haben sich die<br />

Teams von Sika und der IRS<br />

Zeit gelassen, um die jetzt getroffene<br />

Vereinbarung vorzubereiten.<br />

Schließlich geht es<br />

im Segment NonPaint nicht<br />

nur um Produktqualität und<br />

-preise, sondern vor allem um<br />

die effiziente Anwendung<br />

und das einwandfreie Zusammenspiel<br />

mit den Folgeprozessen.<br />

Am Ende hat alles gepasst<br />

und Sika hat mit seinem<br />

Konzept sowohl das Management<br />

der IRS als auch die Anwender<br />

in den Pilotbetrieben<br />

überzeugt. Deshalb wird Sika<br />

mit sofortiger Wirkung strategischer<br />

Partner für das Non-<br />

Paint-Sortiment aller Karosserie&Lack-Betriebe<br />

der IRS in<br />

Deutschland.<br />

„Die IRS ist für uns die erste<br />

Werkstattgruppe, mit der wir<br />

ein Nonpaint-Konzept entwickelt<br />

haben“ erklärt Jochen<br />

Gaukel, Bereichsleiter Vertrieb<br />

Automotive Repair bei<br />

der Sika Deutschland. „Hier<br />

kam es darauf an, ein Standardsortiment<br />

zu definieren,<br />

das der Vielfalt der Anwendungen<br />

gerecht wird und dabei<br />

trotzdem schlank bleibt<br />

und konsequent nach Preis-<br />

/Leistungskriterien ausgerichtet<br />

ist. Da die Gruppe den ersten<br />

Schritt der Standardisierung<br />

– ein einheitliches Lacksystem<br />

in allen Kabinen – bereits<br />

umgesetzt hat, konnten<br />

wir hier nahtlos anknüpfen.“<br />

von Sika auch die Einführung<br />

der neuen Produkte<br />

und Prozesse in den IRS-<br />

Standorten übernehmen.<br />

Dabei setzen die Automotive<br />

Repair Experten auf intensives<br />

Training und technische<br />

Überprüfung der bearbeiteten<br />

Werkstücke. „Mit Messungen<br />

der Rautiefe machen<br />

wir beispielsweise Unterschiede<br />

bei Schleifprozessen<br />

sichtbar, die man mit dem<br />

bloßen Auge nicht unbedingt<br />

erkennt, aber erheblichen<br />

Einfluss auf das Ergebnis haben.“<br />

So überzeugt Key Account<br />

Manager Thorsten Ehrlichmann<br />

auch die Anwender,<br />

die sich von alten Gewohnheiten<br />

erst verabschieden<br />

müssen.<br />

Ergebnisorientierung spielt<br />

bei dem Projekt eine wichtige<br />

Rolle. Ziel ist, durch die Optimierung<br />

der NonPaint-Prozesse<br />

Zeit und Material einzusparen<br />

und gleichzeitig ein technisch<br />

und optisch einwandfreies<br />

Reparaturergebnis zu<br />

erreichen. Und dafür braucht<br />

es bei aller Technologie im<br />

Produkt vor allem die Motivation<br />

und das Können von<br />

Menschen. Deshalb stimmt es<br />

alle Beteiligten zuversichtlich,<br />

dass die Mitarbeiter in den Pilotbetrieben<br />

die Testphase engagiert<br />

unterstützt haben und<br />

sich auf das NonPaint-Programm<br />

von Sika freuen.<br />

Die IRS wird die Anwendungen<br />

nicht nur bei der Lackvorbereitung<br />

sondern auch<br />

beim Kleben und Dichten im<br />

Karosseriebau und im Bereich<br />

Autoglas einsetzen, wo<br />

die Reparaturanforderungen<br />

aufgrund der technischen<br />

Sprünge in den Fahrzeugen<br />

stark gestiegen sind. Das Einsetzen<br />

von Scheiben mit dem<br />

Power Cure-System von Sika<br />

ist aufgrund der sicheren<br />

Aushärtung innerhalb einer<br />

Stunde daher ein deutlicher<br />

Vorteil bei hoher Werkstatt -<br />

auslastung.<br />

Die Innovationskompetenz<br />

von Sika und ihre führende<br />

Rolle in der weltweiten Erstausrüstung<br />

von Fahrzeugen<br />

war ein weiterer Punkt, der<br />

perfekt zur Strategie der IRS<br />

Gruppe passt. „Wir haben<br />

uns dem Grundsatz „Instandsetzen<br />

vor Erneuern“ verschrieben<br />

und streben danach,<br />

unser Reparatur-Know -<br />

how über alle Marken und<br />

Antriebstypen permanent auf<br />

höchstem Niveau zu halten.<br />

Da ist ein innovativer Marktführer<br />

wie Sika ein wertvoller<br />

Partner für den Wissenstransfer<br />

von der Serie in die Instandsetzung“<br />

schließt Frank<br />

Gerardy.<br />

Die Einführung startet umgehend<br />

und soll im Laufe des<br />

ersten Quartals 2<strong>02</strong>1 abgeschlossen<br />

sein. ☐<br />

Jochen Gaukel, Vertriebsleiter<br />

Automotive Repair und Leiter<br />

Marketing Industrie<br />

Für IRS-Geschäftsführer<br />

Frank Gerardy und sein Projektteam<br />

war entscheidend,<br />

dass ein neuer Partner sich<br />

nicht nur als Lieferant versteht,<br />

sondern darüber hinaus<br />

durch regelmäßiges Monitoring<br />

und Training in den<br />

Betrieben dafür sorgt, dass<br />

die Produkte richtig angewendet<br />

werden. Bestandteil<br />

der Vereinbarung ist daher,<br />

dass die Produktspezialisten<br />

Frank Gerardy, Geschäftsführer IRS Karosserie & Lack<br />

30<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


BRANCHEN NEWS<br />

Seminare 2<strong>02</strong>1<br />

Erweitertes Angebot<br />

Erik Faßbender, Leiter Training Standox Deutschland, und sein<br />

Kollege Enrico Golino, Training Spezialist Standox Deutschland,<br />

haben neue Seminare für Fahrzeuglackiererinnen und<br />

-lackierer entwickelt.<br />

Die Lackmarke Standox aus<br />

Wuppertal hat ihr Fortbildungsangebot<br />

2<strong>02</strong>1 für Fahrzeuglackiererinnen<br />

und -la -<br />

ckierer und andere Mitarbeitende<br />

in Kfz-Reparaturbetrieben<br />

erweitert – einerseits um<br />

verschiedene Online-Formate,<br />

die die Fachkräfte bei Bedarf<br />

virtuell unterstützen, andererseits<br />

aber auch um neue<br />

Inhalte.<br />

Das bewährte Standox Fortbildungsprogramm<br />

reicht von<br />

den Grundlagen der Kunststoffreparatur<br />

über das digitale<br />

Farbtonmanagement bis<br />

hin zu MicroRepair und dem<br />

besonders schnellen Lackierverfahren<br />

mit den innovativen,<br />

energiesparenden Produkten<br />

aus dem Standox<br />

„Xtreme-System“. In den letzten<br />

Monaten hat das zuständige<br />

Trainerteam außerdem ein<br />

Konzept für virtuelle Kurz-<br />

Trainings entwickelt, die kostenfrei<br />

verfügbar sind und<br />

auf Anfrage auch in Zukunft<br />

angeboten werden.<br />

Doch Standox setzt nicht nur<br />

auf neue Formate, sondern<br />

auch auf neue inhaltliche Akzente.<br />

„Für alle, die sich Spezialwissen<br />

aneignen möchten,<br />

haben wir neue Seminartypen<br />

entwickelt, die noch<br />

mehr in die Tiefe gehen“, erklärt<br />

Erik Faßbender, Leiter<br />

Training Standox Deutschland.<br />

„Besonders zu nennen:<br />

die Seminare zum Thema Nuancieren,<br />

zur Lackreparatur<br />

von Caravans, aber auch das<br />

komplett überarbeitete und<br />

erweiterte inhaltliche Konzept<br />

des Classic Car Repair<br />

Seminars Premium. Für alle<br />

Kreativen bieten wir außerdem<br />

Seminare zu Design-Lackierung<br />

und Chrom- bzw.<br />

Verspiegelungstechniken<br />

an.“<br />

Die Standox Seminarbroschüre<br />

ist unter<br />

www.standox.de/seminarprogramm<br />

abrufbar und enthält<br />

auch die kaufmännischen Seminare,<br />

die Kfz-Betriebe bei<br />

unternehmerischen Fragen<br />

unterstützen. ☐<br />

Erweitert<br />

Starke Zahlen geliefert<br />

Seit Anfang November sind<br />

Karin Breck und Markus<br />

Buchcik mit Einzelprokura<br />

ausgestattet. Damit wird die<br />

Führungsebene der Wintec<br />

Autoglas GmbH ausgebaut.<br />

„Wir müssen uns für die Zukunft<br />

auch in der Unternehmensführung<br />

breiter aufstellen.<br />

Dies ist ein wichtiger<br />

Baustein, um die vielen Projekte<br />

realisieren zu können<br />

und damit auch unsere Ziele<br />

zu erreichen, die wir uns gesetzt<br />

haben.<br />

Mit diesem Schritt verbinde<br />

ich darüber hinaus meinen<br />

persönlichen Dank für die<br />

tolle Zusammenarbeit und<br />

die Anerkennung für die ausgezeichnete<br />

Arbeit der beiden“,<br />

so Geschäftsführer Stefan<br />

Schmadtke. „Karin Breck<br />

und Markus Buchcik sind<br />

zwei Säulen und Konstanten<br />

in unserem Unternehmen.<br />

Darauf werden wir auch in<br />

Zukunft aufbauen“, freut sich<br />

Stefan Schmadtke auf die zukünftige<br />

Zusammenarbeit.<br />

Mit Karin Breck wird das<br />

dienstälteste Mitglied der<br />

Wintec Autoglas GmbH zur<br />

Prokuristin und gleichzeitig<br />

Head of Operations. Sie ist<br />

bereits seit 2007 im Unternehmen<br />

und hat direkt nach<br />

ihrer Ausbildung hier begonnen.<br />

Auch zukünftig verantwortet<br />

sie den gesamten Bereich<br />

der innerbetrieblichen<br />

Organisation sowie Prozesse,<br />

die einer ständigen Optimierung<br />

unterliegen.<br />

Markus Buchcik ist seit neun<br />

Jahren im Vertrieb von Wintec<br />

Autoglas tätig. Der gelernte<br />

Versicherungskaufmann<br />

verantwortet diesen Bereich<br />

seit 2017 als Head of<br />

Sales. Zuvor war er in verschiedenen<br />

Funktionen im<br />

Versicherungsvertrieb tätig<br />

und verfügt über fundiertes<br />

Branchenwissen. Wie in den<br />

vergangenen Jahren wird er<br />

im Wesentlichen die positive<br />

Entwicklung des gesteuerten<br />

und ungesteuerten Versicherungsgeschäft<br />

weiter vorantreiben.?<br />

Der insgesamt schwierigen<br />

Pandemie-Situation zum<br />

Trotz konnte Wintec Autoglas<br />

das Geschäft auch in den<br />

Monaten Januar bis Oktober<br />

im Vergleich zum Vorjahr<br />

ausbauen. „Mit einem Gesamtwachstum<br />

von 5 und 7<br />

Prozent Wachstum im Versicherungsgeschäft<br />

können wir<br />

in Anbetracht der Umstände<br />

sehr zufrieden sein”, so Stefan<br />

Schmadtke zur Geschäftsentwicklung.<br />

Wichtigen<br />

Anteil an dieser Entwicklung<br />

haben die guten Geschäftsbeziehungen<br />

von Wintec<br />

Autoglas mit seinen Versicherungskunden.<br />

„Die zielorientierte,<br />

persönliche und<br />

digitale Netzwerkarbeit der<br />

letzten Jahre hat sich besonders<br />

in der Krisenzeit nochmals<br />

als zusätzlicher Mehrwert<br />

gezeigt.<br />

In unseren Gesprächen, besonders<br />

mit unseren Key Account<br />

Versicherungen, bieten<br />

sich auch perspektivisch, tolle<br />

Chancen und lassen uns<br />

weiterhin sehr positiv in die<br />

Zukunft schauen”,erklärt<br />

Head of Sales Markus Buchcik.<br />

☐<br />

Lernfeld 7<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 31


AUSBILDUNG<br />

Die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer<br />

Objektgestaltung<br />

Farbgestaltung einer Tür<br />

Das Thema dieses Artikels<br />

gehört zum Lernfeld 8<br />

„Objekte gestalten“. In diesem<br />

Lernfeld soll die Vorgehensweisen<br />

zur Gestaltung eines<br />

KFZ-Teiles beschrieben<br />

werden. Der Fahrzeuglackierer<br />

lernt in diesem Lernfeld<br />

Werkzeuge, Geräte und<br />

Materialien zur Ausführung<br />

von Farbgestaltungen an<br />

Objekten kennen.<br />

Zur fachgerechten Fahrzeug- oder Fahrzeugteilegestaltung<br />

gehören die Kenntnisse<br />

der Gestaltungsgrundlagen für<br />

den Farb- und Zeichen- und Ornamentbereich.<br />

Für eine Farb- und Ornamentgestaltung<br />

an Karosserieteilen, z.B. an einer Tür,<br />

soll die Vorgehensweise zur Gestaltung<br />

exemplarisch dargestellt werden.<br />

An einem Fahrzeugteil (z.B eine Tür)<br />

soll eine Farbgestaltung mit einem<br />

Logo (ein Zeichen aus der Werbebranche<br />

für Schrift) für eine bestimmte Firma<br />

werben, bzw. Hinweise auf den<br />

Dienstleistungsbereich geben. Für das<br />

Logo wird das Firmenzeichen eines bestehenden<br />

Verlages für Fachpublikationen<br />

verwendet.<br />

Lernfeld 8<br />

Das Fahrzeugteil soll eine Farbgestaltug mit Logo erhalten.<br />

Informationen/<br />

Arbeitsvorgang:<br />

1. Grundlagen zur<br />

Farbgestaltung<br />

<strong>FML</strong><br />

Logo des Dienstleisters<br />

2. Grundlagen zu Signets<br />

(Logo) und zur<br />

Ornamentgestaltung –<br />

Möglichkeit der<br />

Platzierung<br />

3. Arten und Verwendung<br />

von Übertragungsträgern<br />

Quelle: Tür ohne Gestaltung aus<br />

Gesellenprüfung 2008, Kassel<br />

4. Lackierung Ansicht Tür mit Farbgestaltung<br />

Ansicht Tür mit Logo<br />

32<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


AUSBILDUNG<br />

1. Grundlagen zur<br />

Farbgestaltung<br />

Grundsätzliche Informationen zur Gestaltung<br />

eines Gegenstandes werden<br />

durch unsere Sinne aufgenommen und<br />

verarbeitet. Für eine Gestaltung mit Farbe<br />

ist das Sehen und die Verarbeitung<br />

der Information im Gehirn verantwortlich<br />

(siehe <strong>FML</strong> 9/2<strong>02</strong>0). Der Aufnahme<br />

von Lichtenergie als Kombination<br />

von physikalischem und physiologischem<br />

Vorgang folgt der psychologische<br />

Vorgang „der Verarbeitung äußerer<br />

Sinnesreize als Produkt des Unterbewusstseins<br />

(Nervensystems) sowie als<br />

gespeicherte Information (Farberinnerung)“<br />

– aus: Kerner/Duroy Bildsprache<br />

1.<br />

Für eine Farbgestaltung auf einem KFZ<br />

oder einem KFZ-Teil werden Geräte<br />

und Materialien eingesetzt die durch<br />

mechanische äußere Einwirkungen<br />

(Spritz-Streichverfahren) und flüssige<br />

(Lackmaterialien) oder feste (Folien)<br />

Materialien auf Untergründe appliziert<br />

werden.<br />

Farbkombinationen zwischen unterschiedlichen<br />

Flächenverhältnissen (viel<br />

zu wenig oder leuchtenden zu gedeckten<br />

Farbanteilen) stellen einen Ausgleich<br />

zwischen Empfindungen dar –<br />

Qualitäts- und/oder Quantitätskontrast.<br />

Farbharmonien lassen sich durch verschiedene<br />

warme/kalte Farben (kombinierbar);<br />

benachbarte Farben im Farbkreis<br />

(Verwandtschaftsverhältnis); Komplementärfarben<br />

(sie stehen sich im<br />

Farbkreis gegenüber, siehe Farbkreis<br />

von Itten) oder durch monochrome<br />

„Farb“wahl (Hell-Dunkeltöne, Grautöne)<br />

realisieren. Bei monochromen<br />

Gestaltungen spielt die Sättigung oder<br />

auch die Helligkeit der Materialien<br />

eine große Rolle, z.B. ein dunkler<br />

Schriftzug auf einem helleren Hintergrund<br />

oder umgekehrt.<br />

traktiven primären Farbtöne (Blau, Rot,<br />

Gelb), die Sekundärfarben (Orange,<br />

Violett, Grün) oder Farbtöne die im<br />

gleichschenkligen Dreieck angeordnet<br />

sind. Im Farb-Vierklang können die<br />

Farbtöne (meistens Komplementärfarbpaare,<br />

z.B. Grün/Rot und Blau, Orange)<br />

in der Form eines Rechtecks angeordnet<br />

sein.<br />

Farbkreis nach<br />

Johannes Itten<br />

Quelle: Wikipedia<br />

Für eine Farbgestaltung lassen sich<br />

vielfältige Farbgestaltungsmöglichkeiten<br />

einsetzen:<br />

Farbkontraste (siehe <strong>FML</strong> 9/2<strong>02</strong>0),<br />

Farbharmonien,<br />

Farbklänge.<br />

Mit dem Einsatz von Farbkontrasten<br />

können Farbgestaltungsmöglichkeiten<br />

erzielt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten<br />

decken ein großes Spektrum<br />

diverser Werbe- und Gestaltungstätigkeiten<br />

ab.<br />

Bei Farbharmonien sollen angenehm<br />

wirkende Farbkombinationen beruhigen<br />

und eine gute Stimmung schaffen.<br />

Dagegen bewirken Disharmonien in<br />

der Farbwahl Missstimmungen und regen<br />

auf.<br />

Quelle: Wikipedia<br />

Auch bei Farbklängen werden die Vorgaben<br />

der verschiedenen Farbkontraste<br />

beachtet. Dabei wirken Farbkombinationen<br />

immer zusammen, z.B. bei der<br />

Innenausstattung eines Fahrzeugs<br />

(Polster, Verkleidungen) zu der Außenfarbe<br />

des Fahrzeugs.<br />

Für eine Farbgestaltungsmöglichkeit<br />

auf der Tür eines PKW wäre ein Komplementärkonstrast<br />

als Gestaltungsidee<br />

denkbar. Grundlegende Information<br />

für einen Komplementärkontrast ist:<br />

beide Farbenpaare liegen sich im Farbkreis<br />

gegenüber. In diesem konstruierten<br />

Fall sind das die Farbtöne Grün<br />

und Rot. Nach Itten (<strong>FML</strong> 9/2<strong>02</strong>0) soll<br />

dann im Auge des Betrachters ein vollkommenes<br />

Gleichgewicht herrschen.<br />

Der Komplementär-Kontrast bildet die<br />

Grundlage einer harmonischen Gestaltung.<br />

Jeder andere Kontrast ist natürlich<br />

auch möglich.<br />

Lernfeld 8<br />

Bei der Auswahl von Farbklängen spielt<br />

die Anzahl der Farbkombinationen<br />

eine wichtige Rolle: Farb-Zweiklang =<br />

mindestens zwei unterschiedliche Farbtöne;<br />

Farb-Dreiklang = analog zu Farb-<br />

Zweiklang – drei Farbtöne, z.B. die sub-<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 33


AUSBILDUNG<br />

Lernfeld 8<br />

2. Grundlagen zu Signets<br />

(Logos) und zur Ornamentgestaltung<br />

Alle möglichen Informationsübermittlungen<br />

gehen von Zeichen aus. Beispiel:<br />

das Zuwinken an eine andere Person<br />

stellt eine Form der Informationsübermittlung<br />

dar (Kerner/Duroy-Bildsprache<br />

1). Daraus kann dann abgeleitet<br />

werden, dass jede Form einer Nachrichten-<br />

oder Informationsübermittlung<br />

durch Zeichen erfolgt, d.h., dass Sender<br />

und Empfänger von Informationen<br />

über den gleichen „Sinn“inhalt verfügen<br />

müssen. Kommunikationsformen,<br />

wie Sprachen, Schrift, Bilder und Musik<br />

sind aus Zeichen aufgebaut.<br />

Zeichen können komplex (mathematische<br />

Zeichen, Verkehrszeichen) oder<br />

auch von gegenständlicher Darstellung<br />

(Posthorn für Post) sein. In der Werbung<br />

benutzt man einfache, einprägsame<br />

Zeichen, die durch Massenmedien<br />

(Zeitung, Zeitschriften, Plakat, Prospekt,<br />

Webseiten, Fernsehen) bekannt<br />

gemacht werden. Durch häufiges Sehen<br />

können Werbezeichen (z.B. Coca-<br />

Cola) weltweit Bekanntheitsgrad erreichen.<br />

Firmenzeichen werden als Signet<br />

(Formzeichen) oder als Logo (Schrift-<br />

Wortzeichen) eingesetzt (Bleckwenn/<br />

Schwarze-Gestaltungslehre).<br />

Die Farbgestaltung der Tür ist der erste<br />

Schritt zur individuellen werblichen<br />

Gestaltung. Der PKW dient als Werbeträger<br />

für den Dienstleistungsbetrieb<br />

Verlag für Fachpublikationen für den<br />

Bereich Fahrzeug- und Metalllackierer.<br />

Zur konstruierten Farbgestaltung mit<br />

den Farben Grün und Rot kommt nun<br />

der Originalschriftzug des Verlages<br />

(<strong>FML</strong>) dazu.<br />

Im Gestaltungsbereich kann durch Aufbau<br />

oder Aufteilung einer Fläche Interesse<br />

oder Ablehnung (Desinteresse) erzeugt<br />

werden. Aufbau bzw. Aufteilung<br />

von Flächenbestandteilen (in diesem<br />

Fall das Schriftlogo – <strong>FML</strong>) kann Kräfteverhältnisse<br />

beeinflussen. Ein ausgeglichenes<br />

Gestaltungsbild kann durch<br />

Symmetrie erzeugt werden. Bei der<br />

Symmetrie kann durch Spiegelung an<br />

einer Körperachse die einfachste Möglichkeit<br />

einer gestalterischen Gewichtsverteilung<br />

erreicht werden. Bei symmetrischen<br />

Anordnungen ist eine ruhige,<br />

ausgeglichene auch monotone aber<br />

ausgewogene Gestaltung möglich.<br />

In einer asymmetrischen Anordnung<br />

wirkt das Kräfteverhältnis aktiver, gespannter<br />

und aussagekräftiger. Wenn<br />

bei Gestaltungsüberlegungen die<br />

Asymmetrie eine Aufgabe übernehmen<br />

soll, kann ein Arrangement zwanglos<br />

freier platziert werden. Durch diese<br />

Möglichkeit der Gestaltung kann eine<br />

höhere Lebendigkeit und Dynamik erreicht<br />

werden. Hier gibt es offensichtlich<br />

keine Körperachse die als Spiegelachse<br />

dient.<br />

Eine weitere Möglichkeit einer Gestaltungsarbeit<br />

liegt in der Darstellung der<br />

Veränderung von Formen (<strong>FML</strong><br />

9/2<strong>02</strong>0) durch gestalterische Grundelemente.<br />

Durch Punkte, Linien oder<br />

Flächen können markante Bereiche der<br />

zu gestaltenden Flächen (hier die Tür<br />

des PKW) zum Blickpunkt werden. Dabei<br />

übernimmt das vorgegebene Logo<br />

die Formgestaltung „Fläche“. Das Logo<br />

kann durch Symmetrie- oder Asymmetrieeffekte<br />

die Farbgestaltung der Tür<br />

unterstützen oder prägen.<br />

Zur Planung einer Gestaltungsarbeit<br />

gehört neben der Flächenaufteilung<br />

durch Gestaltungselemente auch die<br />

Platzierung dieser Elemente zur optimalen<br />

Sicht- und Erfassbarkeit. Durch<br />

eine geschickte Anordnung der Gestaltungselemente<br />

kann ein positiver Eindruck<br />

erreicht werden. Eine Schwerpunktbildung<br />

kann durch Aufteilungen<br />

oder Proportionen vorgenommen werden.<br />

Die Gestaltung soll der Werbung,<br />

der Kenntlichmachung von Objekten<br />

und/oder der Interesseweckung für die<br />

werbende Sache dienen. Eine häufig<br />

eingesetzte Platzierung kann nach dem<br />

„Goldenen Schnitt“ vorgenommen werden.<br />

Der Goldene Schnitt wird auch als<br />

„Harmoniegesetz“ bezeichnet. Die<br />

Grundlagen des Goldenen Schnitts liefert<br />

die Natur und auch der menschliche<br />

Körper. Die Anordnung von Blüten<br />

oder Blättern oder Wuchsarten von<br />

Zweigen können in einem besonderen<br />

Längenverhältnis stehen.<br />

Bei der Anwendung der Streckenteilung<br />

durch den Goldenen Schnitt sollte<br />

das wichtigste der Gestaltungselemente,<br />

hier das Logo des Dienstleisters, am<br />

imaginären Schnittpunkt der Flächenteilung<br />

(Punkt E) platziert werden. Flächen<br />

die nach diesem Verfahren geteilt<br />

werden wirken ausgeglichen und ruhig,<br />

aber auch durch die leichte asymmetrische<br />

Anordnung Spannung erzeugend<br />

und dynamisch.<br />

Durch den Goldenen Schnitt können<br />

harmonische Aufteilungen erreicht werden.<br />

Dabei wird eine Strecke AB in ein<br />

kleineres Teil „Minor“ (Strecke AE)<br />

und ein größeres Teil „Major“ (Strecke<br />

BE) aufgeteilt.<br />

Der Minor verhält sich zum Major, wie<br />

der Größere zum Ganzen. Ein angenähertes<br />

mathematisches Zahlenverhältnis<br />

von 2:3; 3:5; 5:8; 8:13 usw. verdeutlicht<br />

das Streckenverhältnis.<br />

Quelle: Fred Loock, Gestaltungslehre 3<br />

34<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1


AUSBILDUNG<br />

3. Arten und Verwendung<br />

von Übertragungsträgern<br />

Nach Fertigstellung des Gestaltungsentwurfs<br />

durch Abstimmung der Farbgestaltung<br />

mit der Ornament- bzw.<br />

Schriftgestaltung und mit der gewollten<br />

bzw. gewünschten Platzierung muss an<br />

die Übertragung des Logos oder der<br />

Gestaltungselemente auf den zu werbenden<br />

Untergrund als nächsten Ausführungsschritt<br />

gedacht werden. Als<br />

Übertragungsmedium kommen Folien<br />

zur Anwendung. Folien bestehen aus<br />

dem Obermaterial (Folie), meistens aus<br />

Polyester, Polyethylen (PE), Polypropylen<br />

(PP) oder Polyvinylchlorid (PVC),<br />

dem Kleber (Kautschuk oder Polyacrylate),<br />

Silikon- und Trägerpapier. Für<br />

Übertragungsfolien werden hauptsächlich<br />

Kautschukkleber eingesetzt. Diese<br />

haben den Vorteil, dass sie sich fast<br />

rückstandslos wieder abziehen lassen.<br />

Die Silikonschicht dient hauptsächlich<br />

als Schutz für das Trägerpapier und<br />

soll auch das Zusammenkleben der Folienschichten<br />

verhindern. Auf die Trägerpapierschicht<br />

ist das Motiv (in diesem<br />

Fall das Logo) zu übertragen.<br />

Nach dem Entwurf eines Logos, meistens<br />

mit einem Computerprogramm,<br />

muss es auf einem Schneidplotter ausgeschnitten<br />

werden. Dazu wird die Rolle<br />

der Übertragungsfolie im Plotter eingelegt.<br />

Ein Schneidplotter funktioniert<br />

ähnlich wie ein Drucker. Nur dient als<br />

Ausgabe kein „Tintendruck“ sondern<br />

eine Schneidvorrichtung. Das Messer<br />

(Schneidevorrichtung) schneidet das<br />

mit dem Computerprogramm erzeugte<br />

Motiv, Schrift o.ä. aus ohne das Trägerpapier<br />

zu zerstören. Danach wird die<br />

Übertragungsfolie auf den sauberen<br />

und entfetteten Untergrund aufgebracht.<br />

Nach Platzierung der Übertragungsfolie<br />

auf dem KFZ-Teil wird die<br />

Trägerfolie vorsichtig abgezogen.<br />

4. Lackierung<br />

Im folgenden soll die Lackierung beschrieben<br />

werden. Nach Abschluss aller<br />

Vorbereitungsarbeiten (eventuelle<br />

Abklebearbeiten), Kenntnisse des Materials<br />

(Basislack) und Bestimmung der<br />

Farbtöne soll die Endlackierung erfolgen.<br />

Nach einem kurzen Anschliff/Köpfen<br />

(P400-P600 – Durchschliffstellen vermeiden)<br />

der Stellen muss eine gründliche<br />

Reinigung des KFZ-Teiles erfolgen.<br />

Dazu wird mit einer Ausblaspistole das<br />

gesamte zu beschichtende Karosserieteil<br />

mit Druckluft gereinigt. Als flüssiges<br />

Erstreinigungsmittel bietet sich Silikonentferner<br />

an der mit sauberen Tüchern<br />

auf die Stellen aufgetragen wird.<br />

Silikonentferner könnte die neue Lackierung<br />

anlösen; eventuell Probe auf<br />

einem Musterblech. Silikonentferner<br />

soll Wachse, Öle oder Silikone von der<br />

Oberfläche entfernen. Nach dem Auftragen<br />

und Reinigen müssen die Stellen<br />

wieder mit sauberen Tüchern abgerieben<br />

werden. Im nächsten Schritt<br />

wird mit alkoholhaltigen Reinigern<br />

(Cleaner) wieder ein zweiter Reinigungsvorgang<br />

durchgeführt. Auch hier<br />

wird mit sauberen Tüchern gearbeitet.<br />

Durch diesen Arbeitsgang soll noch<br />

vorhandener Schmutz, Staub, Handschweiss<br />

entfernt werden.<br />

Danach kann dann der 2K-Klarlack<br />

(2K-PUR) in mehreren Gängen bzw.<br />

Schichten appliziert werden. Zum applizieren<br />

wird eine handelsübliche<br />

Spritzpistole mit den Einstellungen für<br />

Klarlacke (<strong>FML</strong> 10/2<strong>02</strong>0) verwendet.<br />

Lernfeld 8<br />

Schneidekopf eines Folienschneideplotters<br />

Quelle: Graphtec<br />

<strong>FML</strong> 2/2<strong>02</strong>1 35


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