Die unbedingte Universität - und Ingenieur-Verein zu Berlin eV

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Die unbedingte Universität - und Ingenieur-Verein zu Berlin eV

Aufgabenstellung

Die Mitte beider Campusbereiche wurde in den 1950er Jahren durch die Landschaftsarchitektin

Herta Hammerbacher als offene Freiflächen gestaltet. Durch

eine schrittweise Nachverdichtung ab den 1970er Jahren ist eine Vielzahl von

Ergänzungsbauten entstanden, die die ursprüngliche städtebauliche Konzeption

überlagern. Inzwischen ist eine Vielzahl der Hochschulbauten vor allem im Nordgelände

von Grund auf zu modernisieren. Für das Hauptgebäude und das Chemiegebäude

im Stammgelände ist die Modernisierung nahezu abgeschlossen.

Heute präsentieren sich das Nord- und Hauptgelände als ein introvertiertes

Patchwork aus Gebäuden und Freiflächen. Nach außen werden die beiden Flächen

durch lange und wenig durchlässige Stadtkanten eingefasst. Beiden Campusbereichen

fehlt eine erlebbare Mitte als Freiraum für Treff, Aufenthalt und

Austausch. Im Inneren setzen sie sich aus einer Vielzahl von Teilräumen zusammen

– Gebäude, Repräsentations-, Erholungs-, Anlieferungs- und Lagerflächen

liegen beziehungslos nebeneinander. Der labyrinthische Charakter der Flächen

wird verstärkt durch schwer auffindbare Ein- und Durchgänge zwischen Stadt-

und Campusgelände sowie Verschwenkungen und Engstellen in den Hauptwegen.

Dementsprechend schwer fällt Passanten und Studienanfängern die Orientierung.

Zu den jüngsten Neubauten gehört die Volkswagen Universitätsbibliothek, die in

den Jahren 2002-04 durch die Architekten Lothar Jeromin und Walter A. Noebel

errichtet wurde und seitdem von der TU und der UdK gemeinsam genutzt wird.

Östlich der Fasanenstrasse gelegen bilden die Neubauten den Auftakt zu den sich

südöstlichen anschließenden Hochschul-Erweiterungsflächen. Zur Dokumentation

der verschiedenen Planungsetappen sind der Ausschreibung historische Pläne

und der aktuelle Masterplan beigefügt.

Dieser wurde 2009 vom Berliner Senat für den Campus der beiden Hochschulen

in der City West als „sonstige städtebauliche Planung” gemäß Baugesetzbuch

beschlossen. Damit existiert neben den Leitlinien eine Grundlage für die künftige

Entwicklung dieses Bereichs. Als städtebaulicher Rahmenplan hält der Masterplan

zentrale Handlungsoptionen und Aufgaben für das Land Berlin, die beteiligten

Bezirke, die Universitäten und die Akteure der Wirtschaft, fest. Das betrifft:

- Investitionsprojekte auf und um den Campus und auf öffentlichen Flächen des

Landes

- weitere Planungsschritte und städtebauliche Verfahren

- Standortplanungen, Neuordnungen

- Projekt- und Objektplanungen des Neubaus und der Sanierung

- ein koordiniertes Entwicklungsmanagement.

Der Masterplan ist kein einzelner Plan. Er besteht aus einem ganzen Kompendium

von Plänen zu Konzeptschichten, die sich aufeinander beziehen, und Vertiefungen

für einzelne Teilräume. So stellt beispielsweise der Strukturplan die wesentlichen

Ziel- und Handlungskomponenten dar, während der Plan zum städtebaulichen

Konzept eine städtebaulich-freiraumplanerische Darstellung wiedergibt, die ins

Planwerk Innenstadt übertragen wird, um auch dort die Leitideen zu dokumentieren.

Ein ergänzendes Maßnahmen- und Handlungskonzept dient der Umsetzung.

Je nach Ort und Thematik trifft der Masterplan Aussagen zur kurz-, mittel-, und

langfristigen Entwicklung des Gebiets. Er bildet damit bereits die Grundlage für

AUSSCHREIBUNG 27. SEPTEMBER 2010

AIV

Schinkel-Wettbewerb

2011

20

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