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#unabhängig Büchermagazin No 16 - Wagnersche

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Wagner’sche<br />

Innsbruck<br />

Wagner’sche<br />

Altstadt<br />

Innsbruck<br />

Bücher Stierle<br />

Salzburg<br />

Stierle Kelten-<br />

Buchhandlung<br />

Hallein<br />

Leporello die<br />

Buchhandlung<br />

Wien<br />

Stöger —<br />

Leporello die<br />

Buchhandlung<br />

Wien<br />

Das Magazin unserer unabhängigen Buchhandlungen — 10.2023<br />

#<br />

unabhängig<br />

<strong>No</strong>. <strong>16</strong>


Impressum<br />

Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:<br />

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Medici Buchhandels GmbH,<br />

Museumstraße 4, 6020 Innsbruck<br />

info@wagnersche.at, robert.renk@wagnersche.at — www.wagnersche.at<br />

Redaktion: Robert Renk<br />

Texte: div. (Copyright bei den Autor*innen)<br />

Grafische Ausstattung: himmel, Studio für Design und Kommunikation<br />

Fotografie: © der Abbildungen bei den einzelnen Rechteinhaber*innen<br />

Titelbild: Sabine Gruber fotografiert von © Sabine Hauswirth<br />

Korrekturen: Angelika Moser (www.korrekterweise.at)<br />

Druck: Alpina Druck GmbH, Innsbruck<br />

Fehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. © 10.2023<br />

3<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

# Unabhängig<br />

Sechs unabhängige Buchhandlungen.<br />

Schön verteilt<br />

auf Wien, Salzburg und<br />

Innsbruck. Gemeinsam verkaufen<br />

sie rund eine halbe<br />

Million Bücher im Jahr und<br />

schauen vor allem sehr auf<br />

die Bereiche Kinderbuch<br />

& Literatur! Dort haben wir<br />

oftmals Alleinstellungsmerkmale,<br />

sei es durch unser<br />

kompetentes, belesenes<br />

Personal, sei es durch viele<br />

Veranstaltungen, die wir<br />

in diesen Bereichen für Sie<br />

anbieten. Vor allem diesen<br />

Veranstaltungen ist ein großer<br />

Teil in unserem Magazin<br />

gewidmet. Wir hoffen, Sie<br />

genießen unsere vielfältigen<br />

Tipps und die interessanten<br />

Interviews, die wir für Sie<br />

zusammengetragen haben,<br />

zum Teil auch Lesungen betreffend,<br />

die vor Erscheinen<br />

des Magazins stattgefunden<br />

haben. Aber vielleicht waren<br />

Sie ja bei den Lesungen von<br />

Erika Pluhar, Ilija Trojanow<br />

oder Markus Heitz dabei.<br />

Und sonst sehen wir uns<br />

einfach bei den kommenden<br />

Lesungen …<br />

Gerlinde Tamerl (stv. Geschäftsführerin)<br />

Markus Renk (Geschäftsführer)<br />

Markus Hatzer (Gesellschafter)<br />

Inhalt<br />

4 Neues aus den Buchhandlungen<br />

Was ist los in Wien, Salzburg und Innsbruck?<br />

14 Nachschau<br />

Lesungen mit Ilija Trojanow, Erika Pluhar u. e. m.<br />

18 Charlotte Link<br />

Die Krimiqueen in der Wagner’schen<br />

20 Lyrik zuerst<br />

Der große Klaus Merz präsentiert sein neues Buch<br />

22 Matthias Gruber<br />

Ein Debüt bei Stierle<br />

24 Krimi bei Stöger<br />

Lukas Pellmann und Christian Schleifer zu Gast im Leporello im 19. Bezirk<br />

26 Sabine Gruber<br />

Ihr neuer Roman Die Dauer der Liebe zeigt Probleme mit und nach<br />

dem Tod des Geliebten<br />

28 Männer töten<br />

Eva Reisinger zu Gast bei Stierle<br />

30 Zwischen Stadt und Land<br />

Doris Knecht und ihr neuer Roman<br />

34 Literarisches HausQuartett<br />

Mit Antonio Fian, Irene Gierkinger und Livemusik<br />

36 Mountainday<br />

Mit Antonio Fian & Lydia Mischkulnig<br />

40 David Schalko & Peter Stamm<br />

zu Gast in Innsbruck<br />

44 60 Tonnen für die Schule<br />

Schulservice von Buchhandlung und Verlag<br />

46 Mit den besten Empfehlungen<br />

50 3×7 Best aber Seller<br />

60 Slowenien in Frankfurt<br />

Slowenien ist Gastland bei der Frankfurter Buchmesse.<br />

Tipps von Robert Renk


„Alt, aber neu“ –<br />

wir leben unser Motto !<br />

Von Markus Renk und Helena Töchterle<br />

Originaltexte<br />

liegen im Trend<br />

In der Belletristik-Abteilung weht der<br />

Westwind. Nach wie vor findet man hier<br />

unser gut kuratiertes Angebot an hochkarätigen<br />

literarischen Werken und Neuerscheinungen,<br />

ergänzt um eine vielseitigere<br />

Auswahl an fremdsprachigen Büchern – vor<br />

allem auf Englisch, aber nicht nur. Ein<br />

schönes Regal mit Klassikern in Originalsprache<br />

aus der Reihe „Penguin Classics“<br />

eröffnet die vergrößerte und in den räumlichen<br />

Fokus gerichtete Abteilung (siehe<br />

Abbildung). Dahinter geht es weiter mit<br />

Büchern, die unsere Kundschaft und wir<br />

auch auf Deutsch lieben – Bestseller, Longseller<br />

und auch einige Geheimtipps unserer<br />

Buchhändlerinnen und Buchhändler.<br />

Des Weiteren haben wir ein neues Regal,<br />

auf dem man die aktuell auf TikTok meistgelesenen<br />

Bücher findet, ins Leben gerufen<br />

– damit nicht lange nach dem Buch, das<br />

man in einem kurzen Video gesehen hat,<br />

und von dem man nicht mehr genau weiß,<br />

wie es heißt, gesucht werden muss.<br />

Neue Überraschungen<br />

im ersten Stock<br />

Wer in den Monaten Mai und Juni im<br />

oberen Stock bei den Kinderbüchern, den<br />

Ratgebern oder den Fachbüchern gestöbert<br />

hat, dem sind die vielen prall gefüllten<br />

Bücherwägen, die von einer Abteilung in<br />

die andere geschoben wurden, sicherlich<br />

nicht entgangen – ebenso wenig wie das<br />

Personal, das sich in einer ruhigen Minute<br />

fast schon auf existenzphilosophische Weise<br />

über Gestaltungsmöglichkeiten des Stockwerks<br />

unterhalten hat. Mit dem Ergebnis<br />

des Ganzen sind wir sehr glücklich: Der<br />

Zusammenschluss von bisher getrennten<br />

Abteilungen wie Natur und Naturwissenschaften,<br />

Ratgebern und (populärer)<br />

Psychologie, Gesundheit und Medizin<br />

macht es einfacher und angenehmer, Bücher<br />

zu einem bestimmten Thema zu finden<br />

und sich zu neuem interessanten Lesestoff<br />

inspirieren zu lassen.<br />

Innsbruck<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

© Bernhard Aichner, Gerhard Berger, Gerlinde Tamerl<br />

In der Wagner’schen in Innsbruck ist viel<br />

passiert. Das ist in den letzten Monaten<br />

nicht nur unserer treuen Kundschaft aufgefallen,<br />

sondern war auch für uns mit<br />

schöner, gestalterischer Arbeit verbunden,<br />

in die wir unser Herzblut und unsere ganz<br />

persönliche Handschrift integrieren konnten.<br />

Abteilungen wurden zusammengeführt<br />

und ausgebaut, umgeräumt und neu gestaltet.<br />

Die Wagner’sche geht mit dem Wandel<br />

der Zeit – dennoch bleibt unsere Liebe<br />

zu hochwertiger Literatur, schön illustrierten<br />

Kinderbüchern und guter Fachlektüre,<br />

wie man sie von uns kennt, natürlich immer<br />

bestehen.<br />

Fotos: © Thomas Schrott, Wagner’sche<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

5<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck


destens genauso gespannt. Einige Bücher,<br />

deren Erscheinung wir gar nicht mehr<br />

erwarten können, werden wie gewohnt<br />

auch in diesem Herbst wieder im schönsten<br />

Wohnzimmer Innsbrucks (Zitat Robert<br />

Renk) präsentiert.<br />

Salzburg<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

© Foto Wagner’sche<br />

Beim Team um Carmen Schwarz, das unsere<br />

Buchhandlung Stierle nahe dem Salzburger<br />

Dom betreut, feiert man derweilen ein kleines<br />

Jubiläum. Vor 35 Jahren wurde eröffnet!<br />

Was u. a. mit Annoncen in der heimischen<br />

Presse avisiert wurde (siehe Foto). Das<br />

Stierle-Team feiert nicht mit Lachsbrötchen<br />

und Sekt, sondern lieber mit Kaffee<br />

& Feminismus. Das Motto beim regelmäßigen<br />

literarischen Brunch lautet: Good<br />

books and new friends!<br />

Gemeinsam mit der Autorin Mareike<br />

Fallwickl hat Carmen Schwarz von Bücher<br />

Stierle diese Reihe organisiert, die seit<br />

Mai diesen Jahres das feministische Veranstaltungsprogramm<br />

in Salzburg sympathisch,<br />

aber mit Inhalt unaufgeregt, aber<br />

vehement bereichert!<br />

Da die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt<br />

ist, sind Anmeldungen vorteilhaft,<br />

am besten unter:<br />

carmen.schwarz@buecher-stierle.at.<br />

Hans Hamedinger, Carmen Schwarz und<br />

Markus Renk beim Salzburger Businesslauf 2023<br />

Bücher<br />

Stierle<br />

Salzburg<br />

© Foto Wagner’sche<br />

Autorin Mareike Fallwickl – © Gyöngyi Tasi, Wagner’sche<br />

Bücher<br />

Stierle<br />

Salzburg<br />

Und in der Ratgeber- und Kinderbuch-<br />

Abteilung? Da ist durch die Verlagerung<br />

der Ratgeber hinein in die Fachbuch-Abteilung<br />

natürlich Platz entstanden. Diesen<br />

Platz nutzen wir, um noch besser auf die<br />

Wünsche von den jüngsten Lesebegeisterten<br />

einzugehen: Unsere Manga-Abteilung,<br />

in der man wirklich alles findet, was das<br />

japanliebende Herz begehrt, ist weiter gewachsen.<br />

Dazu gekommen ist außerdem ein<br />

neues Regal für Tabletop-Spiele, in dem es<br />

sich lohnt, zu stöbern.<br />

Außerdem haben wir auch hier ein<br />

wesentlich breiteres Angebot an englischen<br />

Kinder- und Jugendbüchern als zuvor. Wir<br />

sehen es als eine unserer schönsten Aufgaben,<br />

Kinder und Jugendliche zum Lesen<br />

zu inspirieren und zu motivieren.<br />

Das ist auch einer der Gründe, warum<br />

wir uns auch diesen Herbst schon wieder<br />

sehr auf die vielen wunderschönen Neuerscheinungen<br />

im Bereich Kinderbuch<br />

freuen, allerdings sind wir auf den neuen<br />

Lesestoff für Erwachsene natürlich min-<br />

6<br />

Wagner’sche.<br />

Stierle<br />

Kelten- Buchhandlung<br />

Hallein<br />

© Peter Walder-Gottsbacher


In Hallein wartet man gespannt auf das<br />

Buch Es war einmal in Hallein von Peter<br />

Walder-Gottsbacher, das im hauseigenen<br />

Verlag erscheint. Am 30. <strong>No</strong>vember gibt<br />

es in der Kelten-Buchhandlung die Präsentation.<br />

Anmeldungen dazu sind sicher<br />

anzuraten, es wird rappelvoll. Denn das<br />

Buch, das den Bogen von den Habsburgern<br />

über das „rote Hallein“ bis zum 2. Weltkrieg<br />

spannt, wartet auch mit zahlreichen<br />

Fotos auf (siehe Bild). Es wird sicher DAS<br />

Lesungsereignis im Herbst.<br />

Ansonsten gibt man sich in Salzburg recht<br />

sportlich (siehe Bild von rechts nach links:<br />

Hans Hamedinger – Leitung Keltenbuchhandlung<br />

Hallein, Carmen Schwarz<br />

– Leitung Buchhandlung Stiele Salzburg,<br />

Markus Renk GF Medici GmbH).<br />

Wien<br />

Bei Stöger im 19. Bezirk gab es schon einen<br />

wunderbaren literarischen Auftakt mit der<br />

großen Erika Pluhar (siehe Interview auf<br />

S. 13). Eine gelungene Zusammenarbeit<br />

von Stöger – Leporello die Buchhandlung<br />

mit dem Döblinger Bezirksmuseum, die in<br />

Zukunft intensiviert werden soll. Mit einer<br />

kriminalistischen Doppellesung geht es am<br />

23. <strong>No</strong>vember weiter. Von Perchtoldsdorf<br />

ans Meer der Wiener nennt sich der Abend<br />

und bringt zwei heimische Krimiautoren<br />

nach Döbling (siehe Interview auf S. 25).<br />

Darüber hinaus gestaltet das Team um Ina<br />

Cassik jeden zweiten Samstag im Monat<br />

um 15 Uhr eine Lesung für Kinder! Es werden<br />

auch Kindergärten und Schulklassen<br />

zu Vorlesestunden eingeladen.<br />

Auch bei Leporello hat sich einiges getan<br />

Zum einen betreut das Team nun nicht nur<br />

die Buchhandlung des Burgtheaters, sondern<br />

ab heuer auch die des neu gestalteten<br />

österreichischen Parlaments (siehe Bild)!<br />

Im Haus wurde vor allem die Kinderbuchecke<br />

kompetent ausgebaut und ist nun ein<br />

ganzer Bereich. Unsere Mitarbeiterinnen –<br />

allen voran Dagmar Harbich und Christina<br />

Skala – sind große Kinderbuchexpertinnen<br />

und der Meinung: „Der Lesenachwuchs<br />

hat nur das Beste und Tollste verdient!“<br />

Zur Auswahl gefragt meinen die Leporellinas:<br />

„Wir suchen die Titel in unserer<br />

Buchhandlung mit Verstand und Gespür<br />

aus – Kinder und Jugendliche finden bei<br />

uns Bücher, die wir nach jahrzehntelanger<br />

Erfahrung mit bestem Gewissen empfehlen.<br />

© Foto Wagner’sche<br />

Leporello die<br />

Buchhandlung<br />

Wien<br />

können und die uns vor allem immer<br />

sehr am Herzen liegen!“<br />

Neben der aktuellen Literatur und<br />

den schönsten Klassikern gibt es nun<br />

auch reichlich Platz für Pappbücher für<br />

die Kleinsten, Bilderbücher, Vorlesegeschichten,<br />

Sachbücher und natürlich<br />

Kinder- und Jugendromane. Eine kleine<br />

Auswahl auch auf Englisch.<br />

Auf der Galerie in der Buchhandlung im<br />

Zentrum Wiens wurde auch ein „Lesebaumhaus“<br />

installiert, wo regelmäßig<br />

Lesungen für Kindergruppen stattfinden.<br />

© Foto Leporello<br />

Eine ganz spezielle Kollegin ist Frau Erna<br />

(siehe Bild). Sie wohnt in einem Köfferchen<br />

in der Leporello-Auslage und ist das<br />

Maskottchen der Kinderbuchabteilung.<br />

Frau Erna liest und reist sehr gerne, sie hat<br />

immer etwas zu erzählen.<br />

Stöger–<br />

Leporello die<br />

Buchhandlung<br />

Wien<br />

© Foto Stöger<br />

8 9<br />

Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39


Neues aus dem Verlag<br />

der Wagner’schen!<br />

Tierischer Spielspaß und ein<br />

historischer Stadtrundgang!<br />

Kalender 2024:<br />

Lukas Morscher:<br />

Innsbruck, wie es früher war<br />

Verlag der Wagner’schen<br />

Buchhandlung, € 19,95<br />

© Stadtarchiv Innsbruck<br />

Unsere Reise in die Vergangenheit von<br />

Innsbruck beginnt in diesem Jahr mit einer<br />

Ansicht des heutigen Bozner Platzes von<br />

1893, als er noch Margarethenplatz hieß,<br />

und zeigt eine prächtige begrünte Anlage<br />

rund um den Rudolfsbrunnen. Aber auch<br />

die weiteren Kalenderblätter halten wieder<br />

viele Überraschungen bereit. Lukas Morscher,<br />

Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs,<br />

hat erneut ganz besondere Augenblicke und<br />

einzigartige Momentaufnahmen aus seinem<br />

reichen Bilderschatz gehoben und beschert<br />

uns ein Panoptikum, das zum Staunen<br />

und Entdecken einlädt. Was auf den ersten<br />

Blick oft rätselhat erscheint, verwandelt<br />

sich bei näherer Betrachtung in Vertrautes,<br />

während an so mancher Szenerie die Zeit<br />

scheinbar spurlos vorübergegangen zu<br />

sein scheint. Andere Aufnahmen wiederum<br />

geben ihr Geheimnis erst durch den<br />

begleitenden Text preis – ein wahrlich reizvolles<br />

Vergnügen! Unser beliebtes 14-tägiges<br />

Kalendarium ist exklusiv erhältlich in der<br />

Wagner’schen Buchhandlung.<br />

Das neue Spiel für die ganze Familie dreht<br />

sich dieses Mal um eines der beliebtesten<br />

Ausflugsziele der großen und kleinen Innsbrucker*innen,<br />

den Alpenzoo – genauer<br />

gesagt, um seine tierischen Bewohner. Auf<br />

etwas mehr als 4 Hektar werden im Alpenzoo<br />

in naturnah gestalteten Gehegen, Terrarien<br />

und Aquarien etwa 2000 Alpentiere<br />

von rund 150 Arten gepflegt. Kein anderer<br />

Zoo der Welt zeigt eine derart vollständige<br />

Sammlung von Wildtieren aus dem Alpenraum.<br />

Mit dem Alpenzoo-Spiel lernen<br />

Kinder ab 6 Jahren und auch Erwachsene<br />

die einzigartige Tierwelt der Alpen besser<br />

kennen. Was macht der Bär beim Kirschenessen?<br />

Können Fischotter-Babys von Geburt<br />

an schwimmen? Welche winzig kleinen<br />

Tiere sind bedrohter als Tiger oder Schneeleoparden?<br />

Dieses Spiel vermittelt pädagogisch<br />

durchdacht Wissen über die Tiere des<br />

Alpenzoos und schafft ein Bewusstsein für<br />

Artenschutz. Die lustigen Aktivitätskarten<br />

bringen Spaß und fördern die Kreativität.<br />

Das neue Alpenzoo-Spiel zum<br />

Preis von € 29,90 ist ab Ende Oktober<br />

in der Wagner’schen Buchhandlung<br />

erhältlich.<br />

Buchtipp:<br />

Christian Kössler:<br />

Schatten über dem Inn<br />

Verlag der Wagner’schen<br />

Buchhandlung,<br />

ca. 250 S., € 14,95<br />

Erscheint Ende<br />

<strong>No</strong>vember 2023<br />

Der Innsbrucker Autor und Bibliothekar<br />

Christian Kössler ist bekannt für seine<br />

Vorliebe für Unheimliches und Sagenhaftes.<br />

Seit seiner Kindheit haben ihn Erzählungen<br />

aus uralten Zeiten mit ihren mystischen<br />

Wesen in den Bann gezogen. In seinem<br />

neuen Buch steht Innsbruck als Schauplatz<br />

von ungewöhnlichen, unheimlichen und<br />

gruseligen Geschichten im Mittelpunkt. Er<br />

verwischt die Grenzen zwischen Realität<br />

und Fiktion, vermischt Sagenhaftes mit<br />

einer ordentlichen Portion Regionalkolorit<br />

und führt uns in seinen Kurzgeschichten<br />

auf eine etwas andere Reise durch die<br />

Tiroler Landeshauptstadt. Der anregende<br />

Mix aus schaurigen Überlieferungen<br />

und aktuellen Ereignissen ist spannend,<br />

schwarzhumorig und einfach zum Fürchten<br />

gut. Als Inspirationsquellen dienten ihm<br />

vor allem alte Sagenstoffe aus Innsbruck<br />

und dem Alpenraum, sodass so manche<br />

bekannte Spukgestalt in seinen Geschichten<br />

wieder lebendig wird und im Hier und Jetzt<br />

ihr Unwesen treibt.<br />

Peter Walder-Gottsbacher ist seit Jahrzehnten<br />

leidenschaftlicher Sammler von<br />

alten Fotografien, allem Gedruckten und<br />

Ansichtskarten zur Innsbrucker und Salzburger<br />

Geschichte und gehörte als langjähriger<br />

Mitarbeiter zum „Urgestein“ der<br />

Wagner’schen Universitätsbuchhandlung.<br />

In seinem neuen Buch entführt uns der<br />

gebürtige Salzburger auf einen lebendigen<br />

Streifzug durch die Geschichte Halleins. In<br />

zahlreichen Bildern und Anekdoten macht<br />

er nicht nur die Stadtgeschichte sichtbar,<br />

sondern öffnet auch Fenster in das alltägliche<br />

Leben vergangener Zeiten. Er zeigt<br />

uns dabei die schönsten Seiten von Hallein,<br />

die Brücken, Solebäder und Denkmäler,<br />

aber er thematisiert auch die Industrie und<br />

gibt Einblick in die für die Region prägende<br />

Salzgewinnung. Walder-Gottsbacher erzählt<br />

von Bürger*innen und Arbeiter*innen, von<br />

der Feuerwehr, dem Turnverein und von<br />

wichtigen Persönlichkeiten der Stadtpolitik<br />

und er verrät, in welchem Geschäft seine<br />

k. u. k. Hoheit, der Thronfolger Erzherzog<br />

Franz Ferdinand von Österreich-Este,<br />

1907 Antiquitäten erwarb. Natürlich kommt<br />

außerdem das Freizeitvergnügen in der<br />

Stadt nicht zu kurz, seien es die zahlreichen<br />

Brauhäuser, die ersten „Kinematographen-<br />

Theater“ oder das Strandbad.<br />

Buchtipp:<br />

Peter Walder-Gottsbacher:<br />

Es war einmal in Hallein<br />

Verlag der Wagner’schen<br />

Buchhandlung,<br />

<strong>16</strong>0 S., € 19,95<br />

Erscheint Mitte <strong>No</strong>vember 2023


© Lukas Beck<br />

Schwesternbuch<br />

Erika Pluhar widmet ihr neues<br />

Buch ihrer Schwester und spricht<br />

mit Ina Cassik darüber.<br />

Stöger–<br />

Leporello die<br />

Buchhandlung<br />

Wien<br />

Greift nicht jeder<br />

schreibende Mensch<br />

auf die Kompetenz<br />

seiner Erfahrungen<br />

zurück?<br />

Ina Cassik: Zu Beginn Ihres neuen<br />

Romans Gitti schreiben Sie, dass Ihre<br />

Schwester gerade dabei ist, „in das<br />

Vergessen ihres Lebens zu gleiten“.<br />

War das der Anlass für Sie, ein Buch<br />

über sie zu schreiben?<br />

Erika Pluhar: Ja. Da meine um 5 Jahre<br />

ältere Schwester Brigitte, die ich immer<br />

Gitti nannte, sich völlig in der Alzheimer-<br />

Krankheit verliert, wurde es mir ein<br />

Anliegen, ihr entschwindendes Leben ein<br />

wenig festzuhalten. Vor allem auch in Erinnerung<br />

unserer gemeinsamen Kindheit<br />

und Jugend. Mein Verlag bewog mich dann<br />

zu diesem sehr persönlichen Buch – das ich<br />

auch völlig meiner geliebten Gitti widme.<br />

Es geht in dem Buch um die Kindheit<br />

Ihrer älteren Schwester während der<br />

Kriegs- und Nachkriegszeit. Wie<br />

genau können Sie sich an diese Zeit<br />

erinnern? Hat der Schreibprozess<br />

bei Ihnen auch bereits Vergessenes<br />

zutage gefördert?<br />

Da ich 1939 geboren bin, habe ich als<br />

Kind die Bombardierung Wiens traumatisierend<br />

miterlebt und diese Erinnerungen<br />

haben teilweise auch mein Leben bestimmt.<br />

Jetzt dies mit den Augen der älteren<br />

Schwester zu … ja, neu zu erleben, war<br />

ein zum Teil schmerzlicher Prozess. Auch<br />

im Hinblick auf das derzeitige Kriegsgeschehen<br />

in nächster Nähe.<br />

Typisch für ihre Generation und<br />

ihre Rolle als Älteste musste Ihre<br />

Schwester früh Verantwortung<br />

übernehmen und schnell erwachsen<br />

werden. Wissen Sie, wie sie selbst<br />

diese Rolle empfunden hat?<br />

Sie war ein Leben lang meine große<br />

Schwester, die mir brieflich und in unseren<br />

Gesprächen stets liebevoll nahe war. Sie<br />

selbst – als Mädchen, als Frau – nahm sich<br />

bei aller menschlichen Bestimmtheit und<br />

Gradlinigkeit stets zurück und machte nie<br />

mehr Aufhebens um sich als nötig. Trotzdem<br />

erfuhr sie auch ein reiches und erfülltes<br />

Dasein.<br />

Das Buch enthält einige eindrückliche<br />

Schilderungen traumatisierender<br />

Kriegserlebnisse – Bombardierung,<br />

ständige Wohnungswechsel, die<br />

Heimreise in einem Viehwaggon<br />

nach Kriegsende. Wurde in Ihrer<br />

Familie später über diese schweren<br />

Jahre gesprochen? Konnten Sie diese<br />

Ereignisse gemeinsam aufarbeiten?<br />

Ich denke, die treibende Kraft dieser Aufarbeitung<br />

war wohl ich – auch im Gespräch<br />

mit meiner Mutter (in Im Schatten der Zeit<br />

beschrieb ich das Leben meiner Eltern).<br />

Für mich ist der Beginn meiner Bewusstwerdung<br />

zu sehr mit all diesen Ereignissen<br />

verbunden.<br />

Sie erwähnen im Buch den intensiven<br />

Briefwechsel mit Ihrer Schwester.<br />

Existieren diese Briefe noch?<br />

Die Briefe an meine Schwester in New<br />

York waren mit Sicherheit Vorläufer meines<br />

sich intensivierenden Tagebuchschreibens,<br />

das ich heute noch pflege, jedoch nicht,<br />

um weiter zu veröffentlichen. Meine erste<br />

Veröffentlichung hieß Aus Tagebüchern<br />

(Rowohlt, Neue Frau). Im vergriffenen<br />

Buch Der Fisch lernt fliegen sind einige dieser<br />

Briefe an Gitti abgedruckt. Jetzt würde<br />

ich sie nicht mehr hervorholen wollen.<br />

man stets viel zu sehr dort Autobiografie<br />

vermutet, wo ich nur der Fiktion folgte.<br />

Greift nicht jeder schreibende Mensch auf<br />

die Kompetenz seiner Erfahrungen zurück?<br />

Natürlich schrieb ich über mein Leben.<br />

Aber die Fiktion ist es, die mir das Schreiben<br />

lebensnotwendig macht.<br />

Konnte Ihre Schwester den<br />

Entstehungsprozess des Buches noch<br />

mitverfolgen?<br />

Leider nein. Trotzdem gestalte ich im<br />

SeneCura-Heim, in dem sie lebt, eine<br />

Lesung aus dem Buch – sie, Gitti, an ihrem<br />

90. Geburtstag und vor mir sitzend. Sie<br />

wird lächeln.<br />

Eine wunderschöne Vorstellung. Vielen<br />

Dank für das Gespräch.<br />

Erika Pluhar wurde 1939 in Wien geboren. Als ehemalige<br />

Burgschauspielerin und durch viele Film- und<br />

Fernsehrollen ist sie im gesamten deutschen Sprachraum<br />

bekannt. Schon früh ist sie auch musikalisch<br />

und literarisch tätig, verfasst und interpretiert<br />

Liedtexte und ist mit ihren Romanen als Schriftstellerin<br />

erfolgreich. In ihrer Arbeit bezieht sie auch<br />

politisch Stellung. Bis heute begeistert die vielseitige<br />

Künstlerin mit ihren Konzerten und Lesungen ihr<br />

Publikum.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

13<br />

Sie verfassen seit Jahren mit großem<br />

Erfolg autobiografische Bücher:<br />

Worin liegt für Sie der Reiz des<br />

literarischen Schreibens entlang<br />

des eigenen Lebens und in der<br />

Anreicherung des Faktischen mit dem<br />

Fiktiven?<br />

In meinem Fall – weil ich davor als Schauspielerin<br />

öffentlich bekannt war – hat<br />

Buchtipp:<br />

Erika Pluhar:<br />

Gitti<br />

Residenz Verlag, 224 S., € 25,80


© Manuel Gutjahr<br />

Vor der Lesung ist<br />

nach der Lesung<br />

Schon im September beginnt die Herbstsaison …<br />

Sobald die ersten Bücher des Herbstprogramms<br />

erscheinen, finden in unseren<br />

Buchhandlungen auch schon die ersten<br />

Buchpräsentationen statt. Manche Lesungen<br />

wünschen wir uns. Bei manchen Buchpräsentationen<br />

wünscht sich der Verlag<br />

eine Veranstaltung in unseren gastlichen<br />

Räumlichkeiten. Denn gute und verlässliche<br />

Partner*innen für Lesungen und Buchpräsentationen<br />

zu finden, wird auch für<br />

Autor*innen und Verlage immer schwieriger!<br />

In den meisten Fällen ist unser Wunsch<br />

auch der des Verlages und vor allem des<br />

oder der Autor*in. Denn diese schreiben<br />

die Texte, an denen Verlage, Vertrieb und<br />

Buchhandel dann im besten Falle verdienen.<br />

Demnach liegen uns Autor*innen<br />

besonders am Herzen<br />

Die Buchmessen in<br />

Frankfurt und Leipzig<br />

Unser Magazin kommt zweimal im Jahr<br />

heraus. Wir orientieren uns dabei an den<br />

zwei großen Buchmessen in Leipzig (April)<br />

und in Frankfurt (Oktober): die zwei größten<br />

Buchmessen der Welt. Auch die Verlage<br />

richten ihr Programm meistens danach aus,<br />

deshalb gibt es ein Frühjahrsprogramm und<br />

ein Herbstprogramm. Manche Verlage (und<br />

die werden mehr) halten sich nicht mehr so<br />

streng an diese saisonalen Erscheinungstermine,<br />

machen ein Winterprogramm oder<br />

bringen die ersten Bücher schon im Jänner<br />

heraus. Dennoch, diese Teilung in Frühjahr<br />

und Herbst bedingt viel im Buchhandel.<br />

80 Lesungen im Jahr<br />

Unsere Lesungen halten sich auch nicht<br />

ganz genau an diese Zeiten, deshalb gab es<br />

schon die tollsten Veranstaltungen, bevor<br />

dieses Magazin zur Buchmesse erscheint.<br />

Einen kleinen Auszug davon können Sie<br />

auf dieser Seite sehen, ausverkaufte Lesungen<br />

von Erika Pluhar, Ilija Trojanow oder<br />

Markus Heitz ebenso wie besondere Abende<br />

mit Lisz Hirn oder José F. A. Oliver. Mit<br />

ca. 80 Veranstaltungen im Jahr bewältigen<br />

unsere Buchhandlungen durchaus das<br />

Programm eines eigenen Literaturhauses:<br />

niederschwellig, sympathisch und engagiert!<br />

Ihr Robert Renk<br />

Einladung zur Buchpräsentation<br />

„Tausend und ein Morgen“ von<br />

Ilija Trojanow<br />

Moderation: Alois Hotschnig<br />

© Thomas Dorn<br />

Einladung zur Lesung<br />

Erika Pluhar<br />

Gitti<br />

Freitag,<br />

29. September 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Einladung zur Buchpräsentation<br />

Clemens<br />

Pig<br />

„Democracy Dies in Darkness“<br />

Fake News, Big Tech, AI:<br />

Hat die Wa(h)re Nachricht eine Zukunft?<br />

Montag,<br />

2. Oktober 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung<br />

Moderation:<br />

Gerlinde Tamerl<br />

Eintritt: frei<br />

Um Anmeldung wird gebeten:<br />

veranstaltungen@wagnersche.at<br />

Lisz<br />

Hirn<br />

im Gespräch zum Thema<br />

Kunst oder Leben?<br />

Ästhetisches Lernen in Zeiten<br />

globaler Krisen<br />

Mittwoch,<br />

27. September 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Universitätsbuchhandlung<br />

Einladung zur Buchpräsentation<br />

Markus Heitz<br />

Die schwarze Königin<br />

Eintritt: € 9,00 / 7,00 (mit Wagner’sche- oder Ö1-Card)<br />

www.oeticket.com<br />

Einladung zur Buchpräsentation<br />

José F. A. Oliver<br />

In jeden Fluss mündet ein Meer<br />

Moderation: Martin Sailer<br />

Eintritt: € 9,00 / 7,00 (mit Wagner’sche- oder Ö1-Card)<br />

© Christina Häusler<br />

www.oeticket.com<br />

Bezirksmuseum Döbling<br />

in der Villa Wertheimstein,<br />

Döblinger Hauptstraße 96, 1190 Wien<br />

Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.<br />

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!<br />

© APA/Ehm<br />

Moderation:<br />

Gerlinde Tamerl<br />

© Inge Prader<br />

Eintritt: frei<br />

Um Anmeldung wird gebeten:<br />

veranstaltungen@wagnersche.at<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

15<br />

© privat


Alle Veranstaltungen<br />

im Überblick<br />

Oktober bis Dezember 2023<br />

Informatives<br />

und Lustiges von<br />

Thomas Brezina<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Oktober<br />

Mi 11.10.23<br />

Fr 13.10.23<br />

Sa 21.10.23<br />

Markus Heitz<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />

Charlotte Link<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />

Lesung für Kinder:<br />

Edith Schreiber-Wicke<br />

& Carola Holland<br />

<strong>16</strong>:00 Uhr, Stöger<br />

Eintritt frei<br />

<strong>No</strong>vember<br />

Di 07.11.23<br />

Mi 08.11.23<br />

Di 14.11.23<br />

Sa 18.11.23<br />

Do 23.11.23<br />

Do 23.11.23<br />

Sa 25.11.23<br />

Di 28.11.23<br />

Thomas Brezina<br />

19:00 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />

Heinz Bachmann<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt frei<br />

Klaus Merz<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />

Matthias Gruber<br />

19:00 Uhr, Stierle<br />

Eintritt: freiwillige<br />

Spenden<br />

Lukas Pellmann und<br />

Christian Schleifer<br />

18:30 Uhr, Stöger<br />

Eintritt: € 5,00<br />

Sabine Gruber<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />

Eva Reisinger<br />

18:30 Uhr, Stierle<br />

Eintritt: freiwillige<br />

Spenden<br />

Doris Knecht<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />

Dezember<br />

Mo 11.12.23<br />

Di 12.12.23<br />

Literarisches Haus-<br />

Quartett – Aufzeichnung<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt frei<br />

Antonio Fian<br />

& Mieze Medusa<br />

19:30 Uhr, Wagner’sche<br />

Eintritt: freiwillige<br />

Spenden<br />

Publikumsliebling Thomas Brezina<br />

kommt nach Innsbruck und wir sind gespannt<br />

auf einen erlebnisreichen Abend<br />

in der Wagner’schen Buchhandlung.<br />

Wir freuen uns, Thomas Brezina am 7. <strong>No</strong>vember<br />

gleich mit zwei Neuerscheinungen<br />

in der Wagner’schen Buchhandlung begrüßen<br />

zu dürfen. Insgesamt schrieb Thomas<br />

Brezina mehr als 550 Bücher. Mehr als<br />

45 Millionen verkaufte Exemplare machen<br />

ihn zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen<br />

Kinder- und Jugendbuchautoren.<br />

Seit 2017 schreibt er außerdem<br />

Romane und Sachbücher für Erwachsene,<br />

die alle auf den Bestsellerlisten landeten.<br />

Nach den beiden opulenten Bucherfolgen<br />

Die Bibel in Reimen und Eine<br />

Geschichte der Erde in Reimen legt Thomas<br />

Brezina mit Die Geschichte Österreichs in<br />

Reimen einen neuen Infotainment-Band<br />

für die ganze Familie vor. Was ist auf dem<br />

Boden, auf dem wir leben, schon alles geschehen?<br />

Ein fesselnder Streifzug durch die<br />

Jahrhunderte, der auch Erwachsenen viel<br />

Wissenswertes über ihr Heimatland liefert<br />

und die Augen für interessante Zusammenhänge<br />

öffnet.<br />

Krimifans dürfen sich außerdem über<br />

einen neuen Band seiner erfolgreichen<br />

Krimireihe Kaiserin Elisabeth freuen. In<br />

Sisis Nacht inkognito beschließt die Kaiserin,<br />

sich bei einer Ballveranstaltung unters<br />

Volk zu mischen. Damit sie unerkannt<br />

bleibt, wird sie von ihrer Frisöse Fanny mit<br />

Perücke und Maske versehen. Die Nacht,<br />

die sie „inkognito“ verbringt, endet mit<br />

einer folgenschweren Panne: Sisi verliert<br />

ihren Fächer. Später wird er bei einem<br />

Mordopfer gefunden.<br />

Thomas Brezina gelingt es auch im<br />

dritten Teil seiner Sisi-Serie, die Monarchie<br />

mit vielen Details auferstehen zu lassen und<br />

mit einem fesselnden Krimi voller überraschender<br />

Wendungen in die gar nicht so<br />

heile Welt von damals zu entführen.<br />

Buchtipp:<br />

Thomas Brezina:<br />

Die Geschichte Österreichs<br />

in Reimen<br />

edition a, 240 S., € 26,00<br />

Buchtipp:<br />

Thomas Brezina:<br />

Sisis Nacht inkognito<br />

Kaiserin Elisabeths dritter Fall<br />

edition a, 368 S., € 20,00<br />

Do 30.11.23<br />

Do 30.11.23<br />

Wagner’sche, Wagner’sche Altstadt Bücher Stierle Stierle Kelten-Buchhandlung,<br />

Leporello die Buchhandlung, Stöger – Leporello die Buchhandlung<br />

<strong>No</strong>rbert Philipp<br />

19:00 Uhr, Stöger<br />

Eintritt frei<br />

Peter Walder-Gottsbacher<br />

18:30 Uhr, Kelten<br />

Eintritt frei<br />

<strong>16</strong><br />

Wagner’sche.<br />

Lesung:<br />

Sisis Nacht inkognito und<br />

Die Geschichte Österreichs<br />

in Reimen<br />

Lesung mit Thomas Brezina<br />

Di., 7. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

19:00 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />

Wagner- oder Ö1-Card<br />

www.oeticket.com<br />

Anmeldung unter: veranstaltungen@wagnersche.at


Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Charlotte Link<br />

Vom 7.–13. Oktober feiert Tirol wieder Krimifest<br />

und das Finale findet in der Wagner’schen statt.<br />

Ein Interview mit Linda Müller.<br />

© Ramon Haindl<br />

Tiere lindern<br />

Einsamkeitsgefühle<br />

auf<br />

großartige<br />

Weise …<br />

18 19<br />

Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Sie bringen Ihr Werk Einsame<br />

Nacht mit nach Innsbruck. Der Titel<br />

bringt zum Ausdruck, was viele Ihrer<br />

Bücher eint: Den zentralen Figuren<br />

des Buches folgt ihre Einsamkeit<br />

wie ein dunkler Schatten. Inwiefern<br />

ist Einsamkeit etwas, das uns noch<br />

mehr Angst machen kann als jeder<br />

spannende Krimiplot?<br />

Zum einen ist Einsamkeit ein Zustand, den<br />

fast jeder Mensch schon einmal erlebt hat<br />

– zumindest phasenweise. Sehr viel weniger<br />

Menschen sind glücklicherweise jemals<br />

Opfer eines Verbrechens geworden oder<br />

waren sonst auf irgendeine Art in kriminelle<br />

Ereignisse verstrickt. Wir wissen also<br />

alle, wie sich Einsamkeit anfühlt, sie hat<br />

sich in unser Gedächtnis eingegraben, wir<br />

können das Gefühl von Leere und Traurigkeit<br />

sofort abrufen. Zum anderen spielt<br />

jedoch auch unsere genetische Disposition<br />

eine Rolle: Für den Urmenschen stellte<br />

Einsamkeit eine todbringende Gefahr dar.<br />

Die Zugehörigkeit und Nähe zur „Herde“,<br />

zum Stamm, waren überlebenswichtig. Den<br />

inneren Alarm, den Einsamkeit auslöst,<br />

hören wir daher auch heute noch, obwohl<br />

sich die Zeiten geändert haben.<br />

Mehrere Figuren, darunter auch<br />

Ermittlerin Kate Linville, versuchen,<br />

dem Alleinsein zu entkommen –<br />

unter anderem durch einen Single-<br />

Kochkurs. Fällt es Kate schwer,<br />

sich anderen Menschen emotional<br />

anzunähern?<br />

Kate ist eine fantastische Ermittlerin, ausgestattet<br />

mit einer sehr feinen Intuition und<br />

ausgesprochen empfänglichen Antennen<br />

für zwischenmenschliche Schwingungen<br />

und Strömungen. Privat gelingt es ihr nicht,<br />

sich anderen Menschen zu öffnen. Sie<br />

fürchtet Zurückweisung und Enttäuschung<br />

und schützt sich davor, indem sie niemanden<br />

allzu nahe an sich heranlässt. Das<br />

macht sie natürlich einsam – und sie ist sich<br />

durchaus bewusst, dass der Fehler bei ihr,<br />

in ihren tiefverwurzelten Ängsten, liegt.<br />

Theoretisch weiß sie genau, was sie ändern<br />

müsste. Aber das wissen ja die meisten von<br />

uns, wenn es um die eigenen Schwächen<br />

geht, und dennoch ist es unendlich schwer,<br />

das eigene Grundmuster zu durchbrechen.<br />

In Ihrem eigenen Leben sind nicht<br />

nur menschliche, sondern auch<br />

tierische Gefährt*innen wichtig. Kate<br />

Linville hat eine Katze – spielen Tiere<br />

auch literarisch eine Rolle für Sie?<br />

Das erste Buch, das ich selbstständig gelesen<br />

habe, als ich sechs Jahre alt war, hieß<br />

Der Kater Mikesch. Ich habe immer Bücher<br />

mit tierischen Protagonisten verschlungen,<br />

weil ich Tiere von klein auf geliebt habe.<br />

Heute lese ich Bücher, die sich mit Tierschutzthemen<br />

beschäftigen, was allerdings<br />

eher schlaflose Nächte verursacht. Kate<br />

Linville habe ich eine Katze zur Seite<br />

gestellt, damit sie jemanden hat, der sich<br />

freut, wenn sie nach Hause kommt. Tiere<br />

lindern Einsamkeitsgefühle auf großartige<br />

Weise, das habe ich selbst in Phasen des<br />

Alleinlebens immer wieder festgestellt.<br />

In Einsame Nacht wird eine junge<br />

Frau tot in den <strong>No</strong>rth York Moors<br />

gefunden – einer betörend schönen,<br />

aber zugleich auch wenig belebten<br />

Gegend. Beeinflusst die Landschaft<br />

Ihr Schreiben, greifen Kulisse und<br />

Handlung ineinander?<br />

Die Landschaft, in die ich meine Figuren<br />

stelle, beeinflusst vor allem diese selbst. Ich<br />

war oft in Yorkshire und die Gegend kann,<br />

bei aller Schönheit, auch ziemlich schwermütig<br />

machen. Sie ist einsam und karg, und<br />

wenn dann noch das Wetter schlecht ist …<br />

Man kann das nicht pauschalisieren, aber<br />

eine solche Umgebung schafft tendenziell<br />

andere Menschen als beispielsweise die<br />

sonnendurchflutete südfranzösische Provence<br />

mit ihrem meist blauen Himmel.<br />

Der Gedanke, wie weit die Landschaft<br />

Menschen prägt, fließt in die Schilderung<br />

meiner Charaktere und ihrer Gefühle<br />

ständig mit ein.<br />

Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die<br />

erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart.<br />

Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller.<br />

Allein in Deutschland wurden bislang über 33<br />

Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft;<br />

ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.<br />

Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe<br />

von Frankfurt/Main.<br />

Buchtipp:<br />

Charlotte Link:<br />

Einsame Nacht<br />

blanvalet Verlag, 592 S., € 13,40<br />

Lesung:<br />

Einsame Nacht<br />

Moderation: Linda Müller<br />

Fr., 13. Oktober 2023, 19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />

Wagner- oder Ö1-Card<br />

www.oeticket.com


© David Zehnder<br />

Ein starkes<br />

Lebenszeichen<br />

Vier Jahre nach dem Band firma legt Klaus Merz neuerlich<br />

Gedichte und Prosaminiaturen vor: <strong>No</strong>ch Licht im Haus ist<br />

nicht nur ein starkes Lebenszeichen des großen Schweizer<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Schriftstellers, sondern auch der Beweis dafür, dass es Dichter<br />

gibt, die scheinbar nicht altern. Von Markus Bundi.<br />

Unser Fall<br />

ist der Zerfall.<br />

20 21<br />

Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Wulf Segebrecht bezeichnete Klaus Merz<br />

vor einigen Jahren schon als „traditionsgebundenen<br />

Neuerer“, in der Frankfurter<br />

Anthologie erkennt Uwe Kolbe in Merz’<br />

Gedicht Buchzeichen nicht weniger als<br />

„einen ganzen Menschen.“ Und was sagt<br />

der Dichter selbst? „Das Echo aus anderen<br />

’Schneckenhäusern’ hält mich in Atem.<br />

Und es erweitert die eigenen Hallräume.“<br />

Der Mensch, der zum sorgfältig gebundenen<br />

Buch gerät? Das Ideal von einst<br />

dürfte inzwischen unter lauter Durchlaufpersönlichkeiten<br />

zur Utopie geworden<br />

sein. Das Motto des neuen Bandes stellt<br />

sich gleichwohl jeder Mode und Aktualität<br />

entgegen: „Unsere Aufgabe bleibt / die Aufgabe.<br />

Ich / arbeite daran.“ Allzu prosaisch<br />

übersetzt: Was zu tun bleibt, ist, das Tun<br />

einzustellen. Nein, in der Verknappung<br />

kann so leicht niemand Merz das Wasser<br />

reichen. Man versteht ihn am besten durch<br />

ihn selbst, wenn er andernorts schreibt:<br />

„Unser Fall ist der Zerfall.“<br />

In einem der raren Texte, worin Merz<br />

Auskunft über seine Aufgabe gibt, lesen<br />

wir: „Sind aber der Leser, die Leserinnen<br />

einmal unterwegs und verhext, nehmen Text<br />

und Autor sich augenblicklich zurück. Falls<br />

sie nämlich nicht aufhören können, sich um<br />

ihre Kundschaft, ihre Kundschafterinnen<br />

zu kümmern, und zu notorischen Stewards<br />

des Absurden, freundlichen Hostessen<br />

des Phantastischen, zu reiseleitenden<br />

Bilder- und Bildungsathleten verkommen,<br />

büssen Abheben und Einbrechen, die Verzauberung<br />

ihre je eigenen Magnetfelder<br />

ein.“ Als Vorgabe für den neuen Band <strong>No</strong>ch<br />

Licht im Haus dienten dem Schriftsteller<br />

unter anderem ausführliche Sozioprotokolle<br />

von Studierenden; daraus entstanden ist<br />

die Abteilung Aus Hannover, eine kleine<br />

Sammlung von Porträts. Eine dieser Kurzgeschichten:<br />

„Eine Bühne, eine Steckdose, mehr braucht<br />

es nicht. Heute spiele ich in einem Irish Pub,<br />

die haben meist nicht so viel Kohle. – Nach<br />

meinem Auftritt steige ich dann in den Keller<br />

hinab, wo mein Gastgeber für mich ein Bett<br />

bereitgestellt hat. – Am Morgen geht’s wieder<br />

zurück, 300 Kilometer, nach Hannover-<br />

Linden.“<br />

Die Vorstellung eines Musikers, hinter<br />

der sich Autor und Text sogleich zurücknehmen:<br />

Denn einmal in den Text eingetaucht,<br />

wird das Beschriebene zur Vorstellung<br />

des Lesers. Dass der Schriftsteller<br />

trotz aller Zurücknahme nicht austauschbar<br />

wird, liegt fraglos an Merz’ Meisterschaft.<br />

Oder in den Worten des Germanisten Peter<br />

von Matt: „Immer ist bei ihm diese Luft da,<br />

Merzluft.“<br />

Spricht Merz von seiner Lyrik, geht es<br />

um „Gedichte mit sanften Widerhaken“,<br />

um ein „Konzept kleiner Verschiebungen.“<br />

Ein Blättern im ersten Band der Werkausgabe<br />

(Die Lamellen stehen offen) genügt, um<br />

zu sehen, dass der Meister der poetischen<br />

Lakonie seit nunmehr sechs Jahrzehnten<br />

an diesem Konzept festhält. Das Titelgedicht<br />

des neuen Bandes eröffnet den Blick<br />

auf einen hageren Mann, der vor seinen<br />

Bücherregalen steht: „Als stünde er vor<br />

einer Urnenwand: // Sprich, Erinnerung,<br />

sprich!“ Und vielleicht tat sie das schon vor<br />

sechzig Jahren, das Gedicht trägt den Titel<br />

Museum und endet mit dem Dreizeiler:<br />

„Tief in den Särgen / erkennen wir schon /<br />

das eigene Mumienhaupt.“<br />

<strong>No</strong>ch Licht im Haus ist für Leserinnen<br />

und Leser eben auch das Echo aus Merz’<br />

jüngsten Versen, denn es erweitert fraglos<br />

– gnadenlos? – die je eigenen Hallräume.<br />

Klaus Merz (*1945) lebt als freier Schriftsteller in<br />

Unterkulm/Schweiz. Mit 22 Jahren debütierte er mit<br />

einem ersten Gedicht-Heft (Tschudy-Bogen) unter<br />

dem Titel Mit gesammelter Blindheit. Seither sind<br />

über dreißig Titel hinzugekommen: Gedichtbände,<br />

Kurzprosa und Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke,<br />

<strong>No</strong>vellen und Romane, Bildbetrachtungen<br />

und essayistische Arbeiten. 1997 schaffte Merz mit<br />

Jakob schläft. Eigentlich ein Roman den internationalen<br />

Durchbruch. Die <strong>No</strong>velle Der Argentinier<br />

stand 2009 mehrere Wochen an der Spitze der<br />

Schweizer Bestsellerlisten. Seine Werke wurden<br />

vielfach übersetzt und ausgezeichnet, u. a. mit dem<br />

Hermann-Hesse-, Gottfried-Keller-, Friedrich-<br />

Hölderlin- und Christine-Lavant-Preis. Zuletzt<br />

erschien von ihm der Band firma (Haymon, 2019).<br />

Buchtipp:<br />

Klaus Merz:<br />

<strong>No</strong>ch Licht im Haus<br />

Haymon Verlag, 112 S., € 22,90<br />

Buchpräsentation:<br />

<strong>No</strong>ch Licht im Haus<br />

Mit Klaus Merz<br />

Di., 14. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />

Wagner- oder Ö1-Card


Bücher<br />

Stierle<br />

Salzburg<br />

Mit allen Wassern<br />

Die tragisch-komische Geschichte über die Außenseiterin<br />

Arielle verspricht hochkarätigen Literaturgenuss.<br />

Matthias Gruber im Gespräch mit Birgit Birnbacher.<br />

© Miriam Kreiseder<br />

Literatur ist ein<br />

robustes Kraut<br />

und sie keimt<br />

an den unmöglichsten<br />

Orten.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Birnbacher: Nachdem du im Jahr<br />

2020 den Literaturwettbewerb FM4<br />

Wortlaut für dich entschieden hast,<br />

waren viele schon gespannt, was als<br />

Nächstes kommen würde. Jetzt ist<br />

mit Die Einsamkeit der Ersten ihrer<br />

Art dein erster Roman erschienen.<br />

Was ist denn zwischen Wortlaut und<br />

Bucherscheinung alles so passiert?<br />

Gruber: Der FM4 Wortlaut war für mich<br />

tatsächlich ein wichtiger Wendepunkt.<br />

Davor habe ich viele Jahre praktisch nur für<br />

die Schublade geschrieben. Dass ein Text<br />

von mir neben den Werken all dieser großartigen<br />

jungen Autor:innen bestehen kann,<br />

hat das Vertrauen in meine Arbeit sehr<br />

gestärkt. Ungefähr um diese Zeit sind dann<br />

auch die ersten Skizzen für den Roman<br />

entstanden.<br />

Mit Arielle hast du eine Hauptfigur<br />

entworfen, die man nicht mehr<br />

vergessen kann. Wie ist diese<br />

besondere Figur entstanden?<br />

Da sind im richtigen Zeitpunkt zwei Gedanken<br />

aufeinandergetroffen. Ich hatte<br />

anfangs die Idee, von Menschen zu erzählen,<br />

deren Welt in Scherben liegt. Dabei<br />

gab es ein Bild, das mich einfach nicht<br />

losgelassen hat: Ein Mann und ein Kind<br />

streifen über eine Müllhalde und suchen<br />

im Weggeworfenen nach alten Festplatten,<br />

suchen in den Trümmern nach einem Stück<br />

Hoffnung. Zur selben Zeit habe ich ein<br />

kleines Mädchen getroffen, das unter einem<br />

mir damals unbekannten Gendefekt leidet.<br />

Menschen mit ektodermaler Dysplasie<br />

haben kaum Haare und wenige oder sehr<br />

kleine Zähne. Außerdem können viele von<br />

ihnen nicht schwitzen. Und das in einer<br />

Welt, die jeden Tag heißer wird und die<br />

geradezu besessen ist vom Aussehen, von<br />

der Oberfläche. Da hatte ich also meine<br />

Protagonistin und auch eine Frage: Wie<br />

fremd kann ein Mensch sich fühlen?<br />

23<br />

Für einen guten Roman ist nicht<br />

nur die Feinarbeit wichtig,<br />

sondern auch das große Ganze.<br />

Du beherrschst beides – warum<br />

eigentlich? Wo lernt man das, auf der<br />

Schreibschule warst du ja nie?<br />

Ich denke, Schreibschulen sind eine<br />

wunderbare Sache. Man hat dort die<br />

Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum<br />

an der eigenen künstlerischen Entwicklung<br />

zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen.<br />

Zumindest stelle ich mir das so vor. Umgekehrt<br />

glaube ich nicht, dass man an einer<br />

Akademie gewesen sein muss, um gute Bücher<br />

zu schreiben. Literatur ist ein robustes<br />

Kraut und sie keimt an den unmöglichsten<br />

Orten.<br />

Du lebst in Salzburg, wo du gemeinsam<br />

mit deiner Frau Eva einen<br />

bekannten Blog betreibst. Ursprünglich<br />

kommst du aus der Werbebranche,<br />

hast aber auch ganz andere<br />

berufliche Erfahrungen gemacht.<br />

Was davon hat dich denn im Bezug<br />

aufs Schreiben am meisten geprägt?<br />

Das mit der Werbebranche war wirklich<br />

ein Unfall. Ich brauchte nach dem Studium<br />

eine Arbeit und hatte nicht genug Selbstvertrauen,<br />

etwas anderes zu machen. Also bin<br />

ich in die Tourismuswerbung gegangen.<br />

Damals war ich sehr unglücklich, heute<br />

sehe ich es positiv: Die seltsame Welt der<br />

Influencer, um die es in dem Roman auch<br />

geht, hätte ich ohne diese Jahre im Marketing<br />

nicht beschreiben können. Davor habe<br />

ich allerdings eine Vielzahl an Dingen gemacht,<br />

die mein heutiges Schreiben stärker<br />

beeinflusst haben: Ich habe in einer <strong>No</strong>tschlafstelle<br />

gearbeitet und lebensgeschichtliche<br />

Interviews geführt. Ich habe Mietautos<br />

geputzt, am Telefon Ramsch verkauft<br />

und Parkplätze bewacht.<br />

Bitte gib uns noch einen inhaltlichen<br />

Überblick von Die Einsamkeit der<br />

Ersten ihrer Art.<br />

Also ich denke, es geht in dem Buch um<br />

Menschen, die alle auf ihre Weise große<br />

Sehnsucht nach einem anderen Leben<br />

haben. Und es geht um Formen der Ausgrenzung,<br />

die genau das verhindern. Mein<br />

Gott, das klingt ja alles furchtbar trostlos.<br />

Dabei ist der Roman die meiste Zeit ziemlich<br />

lustig, versprochen. Ich glaube, das<br />

steht auch so im Klappentext.<br />

Für dich ist der Anfang gemacht:<br />

Die Leser:innen lieben das Buch und<br />

für Lesungen bist du gut gebucht.<br />

Wie geht es jetzt weiter?<br />

Es stehen tatsächlich einige Lesungen an<br />

und ich freue mich sehr darauf, mit dem<br />

Buch unterwegs zu sein. Zugleich versuche<br />

ich, mich langsam von dem Roman<br />

zu verabschieden. Die Figuren und ihre<br />

Welt sind mir sehr ans Herz gewachsen. Sie<br />

jetzt gehen zu lassen, wird etwas dauern.<br />

So arbeite ich eben immer öfter an neuen<br />

Ideen, das meiste davon ist üblicherweise<br />

Mist, und schaue mal, wohin mich das<br />

trägt. Aus irgendeinem Grund habe ich das<br />

Gefühl, mir mein Schreiben hart erkämpft<br />

zu haben. Und deshalb gebe ich das jetzt<br />

auch nicht mehr her.<br />

Matthias Gruber wurde 1984 in Wien geboren<br />

und ist in Salzburg aufgewachsen, wo er heute mit<br />

seiner Familie lebt. 2020 gewann er den Kurzgeschichtenwettbewerb<br />

FM4 Wortlaut. Die Einsamkeit<br />

der Ersten ihrer Art ist sein Romandebüt.<br />

Buchtipp:<br />

Matthias Gruber:<br />

Die Einsamkeit der Ersten<br />

ihrer Art<br />

Jung und Jung, 304 S., € 24,80<br />

Lesung:<br />

Die Einsamkeit der Ersten<br />

ihrer Art<br />

Mit Matthias Gruber<br />

Moderation: Carmen Schwarz<br />

Sa.,18. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

19:00 Uhr<br />

Buchhandlung Stierle<br />

Kaigasse 1, Salzburg<br />

Eintritt: freiwillige Spenden


Buchtipp:<br />

Stöger–<br />

Leporello die<br />

Buchhandlung<br />

Wien<br />

Von Perchtoldsdorf<br />

ans Meer der Wiener<br />

Gleich zwei Krimis an einem Abend werden bei<br />

Stöger – Leporello im 19. Bezirk präsentiert.<br />

© Christian Hlinak © Sebastian Räuchle<br />

Christian Schleifer:<br />

Perchtoldsdorfer Punsch<br />

Emons Verlag, 320 S., € 15,2<br />

Buchtipp:<br />

Lukas Pellmann:<br />

Rache am Neusiedler See<br />

Emons Verlag, 304 S., € 15,20<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Ina Cassik: Sie beide verfassen sehr<br />

erfolgreiche Regionalkrimis – ein<br />

Genre, das sich in den letzten Jahren<br />

großer Beliebtheit erfreut. Woran lag<br />

für Sie beide der Reiz, Ihre aktuellen<br />

Krimireihen regional zu verorten?<br />

Engt der definierte Schauplatz eher<br />

ein oder bietet er Ihnen durch das<br />

Lokalkolorit größere Möglichkeiten?<br />

Christian Schleifer: Bei mir hat es sich so<br />

ergeben, weil ich mit einem Ort beginnen<br />

wollte, den ich in- und auswendig kenne<br />

und wo es noch keine „Konkurrenz“ gab.<br />

Insgesamt ist Regionalität Fluch und Segen<br />

zugleich, weshalb ich ab dem Frühjahr<br />

parallel eine zweite Krimiserie starte, die<br />

international verortet ist.<br />

Lukas Pellmann: Für mich ist ein Regionalkrimi<br />

nie einfach nur ein Krimi mit ein<br />

bisserl Lokalkolorit. Die regionale Bühne<br />

bietet vielmehr die Möglichkeit, die gesellschaftlichen<br />

Themen unserer Zeit sehr<br />

authentisch und greifbar, quasi direkt vor<br />

unserer Haustür, zu verhandeln.<br />

In Perchtoldsdorf bzw. am Neusiedler<br />

See sind Ihre Bücher naturgemäß<br />

Bestseller. Wie einfach – oder wie<br />

schwierig – ist es, mit Regionalkrimis<br />

am gesamten deutschsprachigen<br />

Markt zu reüssieren?<br />

Christian Schleifer: Schwierig, zu Beginn<br />

fast unmöglich. Da war es schon schwierig,<br />

Buchhändler außerhalb des Einzugsraums<br />

„Speckgürtel“ zu überzeugen. Am Ende<br />

setzt sich Qualität bis zu einem gewissen<br />

Grad Gott sei Dank aber durch.<br />

Lukas Pellmann: Da bin ich ganz bei<br />

Christian, es gibt viele Vorurteile gegenüber<br />

Regionalkrimis. Erst neulich habe ich von<br />

einer Wiener Buchhändlerin zu hören bekommen,<br />

dass mein Neusiedler-See-Krimi<br />

ja wohl nur für Neusiedl und Umgebung<br />

interessant sei. Die geografische Verteilung<br />

der Verkaufszahlen spricht da zum Glück<br />

eine andere Sprache.<br />

25<br />

Interessanterweise haben Sie sich<br />

beide für Ex-Polizeibeamte als<br />

Ermittler entschieden. Können<br />

Polizist*innen außer Dienst<br />

unkonventioneller agieren?<br />

Lukas Pellmann: Ja, definitiv. Ich wollte<br />

meinen Ermittler Nikolaus Lauda von<br />

jenen regularischen Fesseln befreien, die<br />

einem Polizisten mitunter angelegt sind.<br />

Gleichzeitig sollte Lauda aber das fachliche<br />

Know-how mitbringen, seine Fälle glaubwürdig<br />

lösen zu können. Da bot sich ein<br />

Beamter a. D. einfach an.<br />

Christian Schleifer: Für mich war es interessanter,<br />

weil ich meiner Ermittlerin mehr<br />

emotionales „Gepäck“ und eine geheimnisvolle<br />

Vergangenheit umhängen konnte (die<br />

in Band 4 aufgelöst wird).<br />

Welche aktuellen Krimiautor*innen<br />

möchten Sie empfehlen?<br />

Christian Schleifer: Natürlich den Kollegen<br />

Pellmann. Ansonsten lese ich gerne<br />

Martina Parker und Christian Klinger.<br />

International liebe ich Martin Walker und<br />

Jörg Maurer.<br />

Lukas Pellmann: Christian hat die grandiose<br />

Martina Parker schon erwähnt, da schließe<br />

ich mich gerne an. Daneben verehre<br />

ich Simone Buchholz für ihre in Hamburg<br />

spielenden Chastity-Riley-Krimis. Wer<br />

österreichische Kriminalromane mag, ist bei<br />

meinen Verlagskolleg*innen Anna Tröber<br />

und Christian Schleifer bestens aufgehoben.<br />

Sie machen beide viele Lesungen.<br />

Welche Rolle spielen Lesungen für<br />

den Erfolg eines Buchs?<br />

Lukas Pellmann: Während man liest, spürt<br />

man sofort, welche Textpassagen oder<br />

Personen beim Publikum besonders gut<br />

ankommen. Das ist für mich ein wichtiges<br />

Feedback, insbesondere wenn es um<br />

die Konzeption der weiteren Bände einer<br />

Krimireihe geht.<br />

Christian Schleifer: Wenn es den Leuten gefällt,<br />

empfehlen sie das Buch weiter. In erster<br />

Linie mag ich Lesungen aber, weil man<br />

so Kontakt zu den Leser*innen bekommt.<br />

Schreiben ist ja ansonsten ein einsamer Job.<br />

Wie geht es mit Ihren Protagonisten<br />

Charlotte Nöhrer und Nikolaus<br />

Lauda weiter? Werden die beiden<br />

Krimireihen noch fortgesetzt oder<br />

gibt es schon neue Pläne?<br />

Christian Schleifer: Bei der Charlotte sind<br />

die Bände 5 und 6 bereits fertig und werden<br />

jeweils im Herbst der nächsten beiden Jahre<br />

erscheinen. Danach sind mindestens noch<br />

zwei Bücher geplant. Parallel wird von einer<br />

„richtigen“ Kommissarin jeweils im Frühjahr<br />

am Pariser Montmartre ermittelt.<br />

Lukas Pellmann: Der dritte Band mit Nikolaus<br />

Lauda ist fast fertig. Daneben habe ich<br />

heuer nach Prater (2018) meinen zweiten<br />

Roman geschrieben. Ob sich dafür ein Verlag<br />

findet, wird die Zukunft zeigen.<br />

Vielen Dank für das Gespräch. Wir<br />

freuen uns auf Ihre Lesung bei uns!<br />

Christian Schleifer ist Perchtoldsdorfer und war<br />

nach dem Studium als Sportjournalist tätig. 2015<br />

beschloss er, sich mehr Zeit für seine Frau, die Zwillinge<br />

und das Krimischreiben zu nehmen.<br />

Lukas Pellmann ist Schriftsteller, Blogger und<br />

Journalist und liebt das Meer der Wiener. Vor<br />

seinen Neusiedler-See-Krimis veröffentlichte er u. a.<br />

Wien-Krimis und einen dystopischen Heimatroman<br />

(Prater).<br />

Lesung:<br />

Mit Lukas Pellmann und<br />

Christian Schleifer<br />

Do., 23. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

18:30 Uhr<br />

Stöger – Leporello<br />

die Buchhandlung,<br />

Obkirchergasse 43, 1190 Wien<br />

Eintritt: € 5,00<br />

Um Anmeldung wird gebeten:<br />

01 / 3203449 oder<br />

office@stoegerbuch.at


© Hauswirth<br />

Den Schmerz<br />

beschreiben<br />

Sabine Gruber füllt mit ihrem neuen Roman eine Leerstelle<br />

in der deutschsprachigen Literatur. Ein Gespräch<br />

mit Veronika Schuchter.<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Humor hat<br />

eine realitätsabweisende<br />

Wirkung<br />

und etwas<br />

Erlösendes.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Veronika Schuchter: In Ihrem Roman<br />

Die Dauer der Liebe geht es um<br />

eine Frau, deren Lebensgefährte<br />

überraschend stirbt und die nicht<br />

nur mit diesem plötzlichen Verlust<br />

umgehen muss, sondern auch damit,<br />

dass ihr als Hinterbliebene wenig<br />

Wert eingeräumt wird, weil sie nicht<br />

verheiratet waren. Stört Sie die so<br />

stark autobiografische Rezeption?<br />

Sabine Gruber: Ich bin noch zu einer Zeit<br />

literarisch sozialisiert worden, als Männer<br />

das Welterklärungsmonopol hatten<br />

und man der Literatur von Frauen vor<br />

allem eine besondere Gemütstiefe sowie<br />

einen Mangel an Fiktionalität unterstellte.<br />

Die 1970er Jahre mit den vielen Selbsterfahrungstexten<br />

von Frauen sind lange<br />

vorbei, trotzdem scheinen sich viele noch<br />

immer nicht vorstellen zu können, dass<br />

auch Schriftstellerinnen vorfindliches<br />

Material literarisch bearbeiten und transformieren<br />

können.<br />

Autofiktionale Texte sind nicht erst<br />

seit dem <strong>No</strong>belpreisgewinn von Annie<br />

Ernaux äußerst erfolgreich. Stand<br />

das für Sie irgendwann als Option im<br />

Raum oder war Ihnen von Beginn an<br />

klar, dass Sie bei der Fiktion bleiben?<br />

Ich glaube, die autofiktionale, aber vor<br />

allem die authentische Literatur erfreut sich<br />

auch deswegen großer Beliebtheit, weil die<br />

virtuelle Welt mit ihren Fake News und der<br />

KI den Wunsch nach Echtem und Aufrichtigem<br />

verstärkt. Ich ziehe die Fiktion<br />

vor, sie lässt mir mehr Gestaltungsraum,<br />

ich kann mich entpersonalisieren, hab<br />

die Möglichkeit zu mehr Ambiguität. Ich<br />

verwende ja auch stets Figuren früherer<br />

Bücher wieder; ich setze die erdachte Welt<br />

meiner früheren Romane fort, erweitere sie<br />

um neue Geschichten und Erfahrungen.<br />

27<br />

Die große Joan Didion hat den<br />

Tod ihres Ehemannes an einem<br />

Herzinfarkt und ihre Trauer in<br />

ihrem Text Das Jahr des magischen<br />

Denkens beschrieben. Was kann<br />

Literatur für Sie im Umgang mit der<br />

eigenen Trauer leisten?<br />

Ich habe sehr viele Trauerbücher gelesen,<br />

z. B. von Roland Barthes, Julian Barnes oder<br />

Connie Palmen, bevor ich selbst darüber zu<br />

schreiben begann. Im Gegensatz zu meiner<br />

Figur Renata Spaziani, der Bücher von<br />

Schicksalsgenossinnen nicht weiterhelfen,<br />

fand ich persönlich Trost in den Büchern<br />

anderer: Sie lösten die eigene Erstarrung,<br />

brachen das schockartige Schweigen auf, ich<br />

lernte, mich wieder zu konzentrieren.<br />

Sie haben in einem Interview<br />

gesagt, dass Trauer einem die<br />

Sprache verschlägt. Wie haben<br />

Sie es geschafft, trotzdem eine so<br />

eindringliche Sprache dafür zu<br />

finden, zunächst in der Lyrik, nun<br />

aber auch in Ihrer Prosa?<br />

Ich habe versucht, den Schmerz zu beschreiben,<br />

ohne den Schmerz als Schmerz<br />

zu benennen. Der Zustand einer Figur wird<br />

eben nicht durch das Zurschaustellen von<br />

Gefühlen nachvollziehbar, sondern durch<br />

ihr Verhalten. Deswegen sitzt Renata nicht<br />

da und heult, sondern sie staubsaugt nicht<br />

mehr, weil sie Angst hat, dass sie damit die<br />

letzten noch vorhandenen Hautschuppen<br />

ihres Gefährten zum Verschwinden bringt.<br />

Aber vor allem wollte ich auch den<br />

Liebesentzug schildern, der mit dem Tod<br />

des Partners einsetzt. Den körperlichen<br />

Entwöhnungsprozess fand ich in der Literatur<br />

kaum beschrieben.<br />

Der Roman ist nicht nur traurig,<br />

er ist auch durchzogen von einem<br />

feinen Humor. War es schwierig,<br />

die Balance zu halten, und fungiert<br />

Humor als Instrument, um mit der<br />

Trauer umzugehen?<br />

Humor hat eine realitätsabweisende<br />

Wirkung und etwas Erlösendes. Außerdem<br />

ist kein Leben nur traurig. Ehrlich<br />

gesagt, wollte ich mich beim Schreiben<br />

auch vergnügen. Es macht Spaß, die Bilder<br />

von Männern zu analysieren, die sich auf<br />

Dating-Apps anbieten …<br />

Dem Innsbrucker Lesepublikum<br />

werden die äußerst präzisen<br />

Stadtbeschreibungen auffallen.<br />

Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu<br />

Innsbruck beschreiben?<br />

Ich habe als Studentin mehrere Jahre in<br />

der Stadt gelebt, ich war gern dort und ich<br />

komme immer wieder gerne zurück.<br />

Danke für das Gespräch!<br />

Sabine Gruber, 1963 in Meran geboren, gehört mit<br />

ihrem breiten Werk aus Erzählungen, Romanen,<br />

Theaterstücken, Hörspielen und Lyrik zu den wichtigsten<br />

deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen.<br />

Sie erhielt zahlreiche Preise, z. B. den Anton-Wildgans-Preis<br />

und den Veza-Canetti-Preis und stand<br />

außerdem auf der Shortlist des Österreichischen und<br />

des Deutschen Buchpreises. Sie lebt in Wien.<br />

Buchtipp:<br />

Sabine Gruber:<br />

Die Dauer der Liebe<br />

C.H. Beck Verlag, 251 S.,<br />

€ 25,50<br />

Lesung:<br />

Die Dauer der Liebe<br />

Mit Sabine Gruber<br />

Do., 23. <strong>No</strong>v. 2023, 19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />

Wagner- oder Ö1-Card


Bücher<br />

Stierle<br />

Salzburg<br />

Kein Opfer, aber eine<br />

Heilige auch nicht<br />

Eva Reisinger weiß, wo das Matriarchat zu finden ist. In ihrem<br />

Debüt Männer töten lernen wir Frauen kennen, die solidarisch<br />

zusammenhalten, aber kein schlechtes Gewissen haben, wenn<br />

ein Mann weg muss. Ein Gespräch mit Mieze Medusa.<br />

© Minitta Kandlbauer<br />

Ich schreibe<br />

auf Österreichisch,<br />

aber<br />

(hoffentlich)<br />

für die Welt.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Der Weg von der Provinz in die Stadt<br />

ist oft erzählt. Ist der umgekehrte<br />

Weg reizvoll?<br />

Auf jeden Fall. Für mich war von Anfang<br />

an klar, dass mein Matriarchat nur am<br />

Land spielen kann und nicht in Wien. In<br />

meinem ersten Buch Was geht, Österreich?<br />

ging es um mein Aufwachsen in der Provinz<br />

und für mich war klar, ich will in diesem<br />

Setting auch beim nächsten Buch bleiben.<br />

Ich werde die Provinz irgendwie nicht los<br />

und ich glaube, das ist auch gut so.<br />

Was ist das Un-/Typische an<br />

Stadt und Land?<br />

Sowohl Stadt als auch Land leiden unter<br />

den immer gleichen klischeehaften Erzählungen.<br />

Natürlich können beide ganz<br />

anders. Bei meinen Berlinerzählungen habe<br />

ich bewusst viele Klischees aufgegriffen,<br />

bei meinen Erzählungen über das oberösterreichische<br />

Engelhartskirchen habe ich<br />

von einem ganz anderen Leben am Land<br />

erzählt. Für mich neu waren all die Details<br />

zu Bauernhof und Jagd. Ich verbrachte Zeit<br />

mit einer Bäuerin und lernte Frauen kennen,<br />

die Jägerinnen sind. Ihre Geschichten<br />

sind die, die ich erzählen will. Die ich auch<br />

selbst lesen will.<br />

„Der Polster ist aufgeschüttelt“,<br />

schreiben Sie. Macht es einen<br />

Unterschied, ob man für Österreich<br />

oder für die Welt schreibt?<br />

Ich schreibe auf Österreichisch, aber<br />

(hoffentlich) für die Welt. Ich habe mich<br />

viel mit meiner literarischen Stimme auseinandergesetzt.<br />

Für mich war schnell klar,<br />

dass meine Sprache Austriazismen braucht,<br />

alles andere wäre unglaubwürdig gewesen.<br />

Diese nicht zu erklären, ist eine weitere<br />

Entscheidung. Ich finde, dass man in der<br />

29<br />

Literatur nicht jedes Wort verstehen muss,<br />

um Bücher gerne zu lesen.<br />

Der Titel ihres Romans ist<br />

ambivalent, die Handlung ist es nicht.<br />

Welche Rolle spielen Rachefantasien?<br />

Was ich beschreibe, möchte ich einen wehrhaften<br />

Feminismus nennen. Wehrhaft im<br />

Sinne von Zusammenschluss. Sich glauben.<br />

Sich helfen. Mit allem, was dazugehört. Mit<br />

jedem Übergriff wird uns neben unserer<br />

Würde auch Macht genommen. Rache hat<br />

einen großen Vorteil: Sie gibt Macht. Sei<br />

es in Gedanken, in Gesprächen, in Filmen<br />

oder in der Literatur. Mich hat nichts anderes<br />

als meine eigene Wut und Erfahrung<br />

im Leben im Patriarchat dazu gebracht,<br />

meinen Roman zu schreiben. Die Frauen<br />

in meinem Buch drehen die Rollen um. Sie<br />

sind keine Opfer, sie haben die Macht, sie<br />

sind Täterinnen. Rache ist ein aufgeladenes<br />

Wort. Rache schmeckt für manche nach<br />

Religion oder nach Politik oder nach Historie.<br />

Ich werde gefragt, warum die Protagonistinnen<br />

in meinem Buch selbst Gewalt<br />

ausüben müssen. Warum sie nicht friedlich<br />

und zufrieden in ihrem Matriarchat leben<br />

können. Ich antworte jedes Mal mit einer<br />

ausführlichen Erklärung und einem Link<br />

zur aktuellen Liste der (versuchten) Femizide<br />

in Österreich.<br />

Anna Maria kann sich sehr gut<br />

einpassen. Was will sie?<br />

Anna Maria will das, was alle wollen:<br />

glücklich sein oder zumindest mit dem<br />

Leben klarkommen.<br />

Und Hannes? Er hat den Bauernhof<br />

der Eltern übernommen, er weiß<br />

um die Vorgänge im Dorf. Dennoch<br />

fühlt er sich geborgen. Ist das Gefühl<br />

prekärer Sicherheit der Lohn für<br />

Mittäter*innenschaft?<br />

Ich habe Hannes während des Schreibens<br />

sehr lieben gelernt und hoffe, dass die Tiefe<br />

seiner Person beim Lesen durchdringt.<br />

Hannes ist ruhig, niemand der sich selbst<br />

in den Vordergrund stellt oder sich als<br />

Feminist bezeichnen würde, der aber gelernt<br />

hat, sein Umfeld respektvoll zu behandeln<br />

und intuitiv feministische Entscheidungen<br />

zu treffen. Für mich war er ganz wichtig als<br />

Gegenspieler zum lauten Friedrich, der auf<br />

Instagram gern über Feminismus postet,<br />

aber die Frauen in seinem Umfeld wie<br />

Dreck behandelt.<br />

Eva Reisinger hat 2021 in ihrem Sachbuch Was geht,<br />

Österreich? Eine Landjugend mit Wodkabull und dem<br />

Herrgott Österreich der Welt, vor allem Deutschland,<br />

erklärt. Ihr Debütroman Männer töten (Leykam)<br />

ist druckfrisch und schon für den Österreichischen<br />

Buchpreis (Debüt) nominiert. Eindrucksvoll<br />

entscheidet sie sich nicht zwischen Utopie und<br />

Dystopie und nützt auch sonst den Raum zwischen<br />

verschiedenen Genres.<br />

Buchtipp:<br />

Eva Reisinger:<br />

Männer töten<br />

Leykam Verlag, 288 S., € 25,30<br />

Lesung:<br />

Lesung & Gespräch:<br />

Männer töten<br />

Eva Reisinger<br />

Gast: Agnes Menapace<br />

Frauennotruf Salzburg<br />

Sa., 25. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

18:30 Uhr<br />

Buchhandlung Stierle<br />

Kaigasse 1, Salzburg<br />

Der Erlös des Abends geht an<br />

den Frauennotruf Salzburg.


Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Doris Knecht<br />

Doris Knecht erzählt von Wendepunkten im Leben einer<br />

Frau, über ihr Ringen nach Eigenständigkeit zwischen<br />

Stadt- und Landleben. Ein Gespräch mit Gerlinde Tamerl.<br />

© Heribert Corn<br />

Früher oder<br />

später schlüpfe<br />

ich in jede meiner<br />

Figuren.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Ihr neuer Roman trägt einen<br />

widersprüchlich-witzigen Titel: Eine<br />

vollständige Liste aller Dinge, die ich<br />

vergessen habe. Wie kann man über<br />

Dinge schreiben, die man glaubt,<br />

vergessen zu haben?<br />

Der Titel ist natürlich ein Paradoxon.<br />

Es fing an mit der Idee einer Liste verlorener<br />

Dinge. Aber dann mistet die Ich-<br />

Erzählerin ja ihre alte Wohnung aus und erinnert<br />

sich dabei an schon fast Vergessenes.<br />

Vieles ist ja nicht wirklich gelöscht, man hat<br />

nur lange nicht mehr daran gedacht. Wenn<br />

man eine Wohnung ausräumt, in der man<br />

fast 20 Jahre lang die Kinder großzog, stößt<br />

man auf viele solche halbverschütteten<br />

Erinnerungen.<br />

Sie erzählen von einer weiblichen<br />

Figur, die alleinerziehende Mutter<br />

und Schriftstellerin ist, die einen<br />

Hund hat, am Land und in der<br />

Stadt wohnt. Man entdeckt in<br />

diesem Roman ein paar Parallelen<br />

zu Ihrer Person. Haben Sie diese<br />

autofiktionalen Momente bewusst<br />

gewählt?<br />

Ja. Ich habe ja in meiner Kolumne auch<br />

immer viel aus meinem Leben verwendet<br />

und ich hatte Lust, das auch einmal in<br />

einem Roman zu versuchen. Das hat funktioniert;<br />

vor allem, weil man beim Romanschreiben<br />

den Vorteil hat, dass man sich<br />

überhaupt nicht an Fakten halten muss,<br />

sondern alles dazu erfinden kann, was eine<br />

Geschichte besser macht.<br />

Ihre weibliche Hauptfigur muss mit<br />

Veränderungen fertig werden. Ihre<br />

erwachsenen Kinder werden flügge,<br />

sie will deshalb aus der großzügigen<br />

Familienwohnung ausziehen. Warum<br />

fällt es dieser Frau so schwer, sich<br />

von ihrem alten Leben zu lösen?<br />

31<br />

Fällt es nicht jedem schwer, sich von so<br />

einer prägenden Lebensphase zu lösen?<br />

Die liebsten Menschen, die bei einem aufgewachsen<br />

sind, die man besser kennt als<br />

sonst wen, ziehen zu lassen? Vielleicht auch<br />

noch den Ort zu verlassen, in dem man so<br />

viel erlebte, fühlte, lachte und liebte? Ich<br />

glaube, das macht niemand so nebenher.<br />

Wie muss man sich die<br />

Herangehensweise an ein<br />

Romanprojekt vorstellen? Nehmen<br />

Sie sich ein bestimmtes Thema<br />

vor oder warten Sie einfach auf<br />

den richtigen Flow und schreiben<br />

drauflos?<br />

Das ist nicht immer gleich. Manchmal habe<br />

ich eine Geschichte und erfinde mir Figuren,<br />

mit denen ich sie schlüssig und spannend<br />

erzählen kann. Manchmal habe ich<br />

eine Figur und überlege mir eine Geschichte,<br />

in der sie sich bewähren kann. Diesmal<br />

hatte ich beides und die Idee, ein fröhliches,<br />

optimistisches Buch über eine Lebensphase<br />

zu schreiben, über die ich zuvor viel Trauriges<br />

und Deprimierendes gelesen hatte.<br />

Ihre Texte lesen sich wie innere<br />

Monologe. Das erzeugt eine große<br />

Nähe zum Lesenden. Ist das einfach<br />

Ihr Stil oder steckt ein Konzept<br />

dahinter?<br />

Ich fürchte, ich kann gar nicht anders<br />

schreiben. Ich versuche manchmal, eine<br />

Distanz zu meiner Hauptfigur herzustellen<br />

und einzuhalten, aber irgendwann schlüpfe<br />

ich dann doch in sie hinein. Dabei ist es<br />

egal, ob das eine Frau oder ein Mann ist.<br />

Es ist einfach interessant, die Welt dann<br />

mit den Augen von jemandem zu sehen, der<br />

nicht man selbst ist.<br />

Ihr erster Roman Gruber geht wurde<br />

verfilmt, nun kommt auch Wald im<br />

Herbst in die Kinos. Welches Gefühl<br />

überkommt Sie, wenn Sie Ihre<br />

Figuren auf der Leinwand erblicken?<br />

Es ist toll. Ich lasse ja die Geschichte immer<br />

los, wenn ich sie in guten Händen weiß.<br />

Das war sowohl bei Marie Kreutzer so, die<br />

Gruber geht verfilmte, als auch bei Elisabeth<br />

Scharang, die jetzt aus Wald einen fantastischen<br />

Film gemacht hat, der sich nicht<br />

sklavisch an mein Buch hält. Filme und<br />

Romane funktionieren anders, deswegen<br />

schaue ich mir dann mit großer Neugier<br />

die neue Geschichte an. Und mit großer<br />

Freude.<br />

Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin<br />

(u. a. beim Falter und den Vorarlberger Nachrichten)<br />

und Schriftstellerin. Ihr erster Roman Gruber geht<br />

(2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert<br />

und wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen<br />

Besser (2013), Wald (2015), Alles über Beziehungen<br />

(2017), weg (2019), Die Nachricht (2021) und Eine<br />

vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe<br />

(2023). Die Verfilmung von Wald kommt im Herbst<br />

2023 in die Kinos.<br />

Buchtipp:<br />

Doris Knecht:<br />

Eine vollständige Liste aller<br />

Dinge, die ich vergessen habe<br />

Hanser Verlag, 240 S., € 24,70<br />

Lesung:<br />

Eine vollständige Liste aller<br />

Dinge, die ich vergessen habe<br />

Gespräch & Lesung mit<br />

Doris Knecht<br />

Moderation: Gerlinde Tamerl<br />

Di., 28. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: € 9,00/€ 7,00<br />

mit Wagner- oder Ö1-Card


Buchpräsentation:<br />

Es war einmal in Hallein<br />

Mit Peter Walder-Gottsbacher<br />

Do., 30. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

18:30 Uhr<br />

Kelten-Buchhandlung<br />

Sigmund-Thun-Str. 9, Hallein<br />

Eintritt:frei<br />

Hallein in Gelb<br />

und Rot<br />

Stierle<br />

Kelten- Buchhandlung<br />

Hallein<br />

Peter Walder-Gottsbacher macht Geschichte sicht- und erlebbar.<br />

Auch in seinem neuen Buch über Hallein. Ein Gespräch<br />

mit Robert Renk.<br />

Die Sammelleidenschaft<br />

macht vor<br />

keinem Alter<br />

ab etwa drei<br />

Jahren halt.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Lieber Peter, dies ist nun dein Buch,<br />

das die Geschichte einer Region in<br />

Tirol oder Salzburg aufgreift. Wie<br />

kommst du zu deinen Informationen,<br />

wo recherchierst du?<br />

Meine Primärquellen sind Zeitungen aus<br />

der Zeit zwischen etwa 1870 und 1950,<br />

manchmal auch früher oder später. Beim<br />

Halleinbuch waren es der „Volksfreund“,<br />

das „Salzburger Tagblatt“ und die „Salzburger<br />

Chronik.“ Da jeder Interessierte<br />

selbst über die Nationalbibliothek im<br />

Internet Einsicht in einen Großteil der bis<br />

etwa 1950 erschienenen Zeitungen hat,<br />

kann diese Quelle auch jeder nützen. Es ist<br />

nur sehr zeitaufwendig und erfordert ein<br />

hohes Maß an Durchhaltevermögen, um,<br />

wie beim neuen Halleiner Buch, zwei Jahre<br />

lang alle in Frage kommenden Themen zu<br />

sammeln, zu ordnen, die Zusammenhänge<br />

zu erkennen und etwaige Eigentumsverhältnisse<br />

ans Tageslicht zu befördern. Dazu<br />

sind wohl ein Gutteil Besessenheit sowie<br />

auch ein gewisser detektivischer Spürsinn<br />

von Nöten. Wie mit den alten Zeitungen<br />

arbeite ich auch gerne mit den sogenannten<br />

Amtskalendern und Adressbüchern; bei<br />

diesem Buch natürlich min denen von Salzburg,<br />

wovon sich einige in meiner privaten<br />

Handbibliothek befinden. Schon das Blättern<br />

in den alten Folianten kann zu einer<br />

stundenlangen „Ausschweifung“ führen,<br />

da sich oft immer wieder neue Querverbindungen<br />

auftun, die auch ein neues Licht<br />

auf alte Fragen werfen können. Also schon<br />

eine bisweilen abenteuerliche Angelegenheit,<br />

die besonders bei der Erkenntnis<br />

von neuen Zusammenhängen einem die<br />

Nachtstunden wie eine einzige erscheinen<br />

lassen. Als weitere Quellen werden natürlich<br />

bereits Erschienenes oder mündlich<br />

Weitergegebenes von Zeitzeugen in den<br />

Text eingearbeitet.<br />

33<br />

Woher kommt dein reicher Fundus<br />

an Bildern, die in deinen Büchern zu<br />

entdecken sind?<br />

Die alten Ansichtskarten, Fotografien und<br />

alten Grafiken stammen meistens von Mitgliedern<br />

einschlägiger Plattformen im Internet,<br />

Ansichtskartenhändlern, von denen es<br />

einige in größeren Städten gibt, Antiquaren,<br />

Sammlern, privaten Leihgebern, Tauschbörsen<br />

und manchmal auch Flohmärkten.<br />

Die Sammelleidenschaft macht vor keinem<br />

Alter ab etwa drei Jahren halt und kann bisweilen<br />

pathologische Ausmaße annehmen.<br />

Gesammelt wird beinahe alles. Sicherlich<br />

kommt auch noch ein rudimentärer Jagdtrieb<br />

zum Tragen und schließlich ein mehr<br />

oder weniger ausgeprägter Besitzerstolz.<br />

Wie lange sammelst du schon und<br />

wie bist du zum Sammeln gekommen?<br />

Ich sammle mittlerweile über vierzig Jahre.<br />

Zum Sammeln hat mich ein Salzburger<br />

Kollege gebracht, der mich an unserem<br />

damaligen gemeinsamen Arbeitsplatz in der<br />

Salzburger Altstadt mit dem Sammelfieber<br />

angesteckt und auch meine Begeisterung<br />

für den Buchhandel und das Bücherschreiben<br />

geweckt hat.<br />

Wo liegt der Schwerpunkt deines<br />

neuen Buches?<br />

Es behandelt in etwa die Zeit zwischen 1880<br />

und 1938. Besonders das rote Hallein nach<br />

der Katastrophe des 1.Weltkrieges und dem<br />

zwanghaften Ende durch den Austrofaschismus,<br />

aber auch die Halleiner Geschäftswelt<br />

und Industrie, das ausgeprägte Brauereiwesen,<br />

das Vorhandensein von etlichen<br />

Handwerksbetrieben und handwerklichen<br />

Besonderheiten sowie die Salzgewinnung,<br />

die Flösserei mit dem alten Holzrechen sind<br />

Hauptbestandteile meines Halleiner Mosaiks,<br />

das als Stadtspaziergang von der alten<br />

Stadtbrücke und dem „Ritzbergerhaus“ ausgeht<br />

und beim Halleiner Kino endet.<br />

Was sind in deinem Buch die<br />

wichtigsten Ereignisse und<br />

Persönlichkeiten?<br />

Es beginnt mit der Ära des Spielwarenerzeugers<br />

und -händlers Alois Oedl, der<br />

sechs Jahre lang Halleiner Bürgermeister<br />

war. Ab 1892 steht Josef Schöndorfer dem<br />

Halleiner Gemeinderat vor, dem acht Jahre<br />

später der tragische Ausgang einer Operation<br />

in München seinem nachhaltigen<br />

Wirken als Bürgermeister und Geschäftsmann<br />

ein jähes Ende bereitet. Schließlich<br />

leitet Anton Neumayr fünfzehn Jahre lang<br />

die Geschicke der Stadt Hallein und versucht,<br />

mit besonderer Umsicht die Widrigkeiten,<br />

mit denen besonders die arme<br />

Bevölkerung Halleins nach dem Ende des<br />

1.Weltkriegs und der Monarchie zu kämpfen<br />

hatte, so weit wie möglich erträglich zu<br />

machen. Weitere Eckpunkte waren der Bau<br />

der „Giselabahn“ nach Tirol, die immer<br />

wiederkehrenden Hochwässer, das Ende des<br />

größten Holzrechens Mitteleuropas und das<br />

schleichende Ende der Salzgewinnung am<br />

Dürrnberg.<br />

Peter Walder-Gottsbacher. Der gebürtige Salzburger<br />

studierte Bühnenbild und Kostüm in Salzburg und<br />

absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler und<br />

Galeristen. Seit Jahrzehnten ist er leidenschaftlicher<br />

Sammler von alten Fotografien, allem Gedruckten<br />

und Ansichtskarten zur Innsbrucker und Salzburger<br />

Geschichte und gehörte als langjähriger Leiter der<br />

Kunst- und Fachbuchabteilung zum „Urgestein“ der<br />

Wagner’schen Universitätsbuchhandlung. Außerdem<br />

ist er auch als Maler bekannt, der seit 1985 auf mehrere<br />

Ausstellungen in Salzburg und Tirol verweisen<br />

kann.<br />

Buchtipp:<br />

Peter Walder-Gottsbacher:<br />

Es war einmal in Hallein<br />

Verlag der Wagner’schen<br />

Buchhandlung, <strong>16</strong>0 S., € 19,90<br />

Erscheint im <strong>No</strong>vember 2023


© Stefan Wolf<br />

Literarisches<br />

HausQuartett<br />

Seit 2 Jahren hat die Wagner’sche Buchhandlung ihre eigene<br />

Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Literatursendung. Mit dabei Bands von LEASH the DOG Records.<br />

Ein Gespräch von Robert Renk mit Stefan Wolf.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Seit 2 Jahren findet das Literarische<br />

HausQuartett in der Wagner’schen<br />

statt. Seit 4 Jahren gibt es auch<br />

CDs von LEASH the DOG Records<br />

im Sortimentsangebot. Wie ist die<br />

Beziehung zwischen Literatur und<br />

Musik auf der Bühne?<br />

Mal mehr, mal weniger (lacht). Ich sehe<br />

es als eine freiwillig offene Beziehung. Die<br />

kann mal enger, mal weniger eng sein.<br />

Aber ich stehe als Musiker mit Literat*innen<br />

immer sehr gerne auf der Bühne, im<br />

Idealfall ist es dann ein Ping-Pong-Spiel an<br />

Inputs.<br />

Erzähl etwas über euer Plattenlabel,<br />

das – wie ich finde – mit die besten<br />

Musiker*innen des Landes vereint.<br />

LEASH the DOG ist eigentlich eine <strong>No</strong>n-<br />

Profit-Serviceplattform, die helfen soll, Tiroler<br />

Musik zu verbreiten. Eine Liebhaberei<br />

im besten Sinn des Wortes, weil wir nur die<br />

Musik verbreiten und produzieren, die uns<br />

selbst gefällt.<br />

Wie kommen Herzblutmusiker<br />

wie ihr dazu, dass ihr nun auch so<br />

professionell Literatursendungen<br />

aufzeichnet?<br />

Das ist ein Spin-off der Covid-Epidemie.<br />

Dort haben wir gelernt, Streams zu machen.<br />

Konzertmäßig war es ja eher flau, um<br />

es vorsichtig auszudrücken. Deshalb haben<br />

wir von inntime-music (Goidinger-Kräutler-<br />

Wolf, siehe auch: www.inntimemusic.com)<br />

uns in dieser Zeit weiter in die Technik<br />

vertieft. 2011 schon haben wir ja zu dritt<br />

unser Tonstudio in Mils gegründet und<br />

eingerichtet.<br />

35<br />

Du liest auch sehr viel, wie ich weiß.<br />

Hast du ein paar aktuelle literarische<br />

Tipps für unsere Leser*innen?<br />

Zurzeit lese ich mit großem Vergnügen Utopia<br />

Avenue (Rowohlt), eine Hommage an<br />

die Musik der späten Sixties in Form eines<br />

voluminösen Romans, der die Laufbahn<br />

einer fiktiven Band der Londoner Psychedelic-Szene<br />

schildert! Und natürlich meine<br />

Dauerbrenner: The advancing Guitarist von<br />

Mick Goodrick und Bob Katz Mastering<br />

Audio: the Art and the Science. Das sind<br />

meine zwei Bibeln, in die ich immer wieder<br />

hineinlese!<br />

Was sind eure nächsten<br />

CD-Projekte?<br />

Zurzeit arbeite ich an einer Live-LP mit<br />

einer heimischen Pop-Band. Mehr wird<br />

man später hören. Ein Wunschprojekt von<br />

mir ist auch eine Frühjahrstour mit unserem<br />

Projekt Schubert meets Grönemeyer, das<br />

es auch auf CD gibt und mit dem wir auch<br />

schon hier zu Gast waren. Dort treffen sich<br />

übrigens Musik & Text auf ganz vortreffliche<br />

Weise. Und im Dezember wird Petra<br />

Baldauf mit ihrer Band hier spielen, eine<br />

unserer letzten CD-Produktionen (Anm.<br />

Holding on to you). Darauf freuen wir uns<br />

alle.<br />

Literarisches HausQuartett: Seit 2021 organisiert die<br />

Wagner’sche Buchhandlung ein eigenes Literarisches<br />

HausQuartett. Nachzusehen auf unserer Homepage:<br />

www.wagnersche.at! 2 Bücher – 2 Gäste, mit Livemusik<br />

und den Moderator*innen Evelyn Unterfrauner<br />

& Robert Renk. Die Livemusik wird organisiert<br />

von LEASH the DOG Records: „LTD steht nicht<br />

für monumental aufgeblasene Musikproduktionen,<br />

sondern für die Leidenschaft für ’ good old hand<br />

made music’. Und das seid 20<strong>16</strong>.“<br />

CD-Tipp:<br />

Petra Baldauf:<br />

Holding on to you<br />

LTD Verlag, € 24,70<br />

Foto: Wolfgang Baldauf<br />

Veranstaltungstipp:<br />

Literarisches HausQuartett<br />

Mit den Gästen Antonio Fian<br />

und Julia Mumelter<br />

Moderation: Evelyn Unterfrauner<br />

& Robert Renk<br />

Livemusik: Petra Baldauf<br />

& Band<br />

Mo., 11. Dezember 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: frei (Achtung: wird<br />

aufgezeichnet!)


Wagner’ sche<br />

Innsbruck<br />

Antonio Fian<br />

über sein neues Buch, Berge und darüber, kein typischer<br />

Österreicher zu sein … ein Gespräch mit Evelyn Bubich<br />

© Aleksandra Pawloff<br />

Berge<br />

betrachtet man<br />

und erfreut<br />

sich an der<br />

Betrachtung.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Lieber Antonio Fian, mit den<br />

Präsidentenliedern erschien<br />

nun Ihr 4. Gedichtband. Darin<br />

porträtieren Sie einen Herrn, von<br />

dem die (eigenen) Kinder schon mal<br />

behaupten, er sei „echt von gestern.“<br />

Der Präsident, der gern John-Ford-<br />

Western schaut, Schubertlieder<br />

summt und Hegel zitiert, wirkt<br />

vielleicht ein wenig verstaubt in<br />

seinem Konservativismus; die Texte<br />

sind aber von bittersüßer Ironie. Wie<br />

müsste ein Präsident „von morgen“<br />

sein?<br />

Es stimmt, dass mein Präsident – der<br />

sicher kein Staatspräsident ist – konservativ<br />

ist und möglicherweise ein bisschen<br />

von gestern. Er ist ein Kind einer anderen<br />

Zeit, einer anderen Erziehung. Aber er ist<br />

lernbereit. Was daran erwiesenermaßen<br />

ungerecht und andere unterdrückend war,<br />

ist er gern bereit, aufzugeben. Er ist ein<br />

Traditionalist, der nicht die Asche anbeten,<br />

sondern das Feuer weitertragen<br />

will. Wenn ich die lautstarke Rechthaberei<br />

vieler Menschen heute betrachte, die sich<br />

für fortschrittlich halten, ihren Furor des<br />

Verbietenwollens, denke ich, vielleicht wäre<br />

eines Tages ein Präsident wie dieser nicht<br />

der schlechteste Staatspräsident.<br />

37<br />

In einem Ihrer Dramolette, das<br />

kürzlich im Standard erschien,<br />

trifft ein Interviewer auf den Leiter<br />

des Alpenländischen Instituts für<br />

Sprachentwicklung, der gerade ein<br />

„Volksbegehren zur Entmannung<br />

des generischen Maskulinums“<br />

vorbereitet. Wie gut eignet sich<br />

die Form des Interviews auch als<br />

literarische Form?<br />

Die Literatur hat viele schöne Texte in<br />

Interview-Form hervorgebracht. Ich erinnere<br />

mich mit Vergnügen an das Interview,<br />

das Italo Calvino in dem Buch<br />

Unmögliche Interviews mit einem Neandertaler<br />

geführt hat. Und der von mir sehr verehrte<br />

Otto Grünmandl, in dessen Andenken<br />

ich den erwähnten Text geschrieben habe,<br />

hat dieser Form mit seinen Alpenländischen<br />

Interviews die höchsten literarischen Weihen<br />

verliehen.<br />

Am liebsten kehrt der Präsident<br />

beim „Sudlerwirt“ ein, „wo man ihn<br />

kennt“ – nun, wenn wir schon beim<br />

„Sudeln“ sind, welchen Zugang<br />

haben Sie als Exilwiener zu den<br />

österreichischen Dialekten?<br />

Dialekte sind etwas sehr Schönes und Wichtiges,<br />

wobei man sie aber literarisch nicht<br />

als etwas Museales, Unveränderliches behandeln<br />

soll. Vieles fließt ein in sie, fremde<br />

Sprachen, Fernseh-, Internetsprache usw.,<br />

das macht sie nicht nur ärmer, es kann sie<br />

auch bereichern. Ein Problem ist natürlich,<br />

dass heutzutage, da Literatur nur noch als<br />

Ware behandelt wird, mit Dialektliteratur<br />

kein Geschäft zu machen ist, außer man<br />

singt sie. Darum lassen viele die Finger<br />

davon. Dass der Sudlerwirt des Präsidenten<br />

Lieblingswirtshaus ist (ja nur sein kann), ist<br />

eine Verneigung vor der großen Dr. Erika<br />

Fuchs, der Übersetzerin der Donald-Duck-<br />

Comics, die dieses Wirtshaus erfunden hat<br />

(„dort ist es immer unheimlich gemütlich“).<br />

Diese Bildgeschichten waren in meiner<br />

Schulzeit meine bevorzugte Lektüre. Elfriede<br />

Jelinek hat völlig recht, wenn sie sagt, die<br />

Autorinnen und Autoren unserer Generation<br />

verdanken Frau Fuchs wesentlich mehr<br />

als den meisten Klassikern.<br />

Dafür, dass Österreich ja ein<br />

ausgesprochenes Autoland ist<br />

– in mehreren österreichischen<br />

Gemeinden findet, z. B. auch einen<br />

Tag nach dem Globalen Klimastreik<br />

2023, der AutoHerbst statt –, gibt<br />

es hier als Ausgleich zum Glück<br />

auch viel Natur, die das sicher<br />

wiedergutmacht. In Tirol findet ihr zu<br />

Ehren und anlässlich des moutainday<br />

am 11. Dezember seit 2015 das<br />

Literaturfestival Berge lesen statt, bei<br />

dem Sie 2023 zu Gast sein werden.<br />

Welchen Berg wollen Sie lieber nur<br />

von unten betrachten, oder anders<br />

gefragt, sind Sie ein Freund der<br />

Berge?<br />

Ich bin nicht sicher, ob die Natur wirklich<br />

in der Lage ist, alles wieder gutzumachen,<br />

zumindest solange wir Menschen in ihr<br />

herumfuhrwerken. Aber ich bin in mancher<br />

Hinsicht sicher auch kein typischer Österreicher<br />

im Sinne Nehammers oder Mikl-<br />

Leitners. Ich kann nicht Auto fahren und<br />

den hierzulande weit verbreiteten Bergsteigwahn<br />

halte ich für eine Geistesverirrung.<br />

Berge betrachtet man von unten und erfreut<br />

sich an der Betrachtung.<br />

Mehr lesen Sie auf unserer Website.<br />

Vielen Dank für das Gespräch!<br />

Antonio Fian, geboren 1956 in Klagenfurt, lebt seit<br />

1976 in Wien. Er ist Autor von Romanen, Erzählungen,<br />

Essays, Gedichten und den sog. Dramoletten,<br />

die in Der Standard erscheinen, sowie Träger<br />

zahlreicher Preise, u. a. des Reinhard-Priessnitz-<br />

Preises (2018). Der Roman Das Polykrates-Syndrom<br />

(Droschl, 2014, 2019 verfilmt) stand auf der Longlist<br />

zum Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen:<br />

Präsidentenlieder. Gedichte (Droschl, 2023).<br />

Buchtipp:<br />

Antonio Fian:<br />

Präsidentenlieder<br />

Droschl Verlag, 72 S., € 18,00<br />

Lesung:<br />

Berge lesen Festival, im Rahmen<br />

des Mountaindays<br />

Mit Antonio Fian<br />

& Mieze Medusa<br />

Di., 12. Dezember 2023,<br />

19:30 Uhr<br />

Wagner’sche Buchhandlung<br />

Museumstraße 4, Innsbruck<br />

Eintritt: freiwillige Spenden


Von der Yogamatte<br />

in die DIY-Käserei …<br />

Immer einfach – und so gut:<br />

Ofengerichte für jeden Tag<br />

Buchtipp:<br />

Jessamyn Stanley, Miriam<br />

Chebaibai Koch (Übersetzung):<br />

Every Body Yoga<br />

Löwenzahn Verlag,<br />

2<strong>16</strong> S., € 29,90<br />

Buchtipp:<br />

Marlene Kelnreiter:<br />

Käseglück<br />

Löwenzahn Verlag,<br />

<strong>16</strong>8 S., € 29,90<br />

© Löwenzahn Verlag / Christine Hewitt<br />

© Löwenzahn Verlag / Lia Eliás<br />

Yoga ist in der westlichen Welt zu einer<br />

Sportübung für schlanke, trainierte,<br />

weiße Menschen geworden – zu einer<br />

Vermarktungsindustrie, ausgerichtet auf<br />

normschöne, optimierte Körper. Jessamyn<br />

Stanley ist aufgebrochen, um das zu<br />

ändern. Sie macht uns wieder klar, worum<br />

es beim Yoga eigentlich geht: zu sich selbst<br />

finden, zufrieden sein und den Moment so<br />

annehmen, wie er ist. Die Autorin reißt alle<br />

Grenzen nieder – körperlich und emotional.<br />

Und: Sie zeigt uns als Schwarze,<br />

dicke, queere Femme, wie man Stereotypen<br />

aufbricht, Idealbilder getrost über Bord<br />

wirft und dabei immer auf der Matte bleibt.<br />

Stanleys Geschichte ist ein starker Beitrag<br />

zum Diskurs rund um Körperlichkeit – und<br />

eine praktische Starthilfe für alle, die zum<br />

ersten Mal die Matte ausrollen: Mit Schrittfür-Schritt-Anleitungen,<br />

50 Posen und 10<br />

Übungssequenzen ist für alle körperlichen<br />

Voraussetzungen, für jedes Erfahrungslevel<br />

und jede Situation etwas dabei.<br />

Go for it – egal, wo du startest! Weil Yoga<br />

für alle da ist.<br />

Käse und Milchprodukte selbst herstellen?<br />

Easy cheesy: Die meisten Zutaten für<br />

die Käse-Ekstase lagern bereits in deiner<br />

Küche. Und dein Hauptwerkzeug? Sind<br />

deine Hände plus ein bisschen Hintergrundwissen<br />

zu Temperaturen, Hygienemaßnahmen<br />

etc. Marlene Kelnreiter zeigt dir,<br />

wie du den Kochlöffel richtig schwingst,<br />

deinen alten Joghurtbecher zur Käseform<br />

upcycelst und aus welcher Milch die feinsten<br />

Produkte entstehen. Von Käse-Basics<br />

über vegane Fermentationswunder bis hin<br />

zur richtigen Lagerung – jetzt heißt es nur<br />

noch: weiß sehen und Käse machen! Mit<br />

den simplen Schritt-für-Schritt-Anleitungen<br />

und über 40 Rezepten hast du den Käse-<br />

Dreh schnell raus. Denn hier lernst du alles<br />

über Käsebruch, Ausrühren, Einlaben,<br />

Trocknen und Reifen. Ganz egal, welches<br />

Käseherz in dir schlummert, du hast die<br />

Wahl: von Frischkäse über Hartkäse,<br />

Paneer, Burrata über Schimmelkäse bis<br />

hin zu Joghurt – mach, was dir schmeckt.<br />

Das heißt, sobald du es schaffst, dich von<br />

Marlene Kelnreiters Fernweh weckenden<br />

Almgeschichten und den fantastischen<br />

Bildern loszureißen – so schön war Käsemachen<br />

noch nie.<br />

© Löwenzahn Verlag / Nadja Hudovernik<br />

Bei Christina Bauer bleibt der Ofen nie<br />

lange kalt, denn wenn sie nicht gerade Brot<br />

bäckt, dann kocht sie. Was? Ist doch klar,<br />

Ofengerichte! Christina verwendet den<br />

Backofen liebend gern auch zum Kochen:<br />

weil es praktisch ist, weil es schnell geht,<br />

weil man gut größere Mengen zubereiten<br />

kann – und weil das Ergebnis einfach<br />

richtig gut schmeckt. Pikante Cannelloni,<br />

knusprige Flammkuchen, herzhaft gefüllte<br />

Paprika oder doch flaumig-warme Mehlspeisen<br />

à la Apfelstrudel und Dampfnudeln:<br />

Der Backofen bietet eine unglaubliche<br />

Geschmacksvielfalt. Das Beste daran?<br />

Während dein Gericht sich (fast von selbst)<br />

zur geschmackbombastischen Leckerei erwärmt,<br />

kannst du die Zeit für andere Dinge<br />

nutzen. Falls du keine Lust oder Zeit hast,<br />

jeden Tag frisch zu kochen: Kein Problem –<br />

mach einfach aus einem der Grundrezepte<br />

verschiedene Gerichte. In über 70 Rezepten<br />

ist für jeden Geschmack etwas dabei.<br />

Obendrauf gibt’s alle Basics zu den verschiedenen<br />

Ofeneinstellungen, Antworten<br />

auf häufige Fragen sowie praktische Tipps<br />

rund um Vorratshaltung und Wochenplanung.<br />

Also los: Heizen wir schon mal<br />

den Ofen vor!<br />

© Löwenzahn Verlag / Nadja Hudovernik<br />

Buchtipp:<br />

Christina Bauer:<br />

Kochen mit Christina<br />

Löwenzahn Verlag,<br />

184 S., € 29,90


David Schalko<br />

Was der Tag bringt<br />

Von Katharina J. Ferner<br />

Peter Stamm<br />

Bei den Grenzgängen<br />

Von Martin Sailer<br />

© Nicole Albiez<br />

© Jule Kuehn<br />

Buchtipp:<br />

David Schalko:<br />

Was der Tag bringt<br />

KiWi Verlag, 304 S., € 25,50<br />

Lesung<br />

& Gespräch:<br />

Was der Tag bringt<br />

Mit David Schalko<br />

Moderation: Robert Renk<br />

Fr., 3. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

19:00 Uhr<br />

Stadtbibliothek Innsbruck<br />

Amraserstraße 3<br />

Eintritt: frei<br />

Platzreservierung (empfohlen):<br />

+43 512 5360 5700<br />

Nachdem David Schalko seine Leser:innen<br />

in Bad Regina in abgeschottete Dorfstrukturen<br />

geführt hat, zeichnet er hier<br />

das Bild einer inneren Abkehr von der<br />

Welt. Felix, Gründer der nachhaltigen<br />

Cateringkette Wastefood, wurde erst durch<br />

die Pandemie in seinem Unternehmertum<br />

gebremst, nun zwingen ihn Schulden, seine<br />

Wohnung zeitweise zu vermieten. Statt<br />

durch seine Freundesliste zu scrollen und<br />

zu verfolgen, welche Postings abgesetzt<br />

werden, muss er sich im realen Leben<br />

wieder mit ihnen treffen, um während der<br />

Vermietung einen Schlafplatz zu haben.<br />

Er tritt damit nicht nur aus dem Schutzraum<br />

seiner Wohnung heraus, sondern in<br />

zahlreiche Konflikte ein, die er magnetisch<br />

anzuziehen scheint. Einer seiner Kooperationsmechanismen<br />

ist es, Gegenstände<br />

von Menschen, nach deren Nähe er sich<br />

sehnt, in Momentaufnahmen festzuhalten.<br />

Der eigene Rückzug ist dadurch allerdings<br />

nicht aufzuhalten. Was anfänglich wie eine<br />

Reihe an schrägen Begegnungen erscheint,<br />

mündet letztlich in eine Art Roadmovie.<br />

Statt einer Selbstsuche wird hier allerdings<br />

die Selbstauflösung fokussiert. Jeglicher<br />

Austausch wirft weitere Fragen und Zweifel<br />

auf und führt in Folge zu Situationen,<br />

deren Ausweglosigkeit Felix durch Ignoranz<br />

ausblendet. Die Häufung der Absurditäten<br />

lässt Schalko-Fans schon gespannt die 2024<br />

erscheinende Kafka-Miniserie erwarten.<br />

Auch Felix wird nach der Rückkehr in<br />

seine Wohnung zum Ungeziefer, das sich<br />

als Käfer erst mal auf der Couch drapiert<br />

und anschließend mehrmals unsanft aus<br />

seiner Traumwelt erwachen muss. Was<br />

der Tag bringt ist aber mehr als seltsame<br />

Geschichten. Der Roman trifft sowohl<br />

sprachlich als auch thematisch gleich ein<br />

ganzes Nervensystem. In Gesprächen mit<br />

den sogenannten Freunden wird zwischen<br />

Weltlage, Krisenfestigkeit, Cancel-Culture,<br />

Gottgläubigkeit und Kriegsführung alles<br />

ausverhandelt. Die Mitteilungsbedürftigkeit<br />

der anderen Protagonisten gegenüber Felix<br />

bringt schließlich eines auf den Punkt: Die<br />

wahre Sehnsucht ist die nach Berührung.<br />

David Schalko, geboren 1973, lebt und arbeitet in<br />

Wien. Er ist Autor, Regisseur, schreibt und schafft in<br />

verschiedenen Genres und Formaten. Bekanntheit<br />

erlangte er besonders durch zahlreiche Fernsehfilme<br />

und Serien, wie die langjährige ORF-Serie Sendung<br />

ohne Namen oder Braunschlag. Er erhielt zahlreiche<br />

Preise und Auszeichnungen. Jüngste Romanveröffentlichung:<br />

Was der Tag bringt<br />

40<br />

(2023).<br />

Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

41<br />

Der „Ali Shuffle“ – also Muhammad Alis<br />

legendäre Bewegungen im Boxring – fielen<br />

mir ein, als ich Peter Stamms In einer<br />

dunkelblauen Stunde las. Alis Shuffle, dieses<br />

blitzschnelle Tänzeln, das dem Gegner<br />

Richtungswechsel vortäuschte, den nächsten<br />

Vorstoß vorbereitend, federleicht wirkend<br />

und den Kontrahenten verunsichernd.<br />

Wie viele von ihnen sind doch im Banne<br />

seiner Sicherheit ungelenk herumgetappt,<br />

haben Ali kaum fassen können.<br />

Peter Stamms Erzählweise hat gelegentlich<br />

etwas von dieser täuschungsreichen<br />

Hin- und Her-Bewegung. Kaum glaubt<br />

man, die Wirklichkeit gefasst zu haben, ist<br />

der Autor schon weiter in seinem steten<br />

Spiel der raren Sicherheiten und des häufigen<br />

Unsicheren, im Wechsel der Augenpaare<br />

und Zeitebenen. Aber halt: <strong>No</strong>ch<br />

ist nicht beschrieben, was Peter Stamm da<br />

erzählt: Ein mäßig professionelles Filmteam<br />

(Andrea und Tom) versucht, ein Porträt des<br />

Schriftstellers Richard Wechsler zu realisieren,<br />

der aber so gar nichts Privates preisgeben<br />

will. Abwehrend zitiert er Fernando<br />

Pessoa: Wenn ihr nach meinem Tode meine<br />

Biographie schreiben wollt, nichts leichter<br />

als das. Sie hat nur zwei Daten – Geburt und<br />

Todestag. Alle Tage dazwischen gehören mir.<br />

Am nächsten Drehort, dem Schweizer<br />

Dorf seiner Jugend, erscheint Wechsler erst<br />

gar nicht mehr. Immerhin findet Andrea<br />

dort Zeitgenossen Wechslers, die sich aber<br />

als äußerst wortkarg erweisen.<br />

Shuffle folgt auf Shuffle: Die Reporterin<br />

fahndet in Wechslers Büchern nach<br />

Schlüsseln zu seinen privatesten Geheimnissen.<br />

Seine Jugendliebe, längst schon<br />

Pfarrerin, gerät in ihr Blickfeld. Immer<br />

mehr verschwimmen die Grenzen zwischen<br />

Erdachtem und Belegbarem. Das Filmprojekt<br />

scheitert, Richard Wechsler stirbt.<br />

Und Andrea imaginiert sich gar ein Verhältnis<br />

mit ihm.<br />

Aber schon wieder stellt Peter Stamm<br />

mit Shuffles alles in Frage: Wer existiert<br />

wirklich in seiner Fiktion, wer nicht einmal<br />

das? Peter Stamm zeichne in seinem Roman<br />

ein Bild seiner selbst, wird oft vermutet.<br />

Wohl kaum. Aber gilt nicht doch, was er<br />

Andrea sagen lässt? „Ich bin Richards Vermächtnis,<br />

eine Figur, die er nicht zu Ende<br />

geschrieben hat und die jetzt umherirrt im<br />

Limbus der ungeborenen Romanfiguren und<br />

nicht weiß, wo sie hingehört.“<br />

Buchtipp:<br />

Peter Stamm:<br />

In einer dunkelblauen Stunde<br />

S. Fischer Verlag, 256 S., € 25,50<br />

Veranstaltung:<br />

GRENZGÄNGE<br />

Mit Peter Stamm und<br />

Lydia Mischkulnig<br />

Moderation & Gespräch:<br />

Klaus Zeyringer<br />

Mi., 29. <strong>No</strong>vember 2023,<br />

19:00 Uhr<br />

Literaturhaus am Inn<br />

Josef-Hirn-Straße 5, Innsbruck<br />

Eintritt: frei


Bücher<br />

für<br />

Kinder<br />

und<br />

Jugend:<br />

In Tom Turbos Geheimbuch<br />

steckt eine Menge turbotoller<br />

Überraschungen: Gemeinsam<br />

mit Karo, Klaro und Tom<br />

macht ihr euch auf die Suche<br />

nach der ferngesteuerten Roboter-Krähe,<br />

löst Rätsel und geht<br />

auf Verfolgungsjagd.<br />

Es erwarten euch neue Mini-<br />

Fälle zum Mitraten, schlaues<br />

Detektiv-Training und ein Quizspiel.<br />

Pssst! Nicht weitersagen:<br />

mehr über Toms 111 Tricks und<br />

die größten Geheimnisse von<br />

Fritz Fantom & Co. 30 Jahre<br />

Tom Turbo!<br />

Brezina Thomas:<br />

Tom Turbo Geheimbuch<br />

G & G Verlag, <strong>16</strong>0 S., € 15,00<br />

Stanislaus ist kein gewöhnliches<br />

Pony. Er lebt hoch über den<br />

Wolken und hilft dem Nikolaus.<br />

Aber huch, was ist denn hier<br />

passiert? Eine kräftige Böe fegt<br />

Stanislaus vom Himmel und<br />

er landet mitten im Brombeerhof<br />

bei den Kindern Anika<br />

und Niklas. Ob es ihm gelingt,<br />

rechtzeitig zu Weihnachten<br />

wieder nach Hause zu finden?<br />

Das erzählt Michaela Holzinger<br />

in 24 fröhlich-turbulenten<br />

Adventgeschichten. Michaela<br />

Holzinger wurde 1978 geboren<br />

und ist auf einem Bauernhof in<br />

Oberösterreich aufgewachsen<br />

Holzinger Michaela:<br />

Bald ist Weihnachten, Stanislaus<br />

G & G Verlag, 112 S., € <strong>16</strong>,00<br />

Hier kommt Kassiopeia: Queen<br />

of Sarcasm! So authentisch und<br />

superwitzig wurde das Leben<br />

einer 13-Jährigen noch nie<br />

erzählt!<br />

Habt ihr schon mal versucht,<br />

eure Lehrer zu ärgern UND<br />

gleichzeitig den Unterricht<br />

spannender zu gestalten und<br />

gute <strong>No</strong>ten zu bekommen? Die<br />

13-jährige Kassiopeia, genannt<br />

Ssio, liebt solche Herausforderungen.<br />

Denn wie hält<br />

man es anders mit nervigen<br />

Personen wie Clarissa in einem<br />

Raum aus? Und auch sonst hat<br />

Ssio immer eine freche Antwort<br />

parat. Zum Mitfühlen & Totlachen.<br />

Burghard Kirstin:<br />

Kassiopeia & die absolute Perfektion<br />

von Peinlichkeit<br />

Ueberreuter Verlag, 192 S., € 14,40<br />

Gut versteckt in den sagenumwobenen<br />

Gewölben von<br />

Professor Blaustein liegt eine<br />

bescheidene Büchersammlung.<br />

Gefüllt mit den legendären<br />

Geschichten seiner Vorfahren,<br />

erzählen sie von furchtlosen<br />

Kämpfern und unwahrscheinlichen<br />

Helden. Arthur wird in<br />

seinem kleinen Dorf in Island<br />

schon früh als Sonderling<br />

belächelt, denn er interessiert<br />

sich vor allem für die wilden<br />

und magischen Kreaturen der<br />

eisigen Insel. Kann sie jetzt nur<br />

noch Donnergott Thor retten<br />

… oder ist es der kleine Arthur?<br />

Joe Todd-Stanton:<br />

Professor Blauensteins höchst<br />

ungewöhnliche Vorfahren – Arthur<br />

und der Donnergott<br />

Karibu Verlag, 56 S., € 13,40<br />

Lustige Freundschaftsgeschichte<br />

für kleine<br />

Gruselfans!<br />

Zauberhuthase Zack und<br />

Hexenkatze Coco sind unzertrennlich.<br />

Doch dann wird<br />

Coco ins Internat für Hexentiere<br />

geschickt, das ausschließlich<br />

Katzen, Kröten, Schlangen,<br />

Spinnen, Raben und Ratten<br />

vorbehalten ist. Für die beiden<br />

steht natürlich fest: Zack muss<br />

mit! Und zwar undercover als<br />

Hexenkatze verkleidet. Doch<br />

schon beim ersten Flug auf dem<br />

Hexenbesen verliert er seinen<br />

falschen Schwanz. Witziges<br />

Tierabenteuer – ideal zum Vorlesen!<br />

Knabberfurzlustig.<br />

Anna Lott:<br />

Coco und Zack – Im Internat<br />

der Hexentiere<br />

Carlsen Verlag, 136 S., € 12,40<br />

Rachel und ihr Bruder Robert<br />

wachsen in Krasnia auf – einem<br />

Land, in dem Bücher und<br />

Geschichten verboten sind!<br />

Der böse Präsident Charles<br />

Malstain verbreitet Angst<br />

und Schrecken und besonders<br />

hasst er Kinder. Eines Tages<br />

bekommen die Geschwister<br />

ein geheimes magisches Buch<br />

geschenkt: Das Buch der gestohlenen<br />

Träume. Sie müssen<br />

alles in ihrer Macht Stehende<br />

tun, damit das Buch nicht in die<br />

falschen Hände gerät. Doch der<br />

grausame Charles Malstain ist<br />

Rachel und Robert bereits auf<br />

der Spur …<br />

David Farr:<br />

Das Buch der gestohlenen Träume, Bd. 1<br />

arsEdition Verlag, 400 S., € 18,50<br />

Endlich volljährig zieht es Enya<br />

in die Welt hinaus – sprichwörtlich<br />

den Sternen entgegen, auf<br />

der Suche nach Unabhängigkeit.<br />

An der Küste San Diegos<br />

geht sie überwältigt von dem<br />

Freiheitsgefühl schwimmen<br />

– auch wenn sie es nie gelernt<br />

hat. Als sie in den Fluten die<br />

Kontrolle verliert, wird sie von<br />

einem Fremden gerettet. Er<br />

verschwindet, ehe sie sich bedanken<br />

kann. Doch auf einer<br />

Strandparty stehen sich die<br />

beiden plötzlich wieder gegenüber<br />

… Ein Spiel aus Nähe und<br />

Distanz.<br />

Lexis Able:<br />

Wo sich Licht im Wasser bricht<br />

Carlsen Verlag, 400 S., € 14,40<br />

Berührendes Kinderbuch über<br />

zwei ungleiche Brüder.<br />

Mo ist Mo. Unberechenbar<br />

und unaufhaltsam. Er macht,<br />

was er will, und sagt, was ihm<br />

in den Kopf kommt. Mit ihm<br />

kann man Verrücktes erleben.<br />

Und manchmal wäre Karl gern<br />

so wie er, so sorglos, so ungehemmt.<br />

Oft aber nervt es ihn<br />

auch, sich um seinen Bruder<br />

kümmern zu müssen, der eine<br />

geistige Behinderung hat. Als<br />

er ihn mal einen Augenblick<br />

allein lässt, um das zu machen,<br />

was er will, ist sein Bruder verschwunden,<br />

als er nach Hause<br />

kommt …<br />

Oliver Scherz:<br />

Sieben Tage Mo<br />

Thienemann Verlag, 176 S., € <strong>16</strong>,50<br />

Fünf Jahre sind seit den<br />

Geschehnissen in Tintentod<br />

vergangen. Fünf glückliche<br />

Jahre. Aber dann wird Eisenglanz<br />

gesichtet, der Glasmann<br />

von Orpheus, dem erbitterten,<br />

silberzüngigen Feind von Meggie,<br />

Mo und Staubfinger. Der<br />

Grund: Orpheus plant Rache<br />

an allen, die ihn zu Fall gebracht<br />

haben, doch vor allem an<br />

Staubfinger, und er nutzt einen<br />

furchtbaren Zauber. Sind Bilder<br />

mächtiger als Worte? Staubfinger<br />

zieht aus, die Antwort<br />

zu finden. Der Schwarze Prinz<br />

aber macht sich auf die Jagd<br />

nach Orpheus.<br />

Cornelia Funke:<br />

Tintenwelt 4. Die Farbe der Rache<br />

Dressler Verlag, 352 S., € 23,70<br />

Die „WAS IST WAS“-Edition<br />

Dinosaurier und andere Urzeittiere<br />

liefert alle wichtigen<br />

und spannenden Fakten rund<br />

um die faszinierenden und<br />

beliebten Tiere der Urzeit.<br />

Wie konnten die Dinosaurier,<br />

Meeressaurier und Flugsaurier<br />

zu so vielfältigen Tiergruppen<br />

werden und das Erdmittelalter<br />

beherrschen? Aber die Dinos<br />

waren nicht die alleinigen Herrscher<br />

dieser Epochen. Und was<br />

kam danach? Säugetiere und<br />

Vögel haben die ökologischen<br />

Nischen besetzt und sich weiterentwickelt.<br />

Dr. Manfred Baur:<br />

Dinosaurier und andere Urzeittiere<br />

Tessloff Verlag, 192 S., € 25,70<br />

Für kleine Dino-Fans sind Spinosaurus<br />

und Stegosaurus keine<br />

Fremdwörter. In diesem Buch<br />

entdecken sie ihre Lieblingstiere<br />

ganz neu: Sechs große Folienseiten<br />

und zahlreiche Klappen<br />

verbergen Überraschendes. Mit<br />

einer stabilen Taschenlampe<br />

aus Pappe machen Kinder auf<br />

den dunklen Folien spannende<br />

Bilder sichtbar: Sie unternehmen<br />

eine Nachtwanderung<br />

im Dinopark und helfen bei<br />

einer Ausgrabung. Suchaufträge<br />

regen dazu an, kleine Details<br />

zu finden. Mit Fach zum Aufbewahren<br />

der Taschenlampe.<br />

Gernhäuser Susanne:<br />

Wieso? Weshalb? Warum? Dinosaurier<br />

Ravensburger Verlag, <strong>16</strong> S., € 20,60<br />

Mit einer Familie, die von<br />

Schneewittchen abstammt,<br />

ist Rain Whites Leben schon<br />

kompliziert genug. Nun muss<br />

sie auch noch einen schlafenden<br />

Prinzen küssen! Doch als<br />

Rain an ihrem 18. Geburtstag<br />

in die Gruft unter dem Tower<br />

of London hinabsteigt, löst sie<br />

eine Katastrophe aus: Ihr Kuss<br />

weckt nicht nur den Prinzen<br />

auf, sondern auch einen uralten<br />

Fluch. Um die Märchenfamilien<br />

zu retten, muss Rain<br />

sich sieben Prüfungen stellen<br />

– und darf nicht vergessen, dass<br />

ihr Herz ihre größte Schwachstelle<br />

ist.<br />

Stella Tack:<br />

Ann & After Bd. 1: Der schlafende Prinz<br />

Ravensburger Verlag, 576 S., € 17,50<br />

Rekorde, Skurriles, Sensationen<br />

– der Weltbestseller unter<br />

den Rekord-Büchern ist zurück!<br />

Tolle Leistungen, geniales<br />

Können und Spaßrekorde – den<br />

Ideen und Themen in der deutschen<br />

Ausgabe des Guinness-<br />

Buchs der Rekorde sind keine<br />

Grenzen gesetzt. Verrückte<br />

Einfälle, unglaubliche Fakten<br />

und spektakuläre Fotos bringen<br />

Kinder und Erwachsene zum<br />

Staunen, Schaudern, Gruseln<br />

und Lachen. Egal ob zu Weihnachten,<br />

zum Geburtstag oder<br />

zu Ostern – das Geschenk mit<br />

garantiertem Wow-Effekt!<br />

Guinness World Records 2024<br />

Ravensburger Verlag, 256 S., € 22,70<br />

Extra groß, extra dick, extra<br />

viel drin!<br />

Dieses Bilderlexikon bietet<br />

Kindern ein echtes Feuerwerk<br />

an Lieblingsthemen: In großen<br />

Bildern lernen sie erste Begriffe<br />

kennen rund um Feuerwehr,<br />

Kindergarten, Baustelle,<br />

Bauernhof und noch viel mehr.<br />

Mithilfe von Klappen erkunden<br />

sie die Stadt und sind hautnah<br />

dabei, wie die Polizei einen Dieb<br />

festnimmt. Sie unternehmen<br />

Ausflüge in den Zoo und in den<br />

Wald, verreisen mit dem Zug<br />

und dem Flugzeug. Dieses extra<br />

dicke Lexikon ist der perfekte<br />

Begleiter für unterwegs.<br />

Patricia Mennen:<br />

Wieso? Weshalb? Warum?<br />

Mein großes junior-Lexikon<br />

Ravensburger Verlag, 32 S., € 20,60


Gemeinsam für Schüler*innen<br />

und Lehrer*innen<br />

Die Wagner’sche liefert Bücher für Schüler*innen in<br />

ganz Österreich und gemeinsam mit dem den Verlagen<br />

cbj & cbt Know-how für Lehrer*innen.<br />

Was war das Kurioseste, das du erlebt hast,<br />

liebe Lisi?<br />

Elisabeth Wiederin: Jeder Tag ist kurios<br />

und erzählt viele Geschichten!<br />

Etwas besonders Kurioses war für mich der<br />

Spaziergang auf den verpackten Paletten auf<br />

einem riesigen LKW – ich konnte die Dimension<br />

der Lieferung einfach nicht glauben.<br />

Wie geht sich das logistisch alles aus in<br />

diesen 3 Monaten?<br />

Eine sehr genaue Planung im Vorfeld, viele<br />

Kalender und Tabellen, viele Telefonate, viele<br />

E-Mails und für alle <strong>No</strong>tfälle immer einen<br />

raschen Plan B aus dem Ärmel schütteln –<br />

logistisch denke ich nur mehr in Palettengrößen<br />

und Paketgewichten.<br />

Buchtipps:<br />

Rüdiger Bertram:<br />

Nur 300 km<br />

cbj Kinderbuch<br />

Kinderbuch ab 10 Jahren<br />

Manfred Theisen:<br />

Wir sind die letzte<br />

Generation<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren<br />

Teresa Hochmuth:<br />

Hainer der kleine Hai –<br />

Die heimliche Reise<br />

cbj Kinderbuch<br />

Kinderbuch ab 7 Jahren<br />

Ein besonderes Service vor allem für Lehrer*innen<br />

bieten auch die Verlage cbj<br />

& cbt auf ihrer toll und sehr übersichtlich<br />

gestalteten Homepage www.schullektuere.<br />

at ! – Dort findet man Lektüre-Empfehlungen<br />

sowie Buchtipps für die Vorschule,<br />

Grundschule, Schüler*innen der 5./6.<br />

Klasse, Schüler*innen der 7./8. Klasse und<br />

Material für alle ab der 9. Klasse.<br />

Für viele Titel bieten die Verlage außerdem<br />

kostenfreies Unterrichtsmaterial zum<br />

Download an. Die Empfehlungen werden<br />

laufend ergänzt und bearbeitet, sodass<br />

für jedes aktuelle Thema einige Bücher zu<br />

finden sind. Dass gerade diese Auswahl<br />

an Büchern natürlich sowohl fundiert als<br />

auch wirklich gut geschrieben ist, versteht<br />

sich von selbst. Die Auswahl an Spitzenautor*innen<br />

ist in den Verlagen ja sehr groß.<br />

Reiner Engelmann:<br />

Ich bin Jude – Euer Antisemitismus<br />

ist<br />

mein Alltag<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren<br />

Nicola Yoon:<br />

The sun is also a star<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren<br />

Ingo Siegner:<br />

Der kleine Drache<br />

Kokosnuss – Abenteuer<br />

& Wissen – Dinosaurier<br />

cbj Kinderbuch<br />

Kinderbuch ab 6 Jahren<br />

© Fotos: Wagner’sche<br />

© XXX<br />

Für die Kleinen findet man zu einigen<br />

ausgewählten Bilderbüchern auch ein tolles<br />

Bilderbuch-Kino.<br />

Das ganze Jahr arbeitet das Team der<br />

Medici GmbH/Wagner’schen daran, dass<br />

unzählige Schüler*innen in Tirol, Salzburg<br />

und Wien rechtzeitig zu ihren ca. 170.000<br />

Schulbüchern kommen.<br />

Dabei werden ca. 60 Tonnen an Büchern<br />

gestemmt, die erst mal alle klassenfertig zugeordnet<br />

werden müssen. Dazu dient eine<br />

200 m2 große Lagerhalle am Stadtrand von<br />

Innsbruck.<br />

Alles steht – wie gesagt – unkompliziert<br />

zum Download bereit und sollte noch die<br />

eine oder andere Frage auftauchen, kann<br />

man das kompetente Verlagsteam jederzeit<br />

unter online@cbj-verlag.de erreichen.<br />

Viel Spaß beim Stöbern unter:<br />

www.schullektuere.at<br />

Eva Mozes Kor,<br />

Lisa Rojany Buccieri:<br />

Ich habe den Todesengel<br />

überlebt – Eine Auschwitz-<br />

Zeitzeugin erzählt<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren<br />

Melinda Szymanik:<br />

Mein Elefant ist traurig<br />

– Ein bestärkendes Buch<br />

für weniger gute Tage<br />

cbj Kinderbuch<br />

Bilderbuch ab 4 Jahren<br />

Christine Fehér:<br />

Dünner als du denkst<br />

cbt<br />

Kinderbuch ab 10 Jahren<br />

Danach müssen die Bücherpakete punktgenau<br />

an ca. 80 Schulen geliefert werden.<br />

Dort lauern auch immer wieder Überraschungen<br />

auf Elisabeth Wiederin und ihr<br />

Team.<br />

44 45<br />

Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Jenny Downham:<br />

Ich war der Lärm,<br />

ich war die Kälte<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren<br />

Monica Hesse:<br />

Sie mussten nach links<br />

gehen<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren<br />

Markus Zusak:<br />

Der Joker<br />

cbt<br />

Jugendbuch ab 14 Jahren


Mit<br />

den<br />

besten<br />

Empfehlungen:<br />

Wie wäre es, wenn sich die biologische<br />

Uhr, die in jedem von<br />

uns tickt, anhalten ließe – oder<br />

sogar ein Stück zurückdrehen?<br />

Der junge Forschungszweig der<br />

Epigenetik macht dieses Versprechen<br />

zur Realität. Genau<br />

darum geht es in diesem Buch:<br />

Was kann ich ganz konkret tun,<br />

um meine Altersuhr zurückzudrehen?<br />

Um wie viele Monate<br />

oder gar Jahre lässt sich der<br />

Zeiger zurückstellen? Und wie<br />

schaffe ich es, mein vermeintlich<br />

festgelegtes genetisches Erbe<br />

zum Besseren zu korrigieren?<br />

Bernd Kleine-Gunk,<br />

Bernhard Hobelsberger:<br />

Verjünge deine Gene!<br />

Gräfe und Unzer Verlag,<br />

254 S., € 22,90<br />

Worte können großen Schmerz,<br />

aber auch unendliche Freude<br />

auslösen. Wohl jeder Mensch<br />

erlebt das schon als Kind.<br />

Negative Sätze, die wir über uns<br />

hören, brennen sich ebenso ins<br />

Bewusstsein ein wie positive.<br />

Erfreulicherweise können wir<br />

alte negative Glaubenssätze<br />

überschreiben und neue etablieren.<br />

Das Werkzeug dafür nennt<br />

sich Affirmationen. Melanie<br />

Pignitter vermittelt, wie die<br />

bestärkenden Sätze wirken und<br />

wie man mit ihnen arbeitet,<br />

um glücklicher, gesünder und<br />

erfolgreicher zu werden.<br />

Melanie Pignitter:<br />

Wenn ein Satz dein Leben verändert<br />

Gräfe und Unzer Verlag, 189 S., € 20,90<br />

In der Bibliothek des Wahnsinns<br />

nimmt uns Edward Brooke-<br />

Hitching mit auf eine atemberaubende<br />

Reise durch die<br />

Literaturgeschichte. Er taucht<br />

ein in die dunkelsten Gefilde der<br />

Literatur, um die seltsamsten<br />

Bücher aus aller Welt aufzuspüren<br />

und deckt die faszinierenden<br />

Geschichten hinter ihrer<br />

Entstehung auf. Die Bibliothek<br />

des Wahnsinns versammelt<br />

riesige und winzige Bücher,<br />

Bücher, die mit Blut geschrieben<br />

wurden, und Bücher, die töten,<br />

Bücher des Wahnsinns und<br />

Bücher, die die Welt in die Irre<br />

führten.<br />

Edward Brooke-Hitching:<br />

Die Bibliothek des Wahnsinns<br />

Knesebeck Verlag, 256 S., € 39,10<br />

Otto Waalkes hat Generationen<br />

von Fans auf seine ganz eigene<br />

Art zum Lachen gebracht.<br />

Aber nicht nur auf der Bühne<br />

inszeniert das Multitalent seine<br />

Szenen perfekt, auch auf der<br />

Leinwand ist er ein Meister<br />

der pointierten Parodie. Dass<br />

er den Umgang mit Pinsel und<br />

Farbe in acht Semestern Kunststudium<br />

gelernt hat, dürfte<br />

manchen neu sein. Anhand von<br />

75 Meisterwerken zeigt Otto die<br />

wahre Geschichte der bildenden<br />

Kunst. Ein kleiner Parforceritt<br />

quer durch die Kunstgeschichte<br />

und ein großes Vergnügen.<br />

Otto Waalkes:<br />

Ganz große Kunst<br />

Heyne Verlag, 176 S., € 27,60<br />

Über Genie und Wahnsinn,<br />

tollkühne Kerle und mutige<br />

Frauen, <strong>No</strong>belpreisträger und<br />

heldenhafte Lebenslügen:<br />

Michael Köhlmeier erzählt in<br />

gekonnter Leichtigkeit Geschichten<br />

über die Ikonen und<br />

Legenden unserer Zeit. Warum<br />

der Jazzpianist Thelonious<br />

Monk für seinen besten Freund<br />

ins Gefängnis ging. Wie es zum<br />

Schachduell der Giganten Bob<br />

Dylan und Bobby Fischer kam.<br />

Über Marilyn Monroe und Muhammad<br />

Ali. Faktentreu – aber<br />

mit literarischer Freiheit.<br />

Michael Köhlmeier:<br />

Boulevard der Helden<br />

Benevento Verlag, 224 S., € 22,00<br />

Die Krisen der Gegenwart<br />

bergen die Chance, unsere Gesellschaft<br />

grundlegend zu verändern.<br />

Weg von dem Streben<br />

nach immer mehr Wachstum,<br />

hin zu einem gemeinschaftlichen<br />

Wirtschaften. Wie das<br />

gelingen kann, veranschaulicht<br />

Thoma anhand des funktionierenden<br />

Ökosystems des Kirschbaums:<br />

Intelligenz und Bildung<br />

sind hier dezentral organisiert,<br />

Wertstoffe werden in den Kreislauf<br />

reinvestiert, Schwächephasen<br />

werden im Kollektiv<br />

überstanden. Ein eindringlicher<br />

Aufruf, im Sinne der Gemeinschaft<br />

zu handeln.<br />

Erwin Thoma:<br />

Der Weg des Kirschbaums<br />

Ecowing Verlag, 180 S., € 24,00<br />

46<br />

Wagner’sche.<br />

Stefan Zweig war der Bestsellerautor<br />

der 1920er-Jahre. Mit<br />

dem Machtantritt der Nationalsozialisten<br />

nahm seine einmalige<br />

Erfolgsgeschichte eine schicksalhafte<br />

Wendung, die Zweig<br />

verzweifeln ließ. Nachdem er<br />

Österreich verlassen musste,<br />

verbrachte er die nächsten Jahre<br />

im Exil, wo er sich 1942 das<br />

Leben nahm. Fotoalben der<br />

Familie, Stefan Zweigs eigene<br />

Bibliothek und eine Vielzahl<br />

von privaten und öffentlichen<br />

Sammlungen liefern nun ein<br />

vielfältiges, erstmals zugängliches<br />

Bildmaterial.<br />

Oliver Matuschek:<br />

Das Stefan Zweig Album<br />

Benevento Verlag, 240 S., € 30,00<br />

Was wäre Tirol ohne seine malerischen<br />

Bade- und stillen Bergseen,<br />

ohne die spektakulären<br />

Wasserfälle und abenteuerlichen<br />

Schluchten und Klammen?<br />

Einige Ziele liegen nah und<br />

können unkompliziert besucht<br />

werden. Andere befinden sich<br />

weit oben in den Bergen und es<br />

erfordert etwas mehr Mühe und<br />

Zeit, sie zu entdecken. Egal,<br />

wofür Sie sich entscheiden, mit<br />

diesem Buch von Uwe Schwinghammer<br />

halten Sie einen treuen<br />

Begleiter in Ihren Händen, der<br />

sich für jeden Besuch am Wasser<br />

eignet.<br />

Uwe Schwinghammer:<br />

Das Tiroler Wasserwanderbuch<br />

Tyrolia, 200 S., € 25,00<br />

Wer kennt das nicht? Das<br />

Lauftraining wurde Punkt für<br />

Punkt eingehalten und trotzdem<br />

bleibt der Erfolg aus. Das alles<br />

müsste nicht sein, denn beim<br />

Training wie auch beim Essen<br />

kommt es auf das „Gewusst<br />

wie“ an. Oft helfen schon kleine<br />

Veränderungen, um nachhaltig<br />

Erfolg zu haben. In diesem<br />

Buch beantworten namhafte<br />

Experten die häufigsten Fragen<br />

rund um das richtige Training.<br />

Einfach zu befolgende Anleitungen<br />

und Tipps helfen<br />

dabei, Fehler zu vermeiden und<br />

den gewünschten Erfolg zu<br />

erzielen.<br />

Angelika Kirchmaier:<br />

Ernährung und Sport<br />

Tyrolia, 2<strong>16</strong> S., € 22,00<br />

Ob knusprig-dünner Teig oder<br />

fluffiger Teig mit luftigen Blasen<br />

– in diesem Buch finden Sie<br />

eine große Auswahl an Pizzateig-Rezepten,<br />

die für jeden Geschmack<br />

und Anlass geeignet<br />

sind. Es ist die perfekte Anleitung<br />

für alle, die in die Welt<br />

des Pizzabackens einsteigen<br />

oder ihre Pizzakünste verbessern<br />

wollen. Mit zahlreichen<br />

Schritt-für-Schritt-Anleitungen<br />

und Fotos wird die Zubereitung<br />

des italienischen Klassikers zum<br />

Kinderspiel.<br />

Marian Moschen:<br />

Mann backt Pizza<br />

Tyrolia, 205 S., € 29,00<br />

Die beliebte „Lilliput“-Reihe<br />

aus dem Langenscheidt-Verlag<br />

wird fortgesetzt! Nun gibt<br />

es das handlichste Wörterbuch<br />

der Welt auch auf Tirolerisch!<br />

Das Wörterbuch im Miniformat<br />

bietet Reisenden und Einheimischen<br />

rund 5.000 Stichwörter<br />

und Wendungen sowie<br />

Wissenswertes über Land und<br />

Kultur. Amüsant und originell –<br />

für den Urlaub und Tirol-Fans.<br />

Der Lilliput ist auch ein ideales<br />

Geschenk für alle Tirol-Interessierten<br />

– zum Schmökern und<br />

Schmunzeln.<br />

Langenscheidt Lilliput TirolerischXX<br />

Langenscheidt, 384 S., € 6,95<br />

Dunkle Gassen, finstere Gestalten<br />

– und du mittendrin!<br />

Tauche mit zwei Zeitungsjournalisten<br />

tief ein in wahre,<br />

mysteriöse Kriminalfälle der<br />

Vergangenheit, knacke spannende<br />

Rätsel und lerne wie<br />

nebenbei Englisch. Fünf wahre<br />

Kriminalfälle erwarten dich,<br />

jeder gespickt mit kniffligen<br />

Rätseln. Um sie lösen zu<br />

können und am Ende den Fall<br />

aufzuklären, brauchst du deine<br />

Englischkenntnisse – denn du<br />

befindest dich in England und<br />

alle sprechen nur Englisch. Dein<br />

Scharfsinn ist gefragt!<br />

PONS Escape! Bloody Murder<br />

PONS, 144 S., € 13,40


Leichenräuber in Edinburgh,<br />

Raubmord in den Highlands!<br />

Tauche mit Lady Agatha<br />

und ihrem neugierigen Neffen<br />

Archie tief ein in wahre,<br />

mysteriöse Kriminalfälle der<br />

Vergangenheit, knacke spannende<br />

Rätsel und lerne wie<br />

nebenbei Englisch. Fünf weitere<br />

wahre Kriminalfälle erwarten<br />

dich, jeder gespickt mit kniffligen<br />

Rätseln. Um sie lösen zu<br />

können und am Ende den Fall<br />

aufzuklären, brauchst du deine<br />

Englischkenntnisse – denn du<br />

befindest dich in Schottland<br />

und alle sprechen nur Englisch.<br />

Dein Scharfsinn ist gefragt!<br />

PONS Escape! On The Dark Side<br />

PONS, 144 S., € 13,40<br />

Wer gut schläft, hat Energie,<br />

Konzentration und Kraft für<br />

den Alltag. Schlaf ist aber auch<br />

der wichtigste Faktor für ein<br />

langes, gesundes Leben und<br />

um Demenz vorzubeugen.<br />

Immer mehr Menschen leiden<br />

unter Schlafproblemen. Ebenso<br />

verständlich wie fundiert teilt<br />

die international renommierte<br />

Schlafforscherin Birgit Högl<br />

mit uns bahnbrechende neue<br />

Erkenntnisse der Wissenschaft,<br />

räumt mit Mythen und falschen<br />

Vorstellungen auf und liefert<br />

das Wissen, um endlich besser<br />

zu schlafen.<br />

Birgit Högl:<br />

Besser schlafen<br />

Brandstätter Verlag, 184 S., € 25,00<br />

Peter Simonischek war einer<br />

der vielseitigsten Schauspieler<br />

im deutschen Sprachraum,<br />

einer der letzten großen Stars.<br />

Er steht auf dem Zenit seines<br />

Schaffens, erntet, was er die<br />

Jahre zuvor gesät hat, und ja,<br />

er hatte im Leben richtig viel<br />

Glück. Und dann ist plötzlich<br />

alles anders: Eine Diagnose<br />

zwingt ihn zur Auseinandersetzung<br />

mit seinem Leben und<br />

dem Tod. Gemeinsam mit der<br />

Autorin Saskia Jungnikl-Gossy<br />

stellt Peter Simonischek seine<br />

Lebensthemen auf den Prüfstand.<br />

Peter Schimonischek,<br />

Saskia Jungnikl-Gossy:<br />

Kommen Sie näher!<br />

Molden Verlag, 224 S., € 32,00<br />

Der Abschluss der Geschichte<br />

der Welt in 6 Bänden, herausgegeben<br />

von Akira Iriye und<br />

Jürgen Osterhammel, behandelt<br />

die Epoche von 600 bis 1350<br />

in Hinblick auf die Globalisierung.<br />

Die Erde bot damals<br />

noch so viel Platz, dass Individuen,<br />

Gruppen und ganze Gesellschaften<br />

isoliert voneinander<br />

existieren konnten. Und doch<br />

begann hier die Einflussnahme<br />

von den verschiedensten<br />

Menschen und Gebieten<br />

untereinander und setzte der<br />

Isolation ein Ende.<br />

Jürgen Osterhammel,<br />

Daniel G. König, Akira Iriye:<br />

Die Geschichte der Welt<br />

C.H. Beck Verlag, 1191 S., € 51,40<br />

Als Aperitif wird ein Getränk<br />

verstanden, das Magen und<br />

Geist für das kommende Mahl<br />

öffnet. Doch Aperitif ist mehr.<br />

In anderen Ländern, vor allem<br />

in Frankreich, der Schweiz und<br />

Italien, verstehen die Menschen<br />

darunter ein geselliges Beisammensein,<br />

das für sich stehen<br />

kann: Sie treffen sich, pflegen<br />

Freundschaften, entspannen.<br />

Dabei erfreuen sie sich an<br />

kleinen kulinarischen Genüssen,<br />

begleitet von unkomplizierten<br />

Getränken, und setzen das in<br />

den Abend hinein unendlich<br />

fort: Aperitivo Infinito.<br />

Johannes Hoflehner, Ulli Lassenberger:<br />

Aperitivo Infinito<br />

Braumüller Verlag, 256 S., € 34,00<br />

Der Wald kann mit Veränderungen<br />

umgehen, wir<br />

nicht. Durch den gegenwärtigen<br />

Klimawandel geraten Ökosysteme<br />

immer mehr unter<br />

Stress. Was geschieht mit<br />

unseren Wäldern? Jürgen-Tomas<br />

Ernst, seit über 25 Jahren<br />

Förster und Waldpädagoge,<br />

gibt fundierte Antworten. An<br />

zahlreichen Beispielen erklärt<br />

der Autor die Folgen des Klimawandels<br />

für unsere Wälder.<br />

Wälder werden auch in Zukunft<br />

nicht untergehen. Verändern<br />

wird sich ihre Zusammensetzung.<br />

Jürgen-Thomas Ernst:<br />

Der Wald in Zeiten der Veränderung<br />

Braumüller Verlag, 272 S., € 26,00<br />

Der Frühling 1848 war wohl<br />

einer der aufregendsten<br />

Zeiträume der europäischen<br />

Geschichte und wird in Christopher<br />

Clarks neuem Buch spektakulär<br />

zum Leben erweckt.<br />

Überall entstanden neue politische<br />

Ideen, Glaubenssätze und<br />

Erwartungen. Es ging um die<br />

Rolle der Frau in der Gesellschaft,<br />

das Ende der Sklaverei,<br />

das Recht auf Arbeit, nationale<br />

Unabhängigkeit und die<br />

jüdische Emanzipation. Dies<br />

waren plötzlich zentrale und<br />

umkämpfte Themen, welche<br />

die Verhältnisse in ganz Europa<br />

nachhaltig veränderten.<br />

Christopher Clark:<br />

Frühling der Revolution<br />

DVA Verlag, 1<strong>16</strong>8 S., € 49,90<br />

Walter Isaacson, bekannt als<br />

Autor des Weltbestsellers Steve<br />

Jobs, nimmt sich den nächsten<br />

Visionär unserer Zeit vor: Über<br />

zwei Jahre konnte Isaacson<br />

Elon Musk aus unmittelbarer<br />

Nähe beobachten, nahm an<br />

seinen Meetings teil und verbrachte<br />

Stunden damit, ihn<br />

selbst, seine Familie, Freunde,<br />

Kollegen und Gegner zu<br />

interviewen. Das Ergebnis ist<br />

ein aufschlussreicher Insider-<br />

Bericht, der fragt: Sind die<br />

Dämonen, die Musk antreiben,<br />

am Ende das, was es braucht,<br />

um Innovation und Fortschritt<br />

voranzutreiben?<br />

Walter Isaacson:<br />

Elon Musk<br />

C. Bertelsmann Verlag, 832 S., €39,10<br />

Wie gelingt ein schmerzfreies<br />

Leben? Das Top-Expertenteam<br />

aus der Ernährungsmedizinerin<br />

Petra Bracht, dem Schmerzspezialisten<br />

Roland Liebscher-<br />

Bracht und dem Starkoch<br />

Johann Lafer hat hier die Lösung:<br />

ein ganzheitliches Anti-<br />

Schmerz-Programm, das den<br />

Körper entlastet und Schmerzen<br />

lindert. Fast 100 raffinierte<br />

pflanzenbasierte Rezepte<br />

unterstützen den Körper bei der<br />

Heilung. Kombiniert mit sieben<br />

effektvollen Bewegungsübungen<br />

werden Schmerzen sofort aufgelöst<br />

und dauerhaft besiegt.<br />

Petra Bracht, Roland Liebscher-Bracht,<br />

Johann Lafer:<br />

Essen gegen Schmerzen<br />

Gräfe & Unzer Verlag, 264 S., € 35,90<br />

Künstliche Intelligenz verändert<br />

die Welt, und das schneller<br />

und weitgehender als gedacht.<br />

Neurowissenschaftler und Bestseller-Autor<br />

Manfred Spitzer<br />

analysiert den Einsatz von KI<br />

in den diversesten wissenschaftlichen<br />

Bereichen sowie im Alltag.<br />

Sein Fazit: KI durchdringt<br />

schon jetzt unser Leben und<br />

unsere Gesellschaft, und zwar<br />

ohne jede Regulierung. Über<br />

Risiken und Gefahren sowie<br />

über die Verantwortung, die mit<br />

dem Vormarsch der KI einhergeht,<br />

muss nachgedacht werden.<br />

Manfred Spitzer:<br />

Künstliche Intelligenz<br />

Droemer Verlag, 336 S., € 24,70<br />

Mit der ersten Familie beginnt<br />

die Menschheit. Die folgenden<br />

Familien machen Geschichte<br />

und ihre Dynastien formen –<br />

bis heute – die Weltgeschichte.<br />

Weltbestsellerautor Simon<br />

Sebag Montefiore entfaltet ein<br />

welt- und kulturenumspannendes<br />

Panorama von Familien,<br />

Sippen, Clans und Dynastien<br />

durch alle Zeiten und auf allen<br />

Kontinenten. <strong>No</strong>ch nie wurde<br />

die Familien-Weltgeschichte so<br />

vielschichtig entfaltet, so mitreißend<br />

erzählt.<br />

Simon Sebag Montefiore:<br />

Die Welt. Eine Familiengeschichte<br />

der Menschheit<br />

Klett-Cotta Verlag, 1536 S., € 50,40<br />

Maria Callas war die bedeutendste<br />

Opernsängerin des<br />

20. Jahrhunderts. Sie revolutionierte<br />

die Opernbühnen und<br />

war ihrer Zeit künstlerisch weit<br />

voraus. Bis heute inspiriert,<br />

berührt und verzaubert sie ihre<br />

Fans. Und bis heute halten<br />

sich Gerüchte und Legenden<br />

über sie. Arnold Jacobshagen<br />

erkundet ihre Kunst und hinterfragt<br />

Mythen, die ihr Bild bis<br />

heute verzerren. Er beschreibt<br />

den Einfluss der privaten<br />

Schicksalsschläge auf ihre Entwicklung<br />

als Künstlerin und<br />

entwirft so ein neues Bild der<br />

Ikone.<br />

Arnols Jacobshagen:<br />

Maria Callas. Kunst und Mythos<br />

Reclam Verlag, 367 S., € 25,70<br />

„Ich bin nicht so wie andere<br />

Frauen“ ist der typische Satz<br />

eines pick me girls. Wahrscheinlich<br />

haben die meisten<br />

Frauen diesen Satz mal gedacht,<br />

nicht nur in der unbewusstmisogynen<br />

Abgrenzung, sondern<br />

als Herabwürdigung des<br />

eigenen Selbst – man ist nicht<br />

so dünn und hat keine so gute<br />

Haut wie alle anderen Frauen.<br />

Spätestens in der Pubertät wird<br />

man mit der ungeschriebenen<br />

goldenen Regel konfrontiert:<br />

Der männliche Blick ist die<br />

höchste Währung. Ein kluges,<br />

persönliches Buch!<br />

Sophie Passmann:<br />

Pick Me Girls<br />

Kiepenheuer & Witsch Verlag,<br />

224 S., € 22,70<br />

Er ist einer der größten deutschen<br />

Filmstars, dreht internationale<br />

Kino- und Serienhits<br />

und hat Fans auf der ganzen<br />

Welt. Dass aus Oliver Masucci<br />

noch was wurde, danach sah es<br />

lange nicht aus, wurde er doch<br />

in den 1970ern als „Itaker“-<br />

Kind verspottet und gequält,<br />

selbst von der eigenen Familie<br />

nie ernst genommen. Es ist die<br />

unwahrscheinliche Aufstiegsgeschichte<br />

eines Gastarbeiterkindes<br />

im deutsch-italienischen<br />

Kulturmischmasch.<br />

Oliver Masucci:<br />

Träumertänzer<br />

Lübbe Life Verlag, 272 S., € 24,70<br />

Mit der Entdeckung Amerikas,<br />

den ungeahnten Möglichkeiten<br />

des Buchdrucks und der neuen<br />

Strömung des Humanismus<br />

war der Übergang vom 15. zum<br />

<strong>16</strong>. Jahrhundert turbulent. Aus<br />

Albrecht Dürers Lebenswerk<br />

und Überlieferungen erfahren<br />

wir viel über diese Zeit. All dies<br />

hat Romedio Schmitz-Esser zu<br />

einem spannenden Gesamtwerk<br />

über die verschiedenen Lebensbereiche<br />

am Übergang vom<br />

Spätmittelalter zum Zeitalter<br />

des Humanismus und der Renaissance<br />

zusammengestellt.<br />

Romedio Schmitz-Esser:<br />

Um 1500. Europa zur Zeit<br />

Albrecht Dürers<br />

WBG Theiss Verlag, 520 S., € 45,30<br />

Frühjahrsputz und Heuschnupfen,<br />

modische Zwickmühlen<br />

im Sommer, trübe<br />

Herbstgedanken und hartnäckige<br />

Kältewellen – manchmal<br />

ist es gar nicht so leicht,<br />

gelassen durch das Jahr zu kommen.<br />

Doch mit einem Freund<br />

an der Seite wie Wondrak lassen<br />

sich alle Herausforderungen<br />

meistern. Woche für Woche<br />

die schönsten Zeichnungen aus<br />

Janoschs beliebter Wondrak-<br />

Kolumne: als Postkarten zum<br />

Heraustrennen – für alle, die<br />

einen guten Rat brauchen.<br />

Janosch:<br />

Wondrak für alle Lebenslagen.<br />

Postkartenkalender<br />

Reclam Verlag, 53 S., € 17,00


Krimi Fest<br />

Thriller<br />

Vergnügen<br />

7 Tipps von Bernhard Aichner<br />

Österr.<br />

Buch<br />

Preis<br />

7 Romane unserer Wahl<br />

Jedes<br />

W:ORT<br />

zählt<br />

7 neue lyrische Kostbarkeiten!<br />

3×7<br />

Best<br />

aber<br />

Seller:<br />

1<br />

2<br />

The<br />

Was ans Licht kommt<br />

Christoffer Carlsson<br />

rowohlt Verlag, € 14,40<br />

F_ck-it-Liste<br />

John Niven<br />

heyne hardcore Verlag, € 22,70<br />

1<br />

2<br />

Wir<br />

Wovon wir leben<br />

Birgit Birnbacher<br />

Zsolnay Verlag, € 25,50<br />

werden fliegen<br />

Susanne Gregor<br />

FVA Verlag, € 25,50<br />

1<br />

2<br />

Flussgang<br />

Live Stream & Leichen<br />

Martin Piekar<br />

Verlagshaus Berlin, € 22,70<br />

Robert Schindel<br />

Suhrkamp Verlag, € 24,70<br />

3<br />

Aufzeichnungen<br />

eines Serienmörders<br />

Kim Young-ha<br />

cass Verlag, € 20,60<br />

3<br />

Nachtfrauen<br />

Maja Haderlap<br />

Suhrkamp Verlag, € 25,50<br />

3<br />

Ich<br />

habe den Zorn des Windes gesehen<br />

Mariam Meetra<br />

Wallstein Verlag, € 23,50<br />

4<br />

City<br />

of Fire<br />

Don Winslow<br />

Harper Collins Verlag, € 15,20<br />

4<br />

Monde<br />

vor der Landung<br />

Clemens J. Setz<br />

Suhrkamp Verlag, € 27,60<br />

4<br />

Funkhaus<br />

Hinemoana Baker<br />

edition AZUR, € 22,50<br />

5<br />

Einer<br />

von den Guten<br />

Jan Costin Wagner<br />

Galliani Verlag, € 23,70<br />

5<br />

Eigentum<br />

Wolf Haas<br />

Hanser Verlag, € 23,50<br />

5<br />

Zweckbau<br />

für Ziegen<br />

Angelika Rainer<br />

Haymon Verlag, € 22,90<br />

6<br />

Der<br />

Häftling aus Moabit<br />

Alex Beer/Felix Blom<br />

Limes Verlag, € 18,30<br />

6<br />

Dschomba<br />

Karin Peschka<br />

Otto Müller Verlag, € 26,80<br />

6<br />

hier<br />

Julia Costa<br />

Keiper Verlag, € <strong>16</strong>,50<br />

50<br />

Wagner’sche.<br />

7<br />

Bitter<br />

Wash Road<br />

Garry Disher<br />

Unionsverlag Verlag, € 14,40<br />

7<br />

Begabte<br />

Bäume<br />

Bodo Hell<br />

Droschl Verlag, € 25,80<br />

7<br />

<strong>No</strong>ch<br />

Licht im Haus<br />

Klaus Merz<br />

Haymon Verlag, € 22,90


Mit<br />

den<br />

besten<br />

Empfehlungen:<br />

Billie lebt mit ihrer Mutter in<br />

einem zugegebenermaßen nicht<br />

gerade paradiesischen Wohnblock.<br />

Dennoch fehlt es der<br />

Tochter augenscheinlich an<br />

nichts, was ihre Mutter nicht<br />

mit Fantasie und Liebe aufwiegen<br />

könnte. Nur das Thema<br />

des unbekannten Vaters ist ein<br />

Punkt, dem Billie noch nachgehen<br />

muss. Die Gelegenheit<br />

dazu bietet sich schneller, als es<br />

der 14-Jährigen lieb ist. Selbst<br />

in den traurigen Momenten<br />

birgt dieser Roman schillernde<br />

Lichtblicke, humorvolle Begegnungen<br />

und tiefe Herzenswärme.<br />

Katherina J. Ferner<br />

Elena Fischer:<br />

Paradise Garden<br />

Diogenes Verlag, 352 S., € 24,50<br />

Als Erik Montelius erwacht, ist<br />

es 2021. Seit seinem Tod sind<br />

dreißig Jahre vergangen. Sein<br />

neues Leben ist einem Erfolg<br />

der Kryotechnologie zu verdanken.<br />

Statt diesen zu feiern,<br />

soll die Sache allerdings vertuscht<br />

werden. Erik muss nicht<br />

nur auf den neusten Stand der<br />

Technologie kommen und sich<br />

mit der Vergangenheit befassen,<br />

sondern sich auch noch darum<br />

kümmern, nicht gleich wieder<br />

zu sterben. Ein kritischer,<br />

schräger Blick auf unsere Zeit.<br />

Ein humorvolles und etwas gruseliges<br />

Gedankenexperiment.<br />

Katherina J. Ferner<br />

Daniel Wisser:<br />

012<br />

Luchterhand Verlag, 448 S., € 25,70<br />

In ihrem aktuellen Roman verarbeitet<br />

Monika Helfer erneut<br />

eine ihrer Lebenserinnerungen:<br />

Gloria, die exzentrische Schönheit,<br />

die mit ihrer Mutter in<br />

einer noblen Villa in Bregenz<br />

lebt, ist lange Zeit „Monis“<br />

beste Freundin. Im Erwachsenenalter<br />

trennen sich<br />

die Wege der beiden Frauen,<br />

doch hält sie eine besondere<br />

Verbindung zusammen. Ein<br />

Wiedersehen der Freundinnen<br />

im höheren Alter setzt eine<br />

Reflexion über Freundschaft<br />

und die Frage, ob man einen<br />

Menschen je wirklich (er)kennen<br />

kann, in Gang – lesenswert!<br />

Gabriele Wild<br />

Monika Helfer:<br />

Die Jungfrau<br />

Hanser Verlag, 152 S., € 23,50<br />

Johanna ist eine berühmte<br />

Künstlerin, als sie von den<br />

USA in ihren Heimatort Oslo<br />

zurückkehrt. Dort überkommen<br />

sie „eingekapselte Gefühle“,<br />

denn seit 30 Jahren weiß sie so<br />

gut wie nichts von ihrer Mutter.<br />

Nun lebt sie nur einige Kilometer<br />

von ihr entfernt. Besessen<br />

vom Gedanken an sie sucht Johanna<br />

den Kontakt zu ihr. Ein<br />

raffiniert aufgebautes Buch über<br />

Verletzungen und der Hoffnung<br />

auf Versöhnung. Ágnes Czingulszki<br />

Vigdis Hjorth:<br />

Die Wahrheiten meiner Mutter<br />

S. Fischer Verlage, 399 S., € 25,50<br />

Ein Urgestein und Außenseiter<br />

der österreichischen Literatur<br />

ist 80 geworden. Beständig und<br />

munter navigiert Peter Henisch<br />

seit Jahrzehnten seinen Kahn in<br />

ruhigen Nebengewässern den<br />

Literaturfluss hinunter, meidet<br />

Strudel und Stromschnellen. In<br />

seinem neuen Roman legt er im<br />

fiktiven italienischen Dörfchen<br />

San Vito an, schildert Naturidyllen<br />

und reißt bedrängende<br />

Fragen unserer Zeit an. Ein<br />

Muss für Peter-Henisch-Fans:<br />

Tanti auguri! Bernhard Sandbichler<br />

Peter Henisch:<br />

Nichts als Himmel<br />

Residenz Verlag, 228 S., € 26,80<br />

„Kriegerfriedhof“ – so steht’s<br />

gleich neben dem Brandstätter<br />

See bei Eferding auf der Landkarte.<br />

Aber im Geografieunterricht<br />

der dritten Klassen der<br />

Mädchenhauptschule erfährt<br />

die Schülerin Peschka nichts<br />

über das 1915 errichtete und<br />

auch im Zweiten Weltkrieg<br />

betriebene Kriegsgefangenenlager:<br />

„Nie wird vom Friedhof<br />

in Deinham die Rede sein.“<br />

Džomba, ein alter Serbe, lebt<br />

dort in einer Hütte – der Fremde<br />

und um in herum die Einheimischen.<br />

Von ihm und ihnen<br />

handeln die kurzen Episoden<br />

dieser sympathischen Heimatkunde.<br />

Bernhard Sandbichler<br />

Karin Peschka:<br />

Dschomba<br />

Otto Müller Verlag, 378 S., € 26,80<br />

52<br />

Wagner’sche.<br />

Drei dramatische Szenarien:<br />

persönliches Schicksal, Terrorismus<br />

in Europa, Folgen des<br />

Klimawandels. Paolo Giordano,<br />

Physiker und Bestsellerautor<br />

aus Turin, verflicht diese<br />

drei Strähnen ähnlich wie die<br />

Französin Laetitia Columbani<br />

zu einem „Erzählzopf“. Strähne<br />

wird über Strähne gelegt und<br />

am Ende bleibt die Frage, ob<br />

sich Paolo, Anfang 40 und Alter<br />

Ego des Autors, mit sich und<br />

seinen Mitmenschen zurechtfinden<br />

wird. Vage Zukunftsaussichten<br />

also, die nicht nur den<br />

Autor und seine Figur, sondern<br />

uns alle umtreiben. Bernhard<br />

Sandbichler<br />

Paolo Giordano:<br />

Tasmanien<br />

Suhrkamp Verlag, 336 S., € 25,70<br />

Marie und Tom, die beide<br />

versuchen, die Bruchsteine<br />

ihres Lebens wieder zu ordnen,<br />

treffen sich unverhofft in Italien<br />

und begeben sich gemeinsam<br />

auf die Suche nach dem, das sie<br />

verloren geglaubt haben. Was<br />

sie jedoch nicht ahnen, ist, dass<br />

sie dabei auf ein noch größeres<br />

Chaos zusteuern.<br />

Ein typischer Binge-Read, der<br />

jedoch mit tiefgründigeren<br />

Themen (Mental Health,<br />

Social Media etc.) überrascht,<br />

denen mit Humor eine gewisse<br />

Leichtigkeit verliehen wird,<br />

ohne sie dabei ins Lächerliche<br />

zu ziehen. Jacqueline Falkner<br />

Tarkan Bagci:<br />

Heartbreak<br />

DTV Verlag, 299 S., € 22,70<br />

Barbara von Cilli, Königin<br />

von Ungarn, Alchemistin und<br />

Vampirjägerin, kämpft gemeinsam<br />

mit Vlad II. gegen<br />

das Aufkommen der Strigoi im<br />

Spätmittelalter. Der Machtkampf<br />

um die Herrschaft<br />

fordert zahlreiche Opfer – auch<br />

in der Gegenwart. Dies spürt<br />

vor allem Len als letzter Nachfahre<br />

von Vlad II. Nur blöd,<br />

dass dieser Vampire bislang als<br />

Märchenfiguren abgestempelt<br />

hat … Ein dramatischer Dark-<br />

Fantasy-Roman voller Blut, Action<br />

und Spannung, geschrieben<br />

vom Meister der Fantastik<br />

höchstpersönlich. Sarah Loretz<br />

Markus Heitz:<br />

Die schwarze Königin<br />

Knaur Verlag, 544 S., € 18,50<br />

Nach neun Jahren feiert<br />

Patrick Rothfuss mit seinem<br />

neuen Roman die Rückkehr<br />

in die Welt der Königsmörder-<br />

Chronik. Diesmal in der Hauptrolle:<br />

der charmante Fae Bast,<br />

ein wahrer Meister der Tauschgeschäfte.<br />

Als Bast jedoch<br />

eines Tages eine Gabe ohne<br />

Gegengabe annimmt, gerät<br />

seine ganze Welt aus den Fugen<br />

und er tänzelt geradewegs in<br />

sein Verderben hinein. Diese<br />

stark erweiterte Neufassung der<br />

bisher nur in einer Anthologie<br />

erschienenen <strong>No</strong>velle Der Blitzbaum<br />

raubt jedem Fantasy-Fan<br />

den Atem. Sarah Loretz<br />

Patrick Rothfuss:<br />

Der Weg der Wünsche<br />

Klett-Cotta Verlag, 224 S., € 20,60<br />

Über fünf Generationen begleiten<br />

wir die Familie von<br />

Mary Lamb und somit die<br />

Geschichte Englands … von<br />

der Krönung Elisabeth II.<br />

über Prinzessin Diana bis zum<br />

Brexit. Ausführlich wird der<br />

Schokolade gehuldigt und somit<br />

auch der „Schokoladekrieg“ in<br />

allen Farben geschildert. Lässig<br />

und mit Augenzwinkern breitet<br />

Coe die Absurditäten aus und<br />

erklärt uns nicht die Engländer,<br />

zeigt uns aber deutlich, dass sie<br />

sich selbst auch nicht immer<br />

verstehen. Coe ist immer ein<br />

Leseerlebnis! Robert Renk<br />

Jonathan Coe:<br />

Bournville<br />

Folio Verlag, 409 S., € 28,80<br />

Nach 30 Jahren kommt der<br />

erste Roman von Zeruya Shalev<br />

in unsere Bücherregale. Ein<br />

Roman über eine Frau, die ihre<br />

Familie für eine neue Liebe<br />

verlässt und nicht damit klarkommt.<br />

Vor allem für ihr treues<br />

deutschsprachiges Publikum<br />

hat diese bedeutende Erzählerin<br />

ihren Erstling noch einmal<br />

überarbeitet. „Ihr Roman Nicht<br />

ich ist eines der kühnsten Werke<br />

der postmodernen israelischen<br />

Literatur. Man könnte ihn als<br />

die Urquelle ihrer gesamten<br />

Erzählkunst bezeichnen.“<br />

(Avner Holtzman)<br />

Erscheint im Jänner 2024.<br />

Robert Renk<br />

Zeruya Shalev:<br />

Nicht ich<br />

Berlin Verlag, 208 S., € 24,70


In ihrem neuen Roman erzählt<br />

Jeanette Walls, inspiriert von<br />

wahren Begebenheiten und Personen,<br />

die Geschichte von Sally,<br />

einer jungen Frau, die nach dem<br />

Tod ihrer Mutter von ihrem<br />

Vater nicht länger erwünscht ist<br />

und daher weggeschickt wird,<br />

um fortan mit ihrer Tante zu<br />

leben. Bald schon entwickelt sie<br />

sich zu einer unerschrockenen<br />

Frau, die jede Herausforderung<br />

des Lebens annimmt. Durch<br />

viel Charme und Witz sowie<br />

tiefgründige Charaktere überzeugt<br />

Vom Himmel die Sterne<br />

auf ganzer Linie. Sarah Loretz<br />

Jeanette Walls:<br />

Vom Himmel die Sterne<br />

Hoffmann und Campe Verlag,<br />

448 S., € 25,70<br />

Die 17-jährige Victoria lebt in<br />

den 1940ern zusammen mit<br />

ihrem Vater und ihrem Bruder<br />

auf einer Pfirsichfarm am Gunnison<br />

River in Colorado. Als sie<br />

sich in Wil verliebt und schwanger<br />

wird, flieht sie in eine kleine<br />

Hütte im Wald. Dort muss sie<br />

um ihr Überleben und das ihres<br />

Kindes kämpfen. Shelley Reads<br />

Debütroman ist eine Hommage<br />

an ihre Heimat voller romantischer<br />

Naturbeschreibungen und<br />

thematisiert die Zerstörung der<br />

Umwelt. Dabei erinnert dieser<br />

Roman an Delila Owens Der<br />

Gesang der Flusskrebse.<br />

Lisa Warger<br />

Shelley Read:<br />

So weit der Fluss uns trägt<br />

C. Bertelsmann Verlag, 368 S., € 24,70<br />

Abends schwimmt die Mathematik-Studentin<br />

Tilda immer<br />

22 Bahnen im Schwimmbad.<br />

So kann sie ihre Verantwortung<br />

gegenüber ihrer jüngeren<br />

Schwester Ida und die Sorgen<br />

um ihre alkoholkranke Mutter<br />

kurz vergessen. Als ihr eine<br />

Promotionsstelle in Berlin angeboten<br />

wird, muss sie sich zwischen<br />

einer wissenschaftlichen<br />

Karriere und ihrer Familie<br />

entscheiden. Ein sommerlicher<br />

Debütroman, der Krankheit, familiäre<br />

Abhängigkeiten und die<br />

Selbstermächtigung und Selbstbestimmung<br />

zweier Schwestern<br />

behandelt. Lisa Warger<br />

Caroline Wahl:<br />

22 Bahnen<br />

DuMont Buchverlag Gruppe,<br />

208 S., € 22,70<br />

Als Miras Mutter aus dem<br />

Haus ausziehen muss, das ihr<br />

einst Schutz und Obdach gegeben<br />

hat, macht sich die Tochter<br />

auf den Weg zu ihrer Mutter<br />

nach Südkärnten. Drei Generationen<br />

von Frauen und ihre<br />

ereignisreichen Geschichten stehen<br />

in Maja Haderlaps neuem<br />

Roman im Mittelpunkt der<br />

Erzählung. Eine traumatische<br />

Kindheit, familiärer Verlust, patriarchale<br />

Unterdrückung und<br />

weibliches Schweigen zeichnen<br />

das schwierige Leben dieser<br />

Frauen aus, deren Schicksale<br />

klug miteinander verstrickt<br />

wurden. Lisa Warger<br />

Maja Haderlap:<br />

Nachfrauen<br />

Suhrkamp Verlag, 294 S., € 24,70<br />

Eigentlich ein Theatermonolog.<br />

Die Handlung ist simpel. Ein<br />

Mann flüchtet vor dem Regen<br />

in eine Bar. Dort bestellt er<br />

etwas zu trinken. Dann spricht<br />

er. Wen er anspricht, bleibt<br />

ein Rätsel. Ebenso rätselhaft<br />

scheint auch der Protagonist zu<br />

sein. Er berichtet von seinem<br />

Leben als Schriftsteller. Was<br />

nicht weiter verwunderlich<br />

wäre, hätte der Mann nicht seit<br />

17 Jahren keine Zeile mehr geschrieben.<br />

Warum? Das gilt es<br />

herauszufinden. Das schlanke<br />

Büchlein ist keine epische<br />

Milchstraße, aber die einzelnen<br />

Sätze funkeln brillant wie ihre<br />

hellsten Sterne. Manfred Schild<br />

Ferdinand von Schirach:<br />

Regen<br />

Luchterhand Verlag, 112 S., € 21,40<br />

Was kann man im Leben einer<br />

anderen Frau über sich selbst<br />

lernen? Dieser Frage spürt<br />

Jarka Kubsova nach.<br />

Im Wechsel tauchen wir in die<br />

Geschichte zweier Frauen ein,<br />

die, obwohl eine lange Zeit dazwischen<br />

liegt, nicht minder mit<br />

patriarchalen Ungerechtigkeiten<br />

zu kämpfen haben. 1580 führt<br />

Abelke den Hof ihres Vaters<br />

erfolgreich, das ist natürlich den<br />

Mitbewerbern ein gehöriger<br />

Dorn im Auge. Und Britta, die<br />

sich ihrem Ehemann gebeugt<br />

hat, in den Speckgürtel zu<br />

ziehen, fühlt sich in der neuen<br />

Heimat einsam, bis sie auf<br />

Abelkes Geschichte stößt …<br />

Carmen Schwarz<br />

Jarka Kubsova:<br />

Marschlande<br />

S. Fischer Verlag, 320 S., € 25,50<br />

Schönwald ist ein Schmöker im<br />

besten Sinne. Ruth und Hans-<br />

Harald Schönwald und ihre drei<br />

über den Kontinent verstreuten<br />

erwachsenen Kinder treffen sich<br />

in Berlin, dort hat die Tochter<br />

Karolin einen queeren Buchladen<br />

eröffnet. Ein Sohn ist<br />

nun sehr aktiv im Trump-Wahlkampf,<br />

der andere hat sich eine<br />

wohlhabende Ehefrau geangelt<br />

und lebt in der Uckermark. Das<br />

Trauma und die Last, die über<br />

die Generationen getragen wurden,<br />

lassen sich nun in Berlin<br />

nicht mehr verschweigen. Ein<br />

großer Familienroman!<br />

Carmen Schwarz<br />

Philipp Oehmke:<br />

Schönwald<br />

Piper Verlag, 544 S., € 27,60<br />

Der Kiewer Kommissar Samson<br />

ermittelt wieder, und zwar<br />

gleich an doppelter Front. Zum<br />

einen muss er die Machenschaften<br />

rund um getötete Tiere<br />

und illegale Fleischverkäufe<br />

aufklären, zum anderen wird<br />

seine Freundin Nadjeschda<br />

von streikenden Eisenbahnern<br />

entführt. Zur Seite stehen ihm<br />

auch diesmal wieder seine<br />

Kollegen Cholodnyi und Najden,<br />

die schon in Samson und<br />

Nadjeschda für eine gelungene<br />

Krimigeschichte sorgten. Und<br />

eine Atheisten-Vermählung<br />

darf schlussendlich auch nicht<br />

fehlen. Angelika Moser<br />

Andrej Kurkow:<br />

Samson und das gestohlene Herz<br />

Diogenes Verlag, 432 S., € 24,00<br />

In wunderbaren und sehr<br />

persönlichen Texten lässt die<br />

von Edith-Ulla Gasser herausgegebene<br />

Anthologie tatsächlich<br />

einzigartige Bilder im Kopf<br />

entstehen. 13 Autor*innen, von<br />

Anna Baar über Monika Helfer<br />

und Michael Köhlmeier bis zum<br />

Tiroler Hans Platzgumer, haben<br />

sich alle der Aufgabe gestellt,<br />

sehr individuelle Erzählungen<br />

zu einem bestimmten Bild zu<br />

liefern. Die Bilder sind jeweils<br />

zu Beginn abgedruckt, somit<br />

kann man dem Text noch intensiver<br />

folgen. Robert Renk<br />

Edith-Ulla Gasser (Hrsg.):<br />

Die wahren Bilder sind im Kopf<br />

Braumüller Verlag, 144 S., € 24,40<br />

Joanna Bator, eine der wichtigsten<br />

Stimmen des literarisch reichen<br />

Polens, nennt ihren neuen<br />

Roman Bitternis. Und fürwahr<br />

schreibt sie über die Bitternis<br />

von weiblichen Lebensentwürfen,<br />

die an Männern,<br />

Vätern, Politikern zerschellen.<br />

Mit einer sarkastischen, literarischen<br />

Wut, die zuweilen an Elfriede<br />

Jelinek erinnert, schreibt<br />

sie sich und ihre Frauenfiguren<br />

aber frei. Ein zorniges Happy<br />

End ist garantiert. Robert Renk<br />

Joanna Bator:<br />

Bitternis<br />

Suhrkamp Verlag, 829 S., € 35,50<br />

„Willkommen Österreich“ – wer<br />

diese Sendung am 29.<strong>No</strong>vember<br />

2019 geschaut hat, weiß bereits,<br />

um wen es in Stermanns neuem<br />

Roman geht, nämlich um die<br />

in Wien geborene Psychoanalytikerin<br />

Erika Freeman. Sie<br />

ist mit 12 Jahren vor den Nazis<br />

in die USA geflohen und wurde<br />

dort die Therapeutin der Schönen,<br />

Reichen und Mächtigen.<br />

Man liest den neuen Roman<br />

Mir geht’s gut, wenn nicht heute,<br />

dann morgen. von Dirk Stermann<br />

ebenso gerne wie auch<br />

seine Vorgänger.<br />

Lena Krripahle-Wieck<br />

Dirk Stermann:<br />

Mir geht’s gut, wenn nicht heute,<br />

dann morgen.<br />

Rowohlt Verlag, 256 S., € 25,50<br />

Gehen oder bleiben? Diese<br />

Frage mussten sich Ende der<br />

30er Jahre viele Südtiroler<br />

stellen. Der Roman folgt dem<br />

11-jährigen Ludi, dessen Vater<br />

sich für die „Heimkehr ins<br />

Reich“ entscheidet. Doch welche<br />

Folgen diese Entscheidung<br />

für Ludi und seinen körperlich<br />

sowie sprachlich behinderten<br />

Bruder mit sich bringen, ahnt<br />

die Familie in diesem Moment<br />

noch nicht.<br />

Mit dichter Sprache und viel<br />

Einfühlungsvermögen beschreibt<br />

Sepp Mall in seinem<br />

neuesten Werk ein Stück Südtiroler<br />

Zeitgeschichte. David Schranz<br />

Sepp Mall:<br />

Ein Hund kam in die Küche<br />

Leykam Verlag, 192 S., € 24,00<br />

Für den Drachenreiter Murtagh<br />

und seinen Drachen Dorn ist<br />

die Welt kein sicherer Ort mehr.<br />

Auch wenn sie dem grausamen<br />

König Galbatorix nicht freiwillig<br />

gedient haben, werden<br />

sie seit seinem Sturz von allen<br />

Völkern gehasst. Doch ein<br />

Flüstern und Raunen von brüchiger<br />

Erde und Schwefelhauch<br />

geht durchs Land: Etwas Böses<br />

lauert in den Schatten von Alagaësia.<br />

Vor Murtagh liegt eine<br />

Reise ins Unbekannte. Endlich<br />

können die Leser*innen wieder<br />

in die Fantasywelt Alagaësias<br />

eintauchen. Angelika Moser<br />

Christopher Paolini:<br />

Murtagh – Eine dunkle Bedrohung<br />

Cbj Verlag, 784 S., € 26,80<br />

Ich sehe was, was du nicht<br />

siehst … und das wird wahr.<br />

Sind Julians merkwürdige<br />

Visionen in seiner Kindheit nur<br />

Fehlschaltungen im Gehirn und<br />

medikamentös behandelbar, wie<br />

seine Therapeutin meint? Doch<br />

Jahre später scheinen einige<br />

seiner Visionen wahr geworden<br />

zu sein. Hinterlässt die Zukunft<br />

in der Gegenwart etwa Spuren?<br />

Kann Julian schlimme Ereignisse<br />

verhindern oder nimmt<br />

die Katastrophe dann erst recht<br />

ihren Lauf? Hochspannend –<br />

wie von Poznanski gewohnt.<br />

Angelika Moser<br />

Ursula Poznanski:<br />

Oracle<br />

Loewe Verlag, 532 S., € 22,60<br />

Am 1. September 1923 legte<br />

ein verheerendes Beben<br />

Japans Hauptstadt in Schutt<br />

und Asche. Im allgemeinen<br />

Chaos bebte es politisch: Die<br />

herrschende Klasse fürchtete<br />

Veränderung. Der gottgleiche<br />

Kaiser träumte davon. Anarchisten<br />

arbeiteten daran.<br />

In dieses historisch akribisch<br />

recherchierte Setting setzt Platzgumer<br />

den Helden seines neuen<br />

Romans Großes Spiel. Nur zum<br />

Helden taugt dieser Hauptmann<br />

Amakasu nicht. Er dient<br />

der Reaktion. Packend ist diese<br />

Rückschau auf ein vergeudetes<br />

Leben trotzdem. Joseph Frontull<br />

Hans Platzgumer:<br />

Großes Spiel<br />

Zsolnay Verlag, 336 S., € 27,60<br />

Nilufar ist die Tochter einer<br />

deutschen Mutter und eines aus<br />

dem Iran stammenden Vaters.<br />

Nach der Scheidung geht er<br />

in seine Heimat zurück. Als er<br />

seine Tochter später einlädt,<br />

ihn zu besuchen, reist sie in ein<br />

Land, deren Lebensweise und<br />

Bräuche sich sehr von unseren<br />

unterscheiden. Von seiner<br />

Familie liebevoll aufgenommen<br />

bleibt aber zwischen Vater und<br />

Tochter vieles unausgesprochen.<br />

Identitätssuche, Zerrissenheit<br />

zwischen Kulturen, eine<br />

sehr persönliche Geschichte.<br />

Sehr fesselnd und intensiv geschrieben.<br />

Andrea Scheiber<br />

Nilufar Karkhiran Khozani:<br />

Terafik<br />

Blessing Verlag, 256 S., € 25,50


Katha managet ihr Leben seit<br />

der Scheidung ihrer Eltern<br />

selbst. Ihre alleinerziehende<br />

Mutter ist oft überfordert und<br />

die kleine Schwester nervt.<br />

In der neuen Schule lernt sie<br />

Angelica kennen, die ihr ganzes<br />

Leben und ihre Identität auf<br />

den Kopf stellt. Ihre Freundschaft<br />

ist etwas Besonderes, das<br />

Beste, das passieren konnte.<br />

Eine sehr gefühlvolle Story<br />

mit den Höhen und Tiefen, die<br />

das Leben so bietet. Einfühlsam,<br />

nachdenklich, ein sehr<br />

gelungener Debütroman mit<br />

Einblick in die Teenagerwelt.<br />

Andrea Scheiber<br />

Scherzant Sina:<br />

Am Tag des Weltuntergangs verschlang<br />

der Wolf die Sonne<br />

Park x Ullstein Verlag, 368 S., € 24,50<br />

Côte d’Azur, 1928. Liette findet<br />

auf dem Dachboden eines<br />

Hotels die vergessenen Reisekisten<br />

russischer Familien, die<br />

während der Revolution ermordet<br />

wurden. Darin entdeckt<br />

sie ein altes, gesichertes Buch.<br />

Dreißig Jahre später beauftragt<br />

Liette den Gentleman-Ganoven<br />

Thomas Jansen, mehr über die<br />

ehemalige Besitzerin des Buchs<br />

herauszufinden – eine Russin<br />

namens Mara. Die Spur führt<br />

zu einem Bibliothekar, der vor<br />

Jahren nach Leipzig kam, zu<br />

einer verlassenen Villa und der<br />

geheimnisvollen Bibliothek im<br />

Nebel. Helena Töchterle<br />

Kai Meyer:<br />

Die Bibliothek im Nebel<br />

Knaur Verlag, 560 S., € 24,70<br />

Mike Brink, der infolge eines<br />

Unfalls mit dem „Savant-Syndrom“<br />

diagnostiziert wurde,<br />

besitzt die außergewöhnliche<br />

Fähigkeit, so gut wie jedes<br />

erdenkliche Rätsel in Sekundenschnelle<br />

zu lösen. Sein Leben<br />

verändert sich schlagartig, als<br />

ihn eine Gefängnispsychologin<br />

bittet, Kontakt mit einer<br />

Patientin aufzunehmen, die<br />

wegen Mordes an ihrem Freund<br />

inhaftiert wurde und nur in<br />

Form eines Rätsels kommuniziert.<br />

Rasch gerät Brink in einen<br />

immer tieferen Strudel aus Mysterien<br />

und Gefahr. Moritz Wolf<br />

Danielle Trussoni:<br />

Ingenium – Das erste Rätsel<br />

Hoffmann und Campe Verlag,<br />

432 S., € 19,00<br />

Gekonnt naiv kommt sie daher,<br />

die Geschichte von Mini und<br />

Miki. Beide sind nicht von hier,<br />

aber sie bemühen sich, dazuzugehören<br />

und alles richtig zu machen.<br />

Trotzdem – oder gerade<br />

deswegen – werden sie verfolgt<br />

von Gefahren und Monstern,<br />

von Katastrophen und<br />

Schwierigkeiten. Barbi Markovics<br />

Naivität, das wissen wir, ist<br />

raffiniert und hinterlistig. Und<br />

alles andere als naiv. Der Minihorror,<br />

dem Gastarbeiter*innen<br />

bei uns ausgesetzt sind, setzt<br />

sie ein Denkmal und uns einen<br />

Spiegel vor die Nase. Robert Renk<br />

Barbi Markovic:<br />

Minihorror<br />

Residenz Verlag, 192 S., € 24,00<br />

Diesmal überrascht Zadie<br />

Smith mit einem historischen<br />

Stoff, der in England als Tichborne-Fall<br />

bekannt ist. Und<br />

führt uns damit in eine Episode<br />

des viktorianischen Zeitalters,<br />

die über Jahrzehnte die Aufmerksamkeit<br />

der Öffentlichkeit<br />

beschäftigt hat wie kaum eine<br />

andere! Aus der Perspektive<br />

einer schottischen Haushälterin<br />

und eines ehemaligen jamaikanischen<br />

Sklaven kommen sie<br />

der Frage auf die Spur, ob der<br />

aus Australien zurückgekehrte<br />

Roger Tichborne tatsächlich<br />

echt ist. Ein schillernder Roman<br />

über Wahrheit und Fiktion.<br />

Robert Renk<br />

Zadie Smith:<br />

Betrug<br />

Kiepenheuer & Witsch Verlag,<br />

528 S., € 27,60<br />

Das Romandebüt aus dem<br />

Jahre 1970 der großartigen<br />

<strong>No</strong>belpreisträgerin Toni Morrison<br />

in neuer, zeitgemäßer<br />

Übersetzung und mit einem<br />

Vorwort von Alice Hasters. Wie<br />

auch bei Gott hilf dem Kind<br />

schreibt sie aus der Perspektive<br />

zweier junger Mädchen, die in<br />

einer Kleinstadt in Ohio in einer<br />

gewaltvollen und rassistischen<br />

Welt aufwachsen. Claudia hasst<br />

blonde Puppen, ihre Freundin<br />

Pecola sehnt sich nach blondem<br />

Haar und blauen Augen, um<br />

aus ihrer Welt auszubrechen.<br />

Schmal, aber gewichtig!<br />

Robert Renk<br />

Toni Morrison:<br />

Sehr blaue Augen<br />

Rowohlt Verlag, 272 S., € 25,70<br />

Jochen Schmidt zählt, seit er<br />

1999 die Lesebühne Chaussee<br />

der Enthusiasten mitbegründete,<br />

zu den originellsten<br />

Autoren Deutschlands. Schmidt<br />

liest Proust hat uns schon 2008<br />

bereichert. Nun sieht Schmidt<br />

fern. Und rollt, augenzwinkernd<br />

und charmant, 50 Jahre deutsche<br />

Fernsehgeschichte auf.<br />

Stellt sich Fragen wie: Wo war<br />

Familie mehr Familie als abends<br />

vor dem Fernseher? Mit seinen<br />

Kolumnen über Nachrichten,<br />

Werbung, Trash-TV zeichnet<br />

Jochen Schmidt ein kluges Porträt<br />

unserer Gegenwartsgesellschaft.<br />

Robert Renk<br />

Jochen Schmidt:<br />

Zu Hause an den Bildschirmen<br />

C.H. Beck Verlag, 288 S., € 25,70<br />

Ein Roman, der als einfache<br />

Reise ins Wallis der Kindheit<br />

beginnt, wird schnell zu einer<br />

fantastischen, sagenhaften Geschichte,<br />

in der nichts ist, was<br />

es zu sein scheint. Ein Bergsturz<br />

hat das Rhonetal nämlich überflutet<br />

und das Wallis zurück in<br />

eine mittelalterliche, bedrohliche<br />

Welt gestoßen. Wunderbare<br />

Naturschilderungen und nachdenklich-essayistische<br />

Passagen<br />

bereichern diesen, vieles infrage<br />

stellenden, Roman. Letztendlich<br />

kreist er um die Fragen, welcher<br />

Trost im Erzählen selbst liegt.<br />

Aufregend. Robert Renk<br />

Thomas Hettche:<br />

Sinkende Sterne<br />

KiWi Verlag, 224 S., € 25,70<br />

Ein Meisterwerk und jetzt<br />

schon ein Klassiker der utopischen<br />

Literatur! Von einer<br />

utopisch gerechten Zukunft<br />

reisen die sogenannten Chronauten<br />

– unterstützt von KI<br />

– an historische Scharniere der<br />

Geschichte (das „Damalsdort“).<br />

Wir gelangen so unter Piraten<br />

in der Karibik, mitten in die<br />

Russische Revolution oder zu<br />

den Olympischen Winterspielen<br />

in Sarajewo 1984. Historische<br />

Ereignisse werden nach<br />

Möglichkeiten abgeklopft und<br />

darin liegt eine poetische und<br />

politische Dimension dieses<br />

Romans. Robert Renk<br />

Ilija Trojanow:<br />

Tausend und ein Morgen<br />

S. Fischer Verlag, 528 S., € 31,70<br />

Der Österreicher G. W. Pabst<br />

war einer der größten Regisseure<br />

zwischen 1920 und dem<br />

Beginn des Naziregimes. 1939<br />

dreht er in Frankreich und<br />

beschließt, in die USA auszuwandern,<br />

doch bei einem<br />

Familienbesuch in Österreich<br />

wird er vom 2. Weltkrieg überrascht<br />

und kann das Deutsche<br />

Reich nicht mehr verlassen. So<br />

dreht er nolens volens für die<br />

Bavaria Film. Kann er dem<br />

Werben des Regimes widerstehen?<br />

Kehlmanns Roman<br />

über Kunst und Macht zeigt,<br />

was Literatur vermag: durch<br />

Erfindung die Wahrheit beschreiben!<br />

Robert Renk<br />

Daniel Kehlmann:<br />

Lichtspiel<br />

Rowohlt Verlag, 480 S., € 27,60<br />

„Geh zu Fuß / als wäre dein<br />

Körper dafür gemacht.“ Was<br />

für Zeilen! Was für ein Debüt!<br />

Julia Costas hier sind Anleitungen<br />

und Bestandsaufnahmen<br />

des Seins, Anrufungen<br />

und Erinnerungen an das<br />

„Hier“, wo auch immer es sein<br />

mag. Die Autorin und Musikerin<br />

führt uns in diesem Langgedicht<br />

durch das Jahr. Alte,<br />

zum Teil regional gebräuchliche<br />

Monatsbezeichnungen dienen<br />

als Teil-Überschriften. Es ist<br />

mehr als ein außergewöhnliches<br />

Debüt, es ist mehr als ein Lyrikband<br />

– es ist ein Lebensratgeber<br />

in Poesie gefasst: „Keine Angst<br />

/ die wirklichen Dinge /gehen<br />

nicht verloren.“ Siljarosa Schletterer<br />

Julia Costa:<br />

hier<br />

keiper Verlag, 84 S., € <strong>16</strong>,50<br />

Endlich ist er da: der neue Gedichtband<br />

von Robert Schindel.<br />

Das fast zehnjährige Warten hat<br />

sich gelohnt. Flussgang überzeugt<br />

bildstark und persönlich!<br />

Schindel gelingt es, den Lebenslauf,<br />

das Altern, das Ungreifbare<br />

gleichermaßen wie das<br />

Alltägliche in Worte zu kleiden.<br />

So begleiten wir das lyrische<br />

Ich bei seinem Lebensflussgang<br />

und grüßen mit ihm die<br />

„alten Vögel“, die „Entgegenkommenden“,<br />

ebenso wie das<br />

„Scheißerne an der Angst.“ Ein<br />

Lyrikband, der beweist, dass<br />

man sich auch „In alter Haut“<br />

wieder „splitterneu“ fühlen darf<br />

und soll. Siljarosa Schletterer<br />

Robert Schindel:<br />

Flussgang<br />

Suhrkamp Verlag, 95 S., € 24,50<br />

Jenny ist jener Roman der<br />

deutschen Autorin Fanny Lewald,<br />

dem die LeserInnen dem<br />

Reclam Verlag zufolge mehr<br />

Aufmerksamkeit und Raum<br />

schenken sollen. Und das zu<br />

Recht! Denn Jenny ist keine<br />

typische Protagonistin des 19.<br />

Jahrhunderts: Sie tritt schon<br />

früh für die Rechte der Frauen<br />

ein und ihr Leben wird vom<br />

Kampf gegen den alltäglichen<br />

Antisemitismus geprägt. Die<br />

Gesellschaft, ihre Konventionen<br />

und Vorurteile werden in diesem<br />

Roman fein und detailliert<br />

ausgearbeitet und kritisch<br />

reflektiert. Lisa Warger<br />

Fanny Lewald:<br />

Jenny<br />

Reclam Verlag, 288 S., € 25,70<br />

In Ein Mann ohne Beschwerden<br />

pflügt Franz Schuh, der „Literat<br />

mit philosophischem Interesse“,<br />

gewohnt geistreich und unterhaltsam<br />

durch Themenfelder,<br />

die ihn im annus horribilis 2022<br />

beschäftigten. In verschiedenen<br />

Textsorten zerpflückt Schuh<br />

das österreichische Gesundheitssystem,<br />

spöttelt über die<br />

Salzburger Festspiele, philosophiert<br />

über Religion, Kunst<br />

und Kultur und findet klare<br />

Worte zu Macht und Krieg. Ein<br />

dichtes, imponierendes Buch<br />

voller (Selbst-)Ironie und herrlichem<br />

Schmäh. Anna Wanitschek<br />

Franz Schuh:<br />

Ein Mann ohne Beschwerden<br />

Zsolnay Verlag, 240 S., € 26,50<br />

Kaum ist das Debüt der jungen<br />

Journalistin Rachel Yoder<br />

erschienen, wurde es schon<br />

verfilmt – mit Amy Adams in<br />

der Hauptrolle. Eine Galeristin<br />

tauscht ihr aufregendes Berufsleben<br />

gegen den eintönigen<br />

und überfordernden Job als<br />

Vollzeitmutter. Ein Knochenjob<br />

zwischen Holzeisenbahn und<br />

Lätzchen. Plötzlich verwandelt<br />

sie sich. Diese animalische Verwandlung<br />

stärkt die Beziehung<br />

zu ihrem Kind, macht aber das<br />

rationale Familienleben eher<br />

problematisch. Ein feministischer<br />

Familienroman, der<br />

seinesgleichen sucht! Robert Renk<br />

Rachel Yoder:<br />

Nightbitch<br />

Klett-Cotta Verlag, 304 S., € 24,70<br />

Der Meister der Zugliteratur<br />

heißt Jaroslav Rudiš (auch<br />

wenn Markus Köhle ihm auf<br />

den Fersen ist). Sein Roman<br />

Winterbergs letzte Reise spielt<br />

komplett auf Reisen im Zug.<br />

Schon die Graphic <strong>No</strong>vel Alois<br />

Nebel erzählt von einem Fahrdienstleiter<br />

an einem kleinen<br />

Bahnhof in Bílý Potok. Letztes<br />

Jahr erschien bei Piper seine<br />

Gebrauchsanweisung fürs Zugfahren.<br />

Nun legt er nach und<br />

erweitert seine Zugerlebnisse<br />

in dieser wunderschönen bebilderten<br />

Ausgabe! Robert Renk<br />

Jaroslav Rudiš:<br />

Zug um Zug durch Europa<br />

Malik Verlag, 256 S., € 30,90


Krimitipps:<br />

Ein Nachbar klopft an das<br />

Haus einer Familie, von der es<br />

kein Lebenszeichen mehr gibt.<br />

Niemand öffnet. Als er ins<br />

Haus eindringt, sieht er, dass die<br />

ganze Familie ermordet wurde.<br />

Polizei und Gerichtsmedizin<br />

werden an den Tatort gerufen,<br />

um das schreckliche Verbrechen<br />

zu untersuchen. Das Ermittlerteam<br />

Týr und Iðunn erkennt<br />

dabei schnell, dass der Fall<br />

Verbindungen zu einer längst<br />

vergangenen Zeit aufweist. Yrsa<br />

Sigurdardóttir schreibt atemberaubend<br />

spannend und mit<br />

archaischer Wucht.<br />

Yrsa Sigurdardóttir:<br />

Nacht<br />

btb Verlag, 432 S., € 18,50<br />

Die Detektive Felix Blom und<br />

Mathilde Voss sollen herausfinden,<br />

wer in der Gruft eines<br />

Archäologie-Professors den<br />

Sarg aufgebrochen, jedoch<br />

nichts gestohlen hat. Kurz darauf<br />

wird ein Kleinganove brutal<br />

ermordet, die Fälle scheinen<br />

miteinander verbunden zu sein.<br />

Die Spur führt ausgerechnet zu<br />

Bloms einstigem Mentor, dem<br />

Gangsterboss Arthur Lugowski.<br />

Felix und Mathilde ahnen<br />

nicht, dass sie bald zwischen die<br />

Fronten rivalisierender Banden<br />

geraten und den Fall nicht<br />

nur mit legalen Mitteln lösen<br />

können.<br />

Alex Beer:<br />

Felix Blom. Der Schatten von Berlin<br />

Limes Verlag, 336 S., € 18,50<br />

Marla leidet unter Gesichtsblindheit.<br />

Ihr Gehirn spielt ihr<br />

Streiche, wenn es in Extremsituationen<br />

vergeblich versucht,<br />

Menschen an ihrem Gesicht<br />

zu erkennen. Als Marla eine<br />

Einladung zum Klassentreffen<br />

in den Alpen bekommt, hofft<br />

sie, mit ihren ehemaligen<br />

Mitschülern in Erinnerungen<br />

schwelgen zu können. Bei ihrer<br />

Ankunft sind alle Zimmer<br />

bereits bezogen, doch es ist<br />

niemand da. Marla beginnt, die<br />

anderen zu suchen. Und dann<br />

hört sie es. Wie jemand pfeifend<br />

hustet, draußen in der eisigen<br />

Dunkelheit …<br />

Sebastian Fitzek:<br />

Die Einladung<br />

Droemer/Knaur Verlag, 384 S., € 24,70<br />

Mikael Blomkvist reist von<br />

Stockholm zur Hochzeit seiner<br />

Tochter. Im Zug erfährt er, dass<br />

abseits des medialen Rampenlichts<br />

ein Kampf um natürliche<br />

Ressourcen und Billigstrom<br />

tobt. Zur selben Zeit begibt<br />

sich Lisbeth Salander nach<br />

<strong>No</strong>rdschweden, um ihre Nichte<br />

kennenzulernen. Die junge<br />

Svala hat sich geschworen,<br />

ihre verschwundene Mutter<br />

zu finden und sich gegen ihren<br />

Stiefvater zu wehren. Nach<br />

Jahren treffen Salander und<br />

Blomkvist wieder aufeinander<br />

und befinden sich bald im Auge<br />

eines Sturms.<br />

Karin Smirnoff:<br />

Verderben<br />

Heyne Verlag, 464 S., € 24,70<br />

Was wurde aus ihren Schwestern,<br />

die seit über zwanzig<br />

Jahren vermisst werden? Diese<br />

Frage stellt sich Kriminalbeamtin<br />

Hildur Rúnarsdóttir<br />

jeden Tag, wenn sie als Leiterin<br />

der Einheit für vermisste<br />

Kinder unterwegs ist. Doch<br />

als eine Lawine die Gegend<br />

erschüttert und darunter ein<br />

Mann mit durchtrennter Kehle<br />

auftaucht, hat Hildur es schon<br />

bald mit einer Serie von grausamen<br />

Morden zu tun, die ihr<br />

alles abverlangt. Dabei ahnt<br />

sie nicht: Auch die Suche nach<br />

ihren Schwestern hat gerade erst<br />

begonnen.<br />

Satu Rämö:<br />

Hildur – Die Spur in Fjord<br />

Heyne Verlag, 368 S., € <strong>16</strong>,50<br />

Kim Ribbing soll die ehemalige<br />

Polizistin Julia Malmros bei<br />

Recherchen unterstützen, doch<br />

dann werden nicht weit von Julias<br />

Ferienhaus die Gäste eines<br />

Mitsommerfests grausam hingerichtet.<br />

Nur Astrid Helander,<br />

der Tochter der Familie, gelingt<br />

es, sich zu retten. Aber das<br />

junge Mädchen ist verstummt.<br />

Während Kim sich auf die Spur<br />

der Täter setzt, nutzt Julia ihre<br />

Kontakte zur Kriminalpolizei.<br />

Wer steht hinter den Auftragskillern<br />

und was hat Kim zu<br />

verbergen, der immer wieder im<br />

Alleingang arbeitet?<br />

John Ajvide Lindqvist:<br />

Refugium<br />

DTV Verlag, 528 S., € 24,70<br />

58<br />

Wagner’sche.<br />

Oliver Roschek ist angesehener<br />

Wombatforscher und wurde<br />

zuletzt in Australien gesehen.<br />

Seine Frau Astrid bittet Frau<br />

Wolf und Cheng, ihren Mann<br />

wieder aufzuspüren. Die Detektive<br />

nehmen den Auftrag<br />

an, obwohl Flugzeuge nicht<br />

zu ihren bevorzugten Transportmitteln<br />

zählen. Doch in<br />

Roscheks Ferienhaus angekommen,<br />

fehlt jede Spur von<br />

ihm – stattdessen treffen sie<br />

auf vier sonderbare Urlauber.<br />

Könnte einer von ihnen der<br />

Fälscher sein, jener weltweit<br />

gesuchte Auftragsmörder? Hat<br />

er gar den Wombatforscher auf<br />

dem Gewissen?<br />

Heinrich Steinfest:<br />

Gemälde eines Mordes<br />

Piper Verlag, 288 S., € 18,50<br />

Boston, 1974. Die Stadt kocht.<br />

Künftig sollen schwarze Kinder<br />

mit Bussen in weiße Schulen<br />

gebracht werden und vice versa.<br />

Eines Nachts kehrt Mary Pat<br />

Fennessys 17-jährige Tochter<br />

Jules nicht nach Hause zurück.<br />

Mary Pat beginnt, Fragen zu<br />

stellen, stößt auf Schweigen<br />

und Widersprüche, bis sie versteht:<br />

Man hat ihr das Letzte<br />

genommen, das ihr in dieser<br />

Welt Halt gab. Außer sich vor<br />

Schmerz macht sie sich auf,<br />

um Rache zu nehmen an den<br />

Verantwortlichen – und um ihre<br />

eigene Schuld abzutragen. Um<br />

jeden Preis.<br />

Dennis Lehane:<br />

Sekunden der Gnade<br />

Diogenes Verlag, 400 S., € 26,80<br />

Wien, 1925: Im Schönbrunner<br />

Schlosstheater wird<br />

Der Rosenkavalier gedreht.<br />

Die Filmmusik stammt von<br />

Richard Strauss, das Libretto<br />

von Hugo von Hofmannsthal.<br />

Für die aufwendige Produktion<br />

werden Tausende Statisten<br />

benötigt – auch Ernestine und<br />

Anton sind mit von der Partie.<br />

Als am zweiten Drehtag die<br />

Hauptdarstellerin mit einem<br />

Seidenschal erdrosselt in ihrer<br />

Garderobe aufgefunden wird,<br />

machen sich die beiden am Set<br />

auf Spurensuche – und kommen<br />

dem Täter dabei näher, als<br />

ihnen lieb ist.<br />

Beate Maly:<br />

Mord in Filmstudio<br />

Emons Verlag, 256 S., € 13,40<br />

1463: Stjepan Tomasevic, der<br />

letzte Despot Serbiens und<br />

König von Bosnien, wird von<br />

osmanischen Reitern enthauptet.<br />

Seine hochschwangere<br />

Frau beobachtet die Ermordung<br />

und kann mit einem<br />

kleinen Gefolge fliehen. Hilfe<br />

erhält sie auch von einem Pilger,<br />

der sie Richtung <strong>No</strong>rden ins<br />

sichere Graz des Heiligen Römischen<br />

Reiches führen will. Doch<br />

die Osmanen sind ihnen dicht<br />

auf den Fersen und in einer Zeit<br />

von Krankheiten, Plagen und<br />

Kriegen scheint am Ende nur<br />

noch ein Bild die Hoffnung auf<br />

eine Zukunft zu nähren.<br />

Robert Preis:<br />

Gottes Plagen<br />

Emons Verlag, 576 S., € 18,60<br />

Die vergangenen Monate haben<br />

Spuren in Three Pines hinterlassen:<br />

Einer Professorin ist es<br />

gelungen, mit ihren Theorien<br />

die Öffentlichkeit zu spalten.<br />

Unterdessen weilt hoher Besuch<br />

im Dorf: die sudanesische<br />

Anwärterin auf den Friedensnobelpreis.<br />

Doch so haben sich<br />

die Dorfbewohner eine Freiheitskämpferin<br />

nicht vorgestellt:<br />

Sie benimmt sich unwirsch<br />

und bissig. Dann wird im Wald<br />

hinter der Auberge mitten in<br />

der Nacht Professor Robinsons<br />

Assistentin erschlagen – und<br />

etliche der Dorfbewohner könnten<br />

es gewesen sein.<br />

Louise Penny:<br />

Unruhe im Dorf<br />

Kampa Verlag, 576 S., € 20,50<br />

Detective Renée Ballard wird<br />

an Silvester zu einem Tatort gerufen:<br />

Der Besitzer einer Autowerkstatt<br />

wurde inmitten einer<br />

überfüllten Straßenparty angeschossen<br />

und stirbt noch im<br />

Krankenwagen. Zudem hat eine<br />

Bande von Sexualstraftätern in<br />

den vergangenen fünf Wochen<br />

zwei Frauen vergewaltigt – und<br />

nicht eine Spur hinterlassen.<br />

Niemand glaubt mehr daran,<br />

dass die Polizei Gutes bewirkt.<br />

Fest entschlossen, beide Fälle<br />

aufzuklären, wendet sie sich an<br />

den einzigen Detective, auf den<br />

sie zählen kann: Harry Bosch.<br />

Michael Connelly:<br />

Dunkle Stunden. Ein Fall für Renée<br />

Ballard und Harry Bosch<br />

Kampa Verlag, 432 S., € 23,60


Slowenien – Waben der Worte<br />

So lautet der Slogan Sloweniens in Frankfurt<br />

Slowenien ist dieses Jahr Gastland der<br />

Frankfurter Buchmesse, ein Land der<br />

Poesie und Berge, der Bienen (was auch<br />

im Slogan Niederschlag findet) und der<br />

Literaturfestivals. Schon 2007 war Slowenien<br />

Gastland der Leipziger Buchmesse.<br />

Der Slogan damals: „Die dichteste Dichtung<br />

pro Quadratmeter.“<br />

Und tatsächlich mag Slowenien ein<br />

kleines Land sein, seine Dichtung aber ist<br />

groß. Im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl<br />

kann kaum ein anderes europäisches<br />

Land mit einer solchen Fülle an literarischen<br />

Produktionen aufwarten wie das von gerade<br />

einmal zwei Millionen Menschen bewohnte<br />

Slowenien, wo jährlich rund 3500 Bücher erscheinen,<br />

davon 300 Gedichtbände.1<br />

Natürlich kommen durch den Schwerpunkt<br />

auch vermehrt Übersetzungen<br />

aus dem Slowenischen auf den deutschsprachigen<br />

Buchmarkt.<br />

Zwischen 2019 und 2022 wurden mehr<br />

als 600 Übersetzungen slowenischer Werke<br />

in allen Sprachen veröffentlicht, was fast<br />

dreimal so viel ist wie vor Beginn der<br />

Aktivitäten rund um die Messe, davon etwa<br />

ein Fünftel im deutschsprachigen Raum.<br />

Die wichtigsten werden hier für Sie<br />

präsentiert.<br />

Ganz oben steht dabei die wunderbare<br />

Anthologie Mein Nachbar auf der Wolke<br />

| Slowenische Lyrik des 20. und 21. Jahr-<br />

hunderts (Hanser) herausgegeben von<br />

Matthias Göritz, Amalija Maček und<br />

Aleš Šteger. Alle Dichter*innen darin sind<br />

Kinder des 20. Jahrhunderts. Manche von<br />

ihnen haben sechsmal die Staatsbürgerschaft<br />

gewechselt, ohne auch nur einmal<br />

übersiedelt zu sein. Einige haben erst im<br />

21. Jahrhundert zu schreiben begonnen. So<br />

lernt man junge Stimmen wie z. B. Aljaž<br />

Koprivnikar, Miljana Cunta oder Kristina<br />

Kočan kennen, muss aber auch nicht auf<br />

die große Dichtkunst von Anton Podbevšek<br />

(1898–1981) oder Tomaž Šalamun (1941–<br />

2014) verzichten.<br />

Einer der Herausgeber, Aleš Šteger, ist<br />

wohl einer der interessantesten Autoren<br />

des Landes und wartet heuer gleich mit<br />

zwei Neuerscheinungen auf. Im Frühjahr<br />

erschien im Wallstein Verlag der Gedichtband<br />

Atemprotokolle – Gedichte, die kleine,<br />

intime Geschichten erzählen und dabei<br />

drängende Fragen unserer Zeit stellen.<br />

Ebendort erschien im Herbst der Erzählband<br />

Das Lachen der Götter, beide übersetzt<br />

von Matthias Göritz. Dabei hallen die<br />

antiken griechischen Mythen durch moderne<br />

Schicksale. Prometheus ist bei Šteger ein<br />

Bergarbeiter, der einen verlassenen Tunnel<br />

aushebt und Fürchterliches zutage fördert.<br />

Auch Narziss, Orpheus, Medusa und Ikarus<br />

treffen wir in modernen Gestalten wieder.<br />

Daneben ist der mehrsprachige Šteger<br />

auch ein großer Förderer der slowenischen<br />

Literatur und der Lyrik weltweit. Er rief<br />

einige Literaturfestivals ins Leben, z. B.<br />

die wunderbaren Days of Poetry and Wine<br />

in Ptuj. Er arbeitet bei einem der größten<br />

Verlage des Landes (Beletrina), war Miterfinder<br />

und Gründer des europaweiten<br />

Lyrikvernetzungsprojektes Versopolis und<br />

war auch Mitgestalter des Kulturhauptstadtprojektes<br />

Maribor (2012). Aus diesen<br />

Erfahrungen heraus entstand u. a. der<br />

Roman Archiv der toten Seelen. Europas<br />

Kulturhauptstadt des Jahres 2012 mutiert<br />

hier zur Karnevalszeit zu einem mythischgrotesken<br />

Ort, in dem sogar der Teufel auftaucht.<br />

Lokalpolitiker und Selbstdarsteller<br />

versuchen, Profit daraus zu schlagen, jede<br />

erdenkliche Kunstform wird vermarktet.<br />

In den Medienrummel mischen sich der<br />

aus Maribor stammende Dramaturg Adam<br />

Bely und die kubanisch-österreichische<br />

Journalistin Rosa Portero. In der Tradition<br />

von Bulgakow, Gogol und Kafka lässt Aleš<br />

Šteger die Kräfte des Guten und des Bösen<br />

aufeinanderprallen und seziert in seinem<br />

literarischen Thriller die verrottete Gesellschaft<br />

des schönen Scheins.<br />

Auch die Gebrauchsanweisung für Slowenien<br />

(Piper) und Ljubljana und Slowenien<br />

| Eine literarische Einladung (Wagenbach)<br />

stammen aus seiner Feder. Wenn man vergnüglich<br />

etwas über Slowenien lernen will,<br />

dann sollte man sich diese Lektüre nicht<br />

entgehen lassen.<br />

Zur slowenischen Literatur zählen auch<br />

wichtige österreichische Autor*innen. So<br />

darf man sich auf den neuen Roman von<br />

Maja Haderlap freuen, den sie auf Deutsch<br />

verfasst hat, ihre Lyrik aber schreibt sie<br />

nach wie vor auf Slowenisch.<br />

Eine der größten österreichischen Dichterinnen<br />

ist Cvetka Lipuš. Von ihr, die u. a.<br />

auch beim größten Lyrikfestival Österreichs<br />

– W:ORTE – in der Wagner’schen zu Gast<br />

war, erschien im Frühjahr der Gedichtband<br />

Weggehen für Anfänger (Otto Müller):<br />

dichte, sensible Beobachtungen, die Lipuš<br />

in Poesie umsetzt, mal ironisch zugespitzt,<br />

mal melancholisch-resignativ, immer aber<br />

poetisch und überraschend.<br />

Ein persönlicher Geheimtipp ist die<br />

junge Autorin Ana Schnabl. In ihrem<br />

Roman Meisterwerk (Folio) kann man<br />

nicht nur ihre sprachliche Meisterschaft beobachten,<br />

man lernt en passant auch vieles<br />

über Sloweniens Geschichte der 70er und<br />

80er Jahre.<br />

Und natürlich werden auch die großen<br />

Romanciers des Landes zu Gast in<br />

Frankfurt sein und ihre aktuellen Bücher<br />

vorstellen. Der für mich wichtigste ist wohl<br />

Drago Jančar. Kennt man ihn, ist alles<br />

klar, kennt man ihn noch nicht, ist dieser<br />

Schwerpunkt wohl ein idealer Zeitpunkt,<br />

das nachzuholen.<br />

Ihr Robert Renk<br />

1 Aus dem Nachwort von<br />

Mein Nachbar auf der Wolke<br />

(München 2023)<br />

Buchtipps:<br />

Matthias Göritz,<br />

Amalija Macek, Aleš Šteger:<br />

Mein Nachbar auf der Wolke<br />

Hanser Verlag<br />

312 S., € 37,90<br />

Tomaž Šalamun:<br />

Steine aus dem Himmel | Gedichte<br />

Übersetzt von: Matthias Göritz,<br />

Liza Linde, Monika Rinck<br />

Suhrkamp Verlag<br />

243 S., € 25,50<br />

Ana Schnabl:<br />

Meisterwerk<br />

Übersetzt von:<br />

Klaus Detlef Olof<br />

Folio Verlag<br />

208 S., € 22,00<br />

Aleš Šteger:<br />

Ljubljana und Slowenien |<br />

Eine literarische Einladung<br />

Übersetzt von: Matthias Göritz<br />

Wagenbach Verlag<br />

144 S., € 23,50<br />

Aleš Šteger:<br />

Das Lachen der Götter<br />

Übersetzt von: Matthias Göritz<br />

Wallstein Verlag<br />

222 S., € 22,70<br />

Drago Jančar:<br />

Als die Welt entstand<br />

Übersetzt von: Erwin Köstler<br />

Zsolnay Verlag<br />

272 S., € 27,60<br />

Miljana Cunta:<br />

Pesmi dneva | Tagesgedichte<br />

Übersetzt von: Matthias Göritz<br />

und Amalija Maček<br />

Edition Thanhäuser<br />

74 S., € 24,00<br />

Cvetka Lipus:<br />

Weggehen für Anfänger<br />

Zweisprachige Ausgabe<br />

(Deutsch/Slowenisch)<br />

Übersetzt von:<br />

Klaus Detlev Olof<br />

Otto Müller<br />

148 S., € 23,00


22. Innsbruck<br />

Nature Film Festival<br />

Autorinnen und Autoren<br />

dieser Ausgabe<br />

vom 19.–22. Oktober 2023<br />

Mit rund 70 Filmen, 25 Workshops und<br />

Kursen und 12 regionalen Gastro-Partnern<br />

wartet das Festival diesmal auf.<br />

Das einzige Natur- und Umweltfilmfestival<br />

in Österreich bietet heuer auch eine Lesung<br />

zum Thema:<br />

© Nautilusfilm<br />

Jan und Dominik haben aus ihrer Leidenschaft<br />

für die Natur ihren Beruf gemacht:<br />

der eine als preisgekrönter Filmemacher,<br />

der andere als weltbekannter Techno–DJ<br />

und Filmmusik-Komponist. Beide sind<br />

außerdem Buchautoren und sind bzw.<br />

waren nominiert für den Preis<br />

„Wissensbuch des Jahres.” Beim INFF<br />

lesen sie aus ihren neuen Werken und<br />

erzählen mitreißend über Tiere, Pflanzen<br />

und die Wunder der Biodiversität.<br />

Anschließend (ca. 21:30 Uhr) zeigen wir<br />

Jan Hafts neuen Film „Heimat verloren –<br />

wo ist der Heufalter geblieben?“<br />

https://nautilusfilm.de/de/ueberuns.php<br />

https://dominik–eulberg.de/<br />

© Nautilusfilm<br />

Birgit Birnbacher wurde 1985 in Schwarzach geboren und<br />

lebt heute in Salzburg. Seit 20<strong>16</strong> schrieb sie drei Romane,<br />

2019 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Zuletzt<br />

wurde Wovon wir leben (2023) für den Österreichischen<br />

Buchpreis nominiert.<br />

Evelyn Bubich lektoriert, schreibt und rezensiert. Veranstalterin<br />

literarischer Lesungen. Veröffentlichungen in<br />

Literaturzeitschriften und Radio. Lebt und arbeitet in Wien.<br />

Markus Bundi (*1969) lebt als Autor und Herausgeber in<br />

der Nähe von Zürich. Seit 2001 publiziert er literarische<br />

Texte, darunter auch Essays über die Werke von Marlen<br />

Haushofer, Alois Hotschnig oder Klaus Merz. Zuletzt von<br />

ihm erschienen: Denkzettel. Betrachtungen zur Lage der<br />

Gesellschaft (Septime, 2022) sowie Dichtung und Belichtung.<br />

Materialien zum Werk von Klaus Merz (Band 9 der Werkausgabe,<br />

Haymon, 2022).<br />

Ina Cassik ist Buchhändlerin bei Stöger – Leporello. Aus<br />

dem einstigen Studentenjob in einer Buchhandlung wurde<br />

der Traumberuf Buchhändlerin. Leidenschaftliche Vielleserin<br />

mit Schwerpunkt auf Gegenwartsliteratur. Liebt ihren<br />

Beruf, weil er so vielseitig ist wie kein anderer. Lebt mit ihrer<br />

Familie am Stadtrand von Wien.<br />

Ágnes Czingulszki, 1987 in Baja (Südungarn) geboren,<br />

arbeitet als Journalistin und Öffentlichkeitsarbeiterin für<br />

ein unabhängiges Radio in Innsbruck. Den literarischen<br />

Holzweg beschreitet sie seit ihrer Kindheit unabbringbar und<br />

veröffentlicht Kurzgeschichten in verschiedenen Magazinen.<br />

Ihr Buch ich dachte an siracusa (edition exil) erschien 20<strong>16</strong>.<br />

Jacqueline „Jacky“ Falkner, geboren 1995, hat ihr Lehramtstudium<br />

zugunsten ihrer Liebe zu Büchern an den<br />

Nagel gehängt und ist seit Februar 2022 an der Kassa der<br />

Wagner’schen tätig, fühlt sich dort aber bereits wie zu Hause.<br />

Wenn sie ihre Freizeit nicht gerade lesend verbringt, erlebt<br />

sie Abenteuer auf dem Rücken ihres Pferdes oder streift sich<br />

auch gerne einmal selbst gemachte Kostüme über, um in die<br />

Welt ihrer Lieblings(fantasy)bücher einzutauchen.<br />

Katharina J. Ferner lebt als Poetin und Performerin in Salzburg.<br />

Redaktionsmitglied der Literaturzeitschriften &Radieschen,<br />

Morgenschtean, Mosaik. Jüngste Veröffentlichung<br />

krötentage, Limbus, 2022. www.kj-ferner.at<br />

Joseph Frontull, geboren und aufgewachsen mit Blick auf die<br />

Dolomiten und der Autobahn im Ohr, fuhr nie zur See – aber<br />

träumt davon. Gelegenheits- und gelegentlicher Auftragsschreiber.<br />

Mieze Medusa ist Autorin und Pionierin der österreichischen<br />

Poetry-Slam-Szene. Seit Jahren ist sie in Österreich und international<br />

mit abendfüllenden Slam-Poetry-Performances<br />

& Lesungen unterwegs. Sie hat u. a. vier Romane geschrieben<br />

und mehrere Anthologien herausgegeben. Zuletzt erschien<br />

Was über Frauen geredet wird (Residenz) und Die Krise<br />

schreibt man nicht mit langem „i“, auch wenn sie riesengroß ist<br />

(Lectora) gm. mit Yasmin (Yasmo) Hafedh.<br />

Angelika Moser, 1968 in Innsbruck geboren, hat Übersetzungswissenschaften<br />

und Jus studiert. Sie ist als selbstständige<br />

Lektorin und Texterin tätig (www.korrekterweise.<br />

at). Korrekt und weise nimmt sie auch das Wagner’sche<br />

Buchmagazin unter ihre Fittiche. Da sie von Sprache nie<br />

genug bekommen kann, macht sie gerade ihren Master in<br />

Vergleichender Literaturwissenschaft. Wenn dann noch Zeit<br />

bleibt, schreibt sie Kurzgeschichten (Das kleine Grauen,<br />

Allein im Café) oder auch mal etwas Längeres (Beinahe ein<br />

Roman).<br />

Linda Müller studierte in Innsbruck Neuere Deutsche<br />

Literaturwissenschaft und stürzte sich danach in die Praxis<br />

der Verlagsbranche. Mittlerweile leitet sie unter anderem das<br />

Krimi-Segment des Haymon Verlages und koordiniert mit<br />

dem Krimifest das größte Krimifestival Österreichs.<br />

Markus Renk, seit 38 Jahren in der Buchbranche. Vom<br />

Lehrling, über den Vorstand bis zum selbstständigen Unternehmer.<br />

Buchhändler mit Leidenschaft, der sich mit den<br />

Übernahmen der Buchhandlungen Wagner’sche, Stierle,<br />

Kelten-Buchhandlung, Stöger und Leporello einen Traum<br />

erfüllt hat!<br />

Robert Renk, Buchhändler und Kulturvermittler. U. a.<br />

Innsbruck Prosafestival, Lyrikfestival W:ORTE und stv.<br />

Festivalleiter des Hausacher Leselenz. Seit Oktober 2015<br />

Sortimentsleiter in der Wagner’schen. Gibt das Magazin<br />

# unabhängig heraus.<br />

Bernhard Sanbichler studierte Germanistik und Romanistik<br />

in Innsbruck und Besançon, arbeitet als Lehrer für Deutsch<br />

und Französisch.<br />

Martin Sailer war bis zu seinem Ruhestand Redakteur für<br />

Literatur sowie Hörspielregisseur im ORF Landesstudio<br />

Tirol.<br />

Andrea Scheiber, seit 1992 in der Wagner’schen Buchhandlung.<br />

Betreut Krimi, Frauenliteratur und steckt hinter<br />

den Blind Dates. Wenn sie nicht gerade liest, ist sie in der<br />

Natur oder beim Handarbeiten zu finden.<br />

Veronika Schuchter ist Literaturwissenschaftlerin am<br />

Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck und<br />

freie Literaturkritikerin.<br />

Carmen Schwarz, geboren und aufgewachsen in Salzburg,<br />

hat schon von klein auf eine große Liebe zum geschriebenen<br />

Wort und packenden Geschichten. Sie liebt den Austausch<br />

der Branche und das sich immer neu Erfinden. Seit 2017 bei<br />

Bücher Stierle, wo jeder Lesetipp handverlesen und die Begeisterung<br />

erlebbar wird.<br />

Gerlinde Tamerl, geboren 1978, zurzeit stellvertretende<br />

Geschäftsführerin der Wagner’schen Buchhandlung. Die<br />

promovierte Kunsthistorikerin ist u. a. Gastdozentin an der<br />

Universität Innsbruck, Jurorin der ORF-Bestenliste und als<br />

freie Literaturkritikerin tätig.<br />

Helena Töchterle, geboren 1995, seit Winter 2018 in der<br />

Wagner’schen. Hat Philosophie studiert. Bisher zuständig für<br />

die Fachbuchabteilung. Ab <strong>No</strong>vember 2023 Filialleiterin der<br />

Wagner’schen in der Museumstraße.<br />

Anna Wanitschek, Rechtsanwältin in einer Wiener Rechtsanwaltskanzlei,<br />

lebt und arbeitet in Innsbruck und Feldkirch<br />

und ist Obfrau des Literaturforums Schwaz (https://literaturforum.at/).<br />

Lisa Warger, geboren 1997, studierte Vergleichende<br />

Literaturwissenschaft und Germanistik an der Leopold-<br />

Franzens-Universität in Innsbruck. Sie ist eine begeisterte<br />

Leserin klassischer Literatur und feministischer Romane.<br />

Seit Mai 2023 ist sie in der Literaturabteilung der<br />

Wagner’schen Buchhandlung tätig.<br />

Gabriele Wild studierte Literaturwissenschaft und Slawistik<br />

und ist seit vielen Jahren Leserin, Literaturveranstalterin<br />

und Vermittlerin; arbeitet (u. a.) als Programmgestalterin<br />

im Literaturhaus am Inn und im Team des Lyrikfestivals<br />

W:ORTE.<br />

Moritz Wolf, zu finden am Berg oder in der Wagner’schen,<br />

wo er sich vor allem um Berg- und Reiseliteratur kümmert.<br />

Buchtipp:<br />

Dominik Eulberg:<br />

Tönende Tiere<br />

Eichborn Verlag,<br />

112 S., € 27,80<br />

Wildnis & tönende Tiere:<br />

Lesung mit Filmmacher Jan Haft<br />

und DJ/Musiker Domenik Eulberg<br />

Lena Kripahle-Wiek, Buchhändlerin in der Wagner’schen<br />

seit 2015 und begeisterte Krimi- und mittlerweile auch<br />

Kinderbuch-Leserin. Aber eigentlich begeistert von jeglicher<br />

Form von Druckerschwärze. Zurzeit in Karenz. Bald wieder<br />

zu finden in der Literaturabteilung, wo sie den Krimis neue<br />

Spannung verleiht.<br />

Sarah Loretz, geboren 1998 und aufgewachsen in einem kleinen<br />

Bergdorf in Vorarlberg, hat schon als Kind ihre Liebe<br />

zu Büchern (vor allem Fantasyromanen) entdeckt und in der<br />

Wagner’schen Buchhandlung ihr Hobby zum Beruf gemacht.<br />

Manfred Schild studierte Regie am Mozarteum in Salzburg.<br />

Nach mehreren Engagements übernahm er 2010 die künstlerische<br />

Leitung des Kellertheaters. Für den ORF schrieb er<br />

zahlreiche Hörspiele. Seine Stücke werden/wurden in Österreich,<br />

Italien und Deutschland gespielt.<br />

Siljarosa Schletterer ist Autorin und Lyrikaktivistin und<br />

wurde von Hunden und Flüssen erzogen (gebe es die Lyrik<br />

nicht, würde sie mehr bellen). Organisation u. a. des Lyrikfestivals<br />

W:ORTE. Sie erhielt verschiedene Stipendien und<br />

Auszeichnungen. Ihr Lyrik-Debüt azur ton nähe – flussdiktate<br />

ist 2022 bei Limbus erschienen. Wer mehr über sie<br />

erfahren möchte, surfe im Inn oder im WWW.<br />

Veranstaltung:<br />

Jan Haft und<br />

Domenik Eulberg<br />

Fr., 20. Oktober 2023,<br />

20:15 Uhr – Lesung<br />

21:30 Uhr – Film<br />

Metropol Kino<br />

Innstraße 5, Innsbruck<br />

62 63<br />

Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

David Schranz, geboren 1994, hat die Ausbildung zum Buchhändler<br />

in der Wagner’schen gemacht und so seine Leidenschaft<br />

zum geschriebenen Wort wiederentdeckt. Wenn er<br />

sich nicht gerade Zuhause in den Tälern der deutschen und<br />

englischen Literaturlandschaft verliert, ist er wahrscheinlich<br />

hinter und manchmal auch vor dem Tresen im Tribaun zu<br />

finden.


Wagner’sche.<br />

Bücher seit <strong>16</strong>39<br />

Museumstraße 4<br />

6020 Innsbruck<br />

T. +43 512 59505 0<br />

office@wagnersche.at<br />

www.wagnersche.at<br />

Wagner’sche Altstadt<br />

Herzog-Friedrich-Straße 22, A-6020 Innsbruck, +43 512 59505 90<br />

Bücher Stierle Salzburg<br />

Kaigasse 1 / Mozartplatz, 5020 Salzburg, +43 662 840114<br />

office@buecher-stierle.at, www.buecher-stierle.at<br />

Stierle Kelten-Buchhandlung<br />

Sigmund-Thun-Straße 9, 5400 Hallein +43 6245 82761<br />

office@keltenbuchhandlung.at, www.keltenbuchhandlung.at<br />

Leporello die Buchhandlung<br />

Singerstraße 7, A-1010 Wien, +43 1 9611500<br />

service@leporello.at<br />

Stöger – Leporello<br />

die Buchhandlung<br />

Obkirchergasse 43, A-1190 Wien, +43 1 3203449<br />

office@stoegerbuch.at

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