Die unbedingte Universität - und Ingenieur-Verein zu Berlin eV

aiv.berlin.de

Die unbedingte Universität - und Ingenieur-Verein zu Berlin eV

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin e.V. | seit 1824

AIV-SCHINKEL-WETTBEWERB

2011

SCIENCE CITY

Die unbedingte Universität

Die Universität müsste also auch der Ort sein,

an dem nichts außer Frage steht.“ *

AUSSCHREIBUNG ZUM 156. WETTBEWERB

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Architekten- und Ingenieurverein

zu Berlin e.V. | seit 1824

Ideen- und Förderwettbewerb

für junge Architekten und Ingenieure

Ausschreibung

(Stand: 27. September 2010)

Herausgeber und

Wettbewerbsdurchführung

Architekten- und Ingenieur-Verein

zu Berlin e.V.

Vorstand mit Schinkel-Ausschuss

Dr. Rainer Norten

Dr. Melanie Semmer

Bleibtreustraße 33

10707 Berlin

Tel.: +49 30 8834598

Fax.: +49 30 8854583

www.aiv-berlin.de

mail@aiv-berlin.de

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

Redaktion

Die Teilaufgaben wurden

vorbereitet unter der Federführung

der Fachgruppensprecher

Ulrike Böhm (LA),

Hartmut Freystein (VB),

Karen Eisenloffel (KI),

Manfred Garben (VS),

Dieter Hasse (K),

Stephanie Kaindl (A),

Thomas Kretschmer (TGA),

Cyrus Zahiri (S).

Weitere Mitglieder der

Redaktion sind:

Hans-Joachim Aminde,

Thomas Dietrich,

Zeynep Ayse Hicsasmaz Heitele,

Erhard Hübner-Kosney,

Ralf Fleckenstein,

Peter Lemburg,

Justus Pysall,

Michael Schädler,

Reinhart Steinweg, u.a.

Rainer Norten,

Melanie Semmer

AIV

Schinkel-Wettbewerb

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SCIENCE CITY

Einführung

Verstehen, indem man entwirft - das ist der Impuls des AIV-Schinkel-Wettbewerbs

Jahr für Jahr. Der Architekten- und Ingenieur- Verein zu Berlin schafft

gemeinsam mit Förderern, Stiftern, Juroren und Hochschulen ein Netzwerk unterschiedlicher

Disziplinen, in dem Antworten auf planerische und gestalterische

Fragen gegeben und gleichzeitig junge Architekten und Ingenieure in ihrer fachlichen

Entwicklung gefördert werden. Mittel hierzu ist der Wettbewerbsbeitrag,

der persönliche Entwurf. Der AIV-Schinkel-Wettbewerb ermöglicht das Verstehen

von komplexen Zusammenhängen und kreative Lösungsansätze in einem

Prozess an einem abgegrenzten Thema und Ort. Im vergangenen Jahr waren

189 Wettbewerbsarbeiten eingereicht worden, was einen deutlichen Zuwachs

gegenüber den Vorgängerrunden darstellte.

Nach einem stadtpolitisch und baukulturell höchst umstrittenen Wettbewerbsthema

zur Neuen Alten Mitte Berlins, mit dem 2010 das eigentliche Zentrum und

Herz der Hauptstadt fokussiert und hitzig diskutiert wurde, widmet sich der AIV

zu Berlin nun der City West und seiner Universitätslandschaft.

Auch hierfür laufen bereits diverse Planungsprozesse. Mit dem Wettbewerb soll

vorrangig die interne und externe Anbindung der Universitäten hinterfragt und

das Gebiet zum akademischen Leben erweckt werden.

Mit dem Untertitel: Die unbedingte Universität wird der Titel eines Vortrags des

französischen Philosophen Jaques Derrida zitiert, den er 1998 im Rahmen der

Presidential Lectures an der Stanford University gehalten hat. Darin heißt es: „Eine

Universität müsste also auch ein Ort sein, an dem nichts außer Frage steht.“

Dieses Statement soll zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung über die künftige

Entwicklung universitärerer Strukturen aufrufen. Es stehen also keinesfalls nur

die räumlichen Bedingungen zur Diskussion: Es geht vielmehr darum, die hinter

den räumlichen Strukturen verborgenen institutionellen Ordnungen – und Unordnungen

zu erkennen und in Frage zu stellen. Entsprechen die traditionellen

Organisationsmodelle unserer Universitäten den Bedingungen einer immer komplexeren

Lern- und Forschungslandschaft? Wie müssen sich die unterschiedlichen

universitären Funktionsbereiche zueinander verhalten, um Synergie-Effekte zu ermöglichen?

Wie können innerhalb von streng durchstrukturierten Curriculae, wie

sie heute innerhalb der neuen Systematik von Bachelor- und Masterstudiengängen

immer selbstverständlicher werden, Eigenverantwortlichkeit und Kreativität der

Studierenden gefördert werden? Und wie können Universitäten davon im Rahmen

von „Exzellenzinitiativen“ und im akademischen Wettbewerb profitieren?

Mit der diesjährigen Aufgabe des AIV-Schinkel-Wettbewerbs Science City wird die

These in den Raum gestellt, dass fakultätsübergreifende, zentrale Einrichtungen

eine zunehmende Bedeutung innerhalb der universitären Landschaft einnehmen

werden. Es müssen Orte entstehen, die eine universitäre Öffentlichkeit – und

deren Vernetzung mit der Stadt – stärken, Orte, die für einen offenen, interdisziplinären

Diskurs zur Verfügung stehen, die nicht das Antworten, sondern das Fragen

fördern, und an denen eben nichts außer Frage steht. Solche Orte würden – in

Derridas Sinne – einerseits die Bedingungen des universitären Selbstverständ-

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Schinkel-Wettbewerb

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SCIENCE CITY

nisses zur Grundlage eines öffentlichen Diskurses machen, andererseits die Un-

Bedingtheit, also gleichermaßen die Unabhängigkeit wissenschaftlichen Arbeitens

und seinen außerordentlich hohen Stellenwert für die Gesellschaft thematisieren.

Diese Orte – und ihre baulichen Strukturen – müssen durch die Teilnehmer und

Teilnehmerinnen erfunden werden, sie sind selbst mit un-bedingten und tradierten

Typologien gegenüber kritisch eingestellten Entwurfshaltungen zu entwickeln.

Es wird erwartet, dass sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit dieser Thematik

auf unterschiedlichen Ebenen auseinandersetzen, um Ideen und Visionen für

die Universität der Zukunft zu entwickeln und diese Ideen im konkreten Kontext

des Hier und Jetzt zu verankern.

Ziel ist es, innovative Konzepte für die städtebauliche und architektonische Entwicklung

und Gestaltung des Areals der TU- und der UDK in Berlin zu erarbeiten,

die auch im Zusammenhang mit der Entwicklung der City West zu thematisieren

sind. Mit kreativen und mutigen Gestaltungsvorschlägen soll die bereits angelaufene

Kontroverse befördert und junge Lösungsansätze, Anregungen und lebhafte

Reaktionen geschaffen werden.

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Inhalt

I Zum Verein und Wettbewerb.........................................................................................6

II Förderer und Stifter........................................................................................................8

III Zum Verfahren................................................................................................................10

Auslober und Wettbewerbsdurchführung.....................................................10

Art des Verfahrens..............................................................................................10

Kommunikation .................................................................................................10

Einverständnis.....................................................................................................10

Datenschutz........................................................................................................11

Zulassungsbereich und Teilnahmeberechtigung.............................................11

Vorankündigung der Wettbewerbsaufgaben..................................................11

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen.............................................................11

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten...................................................................12

Kennzeichnung der Arbeiten.............................................................................12

Rückfragen und Kolloquium............................................................................13

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen........................................................13

Austauschplattform...........................................................................................13

Anmeldung..........................................................................................................14

Moderation..........................................................................................................14

Geforderte Leistungen.....................................................................................14

Hängefläche.........................................................................................................14

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung.........................................................14

Preise....................................................................................................................14

Weitere Bearbeitung.........................................................................................15

Eigentum und Urheberrecht...........................................................................15

Verfassererklärung.............................................................................................15

Bekanntgabe des Ergebnisses/ Ausstellung der Arbeiten.............................16

Haftung und Rückgabe......................................................................................16

Termine................................................................................................................16

IV Preisgericht und Vorprüfung......................................................................................17

V Aufgabenstellung............................................................................................................19

Einführung............................................................................................................19

Wettbewerbsgebiet...........................................................................................19

Städtebauliche Entwicklung und aktueller Zustand...................................19

Die Bauten auf der Schleuseninsel.................................................................19

Aufgabenbereiche..............................................................................................19

V.1Teilaufgabe Städtebau (S)...........................................................................................23

V.2 Teilaufgabe Landschaftsarchitektur (LA)................................................................26

V.3 Teilaufgabe Verkehrswesen: Straßenbau (VS)........................................................28

V.4 Teilaufgabe Verkehrswesen: Eisenbahnwesen (VE)...............................................30

V.5 Teilaufgabe Verkehrswesen: Architektur (A).............................................................32

V.6 Teilaufgabe Konstruktiver Ingenieurbau (KI)...........................................................35

V.7 Kooperationsaufgabe Architektur – Konstr. Ingenieurbau (A/KI).......................38

V.8 Kooperationsaufgabe Architektur – Techn. Gebäudeausrüstung (A / TGA)..........41

V.9 Teilaufgabe Kunst und Bauen (K) – Denkmalpflege (D)...............................44

VI Literaturhinweise..........................................................................................................46

VII Planunterlagen..............................................................................................................47

VIII Anhang..........................................................................................................................48

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I Zum Verein und Wettbewerb

Der Architekten- und Ingenieur-Verein (AIV) wurde 1824 von jungen „Bauconducteuren“

um Eduard Knoblauch in Berlin gegründet. Das Wirken des AIV hat

wesentlich zur Entwicklung des Berufsstandes der Architekten und Ingenieure

sowie der Bau- und Kulturgeschichte Berlins, Preußens und Deutschlands beigetragen.

Heute gehören dem AIV zu Berlin rund 350 Mitglieder an. Als Berufsgruppen sind

Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Bauingenieure, Wissenschaftler

und Künstler vertreten.

Neben dem Vorstand, der einmal monatlich tagt, sorgen neben den aktiven Vereinsmitgliedern

auch namhafte Kuratoriumsmitglieder für das Renommé des Vereins.

Als bekannte Persönlichkeiten sollen sie die Arbeit des AIV ideell unterstützen

und für seine Ziele in der Gesellschaft werben. Fördermitglieder – Firmen,

Gesellschaften, verschiedenste Institutionen und Einzelpersonen – unterstützen

die Vereinsarbeit mit Zuwendungen.

Das primäre Satzungsziel des AIV besteht seit je her in der Förderung der Baukultur.

Der Verein würdigt in Veranstaltungen und Publikationen die Leistungen

der Vergangenheit und begleitet das aktuelle Baugeschehen konstruktiv kritisch.

2007 erhielt der AIV zu Berlin von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

die Ferdinand-von-Quast-Medaille, einen Berliner Denkmalpflegepreis, in Anerkennung

für seine besonderen Verdienste um diesen Bereich.

Zum Wettbewerb

Sein Schinkel-Wettbewerb hat eine 156-jährige Tradition und wurde erstmalig

1854 unter den Vereinsmitgliedern ausgeschrieben. Seitdem werden in diesem

Förderwettbewerb alljährlich jungen Planern in mehreren Fachgebieten Aufgaben

gestellt mit dem Ziel, deren Kreativität und Phantasie für die Lösung zukunftsorientierter

Planungsaufgaben herauszufordern.

Der grundsätzlich als Ideenwettbewerb ausgelobte AIV-Schinkel-Wettbewerb

dient der Förderung des technisch-wissenschaftlichen Nachwuchses, wirkt aber

auch für Berlin und seine benachbarte Region auf der Suche nach einer künftigen

Gestalt. Die Vielfalt der Ideen fördert die Planungskultur und bereichert sie.

Der 13. März, Karl Friedrich Schinkels Geburtstag, wird traditionell für das

Schinkel-Fest mit Preisverleihung und einen baukulturellen Dialog genutzt. Einen

Höhepunkt im Rahmen dieser Festveranstaltung stellt die Musik des alten Freundeskreises,

des Schinkel-Ensembles, dar, die zu Ehren von Karl Friedrich Schinkel

sowie der Schinkel-Preisträger gespielt wird.

Der 156. Schinkel-Wettbewerb thematisiert Entwicklungsperspektiven universitärer

Strukturen. Dabei geht es einerseits um Modelle des wissenschaftlichen

Arbeitens, andererseits um die Frage der Restrukturierung räumlicher Organisationsformen

des universitären Alltags. Zu fragen ist, wie sich die fakultätsorientierten

Räume zu offenen und vernetzten Strukturen transformieren lassen. Für

den innerstädtischen Campus der TU / UdK in der Berliner City-West sollen

exemplarisch zukunftsfähige bauliche Visionen entworfen werden, die die Potentiale

der innerstädtischen Lage aufgreifen und entwickeln – auch mit dem Ziel, die

Universitäten stärker mit dem städtischen Alltag zu verknüpfen.

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Zum Verein und Wettbewerb

Der Wettbewerb wird interdisziplinär ausgeschrieben in den fünf Fachgebieten

Städtebau,

Landschaftsplanung,

Architektur,

Bauingenieurwesen,

Verkehrswesen.

Neben diesen Aufgabenbereichen können im Rahmen des Wettbewerbs auch

Auszeichnungen für fachübergreifende Querschnittsthemen vergeben werden.

Dies bezieht sich auf Leistungen der

Technischen Innovation,

Kunst/Bauen und Denkmalpflege,

die überzeugende Lösungsvorschläge bieten. So dürfen für das Wettbewerbsgebiet

selbst gewählte Ergänzungsthemen formuliert werden, die auch die Zusammenarbeit

von mehr als zwei Fachsparten implizieren können.

Häusliche Prüfungsarbeit

Für Refendarinnen und Referendare der Fachrichtung Hochbau besteht die Möglichkeit,

auf Antrag eine Teilaufgabe des AIV-Schinkel-Wettbewerbs alternativ zur

häuslichen Prüfungsarbeit im Rahmen ihres Referendariats vom Oberprüfungsamt

anerkennen zu lassen.

Um die Wettbewerbsteilnahme der Refendarinnen und Referendare der Fachrichtung

Hochbau zu ermöglichen, wurden die Kooperationsaufgaben der Fachgebiete

Architektur, Konstruktiver Ingenieurbau und Technische Gebäudeausrüstung

formuliert. Durch Verwendung des Ausschreibungstextes, Wegfall der

Aufgaben im Konstruktiven Ingenieurbau oder Technischer Gebäudeausrüstung

sowie Änderungen im Hochbauteil (diese werden den Refendarinnen und Referendaren

vom Oberprüfungsamt zur Verfügung gestellt) sollte die Aufgabenstellung

dem Anforderungsprofil der häuslichen Prüfungsarbeit entsprechen.

Wenngleich diese Abschlussarbeit nur als Einzelarbeit und nicht in Kooperation

anerkannt wird, werden seitens des Oberprüfungsamtes die Aufgabenänderungen

in der Fachrichtung Hochbau so gesetzt, dass eine eventuelle Weiterbearbeitung

der häuslichen Prüfungsarbeit in einer der o.g. Kooperationen im AIV-Schinkel-

Wettbewerb 2011 möglich ist.

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II Förderer und Stifter

Historie

Während der Verein noch in Karl Friedrich Schinkels Aufnahmejahr 1829 das „Stegreif-Konkurrieren“

einführte und „Monatswettbewerbe“ austrug, um sie gemeinsam

an Samstagnachmittagen zu erörtern und die Gewinner mit „Andenken“, zumeist

Buchpreisen, zu honorieren, wurde der heutige Schinkel-Wettbewerb erst 30 Jahre

später erfunden:

Anlass war die Ehrung Schinkels, der sich durch seinen beruflichen Werdegang und

beispiellosen Bauwerke bereits zu Lebzeiten auch im Architektenverein einer besonderen

Verehrung erfreute. Seine Geburtstage am 13. März, zunächst Anlass für

Huldigungen, wurden nach seinem frühen Tod 1841 für Gedächtniszeremonien genutzt.

1844 wurde das erste der bis heute durchgeführten Schinkel-Feste begangen,

dessen Höhepunkt bereits damals eine Festrede bildete. Neben den vereinsinternen

Vorträgen, Exkursionen und Gesängen stellten zu dieser Zeit Monatswettbewerbe

als „Übungen zum Entwerfen“ einen wesentlichen Faktor der wöchentlichen Versammlungen

statt.

Umso mehr überraschte es, als nur wenige Jahre später, 1851, der junge Architekturstudent

und spätere Vereins-Bibliothekar Friedrich Adler vorschlug, für den Baumeisternachwuchs

jährlich eine größere Wettbewerbskonkurrenz unter den Vereinsmitgliedern

zu Ehren Karl Friedrich Schinkels durchzuführen.

Der Schinkel-Wettbewerb war geboren. 1852 wurde er zwar zum ersten Mal vereinsintern

ausgelobt, die Zeitrechnung aber soll erst mit der ersten staatlichen Förderung

im Jahr 1855 beginnen: Die Siegerpreise für Architektur und Ingenieurbau

wurden auf Weisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. gestiftet, womit

der Wettbewerb mit Gestalt eines hoch dotierten Staatspreises eine bedeutende

Aufwertung erfuhr.

Mit der Ausschreibung der Staatspreise konnten nun auch Studenten und Absolventen

des ersten (Bauführer-) Examens auf dem gesamten preußischen Staatsgebiet

um den Schinkelpreis konkurrieren. Neu war auch deren Splittung in eine Aufgabe

aus dem Bereich des Land- oder Hochbaus bzw. des Ingenieurwesens, zu dem Wasser-,

Eisenbahn- und Maschinenbau gehörten.

Das Preisgeld von 1700 Goldmark (12.000 Euro) war an eine mehrmonatige Studienreise

zu den klassischen Stätten des Altertums gebunden, über die nach Rückkehr

Rechenschaft in Form von Vorträgen oder Bauaufnahmen abzulegen war einer der

wissenschaftlichen Ansprüche des Vereins. Mit Erteilung des Staatspreises konnten

die prämierten Arbeiten von der Bauakademie, der späteren Technischen Hochschule

in Charlottenburg für Examina oder Diplome anerkannt werden.

Für den Architektenverein gestaltete sich der Schinkel-Wettbewerb rasch zu einem

vitalen Ereignis. Auf den Schinkel-Festen im eigenen Vereinshaus in der Wilhelmstraße

wurden die Preisträger gekürt und ihre Arbeiten präsentiert.

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Förderer und Stifter

Förderung

In der Nachfolge der preußischen Könige fördern den AIV-Schinkel-Wettbewerb

heute:

- Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin

- Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein e.V.

- Förderverein des Verbandes Beratender Ingenieure VBI

- Hans-Joachim-Pysall-Stiftung

- DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V.

- Baukammer Berlin

- Lenné-Akademie für Gartenbau und Gartenkultur e.V.

- Schwäbischer Architekten- und Ingenieurverein Augsburg e.V.

- Verband Restaurator im Handwerk e.V.

In der Summe der Förderungen gibt es inhaltlich gebundene wie auch für alle fünf

Fachgebiete verfügbare und damit aufteilbare Preisgelder.

Der Förderverein des Verbandes Beratender Ingenieure VBI schreibt beispielweise

seit vielen Jahren einen Sonderpreis für die beste Kooperationsarbeit von Ingenieuren

und Architekten aus. Er appeliert damit an eine interdisziplinäre Zusammenarbeit,

wofür im Rahmen der Ausschriebung explizit eine Teilaufgabe formuliert ist.

Die Hans-Joachim-Pysall-Stiftung zeichnet seit zwölf Jahren grundsätzlich die beste

Schinkelpreisträgerarbeit mit einem zusätzlichen “Schinkel-Italienreise-Stipendium”

aus und knüpft damit an den Zweck der ursprünglichen Preisgelder an.

Der Schwäbische AIV Augsburg honoriert mit einem Reisestipendium den denkmalverträglichen

Umgang mit historischer Substanz.

Gleiches Ziel verfolgt der Verband Restaurator im Handwerk e.V., dessen Antworten

in der diesjährigen Runde vorrangig in der Kooperationsaufgabe von Kunst/

Bauen und Denkmalpflege erwartet werden.

Ein zusätzlicher Sonderpreis kann in diesem Jahr erstmals von der Lenné-Akademie

für Gartenbau und Gartenkultur e.V. vergeben werden. Die Auszeichnung steht für

einen herausragenden Beitrag im Fachgebiet Landschaftsarchitektur zur Verfügung

und wird durch die Vergabe der Lenné-Medaille unterstrichen.

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III Zum Verfahren

Auslober und Wettbewerbsdurchführung

Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin

Bleibtreustraße 33

D-10707 Berlin

www.aiv-berlin.de

mail@aiv-berlin.de

Tel.: +49 30 8834598

Fax.: +49 30 8854583

Art des Verfahrens

Die Ausschreibung erfolgt als offener Ideenwettbewerb. Das gesamte Verfahren

ist bis zum Abschluss anonym.

Der AIV-Schinkel-Wettbewerb wird als Ideen- und Förderwettbewerb zur Förderung

der fachlichen Entwicklung für junge Architektinnen und Architekten und

Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie Studierende und Absolventen der entsprechenden

Fachrichtungen ausgeschrieben. Er wird daher nicht nach den Regeln

der RWP 2008 durchgeführt, orientiert sich jedoch an diesen Richtlinien.

Aufkommende Ansprüche an die Aufgabenstellung, die sonst an Realisierungswettbewerbe

gestellt werden, gehen hier an den Wettbewerbszielen vorbei.

Der Schinkelpreis wird dem Schinkelstatut entsprechend in jedem Fachbereich

bzw. bei Kooperationsaufgaben in Fächerkombinationen für hervorragende Leistungen

verliehen, die das vorbildliche Zusammenwirken verschiedener technischer

Disziplinen untereinander oder auch mit anderen wissenschaftlichen

Disziplinen dokumentieren oder als Einzelleistungen sich durch das vorbildliche

Abwägen von fachspezifischen und übergeordneten Belangen besonders auszeichnen.

In jedem Fachgebiet bzw. für jede Fächerkombination kann nur ein Schinkelpreis

vergeben werden. Zusätzlich ist nach Entscheidung des Schinkelausschusses die

Vergabe von Anerkennungs- und Sonderpreisen möglich. Die jurierenden Fachgruppen

empfehlen die Verleihung des Schinkelpreises oder der Anerkennungs-

und Sonderpreise mit Mehrheit. Der Schinkelausschuss entscheidet ebenfalls mit

Mehrheit über die Verleihung von Schinkel-, Anerkennungs- und Sonderpreisen

unter Ausschluss des Rechtsweges.

Kommunikation

Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Die Kommunikation mit den Teilnehmern

wird im Internet mit der Geschäftsstelle des AIV zu Berlin geführt. Rückfragen

können auch telefonisch gestellt werden.

Einverständnis

Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gastpreisrichter

erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden

Teilnahmebedingungen einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über

Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich

der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über den

AIV zu Berlin abgegeben werden.

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Zum Verfahren

Datenschutz

Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gastpreisrichter

willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen

Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb beim AIV zu

Berlin in Form einer automatisierten Datei geführt werden.

Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu

bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, Berufsbezeichnung.

Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht

werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung).

Zulassungsbereich und Teilnahmeberechtigung

Der Zulassungsbereich umfasst die Europäische Union. Teilnahmeberechtigt sind

Architekten, Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Bauingenieure und Künstler sowie

Studierende und Absolventen der entsprechenden Fachrichtungen.

Für die Teilnahme gelten folgende Bedingungen, deren Einhaltung bei der Abgabe

zu erklären ist:

- Teilnehmer dürfen – auch in Arbeitsgemeinschaften – am Abgabetermin des

Wettbewerbsbeitrages nicht älter als 35 Jahre sein

- Teilnehmer dürfen nicht schon einmal einen Schinkelpreis gewonnen haben

- Teilnehmer dürfen mit Jury-Mitgliedern nicht verwandt oder verschwägert

sein

- Teilnehmer haben durch Unterschrift zu versichern, dass sie geistiger Urheber

der Arbeit sind.

Die Aufgabenstellungen des AIV-Schinkel-Wettbewerbes 2011 sind so gewählt,

dass sie immer dann zu guten Ergebnissen führen müssten, wenn sich eine interdisziplinäre

Arbeitsgruppe mit der Fragestellung beschäftigt. Um die Bildung solcher

Arbeitsgruppen müssen sich interessierte Teilnehmer selbst bemühen. Die

Teilnehmerzahl dieser Gruppen ist auf 4 Personen beschränkt. Eine Teilnahme an

mehreren ausgeschriebenen Fachbereichsaufgaben oder Kooperationsaufgaben

ist ebenfalls möglich.

Vorankündigung der Wettbewerbsaufgaben

In Form eines Posters und eines ergänzenden Textes ist die Aufgabenstellung

seit Juni 2010 vorangekündigt. Die Unterlagen wurden an Hochschulen und Institutionen

des Bauwesens verschickt sowie online auf die Website des AIV zu

Berlin gestellt. Hiermit wurden – neben der Bekanntgabe der Termine – u.a. das

Wettbewerbsthema und -gebiet in Kurzform beschrieben.

Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen

Der Ausschreibungstext kann ab dem 27. September 2011 im Internet unter

www.aiv-berlin.de eingesehen und heruntergeladen werden. Weitere Informationen

inklusive Bildmaterial und gegebenenfalls weitere Planunterlagen für die Bearbeitung

werden auf der Website bereit gestellt und können gegen eine Gebühr

in Höhe von € 20,- heruntergeladen werden.

(Vorherige Anmeldung per Mail mit Angabe von Namen, Adresse, Fachbereich

ist notwendig.)

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AIV

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Zum Verfahren

Der Betrag ist vor dem Datentransfer auf das nachfolgende Sonderkonto

„Schinkel-Wettbewerb 2011“ des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin

unter Angabe des Fachgebiets bzw. der Kooperationsaufgabe einzuzahlen:

Postbank Berlin

BLZ 100 100 10

Konto-Nr. 690-103

IBAN DE12 1001 0010 0000 6901 03

BIC PBNKDEFF

Die Schutzgebühr wird nicht zurückerstattet. Für jede eingereichte Arbeit muss

eine Schutzgebühr bezahlt worden sein, sonst wird sie von der Wertung ausgeschlossen.

Abgabe der Wettbewerbsarbeiten

Die Arbeiten sind am Montag, den 24. Januar 2011 abzugeben. Dies kann auch

persönlich von 09.00 bis 16.00 Uhr in der Geschäftstelle des AIV zu Berlin, Bleibtreustraße

33 in 10707 Berlin, geschehen.

Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem

Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der

Kennzahl und dem Vermerk „AIV-Schinkel-Wettbewerb 2011“ einzureichen. Bei

Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben.

Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für

den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel

das Datum des 24.01.2011 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser

selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich.

Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel/ Aufgabebeleg

fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird,

werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den

der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Bei Einreichung durch Post- oder

Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebeleges an die Geschäftsstelle des AIV zu

Berlin nachzusenden, die in gleicher anonymisierter Weise, wie die Arbeit selbst,

mit der entsprechenden Kennziffer versehen ist.

Kennzeichnung der Arbeiten

Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken sowohl durch die Angabe des

Fachbereichs und der Vertiefung bzw. durch den Vermerk „Kooperationsaufgabe“

und durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen

Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf

jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen.

Es ist beabsichtigt, alle Wettbewerbsarbeiten öffentlich auszustellen; für jede Arbeit

kann nur eine Stellwandfläche von 1,50 m Höhe und 2,00 m Breite zur

Verfügung gestellt werden. Es sollen keine Originale eingereicht werden; die Papierpausen

müssen ohne Verstärkung (Karton, Hartfaser, Metall o.ä.) leicht auf

den Ausstellungstafeln mittels Pin-Nadeln befestigt werden können. Es sind nicht

mehr Pläne einzureichen, als auf der Stellwandfläche (Raster: 3 x 50 cm Höhe und

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Schinkel-Wettbewerb

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Zum Verfahren

4 x 50 cm Breite) nebeneinander unterzubringen sind, ergänzt um schriftliche

– nicht visualisierbare – Erläuterungen auf maximal zwei Seiten DIN A4, wenn

nötig mit Hängeplanskizze. Modelle sollen nicht eingereicht werden. Freigestellt

wird indessen die Abgabe von (digitalen) Fotos von Plänen und Modellen, seien

es Arbeits- oder Präsentationsmodelle. Auf die Hängepläne der Fachbereiche ist

Rücksicht zu nehmen.

Die Verpackung der eingereichten Wettbewerbsarbeiten (Rollen, Mappen, Umschläge

u.a.) muss außen – gut sichtbar – die Fachsparte/Fachsparten oder Kooperationsaufgaben,

die Kennziffer und eine Auflistung der Bestandteile der eingereichten

Arbeit enthalten. Der/die Wettbewerbsverfasser muss/müssen seine/

ihre Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der

gleichen Kennzahl und der Fachsparte/Fachsparten oder Kooperationsaufgaben

angeben, mit der er/sie seine/ihre Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat/haben.

Arbeitsgruppen werden gebeten, eine Kontaktanschrift anzugeben. Die eingereichten

Unterlagen werden vom AIV mit Sorgfalt behandelt. Bei außergewöhnlichen

Beschädigungen muss eine Haftung auf maximal € 100,- je Wettbewerbsarbeit

begrenzt werden. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung mit

seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der

gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet

hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.

Rückfragen und Kolloquium

Rückfragen zur Auslobung können schriftlich per E-Mail gestellt werden und

müssen bis zum 12.11.2010 unter dem Kennwort „AIV-Schinkel-Wettbewerb

2011“ bei folgender E-Mail-Adresse: mail@aiv-berlin.de eingegangen sein. Bei den

Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Ausschreibung, auf die sie

sich beziehen, Bezug zu nehmen. Die Beantwortung der Rückfragen wird bei

einem geplanten Rückfragenkolloquium am 19. November 2010 erfolgen. Am darauffolgenden

Tag wird es voraussichtlich ein zusätzliches Symposium geben, in

dessen Rahmen Fachvorträge und Gebietsbegehungen erfolgen sollen. Einzelheiten

hierzu werden zeitnahe auf der Website veröffentlicht.

Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen

Unterlagen des Wettbewerbs sind die vorliegende Ausschreibung und die im letzten

Kapitel aufgeführten Online-Dateien. Literaturempfehlungen sind der Ausschreibung

ebenfalls beigefügt.

Austauschplattform

Für die Dauer des Wettbewerbes können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

eine internetbasierte Austauschplattform nutzen. Die Plattform ermöglicht:

- das Erstellen individueller Profile

- das Erstellen von eigenen Gruppen

- das Publizieren von Dateien, Bildern, Texten und Filmen

- das Initiieren von Diskussionen

- die Teilnahme an Diskussionen.

Die Wettbewerbteilnehmerinnen und -teilnehmer können diese Plattform nutzen,

um eine Kooperation mit anderen Kollegen zu initiieren.

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AIV

Schinkel-Wettbewerb

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Zum Verfahren

Anmeldung

Die Inhalte der Plattform sind nur für angemeldete Nutzer sichtbar. Zur Nutzung

der Plattform ist eine Anmeldung unter der Adresse http://berlinmitte.mixxt.de

erforderlich. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden vom AIV zur Teilnahme

eingeladen. Zur Anmeldung ist die gleiche Emailadresse zu nutzen, wie bei der

Anmeldung zum Wettbewerb.

Moderation

Die Plattform wird moderiert. Beiträge und Materialien, die nicht den Wettbewerb

betreffen, können entfernt werden. Es dürfen nur Materialien veröffentlicht

werden, deren Urheberrechte vorliegen. Karten, Abbildung, Filme und Fotografien,

dessen Urheberrechte bei Dritten liegen, werden entfernt.

Geforderte Leistungen

Die geforderten Leistungen sind in Papierform sowie als CD-Rom mit druckbaren

pdf-Dateien aller Blätter zu erbringen.

Hängefläche

Es ist zu berücksichtigen, dass für jede Arbeit eine Stelltafel von 1,50 m Höhe

und 2,00 m Breite zur Verfügung steht. Für eine Kooperationsarbeit stehen zwei

Stelltafeln zur Verfügung.

Beurteilungsverfahren und Vorprüfung

Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges vorgeprüft.

Dem Schinkel-Ausschuss werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe

zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem

Schinkel-Ausschuss vorbehalten.

Preise

Im AIV-Schinkel-Wettbewerb 2011 können Preise in den genannten Fachbereichen

und Querschnittsthemen vergeben werden, die sich inhaltlich in die

nachfolgenden Fachsparten unterteilen lassen:

- Architektur: Architektur, Bauen im Bestand, Konstruktiver Ingenieurbau

- Städtebau: Stadtplanung, Natur- und Umweltschutz, Landschaftsplanung,

Wasserbau

- Landschaftsplanung: Natur- und Umweltschutz, (Konstruktiver) Ingenieurbau,

Landschaftsarchitektur, Wasserbau

- Verkehrswesen: Verkehrsplanung, Konstruktiver Ingenieurbau, Bahnwesen

- Bauingenieurwesen: Architektur, Technische Gebäudeausrüstung,

Konstruktiver Ingenieurbau

- Querschnittsthemen: Kunst und Bauen, Restauration, Denkmalpflege

Wie bereits aufgeführt, kann in den fünf Fachbereichen sowie in den Querschnittsaufgaben

jeweils ein Schinkelpreis verliehen werden. Weitere Auszeichnungen

und Sonderpreise (VBI, Deutscher Beton- und Bautechnikverein, Restauratoren

im Handwerk e.V., Schwäbischer AIV Augsburg, Lenné-Akademie für Gartenbau

und Gartenkultur e.V. u.a) sind möglich. Das Reisestipendium der Pysall-Stiftung

wird zusätzlich verliehen.

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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Zum Verfahren

Die Fachbereiche empfehlen die Verleihung des Schinkelpreises oder von Anerkennungs-

und Sonderpreisen mit Mehrheit. Der Schinkelausschuss entscheidet

mit Mehrheit über die Verleihung von Schinkel-, Anerkennungs- und Sonderpreisen

unter Ausschluss des Rechtsweges. Er kann auch eine andere Verteilung beschließen.

Die Preise und Anerkennungen werden nach Entscheidung des Schinkel-Ausschusses

unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt.

Insgesamt stehen für Schinkelpreise, Anerkennungs- und Sonderpreise in Höhe

von ca. € 16.000 zur Verfügung. Die Zusagen der öffentlichen Förderer stehen

unter haushaltsrechtlichen Vorbehalten. Müssen diese Vorbehalte bestätigt bzw.

Zusagen zurückgenommen werden, stehen somit weniger Fördermittel als angegeben

zur Verfügung. Hierauf würde der Schinkelausschuss bei der Vergabe der

Schinkel- und Anerkennungspreise kurzfristig im Rahmen der dann verfügbaren

Fördermittel reagieren. Dies bedeutet, dass Preise möglicherweise nur im eingeschränkten

Maß gezahlt, ggf. Anerkennungspreise nur mit Urkunden ausgezeichnet

werden können.

Über die Preise und Anerkennungen hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen.

Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist in den genannten Beträgen

enthalten.

Weitere Bearbeitung

Der AIV-Schinkel-Wettbewerb wird als Förderwettbewerb zur Förderung der

fachlichen Entwicklung für junge Architekten und Ingenieure sowie Studierende

und Absolventen der entsprechenden Fachrichtungen ausgeschrieben. Er wird

daher nicht nach den Regeln der RWP 2008 durchgeführt, orientiert sich jedoch

an diesen Richtlinien. Aufkommende Ansprüche an die Aufgabenstellung, die

sonst an Realisierungswettbewerbe gestellt werden, gehen hier an den Wettbewerbszielen

vorbei.

Eigentum und Urheberrecht

Die Wettbewerbsarbeiten der Sieger (mit Schinkelpreis, Anerkennung oder Sonderpreis)

gehen in den Besitz des AIV zu Berlin über und werden archiviert.

Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem

Verfasser erhalten.

Der AIV ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss

des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und

(auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.

Andere Arbeiten sollten am Ende der Ausstellung abgeholt werden. Nach

Ablauf von sechs Wochen (nach Beendigung der Ausstellung) werden nicht abgeholte

oder nicht rückgeforderte Wettbewerbsarbeiten entsorgt.

Verfassererklärung

Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbewerbsteilnehmer

und -telnehmerinnen, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten

und gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt

sind. Die Verfassererklärung liegt als Formular unter www.aiv-berlin.de.

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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Zum Verfahren

Bekanntgabe des Ergebnisses/ Ausstellung der Arbeiten

Das Ergebnis des Wettbewerbs wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, deren

Arbeit mit einem Preis oder einer Anerkennung ausgezeichnet wird, unmittelbar

nach der Entscheidung des AIV-Schinkel-Ausschusses mitgeteilt. Allen Anderen

wird das Ergebnis durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls mitgeteilt sowie

in der Öffentlichkeit über die Presse bekannt gegeben. Des Weiteren werden

die Ergebnisse unter www.aiv-berlin.de zu finden sein.

Die Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter

und Sonderfachleute, den Preisen und Anerkennungen, der Aufnahme in die engere

Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort

und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse

bekannt gegeben.

Haftung und Rückgabe

Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober

nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die eingereichten Unterlagen

werden vom AIV zu Berlin mit Sorgfalt behandelt. Bei außergewöhnlichen

Beschädigungen muss eine Haftung auf maximal € 100,- je Wettbewerbsarbeit

begrenzt werden.

Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu

einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, beim AIV zu Berlin abgeholt

werden. Sind diese Arbeiten, trotz einer Erinnerung sechs Wochen nach dem

genannten Termin nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass

die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben

und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren.

Die Rücksendung der nicht prämierten Arbeiten von Teilnehmern, die nicht in

Berlin ansässig sind, erfolgt zu Lasten des Teilnehmers und nur dann, wenn die Arbeiten

in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung eingereicht

wurden.

Termine

Aufgabenausgabe ab 27. September 2010

(auf der AIV- Website)

Rückfragenkolloquium Freitag 19. November 2010

Symposium Samstag 20. November 2010

Abgabe Wettbewerbsbeiträge Montag 24. Januar 2011

von 9 bis 16 Uhr oder

per Post (Datum Poststempel )

Vorprüfung 14.-16. Februar 2011

Fachsparten-Sitzungen 17. bis 18. Februar 2011

Schinkelausschuss (Jury-Sitzung ) 19. Februar 2011

156. Schinkelfest Sonntag, 13. März 2011

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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IV Preisgericht und Vorprüfung

Jury

Jury im Sinne dieses Wettbewerbs ist laut Statut der AIV-Schinkel-Ausschuss.

Neben den laut Statut gesetzten Mitgliedern werden die Mitglieder des Ausschusses

gewählt. Zusätzlich können auch in jedem Jahr besondere Sachverständige

zugewählt werden.

Mitglieder It. Statut

Semmer, Manfred Dr.-Ing.

AIV zu Berlin

Baumgart, Christian Dipl.-Ing.

Verband Deutscher Architekten-

und Ingenieurvereine

Darge, Joachim Dipl.-Ing.

AIV zu Berlin

Kaula, Renate Dipl.-Ing.

Verband Beratender Ingenieure

VBI, Förderverein e.V.

Fingerloos, Frank Dr.-Ing.

Deutscher Beton- und

Bautechnik-Verein e.V.

Doehler-Behzadi, Marta Dr.-Ing

Bundesministerium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung

Ihrig, Gerhard Prof. h.c. Dipl.-Ing.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung,

i.V. für OPA/ BMVBS

Lüscher, Regula Senatsbaudirektorin

Senatsverwaltung für

Stadtentwicklung Berlin

Neu, Peter Dipl.-Ing. Ministerialrat

Oberprüfungsamt/ BMVBS, Bonn

Pluta, Hans-Jürgen

Lenné-Akademie für Gartenbau

und Gartenkultur e.V.

Pysall, Hans-Joachim Dipl.-Ing.

Hans-Joachim-Pysall-Stiftung

Nielsen, Karl-Peter Dr.-Ing.

Baukammer Berlin

Rothe, Annemarie Dipl.-Ing.

Verband Restaurator

im Handwerk e.V.

Weise, Wolfgang Dipl.-Ing.

Schwäbischer Architekten- und

Ingenieurverein Augsburg e.V.

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

Vorsitz Schinkelausschuss

Norten, Rainer Dr.-Ing.

Semmer, Melanie Dr.-Ing.

AIV zu Berlin

Gastpreisrichter 2011

Braum, Michael Prof. Dipl.-Ing.

Bundesstiftung Baukultur

Gengnagel, Christoph Prof. Dr.-Ing.

Universität der Künste Berlin

Grüntuch-Ernst, n.n. Dipl.-Ing.

Grüntuch Ernst Architekten

Honerla, Martin

Kuratorium des Architekten-

und Ingenieur-Vereins zu Berlin

Kahlfeldt, Petra Prof. Dipl.-Ing.

Kuratorium des Architekten-

und Ingenieur-Vereins zu Berlin

Kneer, Olaf Dipl.-Ing.

Architectural Association London

Neumann, Klaus Prof. Dr.-Ing.

Kuratorium des Architekten-

und Ingenieur-Vereins zu Berlin

Schuster, Wolfgang Prof. Dr. h.c.

Kuratorium des Architekten-

und Ingenieur-Vereins zu Berlin

Willemeit, Thomas Dipl.-Ing.

Graft Berlin

Zillich, Klaus Prof. Dipl.-Ing.

Technische Universität Berlin

Organisation

Geschäftsstelle

Pfeiffer, Renate

AIV zu Berlin

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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Preisgericht und Vorprüfung

Schinkelausschuss Mitglieder

Städtebau

Aminde, Hans-Joachim Prof. Dr.-Ing.

Brenn, Peter Dipl.-Ing.

Heitele, Bernhard Dipl.-Ing.

Hobusch, Tom Dipl.-Ing.

Kaul, Hannelore Dipl.-Ing.

Kendel, Hermann Prof. Dipl.-Ing.

Krause, Ludwig Dipl.-Ing.

Kühn, Bernd Dipl.-Ing.

Mensing-de Jong, Angela Dipl.-Ing.

Metz, Jens Dipl.-Ing.

Nagler, Heinz Prof. Dipl.-Ing.

Noack, Konstanze Dipl.-Ing.

Ostendorff, Peter Dipl.-Ing.

Zahiri, Cyrus Dipl.-Ing.

Landschaftsarchitektur

Becher, Holm Dipl.-Ing.

Böhm, Ulrike Dipl.-Ing.

Daldrop-Weidmann, Monika Prof.

Dietrich, Thomas Dipl.-Ing.

Gottfriedsen, Hendrik Dipl.-Ing.

Hube, Elke Dipl.-Ing.

Hutter, Barbara Dipl.-Ing.

Klapka, Axel Dipl.-Ing.

Mahler, Erhard Dipl.-Ing.

Müller, Cornelia Dipl.-Ing.

Profé, Beate Dipl.-Ing.

Schwarz, Christiane Dipl.-Ing.

Weidinger, Jürgen Dipl.-Ing.

Verkehrswesen u. Straßenbau

Garben, Manfred Dipl.-Ing.

Guggenthaler, Heribert Dipl.-Ing.

Richter, Thomas Dipl.-Ing.

Schumann, Robert Dipl.-Ing.

Verkehrswesen u. Bahnwesen

Freystein, Hartmut Dipl.-Ing.

Hübner-Kosney, Erhard Dipl.-Ing.

Kruse, Bernd Dipl.-Ing.

Lemnitz, Rüdiger Dipl.-Ing.

Walf, Fabian Dr.-Ing.

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Architektur

Baller, Inken Prof. Dipl.-Ing.

Eisenloffel, Karen Prof. MA

Engelbrecht, Philip Dipl.-Ing.

Fleckenstein, Ralf Dipl.-Ing.

Hartleben, Rolf Dipl.-Ing.

Hastenteufel, Markus Dipl.-Ing.

Hebert, Saskia Dipl.-Ing.

Hicsasmaz, Ayse Zeynep Dipl.-Ing.

Jäger, Dagmar Prof. Dr.-Ing.

Kaindl, Stephanie Dipl.-Ing.

Klooster, Thorsten Dipl.-Ing.

Krapf, Eva Dipl.-Ing.

Nöfer, Tobias Dipl.-Ing.

Pflitsch, Manfred Dipl.-Ing.

Pysall, Justus Dipl.-Ing.

Sauerzapfe, Martin Dipl.-Ing.

Schädler, Michael Dipl.-Ing.

Seeger, Almut Dipl.-Ing.

Steinweg, Reinhart Dipl.-Ing.

Konstruktiver Ingenieurbau

Desczyk, Dieter Dipl.-Ing.

Franz, Stefan Dr.-Ing.

Geißler, Karsten Prof. Dr.-Ing.

Hoth, Ralf Dipl.-Ing.

Kickler, Jens Prof. Dr.-Ing.

Ripke, Henry Dipl.-Ing.

Schlaich, Michael Prof. Dr.-Ing

Schmackpfeffer, Heinz Prof. Dr.-Ing.

Technische

Gebäudeausrüstung

Hanisch, Jens Dipl.-Ing.

Kretschmer, Thomas Prof. Dr.-Ing.

Kunst und Bauen

Günther, Katrin Dipl.-Ing.

Hannibal, Thomas Dipl.-Ing.

Hasse, Dieter Dr.

Lemburg, Peter Dr.phil.

Schmidt, Olaf Dr.-Ing.

Thünker, Lotte Dipl.-Ing.

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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V Aufgabenstellung

Einführung

Der 156. Schinkel-Wettbewerb thematisiert Entwicklungsperspektiven universitärer

Strukturen. Dabei geht es einerseits um Modelle des wissenschaftlichen

Arbeitens, andererseits um die Frage der Restrukturierung räumlicher Organisationsformen

des universitären Alltags. Zu fragen ist, wie sich die fakultätsorientierten

Räume zu offenen und vernetzten Strukturen transformieren lassen. Für

den innerstädtischen Campus der TU / UdK in der Berliner City-West sollen

exemplarisch zukunftsfähige bauliche Visionen entworfen werden, die die Potentiale

der innerstädtischen Lage aufgreifen und entwickeln – auch mit dem Ziel,

die Universitäten stärker mit dem städtischen Alltag zu verknüpfen.

Wettbewerbsgebiet

Das Wettbewerbsgebiet wird entsprechend dem beigefügten Kartenmaterial wie

folgt begrenzt:

- Osten: Zoologischer Garten, Bahnhof Zoo

- Süden: Hardenbergstasse

- Westen: Ernst-Reuter-Platz, Marchstrasse

- Norden: Landwehrkanal einschließlich Schleuseninsel.

Städtebauliche Entwicklung und aktueller Zustand

Die Technische Universität Berlin entstand 1879 durch den Zusammenschluss verschiedener

Vorläufereinrichtungen wie der Bauakademie, der Bergakademie und

dem Königlichem Gewerbeinstitut. Als Standort für die entsprechenden Hochschulbauten

wurde das Gelände südlich der heutigen Straße des 17. Juni gewählt.

Als „Stadtrandcampus“ um einen kleinen Park herum entstanden drei schlossähnlich

repräsentative Hochschulbauten: das Haupt- und das Chemiegebäude der

damaligen Technischen Hochschule sowie westlich angrenzend die Hochschule

der Bildenden Künste. Zu den Bauten aus der Übergangszeit zwischen 19. und

20. Jahrhundert gehören auch der Erweiterungsbau am Hauptgebäude sowie die

Maschinenbaulaboratorien und das Heizhaus entlang der Fasanenstrasse. Neben

dem Hauptgebäude sind im „Kerngelände“ der TU die wichtigsten Gebäude ihrer

Natur- und Ingenieurwissenschaften versammelt. Das Physikgebäude im Campusinneren

entstand in den 1930er Jahren und wurde in den 1970er Jahren für den

Neubau der Bauingenieure aufgestockt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hochschul-Standort um die nördlich

der Strasse des 17. Juni liegenden Flächen ergänzt. Das „TU-Nordgelände“ entstand

als offenes Stadtfeld in Anlehnung an die Städtebaukonzeption der Moderne.

Innerhalb eines vorwiegend orthogonal organisierten Gefüges aus Solitärbauten

und Freiflächen blieben einige Vorkriegsbauten als Fragmente erhalten.

Zu den Neubauten gehörten die Institute für Elektrotechnik, Telekommunikation,

Heizung und Lüftung, flugtechnische Institute sowie Institute für Mathematik und

Technische Chemie. Der südwestliche Abschluß der Bebauung bildet das Architekturgebäude

am Ernst-Reuter-Platz. Das Architekturgebäude von Bernhard

Hermkes sowie die Gebäude für die Fachrichtungen Bergbau- und Hüttenwesen,

Technische Chemie (beide Willy Kreuer) und die Versuchsanstalt für Wasser- und

Schiffsbau (Ludwig Leo) gehören zu den herausragenden Bauten der Nachkriegsmoderne.

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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Aufgabenstellung

Die Mitte beider Campusbereiche wurde in den 1950er Jahren durch die Landschaftsarchitektin

Herta Hammerbacher als offene Freiflächen gestaltet. Durch

eine schrittweise Nachverdichtung ab den 1970er Jahren ist eine Vielzahl von

Ergänzungsbauten entstanden, die die ursprüngliche städtebauliche Konzeption

überlagern. Inzwischen ist eine Vielzahl der Hochschulbauten vor allem im Nordgelände

von Grund auf zu modernisieren. Für das Hauptgebäude und das Chemiegebäude

im Stammgelände ist die Modernisierung nahezu abgeschlossen.

Heute präsentieren sich das Nord- und Hauptgelände als ein introvertiertes

Patchwork aus Gebäuden und Freiflächen. Nach außen werden die beiden Flächen

durch lange und wenig durchlässige Stadtkanten eingefasst. Beiden Campusbereichen

fehlt eine erlebbare Mitte als Freiraum für Treff, Aufenthalt und

Austausch. Im Inneren setzen sie sich aus einer Vielzahl von Teilräumen zusammen

– Gebäude, Repräsentations-, Erholungs-, Anlieferungs- und Lagerflächen

liegen beziehungslos nebeneinander. Der labyrinthische Charakter der Flächen

wird verstärkt durch schwer auffindbare Ein- und Durchgänge zwischen Stadt-

und Campusgelände sowie Verschwenkungen und Engstellen in den Hauptwegen.

Dementsprechend schwer fällt Passanten und Studienanfängern die Orientierung.

Zu den jüngsten Neubauten gehört die Volkswagen Universitätsbibliothek, die in

den Jahren 2002-04 durch die Architekten Lothar Jeromin und Walter A. Noebel

errichtet wurde und seitdem von der TU und der UdK gemeinsam genutzt wird.

Östlich der Fasanenstrasse gelegen bilden die Neubauten den Auftakt zu den sich

südöstlichen anschließenden Hochschul-Erweiterungsflächen. Zur Dokumentation

der verschiedenen Planungsetappen sind der Ausschreibung historische Pläne

und der aktuelle Masterplan beigefügt.

Dieser wurde 2009 vom Berliner Senat für den Campus der beiden Hochschulen

in der City West als „sonstige städtebauliche Planung” gemäß Baugesetzbuch

beschlossen. Damit existiert neben den Leitlinien eine Grundlage für die künftige

Entwicklung dieses Bereichs. Als städtebaulicher Rahmenplan hält der Masterplan

zentrale Handlungsoptionen und Aufgaben für das Land Berlin, die beteiligten

Bezirke, die Universitäten und die Akteure der Wirtschaft, fest. Das betrifft:

- Investitionsprojekte auf und um den Campus und auf öffentlichen Flächen des

Landes

- weitere Planungsschritte und städtebauliche Verfahren

- Standortplanungen, Neuordnungen

- Projekt- und Objektplanungen des Neubaus und der Sanierung

- ein koordiniertes Entwicklungsmanagement.

Der Masterplan ist kein einzelner Plan. Er besteht aus einem ganzen Kompendium

von Plänen zu Konzeptschichten, die sich aufeinander beziehen, und Vertiefungen

für einzelne Teilräume. So stellt beispielsweise der Strukturplan die wesentlichen

Ziel- und Handlungskomponenten dar, während der Plan zum städtebaulichen

Konzept eine städtebaulich-freiraumplanerische Darstellung wiedergibt, die ins

Planwerk Innenstadt übertragen wird, um auch dort die Leitideen zu dokumentieren.

Ein ergänzendes Maßnahmen- und Handlungskonzept dient der Umsetzung.

Je nach Ort und Thematik trifft der Masterplan Aussagen zur kurz-, mittel-, und

langfristigen Entwicklung des Gebiets. Er bildet damit bereits die Grundlage für

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

20


Aufgabenstellung

den anstehenden Neubau der Technischen Universität, das Forschungszentrum

für Maschinenbau und Informatik. Ähnliches gilt für das Umfeld des einst geplanten

Aussichtsrades an der Hertzallee, wo ein Bebauungsplan aufgestellt wurde.

Hierfür bildet er die Grundlage der notwendigen städtebaulichen Vertiefungsstudie.

Darüber hinaus ist der Masterplan konzeptionelle Grundlage des Verfahrens

NAVI BC. Da der Masterplan vor allem die grundsätzlichen Ziele aufzeigt, muss

er in Teilen kontinuierlich vertieft, aktualisiert und fortgeschrieben werden.

(Vgl. www.stadtentwicklung-berlin.de.)

Die Bauten auf der Schleuseninsel

Auf der Schleuseninsel, gelegen dort, wo der Landwehrkanal das Ostgelände der

TU am Rande durchfließt, liegt eine rätselhaftes und doch den Blick fesselndes

Bauwerk, sichtbar von den umgebenden Straßen, und doch kann man sich ihm

nicht nähern. Es handelt sich um den markanten Umlaufkanal des denkmalgeschützen

Erweiterungsbau der Versuchsanstalt für Wasser- und Schiffsbau (Architekt:

Ludwig Leo, Bauzeit 1975-76). Der weltweit größte, vertikal angeordnete

Umlauftank (auch UT2 genannt) mit seiner 8m-Röhre hat ein Fassungsvermögen

von 3.300 t Wasser, darauf aufgeständert ist das fünfgeschossige Institut mit Galerien,

die die 11m langen Messtrecke im oberen Teil der Röhre umgeben. In den

älteren, umliegenden Hallen befinden sich ebenfalls Forschungseinrichtungen des

Wasserbaus, u.a. zwei lange Seegangsbecken, Nachfolgebauten des bereits im Jahr

1903 errichtete Versuchskanals für Strömungsversuche für den Schiffsbau. Die

250m lange Tiefwasserrinne mit dem Schnellschleppwagen und der Seegangseinrichtung

stellte ebenfalls ein bedeutendes Versuchsfeld dar. Insgesamt dokumentieren

die vorhandenen Bauten und Einrichtungen 100 Jahre Wasserbauforschung

auf der Schleuseninsel.

Der Landwehrkanal wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Peter Josef Lenné

als Entlastungskanal für die Spree erbaut. Heute bildet der Kanal mitten im urbanen,

dicht besiedelten Stadtraum ein grünes Band, das eines der wertvollsten

Naherholungsgebiete Berlins darstellt. Der 11 km lange Landwehrkanal ist eine

Wasserstraße der Klasse I; heute dient er vornehmlich der Tourismusschifffahrt

und dem Sportbootverkehr. Nach der Wiedervereinigung und dem Ende der

Grenzsituation boomt der Wassertourismus mit ca. 1,1 Mio. Fahrgästen auf rund

800 Fahrgastschiffen und rund 5000 Sportbooten (2008 - Quelle: Wasser- und

Schifffahrtsverwaltung des Bundes: www.wsv.de). Im südlichen Arm des Landwehrkanals

entlang der Ostseite der Schleuseninsel liegt die „Unterschleuse“

des Landwehrkanals (Kammerabmessungen: 8,47m x 60,00 m, Fallhöhe 1,35m).

Auf dem südlichen Ufer der Schleuse zwischen S-Bahnüberführung und Zoologischer

Garten befindet sich der „Schleusenkrug“, ein beliebtes Gartenlokal.

Im Zuge der Revision und Restrukturierung des TU/UdK-Geländes als zeitgemäßer

und mit den städtischen Orten und Funktionen zu verknüpfender Hochschulort,

die insbesondere im Ostgelände mit einer Erweiterung mit Neubauten

wissenschaftsaffiner Ergänzungen von Forschung und Lehre einhergehen, soll

auch das Gebäudeensemble auf der Schleuseninsel einer Transformation unterzogen

werden. Die Aufgaben des diesjährigen AIV-Schinkel-Wettbewebs in der

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Schinkel-Wettbewerb

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Aufgabenstellung

Fachsparte Konstruktiver Ingenieurbau und in den Kooperationen mit Architektur

und Ingenieurbau wollen dazu anregen, zukunftsfähige bauliche Visionen für

diesen Ort und seine Bauten zu finden, die für die Universität neue Nutzungen

aufnehmen und dabei dem Charakter der Gebäude gerecht werden.

Ein wesentliches Ziel des Wettbewerbs ist die Forderung, die Sichtbarkeit der

Universität und die Vernetzung mit der Stadt zu verbessern. Das im Erscheinungsbild

skurrile Ingenieurbauwerk kann im Zusammenhang mit neuen Ergänzungen

eine Antwort geben – es erzeugt bereits im aktuellen, vernachlässigten

Zustand Neugier auf Ingenieurwissenschaft. Der derzeit gültige Masterplan für

den Uni Campus City West sieht vor, die verwunschene Schleuseninsel zu einer

„Top-Adresse“ für die Universitäten und die Kreativwirtschaft umzuwandeln,

und benennt sie „LEO – Insel für Kunst mit Technik“. Dafür ist die bestehende

Erschließung auf der östlichen Spitze der Insel unzureichend. Die im Lageplan erkennbare

Stahlgitter- und Röhrenbrücke auf der Südseite ist ein Institutseingang

und führt nur in das Gebäude, der Umweg unter der S-Bahn zur Südspitze der

Insel ist unübersichtlich. Von der „Unimeile“, die Straße des 17. Juni im Norden,

ist ebenfalls der Zugang mit einem langen Fußweg und der Unterquerung der

S-Bahn gegeben. Die Bauten der Insel versperren ebenfalls den Weg – nebeneinander

liegen die beiden Hallen der Seegangsbecken, die über die gesamte Länge

der Insel erstrecken – und eine Nord-Süd Querung der Insel ist außerhalb der

Gebäude zur Zeit nur an der Ostspitze möglich. Es kommt hinzu, dass die Fluchtwegsituation

aus dem Leo-Bau für eine Umnutzung mit hohen Nutzer- bzw. Besucherzahlen

nicht geeignet ist, da der zweite Fluchtweg nur über eine hohe und

schmale Wendeltreppe an der Nordseite sichergestellt ist.

Aufgabenbereiche

Neben den Aufgabebereichen der klassischen Fachsparten werden auch Querschnittsthemen

und Kooperationen bewertet. Mit sämtlichen Teilaufgaben wird

zu einer kreativen und mutigen Gestaltung der Universitätsbereiche in der City

West aufgerufen, mit der die bereits angelaufene Kontroverse befördert und

junge Lösungsansätze, Anregungen und lebhafte Reaktionen geschaffen werden

sollen.

Die Aufgabenstellungen zu den einzelnen Fachsparten werden bewusst zum Teil

offen gehalten. Ausdrücklich erwünscht sind unterschiedliche Haltungen und Herangehensweisen

sowie der Dialog und die Kooperation mit benachbarten Fachdisziplinen.

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Schinkel-Wettbewerb

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V.1 Teilaufgabe Städtebau (S)

Stadtoffener Campus in der City-West:

Ein Masterplan zur Neuordnung und Erweiterung

Für die TU Berlin und die angrenzende UdK Berlin ist ein Masterplan zu entwickeln,

der Wissenschaftsimpulsen entsprechenden Raum für Umbau und Erweiterungen gibt.

Dabei soll das bestehende Gefüge aus Bauten und Freiflächen einer kritischen Revision

unterzogen werden. Gesucht werden Ideen und Konzepte für einen zeitgemäßen

Hochschul-Standort. Gleichzeitig sollen Hochschule und Stadt stärker miteinander verknüpft

werden.

Das Campusgelände der Technischen Universität und der Universität der Künste

liegt als Enklave im Spannungsfeld zwischen dichten Gründerzeitquartieren und

dem Tiergarten.

Der diesjährige AIV-Schinkel-Wettbewerb untersucht Möglichkeiten zur Neuinterpretation

und Weiterentwicklung dieses Areals. Gesucht werden Ideen und

Konzepte für einen zeitgemäßen Hochschulstandort, der sich zu den umgebenden

Stadt- und Landschaftsräumen öffnet. Dabei soll das bestehende Gefüge aus

Bauten und Freiflächen einer kritischen Revision unterzogen werden. Zu den

wesentlichen städtebaulichen Entwurfszielen gehört eine nachvollziehbare räumliche

Ordnung, die Stadt- und Hochschulflächen stärker miteinander verknüpft,

die Zugänglichkeit und Durchlässigkeit der Campusbereiche verbessert sowie

ihre Aufenthaltsqualität erhöht.

Gleichzeitig bieten die neu zur Verfügung stehenden Flächen südöstlich der Volkswagen

Universitätsbibliothek die Chance, den Hochschulstandort zu erweitern

und mit neuen inhaltlichen Schwerpunkten zu besetzen. Innerhalb einer robusten

Grundstruktur soll ein Gefüge aus prägnanten und attraktiven Nutzungen etabliert

werden, die sich gleichermaßen an die Stadt- wie auch an die Hochschul-

Öffentlichkeit richten.

Haupt- und Nord-Campus

Im Nord- und Hauptgelände bieten die beiden grünen Campusbereiche wichtige

Anknüpfungspunkte für eine räumliche Qualifizierung. In ihrer ursprünglichen

Konzeption waren sie als großzügige, baumbestandene Freiräume zur Erholung

und Kontemplation vorgesehen. Innerhalb der beiden Campusbereiche lassen

sich etwas versteckt zwei lineare Raumfragmente ausmachen, die als Ordnungs-

und Orientierungselemente dienen können. Dazu gehören die ehemalige Hertzallee

zwischen Fasanenstrasse und Ernst Reuter Platz sowie die Nord-Süd-Achse

zwischen Mathematik- und Chemiegebäude auf dem Nordgelände.

Eine stärkere Öffnung der Campusbereiche zu den Uferbereichen entlang des

Landwehrkanals und zum Tiergarten ist wünschenswert. Das Einsteinufer entlang

des Nordgeländes kann dazu vom Durchgangsverkehr entkoppelt werden.

Gleichzeitig sollen wesentliche Übergangsbereiche zu den angrenzenden Stadtbereichen

akzentuiert werden. Zu den wichtigsten Übergangsbereichen gehören

der Steinplatz, die Kreuzung zwischen Knesebeck- und Hardenbergstrasse, der

Ernst-Reuter-Platz sowie die Straße des 17. Juni.

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Schinkel-Wettbewerb

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Teilaufgabe Städtebau (S)

In diesem Zusammenhang ist auch die Verbindung zwischen den drei Campusbereichen

Nord, Mitte und Ost zu verbessern. Zu prüfen ist, ob die Stellplätze

entlang der Straße des 17. Juni reduziert werden können. Die Fasanenstrasse im

Übergang zwischen Haupt- und Ostgelände kann vom Durchgangsverkehr entkoppelt

werden. Entlang der nördlichen Seite sind Möglichkeiten aufzuzeigen, um

die Abriegelung des Hauptgeländes durch die alten Maschinenhallen (Kraftfahrzeugtechnik

und Bahnwesen) zu überwinden.

Im Sinne einer größeren Durchlässigkeit zu den umgebenden Stadt- und Landschaftsbereichen

hin können ausgewählte Bauten verändert oder zurückgebaut

werden. Eingriffe in die bestehende Bausubstanz sollten minimal und präzise ausfallen.

Die dazu aus der Sicht des Auslobers geeigneten Gebäude sind auf einer

Karte zusammengestellt (siehe Planunterlagen). Die durch den Rückbau verlorengegangenen

Nutzflächen sind innerhalb des Gesamtkonzeptes an anderer

Stelle nachzuweisen.

Beide Campusbereiche sind insgesamt immer noch stark von Randbedingungen

des motorisierten Individualverkehrs geprägt. Demgegenüber soll ihre Nutzbarkeit

und Erlebnisqualität aus der Fußgängerperspektive gestärkt werden.

Ost-Campus

Zwischen Bahnhof Zoo, Landwehrkanal, Fasanen- und Hertzallee steht das gesamte

Ostgelände mit Ausnahme des Zoo-Wirtschaftsgebäudes und der Volkswagen

Universitätsbibliothek für eine Neuplanung zur Verfügung. Die Institutsbauten

entlang der Müller-Breslau-Straße können zurückgebaut werden (siehe

Planunterlagen). Durch seine Nähe zum Zentrum der City West eignet sich der

Standort besonders für Nutzungen und Angebote, die sowohl für die Hochschulen

wie auch für die Stadtöffentlichkeit von Bedeutung sind. Für das Gebiet soll

ein städtebauliches Gerüst entwickelt werden, das einprägsame öffentliche Räume

anbietet. Dabei sind die sehr unterschiedlichen Ränder des Areals zu berücksichtigen.

Dazu gehören

- die Nordwest-Seite des S- und Regional-Bahnhofs Zoologischer Garten

als typische Bahnhofsrückseite

- das Ufer entlang des Landwehrkanals mit seiner besonderen Lagegunst

am Übergang zum Tiergarten

- die Fasanenstrasse, die mit ihrer Randbebauung den Übergang zum

Stammgelände versperrt

- und das Baufeld zwischen Hertz-Allee und Hardenbergstrasse, das auf die Mög

lichkeiten der Durchwegung und der Nachverdichtung hin zu überprüfen ist.

Die Fläche des Ost-Campus umfasst 15 ha und erlaubt Geschossflächen von

mindestens 150.000 qm. Von besonderer Bedeutung ist die Etablierung von Nutzungen,

die sich als Angebot sowohl an die Hochschul- wie auch an die Stadtöffentlichkeit

richten. Dazu gehören eine Ausstellungshalle für Kunst- und Wissenschaftspräsentationen

sowie eine Lese- und Lernlandschaft. Insbesondere die

Lese- und Lernlandschaft kann in einer räumlichen und funktionalen Verbindung

zur VW-Hochschulbibliothek stehen.

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AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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Teilaufgabe Städtebau (S)

Weitere mögliche Nutzungen für das Areal sind hochschulnahes Wohnen, ein

Aufbau- und Verfügungszentrum mit Büroflächen sowie Hochschulbauten für

Lehre und Forschung einschließlich Hallen-Werkstätten, Versuchsanlagen und

Maschinenhallen. Unterstützende Angaben zu den Gebäudetypen sind im Anhang

beigefügt. Die hier aufgeführten Funktionen sind als Anregungen zu verstehen.

Ergänzend zu den Nutzungsvorschlägen ist zu berücksichtigen, dass Forschungsziele

und -verbünde einem rascheren Wandel unterliegen als die entsprechenden

baulichen Strukturen. Zuschnitt und Dimension der Baufelder sind daher

so zu wählen, dass zukünftig verändernde Rahmenbedingungen und Nutzungen

berücksichtigt werden können.

Das für das Riesenrad vorgehaltene Grundstück bleibt, auch nach der anstehenden

Nutzungsänderung, in privater Hand. Neben Wissenschafts- oder Wirtschaftsbauten

mit Hochschulbezug sind auf dieser Fläche auch andere, die Hochschule

sinnvoll ergänzende Nutzungen denkbar. Damit bietet sich die Chance,

den Campus Ost räumlich und durch ein entsprechendes Nutzungsangebot stärker

mit dem Bereich um den Bahnhof Zoologischer Garten zu verknüpfen. Zur

besseren Einordnung in das städtebauliche Konzept können Zuschnitt und Lage

der Fläche verändert werden. Die Flächengröße des bestehenden Grundstücks

soll annähernd beibehalten werden.

Wettbewerbsleistungen

- Lageplan Nord/Haupt und Ostgelände im M 1:2000

(Gebäude mit Geschosszahlen/Verschattung, Angabe zu den Nutzungen,

Freiräumen, Wegeverbindungen, Blickbeziehungen, raumbildender Vegetation)

- Lageplan Ostgelände gemäß Vorgabe M 1:1000

(Gebäudeformen/Typologien, Angabe zu den Nutzungen, Freiräumen,

Wegeverbindungen, raumbildender Vegetation)

- Schwarzplan M 1:5000 (bestehende Bauten mittelgrau, Neubauten schwarz,

abgebrochene Bauten grau umrandet)

- Details nach eigener Wahl (Ausschnitte, Schemagrundrisse, Schnitte u.a.)

- perspektivische Skizzen nach eigener Wahl zur Illustration der räumlichen

Idee

- Erläuterungsskizzen zur Baustruktur, zum öffentlichen Raum, zur Wegführung

und zu den Vegetationsflächen

- Flächennachweis als Übersichtstabelle mit Angaben zu den Bauflächen mit

BGF (qm) und Nutzungen,

dazu die Summe der BGF / 12 ha = Bruttobaudichte als Kennzahl

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AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

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V.2 Teilaufgabe Landschaftsarchitektur (LA)

Ein Freiraum-Entwurf für den Campus der TU und der UdK

Berlin

Es ist ein Konzept für den Campus der TU und der UdK-Berlin im Maßstab 1:2000 zu

entwickeln, das die Anforderungen an einen zeitgemäßen Hochschul-Campus berücksichtigt

und gleichzeitig die Verknüpfung/Öffnung zu den angrenzenden Stadtquartieren

thematisiert.

Gefragt ist eine zeitgemäße landschaftsarchitektonische Gestaltung des Campus

mit differenzierten Aufenthaltsqualitäten und Nutzungsangeboten, die dessen innerstädtische

Lage als besondere Qualität nutzt.

Dazu ist eine Bewertung des Freiraumbestandes (teilweise denkmalgeschützt)

zu prüfen. Ergänzende Angaben befinden sich in den Planunterlagen, in der die

möglicherweise abzubrechenden Gebäude dargestellt sind, bzw. in der Aufgabe

der Fachsparte Städtebau. Zu untersuchen ist auch, in wieweit öffentliche bzw.

universitätsöffentliche Nutzungen wie Cafés, Kneipen, Freizeitanlagen etc. zu einer

stärkeren urbanen Belebung des Campus führen können.

Aus landschaftsarchitektonischer Sicht ist im Rahmen des Konzeptes insbesondere

das Potential von drei Freiraumachsen zu untersuchen.

1. Gestaltung des Landwehrkanals als verbindendes Freiraumelement.

Für die Anbindung des Nord-Campus an den Kanal kann die Fläche des

Einsteinufers mit einbezogen werden, da die derzeitige Verkehrsfunktion für

die Straße entfallen soll. Weiterhin kann die Müller-Breslau-Straße als

verkehrsberuhigter Bereich angenommen werden.

2. Die Hertzallee als querende Achse durch den Süd- bzw. Haupt-Campus und

als Verbindung Richtung Bahnhof Zoologischer Garten.

3. Die Fasanenstraße als verknüpfendes Element zwischen Süd- bzw. Haupt-

Campus und dem neu zu entwickelnden Campusteil rund um die

Volkswagenbibliothek (Ost-Campus).

Für die Fasanenstraße ist eine Verkehrsberuhigung denkbar.

Zu vertiefen im Maßstab 1:500 ist der Bereich des Einsteinufers und der Müller-

Breslau-Straße, d.h. der Bereich entlang des Landwehr-Kanals mit Überquerung

der Straße des 17. Juni. Hier ist insbesondere die landschaftliche Qualität des

Kanals als Element für Erholung, Rekreation und Kontemplation zu nutzen. Der

Gebäudebestand am Übergang zum Einsteinufer ist über die o.g. Planunterlage

hinaus (Abbruch einzelner Gebäude) kritisch zu betrachten, ebenso wie der sehr

kleinteilige Bestand an Treppen, Rampen, Balkonen etc. Ordnende und großzügigere

Übergangssituationen zum Kanal sind zu bedenken. Es sind die Anschlüsse

und Übergänge an den Nord-Campus und die Öffnungen zum Wasser zu entwickeln

sowie eine gestalterische Haltung zum Umgang mit der inneren Grünfläche

des Nord-Campus zu zeigen. Der Umgang mit dem gebauten Bestand ist zu

begründen.

Der Ausschnitt für die Vertiefung ist so zu wählen, dass der Bereich des Nord-

Campus im Anschluss an den Süd- bzw. Haupt-Campus dargestellt wird (über die

Straße des 17. Juni hinweg).

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Schinkel-Wettbewerb

2011

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Teilaufgabe Landschaftsarchitektur (LA)

Leitfragen und Bewertungskriterien:

- Qualität der Leitidee

- Begründung und Nachvollziehbar keit von Art und Umfang der

vorgeschlagenen Interventionen

- Einbindung in den städtebaulichen Kontext

- Umgang mit den vorhandenen Gebäuden und den Freiraumelementen

- Wechselbeziehung zwischen Konzept und Vertiefung

- Qualität der Umsetzung des Konzeptes in den landschaftsarchitektonischen

Entwurf (Materialität, Fügungsweisen, Pflanzenwahl)

Wettbewerbsleistungen

- Darstellung der Leitidee „Science City“, Herleitung und Begründung mit

Piktogrammen, textliche Erläuterung etc.

- Nachweis der Einbindung in den Kontext M 1:2000

- Entwurfsplan M 1:500

- konzeptabhängig 1-2 Detailausschnitte M 1:50 mit entwurfsspezifischen

Aussagen zu Material, Fügungsweisen, Ausstattung, Pflanzung etc.

(bitte keine Zooms aus dem Maßstab 1:500)

- räumliche Darstellungen mit Perspektiven, Axonometrie etc.

- konzeptabhängig 1-2 Schnitte M 1:200

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V.3 Teilaufgabe Verkehrswesen: Straßenbau (VS)

Integriertes Verkehrskonzept zur städtebaulichen Aufwertung

des zentralen Campus-Geländes der TU Berlin an der Straße

des 17. Juni

Für die städtebauliche Aufwertung des Campus-Geländes der TU Berlin an der Straße

des 17. Juni ist ein Gesamtverkehrskonzept zu entwickeln. Insbesondere zu berücksichtigen

sind hierbei der öffentliche Personennahverkehr, ein übergeordnetes Fuß- und

Radverkehrsnetz, der ruhende Verkehr wie auch ein Bewirtschaftungskonzept.

Es ist ein integriertes Verkehrskonzept im Rahmen einer städtebaulichen Aufwertung

des zentralen Campus-Geländes zu entwickeln. Dabei sind die geplanten

Erweiterungen der TU Berlin und die Nutzerstrukturen besonders zu beachten.

Das Wettbewerbsgebiet

Das engere Wettbewerbsgebiet wird durch die Straßen Hardenbergstraße/

Marchstraße/ Einsteinufer/ Müller-Breslau-Straße und die S-Bahn im Südosten

eingegrenzt.

Das Gebiet ist für den Kraftfahrzeugverkehr über die Hauptverkehrsstraßen gut

erreichbar. In den Spitzenstunden entstehen am Ernst-Reuter-Platz gelegentlich

Rückstaus. Das Wettbewerbsgebiet ist durch den Bahnhof Zoologischer Garten

und durch die U2 mit dem U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz durch öffentliche Verkehrsmittel

sehr gut angebunden. Defizite bestehen lediglich über die Straße des

17. Juni in Richtung Osten.

Aufgabe

Erwartet wird ein integriertes Verkehrskonzept unter Berücksichtigung der Nutzerstruktur

mit folgenden Schwerpunktsetzungen:

- gute Erreichbarkeit und Erschließung des Wettbewerbsgebiets unter

besonderer Berücksichtigung der Nutzerstrukturen (hoher Modal Split Anteil

des Umweltverbundes) und der Belange Mobilitätsbehinderter

- Minimierung der Trennwirkung der das Gebiet durchschneidenden Straße des

17. Juni

- Erschließung des Gebietes durch den öffentlichen Personennahverkehr,

insbesondere aus und in Richtung Osten unter besonderer Berücksichtigung

Mobilitätsbehinderter

- Einbindung eines Fuß- und Radverkehrsnetzes in übergeordnete Verbindungen

entlang des Landwehrkanals und zur City-West (Breitscheitplatz/ Fasanenstraße/

Kurfürstendamm) bzw. zum Hansaviertel und nach Moabit

- Neuordnung des ruhenden Verkehrs (falls erforderlich) und ggf. Vorschlag für

ein Bewirtschaftungskonzept

Im Einzelnen sollen folgende Punkte bearbeitet werden:

1. Erschließungskonzept des Wettbewerbsgebiets für Fußgänger unter Berück

sichtigung einer hohen Aufenthaltsqualität und einer guten Erreichbarkeit der

Haltestellen des öffentlichen Verkehrs auch für Mobilitätsbehinderte

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Teilaufgabe Verkehrswesen: Straßenbau (VS)

2. Anbindungs- und Erschließungskonzept für Radfahrer unter Berücksichtigung

der übergeordneten Radrouten mit einer attraktiven und sicheren Wegeführung

und attraktiven Abstellmöglichkeiten

3. Erschließungskonzept für den öffentlichen Personennahverkehr unter Berück

sichtigung der Belange Mobilitätsbehinderter

4. Parkraumkonzept unter Berücksichtigung einer möglichen Bewirtschaftung

der Stellplätze

5. Umgestaltungskonzept für die Straße des 17. Juni unter besonderer Berück

sichtigung einer besseren und sicheren Querungsmöglichkeiten für Fußgänger

und Radfahrer aber auch unter Berücksichtigung der in 2009 durchgeführten

Sanierung

Die Ergebnisse sollen zusammengefasst als Gesamtkonzept und in Detailplänen

in folgenden Plänen (Maßstäben) dargestellt werden:

1. Funktionale Vernetzung des Wettbewerbsgebiets für den Kfz.-Verkehr, für den

öffentlichen Verkehr und für den Radverkehr mit dem übrigen Stadtgebiet im

Maßstab 1:5000

2. Erschließungskonzept für den Fußgänger- und Radverkehr im Maßstab: 1:1000

(Schnitte und ggf. räumliche Darstellung zur Illustration der Lagepläne sind

erwünscht)

3. Entwurf des Umgestaltungskonzeptes für die Straße des 17. Juni

im Maßstab 1:500

4. Erläuterungsbericht mit den Ergebnissen der Untersuchungen

Die Ausarbeitung des Gesamtverkehrskonzeptes kann unter Berücksichtigung

der vorhandenen Strukturen und der geplanten Veränderungen separat erfolgen.

Es können auch Kooperationen mit einem Städtebau-Team erfolgen, dann sollten

die verkehrlichen Lösungen und die städtebaulichen Vorstellung abgestimmt vorgestellt

werden. Kooperationen mit einem Landschaftsarchitektur-Team werden

auch gerne gesehen, insbesondere für die Umgestaltung der Straße des 17. Juni.

Unterlagen

Es werden folgende Unterlagen zur Verfügung gestellt bzw. können im Internet

unter www. stadtentwicklung.berlin.de abgerufen werden:

- Masterplan UniversitätsCampusCityWest (UCCW)

www.stadtentwicklung.berlin.de

- Leitlinien für die City West www.stadtentwicklung.berlin.de

- Digitale Grundlagenkarten in den Maßstäben 1:5000 und 1:1000

- Fahrradroutennetz www.stadtentwicklung.berlin.de

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V.4 Teilaufgabe Verkehrswesen:

Eisenbahnwesen (VE)

Mit U- und Straßenbahn zum Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof)

und weiter?!

Hinterfragt wird eine mögliche Streckenverlängerung von U- und/oder Straßenbahn

vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) in westlicher Richtung, um die Erschließung der

nordwestlichen Innenstadt zwischen Stadt- und nördlicher Ringbahn sowie deren Anbindung

an das aufstrebende neue Bahnhofsviertel zu verbessern.

Zukünftig werden am Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) von Osten kommend

nicht nur die U-, sondern auch die Straßenbahn enden. Beide Verkehrsmittel böten

die Möglichkeit, durch Streckenverlängerungen die Erschließung der nordwestlichen

Innenstadt zwischen Stadt- und nördlicher Ringbahn zu verbessern

und dieses Gebiet hochwertig an das aufstrebende neue Bahnhofsviertel anzubinden.

So existieren beispielsweise sowohl am Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof)

als auch an den U-Bahnhöfen Turmstraße und Jungfernheide bereits entsprechende

Vorleistungen.

Aufgabe im Rahmen des AIV-Schinkel-Wettbewerbs ist es, Ideen zu entwickeln

und zu bewerten, wie eine Verlängerung von U- und/oder Straßenbahn vom

Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) in westlicher Richtung sinnvollerweise erfolgen

sollte. Eine verkehrliche Verknüpfung zur U Bahn-Linie U9 wird als zwingend

erforderlich unterstellt.

Die Wahl des oder der Verkehrssysteme sowie die empfohlene(n)

Streckenführung(en) sind nachvollziehbar zu begründen. Geeignete Endpunkte,

die ggf. auch außerhalb des Untersuchungsraumes liegen können, bzw. etwaige

Zwischenendpunkte sind schlüssig abzuleiten. Die Machbarkeit der entwickelten

Vorzugsvariante ist im Rahmen einer Vorentwurfsplanung zu belegen. Ggf. resultierender

Anpassungsbedarf des Flächennutzungsplans ist darzustellen.

Im Ergebnis soll unter Berücksichtigung der verkehrlichen Wirksamkeit und einer

groben Kostenabschätzung eine Empfehlung ausgesprochen werden, ob –

und wenn ja wie – der Untersuchungsraum durch U- und/oder Straßenbahn

erschlossen werden sollte.

Wettbewerbsleistungen

- Erläuterungsbericht

- Übersichts-) Lageplan der vorgeschlagenen Maßnahmen im Maßstab 1 : 5000

oder feiner

- Trassierungsentwurf für den Bereich zwischen Hauptbahnhof

(Lehrter Bahnhof) und mindestens der U-Bahn-Linie U9, der für eine sinnvolle

Betriebsführung erforderlich ist: Lageplan im Maßstab 1 : 2000 oder feiner

- Längsschnitt insbesondere von Streckenbereichen, die nicht im Straßenniveau

verlaufen

- Vorentwurfsplanung für den (oder die) Verknüpfungsbereich(e) mit der

U-Bahn-Linie U9 unter Berücksichtigung der weiteren Verkehrsträger im Maßstab

1 : 500 (Lageplan) bzw. im frei wählbaren Maßstab (sonstige Darstellungen,

falls erforderlich)

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Teilaufgabe Verkehrswesen:

Eisenbahnwesen (VE)

- Darstellung der wesentlichen Bauwerke (Tunnel, Stationen, Überwerfungsbau

werke usw.) im geeigneten Maßstab einschließlich eines groben Zeitplans für

die Durchführung der entsprechenden Baumaßnahmen unter Berücksichtigung

der Beeinträchtigung der vorhandenen Baulichkeiten und Nutzungen

- Kostenschätzung zumindest für die empfohlene Lösung

Planungsgrundlagen

Folgende Unterlagen werden für den Untersuchungsraum zur Verfügung gestellt:

- Lagepläne des Straßenlandes, der Planung der Straßenbahn zum Hauptbahnhof

(Lehrter Bahnhof), des Bestands der U-Bahn

- Fahrgastnachfrage Status quo Bus und U-Bahn

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V.5 Teilaufgabe Architektur (A)

Universitäre Öffentlichkeit als Herausforderung

Für den Campus der TU und UdK Berlin wird eine Zukunftsperspektive gesucht, die

das Potential der innerstädtischen Lage ausschöpft. Räume für zentrale Einrichtungen,

Orte für interfakultative Kommunikation sollen konzipiert werden und den Dialog mit

der Stadt initiieren.

Aufgabe der Fachsparte Architektur ist es, Räume für zentrale Einrichtungen und

damit Orte für interfakultative Kommunikation zu entwickeln. Zu konzipieren

ist eine räumliche Konfiguration, die die im Folgenden skizzierten Programmbausteine

beinhaltet. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine freie

Interpretation der vorgegebenen Nutzungen erwartet.

Das Programm kann konzeptabhängig ergänzt und modifiziert werden. Gesucht

werden innovative architektonische Konzepte für das Studieren und wissenschaftliche

Arbeiten einer zeitgemäßen Universität. Neben konkreten infrastrukturellen

Angeboten für die Studierenden geht es darum, eine inspirierende Lern- und

Arbeitslandschaft zu kreieren, die ein neues Selbstverständnis des universitären

Alltags schafft. Hier soll eine Vision entwickelt werden, die nicht nur den Veränderungsprozessen

innerhalb des wissenschaftlichen Arbeitens , sondern auch seiner

Vernetzung mit der außeruniversitären Öffentlichkeit Rechnung trägt.

Programmbausteine

Learning Center:

Die Basis des Nutzungsprogramms ist das Learning Center: Hier soll ein Bereich

entstehen, der den Studierenden unterschiedliche Arbeitssituationen anbietet.

Von offenen Arbeits- und Leselandschaften bis zu Minimalräumen für Einzelarbeitsplätze

sind unterschiedliche Typologien zu entwickeln. Auch Räume für

selbst bestimmte Gruppenarbeiten (Seminararbeiten, Lerngruppen) sind Bestandteil

des Programms. Einen besonderen Stellenwert haben dabei Kommunikationsflächen,

zur Unterstützung des interdisziplinären Austauschs.

Seminarbereich:

Der Mangel an Seminarräumen mittlerer Größe innerhalb der einzelnen Fakultäten

wird durch ein zusätzliches Angebot zentral gelegener Seminarräume kompensiert.

Der Seminarbereich soll in enger Nachbarschaft zum Learning Center

stehen, aber auch für externe Veranstaltungen nutzbar sein.

Innovationszentrum:

Das Innovationszentrum stellt die Schnittstelle der Universitäten zu außeruniversitären

Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft dar. In diesem Bereich sind

auch Flächen für so genannte Start-Up-Gründungen zu integrieren, die sich aus

dem wissenschaftlichen Umfeld der Universitäten entwickeln. Der Bereich ist als

flexible Bürostruktur mit unterschiedlichen Teilungsmöglichkeiten zu planen.

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Teilaufgabe Architektur (A)

Ausstellungsbereich:

Ein zentraler Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich soll beiden Universitäten

die Möglichkeit bieten, die wissenschaftliche und künstlerische Arbeit sowohl innerhalb

der Universitäten als auch dem öffentlichen Publikum zu präsentieren.

Der Bereich ist als multifunktionale Fläche vorgesehen, der die Realisierung der

unterschiedlichsten Veranstaltungsformate ermöglicht.

Vortrags- und Kongressbereich:

Neben einem zentralen, großen Hörsaal (Audimax) sollen verschiedene kleinere

Säle für Vorträge und Kongresse geplant werden. Im Zusammenspiel mit dem Seminarbereich

und dem Learning Center dient dieser Bereich auch wissenschaftlichen

Kongressen und workshopartigen Veranstaltungen. Dieser Bereich steht

auch externen Nutzern zur Verfügung.

Cafeteria / Mensa

Eine Cafeteria soll zur besonderen atmosphärische Qualität des Gebäudekomplexes

beitragen. Die Größe der Cafeteria und / oder Mensa ist konzeptabhängig

zu planen. Die Cafeteria soll auch die Aufgabe übernehmen, den multifunktionalen

Ausstellungsbereich bei Veranstaltungen zu bewirtschaften.

Zusätzliche Programmbausteine (konzeptabhängig zu planen):

- Zentrale Studienberatung

- Flächen für studentische Selbstverwaltung

- Flächen für Einzelhandel u. Sport

- Copy-Haus

- Graduiertenkolleg

In der Anlage ist ein Raumprogramm beigelegt, in dem die skizzierten Nutzungsbausteine

exemplarisch quantifiziert werden. Es wird nicht erwartet, dass alle

Nutzungen in vollem Umfang umgesetzt werden – das Programm ist vielmehr

als Leitfaden zu verstehen und muss im Rahmen des Entwurfkonzeptes interpretiert

werden. Als Mindestanforderung sind drei der aufgezeigten Bausteine

nachzuweisen.

Standorte

Die Lage der baulichen Intervention auf dem Campusgelände ist grundsätzlich

freigestellt. Die Standortentscheidung ist im Rahmen einer übergeordneten

städtebaulichen Konzeption nachvollziehbar darzustellen und zu begründen.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine Kooperation mit der Fachsparte

Städtebau empfohlen. Drei Szenarien wurden im Vorfeld untersucht:

1. Campus Ost:

Der östliche Bereich des Campusgeländes stellt ein großes Potential für die Entwicklung

der beiden Universitäten dar. Die Lage des Areals – in unmittelbarer

Nachbarschaft zu dem Bahnhof Zoologischer Garten – bietet die Chance, die

Universitäten mit dem städtischen Kontext zu vernetzen und eine neue Zentrierung

des Campus zu schaffen. Der Standort könnte sowohl für die Anlage

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Teilaufgabe Architektur (A)

der TU-Berlin als auch für die UDK als ein neuer, zentraler Bereich entwickelt

werden. Die Anbindung an den Tiergarten und an die Schleuseninseln bietet die

Möglichkeit, hochwertige, landschaftlich orientierte Außenräume zu konzipieren.

Insbesondere an diesem Standort wird eine Kooperation mit der Fachsparte

Landschaftsarchitektur empfohlen. Anknüpfungspunkt für die Gebäudekonzeption

kann die Universitätsbibliothek sein, die als öffentliche Einrichtung die thematisierten

Programmbausteine ergänzen könnte. Für den Standort Campus Ost ist

zu klären, wie der Status der Fasanenstraße künftig zu definieren ist.

2. Straße des 17. Juni:

Die historische Stadtachse Straße des 17. Juni bildet geografisch den zentralen

Bereich der TU Berlinund ist gleichzeitig Barriere, die die Campusanlage in zwei

Bereiche trennt (Süd- bzw. Haupt-Campus/ Nord-Campus). Im Zusammenhang

mit dem Hauptgebäude der TU Berlin ist zu diskutieren, welche Möglichkeiten

bestehen, diesen zentralen Standort mit den aufgezeigten Programmbausteinen

aufzuwerten. Derzeit findet eine Diskussion darüber statt, ob das sanierungsbedürftige

Gebäude der Mathematik-Fakultät erhalten werden soll oder durch

einen Neubau ersetzt werden kann.

3. Mensa der TU (Hardenbergstr.):

Als repräsentativer Standort für die zentralen Nutzungen kommt auch der Bereich

der Mensa / UDK in Betracht, vgl. Aufgabe Städtebau. Im Zusammenhang

mit diesem Standort ist auch denkbar, dass die vorgeschlagenen Programmbausteine

dezentral organisiert werden und nur ein Teil des Raumprogramms an

diesem Standort vorgesehen wird. In diesem Szenario ist ein alternativer Standort

für die Funktion der Mensa aufzuzeigen. Denkbar ist auch, die Nutzung der

Mensa in den Entwurf zu integrieren.

Außenräume

Das Gebäude oder Gebäudeensemble soll in ein Umfeld von öffentlichen Außenräumen

mit hoher Aufenthaltsqualität eingepasst werden, die auch für Veranstaltungen

genutzt werden können. Bestandteil des Programms könnte eine

Freilichtbühne sein, die fest installiert oder als temporäre Architektur aufgestellt

werden kann. Im Zusammenhang mit dem Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich

sollte die Möglichkeiten geprüft werden, vorhandene und zu planende Innen-

und Außenräume funktional und räumlich eng miteinander zu verknüpfen.

Abgabeleistungen

- städtebauliche Konzeption für den gesamten Wettbewerbsbereich M 1:5000

- Planungsbereich mit Umgebung im Maßstab M 1:1000

- alle Grundrisse M 1:500, Erdgeschoßgrundriss mit Umgebung

- 1 Grundriss(ausschnitt) nach Wahl (konzeptabhängig), Schnitte,

Ansichten M 1:200

- Fassadenschnitt mit Teilansicht im Maßstab M 1:50

- aussagekräftige Perspektive (Außen- oder Innenraum)

- Erläuterungstext auf 1 Seite DIN A4

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V.6 Teilaufgabe Konstruktiver Ingenieurbau (KI)

Wissenschaft neu erschließen

An der Schnittstelle zwischen Tiergarten, Zoo und Universitätsgelände liegt die Schleuseninsel

im Landwehrkanal. Ihre Bauten, u.a. der markante Umlaufkanal der Versuchsanstalt

für Wasser- und Schiffsbau, stellen über 100 Jahre Forschung im Wasserbau dar.

Innovative, ingeniöse Lösungen für die fußläufige Anbindung der Insel und für die Erschließung

des geheimnisvollen, denkmalgeschützten Ingenieurbauwerks sind gefragt.

Es gilt, Wissenschaft nahbar und greifbar zu machen.

Neue Erschließung der Schleuseninsel und des Leo-Baus

Aufgabenstellung

Im Bereich der Schleuseninsel (vgl. Einleitung zur Aufgabenstellung Seite 21 f.) ist

ein Brückenzug für Fußgänger und Radfahrer zur Überquerung beider Arme des

Landwehrkanals und des Dachs des langen Seegangsbeckens zu entwickeln und

zu konstruieren. Im Zusammenhang mit der Brücke ist ein zusätzlicher Erschließungsturm

für den Leo-Bau zu entwickeln und zu konstruieren, mit einer neuen

Fluchttreppe aus der untersten Ebene des Institutsbaus in der nordwestlichen

Ecke. Die Anwendung von innovativen Baustoffen und/oder Bauweisen und die

Einbindung von nachhaltigen Energiequellen für Beleuchtung und ggf. bewegliche

Bauteile stehen selbstverständlich im Kontext zur Technischen Universität Berlin.

Sie können als deutliches Kommunikationsmittel dienen, um die Arbeitsthemen

und Errungenschaften der Ingenieurwissenschaften der Öffentlichkeit näher zu

bringen.

Konstruktionshinweise

Der Brückenzug bildet eine neue Erschließungsebene für die Insel und die Bauten

der neu zu nutzenden Versuchsanstalt. Es sind alle Baustoffe zugelassen; es gibt

keine Vorgaben zu Brückenform und Tragsystem. Entsprechend der Gesamtaufgabenstellung

und dem Charakter des Ortes sind innovative Bauweisen und/oder

Baustoffe den Vorzug zu geben – Technische Innovationen im Ingenieurbau sind

zur Schau zu stellen.

Am Ufer und auf der Schleuseninsel können, wenn und wo nötig und möglich,

Stützen vorgesehen werden. Beide Arme des Kanals sind stützenfrei zu überbrücken.

Der Landwehrkanal ist eine Wasserstrasse der Klasse I. Der Wasserpegel ist über

Schleusen reguliert, MW am Bezugspegel liegt bei 30,76 müNN. Die Brücke soll

mindestens 4,0 m breit sein. Für Rampen und Treppen beträgt die Mindestbreite

3,0 m; die Rampenneigung darf 6 % nicht überschreiten. Die Angaben der DIN

18025, Teil 1 sind bei der Ausbildung der Rampen und Treppen zu beachten. Die

Fluchttreppe aus dem Leo-Bau soll mindestens 1,20 m lichte Breite zwischen den

Handläufen haben.

Die Brücke ist für ein hohes Aufkommen an Fuß- und Radverkehr zu konzipieren;

insbesondere sind sich auf der Brücke aufhaltende Personen zu berücksichtigen.

Der Radverkehr ist nicht zwingend mit Geländehöhe über Rampen an die Insel

anzubinden, für den Radverkehr ist die Brücke eher als Verbindung vom S-Bahnhof

Tiergarten zum Ostgelände des Campus gedacht.

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Teilaufgabe Konstruktiver Ingenieurbau (KI)

Planungsgrundlagen

Folgende Planunterlagen werden zur Verfügung gestellt:

- Lageplan mit Eintragung der Brückenachse

- Gelände- und Bauwerksschnitt in der vorgesehenen Brückenachse

- Geländehöhen

- Ausschnitt aus dem Katasterplan

- Ausschnitt aus der Denkmalkarte

- Bestandspläne der Bauten auf der Schleuseninsel

- Ansichts-, Schnitt- und Detailzeichnungen des Leo-Baus

- Funktionsschnitt Umlauftank

- Masterplan Uni Campus City West 2009

Folgende Höhen sind der Planung zugrunde zu legen:

- MW des Landwehrkanals in diesem Abschnitt: 30,76 m üNN

- Konstruktionsunterkante über dem Kanal: 34,60 m üNN

- erforderliche Durchfahrtshöhe Müller-Breslau-Str.: 4,50 m

Für die Gründung des Bauwerkes sind folgende Zwangspunkte und Baugrundkennwerte

zu berücksichtigen:

- Die Ufer beider Arme des Kanals sind mit einer Spundwand mit Betonkappe

gesichert.

- Hinter der Uferspundwand ist der natürliche Bodenaufbau anzunehmen:

Der tragfähige Boden befindet sich in einer Tiefe von maximal 2 m unter OK

Gelände, es ist von einem nichtbindigen Baugrund auszugehen. Der Grundwasserhorizont

liegt bei ca. 31,00 m üNN (ist in Verbindung mit der Wasserhöhe

des Landwehrkanals).

Als Brückenbelastung sind die Angaben des DIN Fachberichtes 101 (3/2009) und

der DIN 1055 T1 bis T 9 sowie die Empfehlungen des Arbeitsausschusses „Ufereinfassungen“

(EAU 2004) bindend. Es ist ein Dienstfahrzeug mit den Abmessungen

2,2 x 4,0 m und zwei Achslasten im Abstand von 3,0 m von 80 bzw. 40

kN zu berücksichtigen (s. DIN-FB101, Abs. 5.6.3). Dieses ist gleichzeitig mit der

Verkehrslast wirkend anzunehmen.

Wettbewerbsleistungen

1. Planleistungen

- Lageplan im M 1:500 einschl. Darstellung aller unmittelbar in Verbindung

stehenden Treppen- und Rampenanlagen

- Darstellung der Brückenkonstruktion(en) in Grundriss, Längsschnitt,

Ansichten und Untersicht mit Querschnittsangaben zu den tragenden Bauteilen

im Maßstab 1 : 100

- Widerlager- und Pfeilerdarstellungen im Maßstab 1 : 20

- Querschnitte und konstruktive Details im Maßstab 1 : 20

und größer nach Erfordernis

Besonderer Wert ist auf eine auch ein breiteres Publikum ansprechende Darstellung

zu legen!

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Teilaufgabe Konstruktiver Ingenieurbau (KI)

2. Statische Berechnung

der maßgebenden Tragglieder mit Angabe von Lastannahmen, statischem System,

Schnittgrößen und Bemessung.

Detailnachweis von zwei wichtigen Knotenpunkten.

Relevante, überschlägig ermittelte Angaben zum Schwingungsverhalten.

3. Erläuterungsbericht

einschließlich Montageüberlegungen mit Begründung der gewählten Lösung

speziell auch im Hinblick auf die Einbindung der Konstruktion in die vorhandenen

Randbedingungen.

4. Mengenermittlung

5. Effizienzzahl:

Angabe des jeweiligen Verhältnisses des Konstruktionsgewichts der Brückenträgerkonstruktion

(abzgl. Pfeiler oder Widerlager) zur Spannweite.

Die Angabe ist nachvollziehbar auf den Zeichnungen anzugeben.

Hinweis: Der Umfang der abgegebenen Berechnungen und Texte (Pkt. 4. – 6.) darf

50 Seiten DIN A4 nicht überschreiten! Aussagekräftige Auszüge aus den statischen

Berechnungen und Vordimensionierungen sind in einem Bericht mit erläuternden Texten

zusammenzufassen. Darüber hinausgehende Berechnungen und Daten werden bei der

Prüfung nicht berücksichtigt.

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V.7 Kooperationsaufgabe

Architektur – Konstruktiver Ingenieurbau (A/KI)

Umnutzung und Erschließung des denkmalgeschützten

Umlaufkanals von Ludwig Leo

Aufgabenstellung

Der auf der Schleuseninsel (vgl. Einleitung zur Aufgabenstellung Seite 21 f.) von

Ludwig Leo errichtete skulpturale Bau des Umlaufkanals steht heute unter

Denkmalschutz und ist grundlegend zu erhalten. Auch die westlichen Gebäudeteile

der Seebeckenhallen stehen unter Denkmalschutz (vgl. Ausschnitt aus der

Denkmalkarte). Die Erhaltung des langen (250 m) Seegangsbecken in seiner Gesamtheit

wäre zu begrüßen. Es ist jedoch den Entwurfsverfassern überlassen, wie

sie durch ihren Entwurfansatz einen intelligenten und innovativen Umgang mit

diesen Gebäuden finden. Es gilt, den Wert des Denkmals zu erhalten, zu pflegen

und durch adäquate Nutzungen zu neuem Leben zu erwecken.

Der besondere Reiz der Anlage soll sich in der entwurflichen Behandlung widerspiegeln.

Die Aufgabe in der Kooperation von Konstruktivem Ingenieurbau und

Architektur sucht einen möglichst innovativen und zugleich denkmalgerechten

Entwurf, der die Identität von Ort und Bauwerk in Planung, Konstruktion, Material

unterstützt.

Lösungen sollten aus den Gegebenheiten von Topographie und Landschaft, Historie

des Ortes und Genius Loci hergeleitet sein. Dies fordert in besonderer Weise

die kreative Zusammenarbeit von Ingenieur und Architekt heraus.

Aufgabenteile

1. Es ist eine neue Nutzung für den Leo-Bau zu finden, die mit den Zielen des

Masterplans der TU die Schleuseninsel als Top-Adresse für die Kreativwirtschaft

zu entwickeln einhergeht bzw. als Leuchtturm für die neue Adresse fungiert.

2. Es ist eine Brücke zu planen, die als neue Erschließung des Gebäudes vom Ostgelände

der TU über die Schleusenbrücke bis auf die Nordseite des Landwehrkanals

führt. Höhe und Länge sind wählbar: Die Brücke kann sowohl ebenerdig

unter Beachtung des Schifffahrtprofils wie auch in einer höheren Ebene über die

Insel geführt werden. Dabei kann sie sowohl durch den Umlaufkanalring des Leo-

Baus als auch daran vorbei geführt werden oder evtl. das Gebäude durchdringen.

Die Brücke sollte für Fußgänger und evtl. Radfahrer benutzbar sein. Es sind Einblicke

in die Bauten zu schaffen, die sich beim Weg über die Brücke ergeben.

3. Von der Brücke aus ist die Anbindung an das Gebäude-Ensemble herzustellen.

In Zusammenhang mit dieser Maßnahme steht die Schaffung eines für die neue

Nutzung passenden Eingangs zum Ensemble.

4. Das Gebäudeensemble und insbesondere der Leo-Bau sollen durch phantasievolle

Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe zu einer neuen Erlebniswelt werden,

die sowohl für unversitätsinterne Bedürfnisse genutzt werden kann, aber ebenso

den Ort der Öffentlichkeit zugänglich macht. Dazu sind Ergänzungen und Anfügungen

zu den vorhandene Gebäuden möglich.

Die neuen Nutzungen können sein: ein Universitätsklub, ein Graduierten-/Alumnikolleg,

Forum, Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen, Kunstforum.

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Kooperationsaufgabe

Architektur – Konstruktiver Ingenieurbau (A/KI)

Denkbar ist ebenfalls die multifunktionale Verfügbarkeit der Räumlichkeiten. Besondere

Beachtung kommt der kreativen Nutzung des Umlaufrohres des Leo-

Baus zu.

5. Vorbereich und Hinterbereich, Umlaufring und evtl. weiteres Umfeld, bis ans

Wasser, auf der Südseite evtl. bis an die Universitätsbebauung, sind neu zu gestalten

und binden das Ensemble in die Umgebung ein.

Planungsgrundlagen

Folgende Planunterlagen werden zur Verfügung gestellt:

- Lageplan

- Gelände- und Bauwerksschnitt durch die Insel und Kanalarme

- Geländehöhen

- Ausschnitt aus dem Katasterplan

- Ausschnitt aus der Denkmalkarte

- Bestandspläne der Bauten auf der Schleuseninsel

- Diverse Ansichts-, Schnitt- und Detailzeichnungen des Leo-Baus

- Funktionsschnitt Umlauftank

- Masterplan Uni Campus City West 2009

Folgende Höhen sind der Planung zugrunde zu legen:

- MW des Landwehrkanals in diesem Abschnitt: 30,76 m üNN

- Konstruktionsunterkante über dem Kanal: 34,60 m üNN

Für die Gründung des Brückenbauwerkes sind folgende Zwangspunkte und Baugrundkennwerte

zu berücksichtigen:

- Die Ufer beider Arme des Kanals sind mit einer Spundwand mit Betonkappe

gesichert.

- Hinter der Uferspundwand ist der natürliche Bodenaufbau anzunehmen:

tragfähiger Boden befindet sich in einer Tiefe von maximal 2 m unter OK Gelände,

es ist von einem nichtbindigen Baugrund auszugehen. Der Grundwasserhorizont

liegt bei ca. 31,00 m üNN (in Verbindung mit der Wasserhöhe des Landwehrkanals).

Als Brückenbelastung sind die Angaben des DIN Fachberichtes 101 (3/2009) und

der DIN 1055 T1 bis T 9 sowie die Empfehlungen des Arbeitsausschusses “Ufereinfassungen“

(EAU 2004) bindend. Es ist ein Dienstfahrzeug mit den Abmessungen

2,2 x 4,0 m und zwei Achslasten im Abstand von 3,0 m von 80 bzw. 40 kN zu

berücksichtigen (s. DIN-FB101, Abs. 5.6.3). Dieses ist gleichzeitig mit der Verkehrslast

wirkend anzunehmen.

Wettbewerbsleistungen

1. Analyse der entwurfsrelevanten, insbesondere der gestaltbegründenden

Aspekte der Aufgabe, d. h.

- Entwicklung unterschiedlicher Lösungsansätze in Alternativen

- Auswahl eines Lösungsansatzes zur vertieften Bearbeitung und Begründung

dieser Wahl

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Kooperationsaufgabe

Architektur – Konstruktiver Ingenieurbau (A/KI)

2. Das aus der gefundenen Nutzung resultierende Raumprogramm ist zu entwickeln

und in den wesentlichen Grundzügen darzustellen.

3. Anschauliche Darstellung dieser Idee in Form von Bildern, Graphiken u.ä.

4. Planleistungen:

- Lageplan: Gebäudeensemble mit Umfeld (Vorbereich, Hinterer Bereich),

Anbauten, Gestaltung Umfeld M 1:500

- Darstellung der Idee mittels selbst gewählter architekturspezifischer Darstellungsart,

als räumlich illustrative Darstellung, Modellfotos oder andere geeigneten

Plandarstellungen

- Grundrisse aller Ebenen, mind. zwei Schnitte sowie die bearbeiteten bzw.

gestaltungsrelevanten Ansichten unter Berücksichtigung aller Neubauteile,

d.h. mind. zwei Fassaden und angrenzende Fassadenteile, M 1:100

- Entwurfsrelevante Fassadenschnitte und gestalterische Details

(Auswahl von mind. 5 Teilbereichen) in geeigneten größeren Maßstäben

- Darstellung der Brückenkonstruktion(en) in Grundriss, Längsschnitt, Ansichten

und Untersicht mit Querschnittsangaben zu den tragenden Bauteilen, M 1 : 100.

- Querschnitt(e), Widerlager- und Pfeilerdarstellungen, M 1 : 20

- Darstellung wichtiger Detailpunkte in geeignetem Maßstab

5. Erläuterungsbericht mit Erläuterung der architektonischen Idee und der

konstruktiven Lösung mit Begründung der gewählten Lösungen, speziell auch im

Hinblick auf die Einbindung der neuen Bauten und Konstruktionen in die vorhandenen

Bauwerke

6. Tragwerksentwurf eines ausgewählten Bereichs im Hochbauentwurf

(Umbau, Anbau oder Neubaubereich): Tragwerkspläne, überschlägige statische

Berechnung der maßgebenden Tragglieder mit Angabe von Lastannahmen, statischem

System, Schnittgrößen und Bemessung.

7. Statische Berechnungen der Brückenkonstruktion(en):

Statische Berechnung der maßgebenden Tragglieder mit Angabe von Lastannahmen,

statischem System, Schnittgrößen und Bemessung.

Detailnachweis von zwei wichtigen Knotenpunkten. Relevante, überschlägig ermittelte

Angaben zum Schwingungsverhalten.

Mengenermittlung (für das Brückenbauwerk inkl. Pfeiler u.Gründung)

Hinweise: Der Umfang der abgegebenen Berechnungen und Texte (Pkt. 4. – 6.) darf 50

Seiten DIN A4 nicht überschreiten! Aussagekräftige Auszüge aus den statischen Berechnungen

und Vordimensionierungen sind in einem Bericht mit erläuternden Texten zusammenzufassen.

Darüber hinausgehende Berechnungen und Daten werden bei der Prüfung

nicht berücksichtigt. Für die Pläne der Kooperationsaufgabe werden zwei Stelltafeln zur

Verfügung gestellt. Die Kooperation Architektur - Konstruktiver Ingenieurbau - Techische

Gebäudeausrüstung wird ausdrücklich unterstützt. Dafür werden drei Stelltafeln (1,50 m

Höhe, 2,00 m Breite) zur Verfügung gestellt.

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V.8 Kooperationsaufgabe Architektur

Technische Gebäudeausrüstung (A/TGA)

Die Universität als Lebensraum mit Verantwortung

für die Zukunft

Ein integrales Energiekonzept unter Beachtung von Gebäudeform, Fassade und Technischer

Ausrüstung soll kooperativ mit der Fachsparte Architektur entwickelt werden. Er

werden weit über den Standard hinausgehende Konzepte erwartet.

Umnutzung , Sanierung und Umbau des Institutsgebäudes mit

Umlaufkanals von Ludwig Leo

Aufgabenstellung

Der von Ludwig Leo errichtete skulpturale Bau des Umlaufkanals steht heute unter

Denkmalschutz und ist grundlegend zu erhalten. Auch die westlichen Gebäudeteile

der Seebeckenhallen stehen unter Denkmalschutz (siehe Ausschnitt aus

der Denkmalkarte). Die Erhaltung des langen (250m) Seegangsbecken in seiner

Gesamtheit wäre zu begrüßen. Es ist jedoch den Entwurfsverfassern überlassen,

wie sie durch ihren Entwurfansatz einen intelligenten und innovativen Umgang

mit diesen Gebäuden finden. Es gilt, den Wert des Denkmals zu erhalten, zu pflegen

und durch adäquate Nutzungen zu neuem Leben zu erwecken.

Der besondere Reiz der Anlage soll sich in der entwurflichen Behandlung widerspiegeln.

Die Aufgabe in der Kooperation von Architektur und Technischer Gebäudeausrüstung

sucht einen möglichst innovativen und zugleich denkmalgerechten

Entwurf, der die Identität von Ort und Bauwerk in Planung, Baukonstruktion

und Material unterstützt.

Lösungen sollten aus den Gegebenheiten von Topographie und Landschaft, Historie

des Ortes und Genius Loci hergeleitet sein. Dies fordert in besonderer Weise

die kreative Zusammenarbeit von Ingenieur und Architekt heraus.

Begriffe und Themen, die für die Auseinandersetzung mit dem Gebäude besondere

Beachtung finden sollen, sind: Licht, Akustik, Transparenz, Energie und Behaglichkeit

(visuelle, thermische etc.).

Aufgabenteile:

1. Es ist eine neue Nutzung für den Leo-Bau zu finden, die mit den Zielen des

Masterplans der TU die Schleuseninsel als Top-Adresse für die Kreativwirtschaft

zu entwickeln einhergeht bzw. als Leuchtturm für die neue Adresse fungiert.

2. Das Gebäudeensemble und insbesondere der Leo-Bau sollen durch phantasievolle

Auseinandersetzung mit der Bauaufgabe zu einer neuen Erlebniswelt werden,

die für unversitätsinterne Bedürfnisse genutzt werden kann, aber ebenso den

Ort der Öffentlichkeit zugänglich macht. Dazu sind Ergänzungen und Anfügungen

zu den vorhandene Gebäuden möglich. In Zusammenhang mit dieser Maßnahme

steht die Schaffung eines für die neue Nutzung passenden Eingangs zum Ensemble.

Die neuen Nutzungen können sein: ein Universitätsklub, ein Graduierten-/Alumnikolleg,

Forum, Ort für Ausstellungen und Veranstaltungen, Kunstforum. Denkbar

ist ebenfalls die multifunktionale Verfügbarkeit der Räumlichkeiten. Besondere Beachtung

kommt der kreativen Nutzung des Umlaufrohres des Leo-Baus zu.

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Kooperationsaufgabe Architektur

Technische Gebäudeausrüstung (A/TGA)

3. Vorbereich und Hinterbereich, Umlaufring und evtl. weiteres Umfeld bis ans

Wasser, auf der Südseite evtl. bis an die Universitätsbebauung, sind neu zu gestalten

und binden das Ensemble in die Umgebung ein.

4. Auseinandersetzung mit der Fassade

- energetischer Ist-Zustand und Soll-Zustand

- bauphysikalische Erfordernisse

- Tageslicht und visuelle Behaglichkeit (Sicht und Tageslichtnutzung)

- Analyse der Möglichkeiten und Erfordernisse unter dem Aspekt des

Denkmalschutzes, der nicht unbedingt rein konservatorisch zu verstehen ist.

5. Ein Energiekonzept und ein Konzept für die gebäudetechnische Ausstattung ist

unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und dem Einsatz regenerativer Energien zu

entwickeln.

6. Wichtige Details, die sich aufgrund der ingenieurtechnischen Aufgabe ergeben,

wie Luftströmung und Wärmebrücken, sind zu bearbeiten.

Planungsgrundlagen

Folgende Planunterlagen werden zur Verfügung gestellt:

- Lageplan

- Ausschnitt aus der Denkmalkarte

- Ausschnitt aus dem Katasterplan

- Bestandspläne der Bauten auf der Schleuseninsel

- Bestandspläne und Details des Umlaufkanals

- Diverse Ansichts-, Schnitt- und Detailzeichnungen des Leo-Baus

- Funktionsschnitt Umlauftank

- Masterplan der TU-Berlin 2009

Wettbewerbsleistungen

1 Analyse der entwurfsrelevanten, insbesondere der gestaltbegründenden

Aspekte der Aufgabe, d. h.

- Entwicklung unterschiedlicher Lösungsansätze in Alternativen

- Auswahl eines Lösungsansatzes zur vertieften Bearbeitung und Begründung

dieser Wahl

2. Das aus der gefundenen Nutzung resultierende Raumprogramm ist zu

entwickeln und in den wesentlichen Grundzügen darzustellen.

3. Anschauliche Darstellung dieser Idee in Form von Bildern, Graphiken u.ä.

4. Planleistungen:

- Lageplan: Gebäudeensemble mit Umfeld (Vorbereich, Hinterer Bereich), Anbauten,

Gestaltung Umfeld M 1:500

- Darstellung der Idee mittels selbst gewählter architekturspezifischer Darstellungsart

– als räumlich illustrative Darstellung, Modellfotos oder andere geeigneten

Plandarstellungen

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Kooperationsaufgabe Architektur

Technische Gebäudeausrüstung (A/TGA)

- Grundrisse aller Ebenen, mindestens zwei Schnitte sowie die bearbeiteten bzw.

gestaltungsrelevanten Ansichten unter Berücksichtigung aller Neubauteile, d.h.

mind. zwei Fassaden und angrenzende Fassadenteile, M 1:100

- Entwurfsrelevante Fassadenschnitte und gestalterische Details

(Auswahl von mind. fünf Teilbereichen), insbesondere Regeldetails, welche die

Umsetzung der energetischen Sanierung unter Berücksichtigung der Aspekte

des Denkmalschutzes aufzeigen, in geeigneten größeren Maßstäben, zeichnerische

fotorealistische Darstellung(en) der Fassadenlösung(en)

5. Energieflussdiagramme

und konzeptionelle Darstellungen der gebäudetechnischen Lösung mit den wesentlichen

Energie und Leistungsangaben (keine Leitungsführungen oder Planungsdetails)

mit Erläuterungstext

6. Darstellung der Gebäudedurchströmung

(qualitativ, eine Strömungssimulation ist nicht gefordert) zur Erläuterung der

strömungsbedingten Energieströme und Behaglichkeitsaspekte, Analyse bauphysikalischer

Herausforderungen, Darstellung der Lösungsansätze und Erläuterungstext

7. Erläuterungsbericht

mit Erläuterung der architektonischen Idee und der gebäudetechnischen

Lösung(en), mit Begründung der gewählten Lösungen speziell auch im Hinblick

auf die Einbindung der neuen Bauten im Zusammenhang mit Denkmalschutzaspekten

Hinweise: Es sind nicht Detailberechnungen gefragt, sondern innovative und gleichzeitig

realisierbare Konzepte.

Thermische Anforderungen: Eine Orientierung an der EnEV ist nicht zielführend. Es sind

nachhaltige Lösungen gefragt bis hin zum Haus, das Energie produziert.

Für die Pläne der Kooperationsaufgabe werden zwei Stelltafeln zur Verfügung gestellt.

Die Kooperation Architektur - Konstruktiver Ingenieurbau - Technische Gebäudeausrüstung

wird ausdrücklich unterstützt. Dafür werden drei Stelltafeln (1,50 m Höhe, 2,00 m

Breite) zur Verfügung gestellt.

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V.9 Teilaufgabe Kunst und Bauen (K)

Denkmalpflege (D)

Eine alte Allee und verfallende Relikte mit neuer Bestimmung

Die einst von Linden gesäumte Kurfürsten- und heutige Hertzallee soll zu einem wichtigen

funktionalen Verbindungsweg zum TU-Campus aufgewertet werden. Hochschulangehörige,

Bibliotheksbesucher und City-West-Flaneure werden durch künstlerische

Gestaltungen angeregt. Als zusätzliche Kooperationsaufgabe sollen die verfallenden

Relikte der einst berühmten Borsigkolonnade thematisiert werden.

Eine alte Allee wird neu entdeckt…

Das 1884 eingeweihte Hauptgebäude der damaligen Technischen Hochschule

lag weit vom Berliner Stadtzentrum entfernt an der nach Charlottenburg führenden

Chaussee. Mit der zeitnah eröffneten Stadtbahn und ihren Haltestellen

„Tiergarten“ und „Zoologischer Garten“ als übergeordnetes Verkehrssystem

war das sich beständig erweiternde Hochschulgelände an die innerstädtischen

Wohnquartiere angebunden. Trotz der eindeutigen Hauptausrichtung des TH-

Gebäudes auf die „Berliner Straße“ (Straße des 17. Juni) wies es auch rückseitig

eine repräsentative Fassade aus – zumal hier der alte Zug der Kurfürstenallee

das spitzwinklige Hochschulgelände nach Süden hin begrenzte. Auch nach dem

Bau der Hochschule der Künste (1902, heute UdK) an der Hardenbergstraße

und dem Steinplatz und zahlreicher weiterer Hochschulbauten auf dem gleichen

Areal bestand diese auf den Zoologischen Garten zulaufende und das weiträumige

„Hippodrom“ (heute VW Universitätsbibliothek, BVG-Gelände, Standort des

jüngst gescheiterten Riesenrad-Projektes) erschließende Straße bis in die frühe

Nachkriegszeit weiter.

Nunmehr Hertzallee genannt, wurde sie 1955 durch das Institutsgebäude für

Bergbau / Hüttenwesen am Ernst-Reuter-Platz überbaut und durch eine Toranlage

an der Fasanenstraße dem Straßenland entzogen. Mehr noch, durch weitere

untergeordnete Baumaßnahmen auf dem auf diese Weise erweiterten Campus,

der Schaffung eines Müll- und Stapelplatzes vor dem inzwischen dauerhaft geschlossen

Tor, ist die ursprüngliche Situation nicht mehr nachvollziehbar.

Gleichwohl stellt die Hertzallee neben der Straße des 17. Juni und der Hardenbergstraße

und zwar nicht erst mit dem Bau der Zentralbibliothek– eine

Haupterschließungsachse des Stammgeländes der Technischen Universität dar.

Zahlreiche Hochschulangehörige benutzen sie als Verbindung vom Bahnhof Zoologischer

Garten, um durch ein Schlupftor das Universitätsgelände oder auch die

Zentralbibliothek an der Fasanenstraße zu erreichen. Der gegenwärtige Zustand

ist der Bedeutung der Straße nicht angemessen; sie führt ein Schattendasein und

bedarf einer gestalterischen Aufwertung.

Die Konkurrierenden sollen im ersten Teil der Aufgabe angeregt werden, bereits

ausgehend vom Umfeld des Bahnhofs Zoologischer Garten mit seinem Hardenbergplatz

und der Jebensstraße in die Hertzallee hinein und an ihr entlang durch

künstlerische Gestaltungen wie skulpturale Objekte, Farb-, Klang-, Lichtinstallationen

etc. ein Leitsystem zu schaffen, das das Campusgelände repräsentativ

angemessen an die West-City anbindet und die Allee in ursprünglicher Länge vom

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Teilaufgabe Kunst und Bauen (K)

Denkmalpflege (D)

Zoo bis zum Ernst-Reuter-Platz neu erlebbar werden lässt. Konzepte, die auch die anderen

Zugänge des Geländes von der Hardenbergstraße, dem Ernst-Reuter-Platz

und der östlichen Müller-Breslau-Straße einbeziehen, sind denkbar.

Diese Aufgabe bietet sich für eine Kooperation mit anderen Fachsparten (wie

Städtebau, Landschaftsplanung und Denkmalpflege) an.

Die Borsig-Wandelhalle

Das gilt insbesondere auch für den zweiten Teil der Aufgabe, der einen denkmalpflegerischen

Schwerpunkt besitzt: Auf dem Hofgelände des Campus befinden sich

Spolien um 1880 abgetragener bedeutender Bauten Berlins, die als Anschauungs-

und Studienmaterial der damaligen Architekturstudenten dienen sollten. Nahe

der Hertzallee hinter dem Maschinenbaulaboratorium stehen, überwuchert und

dem Verfall preisgegeben, Überreste der alten Borsigfabrik aus der Chausseestraße.

Sie war von Heinrich Strack in den 1840er Jahren als seinerzeit hochmoderner

Backstein-Terrakottabau errichtet worden und musste später der näher

rückenden Wohnbebauung weichen. Teile der mit zahlreichen Terrakotta-Reliefs

versehenen Kolonnade wurden nach dem Abbruch im „Hof“ der TU wiederaufgestellt.

Der traurige Zustand macht ein rasches Handeln notwendig. Die Aufgabe

besteht nun darin, ein Konzept zu erarbeiten, das das Architekturfragment

dauerhaft sichert und den Verfall der kunstvollen Terrakotten mit geeigneten

denkmalpflegerisch-restauratorischen Mitteln stoppt, um es für die Nachwelt zu

erhalten.

Wettbewerbsleistungen

Kunst und Bauen

Entwicklung eines Leitsystems zur Erschließung des Universitätsgeländes.

Hierfür wird eine Stelltafel (1,50 m Höhe, 2,00 m Breite) zur Verfügung gestellt.

Denkmalpflege

- Darstellung eines Konzeptes zur Sicherung eines bedeutenden Architekturfragmentes.

- Grundrisse, Ansichten, Perspektiven im entsprechenden Masstab.

- Eine Detailbearbeitung unter konservatorischen Gesichtspunkten

mit Angaben zur Materialität.

Hierfür wird eine Stelltafel (1,50 m Höhe, 2,00 m Breite) zur Verfügung gestellt.

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VI Literaturhinweise

- AIV (Hrsg):

Berlin und seine Bauten, Teil V, Band B – Hochschulen,

Imhof-Verlag, Petersberg 2004

- Bollé, M. (Hrsg):

Der Campus, ein Architekturführer durch das Gelände der Hochschule

der Künste und der Technischen Universität Berlin,

Arenhövel-Verlag, Berlin 1994

- Christiaanse, K. und Hoeger, K. (Hrsg):

Campus and the city, urban design for the knowledge society,

GTA-Verlag, ETH Zürich 2007

- „Die Alte Stadt“,

„Stadt und Universität“ Heft 1/2003, 30. Jahrgang,

Vierteljahres Zeitschrift Steiner-Verlag Stuttgart insbesondere

- Aminde, H.:

„Rückkehr in den Stadtraum und Erweiterung,

die TU Dresden nach der Wende“,

WechselWirkungen, Jahrbuch 2000, Stuttgart 2000

- Bodenschatz, H.:

TU Berlin – Aschenputtel in der Innenstadt,

Hochschulbauten – Zusammenfassung,

Sonderveröffentlichung der Zeitschrift Wettbewerbe aktuell,

Freiburg 2005

- Internet unter www.tu-berlin.de:

Rechenschaftsbericht des Präsidenten 2007-2008,

Teil 1 – Entwicklungen, Teil 2 – Zahlen,

Daten, Fakten, Fakultäten im Überblick, Studium an der TU Berlin,

Wintersemester 2010 und 2012 mit Isometrie und Angaben

zur Verortung von Hochschuleinrichtungen

- Internet unter www.udk-berlin.de

- Lemmen, R.:

Die Universität in der Stadt Beispiel Bremen – wechselnde Leitbilder

- Linde, H. (Hrsg):

Hochschulplanung 4 Bände

Beiträge zur Struktur- und Bauplanung insbesondere Band 4

- Aminde, H.: Hochschulen als Gegenstand der Stadt- und

Regionalplanung,

Werner-Verlag, Düsseldorf 1971

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VII Planunterlagen

Hinweise zu den Daten

Jeder Teilnehmer des Wettbewerbs

verpflichtet sich, die online gestellten

Daten und Pläne nur für die

Beteiligung am Verfahren zu nutzen.

Daten, die im Rahmen der Bearbeitung

als Zwischenprodukte anfallen

und nicht an den Auslober abgegeben

werden, sind nach Abschluss

des Wettbewerbes zu löschen. Die

zur Verfügung gestellten Daten sind

urheberrechtlich geschützt. Eine

Übergabe an Dritte ist unzulässig.

Der Urheber ist stets zu benennen.

Quellen

Arbeitspläne

- ALK-Daten: SenStadt, Abt. III

- weitere: Senatsverwaltung für

Stadtentwicklung Berlin

Kartenmaterial von 1910 bis heute:

- historische Karten: Landesarchiv

- Schwarzpläne und K5-Pläne:

Senatsverwaltung für

Stadtentwicklung

Luftbilder

- Ortholuftbild: SenStadt, Abt. III

Informationen

- bodenschatz_tu_berlin_

aschenputtel.pdf

- breitscheidplatz_faltblatt_niedr_

aufloesung.pdf

- broschuere_forum_city_west.pdf

- broschuere_forum_city_west_

kl.pdf

- flyer_ausstellung_im_amerika_

haus_2008.pdf

- leitlinien_city_west_

abschlussbericht.pdf

Planunterlagen

zum Eisenbahnwesen

sind wegen ihrer Dateigrößen auf

CD-Rom beim AIV erhältlich.

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Planunterlagen

zum Wettbewerbsgebiet

Lageplan und Luftbild

- Gelaende_TU.dxf

- Lageplan_Disposition.pdf

- Luftbild.pdf

- Luftbild.jpg

ALK und K5

- ALK.jpg

- K5 5000.jpg

Schwarzpläne

- 1940.pdf

- 1953.pdf

- 1989.pdf

- 2001.pdf

- SP1940.jpg

- SP1953.jpg

- SP1989.jpg

- SP2001.jpg

Denkmalkarte

- Denkmalkarte.pdf

- Denkmalkarte.jpg

Historischer Plan 1941

- Historischer Plan.pdf

- Historischer Plan.jpg

TU Campusplan

- Lageplan_TU.jpg

- Legende Campusplan TU.doc

Masterplan TU

- 3d.pdf

- Grundplan.pdf

- Lageplan.pdf

- Masterplan.pdf

- Standorte.pdf

- Strukturplan.pdf

- Veraenderungsbereiche.pdf

Planwerk Innenstadt

- PLW_CityWest.jpg

3D Plan Wettbewerbsgebiet

- 3D_Plan_CityWest.jpg

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Planunterlagen

zur Schleuseninsel

Ludwig Leo Umlauftank

- Fassade1.jpg

- Fassade 2.jpg

- Leo Bau 1000.jpg

- VWS-Ro Bild 3571 Schnitt

I[134085]{1}.jpg

- VWS-Ro Bild 3574 Schalplan

- Teil 1[134084]{1}.jpg

- VWS-Ro Bild 3575 Schnitte-

Halle[134083]{1}.jpg

- VWS-Ro Bild 3576 Halle-

Decks[134082]{1}.jpg

Bestand Grundrisse

- VWS_00-200.pdf

- VWS_01-200.pdf

- VWS_02-200.pdf

- VWS_11-200.pdf

- VWS_12-200.pdf

- VWS_13-200.pdf

- VWS_14-200.pdf

- VWS_15-200.pdf

- VWS_-1-200.pdf

Bestand Schnitte

- Funktionsschnitt_Umlauftank.jpg

- Gelaendehoehen_Schleuseninsel.pdf

- Gelaendeschnitt_Schleuseninsel.pdf

Historische Pläne

- Versuchsanstalt_Ansicht.pdf

- Versuchsanstalt_Grundsiss.pdf

- Versuchsanstalt_kleine_Rinne.pdf

- Versuchsanstalt_Lage.pdf

- Versuchsanstalt_Photos.pdf

Raumprogramm

Fachsparte Architektur

- Programm_Learning Center.exc

- Programm_Learning Center.pdf

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VIII Anhang

Städtebau I:

Empfehlungen zu Nutzungen auf dem Campus Ost /

Anforderungen an die Gebäude

Die folgenden Angaben sollen die Bearbeitung der Aufgabe erleichtern.

Sie sind nicht als zwingende Vorgaben zu verstehen.

Forschungs-Exzellenz-Clusterder

Chemie

10.000 bis 15.000 qm BGF

hochschulnahes Wohnen Bedarf ca. 1.000 Studierende x 20 qm

= ca. 25.000 qm BGF in Gebäuden von

10 m bis 15 m Tiefe

Hochschulbauten für Lehre und

Forschung

Leichtlabore (bsp. für Physik,

Informatik) / büroartige Bauten

Schwerlabore (Chemie, Biologie mit

großen Innenzonen für Analysen,

Züchtungen usw. und bei Reinsträumen

der Mikroelektronik)

Hallen, Werkstätten, Versuchsanlagen,

Maschinenhallen usw. (rund 20% der

Gebäudefläche, nicht stapelbar)

Zentrale Einrichtungen

Ausstellungshalle für künstlerische

Einzel- und Sammelausstellungen,

Semester- und Abschlussarbeiten

sowie Wechselausstellungen und Wissenschaftspräsentationen

Fachbereich Mediengestaltung und

visuelle Kommunikation der UdK

(Zuzug der Außenstelle von der Grunewaldstraße)

Freihand-Leselandschaft in Erweiterung

der VW-Bibliothek zusammen

mit einer Ausleihe der Landesbibliothek

(zur Erhöhung der Attraktivität

des Standortes) mit entsprechendem

Katalograum für die Stadtbevölkerung

und Studierende

Lernlandschaft als Lernzonen für

kleine Gruppen in wechselnder

Größe

Versuchsanstalt für Wasser- und

Schiffsbau (VWS)

Bauflächen für Wissenschafts- oder

Wirtschaftsbauten, mit Hochschulbezug

großzügige Freifläche in der Kernzone

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

Gebäudetiefe, die sich an einer

modularen Konstruktion orientiert,

als Mehrfaches eines Konstruktionsund

Ausbaurasters von 1,20 m

Gebäudetiefen vorzugsweise von 2 x

8,40 m oder 2 x 6 m plus 2,40 m Flur

= 14,40 oder 16,80 m

Bauspangen mind. 3 x 7,20 m tief

= 21,60 m, Geschosshöhen durchgängig

4,20 m

Hallen sind 5,40 m oder 6,60 m hoch,

im 1,20 m Modul. Längsmaße der

Konstruktion liegen i.d.R. bei 7,20 m

ca. 1.000 qm BGF, 7m Höhe

ca. 10.000 qm BGF

insgesamt ca. 1.200 BGF,

ggf. in zwei Geschossen

bis zu 20 Personen je 1 qm

= 20 qm und ca. 30 Räumen

= 600 qm netto

= 1.200 qm BGF ggf. in zwei Gruppen

Graduiertenschule als Doktorandenschule

der TU oder ein Clubhaus der

Professoren, Umbau im Innern mit

neuer Zugänglichkeit

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2011

48


Anhang

Städtebau II:

Orientierungswerte zu Fakultäten, Studierenden und Personal

In einem seit 20 Jahren andauerndem Reformprozess hat sich die TU Fakultätsstruktur

von ursprünglich 22 Fachbereichen im Jahr 1993 auf zunächst 15 im

Jahr 2001 und heute acht Fakultäten umorganisiert. Dazu gehören die Fakultäten

Geisteswissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, Prozesswissenschaft,

Elektrotechnik und Informatik, Verkehrs- und Maschinensysteme, Planen,

Bauen, Umwelt sowie Wirtschaft und Management. Insgesamt liegt die TU Berlin

im weltweiten Hochschulranking auf Platz 65 vor der RWTH Aachen (Platz 70)

und der Universität Karlsruhe (Platz 71). Im deutschen Hochschulranking liegen

diese drei Technischen Hochschulen heute an der Spitze.

Trotz dramatischer Budgetkürzungen sieht der Hochschulstrukturplan die TU

als Ideenschmiede und tragende Säule der Innovations- und Technologiepolitik

des Wissenschaftsstandort Berlin. Die vergangenen Jahre sind durch eine sich

weiter verschlechternde Haushaltslage, aber auch die Ausarbeitung eines neuen

Ausstattungsplanes gekennzeichnet. Durch die neu gegründete Einsteinstiftung

konnte jedoch die Fortführung des Hochschul-Masterplanes mit jährlichen Haushaltsmitteln

in Höhe von 35 - 40 Mio Euro sicher gestellt werden.

Zusätzlich wird eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit außeruniversitären

Forschungseinrichtungen in der Region Berlin-Brandenburg angestrebt. Dazu gehören

Kooperationen mit Max-Planck-Instituten, Einrichtungen der Helmholtz

Gemeinschaft, Instituten der Leibnitz-Gemeinschaft sowie der anwendungsnahen

Forschung mit den Instituten der Fraunhofer Gesellschaft. Für die Ansiedlung

dieser Institutionen werden Bauflächen im Ost-Campus vorgehalten.

Hochschulbevölkerung: alle Werte gerundet:

Studierende im Wintersemester 2009/10 29.200

Studierende an der UdK im gleichen Jahr 3.600

Summe Gesamtstudierende 33.000

zuzüglich TU-Bedienstete 5.400

zuzüglich UdK-Bedienstete 700

Summe Hochschulkernbevölkerung ger. 40.000

Deutlich ablesen lassen sich die zurückgehenden Finanzmittel an der Personalentwicklung

der TU zwischen 2000-08. Die Zahl der TU-Bediensteten nahm

zwischen 2000 und 2008 um rund 20% ab. Von diesem Personalrückgang waren

besonders die Fakultät I Geisteswissenschaften und die Fakultät VI Planen, Bauen,

Umwelt betroffen. Im selben Zeitraum hat die Zahl der Studierenden dagegen

nur um 5% abgenommen, dagegen die Zahl der Studienplätze um etwa 15%. Die

TU „fährt“ hier also mit „Überlast“ ihrer personalbezogenen Kapazitäten. Trotz

eine konstanten Zahl von 6.000 Studienanfängern haben sich die Studienbedingungen

tatsächlich verschlechtert.

Die TUB unternimmt erhebliche Anstrengungen, ihr Studierpotential konstant zu

halten, muss jedoch zukünftig eine steigende Belastung für ihr Personal in Kauf

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Anhang

nehmen. Die Baumittel bleiben bisher konstant. Da keine großen Zuwächse aus

Geburten und geänderten Studierquoten abzusehen sind, kann von einer konstanten

Entwicklung der Studierendenzahlen ausgegangen werden.

Unter diesen Prämissen sieht die Bau- und Planungspolitik der TUB eine Konsolidierung

vor. Neben der Aufgabe von standortfernen Gebäuden sollen im Rahmen

von Modernisierungen unzumutbare Bauverhältnisse verbessert und gegebenenfalls

durch Neubauten ersetzt werden. Da größere Baumöglichkeiten im Kern-

und im Nordgelände erschöpft sind, wird dazu das Gelände des Campus-Ost

schrittweise in Anspruch genommen.

Flächenentwicklung der Hochschule

(Erhebungsgrundlage Masterplan)

Nordgelände insgesamt 16ha

Stammgelände mit Schleuseninsel (TUB: 13 ha, UdK: 4 ha)

gesamt: 17 ha

Ost-Campus 12 ha

hochschulgelände Gesamt (TUB: 43 ha, UdK: 4 ha)

gesamt: 47 ha

(einschließlich aller Erschließungsstrassen,

jedoch ohne öffentliche Strassen)

Die TU Berlin verfügt über 600.000 qm Geschossfläche (= ca. 300.000 qm Nutzfläche).

Bezogen auf die 44 ha Gesamtfläche der TUB ergibt sich damit eine Geschossflächenzahl

von 1,36. Das ist moderat und liegt unter dem gesetzlich zulässigen

Wert von 2,4.

Im Zuge von Neubedarf, Modernisierung und Rückbau kann in Zukunft stärker

das Ostgelände in Anspruch genommen werden. Eine solche grundsätzliche Strategie

der Dichteverteilung erlaubt es größere Grünflächen zu erhalten. Unter

Berücksichtigung des Leitbildes einer „SCIENCE CITY im Park“ entspricht sie

auch der TU-Baugeschichte.

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Anhang

Architektur:

Zusammenfassung des Raumprogramms

Alle Angaben beziehen sich auf die Hauptnutzfläche.

Erschließungsflächen sowie WC-Bereiche sind konzeptabhängig zu kalkulieren.

Aufschlüsselung: siehe Anlage.

Learning Center: 6.000 qm

Seminarbereich: 3.000 qm

Innovationszentrum: 4.000 qm

Ausstellungsbereich: 2.500 qm

Der Ausstellungsbereich ist für verschiedene

Veranstaltungen mit flexiblen Teilungsoptionen

zu planen. Die Teilbereiche sollen separat

– also parallel – erschließbar und nutzbar

sein. Die Garderoben können mobil geplant

werden.

Foyer / Garderobe 500 qm

Zentraler WC-Bereich ggf. im Untergeschoss

2 Teilbereiche 500 qm 1.000 qm

1 Teilbereich 1.000 qm 1.000 qm

Vortrags- und Kongressbereich 3.500 qm

Vorbereich: 300 qm

Audimax für 600 Zuhörer

Drei Hörsäle für 100 Zuhörer

Drei Hörsäle für 60 Zuhörer

Cafeteria / Mensa 1.000 qm

Gastbereich 350 qm

Küche mit Lagerflächen 250 qm

Zusätzliche Lagerflächen sind im Untergeschoss

anzuordnen und über einen Lastenaufzug

mit dem Vorbereitungsbereich zu verbinden.

Summe: 19.500 qm

Zusätzliche Nutzungsbausteine (konzeptabhängig)

Zentrale Studienberatung 500 qm

Flächen für studentische Selbstverwaltung 400 qm

Flächen für Einzelhandel- und Sport 1.000 qm

Copy-Haus 200 qm

Graduiertenkolleg 500 qm

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Architekten- und Ingenieurverein

zu Berlin e.V. | seit 1824

Zitat Titelseite

Jacques Derrida:

Die unbedingte Universität“,

Edition Suhrkamp, 2001

Bildnachweis

Vorderseite:

Panoramablick über den

Ernst-Reuter-Platz,

TU Berlin/ Weiß, 2010

Luftbild Seite 4:

Ortholuftbild,

SenStadt, Abt. III, 2010

Layout und Grafik

SemmerHicsasmaz, Berlin

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Ein großer Dank gilt bereits heute

den Förderern und Stiftern:

- Bundesministerium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung

- Senatsverwaltung für

Stadtentwicklung Berlin

- Deutscher Beton- und

Bautechnik-Verein e.V.

- Förderverein des Verbandes

Beratender Ingenieure VBI

- Hans-Joachim-Pysall-Stiftung

- DAI Verband Deutscher Architekten-

und Ingenieurvereine e.V.

- Baukammer Berlin

- Lenné-Akademie für Gartenbau

und Gartenkultur e.V.

- Schwäbischer Architekten- und

Ingenieurverein Augsburg e.V.

- Verband Restaurator im

Handwerk e.V.

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