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LebensArt-Leseprobe Herbst 2023

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<strong>Herbst</strong> <strong>2023</strong><br />

Verkaufspreis 3,90 Euro<br />

KOCHEN<br />

MIT LIEBE<br />

Zu Besuch bei<br />

Martina und Moritz<br />

Im Trüffel-Fieber<br />

Vierbeiner auf Pilzsuche<br />

Feines Flechtwerk<br />

Eine alte Handwerkskunst


Exklusiver<br />

Exklusiver<br />

Die Monster<br />

Exklusiver<br />

Exklusiver<br />

Die Monster<br />

4D-Film:<br />

sind los !<br />

4D-Film:<br />

sind los !<br />

Editorial<br />

Für die <strong>Herbst</strong>ausgabe von <strong>LebensArt</strong><br />

habe ich so interessante Menschen<br />

kennengelernt, dass ich einfach davon<br />

erzählen will. Da ist die Schauspielerin<br />

Ulrike Folkerts – zugegeben, ich bin<br />

kein Tatort-Fan, aber gesehen hatte<br />

ich sie natürlich. Und dann lernte ich<br />

sie kennen, so zugewandt, so offen, so<br />

völlig uneitel. Das ist, stelle ich mir vor,<br />

relativ selten mit dieser Bekanntheit<br />

und in diesem Beruf.<br />

Inhalt<br />

22<br />

MIT SPÜRNASEN AUF<br />

TRÜFFELSUCHE: UNTERWEGS<br />

MIT MICHAEL HEILER<br />

Dann das Paar Martina Meuth und<br />

Bernd Neuner-Duttenhofer mit ihrem<br />

wunderschönen Apfelgut – nicht weit<br />

von mir entfernt. 47 gemeinsame Jahre<br />

verbinden die beiden, man spürt ihre<br />

Nähe und Zuneigung. Und auch hier<br />

so viel Freude und Freundlichkeit.<br />

Leise, intensive Momente dann bei<br />

Lisa-Marie Pfeffel und ihren Kinderbildern,<br />

die den Blick in die kindliche<br />

Seele öffnen.<br />

LEGO, das LEGO Logo, die Konfigurationen des Steines und der Noppen, die Minifigur und LEGOLAND sind Marken der LEGO Gruppe. ©2022 The LEGO Group. *Bitte genaue Öffnungszeiten und -tage sowie Paradetage beachten.<br />

LEGO, das LEGO Logo, die Konfigurationen des Steines und der Noppen, die Minifigur und LEGOLAND sind Marken der LEGO Gruppe. ©2022 The LEGO Group. *Bitte genaue Öffnungszeiten und -tage sowie Paradetage beachten.<br />

im im LEGOLAND® Deutschland<br />

Freut euch auf Abenteuer & Action, Fahrspaß Fantasie und feiert mit uns die<br />

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Halloween Monster-Party und die weltweit erste LEGOLAND® Parade!<br />

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Extralanger Samstags-Spuk vom 30. September bis 4. November:<br />

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Samstags bis 20 Uhr!<br />

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Exklusiv in den LEGO® Studios: Das 4D-Filmabenteuer „Die Monster sind los“.<br />

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Jetzt monstermäßigen Spaß erleben – im LEGOLAND® Deutschland Resort!<br />

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...und im LEGOLAND®<br />

...und Feriendorf im LEGOLAND®<br />

auch nach<br />

Parkschluss weiterfeiern!<br />

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Fotos: WDR (Titel), Dirk Täuber, Edith Held, privat<br />

Im Obstgarten der Natur<br />

Gutes von der Streuobstwiese 4<br />

Kochen aus Leidenschaft<br />

Besuch bei Martina und Moritz 8<br />

Lieblingsrezepte für jeden Tag<br />

Schmorbraten vom Lamm und mehr 10<br />

Aus Liebe zum Wein<br />

Ein Interview mit Carolin Golter 14<br />

Acht Tipps für perfekten Genuss<br />

So schmeckt Wein am besten 16<br />

Mit geschultem Blick Pilze sammeln<br />

Pilzexpertin Katharina Krieglsteiner<br />

im Interview 18<br />

Leckere Pilze aus dem Wald<br />

Die erkennen auch Anfänger 20<br />

Septembermorgen<br />

„Im Nebel ruht noch die Welt “ 30<br />

„Ein Job, wie er schöner<br />

nicht sein könnte“<br />

Matthias Meerwarth hat als Schäfer sein<br />

Glück gefunden 32<br />

Frisches Flechtwerk für alte Stühle<br />

Die Passion von Sabine Bayer 36<br />

NICHT NUR DIE TOUGHE<br />

TATORT-KOMMISSARIN:<br />

26<br />

ULRIKE FOLKERTS<br />

Eine Kinderwelt ohne Klischees<br />

Aquarelle von Lisa-Marie Pfeffel 40<br />

Mit dem Rad zum Wein<br />

Tour auf dem Badischen Weinradweg 44<br />

Eintauchen in die Welt der Klöster<br />

Auf den Spuren der Mönche wandeln 46<br />

Rubriken<br />

Impressum 50<br />

Für Sie entdeckt 48<br />

Ferien-Domizile & Marktplatz 50<br />

Und schließlich die Begegnung mit<br />

dem Brettener Matthias Meerwaldt,<br />

der sich als Schäfer beruflich völlig neu<br />

orientierte und jetzt auch im Schwarzwald<br />

zuhause ist. Ein Sprung ins kalte<br />

Wasser – aber auch ins Glück.<br />

Bei diesen und all den weiteren<br />

Menschen in dieser Ausgabe möchte<br />

ich mich dafür bedanken, dass sie uns<br />

den Blick in ihr ganz privates Leben<br />

erlauben. Das ist jedes Mal ein Abenteuer,<br />

auf das wir Sie, liebe Leserinnen<br />

und Leser, gerne mitnehmen.<br />

Gabriele Meyer,<br />

Chefredakteurin<br />

3


Auf den Streuobstwiesen von<br />

Bernhard Fehrentz gedeihen<br />

Pflanzen und Tiere Bei Ispringen im<br />

Enzkreis kultiviert der Naturfreund<br />

alte Apfel-, Birnen- und<br />

Quittensorten<br />

01<br />

03<br />

04<br />

02<br />

der Natur<br />

IM OBSTGARTEN<br />

Schon mal von „Ribston Pepping“ oder<br />

„Zuccalmaglio“ gehört? Oder vielleicht<br />

von der „Goldrenette Freiherr von Berlepsch“<br />

oder der „Goldparmäne“? Alle vier<br />

sind Apfelsorten, die auf den Streuobstwiesen<br />

von Bernhard Fehrentz gedeihen. Auch<br />

die „Birkenfelder Hakenbirne“ nennt er sein<br />

Eigen – der Name weist auf die Herkunft aus<br />

Birkenfeld bei Pforzheim hin. Die „Hokebier“,<br />

wie sie umgangssprachlich genannt<br />

wird – übrigens auch ein Beiname der Birkenfelder<br />

Bürger – diente einst der Produktion<br />

von Schaumwein, der an Kurgäste in<br />

Bad Wildbad ausgeschenkt wurde, erzählt<br />

Bernhard Fehrentz. Auf seinen rund sechs<br />

Hektar Land, das sind mehrere Streuobstwiesen<br />

rund um Ispringen, stehen über 700<br />

Bäume. Fehrentz pflegt mit großer Hingabe<br />

seine über 100 meist alten Apfel-, 40 Birnenund<br />

15 Quittensorten. Die Äpfel seien zwar<br />

nicht übermäßig süß, dafür jedoch sehr aromatisch,<br />

schwärmt er. Auf seine alten Sorten<br />

lässt er nichts kommen, nicht zuletzt wegen<br />

ihres unschätzbaren Wertes: Sie sind sogar<br />

für Allergiker geeignet.<br />

So auch der „Zuccalmaglio“: „Eine meiner<br />

Mitarbeiterinnen kann erst seit einem Jahr<br />

wieder Äpfel essen“, sagt Fehrentz. Möglich<br />

gemacht hat es eben diese unscheinbare<br />

grüngelbe, jedoch im Geschmack „ganz feine“<br />

Renette mit einem „sagenhaftem Aroma“,<br />

die auf Fehrentz Obstwiesen wächst<br />

und nach dem deutschen Heimatdichter<br />

und Volksliedforscher Anton Wilhelm von<br />

Zuccalmaglio benannt ist.<br />

01 Fleißige Helferinnen: Gabriele<br />

Wuchner (links) und Roswitha Bayer<br />

unterstützen bei der Ernte.<br />

02 Über 700 Bäume gedeihen auf<br />

den Streuobstwiesen und tragen<br />

jedes Jahr leckere Früchte.<br />

03 Bernhard Fehrentz hegt und<br />

pflegt seit vielen Jahren seine<br />

Streuobstwiesen bei Ispringen.<br />

04 Körbe voller köstlicher Äpfel:<br />

Manch alte Streuobstsorten sind<br />

auch für Allergiker geeignet.<br />

4<br />

5


Ein Frontlader mit Arbeitsbühne<br />

vereinfacht das Apfelpflücken<br />

rentz liebt es, zu einem gewissen Teil Selbstversorger<br />

zu sein. „Für meinen Kachelofen<br />

benötige ich kein Holz aus dem Wald, die<br />

Obstwiesen werfen genug ab.“ Autarkie ist<br />

ihm bis zu einem gewissen Grad wichtig,<br />

auch wenn das in der heutigen Gesellschaft<br />

nicht mehr in Mode sei, sagt er.<br />

AUS LIEBE ZUR NATUR<br />

Einen großen Stellenwert hat für Fehrentz<br />

der Schutz der Natur: „Streuobstwiesen sind<br />

sehr artenreich, wenn man sie pflegt.“ Dazu<br />

gehört die Mahd der Wiesen, die Fehrentz<br />

von einem Landwirt erledigen lässt, der mit<br />

dem Heu seine Pferde versorgt – ein Synergieeffekt,<br />

von dem beide profitieren. So muss<br />

sich Fehrentz nur noch um die Stellen rund<br />

um die Baumstämme kümmern. Wichtig ist<br />

ihm, dass ein Balkenmäher zum Einsatz<br />

kommt: „Der ist schonender für Insekten.“<br />

Im Gegensatz zu intensiv genutzten Äckern<br />

stellen Streuobst- und Mähwiesen eine wichtige<br />

Nahrungsquelle für Bestäuber wie die<br />

Osmia Cornuta, die gehörnte Mauerbiene,<br />

dar. Sie ist eine interessante Bestäuberin auf<br />

Obstplantagen, die effektiver sein soll als die<br />

Honigbiene. Daher hat Fehrentz schon mehrere<br />

neu erworbene Flächen von hohen<br />

Brombeerhecken befreit und mit jungen<br />

Bäumen bepflanzt.<br />

Was ihn allerdings ärgert, ist, dass rund um<br />

Ispringen, wie auch im übrigen Ländle, viele<br />

Streuobstwiesen nicht gepflegt werden. Seine<br />

Schätzungen belaufen sich in seinem Umfeld<br />

auf rund 40 Prozent der Wiesen. Dabei<br />

handle die Gemeinde Ispringen vorbildlich<br />

und schreibe in jedem Jahr die bei der Flurbereinigung<br />

gepflanzten Bäume aus, damit<br />

Bürger sie abernten könnten. „Man kann<br />

auch ein gelbes Band oder ein Schild an den<br />

Bäumen anbringen, damit Interessierte das<br />

Obst nutzen können. Man kann immer etwas<br />

machen“, sagt er und verweist auf die<br />

Infos der Streuobstwiesenbörse im Internet<br />

unter www.streuobstwiesen-boerse.de.<br />

Im Winter steht das Schneiden der Bäume<br />

an, damit der Baum immer neuen Wuchs<br />

aufweist, dadurch nicht vergreist und vorzeitig<br />

abstirbt. Seine Lieblingsbirne ist die<br />

„Köstliche von Charneux“. Wird sie früh geerntet,<br />

kann man sie bei 0 bis 2 Grad rund<br />

fünf Monate lang lagern und<br />

so noch zu Weihnachten verzehren.<br />

Wichtig ist, dass Äpfel<br />

getrennt von Birnen gelagert<br />

werden, sagt Fehrentz, da letztere<br />

sonst zu schnell reifen.<br />

„Trocknen ist eine Alternative,<br />

dann hat man den Winter über Apfelringe,<br />

die man auch im Frühjahr<br />

noch mit zum Wandern nehmen kann“,<br />

verrät er. Eingelagert werden von Fehrentz<br />

nur die besten Früchte, die anderen kommen<br />

in die Mosterei und werden zu Saft verarbeitet,<br />

den er dann das ganze Jahr über nießen kann.<br />

ge-<br />

Beatrix Drescher<br />

Für Allergiker geeignet ist außerdem die<br />

„Goldrenette Freiherr von Berlepsch“, eine<br />

Züchtung, die süß-säuerlich schmeckt und<br />

hocharomatisch ist, sagt der Naturfreund.<br />

Auf Sortenvielfalt auf seinen Streuobstwiesen<br />

legt Fehrentz großen Wert. Manchmal<br />

komme es dabei auch zu Überraschungen.<br />

Eine wild aufgegangene Sorte, also ein Zufallssämling,<br />

ist die „Renette von Serres“. Sie<br />

stammt aus England und ist die Ursorte des<br />

„Cox Orange“, der von einem englischen<br />

Bierbrauer gezüchtet wurde.<br />

Sein persönlicher Lieblingsapfel ist die<br />

Goldparmäne, eine im reifen Zustand hocharomatische<br />

Frucht. Sie ist eine der von ihm<br />

angebauten alten Apfelsorten und war in<br />

Deutschland bereits im Mittelalter bekannt.<br />

Außerdem kann sie vielseitig verwendet werden,<br />

sagt Fehrentz: „Die Goldparmäne kann<br />

frisch verzehrt, für Kompott, Schnaps oder<br />

auch zum Backen verwendet werden.“<br />

VOM OPA GELERNT<br />

Geschichten von seinen Äpfeln kann Bernhard<br />

Fehrentz viele erzählen. Die Streuobstwiesen<br />

sind seit Jahrzehnten die Leidenschaft<br />

des nunmehr 74-Jährigen. Die Liebe<br />

zur Natur und die Faszination für Obstbau<br />

habe sein Großvater in ihm geweckt. Da sei-<br />

ne Mutter arbeiten und<br />

Geld verdienen musste,<br />

habe er in jungen Jahren<br />

viel Zeit mit seinem Opa<br />

verbracht und sei praktisch<br />

bei ihm aufgewachsen, erinnert<br />

sich Fehrentz. Er habe den<br />

Großvater beim Schneiden und<br />

Veredeln der Bäume, aber auch beim<br />

Pflanzen junger Bäume stets begleitet und<br />

von ihm gelernt. „Ich habe meinen Großvater<br />

intensiv erlebt und die gemeinsamen Erfahrungen<br />

aus meiner Jugend in die reiferen<br />

Jahre mitgenommen", erzählt Fehrentz.<br />

Das Backen ist eine weitere Leidenschaft:<br />

Der aktive Rentner ist Mitglied bei den<br />

Backhausfreunden in Ispringen. Er backt<br />

„Streuobstwiesen sind<br />

sehr artenreich, wenn man<br />

sie richtig pflegt“<br />

Bernhard Fehrentz<br />

und isst für sein Leben<br />

gerne selbstgemachtes<br />

Brot. Es versteht sich von<br />

selbst, dass es kein 0815-Brot<br />

ist. Fehrentz hat sich auf mediter-<br />

rane Brote mit Sauerteig, einer lan-<br />

gen Teigführung und nur vier Gramm<br />

Hefe pro Kilogramm Mehl spezialisiert. Er<br />

gibt im Ispringer Backhaus auch Brotbackkurse<br />

für Interessierte.<br />

Vom Brotbacken begeistert sind auch zwei<br />

seiner Sammelhelferinnen – Roswitha Bayer<br />

und Gabriele Wuchner. Beim gemeinsamen<br />

Essen kommen Brot, gute Butter, etwas Serrano-Schinken,<br />

köstlicher Käse und ein<br />

Tröpfchen guten Weins auf den Tisch – ein<br />

vollkommener Genuss und gleichzeitig ein<br />

überaus geschmackvoller Abschluss für einen<br />

gemeinsamen Erntevormittag.<br />

Ein Wunder eigentlich, dass Fehrentz die<br />

Trauben für den Wein nicht selbst anbaut.<br />

Auf seinem Acker baut er mit drei weiteren<br />

Helfern Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch,<br />

Kohlrabi, Grünkohl, Bohnen und weitere<br />

Gemüsesorten an. In seinem Hochbeet im<br />

Garten erntet er von einer einzigen Gurkenpflanze<br />

jeden Tag zwei oder drei wohlschmeckende<br />

Vespergurken, versorgt einen Hahn<br />

und sieben Hühner, die für ihn und seine<br />

Frau jeden Tag drei bis vier Eier legen. Feh-<br />

Fotos: Beatrix Drescher, AdobeStock/zcy, Vera NewSib, Viktor, Nattle<br />

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