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EIN SAMSTAG UNTER MUTMACHERN<br />

MAGAZIN<br />

4.0<br />

14.10.<strong>2023</strong><br />

DAS GANZE<br />

PROGRAMM DER<br />

KREBS-CONVENTION<br />

AB SEITE 31<br />

KI IN DER<br />

KREBSMEDIZIN<br />

SEITE 28<br />

1. FC UNION<br />

BERLIN<br />

GEWINNT<br />

YES!AWARD<br />

SEITE 14<br />

Unsere Gäste:<br />

Patrice Aminati<br />

Daniel Aminati<br />

Timo Baumgartl<br />

Julia Becker<br />

Doc Felix<br />

Stefanie Giesinger<br />

Paula Lambert<br />

Sascha Lobo<br />

Arno Luik<br />

Dr. Susanne Ozegowski<br />

Dr. Hajo Schumacher<br />

Manuela Schwesig<br />

Joko Winterscheidt u. v. m.<br />

Schirmherr:<br />

Prof. Dr. Karl Lauterbach<br />

L VE<br />

on Stage<br />

YES!AWARD<br />

ANASTACIA<br />

Wie ich zweimal den<br />

Brustkrebs besiegte<br />

SEITE 8<br />

SEI LIVE<br />

+ GRATIS<br />

DABEI!<br />

#DU<br />

BIST<br />

NICHT<br />

ALLEIN


Das ist kein Bettgeflüster.<br />

Sie reden über Krebs.<br />

#gemeinsamgegenkrebs<br />

Aussprechen, was bewegt.<br />

ONC-DE-2300271<br />

LIEBE ALLE,<br />

manchmal wäre ich gerne ein Wal. Nein, nicht den Körperumfang<br />

betreffend, sondern wegen der Gesundheit des<br />

Meeresriesen. Denn Wale können keinen Krebs bekommen.<br />

Sie haben spezielle Gene, die eine Tumorbildung<br />

unterdrücken.<br />

Wie vermutlich die allermeisten von euch hätte ich sehr<br />

gerne auf meine Erkrankung verzichtet. Doch gäbe es ohne<br />

die Leukämie vieles nicht, was mein Leben heute aus- und<br />

besser macht. Es gäbe kein yeswecan!cer, keine YES!APP,<br />

keine YES!CON.<br />

Wir alle, ob Angehörige oder selbst betroffen, wissen,<br />

wie wichtig es ist, über Krebs zu sprechen. Wir wollen und<br />

müssen Missstände benennen, Patientenrechte stärken, die<br />

Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben und vor<br />

allem: füreinander da sein! Niemand soll sich mit seiner Diagnose<br />

alleingelassen fühlen. Dafür kämpfen wir. Dieses Jahr<br />

auf der YES!CON im Berliner AXICA, einer Veranstaltungslocation<br />

mit besonderer Architektur. Stararchitekt Frank O.<br />

Gehry hat sich bei diesem faszinierenden Bauwerk, das er<br />

selbst „the best thing I’ve ever done“ nennt, vom Wal inspirieren<br />

lassen (siehe Seite 52/53).<br />

Wale sind Weltmeister der Kommunikation, ihre Gesänge<br />

sind ausgefeilte Kompositionen, die eine Reichweite von<br />

Tausenden von Kilometern haben können. Und die Riesensäuger<br />

sind trotz ihrer Körpergröße über weite Strecken<br />

irrsinnig schnell – bis zu 50 Kilometer pro Stunde. Das ist<br />

fünfmal schneller als Schwimm-Champ Michael Phelps zu<br />

seinen besten Zeiten.<br />

Schöne Metaphern für das, was wir mit yeswecan!er<br />

erreichen und sein wollen: kommunikationsstark, schnell,<br />

ausdauernd und umgeben von einem Element, das Leben<br />

verspricht. Sind wir also nicht alle ein bisschen Wal?<br />

Ich wünsche es mir und euch jedenfalls, auch wenn das<br />

heißt, immer und immer wieder gegen den Strom schwimmen<br />

zu müssen!<br />

Jörg A. Hoppe<br />

Founder<br />

Foto: Thomas Räse<br />

IMPRESSUM<br />

RUBRIK<br />

Herausgeber<br />

Jörg A. Hoppe (v. i. S. d. P.)<br />

jah@yeswecan-cer.org<br />

Chef vom Dienst<br />

Anette Koenig<br />

Redaktion<br />

Simone Adelsbach<br />

Lydia Brakebusch<br />

Julia Frese<br />

Jörg A. Hoppe<br />

Judith Hyams<br />

Mareike Manecke<br />

Sebastian Oswald<br />

Katharina Render<br />

Anzeigen<br />

Henriette Schnabl<br />

Produktion & Grafik<br />

Raufeld Medien GmbH<br />

Paul-Lincke-Ufer 42/43<br />

10999 Berlin<br />

Daniel Krüger (CD),<br />

Stephan Krause (Grafik)<br />

Art-Direktion<br />

yeswecan!cer<br />

Stefan „Doc“ Schmitz<br />

Titelfoto<br />

Rocco Spaziani / imago<br />

Ermöglicht durch<br />

FUNKE Mediengruppe<br />

gemeinsam-gegen-krebs.de<br />

03


INHALT<br />

RING OF COURAGE<br />

Musikerin und<br />

Mutmacherin: Wir<br />

feiern Anastacia<br />

08<br />

Hinweis:<br />

07<br />

GRUSSWORT<br />

Dr. Ina Czyborra<br />

16<br />

INTERVIEW<br />

Friederike Behrends über<br />

die Arbeit der Deutschen<br />

Postcode Lotterie<br />

14<br />

YES!AWARD<br />

Fußballer Timo Baumgartl<br />

erkrankte während seiner<br />

Zeit bei Union an Krebs –<br />

sein Team stand hinter ihm<br />

Fotos: Marcel Brell, imago<br />

18<br />

SHINE A LIGHT<br />

Kraft geben und vernetzen:<br />

So unterstützen die<br />

Preisträger Krebspatienten<br />

im Alltag 52<br />

24<br />

DIGITALISIERUNG<br />

Daten helfen gegen Krebs<br />

28<br />

KI IN DER KREBSMEDIZIN<br />

Mit gebündelter Intelligenz<br />

Leben retten<br />

31<br />

DAS YES!CON-PROGRAMM<br />

HEILENDE<br />

ARCHITEKTUR<br />

Krankenhäuser können<br />

Wohlfühlorte sein – dabei hilft<br />

die richtige Gebäudeplanung<br />

58<br />

ERNÄHRUNG<br />

Wie Essen Heilung fördert<br />

60<br />

INTERVIEW<br />

Dr. Wolfram Gössling spricht<br />

über seinen Krebs<br />

62<br />

INHALT<br />

KOMMUNIKATION<br />

Das Tabu brechen: Warum wir<br />

über Krebs reden müssen<br />

64<br />

INTERVIEW<br />

Patrice Aminati kämpft als<br />

junge Mutter gegen Hautkrebs<br />

Aus Gründen der besseren<br />

Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen<br />

und personenbezogenen Hauptwörtern<br />

die männliche Form verwendet.<br />

Entsprechende Begriffe gelten im Sinne<br />

der Gleichbehandlung grundsätzlich für<br />

alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform<br />

hat nur redaktionelle Gründe und<br />

beinhaltet keine Wertung.<br />

ANZEIGE<br />

PATIENTENGESTÜTZTE<br />

FORSCHUNG<br />

Syneos Health® transformiert<br />

gemeinsam mit Patienten die<br />

Zukunft der Medizin. Wir wissen,<br />

dass die Entscheidung<br />

„<br />

an einer klinischen Studie<br />

teilzunehmen, nicht leichtfertig<br />

getroffen wird. Aus diesem<br />

Grund vereinfachen wir<br />

Für mich sind klinische<br />

Studien absolut der richtige<br />

Weg, weil ich einfach der<br />

Meinung bin, dass man die<br />

Chancen, die es gibt, auch<br />

ergreifen sollte.”<br />

ANJA, Patientin<br />

den Zugang zu relevanten<br />

Informationen, die das Rätselraten<br />

aus dieser Entscheidung<br />

nehmen. So bringen<br />

wir Menschen und Studien<br />

zusammen. Es ist an der Zeit<br />

für bessere Ergebnisse – für<br />

Forschende, für Arzneimittelentwickelnde<br />

und – am wichtigsten<br />

– für Patienten.<br />

Demnächst verfügbar: Ein<br />

neuer Bildungs- und Matching-Dienst<br />

für die klinische<br />

Forschung. Aktuelle Informationen<br />

finden Sie unter<br />

www.yeswecan-cer.org<br />

www.syneoshealth.com<br />

HaltbeiKrebs der etwas andere Krebswegweiser<br />

Gute, informative Webseiten zu Krebs gibt es viele. Und da liegt oft das Problem:<br />

Welche Seite passt für meine Bedürfnisse und ist außerdem seriös?<br />

HaltbeiKrebs navigiert Sie zielführend zu den vertrauenswürdigen Anlaufstellen<br />

und Informationsseiten:<br />

Zu den<br />

Krankheits bildern<br />

Gebärmutterkrebs,<br />

Eierstockkrebs und<br />

Multiples Myelom<br />

Daneben bieten wir Ratgeber, Infoblätter und Checklisten zum Herunterladen.<br />

Sie wollen Antworten auf Ihre Fragen?<br />

Schauen Sie doch mal auf www.halt-bei-krebs.de<br />

Bald verfügbar<br />

Zum Leben mit Krebs,<br />

vom Reden mit dem<br />

Umfeld und Ärzt*innen<br />

über Ernährung bis<br />

psychoonkologische<br />

Anlaufstellen<br />

NP-DE-AOU-PINF-230009<br />

(08/<strong>2023</strong>)


GRUSSWORT<br />

DigiTalisierUnG<br />

TöteT!<br />

DeinEn Krebs<br />

UNTERSTÜTZE UNSERE FORDERUNG FÜR<br />

EINE DATENBASIERTE KREBSTHERAPIE.<br />

SCANNE DEN CODE UND MACH DICH MIT UNS STARK<br />

#vernetzenfürsLeben – Eine Initiative von yeswecan!cer.org<br />

Foto: Hans-Christian Plambeck<br />

Dr. Ina Czyborra<br />

eröffnet die<br />

YES!CON 4.0<br />

WILLKOMMEN ZURÜCK<br />

IN BERLIN, LIEBE<br />

YES!CON<br />

Nahezu jeder von uns macht in seinem<br />

Leben Erfahrungen mit einer Krebsdiagnose.<br />

Ob nun ganz persönlich<br />

oder im direkten Umfeld. In meiner<br />

Familie gab es Fälle, aber auch im<br />

beruflichen Kontext habe ich immer<br />

wieder Kolleginnen kennengelernt,<br />

die nicht nur unter der Diagnose<br />

und der Krankheit an sich gelitten<br />

haben – sondern auch unter der Stigmatisierung<br />

in diesem Zusammenhang.<br />

Krebs darf kein Tabuthema sein! Deshalb<br />

bin ich yeswecan!cer dankbar, die Kommunikation<br />

rund um Krebs, aber in erster Linie zwischen den betroffenen<br />

Patienten und Patientinnen zu stärken. Mit der YES!APP oder auch in<br />

den sozialen Netzwerken mit tollen Live-Formaten, über die Betroffene<br />

mit Medizinern und Expertinnen in Kontakt kommen können. Wir<br />

müssen die Digitalisierung für den Kampf gegen Krebs nutzen! Für<br />

die Kommunikation, aber auch für den Prozess der Heilung und Rettung<br />

von Betroffenen. Auf diesem Weg ist die elektronische Patientenakte<br />

ein wichtiger Schritt, den wir im Berliner Senat unterstützen.<br />

Ich freue mich, dass die YES!CON zurück in Berlin ist. Mit unserer<br />

starken Forschungslandschaft sind wir ein wichtiger Standort im<br />

Kampf gegen onkologische Erkrankungen. Nicht nur die<br />

weltbekannte Charité leistet Großartiges auf diesem<br />

BÜHNE 1, 11:00 UHR<br />

Gebiet, sondern auch das Max-Delbrück-Centrum und<br />

das Berliner Institut für Gesundheitsforschung.<br />

Mit Wissenschaft, Gesundheit und Pflege vereine<br />

ich alle wichtigen Felder für den Kampf gegen und<br />

den Umgang mit Krebs in meinem Ressort. Deshalb<br />

freue ich mich sehr auf die YES!CON 4.0 und bin sehr<br />

gespannt auf den Austausch mit Ihnen.<br />

Ihre Dr. Ina Czyborra<br />

Berliner Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege<br />

07


YES!AWARD<br />

YES!AWARD<br />

RING OF COURAGE<br />

„NIEMAND<br />

SOLLTE DA<br />

ALLEINE DURCH“<br />

Zweimal hat sie den Brustkrebs besiegt,<br />

immer hat sie darüber offen gesprochen:<br />

Die amerikanische Sängerin Anastacia im<br />

Exklusiv-Interview mit Tanja Bülter.<br />

YES!AWARD –<br />

RING OF COURAGE<br />

Verleihung an Anastacia<br />

BÜHNE 1, 14:30 UHR,<br />

siehe Seite 36<br />

deiner Erkrankung klarkommt, dich nicht mehr<br />

anziehend findet? Bye-bye! Dann ist er nicht<br />

der Richtige.“<br />

Die Musikerin selbst ließ sich nach der<br />

Diagnose nicht unterkriegen. Geboren als<br />

Anastacia Lyn Newkirk in Chicago hatte sie<br />

schon früh mit einer eingeschränkten Gesundheit<br />

zu tun. Sie leidet seit ihrer Kindheit an der<br />

Darmkrankheit Morbus Crohn. Gerade diese<br />

Erfahrung habe ihr aber zu einem starken<br />

Durchhaltewillen verholfen, wie sie selbst<br />

sagt. Im Kampf gegen den Krebs konnte sie<br />

auf diese Fähigkeit zurückgreifen.<br />

„Ich bin nicht der Typ, der jammert. Klar, mir<br />

geht es auch mal schlecht und dann kann ich<br />

maulig sein – aber ich mag es nicht, in diesem<br />

Zustand zu bleiben. Ich denke an das ‚can‘ in<br />

‚cancer‘ und schon ist es kein trauriges Wort<br />

mehr.“<br />

In ihrer Heimat USA kann Anastacia bis heute<br />

weitgehend unbehelligt durch die Straßen<br />

flanieren. Von Amsterdam bis Sydney hat<br />

sie dafür ein Millionenpublikum von Fans, die<br />

bei Konzerten jeden ihrer Songs mitsingen.<br />

Seitdem sie mit ihrer soulgewaltigen Stimme<br />

1998 den MTV-Gesangswettbewerb „The Cut“<br />

gewann, ist die Sängerin ein Superstar.<br />

Doch nur fünf Jahre nach dem Beginn ihrer<br />

kometenhaften Karriere bekam die damals<br />

29-Jährige die Diagnose Brustkrebs. Dass<br />

der bösartige Tumor rechtzeitig entdeckt<br />

wurde, fühle sich bis heute ein bisschen an<br />

wie Schicksal, erzählt die 55-Jährige im Video-<br />

Interview mit Tanja Bülter. „Ich war in der Klinik,<br />

um eine Brustverkleinerung vornehmen zu lassen.<br />

Dabei wurde der Krebs entdeckt. Hätte<br />

ich diese OP nicht geplant – ich weiß nicht,<br />

was passiert wäre.“<br />

Sie habe immer gedacht: Niemand in meiner<br />

Familie hat das, wieso sollte ich es krie-<br />

gen? Erst nach ihrer Diagnose und in den<br />

Gesprächen mit Ärzten habe sie erfahren, dass<br />

nur rund 30 Prozent der Brustkrebserkrankungen<br />

erblich bedingt sind. „Mir ist nicht peinlich,<br />

dass ich Krebs hatte“, sagt Anastacia, „sondern<br />

ich bin angepisst, dass ich solche Dinge<br />

nicht wusste!“ Viel zu wenig publik seien die<br />

Statistiken – und gleichzeitig so wichtig. „Sie<br />

haben den Krebs an das falsche Mädchen<br />

verteilt. Ich habe eine große Klappe, und ich<br />

werde euch die Wahrheit erzählen.“ Anastacia<br />

will keine Panik schüren, wenn sie auf solche<br />

Zahlen aufmerksam macht. Sie will das richtige<br />

Bewusstsein schaffen. „Wenn ich nur das<br />

Leben einer einzigen Person verändern kann,<br />

fühle ich mich gut.“<br />

KEIN BISSCHEN LEISE<br />

Foto: Marcel Brell<br />

Als den Medien klar geworden sei, dass da<br />

jemand ist, der offen reden möchte, hätten sie<br />

es dankbar angenommen. Viele Frauen wollten<br />

das Thema vermeiden, erklärt die 55-Jährige.<br />

Weil sie sich weniger weiblich fühlten oder<br />

niemanden belasten wollten. „Das ist doch<br />

furchtbar! Niemand sollte da alleine durch. Und<br />

wenn eure Familien euch nicht unterstützen,<br />

dann wird es andere geben, die das tun.“ Tatsächlich<br />

bringe der Krebs oft die Wahrheit über<br />

Leute ans Licht. „Wenn dein Ehemann nicht mit<br />

„<br />

Die Früherkennung<br />

ist der Schlüssel.<br />

Ich hatte das<br />

Gefühl: Das muss<br />

ich den Leuten<br />

sagen!“<br />

VORSORGE ALS GESCHENK<br />

Dank einer Operation und anschließender<br />

Strahlentherapie wurde die Sängerin innerhalb<br />

von sechs Monaten wieder gesund. Dabei ging<br />

sie von Anfang an offen mit ihrer Erkrankung<br />

um und versuchte, anderen Betroffenen Mut<br />

zu machen. Außerdem lenkte Anastacia infolge<br />

ihres eigenen Schicksalsschlages immer wieder<br />

die Aufmerksamkeit auf das Thema Früherkennung<br />

– und tut das bis heute. „Die Früherkennung<br />

ist der Schlüssel. Ich hatte das<br />

Gefühl: Das muss ich den Leuten sagen!“<br />

Dass sich nicht jede Frau eine regelmäßige<br />

Mammografie, ein radiologisches Brustkrebs-<br />

Screening, leisten kann, sei ihr völlig bewusst,<br />

sagt Anastacia im Interview. Doch jede habe<br />

einmal im Jahr Geburtstag. Ihr Vorschlag:<br />

„Schreibt euren Lieben eine Mail: Ich liebe<br />

euch alle und ich weiß, ihr wollt mir Geschenke<br />

machen. Dieses Jahr wünsche ich mir eine<br />

Mammografie.“<br />

08<br />

09


YES!AWARD<br />

YES!AWARD<br />

RING OF COURAGE<br />

Krebs braucht Kommunikation.<br />

Und Kommunikation<br />

braucht das WIR. Deshalb<br />

gibt es die YES!CON und<br />

unseren Preis für Zivilcourage,<br />

den YES!AWARD<br />

– RING OF COURAGE. Seit<br />

2020 ehren wir jedes Jahr<br />

Persönlichkeiten, die Krebs<br />

eine laute Stimme geben<br />

und das Sprechen über<br />

Krebs leichter machen.<br />

Mutmacher wie die erste<br />

Preisträgerin, Manuela<br />

Schwesig, die mit ihrem<br />

couragierten Krebs-Outing<br />

und ihrem offenen Umgang<br />

mit der Erkrankung ein Zeichen<br />

gesetzt hat. Manuela<br />

Schwesig, die auch Mitglied<br />

im yeswecan!cer Soundingboard<br />

ist, wird den Ring<br />

jetzt US-Sängerin Anastacia<br />

verleihen. Deren erfolgreicher<br />

und ohne Tabus öffentlich<br />

geführter Kampf gegen<br />

Brustkrebs macht sie für<br />

viele Betroffene über<br />

Generationen hinweg<br />

zum Vorbild.<br />

Foto: Marcel Brell<br />

In Deutschland hatten bisher nur 50- bis<br />

69-Jährige alle zwei Jahre Anspruch auf eine<br />

kostenlose Mammografie. Ab Sommer 2024<br />

soll das auch für 70- bis 75-Jährige gelten. Ob<br />

auch Jüngere den Anspruch erhalten, wird<br />

noch geprüft. Anastacia gründete die Stiftung<br />

„Anastacia Fund“, um Frauen zu helfen, die<br />

auch über eine solche Geburtstags-Mail das<br />

Geld nicht zusammenkriegen würden.<br />

EIN KLARER SCHNITT<br />

So problemlos die Heilung der ersten Krebserkrankung<br />

war, so überraschend kam die zweite<br />

Diagnose. Im Jahr 2013 erkrankte Anastacia<br />

OUR SONGS<br />

Neues Album Das deutsche Publikum<br />

liebt Anastacia - und sie liebt es<br />

zurück. Um das zu zeigen, hat sie für<br />

ihr neues Album „Our Songs“ gleich<br />

eine ganze Reihe an Highlights aus<br />

der deutschen Musikgeschichte<br />

gecovert. Aus „Tage wie dieser“ von<br />

den Toten Hosen wurde „Best<br />

Days“, auch auf Englisch ein echter<br />

Partyhit. Auch Ohrwürmer wie<br />

„Cello“ von Udo Lindenberg oder<br />

„Durch den Monsun“ von Tokyo<br />

Hotel sind auf Englisch zu hören.<br />

erneut an Brustkrebs. Diesmal ließ sich die<br />

Sängerin beide Brüste entfernen.<br />

„Für mich war klar: Wenn der Krebs wiederkommt,<br />

lasse ich eine Mastektomie vornehmen“,<br />

erzählt sie im Gespräch mit Tanja Bülter.<br />

„Ich bevorzuge den Weg: Wenn die Operation<br />

erledigt ist, ist der Krebs erledigt.“ Sie definiere<br />

sich nicht über ihre Brüste, sagt die Sängerin,<br />

deshalb habe sie sich damals auch für die<br />

Brustverkleinerung entschieden. „Es war also<br />

okay für mich, diesen Teil meines Körpers zu<br />

verlieren. Er mag für manche Menschen reizvoll<br />

gewesen sein. Aber mein Leben ist wichtiger<br />

als das.“ Es gebe schließlich auch andere<br />

Zonen ihres Körpers, die interessant und<br />

empfindsam seien. „Werde einfach kreativ,<br />

Dude!“, ruft sie und strahlt beim Videointerview<br />

in die Kamera.<br />

VOLLER OPTIMISMUS<br />

Die Sängerin wollte ganz sichergehen, ließ<br />

auch die Brustwarzen entfernen. Nach der<br />

Operation habe sie sich erleichtert gefühlt.<br />

Sie musste nicht mehr alle sechs Monate zu<br />

Check-ups gehen, mit der dazugehörigen<br />

Ungewissheit, ob die Ärzte vielleicht etwas<br />

finden. Ihr unerschütterlicher Optimismus, der<br />

sie durch die Erkrankungen leitete, führt sie<br />

jetzt in die Zukunft – und ein Teil davon ist ihr<br />

neues Album, auf dem sie viele bekannte Hits<br />

aus Deutschland covert. Ihr Traum: einmal mit<br />

einigen der Originalinterpreten gemeinsam auf<br />

der Bühne stehen. Es gibt noch viel zu tun. Sie<br />

packt es an.<br />

Hier geht es zum<br />

Zoom-Interview<br />

mit Anastacia und<br />

Tanja Bülter<br />

10<br />

11


Nicole ist eine von weltweit 27.000 Krebs patienten,<br />

die bereits mit Tumor Treating Fields therapiert wurden.<br />

Gemeinsam mit unseren Patientinnen<br />

und Patienten streben wir danach, das<br />

Überleben bei einigen der aggressivsten<br />

Formen von Krebs zu verlängern –<br />

mit der Entwicklung und dem Vertrieb<br />

unserer innovativen Therapie,<br />

Tumor Treating Fields (TTFields).<br />

erfahren Sie mehr auf novocure.de<br />

© <strong>2023</strong> Novocure GmbH. Alle Rechte vorbehalten. In der Europäischen Union ist Novocure<br />

eine eingetragene Marke der Novocure GmbH. DE-COMM-00011. September <strong>2023</strong>.


YES!AWARD<br />

YES!AWARD<br />

RING OF COURAGE<br />

1. FC UNION BERLIN:<br />

HANDSPIEL<br />

RETTET LEBEN<br />

– denn Hodenkrebs lässt sich ertasten. Union-Fan<br />

Sebastian Oswald freut sich über den preiswürdigen<br />

Umgang seines Vereins mit Krebs im Profifußball.<br />

Es gibt das Klischee, dass sich männliche<br />

Fußballfans nur in wenigen Situationen<br />

des Lebens ihrer Tränen nicht schämen:<br />

bei der Hochzeit, bei der Geburt ihrer Kinder,<br />

beim Sieg ihrer Fußballmannschaft.<br />

Und dann ereilte uns Unioner die Diagnose<br />

eines unserer Spieler: Timo Baumgartl, unser<br />

Verteidiger, hat Hodenkrebs! Viele Fans des<br />

1. FC Union Berlin und von Timo Baumgartl<br />

haben geweint und waren tief betroffen.<br />

Nicht weil ein Spieler wegen der langwierigen<br />

Therapie ausfiel und der Mannschaft<br />

und uns Fans fehlte. Nein, weil uns Timo<br />

gezeigt hat: MANN! Es kann uns alle treffen!<br />

Er war ein topfitter, aufstrebender Fußballprofi,<br />

erst 26 Jahre alt. Ist es da nicht<br />

absurd, dass die meisten Krankenkassen<br />

die Kosten für eine Vorsorgeuntersuchung<br />

für Hodenkrebs erst ab<br />

dem 45. Lebensjahr übernehmen?<br />

Wir haben ihn bewundert, wie<br />

er die Krankheit hin- und aufgenommen<br />

hat. Ein bekanntes Zitat<br />

von Timo aus dieser Zeit ist: „Man<br />

kann auch ohne Haare hübsch sein.“<br />

Und: „Ich habe gelernt, dass man sich<br />

über die kleinen Dinge nicht so aufregt.“ Das<br />

habe ich als glühender Fan und langjähriges<br />

Mitglied des 1. FC Union Berlin für mein eigenes<br />

Leben mitgenommen.<br />

Timo und der Verein haben klar, emotional<br />

und menschlich kommuniziert. Sie haben uns<br />

Fans wissen lassen, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen<br />

für uns sind.<br />

OFFENHEIT UND ZUSAMMENHALT<br />

yeswecan!cer-Mitarbeiter<br />

Sebastian Oswald sieht sich in<br />

seiner Liebe zu Union bestätigt.<br />

Fotos: imago (2), 1. FC Union Berlin<br />

Als Profi Timo Baumgartl an Hodenkrebs<br />

erkrankte, standen Verein, Fans und Teamkollegen<br />

wie Rani Khedira fest an seiner Seite.<br />

Sollte das nicht selbstverständlich<br />

sein? Dass man offen darüber sprechen<br />

kann, wenn jemand krank ist?<br />

Dass er Zeit für Heilung braucht und<br />

Schwäche zeigen darf? Gerade im<br />

Profifußball war das bislang ein ziemliches<br />

Tabu. Da geht es oft nur<br />

gnadenlos um Leistung und<br />

Geld. Noch gnadenloser als<br />

in der „normalen“ Arbeitswelt.<br />

Dass die „Eisernen“<br />

hier harte Grenzen aufgebrochen<br />

haben, fanden wir bei yeswecan!cer<br />

preiswürdig. Niemand, ob Profifußballer oder<br />

nicht, sollte Angst haben, am Arbeitsplatz über<br />

seine Krebserkrankung sprechen zu dürfen.<br />

Timo spielt jetzt bei Schalke 04. Aber er<br />

wird für Unioner immer das bleiben, was er ist:<br />

„FUSSBALLGOTT!“<br />

Union bedeutet: Bund, Vereinigung, Zusammenschluss.<br />

Schöne Wortbilder in einer Welt, in<br />

der wir oft das Gefühl haben, allein gegen die<br />

Widrigkeiten des Lebens kämpfen zu müssen.<br />

Krebs gehört dazu. Wir können gegen ihn<br />

kämpfen. Und gewinnen.<br />

Timo saß mit Glatze auf der Pressekonferenz,<br />

als er verkünden konnte, dass er den<br />

Krebs besiegt hat. Sicher sein größter Sieg. Und<br />

einer für uns alle. <br />

/ Sebastian Oswald<br />

Vorbildlich!<br />

Nach der Diagnose Hodenkrebs<br />

bei Timo Baumgartl<br />

im Jahr 2022 stand der<br />

1. FC Union Berlin ihm zur<br />

Seite. Mehr noch: Der<br />

Verein kommunizierte<br />

offen und ohne Tabus, die<br />

Fans standen geschlossen<br />

hinter ihrem Spieler und<br />

alle Team-Kollegen gingen<br />

zur Vorsorge-Untersuchung<br />

in die Charité. Kurz nach<br />

dem Outing folgten drei<br />

weitere Profifußballer, die<br />

ihren Hodenkrebs öffentlich<br />

machten. Vorbildlich also<br />

und wir finden: preiswürdig.<br />

Daher geht der<br />

YES!AWARD – RING OF<br />

COURAGE an den 1. FC<br />

Union Berlin.<br />

14<br />

15


YES!AWARD<br />

Interview<br />

„NUR ZUSAMMEN<br />

KÖNNEN WIR<br />

ETWAS BEWEGEN“<br />

Friederike Behrends, Vorsitzende der Geschäfts führung der Deutschen<br />

Postcode Lotterie, erklärt das Konzept hinter dem SHINE A LIGHT-AWARD.<br />

#PostcodeEffekt<br />

Liebe Friederike Behrends, wie kommt es zur<br />

Zusammenarbeit zwischen der Deutschen<br />

Postcode Lotterie und yeswecan!cer?<br />

Die Deutsche Postcode Lotterie ist eine große<br />

deutsche Soziallotterie, bei der man nicht nur<br />

allein oder mit ganzen Nachbarschaften gewinnen<br />

kann, sondern gleichzeitig immer etwas<br />

Gutes tut und damit wirklich etwas bewirkt.<br />

Seit 2016 haben wir mehr als 4.400 soziale<br />

und grüne Projekte mit insgesamt über 175 Millionen<br />

Euro unterstützt. Wir glauben, dass die<br />

Welt von starken gemeinnützigen Organisationen<br />

profitiert. Wir wollen dort unterstützen,<br />

wo gesellschaftlich ein Mehrwert geschaffen<br />

werden kann. Krebs ist immer noch die zweithäufigste<br />

Todesursache weltweit, fast jeder<br />

ist entweder selbst oder durch Angehörige,<br />

Freunde oder Kollegen mal mit diesem Thema<br />

konfrontiert. Mit seinem einzigartigen Konzept,<br />

das Tabus bricht und niedrigschwellig Vernetzung<br />

und Hilfe ermöglicht, leistet yeswecan!cer<br />

hier einen wichtigen Beitrag. Und so sind wir<br />

zusammengekommen und haben überlegt, wo<br />

und wie wir noch unterstützen können. Denn<br />

sowohl bei yeswecan!cer als auch bei uns ist<br />

die Community wichtig. Nur zusammen können<br />

wir wirklich etwas bewegen.<br />

Für viele Menschen, ganz gleich ob Betroffene<br />

oder Angehörige, ist Krebs immer noch<br />

ein Tabu. Warum ist es Ihnen und Ihrer Organisation<br />

so wichtig, auf das Thema aufmerksam<br />

zu machen?<br />

Jedes Jahr erkranken Zehntausende Menschen<br />

an Krebs. Das Thema ist für jeden relevant. Und<br />

daher können Angebote zur Selbsthilfe, Vernetzung<br />

und Unterstützung gar nicht genug<br />

Aufmerksamkeit erhalten. Wir wollen auch die<br />

sichtbar machen, die mit großem Engagement<br />

Initiativen und Angebote schaffen, die einen<br />

positiven Impact ermöglichen oder überhaupt<br />

neue Möglichkeiten und Netzwerke aufbauen.<br />

YES!AWARD<br />

SHINE A LIGHT<br />

Große Bühne für starke Organisationen<br />

– das ist die Idee des<br />

neuen YES!AWARDs. Zusammen<br />

mit der Deutschen Postcode<br />

Lotterie möchten wir innovative<br />

Krebs-Initiativen sichtbar machen<br />

und wertschätzen. Denn engagierte<br />

Betroffene haben für ihre<br />

am Gemeinwohl und am Patienten<br />

orientierte Arbeit Anerkennung,<br />

Aufmerksamkeit und Unterstützung<br />

verdient. Die wollen wir ihnen<br />

als Hilfe zur Selbsthilfe auf der<br />

YES!CON geben. Drei Organisationen<br />

können sich, dank der Teilnehmer<br />

der Deutschen Postcode<br />

Lotterie, über die Auszeichnung<br />

und eine fünfstellige Fördersumme<br />

freuen. Die Deutsche Postcode<br />

Lotterie ist eine große deutsche<br />

Soziallotterie, bei der man nicht<br />

nur gewinnen kann, sondern<br />

gleichzeitig mit seinem Losbeitrag<br />

immer auch grüne und soziale Projekte<br />

unterstützt. Als Teil der Postcode<br />

Lottery Group ist sie mit über<br />

12,5 Mrd. EUR einer der größten<br />

Fördermittelgeber der Welt.<br />

www.postcode-lotterie.de<br />

Friederike Behrends (l.)<br />

und Katja Diemer (3. v. l.)<br />

von der Deutschen<br />

Postcode Lotterie mit<br />

Simone Adelsbach und<br />

Jörg A. Hoppe<br />

JETZT<br />

NEU!<br />

YES!AWARD<br />

Und großartig ist dabei, dass sowohl Mediziner<br />

als auch die Community involviert sind.<br />

Warum fördert die Deutsche Postcode Lotterie<br />

den SHINE A LIGHT-AWARD?<br />

Wir freuen uns sehr, im Rahmen des<br />

YES!AWARD nun auch erstmals den von uns<br />

gestifteten SHINE A LIGHT-AWARD zu vergeben<br />

– eine Ehrung, die inspirierende und<br />

innovative Projekte vorstellt und beeindruckende<br />

Menschen auszeichnet, die sonst nicht<br />

im Rampenlicht stehen. Es sind Mutmacher,<br />

deren herausragendes Engagement wir feiern<br />

möchten. Weil sie mit ihrem Einsatz die Welt für<br />

Betroffene besser machen.<br />

Warum unterstützt die Deutsche Postcode<br />

Lotterie große namhafte Organisationen,<br />

aber vor allem auch zahlreiche kleine Initiativen?<br />

Schwerpunkte unserer Förderung sind der<br />

Schutz von Natur und Umwelt, soziale Gerechtigkeit<br />

und Chancengleichheit. Entscheidend<br />

für uns ist aber der Impact, den die Organisation<br />

mit ihrem Projekt oder ihrem Engagement<br />

entwickelt – der gesellschaftliche Mehrwert.<br />

Dieser kann durch große Organisationen<br />

erfolgen, aber auch durch die vielen kleinen<br />

Organisationen. Gerade sie sind essenziell für<br />

den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und in<br />

diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtig,<br />

Engagement und Eigeninitiativen zu unterstützen.<br />

Es gibt so viele großartige Projekte, in<br />

ganz Deutschland verteilt.<br />

Bei uns steht immer die Community im<br />

Vordergrund. Mit einem Los kann man allein,<br />

aber auch mit seinen Nachbarn gewinnen und<br />

gleichzeitig Projekte in der Umgebung unserer<br />

Teilnehmer unterstützen. Wir richten dann<br />

ganze Nachbarschaftsfeste aus, bei denen die<br />

Gewinne gefeiert, aber immer auch regionale<br />

Projekte aus der Region unterstützt und eingeladen<br />

werden.<br />

16<br />

17


YES!AWARD<br />

YES!AWARD<br />

Preisträger<br />

SHINE A LIGHT<br />

Diese drei Organisationen wurden von<br />

yeswecan!cer und der Deutschen Postcode<br />

Lotterie ausgewählt. Sie können sich über<br />

einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro<br />

freuen. Einer der Preisträger kann durch<br />

Voting in der Community auf einen weiteren<br />

Scheck hoffen.<br />

YES!AWARD –<br />

SHINE A LIGHT<br />

Preisträger<br />

BÜHNE 1,<br />

14:30 UHR,<br />

siehe Seite 36<br />

Gemeinsam sind wir<br />

stark: Die Teilnehmer des<br />

Jugendcamps auf dem<br />

Flughafen Leverkusen im<br />

Sommer 2022.<br />

1<br />

LI-FRAUMENI SYNDROME<br />

ASSOCIATION DEUTSCHLAND E. V.<br />

Das Li-Fraumeni-Syndrom (LFS) ist eine genetische,<br />

also eine erbliche, Erkrankung, die für die<br />

Entwicklung bösartiger Tumore prädisponiert.<br />

Bereits in der Kindheit oder im jungen Erwachsenenalter<br />

ist das Krebsrisiko deutlich erhöht,<br />

und es kann zu Weichteil- und Knochentumoren,<br />

Blutkrebs, Hirntumoren, Tumoren der<br />

Nebenniere und Brustkrebs kommen. Das LFS<br />

gehört zu den aggressivsten Krebsprädispositions-Erkrankungen.<br />

Li-Fraumeni ist eine seltene Krankheit, die<br />

bislang viel zu wenig bekannt ist – erstaunlicherweise<br />

auch bei Ärzten.<br />

Die meisten Menschen mit LFS haben die<br />

Erkrankung von Mutter oder Vater geerbt. Bei<br />

etwa fünf bis 20 Prozent hat sich die Mutation<br />

jedoch spontan entwickelt. Bisher ist es leider<br />

nicht möglich, eine Krebserkrankung im<br />

Rahmen des LFS zu verhindern. Daher ist es<br />

entscheidend, Menschen mit LFS medizinisch<br />

zu überwachen und regelmäßige Früherkennungs-Untersuchungen<br />

durchzuführen. Statistisch<br />

ist davon auszugehen, dass etwa einer<br />

von 5.000 Menschen in Deutschland am LFS<br />

erkrankt ist. Bei 80 Millionen Einwohnern sind<br />

das 16.000 Betroffene. Von den Menschen<br />

mit LFS haben bis zum 18. Lebensjahr bereits<br />

41 Prozent einen Tumor, bis zum 70. Lebensjahr<br />

sind es fast 100 Prozent. Das LFS erfordert eine<br />

besondere Behandlungskompetenz. Auch die<br />

Forschung muss vorangetrieben werden, denn<br />

nur Forschung führt zu neuen Therapieoptionen<br />

und einer verbesserten Früherkennung.<br />

Das Preisgeld soll vor allem in die Öffentlichkeitsarbeit<br />

fließen, denn: Das Li-Fraumeni<br />

Symdrom muss bekannter werden! Nur wenn<br />

mehr Ärzte die Krankheit kennen, können Diagnosen<br />

gestellt und Patienten optimal und zielgerichtet<br />

behandelt werden.<br />

Henning Sablowski<br />

ist der Grund dafür,<br />

dass seine Eltern den<br />

Verein in Deutschland<br />

gegründet haben. Er<br />

verstarb 2020.<br />

Mehr Infos unter<br />

www.lfsa-deutschland.de<br />

18<br />

19


YES!AWARD<br />

YES!AWARD<br />

2<br />

SEGELREBELLEN –<br />

F*CK CANCER – GO SAILING!<br />

Die Segelrebellen sind eine gemeinnützige<br />

Organisation, die Segelreisen für junge<br />

Erwachsene mit Krebs anbietet. Segeln soll den<br />

Teilnehmern neues Selbstvertrauen schenken<br />

und sie motivieren, sich den alltäglichen Herausforderungen<br />

durch den Krebs zu stellen.<br />

Beim Segeln lernen sie das Handwerkszeug<br />

für lösungsorientiertes Handeln, denn auf dem<br />

Schiff ist man auf sich gestellt - Hilfe von außen<br />

ist nur begrenzt möglich.<br />

Der Gründer Marc Naumann bekam mit<br />

28 Jahren die Diagnose Hirntumor. Trotz erfolgreicher<br />

Strahlentherapie entwickelte sich zwei<br />

Jahre später ein Rezidiv, das mit einer Hochdosis-Chemo<br />

therapiert wurde. Nach Abschluss<br />

der Therapie ging Marc segeln. Für seinen<br />

noch geschwächten Körper war das eine<br />

große Herausforderung. Am Ziel angekommen,<br />

fühlte Marc sich auf eine besondere Art<br />

„unbesiegbar“. Nach dem Törn brach er sein<br />

Jurastudium ab und gründete die Segelrebellen.<br />

Mit seiner Idee von Offshore-Segeltörns<br />

für junge Erwachsene mit Krebs, die Ähnliches<br />

durchmachen mussten wie er, will er ihnen die<br />

gleichen Erfahrungen nahebringen: sich auf<br />

das Meer und den Wind einlassen, um seinen<br />

Weg zum nächsten Ziel zu finden. „Wenn es<br />

stürmisch wird, dann musst du aktiv werden,<br />

statt zu resignieren. Wie beim Segeln, so ist es<br />

auch mit dieser Krankheit.“<br />

Mit dem Preisgeld möchten die Segelrebellen<br />

ein repariertes Segel ersetzen und eine<br />

neue Rettungsinsel anschaffen. Außerdem<br />

ist immer Bedarf an Segelstipendien für Teilnehmer,<br />

die sich den Trip sonst nicht leisten<br />

könnten.<br />

Fotos: Dennis Dörr (2)<br />

Fotos: Evelyn Werner Fotografie, Patrick Kraft<br />

3<br />

BRUSTKREBSSPROTTEN E. V.<br />

Der Alltag gerät mit der Diagnose Brustkrebs<br />

gewaltig durcheinander. Niemand ist auf diesen<br />

Moment vorbereitet. In dieser Zeit fühlt<br />

man sich oft überfordert und allein. Wenn dann<br />

eine BrustkrebsSprotte um die Ecke kommt<br />

und einen an die Hand nimmt, lichten sich die<br />

dunklen Momente. Das Motto der Brustkrebs-<br />

Sprotten: „Gemeinsam stark – jetzt erst recht!“<br />

Drei an Brustkrebs erkrankte Frauen lernten<br />

sich 2016 in der Kieler Uniklinik kennen – der<br />

Beginn einer besonderen Freundschaft. Die<br />

drei gründeten aufgrund fehlender Selbsthilfeangebote<br />

in Kiel die BrustkrebsSprotten,<br />

eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Brustkrebs.<br />

Mittlerweile betreut der Verein viele<br />

Frauen mit ganz unterschiedlichen Angeboten:<br />

dem SprottenDraht (Erstkontakt und Telefonseelsorge),<br />

der SprottenSprechstunde<br />

(Begleitung im Therapiedschungel), dem<br />

Sprotten Klönschnack (Erfahrungsaustausch<br />

einmal im Monat live, Expertentalk digital), dem<br />

SprottenChat (Hilfestellung in Alltagsfragen),<br />

SprottenSport (mehrfach wöchentlich live und<br />

digital) und SprottenEvents (u. a. Kochkurse,<br />

Kreativ-Workshops, Fotoshootings). Auch ein<br />

Mutmachbuch haben die Sprotten herausgegeben,<br />

einen „Ratgeber und eine Liebeserklärung<br />

an das Leben“.<br />

Die BrustkrebsSprotten informieren, trösten,<br />

lotsen und schenken Kraft, Stärke und<br />

Zuversicht und vermitteln das gute Gefühl, mit<br />

Brustkrebs nicht allein zu sein. „Wenn wir etwas<br />

nicht ändern können, machen wir das Beste<br />

draus!“<br />

Mit dem Preisgeld wollen die Brustkrebs-<br />

Sprotten eine weitere Onkolotsin ausbilden<br />

und die SprottenSprechstunde ausweiten.<br />

20<br />

21


MEDICAL ADVISORY BOARD<br />

MEDICAL ADVISORY BOARD<br />

Ärztepower<br />

MEET THE EXPERTS<br />

Ohne den medizinischen Beirat wäre unsere Arbeit nichts. Seine Expertise<br />

hilft uns, für euch fundiert auf dem modernsten Stand der Onkologie zu<br />

sein. Einige der Mitglieder findet ihr persönlich auf der YES!CON. Kommt<br />

zum yeswecan!cer-Stand und stellt eure Fragen.<br />

PROF. DR. DIETGER<br />

NIEDERWIESER<br />

Krebsforscher und ehem.<br />

Chefarzt für Onkologie und<br />

Hämatologie am UKL Leipzig<br />

Mit pinkem Kreis gekennzeichnete<br />

Personen sind auf der YES!CON<br />

vertreten<br />

DR. CHRISTIAN<br />

WEISSENBERGER<br />

Facharzt für Palliativmedizin<br />

und Strahlentherapie in<br />

Freiburg<br />

DR. ANKE DIEHL<br />

Chief Transformation Officer an<br />

der Universitätsmedizin Essen<br />

PROF. DR. MARION KIECHLE<br />

Direktorin der Frauenklinik Universitätsklinikum<br />

rechts der Isar<br />

(TUM), Mitglied der Leopoldina,<br />

Staatsministerin a. D.<br />

DR. ADAK PIRMORADY<br />

SEHOULI<br />

Fachärztin für Psychosomatische<br />

Medizin und Leiterin<br />

Psychotherapie der Hochschulambulanz<br />

der Charité<br />

PROF. DR. JOCHEN WERNER<br />

Seit 2015 Ärztlicher Direktor<br />

und Vorstandsvorsitzender<br />

Universitätsklinikum Essen/<br />

Duisburg, Buchautor<br />

PROF. DR. INGO FROBÖSE<br />

Leiter des Zentrums für<br />

Gesundheit durch Sport und<br />

Bewegung an der Deutschen<br />

Sporthochschule in Köln<br />

PROF. DR. MARTIN GLAS<br />

Leiter des Neuroonkologischen<br />

Zentrums am Westdeutschen<br />

Tumorzentrum, Uniklinik Essen<br />

PROF. DR. WINFRIED<br />

HARDINGHAUS<br />

Chefarzt der Palliativmedizin<br />

am Franziskus-Krankenhaus<br />

in Berlin sowie Vorsitzender<br />

des Deutschen Hospiz- und<br />

PalliativVerbands<br />

DR. NEGIN KARIMIAN<br />

Assistenzärztin in der Klinik für<br />

Dermatologie, Venerologie &<br />

Allergologie der Charité Berlin<br />

PROF. DR. SHERKO KÜMMEL<br />

Direktor des Interdisziplinären<br />

Brustkrebszentrums der Kliniken<br />

Essen-Mitte<br />

PROF. DR. PHILIPP LENZ<br />

Ärztlicher Leiter der Palliativmedizin<br />

und koord. GF des<br />

Westdeutschen Tumorzentrums<br />

(WTZ) des UK Münster<br />

PROF. DR. DAVID MATUSIEWICZ<br />

Direktor für Gesundheit und<br />

Soziales am Forschungsinstitut<br />

für Gesundheit und Soziales (ifgs),<br />

Dekan an der FOM<br />

DR. MARKUS MÜSCHENICH<br />

Facharzt für Pädiatrie, Gründer<br />

und Managing Partner von<br />

Flying Health in Berlin<br />

Fotos: N. Karimian © Peter Müller, S. Kümmel © Kliniken Essen-Mitte, D. Matusiewicz © Pramudiya<br />

Fotos: Pirmorady Sehouli © Moritz Venemann, T. Schlomm © Eva Hecht, P. Wiggermann © Peter Sierigk<br />

PROF. DR. JALID SEHOULI<br />

Direktor der Klinik für Gynäkologie<br />

mit Zentrum für Onkologische<br />

Chirurgie der Charité<br />

PROF. DR. THORSTEN<br />

SCHLOMM<br />

Professor für Urologie und<br />

medizinischer Direktor Klinik für<br />

Urologie der Charité Berlin<br />

PROF. DR. DR. GUIDO<br />

SCHUMACHER<br />

Chefarzt der Klinik für Chirurgie<br />

des Städtischen Klinikums<br />

Braunschweig und Leiter des<br />

dortigen Darmkrebszentrums<br />

PROF. DR. GEORG SEIFERT<br />

Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt<br />

Onkologie und Hämatologie,<br />

Charité Berlin<br />

PROF. DR. PHILIPP<br />

WIGGERMANN<br />

Chefarzt des Instituts für<br />

Röntgendiagnostik und<br />

Nuklearmedizin am Klinikum<br />

Braunschweig<br />

JAN WITTE<br />

Facharzt für Innere Medizin<br />

und Oberarzt der Hämatologie,<br />

Onkologie und Palliativmedizin,<br />

Experte für medizinisches<br />

Cannabis<br />

PROF. DR. JÜRGEN WOLF<br />

Ärztlicher Leiter Centrum für<br />

Integrierte Onkologie (CIO) am<br />

Standort UK Köln, Sprecher<br />

Lungenkrebsprogramm<br />

Mehr zum<br />

medizinischen<br />

Beirat<br />

22<br />

23


DIGITALISIERUNG<br />

Digitalisiert euch!<br />

DATEN SIND<br />

DIE BESTE MEDIZIN<br />

Warum wir im Kampf<br />

gegen Krebs mehr<br />

Digitalisierung<br />

brauchen.<br />

Bis zu 70.000 Todesfälle pro Jahr könnten<br />

laut Barmer Arzneimittelreport<br />

2022 schon heute durch den Einsatz<br />

digitaler Technik im Gesundheitswesen verhindert<br />

werden.<br />

Doch mächtige Interessenverbände und<br />

falsch verstandener Datenschutz blockieren<br />

den Fortschritt in Forschung und Versorgung.<br />

Allein 18 Datenschutzbehörden von Bund und<br />

Ländern haben die Daten- und Deutungshoheit<br />

für sich reklamiert. Sie interpretieren<br />

Europäische Datenschutzrichtlinien nach<br />

Gutsherrenart und stellen Datenschutz über<br />

den Schutz des Lebens. In vermeintlich guter<br />

Absicht. Als „pia fraus“, lateinisch für „frommer<br />

Betrug“, hatte Ovid einst eine „Volkstäuschung<br />

für religiöse Zwecke“ bezeichnet. Dogmatischer<br />

Datenschutz ist seit Jahrzehnten Staatsreligion<br />

und Opium fürs Volk.<br />

SPÄTE DIAGNOSEN, FALSCHE THERAPIEN<br />

Dabei würde uns die Digitalisierung nicht einmal<br />

mehr kosten. Im Gegenteil! Sie könnte die<br />

Ausgaben in der Gesundheits-Versorgung um<br />

42 Milliarden Euro pro Jahr senken, wie eine<br />

aktuelle McKinsey-Studie das ganze Fiasko<br />

unterstreicht. Ein enormes Einsparpotenzial,<br />

von dem alle profitieren würden!<br />

Es ist mehr als alarmierend, dass die Lebenserwartung<br />

bei uns im westeuropäischen Vergleich<br />

eine der niedrigsten ist. Bei einem<br />

Ranking unter 16 EU-Ländern erreicht Deutschland<br />

bei den Männern den vorletzten Platz und<br />

bei den Frauen Platz 14, wie das Bundesinstitut<br />

für Bevölkerungsforschung (BiB) und das Max-<br />

Planck-Institut für demografische Forschung<br />

jüngst auswiesen. Mortalitätsforscher reklamieren,<br />

dass es gravierende Defizite bei Vorbeugung<br />

und Früherkennung gibt. Zu späte<br />

oder falsche Diagnosen sowie suboptimale<br />

oder falsche Therapien erschweren zudem<br />

eine erfolgreiche Behandlung.<br />

Wenig überraschend, dass diese hinteren<br />

Plätze bei der Lebenserwartung mit der<br />

Schlusslichtposition bei der Digitalisierung der<br />

Gesundheitsversorgung korrelieren.<br />

DIGITALE VERSORGUNG VERWEIGERT<br />

Der eklatante Widerspruch zwischen den hohen<br />

Investitionen in das teuerste Gesundheitssystem<br />

Europas und den schlechten Ergebnissen<br />

bei der Lebenserwartung ist ein deutliches<br />

Warnsignal für Effizienz und Nachhaltigkeit. Und<br />

ein lauter Weckruf für ein Umdenken!<br />

Das Grundgesetz stellt in Artikel 2 „das<br />

Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“<br />

gleich hinter die unantastbare Menschenwürde.<br />

Erschreckend, dass dieses fundamentale<br />

Grundrecht durch ein rückständiges<br />

Gesundheitssystem massiv bedroht scheint.<br />

Gerade in der datengestützten Onkologie<br />

explodiert das Fachwissen. Diese Daten sind<br />

die beste Medizin. Dass lebensrettende digitale<br />

Versorgung den Patienten im teuersten<br />

Gesundheitssystem konsequent verweigert<br />

wird, widerspricht medizinischer Ethik und<br />

kann – mit Verlaub – auch nicht verfassungskonform<br />

sein. Auf der YES!CON haben Mediziner<br />

das „unterlassene Hilfeleistung“ und „fahrlässige<br />

Tötung“ genannt. Beides „Straftaten<br />

gegen das Leben“, für die das StGB Freiheitsstrafen<br />

vorsieht. <br />

/ Jörg A. Hoppe<br />

Wir sitzen alle<br />

im selben Bus.<br />

DIGITALISIERUNG<br />

Im Rahmen unserer fortlaufenden<br />

Kampagne<br />

„Digitalisierung tötet – deinen<br />

Krebs!“ luden Krebs-<br />

Patienten am 9. Oktober<br />

Parlamentarier zu einer<br />

sogenannten eHEALTH-<br />

SEEING-TOUR ein.<br />

Eine Exkursion an die Orte,<br />

an denen die Krebsversorgung<br />

erdacht und praktiziert<br />

wird. Krebs-Patienten<br />

sowie Experten aus Politik,<br />

Medizin, Forschung und<br />

Industrie zeigten und erörterten<br />

sechs Stunden lang,<br />

wie wichtig Big Data und<br />

Künstliche Intelligenz für die<br />

Krebsversorgung sind.<br />

Was dabei herausgekommen<br />

ist, verraten wir auf der<br />

YES!CON.<br />

Mach Dich mit uns stark<br />

für eine digitale Datenversorgung.<br />

Jetzt!<br />

Hier geht’s zur<br />

Petition.<br />

24<br />

25


XYXYXY<br />

Wir können<br />

Krebstherapie...<br />

Scannen und<br />

informieren!<br />

Unser starkes Netzwerk<br />

für Krebsmedizin<br />

Spezialist:innen zur Verfügung.<br />

26<br />

denn wir behandeln<br />

388.000-mal pro Jahr.<br />

In unseren Onkologie-Zentren bieten wir eine<br />

Maximalversorgung für alle Krebsdiagnosen.<br />

Für jede:n Patient:in entwickeln wir eine individuelle<br />

Krebstherapie. Egal, in welcher unserer Kliniken Sie<br />

Ihre Behandlung beginnen – in unserem deutschlandweiten<br />

Netzwerk Krebsmedizin steht Ihnen das<br />

Wissen und die Erfahrung aller unserer<br />

CAR-T-Zelltherapie<br />

PERSONALISIERTE<br />

KILLERZELLEN<br />

GEGEN KREBS<br />

Den Krebs mit dem eigenen Immunsystem zu<br />

bekämpfen, ist die Idee hinter neuen Behandlungsformen<br />

in der Krebsmedizin. Neben den<br />

bekannten Krebstherapien wie Operation,<br />

Chemo- und Strahlentherapie ist mit der CAR-T-<br />

Zelltherapie eine neue, zielgerichtete Krebstherapie<br />

entstanden. Besonders für bislang schwer<br />

heilbare Krebsarten, wie Blut- und Lymphdrüsenkrebsarten,<br />

ist die Behandlung mit CAR-T-Zellen<br />

mit Ansprechraten von bis zu 80 Prozent ein<br />

Durchbruch gelungen.<br />

WAS IST DIE CAR-T-ZELLTHERAPIE?<br />

Krebszellen sind für das Immunsystem nicht<br />

sichtbar und können sich so ausbreiten. Mithilfe<br />

der CAR-T-Zellen sollen Krebszellen erkannt und<br />

bekämpft werden. T-Zellen oder T-Lymphozyten<br />

sind weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr<br />

sorgen. „In der CAR-T-Zelltherapie werden<br />

dem Körper T-Zellen entnommen und dann<br />

verändert und vervielfacht. Die T-Zellen werden<br />

mit sogenannten chimären Antigenrezeptoren<br />

(CARs) ausgestattet und dadurch in die Lage<br />

versetzt, Tumorzellen als fremd zu erkennen und<br />

zu zerstören. Diese veränderten Zellen werden<br />

dann als Infusion dem Körper zurückgeführt“,<br />

erklärt Prof. Glaß das Verfahren. Wissenschaftler<br />

gehen davon aus, dass genveränderte Zellen<br />

auch bei anderen Krebsarten zum Erfolg führen<br />

könnten. Diese Entwicklungen treibt das Helios<br />

Klinikum Berlin-Buch mit voran.<br />

ANZEIGE<br />

„<br />

In der CAR-T-Zelltherapie<br />

können wir<br />

patienteneigene Abwehrzellen<br />

herstellen<br />

und nutzen. Dies bedeutet<br />

eine Abkehr<br />

vom „one size fits all“<br />

hin zur personalisierten<br />

Krebsmedizin.“<br />

PROF. DR. BERTRAM GLAß, Chefarzt<br />

für Hämatologie und Zelltherapie im<br />

Helios Klinikum Berlin-Buch<br />

Mehr Infos unter<br />

helios-gesundheit.de/<br />

berlin-buch<br />

27


DIGITALISIERUNG<br />

DIGITALISIERUNG<br />

ChatGPT und die Folgen<br />

WIE KI KREBSTHERAPIEN<br />

REVOLUTIONIERT<br />

Die Intelligenz von Experten treibt in der Krebsmedizin jeden Tag Innovationen<br />

voran, die Leben retten können – mithilfe digitaler Werkzeuge<br />

würde das noch viel schneller gehen, sagt Dr. Markus Müschenich.<br />

Auf dem diesjährigen Kongress der<br />

American Society of Clinical Oncology<br />

trafen sich 40.000 der weltweit<br />

führenden Krebsspezialisten, um über die<br />

neuesten Fortschritte in der Krebstherapie zu<br />

diskutieren und ihre aktuellen Forschungsergebnisse<br />

zu präsentieren. 40.000 zweifelsfrei<br />

intelligente Menschen aller Berufsgruppen<br />

und Fachdisziplinen, die daran arbeiten, dass<br />

Krebspatientinnen und -patienten immer besser<br />

behandelt werden können.<br />

Bessere Medikamente, bessere Diagnoseverfahren<br />

und bessere Arten der Therapiebegleitung<br />

kommen durch intelligentes Denken<br />

und Handeln in die Welt der Medizin und<br />

zu den Patienten, die dringend auf den Fortschritt<br />

warten, der zwischen Leben und Tod<br />

entscheiden kann.<br />

GEBÜNDELTE INTELLIGENZ<br />

Was wäre also, wenn es statt 40.000 Experten,<br />

40.000.000 Experten wären und diese auch<br />

noch einen IQ von 2.000 hätten? Die Antwort<br />

ist einfach. Es würde schneller gehen, Innovationen<br />

zu entwickeln und diese in den Alltag<br />

der Patienten zu bringen. Und mehr noch:<br />

Lassen wir uns auf die KI ein, ist die zusätzliche<br />

Power von 40.000.000 superintelligenten<br />

Experten keine Utopie mehr, sondern<br />

ZUR PERSON<br />

Dr. med. Markus Müschenich ist<br />

von Beginn an Unterstützer von<br />

yeswecan!cer und langjähriges Mitglied<br />

im Medizinischen Beirat. Der<br />

Gesundheitswissenschaftler und<br />

Facharzt für Pädiatrie ist davon<br />

überzeugt, dass sich das Gesundheitswesen<br />

in allen Bereichen digital<br />

aufstellen muss. Dr. Müschenich<br />

ist Gründungsmitglied und Vorstand<br />

des Bundesverbands Internetmedizin<br />

und hat mit seinem Unternehmen<br />

„Flying Health“ die erste App<br />

auf Rezept eingeführt. Zusammen<br />

mit dem ehemaligen Gesundheitsminister<br />

Jens Spahn hat der Spezialist<br />

für die Medizin der Zukunft 2016<br />

das Buch „Die App vom Arzt“ veröffentlicht.<br />

Foto: Elnur / Adobe Stock<br />

technisch möglich und eine reale Chance,<br />

die Medizin von heute jeden Tag mit großen<br />

Schritten besser zu machen.<br />

ChatGPT hat uns gezeigt, was in Sachen KI<br />

geht. Software wird zum Ratgeber und Dienstleister.<br />

Auf Befehl werden exzellente Fotos<br />

geliefert, die es in der Realität kaum hätte<br />

geben können, die aber so aussehen, als<br />

hätte ein echter Fotograf sie gemacht. Musik<br />

wird komponiert, die von den genialsten Musikern<br />

aller Zeiten sein könnte und doch einer<br />

KI entstammt. Wir blicken in die Gesichter von<br />

Menschen, die aussehen wie wir, aber nicht<br />

existieren. Und alles hat als Ausgangspunkt<br />

eine Befehlseingabe, mit der wir unsere kreativen<br />

Wünsche wahr werden lassen können.<br />

DER VIRTUELLE CO-ONKOLOGE<br />

Ein solches Werkzeug nicht in den Dienst der<br />

Krebsmedizin zu stellen ist für mich unvorstellbar.<br />

Tatsächlich passiert in der Medizin schon<br />

einiges in Sachen KI. Wenn aus Millionen von<br />

Molekülkombinationen genau die eine Kombination<br />

gefunden werden muss, die dann<br />

zu einem neuen und besseren Medikament<br />

führt, ist schon heute KI am Werk. Wenn CTs<br />

und MRTs immer besser werden und bei jeder<br />

Untersuchung Hunderte von Bildern produzieren,<br />

dann kann schon heute ein Mensch die<br />

Unterstützung einer KI gut gebrauchen, um<br />

nichts zu übersehen und nicht für jede Untersuchung<br />

viele Stunden aufwenden zu müssen.<br />

Und immer dann, wenn es um die Analyse<br />

großer Datenmengen geht, gilt es intelligente<br />

Software zur Analyse einzusetzen.<br />

Dennoch steht der Einsatz Künstlicher Intelligenz<br />

in der Krebsmedizin noch am Anfang.<br />

Doch die Revolution kündigt sich bereits an.<br />

Bald wird die KI auf das Weltwissen der Onkologie<br />

zurückgreifen und natürlich die neuesten<br />

Fachartikel, Studienergebnisse und Therapieansätze<br />

in Echtzeit bereithalten. Auch ist zu<br />

28 29


DIGITALISIERUNG<br />

erwarten, dass die intelligente Vernetzung<br />

dieser Informationen zu neuen Forschungshypothesen<br />

und besseren Therapien führen<br />

wird. Ein großer Qualitätssprung ist für die Entwicklung<br />

innovativer Krebsmedikamente zu<br />

erwarten, die dann nicht mehr im Labor, sondern<br />

virtuell am Computer<br />

entwickelt und danach in<br />

der Fabrik produziert werden.<br />

Auch wenn es in Wirklichkeit<br />

deutlich komplizierter<br />

sein wird, so könnte der<br />

Befehl an ein Programm,<br />

das vielleicht OncoGPT<br />

heißen wird, lauten: „Entwickle<br />

ein Medikament zur<br />

Behandlung eines Tumors<br />

mit den folgenden genetischen<br />

Eigenschaften für folgenden<br />

Patienten!“ Dabei<br />

greift die KI auf vier Informationsquellen<br />

zu: Die Tumorhistologie<br />

und -genetik, alle<br />

bisher bekannten Patientenfälle<br />

mit einem ähnlichen<br />

Tumor, einschließlich der<br />

angewandten Therapien<br />

und den Behandlungsergebnissen,<br />

die verfügbaren<br />

Medikamente einschließlich<br />

der gerade in Studien<br />

befindlichen Präparate<br />

und natürlich die individuellen<br />

Patienteninformationen.<br />

Das Ergebnis ist eine<br />

maximal personalisierte<br />

Therapie, die bestmöglich<br />

auf die Erkrankung und die<br />

persönlichen Bedürfnisse<br />

und Möglichkeiten des<br />

Patienten zugeschnitten<br />

ist. Gleichzeitig begleitet<br />

OncoGPT zusammen mit<br />

KI hilft bei<br />

Hautkrebserkennung<br />

yeswecan!cer Panelist<br />

Dr. Titus Brinker ist erst<br />

30 Jahre alt und hat schon<br />

elf Medizin-Apps mit Millionen<br />

von Nutzern entwickelt.<br />

Sein neuester Coup, für den<br />

er beim „Vision-Zero“-Kongress<br />

geehrt wurde: Mit<br />

dem deutschen Krebsforschungszentrum<br />

und<br />

116 Hautärzten weltweit<br />

hat er eine KI entwickelt,<br />

die Hautärzten bei der<br />

Erkennung von schwarzem<br />

Hautkrebs helfen kann.<br />

Selbst durch den Facharzt<br />

ist der nicht immer leicht<br />

von gutartigen Muttermalen<br />

zu unterscheiden. Die KI<br />

identifiziert einzelne Areale<br />

der Hautveränderung und<br />

benennt sie in Fachsprache,<br />

ist so Sparringspartner für<br />

Dermatologen und liefert<br />

ein sichereres Screening für<br />

den Patienten.<br />

dem behandelnden Onkologen den gesamten<br />

Therapieverlauf. Dabei erkennt die KI Komplikationen,<br />

bevor sie gefährlich werden können,<br />

und schlägt Therapieänderungen vor, wenn<br />

es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt.<br />

Dank generativer Künstlicher Intelligenz kann<br />

sich der Patient seinen virtuellen<br />

Co-Onkologen als<br />

Avatar konfigurieren und<br />

24/7 auf ihn zurückgreifen.<br />

Eine Frage um 2 Uhr nachts<br />

ist ebenso wenig ein Problem<br />

wie ein aufmunterndes<br />

Gespräch in schwierigen<br />

Zeiten.<br />

KI UND MEDIZIN<br />

ZUSAMMENDENKEN<br />

Bei allem Optimismus<br />

gibt es auch sorgenvolle<br />

Aspekte rund um eine KIgestützte<br />

Medizin. Kommt<br />

es zu einer Entmenschlichung<br />

der Medizin, ist der<br />

Schutz der Privatsphäre<br />

sichergestellt und wie<br />

können wir sicherstellen,<br />

dass jeder Patient Zugang<br />

zu einer bestmöglichen<br />

Behandlung bekommt?<br />

Diese Sorgen gilt es ernst<br />

zu nehmen, wenn wir KI<br />

und Medizin konsequent<br />

zusammen denken wollen.<br />

Damit die Utopie einer Welt,<br />

in der Krebs seinen Schrecken<br />

verliert, wahr wird,<br />

brauchen wir die menschliche<br />

und die künstliche<br />

Intelligenz. Und den Mut,<br />

ohne zu zögern beide Welten<br />

zusammenzu bringen.<br />

<br />

/ Markus Müschenich<br />

30


Stand bei Redaktionsschluss am 31.08.<strong>2023</strong><br />

Programmupdates per QR-Code:<br />

4.0 | BERLIN<br />

PROGRAMM<br />

14. OKTOBER <strong>2023</strong><br />

TOPICS<br />

DIGITALISIERUNG<br />

ePA OPT-OUT<br />

KREBS BRAUCHT<br />

KOMMUNIKATION<br />

KI<br />

KREBS AM<br />

ARBEITSPLATZ<br />

Foto: Christine Jost / Axica<br />

KLINISCHE<br />

STUDIEN<br />

HEILENDE ARCHITEKTUR<br />

ERNÄHRUNG<br />

EAT WELL – FEEL BETTER


Samstag, 14. Oktober — Bühne 1 — Live aus dem AXICA<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

11:00 Uhr BEGRÜSSUNGEN<br />

Dr. Ina Czyborra, Berliner Senatorin für Wissenschaft,<br />

Gesundheit und Pflege<br />

S. 34<br />

11:00 Uhr CARE! WARUM EIN GESUNDER<br />

EGOISMUS SO WICHTIG IST<br />

Katrin Hiersche<br />

S. 39<br />

Prof. Dr. Karl Lauterbach, Bundesgesundheitsminister<br />

11:30 Uhr ChatGPT UND DIE FOLGEN – WIE KI DIE<br />

KREBSMEDIZIN REVOLUTIONIERT<br />

Dr. Titus Brinker, Dr. Markus Müschenich, Stefanie Polat, Simon<br />

Sack, Prof. Dr. Jochen Werner, Prof. Dr. Christiane Woopen<br />

12:30 Uhr DIGITALISIERUNG IN DER MEDIZIN – WARUM<br />

DEUTSCHLAND DEN ANSCHLUSS VERLIERT<br />

Dr. Johannes Bruns, Jin Choi, Dr. Markus Leyck Dieken, Dr.<br />

Susanne Ozegowski, Martin Proske, Prof. Dr. Christof von Kalle<br />

13:30 Uhr NEUE CHANCEN FÜR KREBSPATIENTEN –<br />

MIT KLINISCHEN STUDIEN LEBEN RETTEN!<br />

Dr. Susanne Busta, Anja Laskowski, Prof. Dr. Thorsten Schlomm,<br />

Prof. Dr. Jalid Sehouli, Yvonne Ulrich<br />

S. 35<br />

S. 35<br />

S. 36<br />

11:30 Uhr PREHABILITATION – FIT FÜR DIE OP!<br />

Maike Canzler, Prof. Dr. Jalid Sehouli<br />

12:00 Uhr TIME IS LIFE – FORTSCHRITTE BEI<br />

MEDIKAMENTEN GEGEN KREBS<br />

Dr. Daniel Kalanovic, Prof. Dr. Dietger Niederwieser,<br />

Doris C. Schmitt<br />

12:30 Uhr AUTORENTALK<br />

Sarah Blumenfeld, Dr. Wolfram Gössling, Arno Luik<br />

13:30 Uhr CHIRURGIE 2.0 – NEUES AUS DEM OP<br />

Prof. Dr. Dr. Guido Schumacher, Prof. Dr. Philipp Wiggermann<br />

14:00 Uhr ALTA, FÜR KREBS BIN ICH DOCH ZU JUNG?!<br />

Liz, Franziska Peitzmeier<br />

S. 39<br />

S. 40<br />

S. 42<br />

S. 43<br />

S. 44<br />

14:30 Uhr YES!AWARD – RING OF COURAGE<br />

Verleihung an Anastacia und den 1. FC Union Berlin<br />

YES!AWARD – SHINE A LIGHT<br />

Auszeichnung von drei Gewinnern<br />

15:30 Uhr KREBS BRAUCHT KOMMUNIKATION –<br />

WIE KANN DAS IM JOB GELINGEN?<br />

Julia Becker, Claudia Lässig, Bettina Prange, Manuela<br />

Schwesig, Alexandra Trudnowski<br />

16:30 Uhr NICHT KRANK UND DOCH BETROFFEN – WAS DIE<br />

DIAGNOSE KREBS FÜR ANGEHÖRIGE BEDEUTET<br />

Daniel Aminati, Patrice Aminati, Jolijn Boer, Prof. Dr. Florian<br />

Gebauer, Prof. Dr. Martin Glas, Serap Tari<br />

S. 36<br />

S. 37<br />

S. 37<br />

14:30 Uhr WIR MÜSSEN REDEN! BRUSTKREBS –<br />

UND DIE ANGST VOR DEM RÜCKFALL<br />

Ingid Faber, Dr. med. Dierk Heimann, PD Dr. med. Mattea<br />

Reinisch, Nadja Will<br />

15:30 Uhr KEYNOTE: HEILENDE ARCHITEKTUR<br />

Prof. Dr. Tanja C. Vollmer<br />

16:00 Uhr FEEL GOOD – WÄHREND UND<br />

NACH DER KREBSTHERAPIE<br />

Doc Felix, Carolin Kotke<br />

16:30 Uhr WAS KREBSPATIENTEN ÜBER<br />

THROMBOSE WISSEN SOLLTEN<br />

Prof. Dr. Rupert Bauersachs<br />

S. 44<br />

S. 45<br />

S. 45<br />

S. 46<br />

17:30 Uhr BRUSTKREBS – NEUE THERAPIEN<br />

GEBEN GRUND ZUR HOFFUNG<br />

Dr. Anke Diehl, Dagmar Gard, Prof. Dr. Marion Kiechle,<br />

Prof. Dr. Sherko Kümmel, PD Dr. med. Naiba Nabieva<br />

S. 38<br />

17:00 Uhr AUTORENTALK<br />

Prof. Dr. David Matusiewicz, Prof. Dr. Jochen Werner<br />

17:30 Uhr EINMAL KREBS – IMMER ANGST?<br />

Prof. Dr. Philipp Lenz, Dunja Limburg<br />

S. 46<br />

S. 47<br />

18:00 Uhr LIVE-PODCAST<br />

KREBS BRAUCHT KOMMUNIKATION – AUCH IM BETT<br />

Paula Lambert im Gespräch mit Alex Jenniges<br />

S. 47<br />

32 33


PROGRAMM<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 1 — Live aus dem AXICA<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 1 — Live aus dem AXICA<br />

PROGRAMM<br />

34<br />

HOSTING<br />

BEGRÜSSUNG<br />

Als Deutschlands größte<br />

Krebs-Convention freuen<br />

wir uns, dass auch dieses<br />

Jahr wieder der amtierende<br />

Gesundheitsminister,<br />

Prof. Dr. Karl Lauterbach,<br />

die Eröffnungsworte<br />

sprechen und Schirmherr<br />

sein wird. Krebs braucht<br />

Kommunikation. Unter<br />

Betroffenen, zwischen<br />

Arzt und Patient sowie<br />

in die Politik und mit der<br />

Politik. Toll daher, dass<br />

wir auch die Berliner<br />

Gesundheitssenatorin<br />

Dr. Ina Czyborra für<br />

eine Keynote gewinnen<br />

konnten.<br />

11:00 Uhr<br />

JULIA JOSTEN<br />

Moderatorin<br />

SUSANNE REIMANN<br />

Moderatorin und<br />

Coach<br />

PROF. DR. KARL<br />

LAUTERBACH<br />

Bundesgesundheitsminister<br />

und Schirmherr<br />

der YES!CON <strong>2023</strong><br />

TANJA BÜLTER<br />

Moderatorin, Journalistin,<br />

Autorin und<br />

Brustkrebs-Patientin<br />

PAULA LAMBERT<br />

Sexpertin und<br />

Autorin<br />

DR. HAJO<br />

SCHUMACHER<br />

Kolumnist, Moderator,<br />

Podcaster und Autor<br />

JANA WOSNITZA<br />

Moderatorin und<br />

Angehörige<br />

DR. INA CZYBORRA<br />

Berliner Senatorin für<br />

Wissenschaft, Gesundheit<br />

und Pflege<br />

Fotos: H. Schumacher © Markus C. Hurek, P. Lambert © Ria Schäfli, J. Wosnitza © Basti Sevastos, I. Czyborra © Hans-Christian Plambeck, K. Lauterbach © Thomas Ecke<br />

Fotos: C. Woopen © Christoph Hardt, T. Brinker © NCT, S. Sack © Oliver Wagner, J. Bruns © Georg Roither, S. Ozegowski © Thomas Ecke, L. Dieken © Gematik / Jan Pauls, C. von Kalle © Simone Baar<br />

ChatGPT UND DIE<br />

FOLGEN – WIE KI<br />

DIE KREBSTHERAPIE<br />

REVOLUTIONIERT<br />

Spätestens seit ChatGPT<br />

ist das Thema künstliche<br />

Intelligenz (KI) in unserem<br />

Alltag angekommen. Und<br />

KI kann weit mehr, als mit<br />

Nutzern über textbasierte<br />

Nachrichten zu kommunizieren<br />

– sie hilft, Leben zu<br />

retten. In der Onkologie<br />

ist das Potenzial von<br />

selbstlernenden Computerprogrammen<br />

enorm:<br />

Durch Analyse und Vergleich<br />

großer Datenmengen<br />

können Krankheiten<br />

schneller erkannt werden.<br />

11:30 Uhr, Moderation:<br />

Julia Josten<br />

DIGITALISIERUNG IN<br />

DER MEDIZIN – WARUM<br />

DEUTSCHLAND DEN<br />

ANSCHLUSS VERLIERT<br />

Für eine schnellere und<br />

papierfreie Weitergabe<br />

von Patientendaten und<br />

eine entschlackte Verwaltung<br />

ist die Digitalisierung<br />

unabdingbar. Deutschland<br />

liegt jedoch im Vergleich<br />

zu stark digitalisierten<br />

Nationen wie bspw.<br />

Estland und Dänemark<br />

weit zurück. Ein Segment<br />

stellt die ePA dar – die<br />

elektronische Patientenakte.<br />

Ab 2025 soll sie für<br />

Kassenpatienten verbindlich<br />

sein.<br />

12:30 Uhr, Moderation:<br />

Dr. Hajo Schumacher<br />

PROF. DR.<br />

CHRISTIANE WOOPEN<br />

Medizinethikerin, Direktorin<br />

des Center for Life<br />

Ethics, Heinrich-Hertz-<br />

Professorin<br />

DR. MARKUS<br />

MÜSCHENICH<br />

Gesundheitswissenschaftler,<br />

Vorstand Bundesverband<br />

Internetmedizin<br />

DR. JOHANNES<br />

BRUNS<br />

Generalsekretär<br />

der Deutschen<br />

Krebsgesellschaft<br />

DR. MARKUS LEYCK<br />

DIEKEN<br />

Geschäftsführer der<br />

gematik<br />

PROF. DR. JOCHEN<br />

WERNER<br />

Ärztlicher Direktor und<br />

Vorstandsvorsitzender<br />

des Universitätsklinikums<br />

Essen/Duisburg<br />

STEFANIE POLAT<br />

SVP und Head of Strategy<br />

and Customer Engagement<br />

EMEA, Siemens<br />

Healthineers<br />

MARTIN PROSKE<br />

Leiter der operativen<br />

Onkologie-Abteilung,<br />

Roche Pharma AG<br />

Deutschland<br />

PROF. DR. CHRISTOF<br />

VON KALLE<br />

Direktor Klinisches Studienzentrum<br />

Charité,<br />

Vorsitzender Beirat<br />

Vision Zero Oncology<br />

DR. TITUS BRINKER<br />

Arzt und Forscher am<br />

Nationalen Centrum für<br />

Tumorerkrankungen<br />

(NCT) Heidelberg<br />

SIMON SACK<br />

Gründer des<br />

Unternehmens<br />

NEUROLOGIQ<br />

DR. SUSANNE<br />

OZEGOWSKI<br />

Leiterin der Abteilung<br />

„Digitalisierung und<br />

Innovation“ im BMG<br />

JIN CHOI<br />

Group Director<br />

DACH bei Meta und<br />

Angehöriger<br />

35


PROGRAMM<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 1 — Live aus dem AXICA<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 1 — Live aus dem AXICA<br />

PROGRAMM<br />

NEUE CHANCEN FÜR<br />

KREBSPATIENTEN –<br />

MIT KLINISCHEN STU-<br />

DIEN LEBEN RETTEN!<br />

KREBS BRAUCHT<br />

KOMMUNIKATION –<br />

WIE KANN DAS IM JOB<br />

GELINGEN?<br />

Seit Corona und der<br />

rasanten Entwicklung von<br />

Impfstoffen ist das Thema<br />

„klinische Studien“ in<br />

aller Munde. Dabei wird<br />

oft undifferenziert über<br />

ethische und moralische<br />

Aspekte diskutiert. Fakt<br />

ist: Klinische Studien sind<br />

Wegbereiter der Wissenschaft<br />

und des Fortschritts.<br />

Ohne sie gäbe es<br />

keine neuen Arzneimittel.<br />

Für austherapierte Krebspatienten<br />

sind sie eine<br />

reale Hoffnung.<br />

13:30 Uhr, Moderation:<br />

Susanne Reimann<br />

SHINE<br />

A LIGHT<br />

AWARD<br />

<strong>2023</strong><br />

DR. SUSANNE<br />

BUSTA<br />

Leiterin der Abteilung<br />

Klinische Studien<br />

Regional DACH, BMS<br />

YVONNE ULRICH<br />

SVP Head Clinical<br />

Operations EMEA and<br />

Global Head Patient<br />

Experience, Syneos Health<br />

YES!AWARD <strong>2023</strong><br />

RING OF COURAGE UND<br />

SHINE A LIGHT<br />

Verleihung des RING OF COURAGE<br />

durch Manuela Schwesig und<br />

Joko Winterscheidt, Auszeichnung<br />

von drei Initiativen mit dem<br />

SHINE A LIGHT AWARD<br />

14:30 Uhr, Moderation:<br />

Julia Josten<br />

PROF. DR. THORSTEN<br />

SCHLOMM<br />

Professor für Urologie und<br />

medizinischer Direktor<br />

Klinik für Urologie der<br />

Charité<br />

ANJA LASKOWSKI<br />

Wirtschaftsjuristin<br />

und Betroffene,<br />

yeswecan!cer patients<br />

relation<br />

Es gibt einen neuen Preis – und der gehört euch! Und das gleich drei Mal: Zusammen mit der<br />

Deutschen Postcode Lotterie zeichnen wir drei Initiativen für ihr Patienten-Engagement aus.<br />

PROF. DR. JALID<br />

SEHOULI<br />

Direktor der Klinik für<br />

Gynäkologie mit Zentrum<br />

für Onkologische<br />

Chirurgie der Charité<br />

Fotos: S. Busta © jacklinfotos.com, T. Schlomm © Eva Hecht<br />

Fotos: B. Prange © Publicis Groupe Germany, C. Lässig © Wolfgang Stahr, M. Schwesig © SPD MV / Susie Knoll, F. Gebauer © Helios / Michael Mutzberg,<br />

S. Tari © LMU Klinikum / Andreas Steeger, D. und P. Aminati © imago, J. Boer © PicturePeole Studio Berlin<br />

Nach der Diagnose Krebs<br />

stellt sich die Frage:<br />

Schweigen oder darüber<br />

reden? Das gilt generell<br />

im Alltag, aber auch bei<br />

der Kommunikation am<br />

Arbeitsplatz. Denn zu den<br />

Sorgen um die Gesundheit<br />

kommt die Angst,<br />

den Job zu verlieren<br />

und in finanzielle Not zu<br />

geraten. Was sage ich<br />

wann meinen Kollegen?<br />

Und möchte ich überhaupt,<br />

dass alle Bescheid<br />

wissen?<br />

15:30 Uhr, Moderation:<br />

Dr. Hajo Schumacher<br />

NICHT KRANK UND<br />

DOCH BETROFFEN –<br />

WAS DIE DIAGNOSE<br />

KREBS FÜR ANGEHÖ-<br />

RIGE BEDEUTET<br />

500.000 Menschen in<br />

Deutschland erkranken<br />

jedes Jahr neu an Krebs.<br />

Eine Schock-Diagnose<br />

auch für Angehörige, die<br />

nicht nur die wichtigste<br />

Quelle seelischer<br />

Unterstützung für die<br />

Erkrankten, sondern<br />

selbst mit großen Sorgen<br />

konfrontiert sind. Wie<br />

kann man als Angehöriger<br />

unterstützen und<br />

gleichzeitig auf sich<br />

selbst achten?<br />

16:30 Uhr, Moderation:<br />

Susanne Reimann<br />

JULIA BECKER<br />

Aufsichtsratsvorsitzende<br />

der FUNKE<br />

Mediengruppe und<br />

Medienmanagerin<br />

MANUELA<br />

SCHWESIG<br />

Ministerpräsidentin<br />

des Landes Mecklenburg-Vorpommern<br />

und<br />

Brustkrebs-Betroffene<br />

PROF. DR.<br />

MARTIN GLAS<br />

Leiter der Klinischen<br />

Neuroonkologie an der<br />

Universitätsklinik Essen<br />

und Hirntumorexperte<br />

DANIEL AMINATI<br />

Moderator, Schauspieler,<br />

Sänger, Tänzer, Podcaster<br />

und Autor<br />

BETTINA PRANGE<br />

Chief Talent Officer<br />

DACH, Publicis Groupe<br />

ALEXANDRA<br />

TRUDNOWSKI<br />

Geschäftsführerin bei<br />

MW Office, Brustkrebs-<br />

Patientin<br />

PROF. DR.<br />

FLORIAN GEBAUER<br />

Direktor Chirurgisches<br />

Zentrum, Helios<br />

Universitätsklinikum<br />

Wuppertal<br />

PATRICE AMINATI<br />

Hautkrebs-Patientin<br />

CLAUDIA LÄSSIG<br />

Unternehmerin und<br />

Brustkrebs-Betroffene<br />

SERAP TARI<br />

Psychoonkologin,<br />

Leiterin des Projekts<br />

„Bayern goes SDM“<br />

(Shared Decision<br />

Making) am BZKF<br />

JOLIJN BOER<br />

Doktorandin an der<br />

Charité, Angehörige<br />

eines Glioblastom-<br />

Patienten<br />

36 37


PROGRAMM<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 1 — Live aus dem AXICA<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

PROGRAMM<br />

BRUSTKREBS –<br />

NEUE THERAPIEN<br />

GEBEN GRUND ZUR<br />

HOFFNUNG<br />

Brustkrebs ist die häufigste<br />

Krebserkrankung<br />

bei Frauen – jede Achte<br />

ist im Laufe ihres Lebens<br />

betroffen. Die Überlebenschancen<br />

sind in<br />

den letzten Jahren enorm<br />

gestiegen, auch dank der<br />

Entwicklung neuer Medikamente<br />

und zielgerichteter<br />

Therapien. Teilweise<br />

sind die Medikamente<br />

noch nicht zugelassen,<br />

aber Untersuchungen<br />

lassen auf gute Erfolge<br />

schließen.<br />

17:30 Uhr, Moderation:<br />

Julia Josten<br />

PROF. DR. MARION<br />

KIECHLE<br />

Direktorin der<br />

Frauenklinik<br />

Universitätsklinikum<br />

rechts der Isar<br />

DR. ANKE DIEHL<br />

Chief Transformation<br />

Officer an der Universitätsmedizin<br />

Essen<br />

PROF. DR. SHERKO<br />

KÜMMEL<br />

Direktor des Brustzentrums<br />

der Kliniken<br />

Essen-Mitte<br />

PD DR. MED. NAIBA<br />

NABIEVA<br />

Medical Advisor Breast<br />

Cancer, Novartis<br />

DAGMAR GARD<br />

Brustkrebs-Aktivistin,<br />

Leistungssportlerin<br />

ONE:ONE<br />

Zwei Köpfe, zwei<br />

Meinungen. Wir wollen<br />

spannende Gesprächspartner<br />

in den direkten<br />

Austausch bringen.<br />

Zwei Menschen, die aus<br />

unterschiedlichen Blickwinkeln<br />

auf das gleiche<br />

Thema schauen. Keine<br />

Moderation, 30 Minuten<br />

Zeit. Im besten Fall ermöglicht<br />

das ONE:ONE<br />

uns neue Sichtweisen<br />

und überraschende<br />

Schnittmengen.<br />

CARE! WARUM EIN<br />

GESUNDER EGOISMUS<br />

SO WICHTIG IST<br />

Sehr persönlich erzählt<br />

Katrin Hiersche von ihrer<br />

Erfahrung mit der Diagnose<br />

Krebs - von ihrem<br />

Schock und den vielen<br />

Fragen, die sie hatte. Von<br />

dem schwierigen Weg<br />

hin zur Akzeptanz ihres<br />

erkrankten Körpers und<br />

zu ihrem neuen Erscheinungsbild.<br />

Sie berichtet<br />

vom Umgang mit Angehörigen<br />

und Freunden – und<br />

dass sie diese manchmal<br />

mehr trösten musste als<br />

umgekehrt.<br />

11:00 Uhr<br />

KATRIN HIERSCHE<br />

Brustkrebspatientin,<br />

Unternehmensberaterin,<br />

Beauty-Coach und<br />

Onko-Coach<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

ONE:ONE –<br />

PREHABILITATION:<br />

FIT FÜR DIE OP<br />

HALLO DOC!<br />

Moderatorin Tanja Bülter im Gespräch<br />

mit Experten und Patienten<br />

zu einem Thema, das für die Community<br />

relevant ist. Es geht um Austausch,<br />

Information und Vorstellung<br />

neuer Behandlungsmethoden. Eine<br />

Reihe, die Schwerpunkte zu jeweils<br />

einem onkologischen Thema beleuchtet.<br />

Mit HALLO DOC! wollen<br />

wir wichtige Informationen direkt<br />

zu den Betroffenen und Interessierten<br />

bringen.<br />

Fotos: S. Kümmel © Kliniken Essen-Mitte, K. Hiersche © Maike Thumel<br />

Reha-Maßnahmen kennen<br />

wir alle. Aber nicht nur<br />

eine gute Nachsorge – bereits<br />

eine umfassende Vorsorge<br />

im Vorfeld einer OP<br />

hat einen positiven Effekt<br />

auf den Verlauf und das<br />

Resultat einer OP. Ein Baustein<br />

der Prehabilitation ist<br />

dabei der gezielte Aufbau<br />

von Muskeln, Beweglichkeit<br />

und Ausdauer.<br />

11:30 Uhr<br />

PROF. DR.<br />

JALID SEHOULI<br />

11:30 Sa 14.10.23 Uhr<br />

MAIKE<br />

CANZLER<br />

yescon.org<br />

38<br />

39


PROGRAMM<br />

TIME IS LIFE – FORT-<br />

SCHRITTE BEI MEDIKA-<br />

MENTEN GEGEN KREBS<br />

Die Onkologie gehört zu<br />

den großen Forschungsgebieten<br />

in der Medizin,<br />

in denen sich gerade<br />

viel bewegt. Gleichzeitig<br />

ist auch der Bedarf an<br />

innovativen Therapieansätzen<br />

sehr hoch. Doris<br />

C. Schmitt spricht aus<br />

Sicht einer Patientin mit<br />

zwei Experten darüber,<br />

was Krebspatienten über<br />

innovative Therapien<br />

hinaus noch brauchen, wo<br />

in nächster Zeit Neuerungen<br />

zu erwarten sind und<br />

wo besonders intensiv<br />

geforscht wird.<br />

12:00 Uhr<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

DR. DANIEL<br />

KALANOVIC<br />

Senior Medical Director<br />

von Pfizer Deutschland<br />

PROF. DR. DIETGER<br />

NIEDERWIESER<br />

Krebsforscher und<br />

ehem. Chefarzt für<br />

Onkologie und<br />

Hämatologie am<br />

UKL Leipzig<br />

DORIS C. SCHMITT<br />

Kommunikationstrainerin,<br />

Betroffene<br />

WISSENSWERTES<br />

ÜBER HPV<br />

Humane Papillomviren (HPV)<br />

zählen zu den häufigsten durch Intimkontakte übertragenen<br />

Viren. Sie werden über kleinste Verletzungen<br />

der Haut bzw. Schleimhaut von Mensch zu Mensch<br />

übertragen. Die Infektion bleibt meist unbemerkt und<br />

heilt beschwerdefrei ab. In manchen Fällen kann eine<br />

Infektion bestimmte Er krankungen zur Folge haben:<br />

z . B . Krebsvorstufen und auch bestimmte Krebsarten im<br />

Genital- oder Mund-Rachen-Bereich. Hiervon können<br />

beide Geschlechter betroffen sein.<br />

85 – 90 %<br />

aller Menschen<br />

infizieren sich im Laufe<br />

des Lebens mit HPV<br />

Mund/<br />

Rachenkrebs<br />

Analkrebs<br />

Peniskrebs<br />

Feigwarzen<br />

35 %<br />

aller Frauen von 20 bis 25 Jahren<br />

sind in Deutschland mit einem<br />

Hochrisiko-HPV-Typ infiziert<br />

Mund/<br />

Rachenkrebs<br />

Gebärmutterhalskrebs<br />

Analkrebs<br />

Scheidenkrebs<br />

Vulvakrebs<br />

Feigwarzen<br />

~ 7.850<br />

Menschen erkranken<br />

jährlich in Deutschland an<br />

HPV-bedingtem Krebs<br />

Der GenussKompass<br />

unterstützt und inspiriert<br />

Brustkrebspatientinnen<br />

mit leckeren Rezepten<br />

und hilfreichen Tipps,<br />

sich ausgewogen und<br />

bewusst zu ernähren.<br />

Entwickelt wurde er von<br />

einem interdisziplinären<br />

Experten-Team aus Onkologie<br />

(Prof. Diana Lüftner),<br />

Kulinarik (Köchin Cornelia<br />

Poletto), eigener Erfahrung<br />

(Patientin Claudia<br />

Altmann-Pospischek) und<br />

Ernährungswissenschaft<br />

(Kerstin Dobberstein).<br />

Stellen Sie Ihre Fragen<br />

und erfahren Sie mehr<br />

über eine gesunde Ernährung<br />

bei Brustkrebs!<br />

Wir freuen uns auf Sie am<br />

AstraZeneca Stand um<br />

15:30 Uhr.<br />

40<br />

MSD Sharp & Dohme GmbH | Levelingstraße 4a | 81673 München<br />

DE-NON-03165<br />

Krebsvorsorge – je früher desto besser<br />

Die wichtigste HPV-Vorsorgemaßnahme ist die Impfung.<br />

Die HPV-Impfung * kann einer Infektion mit bestimmten<br />

HPV-Typen und bestimmten damit im Zusammenhang<br />

stehenden Krebserkrankungen vorbeugen. Die Kosten<br />

werden für Mädchen und Jungen von 9 bis 17 Jahren<br />

von den gesetzlichen und in der Regel von den privaten<br />

Kranken versicherungen übernommen.<br />

Entschieden fürs Leben. ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs.<br />

entschiedengegenkrebs.de<br />

* Eine HPV-Impfung dient je nach verwendetem Impfstoff zur Vorbeugung bestimmter HPV-bedingter Erkrankungen wie:<br />

Krebsvorstufen und Krebs des Gebärmutterhalses (Zervix), der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane (Vulva), der Scheide (Vagina) und des Afters (Anus)<br />

sowie Genitalwarzen.<br />

Eine Kooperation von<br />

mit<br />

AOK – Die Gesundheitskasse in Hessen<br />

Die STIKO empfiehlt die frühzeitige<br />

HPV-Impfung für Jungen und Mädchen.<br />

Die HPV-Impfung kann bereits ab einem<br />

Alter von 9 Jahren erfolgen.<br />

<br />

Deutsche STI-Gesellschaft<br />

Gesellschaft zur Förderung der<br />

Sexuellen Gesundheit


PROGRAMM<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

PROGRAMM<br />

AUTORENTALK:<br />

SCHREIBEN ÜBER<br />

KREBS<br />

Schreiben ist ein Mittel,<br />

einschneidende Erlebnisse<br />

für sich selbst<br />

einzuordnen und zu<br />

verarbeiten. Viele Krebspatienten<br />

wählen diese<br />

Art der „Therapie“. In der<br />

Auseinandersetzung mit<br />

der Krankheit werden<br />

Gefühle und Ängste verschriftlicht<br />

und es wird<br />

ein oft sehr persönlicher<br />

Umgang mit der Krankheit<br />

geschildert.<br />

Es entstehen Texte, die<br />

auch einen Mehrwert für<br />

andere Betroffene und<br />

ihr Umfeld darstellen.<br />

Auch in diesem Jahr<br />

stellen wir auf der<br />

YES!CON interessante<br />

Neuerscheinungen rund<br />

um das Thema Krebs vor<br />

und sprechen mit den<br />

Autoren.<br />

12:30 Uhr<br />

Moderation:<br />

Jana Wosnitza<br />

DR. WOLFRAM GÖSSLING<br />

Praktizierender Onkologe, Forscher und Autor<br />

Wolfram Gössling ist in Deutschland<br />

geboren, lebt seit vielen<br />

Jahren in den USA und ist<br />

Professor und Chefarzt an<br />

der Harvard Medical School in<br />

Boston. 2013 erkrankt er selbst<br />

an einem seltenen, aggressiven<br />

Krebs (Angiosarkom), 2020 erleidet er einen Rückfall.<br />

„Ich bin Krebsarzt, ich soll Krebs behandeln –<br />

doch nicht selbst an ihm erkranken.“ In seinem<br />

Buch „Am Leben bleiben“ schildert Dr. Gössling<br />

seine unwahrscheinliche Heilung, seinen Umgang<br />

mit der Erkrankung, traumatische Behandlungen<br />

und seine Erfahrungen als Patient.<br />

ARNO LUIK<br />

Journalist und Autor<br />

Der frühere Chefredakteur<br />

der „taz“ und „stern“-Autor<br />

schreibt in seinem Roman<br />

„Rauhnächte“ offen und<br />

ohne Zurückhaltung über seine<br />

schwere Darmkrebserkrankung.<br />

Ab dem Zeitpunkt kurz nach der Diagnosestellung<br />

lässt er den Leser an seinen Ängsten und Gedanken,<br />

auch über Krebs als Tabuthema in unserer<br />

Gesellschaft, teilhaben. Gepaart sind die Berichte<br />

über seinen Zustand nicht nur mit E-Mails und<br />

Briefen von Freunden und Weggefährten, sondern<br />

auch mit kritischen Beobachtungen zu unserer Zeit.<br />

SARAH BLUMENFELD<br />

Cancer Coach und Brustkrebs-Langzeitüberlebende<br />

Insgesamt drei Mal besiegt sie den Krebs, obwohl<br />

Ärzte ihr vor 18 Jahren kaum Hoffnung machten.<br />

Ihre Erfahrungen mit der Krankheit und wie sie<br />

es schafft, sich nach Rückschlägen immer neu zu<br />

motivieren, das gibt sie heute an andere Patienten<br />

weiter – als Cancer Coach in Sachen Ernährung,<br />

Bewegung und mit einer positiven inneren Haltung.<br />

Auf der YES!CON 4.0 wird Sarah Blumenfeld aus<br />

ihrem Buch „Cancer Coaching: Eine genesene<br />

Krebs-Patientin und Onko-Beraterin klärt auf“ lesen.<br />

Fotos: W. Gössling © Fabian Zapatka, A. Luik © Ulli Fetzer<br />

Fotos: P. Wiggermann © Peter Sierigk, S. Lobo © Anatol Kotte<br />

HALLO DOC!<br />

CHIRURGIE 2.0 – NEUES AUS DEM OP<br />

Ein Gespräch über innovative Möglichkeiten in der<br />

Chirurgie. Antworten auf die Fragen, welche Rolle<br />

Chirurgen in einer Tumorkonferenz spielen, welche<br />

Fachabteilungen dabei noch vertreten sind und was<br />

interdisziplinäres Arbeiten bedeutet.<br />

13:30 Uhr<br />

„<br />

Durch Deutschland<br />

muss ein KI-Ruck<br />

gehen.“<br />

zur Keynote:<br />

PROF. DR. DR.<br />

GUIDO SCHUMACHER<br />

Chefarzt der Allgemeinund<br />

Viszeralchirurgie des<br />

Klinikum Braunschweig<br />

und Leiter des dortigen<br />

Darmkrebszentrums<br />

PROF. DR. PHILIPP<br />

WIGGERMANN<br />

Chefarzt der Radiologie<br />

und Nuklearmedizin<br />

am Städtischen<br />

Klinikum Braunschweig<br />

Mit diesem Zitat beherrschte<br />

Sascha Lobo im Mai die<br />

Schlagzeilen des größten<br />

Media-Events, der OMR.<br />

Er ist einer der prominentesten<br />

Blogger und „Spiegel“-<br />

Kolumnist seit 2011 und die<br />

Stimme, wenn es um digitale<br />

Zukunft geht. Dabei widmet<br />

er sich insbesondere der<br />

defizitären Digitalisierung<br />

im Gesundheits wesen. Zum<br />

Auftakt der YES!CON hält<br />

Sascha Lobo am Vortag<br />

auf Einladung der FUNKE<br />

Medien eine aufrüttelnde<br />

Keynote.<br />

42 43


PROGRAMM Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

PROGRAMM<br />

ONE:ONE:<br />

ALTA, FÜR KREBS BIN<br />

ICH DOCH ZU JUNG?!<br />

Aus heiterem Himmel kam<br />

die Diagnose Krebs, eine<br />

Vollbremsung mitten im<br />

Leben: Franzi Peitzmeier<br />

war bis dahin preisgekrönte<br />

Leistungssportlerin, Liz<br />

hatte gerade ihr ersehntes<br />

Auslandsjahr in New York<br />

angetreten. Beide Frauen<br />

waren noch keine 20<br />

Jahre alt und hätten mit so<br />

ziemlich allem gerechnet,<br />

außer mit dieser lebensverändernden<br />

Diagnose.<br />

Sie berichten vom Kampf<br />

gegen die Krankheit und<br />

was die wichtigste Unterstützung<br />

dabei ist.<br />

14:00 Uhr<br />

14:00 Sa 14.10.23 Uhr<br />

LIZ<br />

FRANZISKA<br />

PEITZMEIER<br />

yescon.org<br />

KEYNOTE: HEILENDE<br />

ARCHITEKTUR<br />

Welche Räume brauchen<br />

Menschen, um gesund<br />

zu leben? Dieser Frage<br />

geht Architekturpsychologin<br />

Tanja C. Vollmer<br />

nach. Für sie steht fest,<br />

dass Gebäude und Räume<br />

die Psyche und Gesundheit<br />

des Menschen<br />

beeinflussen. Tanja C.<br />

Vollmers Lehre wird in<br />

zahlreiche Neubauten<br />

von Krankenhäusern<br />

und Gesundheitsbauten<br />

einbezogen.<br />

15:30 Uhr<br />

PROF. DR. TANJA C.<br />

VOLLMER<br />

Gastprofessorin für<br />

Architekturpsychologie<br />

und Gesundheitsbau<br />

Die Münchner Pinakothek der Moderne beleuchtet<br />

unter dem Titel „Das Kranke(n)haus – wie Architektur<br />

heilen hilft“ noch bis zum 21. Januar 2024<br />

das Thema Heilende Architektur<br />

WIR MÜSSEN REDEN!<br />

BRUSTKREBS – UND<br />

DIE ANGST VOR DEM<br />

RÜCKFALL<br />

Brustkrebs hat nicht nur<br />

körperliche, sondern auch<br />

psychische Auswirkungen.<br />

Ein Teil der Therapie<br />

ist die Entwicklung von<br />

Strategien für den Umgang<br />

mit Ängsten und<br />

seelischen Belastungen.<br />

Spezialisierte Behandlungs-Teams<br />

unterstützen<br />

dabei. Doch wie ist das<br />

Leben „nach dem Krebs“?<br />

Die Angst vor dem<br />

Rückfall kann mitunter<br />

übermächtig werden.<br />

14:30 Uhr<br />

Moderation:<br />

Dr. Dierk Heimann<br />

PD DR. MED. MATTEA<br />

REINISCH<br />

Stv. Direktorin, Klinik<br />

für Senologie/Interdisziplinäres<br />

Brustkrebszentrum,<br />

KEM<br />

DR. MED. DIERK<br />

HEIMANN<br />

Allgemeinmediziner,<br />

Medizinjournalist und<br />

Moderator<br />

INGRID FABER<br />

Pflegeexpertin bei<br />

Brusterkrankungen,<br />

Breast Care Nurse<br />

NADJA WILL<br />

Expertin für Brustgesundheit<br />

& Krebskommunikation,<br />

Betroffene<br />

Fotos: T. Vollmer © Rommen Bravenboer Fotografie, Mehrbettzimmer © A.M. / Finja Heck<br />

ONE:ONE: FEEL GOOD –<br />

WÄHREND UND<br />

NACH DER KREBS-<br />

THERAPIE<br />

Viele Krebskranke möchten<br />

aktiv dazu beitragen,<br />

ihren Gesundheitszustand<br />

zu verbessern. Bewegung<br />

und Ernährung können<br />

dabei helfen: Ausreichend<br />

Bewegung kann die Therapie-Nebenwirkungen<br />

verringern,<br />

das Rückfallrisiko<br />

senken und die Überlebenschancen<br />

verbessern.<br />

Ähnliche Effekte können<br />

über die Ernährung erzielt<br />

werden: Mit den richtigen<br />

Nahrungsmitteln unterstützen<br />

sie die Therapie und<br />

stärken das Immunsystem.<br />

16:00 Uhr<br />

16:00 Sa 14.10.23 Uhr<br />

DOC FELIX<br />

CARO KOTKE<br />

yescon.org<br />

44<br />

45


PROGRAMM<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

Samstag, 14. Oktober — Bühne 2 — Live aus dem AXICA<br />

PROGRAMM<br />

HALLO DOC!<br />

WAS KREBSPATIENTEN<br />

ÜBER THROMBOSE<br />

WISSEN SOLLTEN<br />

Thrombosen treten vermehrt<br />

bei Tumorerkrankungen<br />

auf. Hier setzt<br />

sich das „Aktionsbündnis<br />

Thrombose“ für einheitliche<br />

Therapieschemata bei<br />

Krebspatienten ein, um<br />

gezielter und effizienter<br />

ansetzen zu können.<br />

Darüber hinaus können<br />

Thrombosen auch auf bisher<br />

noch nicht entdeckte<br />

Krebserkrankungen hinweisen.<br />

In Zusammenarbeit<br />

mit Pfizer ist Prof. Dr.<br />

Bauersachs im Gespräch<br />

mit Tanja Bülter.<br />

16:30 Uhr<br />

PROF. DR. RUPERT<br />

BAUERSACHS<br />

Wissenschaftlicher<br />

Leiter des „Aktionsbündnis<br />

Thrombose“,<br />

Angiologe<br />

und Hämostaseologe<br />

am Cardioangiologischen<br />

Centrum<br />

Bethanien CCB in<br />

Frankfurt<br />

MEET THE NGO!<br />

Auf der Community-<br />

Stage im Atrium stellen<br />

wir euch interessante<br />

Krebs-Initiativen und<br />

-Aktivisten im Interview<br />

vor. Bianca Nawrath und<br />

Vanessa Eichholz moderieren<br />

im Wechsel.<br />

ab 11:00 Uhr<br />

BIANCA NAWRATH<br />

Schauspielerin, Autorin<br />

und Moderatorin<br />

VANESSA EICHHOLZ<br />

Schauspielerin und<br />

Moderatorin<br />

HALLO DOC!<br />

EINMAL KREBS –<br />

IMMER ANGST?<br />

Der Krebs ist besiegt und<br />

man möchte positiv nach<br />

vorn schauen. Was aber<br />

bei vielen bleibt, ist die<br />

Angst vor einem Rückfall,<br />

dem Rezidiv. Es fehlen<br />

nun die engmaschigen<br />

Kontrollen, die bislang<br />

eine Sicherheit gegeben<br />

haben. Das verunsichert<br />

und manche Menschen<br />

werden fortan von der<br />

Angst vor dem Rezidiv begleitet.<br />

Kann man lernen<br />

und Strategien entwickeln,<br />

wie man mit diesem Gefühl<br />

umgeht?<br />

17:30 Uhr<br />

DR. PHILIPP LENZ<br />

Ärztlicher Leiter der<br />

Palliativmedizin und<br />

koordinierender Geschäftsführer<br />

des Westdeutschen<br />

Tumorzentrums<br />

Netzwerkpartner<br />

Münster (WTZ)<br />

DUNJA LIMBURG<br />

Ergotherapeutin und<br />

Hodgkin-Lymphom-<br />

Patientin<br />

LIVE-PODCAST:<br />

KREBS BRAUCHT<br />

KOMMUNIKATION –<br />

AUCH IM BETT<br />

Krebs und Sex – auch<br />

darüber muss man reden.<br />

Wie sich der Körper und<br />

das eigene Verhalten<br />

durch die Krankheit verändern,<br />

was man für sich<br />

selbst und im Umgang mit<br />

dem Partner/der Partnerin<br />

beachten sollte und lernen<br />

kann – Paula Lambert<br />

im Gespräch mit dem<br />

Hodenkrebs-Aktivisten<br />

Alex Jenniges. Live auf der<br />

YES!CON.<br />

18:00 Uhr<br />

Moderation:<br />

Paula Lambert<br />

PAULA LAMBERT<br />

Sexpertin und<br />

Autorin<br />

ALEX JENNIGES<br />

Hodenkrebs-Aktivist,<br />

Mitgründer von „Love<br />

your nuts Deutschland“<br />

AUTORENTALK: DER<br />

SMARTE PATIENT<br />

„Digitalisierung macht<br />

Dich gesund“, so lautet<br />

die Unterzeile dieses<br />

Ratgebers. In rund 60<br />

Geschichten berichten<br />

die beiden Autoren,<br />

wie digitale Ernährung,<br />

digitale Bewegung und<br />

digitaler Schlaf uns gesund<br />

machen können –<br />

und wie essenziell die<br />

Digitalisierung für den<br />

Menschen und dessen<br />

Gesundheit ist.<br />

17:00 Uhr<br />

Moderation:<br />

Jana Wosnitza<br />

PROF. DR. JOCHEN<br />

WERNER<br />

Ärztlicher Direktor und<br />

Vorstandsvorsitzender<br />

des Universitätsklinikums<br />

Essen/Duisburg<br />

PROF. DR. DAVID<br />

MATUSIEWICZ<br />

Professor für Medizinmanagement<br />

an der FOM<br />

Foto: D. Matusiewicz © Pramudiya<br />

Fotos: P. Lambert © Ria Schäfli, Festival of Lights<br />

FESTIVAL<br />

OF LIGHTS<br />

18:45 UHR<br />

BRANDENBURGER<br />

TOR<br />

46<br />

47


PROGRAMM<br />

PROGRAMM<br />

Aktionsräume<br />

YES! MACH MIT<br />

Die Möglichkeiten zum gemeinsamen Erleben, Entdecken und<br />

Lernen gibt es bei der YES!CON 4.0 auch abseits der Bühnen<br />

in Form von Workshops. Die Teilnehmerplätze sind begrenzt,<br />

daher bitte vorab anmelden unter www.yescon.org.<br />

EMPOWERING YOU!<br />

POSITIV BLEIBEN<br />

Ob Arbeitsüberlastung, privater<br />

Stress, Weltgeschehen,<br />

Gesundheitsdefizite – vieles<br />

schlägt aufs Gemüt, stimmt<br />

negativ. TV-Moderatorin und<br />

Brustkrebsaktivistin Tanja<br />

Bülter ‚empowert‘ Menschen in<br />

ihren Vorträgen, wenn die<br />

Gedankenmaschine mal wieder<br />

gegen einen arbeitet. Die<br />

Teilnehmer lernen u. a., wie<br />

man Gedanken steuern kann,<br />

zu innerer Ruhe und Kraft<br />

findet, Selbstheilungskräfte<br />

aktiviert und positiv bleibt oder<br />

wird.<br />

12:00 Uhr, 45 Min., Raum 2<br />

MÖGLICHE WEGE ZUM AUS-<br />

DRUCK DEINER EMOTIONEN<br />

Bei einer Krebsdiagnose bleibt<br />

vieles unausgesprochen. Es<br />

ist hilfreich, sich über eigene<br />

Wünsche und Bedürfnisse<br />

klar zu sein, bevor man die<br />

Kommunikation mit anderen<br />

sucht. Missverständnisse und<br />

Projektionen können so verhindert<br />

werden. Über einen selbstreflexiven<br />

Prozess kann die<br />

Möglichkeit der Selbstannahme<br />

gestärkt und eine gesunde<br />

Abgrenzungsfähigkeit ermöglicht<br />

werden. Der Weg dabei ist<br />

immer individuell, so liegt der<br />

Schlüssel zur Kommunikation<br />

mit dem Gegenüber im Selbst.<br />

Dieses wollen wir im Workshop<br />

gemeinsam erkunden und<br />

stärken.<br />

13:00 Uhr,<br />

90 Min.,<br />

Raum 1, mit<br />

Dr. Adak<br />

Pirmorady<br />

Sehouli<br />

GENETISCH BEDINGTER<br />

BRUSTKREBS – HILFE ZUR<br />

ENTSCHEIDUNG<br />

Was tun bei Brustkrebs in der<br />

Familie? Welche Bedeutung<br />

hat die Brustkrebserkrankung<br />

der Mutter für die Kinder?<br />

Dr. Christine Mau informiert<br />

über aktuelle Möglichkeiten<br />

der Testung und hilft bei der<br />

Einordnung der Ergebnisse.<br />

Sie ist langjährige Expertin<br />

für Brustkrebs und bietet die<br />

Gensprechstunde am Helios-<br />

Brustzentrum Berlin-Buch an.<br />

15:30 Uhr, 60 Min., Raum 1<br />

Foto: Pirmorady Sehouli © Moritz Venemann<br />

Foto: N. Karimian © Peter Müller<br />

HALT GEBEN, OHNE SICH SELBST ZU VERLIEREN – WORKSHOP<br />

FÜR ANGEHÖRIGE VON KREBSPATIENTEN<br />

In unserem Workshop wird es darum gehen, die speziellen Belastungen<br />

von Angehörigen zu identifizieren und Lösungsansätze zu finden.<br />

Dabei spielen auch die Hürden in der Kommunikation mit Patienten<br />

eine Rolle. Außerdem gibt es praktische Anleitungen zur Selbstfürsorge<br />

und Achtsamkeit.<br />

16:45 Uhr, 45 Min., Raum 1 mit Prof. Dr. Winfried Hardinghaus (Palliativmediziner<br />

und Hospizpionier) und Dr. Negin Karimian (Assistenzärztin<br />

in der Klinik für Dermatologie, Venerologie & Allergologie in der<br />

Charité)<br />

WORLD CAFÉ: FRÜHER<br />

BRUSTKREBS – WIE<br />

KÖNNEN BETROFFENE<br />

INFORMIERT UND<br />

UNTERSTÜTZT WERDEN?<br />

Der Diagnose folgen viele Fragen.<br />

Wie hoch ist das Rückfallrisiko?<br />

Wie kann ich durch eine<br />

adjuvante Therapie unterstützen?<br />

Welche Nebenwirkungen<br />

erwarten mich? Welche Hilfsangebote<br />

benötige ich wann und<br />

welchen Kanal bevorzuge ich<br />

dabei? In einem interaktiven<br />

Format sollen die Bedürfnisse<br />

identifiziert werden, um daraus<br />

ein passendes Angebot an Informationen<br />

und Services<br />

gestalten zu können.<br />

15:30 Uhr, 90 Min.,<br />

Raum 2, mit Senior<br />

Patient Engagement<br />

Manager Mark<br />

Stürmer<br />

ACHTSAM IN BEWEGUNG –<br />

EIN MITMACH-WORKSHOP<br />

In diesem Workshop werden<br />

Anregungen für onkologische<br />

Physio- und Trainingstherapie<br />

und Achtsamkeitsübungen für<br />

zu Hause gegeben. Unter der<br />

fachkundigen Anleitung von<br />

Dr. Sebastian Teschler kann die<br />

sanfte Bewegungstherapie die<br />

Vitalität fördern. Begleitende<br />

Achtsamkeitsübungen<br />

helfen, Stress abzubauen<br />

und ein emotionales Gleichgewicht<br />

zu finden.<br />

13:00 Uhr, 45 Min.,<br />

Raum 2<br />

INSTAGRAM – GO FOR IT!<br />

TIPPS – WIE PRÄSENTIERE<br />

ICH MICH AUF INSTAGRAM,<br />

FÜR EINSTEIGER UND FORT-<br />

GESCHRITTENE<br />

Viele Erkrankte geben in den<br />

sozialen Netzwerken Einblick<br />

in ihr Leben mit dem Krebs.<br />

Aber was gilt es dabei zu<br />

beachten? Welche Inhalte will<br />

man der Community bieten und<br />

zu welchem Zweck? Hier lernt<br />

man, wie man ein Profil bei Instagram<br />

einrichtet und welche<br />

Posting-Formate es dort gibt.<br />

Viel Input – vermittelt von der<br />

Influencerin und Brustkrebs-Aktivistin<br />

Dr. Swaantje Taube.<br />

17:15 Uhr, 45 Min., Raum 2<br />

KREBSBEHANDLUNG –<br />

LIEGT DER SCHLÜSSEL IN<br />

DEN GENEN?<br />

Die Entschlüsselung des<br />

menschlichen Genoms ist<br />

Grundlage für die Entwicklung<br />

personalisierter Krebstherapien.<br />

Da Daten jedoch<br />

nicht konsequent gesammelt<br />

werden, fehlt der Zugang zu<br />

maßgeschneiderter Behandlung.<br />

Wie kann man darauf<br />

Einfluss nehmen? Der<br />

BioTech-Unternehmer<br />

Dr. Friedrich von Bohlen<br />

informiert und berät.<br />

12:00 Uhr, 45<br />

Min., Raum 1<br />

48<br />

49


Das K Wort ist eine Initiative der Roche Pharma AG. Als forschendes<br />

Gesundheitsunternehmen unterstützen wir Betroffene mit innovativen<br />

Medikamenten, digitalen Lösungen und moderner Diagnostik.<br />

Das K Wort begleitet Betroffene und ihre Angehörigen mit inspirierenden<br />

und verlässlichen Informationen mit dem Ziel, Therapien effizienter zu<br />

gestalten und den Alltag mit Krebs zu erleichtern.<br />

Wir inspirieren und machen Mut. Auf unserer Website findest du<br />

unter anderem leicht verständliche Artikel, Podcasts mit Betroffenen,<br />

Angehörigen, Ärztinnen und Ärzten sowie Broschüren und Checklisten<br />

für dein Arztgespräch.<br />

Unterstützt werden wir von unserem Redaktionsteam -<br />

Menschen, die sich in den sozialen Netzwerken, in Selbsthilfegruppen und<br />

Initiativen für Krebsbetroffene stark machen<br />

Entdecke<br />

Das K Wort<br />

Besuche uns auf der YES!CON 4.0<br />

www.daskwort.de<br />

@daskwort<br />

Karen<br />

@lets_talk_about_cancer_podcast<br />

Roche Pharma AG<br />

Patient Partnership Onkologie<br />

Emil-Barell-Straße 1<br />

79639 Grenzach-Wyhlen, Deutschland<br />

© <strong>2023</strong><br />

www.roche.de<br />

Carsten<br />

@jung_und_krebs_official<br />

Susanna<br />

@krebskriegerin<br />

Don<br />

@don.ro<br />

Nicole<br />

@prinzessin_uffm_bersch<br />

M-DE-00017950<br />

Bildnachweise: © Dr. Watson, AdobeStock; © Anagramm, gettyimages


AXICA UND CO<br />

Axica in Berlin,<br />

Deutschland<br />

AXICA UND CO<br />

Architektur<br />

HEILENDE<br />

WÄNDE<br />

Farben und Formen, Licht und<br />

Luft: Das Konzept der Heilenden<br />

Architektur erhöht den Wohlfühlfaktor<br />

in Krankenhäusern.<br />

Fotos: Johannes Jost / Axica, Nick Turner<br />

Spektakulär, hypermodern, extravagant:<br />

Das AXICA am Pariser Platz ist<br />

ein Bau der Superlative. Während sich<br />

sein Äußeres harmonisch in die Umgebung<br />

einfügt und dem Brandenburger Tor optisch<br />

den Vorrang lässt, sorgt das Innenleben für<br />

Überraschungen: Hier zeigt sich der kurvenreiche<br />

futuristische Stil, für den Architekt Frank<br />

Gehry weltweit berühmt ist. Er bezeichnet das<br />

Gebäude als „the best thing I‘ve ever done“.<br />

Das AXICA ist der ideale Schauplatz für die<br />

diesjährige YES!CON 4.0. Im lichtdurchfluteten<br />

Atrium, über das sich ein hochgewölbtes<br />

Glasdach erstreckt, können die Teilnehmenden<br />

sich begegnen, Erfahrungen austauschen<br />

und sich gegenseitig Mut machen. Gleichzeitig<br />

bringt der Bau ein hochaktuelles Thema auf<br />

die Agenda: die Heilende Architektur. Zwar<br />

zählt das Gebäude selbst nicht offiziell in<br />

diese Kategorie – doch Frank Gehry knüpfte<br />

bei seinen Projekten zur Heilenden Architektur<br />

an das an, was er auch im AXICA verwirklichte:<br />

Wohlfühlatmosphäre, geschwungene Formen,<br />

warme Farben.<br />

In Deutschland ist das Thema „healing architecture“<br />

noch verhältnismäßig neu, sowohl<br />

als Begriff als auch im Hinblick auf konkrete<br />

Projekte. Dabei zeigen verschiedene internationale<br />

Bauten, wie positiv eine Architektur<br />

wirken kann, die sich an den besonderen<br />

Bedürfnissen von Erkrankten orientiert - und<br />

nicht ausschließlich am Diktat der Effizienz.<br />

Ein Beispiel sind „Maggie’s Cancer Caring<br />

Centres“. Die in bestehende Krankenhäuser<br />

integrierten Entspannungs- und Begegnungsorte<br />

geben Krebspatientinnen und -patienten<br />

Zuversicht, bieten ihnen Schutzräume und<br />

damit Unterstützung bei der Bewältigung ihrer<br />

Krankheit.<br />

Die meisten der Einrichtungen befinden<br />

sich in Großbritannien, weitere Standorte gibt<br />

es in Tokio, Barcelona und Hongkong – eine<br />

wahre Erfolgsgeschichte für die ursprünglich<br />

private Initiative. Mitte der 1990er-Jahre<br />

entwickelten die an Krebs erkrankte Maggie<br />

Keswick und ihr Ehemann Charles Jencks ein<br />

Konzept, Krankenhäuser so zu bauen, dass<br />

sie körperlich und geistig wohltuend wirken.<br />

Die Gartendesignerin und der Architekturhistoriker<br />

wollten damit die persönlichen negativen<br />

Erfahrungen, die sie in düsteren Fluren<br />

kleiner schottischer Krankenhäuser gemacht<br />

hatten, in positive Projekte umwandeln. Und<br />

die Vision ist aufgegangen - mittlerweile existieren<br />

bereits 23 „Maggie’s“, Vorsitzende des<br />

Projekts ist die britische Königin Camilla.<br />

Maggie’s Centre in Inverness,<br />

Schottland<br />

52<br />

53


AXICA UND CO<br />

AXICA UND CO<br />

EFFIZIENZ IST NICHT ALLES<br />

Räume prägen unser Gemüt und unsere<br />

Empfindungen – ganz besonders, wenn wir<br />

erkrankt sind. Tatsächlich beweisen wissenschaftliche<br />

Studien, dass Erkrankte besonders<br />

schutzbedürftig sind und deutlich sensibler auf<br />

Räumlichkeiten reagieren. Unübersichtlich verzweigte<br />

Gänge, fehlende Rückzugsorte, fensterlose<br />

Flure, in Kellern untergebrachte Operationsräume<br />

und kahle Gemäuer – all dies trägt<br />

nicht gerade zum Wohlbefinden bei.<br />

Dabei gibt es einige architektonische Zutaten,<br />

die psychologisch guttun. Zum Beispiel<br />

geschwungene Formen und lebendige Farben<br />

anstelle von weißen Wänden und in Neonlicht<br />

getauchten Gängen. Luftige Aufenthaltsräume<br />

mit Zugang zu Gärten und Grünanlagen. Großzügige<br />

Fenster und schöne Aussichten. Offene<br />

Teeküchen, in denen sich Patienten treffen<br />

können. Generell gilt: Mit ein bisschen Farbe<br />

oder ein paar Bildern an der Wand ist es nicht<br />

getan – die tiefgehende Auseinandersetzung<br />

mit den Bedürfnissen Erkrankter, Angehöriger<br />

und Mitarbeitender ist die Voraussetzung für<br />

jeden Entwurf.<br />

< Maggie’s Centre<br />

in Glasgow, Schottland<br />

> Blick auf den Dachgarten vom<br />

Maggie’s Centre im St. Barts Hospital<br />

in London, Großbritannien<br />

Friendship Hospital<br />

in Satkhira, Bangladesch<br />

Fotos: Philipvile, Asif Salman, Naaro<br />

Dass Bauten buchstäblich heilen können,<br />

behauptet in der Debatte um Heilende Architektur<br />

niemand. Charles Jencks, der die Initiative<br />

weiterführte, nachdem seine Frau Maggie<br />

Keswick an den Folgen ihrer Krebserkrankung<br />

starb, sprach etwa von einem „architektonischen<br />

Placebo-Effekt“. Auch wenn ein<br />

Gebäude selbst natürlich nicht heile, könne<br />

es die Stimmung der Menschen aufhellen und<br />

damit wie eine Art sekundäre Therapie wirken.<br />

DIE UMGEBUNG SCHAFFT VERTRAUEN<br />

Die besondere Wirkung von Heilender Architektur,<br />

die über spektakuläre optische Eindrücke<br />

hinausgeht, interessiert offenbar immer<br />

mehr Architekten und Architektinnen. Die Liste<br />

der „Maggie’s“-Baumeister jedenfalls liest sich<br />

wie ein Who’s who der Szene, mit Namen wie<br />

etwa Rem Koolhaas, Zaha Hadid oder Richard<br />

Rogers.<br />

Und natürlich mit dem des AXICA-Architekten<br />

Frank Gehry. Sein „Maggie’s“-Bau von<br />

2003 war sein erster in Großbritannien und<br />

wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.<br />

Das weiße cottageartige Gebäude strahlt trotz<br />

des unkonventionell gewellten Daches eine<br />

große Ruhe aus. Der dazugehörige Garten ist<br />

dem Labyrinth aus der Kathedrale von Chartres<br />

nachempfunden. Obwohl man dort unterwegs<br />

oft das Gefühl hat, nicht auf dem richtigen Weg<br />

Ausstellung in München:<br />

Das Kranke(n)haus<br />

Die Münchner Pinakothek<br />

der Moderne beleuchtet<br />

unter dem Titel „Das<br />

Kranke(n)haus – wie Architektur<br />

heilen hilft“ noch bis<br />

zum 21. Januar 2024 das<br />

Thema Heilende Architektur.<br />

Moderne Krankenhausbauten<br />

sind von weißen Wänden<br />

und Technik geprägt, von<br />

Effizienz und Rationalisierung.<br />

Die Bedürfnisse von<br />

Erkrankten geraten dabei<br />

weit in den Hintergrund<br />

– was mit einer menschenfreundlicheren<br />

Bauweise von<br />

Krankenhäusern verbessert<br />

werden soll. Die Ausstellung<br />

setzt sich mit den wissenschaftlichen<br />

Grundlagen, der<br />

Wirksamkeit und der Realisierbarkeit<br />

von Heilender<br />

Architektur auseinander.<br />

pinakothek-dermoderne.de<br />

54<br />

55


AXICA UND CO<br />

MOBILITÄT, DIE UNS VERBINDET.<br />

VERBINDUNGEN, DIE UNS BEWEGEN.<br />

≥ Maggie’s<br />

Centre in<br />

Dundee,<br />

Schottland<br />

< Prinses Máxima<br />

Centrum in Utrecht,<br />

Niederlande<br />

> Bürger spital<br />

Solothurn,<br />

Schweiz<br />

≤ Vision: Mehrbettzimmer<br />

in<br />

der Ausstellung<br />

„Das Kranke(n)-<br />

haus“<br />

56<br />

zu sein, führen doch alle Wege ans Ziel. Eine<br />

schöne Metapher für das Vertrauen in den Heilungsprozess<br />

- und das Vertrauen, das eben<br />

durch eine besondere räumliche Umgebung<br />

aktiviert werden soll. Frank Gehrys „Maggie’s“-<br />

Bau gewann mehrere Preise – und knüpft mit<br />

seiner lichtdurchfluteten Architektur und den<br />

organischen Formen direkt an sein zwei Jahre<br />

zuvor entstandenes AXICA an.<br />

Und es gibt noch einen Grund, warum das<br />

Gebäude am Pariser Platz so ein passender<br />

Treffpunkt für die YES!CON ist: Das Innere<br />

des AXICA ist einem abtauchenden Wal nachempfunden,<br />

das Haus trägt deshalb den Spitznamen<br />

„Wal am Brandenburger Tor“. Und ob<br />

Zufall oder nicht: Wale sind trotz ihrer enormen<br />

Größe resistent gegen Krebs. Warum das so<br />

ist, hat die Wissenschaft noch nicht abschließend<br />

klären können. Die Forschungen laufen<br />

aber – und machen Hoffnung.<br />

Fotos: Alamy, Ralph Feiner, Ewout Huibers, A.M. / Finja Heck<br />

Riller & Schnauck GmbH<br />

Berlin<br />

Hindenburgdamm 68<br />

12203 Berlin<br />

Tel.: +49 30 790095-0<br />

Schönefeld<br />

Querweg 3<br />

12529 Schönefeld<br />

Tel.: +49 3379 4430-0<br />

Teltow<br />

Warthestraße 3<br />

14513 Teltow<br />

Tel.: +49 3328 442-0<br />

www.riller-schnauck.de<br />

kontakt@riller-schnauck.de


ERNÄHRUNG<br />

ERNÄHRUNG<br />

Eat well, feel better<br />

DEN KÖRPER<br />

WIEDER STÄRKEN<br />

Carolin Kotke und Doc Felix diskutieren<br />

auf der YES!CON darüber, welche<br />

Rolle Ernährung und Bewegung beim<br />

Thema Krebs spielen – vorbeugend<br />

und während einer Erkrankung.<br />

Zielstrebig und ehrgeizig sei sie gewesen,<br />

habe neben dem Vollzeitjob in<br />

der Werbung noch ein Abendstudium<br />

absolviert – so erzählt Carolin Kotke in ihrem<br />

Buch „Eat Well, Feel Better“ von ihrem Leben<br />

vor der Krebsdiagnose. „Mein Körper machte<br />

immer gut mit.“ Obwohl sie überzeugt war,<br />

schon vorher einen gesunden Lebensstil<br />

gepflegt zu haben, setzte sich Kotke nach der<br />

Diagnose Brustkrebs im Jahr 2017 noch einmal<br />

deutlich intensiver mit dem Thema Ernährung<br />

auseinander. Inzwischen ist die 35-Jährige<br />

ausgebildete Ernährungsberaterin. Auch für<br />

bereits Krebserkrankte hat sie dabei wertvolle<br />

Tipps: „Bewusst zu nährstoffreichen Lebensmitteln<br />

greifen, die den Körper während der<br />

Therapie stärken und ausreichend Energie<br />

schenken. Gerade eine Vielfalt an Obst und<br />

Gemüse sollte täglich integriert werden“, so<br />

die Expertin. Besonders wichtig seien dabei<br />

Lebensmittel, die Vitamin D und Omega-<br />

3-Fettsäuren enthalten, da die meisten Krebspatienten<br />

ein Defizit an diesen Nährstoffen<br />

aufweisen. Daneben seien auch Antioxidantien<br />

wie die Vitamine A, C und E sowie Zink,<br />

Carolin Kotke krempelte nach ihrer<br />

Brustkrebsdiagnose ihr Leben komplett<br />

um: Die 35-Jährige zog von der<br />

Großstadt aufs Land, kündigte ihre<br />

Fest anstellung und machte sich als<br />

Ernährungs beraterin und Autorin<br />

selbst ständig. Im Juni 2022 erschien<br />

ihr Ratgeber „Eat well, feel better“.<br />

Selen, B-Vitamine, Magnesium und Calcium<br />

wichtig, um den Körper während einer Krebstherapie<br />

zu stärken.<br />

Die richtige Ernährung kann bei Erkrankten<br />

viel zum Wohlbefinden beitragen. Zusätzlich<br />

hilft Bewegung, sich im eigenen Körper wieder<br />

zu Hause zu fühlen. Der Arzt und Ernährungsexperte<br />

Doc Felix rät jedoch dazu, sich dabei<br />

Fotos: Katrin Winner/Gräfe und Unzer Verlag, Johannes Krahforst<br />

Doc Felix hat sich auf Instagram, TikTok<br />

und Youtube mit seiner sympathischen<br />

Art und alltagstauglichen Gesundheitstipps<br />

einen Namen gemacht. Der Arzt<br />

und Ernährungsexperte erreicht mit seinen<br />

Videos und dem Slogan „Ich zeige<br />

dir, wie geil ein gesundes Leben ist“<br />

mehr als 300.000 Follower.<br />

nicht zu überanstrengen. Besonders wichtig<br />

sei es für Krebspatienten, trotz Übelkeit durch<br />

die Therapie möglichst ihr Gewicht zu halten.<br />

„Dabei kann es helfen, kleine Portionen zu<br />

essen und das Essen appetitlich anzurichten<br />

– das Auge isst schließlich mit“, so der Arzt. Mit<br />

leichten Sportarten wie Aquatraining, Pilates,<br />

Yoga und regelmäßigen Spaziergängen an<br />

der frischen Luft sollten Krebspatienten ihren<br />

Appetit anregen und ihre Muskelmasse erhalten.<br />

Wie medizinische Studien gezeigt hätten,<br />

könnten dadurch Therapienebenwirkungen<br />

wie Fatigue, Depressionen und Schlafstörungen<br />

deutlich gemindert werden.<br />

SÜSSKARTOFFEL-<br />

TOAST<br />

• 1 Süßkartoffel<br />

• 1 EL Olivenöl<br />

• 50 g Kirschtomaten<br />

• 1 Avocado<br />

• Kresse<br />

• Salz / Pfeffer<br />

• 1 Prise Chiliflocken<br />

• 2 TL Zitronensaft<br />

• 1 EL Gojibeeren<br />

• ½ TL Sesam<br />

Aus dem<br />

Ernährungsratgeber<br />

1. Die Süßkartoffel schälen, in vier<br />

Scheiben schneiden, auf ein mit Backpapier<br />

ausgelegtes Backblech legen<br />

und mit Olivenöl bestreichen. 15–20<br />

Min. im Ofen bei 180° (Umluft) backen.<br />

2. Währenddessen die Kirschtomaten<br />

waschen und halbieren, die Avocado<br />

halbieren, entkernen, das Fruchtfleisch<br />

aus der Schale heben und in Scheiben<br />

schneiden. Die Kresse waschen und<br />

abtropfen lassen.<br />

3. Die Süßkartoffelscheiben aus dem<br />

Ofen nehmen, mit Avocado und Kirschtomaten<br />

belegen und mit Salz, Pfeffer<br />

und Chiliflocken würzen. Mit Zitronensaft<br />

beträufeln und die Gojibeeren,<br />

den Sesam und die Kresse darüber<br />

verteilen.<br />

——<br />

Carolin Kotke: „Eat well, feel better –<br />

Die neue Säure-Basen-Formel“.<br />

Gräfe und Unzer Verlag, 22 Euro<br />

58<br />

59


INTERVIEW<br />

INTERVIEW<br />

„Am Leben bleiben“<br />

„WARTEN WAR<br />

FÜR MICH DAS<br />

SCHLIMMSTE“<br />

Der Harvard-Onkologe Dr. Wolfram<br />

Gössling erkrankte 2013 an einer<br />

äußerst seltenen und aggressiven<br />

Form von Krebs im Gesicht.<br />

In seinem Buch erzählt er davon,<br />

wie er trotz geringer Chancen am<br />

Leben blieb.<br />

Im Verlauf seiner Krankheit musste sich<br />

Dr. Wolfram Gössling mehreren Gesichtsoperationen<br />

unterziehen. Im Interview<br />

spricht er darüber, was ihm Kraft gab und was<br />

er selbst als Arzt seit der Diagnose anders<br />

macht.<br />

Herr Dr. Gössling, in welcher Situation haben<br />

Sie 2013 Ihre erste Krebsdiagnose erhalten?<br />

Das war eine Situation, wie ich sie keinem<br />

meiner Patienten wünsche. Ich stand in der<br />

Antrittsvorlesung eines Kurses zum Thema<br />

Patientenkommunikation, als mein Klinikpieper<br />

losging. Auf dem Display stand: „Ruf sofort deinen<br />

Hautarzt an, es ist dringend.“ Mein Herz<br />

sank in dem Moment. Eine Woche vorher hatte<br />

mein Hautarzt nämlich eine Biopsie von einem<br />

Pickel auf meiner Wange machen lassen, der<br />

seit Monaten nicht wegging. Ich bin also raus<br />

aus der Vorlesung und habe im Gang stehend<br />

meinen Hautarzt angerufen. Der sagte mir:<br />

Live auf der<br />

YES!CON<br />

BÜHNE 2,<br />

12:30 UHR,<br />

siehe Seite 42<br />

„Wolfram, es gibt schlechte Nachrichten. Du<br />

hast ein Angiosarkom. Aber du hast ja genug<br />

Kollegen, die sich damit auskennen.“ Dann<br />

fing er an zu schluchzen. Da wusste ich schon,<br />

dass mir ein ganz harter Weg bevorsteht.<br />

Wie haben Sie sich in dem Moment gefühlt?<br />

Ich war überhaupt nicht auf diese Nachricht<br />

vorbereitet gewesen. Bei der Gewebeentnahme<br />

hatte der Arzt noch gesagt, dass wir<br />

das nur zur Sicherheit machen und zu 99 Prozent<br />

alles okay sein würde. Es hat mir wirklich<br />

den Boden unter den Füßen weggezogen.<br />

Was haben Sie als Erstes getan, nachdem<br />

Sie die Diagnose erhalten haben?<br />

Im ersten Moment wusste ich nicht, was ich<br />

tun sollte, hatte ich doch auch noch meine 30<br />

Studierenden im Hörsaal sitzen, die auf mich<br />

warteten. Dann habe ich meinen guten Freund<br />

Andy angerufen, der Sarkomspezialist ist. Ich<br />

Foto: Fabian Zapatka<br />

ZUR PERSON<br />

Dr. Wolfram Gössling wurde 1967<br />

in Bielefeld geboren. Er ist mit seiner<br />

Frau und seinen vier Kindern<br />

vor mehr als 20 Jahren nach<br />

Boston gezogen. Als Onkologe<br />

praktiziert und lehrt Gössling an<br />

der Harvard-Universität. 2013 diagnostizierte<br />

sein Hautarzt ein<br />

Angiosarkom bei dem damals<br />

45-Jährigen. Kurz nachdem er<br />

2019 begonnen hatte, sein Buch<br />

zu schreiben, kam der Krebs noch<br />

einmal zurück. Gössling besiegte<br />

ihn ein zweites Mal. In seinem<br />

Buch „Am Leben bleiben“<br />

beschreibt er seine<br />

Erfahrungen als<br />

Krebspatient und<br />

erklärt, was er als<br />

Arzt daraus gelernt<br />

hat.<br />

selbst hatte als Arzt noch nie mit dieser Krankheit<br />

zu tun gehabt, da ich auf Leber- und Gallenwegskrebs<br />

spezialisiert bin.<br />

Konnte Ihr Freund Ihnen denn helfen?<br />

Als ich ihm die Nachricht überbrachte, sagte<br />

Andy: „Oh, Wolfram.“ Am Tonfall erkannte ich:<br />

Es ist wirklich schlimm. Dann sagte er noch,<br />

er selbst könne mich nicht behandeln, das sei<br />

ihm zu nah. Aber er konnte mir einen Termin<br />

in unserem Krebszentrum vermitteln. Ich hatte<br />

großes Glück, meinen Onkologen so schnell<br />

treffen zu können.<br />

Sie sagen, wie Ihr Arzt Ihnen die Diagnose<br />

damals überbracht hat, war nicht optimal.<br />

Wie wäre es besser gewesen?<br />

Jeder Krebspatient wird sich wahrscheinlich<br />

immer an die Situation erinnern, in der er die<br />

Diagnose erhalten hat. Wenn möglich sollte<br />

der Arzt das Gespräch persönlich in einem<br />

Raum mit dem Patienten führen. So lässt sich<br />

durch Worte und Gesten am besten Empathie<br />

ausdrücken, es können Fragen beantwortet<br />

und ein Behandlungsplan gemacht werden.<br />

Führen Sie solche Gespräche anders, seit<br />

Sie selbst Krebspatient geworden sind?<br />

Worauf ich seitdem noch mehr achte, ist, verbindlich<br />

zu kommunizieren. Ich sage zum<br />

Beispiel nicht „Ich rufe Sie an, wenn ich mehr<br />

weiß“ – sondern wir machen gemeinsam<br />

einen Plan, was wir als nächstes tun und setzen<br />

einen Zeitpunkt dafür fest. Warten und<br />

Ungewissheit waren für mich während meiner<br />

Krebserkrankung das Schlimmste.<br />

Was hat Ihnen während Ihrer Erkrankung<br />

am meisten Kraft gegeben?<br />

Das ist sicher bei jedem anders, aber mir hat<br />

es sehr geholfen, offen mit meiner Krankheit<br />

umzugehen. Meine Frau und ich haben als<br />

Reaktion viel Freundlichkeit, Hilfe und Unterstützung<br />

erhalten, Nachbarn und Freunde<br />

haben sich mal um die Kinder gekümmert oder<br />

uns Abendessen gekocht. Diese Solidarität<br />

aus dem Umfeld war toll.<br />

Hat sich Ihr Blick auf das Leben seit Ihrer<br />

Krebserkrankung geändert?<br />

Für mich stand es lange auf der Kippe. Meine<br />

Überlebenschance für die nächsten Jahre lag<br />

bei vier Prozent. Ich würde sagen: Ich lebe<br />

mein Leben jetzt intensiver. Ich verbringe viel<br />

Zeit mit Familie und Freunden und versuche<br />

wirklich, das Beste aus jedem Tag zu machen.<br />

60<br />

61


KOMMUNIKATION<br />

Reden über Krebs<br />

KREBS BRAUCHT<br />

KOMMUNIKATION<br />

Angstfrei über seine Erkrankung sprechen zu können,<br />

darf kein Tabu sein – auch nicht am Arbeitsplatz.<br />

Katrin Hiersche,<br />

Dr. Tobias Korenke,<br />

Anja Caspary<br />

(v. l. n. r.)<br />

Foto: Philip Nürnberger<br />

Wie wir über Krebs<br />

sprechen können<br />

yeswecan!cer hat die Kampagne<br />

„Krebs braucht Kommunikation“<br />

mit freundlicher Unterstützung von<br />

Bristol Myers Squibb ins Leben<br />

gerufen. Wir haben dabei u. a. mit<br />

Deutschlands bekanntester<br />

Psychotherapeutin Stefanie Stahl<br />

zum Thema „Kommunikation mit Dir<br />

selbst“ gesprochen, mit Familientherapeutin<br />

Katia Saalfrank über die<br />

Kommunikation mit den eigenen<br />

Kindern, mit Serap Tari über die<br />

Kommunikation zwischen Arzt und<br />

Patient und das Einbinden des<br />

Erkrankten in wichtige Therapieentscheidungen.<br />

Beim „Vison Zero<br />

Summit“ im Juni dieses Jahres<br />

sprachen wir unter der Überschrift<br />

„Krebs braucht Kommunikation –<br />

auch am Arbeitsplatz“ mit den<br />

Betroffenen Tanja Bülter, Anja<br />

Caspary, Katrin Hiersche und<br />

Dr. Tobias Korenke.<br />

Alles zur<br />

Kampagne<br />

gibt es hier!<br />

Die Frau am Eingang der Frauenklinik<br />

der Berliner Charité kam mir irgendwie<br />

bekannt vor. Nein, das konnte<br />

nicht sein … Ich schob den Kinderwagen mit<br />

meinem Neugeborenen weiter, als die Frau<br />

ohne Haare plötzlich meinen Namen rief. Es<br />

war Claudia*, meine ehemalige Kollegin, seit<br />

Jahren Journalistin wie ich. Eine ganz großartige,<br />

die Wirtschaftsbosse in die Mangel nahm<br />

und mit Ministern auf Augenhöhe stritt. Jetzt<br />

stand sie vor mir, bestimmt 20 Kilo leichter,<br />

kaum wiederzuerkennen, gezeichnet von ihrer<br />

Krebserkrankung, die sie mir flüsternd mitteilte<br />

und sich dabei umsah, als würde sie mir ein<br />

Verbrechen gestehen. „Bitte sag das niemandem!“,<br />

flehte sie mich an. „Ich kriege sonst keinen<br />

Auftrag mehr, wenn sich das rumspricht.“<br />

Ich weiß noch, wie jäh ich in diesem Moment<br />

aus meiner Mama-Glücksblase gerissen wurde<br />

und wie fassungslos ich war darüber, dass die<br />

größte Sorge, die diese ausgemergelte Frau<br />

in dem Moment hatte, nicht ihrer Gesundheit<br />

galt, sondern ihrer wirtschaftlichen Lage<br />

und der Frage, wie potenzielle Arbeitgeber<br />

auf ihre Krankheit reagieren könnten. Diese<br />

Ungerechtigkeit hat mich unglaublich wütend<br />

gemacht, weil ich gleichzeitig wusste, dass sie<br />

in unserer erbarmungslosen Leistungsgesellschaft<br />

wohl recht damit hatte.<br />

Ich musste lernen: Krebs braucht Kommunikation!<br />

Krebspatienten müssen sich angstfrei<br />

mitteilen und austauschen können und dürfen.<br />

Ganz egal wo, ob im Job, im Gespräch<br />

mit Ärzten oder in der Familie. Keiner soll mit<br />

der Diagnose und den Folgen der Erkrankung<br />

allein gelassen werden, sich unverstanden<br />

oder systematisch benachteiligt fühlen.<br />

Um das zu verhindern, wurde yeswecan!cer<br />

gegründet. Unsere Hashtags #dubistnichtallein<br />

und #krebsbrauchtkommunikation sind<br />

KOMMUNIKATION<br />

keine Social-Media-Worthülsen. Sie sind unser<br />

Programm. Nicht nur auf der YES!CON 4.0, wo<br />

Paula Lambert über „Krebs und Sex“ sprechen<br />

wird. Wir haben uns unter anderem auch der<br />

internationalen Aktion „Working with Cancer“<br />

der französischen Publicis Groupe angeschlossen.<br />

Ihr CEO erkrankte 2022 selbst an<br />

Krebs und kämpft mit der Initiative nun um<br />

sichere Arbeitsplätze und Unterstützung für<br />

Krebskranke und auch deren pflegende Angehörige.<br />

Internationale Konzerne wie L’Oréal,<br />

McDonald’s oder Meta sind schon an Bord. Es<br />

können nicht genug sein, wenn man die Zahlen<br />

einer Publicis-Umfrage sieht: 50 Prozent<br />

der befragten Krebspatienten haben Angst,<br />

ihrem Arbeitgeber von ihrer Diagnose zu<br />

erzählen, 92 Prozent hingegen glauben, dass<br />

ihnen Unterstützung am Arbeitsplatz beim<br />

Gesundwerden helfen würde.<br />

Lasst uns also über Krebs und das Reden<br />

über den Krebs reden! „Wo findet man Beratungsstellen?“<br />

„Wie ist das richtige Wording<br />

meinen Vorgesetzten gegenüber?“ „Wie sage<br />

ich es meinen Kindern?“ „Wann ist der für mich<br />

richtige Zeitpunkt, mich zu öffnen?“ Wir treten<br />

in den Austausch über all diese Themen mit<br />

unseren Experten und Betroffenen.<br />

Lasst uns gemeinsam Menschen wie Claudia<br />

eine Stimme geben, die sich noch nicht<br />

bereit oder stark genug dazu fühlen, sie zu<br />

erheben! <br />

/ Katharina Render<br />

*Name geändert<br />

Katharina Render,<br />

Redakteurin bei<br />

yeswecan!cer<br />

62<br />

63


INTERVIEW<br />

INTERVIEW<br />

Patrice Aminati<br />

„WIR SIND<br />

EINE FAMILIE“<br />

Die Liebe ihres Mannes und<br />

aufbauende Worte von Freunden<br />

und Verwandten helfen der jungen<br />

Mutter durch die Krebstherapie.<br />

Ihre Tochter war noch kein Jahr alt, als im<br />

März bösartiger Hautkrebs bei Patrice Aminati<br />

entdeckt wurde. Die Operation des<br />

Tumors verlief erfolgreich, nun muss sich die<br />

28-Jährige einer Immuntherapie unterziehen.<br />

Im Interview spricht sie über Tiefpunkte und<br />

Kraftspender.<br />

Patrice, wie fühlst Du Dich momentan?<br />

Ehrliche Antwort? Sehr schlecht. Ich habe mit<br />

ungeahnten Nebenwirkungen zu kämpfen.<br />

Wer glaubt schon, dass viele der Nebenwirkungen,<br />

auf die in den zahlreichen vorbereitenden<br />

Arztgesprächen und Untersuchungen<br />

hingewiesen wird, ihn wirklich treffen<br />

werden? Da hilft auch kein mentales „Wegdrücken“<br />

– hohes Fieber, neurologische<br />

Schmerzen und anderes lassen sich nicht<br />

wegdenken oder wegmeditieren. Da ist viel<br />

Traurigkeit in mir, viel Hilflosigkeit, viel Ausgeliefertsein.<br />

Die Diagnose war ein Schock für Euch<br />

beide. Wie habt Ihr es als Paar geschafft,<br />

gemeinsam aus der Schockstarre herauszukommen?<br />

Die Tragweite der Diagnose habe ich, haben<br />

wir gar nicht sofort wahrgenommen. Alles ging<br />

sehr schnell: Ich musste sofort ins Krankenhaus,<br />

wurde sehr schnell operiert. Da dachte<br />

ich noch, dass Schlimmste liege nun hinter mir.<br />

Erst mit Beginn der nachfolgenden Therapie<br />

wurde mir bewusst, was die Diagnose wirklich<br />

bedeutet. Den Begriff Schockstarre würde ich<br />

in meinem Fall eher so nicht verwenden. Für<br />

eine Schockstarre war und ist keine Zeit – wir<br />

sind eine Familie, haben ein Kind, das Leben<br />

geht weiter.<br />

Fotos: Instagram/patrice.eva<br />

Patrice und<br />

Daniel Aminati<br />

zu Gast im Panel<br />

„Nicht krank und doch<br />

betroffen – was die<br />

Diagnose Krebs für Angehörige<br />

bedeutet“<br />

BÜHNE 1, 16:30 UHR<br />

siehe Seite 37<br />

Wie gebt Ihr Euch gegenseitig Kraft?<br />

Wir versuchen so gut es geht, Normalität zu<br />

leben, der Krankheit wenig Raum zu geben –<br />

auch wenn das fast nicht möglich ist. Sie ist<br />

immer präsent. Daniel gibt mir Halt – das kann<br />

ich nicht anders sagen. Er versucht stark zu<br />

sein, aber auch er ist oft hilf- und fassungslos<br />

– auch wenn er das so nicht sagt. Aber wir<br />

kennen uns, lieben uns – da weiß man, wie es<br />

dem anderen geht.<br />

Eure kleine Charly ist erst ein Jahr alt. Wie<br />

schafft Ihr es, der aufreibenden Therapie<br />

und der Elternrolle gleichzeitig gerecht zu<br />

werden?<br />

Das ist vielleicht der schwerste Part. Charly<br />

Malika ist unser ersehntes Wunschkind – und<br />

auch wenn es pathetisch klingen mag: Wir sind<br />

so glücklich für dieses Geschenk des Lebens,<br />

der Liebe. Daniel ist der liebevollste Papa, den<br />

man sich vorstellen kann – all die Liebe und<br />

Fürsorge, die ihm als Kind gefehlt hat, schenkt<br />

er unserer Tochter. Gerade dann, wenn mir<br />

die Kraft fehlt. Außerdem sind wir ja in die<br />

Nähe meiner Eltern gezogen und Oma und<br />

Opa sind immer und auf Zuruf sofort für uns<br />

da. Ich habe mal ein schönes nigerianisches<br />

ZUR PERSON<br />

Patrice Aminati wurde am 27. April<br />

1995 geboren. Die Dresdnerin studierte<br />

Psychologie und engagierte<br />

sich unter anderem für soziale Projekte<br />

der Kinderstiftung „Die<br />

Arche“. Nach drei Jahren Beziehung<br />

heiratete die 28-Jährige im<br />

vergangenen Jahr den Moderator<br />

und Sänger Daniel Aminati. Kurz<br />

darauf wurden die beiden Eltern<br />

einer Tochter. Im März erhielt<br />

Patrice Aminati die Diagnose<br />

Schwarzer Hautkrebs.<br />

Sprichwort gehört – das auch außerhalb einer<br />

Krankheit viel Wahres hat „Um ein Kind aufzuziehen,<br />

braucht es ein ganzes Dorf“ – und<br />

das leben wir.<br />

Patrice, gibt es auch Momente, in denen Dir<br />

der Beistand von Familie und Freunden zu<br />

viel wird? Falls ja, was tust Du dann?<br />

Nein, wirklich nein … ich bin ja fast privilegiert,<br />

so viel Beistand zu erfahren! All die vielen lieben<br />

Nachrichten, die unglaublichen, mutmachenden<br />

Hilfsangebote … ich bin überwältigt.<br />

Ich kann gar nicht alles beantworten – und<br />

das tut mir oft leid. Aber wenn es mir schlecht<br />

geht, lese ich oft die Nachrichten – und das<br />

richtet mich auf, gibt mir Mut zurück. Lieber<br />

möchte ich Eure Frage nutzen, um mich von<br />

Herzen zu bedanken – danke für jeden lieben<br />

Gedanken, jedes freundliche Wort. Danke<br />

schön!<br />

64 65


FOTOAUSSTELLUNG<br />

FOTOAUSSTELLUNG<br />

Alles auf Anfang<br />

REBIRTH<br />

Krebs erzeugt nicht nur Ängste und<br />

Narben. Er provoziert auch Stärke,<br />

Mut und Lebenslust. Das zeigen die<br />

Bilder von Manfred Baumann.<br />

REBIRTH heißt das Fotoprojekt des österreichischen<br />

Starfotografen Manfred<br />

Baumann. Er hat 22 Brustkrebspatientinnen<br />

großformatig in Szene gesetzt, darunter<br />

auch Claudia Altmann-Pospischek, die wie<br />

jedes Jahr auch diesmal auf der YES!CON<br />

anzutreffen ist. Die Schwarz-Weiß-Fotografien<br />

zeigen eindrucksvoll, dass eine Krebserkrankung<br />

– so schrecklich sie auch sein mag – als<br />

Wiedergeburt verstanden werden darf.<br />

Denn es gibt ein Leben mit und nach Krebs.<br />

Schließlich steckt in allem Negativen und in<br />

jeder Krise auch eine Chance für Kraftvolles<br />

und Neues, für eine Wiedergeburt, meint der<br />

Fotograf. „Ich will aber auch darauf aufmerksam<br />

machen, dass Männer und Frauen bitte<br />

regelmäßig zur Krebs-Vorsorgeuntersuchung<br />

gehen sollen“, sagt Baumann.<br />

Seine viel beachtete Ausstellung war in<br />

Wien zu sehen und geht jetzt um die Welt: „Wir<br />

präsentieren die Fotos in Los Angeles, Rom,<br />

Berlin und Australien und hoffen eine Menge<br />

Leute zu erreichen“, so der Fotograf, der sich<br />

von dem großen Interesse beeindruckt zeigte.<br />

yeswecan!cer zeigt die Ausstellung dieses<br />

Jahr in einer elektronischen Slideshow und im<br />

Original auf der nächsten YES!CON 5.0 am<br />

3. und 4. Mai 2024 in der Hauptstadtrepräsentanz<br />

der Telekom in Berlin.<br />

Dann mit Anwesenheit des Fotografen und<br />

einer Fotoaktion.<br />

Fotos: Manfred Baumann<br />

Die REBIRTH- Slideshow<br />

läuft während der<br />

YES!CON im<br />

Forum des AXICA.<br />

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LADE DIR DIE<br />

YES!APP<br />

DEINE DIGITALE SELBSTHILFEGRUPPE<br />

Nach dem Brustkrebs<br />

„WIEDER GANZ ICH“<br />

„Endlich fühle ich mich wieder ganz!“ die Worte seiner<br />

Kundin legten 2008 den Grundstein für das Herzensprojekt<br />

des Tätowierers Andy Engel – die medbwk (medizinische<br />

Brustwarzenrekonstruktion). Nach einer Brustkrebserkrankung<br />

mit Mastektomie hatte sich die Frau an ihn gewandt,<br />

um sich ihre Brustwarze mit einem 3D-Tattoo fotorealistisch<br />

tätowieren zu lassen. Ungefähr 30 Prozent der jährlich neu<br />

diagnostizierten Brustkrebserkrankten müssen sich einer<br />

operativen Tumorentfernung stellen. Das bedeutet für viele<br />

Frauen den Verlust eines Teils ihrer Brust. Nicht alle Betroffenen<br />

erhalten nach der Brustrekonstruktion auch die Möglichkeit<br />

zum Brustwarzenaufbau. Andy Engel hat es sich zur<br />

Aufgabe gemacht, diesen Frauen zu helfen.<br />

Seit Gründung hat er ein deutschlandweites Netzwerk<br />

mit mehr als 20 Standorten und speziell medbwk-geschulten<br />

Tätowierern aufgebaut. Inzwischen sind es circa 200<br />

Frauen im Jahr, die sich durch eine medbwk wieder „ganz“<br />

fühlen können. „Trotzdem sehe ich, dass wir hier noch viel<br />

tun können. Und mit an erster Stelle steht hier für mich die<br />

Information betroffener Frauen und ihres direkten Umfelds“,<br />

ergänzt er. Dabei hilft ihm die von Bepanthen® initiierte<br />

Kampagne #wiederganzich. Ziel der Kampagne ist es,<br />

möglichst viele Betroffene, Angehörige und Freunde über<br />

die Möglichkeit der Brustwarzenrekonstruktion nach einer<br />

Mastektomie aufzuklären.<br />

68<br />

„<br />

Ich freue mich<br />

durch meine<br />

Arbeit die Frauen<br />

auf ihrem Weg<br />

der Heilung zu<br />

begleiten.“<br />

ANDY ENGEL, Gründer der<br />

medbwk und Tattoo-Artist<br />

Mehr Infos unter<br />

wiederganzich.de<br />

#DU<br />

BIST<br />

NICHT<br />

ALLEIN<br />

Die YES!APP hilft Krebspatient:innen und ihren Angehörigen, sich mit<br />

anderen Betroffenen jederzeit und überall auszutauschen. Außerdem<br />

bietet sie einen direkten Draht zu anerkannten Expert:innen.<br />

Die YES!APP fördert den sicheren Dialog, Informations- und<br />

Erfahrungsaustausch und will damit Hilfe zur Selbsthilfe leisten.<br />

Schnell, direkt, effektiv und von Mensch zu Mensch.<br />

yeswecan-cer.org<br />

Code scannen<br />

und App laden


SAVE THE DATE<br />

5.0 | BERLIN<br />

4.–5. MAI 2024<br />

TELEKOM HAUPTSTADT-<br />

REPRÄSENTANZ<br />

50 %<br />

von uns werden im Laufe ihres Lebens<br />

eine Krebs-Diagnose erhalten.<br />

100 % von uns sollten Krebs-Patienten<br />

am Arbeitsplatz unterstützen.<br />

#workingwithcancer<br />

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PARTNER<br />

PARTNER<br />

70<br />

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