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FACHMAGAZIN FÜR DIE KASTEN–, KÜCHEN–, BÜRO– UND SITZMÖBEL–FERTIGUNG SOWIE DEN INNENAUSBAU · WWW.MATERIAL-TECHNIK.DE · 30835<br />

<strong>04</strong> 23<br />

Wohn- und<br />

Küchenmöbel:<br />

Highlights der interzum<br />

im Überblick<br />

Fertigungstechnik:<br />

Ligna zeigte Vorteile der<br />

Automatisierung auf<br />

Sitzmöbelbezüge:<br />

Messen wieder im<br />

gewohnten Turnus


Fokus<br />

Sein neues Massivholzprogramm<br />

„Terrafine“ kombiniert<br />

Wimmer mit Fronten aus<br />

Lehm.<br />

Wimmer combines its new<br />

solid-wood programme<br />

“Terrafine” with fronts made of<br />

clay. <br />

Photo: Barth<br />

Voglauer setzt mit Alpengranit bei „Vlineos“ Akzente.<br />

Voglauer sets accents with alpine granite in the “Vlineos” programme.<br />

Photo: Voglauer<br />

imm-Sonderedition<br />

mit Lichtblicken<br />

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie fand die imm cologne in diesem Jahr nicht wie gewohnt im Januar,<br />

sondern Anfang Juni statt. Mit dieser „Spring Edition“ wollte die Koelnmesse als Veranstalterin zusammen<br />

mit der Möbelindustrie den Re-Start der Einrichtungsmesse feiern, die ja die letzten drei Jahre wegen der<br />

Pandemie nicht hatte stattfinden können. Die viertägige Veranstaltung präsentierte sich sehr heterogen und<br />

spiegelte den Wandel im Messewesen wider, den die Pandemie mit sich gebracht hat.<br />

Die Entscheidung zur Verlegung<br />

der imm cologne in den Juni war<br />

bereits im Sommer letzten Jahres<br />

gefallen. Vorausgegangen war eine<br />

Befragung der Aussteller, die sich<br />

mit Blick auf die damals noch<br />

unklare Pandemie-Lage mehrheitlich<br />

für einen Juni-Termin aussprachen.<br />

Nachdem sich abzeichnete,<br />

dass sich die Lage im Winter entspannen<br />

würde, war es der Koelnmesse<br />

nicht mehr möglich, die<br />

Möbelmesse zum gewohnten<br />

Termin im Januar durchzuführen.<br />

Andere Branchenmessen wie die<br />

Domotex oder die Hei<strong>mt</strong>extil indessen<br />

hatten den Sprung ins kalte<br />

Wasser gewagt und an ihrem<br />

Januar-Termin festgehalten, wenngleich<br />

sie aufgrund der zu dieser<br />

Zeit noch herrschenden Lockdowns<br />

in asiatischen Ländern mit einem<br />

merklichen Besucherrückgang<br />

rechnen mussten, der sich dann<br />

auch in den Besucher- und Ausstellerzahlen<br />

bemerkbar machte.<br />

Doch in Köln war dies auch im Juni<br />

nicht anders: Während die Mailänder<br />

Möbelmesse im April mit<br />

einem riesigen Aussteller- und<br />

Besucheraufgebot auftrumpfen<br />

konnte, blieben der Frühlingsausgabe<br />

der Kölner Möbelmesse am<br />

Ende zahlreiche Aussteller aus<br />

dem In- und Ausland fern. Während<br />

2020 noch 1.233 Aussteller an Bord<br />

gegangen waren, bot die diesjährige<br />

Ausgabe gerade einmal rund<br />

718 Aussteller auf.<br />

Kürzer und ohne Endverbraucher<br />

Die Spring Edition bleibt jedoch die<br />

Ausnahme, denn 2024 wird die<br />

imm cologne wie gewohnt wieder<br />

im Januar stattfinden. Allerdings<br />

ändert sich die Tagesfolge: Sie<br />

öffnet ihre Pforten am 14. Januar<br />

2024, einem Sonntag, und wird sie<br />

am Donnerstag, dem 18. Januar,<br />

wieder schließen. Bislang öffnete<br />

die Messe an einem Montag und<br />

schloss nach sieben Messetagen<br />

am darauffolgenden Sonntag.<br />

Anders als bei den Vorveranstaltungen<br />

wird es aufgrund der verkürzten<br />

Messedauer auch keine Publikumstage<br />

mehr geben. Allerdings<br />

sollen Endverbraucher die Möglichkeit<br />

erhalten, die Messe auf Einladung<br />

zu besuchen, heißt es von<br />

Seiten der Messeleitung. Zuvor<br />

hatten Endverbraucher an den letzten<br />

beiden Messetagen die Gelegenheit,<br />

das Angebot in Augenschein<br />

zu nehmen.<br />

Italienische Aussteller nicht an<br />

Bord<br />

Die namhaften italienischen Möbelhersteller,<br />

die sich wenige Wochen<br />

zuvor in Mailand aufwändig präsentiert<br />

hatten, stellten auf der Spring<br />

Edition im vergangenen Juni in<br />

Köln nicht aus. Auch aus Deutschland<br />

war die Präsenz mit rund 86<br />

Anbietern überschaubar, denn<br />

gerade die großen Kastenmöbelhersteller<br />

waren nicht angetreten.<br />

Dafür waren rund 220 Aussteller<br />

aus China, 90 aus Hongkong sowie<br />

weitere rund 40 Anbieter aus anderen<br />

asiatischen Ländern angereist.<br />

Zudem waren 60 Anbieter aus der<br />

Türkei und 48 Firmen aus Polen an<br />

6<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23


Fokus<br />

Bord. Der Auslandsanteil betrug<br />

damit nahezu 90 Prozent. Die<br />

Unternehmen stam<strong>mt</strong>en aus 43<br />

Ländern.<br />

Ein Küchenangebot fanden die<br />

Besucher diesmal nicht vor, obwohl<br />

die LivingKitchen in den ungeraden<br />

Jahren im Wechsel mit der EuroCucina<br />

in Mailand normalerweise parallel<br />

zur Möbelmesse veranstaltet<br />

wird. Nun wird die Küchenschau in<br />

Köln erst wieder im Jahr 2025 stattfinden,<br />

da 2024 die EuroCucina in<br />

Mailand an der Reihe ist. Zum letzten<br />

Mal waren Küchenhersteller<br />

2019 in Köln mit dabei gewesen.<br />

30.000 Besucher<br />

Die Sonderedition der imm cologne<br />

konnte auch nicht mit dem gleichen<br />

Besucheraufgebot aufwarten wie<br />

die Ausgabe im Januar. Laut Messeangaben<br />

kamen rund 30.000<br />

Fachbesucher aus 116 Ländern zur<br />

imm Spring Edition. Der Auslandsanteil<br />

lag bei 52 Prozent. Allerdings<br />

hatte die parallel in Köln stattfindende<br />

Interior Design Week zusätzliche<br />

Interessenten angelockt, so<br />

dass sich laut Messeangaben rund<br />

100.000 Besucher für das vielfältige<br />

Interior-Angebot interessierten.<br />

Zum Vergleich: Zur letzten imm<br />

cologne vor der pandemiebedingten<br />

Pause im Jahr 2020 kamen<br />

rund 82.000 Fachbesucher und<br />

rund 46.000 Endverbraucher.<br />

Kunstgalerien als Vorbild<br />

„Die Spring Edition bietet der<br />

Koelnmesse die Möglichkeit, über<br />

ihren Schatten hinaus zu springen<br />

und bei der Messegestaltung<br />

etwas Neues auszuprobieren“,<br />

erläutert Mathias Pollmann,<br />

Bereichsleiter Einrichtungsmessen<br />

bei der Koelnmesse. Dies wurde<br />

aber hauptsächlich im Ausstellungsbereich<br />

Design in Halle 11.2<br />

der Messe realisiert. Mit dem Konzept<br />

„Pure Galleries“ wollten immcologne-Direktoren<br />

Dick Spierenburg<br />

und Bernd Sanden ein vom<br />

Stil der Kunstgalerien inspiriertes<br />

Konzept umsetzen. Den Besuchern<br />

sollte eine hochkarätige Präsentationswelt<br />

aus minimalistischen,<br />

personalisierbaren Markenräumen<br />

vorgestellt werden.<br />

Allerdings war auch hier nur ein Teil<br />

der Halle belegt. Insgesa<strong>mt</strong> 56<br />

Unternehmen waren es, die die<br />

Möglichkeit nutzten, sich mit ihren<br />

Neuheiten dem Fachpublikum hier<br />

auf begrenzter Fläche „kostengünstig“<br />

vorzustellen. Statt aufwändigen<br />

Standaufbauten wie auf<br />

den bisherigen Möbelmessen<br />

erwarteten die Besucher hier einfache<br />

Stellwände, die bereits auf der<br />

Kunstmesse Art Cologne im<br />

November 2022 eingesetzt worden<br />

waren. In der Wunschfarbe des<br />

Ausstellers gestrichen und platziert,<br />

bildeten sie den Rahmen für<br />

die Messeneuheiten, die auf Ständen<br />

von 25 bis 100 Quadratmetern<br />

präsentiert wurden, oft schmucklos<br />

und ohne jegliche Standinszenierung.<br />

Zusätzlich zu den Ständen<br />

wurden im Mittelgang Produkte<br />

von zehn Ausstellern unter dem<br />

Motto „Design for Decades“ ins<br />

Rampenlicht gestellt. Dabei handelte<br />

es sich hauptsächlich um<br />

Möbelentwürfe, die, aktuell gehalten<br />

durch Updates und Redesign,<br />

seit mehr als zehn Jahren auf dem<br />

Markt sind und damit für zeitloses<br />

Produktdesign stehen.<br />

„Mit dieser neuartigen Präsentation<br />

und der Wiederverwendung<br />

von Ausstellungsmaterial leisten<br />

wir nicht zuletzt einen Beitrag zur<br />

Nachhaltigkeit, ein Aspekt, den wir<br />

bereits auf der vorausgegangenen<br />

interzum in den Fokus gestellt<br />

hatten“, erläutert Pollmann. Ergänzt<br />

wurde die Ausstellung durch einen<br />

Bar- sowie den Loungebereich „The<br />

Circle“ mit einer „Speakers-Corner“,<br />

auf der am ersten und zweiten<br />

Messetag Live-Talks veranstaltet<br />

wurden. Dazu kam der „Spring Edition<br />

Summit“ am Nachmittag des<br />

ersten Messetags, ein Kongress<br />

unter dem Titel „Circular Economy“,<br />

in dessen Rahmen namhafte Vertreter<br />

aus Industrie und Handel zu<br />

diesem sowie anderen aktuellen<br />

Branchenthemen referierten und<br />

diskutierten.<br />

Niedrige Erwartungen erfüllt<br />

Im Gespräch zeigten sich namhafte<br />

Aussteller mit dieser Art der Präsentation<br />

zufrieden. „Unsere Besucher<br />

haben doch immer weniger<br />

Zeit für einen Messebesuch und<br />

kommen auch mit immer weniger<br />

Personen“, erklärte Wolfgang Kettnaker.<br />

„Da macht es schon Sinn,<br />

den Messeauftritt auf die wirklichen<br />

Neuentwicklungen zu konzentrieren,<br />

wie wir das dieses Mal<br />

gemacht haben.“ Allerdings gab<br />

Kettnaker im Gespräch auch zu verstehen,<br />

dass er seine künftigen<br />

Messeauftritte überdenken und<br />

nicht mehr in der gewohnten Größe<br />

antreten wolle. Eine Überlegung,<br />

die er mit anderen Ausstellern auf<br />

der Messe teilte, die zwar ihre<br />

niedrigen Erwartungen übertroffen<br />

sahen, aber künftig anders auftreten<br />

wollen.<br />

Während in der Halle 11.2 Minimalismus<br />

und Konzentration aufs<br />

Wesentliche angesagt waren,<br />

herrschte in den drei anderen, zum<br />

Teil zweigeschossigen Hallen die<br />

gewohnte Messeatmosphäre mit<br />

teilweise aufwändigen Präsentationen.<br />

Allerdings fielen auch hier die<br />

zahlreichen Leerflächen und Hallenabtrennungen<br />

und die starke<br />

Durchmischung des Angebots mit<br />

Ausstellern aus dem asiatischen<br />

Raum ins Auge.<br />

Das Ausstellungssegment „Home“<br />

umfasste rund 600 Aussteller auf<br />

vier Hallenebenen sowie mit dem<br />

Format „Interior Platforms“ eine<br />

Neuerung, auf der sich zusätzlich<br />

Anbieter aus den Bereichen Wand,<br />

Boden, Licht sowie Gebäudetechnik<br />

präsentieren durften. Im Matratzen-<br />

und Bettenbereich „Home<br />

Sleep“ in Halle 9 zeigte sich im Vergleich<br />

zu den anderen Ausstellungshallen<br />

am ehesten eine Rückkehr<br />

zur „Normalität“. Hier empfing<br />

ein repräsentativer Messestand<br />

der portugiesischen Aquinos-<br />

Gruppe mit ihren Marken Schlaraffia,<br />

Swissflex etc. die Besucher,<br />

dem die anderen Messestände in<br />

der Halle kaum nachstanden. Aller-<br />

Zu seinem 70-jährigen Bestehen präsentierte Koinor ein Jubiläumssofa<br />

mit vielfältigen Komfortfunktionen.<br />

For its 70th anniversary, Koinor presented a jubilee sofa with a<br />

variety of comfort functions. Photo: Barth<br />

Maja-Möbel stellte in Köln erstmals Stauraumlösungen für den<br />

Schlafraumlösungen aus.<br />

For the first time, Maja-Möbel exhibited in Cologne storage space<br />

solutions for bedrooms. <br />

Photo: Barth<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23 7


Fokus<br />

unter der vorausgegangenen Veranstaltung.<br />

Rückläufig war mit 255 (356) Ausstellern<br />

insbesondere die Zahl der deutschen<br />

Firmen, während mit 1.345 ausländischen<br />

Anbietern der Rückgang<br />

gegenüber der 2019er Ausgabe im Verhältnis<br />

nicht so gravierend ausfiel. Die<br />

ausländischen Teilnehmer stam<strong>mt</strong>en<br />

aus 61 Ländern (60). Der Auslandsanteil<br />

lag bei 84 Prozent (2019: 80 Prozent).<br />

Laut Angaben der Messeleitung übertraf<br />

die interzum mit ihren Besuchern<br />

aus etwa 150 Ländern alle Prognosen<br />

und sorgte vier Tage lang für „ausgeinterzum<br />

stellte Nachhaltigkeit<br />

in den Fokus<br />

Zum Re-Start der interzum in Köln kamen mehr Besucher<br />

und Aussteller als erwartet: Laut Angaben der Messeleitung<br />

interessierten sich rund 62.000 Fachbesucher für<br />

das Angebot der 1.600 Aussteller. Im Jahr 2021 musste<br />

die Weltleitmesse aufgrund der Pandemie abgesagt<br />

werden und hatte zuletzt 2019 stattgefunden.<br />

10 Aussteller präsentierten ihre Nachhaltigkeitsstrategien<br />

auf dem „Boulevard of Sustainability“ am Nord-Boulevard<br />

der Messe, wie etwa hier 3B.<br />

10 exhibitors presented their sustainability strategies on<br />

the “Boulevard of Sustainability” on the North Boulevard<br />

of the fair, such as here 3B.<br />

Photos: Barth<br />

10<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23<br />

Als die Zuliefermesse am 9. Mai ihre<br />

Tore öffnete, waren mehr Aussteller an<br />

Bord gegangen, als noch zu Jahresbeginn<br />

erwartet worden war. Das Fallen<br />

von Reisebeschränkungen insbesondere<br />

in den asiatischen Ländern ließ die<br />

Ausstellerzahl auf 1.600 Anbieter steigen,<br />

so dass sich die Veranstaltung<br />

nicht zuletzt durch die Hinzunahme der<br />

neuen Halle 1 auf rund 186.000 m 2 Bruttoausstellungsfläche<br />

erstreckte und<br />

nahezu die gleiche Fläche wie 2019 in<br />

Anspruch nahm. Die Ausstellerzahl lag<br />

dagegen um knapp 200 Teilnehmer


Fokus<br />

zeichnete Stimmung“. Wie erwartet<br />

lag die Besucherzahl um 16<br />

Prozent unter der 2019er Ausgabe<br />

(74.000), der letzten analogen<br />

interzum vor der Pandemie. Rund<br />

76 Prozent (2019: 75 Prozent) der<br />

Besucher reisten dieses Mal aus<br />

dem Ausland an. Die Top-Besucherländer<br />

waren laut Angaben<br />

der Messeleitung Deutschland,<br />

Italien, Spanien und Polen. Die<br />

Besucherzahlen aus der Türkei<br />

stiegen um 16 Prozent im Vergleich<br />

zur Vorveranstaltung. Mehr<br />

Interesse fand die interzum auch in<br />

Indien. Die Besucherzahlen aus<br />

China waren mit Blick auf die aktuellen<br />

Rahmenbedingungen rund<br />

um die Visavergabe laut Angaben<br />

der Messe ebenfalls zufriedenstellend.<br />

Zusätzliches weltweites Interesse<br />

konnte die interzum durch das digitale<br />

Format interzum @home<br />

generieren, das im Vorfeld der<br />

Messe im Web auf die Veranstaltung<br />

aufmerksam machte und<br />

wenige Tage nach Messeschluss<br />

mit Online-Events sowie insbesondere<br />

den Vorträgen auf den<br />

Trendforen die Interessenten aus<br />

der ganzen Welt informierte.<br />

Kongressmesse in den<br />

ungeraden Jahren<br />

Bevor die nächste interzum turnusmäßig<br />

im Jahr 2025 (20. bis 23.<br />

Mai) an den Start geht, hat sich die<br />

Messeleitung zur Überbrückung<br />

dieser 2-Jahres-Periode ein Event<br />

ausgedacht, das unter dem Titel<br />

„interzum forum Italy“ im Juni<br />

2024 in Italien durchgeführt wird.<br />

Am 6. und 7. Juni soll in der Messe<br />

Bergamo eine Kongressmesse<br />

stattfinden, bei dem nicht nur Wissenstransfer<br />

im Fokus stehen,<br />

Philipp Blum (l.) und<br />

André Dorner<br />

informieren auf einer<br />

Pressekonferenz<br />

über den ersten<br />

Nachhaltigkeitsbericht<br />

von Blum.<br />

Philipp Blum (l.) and<br />

André Dorner inform<br />

about Blum’s first<br />

sustainability report<br />

at a press onference.<br />

sondern der Zulieferindustrie auch<br />

die Möglichkeit geboten werden<br />

soll, parallel zum Vortragsprogramm<br />

ihre Produkte auszustellen.<br />

Erfahrungen auf diesem Gebiet<br />

konnte die interzum nicht nur während<br />

der Pandemie mit ihrem<br />

Format interzum @home sammeln,<br />

auch auf der diesjährigen<br />

analogen Messe fand das Vortragsprogramm<br />

laut Messeangaben<br />

großen Zuspruch. In Köln<br />

konnten sich die Besucher vor Ort<br />

auf den drei Trendforen, der „Product<br />

Stage“ sowie der „Trend<br />

Stage“, von namhaften Experten<br />

über die wichtigsten Entwicklungen,<br />

Trends und Zukunftsthemen<br />

für Möbel, Materialien und Einrichtung<br />

durch Vorträge und Diskussionsrunden<br />

informieren lassen.<br />

Rainer Zumholte hatte seinen ersten Messeauftritt als Vertriebsleiter<br />

Deutschland von Sonae Arauco.<br />

Rainer Zumholte made his first trade-fair appearance as Sales<br />

Manager Germany of Sonae Arauco.<br />

Neo-Ökologie als Messethema<br />

Das zentrale Thema der Messe<br />

war Nachhaltigkeit: Unter dem<br />

Oberbegriff „Neo-Ökologie“ hatte<br />

die interzum schon im Vorfeld der<br />

Messe Nachhaltigkeit, Klimaschutz<br />

sowie die zukunftsorientierte<br />

Planung in den Fokus<br />

gerückt. Punkte wie Ressourcenschonung,<br />

Smart Materials, erneuerbare<br />

Energien oder Re- und<br />

Upcycling spielten bei vielen Innovationen<br />

der Aussteller eine maßgebliche<br />

Rolle.<br />

Auf der Messe hatten die Veranstalter<br />

diesen Megatrend im Boulevard<br />

mit Zweitpräsentationen<br />

von zehn Ausstellern ins Blickfeld<br />

gerückt. Doch auch zahlreiche<br />

Aussteller hatten das Thema Nachhaltigkeit<br />

auf ihren Messeständen<br />

aufgegriffen. Manche hatten es<br />

sogar zu einem Hauptthema ihrer<br />

Messepräsenz gemacht, während<br />

andere nur anhand von Produktbeispielen<br />

oder Kojen auf ihrem Messestand<br />

auf nachhaltige Aspekte<br />

hinwiesen. Dabei ging es in vielen<br />

Fällen nicht nur um die Produkte,<br />

sondern auch um das Unternehmen<br />

und seine Strategie.<br />

Wohnliche Präsentationen<br />

Da die Aussteller den Präsentations-<br />

und Standkonzepten dieses<br />

Mal große Bedeutung einräu<strong>mt</strong>en,<br />

rückten bisweilen die Produkte<br />

etwas in den Hintergrund. Denn<br />

stärker als in den Vorjahren nutzten<br />

die Anbieter von Oberflächen und<br />

Beschlägen die Messe als eine<br />

Bühne, auf der sie den Besuchern<br />

wohnliche Beispiele unter Verwendung<br />

ihrer Produkte präsentierten<br />

oder aktuelle Wohntrends anhand<br />

von Einrichtungsvorschlägen<br />

inszenierten. Das verlieh der<br />

Messe eine neue Atmosphäre, die<br />

beim Besucher eher den Eindruck<br />

einer Einrichtungsmesse als einer<br />

Fachmesse für Zulieferprodukte<br />

hervorrief.<br />

Andererseits verwehrte so mancher<br />

Aussteller den Besuchern<br />

durch strenge Eintrittskontrollen<br />

den Blick auf die Produktneuheiten,<br />

und eine Reihe von Messeständen<br />

ließ den Blick auf die<br />

Exponate von außen erst gar nicht<br />

zu. Auch dies schienen sich die<br />

Aussteller von einer Einrichtungsmesse<br />

wie etwa dem Salone del<br />

Mobile in Mailand abgeschaut zu<br />

haben, wo in den vergangenen<br />

Jahren die Zutrittskontrollen zu<br />

den Messeständen immer rigoroser<br />

gehandhabt wurden.<br />

Ungünstige<br />

Rahmenbedingungen<br />

Derartige Zutrittskontrollen sind<br />

vielfach auch ein Spiegelbild des<br />

Marktes, und auch zur diesjährigen<br />

interzum zeigte sich die Einrichtungskonjunktur<br />

nicht von ihrer<br />

besten Seite. Die seit Anfang 2022<br />

spürbare Zurückhaltung der Konsumenten<br />

beim Kauf neuer Möbel<br />

hat auch bei den Zulieferunternehmen<br />

ihre Spuren hinterlassen.<br />

Während das vergangene Jahr für<br />

die Unternehmen noch glimpflich<br />

verlaufen war, zeigt sich seit Jahresbeginn<br />

eine rückläufige Absatzund<br />

Umsatzentwicklung. Eine<br />

Reihe von traditionellen interzum-<br />

Ausstellern hatte daher kurz vor<br />

der Messe auch die Reißleine<br />

gezogen und ihre geplante Messeteilnahme<br />

abgesagt. Daher trafen<br />

die Besucher die Firmen Surteco,<br />

Grass, Pfleiderer, Swiss Krono<br />

sowie Rehau nicht an. Der Oberflämaterial+technik<br />

möbel <strong>04</strong>|23 11


Fokus<br />

Über 80.000 Besucher<br />

interessierten sich für das<br />

Angebot der gut 1.300<br />

Aussteller auf der Ligna.<br />

More than 80,000 visitors<br />

were interested in what the<br />

1,300 exhibitors had to offer<br />

at Ligna. Photos: Barth<br />

Gelungener Re-Start der Ligna<br />

Nach vierjähriger Pause fand im Mai die Ligna in Hannover statt. Die in der Branche mit Spannung erwartete<br />

Veranstaltung konnte dabei ihrem Ruf als Weltleitmesse für Technologien für die Möbelherstellung gerecht<br />

werden. Bei Ausstellern und Besuchern erhielt die Ligna durchweg positive Noten.<br />

Abgesehen von einer digitalen Ausgabe<br />

im Jahr 2021 konnten die<br />

Messe Hannover sowie der Verband<br />

Deutscher Maschinen- und<br />

Anlagenbau (VDMA) die normalerweise<br />

alle zwei Jahre stattfindende<br />

Ligna pandemiebedingt vier Jahre<br />

lang nicht durchführen. Zum etablierten<br />

Mai-Termin versammelten<br />

sich vom 15. bis zum 19. Mai Technologieanbieter<br />

sowie Besucher<br />

aus der ganzen Welt auf dem Messegelände<br />

in Hannover, um ihre<br />

jüngsten Innovationen zu präsentieren<br />

oder sie in Augenschein zu<br />

nehmen. Trotz anfans eher verhaltener<br />

Erwartungen bescherte die<br />

Abschaffung jeglicher Reiserestriktionen<br />

insbesondere in den asiatischen<br />

Ländern der Ligna dann doch<br />

mehr Aussteller und Besucher als<br />

zum Jahresbeginn erwartet.<br />

In diesem Jahr belegte die Ligna<br />

gut 114.000 m 2 Fläche (2019:<br />

135.000 m 2 ) in zehn Hallen sowie<br />

auf dem Freigelände rund um das<br />

Expo-Holzdach.<br />

Weniger Aussteller und Besucher<br />

Bei Ausstellern und Besuchern<br />

konnte die aktuelle Ausgabe die<br />

Zahlen der Ligna 2019 ebenfalls<br />

nicht ganz erreichen. Laut Angaben<br />

der Messeleitung kamen zur diesjährigen<br />

Ausgabe rund 80.000<br />

40<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23<br />

Auf der Messe gab Weinig-Vorstand Technik Dr. Georg Hanrath<br />

(2. v. l.) die Kooperation mit Essetre aus Italien bekannt.<br />

Weinig board member for technology Dr Georg Hanrath (2nd from l.)<br />

announced the cooperation with Essetre from Italy at the trade fair.<br />

Besucher und damit etwa 11 Prozent<br />

weniger Interessenten als<br />

2019, wo es 90.000 Besucher<br />

gewesen waren. Rund 60 Prozent<br />

der Interessanten war dieses Jahr<br />

aus dem Ausland angereist. Sie<br />

stam<strong>mt</strong>en aus 160 Ländern der<br />

Welt. Eine zusätzliche Reichweitenerhöhung<br />

konnte nicht zuletzt<br />

durch das Streamen der Vorträge<br />

der „Ligna.Stage“ erzielt werden.<br />

Sowohl während der Messe als<br />

auch im Anschluss daran können<br />

Interessierte die Beiträge verfol<br />

gen, die von rund 90 Referenten<br />

während der Ligna live vor Ort zur<br />

aktuellen Marktentwicklung und<br />

Trendthemen gehalten wurden.<br />

Doch nicht nur die Besucherzahl,<br />

auch die Anzahl der Aussteller lag<br />

unter dem 2019er Event: Während<br />

damals 1.528 Firmen an Bord gegangen<br />

waren, präsentierte die diesjährige<br />

Ausgabe das Angebot von 1.300<br />

Unternehmen aus rund 50 Ländern.<br />

Das waren allerdings mehr, als noch<br />

zu Jahresbeginn von der Messeleitung<br />

erwartet worden waren.<br />

Rückkehr zur Messe-Normalität<br />

Der guten Stimmung auf der<br />

Messe tat die geringere Anzahl an<br />

Ausstellern und Besuchern keinen<br />

Abbruch, da alle namhaften Anbieter<br />

angetreten waren und mit ihrer<br />

Präsenz die Rückkehr zur Normalität<br />

signalisierten. Das schuf auch<br />

optimale Voraussetzungen für die<br />

künftigen Branchenveranstaltungen<br />

im Technologiebereich, da<br />

Ende September (30.9.–3.10.23)<br />

auch wie gewohnt die Intermob in<br />

der Türkei ihre Pforten öffnet und<br />

die Xylexpo 2024 zu ihrem etablierten<br />

Termin im Mai zurückkehrt.<br />

Nachdem die im Wechsel mit der<br />

Ligna durchgeführte italienische<br />

Technologiemesse 2022 im Oktober<br />

stattfand, wird sie 2024 wieder<br />

im Mai (21.–24.5.2024) in Mailand<br />

veranstaltet. Zum gewohnten Termin<br />

im März 2024 (19.3.–22.3.24)<br />

kehrt auch die Holz-Handwerk in<br />

Nürnberg zurück, die 2022 in den<br />

Juli verlegt worden war. Die<br />

nächste Ausgabe der Ligna wird<br />

turnusmäßig im Mai 2025 (26.5.–<br />

30.5) stattfinden.<br />

Holzbau im Fokus<br />

Die Ligna ist allerdings nicht nur ein<br />

Mekka für die Einrichtungsindustrie,<br />

sondern auch ein wichtiges<br />

Schaufenster für die gesa<strong>mt</strong>e Holz-


Fokus<br />

verarbeitung, und zwar angefangen<br />

bei der Holzernte. Auf der diesjährigen<br />

Veranstaltung stand mehr<br />

denn je der Holzbau im Vordergrund,<br />

in dem aufgrund von<br />

Umweltaspekten große Chancen<br />

gesehen werden. Daher präsentierten<br />

sich einige Unternehmen<br />

nicht nur mit zwei Ständen auf der<br />

Messe, sondern hatten ihr Angebot<br />

in den Wochen und Monaten vor<br />

der Ligna durch entsprechende Firmenzukäufe<br />

und Kooperationen<br />

ausgeweitet.<br />

Nachdem die Homag-Gruppe in<br />

den vergangenen Jahren ihr Portfolio<br />

bereits zusätzlich zur Gruppenfirma<br />

Weinmann um die in der<br />

Massivholzfertigung erfahrenen<br />

Unternehmen Kallesoe und System<br />

TM erweitert hatte, hat sie ihre<br />

Kompetenz in diesem Segment<br />

durch die Übernahme von 26 Prozent<br />

der Anteile am Softwareunternehmen<br />

„granIT“ verstärkt. Das<br />

Softwarehaus ist ein Spezialist für<br />

Fertigungsleitsysteme u.a. für die<br />

Fertighausproduktion und war auch<br />

vorher bereits ein wichtiger Partner<br />

der Homag-Tochter Weinmann<br />

Holzbausyste<strong>mt</strong>echnik. Durch die<br />

Beteiligung will Homag seine Kompetenz<br />

im zukunftsträchtigen Holz-<br />

Mehrgeschossbau stärken.<br />

Noch auf der Ligna informierte die<br />

Weinig-Gruppe die Branche über<br />

eine strategische Kooperation mit<br />

dem italienischen Unternehmen<br />

Essetre im Bereich der CNC-<br />

Abbundmaschinen. Weinig sieht<br />

darin eine wichtige Ergänzung seines<br />

Angebots für den konstruktiven<br />

Holzbau. Wenige Wochen vor<br />

dem Start der Ligna hatte sich Weinig<br />

bereits mehrheitlich an der<br />

Firma H.I.T beteiligt und damit ihr<br />

Produktangebot im Bereich Automatisierung<br />

und Mechanisierung in<br />

der Sägewerkstechnik weiter ausgebaut.<br />

Auf eine Erweiterung ihres Produktportfolios<br />

setzt auch die Felder-<br />

Gruppe: Sie hat eine Mehrheitsbeteiligung<br />

am italienischen Unternehmen<br />

EMC srl erworben, mit<br />

dem die Österreicher bereits seit<br />

geraumer Zeit auf dem Gebiet der<br />

Schleiftechnologie zusammenarbeiten.<br />

Über eine Zusammenarbeit im<br />

Bereich der Produktentwicklung für<br />

Prozesstechnologie und Additive<br />

informierte Vits Technology. Künftig<br />

will das zur Deurotech Group gehörende<br />

Unternehmen mit Münzing<br />

Gregor Baumbusch<br />

informiert über die<br />

Weinig-Beteiligung<br />

an H.I.T. und<br />

die Entwicklung<br />

zum Komplettanbieter.<br />

Gregor Baumbusch<br />

provides<br />

information about<br />

Weinig’s participation<br />

in H.I.T. and its<br />

development into a<br />

full-range supplier.<br />

Chemie ganzheitliche Lösungen<br />

entwickeln, mit denen Fortschritte<br />

im Bereich der Dekorpapierbeschichtung<br />

erreicht werden sollen.<br />

Münzing Chemie ist auf die Entwicklung<br />

und Herstellung von Additiven<br />

für die Holzverarbeitung spezialisiert,<br />

die unter dem Namen<br />

„Fentak“ vertrieben werden.<br />

Hymmen informierte auf der Ligna,<br />

dass das Unternehmen seine<br />

Expertise und Kompetenz nun auch<br />

auf das Gebiet des Engineered<br />

Wood ausweitet und damit zum<br />

Partner für Unternehmen im Holzbau<br />

wird.<br />

Auf anderen Messeständen wiederum<br />

zeigten die Aussteller Lösungen,<br />

die im Zusammenspiel mit<br />

anderen Unternehmen entstanden<br />

sind. So präsentiere Ott eine verkettete<br />

Anlage, bestehend aus der<br />

Kantenanleimmaschine „Storm+“<br />

mit Vakuumheber „TransLift+“ und<br />

einem nachgestellten Roboter, der<br />

eine CNC beschickte, die vom Mitaussteller<br />

Glade CNC zur Verfügung<br />

gestellt wurde. Darüber hinaus<br />

wurde eine weitere Messeneuheit<br />

gezeigt, die „StrongEdge DoorEdition“,<br />

eine neu konzipierte Maschine<br />

für die Türenfertigung, die es ermöglicht,<br />

Furnier- und/oder Lackierkanten<br />

in den Falz einzuleimen.<br />

Wachsende Umsätze<br />

Die Technologieanbieter wittern im<br />

Holzbau ein lukratives Geschäft,<br />

was sich bei dem einen oder anderen<br />

bereits in wachsenden Umsätzen<br />

bemerkbar macht. Der steigende<br />

Anteil dieses Bereichs bei<br />

Alberto Tuberti (Produktmanager Biesse) stellt das neue Wasserstoff-<br />

Anleimsystem „HFS“ vor.<br />

Alberto Tuberti (product manager at Biesse) presents the new “HFS”<br />

hydrogen gluing system.<br />

Luigi De Vito (Direktor SCM Holz)<br />

berichtet über ein erfolgreiches 2022 mit<br />

einem 14%igen Umsatzplus.<br />

Luigi De Vito (Director SCM Holz) reports<br />

a successful 2022 with a 14% increase in<br />

turnover.<br />

Homag-CEO Dr. Daniel<br />

Schmitt informiert auf<br />

einer Pressekonferenz<br />

über den Rekordumsatz<br />

im Jahr 2022.<br />

Homag CEO Dr<br />

Daniel Schmitt<br />

announces record<br />

sales in 2022 at a press<br />

conference.<br />

Homag sowie die positiven<br />

Umsatzzahlen der Weinig-Gruppe<br />

zeugen von der wachsenden Rolle<br />

dieses Segments. Die Technologieanbieter<br />

sehen im Holzbau neue<br />

Marktchancen, weshalb auf der<br />

Ligna Lösungen präsentiert wurden,<br />

die alle Prozessschritte im<br />

Holzbau weiter optimieren. In den<br />

vergangenen Jahren hatte der<br />

Holzbau gegenüber konventionellen<br />

Bauweisen bereits deutlich<br />

Marktanteile gewonnen.<br />

Das vergangene Jahr war für die<br />

Technologieanbieter aus Deutschland<br />

und Italien ohnehin sehr<br />

erfolgreich verlaufen. Die Homag-<br />

Gruppe verbuchte 2022 ein<br />

Umsatzplus von 17 Prozent auf<br />

1,602 Mrd. Euro, während der Auftragseingang<br />

1,106 Mrd. Euro<br />

betrug. Die Weinig-Gruppe konnte<br />

ihren Umsatz sogar um fast 20 Prozent<br />

auf 586 Mio. Euro ausbauen.<br />

Nicht minder erfolgreich war das<br />

Geschäft für die italienischen<br />

Anbieter verlaufen. So konnte die<br />

Biesse-Gruppe für 2022 einen<br />

Anstieg ihres Umsatzes um 10,8<br />

Prozent auf 822,4 Mio. Euro vermelden.<br />

Noch stärker war der<br />

Anstieg bei der SCM-Gruppe,<br />

deren Umsatz um 14 Prozent auf<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23 41


Produkte & Konzepte<br />

In der Design Post Köln präsentierte sich Interprint erstmals<br />

gemeinsam mit dem Mutterkonzern Toppan.<br />

For the first time, Interprint presented itself together with its<br />

parent company Toppan at Design Post in Cologne.<br />

Photos: Interprint<br />

Angesagter Lifestyle und<br />

Visionäres für morgen<br />

Bei seinem Auftritt in der Design Post Köln lieferte Interprint der Branche kreative Impulse für das<br />

zeitge mäße Interiordesign und den Lifestyle von heute und morgen. Die erste gemeinsame Präsentation<br />

mit dem Mutterkonzern Toppan sollte die Besucher zum Neudenken von Gewohntem anregen. Hierzu hatte<br />

der Arnsberger Dekordrucker internationale Vordenker als weitere Kooperationspartner ins Boot geholt, mit<br />

denen Interprint das Interiordesign weiterbringen will.<br />

Besucher der diesjährigen Neuheitenschau<br />

von Interprint in der<br />

Design Post in Köln erlebten eine<br />

kreative, verspielte und richtungsweisende<br />

Inszenierung auf zwei<br />

Etagen. Dabei hatte Interprint<br />

erneut Gewohntes in Frage gestellt<br />

und mit Weitblick neue Möglichkeiten<br />

aufgezeigt. Die Besucher erwartete<br />

ein Mix aus Lifestyle-Kompetenz,<br />

innovativen Technologien und<br />

visionären Gedankenspielen.<br />

„&CO“ beleuchtet neuen Lifestyle<br />

Im Mittelpunkt des Auftritts stand<br />

die Frage, wohin sich das Interiordesign<br />

bewegt und nach Überzeugung<br />

von Interprint bewegen<br />

muss. Hierzu hat der Arnsberger<br />

Dekordrucker mit dem Konzept<br />

„&CO“ die Bereiche Wohnen,<br />

Leben, Arbeiten und Shopping<br />

betrachtet, also Lebenswelten, die<br />

sich gerade stark verändern. In Co-<br />

Working, Co-Creating und Co-Individualization<br />

sieht Interprint die<br />

Treiber der Stunde. Das Miteinander<br />

werde immer wichtiger und<br />

Menschen mit unterschiedlichen<br />

Bedürfnissen und Vorlieben lebten<br />

und arbeiteten zusammen.<br />

Räume verlieren nach Ansicht von<br />

Interprint damit ihre klar definierte<br />

Funktion, so dass Möbel und Oberflächen<br />

künftig zusammen gedacht<br />

werden müssten.<br />

Grenzen verschwimmen<br />

Das Konzept „&CO“ soll die Interior-Branche<br />

deshalb von klassi-<br />

Unter dem Konzeptmotto „&CO“ betrachtet Interprint die Bereiche<br />

Wohnen, Leben, Arbeiten und Shopping.<br />

Under the concept motto “&CO”, Interprint is looking at the areas of<br />

living, working and shopping. Photo: Jan Kaiser Fotografie<br />

Den Besuchern wurde ein Mix aus Lifestyle-Kompetenz, innovativer<br />

Technologien und visionärer Gedankenspiele geboten.<br />

Visitors were offered a mixture of lifestyle expertise, innovative<br />

technologies and visionary ideas. Photo: Jan Kaiser Fotografie<br />

20<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23


Möbelstoffmessen<br />

wieder im<br />

gewohnten<br />

Turnus<br />

Fokus<br />

Anfang September versammeln sich auf der<br />

Decosit in Brüssel wieder 17 Anbieter von<br />

Möbel- und Dekostoffen.<br />

At the beginning of September, 17 suppliers of<br />

upholstery and decorative fabrics will again<br />

gather at Decosit in Brussels. Photo: Barth<br />

Mit der Hei<strong>mt</strong>extil im Januar und<br />

der Proposte im April hat die<br />

Möbelstoffmessen-Saison im<br />

Jahr 2023 wieder ihren gewohnten<br />

Lauf genommen. Nach der<br />

Sommerpause geht in Brüssel die<br />

Decosit an den Start und die<br />

Hei<strong>mt</strong>extil bereitet sich bereits für<br />

die Ausgabe 2024 vor.<br />

Die 30. Ausgabe der Proposte, die<br />

vom 18. bis zum 21. April und damit<br />

erstmals sogar während des Salone<br />

del Mobile in Mailand (18.4. bis<br />

23.4.) stattfand, konnte nach Angaben<br />

des Veranstalters wieder deutlich<br />

mehr Besucher als im Vorjahr<br />

verzeichnen. So stieg die Anzahl der<br />

ausländischen Interessenten um<br />

23 Prozent. Die größten Zuwächse<br />

verzeichnete der Veranstalter bei<br />

den Besuchern aus den USA mit 26<br />

Prozent und aus Großbritannien mit<br />

einem Plus von 33 Prozent. Aus<br />

Frankreich und Deutschland meldete<br />

der Veranstalter 12 bzw. 13<br />

Prozent mehr interessiertes Publikum.<br />

In den Glaspavillons der Villa<br />

Erba hatten sich in diesem Jahr 29<br />

italienische Anbieter von Möbelund<br />

Dekostoffen sowie 49 ausländische<br />

Aussteller dem Fachpublikum<br />

präsentiert. Darunter befanden sich<br />

auch zehn Unternehmen wie etwa<br />

Vanelli Textil, die in den vergangenen<br />

Jahren nicht mehr ausgestellt<br />

hatten. Darüber hinaus stellten 18<br />

Designstudios erstmals innerhalb<br />

der Villa Erba aus. Sie waren, wie<br />

auch zahlreiche weitere Stoffanbieter<br />

in den Vorjahren, außerhalb des<br />

Geländes in den verschiedenen<br />

Hotels und Räumlichkeiten anzutreffen<br />

gewesen. Im vergangenen<br />

Jahr hatte die Proposte rund 5<br />

Wochen vor dem Salone stattgefunden,<br />

da dieser auf Anfang Juni<br />

verlegt worden war. Insgesa<strong>mt</strong> 69<br />

Aussteller hatten sich Ende April in<br />

der Villa Erba eingefunden. 2022<br />

stam<strong>mt</strong>e mit 70 Prozent der Großteil<br />

aus dem Ausland.<br />

Die 30. Ausgabe der Proposte verbuchte im April mehr Besucher als<br />

im Vorjahr.<br />

The 30th edition of Proposte attracted in April more visitors than last<br />

year.<br />

Photo: Proposte<br />

Decosit mit 17 Anbietern<br />

Deutlich kleiner als die Proposte wird<br />

auch in diesem Jahr die Decosit in<br />

Brüssel ausfallen, die am 5. und 6.<br />

September auf dem Brüsseler Messegelände<br />

und damit unmittelbar vor<br />

der Einrichtungsmesse Maison &<br />

Objet (7.9.–11.9) in Paris stattfindet.<br />

Dieses Mal standen bei Redaktionsschluss<br />

insgesa<strong>mt</strong> 17 zumeist belgische<br />

Stoffweber auf der Ausstellerliste,<br />

die sich wie in den Vorjahren in<br />

Halle 10 des Messegeländes<br />

BrusselsExpo einfinden. Auch 2023<br />

sind nur wenige ausländische<br />

Anbieter an Bord: Davis, Emotivero,<br />

Kirayteks, Kishan, Tosunoglu Tekstil<br />

sowie Wuxi Allwin. Dafür zählen aus<br />

Belgien Beaulieu, Green Street,<br />

Libeco, Muvantex, Tavelmo, Ter<br />

Molst, Van Neder sowie Annabel/<br />

Calcutta zu den Ausstellern. Annabel<br />

war im vergangenen Jahr unmittelbar<br />

vor der Decosit von der ebenfalls<br />

belgischen Calcutta-Group<br />

übernommen worden.<br />

Großes Interesse an Hei<strong>mt</strong>extil<br />

Wenn die Hei<strong>mt</strong>extil im nächsten<br />

Jahr ihre Pforten wieder öffnet,<br />

nämlich vom 9. bis 12.1.2024, ist<br />

auch der gewohnte Messeturnus<br />

wiederhergestellt. Laut Angaben<br />

der Messe Frankfurt liegen die<br />

Anmeldungen mit 2.500 Firmen<br />

schon jetzt über der Ausstellerzahl<br />

der Vorveranstaltung.<br />

Außerdem haben sich alle Aussteller<br />

im Contract-Angebot der Halle<br />

4.0 wieder angemeldet, wobei<br />

neue Anbieter von Outdoor-Stoffen,<br />

Kunstleder und funktionellen<br />

Textilien dazukommen und das<br />

Angebot noch internationaler<br />

machen. Die asiatischen Anbieter<br />

werden ebenfalls wieder an Bord<br />

gehen, so dass die entsprechenden<br />

Hallen laut Veranstalter bereits<br />

ausgebucht sind.<br />

ba<br />

Upholstery fabrics fairs back to their usual cycle<br />

With Hei<strong>mt</strong>extil in January and Proposte in April, the upholstery-fabric<br />

fair season has resumed its usual course in 2023. After the summer<br />

break, Decosit will get underway in Brussels, and Hei<strong>mt</strong>extil is already<br />

preparing for its 2024 edition. According to the organisers, the 30 th edition<br />

of Proposte, which took place from 18 to 21 April, and thus for the<br />

first time simultaneously with the Salone del Mobile in Milan (18 to 23<br />

April), once again attracted significantly more visitors than last year. This<br />

year, 29 Italian suppliers of upholstery and decorative fabrics as well as<br />

49 foreign exhibitors presented themselves to the trade public in the<br />

glass pavilions of Villa Erba. Much smaller than Proposte will be Decosit<br />

in Brussels on 5 and 6 September, at which 17 mostly Belgian fabric<br />

weavers will be exhibiting. With the return of Hei<strong>mt</strong>extil to January, the<br />

customary trade fair cycle will then also return to the sector in 2024. At<br />

the time of going to press, more than 2,500 companies had already<br />

registered for the event, which will take place from 9 to 12 January 2024,<br />

so that the total number of exhibitors present at the previous event in<br />

June last year has already been exceeded.<br />

material+technik möbel <strong>04</strong>|23 49

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