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food TECHNOLOGIE 4/2023

Food Technologie, Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, sowie einigen Ländern Osteuropas. In praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen berichten wir über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen und Märkte, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material.

Food Technologie, Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung ist die Fachpublikation für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, sowie einigen Ländern Osteuropas. In praxisorientierten Fachbeiträgen, Kurzartikeln und Meldungen berichten wir über Roh- und Zusatzstoffe, ihre Anwendungen und Märkte, Herstellungstechnologie, Verfahrenstechnik sowie Verpackungstechnologien und -material.

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34. Jahrgang · ISSN 1616-2323 · ZKZ30360 · www.<strong>food</strong>-technologie.de<br />

4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER<br />

Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung<br />

INGREDIENTS<br />

Prozesssicherheit für<br />

handwerkliches Backen:<br />

Slow Milling-Zutaten<br />

und -Rezepturen berücksichtigen<br />

Anforderungen<br />

an Bäckereien für<br />

„Artisan Baking“<br />

VERFAHRENSTECHNIK<br />

Mit (Prozess)luft und<br />

Liebe zur perfekten Flocke:<br />

AERZEN Drehkolbengebläse<br />

halten die Flockenproduktion<br />

der Bauckhof<br />

Mühle am Laufen<br />

MESSEN<br />

POWTECH <strong>2023</strong> –<br />

Wie alternative Proteine<br />

die Ernährung nachhaltig<br />

machen<br />

VERPACKUNG<br />

Eine neue Generation<br />

recyclebarer Kunststofffolien<br />

– Verpackungshersteller<br />

investiert<br />

in Hosokawa Alpine<br />

MDO-Technologie<br />

4<br />

TITELTHEMA<br />

Effiziente Antriebe<br />

für Bäckerei und Brotfabrik<br />

NORD DRIVESYSTEMS liefert maßgeschneiderte Antriebslösungen für die Backindustrie


14. – 16.11.<strong>2023</strong><br />

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2 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


EDITORIAL<br />

Wettbewerbsnachteil<br />

durch Strompreiszonen?<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Sebastian Martinek,<br />

Objektleiter<br />

In letzter Zeit hat die Diskussion über Energiekosten<br />

und Nachhaltigkeit unter anderem<br />

auch in der Lebensmittelindustrie an Bedeutung<br />

gewonnen. Die Wahl der richtigen Energiequelle<br />

und die effiziente Nutzung von<br />

Strom sind zu entscheidenden Faktoren geworden,<br />

um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen<br />

zu gewährleisten und gleichzeitig<br />

die Umweltauswirkungen zu minimieren.<br />

Darüber hinaus gibt es auf EU-Ebene die umstrittene<br />

Idee Strompreiszonen einzuführen.<br />

Strompreiszonen, auch als Strompreisgebiete<br />

oder Regelzonen bezeichnet, wären räumlich<br />

abgegrenzte Bereiche, in denen unterschiedliche<br />

Strompreise gelten. Eine solche Zoneneinteilung<br />

würde dazu dienen, die Stromnetze<br />

effizient zu betreiben und die Kosten für den<br />

Stromtransport zu optimieren. Solche Zonen<br />

hätten dann erhebliche Auswirkungen auf die<br />

Kosten und die Nachhaltigkeit der Produktion<br />

in gewissen Regionen. In Deutschland<br />

gäbe es dann laut der Idee zwei Hauptstrompreiszonen,<br />

die im Zusammenhang mit dem<br />

deutschen Strommarkt von Bedeutung sind.<br />

Eine Zone würde den südlichen Teil der<br />

Bundesrepublik umfassen – insbesondere<br />

Bayern und Baden-Württemberg. In der Regel<br />

hätte diese Zone höhere Strompreise.<br />

Dies liegt zum Teil an den geografischen Gegebenheiten,<br />

da der Süden Deutschlands vergleichsweise<br />

weit von den Erzeugungszentren<br />

für Wind- und Solarenergie im Norden entfernt<br />

ist. Strom muss über längere Strecken<br />

transportiert werden, was die Kosten erhöht.<br />

Die zweite Zone würde sich über den nördlichen<br />

Teil Deutschlands erstrecken, wo viele<br />

erneuerbare Energiequellen wie Windkraft<br />

und Solaranlagen konzentriert sind. Aufgrund<br />

der Nähe zu diesen Erzeugungszentren<br />

wären die Strompreise in der Nordzone<br />

tendenziell niedriger als in der Südzone.<br />

Die Einführung von fiktiven Stomzonen wäre<br />

für die süddeutsche Industrie sicher größtenteils<br />

von Nachteil, da die Wettbewerbsfähigkeit<br />

erheblich beeinträchtigen wäre.<br />

Die zusätzlichen Kosten für die Stromnutzung<br />

würden die Unternehmen belasten und<br />

ihre Gewinne schmälern, was zu einem Verlust<br />

an internationaler Wettbewerbsfähigkeit<br />

führen dürfte – eine Gefährdung von Arbeitsplätzen<br />

wäre die Folge.<br />

Bleibt zu hoffen, dass EU und Energiepolitik<br />

bei zukünftigen Entscheidungen genau abgewägt<br />

und die damit einhergehenden nachteiligen<br />

Effekte stets im Auge behält und<br />

berücksichtigt.<br />

Es grüßt Sie herzlich<br />

Halle 4<br />

Stand 4-238<br />

WBH Chargenmischer<br />

MLH Labormischer<br />

www.mapgmbh.com<br />

WAH Kontimischer<br />

WBN<br />

Bandwendelmischer<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

3


INHALT<br />

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TITELTHEMA<br />

Effiziente Antriebe für<br />

Bäckerei und Brotfabrik<br />

NORD DRIVESYSTEMS liefert maßgeschneiderte<br />

Antriebslösungen für die Backindustrie<br />

Öfen und andere Backeinrichtungen sind in der Backindustrie die<br />

größten Energieverbraucher. Das heißt aber nicht, dass nicht auch<br />

andere Bereiche Ansätze zum Energiesparen bieten. Mit energieeffizienten<br />

Antriebslösungen, die speziell auf Bäckereien zugeschnitten<br />

sind, unterstützt Spezialist NORD DRIVESYSTEMS Betriebe dabei …<br />

Seite<br />

6 – 7<br />

INGREDIENTS<br />

Prozesssicherheit für handwerkliches Backen<br />

Slow Milling-Zutaten und -Rezepturen berücksichtigen<br />

Anforderungen an Bäckereien für „Artisan Baking“<br />

Von der Saat zum Öl<br />

Naturbelassene Produkte, umweltschonende Verarbeitung und<br />

nachhaltige Verpackung<br />

Seite<br />

8 – 9<br />

10 – 11<br />

Refinery refined<br />

www.harnisch.com<br />

VERFAHRENSTECHNIK<br />

PROZESSANLAGEN<br />

Höhere Leistung, kürzere Standzeiten und große Artikelvielfalt<br />

Slicer Formax SX330 von Provisur Technologies im<br />

Einsatz bei Biofleischerei<br />

Der Pulvermischer für große Chargen<br />

amixon ® Gyraton ® Mischer Typ GM mit 70 m 3 Nutzinhalt<br />

Mit (Prozess)luft und Liebe zur perfekten Flocke<br />

AERZEN Drehkolbengebläse halten die Flockenproduktion<br />

der Bauckhof Mühle am Laufen<br />

Seite<br />

14 – 15<br />

16 – 17<br />

18 – 20<br />

Kulinarischer Ausflug auf den Wochenmarkt am Mittelmeer<br />

Oliven + Öl Compagnie produziert mediterrane Spezialitäten<br />

im Kutter von K+G Wetter<br />

22 – 24<br />

Palm oil<br />

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QUALITÄTSMANAGEMENT<br />

Ganzheitlicher Explosionsschutz<br />

EGV HYP – EHEDG-zertifizierte Berstscheibe<br />

26<br />

27<br />

Sensory<br />

competence<br />

Pesticide free<br />

Omega-3<br />

Tailormade<br />

Produktion geschützt, Ernährung gesichert<br />

Sicherheit beim Handling pulverförmiger Lebensmittel<br />

MESSEN<br />

28 – 29<br />

Seite<br />

Chocolate<br />

Infant<br />

formula<br />

Wie alternative Proteine die Ernährung nachhaltig machen<br />

Die POWTECH nimmt zukünftige Herausforderungen in den Fokus<br />

30 – 31<br />

Handwerk in all seiner Vielfalt<br />

Die iba <strong>2023</strong> in München<br />

36 – 37<br />

4 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


INHALT<br />

VERPACKUNG<br />

Seite<br />

CODIEREN/ETIKETTIEREN<br />

KONTROLL- UND PRÜFSYSTEME<br />

Anwesenheitskontrolle effizient gedacht<br />

Die neue Sensorserie 5B von Leuze detektiert Objekte<br />

zuverlässig und kosteneffizient<br />

Hochpräzise Metalldetektion<br />

MiWave Technologie reduziert Fehlauslesungen bei Salatdressings<br />

VERPACKUNGSMASCHINEN<br />

38<br />

39<br />

Fliegender Rollenwechsel auf Etikettieranlagen<br />

Verfahren zum automatischen Spleißprozess am Ende<br />

einer Etikettenrolle<br />

Null-Fehlertoleranz für Null-Kilometer-Getreide<br />

Meraner Mühle kennzeichnet Produktvielfalt mit Bluhm Systeme<br />

Effizienz erhöht bei Schlauchbeutelanwendungen<br />

Dominos neuer Thermotransferdrucker Vx150i (TTO)<br />

46 – 47<br />

48 – 49<br />

50<br />

Faltschachteln aus Karton sorgen für mehr Nachhaltigkeit<br />

Neue Schubert-Verpackungsmaschine für „PiCK UP!“ –<br />

den Keksriegel von Bahlsen<br />

VERPACKUNGSDESIGN<br />

Eine neue Generation recyclebarer Kunststofffolien<br />

Verpackungshersteller investiert in Hosokawa Alpine<br />

MDO-Technologie<br />

Nachhaltige Verpackungen die Kaffeebohnen frisch halten<br />

Materialinnovationen im Verpackungssektor<br />

40 – 41<br />

42 – 43<br />

44 – 45<br />

NEWS/EVENTS<br />

Vom Glasthermometerhersteller zum Lösungsanbieter<br />

75-jähriges Jubiläum für JUMO<br />

Steigende Lebensmittelpreise<br />

Höhere Lebensmittelpreise bedrohen Ernährungssicherheit<br />

und politische Stabilität weltweit<br />

TRENDS & EMOTIONEN<br />

Seite<br />

52 – 54<br />

55 – 56<br />

Seite<br />

Projekt „Wahre Kosten“ – ein Experiment in schwierigen Zeiten 57<br />

Natürliche<br />

Protein Power<br />

Eigene Ölmühle<br />

Erfahrung seit 1925<br />

Nachhaltige Produkte<br />

mit Upcyclingbezug<br />

Pflanzliche Proteine<br />

LipoMill Presskuchen<br />

und Mehle<br />

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Frankfurt · Halle 4.1 · F101<br />

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SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

5


Effiziente Antriebe<br />

für Bäckerei und Brotfabrik<br />

NORD DRIVESYSTEMS liefert maßgeschneiderte Antriebslösungen für die Backindustrie<br />

Öfen und andere Backeinrichtungen sind in der Backindustrie die größten Energieverbraucher. Das heißt aber nicht, dass<br />

nicht auch andere Bereiche Ansätze zum Energiesparen bieten. Mit energieeffizienten Antriebslösungen, die speziell auf<br />

Bäckereien zugeschnitten sind, unterstützt Spezialist NORD DRIVESYSTEMS Betriebe dabei.<br />

O<br />

b Knetsystem, Transportband oder<br />

Durchlaufofen: In modernen Bäckereien<br />

arbeiten zahlreiche Automatisierungseinheiten<br />

– und alle sind mit individuellen elektrischen<br />

Antriebssystemen ausgerüstet. Bei<br />

einer Knetmaschine wird mindestens der<br />

Knethaken angetrieben, oftmals wird auch<br />

der Bottich gedreht, gehoben oder gekippt<br />

und der Deckel automatisiert angehoben.<br />

Diese zahlreichen Antriebssysteme sind ein<br />

wichtiger Faktor in der automatisierten Backwarenproduktion<br />

und verdienen aus mehreren<br />

Gründen Aufmerksamkeit. Einerseits<br />

müssen sie anspruchsvollen Anforderungen<br />

genügen, etwa hinsichtlich Hygiene – Stichwort:<br />

Food Safety – und Zuverlässigkeit. Andererseits<br />

bietet diese Vielzahl an Antrieben<br />

ein nennenswertes Potenzial zur Steigerung<br />

der Energieeffizienz und Senkung der Total<br />

Cost of Ownership (TCO).<br />

Eigenes Branchenmanagement<br />

NORD DRIVESYSTEMS ist spezialisiert auf<br />

effiziente maßgeschneiderte Antriebe für<br />

unterschiedlichste industrielle Anwendungen.<br />

Mit seinen Antriebskomponenten –<br />

Motor, Getriebe, Industriegetriebe und Frequenzumrichter<br />

– beliefert der Antriebsexperte<br />

aus Bargteheide bei Hamburg über<br />

100 Branchen. Für einige Schlüsselindustrien<br />

hat das Unternehmen ein spezielles<br />

Branchenmanagement aufgebaut, so auch<br />

für die Backwarenindustrie. „Unsere Branchenmanager<br />

kennen die Backindustrie genau<br />

und sind mit den Anforderungen von Bäckereien<br />

wie von industriellen Brotfabriken<br />

bestens vertraut“, betont Jörg Niermann,<br />

Bereichsleiter Marketing bei NORD.<br />

Neben dem Know-how in der Antriebstechnik<br />

und der Vertrautheit mit der Bäckereibranche<br />

bietet NORD seinen Kunden einen weiteren<br />

Vorteil: Das Unternehmen ist weltweit<br />

vertreten, sein internationales Servicenetz garantiert<br />

eine schnelle Kundenbetreuung rund<br />

um den Globus. In 36 Ländern steht NORD<br />

seinen Kunden mit Montagewerken, Service<br />

und Vertrieb zur Verfügung, in 52 weiteren<br />

Ländern helfen kompetente Servicepartner.<br />

Maßgeschneiderte Antriebslösungen<br />

Aus dem umfangreichen NORD Produktbaukasten<br />

konfigurieren die Branchenexperten<br />

in Absprache mit dem Kunden individuell<br />

maßgeschneiderte Antriebslösungen<br />

für die Backwarenproduktion. Für große<br />

Rühr- und Knetsysteme kommen die<br />

leistungsfähigen MAXXDRIVE ® Industriegetriebe<br />

zum Einsatz. Gerade bei der Zubereitung<br />

von Teig, wenn es um große Mengen<br />

geht, deren Viskosität etwa durch die Zugabe<br />

von Mehl, Eiern oder Wasser auch noch<br />

verändert wird, machen sich die leistungsstarken<br />

Getriebe mit Drehmomenten bis zu<br />

250.000 Nm bezahlt.<br />

Zahlreiche Antriebseinheiten kommen in der modernen Bäckerei oder der industriellen Brotfabrik zum Einsatz.<br />

(Bild: AdobeStock / industrieblick)<br />

Optional für MAXXDRIVE ® Industriegetriebe<br />

bietet NORD den SAFOMI-IEC-Adapter<br />

für Rührwerke an. Der SAFOMI-Adapter<br />

kommt ohne Ölbehälter und -schläuche sowie<br />

ohne Wellendichtringe zwischen Getriebe<br />

und IEC-Zylinder aus. Durch das Fehlen<br />

mehrerer Dicht- und Verbindungsstellen erhöht<br />

sich die Zuverlässigkeit bei gesenktem<br />

Wartungsaufwand. Zudem reduziert sich der<br />

Bauraum durch die kompakte Bauweise.<br />

6 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


NORD DRIVESYSTEMS · TITELTHEMA<br />

Für große Rührwerke bietet NORD DRIVESYSTEMS ein umfangreiches Portfolio<br />

an MAXXDRIVE ® Industriegetrieben mit Drehmomenten bis zu 250.000 Nm.<br />

(Bild: NORD DRIVESYSTEMS)<br />

Die hocheffizienten IE5+ Synchronmotoren liefert NORD auch in<br />

einer leicht zu reinigenden Ausführung als lüfterlose Glattmotoren.<br />

(Bild: NORD DRIVESYSTEMS)<br />

Sollte der Standardbaukasten von NORD<br />

einmal nicht ausreichen, um ein maßgeschneidertes<br />

Antriebssystem zu konfigurieren,<br />

entwickeln die Engineering-Spezialisten<br />

des Unternehmens auch kundenindividuelle<br />

Lösungen von Grund auf neu. „Die Kundenzufriedenheit<br />

steht für uns dabei an erster<br />

Stelle, nicht so sehr die Seriengröße“, betont<br />

Jörg Niermann. Eine individuelle Entwicklung<br />

bietet NORD auch schon bei kleinen<br />

Stückzahlen.<br />

Auch für Anwendungen mit hohen Temperaturbereichen,<br />

wie Gäröfen und Durchlauföfen,<br />

oder niedrigen, wie Froster und Kühler,<br />

kann NORD applikationsspezifische Lösungen<br />

bereitstellen.<br />

Hygienische Anforderungen<br />

Für fast alle Anwendungen bietet NORD ein<br />

großes Portfolio hygienefreundlicher Antriebe<br />

an. Dazu gehören Asynchron- und Synchron-Glattmotorenreihen,<br />

Gerad- und Winkelgetriebebaureihen<br />

sowie dezentrale Frequenzumrichter.<br />

Gleich zwei Glattmotoren-<br />

Baureihen sind hygienefreundlich und ohne<br />

Der SAFOMI-IEC-Adapter für<br />

Rührwerke fungiert als<br />

IEC-Adapter und Ölausgleichsbehälter,<br />

er erhöht die Betriebs-<br />

sicherheit und reduziert<br />

den Wartungsaufwand.<br />

(Bild: NORD DRIVESYSTEMS)<br />

Lüfter gestaltet worden. Die neue IE5+ Synchronmotor-Baureihe<br />

integriert den Geber<br />

gut geschützt und kompakt im A-Lagerschild,<br />

die IE3-Asynchronbaureihe schützt<br />

den Geber in einem Anbaugehäuse am B-Lagerschild.<br />

Beide Motoren sind zusätzlich mit<br />

Bremsen, integriert in IP69K-Anbaugehäuse,<br />

ausrüstbar. Leistungs- und Signalkabel<br />

können auch mit leistungsfähigen, hygienefreundlichen<br />

Steckern ausgeführt werden.<br />

Durch die Anlehnung der Hygienebaureihen<br />

an die Standardbaureihen steht ein großer<br />

Baukasten mit vielen Optionsvarianten und<br />

einer großen Gestaltungsflexibilität zur Verfügung.<br />

Somit lassen sich auch Lösungen<br />

für spezielle Gegebenheiten wie engen Einbauräumen<br />

finden.<br />

Für extreme äußere Bedingungen und Korrosionsschutz<br />

bietet NORD DRIVESYSTEMS<br />

die selbstentwickelte Oberflächenveredelung<br />

nsd tupH an. Die Technologie bietet<br />

einen einzigartigen Korrosionsschutz, vergleichbar<br />

mit Edelstahl, bei einem herausragenden<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis. Da es<br />

sich dabei nicht um eine Farbschicht handelt,<br />

kommt es außerdem zu keinem Ablösen<br />

oder Abblättern der Oberfläche.<br />

Standardmäßig mit Explosionsschutz<br />

„Außerdem bieten wir viele Antriebskomponenten<br />

standardmäßig mit Explosionsschutz<br />

nach der ATEX-Richtlinie an“, unterstreicht<br />

Niermann. Explosionsschutz ist in der Bäckerei<br />

von besonderer Bedeutung. Mehlstaub,<br />

wie auch andere gemahlene organische Substanzen<br />

sind in unverarbeiteter Form leicht<br />

entzündlich. Gleiches gilt für Alkohol, der<br />

etwa bei der Zubereitung von Kuchen oder<br />

Konfekt verwendet wird. Für den sicheren<br />

Einsatz solcher Zutaten bietet man bei NORD<br />

DRIVE SYSTEMS ein umfangreiches Angebot<br />

an Komponenten, die ATEX-zertifiziert sind.<br />

Total Cost of Ownership<br />

Ob aus dem Baukasten oder individuell entwickelt:<br />

NORD Antriebslösungen zeichnen<br />

sich durch eine hohe Energieeffizienz aus.<br />

Energiesparende Einzelkomponenten und<br />

integrierte Lösungen mit einem hohen Systemwirkungsgrad<br />

sorgen für einen effizienten<br />

Maschinenantrieb. Für Transportbänder<br />

oder Schneideapparaturen etwa, bietet<br />

NORD hocheffiziente IE5+ Synchronantriebe<br />

an. Gesteuert werden diese von NORD<br />

Frequenzumrichtern, die nicht nur höchste<br />

Energieeffizienz garantieren. Über ihre standardmäßige<br />

PLC (Programmable Logic Controller)<br />

lassen sich auch einzelne Zusatzfunktionen<br />

wie Zumesseinheiten und Überziehanlagen<br />

als Bestandteile einer verketteten<br />

Produktion in die übergreifende Anlagensteuerung<br />

integrieren.<br />

Die konstanten Drehmomente der NORD-<br />

Komponenten über einen sehr großen Drehzahlbereich<br />

erlauben es außerdem, die Anzahl<br />

unterschiedlicher Antriebseinheiten innerhalb<br />

einer größeren Anlage deutlich zu verringern.<br />

Diese Variantenreduzierung minimiert die Verwaltungskosten<br />

und strafft Logistik-, Lager<br />

und Serviceprozesse. Alles zusammen hilft<br />

den Anwendern, ihre Gesamtbetriebskosten<br />

(TCO) signifikant zu senken.<br />

IBA <strong>2023</strong>:<br />

Stand: B3 / 490<br />

Weitere Informationen:<br />

www.nord.com<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

7


INGREDIENTS<br />

Prozesssicherheit<br />

für handwerkliches Backen<br />

Slow Milling-Zutaten und -Rezepturen berücksichtigen Anforderungen an Bäckereien für „Artisan Baking“<br />

Wie jede Branche unterliegen auch Bäckereien Trends und Marktentwicklungen, die Rohwareneinsatz, Herstellung und<br />

Sortiment maßgeblich beeinflussen. Der Ansatz „Back to the roots“ oder „Artisan Baking“ bestimmt bereits seit einiger<br />

Zeit die Backbranche und entwickelt sich immer noch weiter. An diesem Punkt setzt der aktuelle Relaunch des Slow<br />

Milling-Sortiments von GoodMills Innovation an: Die Rückbesinnung auf handwerkliche Methoden war leitendes Motiv<br />

für die umfassende Überarbeitung der gesamten Rohstoffe und Rezepturen.<br />

Natürliches Backen war schon immer<br />

Ansatz der Slow Milling-Range. Die aktuellen<br />

Rezepturen gehen jedoch noch mehr<br />

auf den heutigen Zeitgeist ein: Bei ihnen<br />

wurde ein besonderer Fokus auf den Einsatz<br />

von Vorteigen und lange Teigruhezeiten<br />

für eine sehr handwerkliche Anmutung der<br />

Backwaren gelegt. Im Gegensatz zu Backmischungen<br />

ist bei Slow Milling der Bäcker<br />

mit seiner handwerklichen Expertise gefragt.<br />

Es lässt viel Raum für eigene Kreationen<br />

und Modifikationen um Backwaren mit eigenem<br />

Charakter herzustellen – in dem Maße,<br />

wie es gewünscht ist.<br />

Natürliche Zutaten für mehr Backsicherheit<br />

Natürlichkeit, Genuss, Zeit, Aroma und<br />

Teigreifung stehen bei der aktuellen Slow<br />

Milling-Reihe im Vordergrund. Gleichzeitig<br />

bietet sie Produktsicherheit, ermöglicht reproduzierbare<br />

Ergebnisse und lässt beispielsweise<br />

eine Erhöhung der Gärtoleranzen zu.<br />

„Artisan Baking“ bedeutet handwerkliches Backen,<br />

bei dem traditionelle Techniken und hochwertige<br />

Zutaten verwendet werden, um einzigartige<br />

Brot- und Gebäcksorten herzustellen.<br />

Denn: Backen wie zu Großvaters Zeiten ist<br />

alles andere als trivial – Umweltbedingungen<br />

und Vorschriften wie die EU-Düngeverordnung<br />

sind große Herausforderungen. Wer<br />

komplett ohne Hilfsmittel backen möchte,<br />

muss Einschränkungen in Kauf nehmen:<br />

Unterschiedliche Temperaturen, natürliche<br />

Qualitätsschwankungen der Rohstoffe sowie<br />

gegebenenfalls mehr oder weniger geschultes<br />

Personal führen dazu, dass auch der Teig<br />

Schwankungen unterliegt.<br />

Wer sich stark fokussiert und sein Sortiment<br />

diesen Bedingungen anpasst, also deutlich<br />

verkleinert, kann einen solchen Ansatz verfolgen.<br />

Soll aber ein breites Sortiment von<br />

Backwaren angeboten werden, die eine<br />

gleichbleibende Optik und Qualität aufweisen<br />

und dazu eventuell noch Filialen beliefert<br />

werden, ist das kaum umsetzbar. Dann<br />

ist ein gewisses Maß an Produktionssicherheit<br />

erforderlich. Slow Milling erzeugt genau<br />

diese Prozess- und Planungssicherheit –<br />

mittels rein natürlicher Rohstoffe, so dass<br />

der handwerkliche und natürliche Charakter<br />

der Backwaren erhalten bleibt. Beispielsweise<br />

gehört zur Range ein Hochproteinmehl<br />

aus Weizen sowie Dinkel – beides in konventioneller<br />

und Bio-Qualität – das mehr Sicherheit<br />

in den Prozess bringt.<br />

Rohstoffauswahl nach Bedarf<br />

Die Slow Milling Range ist einfach gesagt ein<br />

Baukasten aus wertgebenden Rohstoffen, Zutaten<br />

für Backtechnik und Backsicherheit sowie<br />

Komponenten für Geschmack und Aroma.<br />

Wertgebende Bestandteile sind entweder geschmacklich<br />

oder optisch herausragend und<br />

verleihen einem Brot oder Gebäck einen einzigartigen<br />

Charakter. Bei der Rohstoffauswahl<br />

legt GoodMills Innovation besonderen<br />

Wert darauf, dass sie dem Bäcker eine echte<br />

Möglichkeit zur Differenzierung seines Sortiments<br />

bieten. Unter anderem zählen hierzu<br />

gemälzte Flocken, wie etwa Roggenmalzflocken<br />

oder Dinkelmalzflocken bester Qualität.<br />

Für die Malzflocken wird beispielsweise das<br />

Korn erst zum Keimen gebracht, dann flockiert<br />

und schließlich schonend getrocknet.<br />

Das erfordert einen natürlichen, langen Herstellungsprozess.<br />

Man erhält dadurch jedoch<br />

eine natürliche Farbgebung und einen einzigartigen<br />

Geschmack.<br />

In puncto Backtechnik und Backsicherheit<br />

stehen vor allem eine gleichbleibende Qualität<br />

der Backwaren, ihre Wiedererkennbarkeit<br />

und Gelingsicherheit im Vordergrund. Erreicht<br />

wird das mit natürlichen, zum Teil physikalisch<br />

veredelten Zutaten wie dem Hochproteinmehl<br />

Vitalweizen 1–10 Prozent, das<br />

normales Mehl aufwertet, indem es dieses<br />

deutlich back- und gärstabiler macht und dafür<br />

sorgt, dass der Teig ein gutes Volumen<br />

entwickelt. Zu deklarieren ist es ausschließlich<br />

als Weizenmehl.<br />

Geschmack und Aroma erzielt man vor allem<br />

durch die entsprechende Führung des Teiges –<br />

eine Wissenschaft für sich und jedem Bäcker<br />

ein Begriff. Je nachdem wie lange und<br />

bei welchen Bedingungen der Teig ruht und<br />

die Hefe und Enzyme arbeiten können, erhält<br />

man unterschiedliche Teig- und damit Gebäckeigenschaften.<br />

Ein Produktbeispiel hierfür aus dem Slow<br />

Milling-Sortiment ist das natürliche Backmittel<br />

Ferment’tic. Für dessen Herstellung<br />

setzt GoodMills Innovation eigens einen Weizenkeimsauerteig<br />

auf. In der Backstube eig-<br />

8 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


INGREDIENTS<br />

net sich Ferment‘tic vor allem<br />

für mediterrane Gebäcke wie<br />

Ciabatta oder auch Grillgebäck,<br />

die dadurch bei einer relativ kurzen<br />

Verarbeitungszeit ein charaktervolles<br />

Aroma sowie eine<br />

offene und glasige Porung sowie<br />

herzhafte Kruste erhalten. Die<br />

zeitaufwendigen Prozessschritte<br />

sind bereits im Vorfeld bei der<br />

Herstellung von Ferment’tic eingeflossen,<br />

so dass sie das Gebäck<br />

qualitativ deutlich verbessern,<br />

ganz ohne zeitliche Einbußen<br />

in der Backstube.<br />

Ob Brot, Brötchen oder Kuchen –<br />

der Slow Milling-Rezeptkatalog<br />

umfasst unzählige Vorschläge<br />

und Konzepte, auf die Bäckereien<br />

zurückgreifen können. Oftmals<br />

bietet er aber auch bei einem Generationen-<br />

oder Inhaberwechsel<br />

einen Innovationsschub für das<br />

Sortiment. Oder aber der Rohwareneinsatz<br />

soll optimiert werden:<br />

Ist er zu hoch, kann Slow Milling<br />

Lösungen bieten.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.goodmills.de<br />

Bildquelle: GoodMills Innovation<br />

R+K_AD_<strong>2023</strong>_Cheesecake_135x210_+B_Food_Technologie.qxp_Layout 1 16.04.23 19:19 Seite 1<br />

Gewusst wie – die Rezepturen<br />

Neben dem Zutaten-Baukastensystem<br />

stellt man bei GoodMills<br />

Innovation mit Slow Milling auch<br />

die Expertise zur Verfügung, die<br />

Rohstoffe richtig anzuwenden.<br />

Herzstück der Range sind eine<br />

Vielzahl von Basis-Rezepturen,<br />

die eine gelingsichere Anwendung<br />

der Rohstoffe garantieren.<br />

Sämtliche Gebäcke können jedoch<br />

nach eigenem Ermessen<br />

verändert oder erweitert werden<br />

– die Rezepturen orientieren<br />

sich an aktuellen Trends und<br />

Marktgegebenheiten. Sie sind so<br />

konzipiert, dass sie in der Backstube<br />

gut umsetzbar sind – natürlich<br />

kann ein Bäcker aber<br />

auch Saaten, Malze oder ähnliches<br />

hinzufügen, um sie unverkennbar<br />

zu machen.<br />

Innovation, Rohwareneinsatz<br />

und Prozessoptimierung<br />

Interessiert sich eine Bäckerei<br />

für eine Slow Milling-Rezeptur<br />

oder einzelne Komponenten, bietet<br />

GoodMills Innovation einen<br />

„Backeinsatz“ an. Dann wird das<br />

entsprechende Gebäck vor Ort<br />

unter realen Bedingungen mit<br />

den eigenen Mitarbeitern „probegebacken“.<br />

So erhält der Bäcker<br />

eine solide Entscheidungsgrundlage<br />

und kann sich zudem<br />

mit den GoodMills Innovation-<br />

Experten über weitere Modifikationen<br />

der Rezeptur beraten.<br />

THE NATURAL COLOUR CHALLENGE<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

9


Von der Saat zum Öl<br />

Naturbelassene Produkte, umweltschonende Verarbeitung und nachhaltige Verpackung<br />

Das Familienunternehmen Henry Lamotte Oils beschäftigt sich bereits seit vier Generationen mit hochwertigen Ölen und<br />

artverwandten Produkten, darunter pflanzliche Butter, Wachse, (Protein-) Mehle und Oleoresine. In der hauseigenen Ölmühle<br />

Lipos werden jährlich knapp 8.000 Tonnen Ölsaaten schonend verpresst – 90 Prozent davon stammen aus zertifiziertem<br />

ökologischem Anbau. Im speziellen Lipos ® -Kaltpress- und Kühlverfahren entstehen naturbelassene Produkte, die<br />

in verschiedenen Einsatzbereichen, wie Lebensmitteln, Kosmetik, Pharma oder in der Tierernährung Anwendung finden.<br />

Die lang gehegte Idee einer eigenen Ölmühle<br />

wurde vor über 20 Jahren in die<br />

Realität umgesetzt: Seitdem entstehen in<br />

der Lipos hochwertige native Öle, Mehle und<br />

Presskuchen aus sorgfältig ausgewählten Ölsaaten.<br />

Diese stammen aus klar definierten<br />

Ursprüngen und zum Teil auch aus Vertragsanbau<br />

mit Landwirten der Region.<br />

Die geschlossene Umfuhr und das Aufnahmesystem<br />

der Lipos schließen ungewünschte<br />

äußere Einwirkungen auf die angelieferte<br />

Saat aus. Um die Qualität sicherzustellen,<br />

werden außerdem Proben für Laboranalysen<br />

entnommen. Die Saat durchläuft einen Reinigungsprozess,<br />

wird auf Prozess- und Umweltkontaminanten<br />

geprüft, und anschließend<br />

schonend per Druckluft in die Inhouse-<br />

Silos befördert.<br />

Die Öl-Wertschöpfungskette im Zusammenspiel mit Lipos und Henry Lamotte Oils.<br />

In den lichtgeschützten Räumen der Lipos<br />

wird die Saat mit der speziellen Technologie<br />

des Lipos ® -Kaltpress- und Kühlverfahrens<br />

per Schneckenpresse verpresst. Der Prozess<br />

findet rein mechanisch statt: Für die beste<br />

Produktqualität und Schonung der wertvollen<br />

Inhaltsstoffe erfolgt die Kaltpressung unter<br />

Ausschluss von Wärme – die nativen Öle<br />

kommen zudem ganz ohne Zugabe von Zusatzstoffen<br />

aus.<br />

Anschließend durchläuft das Öl in Edelstahltanks<br />

das Lipos ® -Kühlverfahren. Dieser Prozess<br />

findet unter Verwendung von Stickstoff<br />

statt und erzielt dank der eingebundenen<br />

Kühlung eine nachweislich längere Produkthaltbarkeit.<br />

In der zweistufigen High Purity<br />

Filtration wird das Öl ohne Oxidationsrisiken<br />

nach kundenindividuellen Wünschen filtriert.<br />

Das Ergebnis: ein reines, brillantes Öl<br />

ohne Trübungen.<br />

Bei der schonenden Kaltpressung von Ölsaaten<br />

entstehen nicht nur Öle, sondern auch<br />

hochwertige Presskuchen. Diese werden in<br />

weiteren Verarbeitungsschritten zu Mehlen<br />

vermahlen. Den Produkten wohnt ein besonderer<br />

Upcycling-Gedanke inne: Sie tragen<br />

zur ganzheitlichen Verwendung von Rohwaren<br />

bei. Das bedeutet, dass alle Bestandteile<br />

einer Rohware verwendet werden. Die Idee<br />

hinter (Food-) Upcycling drückt Wertschätzung<br />

für die Natur aus und fördert einen<br />

achtsamen Umgang mit ihren Ressourcen.<br />

Presskuchen und Mehle finden häufig Anwendung<br />

in Lebensmitteln, in der Tierernährung<br />

und zum Teil auch in der Kosmetik. Mit<br />

einem Restölgehalt von fünf bis zehn Prozent<br />

sind sie reich an Proteinen und Ballaststoffen<br />

und verfügen je nach Rohware über weitere<br />

ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe,<br />

wie Vitamine, Mineralien und essenti-<br />

10 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


INGREDIENTS<br />

elle Aminosäuren. Das macht sie zu einer hervorragenden<br />

Quelle für pflanzliches Protein.<br />

In der Lipos entstehen die Presskuchen und<br />

Proteinmehle aus natürlichen Rohstoffen wie<br />

beispielsweise Hanfsamen, Lein- und Sesamsaat<br />

oder Sonnenblumenkernen.<br />

Extrusion: Herstellung pflanzlicher<br />

Proteinlieferanten<br />

Pflanzliche Proteinprodukte, die vom Aussehen<br />

her an Fleisch erinnern, werden in einem<br />

Extrusionsverfahren hergestellt. Dafür<br />

wird der gewonnene, entfettete Presskuchen<br />

im Extruder unter hoher Temperatur und hohem<br />

Druck in eine gewünschte, feste Form<br />

gepresst. Bei diesem formgebenden Verfahren<br />

für Lebensmittel durchläuft der Presskuchen<br />

unter Zugabe von Wasser zunächst<br />

eine Schneckenpresse. Über die Größe und<br />

Form des Extrudats entscheiden die Einstellungen<br />

des Extruders sowie die Düse, an der<br />

die Stücke gerissen oder geschnitten werden.<br />

Typisch für das Extrudat ist seine „aufgepuffte“<br />

Form, für die gegen Ende des Herstellungsprozesses<br />

das eingesetzte Wasser<br />

wieder zu großen Teilen entzogen wird.<br />

Grundsätzlich wird bei der Extrusion zwischen<br />

Nass- und Trockenextrusion unterschieden:<br />

Die Nassextrusion wird für größere<br />

Stücke eingesetzt, die von der Textur<br />

her ähnlich zu Fleisch sind und als gekühlte<br />

Frischeprodukte angeboten werden. Bei der<br />

Trockenextrusion entstehen kleinere Strukturen,<br />

die sich als Ersatz für Hackfleisch<br />

beispielsweise zur Zubereitung von Bolognese,<br />

Chili sin Carne oder veganen Hackbällchen<br />

eignen. Das Extrudat findet darüber<br />

hinaus auch Anwendung in Süßwaren oder<br />

Snackprodukten. Mit einem hohen Proteinanteil<br />

von teils über 50 Prozent ist das Extrudat<br />

eine ideale pflanzliche und proteinreiche<br />

Alternative zu tierischen Produkten. Um<br />

einen noch höheren Proteingehalt zu erzielen,<br />

kann der Schalenanteil der Saat vor der<br />

Extrusion verringert werden.<br />

Bei der schonenden Kaltpressung von Ölsaaten entstehen<br />

hochwertige Öle und Presskuchen.<br />

In der Ölmühle Lipos werden zum Beispiel<br />

Bio-Sonnenblumenkerne aus ökologischem<br />

Anbau zu LipoMill Sonnenblumenpresskuchen<br />

verarbeitet. Dieser ist die Ausgangsbasis<br />

für die Trockenextrusion. Er enthält<br />

alle neun essentiellen Aminosäuren, die<br />

der Körper nicht selbst herstellen kann. Das<br />

Sonnenblumenextrudat ist fettarm, hat einen<br />

leicht nussigen Geschmack, und eignet<br />

sich dank seiner Form und Konsistenz<br />

für eine Vielzahl vegetarischer Gerichte. Damit<br />

bedienen Extrudate nicht nur den Trend<br />

der pflanzlichen Ernährung – sie unterstützen<br />

Regionalität dank heimischem, ökologischem<br />

Anbau, sowie die Umwelt durch ihre<br />

ganzheitliche Verwendung.<br />

Im direkten Vergleich zur Verarbeitung von<br />

tierischem Protein fallen bei diesem Herstellungsprozess<br />

geringere Mengen an CO 2<br />

an. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums<br />

Landwirtschaft (BZL) setzte sich<br />

der Trend zu einem geringeren Fleischverzehr<br />

2022 fort und sank auf den niedrigsten<br />

Pro-Kopf-Verzehr seit Beginn der Verzehrsberechnung<br />

im Jahr 1989 – der Absatz von<br />

Fleischersatzprodukten stieg hingegen. Neben<br />

dem einst beliebten Sojaprotein als Basis<br />

für Fleischersatzprodukte spaltet sich der<br />

Trend heute an einer Vielzahl alternativer,<br />

pflanzlicher Proteinquellen, die verschiedene<br />

Bedarfe erfüllen.<br />

Für nachhaltige Verpackung<br />

Verpackungen für Speiseöle und artverwandte<br />

Produkte müssen neben Anforderungen<br />

an ihre Funktionalität, Ästhetik, Lebensmittelsicherheit<br />

und den Produktschutz zunehmend<br />

nachhaltigen Kriterien entsprechen.<br />

Auch bei Kundinnen und Kunden spiegelt<br />

sich die Erwartungshaltung wider, dass naturnahe<br />

und nachhaltige Produkte umweltfreundlich<br />

verpackt sein sollten. Im Detail<br />

bedeutet das: weniger Material zu benutzen,<br />

recyceltes oder gut recycelbares Material<br />

zu verwenden oder Materialien auf Basis<br />

schnell nachwachsender Rohstoffe.<br />

Im Hinblick auf Verpackungen für Öle bietet<br />

Glas aus Produktschutz- und ästhetischer<br />

Sicht den Vorteil, dass es eine hohe Wertigkeit<br />

ausstrahlt, gut recycelbar ist und keine<br />

Wechselwirkung mit anderen Stoffen eingeht.<br />

Glas ist jedoch schwer und wird nach<br />

einmaliger Nutzung unter hohen Temperaturen<br />

und einem hohen Energiebedarf eingeschmolzen.<br />

Durch die Umstellung auf<br />

Leichtglasflaschen konnte Henry Lamotte<br />

Oils den CO 2<br />

-Fußabdruck im Vergleich zur<br />

herkömmlichen Glasflasche um 21 Prozent<br />

reduzieren. Auch mit dem Verzicht auf Plastikflaschen<br />

reduziert das Unternehmen Abfälle,<br />

die der Umwelt schaden.<br />

Eine Alternative zu Glasverpackungen sind<br />

Metalldosen: sie sind bruchsicher, lichtundurchlässig,<br />

hochwertig und individuell gestaltbar.<br />

Sie haben einen ebenso hohen Recyclinganteil<br />

wie Glasflaschen und sind im<br />

direkten Vergleich weniger materialintensiv.<br />

Als Verpackung für Presskuchen, Mehle und<br />

Extrudate eignen sich Standbodenbeutel aus<br />

(Kraft-) Papier oder Monokunststoff. Auch sie<br />

sind gut recycelbar und bringen es nur auf<br />

etwa 50 Prozent des Dosengewichts. Das minimale<br />

Transportvolumen im unbefüllten Zustand<br />

spart Emissionen und Kosten.<br />

„Im Grunde ist Nachhaltigkeit<br />

nichts Neues und war<br />

schon immer Bestandteil<br />

unseres Tuns.“<br />

Arne Schwoge – Prokurist,<br />

kaufmännische Leitung<br />

Ölmühle, Einkauf Saaten.<br />

Extrudate bedienen nicht nur den Trend der pflanzlichen<br />

Ernährung – sie unterstützen Regionalität dank<br />

heimischem, ökologischem Anbau, sowie die<br />

Umwelt durch ihre ganzheitliche Verwendung.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.lamotte-oils.de<br />

Literatur: Quellen beim Verfasser.<br />

Bildquelle: Henry Lamotte


Beneo hat Orafti ß-Fit auf den<br />

Markt gebracht, ein Gerstenvollkornmehl<br />

mit 20 Prozent Beta-Glucan.<br />

Beta-Glucane erhöhen den Ballaststoffgehalt<br />

BENEO erweitert Ballaststoffportfolio um Beta-Glucane aus Gerste<br />

Mit Orafti ® β-Fit bringt BENEO ein funktionelles<br />

Gerstenvollkornmehl mit gesundheitsfördernden<br />

Eigenschaften auf<br />

den Markt. Die Clean Label Zutat enthält<br />

20 Prozent Beta-Glucane und hilft unter anderem,<br />

den Cholesterinwert und den Blutzuckerspiegel<br />

zu senken. Orafti ® β-Fit eignet<br />

sich als natürliche Ballaststoffquelle für<br />

zahlreiche Anwendungen, ist in der Sparte<br />

der Beta-Glucane preislich attraktiv positioniert<br />

und ab sofort weltweit verfügbar.<br />

Beneo verwendet bei der Herstellung von Orafti β-Fit<br />

aus Gerste das gesamte Getreidekorn.<br />

Beta-Glucane sind viskose, lösliche Ballaststoffe,<br />

die den Nahrungsbrei eindicken und<br />

somit seine Passage durch den Dünn- und<br />

Dickdarm verzögern. Beta-Glucane aus Gerste<br />

senken so die Blutzuckerreaktion und sowohl<br />

kurz- als auch langfristig den Cholesterinspiegel<br />

im Blut, was das Risiko für koronare<br />

Herzkrankheiten reduzieren kann. Mehr<br />

als 120 wissenschaftliche Studien belegen<br />

diese gesundheitlichen Effekte. EFSA, FDA,<br />

Health Canada und andere nationale Behörden<br />

haben die Wirkweise anerkannt und entsprechende<br />

gesundheitsbezogene Aussagen<br />

genehmigt. In Europa und den USA sind allerdings<br />

nur Health Claims für Beta-Glucane<br />

aus Getreide zugelassen. Befragungen zeigen,<br />

dass sich rund 70 Prozent der Verbraucherinnen<br />

und Verbraucher weltweit für Produkte<br />

interessieren, die die Herzgesundheit<br />

unterstützen können – selbst wenn sie keine<br />

gesundheitlichen Probleme haben.<br />

Orafti ® β-Fit eignet sich auch zur gezielten<br />

Ballaststoffanreicherung und kann damit einen<br />

Beitrag leisten, die Lücke zwischen der<br />

empfohlenen und der tatsächlichen Ballaststoffeinnahme<br />

zu schließen. Es lässt sich in<br />

zahlreichen Anwendungen einsetzen, etwa<br />

in Backwaren, Nudeln und Cerealien sowie<br />

in Mahlzeitersatzprodukten. In Milchprodukten<br />

und -alternativen kann es aufgrund seiner<br />

hohen Viskosität die Textur positiv beeinflussen.<br />

Eric Neven, Commercial Managing<br />

Director Functional Fibres bei BENEO, kommentiert:<br />

„Die Markteinführung unseres neuen<br />

Vollkorn- und Clean-Label-Gerstenmehls<br />

Orafti ® β-Fit unterstreicht unsere Erfahrung<br />

und Position als führender Anbieter von funktionellen<br />

Ballaststoffen. Mit seinen gesundheitlichen<br />

Vorzügen, zugelassenen Health<br />

Claims und einem attraktiven Preis unterstützt<br />

Orafti ® β-Fit Lebensmittelhersteller dabei,<br />

schmackhafte Produkte zu entwickeln,<br />

die in Zeiten von knapperen Verbraucherbudgets<br />

einen nachgewiesenen Mehrwert bieten.“<br />

Im Einklang mit seinen Unternehmenszielen<br />

für Nachhaltigkeit verwendet BENEO bei der<br />

Herstellung von Orafti ® β-Fit aus Gerste das<br />

gesamte Getreidekorn. Der Rohstoff wird zu<br />

100 Prozent verwertet, sodass kein Abfall<br />

entsteht. Wasserressourcen werden bei der<br />

Produktion nicht verbraucht.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.beneo.com<br />

Literatur: Quellen beim Verfasser.<br />

Bildquelle: BENEO<br />

12 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


INGREDIENTS<br />

Pflanzliche Thunfischalternative<br />

mit authentischem Mundgefühl<br />

Loryma entwickelt vegane Konzepte für Fischersatz auf Weizenbasis<br />

Loryma, Ingredients-Spezialist für Weizen,<br />

hat verschiedene Konzepte für veganen<br />

Thunfisch kreiert, die mit ihrer naturgetreuen<br />

fein-faserigen Sensorik und einer zarten Textur<br />

überzeugen. Wie das Original lässt sich<br />

der vegane Thunfisch mit herkömmlichen<br />

Produktionsverfahren verarbeiten und steht<br />

auch im Mundgefühl in nichts nach. Das Unternehmen<br />

hat sowohl eine Rezeptur für Feinkost-<br />

und Tiefkühlprodukte als auch für den<br />

Klassiker in der Dose entwickelt. Hersteller<br />

können beide Konzepte übernehmen, adaptieren<br />

und individuell aromatisieren.<br />

Um eine realitätsgetreue Struktur zu erzielen,<br />

werden die feinen Lory Tex ® Snips und<br />

die langen, faserigen Lory Tex ® Fibres gemischt<br />

und mit Wasser rehydriert. Diese Mischung<br />

lässt sich nach Belieben mit Farb-<br />

und Aromastoffen zu Frikadellen, Feinkostsalaten<br />

oder als Topping für Tiefkühlkost<br />

weiterverarbeiten.<br />

Veganer Thunfisch in der Ölkonserve<br />

Für ein authentisches Esserlebnis, hat Loryma<br />

auch eine Rezeptur für den Fischersatz in<br />

der Dose konzipiert. Das Konzept kombiniert<br />

Lory ® Tex Snips und Lory ® Tex Fibres<br />

zusammen mit dem weizenproteinbasierten<br />

Bindemittel Lory ® Bind und der modifizierten<br />

Weizenstärke Lory ® Starch Pearl. Auf<br />

diese Weise entsteht eine gebundene Masse<br />

mit lockerer Textur, die in Öl eingelegt<br />

und in Dosen abgefüllt wird. Die Konserve<br />

wird in einem Autoklav unter hohem Druck<br />

ultrahocherhitzt, wie dies auch bei der Herstellung<br />

von herkömmlichem Thunfisch in<br />

Dosen der Fall ist. Da die Inhaltsstoffe prozess-<br />

und hitzestabil sind, bleiben die sensorischen<br />

Eigenschaften nach dem Konservieren<br />

bei langer Haltbarkeit erhalten.<br />

Verbraucherinnen und Verbraucher können<br />

die Alternative aus der Dose wie das Original<br />

verwenden, zum Beispiel als Pizza- oder<br />

Salattopping. Der vegane Thunfisch enthält<br />

dank des extrudierten Weizenproteins etwa<br />

19 g Protein pro 100 g und ist somit eine<br />

wertvolle Eiweißquelle.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.loryma.de<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

13


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Höhere Leistung, kürzere Standzeiten<br />

und große Artikelvielfalt<br />

Slicer Formax SX330 von Provisur Technologies im Einsatz bei Biofleischerei<br />

Sonnberg Biofleisch aus Österreich beliefert den Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie mit hochwertigen Biofleischprodukten.<br />

Für seine täglich zahlreichen Produktwechsel benötigt der Betrieb effiziente Anlagen, die sich schnell<br />

umrüsten lassen. Der neue Slicer Formax SX330 von Provisur Technologies unterstützt Sonnberg bei mehr Effizienz in der<br />

Herstellung: Die flexible Anlage minimiert die Standzeiten und bietet höchste Leistung auf nur wenigen Quadratmetern.<br />

K<br />

onsequentes Engagement für 100 Prozent<br />

biologische Lebensmittel – das<br />

war von Anfang an das Qualitätsversprechen<br />

des Familienunternehmens Sonnberg<br />

Biofleisch aus Unterweißenbach in Oberösterreich.<br />

Biobauer und Unternehmensgründer<br />

Manfred Huber folgte seiner Überzeugung,<br />

dass sich erstklassige Fleischqualität<br />

nur durch nachhaltige Tierhaltung und Landwirtschaft<br />

erzielen lässt. Mit seinen Produkten<br />

leistete er Pionierarbeit: Schon 2002<br />

belieferte Sonnberg als erste Biofleischerei<br />

die Bedientheken von Bio-Supermärkten in<br />

Österreich und legte damit den Grundstein<br />

für das erfolgreiche Unternehmen. 2004<br />

wurde der Betrieb um einen eigenen Bio-<br />

Schlachthof erweitert. Heute ist Sonnberg<br />

der größte 100-prozentige Biofleisch-Produzent<br />

in Österreich und deckt die gesamte<br />

Produktionskette ab: Vom Schlachten<br />

und Zerlegen über die Verarbeitung, das<br />

Slicen und die Portionierung bis zum Verpacken.<br />

110 Beschäftigte stellen die hochwertigen<br />

Fleisch- und Wurstwaren im Einbis<br />

Zweischichtbetrieb her. „Das Qualitätskriterium<br />

‚Bio’ stand von Anfang im Zentrum<br />

unserer Unternehmensphilosophie. In<br />

der Herstellung unserer hochwertigen Lebensmittel<br />

nehmen Tierwohl, Bodenerhaltung<br />

und Kreislaufwirtschaft den höchsten<br />

Stellenwert ein“, erzählt Stefan Huber,<br />

Sohn des Unternehmensgründers. Das Konzept<br />

kommt bei vielen Kunden sehr gut an:<br />

Sonnberg Biofleisch ist in den vergangenen<br />

eineinhalb Jahrzehnten stetig gewachsen.<br />

Produktionsanlagen dem wachsenden<br />

Unternehmen anpassen<br />

Mit Stefan Huber, Katja Reisinger-Huber<br />

und Thomas Reisinger engagiert sich inzwischen<br />

auch die zweite Generation der Familie<br />

für das Unternehmen. Der gelernte Metzger<br />

Stefan Huber verantwortet unter anderem den<br />

Einkauf von Produktionsanlagen und steht<br />

damit vor der Aufgabe, den Maschinenpark<br />

einem wachsenden Auftragsvolumen anzupassen.<br />

So war Sonnberg unter anderem auf<br />

der Suche nach einem neuen Slicer, mit dem<br />

die verschiedenen Produkte nach Kundenwunsch<br />

geschnitten werden. Die neue Anlage<br />

sollte die gestiegene Nachfrage noch besser<br />

bewältigen, so Stefan Huber: „Wir produzieren<br />

nach Erfahrungswerten und Kundenwünschen<br />

in kleineren Mengen auf Lager. Neben<br />

einer guten Performance müssen unsere Anlagen<br />

auch eine hohe Flexibilität bieten, da<br />

wir täglich ein breites Produktsortiment herstellen<br />

und dabei um die 15 Produktwechsel<br />

pro Tag anfallen. Da zählt jede Minute, die wir<br />

beim Umrüsten der Anlage einsparen.“ Neben<br />

kurzen Rüstzeiten mit möglichst wenig<br />

benötigtem Zubehör wünschten sich die Verantwortlichen<br />

von Sonnberg eine Anlage mit<br />

nur wenig Platzbedarf. Im Falle einer Störung<br />

sollte außerdem ein schnell verfügbarer Service<br />

vorhanden sein. Über eine Empfehlung<br />

der Leidenfrost Lebensmitteltechnik GmbH,<br />

stieß Stefan Huber auf die Produktionsanlagen<br />

von Provisur Technologies. Das Unternehmen<br />

ist ein innovativer Anbieter industrieller<br />

Nahrungsmittelmaschinen sowie integrierter<br />

Produktionssysteme zur Verarbeitung<br />

verschiedenster Lebensmittel. Provisur<br />

Einige Handgriffe genügen um den Slicer SX330 auf ein neues Produkt umzustellen.<br />

Einfaches und Schnelles Beladen des Slicers.<br />

14 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


Slicer Formax SX330:<br />

Perfekte Scheiben,<br />

perfekter Stapel.<br />

vereint mittlerweile namhafte,<br />

langjährig bewährte Marken unter<br />

einem Dach.<br />

Slicer Formax SX330 – viel<br />

Leistung auf wenig Raum<br />

Zu dem Portfolio von Provisur<br />

zählen auch die robusten und<br />

höchst flexiblen Slicer der Marke<br />

Formax. Sonnberg entschied sich<br />

für das Modell Formax SX330,<br />

ein innovativer Slicer, der optimal<br />

auf Kleinserien zugeschnitten<br />

ist. Die leistungsstarke, kompakte<br />

Anlage wird nun zum Schneiden<br />

vieler verschiedener Produkte<br />

aus dem umfangreichen Biofleisch-Sortiment<br />

von Sonnberg<br />

eingesetzt, darunter Pariser,<br />

Kantwurst, Beinschinken, Karree-<br />

Speck, Salami, Bauchspeck,<br />

Schinkenspeck, Bergrindschinken,<br />

Frühstücksspeck, Wiener,<br />

Käsewurst, Fenchelsalami, Toastschinken<br />

und mehr. Die hohe<br />

Messergeschwindigkeit und ein<br />

großer Schneidschacht sorgen für<br />

hohe Produktivität der Maschine.<br />

Der Slicer Formax SX330 lässt<br />

sich sowohl manuell als auch automatisch<br />

beladen und kann nach<br />

Wunsch konfiguriert werden. Bei<br />

Sonnberg ist er mit einer Waage<br />

für eine präzise Gewichtskontrolle<br />

sowie einer Wippe und einem<br />

Ausschleuseband für fehlgewichtige<br />

Portionen ausgestattet.<br />

Neben einem hohen Durchsatz<br />

und präzisen Schneideprozessen<br />

profitiert der Biofleisch-Hersteller<br />

von vielen verschiedenen Optionen<br />

der Produktpräsentation,<br />

z. B. gestapelt, geschindelt und<br />

weitere. „In unserem Arbeitsalltag<br />

sparen wir jetzt durch die kurze<br />

Umrüstzeit der Anlage viel Zeit<br />

ein. Auch die einwandfreie Qualität<br />

ist ein echter Pluspunkt: Die<br />

verschiedensten Produkte kommen<br />

perfekt geschnitten und appetitlich<br />

portioniert aus der Anlage.<br />

Die eingebaute Waage sorgt<br />

dabei für ein zuverlässiges Fixgewicht“,<br />

freut sich Stefan Huber.<br />

Mit den geslicten und portionierten<br />

Produkten versorgt Sonnberg<br />

nicht nur den Lebensmitteleinzelhandel<br />

vom Bio-Supermarkt<br />

bis zum Tante-Emma-Laden, sondern<br />

auch die Gastronomie, die<br />

rund 40 Prozent der Wurstprodukte<br />

bezieht. Der größte Anteil<br />

bleibt in Österreich, aber auch in<br />

Deutschland und weiteren EU-<br />

Ländern sind die 100-prozentigen<br />

Bioartikel von Sonnberg mittlerweile<br />

erhältlich.<br />

Zukunft der Branche abhängig<br />

von Automatisierung<br />

An seinem Maschinen-Partner<br />

Provisur schätzt Stefan Huber<br />

ganz besonders die unkomplizierte<br />

Zusammenarbeit und die kurzen<br />

Reaktionszeiten der Firma<br />

Leidenfrost: „Die ständige Einsatzbereitschaft<br />

unseres Slicers<br />

ist immens wichtig für unser Unternehmen.<br />

Bei Provisur steht uns<br />

bei Bedarf sofort ein Ansprechpartner<br />

zur Verfügung. Das hat<br />

unsere Stillstandzeiten in diesem<br />

Bereich deutlich reduziert.“ Mit<br />

Blick auf die Zukunft der Branche<br />

hat Stefan Huber hohe Erwartungen<br />

an technologische Lösungen:<br />

„Eintönige Arbeiten sind in<br />

der Fleischproduktion schwer mit<br />

Personal zu besetzen. Viele dieser<br />

Tätigkeiten lassen sich immer<br />

besser automatisieren, sodass<br />

das vorhandene Personal für andere<br />

Aufgaben eingesetzt werden<br />

kann.“ Um seine Kunden und<br />

Interessenten mit der optimalen<br />

Lösung zur Verarbeitung ihrer<br />

Produkte zu unterstützen, hat<br />

Provisur im Herbst 2022 das voll<br />

ausgestattete Provisur Innovation<br />

Spanntechnik<br />

Kupplungen<br />

Made in Germany<br />

Center (PIC) in Plailly nahe<br />

Paris eröffnet. Hier stehen die<br />

branchenführenden Anlagen für<br />

umfassende Testmöglichkeiten<br />

zu Verfügung, so auch der Slicer<br />

Formax SX330.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.provisur.com<br />

Bildquelle: Provisur Technologies<br />

Rostfrei.<br />

Sicherheits- und Wellenkupplungen im Hygienic<br />

Design sind komplett aus Edelstahl gefertigt und<br />

entsprechen den strengen Hygienevorschriften der<br />

Lebensmittel-, Medizin- und Pharmaindustrie.<br />

Wir beraten Sie gern!<br />

Tel. +49 6022 71070<br />

info@enemac.de<br />

www.enemac.de<br />

23-09-23_Anz_<strong>food</strong>Technolog_Hygienic.indd 1 28.07.23 16:48<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

15


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Der Pulvermischer für große Chargen<br />

amixon ® Gyraton ® Mischer Typ GM mit 70 m 3 Nutzinhalt<br />

Der Gyraton ® Mischer ist eine Neuentwicklung<br />

von amixon ® . Er mischt präzise,<br />

effektiv, sehr schonend und benötigt dabei<br />

nur eine geringe elektrische Anschlussleistung.<br />

Die Eigenschaften der Mischgüter<br />

spielen dabei keine Rolle. Auch feuchte<br />

oder schlecht fließende (zeitverfestigende)<br />

Materialien werden homogenisiert. Gyraton ®<br />

Mischer sind zudem besonders kostengünstig,<br />

da sie nur wenig Bauraum benötigen.<br />

Die Funktion ist ähnlich wie bei allen anderen<br />

amixon ® Mischern, der spezifische Energieeintrag<br />

ist beim Gyraton ® Mischer jedoch geringer.<br />

Die Mischwendel rotiert langsam und<br />

fördert das Mischgut nach oben, sie berührt<br />

dabei immer nur einen Teil der Mischraumwand.<br />

Neben der Rotation führt die Mischwerkswelle<br />

eine Kreisbahn über dem Mischraumboden<br />

aus. Der Drehpunkt der Welle liegt<br />

in der Ebene der gasdichten Wellenabdichtung.<br />

Die gesamte Zylinderfläche wird vom<br />

Mischwerkzeug tangiert, dies gilt auch für den<br />

Abb.1: Beim amixon ® Gyraton ®<br />

kann der Mischraum<br />

bequem begangen<br />

werden.<br />

Abb.2: Mischraum und Mischwerk des Gyraton ® Mischers.<br />

Boden. Die Mischung erfolgt totraumfrei, da<br />

der Boden als Kalotte ausgebildet ist. Der untere<br />

Mischwerkarm hat die gleiche Krümmung<br />

wie die Kalottenschale.<br />

Die Mischwelle ist nur oben gelagert und angetrieben.<br />

Die Wellendurchführung ist dauerhaft<br />

hygienisch und gasdicht ausgeführt.<br />

Das in Abb. 1 gezeigte Modell kann 70 m³<br />

Mischgut homogenisieren – dies entspricht<br />

dem Inhalt eines 40 Fuß Hochseecontainers.<br />

Die Mischerbauart beansprucht dabei<br />

nur sehr wenig Bauraum.<br />

Vorteile des Gyraton Mischers<br />

• Geringe elektrische Anschlussleistung:<br />

Gyraton ® Mischer arbeiten besonders<br />

effektiv mit geringer Motorleistung<br />

und homogenisieren die Mischgüter<br />

besonders schonend.<br />

• Geringere Baukosten und weniger<br />

Platzbedarf: Meistens befinden sich<br />

Großraummischer innerhalb der Gebäudehülle<br />

und haben einen aufrechtstehenden<br />

konischen Mischraum. Solche<br />

großen Konusmischer haben ebenfalls<br />

gute Mischeigenschaften, aber sie benötigen<br />

ungefähr die dreifache Gebäudehöhe.<br />

Eine Produktionshalle entsprechend<br />

hoch zu bauen ist teuer.<br />

• Reduzierte Betriebskosten und<br />

weniger Stress für die Schüttgüter:<br />

Es ist auf Dauer teuer, wenn die Mischgüter<br />

dreimal höher in den Mischraum<br />

gefördert werden müssen. Ebenso wird<br />

unerwünschte Partikelzerkleinerung<br />

vermieden.<br />

• Schnelle Installation und Inbetriebnahme:<br />

Gyraton ® Mischer sind so konstruiert,<br />

dass sie liegend auf einem Tieflader<br />

transportiert werden können. Sie werden<br />

komplett montiert angeliefert. Die Höhe<br />

des Tiefladers inklusive Ladung beträgt<br />

in der Regel weniger als 4 Meter. Damit<br />

können Autobahnbrücken in Europa<br />

problemlos passiert werden.<br />

• Einfache Inspektion und Reinigung:<br />

Gyraton ® Mischer haben große Inspektionstüren.<br />

Sie können leicht inspiziert<br />

und gereinigt werden. Die Mischer<br />

sind begehbar und können nass oder<br />

trocken gereinigt werden.<br />

• Exzellent hygienisch: Es gibt keine<br />

Lager- oder Wellenabdichtung im Produktstau.<br />

Nur eine Wellenabdichtung<br />

ist vorhanden, diese befindet sich<br />

oberhalb des Mischguts. Sie dichtet<br />

nur gegen Staub und Gas, hat aber<br />

eine sehr lange Lebensdauer.<br />

Wirtschaftlich und effektiv<br />

Natürlich kann man vorhandene Präzisionsmischer<br />

entsprechend groß bauen und als<br />

Großraummischer einsetzen. Dabei wäre es<br />

egal, ob sie mit horizontaler oder vertikaler<br />

Mischwelle arbeiten. Das wäre aber sehr teuer:<br />

Zum einen wegen der teuren Komponenten<br />

wie Getriebe und Motor, zum anderen wegen<br />

der hohen elektrischen Leistung von mehreren<br />

hundert kW. Ein solcher Großmischer<br />

bräuchte für die Homogenisierung nur wenige<br />

Minuten Mischzeit. Das ist aber in der betrieblichen<br />

Praxis nicht erforderlich, in der<br />

Regel stehen für die großvolumige Homogenisierung<br />

viele Stunden zur Verfügung.<br />

Insofern gibt es nicht allzuviele Mischerbauarten,<br />

die für das Homogenisieren großer<br />

Chargen (zwischen 10 und 80 m³) wirtschaftlich<br />

und effektiv eingesetzt werden<br />

können, insbesondere wenn es sich dabei<br />

um hygienische Präzisionsmischer handelt.<br />

16 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


PROZESSANLAGEN · VERFAHRENSTECHNIK<br />

Abb.3: Bewegungsbahn des unteren Mischwerkarmes eines Gyraton ® Mischers.<br />

Links: langsame Orbitalbewegung, rechts schnellere Orbitalbewegung.<br />

Abb.4: Größenvergleich: Kegelschneckenmischer und Gyraton ® Mischer.<br />

Bisher wird der Markt von konischen Schneckenmischern<br />

dominiert, bei denen eine Förderschnecke<br />

das Mischgut nach oben transportiert.<br />

Gleichzeitig bewegt sich die Schnecke<br />

im Kreis entlang der Konuswand. Da solche<br />

konischen Schneckenmischer auch als<br />

Großmischer gut funktionieren, sind sie weltweit<br />

anzutreffen. Sie haben jedoch zwei Nachteile:<br />

Sie benötigen extrem viel vertikalen Bauraum,<br />

zudem benötigen sie ein Getriebe im<br />

Mischraum, das die Förderschnecke antreibt.<br />

Die Einsatzbereiche für den<br />

Gyraton ® Mischer<br />

Der Gyraton ® Mischer kann eine gute<br />

Lösung sein, wenn folgenden Anforderungspunkte<br />

vereinzelt oder vermehrt zutreffen:<br />

• wenn die Chargengröße mindestens<br />

3 m³ und höchstens 70 m³ beträgt<br />

• wenn es sich um gut fließende<br />

Schüttgüter handelt,<br />

• wenn es sich um schlecht fließende<br />

Güter handelt,<br />

• wenn es sich um heterogene<br />

Stoffzusammensetzungen handelt,<br />

• bei zeitverfestigenden Gütern<br />

• bei feuchten Schüttgütern<br />

• wenn es sich um Nanopartikel handelt<br />

• bei besonders leichten Stoffen<br />

• wenn es sich um schwere Metall- oder<br />

Keramikpulver handelt<br />

• wenn besondere hygienische<br />

Bedingungen einzuhalten sind<br />

• wenn es sich um sterile Güter handelt<br />

• wenn inerte Bedingungen eingehalten<br />

werden müssen (Stickstoffatmosphäre)<br />

• wenn der Großmischer gleichzeitig als<br />

kontinuierlicher Mischer und als Puffer<br />

dienen soll.<br />

• wenn der Mischer hochgradig restlos<br />

entleeren soll<br />

Im amixon ® Technikum steht ein Gyraton ®<br />

Mischer mit einem Bruttovolumen von 4,8 m³<br />

zur Verfügung. Damit können Testchargen<br />

mit bis zu 3 m³ effektiv gemischt werden.<br />

Die Durchführung von Versuchen<br />

wird dringend empfohlen. So können die<br />

Experten bei amixon ® alle Leistungsdaten für<br />

eine zuverlässige Hochrechnung auf größere<br />

Gyraton ® Mischer erfassen. Die Mitarbeiter<br />

bei amixon ® sind selbst überrascht, wie wirtschaftlich<br />

und effizient der Mischer arbeitet.<br />

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Stand: 4A / 4A-326<br />

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SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

17


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Mit (Prozess)luft und Liebe<br />

zur perfekten Flocke<br />

AERZEN Drehkolbengebläse halten die Flockenproduktion der Bauckhof Mühle am Laufen<br />

Die Bauckhof Mühle in Rosche (Niedersachsen) ist eine der modernsten Bio-Hafermühlen Europas. Zentraler Baustein<br />

der hochgradig effizienten Mühlentechnik: Drehkolbengebläse von AERZEN. Die robusten, wartungsarmen Aggregate<br />

vom Typ Delta Blower liefern über ihre gesamte Lebensdauer zuverlässig saubere Prozessluft und gewährleisten höchste<br />

Verfügbarkeit bei bestmöglicher Energieeffizienz.<br />

Wer morgens genussvoll mit Müsli oder<br />

Porridge in den Tag startet, macht<br />

sich in der Regel sicherlich keine Gedanken<br />

darüber, wie die Flocken entstehen und welche<br />

Technik dabei eine Rolle spielt. Hauptsache,<br />

es schmeckt. Dabei ist die Herstellung<br />

der nahrhaften Flocken durchaus eine<br />

Kunst für sich. Eine der modernsten und effizientesten<br />

Bio-Hafermühlen Europas steht<br />

im kleinen Örtchen Rosche im niedersächsischen<br />

Landkreis Uelzen – die neue Bauckhof<br />

Mühle der Bauck GmbH. Das Unternehmen<br />

gilt als Pionier unter den Naturkostherstellern<br />

und ist heute einer der Marktführer<br />

für biologische Lebensmittel. Das Geheimnis<br />

des Erfolgs? Begeisterung für die bio-dynamische<br />

Landwirtschaft, Leidenschaft für<br />

gute Getreideprodukte und langfristige Partnerschaften<br />

mit den Getreidebauern – um<br />

nur einige Aspekte zu nennen. Apropos Qualität:<br />

Nicht nur auf dem Feld, auch in den<br />

Produktionshallen sind hochwertige Produkte<br />

das A und O. Bestes Beispiel: AERZEN.<br />

Die Gebläselösungen des Kompressorspezialisten<br />

zählen zu den innovativsten am Markt<br />

und sind weltweit ein Garant für höchste<br />

Performance und Prozesssicherheit. Für<br />

die neue Mühle mussten die Aggregate allerdings<br />

keine lange Reise auf sich nehmen,<br />

schließlich trennen den Bauck-Firmensitz<br />

Rosche und den Flecken Aerzen,<br />

wo das unternehmerische Herz des Global<br />

Players AERZEN schlägt, noch nicht einmal<br />

200 Kilometer – kurze Transportwege par<br />

excellence und ganz im Sinne der Bauck-<br />

Philosophie. Im Spätsommer 2020 ist die<br />

Anlage in Betrieb gegangen. Seitdem halten<br />

dort 21 Drehkolbengebläse vom Typ Delta<br />

Blower die Flockenproduktion am Laufen.<br />

Modernste Technik für 100 Prozent Bio<br />

25 Meter breit, 80 Meter lang und 45 Meter<br />

hoch (acht Stockwerke): Das ist die neue<br />

Bauckhof Flockenmühle. Die glutenfreie Anlage<br />

verfügt sowohl über eine Fein(mehl)- als<br />

auch eine Flockenmühle und hat eine Verarbeitungskapazität<br />

von bis zu 20.000 Tonnen<br />

jährlich. Neben dem Hauptrohstoff Hafer<br />

– bevorzugt von regionalen Bio- und<br />

Demeter-Erzeugern – werden Hirse, Braunhirse,<br />

Kichererbsen, Reis, Buchweizen und<br />

Maisgrits zu Flocken und Mehlen verarbeitet.<br />

Modernste Sortier-, Reinigungs-, Mahl- und<br />

Verflockungstechnik stellt dabei eine gleichmäßige<br />

und hohe Qualität sicher.<br />

Pneumatische Förderung mit<br />

AERZEN-Technologie<br />

Bis aus dem Getreidekorn eine fertige Flocke<br />

wird, sind sieben Bearbeitungsschritte<br />

notwendig: Getreideannahme, Vorreinigung,<br />

Feinreinigung, Sortierung, Schälung, Grützung<br />

(Zerteilung der Getreidekörner) und Flockierung.<br />

Die Wege zwischen den einzelnen<br />

Prozessen werden mittels Förderluft aus den<br />

Drehkolbengebläsen von AERZEN zurückgelegt.<br />

„Die Gebläse werden in allen Sektionen<br />

genutzt – vom Transport des Rohhafers in die<br />

Feinreinigung bis zur Befüllung der Flockiersektion.<br />

Die pneumatischen Überhebungen<br />

mit den Aggregaten geben uns eine hohe Flexibilität<br />

hinsichtlich der Förderrohrführung<br />

und damit dem Produktverlauf durch die Anlage“,<br />

so Mühlen-Betriebsleiter Alexander<br />

Bachur und fügt hinzu: „Die AERZEN Maschinen<br />

haben wir der Firma SCHULE Mühlenbau<br />

zu verdanken. Diese setzt seit vielen<br />

(Bild: AdobeStock/Pixel-Shot)<br />

Die glutenfreie Flockenmühle hat eine Verarbeitungskapazität von bis zu 20.000 Tonnen jährlich.<br />

Die neue Bauckhof Mühle in Rosche ist eine der modernsten Bio-Hafermühlen Europas.<br />

18 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


PROZESSANLAGEN · VERFAHRENSTECHNIK<br />

Modernste Sortier-, Reinigungs-, Mahl- und Verflockungstechnik stellt eine gleichmäßige<br />

und hohe Qualität sicher.<br />

Insgesamt 21 AERZEN Drehkolbengebläse vom Typ Delta Blower halten die<br />

Flockenproduktion am Laufen.<br />

Jahren nur diese in den von ihnen geplanten<br />

Mühlen ein. Unser Mühlenbauer Jan Gausepohl<br />

hat basierend auf seinen positiven Erfahrungen<br />

dem Einsatz zugestimmt.“<br />

Jan Gausepohl, gelernter Verfahrenstechniker<br />

sowie selbständiger Mühlenbau-Ingenieur mit<br />

mehr als 20 Jahren Erfahrung auf operativer<br />

Ebene, bevorzugt AERZEN aus gutem Grund:<br />

„AERZEN Maschinen begleiten mich seit meinem<br />

ersten Arbeitstag im Jahr 1978. Zuverlässigkeit,<br />

Langlebigkeit und Laufleistung überzeugen<br />

einfach. Ich habe viele Jahre in Afrika<br />

zugebracht. Selbst unter den dortigen, oft extremen<br />

Einsatzbedingungen laufen die Aggregate<br />

reibungslos. Qualität zahlt sich eben aus.“<br />

Langlebigkeit der Delta Blower<br />

Insbesondere die Delta Blower haben sich als<br />

robuste Dauerläufer einen Namen gemacht.<br />

Die extrem belastbaren und langlebigen Drehkolbengebläse<br />

komprimieren über 150 Jahre<br />

Erfahrung als Weltmarktführer in der Gebläseentwicklung<br />

– 1868 fertigte AERZEN das<br />

26.–28.9.<strong>2023</strong><br />

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und Technologien zu entdecken. Lassen Sie sich von führenden<br />

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Energie und Dynamik der POWTECH und tauchen Sie ein in<br />

die Welt rund um Pulver, Granulat, Schüttgut und Flüssigkeiten.<br />

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SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

19


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Jan Gausepohl,<br />

Mühlenarchitekt<br />

Die Delta Blower übernehmen<br />

den pneumatischen Transport<br />

der Getreidekörner, Zwischenprodukte<br />

und fertigen Flocken.<br />

erste Drehkolbengebläse in Europa – und<br />

sind die treibende Kraft in unzähligen Förderprozessen.<br />

Die hochentwickelten Maschinen<br />

mit einem Druckbereich zwischen -500 und<br />

1.000 mbar (g) erreichen Ansaugvolumenströme<br />

von 30 bis 15.000 m³/h und stehen<br />

in verschiedensten Bauformen, Größen und<br />

Sonderausführungen zur Verfügung. Sie stellen<br />

absolut öl- und absorptionsmaterialfreie<br />

Förderluft zur Verfügung und zeichnen sich<br />

durch ein wartungsarmes, anwenderfreundliches<br />

Design aus. Ihre nachweislich robuste<br />

Natur und Langlebigkeit kommen nicht von<br />

ungefähr. AERZEN fertigt alle Kernkomponenten<br />

selbst – vom Aggregat bis zur Steuerung,<br />

von der Idee über das Engineering bis<br />

zur Konfiguration – und sichert so die hohe<br />

Produktivität seiner Maschinen.<br />

Absolut öl- und absorptionsmaterialfreie<br />

Förderluft<br />

Da die Förderluft in der Bauckhof Mühle mit<br />

den zu transportierenden Getreidekörnern,<br />

Zwischenprodukten und Flocken direkt in<br />

Berührung kommt, muss sie besonders hohen<br />

Qualitätsstandards genügen. Schließlich<br />

wirken sich Verunreinigungen in der<br />

komprimierten Luft wie Staub, Feuchtigkeit,<br />

Öle oder Mikroorganismen auf die Produktqualität<br />

aus – und sind daher unter allen<br />

Umständen zu vermeiden. Als kompetenter<br />

und erfahrener Partner der Lebensmittelindustrie<br />

kennt AERZEN die branchenspezifischen<br />

Herausforderungen genau und liefert<br />

Aggregate, die zuverlässig saubere Prozessluft<br />

liefern. AERZEN ist ISO 22000<br />

zertifiziert, garantiert eine Ölfreiheit nach<br />

ISO 8573-1, Klasse 0 und setzt auf Schalldämpfer<br />

ohne Absorptionsmaterial. Damit<br />

erfüllen die AERZEN Maschinen höchste<br />

Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit<br />

und gewährleisten 100-prozentige Produktreinheit.<br />

Die Prozessluft ist garantiert<br />

frei von Kontaminationen wie Öl oder Abrieb.<br />

Die in jeder Prozessluftapplikation auftretenden<br />

Druckverluste bleiben über die gesamte<br />

Lebensdauer konstant. Eine Steigerung<br />

von Druckverlusten durch Ablagerungen in<br />

der Maschine unterbleibt, Reinigungs- und<br />

Wartungsaufwand werden reduziert. Das Ergebnis<br />

sind sichere, reine, zuverlässige und<br />

effiziente Prozesse.<br />

Weniger Maschinenvarianten,<br />

mehr Prozesssicherheit<br />

In Rosche kommen Drehkolbengebläse in<br />

drei unterschiedlichen Baugrößen zum Einsatz<br />

– und das bei insgesamt 21 Aggregaten.<br />

Das hat einen entscheidenden Vorteil,<br />

wie Jan Gausepohl erläutert: „Normalerweise<br />

werden die Gebläse passgenau auf den<br />

jeweiligen Prozess abgestimmt. Das führt jedoch<br />

zu einer Vielzahl an unterschiedlichen<br />

Konfigurationen, in unserem Fall wären es<br />

sechs oder sieben gewesen. Durch eine variantenreduzierte<br />

Auslegung kommen wir mit<br />

der Hälfte aus, nämlich drei. Die Maschinen<br />

innerhalb eines Leistungsbereichs sind untereinander<br />

austauschbar. So kann im Falle<br />

von Wartungs- oder Reparaturarbeiten einfach<br />

ein anderes Aggregat eingesetzt werden.<br />

Das erhöht die Prozesssicherheit.“<br />

Die 21 Delta Blower sind gemeinsam in einem<br />

schallisolierten Raum untergebracht<br />

und stehen dreireihig in einem Regalsystem.<br />

Dank eines Schlittensystems können<br />

sie schnell mit einem Gabelstapler herausgefahren<br />

und wieder zurückgesetzt werden.<br />

„Die Gebläse sind für die Flockenmühle<br />

prozessrelevant. Funktionieren sie nicht<br />

einwandfrei, steht die gesamte Produktion<br />

still“, so der Mühlenarchitekt und betont:<br />

„Hochwertige, zuverlässige und wartungsarme<br />

Gebläse sind daher für die Anlage essenziell,<br />

ebenso wie unkomplizierte Prozesse<br />

und eine einfache Wartung.“<br />

AERZEN ist und bleibt erste Wahl<br />

Seit Spätsommer 2020 sind die Drehkolbengebläse<br />

in der Bauckhof Mühle in Rosche im<br />

Einsatz. Mühlen-Betriebsleiter Alexander Bachur<br />

ist begeistert: „Unsere Erfahrungen mit<br />

den AERZEN Maschinen sind durchweg sehr<br />

positiv. Die Gebläse laufen Tag und Nacht<br />

durchgehend vollkommen störungsfrei.“ Einmal<br />

pro Jahr werden die Aggregate von einem<br />

AERZEN Servicetechniker auf Herz und Nieren<br />

geprüft. „Das Serviceteam macht einen<br />

super Job und versucht, sich flexibel mit den<br />

Wartungen an unsere Anforderungen anzupassen.<br />

So geht die Wartung schnell bei gleichzeitig<br />

minimalem Stillstand in der Produktion“,<br />

freut sich der Mühlenleiter. Jeden Tag<br />

laufen rund 154.000 Bauckhof-Packungen<br />

vom Band. Möglich machen dies vor allem<br />

die unermüdlich arbeitenden Delta Blower,<br />

denn ohne sie würden die Getreidekörner<br />

den Weg durch die riesige Mühlenanlage, die<br />

größte ihrer Art in Europa, nicht schaffen. Für<br />

Alexander Bachur steht daher fest: „Bei allen<br />

zukünftigen Projekten, in denen pneumatische<br />

Fördertechnik eingesetzt wird, ist<br />

AERZEN unsere erste Wahl.“<br />

Autor:<br />

Sebastian Meißler, Marketing, AERZEN<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4 / 4-253<br />

Weitere Informationen:<br />

www.aerzen.com<br />

Bildquelle: AERZEN<br />

20 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


Energieeffizienter Betrieb<br />

von Pelletpressen<br />

Standzeiten erhöht mit neuer Pressensteuerung EAPR<br />

AMANDUS KAHL treibt die Optimierung<br />

der Energieeffizienz seiner Anlagen weiter<br />

voran. Mit der neuartigen, elektroautomatischen<br />

Pressensteuerung EAPR garantiert<br />

das Reinbeker Maschinenbauunternehmen<br />

einen optimalen Betrieb mit geringem Personaleinsatz<br />

und hohen Standzeiten.<br />

Die EAPR ist eine Pressensteuerung für den<br />

automatischen Betrieb von Flachmatrizenpressen<br />

aus dem Hause AMANDUS KAHL.<br />

Mit ihr regeln Anwender alle relevanten Prozessparameter.<br />

Das System besteht aus einem<br />

Vor-Ort-Steuerschrank mit grafischem<br />

Touchpanel und intuitiv bedienbarer Softwareoberfläche.<br />

Für mehr Energieeffizienz<br />

betrachtet AMANDUS KAHL so die gesamte<br />

Anlage und stattet alle Pelletpressen mit<br />

entsprechenden Schalt- und Regelsystemen<br />

aus. Auf Wunsch ermöglicht die maßgeschneiderte<br />

Software dem Anwender, die<br />

Presse, die Dosierschnecke, den Mischer,<br />

die zugehörigen Hilfsaggregate, bei Bedarf<br />

den Kühler sowie die jeweils vor- und nachgeschalteten<br />

Elemente jederzeit zu steuern<br />

und zu überwachen. Optional können bis zu<br />

vier Flüssigkeiten zusätzlich in den Durchlaufmischer<br />

hinzugegeben und mit in die<br />

Bearbeitung einbezogen werden. Nach Vorgabe<br />

der Prozessparameter übernimmt die<br />

EAPR den vollautomatischen Betrieb inklusive<br />

Fehler- und Alarmmeldungen sowie<br />

Systemdiagnosen. Bei Problemen kann<br />

per Fernwartung auf das System zugegriffen<br />

werden, um die Bedienung so einfach und<br />

angenehm wie möglich zu machen.<br />

Damit bleibt AMANDUS KAHL seinen Grundsätzen<br />

der Automatisierung und Vereinfachung<br />

treu. Zur EAPR-Pressensteuerung<br />

kann optional eine Distanzautomatik, der<br />

DISTAMAT, hinzugezogen werden. Er stellt<br />

den Kollerspalt der Presse stufenlos ein und<br />

regelt diesen unmittelbar. Zusammen mit<br />

dem DISTAMAT garantiert die EAPR so eine<br />

optimale Pelletqualität, höhere Standzeiten<br />

und den voll-automatischen Betrieb.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.akahl.com<br />

Bildquelle: AMANDUS KAHL<br />

Die Pressensteuerung<br />

EAPR ermöglicht den<br />

optimalen, automatischen<br />

Betrieb aller Flach-<br />

matrizenpressen aus dem<br />

Hause AMANDUS KAHL.<br />

Hygienic<br />

Design.<br />

Normelemente speziell für den<br />

Einsatz in hygienisch sensiblen<br />

Bereichen.<br />

Mehr Informationen zu<br />

Hygienic Design im Internet.<br />

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Überzeugen Sie sich:<br />

POWTECH in Nürnberg<br />

26. - 28. September <strong>2023</strong><br />

Halle 4, Stand 4-207<br />

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VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Kulinarischer Ausflug<br />

auf den Wochenmarkt am Mittelmeer<br />

Oliven + Öl Compagnie produziert mediterrane Spezialitäten im Kutter von K+G Wetter<br />

Wenn man den Laden der Oliven + Öl Compagnie betritt, wähnt man sich auf der Stelle ein paar hundert Kilometer weiter<br />

südlich. Statt im „Casa Verde“ in Benningen im Allgäu mit Blick auf die Alpen steht man gefühlt auf einem Wochenmarkt<br />

in der Toskana, auf Mallorca oder Kreta. Es duftet intensiv nach Knoblauch, dem harzigen Aroma von Rosmarin, frischem<br />

Thymian, Pfeffer und Gewürzen. Das Gefühl intensiviert sich, wenn man einen genaueren Blick auf die Auslage wirft: Mitten<br />

zwischen Regalen mit Wein, süßen Spezialitäten und Pasta dominieren mehrere Dutzend Sorten an Olivenzubereitungen,<br />

Tapas, Cremes, Dips und Antipasti die meterlange Kühltheke und wecken die Lust auf ein Picknick unter Pinien. Aus<br />

den Schalen leuchtet es tomatenrot, basilikumgrün, paprikagelb. Dazu Oliven in allen Schattierungen von schwarz und<br />

violett oder cremeweißer Schafskäse. Was da alle Sinne zu einer spontanen Reise in ein mediterranes Dorf entführt, sind<br />

die Kreationen von Jörn Niederberger und Martin Mang. Den 1987 gegründeten Betrieb übernahm Niederberger 1992,<br />

seit 2000 ist auch Mang mit an Bord. Mit ihrer Oliven + Öl Compagnie produzieren die beiden Geschäftsführer mediterrane<br />

Spezialitäten und sorgen für Urlaubsfeeling auf den Tischen der Kunden. Anfangs ausschließlich auf den Wochenmärkten<br />

der Region und seit 1996 auch mit Laden und Produktion am Ortseingang des Allgäuorts Benningen.<br />

urch die Wochenmärkte können wir<br />

„D neue Produkte jederzeit mit den Kunden<br />

testen. Wir bieten alles zum Probieren an,<br />

die Resonanz kommt sofort, etwas Besseres gibt<br />

es nicht“, erzählt Jörn Niederberger. Auf etwa<br />

20 Wochenmärkten im Umkreis von 130 km<br />

findet man heute die Verkaufswagen der Oliven<br />

+ Öl Compagnie. Dazu kommt neben<br />

dem Laden „Casa Verde“ am Produktionsort<br />

Benningen noch die Belieferung von Feinkostgeschäften<br />

und Metzgereien, die mit den Spezialitäten<br />

ihr Angebot erweitern. „Jeder fährt<br />

nach Italien und findet das Angebot toll – all<br />

diese Produkte kann man inzwischen in ihrer<br />

ganzen Varianz hier bei uns auch haben. Wir<br />

decken den kompletten Mittelmeerraum ab.“<br />

Direkt hinter dem Laden „Casa Verde“ befinden<br />

sich in Benningen die Produktionsräume<br />

der Oliven + Öl Compagnie. Hier steht mit Sebastian<br />

Laub einer der etwa 70 Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter am CM 70 STL von K+G<br />

Wetter und bereitet eine neue Charge Frischkäsecreme<br />

vor. Der Kutter leistet dem Unternehmen<br />

seit zwei Jahren gute Dienste – auf<br />

Empfehlung eines Kollegen. „Mundpropaganda,<br />

er war wirklich sehr zufrieden mit seiner<br />

Maschine“, erinnert sich Jörn Niederberger,<br />

der auf der Suche war nach einer Alternative<br />

für die bis dahin eingesetzte Emulgiermaschine.<br />

„Wir haben dann telefoniert und sehr<br />

spontan gesagt, der Kutter passt zu uns.“<br />

Fleisch verarbeitet die Oliven + Öl Compagnie<br />

übrigens gar nicht, Wurst und Schinken im Laden<br />

und in den Marktwagen werden von ausgesuchten<br />

Lieferanten im ganzen Mittelmeerraum<br />

und der umliegenden Region zugekauft.<br />

„Für die Fleischverarbeitung haben wir auch<br />

Die täglich frisch zubereiteten Produkte der Oliven + Öl Compagnie entführen mit Farben, Düften und Geschmack<br />

auf einen mediterranen Marktbummel.<br />

Die Oliven + Öl Compagnie-Geschäftsführer Jörn Niederberger<br />

mit Tochter Alina.<br />

22 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


Der K+G Wetter-Schneidmischer CM 70 STL ist das Herzstück der Produktion bei<br />

der Oliven + Öl Compagnie.<br />

gar keine Zulassung“, sagt Jörn<br />

Niederberger. Für die Verarbeitung<br />

der mediterranen Zutaten zu<br />

leckeren Cremes, Dips und Pasten<br />

ist der Kutter von Fleischereimaschinen-Hersteller<br />

K+G Wetter<br />

aber ebenfalls perfekt ausgelegt.<br />

Der CutMix mit 70 Litern Schüsselvolumen<br />

ist mit dem variablen<br />

STL-Antrieb ausgestattet: Messerwelle<br />

und Mischgang sind dadurch<br />

stufenlos regulierbar. Neun<br />

Geschwindigkeiten können je<br />

nach Anforderung des Kunden<br />

abgespeichert werden, als Vorwärts-<br />

oder Rückwärtsgänge. Damit<br />

sind bewährte und häufig genutzte<br />

Einstellungen auf Knopfdruck<br />

abrufbar. Dazu kommt die<br />

serienmäßige Endabschaltung<br />

für definierbare Temperaturen,<br />

Schüsselrunden und Zeiten.<br />

„Der stufenlose Antrieb ist ideal<br />

für uns, weil wir ja auch nicht nur<br />

die Pasten und Cremes machen<br />

mit dem Kutter. Wir zerkleinern<br />

damit zum Beispiel auch Parmesan,<br />

der ist schon recht widerstandsfähig.<br />

Oder diese getrockneten<br />

Tomaten als Zusatzpaste,<br />

die wir brauchen, das machen wir<br />

alles damit“, berichtet Oliven +<br />

Öl-Firmenchef Niederberger. Der<br />

große Vorteil: „In unserer alten<br />

Maschine gab es dabei teilweise<br />

eine große Wärmeentwicklung.<br />

Das kommt mit der K+G Wetter-<br />

Maschine gar nicht mehr vor. Das<br />

ist natürlich auch ein ganz wichtiger<br />

Aspekt für die Qualität des<br />

Produkts.“ Das Ergebnis: eine homogene<br />

Masse, egal bei welchem<br />

Ausgangsprodukt. So bekommen<br />

alle Zubereitungen die gewünschte<br />

Konsistenz. „Das ist sehr wichtig<br />

für uns. Wenn da Schafskäse<br />

reinkommt – diese Würfel sind ja<br />

auch ein bisschen zäher – wird alles<br />

wunderbar verrührt.“<br />

Im Einsatz hat die Compagnie in<br />

ihrem Kutter ein Universal-Messer.<br />

Die sechs Klingen zerkleinern<br />

von hartem Parmesankäse<br />

über zähe getrocknete Tomaten<br />

bis hin zu kompaktem Schafskäse<br />

unterschiedlichste Zutaten bis<br />

zur gewünschten Feinheit. Damit<br />

die Klingen stets perfekt scharf<br />

sind, hat die Oliven + Öl Compagnie<br />

zwei Messersätze erworben.<br />

„Wenn die Messer stumpf sind,<br />

schicken wir sie ein. Spätestens<br />

nach zwei Tagen sind sie wie-<br />

Bahnbrechende<br />

Prozesstechnik<br />

Der neue CleanLine C5 Labormischer<br />

Der einzigartige One-Pot Processor im<br />

hygienischen Design für Labor und Kleinproduktion.<br />

Mischen, granulieren, coaten,<br />

kneten und dispergien Sie in einer Maschine.<br />

eirich.de<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

23


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Alle Funktionen der Maschine lassen sich über ein benutzerfreundliches<br />

Touchpanel einfach und intuitiv steuern.<br />

Der erhöhte Rand der Kutterschüssel verhindert Überlaufen: Die Maschine bleibt sauber<br />

und Produktverlust wird vermieden.<br />

der da und dann wunderbar scharf geschliffen.<br />

Wir sind oft überrascht, wie schnell das<br />

geht“, sagt Jörn Niederberger über seine Erfahrungen<br />

mit dem von K+G Wetter angebotenen<br />

Schleifservice.<br />

An der Maschine füllt Sebastian Laub gerade<br />

die Kutterschüssel mit mehreren Portionen<br />

Frischkäse und lässt den Kutter die Cremebasis<br />

zunächst durchmischen. Zu der weißen Masse<br />

kommen dann Gewürze und eine flammend<br />

rote, leicht stückige Paste aus getrockneten Tomaten.<br />

Auch diese hat der Compagnie-Mitarbeiter<br />

zuvor im CM 70 STL zubereitet. Zusammen<br />

mit Olivenöl, einer Schüssel leuchtend<br />

grüner Kräuter und natürlich einer guten Portion<br />

frischem Knoblauch verwandelt der Kutter<br />

die Bestandteile in kürzester Zeit in eine duftende<br />

Creme, appetitlich hellrot und gleichmäßig<br />

mit frisch-grünen Stückchen getupft. Und<br />

obwohl das Volumen der Kutterschüssel voll<br />

ausgenutzt wird, läuft nichts vom hochwertigen<br />

Endprodukt über – dafür sorgt der erhöhte<br />

Rand der Kutterschüssel, den alle Kutter von<br />

K+G Wetter haben.<br />

So zufrieden wie die Kundschaft im Laden und<br />

auf dem Wochenmarkt mit den Spezialitäten<br />

ist, so zufrieden sind auch die Mitarbeiter der<br />

Oliven + Öl Compagnie mit dem Kutter: „Es<br />

hilft ja nicht, wenn der Chef sich etwas einbildet<br />

und die Leute in der Küche sagen, das<br />

ist ja toll für dich, aber ich muss jeden Tag<br />

das Ding hier bedienen“, schmunzelt Jörn Niederberger.<br />

„Mit dem Kutter sind Handling und<br />

Reinigung aber wirklich einfach für die Mitarbeiter,<br />

die sind begeistert. Ich würde die Maschine<br />

jederzeit in alle Richtungen weiterempfehlen.“<br />

Ein weiterer Vorteil für die Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter in der Compagnie-<br />

Küche: Die Maschine läuft trotz ihrer Größe<br />

und des starken Motors ausgesprochen ruhig –<br />

dank des Maschinenständers aus Gusseisen,<br />

den es nur bei K+G Wetter gibt. Ein besonderes<br />

Feature, das sich die Compagnie für den<br />

neuen Kutter gegönnt hat, ist übrigens der<br />

elektrisch bedienbare Messerdeckel: Mit einem<br />

Tippen auf das Touchpanel öffnet und<br />

schließt sich der schwere Messerdeckel des<br />

Kutters und spart den Mitarbeitern täglich viele<br />

kraftraubende, unergonomische Bewegungen.<br />

„Das war am Anfang eher ein Randgedanke,<br />

aber diese Lösung hat sich absolut bewährt“,<br />

berichtet Jörn Niederberger.<br />

Und auch, wenn die Oliven + Öl Compagnie<br />

aus vollem Herzen die Slow<strong>food</strong>-Bewegung<br />

unterstützt: Die Zeitersparnis durch den 70-<br />

Liter-Kutter, der zwei Jahre zuvor eine Emulgiermaschine<br />

ersetzt hat, weiß man bei aller<br />

Handarbeit und handwerklicher Qualität sehr<br />

zu schätzen. „Für die eine Charge von gut<br />

50 Kilo brauchten wir früher drei Durchgänge.<br />

Das hieß auch zweimal spülen zwischendurch,<br />

das war schon ein Zeitfaktor.“<br />

Stichwort Reinigung: Auch die gelingt beim<br />

CM 70 einwandfrei und in kürzester Zeit,<br />

denn auf Hygiene legt K+G Wetter bei den<br />

Maschinen seit jeher besonderen Wert. Beispielsweise<br />

durch die Oberflächen aus handpoliertem<br />

Edelstahl, die mit durchweg schrägen<br />

Flächen Stauwasser- und Pfützenbildung<br />

verhindert und eine optimale Reinigung ermöglicht.<br />

Da die Produkte der Oliven +<br />

Öl Compagnie keinerlei Konservierungsstoffe<br />

enthalten, kommt dem Thema Hygiene<br />

hier noch einmal mehr Bedeutung zu.<br />

Jörn Niederberger jedenfalls ist zufrieden –<br />

mit der neuen Charge der Frischkäsecreme,<br />

die nach einem mediterranen Markttag duftet<br />

und nun bereits für den Verkauf abgefüllt wird,<br />

aber auch mit seinem CM 70 STL: „Die Maschine<br />

unterstützt uns und unsere Qualitätsgedanken.<br />

Wir kaufen hochwertige Rohware, da<br />

haben wir jetzt eine gescheite Maschine dazu,<br />

um das zu verarbeiten, und dann kommt etwas<br />

Vernünftiges heraus dabei. Die Qualität passt<br />

einfach, egal bei welchem Produkt – und das<br />

honorieren die Kunden.“<br />

Die Oliven + Öl Compagnie<br />

Beheimatet ist die Oliven + Öl Compagnie mit<br />

Produktion, Versand und dem Laden „Casa<br />

Verde“ in Benningen im Allgäu. Von hier, an<br />

der Grenze zwischen Baden-Württemberg und<br />

Bayern, starten auch die Verkaufswagen zu<br />

den Wochenmärkten im weiteren Umland.<br />

„Die südländische Lebensweise, die Leidenschaft<br />

für authentische Lebensmitteln, Qualität<br />

und Geschmack haben es uns angetan. Wir<br />

legen schon bei unseren Zulieferern besonderen<br />

Wert auf beste Rohstoffe und gewissenhafte<br />

Verarbeitung“, sagen die beiden Geschäftsführer<br />

Jörn Niederberger und Martin Mang.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.olivencompagnie.de<br />

www.kgwetter.de<br />

Bildquelle: K+G Wetter / Oliven + Öl Compagnie<br />

24 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

25


VERFAHRENSTECHNIK · PROZESSANLAGEN<br />

Nicht nur sauber, sondern rein<br />

Antriebstechnik aus Edelstahl für die Lebensmittelbranche<br />

Auch in anspruchsvollen Sektoren wie der Lebensmittelindustrie in Verpackungs- und Abfüllanlagen müssen Motorantriebstränge<br />

zuverlässig geschützt werden. Alle Bauteile müssen gut zu reinigen, rostfrei und möglichst hitze-<br />

und/oder säurebeständig sein. Der Antriebsspezialist ENEMAC aus Kleinwallstadt hat sich hierauf seit mittlerweile<br />

über 40 Jahren spezialisiert. Ein breites Spektrum an Sicherheits- und Wellenkupplungen gefertigt aus A2- oder<br />

A4-Edelstählen steht dem Anwender zur Verfügung.<br />

Bei den Sicherheitskupplungen bietet<br />

man bei ENEMAC vier verschiedene<br />

Edelstahlvarianten für den Überlastschutz in<br />

indirekten Antrieben an. Es können Drehmomente<br />

von 2 bis 900 Nm abgesichert werden.<br />

Bei allen Typen kann das Ausrückmoment<br />

stufenlos eingestellt werden. Sie verfügen<br />

über eine 360° Synchronrastung mit einem<br />

Rastpunkt pro Umdrehung. Die Drehmomentbegrenzer<br />

rasten selbstständig und ohne Demontage/Neumontage<br />

wieder ein, bzw. können<br />

langsam wieder angefahren werden. Auf<br />

Kundenwunsch können auch Varianten mit<br />

mehreren Rastpunkten geliefert werden.<br />

Die Typen ECG_ES und ECR sind sehr kompakt<br />

und mit einer schmalen Lagerstelle ausgestattet.<br />

Eine breite Lagerstelle hingegen<br />

bietet die Type ECI_ES. Die Type ECE_ES<br />

ist für den Flanschanbau konzipiert. Alle Sicherheitskupplungsvarianten<br />

werden mit einer<br />

Lebensdauerschmierung entsprechend<br />

der NSF-Registrierung versehen und sind<br />

zwischen -30 °C und +200 °C einsetzbar.<br />

Weiterhin bietet ENEMAC mit der Rutschkupplung<br />

ECS_ES eine kostengünstige Alternative<br />

mit schmaler Lagerstelle zur Verwendung<br />

bei Ausrückmomenten bis zu<br />

18.000Nm und in einem Temperaturbereich<br />

zwischen -15 °C und +90 °C an.<br />

ENEMAC bietet ein breites Spektrum an Sicherheits- und Wellenkupplungen für den Lebensmittelbereich.<br />

Im Bereich der Wellenkupplungen stehen die<br />

Metallbalgtypen EWC mit montagefreundlicher<br />

Klemmnabe und die EWR mit geteilter<br />

Halbschalen-Nabe zur Verfügung. Beide<br />

können bei -40 °C bis 350 °C eingesetzt<br />

werden und decken einen Nennmomentbereich<br />

bis 1.200 Nm ab. Um den hohen Hygienevorschriften<br />

zu entsprechen, verzichtet<br />

der Hersteller auf herkömmliche Klebeverfahren<br />

und verbindet die Teile in einem speziellen<br />

Mikro-Plasma-Schweißverfahren. Die<br />

Type EWR ist zudem besonders geeignet für<br />

schwer zugängliche Anlagen, bei denen die<br />

An- und Abtriebsaggregate starr, bzw. in axialer<br />

Richtung nicht verschiebbar sind. Die<br />

Type EWC ist in verschiedenen Baulängen<br />

mit 2- oder 4-welligem Balg erhältlich. Generell<br />

sind ENEMAC Wellenkupplungen<br />

spielfreie Ausgleichselemente zur winkelgetreuen<br />

Übertragung von Drehmomenten mit<br />

hoher Verdrehsteifigkeit bei geringem Massenträgheitsmoment<br />

und können bei bis zu<br />

20.000 min -1 eingesetzt werden.<br />

Zudem steht mit der EWJ eine Elastomerkupplung<br />

zur Verfügung, wenn Schwingungsdämpfung<br />

und/ oder elektrische Isolierung<br />

gefordert sind. Sie ist bei bis zu<br />

90 °C und bei Nennmomenten bis zu 500 Nm<br />

einsetzbar und besonders für hohe Drehzahlen<br />

bis zu 29.000 min -1 geeignet.<br />

Ebenso steht mit der EWLC eine Distanzkupplung<br />

im Hygienic Design zur Verfügung.<br />

Diese ist bis 350 °C einsetzbar und kann<br />

eine Distanz von bis zu 3 m mit einem längenvariablen<br />

Zwischenrohr aus Edelstahl<br />

überbrücken. Möglich ist oftmals ebenso<br />

die EWLC als spielfreie Verbindungs-,<br />

Gelenk- oder Synchronwelle einzusetzen.<br />

Sie ist für Nennmomente bis zu 1200 Nm<br />

erhältlich und bei bis zu 6000 min -1 spielfrei<br />

und torsionssteif.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.enemac.de<br />

Bildquelle: ENEMAC<br />

26 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


Ganzheitlicher<br />

Explosionsschutz<br />

EGV HYP – EHEDG-zertifizierte Berstscheibe<br />

Sicherheits- und prozess technische Anforderungen<br />

zeitgleich zu erfüllen, ist<br />

vor allem in der anspruchsvollen Lebensmittel-<br />

und Pharmaindustrie oftmals eine<br />

Herausforderung. Staubführende Anlagen<br />

müssen einerseits mit Explosionsschutzsystemen<br />

ausgestattet werden, die andererseits<br />

auch alle Hygiene- und Sanitäranforderungen<br />

der Produktion zu erfüllen haben.<br />

Zertifiziert nach EHEDG:<br />

EGV HYP mit patentiertem, abgeschrägtem<br />

Dichtungskonzept für absolute Hygiene – seit neustem<br />

auch in kontrastierender blauer Farbe.<br />

Die Lösung: Berstscheiben, die für die Herstellung<br />

von hygienisch sensiblen Produkten<br />

eingesetzt werden können.<br />

Die Berstscheibe EGV HYP ist eine wirtschaftliche<br />

Lösung der beschriebenen Problemstellung<br />

nach den strengen Kriterien der<br />

EHEDG (European Hygienic Engineering &<br />

Design Group). Innerhalb dieses Tests wird<br />

unter anderem die CIP-Reinigbarkeit von<br />

Bauteilen geprüft, um in der Praxis hygienisch<br />

einwandfreie Produkte produzieren zu<br />

können. Speziell für hygienisch anspruchsvolle<br />

Bereiche konzipiert, schützt sie den jeweiligen<br />

Behälter im Falle einer Explosion<br />

durch Entlastung von Flammen und Druck.<br />

Die glatte Oberfläche mit dem patentierten,<br />

vollflächigen und abgeschrägten Dichtungssystem<br />

verhindert Ablagerungen und Anbackungen<br />

während des Produktionsprozesses<br />

sowie während der Reinigung der Anlage<br />

und verhindert dadurch Kreuzkontaminationen.<br />

Da jetzt das Dichtungssystem in der<br />

kontrastierenden blauen Farbe ausgeführt<br />

werden kann, ist auch leicht zu erkennen,<br />

wenn in der Montage ein Fehler unterlaufen<br />

oder die Dichtung beschädigt ist.<br />

Die EGV HYP kann in kritischen Anlagen wie<br />

zum Beispiel Sprühtrocknern mit/ohne Nassreinigung,<br />

Fließbetttrocknern und Mischern<br />

bedenkenlos eingesetzt werden und bietet so<br />

eine kostengünstige Schutzlösung nach den<br />

Anforderungen des Hygienic Design.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 1 / 1-429<br />

Weitere Informationen:<br />

www.rembe.de<br />

Bildquelle: REMBE<br />

Halle 4<br />

Stand 4-241<br />

BAF<br />

Vibrationsaustrageboden<br />

MBH<br />

Mikrodosierer<br />

VAR<br />

Trommelrohrweiche<br />

WAMFLO<br />

Entstaubungsfilter<br />

www.wamgroup.de<br />

TXF<br />

Rohrschnecke<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

27


VERFAHRENSTECHNIK · QUALITÄTSMANAGEMENT<br />

Produktion geschützt,<br />

Ernährung gesichert<br />

Sicherheit beim Handling pulverförmiger Lebensmittel<br />

Bei Industrieprozessen mit Trockenlebensmitteln oder -futtermitteln kann durch aufgewirbelten Staub schnell eine zündfähige<br />

Atmosphäre entstehen. Fatal, denn Staubexplosionen bergen ein enormes Risiko: ungeplante Produktionstopps, Zerstörung<br />

von Anlagen und sogar Gefahr für Menschenleben. Wirtschaftliche Schutzsysteme von Bormann & Neupert by BS&B<br />

ersticken Staubexplosionen effektiv bereits im Keim oder reduzieren ihre Auswirkungen auf ein Minimum.<br />

Die Energiekriese und der anhaltende militärische<br />

Konflikt mitten in Europa zeigen<br />

ihre Folgen in allen Industriebereichen.<br />

Auch Hersteller und Verarbeiter von Lebensmitteln<br />

und Futtermitteln sehen sich vor große<br />

Herausforderungen gestellt. Gerade Ernährungssicherheit<br />

ist zu einem relevanten<br />

gesellschaftlichen Thema geworden. Ein<br />

Schlüsselkriterium für verfügbare und sichere<br />

Lebensmittel ist die Aufrechterhaltung der<br />

Prozesskontinuität bei der Produktion.<br />

Bei der Verarbeitung oder Lagerung pulverförmiger<br />

Lebensmittel besteht jedoch ein erhebliches<br />

Risiko für ungeplante Produktionsausfälle:<br />

Staubexplosionen sind tückisch;<br />

sie bringen einen extremen Druckanstieg<br />

mit sich und können so eine verheerende<br />

Zerstörungskraft entwickeln.<br />

Praktisch alle trockenen landwirtschaftlichen<br />

Massenprodukte, etwa Mehl aus Getreide,<br />

Hülsenfrüchten oder Kernen und Samen,<br />

verursachen in entsprechender Staubkonzentration<br />

ein zündfähiges Gemisch. Auch Stärke,<br />

Zucker sowie Süßstoffe oder Bindemittel<br />

gehören dazu. Sogar Materialien, die selbst<br />

nicht pulverförmig sind – wie zum Beispiel<br />

Futterpellets –, bilden durch das ständige Aneinanderreiben<br />

oft feine, brennbare Stäube.<br />

Rund um – vor allem pneumatische – Förderanlagen,<br />

Mühlen, Staubfilter oder Zyklone<br />

entstehen immer wieder kritische Staub-<br />

Luft-Gemische. In Becherelevatoren rieselt<br />

das überschüssige Pulver ab und reichert<br />

sich in der Luft an. Durch die Bewegung<br />

können die Staubanteile dort deutlich länger<br />

in der Luft verweilen als üblich. Als Auslöser<br />

einer Staubexplosion kommen dann neben<br />

Flammen oder Glimmnestern auch heiße<br />

Oberflächen oder mechanisch sowie elektrisch<br />

erzeugte Funken oder elektrostatische<br />

Aufladung in Frage. Zu viele Risikofaktoren,<br />

die sich nicht vollkommen vermeiden lassen.<br />

Ein zertifizierter, konstruktiver Explosionsschutz<br />

ist also für Prozessverantwortliche<br />

von entscheidender Bedeutung, um die Produktion<br />

dennoch sicher aufrechtzuerhalten.<br />

Unterdrückung stoppt Explosion<br />

Aktive, schnellwirkende Systeme zur Explosionsunterdrückung<br />

ersticken jede Staubexplosion<br />

im Keim, reduzieren ihr Ausmaß<br />

auf ein technisches Minimum und gewährleisten<br />

so die schnellste Wiederaufnahme<br />

des Regelbetriebs. Das modulare IPD-System<br />

von Bormann & Neupert by BS&B erstickt jeden<br />

Entstehungsbrand einer anlaufenden Explosion<br />

innerhalb von Sekundenbruchteilen –<br />

lange bevor der Explosionsdruck seine volle<br />

Zerstörungskraft entfalten kann.<br />

Sollte im Kopf dieses Becherelevators eine Staubexplosion entstehen, unterdrückt das IPD-System von BS&B (links)<br />

sie in Sekundenbruchteilen mit einem chemischen Löschmittel.<br />

Sensoren erkennen dabei einen kritischen<br />

Druckanstieg – etwa im Kopf oder Fuß eines<br />

Becherelevators – unmittelbar und ermöglichen<br />

dem Unterdrückungssystem<br />

ein sofortiges Reagieren: Die Löschkanone<br />

bringt ohne Umweg ein hochwirksames, lebensmitteltaugliches<br />

Löschmittel ein und<br />

unterdrückt damit sofort die Explosion.<br />

28 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


Das gleiche technische Funktionsprinzip<br />

wird zur Entkopplung von Explosionen eingesetzt.<br />

Durch das Einbringen von Löschmittel<br />

wird eine Sperre errichtet, die das Ausbreiten<br />

der Flammen in verbundene Anlagenbereiche<br />

stoppt. Effektiv sind auch aktive mechanische<br />

Systeme. Redex-Schutzschieber<br />

oder IVE-Quetschventile von BS&B stoppen<br />

die Ausbreitung ebenso sicher.<br />

Als chemische Entkopplung eingesetzt stoppt das<br />

IPD-System von BS&B die Ausbreitung einer möglichen<br />

Staubexplosion in den Schächten eines Becherelevators.<br />

Flammenlose Druckentlastungen – hier im Bild die<br />

rechteckige Version R-IQ – lassen die Druckwelle entweichen<br />

und schützen so Anlagen und Maschinen; Flammen und<br />

Partikel werden zugleich sicher zurückgehalten.<br />

Ausbreitung einer Explosion verhindern<br />

Druckentlastung beugt Schäden vor<br />

Explosionsschutz-Berstscheiben bilden als<br />

konventionelle Druckentlastungen überall<br />

dort einen zuverlässigen Basisschutz, wo das<br />

Entweichen von brennenden Partikeln und<br />

Flammen akzeptiert werden kann. Druckentlastungen<br />

von BS&B bersten unmittelbar bei<br />

Erreichen des vorab definierten Ansprechdrucks.<br />

Dank der schnellen Reaktion und<br />

dem schlagartigen Freigeben einer großen<br />

Entlastungsöffnung sind Anlagen vor der<br />

Druckeinwirkung geschützt – Beschädigungen<br />

werden vermieden. Für Innenbereiche<br />

und Umgebungen, in denen keine ausreichend<br />

große Sicherheitszone zur Verfügung<br />

steht, sind FlameFree-Druckentlastungen in<br />

den Varianten R-IQ und IQR die Alternative.<br />

Ein mehrlagiges Edelstahl-Filtergewebe hält<br />

Flammen und Partikel zurück, lässt aber die<br />

Druckwelle entweichen.<br />

Noch einen weiteren Ansatz für vorbeugende<br />

Maßnahmen zum Explosionsschutz liefert<br />

Bormann & Neupert by BS&B mit SparkEx.<br />

Das System erkennt Funken, heiße Partikel<br />

oder Glut und Flammen im Produktstrom,<br />

löscht sie zuverlässig automatisch und vermeidet<br />

so Zündquellen.<br />

Konstruktiver Explosionsschutz<br />

ist notwendig<br />

Grundsätzlich gilt: Eine vollständige Vermeidung<br />

von potenziellen Zündquellen ist prozessbedingt<br />

fast nie möglich. Konstruktiver<br />

Explosionsschutz von Bormann & Neupert by<br />

BS&B verbindet hohe Sicherheit mit langfristiger<br />

Wirtschaftlichkeit und schafft so die<br />

Voraussetzung für ein sinnvolles Schutzniveau<br />

für Personen und Anlagen. Das gibt Betreibern<br />

auch die Sicherheit, gemäß den Vorgaben<br />

der relevanten gesetzlichen Betriebssicherheitsverordnung<br />

zu handeln.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 2 / 2-516<br />

Weitere Informationen:<br />

www.bormann-neupertbsb.de<br />

Bildquelle: Bormann & Neupert by BS&B<br />

HYGIENISCHE<br />

FÖRDERLÖSUNG<br />

WANGEN<br />

WANGEN<br />

TWIN NG<br />

VarioTwin NG<br />

Für die Lebensmittelund<br />

Getränkeindustrie<br />

WANGEN<br />

MX<br />

Beim Herstellungsprozess von<br />

Backwaren, Hefelösungen<br />

und Füllmassen verlassen sich<br />

Unternehmen weltweit auf die<br />

hygienischen WANGEN Pumpen.<br />

Die Baureihen TWIN NG, VarioTwin<br />

NG und MX bieten klare Vorteile:<br />

• Schonende Förderung von<br />

hochviskosen, zähfließenden<br />

Medien<br />

• Rachen und Zuführschnecke in<br />

variabler Länge<br />

• Leichte Reinigung<br />

• Optimale Abstimmung auf den<br />

jeweiligen Einsatzbereich und<br />

das Fördermedium<br />

Besuchen Sie uns auf der diesjährigen<br />

iba München<br />

Stand: B3.281<br />

22.10. - 26.10.<strong>2023</strong><br />

Finden Sie hier alle Infos<br />

zu unseren Produkten im Bereich<br />

Lebensmittel & Getränke<br />

WWW.WANGEN.COM


MESSEN · POWTECH <strong>2023</strong><br />

Wie alternative Proteine die<br />

Ernährung nachhaltig machen<br />

Die POWTECH nimmt zukünftige Herausforderungen für Maschinenhersteller in den Fokus<br />

Auf über neun Milliarden Menschen wird die Weltbevölkerung bis ins Jahr 2050 anwachsen, so die Prognose. Diese<br />

müssen mit hochwertigen Proteinen versorgt werden. Weil Viehwirtschaft in diesem Maße die Ressourcen der Welt überfordern<br />

würde, steigt der Bedarf an alternativen Proteinquellen – und an Technik, um diese herzustellen.<br />

Das große Krabbeln hat eine Adresse: Ein<br />

unscheinbares Industriegebiet im Hafengebiet<br />

von Bergen op Zoom in der niederländischen<br />

Provinz Noord-Brabant. Dort winden<br />

sich Abermilliarden Larven der Soldatenfliege,<br />

die hier vom Proteinpionier Protix<br />

gezüchtet und verarbeitet werden – zuletzt<br />

über 15.000 Tonnen pro Jahr. Bislang ist das<br />

gelbliche Pulver vor allem für die Produktion<br />

von Tierfutter bestimmt, künftig könnte<br />

es womöglich auch direkt für die Produktion<br />

von Nahrungsmitteln eingesetzt werden.<br />

Denn pro Kilogramm Körpergewicht sollten<br />

Erwachsene, so die Empfehlung von Ernährungsexperten,<br />

täglich 0,8 g Eiweiß zu sich<br />

nehmen – bis 2050 entsteht so ein Bedarf<br />

von über 500 Millionen Tonnen täglich.<br />

Neue Verfahren und Maschinen<br />

für alternative Proteine<br />

Larve der Soldatenfliege<br />

(Hermetia illucens)<br />

(Bild: AdobeStock/KaanMika)<br />

Alternative Proteinquellen spielen eine zentrale Rolle im Lebensmittelmarkt der Zukunft.<br />

Neben Fleisch und Milchprodukten spielen<br />

dabei pflanzliche Quellen und Pilze eine wichtige<br />

Rolle. Proteinpulver aus Hülsenfrüchten,<br />

Nüssen, Samen, Getreide und Soja zu gewinnen,<br />

ist derzeit einer der wichtigsten Wachstumstreiber<br />

für den Maschinen- und Anlagenbau<br />

für die Lebensmittelindustrie, und<br />

wird auch auf der POWTECH an vielen Stellen<br />

Thema sein. Ein weiterer Ansatz ist die<br />

noch in den Kinderschuhen steckende „zelluläre<br />

Landwirtschaft“, bei der Fleisch in Laborverfahren<br />

kultiviert und aus Muskelstammzellen<br />

gezüchtet wird. Und eben Proteine auf<br />

Basis von Insekten wie der Soldatenfliege.<br />

Mit dem Beschluss der EU vom Juni 2021<br />

und zuletzt Januar <strong>2023</strong>, vier Insekten als<br />

Lebensmittel zuzulassen, hat das Thema weiter<br />

an Bedeutung gewonnen: Am Stück frittiert<br />

oder mit Schokolade überzogen, oder als<br />

Proteinpulver und -riegel können auch hierzulande<br />

inzwischen Käfer, Grillen, Würmer und<br />

Heuschrecken genutzt werden. Die Produktionsverfahren<br />

dazu sind durchaus aufwendig –<br />

von der Aufzucht über die Ernte bis zur Verarbeitung<br />

sind zahlreiche Prozessschritte<br />

notwendig: sieben, trocknen, mahlen, zentrifugieren,<br />

fördern, verpacken und lagern.<br />

Der niederländische Pionier Protix entwickelt<br />

den Prozess seit 2009 gemeinsam mit<br />

Maschinenherstellern wie Bühler und Alfa<br />

Laval. Mit dem Schweizer Anlangenbau-Unternehmen<br />

gründete Protix in 2017 eigens<br />

das Joint Venture Bühler Insect Technology<br />

Solutions, um das Verfahren in den industriellen<br />

Maßstab zu übertragen.<br />

Diese Beispiel zeigt exemplarisch: Um<br />

die neuen Verfahren großtechnisch nutzbar<br />

zu machen, braucht es die Zusammenarbeit<br />

zwischen den Start-up-Unternehmen<br />

bzw. Ideengebern und dem Maschinen-<br />

und Anlagenbau. Existierende Maschinen<br />

wie Mischer, Extruder oder Zentrifugen<br />

müssen an zum Teil komplett neue Produkteigenschaften<br />

angepasst oder vollständig<br />

neu entwickelt werden. Und das gilt<br />

nicht nur für Insektenproteine, sondern vor<br />

30 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


POWTECH <strong>2023</strong> · MESSEN<br />

allem auch für die Extraktion aus Pflanzen<br />

wie Soja, Weizen und Erbsen, aber auch Gräsern<br />

und Blättern.<br />

Plant based <strong>food</strong> wird zum Wachstumstreiber<br />

für den Maschinen- und Anlagenbau<br />

Das Engagement der Maschinenbauer lohnt<br />

sich – denn der Markt für alternative Proteine<br />

wächst überproportional stark. Weltweit<br />

steigt die Nachfrage nach Pflanzenproteinen<br />

aktuell um 9,7 Prozent pro Jahr und könnte<br />

2028 ein Volumen von 23,4 Milliarden US-<br />

Dollar erreichen, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen<br />

Meticulous Research.<br />

Treiber sind dabei sowohl veränderte Ernährungsgewohnheiten<br />

in Nordamerika und<br />

Europa (z.B. Veganismus), aber auch der mit<br />

einem Bevölkerungszuwachs und dem wachsenden<br />

Wohlstand einhergehende Mengenbedarf,<br />

unter anderem in Asien.<br />

So beschäftigen sich beispielsweise Trenntechnik-Spezialisten<br />

wie Alfa Laval, Andritz,<br />

GEA, Ferrum oder Flottweg mit der Entwicklung<br />

von Maschinen und Prozessen, mit denen<br />

Proteine aus Pflanzen extrahiert und<br />

isoliert werden können. Auch das Trocknen<br />

und Vermahlen der Proteine zu einem feinen<br />

Pulver erfordert spezifisches Know-how<br />

und angepasste Maschinen, die einerseits<br />

den geforderten Mahlgrad erreichen, andererseits<br />

das temperaturempfindliche Mahlgut<br />

schonen und zudem noch hohe Hygienestandards<br />

erfüllen. Aussteller der POWTECH<br />

<strong>2023</strong>, wie zum Beispiel Hosokawa Alpine,<br />

Netzsch und andere haben dafür bereits Lösungen<br />

entwickelt.<br />

Aber auch die Verarbeitung der Proteinpulver<br />

zu Lebensmitteln, die von den Konsumenten<br />

angenommen werden, erfordert spezifisches<br />

Know-how. Beispielhaft sei hier die<br />

Texturierung von Fleischersatzprodukten genannt,<br />

die entweder als trockene Granulate<br />

(TVP) oder als Fleischanaloga mit hohem<br />

Wasseranteil (HMMA) in den Handel gelangen.<br />

Maschinenhersteller entwickeln dazu<br />

eigene Lösungen.<br />

RIEZ_HalfPgAd_FoodTechnologie_German_9_23F.qxp_Layout 1 9/11/23 12:27 PM Page 1<br />

Wie so häufig in der mechanischen Verfahrenstechnik<br />

stoßen die Verfahrens- und Maschinenentwickler<br />

dabei auf Materialeigenschaften,<br />

die eine echte Herausforderung<br />

darstellen. Auch deshalb führt an Versuchen<br />

unter möglichst realitätsnahen Bedingungen<br />

kein Weg vorbei. Viele Maschinen- und Anlagenbau-Unternehmen<br />

investieren aus diesem<br />

Grund in eigene Testcenter, in denen<br />

Kunden die Verarbeitung von Rohstoffen<br />

und Produkten erproben und die Verfahrensparameter<br />

für die (großtechnischen) Verfahren<br />

bestimmen. Oder – und auch hier mag<br />

das große Krabbeln in Bergen op Zoom als<br />

richtungsweisend gelten – entwickeln Verfahren<br />

gemeinsam mit den Maschinenherstellern,<br />

um diese schließlich auch gemeinsam<br />

zu produzieren. An Phantasie fehlt es<br />

den Ingenieuren und Technikern nicht – und<br />

auch an Chancen herrscht kein Mangel!<br />

Autor:<br />

Armin Scheuermann,<br />

Chemieingenieur und freier Fachjournalist<br />

Weitere Informationen:<br />

www.powtech.de<br />

Bildquelle: James Tiono on Unsplash<br />

Vibrationsförderer<br />

für jede Herausforderung<br />

Kompakte Feeder<br />

Energieeffiziente elektromagnetische<br />

Antriebe, die einen präzisen Fluss von<br />

trockenen körnigen Produkten ermöglichen<br />

Hochgeschwindigkeits-Dosierer<br />

Schnelles Ein- und Ausschalten von<br />

leichten, sperrigen Materialien für<br />

Verpackungsanwendungen<br />

Dosierer mit hoher Ablenkung<br />

Fördert schwierige Materialien,<br />

einschließlich feiner Pulver, blättriger<br />

und klebriger Produkte<br />

info-deutschland@eriez.com | + 49 (0)173 6828378<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

31


MESSEN · POWTECH <strong>2023</strong><br />

Weltpremiere auf der Powtech<br />

Eirich mit neuester Labormischergeneration und digitalen Innovationen am Messestand<br />

Vom 26. bis 28. September <strong>2023</strong> trifft<br />

sich die Schüttgut- und Fördertechnikindustrie<br />

auf der POWTECH in Nürnberg. Bei<br />

der internationalen Branchenplattform präsentiert<br />

Eirich, der Spezialist für Misch- und<br />

Aufbereitungstechnologie, seine nachhaltigen<br />

und digitalen Lösungen. Die Weltpremiere<br />

des neuen EL5 Labormischers mit dem<br />

einzigartigen Eirich Mischprinzip und Produkte<br />

für die autonome Prozessanalyse auf<br />

der Basis von KI- Technologie erwarten die<br />

Messebesucher.<br />

Das Unternehmen Eirich trumpft mit einer<br />

Weltpremiere der neuesten Generation von<br />

Labormischern auf, die mit modernster Steuerung<br />

für ein breites Anwendungsfeld eingesetzt<br />

werden können. Der neue EL5 Mischer<br />

ist kleiner, leichter und smarter als das bewährte<br />

Vorgängermodell und das bei gleicher<br />

Leistungsfähigkeit und Robustheit. Er<br />

überzeugt durch seine einfache Bedienung,<br />

Scale-up-Fähigkeit, eine integrierte Neigungsverstellung<br />

und durchdachte Optionen<br />

für den täglichen Laborbetrieb. Dazu gehören<br />

Rezepturverwaltung, Datenerfassung und<br />

Netzwerktauglichkeit. Die neue 5 Liter-Maschine<br />

rundet das Portfolio der Eirich-Labormischerserie<br />

ab. „Die preiswerte und mit den<br />

wichtigsten Features ausgestattete Maschine<br />

eignet sich vor allem zum Einstieg in die<br />

Eirich-Welt, während der „Alleskönner“ C5<br />

mit zahlreichen weiteren Features im Premiumbereich<br />

angesiedelt ist. Unsere Produktpalette<br />

bietet nun für jede Anforderung die<br />

passende Lösung“, so Tobias Lang, Produktmanager<br />

bei Eirich.<br />

Netze, eine Form selbstlernender Algorithmen.<br />

Je umfassender die neuronalen Netze<br />

auf die relevanten Eigenschaften eines<br />

Musters trainiert werden, desto präziser werden<br />

die Detektionsergebnisse. Die Qualitätskontrolle<br />

profitiert so von einer zuverlässigen<br />

und konsistenten Klassifizierung der untersuchten<br />

Produkte. Das ermöglicht die Analyse<br />

der Materialien im Prozess. Die so gewonnen<br />

Daten dienen als Grundlage für intelligente<br />

Regelprozesse, die sich selbst optimieren<br />

können. Das Ziel von Eirich ist die<br />

„Dark Factory“ zu ermöglichen.<br />

Erstmalige Präsentation des<br />

innovativen Labormischers<br />

Der neue EL5 Mischer<br />

von Eirich.<br />

Smarte Qualitätssysteme – Autonome<br />

Analyse und Prozess-Assistenz<br />

Eirich setzt bei seinen digitalen Lösungen<br />

für die Prozessoptimierung auf autonome<br />

Analyse- Tools, KI-basierte Prozess-Assistenz<br />

und ganz neu auf Produktcharakterisierung<br />

mit Deep Learning.<br />

Der bereits im letzten Jahr vorgestellte Granulatexperte<br />

QualiMaster VC1 ist mit einer<br />

Spezialkamera ausgestattet, die kontinuierlich<br />

Bilder vom Produktförderband aufnimmt,<br />

verarbeitet und analysiert. Dabei werden zahlreiche<br />

Parameter und Produkteigenschaften<br />

aus den Bildern identifiziert und berechnet.<br />

Die Bewertung der Qualitätsparameter kann<br />

dabei durch den Bediener oder intelligente<br />

Steuerungsalgorithmen erfolgen.<br />

Ergänzend dazu präsentiert Eirich auf der<br />

POWTECH erstmals auch den QualiMaster<br />

VC2. Er besitzt ein universelles Kamerasystem<br />

zur automatischen Trenderkennung mittels<br />

KI-basierter Bildanalyse und wird somit<br />

zum Universalinstrument in der Qualitätsbeurteilung<br />

für Materialien in jeder Art<br />

und Konsistenz. Das smarte Qualitätssystem<br />

nimmt Bilder vom Produkt auf dem Förderband<br />

direkt nach dem Mischer auf. Anhand<br />

der Bilder wird entschieden, ob das Material<br />

im perfekten Zustand ist oder ob die Materialeigenschaften<br />

in eine falsche Richtung<br />

tendieren. Im Gegensatz zum VC1 misst der<br />

VC2 keine konkreten Werte und Parameter<br />

aus den Bildern, sondern vergleicht die tatsächlichen<br />

Ergebnisse mit Referenzbildern<br />

mittels Deep Learning, einem Teilbereich<br />

des maschinellen Lernens. Möglich machen<br />

dies beispielsweise sogenannte neuronale<br />

All-in-one-System LogLizer<br />

Ein weiteres Highlight am Messestand ist der<br />

neue Eirich LogLizer. Das schlüsselfertige Allin-one<br />

System zum Aufzeichnen, Verarbeiten<br />

und Analysieren von Prozessdaten aller Art ist<br />

vorkonfiguriert und kann in kürzester Zeit in<br />

der Anlage eingerichtet werden. Die Datensouveränität<br />

ist jederzeit gewährleistet. Zudem<br />

sind auch Maschinen und Sensoren außerhalb<br />

des Eirich Lieferumfangs integrierbar,<br />

um ganzheitliche Prozesse abzubilden<br />

und Zusammenhänge zu erkennen. Alle Prozessdaten<br />

werden in einem Hochleistungsrechner<br />

verarbeitet und in einer Datenbank<br />

abgelegt. Die Visualisierung erfolgt mit dem<br />

bewährten Anzeige- und Analysetool „Eirich<br />

ProView“. Das webbasierte System kann variabel<br />

mit PC, Tablet oder Smartphone genutzt<br />

werden. Ein direkter Zugriff auf realtime- oder<br />

historische Daten ist ebenfalls möglich.<br />

„Wir freuen uns sehr auf den Austausch<br />

mit Interessierten und können vor Ort unsere<br />

Bandbreite und Lösungen von Labormischern,<br />

KI- und Deep Learning-Angeboten<br />

bis hin zur Technologie zur Herstellung von<br />

Elektrodenmischungen für Li-Ion Batterien<br />

zeigen“, erklärt Stephan Eirich abschließend.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4A / 4A-403<br />

Weitere Informationen:<br />

www.eirich.com<br />

Bildquelle: EIRICH<br />

32 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


POWTECH <strong>2023</strong> · MESSEN<br />

Wirtschaftlich, effizient und nachhaltig<br />

Kaeser Kompressoren auf der POWTECH <strong>2023</strong><br />

Wer Schüttgüter transportiert oder herstellt,<br />

möchte dies möglichst kostengünstig,<br />

aber dennoch zuverlässig tun. Kaeser<br />

Kompressoren zeigt auf der POWTECH<br />

Lösungen für jeden Betrieb.<br />

Highlight ist der neue Schraubenkompressor<br />

der CSG-Baureihe. Die ölfrei verdichtende<br />

CSG-Baureihe hat einen besonders geringen<br />

Energie- und Platzbedarf, der in mehreren ausgeklügelten<br />

technischen Lösungen begründet<br />

liegt. Der Schraubenkompressor punktet mit<br />

den bestmöglichen Energie effizienzklassen<br />

durch den Antrieb mit einem modernsten Synchron-Reluktanz-Motor<br />

und einer optimalen<br />

Anordnung der Komponenten, die zu besonders<br />

niedrigen Druckverlusten an der Anlage<br />

führt. Das senkt die Energiekosten und verkleinert<br />

unter anderem den CO 2<br />

-Fußabdruck.<br />

Außerdem präsentiert sich der Schraubenkompressor<br />

mit neu entwickelten Kompressorblock.<br />

Dieser ist mit einem optimierten<br />

Sigma Profil ausgestattet, das mit einer speziell<br />

entwickelten Beschichtung versehen<br />

ist. Diese ist „<strong>food</strong> safe“. Die wassergekühlte<br />

CSG mit integrierter Wärmerückgewinnung<br />

und Heißluftregelung ist hervorragend an<br />

die Anforderungen von zum Beispiel Strahlmühlen<br />

angepasst und damit besonders wirtschaftlich<br />

und nachhaltig.<br />

Wer Gebläse nutzt, der ist mit den Schraubengebläsen<br />

der Serie EBS gut aufgestellt. Kaeser<br />

setzt damit einen neuen Maßstab in Sachen<br />

Effizienz und Platzbedarf bei Gebläsen mit<br />

einem Volumenstrom von 10 bis 41 m³/min,<br />

einer Druckdifferenz bis 1100 mbar und Vakuum<br />

bis 550 mbar. Die Version SFC ist mit<br />

integriertem Frequenzumrichter und mit Synchron-Reluktanzmotor<br />

ausgestattet. Die EBS-<br />

Schraubengebläse zeichnen sich nicht nur<br />

durch ihr energiesparendes Antriebskonzept<br />

aus, sondern auch durch die durchdachte und<br />

kompakte Bauweise, bei der alle Wartungsarbeiten<br />

von vorne durchgeführt werden können.<br />

So ist selbst mit kompletter Elektrik eine<br />

Side-by-Side-Aufstellung möglich.<br />

Die CSG-Baureihe liefert zuverlässig und effizient<br />

Druckluft für ölfreie Anwendungen.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4 / 4-242<br />

Weitere Informationen:<br />

www.kaeser.com<br />

Bildquelle: Kaeser Kompressoren<br />

Technologie der Zukunft<br />

Daxner auf der POWTECH <strong>2023</strong><br />

Auf der kommenden POWTECH stellt<br />

Daxner, führender Hersteller von industriellen<br />

Verarbeitungslösungen, seine verbesserte<br />

Version der Kontrollsiebmaschine Vib &<br />

Press vor. Diese Maschine bietet eine effiziente<br />

und schonende Lösung für das Sieben<br />

empfindlicher und schwieriger Produkte und<br />

punktet mit höherer Durchsatzleistung.<br />

Die neue Vib & Press bringt<br />

dank 850 mm<br />

Siebfläche hohe<br />

Durchsatz-<br />

leistungen.<br />

Für die neue Version der Vib & Press hat das<br />

Unternehmen eng mit Kunden und Branchenexperten<br />

zusammengearbeitet, um das<br />

Produkt kontinuierlich zu verbessern und den<br />

Bedürfnissen der Industrie gerecht zu werden.<br />

Die Maschine verfügt über eine vergrößerte<br />

Einschüttöffnung sowie Siebfläche. Dadurch<br />

können höhere Durchsatzleistungen erzielt<br />

werden, was bedeutet, dass sie größere<br />

Mengen an Material in kürzerer Zeit verarbeiten<br />

kann. Der Konus der Vib & Press kann bei<br />

der neuen Version in wenigen Arbeitsschritten<br />

komfortabel getauscht werden. Dies erleichtert<br />

eine einfache und schnelle Reinigung<br />

nach dem Sieben. Bewährt hat sich<br />

zudem die runde Bauweise, welche Materialrückstände<br />

in Ecken und Kanten verhindert.<br />

Die Vib & Press ist in unterschiedlichen<br />

Ausführungen erhältlich, die speziell auf die<br />

Anforderungen verschiedener Industrien zugeschnitten<br />

sind. So kann die neue Version<br />

der Vib & Press optional auch mit einer Ultraschall-Technologie<br />

ausgestattet werden.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4A / 4A-105<br />

Weitere Informationen:<br />

www.daxner.com<br />

Bildquelle: Daxner<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

33


MESSEN · POWTECH <strong>2023</strong><br />

zwei neue Mischsysteme<br />

Der Spezialist für industrielle Mischtechnik MAP GmbH erweitert sein Angebot<br />

MAP stellt auf der POWTECH <strong>2023</strong> erstmalig<br />

den neuen Bandwendelmischer<br />

WBR und eine neue Version des bekannten<br />

Labormischers MLH vor.<br />

Der Bandwendelmischer WBR ergänzt das<br />

Portfolio an Bandwendelmischern um eine<br />

weitere, leichte Baureihe. Mit dem WBR können<br />

trockene Pulver, Granulate oder kurze Fasern<br />

schonend befeuchtet, agglomeriert oder<br />

granuliert werden. Besonders in der Lebensmittelindustrie<br />

eignet sich der Mischer zum<br />

Mischen einer Vielzahl zerbrechlicher oder<br />

temperaturempfindlicher Produkte. Während<br />

des Mischvorgangs ist die Zugabe kleiner<br />

Mengen von Flüssigkeiten oder niedrigviskoser<br />

Pasten möglich. Im Vergleich mit<br />

dem Bandwendelmischer WBN von MAP, der<br />

Bandwendel-<br />

mischer WBR.<br />

seit vielen Jahren erfolgreich in verschiedenen<br />

Branchen eingesetzt wird, ist der WBR<br />

für leichte Produkte spezialisiert. Der Kunde<br />

erhält somit eine optimal auf die Anforderungen<br />

abgestimmte Lösung, die mit weiteren<br />

Optionen oder Zubehör individuell konfiguriert<br />

werden kann. Dazu zählen eine oder<br />

mehrere Inspektionsklappen, Trogdeckel mit<br />

Einlauf- und Entlüftungsstutzen, ein Reinigungssystem<br />

als Vorrüstung (CIP), ein pneumatisches<br />

Bedienfeld. Zudem sind verschiedene<br />

Oberflächen möglich – von lebensmitteltauglich<br />

bis hin zu einem spiegelpolierten<br />

Finish. Der WBR ist in den nominellen Baugrößen<br />

100 bis 5500 Liter erhältlich.<br />

Zusätzlich stellt MAP eine neue Version des<br />

Labormischers MLH vor. Einsatzgebiete sind<br />

vor allem Tests zu Prozessdurchführbarkeiten<br />

und die Kleinserienproduktion. Der MLH ist<br />

ein horizontaler Einwellenmischer und arbeitet<br />

nach dem Prinzip des mechanischen Wirbelschichtverfahrens.<br />

Auf den ersten Blick erkennbar<br />

ist das neue Design. Bei der Entwicklung<br />

lag ein Augenmerk auf der Verbesserung<br />

der Bedienungs- und Wartungsfreundlichkeit.<br />

Die Steuerung erfolgt über ein großes Touch-<br />

Display, welches optional das klassische Tasten-Bedienfeld<br />

ablöst. Die neue Verkleidung<br />

wurde so gestaltet, dass Wartungsarbeiten<br />

und Wendelwechsel einfacher und bequem<br />

durchgeführt werden können. Vier Baugrößen<br />

mit einem nominellen Fassungsvermögen<br />

von 6 bis 50 Liter stehen zur Auswahl.<br />

Neben fünf verschiedenen Mischwerkzeugen<br />

sind Heiz-/Kühlmantel, Aufgabetrichter, Flüssigkeitszugabe<br />

optional erhältlich.<br />

Die beiden Mischer werden zusammen mit<br />

dem Chargenmischer WBH am Messestand<br />

zu sehen sein.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4 / 4-238<br />

Weitere Informationen:<br />

www.mapgmbh.com<br />

Bildquelle: MAP<br />

Die neue Version<br />

des Labor-<br />

mischers<br />

MLH.<br />

Eine saubere Sache<br />

Normelemente von Ganter Norm auf der POWTECH <strong>2023</strong><br />

Ü<br />

berall dort, wo Lebensmittel produziert<br />

werden, gehört Hygiene zu den Grundvoraussetzungen.<br />

Im September präsentiert<br />

deshalb die Otto Ganter GmbH & Co. KG auf<br />

der POWTECH ihr Portfolio an Normelementen<br />

aus Edelstahl.<br />

Als jüngste Neuheit der Reihe „Hygienic<br />

Design“ offeriert Ganter die Abstandshalter<br />

GN 6226. Diese Normelemente vermeiden<br />

auf einfache Weise doppelte Konstruktionsflächen,<br />

die problematisch und aufwändig<br />

bezüglich Reinigung und Abdichtung sind.<br />

Damit wächst die HD-Produktrange weiter,<br />

die bislang verschiedene Varianten von Knöpfen,<br />

Griffen, Klemmhebeln, Rastbolzen, Verriegelungen,<br />

Abdeckhülsen, Stellfüßen und<br />

Schrauben umfasst.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4 / 4-207<br />

Weitere Informationen:<br />

www.ganternorm.com<br />

Bildquelle: Ganter Norm<br />

Abstandshalter<br />

GN 6226<br />

34 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


POWTECH <strong>2023</strong> · MESSEN<br />

EFFIZIENTE, SICHERE UND SMARTE<br />

KOMPRESSORLÖSUNGEN<br />

AERZEN auf der POWTECH <strong>2023</strong><br />

Effizienz, Produktsicherheit, Robustheit,<br />

Hygiene, Explosionsschutz: Die Anforderungen<br />

an Gebläse und Verdichter für die<br />

pneumatische Förderung von Schüttgütern<br />

und Lebensmitteln sind vielfältig. Als erfahrener<br />

Partner der Pulver-, Granulat- und<br />

Schüttgutindustrie bietet AERZEN eine große<br />

Auswahl an Lösungen und realisiert anwendungsspezifische<br />

und ressourcenschonende<br />

Anlagenkonzepte mit smarter Steuerungstechnik.<br />

Die hocheffizienten und digitalen<br />

Lösungen sind sicher, zuverlässig sowie<br />

ATEX-zertifiziert und ebnen den Weg zu digitalisierten<br />

und transparenten Prozessluftsystemen.<br />

Davon können sich auch die Besucher<br />

der POWTECH <strong>2023</strong> überzeugen. Vom<br />

26. bis 28. September ist AERZEN in<br />

Nürnberg vor Ort und präsentiert effiziente,<br />

sichere und smarte Kompressorlösungen.<br />

Effizienz im Fokus<br />

Die Exponate stehen stellvertretend für die<br />

breite Produktpalette von AERZEN und greifen<br />

die aktuellen Themen der Branche auf. Zu<br />

den Messehighlights gehören dabei die neuen,<br />

hocheffizienten Baugrößen der Schrauben-<br />

und Turbogebläse. Die Aggregate vom<br />

Typ Delta Hybrid und Aerzen Turbo wurden<br />

konsequent hinsichtlich Energieeffizienz,<br />

Funktionalität sowie Handling optimiert und<br />

tragen so maßgeblich zur Senkung der Total<br />

Cost of Ownership (TCO) bei. Im Vergleich zu<br />

herkömmlichen Drehkolbengebläsen lassen<br />

sich Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent<br />

erzielen. Auf der Messe werden ein Delta<br />

Hybrid D13S ohne Frequenzumrichter und<br />

ein Aerzen Turbo AT200 zu sehen sein.<br />

Die bewährten und robusten Drehkolbengebläse<br />

und Schraubenverdichter ergänzen<br />

das Messeportfolio. Die hochentwickelten<br />

Maschinen stehen in verschiedensten Bauformen,<br />

Größen und Sonderausführungen<br />

für den Unter- und Überdruckbereich zur<br />

Verfügung. Während sich der Delta Blower<br />

als robuster pneumatischer Allrounder bewährt<br />

hat, ist der Delta Screw dank seines<br />

erhöhten Druckbereichs von 3,5 und 4,5 bar<br />

in anspruchsvollen Anwendungen zuhause,<br />

beispielsweise in der Zementindustrie oder<br />

in der Foodbranche. Ausgestellt werden ein<br />

ATEX-konformer Delta Blower GM4S ohne<br />

Haube mit Zonentrennfilter für Unterdruckanwendungen<br />

sowie ein Delta Screw vom<br />

Typ VM15R für Überdrücke bis 4,5 bar.<br />

Immer auf der sicheren Seite<br />

Drehkolbenverdichter<br />

Delta Hybrid von AERZEN.<br />

Alle Gebläse und Verdichter können sowohl in<br />

der Explosionsschutzzone I als auch in Zone II<br />

betrieben werden und entsprechen hierbei<br />

der jeweils gültigen ATEX-Richtlinie RL<br />

2014/34/EU sowie der Maschinenrichtlinie<br />

einschl. der neuesten Sicherheitsnorm<br />

(EN 1012- 3). Mit dem von AERZEN selbst<br />

entwickelten, TÜV-geprüften Zonentrennfilter<br />

und der integrierten Funkensperre stehen<br />

wirtschaftliche Alternativen zu herkömmlichen<br />

Schutzbauteilen zur Verfügung. AERZEN<br />

Aggregate sind unerreicht zuverlässig im Betrieb,<br />

erfüllen die Norm ISO 22000 und sind<br />

flexibel ausführbar nach individuellen Kundenspezifikationen.<br />

Die absolut ölfreie und<br />

absorptionsmittelfreie Drucklufttechnologie<br />

garantiert 100-prozentige Produktreinheit<br />

in der pneumatischen Förderung (Ölfreiheit<br />

nach ISO 8573-1, Klasse 0).<br />

Maßgeschneiderte Digital Services<br />

Die neue IIoT-Plattform AERprogress führt<br />

die AERZEN Verdichter und Gebläse ins<br />

digitale Zeitalter. Ob weltweites Machine<br />

Park Management oder Steigerung von<br />

Energieeffizienz, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit<br />

der Hochleistungsmaschinen: Mit<br />

AERprogress können Anwender Performance,<br />

Wartung und Kosten ihrer AERZEN Aggregate<br />

schnell, einfach und wirtschaftlich optimieren.<br />

AERprogress nutzt bereits vorhandene<br />

Maschinen- und Sensordaten der Anlage<br />

und ermöglicht so Aussagen über Ausfallwahrscheinlichkeiten,<br />

Betriebszustände,<br />

Trends und Optimierungsmöglichkeiten. Auf<br />

kostspielige Sensorik an den Prozessluftaggregaten<br />

kann verzichtet werden. Als skalierbare<br />

Lösung ist AERprogress für unterschiedliche<br />

Einsatzszenarien verfügbar –<br />

sei es Energieeffizienzoptimierung, Live-<br />

Monitoring oder Predictive Maintenance.<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4 / 4-253<br />

Weitere Informationen:<br />

www.aerzen.com<br />

Bildquelle: AERZEN<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

35


MESSEN · IBA <strong>2023</strong><br />

Handwerk in all seiner Vielfalt<br />

Die iba <strong>2023</strong> in München<br />

Wo Tradition auf Innovation und National auf International trifft: Handwerk ist eines der Fokusthemen der iba im<br />

Oktober <strong>2023</strong>. Zu den Highlights zählen die Produktpräsentationen und Neuheiten der Aussteller, die Themenflächen in<br />

den Hallen A3 und A4 sowie passende Vorträge in der iba.SPEAKERS AREA und dem iba.FORUM. Bei der „Deutschen<br />

Meisterschaft der Bäckermeister“ oder „The iba.UIBC.CUP of Bakers and Confectioners“ zeigen die Teilnehmer der<br />

Wettbewerbe handwerkliche Meisterleistungen live auf der Leitmesse.<br />

Noch zwei Monate bis zum großen Wiedersehen<br />

der backenden Branche auf<br />

der iba. Neben Netzwerken und Austausch<br />

stehen vor allem vier Fokusthemen im Vordergrund,<br />

die die Pfeiler des Events bilden:<br />

Handwerk, Digitalisierung, Food Trends<br />

und Nachhaltigkeit. Dabei wird das Thema<br />

Handwerk nachfolgend näher unter die<br />

Lupe genommen. Alle Informationen zu Produkten,<br />

Ausstellern, Events am Stand, Neuheiten<br />

und Programmpunkte, die das Fokusthema<br />

betreffen, können Teilnehmer im<br />

iba.UNIVERSE (universe.iba-tradefair.com/de)<br />

entdecken.<br />

Auf Handwerkstour: Zentralverband<br />

des Deutschen Bäckerhandwerks<br />

Handwerk ist eines der Fokusthemen der iba <strong>2023</strong>. (Bild: GHM)<br />

Am Stand 230 in der Halle A4 gibt der Zentralverband<br />

des Deutschen Bäckerhandwerks<br />

einen Einblick in die deutsche Brotkultur<br />

und deren Tradition. „Das Bäckerhandwerk<br />

ist beliebt und beständig. Gerade<br />

in der heutigen Zeit schätzen die Menschen<br />

die Besinnung auf traditionelle Handwerkskunst,<br />

gepaart mit Innovationen und regionalen<br />

Rohstoffen“, betont Michael Wippler,<br />

Präsident des Zentralverbandes des Deutschen<br />

Bäckerhandwerks e.V. „Auf der iba<br />

finden Handwerksbäcker viel Inspirationen<br />

und Austausch mit der weltweiten Backbranche.<br />

Besonders geeignet ist dafür der<br />

Tag der Bäcker und Konditoren am Messe-<br />

Mittwoch, den 25. Oktober“, sagt Michael<br />

Wippler. Des Weiteren informiert der Zentralverband<br />

an seinem Stand über die Leistungen<br />

des Verbandes und die Vorteile einer Innungsmitgliedschaft.<br />

Dazu zählen beispielsweise<br />

die politische Interessenvertretung,<br />

die Nachwuchskampagne Back dir deine Zukunft<br />

sowie die neue Azubi-App.<br />

Darüber hinaus bietet der Zentralverband<br />

täglich zwei geführte ca. zweistündige Messetouren<br />

zum Thema Handwerk an. Besucher<br />

können sich zudem beim Verbund der<br />

Akademien des Deutschen Bäckerhandwerks<br />

(ADB) über die neuesten Aus- und Weiterbildungen<br />

informieren. Das Angebot erstreckt<br />

sich über aktuelle Meisterkurse bis hin zu internationalen<br />

Fortbildungen wie dem Certified<br />

Bread-Sommelier oder dem Diploma in<br />

German Bread Baking. In der iba.ACADEMY<br />

(Halle A4, Stand 430) können Interessierte<br />

ihr Wissen erweitern und sogar direkt anwenden:<br />

Unter Anleitung von Fachlehrern<br />

der Bundesakademie Weinheim können<br />

Besucher an praktischen Kursen in englischer<br />

Sprache teilnehmen und Brezen und<br />

Stollenkonfekt herstellen. Mehr Informationen<br />

unter: www.iba-tradefair.com/messe/<br />

highlights/iba-academy<br />

Ein Einblick in die Hallen A3 und A4:<br />

Robotik, KI, Kuvertüre & Start-ups<br />

Die beiden Handwerkshallen A3 und A4 befinden<br />

sich nebeneinander. Hier präsentieren<br />

Aussteller eine Vielfalt von Produkten.<br />

Wolf ButterBack (Halle A3, Stand 371) beispielsweise<br />

stellt Croissant-Varianten und<br />

Plundergebäcke sowie innovative Snackideen<br />

aus und lädt zum Verkosten ein. Delta<br />

Bäckereimaschinen Wilhelm Hölscher hat<br />

seine Neuheiten der Deltamatic Wassermisch-<br />

und Dosiergeräte am Stand 521 in<br />

Halle A3 dabei. BÄKO (Halle A3, Stand 350)<br />

stellt einen Mix aus digitalen und KI-gestützten<br />

Produkten zur Optimierung betrieblicher<br />

Prozesse sowie Technik- und<br />

Ausstattungsneuheiten vor. Um Digitalisierung<br />

im Handwerk dreht es sich unter anderem<br />

auch am Stand von Boyens Backservice<br />

in der Halle A3, Stand 110: „Kollege<br />

Roboter“ ist live in Aktion zu sehen<br />

und zeigt, wie er wiederholende Routinen<br />

erledigt – wie etwa das Veredeln von<br />

Feingebäcken mit Gelee oder Marmelade.<br />

36 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


IBA <strong>2023</strong> · MESSEN<br />

(Bild: AdobeStock/emuck)<br />

In Halle A4 geht es schokoladig weiter: Jacobi<br />

Decor (Halle A4, Stand 426) bietet von Kuvertüre<br />

aus Carma Schokolade über Fondant<br />

und Decorartikel eine ganze Palette für Konditorei-<br />

und Backwaren an. Ein besonderes<br />

Verfahren zum Schneiden und Formieren der<br />

Teiglinge namens „PANEOTRAD ® “ zeigt der<br />

französischer Hersteller Bongard (Halle A4,<br />

Stand 110). Ein paar Schritte weiter befindet<br />

sich die neue iba.START UP AREA supported<br />

by Puratos. Hier stellen nationale und<br />

internationale Start-ups die neuesten Innovationen<br />

über alle Bereiche hinweg vor. Einige<br />

Start-ups bieten dabei auch speziell für<br />

das Handwerk Ideen und Lösungen an. Die<br />

Baguette Academy beispielsweise stellt ihr<br />

Repertoire an Fachkursen vor: vom Pain au<br />

Chocolat über Brioche und französischem<br />

Baguette können Interessierte ihren Kurs<br />

buchen und online mit den Trainern durchführen.<br />

Print4Taste zeigt etwa einen neuen<br />

3D Lebensmittel-Drucker für Profis mittels<br />

Plug & Play Lösung. Digital mittels App und<br />

Webseite neue Kunden erreichen und einen<br />

Online-Shop einrichten? – Diese Idee präsentiert<br />

das Start-up Bakeronline.<br />

Spotlight Handwerk: Vorträge,<br />

Wettbewerbe und Siegerehrungen<br />

Vorträge rund um das Thema Handwerk finden<br />

Besucher im iba.FORUM und der iba.<br />

SPEAKERS AREA. Im iba.FORUM geht es<br />

etwa um Brotqualität durch Langzeitführung<br />

oder aktuelle Snack-Trends. Christoph<br />

Heger referiert in der iba.SPEAKERS AREA<br />

zu „Kill your darlings – Wie sich das Handwerk<br />

verändern muss“.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.iba-tradefair.com<br />

Optimaler Schutz<br />

NORD DRIVESYSTEMS auf der iba <strong>2023</strong><br />

Auf der iba <strong>2023</strong> zeigt NORD<br />

DRIVESYSTEMS vom 22.<br />

bis 26. Oktober <strong>2023</strong> sein großes<br />

Programm an innovativen<br />

Antrieben. Besonders im Fokus<br />

stehen die NORD-Lösungen für<br />

die hygienisch sensiblen Anwendungen<br />

im Bäckerei- und Konditorenhandwerk.<br />

IBA <strong>2023</strong>:<br />

Stand: B3 / 490<br />

Weitere Informationen:<br />

www.nord.com<br />

Bildquelle: NORD DRIVESYSTEMS<br />

innovative Ingredients<br />

für die Backindustrie<br />

Mit der Oberflächenveredelung nsd tupH bietet NORD einen leistungsstarken<br />

Korrosionsschutz für Getriebe, Glattmotoren, Frequenzumrichter und Motorstarter<br />

im washdown-optimierten Aluminiumgussgehäuse an.<br />

RAPS auf der iba <strong>2023</strong><br />

R<br />

APS, Experte für Gewürze<br />

und Geschmackskonzepte,<br />

präsentiert auf der Backwarenmesse<br />

iba in München sein neues,<br />

umfangreiches Ingredients-<br />

Sortiment für die Backwarenindustrie<br />

und Bäckereiketten.<br />

Im Mittelpunkt stehen zum einen<br />

gebrauchsfertige Füllungen<br />

und Toppings aus hochwertigen<br />

Rohstoffen, die verschiedenste<br />

Snack- und Backwaren wie zum<br />

Beispiel Strudel oder Schnecken<br />

aufwerten. Zum anderen bietet<br />

RAPS funktionelle, mikroverkapselte<br />

Inhaltsstoffe für optimierte<br />

Teig- und Produkteigenschaften.<br />

IBA <strong>2023</strong>:<br />

Stand: B4 / 254<br />

Weitere Informationen:<br />

www.raps.com<br />

Bildquelle: RAPS<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

37


VERPACKUNG · KONTROLL- UND PRÜFSYSTEME<br />

Anwesenheitskontrolle effizient gedacht<br />

Die neue Sensorserie 5B von Leuze detektiert Objekte zuverlässig und kosteneffizient<br />

Sensoren für die Anwesenheitskontrolle<br />

in Verpackungsprozessen müssen<br />

oft mehrere Anforderungen erfüllen: Objekte<br />

sollen zuverlässig detektiert werden, die<br />

Sensoren müssen einfach zu installieren<br />

und vor allem kosteneffizient sein. Dafür hat<br />

Leuze die neue Sensorserie 5B entwickelt.<br />

Sie überzeugt mit flexibler Handhabung bei<br />

hoher Wirtschaftlichkeit. Das sind oft ausschlaggebende<br />

Argumente, wenn in einer Anlage<br />

viele Sensoren benötigt werden. Leuze<br />

bietet die Sensoren als Reflexionslichtschranken,<br />

Einweglichtschranken und Lichttaster<br />

an. Die Serie 5B ist nach Schutzart<br />

IP 67 und ECOLAB zertifiziert.<br />

Schnell justiert und in Betrieb<br />

Mit ihrem kompakten Gehäuse (11 x 32,4 x<br />

20 Millimeter; B x H x L) eignen sich die<br />

Sensoren optimal bei beengten Einbausituationen.<br />

Sie lassen sich so beispielsweise<br />

dicht an Förderlinien installieren. Die Serie<br />

5B ist zudem montagekompatibel zur Vorgängerbaureihe.<br />

Das erleichtert die Modernisierung.<br />

Zu einer einfachen Montage tragen<br />

außerdem die Metalleinsätze<br />

mit M3-Gewinde bei. Die<br />

Konfiguration geht ebenfalls<br />

leicht von der Hand: Dank des<br />

nutzerfreundlichen Potentiometers<br />

können Anlagenbetreiber<br />

die Sensoren schnell justieren<br />

und jederzeit an sich ändernde<br />

Bedingungen anpassen. Über<br />

den homogenen und gut sichtbaren<br />

Lichtfleck sind die Sensoren<br />

komfortabel ausrichtbar.<br />

Verschiedene elektrische Anschlussmöglichkeiten,<br />

etwa per<br />

Kabel, M8-Stecker oder Pigtail, tragen zu<br />

maximaler Flexibilität bei. Ein weiterer Vorteil<br />

für Installation und Statusanzeige ist die<br />

rundum sichtbare 360°-LED-Anzeige.<br />

Detektiert auch Glänzendes<br />

Die Sensoren der Serie 5B erkennen selbst depolarisierende<br />

Objekte wie reflektierende, folienumschrumpfte<br />

oder glänzende Gegenstände<br />

zuverlässig. Die Einweglichtschranken arbeiten<br />

mit einer Schaltfrequenz von bis zu<br />

Sensor der neuen Serie 5B<br />

von Leuze.<br />

900 Hz und bieten damit eine hohe<br />

Leistung und Funktionsreserve. Die<br />

Reichweite beträgt bei dieser Variante<br />

bis zu 15 Meter, bei den Reflexionslichtschranken<br />

bis zu 6,5 Meter.<br />

Die Lichttaster arbeiten mit einer<br />

Schaltfrequenz bis zu 1.000 Hz.<br />

Nicht zuletzt hat man bei Leuze auch an den<br />

Schutz vor unerwünschten Zugriffen gedacht:<br />

Die Hell/Dunkel-Umschaltung des Schaltausgang<br />

ist manipulationssicher über die<br />

Verdrahtung möglich.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.leuze.com<br />

Bildquelle: Leuze<br />

Überzeugend wirtschaftlich: Die neue Sensorserie 5B<br />

von Leuze detektiert Objekte sehr zuverlässig und<br />

kosteneffizient. Zugleich punkten die Sensoren<br />

mit einer einfachen Handhabung.<br />

38 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


KONTROLL- UND PRÜFSYSTEME · VERPACKUNG<br />

Das Gehäuse des<br />

Metalldetektors Mitus ®<br />

lässt aus hygienischen<br />

Aspekten keine Wünsche offen.<br />

VERPACKUNGSMASCHINEN · VERPACKUNG<br />

Hochpräzise Metalldetektion<br />

MiWave Technologie reduziert Fehlauslesungen bei Salatdressings<br />

Produkte mit hoher Leitfähigkeit stellen<br />

heutige Metalldetektoren vor große Herausforderungen<br />

und reduzieren die erzielbaren<br />

Suchempfindlichkeiten deutlich. So<br />

auch bei einem deutschen Unternehmen,<br />

das u.a. Salatdressings für den Großhandel<br />

produziert. Um Fehlauslesungen zu reduzieren<br />

und damit die Produktivität zu steigern,<br />

hat das Unternehmen auf den Metalldetektor<br />

Mitus ® mit der flexiblen MiWave Modulation<br />

umgerüstet.<br />

Um die strengen Anforderungen zur Sicherung<br />

der Produktqualität optimal zu erfüllen,<br />

wurde ein bestehender Metalldetektor<br />

durch den Metalldetektor Mitus ® ersetzt.<br />

Der Kunde mit Sitz in Deutschland ist auf<br />

frisch geschnittenes Obst und Gemüse für<br />

den Großhandel spezialisiert. Ein Teil davon<br />

wird in eigenen Produkten wie Salatsoßen<br />

weiterverarbeitet. Bevor das fertiggestellte<br />

Salat dressing für die Kommissionierung<br />

freigegeben wird, erfolgt die Produktkontrolle<br />

auf metallische Fremdkörper. Aufgrund<br />

der flexiblen MiWave Modulation kann der<br />

Metalldetektor Mitus ® trotz höchstem Produkteffekt<br />

kleinste Fremdkörper entdecken<br />

und ausweisen.<br />

Das Unternehmen stellt Salatdressings für<br />

den Großhandel her. Physikalisch handelt es<br />

sich bei diesen Dressings um Salzlösungen,<br />

die eine hohe Leitfähigkeit aufweisen. Diese<br />

Leitfähigkeit stellte in der Vergangenheit<br />

die Metalldetektoren des Kunden vor große<br />

Herausforderungen, da diese das Magnetfeld<br />

des Detektors beeinflusst und somit das<br />

Signal von Fremdkörpern überdecken kann.<br />

Es kam immer wieder zu Fehlausschleusungen,<br />

welche die Produktivität erheblich eingeschränkten.<br />

Um diesen Prozess zu optimieren,<br />

entschied sich der Kunde für eine<br />

Umrüstung auf den Metalldetektor Mitus ®<br />

von Minebea Intec. Dieser ist mit der flexiblen<br />

MiWave ausgestattet. MiWave erzeugt<br />

eine Vielzahl von aufmodulierten Frequenzen<br />

im Sendesignal, die dann mittels eines<br />

intelligenten Algorithmus getrennt und ausgewertet<br />

werden können. Durch diese hohe<br />

Suchempfindlichkeit ist der Metalldetektor<br />

Mitus ® in der Lage, trotz höchstem Produkteffekt<br />

kleinste Metallkontaminationen zu<br />

entdecken und auszuweisen.<br />

Aber es ist nicht nur die hohe Suchempfindlichkeit,<br />

welche die Kunden überzeugt,<br />

sondern auch die einfache Handhabung des<br />

Metalldetektors. Das Bedienpanel führt Benutzer<br />

durch den Anlernprozess der Produkte<br />

und das User Management verwaltet die<br />

Nutzungsrechte der jeweiligen Bedieners.<br />

Auch im Hinblick auf die Reinigung kann<br />

der Metalldetektor Mitus ® durch glatte und<br />

geschlossene Oberflächen punkten. Sie ist<br />

so gestaltet, dass sämtliche Flüssigkeiten<br />

einfach abfließen können.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.minebea-intec.com<br />

Bildquelle: Minebea Intec<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

39


VERPACKUNG · VERPACKUNGSMASCHINEN<br />

Faltschachteln aus Karton<br />

sorgen für mehr Nachhaltigkeit<br />

Neue Schubert-Verpackungsmaschine für „PiCK UP!“ – den Keksriegel von Bahlsen<br />

Ob für den plötzlichen Hunger zwischendurch, die kleine Pause oder den sonntäglichen Kaffeetisch – mit einer großen<br />

Auswahl an Waffeln, Gebäck und Kuchen sorgt der in Hannover ansässige Gebäckhersteller Bahlsen seit über 130 Jahren<br />

für qualitativ hochwertigen Genuss. Damit die süßen Leckereien unbeschadet beim Verbraucher ankommen, arbeitet<br />

das Unternehmen schon seit mehreren Jahren mit dem Verpackungsmaschinenhersteller Schubert zusammen. Im<br />

vergangenen Frühjahr hat Bahlsen seinem Keksriegel „PiCK UP!“ nun ein Verpackungsupdate verordnet und dafür den<br />

bisherigen Maschinenpark um zwei Riegelpacker des Crailsheimer Unternehmens erweitert. Großer Vorteil: Die bisherigen<br />

Etikettenverpackungen konnten durch Faltschachteln aus Karton ersetzt werden.<br />

Genießen und Gutes für die Umwelt zu<br />

tun sind für Bahlsen keine Gegensätze.<br />

Neben der eigenen Verpflichtung zu Qualität<br />

und kontinuierlichen Innovationen hat<br />

der Gebäckhersteller daher auch das Thema<br />

Nachhaltigkeit in den Fokus seines Handelns<br />

gerückt. So arbeitet das Unternehmen<br />

weltweit mit sorgfältig ausgewählten Partnern<br />

zusammen, die bereits beim Anbau der<br />

Rohstoffe wie zum Beispiel Kakao oder Zucker<br />

verantwortungsvoll agieren. Neben den<br />

Zutaten spielt jedoch auch die Verpackung<br />

der Produkte eine entscheidende Rolle für<br />

nachhaltiges Handeln. Für „PiCK UP!“, den<br />

beliebten Schokoladenkeks, wünschte sich<br />

Bahlsen daher eine neue Verpackungsmaschine,<br />

die es ermöglicht, auf eine umweltfreundlichere<br />

Verpackung umzustellen.<br />

Weniger Kunststoff, mehr Karton für den<br />

schokoladigen Keksgenuss<br />

Der Keksriegel<br />

PiCK UP!“ wird durch<br />

das schonende Handling<br />

der Roboter während des<br />

Verpackungsprozesses vor<br />

Beschädigungen geschützt.<br />

Bisher wurden „PiCK UP!“-Riegel in<br />

Schlauchbeutel verpackt, gruppiert und mit<br />

Etiketten umklebt. Um nachhaltiger zu produzieren,<br />

sollte diese Sekundärverpackung<br />

zukünftig durch Faltschachteln aus Karton<br />

ersetzt werden. Bahlsen suchte deshalb<br />

nach einer neuen Automatisierungslösung,<br />

die vor allem die empfindlichen Keksriegel<br />

während des Verpackungsprozesses vor Beschädigungen<br />

und Bruch schützt. Außerdem<br />

entschied sich das Süßwarenunternehmen<br />

für dünnere Folien bei den Schlauchbeuteln,<br />

um über die Reduzierung der Folie Materialeinsparungen<br />

zu erreichen. Auch das<br />

sollte das Maschinen-Update handeln können.<br />

Hinzu kam: Unabhängig von den Anforderungen<br />

an die Verpackungsmaschine<br />

selbst hatte Bahlsen besondere Bedingungen<br />

hinsichtlich des Maschinenstandortes:<br />

Der Platz in der Produktion war durch viele<br />

Säulen und niedrige Decken sehr begrenzt,<br />

sodass ein kompakter schmaler Aufbau der<br />

Linie erforderlich war.<br />

Zwei vollautomatisierte, flexible<br />

Riegelpacker als Lösung<br />

Um die vielfältigen Herausforderungen zu<br />

meistern, wurde Schubert bei diesem Projekt<br />

in die Verpackungsentwicklung der Faltschachten<br />

mit einbezogen. So konnte der<br />

Verpackungsspezialist die neuen Verpackungen<br />

vor allem im Hinblick auf die Maschinengängigkeit<br />

bestmöglich optimieren. Beispielsweise<br />

wurden die Schachtelzuschnitte<br />

mit Rill- und Ritzlinien für das einfache<br />

und schnelle Aufrichten ausgeführt und die<br />

Auslegung der Zuschnitte verbessert. Als Ergänzung<br />

der bisherigen Produktionslinien<br />

Die neue Schubert-Anlage bei Bahlsen<br />

überzeugt vor allem durch ihre hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit.<br />

40 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


VERPACKUNGSMASCHINEN · VERPACKUNG<br />

112 Tonnen Kunststoff pro Jahr spart Bahlsen mit der neuen Verpackung seiner Keksriegel. Die Riegelpacker platzieren die Keksriegel äußerst präzise<br />

in die Verpackungskartons.<br />

entwarf Schubert seinem Kunden schließlich<br />

eine Verpackungsanlage mit zwei identischen<br />

Riegelpackern, die hintereinander<br />

aufgestellt sind, wenig Platz in der Halle verbrauchen<br />

und unabhängig voneinander parallel<br />

verpacken können.<br />

Dadurch läuft der gesamte Verpackungsprozess<br />

mit den wesentlichen Schritten Aufrichten,<br />

Befüllen und Verschließen jetzt<br />

vollautomatisiert in der Anlage ab. Durch<br />

die Robotertechnologie und den Einsatz des<br />

Transmoduls gewährleistet Schubert einen<br />

schnittstellenfreien Verpackungsprozess.<br />

Das schonende Produkthandling und der von<br />

Anfang bis Ende kontrollierte Ablauf steigern<br />

die Effizienz der Anlage und minimieren den<br />

Ausschuss. Gleichzeitig spart der Hersteller<br />

durch die neu gestalteten Faltschachteln<br />

und die dünneren Folien der Schlauchbeutel<br />

pro Jahr die stolze Menge von 112 Tonnen<br />

Kunststoff ein. Beides zusammen bringt<br />

Bahlsen einen großen Schritt in Richtung<br />

Nachhaltigkeit und kommt dem Wunsch der<br />

Konsumenten nach umweltfreundlicheren<br />

Verpackungen entgegen.<br />

Effiziente Prozesse in der Maschine:<br />

Roboter arbeiten Hand in Hand<br />

Bei der neuen Verpackungslösung werden die<br />

schon in Schlauchbeutel verpackten Keksriegel<br />

jetzt in den Riegelpackern, die jeweils<br />

aus drei Maschinengestellen bestehen, in die<br />

Sekundärverpackung gesetzt. Zunächst werden<br />

die flachen Zuschnitte über ein Magazin<br />

der Anlage zugeführt. Ein Roboter entnimmt<br />

formatabhängig bis zu sechs Zuschnitte aus<br />

dem Magazin und übergibt sie einem weiteren<br />

Roboter, der die Kartonagen aufrichtet.<br />

Im Anschluss werden die fertig gefalteten<br />

Schachteln auf den Transportroboter Transmodul<br />

gesetzt und weiter zur Befüllstation<br />

transportiert. Parallel werden die Snack-Riegel<br />

„PiCK UP!“ über eine Zuführung in den<br />

Prozess geschleust und vorgruppiert. Ein Roboter<br />

greift daraufhin mit einem Sauggreifer<br />

mehrere Riegel gleichzeitig und befördert<br />

eine jeweils vom Format abhängige vordefinierte<br />

Stückzahl in die offenen Schachteln.<br />

Das Transmodul fährt diese dann zum letzten<br />

Schritt, dem Verschließen. Dort werden die<br />

Verkaufsverpackungen in einem speziell auf<br />

niedrige Schachteln ausgelegten Prozess mit<br />

Laschenandrücker verschlossen.<br />

Doppeleffekt: Neuer Prozess ist zugleich<br />

nachhaltig und wirtschaftlich<br />

Die Umstellung auf Karton, dünnere Folien<br />

und eine neue Anlage verbessert nicht<br />

nur die Nachhaltigkeit, sondern ist zugleich<br />

auch sehr wirtschaftlich für Bahlsen.<br />

So kann die leistungsstarke Lösung bis zu<br />

850 Keksriegel pro Minute verarbeiten.<br />

Durch die hohe Arbeitspräzision der Roboter,<br />

welche die Keksriegel sehr genau in den<br />

Verpackungen platzieren, konnten die neuen<br />

Verpackungskartons so klein und niedrig<br />

wie möglich und damit ohne viel Leerraum<br />

gestaltet werden. Außerdem kann der Gebäckhersteller<br />

eine Vielzahl an Formaten für<br />

seine Spezialitäten verwenden: Umverpackungen<br />

mit acht verschiedenen Produktanordnungen<br />

sind möglich. Ein großer Formatwechsel<br />

ist nur bei einer anderen Packungsgrundfläche<br />

nötig und kann in nur 20 Minuten<br />

durchgeführt werden.<br />

Bahlsen ist mit der neuen Anlage mehr<br />

als zufrieden. Denn durch die Vielzahl an<br />

Schachtelformaten und -höhen und die Fähigkeit<br />

der robotergestützten Maschinen,<br />

eine Überkapazität von bis zu zehn Prozent<br />

aus dem Vorprozess zu verarbeiten, überzeugt<br />

die Lösung nicht nur durch Nachhaltigkeit,<br />

sondern auch durch Flexibilität und<br />

Effizienz. Dass eine Maschine mit so hoher<br />

Leistung von Schubert für einen herausfordernden<br />

Standort konstruiert wurde, weiß<br />

das Unternehmen ebenso zu schätzen. Das<br />

berichtet auch Ulrike Arnold, Projektleiterin<br />

bei Schubert: „Das Design der Anlage war<br />

knifflig, viele Säulen und niedrige Decken<br />

schränken den Platz ein und das Ergebnis<br />

ist dennoch eine Anlage, die die hohen Anforderungen<br />

erfüllt.“<br />

Weitere Informationen:<br />

www.schubert.group<br />

Bildquelle: Gerhard Schubert GmbH<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

41


VERPACKUNG · VERPACKUNGSDESIGN<br />

Eine neue Generation<br />

recyclebarer Kunststofffolien<br />

Verpackungshersteller investiert in Hosokawa Alpine MDO-Technologie<br />

Der polnische Verpackungshersteller ERG S.A. mit Stammsitz in Dąbrowa Górnicza hat erstmals in eine moderne 7-Schicht-<br />

Anlage mit inline MDO (Machine Direction Orientation) von Hosokawa Alpine investiert. Seit August 2022 ist sie in Betrieb<br />

und unterstützt das Unternehmen in seiner Vision, nur noch vollständig recyclebare Kunststofffolien herzustellen.<br />

Zusätzlich zu den positiven Umwelteffekten konnte die Anlage die Produktionskapazität um 30 Prozent erhöhen.<br />

Die Hosokawa Alpine MDO-Technologie<br />

ist ein entscheidender Baustein für<br />

die Herstellung von leistungsstarken Monomaterialverbunden<br />

aus Polyethylen. In der<br />

Vergangenheit mussten zur Generierung bestimmter<br />

Produkteigenschaften Verbundstoffe<br />

aus verschiedenen Materialien produziert<br />

werden, die sich nicht vollständig<br />

recyclen lassen. Ein nachhaltigeres Konzept<br />

sind Verpackungslösungen aus reinen<br />

Polyethylen-Verbunden. Diese entsprechen<br />

dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft, da sie<br />

nach dem originären Gebrauch vollständig<br />

recycelt und ohne Materialverlust für Endprodukte<br />

wiederverwendet werden können.<br />

„Unsere Vision und Mission ist die nachhaltige<br />

Entwicklung und Produktion innovativer<br />

Verpackungen, die die Bedürfnisse unserer<br />

Kunden erfüllen und gleichzeitig die<br />

negativen Auswirkungen auf die Umwelt minimieren“,<br />

betont Tomasz Gwizda, kaufmännischer<br />

Leiter von ERG. Dabei kann das Unternehmen<br />

auf 120 Jahre geballte Erfahrung<br />

zurückgreifen. Heute stellt es verschiedene<br />

Arten von Folien her, darunter Folien aus PE-<br />

Verbunden oder EVOH, vollständig recycelbare<br />

Folien oder Full-PE-Folien. Für Letztere<br />

nutzt ERG die neue 7-Schicht-Anlage mit<br />

inline MDO von Hosokawa Alpine.<br />

Passgenaue Anlagenkonzeption<br />

und hohe Folienqualität<br />

„Mehr als 100 MDOs von uns sind inzwischen<br />

weltweit im Einsatz“, erzählt Richard<br />

Hausner, Sales Manager Polen im Bereich<br />

Blasfolie bei Hosokawa Alpine. Gemeinsam<br />

mit den Kunden entwirft Hosokawa Alpine<br />

die jeweilige MDO-Blasfolienanlage passgenau<br />

für die gewünschte Folienproduktion,<br />

exakt auf die Bedürfnisse des Kunden<br />

zugeschnitten. „Das war auch bei ERG der<br />

Fall und ist ein Geheimnis für unseren Erfolg.<br />

Das andere ist die Qualität der MDO-<br />

Folien“, so Hausner. Sie zeichnet sich durch<br />

hervorragende Verarbeitbarkeit, optimierte<br />

Planlage und keine hängenden Kanten aus.<br />

Dafür sind die MDOs von Hosokawa Alpine<br />

mit drei einzigartigen Merkmalen ausgestattet:<br />

Die TRIO-Technologie (Trim Reduction<br />

for Inline Orientation) für beste Planlage<br />

und Rollenzylindrizität, die flexible Einstellung<br />

des Reckspalts zur Reduzierung der<br />

Einschnürung und die einzigartige Vakuumtechnologie<br />

für beste Planlage und hervorragende<br />

Prozessstabilität.<br />

Die neue 7-Schicht-Anlage mit inline MDO (Machine Direction Orientation) von Hosokawa Alpine bei ERG in Polen.<br />

Die Hosokawa Alpine MDO-Technologie basiert<br />

auf monoaxialem Recken von Blasfolien.<br />

Dabei wird die Folie zwischen zwei Walzen<br />

gezogen, die sich mit unterschiedlicher<br />

Geschwindigkeit drehen. Je nach Anwen-<br />

42 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


VERPACKUNGSDESIGN · VERPACKUNG<br />

Die Hosokawa Alpine MDO-Technologie basiert auf<br />

monoaxialem Recken von Blasfolien. Dabei wird die<br />

Folie zwischen zwei Walzen gezogen, die sich mit<br />

unterschiedlicher Geschwindigkeit drehen. Zusätzlich<br />

zu den positiven Umwelteffekten konnte die MDO-Anlage<br />

von Hosokawa Alpine die Produktionskapazität bei<br />

ERG um 30 Prozent erhöhen.<br />

dung läuft die Folie über acht bis zwölf Walzen,<br />

davon zwei Reckwalzen. Nach dem Aufheizen<br />

auf die optimale Temperatur wird die<br />

Folie in der Reckphase auf das gewünschte<br />

Verhältnis gebracht. Durch den Reckvorgang<br />

wird die Foliendicke reduziert, während die<br />

optischen und mechanischen Eigenschaften<br />

verbessert werden. Dazu gehören beispielsweise<br />

Barriereeigenschaften, Transparenz<br />

oder die Bearbeitungsfähigkeit. „Der Rohstoffbedarf<br />

kann mit dieser Technologie ressourcenschonend<br />

reduziert und die Effizienz<br />

gesteigert werden“, erklärt Hausner. Die<br />

beim Recken entstandenen Spannungen<br />

werden in der anschließenden Temperphase<br />

reduziert. Abschließend kühlt die Folie ab<br />

und gleicht den thermischen Schrumpf aus.<br />

„Unsere Verbundfolien auf Basis von MDO-<br />

Full-PE Folien und einer Siegelschicht aus<br />

LDPE – auch in einer Hochbarriere-Version<br />

für Gase – erfüllen alle Anforderungen einer<br />

modernen Kreislaufwirtschaft und sind<br />

zu 100 Prozent mechanisch recycelbar“,<br />

schwärmt Gwizda.<br />

PE-MDO-Folie ersetzt<br />

BOPET- und BOPP-Folien<br />

Ein mit der MDO-Anlage hergestelltes Produkt,<br />

das ERG seinen Kunden anbietet, ist<br />

die PE-MDO-Folie Premium. Sie ist je nach<br />

Ausführung eine sieben- oder vierzehnschichtige<br />

Folie zum Bedrucken und Laminieren.<br />

Als Alternative zu LDPE-Verbunden<br />

mit BOPET- und BOPP-Folien ist sie als Monomaterialverpackung<br />

zu 100 Prozent recyclebar.<br />

„Aufgrund ihrer einzigartigen mechanischen<br />

Eigenschaften ermöglicht die<br />

Folie sowohl den Oberflächen- als auch den<br />

Zwischenlagendruck im Flexo-, Offset- und<br />

Digitaldruck“, so Gwizda. Zudem verleihe<br />

die MDO-Technologie der Folie durch die<br />

spezifische Anordnung der Polymerketten<br />

mehrere Eigenschaften mit explizitem Mehrwert:<br />

sowohl eine höhere Steifigkeit, Transparenz<br />

und Haltbarkeit als auch eine geringere<br />

Durchlässigkeit für Wasserdampf und<br />

Gase. Je nach Auswahl der Rohstoffe können<br />

MDO-PE-Folien in verschiedenen Versionen<br />

hergestellt werden, die sich zusätzlich<br />

durch eine wesentlich höhere Temperaturbeständigkeit<br />

auszeichnen. Sie werden<br />

hauptsächlich in der Verpackung von<br />

Lebensmitteln eingesetzt.<br />

Mit der neuen MDO-Anlage von Hosokawa<br />

Alpine und dem eigenen Labor zur Forschung<br />

und Entwicklung neuer Folientypen<br />

sieht sich ERG derzeit bestens aufgestellt<br />

für die Herausforderungen aktueller Zukunftstrends.<br />

„Wer all die Vorteile der MDO-<br />

Technologie nutzen und eine zukunftsfähige<br />

Anlage installieren möchte, kommt um<br />

Hosokawa Alpine und die über 25 Jahren<br />

Erfahrung nicht herum“, schließt Gwizda.<br />

Autorin:<br />

Susanne Schwenk, Project Manager Marketing,<br />

Hosokawa Alpine AG<br />

POWTECH <strong>2023</strong>:<br />

Stand: 4A / 4A-239<br />

Weitere Informationen:<br />

www.hosokawa-alpine.de<br />

Bildquelle: Hosokawa Alpine<br />

Packaging & Processing of<br />

Sicher. Nachhaltig.<br />

Aus einer Hand.<br />

Portionieren, slicen und verpacken Sie Frischfleisch,<br />

Wurst, Schinken und Käse effizient und prozesssicher.<br />

Gesteuert über die zentrale MULTIVAC Line Control und<br />

mit digitaler Unterstützung der MULTIVAC Smart Services.<br />

Unser Engineering-Know-how eröffnet Ihnen über die<br />

ganze Prozesskette hinweg weitere Einsparpotenziale:<br />

z. B. beim Zuführen, Beladen, Kennzeichnen, Prüfen und<br />

Kartonieren. Mit nur einem Ansprechpartner für Beratung,<br />

Projektierung, Wartung, Service und Schulung.<br />

www.multivac.com<br />

Besuchen Sie uns:<br />

SÜFFA Stuttgart, 21.-23. Oktober <strong>2023</strong><br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

43


VERPACKUNG · VERPACKUNGSDESIGN<br />

Nachhaltige Verpackungen<br />

die Kaffeebohnen frisch halten<br />

Materialinnovationen im Verpackungssektor<br />

In der Lebensmittelbranche ist Nachhaltigkeit der drängendste Verpackungstrend. Darum dürften die herkömmlichen Aluminiumverpackungen<br />

für geröstete Kaffeebohnen früher oder später vom Markt verschwinden. Heute sind bereits weit<br />

nachhaltigere Verpackungen möglich, die die vielfältigen Anforderungen alle abdecken. Sie verbinden die nötige Funktionalität<br />

mit der gewünschten Recycelbarkeit oder – im Falle papierbasierter Verpackungen – mit Repulpierbarkeit.<br />

enn es um Verpackungen geht, ist die<br />

W Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit<br />

und zur Kreislaufwirtschaft ein drängendes,<br />

gesamtgesellschaftliches Anliegen. Gesetzgeber<br />

und Konsumenten treiben es ebenso<br />

voran wie Brand Owner und Verarbeiter. Das<br />

erklärte Ziel: die zirkuläre Verpackungswirtschaft.<br />

So verändern derzeit etliche Trends<br />

und Anforderungen den Verpackungsmarkt:<br />

erneuerbare Rohstoffquellen, Reduktion des<br />

Verpackungsmaterials, geringere CO 2<br />

-Emissionen,<br />

Monolayer-Ansätze, Recycelbarkeit, Repulpierbarkeit<br />

und biologische Abbaubarkeit –<br />

um nur einige zu nennen. Eine Herausforderung<br />

sind dabei allerdings die unterschiedlichen<br />

Regularien in den jeweiligen Ländern<br />

und Regionen, wobei die Ziele letztlich weltweit<br />

dieselben sind: Lebensmittel sollen haltbarer<br />

gemacht und Abfälle vermieden werden.<br />

Problematische Aluminiumbeutel<br />

Seit vielen Jahren gehören laminierte Beutel<br />

mit einer Aluminiumschicht zu den gängigsten<br />

Verpackungen für geröstete Kaffeebohnen.<br />

Allerdings macht die Aluminiumschicht<br />

dieser Multilayer-Verpackungen ein<br />

mechanisches Recycling unmöglich. Zudem<br />

ist die Aluminiumgewinnung äußerst energieaufwendig.<br />

Darum werden heute nachhaltigere<br />

Alternativen zu den gängigen Hüllen<br />

für Kaffeebohnen entwickelt. Für diese<br />

neuen, umweltfreundlichen Verpackungslösungen<br />

ist es allerdings unverzichtbar,<br />

dass sie die Bohnen auf vergleichbare Weise<br />

schützen – und über eine ähnliche Barrierewirkung<br />

gegenüber Sauerstoff, Feuchtigkeit<br />

und Aromen verfügen. Die sechs folgenden<br />

Innovationen für Bohnenkaffee bringen<br />

beide Ziele in Einklang.<br />

1. Konzept: Polyolefin-Folie, mit<br />

modifiziertem Polyvinylalkohol beschichtet<br />

Mögliche Struktur für dieses Verpackungskonzept:<br />

biaxila orientiertes Polypropylen<br />

(BOPP) / EXCEVAL-Beschichtung /<br />

laminiertes Cast-Polypropylen.<br />

Kuraray entwickelt<br />

biobasiertes, hochbarrierefähiges,<br />

recycelbares<br />

Granulat für die Papierbeschichtung.


Weil Polypropylen, die innere Schicht des Beutels,<br />

keine ausreichenden Gasbarriereigenschaften<br />

hat, kommt eine Zwischenschicht<br />

aus EXCEVALzum Einsatz. Dies ist ein halogenfreier,<br />

hydrophob modifizierter Polyvinylalkohol<br />

(PVOH). Kuraray hat dieses Material<br />

entwickelt, um die Wasserresistenz von<br />

PVOH zu verbessern. Eine Beschichtung mit<br />

EXCEVAL stellt eine wirkungsvolle Gasbarriere<br />

gegenüber Sauerstoff, Stickstoff und<br />

Kohlendioxid dar – selbst bei erhöhter relativer<br />

Luftfeuchtigkeit. Bereits eine Beschichtung<br />

von nur 1 gsm mit diesem halogenfreien,<br />

hydrophob modifizierten Polyvinylalkohol<br />

sorgt für die erforderliche Gasbarriere. Da diese<br />

Schicht einen Anteil von weniger als 5 Prozent<br />

am Verpackungsmaterial hat, wird diese<br />

Verpackung als Monomaterial eingestuft. Entsprechend<br />

lässt sich diese Folie in den Polyolefin-Recycling-Strom<br />

geben.<br />

2. Konzept: Papierbeutel, mit modifiziertem<br />

Polyvinylalkohol beschichtet<br />

Mögliche Struktur für dieses Verpackungskonzept:<br />

Papier / Feuchtigkeitsbarriere-<br />

Beschichtung / EXCEVAL-Beschichtung /<br />

Heißsiegel-Beschichtung.<br />

Hier fungiert die dünne, EXCEVAL-Beschichtung<br />

als Sauerstoff- und Aromabarriere<br />

für eine papierbasierte Kaffeeverpackung.<br />

Der modifizierte Polyvinylalkohol wird mit<br />

herkömmlichen Beschichtungsanlagen aufgebracht.<br />

Als Heißsiegelbeschichtung im Innern<br />

dienen üblicherweise Dispersionen von<br />

Polyolefin oder anderen Polymeren. Diese Papierstrukturen<br />

sind in herkömmlichen Papierfabriken<br />

problemlos repulpierbar. Damit folgen<br />

solche Verpackungen einem Technologieansatz,<br />

der sich in der Papierindustrie bereits<br />

seit vielen Jahren bewährt hat.<br />

3. Konzept: Vakuum-metallisierte<br />

PP-Folienverpackung mit EVOH<br />

Mögliche Struktur für dieses Verpackungskonzept:<br />

Vakuum-metallisiertes EVAL<br />

EVOH-BOPP / laminiertes Cast-Polypropylen.<br />

EVAL ist der Markenname der Ethylen-Vinylalkohol-Copolymere<br />

(EVOH), die Kuraray produziert.<br />

Es stellt eine wirkungsvolle Barriere<br />

für Aromen, Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit<br />

dar. Die EVAL-Folie wird zusammen mit widerstandsfähigem<br />

biaxial orientiertem Polypropylen<br />

(BOPP) co-extrudiert. Das auflaminierte,<br />

einfache Cast-Polypropylen stellt dann die<br />

Siegelschicht für das Innere des Folienbeutels<br />

dar. Dabei ist das EVOH eine äußerst zuverlässige<br />

Aroma- und Sauerstoffbarriere – und ein<br />

hervorragendes Substrat für die Aufdampfung<br />

einer nur dünnen Schicht von Aluminium im<br />

Vakuum. Die Verringerung der Aluminiummenge,<br />

die auf der Folie abgeschieden wird, macht<br />

diese Verpackung recyclingfähig. So betrachten<br />

einige Recycling-Richtlinien solch eine Verpackung<br />

als recycelbares Monomaterial.<br />

4. Konzept: VM-Folienverpackung<br />

mit PE, EVOH und MDO-PE-Film<br />

Mögliche Struktur für dieses<br />

Verpackungskonzept: Polyethylen /<br />

Vakuum-metallisiertes EVOH-MDO-PE.<br />

Bei dieser Verpackung ist der oben beschriebene<br />

Monomaterial-Ansatz beibehalten. Nur<br />

kommt zusammen mit dem EVALEVOH diesmal<br />

nicht Polypropylen, sondern Polyethylen<br />

zum Einsatz. Wobei die innere Siegelschicht<br />

aus Polyethylen besteht. Die Vakuummetallisierung<br />

wird auf die EVAL EVOH Schicht aufgebracht<br />

und in Maschinenrichtung orientiertes<br />

Polyethylen (MDO-PE) auflaminiert. Im Maschinenbau<br />

hat sich die Technologie zur Fertigung<br />

von Multilayer-Folien in den vergangenen<br />

Jahren stark weiterentwickelt. Dies macht einen<br />

Multilayer-Film mit MDO-PE zu einer interessanten<br />

Alternative. Neben dem Verzicht auf<br />

Aluminiumfolie und der Einschätzung als Monomaterial<br />

in vielen Recycling-Richtlinien ist<br />

der große Pluspunkt dieses Konzepts, dass die<br />

Verpackung in den fortschrittlichsten Polyethylen-Recyclingstrom<br />

gelangt.<br />

5. Konzept: Repulpierbare und recyclingfähige<br />

Papierverpackung mit Bio-Polymer<br />

Mögliche Struktur für dieses Verpackungskonzept:<br />

Papier / PLANTIC-Folie /<br />

Siegelschicht aus z.B. PE, PBS oder PBAT.<br />

Das Bio-Polymer PLANTIC ist ein Film aus<br />

thermoplastischer Stärke, den Kuraray bis zu<br />

80 Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen fertigt.<br />

Somit ist PLANTIC industriell sowie im<br />

Haushalt biologisch abbaubar und kompostierbar.<br />

Damit hat dieses Material in den USA<br />

die Recyclingzertifizierung erreicht. Durch seine<br />

hohe Gasbarrierewirkung ermöglicht das<br />

Bio-Polymer Verpackungen, die Aromen erhalten<br />

und Sauerstoff wirksam ausschließen –<br />

auch bei Papierverpackungen. Bei diesem<br />

Konzept ist die PLANTIC-Folie dem Papier<br />

innen auflaminiert. Darauf gibt es eine weitere<br />

innere Siegelschicht, die zugleich als Feuchtigkeitsbarriere<br />

fungiert – etwa aus Polyethylen,<br />

Polybutylen-Succinat oder Polybutylenadipat-terephthalat.<br />

Da PLANTIC wasserlöslich<br />

ist lässt sich die Papierverpackung später<br />

problemlos repulpieren und recyclen. Ein<br />

Kaffee röster in Südkorea setzt diese Verpackung<br />

bereits sehr erfolgreich ein.<br />

6. Konzept: Folienbeutel aus<br />

kompostierbaren Kunststoffen<br />

Mögliche Struktur für dieses<br />

Verpackungskonzept: Bio-Polymere wie<br />

etwa PBS, PLA, PBAT werden auf eine<br />

PLANTIC-Folie laminiert.<br />

Dieser Ansatz nutzt zwar ein Multilayer-Konzept,<br />

aber alle Materialien sind Bio-Polymere.<br />

Dabei besteht der Kern der Verpackung aus<br />

einer PLANTIC-Folie, der innen wie außen<br />

weitere Bio-Polymere auflaminiert sind. Durch<br />

die Kombination dieser Materialien werden der<br />

Verpackung alle erforderlichen Eigenschaften<br />

verliehen. Diese weiteren Bio-Polymere können<br />

beispielsweise Polybutylen Succinat (PBS),<br />

Polylactic Acid (PLA) oder Polybutylenadipatterephthalat<br />

(PBAT) sein. Bis <strong>2023</strong> müssen<br />

alle EU-Mitgliedsstaaten die Sammlung organischer<br />

Abfälle einführen, und die hier beschriebenen<br />

Materialkombinationen sind vollständig<br />

kompostierbar, sie sollten in diesen organischen<br />

Recyclingströmen erlaubt sein.<br />

Fazit: Nachhaltigkeit durch innovative<br />

Materialkombinationen<br />

Die Beispiele zeigen, dass es möglich ist, die<br />

Funktionalität einer Verpackung aufrechtzuerhalten<br />

und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeit<br />

zu erhöhen: durch geringeren Materialeinsatz,<br />

Recyclingfähigkeit, Repulpierbarkeit oder<br />

Kompostierbarkeit. Innovative Materialkombinationen<br />

eröffnen vielfältige Möglichkeiten für<br />

umweltschonende Verpackungskonzepte.<br />

Autorin:<br />

Dr. Bettina Plaumann, Head of Communications<br />

and Marketing, Kuraray Europe<br />

Weitere Informationen:<br />

www.kuraray.eu<br />

Bildquelle: Kuraray<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

45


VERPACKUNG · CODIEREN/ETIKETTIEREN<br />

fliegender Rollenwechsel<br />

auf Etikettieranlagen<br />

Verfahren zum automatischen Spleißprozess am Ende einer Etikettenrolle<br />

Bei Etikettieranlagen für Rollenetiketten mit mittlerer und hoher Etikettierleistung ist heute in allen Branchen der<br />

produktetikettierenden Industrie ein Rollenwechsel ohne Maschinenstillstand unerlässlich. Nur so können teure Maschinenstillstandszeiten<br />

in Abfüll- und Etikettieranlagen vermieden und eine hohe Effizienz der Anlagen erreicht werden.<br />

Ein permanenter Rollenwechsel ist aber selbst bei Etikettiermaschinen mit geringer Leistung erforderlich. So<br />

enthalten Rollen der vielfach verwendeten Booklet-Etiketten wegen der Dicke häufig nur 500 Stück oder weniger.<br />

Die Folge sind unzählige Unterbrechungen des Etikettiervorgangs, sowie ein hoher Personalbedarf an der Maschine.<br />

Das neue JetSplice ® -Verfahren schafft hier Abhilfe.<br />

Um trotz des Rollenwechsels ein unterbrechungsfreies<br />

Etikettieren sicherzustellen,<br />

werden in Etikettieranlagen häufig<br />

doppelte Etikettenspendesysteme eingebaut.<br />

Dadurch entstehen aber deutlich höhere<br />

Investitionskosten, zum einen an den<br />

Systemen selbst und zum anderen durch<br />

den Mehraufwand für doppelte Codier- und<br />

Kontrolleinrichtungen. Nicht zuletzt benötigen<br />

solche gedoppelten Systeme viel Platz,<br />

der oft gar nicht vorhanden ist oder besser<br />

anders genutzt werden könnte.<br />

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der erhöhte<br />

Aufwand für Qualifizierung, Validierung<br />

und Funktionsprüfungen von Kontrolleinrichtungen<br />

in Bereichen mit hohen Sicherheitsanforderungen,<br />

sowohl bei der Maschineninstallation<br />

als auch im laufenden Betrieb.<br />

Bei Jetsplice ® wird der Anfang einer neu bereitgestellten<br />

Etikettenbahn durch das Spezialklebeband<br />

LabelLink ® am Ende der abgearbeiteten<br />

Etikettenbahn abgeschleppt<br />

und die beiden Bahnen in einem speziellen<br />

Spleißkopf überlappend verbunden. Das<br />

dafür erforderliche Spleißband LabelLink ®<br />

wird weltweit von unzähligen Etikettenherstellen<br />

für die Kunden bereits auf dem<br />

Rollenkern aufgebracht.<br />

Auf den verbundenen Etikettenbahnen entsteht<br />

keine Fehlstelle und der Etikettenabstand<br />

an der Spleißstelle entspricht präzise<br />

dem auf der Rolle vorgegebenen Etikettenabstand.<br />

Für das Verbinden der Etikettenbahnen<br />

sind keinerlei mechanisch oder optoelektronisch<br />

gesteuerte Bewegungen von<br />

Spleißkopf-Komponenten erforderlich. Der<br />

JetSplice ® -Spleißkopf ist daher technisch<br />

einfach und kostengünstig.<br />

Kein Stress beim Rollenwechsel<br />

Neben dem Spleißkopf erfordert das Verfahren<br />

eine Vorrichtung zur Aufnahme von<br />

zwei Etikettenrollen sowie zwei Spindeln<br />

zur Aufwicklung des Leerbandes an der Etikettiermaschine.<br />

Die Verpackungstechnik<br />

Jetter GmbH liefert dazu eine einfache Lösung,<br />

die bei herkömmlichen Etikettiermaschinen<br />

problemlos integriert werden kann.<br />

Technisch einfacher und<br />

kostengünstiger Spleißkopf<br />

Komplettes System mit<br />

Etiketten rollenhalterung mit<br />

Spleißkopf und Bandpuffer.<br />

Der gesamte Prozess lässt sich auch wesentlich<br />

einfacher und intelligenter implementieren.<br />

Und dazu noch sehr viel preisgünstiger<br />

und weniger „raumgreifend“. Die Lösung<br />

des Problems ist angelehnt an das seit<br />

vielen Jahren weltweit bewährte LabelLink ®<br />

Spleißverfahren der Verpackungstechnik<br />

Jetter GmbH. Auch das neue JetSplice ®<br />

Verfahren verbindet zwei Etikettenbahnen<br />

beim Rollenwechsel auf Etikettiermaschinen<br />

ohne jeglichen Maschinenstillstand.<br />

46 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


GREEN EFFICIENT <strong>TECHNOLOGIE</strong>S<br />

Gegebenenfalls ist bei Bandgeschwindigkeiten<br />

von mehr als 50 Metern in der<br />

Minute ein Etikettenband-Puffer<br />

erforderlich, um die Zugspannung auf<br />

das Trägerband zu reduzieren.<br />

Etikettenrollenhalterung für Arbeitsrolle (rechts) und Bereitstellungsrolle<br />

(links). Nach dem automatischen Spleiß wird die Bereitstellungsrolle<br />

in die Position der Arbeitsrolle gedreht.<br />

Mit der Vorrichtung zur Aufnahme von zwei<br />

Etikettenrollen wird vom Maschinenbediener<br />

während der Abarbeitung einer Etikettenrolle<br />

aus einer Arbeitsposition zu einem beliebigen<br />

Zeitpunkt eine neue Etikettenrolle bereitgestellt<br />

und der Anfang der neuen Etikettenbahn<br />

im Spleißkopf platziert. Nach dem<br />

automatisch erfolgten Bahnspleiß wird die<br />

angehängte Rolle aus der Bereitstellungsposition<br />

in die Arbeitsposition gebracht und<br />

die nächste Etikettenrolle für den nächsten<br />

Spleiß bereitgestellt. Dafür steht dem Maschinenbediener<br />

erneut die gesamte Zeitspanne<br />

zur Verfügung, in der die Rolle abgearbeitet<br />

wird. Der Maschinenbediener muss<br />

also nicht exakt zum Spleiß-Zeitpunkt an der<br />

Maschine eingreifen.<br />

Für die Aufwicklung des Leerbandes haben<br />

die Entwickler von JetSplice ein ähnliches<br />

Prinzip vorgesehen wie bei den zwei Wickelspindeln,<br />

sodass eine zeitlich unabhängige<br />

Entsorgung des Leerbandes möglich ist.<br />

JetSplice ® – Mehrwert für Anwender<br />

und Etikettiermaschinenhersteller<br />

Die Verpackungstechnik Jetter GmbH bietet<br />

Etikettiermaschinen-Herstellern die drei<br />

Komponenten des Spleißverfahrens, nämlich<br />

Abwicklung, Spleißkopf und Leerbandaufwicklung,<br />

zusammen an oder auch als<br />

einzelne Einheiten zur Integration auf ihren<br />

jeweiligen Etikettieranlagen.<br />

Die Komponenten stehen in zwei Standardgrößen<br />

für Bandbreiten bis 100 mm und<br />

Bandbreiten bis 200 mm, jeweils Ablaufrichtung<br />

links oder rechts, zur Verfügung.<br />

Die genauen Details zum Materialtransport<br />

müssen individuell mit dem Etikettiermaschinenhersteller<br />

abgestimmt werden.<br />

Für bestehende Etikettieranlagen in der Produktetikettierindustrie<br />

besteht die Möglichkeit,<br />

das Spleißverfahren in Form eines eigenständigen<br />

Aggregats neben der Etikettieranlage<br />

zu nutzen. Auch hier müssen<br />

Einzelheiten zum Materialtransport an die<br />

bestehende Anlage angepasst werden.<br />

Die Komponenten können nach Absprache<br />

mit dem Hersteller des Etikettierers als Einzelgerät<br />

auf einem separaten Grundgestell<br />

oder als Anbau direkt an den Etikettenspender<br />

gebaut werden. Die Abwickler und der<br />

Spleißkopf benötigen keine eigene Energieversorgung.<br />

Der Antrieb des Etikettenspenders<br />

ist hier ausreichend. Lediglich bei Spendegeschwindigkeiten<br />

ab 50 m/min wird ein<br />

Abzugsmotor mit Puffer benötigt. Diese Einheit<br />

ersetzt den Standardabwickler des Etikettenspenders<br />

und kann an alle Etikettenspender<br />

entsprechend angepasst werden.<br />

Autor:<br />

Jürgen Höfling, Fachjournalist<br />

Weitere Informationen:<br />

www.labellink.de<br />

Bildquelle: Verpackungstechnik Jetter GmbH und<br />

b+b Automations- und Steuerungstechnik GmbH<br />

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Prozesstechnologie<br />

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Photovoltaik, Windkraft, Bioenergie,<br />

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VERPACKUNG · CODIEREN/ETIKETTIEREN<br />

Null-Fehlertoleranz<br />

für Null-Kilometer-Getreide<br />

Meraner Mühle kennzeichnet Produktvielfalt mit Bluhm Systeme<br />

Über 20 verschiedene Getreidesorten verarbeitet die Meraner Mühle am Standort Lana in Südtirol. Das Familienunternehmen<br />

blickt auf eine über 600 Jahre alte Tradition zurück. Für ihre vielfältige Kundschaft, bestehend aus Bäckereien,<br />

Industrie sowie Groß- und Einzelhandel, kennzeichnet die Mühle ihre Produkte höchst individuell mit Hilfe mehrerer<br />

Etikettierer des Kennzeichnungsanbieters Bluhm Systeme.<br />

esonders stolz sind wir auf die Verarbeitung<br />

des regionalen Korns“,<br />

„B<br />

erklärt Armin Oberhollenzer, Marketingleiter<br />

der Meraner Mühle. Das „Null-Kilometer-Getreide“<br />

wird in Südtirol angebaut, vermahlen<br />

und verkauft. Dieses Herzensprojekt<br />

fördert die Meraner Mühle seit mehr als zehn<br />

Jahren. Am Standort Lana werden die Produkte<br />

in Säcke abgefüllt. In der Folge müssen<br />

neben Säcken und Kartons auch Paletten<br />

und Palettenfüße etikettiert werden.<br />

Sackkennzeichnung<br />

Die Absackmaschinen der Meraner Mühle<br />

produzieren etwa 900 Säcke pro Stunde. „Anschließend<br />

müssen die Mehlsäcke mit Mindesthaltbarkeitsdaten,<br />

LOT-Nummern, Artikelbeschreibungen<br />

und zweisprachigen Verarbeitungshinweisen<br />

gekennzeichnet werden“,<br />

erläutert Produktionsleiter Sebastian Obrist.<br />

Diese Aufgabe übernimmt ein Legi-Air 4050 E-<br />

Etikettierer von Bluhm. Das dort integrierte<br />

Druckmodul bedruckt das Etikett mit individuellen<br />

Daten und schiebt es auf den<br />

am unteren Ende des Spendehubs befestigten<br />

Spendestempel vor. Während die Mehlsäcke<br />

das Etikettiersystem passieren, fährt<br />

der Spendehub aus und ermittelt dabei automatisch<br />

die Produkthöhe. Er stoppt einige<br />

Millimeter oberhalb der Kartonage und<br />

bläst das Etikett berührungslos auf die unebene<br />

Oberfläche ab.<br />

Palettenkennzeichnung<br />

An der Palettierstation müssen folierte Paletten<br />

und Big Bags auf unterschiedlichen Höhen<br />

etikettiert werden. „Daher hat Bluhm<br />

Systeme die Palettenetikettierer auf höhenverstellbare<br />

Stative montiert“, zeigt sich<br />

Sebastian Obrist begeistert. Diese Hubwagen<br />

bewegen sich in einer Geschwindigkeit auf<br />

und ab, die keine Schutzabschrankung erfordert.<br />

Und auch die Etikettierer an sich benötigen<br />

aufgrund ihrer eigensicheren Bauart<br />

keinerlei Schutzzäune. Komplett eingehaust<br />

und mit automatischen Verschlussschiebern<br />

ausgestattet, sind sie gut geschützt gegen die<br />

staubige Produktionsumgebung der Mühle.<br />

Je nach Kundenwunsch und Zieldestination<br />

werden die Paletten individuell etikettiert.<br />

Manche Paletten sollen an einer Seite<br />

mit zwei verschiedenen Etiketten versehen<br />

werden, manche GS1-konform an zwei nebeneinanderliegenden<br />

Seiten, andere wiederum<br />

an drei verschiedenen Seiten. Der<br />

smarte AP 182 sorgt dafür, dass dies an einund<br />

derselben Packstraße erfolgen kann.<br />

Er lässt sich nämlich von jeder Palette individuell<br />

antriggern und aktiviert in Folge<br />

ein entsprechendes Bewegungsprofil. Dabei<br />

erreicht er Spitzengeschwindigkeiten von<br />

Palettenkennzeichnung<br />

mit Etikettierern<br />

von Bluhm Systeme<br />

48 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


PROZESSTECHNIK &KOMPONENTEN<br />

© AERZEN<br />

Folierte Paletten und Big Bags werden auf unterschiedlichen Höhen etikettiert.<br />

120 Paletten pro Stunde bei der zweiseitigen<br />

und 90 Paletten pro Stunde bei der dreiseitigen<br />

Kennzeichnung.<br />

Palettenfußetikettierung<br />

Am Standort Lana betreibt die Meraner Mühle<br />

ein vollautomatisches Hochregallager mit<br />

über 8.000 Palettenplätzen. Da kaputte Euro-<br />

Paletten beim Einlagern zu Problemen führen<br />

können, müssen alle Paletten im Vorfeld an<br />

der Palettenkontrollstation überprüft werden.<br />

Bei der Kontrolle werden sie gewogen und<br />

mit einer Artikelnummer versehen. Das ERP-<br />

System verschlüsselt diese Daten in einen<br />

QR-Code und zwei Barcodes. Diese Codes<br />

werden am Palettensockel befestigt, damit<br />

sie später im Lager jederzeit auslesbar sind.<br />

Diese Aufgabe übernimmt ein Etikettiergerät<br />

vom Typ Legi-Air 4050B-Electrical<br />

Swing. Es besitzt einen Schwenkarm, der im<br />

90 Grad-Winkel vor die Palette schwenken<br />

kann, und ermöglicht so eine besonders bequeme<br />

Vorderseitenetikettierung. Zudem<br />

verzichtet es als „All electric-Gerät“ auf kostenintensive<br />

Druckluft.<br />

Da Etiketten auf Holz schlechter haften als<br />

auf anderen Oberflächen, hat Bluhm eine<br />

Sonderlösung empfohlen: Zur besonders zuverlässigen<br />

Etikettierung wird der Sockel zunächst<br />

mit Leim besprüht. Anschließend<br />

bringt der Etikettierer das Label auf. Zu Kontrollzwecken<br />

scannt eine Kamera nun sofort<br />

die darauf befindlichen Codes: Null-Fehler-<br />

Toleranz für Null-Kilometer-Getreide.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.bluhmsysteme.com<br />

Bildquelle: Bluhm Systeme<br />

Die branchenumfassende Medien -<br />

plattform für Anbieter und Anwender<br />

in deutscher und englischer Sprache<br />

Exklusive Informationen rund um die<br />

Pumpen-, Kompressorenindustrie,<br />

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Vx150i Thermotransferdrucker<br />

mit TouchPad und<br />

Druckmustern.<br />

Effizienz erhöht bei SchlauchbeutelAnwendungen<br />

Dominos neuer Thermotransferdrucker Vx150i (TTO)<br />

Der Domino Printing Sciences (Domino)<br />

freut sich, die Einführung des neuen<br />

Vx150i Thermotransferdruckers (TTO) bekanntzugeben.<br />

Der Vx150i wurde zur Steigerung<br />

der Effizienz innerhalb von vertikalen<br />

und horizontalen Schlauchbeutelmaschinen<br />

für Lebensmittelverpackungslinien und weitere<br />

Industrieanwendungen entwickelt.<br />

Der neue Vx150i wurde in direkter Zusammenarbeit<br />

mit Kunden entwickelt, die über<br />

umfangreiche Erfahrungen mit TTO-Druckern<br />

und flexiblen Verpackungen verfügen. Ausfallzeiten<br />

aufgrund komplizierter Farbband-<br />

Antriebstechnologien und überhöhte Kosten<br />

aufgrund ineffizienter Farbband-Nutzung<br />

wurden dabei als Hauptprobleme erkannt.<br />

Der Vx150i wurde auf den Markt gebracht,<br />

um diesen Problemen zu entgegnen und<br />

wurde vor seiner Markteinführung umfangreichen<br />

Kundentests unterzogen.<br />

Zu den Testkunden gehörte unter anderem die<br />

„Woochun Foods Company“, ein bekannter Tofu-<br />

Hersteller und Lohnverpacker für viele führende<br />

koreanische Lebensmittelmarken. Die Verantwortlichen<br />

der „Woochun Foods Company“<br />

waren mit dem Drucker äußerst zufrieden und<br />

bestellten als erster Kunde einen Vx150i Thermotransferdrucker<br />

– und das bereits lange vor<br />

dem offiziellen Launch-Zeitpunkt.<br />

„Wir haben an fortgeschrittenen Tests im Zusammenhang<br />

mit dem Vx150i teilgenommen<br />

und waren von der Leistungsfähigkeit<br />

des Druckers begeistert“, sagt ein Sprecher<br />

der Woochun Foods Company. „Der Vx150i<br />

TTO-Drucker ist sehr einfach zu bedienen<br />

und lieferte konsistente, qualitativ hochwertige<br />

Drucke, selbst unter Verwendung des Farbbandsparmodus“,<br />

so der Zitatgeber weiter.<br />

Die Vx-Serie umfasst derzeit den Vx150i<br />

TTO-Drucker, der hochauflösende und maschinenlesbare<br />

Codes, Text und Grafiken bei<br />

branchenführenden Druckgeschwindigkeiten<br />

von bis zu sechs Drucken pro Sekunde<br />

bei einer maximalen Druckgröße von 53 x<br />

100 mm und einer Auflösung von 300 dpi<br />

auf flexible Verpackungsmaterialien aufbringt.<br />

Hersteller können auch die Vorteile<br />

zusätzlicher Leistungspakete für die Serialisierung,<br />

erweiterte Sicherheitskennzeichnung<br />

und Werbecodierung nutzen.<br />

Zudem wurde der Vx150i so optimiert, dass er<br />

bis zu 60 Prozent weniger Farbband pro Druck<br />

verbraucht, und vier Farbbandsparmodi besitzt,<br />

die für eine Vielzahl von Anwendungen<br />

geeignet sind und dazu beitragen, den Abfall<br />

und die Gesamtkosten pro Druck zu senken.<br />

Die extralange Farbbandrollenkapazität sorgt<br />

für längere Produktionsläufe, und das leichte,<br />

auf Kassetten basierende Farbbandladesystem<br />

ermöglicht einen schnelleren<br />

Farbbandwechsel, wodurch die Ausfallzeiten<br />

weiter minimiert werden. Darüber hinaus<br />

arbeitet er vollelektrisch und benötigt<br />

keine Druckluft, was den Energiebedarf<br />

und die Betriebskosten weiter senkt.<br />

„Steigende Produktionskosten in Verbindung<br />

mit Energie- und Rohstoffpreisen setzen<br />

die Lebensmittelhersteller unter Druck,<br />

von denen viele bereits mit sehr geringen<br />

Gewinnspannen arbeiten“, sagt Sharmil<br />

Ghouse, Global Head of TTO and P&A bei<br />

Domino. „Der Domino Vx150i Thermotransferdrucker<br />

wurde vor diesem Hintergrund<br />

entwickelt, um eine effiziente und kostengünstige<br />

Lösung für Lebensmittelhersteller<br />

zu bieten, die Schlauchbeutel und flexible<br />

Verpackungen bedrucken“, erklärt Sharmil<br />

Ghouse weiter.<br />

„Bei Domino sind unsere Forschungs- und<br />

Entwicklungsteams bestrebt, neue Produkte<br />

und Lösungen zu entwickeln, um<br />

die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen“,<br />

sagt Tony McNulty, Chief Product<br />

Officer bei Domino. „Unser Ziel bei der Entwicklung<br />

des Vx150i war es, einen Drucker<br />

für flexible Verpackungsmaterialien<br />

anzubieten, der kostengünstig und effizient<br />

ist, ohne dabei Kompromisse bei der<br />

Qualität einzugehen – und wir freuen uns,<br />

dass wir dieses Ziel mit der Markteinführung<br />

des Vx150i erreicht haben“, erläutert<br />

Tony McNulty abschließend.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.domino-deutschland.de<br />

Bildquelle: Domino<br />

50 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


NEWS/EVENTS<br />

Fortschritt und Nachhaltigkeit<br />

LANXESS lädt zum „Food and Biomolecules“-Symposium<br />

Vom 13. – 14. November veranstaltet der<br />

Spezialchemie-Konzern LANXESS ein<br />

zweitägiges „Food and Biomolecules Symposium“<br />

in der Konzernzentrale in Köln und im<br />

Chempark Leverkusen. Im Fokus steht dabei<br />

ein technisches Training, welches aktuelle Informationen<br />

rund um Ionenaustauscher- und<br />

Adsorberharze aus der Produktfamilie Lewatit<br />

umfasst. Neben dem Einsatz der Harze zur<br />

Gewinnung, Reinigung und Aufbereitung von<br />

Zuckerlösungen und anderen Lebensmittelinhaltsstoffen<br />

wird die Behandlung von Biomolekülen<br />

aus Fermentations- und Extraktionsprozessen,<br />

zum Beispiel pharmazeutischen und<br />

kosmetischen Wirk- und Inhaltsstoffen, vorgestellt.<br />

Referentinnen sind Dr. Nadja Hermsdorf<br />

und Dr. Jenny Böttger – beide technische Marketing<br />

Manager im Geschäftsbereich Liquid<br />

Purification Technologies (LPT).<br />

Attraktive Einblicke in Theorie und Praxis<br />

Am ersten Tag erhalten die Teilnehmer Einblicke<br />

in neueste Entwicklungen des Unternehmens<br />

in den beiden Themenbereichen. Dies<br />

sind die Behandlung – speziell Entfärbung<br />

und Entsalzung – von Zuckerlösungen sowie<br />

die Isolierung unterschiedlichster Biomoleküle.<br />

Zu diesen zählen Aminosäuren, Oligo-<br />

und Polypeptide, Polysaccharide sowie O-<br />

und/oder N-sulfonierte Glykosaminoglykane<br />

(Mucopolysaccharide), aber auch Alkaloide,<br />

Vitamine und Antibiotika. Beide Themenstränge<br />

werden am Nachmittag in parallelen<br />

Vorträgen weiter vertieft. Dabei werden jeweils<br />

bewährte und neue Harze für diese Anwendungen<br />

vorgestellt und deren spezifische<br />

Eigenschaften und Vorteile erläutert.<br />

Referenten und Experten von LANXESS stehen<br />

während der gesamten Veranstaltung<br />

auch für individuelle Diskussionen zur Verfügung.<br />

Zudem wird es ausgiebig Gelegenheit<br />

zum Networking geben, insbesondere beim<br />

gemeinsamen Abendessen.<br />

Der zweite Tag des Symposiums steht im Zeichen<br />

von Besichtigungen im Chempark Leverkusen.<br />

Dabei erhalten die Besucher in kleinen<br />

Gruppen Einblick in die Arbeit der Labore<br />

der Anwendungstechnik, der Qualitätskontrolle<br />

sowie von Forschung und Innovation bei<br />

LPT. Exemplarisch werden dabei Prüfmethoden<br />

spezifischer Harzparameter, Ausstattung<br />

für die Laborsynthese und themenspezifische<br />

anwendungstechnische Versuche vorgestellt.<br />

Nachhaltig produzierte Harze<br />

auf dem Vormarsch<br />

Qualitätskontrolle im Leverkusener Labor des Geschäfts-<br />

bereichs Liquid Purification Technologies bei LANXESS.<br />

Auch im Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmasektor<br />

spielt der Aspekt der Nachhaltigkeit<br />

eine zunehmend wichtige Rolle. Dem trägt<br />

Dr. Stefan Neufeind, Leiter Technisches Marketing<br />

im Geschäftsbereich LPT, mit seinem<br />

Vortrag über nachhaltig produzierte Ionenaustauscherharze<br />

zu Beginn des Symposiums<br />

explizit Rechnung. Nachhaltig produzierte<br />

Harze vermarktet LANXESS unter der Bezeichnung<br />

Scopeblue. Sie basieren zu mehr als der<br />

Hälfte auf erneuerbaren Rohstoffen oder besitzen<br />

einen CO 2<br />

-Fußabdruck, der weniger als<br />

halb so groß ist wie der des entsprechenden<br />

Produkts aus konventionellen Rohstoffen. Solche<br />

Produkte helfen den Anwendern, eigene<br />

Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Zugleich ist<br />

ihr Einsatz Marketingargument und Kaufanreiz<br />

für die Kundenprodukte.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.lanxess.com/en/Products-and-Brands/<br />

Brands/Lewatit/Food-and-Health-<br />

Symposium-<strong>2023</strong><br />

Bildquelle: LANXESS AG<br />

Der Innovation-Hub kommt<br />

VEGA eröffnet neuen Forschungs- und Entwicklungsstandort in Karlsruhe<br />

Mehr als 120 Entwickler und über 60<br />

IT-Experten bringen die Sensoren für<br />

Füllstand- und Druckmesstechnik am VEGA-<br />

Hauptsitz in Schiltach voran. Mit dem Innovation-Hub<br />

in Karlsruhe möchte man diese<br />

erfolgreiche Entwicklung fortsetzen und neue<br />

Technologien aktiv forcieren – auch dort in einem<br />

modernen Arbeitsumfeld mit agilen Methoden.<br />

Platz ist für bis zu 30 Entwickler und<br />

IT-Profis. Angesiedelt in einem modernen Co-<br />

Working-Space haben sie die Möglichkeit,<br />

ihre Ideen für smarte Sensoren und innovative<br />

Softwarelösungen zu verwirklichen.<br />

Die Liste der möglichen Aufgaben am Standort<br />

Karlsruhe ist lang: Ob die Entwicklung<br />

neuer Lösungen in Sachen IIoT, die Weiterentwicklung<br />

des VEGA-eigenen ERP-Systems<br />

auf Basis von .NET/C#, SQL und Angular oder<br />

das Vorantreiben der digitalen Transformation<br />

– im Innovation-Hub geht es um kreative<br />

Ideen und zukunftsweisende Projekte. Das<br />

forschungsnahe Experimentieren mit neuen<br />

Technologien ist ebenfalls ein Schwerpunkt.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.vega.com<br />

Bildquelle: GoodSpaces<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

51


NEWS/EVENTS<br />

Vom GlasthermometerHersteller<br />

zum Lösungsanbieter<br />

75-jähriges Jubiläum für JUMO<br />

JUMO feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Jubiläum mit vielen spannenden Projekten, Events und Veranstaltungen, bei<br />

diesem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kunden und Partner mit an Bord sind und sich aktiv einbringen können. „Die<br />

große JUMO-Familie feiert – und hat allen Grund dazu. Das Jubiläum bietet vielfältige Möglichkeiten für Begegnungen,<br />

Erinnerungen, Austausch und Kennenlernen. Ich freue mich drauf“, strahlt JUMO-Gesellschafter Bernhard Juchheim.<br />

ie Wachstumsperspektiven für JUMO<br />

„D sind in Deutschland und international<br />

sehr gut. Um die Auftragslage bewältigen<br />

zu können, expandieren wir vor den Toren<br />

Fuldas im Industriegebiet Rodges“, sagt<br />

Geschäftsführer Dimitrios Charisiadis, Chief<br />

Executive Officer. Das neue Werk ist das größte<br />

Infrastrukturvorhaben in der JUMO Historie.<br />

Nach dem jetzigen Planungsstand liegt<br />

das Investitionsvolumen bei rund 48 Mio.<br />

Euro. Die Baufertigstellung ist für Dezember<br />

2024 geplant, der Hochlauf im ersten Quartal<br />

2025. JUMO hatte Ende 2013 das rund<br />

100.000 m 2 große Grundstück erworben.<br />

Anfang <strong>2023</strong> begannen die ersten Vermessungs-<br />

und Aushubarbeiten. Das Bauvorhaben<br />

sichert Arbeitsplätze in der Region und<br />

die langfristige Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe.<br />

„In der neuen Fertigungsstätte<br />

werden neben der Temperatursensorproduktion<br />

auch der komplette Produktionsbereich<br />

für Druckmesstechnik und die dazugehörige<br />

Logistik untergebracht werden“,<br />

erklärt Geschäftsführer Dr. Steffen Hoßfeld,<br />

Chief Operating Officer.<br />

Mittlerweile hat sich der frühere Glasthermometer-Hersteller<br />

JUMO zum Lösungsanbieter<br />

weiterentwickelt, der den Anwendern einen<br />

echten Mehrwert bietet: Kunden können beispielsweise<br />

ihre Daten aus dem Sensor direkt<br />

in die Cloud überspielen. „Der Kunde und seine<br />

konkreten Anforderungen bleiben auch in<br />

Zukunft die entscheidenden Stellgrößen für<br />

unser Wachstum. Wir werden in den nächsten<br />

Jahren unsere Palette an maßgeschneiderten<br />

Kundenlösungen deutlich erweitern“,<br />

betont Charisiadis. JUMO will einerseits mit<br />

dem Markt wachsen, darüber hinaus in einzelnen<br />

Branchen und Ländern überdurchschnittlich<br />

zulegen. „In Indien läuft es sehr gut für<br />

uns, ob Versorgung mit sauberem Trinkwasser<br />

oder effiziente, nachhaltige JUMO- Produkte<br />

in Maschinen und Anlagen. Das Land bietet<br />

auf Jahre sehr gute Perspektiven. Auch dort<br />

setzen wir mit der indischen JUMOGeschäftsführung<br />

konkrete Kundenprojekte als Partner<br />

um“, ergänzt Hoßfeld.<br />

Von Beginn an den Kunden im Fokus<br />

Ein Bild aus den Anfangsjahren: Hier steht heute in Fulda in der Moritz-Juchheim-Straße 1<br />

das Stammwerk der JUMO-Unternehmensgruppe.<br />

Moritz Kurt Juchheim gründet 1948 in Fulda<br />

unter dem Namen M. K. JUCHHEIM die heutige<br />

JUMO GmbH & Co. KG und beginnt mit<br />

sechs Mitarbeitern auf einer Produktionsfläche<br />

von 350 m 2 mit der Herstellung von Glasund<br />

Glaskontaktthermometern. Er wurde am<br />

4. Juli 1910 in Ilmenau (Thüringen) geboren,<br />

wo sein Vater bereits Thermometer herstellte.<br />

Moritz Kurt Juchheim setzt von Anfang an auf<br />

qualitativ besonders hochwertige Instrumente<br />

und einen bestmöglichen Kundenservice.<br />

Der Name JUMO leitet sich aus den Initialen<br />

des Firmengründers ab.<br />

Noch vor der Gründung zweier deutschen<br />

Staaten entsteht die Thermometerfabrik „M.<br />

K. Juchheim“ in Fulda und stellt bereits<br />

auf der Hannover Messe 1949 aus. Konrad<br />

Adenauer wird Bundeskanzler und in den<br />

Wirtschaftswunderjahren floriert auch das<br />

Fuldaer Unternehmen. Es wächst bis 1952<br />

von sechs auf 100 Mitarbeiter an und bis<br />

1970 verzehnfacht sich diese Zahl sogar.<br />

Auch die Produktionsfläche ist von 350 auf<br />

12.000 m 2 angewachsen.<br />

1966 startet die Fertigung von Platin-Glas-<br />

Sensoren, auch Mess- und Regelgeräte auf<br />

elektronischer Basis kommen ins Programm.<br />

Während die Welt die Trennung der Beatles<br />

52 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


NEWS/EVENTS<br />

Qualitätskontrolle gehörte dazu: Von Anfang an<br />

setzte der Unternehmensgründer auf qualitativ<br />

besonders hochwertige Instrumente.<br />

„Ich blicke zufrieden auf mein Lebenswerk zurück<br />

und gleichzeitig sehr optimistisch in die Zukunft.<br />

Die nächsten 75 Jahren können kommen.“<br />

Bernhard Juchheim, Gesellschafter, JUMO<br />

Der JUMO flowTRANS MAG H20 ist ein magnetisch-induktives<br />

Durchflussmessgerät zur industriellen Automatisierung.<br />

Aufgrund seiner kompakten Bauweise findet er<br />

Platz in kleinsten Anlagen (Dosieranlagen, Kühlung von<br />

Apparaten) und misst hochpräzise leitfähige Medien.<br />

bedauert, gründet Moritz Juchheim 1971<br />

die erste Tochtergesellschaft in Belgien, mit<br />

der die Internationalisierung beginnt. Es geht<br />

auch technisch voran: 1978 setzt JUMO<br />

als erstes Unternehmen Prozessoren in der<br />

Regeltechnik ein.<br />

Neue Entwicklungen<br />

bis hin zum Roboter<br />

Während Erno Rubiks „Zauberwürfel“ zum<br />

Kult wird, entwickelt JUMO seinen Dienstleistungsbereich<br />

weiter und bietet diese für Metallverarbeitung<br />

und elektronische Baugruppen<br />

erstmals auch für externe Kunden an.<br />

Auch der Bereich Flüssigkeitsanalyse wird erweitert.<br />

Und als Deutschland das 17-jährige<br />

Tennistalent Boris Becker bejubelt, verstirbt<br />

1985 Peter Juchheim, ältester Sohn von Firmengründer<br />

Moritz und seit 1965 neben ihm<br />

Geschäftsführer. Sein jüngerer Bruder Dipl.-<br />

Ing. Bernhard Juchheim tritt an seine Stelle<br />

und wird Geschäftsführer. Im Jahr des Mauerfalls<br />

1989 gelingt auch JUMO ein Durchbruch:<br />

Erstmalig werden Roboter in der Temperaturfühlung<br />

eingesetzt.<br />

Weltweites Wachstum dank High-Tech<br />

Die Bundesregierung zieht von Bonn in die<br />

alte und zugleich neue Hauptstadt Berlin<br />

und die Entwicklungsabteilung von JUMO<br />

in einen Neubau um. Diese bringt im Laufe<br />

der Jahre High-Tech-Geräte, Prozessregelsysteme,<br />

Smart-Transmitter, Bus- Technologie<br />

und modernste Visualisierungssoftware<br />

hervor. So kommt 1997 das Automatisierungssystem<br />

JUMO mTRON auf den Markt.<br />

Nach der Gründung des JUMOSchulungszentrums<br />

1995 muss die Familie Juchheim einen<br />

weiteren Verlust hinnehmen: 1996 verstirbt<br />

Firmengründer Moritz Juchheim.<br />

Automatisierungssysteme,<br />

neue Zielgruppen und Märkte<br />

Das neue Millenium beginnt nicht mit einem<br />

Crash, sondern für JUMO mit einem Rekord:<br />

Das Unternehmen erzielt erstmals einen<br />

Umsatz über 100 Millionen Euro. Als die europäische<br />

Währung 2002 auch als Bargeld<br />

eingeführt wird, weiht JUMO das neue Vertriebs-<br />

und Fertigungsgebäude der Produktlinie<br />

Temperatursensortechnik mit einer Gesamtfläche<br />

von 4.680 m 2 im Industriegebiet<br />

Eisweiher ein.<br />

2003 wird der Markenname JUMO zum Firmennamen<br />

und Dipl.- Kfm. Michael Juchheim<br />

Geschäftsführer an der Seite seines Vaters<br />

Bernhard. Das Unternehmen wächst auf den<br />

asiatischen und osteuropäischen Märkten und<br />

kann mit kompletten Automatisierungssystemen<br />

neue Zielgruppen erschließen.<br />

Kunststoff, Wachstum und neue Strukturen<br />

JUMO wächst konstant und beschäftigt<br />

nun mehr über 2.500 Mitarbeiter weltweit.<br />

Die Zertifizierung des DKD-Labors durch<br />

die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH<br />

(DAkkS) eröffnet das Angebot neuer Dienstleistungen.<br />

Das neue Wareneingangs-Logistikzentrum<br />

wird 2012 eröffnet und 2013<br />

ein Grundstück von 100.000 m² für ein<br />

neues Werk zur Sensorfertigung erworben.<br />

2016 tätigt JUMO seinen bisher einzigen<br />

Zukauf und übernimmt die PGT Thermprozesstechnik<br />

GmbH. Das Unternehmen ist<br />

auf die Produktion von innovativen Kunststoff-<br />

Temperaturfühlern spezialisiert und<br />

ein langjähriger Systempartner von JUMO.<br />

Für das überdurchschnittliche Wachstum<br />

und als vorbildlicher Arbeitgeber wird JUMO<br />

mehrfach ausgezeichnet.<br />

2020 wird Dimitrios Charisiadis als dritter<br />

Geschäftsführer bestellt. Er ist als Chief<br />

Excecutive Officer (CEO) für die Bereiche<br />

Vertrieb, Entwicklung und Produktion zuständig.<br />

Bernhard Juchheim verantwortet<br />

den Bereich Personal, Michael Juchheim die<br />

Bereiche IT und Finanzen.<br />

Ab 2022 fokussieren sich Bernhard Juchheim<br />

und Michael Juchheim auf ihre Gesellschafterrolle<br />

im Familienunternehmen und ziehen<br />

sich aus der operativen Geschäftsführung zurück.<br />

Zusätzlich zu Dimitrios Charisiadis wird<br />

Dr. Steffen Hoßfeld zum neuen Geschäftsführer<br />

(Chief Operation Officer) ernannt, zuständig<br />

für Personal, IT und Finanzen.<br />

Fachkräftegewinnung und Nachhaltigkeit<br />

weitere Schwerpunktthemen<br />

Heute, 75 Jahre nach der Firmengründung,<br />

sind neben einer gut gefüllten Order-Pipeline<br />

mit innovativen Produkten und Lösungen sowie<br />

dem damit zusammenhängenden Werksneubau<br />

in Rodges die Fachkräftegewinnung<br />

und Nachhaltigkeit zwei weitere Schwerpunkthemen,<br />

die die JUMO-Geschäftsführer<br />

zusammen mit der Familie Juchheim vorantreiben<br />

– immer den Blick auf die Zukunft<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

53


NEWS/EVENTS<br />

und die langfristige Unabhängigkeit als Familienunternehmen<br />

gerichtet. „Das wertschätzende,<br />

partnerschaftliche Miteinander<br />

im Unternehmen ist in der Region Fulda<br />

bekannt. JUMO ist eine Top-Arbeitgebermarke<br />

mit Strahlkraft. Unser Recruitung hier<br />

im Landkreis und der Stadt Fulda war jahrelang<br />

ein Selbstläufer“, sagt Dr. Steffen Hoßfeld.<br />

Doch die Zeiten haben sich geändert,<br />

und auch JUMO spürt den Fachkräftemangel<br />

und die nachrückenden, geburtenschwachen<br />

Jahrgänge. „Hier steuern wir mit gezielten<br />

HR-Kampagnen und Marketingaktivitäten<br />

gegen“, so Hoßfeld. „Die Personalgewinnung<br />

wird auch die nächsten Jahre herausfordernd<br />

bleiben. Wir brauchen gute Leute, um wichtige<br />

Technologie-Projekte zu realisieren und<br />

den Umsatz zu pushen.“<br />

Gerade mit Blick auf junge Erwachsene, dem<br />

Nachwuchs, wurden zahlreiche Prozesse im<br />

Personalbereich zuletzt erfolgreich implementiert.<br />

Potenziellen Nachwuchskräften begegnet<br />

JUMO auf Augenhöhe mit einer zielgruppengerechten<br />

Kommunikation. Eine ansprechende<br />

Karriereseite mit einem schlanken<br />

Bewerbungsprozess spricht die Jugendlichen<br />

an, die zu JUMO passen könnten. Das heißt:<br />

Einfache Bewerbung über ein Online- Formular,<br />

eine fixe Rückmeldung und dann ein persönliches<br />

Vorstellungsgespräch vor Ort. „Bereits<br />

hier zeigen wir den jungen Leuten Entwicklungsmöglichkeiten<br />

auf. Und wir vermitteln<br />

den Bewerberinnen und Bewerbern, dass<br />

sie die wahren Helden in ihrem Beruf sind“,<br />

sagt Charisiadis.<br />

Auch die unternehmensspezifischen Benefits<br />

kommen bei den Jugendlichen an. JUMO bietet<br />

beispielsweise einen Pkw, das Azubi-Mobil,<br />

zur eigenen Nutzung an. Darüber hinaus<br />

besteht die Möglichkeit für eine gewisse Zeit<br />

bei einer JUMO Tochtergesellschaft im Ausland<br />

zu arbeiten. „Ebenfalls gefragt sind unsere<br />

Azubi-Fit-Kurse rund um die Themen Fitness,<br />

Ernährung oder Stressbewältigung“, unterstreicht<br />

Hoßfeld.<br />

Den eigenen C0 2<br />

-Abdruckund den der<br />

Kunden im Blick<br />

Als strategisches Ziel verfolgt JUMO bereits<br />

seit langem die Reduktion des CO 2<br />

-Ausstoßes<br />

in der Produktion und den produktionsnahen<br />

Bereichen. Dieser Wert konnte in den<br />

letzten Jahren konstant gesenkt werden. Lag<br />

die jährliche CO 2<br />

-Emission am Firmensitz in<br />

Fulda im Jahr 2013 noch bei rund 6.000<br />

Tonnen, so ist sie im Jahr 2020 um über<br />

30 Prozent auf knapp 4.000 Tonnen gesunken.<br />

Das liegt zum einen daran, dass in der<br />

Produktion bei Investitionen genau auf den<br />

Energieverbrauch der neuen Maschinen und<br />

Anlagen geachtet wird, zum anderen spielt<br />

aber auch der Bezug von Ökostrom über den<br />

regionalen Energieversorger eine große Rolle.<br />

Durch diese Abnahme der CO 2<br />

-Emissionen<br />

und einem gleichzeitigen Anstieg der<br />

Produktionseinheiten ergibt sich allein für<br />

das Jahr 2020 eine CO 2<br />

-Einsparung je Produktionseinheit<br />

von etwa 14 Prozent.<br />

Einen weiteren Beitrag zur Reduktion des<br />

CO 2<br />

-Fußabdrucks leistet auch der Einsatz alternativer<br />

Energien, die bei JUMO selbst hergestellt<br />

werden. Schon 2014 wurde auf einem<br />

Gebäudedach in Fulda eine Photovoltaikanlage<br />

in Betrieb genommen. 416 Kollektoren<br />

sammeln auf einer Gesamtfläche von<br />

677 m 2 Sonnenenergie und wandeln diese in<br />

Strom für den Eigenverbrauch um. Die Leistung<br />

von 100 kW würde ausreichen, um 25<br />

Einfamilienhäuser mit Strom zu versorgen.<br />

Weiterhin tragen zwei Blockheizkraftwerke<br />

mit einer Gesamtleistung von 90 kWel zu einem<br />

nachhaltigen Energieverbrauch bei.<br />

Diese Maßnahmen sind Teil einer Gesamtstrategie,<br />

mit der JUMO den explodierenden<br />

Energiekosten gezielt entgegenwirken und<br />

gleichzeitig einen Beitrag zu einer nachhaltigen<br />

Entwicklung leisten will.<br />

Innovationen, die die Welt besser machen<br />

Kein Unternehmen kann es sich heute leisten,<br />

Energie zu verschwenden und gleichzeitig<br />

Raubbau an der Erde zu betreiben. JUMO<br />

hat in letzter Zeit mehrere Innovationen vorgestellt,<br />

die die Welt ein wenig besser machen.<br />

Unter dem Namen JSP (JUMO Safety Performance)<br />

bündelt JUMO die Kompetenzen des<br />

Unternehmens in den Bereichen SIL (Safety<br />

Integrity Level) und PL (Performance Level).<br />

Rund 48 Millionen Euro investiert JUMO in<br />

den Neubau. Hier werden Temperatur-<br />

und Drucksensoren hergestellt.<br />

Nun wurde das JSP-Portfolio um eine weitere<br />

wichtige Messgröße erweitert, mit der die<br />

sichere Detektion und Messung von prozesskritischen<br />

Grenzständen und Füllständen von<br />

Flüssigkeiten ermöglicht wird. Dabei handelt<br />

es sich um eine Systemlösung, die auf<br />

den Produkten der JUMO NESOS-Serie basiert<br />

und in verschieden Ausbaustufen lieferbar<br />

ist. Die JSP-Komplettlösung im Bereich<br />

„Füllstand“ kann darüber hinaus vom Sensor<br />

bis zum Aktor Leitungsfehler wie Kurzschluss<br />

und Kabelbruch sicher detektieren. Auch in<br />

Kombination mit Anwendungen im explosionsgeschützten<br />

Bereich sind Lösungen realisierbar.<br />

So sind beispielsweise Anwendungen<br />

im Bereich von Flüssiggas und Wasserstoff,<br />

in Dampfkesseln, Bioreaktoren oder Lösungsmittelreinigungsanlagen<br />

möglich. Eine präzise<br />

Feucht- und Temperaturüberwachung ist<br />

die Grundvoraussetzung zur genauen Steuerung<br />

der Raum- und Prozessluft. So können<br />

Anwender aus dem HKLBereich (Heizung,<br />

Klima, Lüftung) Kosten senken und den Instandhaltungsaufwand<br />

minimieren.<br />

Geräte der JUMO hydoTRANS-serie sind zuverlässige<br />

Feuchte- und Temperaturmessumformer<br />

mit einem optionalen C0 2<br />

-Modul.<br />

Durch die verschiedenen Ausführungen mit<br />

Schutzarten zwischen IP20 und IP65 ist das<br />

Gerät für vielfältige Einsatzgebiete in der Gebäudeautomation<br />

geeignet.<br />

„Mit all diesen Lösungen können Unternehmen<br />

den eigenen C0 2<br />

-Fußabdruck reduzieren“,<br />

sagt Charisiadis. „Ich blicke zufrieden<br />

auf mein Lebenswerk zurück und gleichzeitig<br />

sehr optimistisch in die Zukunft. Die nächsten<br />

75 Jahren können kommen“, freut sich<br />

JUMO Gesellschafter Bernhard Juchheim.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.jumo.de<br />

Bildquelle: JUMO<br />

54 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


NEWS/EVENTS<br />

Steigende Lebensmittelpreise<br />

Höhere Lebensmittelpreise bedrohen Ernährungssicherheit und politische Stabilität weltweit<br />

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine im vergangenen Jahr hat einen Krieg ausgelöst, der die globalen Lebensmittelversorgungsketten<br />

auf den Kopf gestellt hat. Seitdem haben steigende Lebensmittelpreise weltweit für Unmut<br />

gesorgt und zu Protesten in Ländern wie Pakistan, Ecuador, Indien und vielen anderen geführt.<br />

Die Preise für Nahrungsmittel und Düngemittel<br />

sind im Vergleich zu ihren jüngsten<br />

Höchstständen wieder gesunken. Da jedoch<br />

Russland und die Ukraine wichtige Exporteure<br />

von Nahrungsmitteln und Russland<br />

und Belarus wichtige Produzenten von<br />

Dünge mitteln sind, befinden sich die Preise<br />

immer noch auf historischen Höchstständen.<br />

Auch bleibt die geopolitische Lage weiterhin<br />

angespannt. Hinzu kommt, dass die volatilen<br />

Ölpreise und die zunehmend unsicheren Wetterbedingungen<br />

die Kosten für die Produktion<br />

und den Transport von Nahrungsmitteln in<br />

die Höhe getrieben haben.<br />

In den letzten Monaten haben sich die meisten<br />

Analysten und Investoren auf die inflationären<br />

Auswirkungen steigender Lebensmittelpreise<br />

konzentriert. Diese Auswirkungen waren<br />

in Schwellenländern besonders stark, da Lebensmittel<br />

dort einen höheren Anteil am Warenkorb<br />

ausmachen als in Industrieländern.<br />

Steigende Lebensmittelpreise<br />

gefährden Ernährungssicherheit auch<br />

bei einer Inflationsstabilisierung<br />

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) World Food Price Index.<br />

Falls sich die Lebensmittelpreise stabilisieren<br />

oder um das aktuelle Niveau herum<br />

schwanken, wird ihr Einfluss allmählich<br />

aus den Inflationsdaten verschwinden. Dennoch<br />

wird das Preisniveau für Nahrungsmittel<br />

deutlich höher als in den vergangenen Jahren<br />

sein, was die Kaufkraft der Verbraucher spürbar<br />

schmälert. Diesen Kaufkraftverlust können<br />

die privaten Haushalte nur dann ausgleichen,<br />

wenn sich ihre Einkommenszuwächse<br />

beschleunigen – was aber angesichts der konjunkturellen<br />

Abkühlung in den Schwellenländern<br />

in den nächsten Monaten eher unwahrscheinlich<br />

ist. In der Folge verringern höhere<br />

Lebensmittelpreise die Erschwinglichkeit<br />

von Lebensmitteln und beeinträchtigen die<br />

Ernährungssicherheit, und zwar auch dann,<br />

wenn sich die Inflation wieder stabilisiert.<br />

Das Zusammenspiel von hohen Preisen, niedrigen<br />

oder langsam steigenden Einkommen<br />

und unsicherer oder abnehmender Ernährungssicherheit<br />

ist ein Nährboden für soziale<br />

Unzufriedenheit. Langfristig kann diese Situation<br />

dazu führen, dass Regierungen ihre<br />

Haushaltspolitik lockern, ihre Staatsverschuldung<br />

neu verhandeln oder im Extremfall gar<br />

abgelöst werden.<br />

Green Market North America Fertiliser Price Index (in U.S. Dollar).<br />

Ziel unserer Analyse war es herauszufinden,<br />

welche Länder unter diesen Bedingungen am<br />

stärksten von den sozialen Herausforderungen<br />

bedroht sind. Dafür haben wir zuerst einen<br />

neuen Index für Inflation, Arbeitslosigkeit<br />

und Ernährungsunsicherheit berechnet.<br />

Im Anschluss haben wir diesen neuen Index<br />

mit dem „Political Stability and Absence of<br />

SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

55


NEWS/EVENTS<br />

Obwohl das Ergebnis kein eindeutiges geografisches<br />

Muster erkennen lässt, enthält der<br />

„schlechteste“ Quadrant in der linken oberen<br />

Ecke eine Reihe von Ländern südlich der<br />

Sahara. In diesem Quadranten stellen die hohen<br />

Nahrungsmittelpreise große humanitäre,<br />

soziale und fiskalische Herausforderungen<br />

dar, wie die jüngsten Proteste in Kenia zeigen.<br />

Kombinierter Index für Misery und Ernährungsunsicherheit versus Index für politische Stabilität.<br />

Violence/Terrorism“-Index der Weltbank verglichen,<br />

der die Anfälligkeit eines Landes für<br />

soziale Unruhen misst.<br />

Mehrschrittiger Analyseprozess<br />

zur Bestimmung der jeweiligen<br />

Nahrungsmittelversorgung<br />

Zunächst wurde für jedes Land ein Misery Index<br />

als Summe der jüngsten Arbeitslosen- und<br />

Inflationsraten berechnet. Je höher der Wert<br />

des Misery index ausfällt, desto schwieriger<br />

ist die jeweilige wirtschaftliche Gesamtsituation.<br />

Damit wird nun auch der Faktor der Arbeitsmarktstabilität<br />

in unsere frühere Analyse<br />

mit einbezogen, da eine höhere Arbeitslosigkeit<br />

eine soziale Herausforderung darstellt, die Anlass<br />

zu politischen Unruhen geben kann. Im<br />

Anschluss haben wir den Global Food Security<br />

Index (GFSI) des Economist herangezogen, um<br />

zu messen, wie prekär die Nahrungsmittelversorgung<br />

in den einzelnen Ländern ist. Anschließend<br />

wurden sowohl der Misery index als auch<br />

der GFSI auf Werte zwischen 0 und +1 normiert<br />

und der Mittelwert beider Werte gebildet.<br />

Weil der Misery Index und der GFSI auf einer<br />

umgekehrten Skala gemessen werden, haben<br />

wir den normalisierten Index der Ernährungsunsicherheit<br />

von 1 subtrahiert. Das heißt, je<br />

höher die Summe der beiden Indizes ausfällt,<br />

desto schlechter steht es um die Kombination<br />

aus Ernährungssicherheit und wirtschaftlicher<br />

Lage, die unser neuer Index abbildet.<br />

Die Länder im rechten unteren Quadranten<br />

hingegen weisen im Vergleich zu ihren Peers<br />

eine höhere Ernährungssicherheit und eine<br />

größere politische Stabilität auf. Diese Länder<br />

bieten potenzielle Chancen in Bezug auf<br />

den relativen Wert. Wir erwarten beispielsweise,<br />

dass sich die Situation in Costa Rica verbessert,<br />

da das Gesetz zur fiskalischen Verantwortung<br />

in Übereinstimmung mit dem IWF-<br />

Programm die Kreditbasis des Landes weiter<br />

verbessert. Auch Katar sticht hervor, da es<br />

weiterhin von der steigenden Erdgasnachfrage<br />

europäischer Kunden profitiert.<br />

Autor/Autorin:<br />

Giancarlo Perasso, Lead Economist Africa and<br />

Former Soviet Union bei PGIM Fixed Income<br />

Elizabeth Doppelt, Senior Associate<br />

for the Global Macroeconomic Research Team<br />

bei PGIM Fixed Income<br />

Literatur: Quellen beim Verfasser.<br />

Kalender <strong>2023</strong>, September – Oktober<br />

SEPTEMBER<br />

Food Safety Culture in Theorie und Praxis – Seminar, www.akademie-fresenius.de Dortmund, DE 26. September<br />

POWTECH <strong>2023</strong> – Messe, www.powtech.de Nürnberg, DE 26. – 28. September<br />

Update Allergenkontamination – Seminar, www.akademie-fresenius.de Online-Seminar 28. September<br />

OKTOBER<br />

Sensorik in der Qualitätssicherung und im Innovationsprozess – Seminar, www.akademie-fresenius.de Hörder Burg, DE 05. Oktober<br />

Nahrungsergänzungsmittel – Tagung/Conference, www.akademie-fresenius.de Mainz, DE / Live-Stream 10. – 11. Oktober<br />

SÜFFA <strong>2023</strong> – Messe, www.messe-stuttgart.de/sueffa/<strong>2023</strong> Stuttgart, DE 21. – 23. Oktober<br />

iba <strong>2023</strong> – Messe, www.iba.de München, DE 22. – 26. Oktober<br />

56 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


TRENDS & EMOTIONEN<br />

Projekt „Wahre Kosten“ –<br />

ein Experiment in schwierigen Zeiten<br />

Woche für Woche locken die großen<br />

Handelsketten in Deutschland mit<br />

Preisknüllern die Konsumenten in ihre Filialen.<br />

Mit großem Erfolg, denn die Inflationsrate<br />

hierzulande ist mit 6,2 Prozent nach wie<br />

vor hoch, noch dramatischer fällt die Teuerungsquote<br />

bei Nahrungsmitteln aus, denn<br />

die lag zuletzt bei elf Prozent. So liegt es<br />

nahe, dass die Verbraucher bei schwächelndem<br />

Inhalt ihrer Portemonnaies besonders<br />

gern zu Sonderangeboten greifen.<br />

Umso überraschender war da kürzlich die Aktion<br />

„Wahre Kosten“ des Discounters Penny,<br />

die in der Branche hohe Wellen schlug und sogar<br />

den Weg in die Nachrichten der großen TV-<br />

Kanäle zur besten Sendezeit fand. Die Kette,<br />

die zu Rewe gehört, hatte für eine Woche in all<br />

seinen Filialen für neun ausgewählte Produkte<br />

aus seinem Sortiment von etwa 3.000 Artikeln<br />

die der tatsächlichen Realität entsprechenden<br />

Verkaufspreise verlangt, anstatt der üblichen<br />

Marktpreise. Darunter waren vier Biound<br />

fünf konventionell hergestellte Produkte.<br />

So kosteten Wiener Würstchen plötzlich sechs<br />

Euro und nicht – wie vorher – 3,20 Euro.<br />

Der Preis für Mozzarella stieg von 90 Cent<br />

auf 1,55 Euro, für Fruchtjoghurt mussten fast<br />

1,60 Euro statt 1,20 Euro berappt werden. Da<br />

rieben sich die Kunden die Augen!<br />

Die Penny-Aktion, die von der Technischen<br />

Hochschule Nürnberg und der Universität<br />

Greifswald begleitet wurde, war natürlich<br />

ein gewagtes Experiment in Zeiten, in denen<br />

zahlreiche Haushalte ohnehin unter der<br />

Explosion der Lebenshaltungskosten leiden.<br />

Denn die Produkte vom Käse bis zum Wiener<br />

Würstchen wurden von einem Tag zum anderen<br />

um bis zu 90 Prozent teurer.<br />

Was ist ein „wahrer Preis“? Bei einem „wahren<br />

Preis“ werden ökologische und soziale<br />

Folgen, die bei der Herstellung eines Produkts<br />

entstehen, eingespeist. Dazu zählen<br />

bei Lebensmitteln vor allem Bereiche wie<br />

Umwelt, Wasser, Boden und Gesundheit. Die<br />

Wissenschaftler berechneten für die Penny-<br />

Aktion also auch Auswirkungen, die von den<br />

Kunden an der Kasse nicht beglichen werden.<br />

Beim Klima zum Beispiel werden die<br />

Folgekosten Methan hinzugerechnet, das<br />

Rinder während der Verdauung produzieren,<br />

oder CO 2<br />

, dass durch Dieseltraktoren anfällt.<br />

Bei Wasser geht es um Pestizide und Düngemittel,<br />

die das Grundwasser belasten, die<br />

aber auch die Gesundheit der Landwirte beeinträchtigen<br />

können. Beim Boden wird der<br />

Verbrauch natürlicher Flächen einberechnet.<br />

Nehmen wir das Beispiel Käse im Penny-<br />

Experiment: Die 300-Gramm Packung kostet<br />

4,90 Euro und nicht mehr 2,50 Euro. Für das<br />

Klima sind im neuen Preis laut den Wissenschaftlern<br />

ökologische Zusatzkosten von 84<br />

Cent allein wegen der schädlichen Emissionen<br />

enthalten, für die Grundwasserbelastung<br />

durch Düngemittel zwölf Cent, 76 Cent für<br />

die Bodennutzung und 63 Cent für die Gesundheitsbelastungen.<br />

Die Wissenschaftler in Nürnberg und Greifswald<br />

sind hoch erfreut, dass ihr Projekt „Wahre<br />

Kosten“ im Auftrag von Penny so viel Aufmerksamkeit<br />

in der Öffentlichkeit erzielt hat.<br />

„Da haben wir wahrscheinlich ein Stück weit<br />

den wunden Punkt getroffen“, heißt es.<br />

Penny erwartet im Zuge der Auswertung des<br />

Sechs-Tage-Projekts unter dem Strich einen<br />

einstelligen Millionenverlust. Dennoch gibt es<br />

auch Zusatzeinnahmen aus der Aktionswoche<br />

durch Konsumenten, die bewusst zu den teureren<br />

Produkten gegriffen haben. Dieses Geld<br />

will Penny inklusive einer Spende an das Projekt<br />

„Zukunftsbauer“ überweisen. Insgesamt<br />

sollen rund 375.000 Euro in den Förderfonds<br />

fließen, der familiengeführte Bauernhöfe im<br />

Alpenraum bei energieeffizienten Optimierungsmaßnahmen<br />

unterstützt.<br />

Lob aber auch Kritik hat die Penny-Aktion<br />

hervorgerufen. Umweltorganisationen wie<br />

Greenpeace und BUND sprachen von einem<br />

guten Weg, Konsumgewohnheiten zu ändern<br />

und forderten die Politik auf, dafür entscheidende<br />

Akzente für die Verbraucher zu setzen.<br />

Foodwatch wiederum nannte die Aktion<br />

einen „reinen PR-Gag“ von Penny. Und der<br />

Bauernverband sprach von einem „Greenwashing-Projekt“<br />

eines Discounters auf Kosten<br />

der Landwirte.<br />

Wie das Projekt bei den Konsumenten angekommen<br />

ist, soll erst Anfang des kommenden<br />

Jahres dargestellt werden. So lange dauert<br />

die Auswertung, sagen die Wissenschaftler.<br />

Klar ist jedoch eines: Die Preise unserer<br />

Lebensmittel entlang der Lieferkette spiegeln<br />

die Umweltfolgekosten nicht wider. Und: Hätten<br />

die Wissenschaftler beim Penny-Experiment<br />

noch einige Faktoren mehr berücksichtigt,<br />

wären die „wahren Preise“ wohl noch höher<br />

ausgefallen.<br />

Autor:<br />

Bert Pflüger, Fachjournalist<br />

Penny, ein Discounter, der wie seine Mitwerber<br />

auf Profit ausgerichtet ist, war das selbstverständlich<br />

bewusst. Aber er wollte, wie es in<br />

der Geschäftsleitung heißt, ein Zeichen setzen:<br />

„Wir müssen uns der unbequemen Botschaft<br />

stellen, dass die Preise unserer Lebensmittel,<br />

die entlang der Lieferkette anfallen, aktuell<br />

die Umweltfolgekosten nicht abbilden.“<br />

Projekt „Wahre Kosten“: Für eine Woche verlangte<br />

der Discounter Penny in all seinen Filialen für<br />

neun ausgewählte Produkte deutlich mehr.<br />

(Bild: AdobeStock/filmbildfabrik)


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58 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER


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Technische Leitung:<br />

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Food Technologie<br />

ISSN 1616-2323<br />

ZKZ30360<br />

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SEPTEMBER 4 · <strong>2023</strong> <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong><br />

59


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60 <strong>food</strong><strong>TECHNOLOGIE</strong> 4 · <strong>2023</strong> SEPTEMBER

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