#unabhängig Büchermagazin No 16 - Wagnersche
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Wagner’sche<br />
Innsbruck<br />
Wagner’sche<br />
Altstadt<br />
Innsbruck<br />
Bücher Stierle<br />
Salzburg<br />
Stierle Kelten-<br />
Buchhandlung<br />
Hallein<br />
Leporello die<br />
Buchhandlung<br />
Wien<br />
Stöger —<br />
Leporello die<br />
Buchhandlung<br />
Wien<br />
Das Magazin unserer unabhängigen Buchhandlungen — 10.2023<br />
#<br />
unabhängig<br />
<strong>No</strong>. <strong>16</strong>
Impressum<br />
Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich:<br />
Wagner’sche Universitätsbuchhandlung, Medici Buchhandels GmbH,<br />
Museumstraße 4, 6020 Innsbruck<br />
info@wagnersche.at, robert.renk@wagnersche.at — www.wagnersche.at<br />
Redaktion: Robert Renk<br />
Texte: div. (Copyright bei den Autor*innen)<br />
Grafische Ausstattung: himmel, Studio für Design und Kommunikation<br />
Fotografie: © der Abbildungen bei den einzelnen Rechteinhaber*innen<br />
Titelbild: Sabine Gruber fotografiert von © Sabine Hauswirth<br />
Korrekturen: Angelika Moser (www.korrekterweise.at)<br />
Druck: Alpina Druck GmbH, Innsbruck<br />
Fehler, Änderungen und Irrtümer vorbehalten. © 10.2023<br />
3<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
# Unabhängig<br />
Sechs unabhängige Buchhandlungen.<br />
Schön verteilt<br />
auf Wien, Salzburg und<br />
Innsbruck. Gemeinsam verkaufen<br />
sie rund eine halbe<br />
Million Bücher im Jahr und<br />
schauen vor allem sehr auf<br />
die Bereiche Kinderbuch<br />
& Literatur! Dort haben wir<br />
oftmals Alleinstellungsmerkmale,<br />
sei es durch unser<br />
kompetentes, belesenes<br />
Personal, sei es durch viele<br />
Veranstaltungen, die wir<br />
in diesen Bereichen für Sie<br />
anbieten. Vor allem diesen<br />
Veranstaltungen ist ein großer<br />
Teil in unserem Magazin<br />
gewidmet. Wir hoffen, Sie<br />
genießen unsere vielfältigen<br />
Tipps und die interessanten<br />
Interviews, die wir für Sie<br />
zusammengetragen haben,<br />
zum Teil auch Lesungen betreffend,<br />
die vor Erscheinen<br />
des Magazins stattgefunden<br />
haben. Aber vielleicht waren<br />
Sie ja bei den Lesungen von<br />
Erika Pluhar, Ilija Trojanow<br />
oder Markus Heitz dabei.<br />
Und sonst sehen wir uns<br />
einfach bei den kommenden<br />
Lesungen …<br />
Gerlinde Tamerl (stv. Geschäftsführerin)<br />
Markus Renk (Geschäftsführer)<br />
Markus Hatzer (Gesellschafter)<br />
Inhalt<br />
4 Neues aus den Buchhandlungen<br />
Was ist los in Wien, Salzburg und Innsbruck?<br />
14 Nachschau<br />
Lesungen mit Ilija Trojanow, Erika Pluhar u. e. m.<br />
18 Charlotte Link<br />
Die Krimiqueen in der Wagner’schen<br />
20 Lyrik zuerst<br />
Der große Klaus Merz präsentiert sein neues Buch<br />
22 Matthias Gruber<br />
Ein Debüt bei Stierle<br />
24 Krimi bei Stöger<br />
Lukas Pellmann und Christian Schleifer zu Gast im Leporello im 19. Bezirk<br />
26 Sabine Gruber<br />
Ihr neuer Roman Die Dauer der Liebe zeigt Probleme mit und nach<br />
dem Tod des Geliebten<br />
28 Männer töten<br />
Eva Reisinger zu Gast bei Stierle<br />
30 Zwischen Stadt und Land<br />
Doris Knecht und ihr neuer Roman<br />
34 Literarisches HausQuartett<br />
Mit Antonio Fian, Irene Gierkinger und Livemusik<br />
36 Mountainday<br />
Mit Antonio Fian & Lydia Mischkulnig<br />
40 David Schalko & Peter Stamm<br />
zu Gast in Innsbruck<br />
44 60 Tonnen für die Schule<br />
Schulservice von Buchhandlung und Verlag<br />
46 Mit den besten Empfehlungen<br />
50 3×7 Best aber Seller<br />
60 Slowenien in Frankfurt<br />
Slowenien ist Gastland bei der Frankfurter Buchmesse.<br />
Tipps von Robert Renk
„Alt, aber neu“ –<br />
wir leben unser Motto !<br />
Von Markus Renk und Helena Töchterle<br />
Originaltexte<br />
liegen im Trend<br />
In der Belletristik-Abteilung weht der<br />
Westwind. Nach wie vor findet man hier<br />
unser gut kuratiertes Angebot an hochkarätigen<br />
literarischen Werken und Neuerscheinungen,<br />
ergänzt um eine vielseitigere<br />
Auswahl an fremdsprachigen Büchern – vor<br />
allem auf Englisch, aber nicht nur. Ein<br />
schönes Regal mit Klassikern in Originalsprache<br />
aus der Reihe „Penguin Classics“<br />
eröffnet die vergrößerte und in den räumlichen<br />
Fokus gerichtete Abteilung (siehe<br />
Abbildung). Dahinter geht es weiter mit<br />
Büchern, die unsere Kundschaft und wir<br />
auch auf Deutsch lieben – Bestseller, Longseller<br />
und auch einige Geheimtipps unserer<br />
Buchhändlerinnen und Buchhändler.<br />
Des Weiteren haben wir ein neues Regal,<br />
auf dem man die aktuell auf TikTok meistgelesenen<br />
Bücher findet, ins Leben gerufen<br />
– damit nicht lange nach dem Buch, das<br />
man in einem kurzen Video gesehen hat,<br />
und von dem man nicht mehr genau weiß,<br />
wie es heißt, gesucht werden muss.<br />
Neue Überraschungen<br />
im ersten Stock<br />
Wer in den Monaten Mai und Juni im<br />
oberen Stock bei den Kinderbüchern, den<br />
Ratgebern oder den Fachbüchern gestöbert<br />
hat, dem sind die vielen prall gefüllten<br />
Bücherwägen, die von einer Abteilung in<br />
die andere geschoben wurden, sicherlich<br />
nicht entgangen – ebenso wenig wie das<br />
Personal, das sich in einer ruhigen Minute<br />
fast schon auf existenzphilosophische Weise<br />
über Gestaltungsmöglichkeiten des Stockwerks<br />
unterhalten hat. Mit dem Ergebnis<br />
des Ganzen sind wir sehr glücklich: Der<br />
Zusammenschluss von bisher getrennten<br />
Abteilungen wie Natur und Naturwissenschaften,<br />
Ratgebern und (populärer)<br />
Psychologie, Gesundheit und Medizin<br />
macht es einfacher und angenehmer, Bücher<br />
zu einem bestimmten Thema zu finden<br />
und sich zu neuem interessanten Lesestoff<br />
inspirieren zu lassen.<br />
Innsbruck<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
© Bernhard Aichner, Gerhard Berger, Gerlinde Tamerl<br />
In der Wagner’schen in Innsbruck ist viel<br />
passiert. Das ist in den letzten Monaten<br />
nicht nur unserer treuen Kundschaft aufgefallen,<br />
sondern war auch für uns mit<br />
schöner, gestalterischer Arbeit verbunden,<br />
in die wir unser Herzblut und unsere ganz<br />
persönliche Handschrift integrieren konnten.<br />
Abteilungen wurden zusammengeführt<br />
und ausgebaut, umgeräumt und neu gestaltet.<br />
Die Wagner’sche geht mit dem Wandel<br />
der Zeit – dennoch bleibt unsere Liebe<br />
zu hochwertiger Literatur, schön illustrierten<br />
Kinderbüchern und guter Fachlektüre,<br />
wie man sie von uns kennt, natürlich immer<br />
bestehen.<br />
Fotos: © Thomas Schrott, Wagner’sche<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
5<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck
destens genauso gespannt. Einige Bücher,<br />
deren Erscheinung wir gar nicht mehr<br />
erwarten können, werden wie gewohnt<br />
auch in diesem Herbst wieder im schönsten<br />
Wohnzimmer Innsbrucks (Zitat Robert<br />
Renk) präsentiert.<br />
Salzburg<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
© Foto Wagner’sche<br />
Beim Team um Carmen Schwarz, das unsere<br />
Buchhandlung Stierle nahe dem Salzburger<br />
Dom betreut, feiert man derweilen ein kleines<br />
Jubiläum. Vor 35 Jahren wurde eröffnet!<br />
Was u. a. mit Annoncen in der heimischen<br />
Presse avisiert wurde (siehe Foto). Das<br />
Stierle-Team feiert nicht mit Lachsbrötchen<br />
und Sekt, sondern lieber mit Kaffee<br />
& Feminismus. Das Motto beim regelmäßigen<br />
literarischen Brunch lautet: Good<br />
books and new friends!<br />
Gemeinsam mit der Autorin Mareike<br />
Fallwickl hat Carmen Schwarz von Bücher<br />
Stierle diese Reihe organisiert, die seit<br />
Mai diesen Jahres das feministische Veranstaltungsprogramm<br />
in Salzburg sympathisch,<br />
aber mit Inhalt unaufgeregt, aber<br />
vehement bereichert!<br />
Da die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt<br />
ist, sind Anmeldungen vorteilhaft,<br />
am besten unter:<br />
carmen.schwarz@buecher-stierle.at.<br />
Hans Hamedinger, Carmen Schwarz und<br />
Markus Renk beim Salzburger Businesslauf 2023<br />
Bücher<br />
Stierle<br />
Salzburg<br />
© Foto Wagner’sche<br />
Autorin Mareike Fallwickl – © Gyöngyi Tasi, Wagner’sche<br />
Bücher<br />
Stierle<br />
Salzburg<br />
Und in der Ratgeber- und Kinderbuch-<br />
Abteilung? Da ist durch die Verlagerung<br />
der Ratgeber hinein in die Fachbuch-Abteilung<br />
natürlich Platz entstanden. Diesen<br />
Platz nutzen wir, um noch besser auf die<br />
Wünsche von den jüngsten Lesebegeisterten<br />
einzugehen: Unsere Manga-Abteilung,<br />
in der man wirklich alles findet, was das<br />
japanliebende Herz begehrt, ist weiter gewachsen.<br />
Dazu gekommen ist außerdem ein<br />
neues Regal für Tabletop-Spiele, in dem es<br />
sich lohnt, zu stöbern.<br />
Außerdem haben wir auch hier ein<br />
wesentlich breiteres Angebot an englischen<br />
Kinder- und Jugendbüchern als zuvor. Wir<br />
sehen es als eine unserer schönsten Aufgaben,<br />
Kinder und Jugendliche zum Lesen<br />
zu inspirieren und zu motivieren.<br />
Das ist auch einer der Gründe, warum<br />
wir uns auch diesen Herbst schon wieder<br />
sehr auf die vielen wunderschönen Neuerscheinungen<br />
im Bereich Kinderbuch<br />
freuen, allerdings sind wir auf den neuen<br />
Lesestoff für Erwachsene natürlich min-<br />
6<br />
Wagner’sche.<br />
Stierle<br />
Kelten- Buchhandlung<br />
Hallein<br />
© Peter Walder-Gottsbacher
In Hallein wartet man gespannt auf das<br />
Buch Es war einmal in Hallein von Peter<br />
Walder-Gottsbacher, das im hauseigenen<br />
Verlag erscheint. Am 30. <strong>No</strong>vember gibt<br />
es in der Kelten-Buchhandlung die Präsentation.<br />
Anmeldungen dazu sind sicher<br />
anzuraten, es wird rappelvoll. Denn das<br />
Buch, das den Bogen von den Habsburgern<br />
über das „rote Hallein“ bis zum 2. Weltkrieg<br />
spannt, wartet auch mit zahlreichen<br />
Fotos auf (siehe Bild). Es wird sicher DAS<br />
Lesungsereignis im Herbst.<br />
Ansonsten gibt man sich in Salzburg recht<br />
sportlich (siehe Bild von rechts nach links:<br />
Hans Hamedinger – Leitung Keltenbuchhandlung<br />
Hallein, Carmen Schwarz<br />
– Leitung Buchhandlung Stiele Salzburg,<br />
Markus Renk GF Medici GmbH).<br />
Wien<br />
Bei Stöger im 19. Bezirk gab es schon einen<br />
wunderbaren literarischen Auftakt mit der<br />
großen Erika Pluhar (siehe Interview auf<br />
S. 13). Eine gelungene Zusammenarbeit<br />
von Stöger – Leporello die Buchhandlung<br />
mit dem Döblinger Bezirksmuseum, die in<br />
Zukunft intensiviert werden soll. Mit einer<br />
kriminalistischen Doppellesung geht es am<br />
23. <strong>No</strong>vember weiter. Von Perchtoldsdorf<br />
ans Meer der Wiener nennt sich der Abend<br />
und bringt zwei heimische Krimiautoren<br />
nach Döbling (siehe Interview auf S. 25).<br />
Darüber hinaus gestaltet das Team um Ina<br />
Cassik jeden zweiten Samstag im Monat<br />
um 15 Uhr eine Lesung für Kinder! Es werden<br />
auch Kindergärten und Schulklassen<br />
zu Vorlesestunden eingeladen.<br />
Auch bei Leporello hat sich einiges getan<br />
Zum einen betreut das Team nun nicht nur<br />
die Buchhandlung des Burgtheaters, sondern<br />
ab heuer auch die des neu gestalteten<br />
österreichischen Parlaments (siehe Bild)!<br />
Im Haus wurde vor allem die Kinderbuchecke<br />
kompetent ausgebaut und ist nun ein<br />
ganzer Bereich. Unsere Mitarbeiterinnen –<br />
allen voran Dagmar Harbich und Christina<br />
Skala – sind große Kinderbuchexpertinnen<br />
und der Meinung: „Der Lesenachwuchs<br />
hat nur das Beste und Tollste verdient!“<br />
Zur Auswahl gefragt meinen die Leporellinas:<br />
„Wir suchen die Titel in unserer<br />
Buchhandlung mit Verstand und Gespür<br />
aus – Kinder und Jugendliche finden bei<br />
uns Bücher, die wir nach jahrzehntelanger<br />
Erfahrung mit bestem Gewissen empfehlen.<br />
© Foto Wagner’sche<br />
Leporello die<br />
Buchhandlung<br />
Wien<br />
können und die uns vor allem immer<br />
sehr am Herzen liegen!“<br />
Neben der aktuellen Literatur und<br />
den schönsten Klassikern gibt es nun<br />
auch reichlich Platz für Pappbücher für<br />
die Kleinsten, Bilderbücher, Vorlesegeschichten,<br />
Sachbücher und natürlich<br />
Kinder- und Jugendromane. Eine kleine<br />
Auswahl auch auf Englisch.<br />
Auf der Galerie in der Buchhandlung im<br />
Zentrum Wiens wurde auch ein „Lesebaumhaus“<br />
installiert, wo regelmäßig<br />
Lesungen für Kindergruppen stattfinden.<br />
© Foto Leporello<br />
Eine ganz spezielle Kollegin ist Frau Erna<br />
(siehe Bild). Sie wohnt in einem Köfferchen<br />
in der Leporello-Auslage und ist das<br />
Maskottchen der Kinderbuchabteilung.<br />
Frau Erna liest und reist sehr gerne, sie hat<br />
immer etwas zu erzählen.<br />
Stöger–<br />
Leporello die<br />
Buchhandlung<br />
Wien<br />
© Foto Stöger<br />
8 9<br />
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39
Neues aus dem Verlag<br />
der Wagner’schen!<br />
Tierischer Spielspaß und ein<br />
historischer Stadtrundgang!<br />
Kalender 2024:<br />
Lukas Morscher:<br />
Innsbruck, wie es früher war<br />
Verlag der Wagner’schen<br />
Buchhandlung, € 19,95<br />
© Stadtarchiv Innsbruck<br />
Unsere Reise in die Vergangenheit von<br />
Innsbruck beginnt in diesem Jahr mit einer<br />
Ansicht des heutigen Bozner Platzes von<br />
1893, als er noch Margarethenplatz hieß,<br />
und zeigt eine prächtige begrünte Anlage<br />
rund um den Rudolfsbrunnen. Aber auch<br />
die weiteren Kalenderblätter halten wieder<br />
viele Überraschungen bereit. Lukas Morscher,<br />
Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs,<br />
hat erneut ganz besondere Augenblicke und<br />
einzigartige Momentaufnahmen aus seinem<br />
reichen Bilderschatz gehoben und beschert<br />
uns ein Panoptikum, das zum Staunen<br />
und Entdecken einlädt. Was auf den ersten<br />
Blick oft rätselhat erscheint, verwandelt<br />
sich bei näherer Betrachtung in Vertrautes,<br />
während an so mancher Szenerie die Zeit<br />
scheinbar spurlos vorübergegangen zu<br />
sein scheint. Andere Aufnahmen wiederum<br />
geben ihr Geheimnis erst durch den<br />
begleitenden Text preis – ein wahrlich reizvolles<br />
Vergnügen! Unser beliebtes 14-tägiges<br />
Kalendarium ist exklusiv erhältlich in der<br />
Wagner’schen Buchhandlung.<br />
Das neue Spiel für die ganze Familie dreht<br />
sich dieses Mal um eines der beliebtesten<br />
Ausflugsziele der großen und kleinen Innsbrucker*innen,<br />
den Alpenzoo – genauer<br />
gesagt, um seine tierischen Bewohner. Auf<br />
etwas mehr als 4 Hektar werden im Alpenzoo<br />
in naturnah gestalteten Gehegen, Terrarien<br />
und Aquarien etwa 2000 Alpentiere<br />
von rund 150 Arten gepflegt. Kein anderer<br />
Zoo der Welt zeigt eine derart vollständige<br />
Sammlung von Wildtieren aus dem Alpenraum.<br />
Mit dem Alpenzoo-Spiel lernen<br />
Kinder ab 6 Jahren und auch Erwachsene<br />
die einzigartige Tierwelt der Alpen besser<br />
kennen. Was macht der Bär beim Kirschenessen?<br />
Können Fischotter-Babys von Geburt<br />
an schwimmen? Welche winzig kleinen<br />
Tiere sind bedrohter als Tiger oder Schneeleoparden?<br />
Dieses Spiel vermittelt pädagogisch<br />
durchdacht Wissen über die Tiere des<br />
Alpenzoos und schafft ein Bewusstsein für<br />
Artenschutz. Die lustigen Aktivitätskarten<br />
bringen Spaß und fördern die Kreativität.<br />
Das neue Alpenzoo-Spiel zum<br />
Preis von € 29,90 ist ab Ende Oktober<br />
in der Wagner’schen Buchhandlung<br />
erhältlich.<br />
Buchtipp:<br />
Christian Kössler:<br />
Schatten über dem Inn<br />
Verlag der Wagner’schen<br />
Buchhandlung,<br />
ca. 250 S., € 14,95<br />
Erscheint Ende<br />
<strong>No</strong>vember 2023<br />
Der Innsbrucker Autor und Bibliothekar<br />
Christian Kössler ist bekannt für seine<br />
Vorliebe für Unheimliches und Sagenhaftes.<br />
Seit seiner Kindheit haben ihn Erzählungen<br />
aus uralten Zeiten mit ihren mystischen<br />
Wesen in den Bann gezogen. In seinem<br />
neuen Buch steht Innsbruck als Schauplatz<br />
von ungewöhnlichen, unheimlichen und<br />
gruseligen Geschichten im Mittelpunkt. Er<br />
verwischt die Grenzen zwischen Realität<br />
und Fiktion, vermischt Sagenhaftes mit<br />
einer ordentlichen Portion Regionalkolorit<br />
und führt uns in seinen Kurzgeschichten<br />
auf eine etwas andere Reise durch die<br />
Tiroler Landeshauptstadt. Der anregende<br />
Mix aus schaurigen Überlieferungen<br />
und aktuellen Ereignissen ist spannend,<br />
schwarzhumorig und einfach zum Fürchten<br />
gut. Als Inspirationsquellen dienten ihm<br />
vor allem alte Sagenstoffe aus Innsbruck<br />
und dem Alpenraum, sodass so manche<br />
bekannte Spukgestalt in seinen Geschichten<br />
wieder lebendig wird und im Hier und Jetzt<br />
ihr Unwesen treibt.<br />
Peter Walder-Gottsbacher ist seit Jahrzehnten<br />
leidenschaftlicher Sammler von<br />
alten Fotografien, allem Gedruckten und<br />
Ansichtskarten zur Innsbrucker und Salzburger<br />
Geschichte und gehörte als langjähriger<br />
Mitarbeiter zum „Urgestein“ der<br />
Wagner’schen Universitätsbuchhandlung.<br />
In seinem neuen Buch entführt uns der<br />
gebürtige Salzburger auf einen lebendigen<br />
Streifzug durch die Geschichte Halleins. In<br />
zahlreichen Bildern und Anekdoten macht<br />
er nicht nur die Stadtgeschichte sichtbar,<br />
sondern öffnet auch Fenster in das alltägliche<br />
Leben vergangener Zeiten. Er zeigt<br />
uns dabei die schönsten Seiten von Hallein,<br />
die Brücken, Solebäder und Denkmäler,<br />
aber er thematisiert auch die Industrie und<br />
gibt Einblick in die für die Region prägende<br />
Salzgewinnung. Walder-Gottsbacher erzählt<br />
von Bürger*innen und Arbeiter*innen, von<br />
der Feuerwehr, dem Turnverein und von<br />
wichtigen Persönlichkeiten der Stadtpolitik<br />
und er verrät, in welchem Geschäft seine<br />
k. u. k. Hoheit, der Thronfolger Erzherzog<br />
Franz Ferdinand von Österreich-Este,<br />
1907 Antiquitäten erwarb. Natürlich kommt<br />
außerdem das Freizeitvergnügen in der<br />
Stadt nicht zu kurz, seien es die zahlreichen<br />
Brauhäuser, die ersten „Kinematographen-<br />
Theater“ oder das Strandbad.<br />
Buchtipp:<br />
Peter Walder-Gottsbacher:<br />
Es war einmal in Hallein<br />
Verlag der Wagner’schen<br />
Buchhandlung,<br />
<strong>16</strong>0 S., € 19,95<br />
Erscheint Mitte <strong>No</strong>vember 2023
© Lukas Beck<br />
Schwesternbuch<br />
Erika Pluhar widmet ihr neues<br />
Buch ihrer Schwester und spricht<br />
mit Ina Cassik darüber.<br />
Stöger–<br />
Leporello die<br />
Buchhandlung<br />
Wien<br />
Greift nicht jeder<br />
schreibende Mensch<br />
auf die Kompetenz<br />
seiner Erfahrungen<br />
zurück?<br />
Ina Cassik: Zu Beginn Ihres neuen<br />
Romans Gitti schreiben Sie, dass Ihre<br />
Schwester gerade dabei ist, „in das<br />
Vergessen ihres Lebens zu gleiten“.<br />
War das der Anlass für Sie, ein Buch<br />
über sie zu schreiben?<br />
Erika Pluhar: Ja. Da meine um 5 Jahre<br />
ältere Schwester Brigitte, die ich immer<br />
Gitti nannte, sich völlig in der Alzheimer-<br />
Krankheit verliert, wurde es mir ein<br />
Anliegen, ihr entschwindendes Leben ein<br />
wenig festzuhalten. Vor allem auch in Erinnerung<br />
unserer gemeinsamen Kindheit<br />
und Jugend. Mein Verlag bewog mich dann<br />
zu diesem sehr persönlichen Buch – das ich<br />
auch völlig meiner geliebten Gitti widme.<br />
Es geht in dem Buch um die Kindheit<br />
Ihrer älteren Schwester während der<br />
Kriegs- und Nachkriegszeit. Wie<br />
genau können Sie sich an diese Zeit<br />
erinnern? Hat der Schreibprozess<br />
bei Ihnen auch bereits Vergessenes<br />
zutage gefördert?<br />
Da ich 1939 geboren bin, habe ich als<br />
Kind die Bombardierung Wiens traumatisierend<br />
miterlebt und diese Erinnerungen<br />
haben teilweise auch mein Leben bestimmt.<br />
Jetzt dies mit den Augen der älteren<br />
Schwester zu … ja, neu zu erleben, war<br />
ein zum Teil schmerzlicher Prozess. Auch<br />
im Hinblick auf das derzeitige Kriegsgeschehen<br />
in nächster Nähe.<br />
Typisch für ihre Generation und<br />
ihre Rolle als Älteste musste Ihre<br />
Schwester früh Verantwortung<br />
übernehmen und schnell erwachsen<br />
werden. Wissen Sie, wie sie selbst<br />
diese Rolle empfunden hat?<br />
Sie war ein Leben lang meine große<br />
Schwester, die mir brieflich und in unseren<br />
Gesprächen stets liebevoll nahe war. Sie<br />
selbst – als Mädchen, als Frau – nahm sich<br />
bei aller menschlichen Bestimmtheit und<br />
Gradlinigkeit stets zurück und machte nie<br />
mehr Aufhebens um sich als nötig. Trotzdem<br />
erfuhr sie auch ein reiches und erfülltes<br />
Dasein.<br />
Das Buch enthält einige eindrückliche<br />
Schilderungen traumatisierender<br />
Kriegserlebnisse – Bombardierung,<br />
ständige Wohnungswechsel, die<br />
Heimreise in einem Viehwaggon<br />
nach Kriegsende. Wurde in Ihrer<br />
Familie später über diese schweren<br />
Jahre gesprochen? Konnten Sie diese<br />
Ereignisse gemeinsam aufarbeiten?<br />
Ich denke, die treibende Kraft dieser Aufarbeitung<br />
war wohl ich – auch im Gespräch<br />
mit meiner Mutter (in Im Schatten der Zeit<br />
beschrieb ich das Leben meiner Eltern).<br />
Für mich ist der Beginn meiner Bewusstwerdung<br />
zu sehr mit all diesen Ereignissen<br />
verbunden.<br />
Sie erwähnen im Buch den intensiven<br />
Briefwechsel mit Ihrer Schwester.<br />
Existieren diese Briefe noch?<br />
Die Briefe an meine Schwester in New<br />
York waren mit Sicherheit Vorläufer meines<br />
sich intensivierenden Tagebuchschreibens,<br />
das ich heute noch pflege, jedoch nicht,<br />
um weiter zu veröffentlichen. Meine erste<br />
Veröffentlichung hieß Aus Tagebüchern<br />
(Rowohlt, Neue Frau). Im vergriffenen<br />
Buch Der Fisch lernt fliegen sind einige dieser<br />
Briefe an Gitti abgedruckt. Jetzt würde<br />
ich sie nicht mehr hervorholen wollen.<br />
man stets viel zu sehr dort Autobiografie<br />
vermutet, wo ich nur der Fiktion folgte.<br />
Greift nicht jeder schreibende Mensch auf<br />
die Kompetenz seiner Erfahrungen zurück?<br />
Natürlich schrieb ich über mein Leben.<br />
Aber die Fiktion ist es, die mir das Schreiben<br />
lebensnotwendig macht.<br />
Konnte Ihre Schwester den<br />
Entstehungsprozess des Buches noch<br />
mitverfolgen?<br />
Leider nein. Trotzdem gestalte ich im<br />
SeneCura-Heim, in dem sie lebt, eine<br />
Lesung aus dem Buch – sie, Gitti, an ihrem<br />
90. Geburtstag und vor mir sitzend. Sie<br />
wird lächeln.<br />
Eine wunderschöne Vorstellung. Vielen<br />
Dank für das Gespräch.<br />
Erika Pluhar wurde 1939 in Wien geboren. Als ehemalige<br />
Burgschauspielerin und durch viele Film- und<br />
Fernsehrollen ist sie im gesamten deutschen Sprachraum<br />
bekannt. Schon früh ist sie auch musikalisch<br />
und literarisch tätig, verfasst und interpretiert<br />
Liedtexte und ist mit ihren Romanen als Schriftstellerin<br />
erfolgreich. In ihrer Arbeit bezieht sie auch<br />
politisch Stellung. Bis heute begeistert die vielseitige<br />
Künstlerin mit ihren Konzerten und Lesungen ihr<br />
Publikum.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
13<br />
Sie verfassen seit Jahren mit großem<br />
Erfolg autobiografische Bücher:<br />
Worin liegt für Sie der Reiz des<br />
literarischen Schreibens entlang<br />
des eigenen Lebens und in der<br />
Anreicherung des Faktischen mit dem<br />
Fiktiven?<br />
In meinem Fall – weil ich davor als Schauspielerin<br />
öffentlich bekannt war – hat<br />
Buchtipp:<br />
Erika Pluhar:<br />
Gitti<br />
Residenz Verlag, 224 S., € 25,80
© Manuel Gutjahr<br />
Vor der Lesung ist<br />
nach der Lesung<br />
Schon im September beginnt die Herbstsaison …<br />
Sobald die ersten Bücher des Herbstprogramms<br />
erscheinen, finden in unseren<br />
Buchhandlungen auch schon die ersten<br />
Buchpräsentationen statt. Manche Lesungen<br />
wünschen wir uns. Bei manchen Buchpräsentationen<br />
wünscht sich der Verlag<br />
eine Veranstaltung in unseren gastlichen<br />
Räumlichkeiten. Denn gute und verlässliche<br />
Partner*innen für Lesungen und Buchpräsentationen<br />
zu finden, wird auch für<br />
Autor*innen und Verlage immer schwieriger!<br />
In den meisten Fällen ist unser Wunsch<br />
auch der des Verlages und vor allem des<br />
oder der Autor*in. Denn diese schreiben<br />
die Texte, an denen Verlage, Vertrieb und<br />
Buchhandel dann im besten Falle verdienen.<br />
Demnach liegen uns Autor*innen<br />
besonders am Herzen<br />
Die Buchmessen in<br />
Frankfurt und Leipzig<br />
Unser Magazin kommt zweimal im Jahr<br />
heraus. Wir orientieren uns dabei an den<br />
zwei großen Buchmessen in Leipzig (April)<br />
und in Frankfurt (Oktober): die zwei größten<br />
Buchmessen der Welt. Auch die Verlage<br />
richten ihr Programm meistens danach aus,<br />
deshalb gibt es ein Frühjahrsprogramm und<br />
ein Herbstprogramm. Manche Verlage (und<br />
die werden mehr) halten sich nicht mehr so<br />
streng an diese saisonalen Erscheinungstermine,<br />
machen ein Winterprogramm oder<br />
bringen die ersten Bücher schon im Jänner<br />
heraus. Dennoch, diese Teilung in Frühjahr<br />
und Herbst bedingt viel im Buchhandel.<br />
80 Lesungen im Jahr<br />
Unsere Lesungen halten sich auch nicht<br />
ganz genau an diese Zeiten, deshalb gab es<br />
schon die tollsten Veranstaltungen, bevor<br />
dieses Magazin zur Buchmesse erscheint.<br />
Einen kleinen Auszug davon können Sie<br />
auf dieser Seite sehen, ausverkaufte Lesungen<br />
von Erika Pluhar, Ilija Trojanow oder<br />
Markus Heitz ebenso wie besondere Abende<br />
mit Lisz Hirn oder José F. A. Oliver. Mit<br />
ca. 80 Veranstaltungen im Jahr bewältigen<br />
unsere Buchhandlungen durchaus das<br />
Programm eines eigenen Literaturhauses:<br />
niederschwellig, sympathisch und engagiert!<br />
Ihr Robert Renk<br />
Einladung zur Buchpräsentation<br />
„Tausend und ein Morgen“ von<br />
Ilija Trojanow<br />
Moderation: Alois Hotschnig<br />
© Thomas Dorn<br />
Einladung zur Lesung<br />
Erika Pluhar<br />
Gitti<br />
Freitag,<br />
29. September 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Einladung zur Buchpräsentation<br />
Clemens<br />
Pig<br />
„Democracy Dies in Darkness“<br />
Fake News, Big Tech, AI:<br />
Hat die Wa(h)re Nachricht eine Zukunft?<br />
Montag,<br />
2. Oktober 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Universitätsbuchhandlung<br />
Moderation:<br />
Gerlinde Tamerl<br />
Eintritt: frei<br />
Um Anmeldung wird gebeten:<br />
veranstaltungen@wagnersche.at<br />
Lisz<br />
Hirn<br />
im Gespräch zum Thema<br />
Kunst oder Leben?<br />
Ästhetisches Lernen in Zeiten<br />
globaler Krisen<br />
Mittwoch,<br />
27. September 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Universitätsbuchhandlung<br />
Einladung zur Buchpräsentation<br />
Markus Heitz<br />
Die schwarze Königin<br />
Eintritt: € 9,00 / 7,00 (mit Wagner’sche- oder Ö1-Card)<br />
www.oeticket.com<br />
Einladung zur Buchpräsentation<br />
José F. A. Oliver<br />
In jeden Fluss mündet ein Meer<br />
Moderation: Martin Sailer<br />
Eintritt: € 9,00 / 7,00 (mit Wagner’sche- oder Ö1-Card)<br />
© Christina Häusler<br />
www.oeticket.com<br />
Bezirksmuseum Döbling<br />
in der Villa Wertheimstein,<br />
Döblinger Hauptstraße 96, 1190 Wien<br />
Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.<br />
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!<br />
© APA/Ehm<br />
Moderation:<br />
Gerlinde Tamerl<br />
© Inge Prader<br />
Eintritt: frei<br />
Um Anmeldung wird gebeten:<br />
veranstaltungen@wagnersche.at<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
15<br />
© privat
Alle Veranstaltungen<br />
im Überblick<br />
Oktober bis Dezember 2023<br />
Informatives<br />
und Lustiges von<br />
Thomas Brezina<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Oktober<br />
Mi 11.10.23<br />
Fr 13.10.23<br />
Sa 21.10.23<br />
Markus Heitz<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />
Charlotte Link<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />
Lesung für Kinder:<br />
Edith Schreiber-Wicke<br />
& Carola Holland<br />
<strong>16</strong>:00 Uhr, Stöger<br />
Eintritt frei<br />
<strong>No</strong>vember<br />
Di 07.11.23<br />
Mi 08.11.23<br />
Di 14.11.23<br />
Sa 18.11.23<br />
Do 23.11.23<br />
Do 23.11.23<br />
Sa 25.11.23<br />
Di 28.11.23<br />
Thomas Brezina<br />
19:00 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />
Heinz Bachmann<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt frei<br />
Klaus Merz<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />
Matthias Gruber<br />
19:00 Uhr, Stierle<br />
Eintritt: freiwillige<br />
Spenden<br />
Lukas Pellmann und<br />
Christian Schleifer<br />
18:30 Uhr, Stöger<br />
Eintritt: € 5,00<br />
Sabine Gruber<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />
Eva Reisinger<br />
18:30 Uhr, Stierle<br />
Eintritt: freiwillige<br />
Spenden<br />
Doris Knecht<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: € 9,00 / € 7,00<br />
Dezember<br />
Mo 11.12.23<br />
Di 12.12.23<br />
Literarisches Haus-<br />
Quartett – Aufzeichnung<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt frei<br />
Antonio Fian<br />
& Mieze Medusa<br />
19:30 Uhr, Wagner’sche<br />
Eintritt: freiwillige<br />
Spenden<br />
Publikumsliebling Thomas Brezina<br />
kommt nach Innsbruck und wir sind gespannt<br />
auf einen erlebnisreichen Abend<br />
in der Wagner’schen Buchhandlung.<br />
Wir freuen uns, Thomas Brezina am 7. <strong>No</strong>vember<br />
gleich mit zwei Neuerscheinungen<br />
in der Wagner’schen Buchhandlung begrüßen<br />
zu dürfen. Insgesamt schrieb Thomas<br />
Brezina mehr als 550 Bücher. Mehr als<br />
45 Millionen verkaufte Exemplare machen<br />
ihn zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen<br />
Kinder- und Jugendbuchautoren.<br />
Seit 2017 schreibt er außerdem<br />
Romane und Sachbücher für Erwachsene,<br />
die alle auf den Bestsellerlisten landeten.<br />
Nach den beiden opulenten Bucherfolgen<br />
Die Bibel in Reimen und Eine<br />
Geschichte der Erde in Reimen legt Thomas<br />
Brezina mit Die Geschichte Österreichs in<br />
Reimen einen neuen Infotainment-Band<br />
für die ganze Familie vor. Was ist auf dem<br />
Boden, auf dem wir leben, schon alles geschehen?<br />
Ein fesselnder Streifzug durch die<br />
Jahrhunderte, der auch Erwachsenen viel<br />
Wissenswertes über ihr Heimatland liefert<br />
und die Augen für interessante Zusammenhänge<br />
öffnet.<br />
Krimifans dürfen sich außerdem über<br />
einen neuen Band seiner erfolgreichen<br />
Krimireihe Kaiserin Elisabeth freuen. In<br />
Sisis Nacht inkognito beschließt die Kaiserin,<br />
sich bei einer Ballveranstaltung unters<br />
Volk zu mischen. Damit sie unerkannt<br />
bleibt, wird sie von ihrer Frisöse Fanny mit<br />
Perücke und Maske versehen. Die Nacht,<br />
die sie „inkognito“ verbringt, endet mit<br />
einer folgenschweren Panne: Sisi verliert<br />
ihren Fächer. Später wird er bei einem<br />
Mordopfer gefunden.<br />
Thomas Brezina gelingt es auch im<br />
dritten Teil seiner Sisi-Serie, die Monarchie<br />
mit vielen Details auferstehen zu lassen und<br />
mit einem fesselnden Krimi voller überraschender<br />
Wendungen in die gar nicht so<br />
heile Welt von damals zu entführen.<br />
Buchtipp:<br />
Thomas Brezina:<br />
Die Geschichte Österreichs<br />
in Reimen<br />
edition a, 240 S., € 26,00<br />
Buchtipp:<br />
Thomas Brezina:<br />
Sisis Nacht inkognito<br />
Kaiserin Elisabeths dritter Fall<br />
edition a, 368 S., € 20,00<br />
Do 30.11.23<br />
Do 30.11.23<br />
Wagner’sche, Wagner’sche Altstadt Bücher Stierle Stierle Kelten-Buchhandlung,<br />
Leporello die Buchhandlung, Stöger – Leporello die Buchhandlung<br />
<strong>No</strong>rbert Philipp<br />
19:00 Uhr, Stöger<br />
Eintritt frei<br />
Peter Walder-Gottsbacher<br />
18:30 Uhr, Kelten<br />
Eintritt frei<br />
<strong>16</strong><br />
Wagner’sche.<br />
Lesung:<br />
Sisis Nacht inkognito und<br />
Die Geschichte Österreichs<br />
in Reimen<br />
Lesung mit Thomas Brezina<br />
Di., 7. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
19:00 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />
Wagner- oder Ö1-Card<br />
www.oeticket.com<br />
Anmeldung unter: veranstaltungen@wagnersche.at
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Charlotte Link<br />
Vom 7.–13. Oktober feiert Tirol wieder Krimifest<br />
und das Finale findet in der Wagner’schen statt.<br />
Ein Interview mit Linda Müller.<br />
© Ramon Haindl<br />
Tiere lindern<br />
Einsamkeitsgefühle<br />
auf<br />
großartige<br />
Weise …<br />
18 19<br />
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Sie bringen Ihr Werk Einsame<br />
Nacht mit nach Innsbruck. Der Titel<br />
bringt zum Ausdruck, was viele Ihrer<br />
Bücher eint: Den zentralen Figuren<br />
des Buches folgt ihre Einsamkeit<br />
wie ein dunkler Schatten. Inwiefern<br />
ist Einsamkeit etwas, das uns noch<br />
mehr Angst machen kann als jeder<br />
spannende Krimiplot?<br />
Zum einen ist Einsamkeit ein Zustand, den<br />
fast jeder Mensch schon einmal erlebt hat<br />
– zumindest phasenweise. Sehr viel weniger<br />
Menschen sind glücklicherweise jemals<br />
Opfer eines Verbrechens geworden oder<br />
waren sonst auf irgendeine Art in kriminelle<br />
Ereignisse verstrickt. Wir wissen also<br />
alle, wie sich Einsamkeit anfühlt, sie hat<br />
sich in unser Gedächtnis eingegraben, wir<br />
können das Gefühl von Leere und Traurigkeit<br />
sofort abrufen. Zum anderen spielt<br />
jedoch auch unsere genetische Disposition<br />
eine Rolle: Für den Urmenschen stellte<br />
Einsamkeit eine todbringende Gefahr dar.<br />
Die Zugehörigkeit und Nähe zur „Herde“,<br />
zum Stamm, waren überlebenswichtig. Den<br />
inneren Alarm, den Einsamkeit auslöst,<br />
hören wir daher auch heute noch, obwohl<br />
sich die Zeiten geändert haben.<br />
Mehrere Figuren, darunter auch<br />
Ermittlerin Kate Linville, versuchen,<br />
dem Alleinsein zu entkommen –<br />
unter anderem durch einen Single-<br />
Kochkurs. Fällt es Kate schwer,<br />
sich anderen Menschen emotional<br />
anzunähern?<br />
Kate ist eine fantastische Ermittlerin, ausgestattet<br />
mit einer sehr feinen Intuition und<br />
ausgesprochen empfänglichen Antennen<br />
für zwischenmenschliche Schwingungen<br />
und Strömungen. Privat gelingt es ihr nicht,<br />
sich anderen Menschen zu öffnen. Sie<br />
fürchtet Zurückweisung und Enttäuschung<br />
und schützt sich davor, indem sie niemanden<br />
allzu nahe an sich heranlässt. Das<br />
macht sie natürlich einsam – und sie ist sich<br />
durchaus bewusst, dass der Fehler bei ihr,<br />
in ihren tiefverwurzelten Ängsten, liegt.<br />
Theoretisch weiß sie genau, was sie ändern<br />
müsste. Aber das wissen ja die meisten von<br />
uns, wenn es um die eigenen Schwächen<br />
geht, und dennoch ist es unendlich schwer,<br />
das eigene Grundmuster zu durchbrechen.<br />
In Ihrem eigenen Leben sind nicht<br />
nur menschliche, sondern auch<br />
tierische Gefährt*innen wichtig. Kate<br />
Linville hat eine Katze – spielen Tiere<br />
auch literarisch eine Rolle für Sie?<br />
Das erste Buch, das ich selbstständig gelesen<br />
habe, als ich sechs Jahre alt war, hieß<br />
Der Kater Mikesch. Ich habe immer Bücher<br />
mit tierischen Protagonisten verschlungen,<br />
weil ich Tiere von klein auf geliebt habe.<br />
Heute lese ich Bücher, die sich mit Tierschutzthemen<br />
beschäftigen, was allerdings<br />
eher schlaflose Nächte verursacht. Kate<br />
Linville habe ich eine Katze zur Seite<br />
gestellt, damit sie jemanden hat, der sich<br />
freut, wenn sie nach Hause kommt. Tiere<br />
lindern Einsamkeitsgefühle auf großartige<br />
Weise, das habe ich selbst in Phasen des<br />
Alleinlebens immer wieder festgestellt.<br />
In Einsame Nacht wird eine junge<br />
Frau tot in den <strong>No</strong>rth York Moors<br />
gefunden – einer betörend schönen,<br />
aber zugleich auch wenig belebten<br />
Gegend. Beeinflusst die Landschaft<br />
Ihr Schreiben, greifen Kulisse und<br />
Handlung ineinander?<br />
Die Landschaft, in die ich meine Figuren<br />
stelle, beeinflusst vor allem diese selbst. Ich<br />
war oft in Yorkshire und die Gegend kann,<br />
bei aller Schönheit, auch ziemlich schwermütig<br />
machen. Sie ist einsam und karg, und<br />
wenn dann noch das Wetter schlecht ist …<br />
Man kann das nicht pauschalisieren, aber<br />
eine solche Umgebung schafft tendenziell<br />
andere Menschen als beispielsweise die<br />
sonnendurchflutete südfranzösische Provence<br />
mit ihrem meist blauen Himmel.<br />
Der Gedanke, wie weit die Landschaft<br />
Menschen prägt, fließt in die Schilderung<br />
meiner Charaktere und ihrer Gefühle<br />
ständig mit ein.<br />
Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die<br />
erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart.<br />
Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller.<br />
Allein in Deutschland wurden bislang über 33<br />
Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft;<br />
ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt.<br />
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe<br />
von Frankfurt/Main.<br />
Buchtipp:<br />
Charlotte Link:<br />
Einsame Nacht<br />
blanvalet Verlag, 592 S., € 13,40<br />
Lesung:<br />
Einsame Nacht<br />
Moderation: Linda Müller<br />
Fr., 13. Oktober 2023, 19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />
Wagner- oder Ö1-Card<br />
www.oeticket.com
© David Zehnder<br />
Ein starkes<br />
Lebenszeichen<br />
Vier Jahre nach dem Band firma legt Klaus Merz neuerlich<br />
Gedichte und Prosaminiaturen vor: <strong>No</strong>ch Licht im Haus ist<br />
nicht nur ein starkes Lebenszeichen des großen Schweizer<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Schriftstellers, sondern auch der Beweis dafür, dass es Dichter<br />
gibt, die scheinbar nicht altern. Von Markus Bundi.<br />
Unser Fall<br />
ist der Zerfall.<br />
20 21<br />
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Wulf Segebrecht bezeichnete Klaus Merz<br />
vor einigen Jahren schon als „traditionsgebundenen<br />
Neuerer“, in der Frankfurter<br />
Anthologie erkennt Uwe Kolbe in Merz’<br />
Gedicht Buchzeichen nicht weniger als<br />
„einen ganzen Menschen.“ Und was sagt<br />
der Dichter selbst? „Das Echo aus anderen<br />
’Schneckenhäusern’ hält mich in Atem.<br />
Und es erweitert die eigenen Hallräume.“<br />
Der Mensch, der zum sorgfältig gebundenen<br />
Buch gerät? Das Ideal von einst<br />
dürfte inzwischen unter lauter Durchlaufpersönlichkeiten<br />
zur Utopie geworden<br />
sein. Das Motto des neuen Bandes stellt<br />
sich gleichwohl jeder Mode und Aktualität<br />
entgegen: „Unsere Aufgabe bleibt / die Aufgabe.<br />
Ich / arbeite daran.“ Allzu prosaisch<br />
übersetzt: Was zu tun bleibt, ist, das Tun<br />
einzustellen. Nein, in der Verknappung<br />
kann so leicht niemand Merz das Wasser<br />
reichen. Man versteht ihn am besten durch<br />
ihn selbst, wenn er andernorts schreibt:<br />
„Unser Fall ist der Zerfall.“<br />
In einem der raren Texte, worin Merz<br />
Auskunft über seine Aufgabe gibt, lesen<br />
wir: „Sind aber der Leser, die Leserinnen<br />
einmal unterwegs und verhext, nehmen Text<br />
und Autor sich augenblicklich zurück. Falls<br />
sie nämlich nicht aufhören können, sich um<br />
ihre Kundschaft, ihre Kundschafterinnen<br />
zu kümmern, und zu notorischen Stewards<br />
des Absurden, freundlichen Hostessen<br />
des Phantastischen, zu reiseleitenden<br />
Bilder- und Bildungsathleten verkommen,<br />
büssen Abheben und Einbrechen, die Verzauberung<br />
ihre je eigenen Magnetfelder<br />
ein.“ Als Vorgabe für den neuen Band <strong>No</strong>ch<br />
Licht im Haus dienten dem Schriftsteller<br />
unter anderem ausführliche Sozioprotokolle<br />
von Studierenden; daraus entstanden ist<br />
die Abteilung Aus Hannover, eine kleine<br />
Sammlung von Porträts. Eine dieser Kurzgeschichten:<br />
„Eine Bühne, eine Steckdose, mehr braucht<br />
es nicht. Heute spiele ich in einem Irish Pub,<br />
die haben meist nicht so viel Kohle. – Nach<br />
meinem Auftritt steige ich dann in den Keller<br />
hinab, wo mein Gastgeber für mich ein Bett<br />
bereitgestellt hat. – Am Morgen geht’s wieder<br />
zurück, 300 Kilometer, nach Hannover-<br />
Linden.“<br />
Die Vorstellung eines Musikers, hinter<br />
der sich Autor und Text sogleich zurücknehmen:<br />
Denn einmal in den Text eingetaucht,<br />
wird das Beschriebene zur Vorstellung<br />
des Lesers. Dass der Schriftsteller<br />
trotz aller Zurücknahme nicht austauschbar<br />
wird, liegt fraglos an Merz’ Meisterschaft.<br />
Oder in den Worten des Germanisten Peter<br />
von Matt: „Immer ist bei ihm diese Luft da,<br />
Merzluft.“<br />
Spricht Merz von seiner Lyrik, geht es<br />
um „Gedichte mit sanften Widerhaken“,<br />
um ein „Konzept kleiner Verschiebungen.“<br />
Ein Blättern im ersten Band der Werkausgabe<br />
(Die Lamellen stehen offen) genügt, um<br />
zu sehen, dass der Meister der poetischen<br />
Lakonie seit nunmehr sechs Jahrzehnten<br />
an diesem Konzept festhält. Das Titelgedicht<br />
des neuen Bandes eröffnet den Blick<br />
auf einen hageren Mann, der vor seinen<br />
Bücherregalen steht: „Als stünde er vor<br />
einer Urnenwand: // Sprich, Erinnerung,<br />
sprich!“ Und vielleicht tat sie das schon vor<br />
sechzig Jahren, das Gedicht trägt den Titel<br />
Museum und endet mit dem Dreizeiler:<br />
„Tief in den Särgen / erkennen wir schon /<br />
das eigene Mumienhaupt.“<br />
<strong>No</strong>ch Licht im Haus ist für Leserinnen<br />
und Leser eben auch das Echo aus Merz’<br />
jüngsten Versen, denn es erweitert fraglos<br />
– gnadenlos? – die je eigenen Hallräume.<br />
Klaus Merz (*1945) lebt als freier Schriftsteller in<br />
Unterkulm/Schweiz. Mit 22 Jahren debütierte er mit<br />
einem ersten Gedicht-Heft (Tschudy-Bogen) unter<br />
dem Titel Mit gesammelter Blindheit. Seither sind<br />
über dreißig Titel hinzugekommen: Gedichtbände,<br />
Kurzprosa und Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke,<br />
<strong>No</strong>vellen und Romane, Bildbetrachtungen<br />
und essayistische Arbeiten. 1997 schaffte Merz mit<br />
Jakob schläft. Eigentlich ein Roman den internationalen<br />
Durchbruch. Die <strong>No</strong>velle Der Argentinier<br />
stand 2009 mehrere Wochen an der Spitze der<br />
Schweizer Bestsellerlisten. Seine Werke wurden<br />
vielfach übersetzt und ausgezeichnet, u. a. mit dem<br />
Hermann-Hesse-, Gottfried-Keller-, Friedrich-<br />
Hölderlin- und Christine-Lavant-Preis. Zuletzt<br />
erschien von ihm der Band firma (Haymon, 2019).<br />
Buchtipp:<br />
Klaus Merz:<br />
<strong>No</strong>ch Licht im Haus<br />
Haymon Verlag, 112 S., € 22,90<br />
Buchpräsentation:<br />
<strong>No</strong>ch Licht im Haus<br />
Mit Klaus Merz<br />
Di., 14. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />
Wagner- oder Ö1-Card
Bücher<br />
Stierle<br />
Salzburg<br />
Mit allen Wassern<br />
Die tragisch-komische Geschichte über die Außenseiterin<br />
Arielle verspricht hochkarätigen Literaturgenuss.<br />
Matthias Gruber im Gespräch mit Birgit Birnbacher.<br />
© Miriam Kreiseder<br />
Literatur ist ein<br />
robustes Kraut<br />
und sie keimt<br />
an den unmöglichsten<br />
Orten.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Birnbacher: Nachdem du im Jahr<br />
2020 den Literaturwettbewerb FM4<br />
Wortlaut für dich entschieden hast,<br />
waren viele schon gespannt, was als<br />
Nächstes kommen würde. Jetzt ist<br />
mit Die Einsamkeit der Ersten ihrer<br />
Art dein erster Roman erschienen.<br />
Was ist denn zwischen Wortlaut und<br />
Bucherscheinung alles so passiert?<br />
Gruber: Der FM4 Wortlaut war für mich<br />
tatsächlich ein wichtiger Wendepunkt.<br />
Davor habe ich viele Jahre praktisch nur für<br />
die Schublade geschrieben. Dass ein Text<br />
von mir neben den Werken all dieser großartigen<br />
jungen Autor:innen bestehen kann,<br />
hat das Vertrauen in meine Arbeit sehr<br />
gestärkt. Ungefähr um diese Zeit sind dann<br />
auch die ersten Skizzen für den Roman<br />
entstanden.<br />
Mit Arielle hast du eine Hauptfigur<br />
entworfen, die man nicht mehr<br />
vergessen kann. Wie ist diese<br />
besondere Figur entstanden?<br />
Da sind im richtigen Zeitpunkt zwei Gedanken<br />
aufeinandergetroffen. Ich hatte<br />
anfangs die Idee, von Menschen zu erzählen,<br />
deren Welt in Scherben liegt. Dabei<br />
gab es ein Bild, das mich einfach nicht<br />
losgelassen hat: Ein Mann und ein Kind<br />
streifen über eine Müllhalde und suchen<br />
im Weggeworfenen nach alten Festplatten,<br />
suchen in den Trümmern nach einem Stück<br />
Hoffnung. Zur selben Zeit habe ich ein<br />
kleines Mädchen getroffen, das unter einem<br />
mir damals unbekannten Gendefekt leidet.<br />
Menschen mit ektodermaler Dysplasie<br />
haben kaum Haare und wenige oder sehr<br />
kleine Zähne. Außerdem können viele von<br />
ihnen nicht schwitzen. Und das in einer<br />
Welt, die jeden Tag heißer wird und die<br />
geradezu besessen ist vom Aussehen, von<br />
der Oberfläche. Da hatte ich also meine<br />
Protagonistin und auch eine Frage: Wie<br />
fremd kann ein Mensch sich fühlen?<br />
23<br />
Für einen guten Roman ist nicht<br />
nur die Feinarbeit wichtig,<br />
sondern auch das große Ganze.<br />
Du beherrschst beides – warum<br />
eigentlich? Wo lernt man das, auf der<br />
Schreibschule warst du ja nie?<br />
Ich denke, Schreibschulen sind eine<br />
wunderbare Sache. Man hat dort die<br />
Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum<br />
an der eigenen künstlerischen Entwicklung<br />
zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen.<br />
Zumindest stelle ich mir das so vor. Umgekehrt<br />
glaube ich nicht, dass man an einer<br />
Akademie gewesen sein muss, um gute Bücher<br />
zu schreiben. Literatur ist ein robustes<br />
Kraut und sie keimt an den unmöglichsten<br />
Orten.<br />
Du lebst in Salzburg, wo du gemeinsam<br />
mit deiner Frau Eva einen<br />
bekannten Blog betreibst. Ursprünglich<br />
kommst du aus der Werbebranche,<br />
hast aber auch ganz andere<br />
berufliche Erfahrungen gemacht.<br />
Was davon hat dich denn im Bezug<br />
aufs Schreiben am meisten geprägt?<br />
Das mit der Werbebranche war wirklich<br />
ein Unfall. Ich brauchte nach dem Studium<br />
eine Arbeit und hatte nicht genug Selbstvertrauen,<br />
etwas anderes zu machen. Also bin<br />
ich in die Tourismuswerbung gegangen.<br />
Damals war ich sehr unglücklich, heute<br />
sehe ich es positiv: Die seltsame Welt der<br />
Influencer, um die es in dem Roman auch<br />
geht, hätte ich ohne diese Jahre im Marketing<br />
nicht beschreiben können. Davor habe<br />
ich allerdings eine Vielzahl an Dingen gemacht,<br />
die mein heutiges Schreiben stärker<br />
beeinflusst haben: Ich habe in einer <strong>No</strong>tschlafstelle<br />
gearbeitet und lebensgeschichtliche<br />
Interviews geführt. Ich habe Mietautos<br />
geputzt, am Telefon Ramsch verkauft<br />
und Parkplätze bewacht.<br />
Bitte gib uns noch einen inhaltlichen<br />
Überblick von Die Einsamkeit der<br />
Ersten ihrer Art.<br />
Also ich denke, es geht in dem Buch um<br />
Menschen, die alle auf ihre Weise große<br />
Sehnsucht nach einem anderen Leben<br />
haben. Und es geht um Formen der Ausgrenzung,<br />
die genau das verhindern. Mein<br />
Gott, das klingt ja alles furchtbar trostlos.<br />
Dabei ist der Roman die meiste Zeit ziemlich<br />
lustig, versprochen. Ich glaube, das<br />
steht auch so im Klappentext.<br />
Für dich ist der Anfang gemacht:<br />
Die Leser:innen lieben das Buch und<br />
für Lesungen bist du gut gebucht.<br />
Wie geht es jetzt weiter?<br />
Es stehen tatsächlich einige Lesungen an<br />
und ich freue mich sehr darauf, mit dem<br />
Buch unterwegs zu sein. Zugleich versuche<br />
ich, mich langsam von dem Roman<br />
zu verabschieden. Die Figuren und ihre<br />
Welt sind mir sehr ans Herz gewachsen. Sie<br />
jetzt gehen zu lassen, wird etwas dauern.<br />
So arbeite ich eben immer öfter an neuen<br />
Ideen, das meiste davon ist üblicherweise<br />
Mist, und schaue mal, wohin mich das<br />
trägt. Aus irgendeinem Grund habe ich das<br />
Gefühl, mir mein Schreiben hart erkämpft<br />
zu haben. Und deshalb gebe ich das jetzt<br />
auch nicht mehr her.<br />
Matthias Gruber wurde 1984 in Wien geboren<br />
und ist in Salzburg aufgewachsen, wo er heute mit<br />
seiner Familie lebt. 2020 gewann er den Kurzgeschichtenwettbewerb<br />
FM4 Wortlaut. Die Einsamkeit<br />
der Ersten ihrer Art ist sein Romandebüt.<br />
Buchtipp:<br />
Matthias Gruber:<br />
Die Einsamkeit der Ersten<br />
ihrer Art<br />
Jung und Jung, 304 S., € 24,80<br />
Lesung:<br />
Die Einsamkeit der Ersten<br />
ihrer Art<br />
Mit Matthias Gruber<br />
Moderation: Carmen Schwarz<br />
Sa.,18. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
19:00 Uhr<br />
Buchhandlung Stierle<br />
Kaigasse 1, Salzburg<br />
Eintritt: freiwillige Spenden
Buchtipp:<br />
Stöger–<br />
Leporello die<br />
Buchhandlung<br />
Wien<br />
Von Perchtoldsdorf<br />
ans Meer der Wiener<br />
Gleich zwei Krimis an einem Abend werden bei<br />
Stöger – Leporello im 19. Bezirk präsentiert.<br />
© Christian Hlinak © Sebastian Räuchle<br />
Christian Schleifer:<br />
Perchtoldsdorfer Punsch<br />
Emons Verlag, 320 S., € 15,2<br />
Buchtipp:<br />
Lukas Pellmann:<br />
Rache am Neusiedler See<br />
Emons Verlag, 304 S., € 15,20<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Ina Cassik: Sie beide verfassen sehr<br />
erfolgreiche Regionalkrimis – ein<br />
Genre, das sich in den letzten Jahren<br />
großer Beliebtheit erfreut. Woran lag<br />
für Sie beide der Reiz, Ihre aktuellen<br />
Krimireihen regional zu verorten?<br />
Engt der definierte Schauplatz eher<br />
ein oder bietet er Ihnen durch das<br />
Lokalkolorit größere Möglichkeiten?<br />
Christian Schleifer: Bei mir hat es sich so<br />
ergeben, weil ich mit einem Ort beginnen<br />
wollte, den ich in- und auswendig kenne<br />
und wo es noch keine „Konkurrenz“ gab.<br />
Insgesamt ist Regionalität Fluch und Segen<br />
zugleich, weshalb ich ab dem Frühjahr<br />
parallel eine zweite Krimiserie starte, die<br />
international verortet ist.<br />
Lukas Pellmann: Für mich ist ein Regionalkrimi<br />
nie einfach nur ein Krimi mit ein<br />
bisserl Lokalkolorit. Die regionale Bühne<br />
bietet vielmehr die Möglichkeit, die gesellschaftlichen<br />
Themen unserer Zeit sehr<br />
authentisch und greifbar, quasi direkt vor<br />
unserer Haustür, zu verhandeln.<br />
In Perchtoldsdorf bzw. am Neusiedler<br />
See sind Ihre Bücher naturgemäß<br />
Bestseller. Wie einfach – oder wie<br />
schwierig – ist es, mit Regionalkrimis<br />
am gesamten deutschsprachigen<br />
Markt zu reüssieren?<br />
Christian Schleifer: Schwierig, zu Beginn<br />
fast unmöglich. Da war es schon schwierig,<br />
Buchhändler außerhalb des Einzugsraums<br />
„Speckgürtel“ zu überzeugen. Am Ende<br />
setzt sich Qualität bis zu einem gewissen<br />
Grad Gott sei Dank aber durch.<br />
Lukas Pellmann: Da bin ich ganz bei<br />
Christian, es gibt viele Vorurteile gegenüber<br />
Regionalkrimis. Erst neulich habe ich von<br />
einer Wiener Buchhändlerin zu hören bekommen,<br />
dass mein Neusiedler-See-Krimi<br />
ja wohl nur für Neusiedl und Umgebung<br />
interessant sei. Die geografische Verteilung<br />
der Verkaufszahlen spricht da zum Glück<br />
eine andere Sprache.<br />
25<br />
Interessanterweise haben Sie sich<br />
beide für Ex-Polizeibeamte als<br />
Ermittler entschieden. Können<br />
Polizist*innen außer Dienst<br />
unkonventioneller agieren?<br />
Lukas Pellmann: Ja, definitiv. Ich wollte<br />
meinen Ermittler Nikolaus Lauda von<br />
jenen regularischen Fesseln befreien, die<br />
einem Polizisten mitunter angelegt sind.<br />
Gleichzeitig sollte Lauda aber das fachliche<br />
Know-how mitbringen, seine Fälle glaubwürdig<br />
lösen zu können. Da bot sich ein<br />
Beamter a. D. einfach an.<br />
Christian Schleifer: Für mich war es interessanter,<br />
weil ich meiner Ermittlerin mehr<br />
emotionales „Gepäck“ und eine geheimnisvolle<br />
Vergangenheit umhängen konnte (die<br />
in Band 4 aufgelöst wird).<br />
Welche aktuellen Krimiautor*innen<br />
möchten Sie empfehlen?<br />
Christian Schleifer: Natürlich den Kollegen<br />
Pellmann. Ansonsten lese ich gerne<br />
Martina Parker und Christian Klinger.<br />
International liebe ich Martin Walker und<br />
Jörg Maurer.<br />
Lukas Pellmann: Christian hat die grandiose<br />
Martina Parker schon erwähnt, da schließe<br />
ich mich gerne an. Daneben verehre<br />
ich Simone Buchholz für ihre in Hamburg<br />
spielenden Chastity-Riley-Krimis. Wer<br />
österreichische Kriminalromane mag, ist bei<br />
meinen Verlagskolleg*innen Anna Tröber<br />
und Christian Schleifer bestens aufgehoben.<br />
Sie machen beide viele Lesungen.<br />
Welche Rolle spielen Lesungen für<br />
den Erfolg eines Buchs?<br />
Lukas Pellmann: Während man liest, spürt<br />
man sofort, welche Textpassagen oder<br />
Personen beim Publikum besonders gut<br />
ankommen. Das ist für mich ein wichtiges<br />
Feedback, insbesondere wenn es um<br />
die Konzeption der weiteren Bände einer<br />
Krimireihe geht.<br />
Christian Schleifer: Wenn es den Leuten gefällt,<br />
empfehlen sie das Buch weiter. In erster<br />
Linie mag ich Lesungen aber, weil man<br />
so Kontakt zu den Leser*innen bekommt.<br />
Schreiben ist ja ansonsten ein einsamer Job.<br />
Wie geht es mit Ihren Protagonisten<br />
Charlotte Nöhrer und Nikolaus<br />
Lauda weiter? Werden die beiden<br />
Krimireihen noch fortgesetzt oder<br />
gibt es schon neue Pläne?<br />
Christian Schleifer: Bei der Charlotte sind<br />
die Bände 5 und 6 bereits fertig und werden<br />
jeweils im Herbst der nächsten beiden Jahre<br />
erscheinen. Danach sind mindestens noch<br />
zwei Bücher geplant. Parallel wird von einer<br />
„richtigen“ Kommissarin jeweils im Frühjahr<br />
am Pariser Montmartre ermittelt.<br />
Lukas Pellmann: Der dritte Band mit Nikolaus<br />
Lauda ist fast fertig. Daneben habe ich<br />
heuer nach Prater (2018) meinen zweiten<br />
Roman geschrieben. Ob sich dafür ein Verlag<br />
findet, wird die Zukunft zeigen.<br />
Vielen Dank für das Gespräch. Wir<br />
freuen uns auf Ihre Lesung bei uns!<br />
Christian Schleifer ist Perchtoldsdorfer und war<br />
nach dem Studium als Sportjournalist tätig. 2015<br />
beschloss er, sich mehr Zeit für seine Frau, die Zwillinge<br />
und das Krimischreiben zu nehmen.<br />
Lukas Pellmann ist Schriftsteller, Blogger und<br />
Journalist und liebt das Meer der Wiener. Vor<br />
seinen Neusiedler-See-Krimis veröffentlichte er u. a.<br />
Wien-Krimis und einen dystopischen Heimatroman<br />
(Prater).<br />
Lesung:<br />
Mit Lukas Pellmann und<br />
Christian Schleifer<br />
Do., 23. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
18:30 Uhr<br />
Stöger – Leporello<br />
die Buchhandlung,<br />
Obkirchergasse 43, 1190 Wien<br />
Eintritt: € 5,00<br />
Um Anmeldung wird gebeten:<br />
01 / 3203449 oder<br />
office@stoegerbuch.at
© Hauswirth<br />
Den Schmerz<br />
beschreiben<br />
Sabine Gruber füllt mit ihrem neuen Roman eine Leerstelle<br />
in der deutschsprachigen Literatur. Ein Gespräch<br />
mit Veronika Schuchter.<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Humor hat<br />
eine realitätsabweisende<br />
Wirkung<br />
und etwas<br />
Erlösendes.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Veronika Schuchter: In Ihrem Roman<br />
Die Dauer der Liebe geht es um<br />
eine Frau, deren Lebensgefährte<br />
überraschend stirbt und die nicht<br />
nur mit diesem plötzlichen Verlust<br />
umgehen muss, sondern auch damit,<br />
dass ihr als Hinterbliebene wenig<br />
Wert eingeräumt wird, weil sie nicht<br />
verheiratet waren. Stört Sie die so<br />
stark autobiografische Rezeption?<br />
Sabine Gruber: Ich bin noch zu einer Zeit<br />
literarisch sozialisiert worden, als Männer<br />
das Welterklärungsmonopol hatten<br />
und man der Literatur von Frauen vor<br />
allem eine besondere Gemütstiefe sowie<br />
einen Mangel an Fiktionalität unterstellte.<br />
Die 1970er Jahre mit den vielen Selbsterfahrungstexten<br />
von Frauen sind lange<br />
vorbei, trotzdem scheinen sich viele noch<br />
immer nicht vorstellen zu können, dass<br />
auch Schriftstellerinnen vorfindliches<br />
Material literarisch bearbeiten und transformieren<br />
können.<br />
Autofiktionale Texte sind nicht erst<br />
seit dem <strong>No</strong>belpreisgewinn von Annie<br />
Ernaux äußerst erfolgreich. Stand<br />
das für Sie irgendwann als Option im<br />
Raum oder war Ihnen von Beginn an<br />
klar, dass Sie bei der Fiktion bleiben?<br />
Ich glaube, die autofiktionale, aber vor<br />
allem die authentische Literatur erfreut sich<br />
auch deswegen großer Beliebtheit, weil die<br />
virtuelle Welt mit ihren Fake News und der<br />
KI den Wunsch nach Echtem und Aufrichtigem<br />
verstärkt. Ich ziehe die Fiktion<br />
vor, sie lässt mir mehr Gestaltungsraum,<br />
ich kann mich entpersonalisieren, hab<br />
die Möglichkeit zu mehr Ambiguität. Ich<br />
verwende ja auch stets Figuren früherer<br />
Bücher wieder; ich setze die erdachte Welt<br />
meiner früheren Romane fort, erweitere sie<br />
um neue Geschichten und Erfahrungen.<br />
27<br />
Die große Joan Didion hat den<br />
Tod ihres Ehemannes an einem<br />
Herzinfarkt und ihre Trauer in<br />
ihrem Text Das Jahr des magischen<br />
Denkens beschrieben. Was kann<br />
Literatur für Sie im Umgang mit der<br />
eigenen Trauer leisten?<br />
Ich habe sehr viele Trauerbücher gelesen,<br />
z. B. von Roland Barthes, Julian Barnes oder<br />
Connie Palmen, bevor ich selbst darüber zu<br />
schreiben begann. Im Gegensatz zu meiner<br />
Figur Renata Spaziani, der Bücher von<br />
Schicksalsgenossinnen nicht weiterhelfen,<br />
fand ich persönlich Trost in den Büchern<br />
anderer: Sie lösten die eigene Erstarrung,<br />
brachen das schockartige Schweigen auf, ich<br />
lernte, mich wieder zu konzentrieren.<br />
Sie haben in einem Interview<br />
gesagt, dass Trauer einem die<br />
Sprache verschlägt. Wie haben<br />
Sie es geschafft, trotzdem eine so<br />
eindringliche Sprache dafür zu<br />
finden, zunächst in der Lyrik, nun<br />
aber auch in Ihrer Prosa?<br />
Ich habe versucht, den Schmerz zu beschreiben,<br />
ohne den Schmerz als Schmerz<br />
zu benennen. Der Zustand einer Figur wird<br />
eben nicht durch das Zurschaustellen von<br />
Gefühlen nachvollziehbar, sondern durch<br />
ihr Verhalten. Deswegen sitzt Renata nicht<br />
da und heult, sondern sie staubsaugt nicht<br />
mehr, weil sie Angst hat, dass sie damit die<br />
letzten noch vorhandenen Hautschuppen<br />
ihres Gefährten zum Verschwinden bringt.<br />
Aber vor allem wollte ich auch den<br />
Liebesentzug schildern, der mit dem Tod<br />
des Partners einsetzt. Den körperlichen<br />
Entwöhnungsprozess fand ich in der Literatur<br />
kaum beschrieben.<br />
Der Roman ist nicht nur traurig,<br />
er ist auch durchzogen von einem<br />
feinen Humor. War es schwierig,<br />
die Balance zu halten, und fungiert<br />
Humor als Instrument, um mit der<br />
Trauer umzugehen?<br />
Humor hat eine realitätsabweisende<br />
Wirkung und etwas Erlösendes. Außerdem<br />
ist kein Leben nur traurig. Ehrlich<br />
gesagt, wollte ich mich beim Schreiben<br />
auch vergnügen. Es macht Spaß, die Bilder<br />
von Männern zu analysieren, die sich auf<br />
Dating-Apps anbieten …<br />
Dem Innsbrucker Lesepublikum<br />
werden die äußerst präzisen<br />
Stadtbeschreibungen auffallen.<br />
Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu<br />
Innsbruck beschreiben?<br />
Ich habe als Studentin mehrere Jahre in<br />
der Stadt gelebt, ich war gern dort und ich<br />
komme immer wieder gerne zurück.<br />
Danke für das Gespräch!<br />
Sabine Gruber, 1963 in Meran geboren, gehört mit<br />
ihrem breiten Werk aus Erzählungen, Romanen,<br />
Theaterstücken, Hörspielen und Lyrik zu den wichtigsten<br />
deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen.<br />
Sie erhielt zahlreiche Preise, z. B. den Anton-Wildgans-Preis<br />
und den Veza-Canetti-Preis und stand<br />
außerdem auf der Shortlist des Österreichischen und<br />
des Deutschen Buchpreises. Sie lebt in Wien.<br />
Buchtipp:<br />
Sabine Gruber:<br />
Die Dauer der Liebe<br />
C.H. Beck Verlag, 251 S.,<br />
€ 25,50<br />
Lesung:<br />
Die Dauer der Liebe<br />
Mit Sabine Gruber<br />
Do., 23. <strong>No</strong>v. 2023, 19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: € 9,00/€ 7,00 mit<br />
Wagner- oder Ö1-Card
Bücher<br />
Stierle<br />
Salzburg<br />
Kein Opfer, aber eine<br />
Heilige auch nicht<br />
Eva Reisinger weiß, wo das Matriarchat zu finden ist. In ihrem<br />
Debüt Männer töten lernen wir Frauen kennen, die solidarisch<br />
zusammenhalten, aber kein schlechtes Gewissen haben, wenn<br />
ein Mann weg muss. Ein Gespräch mit Mieze Medusa.<br />
© Minitta Kandlbauer<br />
Ich schreibe<br />
auf Österreichisch,<br />
aber<br />
(hoffentlich)<br />
für die Welt.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Der Weg von der Provinz in die Stadt<br />
ist oft erzählt. Ist der umgekehrte<br />
Weg reizvoll?<br />
Auf jeden Fall. Für mich war von Anfang<br />
an klar, dass mein Matriarchat nur am<br />
Land spielen kann und nicht in Wien. In<br />
meinem ersten Buch Was geht, Österreich?<br />
ging es um mein Aufwachsen in der Provinz<br />
und für mich war klar, ich will in diesem<br />
Setting auch beim nächsten Buch bleiben.<br />
Ich werde die Provinz irgendwie nicht los<br />
und ich glaube, das ist auch gut so.<br />
Was ist das Un-/Typische an<br />
Stadt und Land?<br />
Sowohl Stadt als auch Land leiden unter<br />
den immer gleichen klischeehaften Erzählungen.<br />
Natürlich können beide ganz<br />
anders. Bei meinen Berlinerzählungen habe<br />
ich bewusst viele Klischees aufgegriffen,<br />
bei meinen Erzählungen über das oberösterreichische<br />
Engelhartskirchen habe ich<br />
von einem ganz anderen Leben am Land<br />
erzählt. Für mich neu waren all die Details<br />
zu Bauernhof und Jagd. Ich verbrachte Zeit<br />
mit einer Bäuerin und lernte Frauen kennen,<br />
die Jägerinnen sind. Ihre Geschichten<br />
sind die, die ich erzählen will. Die ich auch<br />
selbst lesen will.<br />
„Der Polster ist aufgeschüttelt“,<br />
schreiben Sie. Macht es einen<br />
Unterschied, ob man für Österreich<br />
oder für die Welt schreibt?<br />
Ich schreibe auf Österreichisch, aber<br />
(hoffentlich) für die Welt. Ich habe mich<br />
viel mit meiner literarischen Stimme auseinandergesetzt.<br />
Für mich war schnell klar,<br />
dass meine Sprache Austriazismen braucht,<br />
alles andere wäre unglaubwürdig gewesen.<br />
Diese nicht zu erklären, ist eine weitere<br />
Entscheidung. Ich finde, dass man in der<br />
29<br />
Literatur nicht jedes Wort verstehen muss,<br />
um Bücher gerne zu lesen.<br />
Der Titel ihres Romans ist<br />
ambivalent, die Handlung ist es nicht.<br />
Welche Rolle spielen Rachefantasien?<br />
Was ich beschreibe, möchte ich einen wehrhaften<br />
Feminismus nennen. Wehrhaft im<br />
Sinne von Zusammenschluss. Sich glauben.<br />
Sich helfen. Mit allem, was dazugehört. Mit<br />
jedem Übergriff wird uns neben unserer<br />
Würde auch Macht genommen. Rache hat<br />
einen großen Vorteil: Sie gibt Macht. Sei<br />
es in Gedanken, in Gesprächen, in Filmen<br />
oder in der Literatur. Mich hat nichts anderes<br />
als meine eigene Wut und Erfahrung<br />
im Leben im Patriarchat dazu gebracht,<br />
meinen Roman zu schreiben. Die Frauen<br />
in meinem Buch drehen die Rollen um. Sie<br />
sind keine Opfer, sie haben die Macht, sie<br />
sind Täterinnen. Rache ist ein aufgeladenes<br />
Wort. Rache schmeckt für manche nach<br />
Religion oder nach Politik oder nach Historie.<br />
Ich werde gefragt, warum die Protagonistinnen<br />
in meinem Buch selbst Gewalt<br />
ausüben müssen. Warum sie nicht friedlich<br />
und zufrieden in ihrem Matriarchat leben<br />
können. Ich antworte jedes Mal mit einer<br />
ausführlichen Erklärung und einem Link<br />
zur aktuellen Liste der (versuchten) Femizide<br />
in Österreich.<br />
Anna Maria kann sich sehr gut<br />
einpassen. Was will sie?<br />
Anna Maria will das, was alle wollen:<br />
glücklich sein oder zumindest mit dem<br />
Leben klarkommen.<br />
Und Hannes? Er hat den Bauernhof<br />
der Eltern übernommen, er weiß<br />
um die Vorgänge im Dorf. Dennoch<br />
fühlt er sich geborgen. Ist das Gefühl<br />
prekärer Sicherheit der Lohn für<br />
Mittäter*innenschaft?<br />
Ich habe Hannes während des Schreibens<br />
sehr lieben gelernt und hoffe, dass die Tiefe<br />
seiner Person beim Lesen durchdringt.<br />
Hannes ist ruhig, niemand der sich selbst<br />
in den Vordergrund stellt oder sich als<br />
Feminist bezeichnen würde, der aber gelernt<br />
hat, sein Umfeld respektvoll zu behandeln<br />
und intuitiv feministische Entscheidungen<br />
zu treffen. Für mich war er ganz wichtig als<br />
Gegenspieler zum lauten Friedrich, der auf<br />
Instagram gern über Feminismus postet,<br />
aber die Frauen in seinem Umfeld wie<br />
Dreck behandelt.<br />
Eva Reisinger hat 2021 in ihrem Sachbuch Was geht,<br />
Österreich? Eine Landjugend mit Wodkabull und dem<br />
Herrgott Österreich der Welt, vor allem Deutschland,<br />
erklärt. Ihr Debütroman Männer töten (Leykam)<br />
ist druckfrisch und schon für den Österreichischen<br />
Buchpreis (Debüt) nominiert. Eindrucksvoll<br />
entscheidet sie sich nicht zwischen Utopie und<br />
Dystopie und nützt auch sonst den Raum zwischen<br />
verschiedenen Genres.<br />
Buchtipp:<br />
Eva Reisinger:<br />
Männer töten<br />
Leykam Verlag, 288 S., € 25,30<br />
Lesung:<br />
Lesung & Gespräch:<br />
Männer töten<br />
Eva Reisinger<br />
Gast: Agnes Menapace<br />
Frauennotruf Salzburg<br />
Sa., 25. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
18:30 Uhr<br />
Buchhandlung Stierle<br />
Kaigasse 1, Salzburg<br />
Der Erlös des Abends geht an<br />
den Frauennotruf Salzburg.
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Doris Knecht<br />
Doris Knecht erzählt von Wendepunkten im Leben einer<br />
Frau, über ihr Ringen nach Eigenständigkeit zwischen<br />
Stadt- und Landleben. Ein Gespräch mit Gerlinde Tamerl.<br />
© Heribert Corn<br />
Früher oder<br />
später schlüpfe<br />
ich in jede meiner<br />
Figuren.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Ihr neuer Roman trägt einen<br />
widersprüchlich-witzigen Titel: Eine<br />
vollständige Liste aller Dinge, die ich<br />
vergessen habe. Wie kann man über<br />
Dinge schreiben, die man glaubt,<br />
vergessen zu haben?<br />
Der Titel ist natürlich ein Paradoxon.<br />
Es fing an mit der Idee einer Liste verlorener<br />
Dinge. Aber dann mistet die Ich-<br />
Erzählerin ja ihre alte Wohnung aus und erinnert<br />
sich dabei an schon fast Vergessenes.<br />
Vieles ist ja nicht wirklich gelöscht, man hat<br />
nur lange nicht mehr daran gedacht. Wenn<br />
man eine Wohnung ausräumt, in der man<br />
fast 20 Jahre lang die Kinder großzog, stößt<br />
man auf viele solche halbverschütteten<br />
Erinnerungen.<br />
Sie erzählen von einer weiblichen<br />
Figur, die alleinerziehende Mutter<br />
und Schriftstellerin ist, die einen<br />
Hund hat, am Land und in der<br />
Stadt wohnt. Man entdeckt in<br />
diesem Roman ein paar Parallelen<br />
zu Ihrer Person. Haben Sie diese<br />
autofiktionalen Momente bewusst<br />
gewählt?<br />
Ja. Ich habe ja in meiner Kolumne auch<br />
immer viel aus meinem Leben verwendet<br />
und ich hatte Lust, das auch einmal in<br />
einem Roman zu versuchen. Das hat funktioniert;<br />
vor allem, weil man beim Romanschreiben<br />
den Vorteil hat, dass man sich<br />
überhaupt nicht an Fakten halten muss,<br />
sondern alles dazu erfinden kann, was eine<br />
Geschichte besser macht.<br />
Ihre weibliche Hauptfigur muss mit<br />
Veränderungen fertig werden. Ihre<br />
erwachsenen Kinder werden flügge,<br />
sie will deshalb aus der großzügigen<br />
Familienwohnung ausziehen. Warum<br />
fällt es dieser Frau so schwer, sich<br />
von ihrem alten Leben zu lösen?<br />
31<br />
Fällt es nicht jedem schwer, sich von so<br />
einer prägenden Lebensphase zu lösen?<br />
Die liebsten Menschen, die bei einem aufgewachsen<br />
sind, die man besser kennt als<br />
sonst wen, ziehen zu lassen? Vielleicht auch<br />
noch den Ort zu verlassen, in dem man so<br />
viel erlebte, fühlte, lachte und liebte? Ich<br />
glaube, das macht niemand so nebenher.<br />
Wie muss man sich die<br />
Herangehensweise an ein<br />
Romanprojekt vorstellen? Nehmen<br />
Sie sich ein bestimmtes Thema<br />
vor oder warten Sie einfach auf<br />
den richtigen Flow und schreiben<br />
drauflos?<br />
Das ist nicht immer gleich. Manchmal habe<br />
ich eine Geschichte und erfinde mir Figuren,<br />
mit denen ich sie schlüssig und spannend<br />
erzählen kann. Manchmal habe ich<br />
eine Figur und überlege mir eine Geschichte,<br />
in der sie sich bewähren kann. Diesmal<br />
hatte ich beides und die Idee, ein fröhliches,<br />
optimistisches Buch über eine Lebensphase<br />
zu schreiben, über die ich zuvor viel Trauriges<br />
und Deprimierendes gelesen hatte.<br />
Ihre Texte lesen sich wie innere<br />
Monologe. Das erzeugt eine große<br />
Nähe zum Lesenden. Ist das einfach<br />
Ihr Stil oder steckt ein Konzept<br />
dahinter?<br />
Ich fürchte, ich kann gar nicht anders<br />
schreiben. Ich versuche manchmal, eine<br />
Distanz zu meiner Hauptfigur herzustellen<br />
und einzuhalten, aber irgendwann schlüpfe<br />
ich dann doch in sie hinein. Dabei ist es<br />
egal, ob das eine Frau oder ein Mann ist.<br />
Es ist einfach interessant, die Welt dann<br />
mit den Augen von jemandem zu sehen, der<br />
nicht man selbst ist.<br />
Ihr erster Roman Gruber geht wurde<br />
verfilmt, nun kommt auch Wald im<br />
Herbst in die Kinos. Welches Gefühl<br />
überkommt Sie, wenn Sie Ihre<br />
Figuren auf der Leinwand erblicken?<br />
Es ist toll. Ich lasse ja die Geschichte immer<br />
los, wenn ich sie in guten Händen weiß.<br />
Das war sowohl bei Marie Kreutzer so, die<br />
Gruber geht verfilmte, als auch bei Elisabeth<br />
Scharang, die jetzt aus Wald einen fantastischen<br />
Film gemacht hat, der sich nicht<br />
sklavisch an mein Buch hält. Filme und<br />
Romane funktionieren anders, deswegen<br />
schaue ich mir dann mit großer Neugier<br />
die neue Geschichte an. Und mit großer<br />
Freude.<br />
Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin<br />
(u. a. beim Falter und den Vorarlberger Nachrichten)<br />
und Schriftstellerin. Ihr erster Roman Gruber geht<br />
(2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert<br />
und wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen<br />
Besser (2013), Wald (2015), Alles über Beziehungen<br />
(2017), weg (2019), Die Nachricht (2021) und Eine<br />
vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe<br />
(2023). Die Verfilmung von Wald kommt im Herbst<br />
2023 in die Kinos.<br />
Buchtipp:<br />
Doris Knecht:<br />
Eine vollständige Liste aller<br />
Dinge, die ich vergessen habe<br />
Hanser Verlag, 240 S., € 24,70<br />
Lesung:<br />
Eine vollständige Liste aller<br />
Dinge, die ich vergessen habe<br />
Gespräch & Lesung mit<br />
Doris Knecht<br />
Moderation: Gerlinde Tamerl<br />
Di., 28. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: € 9,00/€ 7,00<br />
mit Wagner- oder Ö1-Card
Buchpräsentation:<br />
Es war einmal in Hallein<br />
Mit Peter Walder-Gottsbacher<br />
Do., 30. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
18:30 Uhr<br />
Kelten-Buchhandlung<br />
Sigmund-Thun-Str. 9, Hallein<br />
Eintritt:frei<br />
Hallein in Gelb<br />
und Rot<br />
Stierle<br />
Kelten- Buchhandlung<br />
Hallein<br />
Peter Walder-Gottsbacher macht Geschichte sicht- und erlebbar.<br />
Auch in seinem neuen Buch über Hallein. Ein Gespräch<br />
mit Robert Renk.<br />
Die Sammelleidenschaft<br />
macht vor<br />
keinem Alter<br />
ab etwa drei<br />
Jahren halt.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Lieber Peter, dies ist nun dein Buch,<br />
das die Geschichte einer Region in<br />
Tirol oder Salzburg aufgreift. Wie<br />
kommst du zu deinen Informationen,<br />
wo recherchierst du?<br />
Meine Primärquellen sind Zeitungen aus<br />
der Zeit zwischen etwa 1870 und 1950,<br />
manchmal auch früher oder später. Beim<br />
Halleinbuch waren es der „Volksfreund“,<br />
das „Salzburger Tagblatt“ und die „Salzburger<br />
Chronik.“ Da jeder Interessierte<br />
selbst über die Nationalbibliothek im<br />
Internet Einsicht in einen Großteil der bis<br />
etwa 1950 erschienenen Zeitungen hat,<br />
kann diese Quelle auch jeder nützen. Es ist<br />
nur sehr zeitaufwendig und erfordert ein<br />
hohes Maß an Durchhaltevermögen, um,<br />
wie beim neuen Halleiner Buch, zwei Jahre<br />
lang alle in Frage kommenden Themen zu<br />
sammeln, zu ordnen, die Zusammenhänge<br />
zu erkennen und etwaige Eigentumsverhältnisse<br />
ans Tageslicht zu befördern. Dazu<br />
sind wohl ein Gutteil Besessenheit sowie<br />
auch ein gewisser detektivischer Spürsinn<br />
von Nöten. Wie mit den alten Zeitungen<br />
arbeite ich auch gerne mit den sogenannten<br />
Amtskalendern und Adressbüchern; bei<br />
diesem Buch natürlich min denen von Salzburg,<br />
wovon sich einige in meiner privaten<br />
Handbibliothek befinden. Schon das Blättern<br />
in den alten Folianten kann zu einer<br />
stundenlangen „Ausschweifung“ führen,<br />
da sich oft immer wieder neue Querverbindungen<br />
auftun, die auch ein neues Licht<br />
auf alte Fragen werfen können. Also schon<br />
eine bisweilen abenteuerliche Angelegenheit,<br />
die besonders bei der Erkenntnis<br />
von neuen Zusammenhängen einem die<br />
Nachtstunden wie eine einzige erscheinen<br />
lassen. Als weitere Quellen werden natürlich<br />
bereits Erschienenes oder mündlich<br />
Weitergegebenes von Zeitzeugen in den<br />
Text eingearbeitet.<br />
33<br />
Woher kommt dein reicher Fundus<br />
an Bildern, die in deinen Büchern zu<br />
entdecken sind?<br />
Die alten Ansichtskarten, Fotografien und<br />
alten Grafiken stammen meistens von Mitgliedern<br />
einschlägiger Plattformen im Internet,<br />
Ansichtskartenhändlern, von denen es<br />
einige in größeren Städten gibt, Antiquaren,<br />
Sammlern, privaten Leihgebern, Tauschbörsen<br />
und manchmal auch Flohmärkten.<br />
Die Sammelleidenschaft macht vor keinem<br />
Alter ab etwa drei Jahren halt und kann bisweilen<br />
pathologische Ausmaße annehmen.<br />
Gesammelt wird beinahe alles. Sicherlich<br />
kommt auch noch ein rudimentärer Jagdtrieb<br />
zum Tragen und schließlich ein mehr<br />
oder weniger ausgeprägter Besitzerstolz.<br />
Wie lange sammelst du schon und<br />
wie bist du zum Sammeln gekommen?<br />
Ich sammle mittlerweile über vierzig Jahre.<br />
Zum Sammeln hat mich ein Salzburger<br />
Kollege gebracht, der mich an unserem<br />
damaligen gemeinsamen Arbeitsplatz in der<br />
Salzburger Altstadt mit dem Sammelfieber<br />
angesteckt und auch meine Begeisterung<br />
für den Buchhandel und das Bücherschreiben<br />
geweckt hat.<br />
Wo liegt der Schwerpunkt deines<br />
neuen Buches?<br />
Es behandelt in etwa die Zeit zwischen 1880<br />
und 1938. Besonders das rote Hallein nach<br />
der Katastrophe des 1.Weltkrieges und dem<br />
zwanghaften Ende durch den Austrofaschismus,<br />
aber auch die Halleiner Geschäftswelt<br />
und Industrie, das ausgeprägte Brauereiwesen,<br />
das Vorhandensein von etlichen<br />
Handwerksbetrieben und handwerklichen<br />
Besonderheiten sowie die Salzgewinnung,<br />
die Flösserei mit dem alten Holzrechen sind<br />
Hauptbestandteile meines Halleiner Mosaiks,<br />
das als Stadtspaziergang von der alten<br />
Stadtbrücke und dem „Ritzbergerhaus“ ausgeht<br />
und beim Halleiner Kino endet.<br />
Was sind in deinem Buch die<br />
wichtigsten Ereignisse und<br />
Persönlichkeiten?<br />
Es beginnt mit der Ära des Spielwarenerzeugers<br />
und -händlers Alois Oedl, der<br />
sechs Jahre lang Halleiner Bürgermeister<br />
war. Ab 1892 steht Josef Schöndorfer dem<br />
Halleiner Gemeinderat vor, dem acht Jahre<br />
später der tragische Ausgang einer Operation<br />
in München seinem nachhaltigen<br />
Wirken als Bürgermeister und Geschäftsmann<br />
ein jähes Ende bereitet. Schließlich<br />
leitet Anton Neumayr fünfzehn Jahre lang<br />
die Geschicke der Stadt Hallein und versucht,<br />
mit besonderer Umsicht die Widrigkeiten,<br />
mit denen besonders die arme<br />
Bevölkerung Halleins nach dem Ende des<br />
1.Weltkriegs und der Monarchie zu kämpfen<br />
hatte, so weit wie möglich erträglich zu<br />
machen. Weitere Eckpunkte waren der Bau<br />
der „Giselabahn“ nach Tirol, die immer<br />
wiederkehrenden Hochwässer, das Ende des<br />
größten Holzrechens Mitteleuropas und das<br />
schleichende Ende der Salzgewinnung am<br />
Dürrnberg.<br />
Peter Walder-Gottsbacher. Der gebürtige Salzburger<br />
studierte Bühnenbild und Kostüm in Salzburg und<br />
absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler und<br />
Galeristen. Seit Jahrzehnten ist er leidenschaftlicher<br />
Sammler von alten Fotografien, allem Gedruckten<br />
und Ansichtskarten zur Innsbrucker und Salzburger<br />
Geschichte und gehörte als langjähriger Leiter der<br />
Kunst- und Fachbuchabteilung zum „Urgestein“ der<br />
Wagner’schen Universitätsbuchhandlung. Außerdem<br />
ist er auch als Maler bekannt, der seit 1985 auf mehrere<br />
Ausstellungen in Salzburg und Tirol verweisen<br />
kann.<br />
Buchtipp:<br />
Peter Walder-Gottsbacher:<br />
Es war einmal in Hallein<br />
Verlag der Wagner’schen<br />
Buchhandlung, <strong>16</strong>0 S., € 19,90<br />
Erscheint im <strong>No</strong>vember 2023
© Stefan Wolf<br />
Literarisches<br />
HausQuartett<br />
Seit 2 Jahren hat die Wagner’sche Buchhandlung ihre eigene<br />
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Literatursendung. Mit dabei Bands von LEASH the DOG Records.<br />
Ein Gespräch von Robert Renk mit Stefan Wolf.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Seit 2 Jahren findet das Literarische<br />
HausQuartett in der Wagner’schen<br />
statt. Seit 4 Jahren gibt es auch<br />
CDs von LEASH the DOG Records<br />
im Sortimentsangebot. Wie ist die<br />
Beziehung zwischen Literatur und<br />
Musik auf der Bühne?<br />
Mal mehr, mal weniger (lacht). Ich sehe<br />
es als eine freiwillig offene Beziehung. Die<br />
kann mal enger, mal weniger eng sein.<br />
Aber ich stehe als Musiker mit Literat*innen<br />
immer sehr gerne auf der Bühne, im<br />
Idealfall ist es dann ein Ping-Pong-Spiel an<br />
Inputs.<br />
Erzähl etwas über euer Plattenlabel,<br />
das – wie ich finde – mit die besten<br />
Musiker*innen des Landes vereint.<br />
LEASH the DOG ist eigentlich eine <strong>No</strong>n-<br />
Profit-Serviceplattform, die helfen soll, Tiroler<br />
Musik zu verbreiten. Eine Liebhaberei<br />
im besten Sinn des Wortes, weil wir nur die<br />
Musik verbreiten und produzieren, die uns<br />
selbst gefällt.<br />
Wie kommen Herzblutmusiker<br />
wie ihr dazu, dass ihr nun auch so<br />
professionell Literatursendungen<br />
aufzeichnet?<br />
Das ist ein Spin-off der Covid-Epidemie.<br />
Dort haben wir gelernt, Streams zu machen.<br />
Konzertmäßig war es ja eher flau, um<br />
es vorsichtig auszudrücken. Deshalb haben<br />
wir von inntime-music (Goidinger-Kräutler-<br />
Wolf, siehe auch: www.inntimemusic.com)<br />
uns in dieser Zeit weiter in die Technik<br />
vertieft. 2011 schon haben wir ja zu dritt<br />
unser Tonstudio in Mils gegründet und<br />
eingerichtet.<br />
35<br />
Du liest auch sehr viel, wie ich weiß.<br />
Hast du ein paar aktuelle literarische<br />
Tipps für unsere Leser*innen?<br />
Zurzeit lese ich mit großem Vergnügen Utopia<br />
Avenue (Rowohlt), eine Hommage an<br />
die Musik der späten Sixties in Form eines<br />
voluminösen Romans, der die Laufbahn<br />
einer fiktiven Band der Londoner Psychedelic-Szene<br />
schildert! Und natürlich meine<br />
Dauerbrenner: The advancing Guitarist von<br />
Mick Goodrick und Bob Katz Mastering<br />
Audio: the Art and the Science. Das sind<br />
meine zwei Bibeln, in die ich immer wieder<br />
hineinlese!<br />
Was sind eure nächsten<br />
CD-Projekte?<br />
Zurzeit arbeite ich an einer Live-LP mit<br />
einer heimischen Pop-Band. Mehr wird<br />
man später hören. Ein Wunschprojekt von<br />
mir ist auch eine Frühjahrstour mit unserem<br />
Projekt Schubert meets Grönemeyer, das<br />
es auch auf CD gibt und mit dem wir auch<br />
schon hier zu Gast waren. Dort treffen sich<br />
übrigens Musik & Text auf ganz vortreffliche<br />
Weise. Und im Dezember wird Petra<br />
Baldauf mit ihrer Band hier spielen, eine<br />
unserer letzten CD-Produktionen (Anm.<br />
Holding on to you). Darauf freuen wir uns<br />
alle.<br />
Literarisches HausQuartett: Seit 2021 organisiert die<br />
Wagner’sche Buchhandlung ein eigenes Literarisches<br />
HausQuartett. Nachzusehen auf unserer Homepage:<br />
www.wagnersche.at! 2 Bücher – 2 Gäste, mit Livemusik<br />
und den Moderator*innen Evelyn Unterfrauner<br />
& Robert Renk. Die Livemusik wird organisiert<br />
von LEASH the DOG Records: „LTD steht nicht<br />
für monumental aufgeblasene Musikproduktionen,<br />
sondern für die Leidenschaft für ’ good old hand<br />
made music’. Und das seid 20<strong>16</strong>.“<br />
CD-Tipp:<br />
Petra Baldauf:<br />
Holding on to you<br />
LTD Verlag, € 24,70<br />
Foto: Wolfgang Baldauf<br />
Veranstaltungstipp:<br />
Literarisches HausQuartett<br />
Mit den Gästen Antonio Fian<br />
und Julia Mumelter<br />
Moderation: Evelyn Unterfrauner<br />
& Robert Renk<br />
Livemusik: Petra Baldauf<br />
& Band<br />
Mo., 11. Dezember 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: frei (Achtung: wird<br />
aufgezeichnet!)
Wagner’ sche<br />
Innsbruck<br />
Antonio Fian<br />
über sein neues Buch, Berge und darüber, kein typischer<br />
Österreicher zu sein … ein Gespräch mit Evelyn Bubich<br />
© Aleksandra Pawloff<br />
Berge<br />
betrachtet man<br />
und erfreut<br />
sich an der<br />
Betrachtung.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Lieber Antonio Fian, mit den<br />
Präsidentenliedern erschien<br />
nun Ihr 4. Gedichtband. Darin<br />
porträtieren Sie einen Herrn, von<br />
dem die (eigenen) Kinder schon mal<br />
behaupten, er sei „echt von gestern.“<br />
Der Präsident, der gern John-Ford-<br />
Western schaut, Schubertlieder<br />
summt und Hegel zitiert, wirkt<br />
vielleicht ein wenig verstaubt in<br />
seinem Konservativismus; die Texte<br />
sind aber von bittersüßer Ironie. Wie<br />
müsste ein Präsident „von morgen“<br />
sein?<br />
Es stimmt, dass mein Präsident – der<br />
sicher kein Staatspräsident ist – konservativ<br />
ist und möglicherweise ein bisschen<br />
von gestern. Er ist ein Kind einer anderen<br />
Zeit, einer anderen Erziehung. Aber er ist<br />
lernbereit. Was daran erwiesenermaßen<br />
ungerecht und andere unterdrückend war,<br />
ist er gern bereit, aufzugeben. Er ist ein<br />
Traditionalist, der nicht die Asche anbeten,<br />
sondern das Feuer weitertragen<br />
will. Wenn ich die lautstarke Rechthaberei<br />
vieler Menschen heute betrachte, die sich<br />
für fortschrittlich halten, ihren Furor des<br />
Verbietenwollens, denke ich, vielleicht wäre<br />
eines Tages ein Präsident wie dieser nicht<br />
der schlechteste Staatspräsident.<br />
37<br />
In einem Ihrer Dramolette, das<br />
kürzlich im Standard erschien,<br />
trifft ein Interviewer auf den Leiter<br />
des Alpenländischen Instituts für<br />
Sprachentwicklung, der gerade ein<br />
„Volksbegehren zur Entmannung<br />
des generischen Maskulinums“<br />
vorbereitet. Wie gut eignet sich<br />
die Form des Interviews auch als<br />
literarische Form?<br />
Die Literatur hat viele schöne Texte in<br />
Interview-Form hervorgebracht. Ich erinnere<br />
mich mit Vergnügen an das Interview,<br />
das Italo Calvino in dem Buch<br />
Unmögliche Interviews mit einem Neandertaler<br />
geführt hat. Und der von mir sehr verehrte<br />
Otto Grünmandl, in dessen Andenken<br />
ich den erwähnten Text geschrieben habe,<br />
hat dieser Form mit seinen Alpenländischen<br />
Interviews die höchsten literarischen Weihen<br />
verliehen.<br />
Am liebsten kehrt der Präsident<br />
beim „Sudlerwirt“ ein, „wo man ihn<br />
kennt“ – nun, wenn wir schon beim<br />
„Sudeln“ sind, welchen Zugang<br />
haben Sie als Exilwiener zu den<br />
österreichischen Dialekten?<br />
Dialekte sind etwas sehr Schönes und Wichtiges,<br />
wobei man sie aber literarisch nicht<br />
als etwas Museales, Unveränderliches behandeln<br />
soll. Vieles fließt ein in sie, fremde<br />
Sprachen, Fernseh-, Internetsprache usw.,<br />
das macht sie nicht nur ärmer, es kann sie<br />
auch bereichern. Ein Problem ist natürlich,<br />
dass heutzutage, da Literatur nur noch als<br />
Ware behandelt wird, mit Dialektliteratur<br />
kein Geschäft zu machen ist, außer man<br />
singt sie. Darum lassen viele die Finger<br />
davon. Dass der Sudlerwirt des Präsidenten<br />
Lieblingswirtshaus ist (ja nur sein kann), ist<br />
eine Verneigung vor der großen Dr. Erika<br />
Fuchs, der Übersetzerin der Donald-Duck-<br />
Comics, die dieses Wirtshaus erfunden hat<br />
(„dort ist es immer unheimlich gemütlich“).<br />
Diese Bildgeschichten waren in meiner<br />
Schulzeit meine bevorzugte Lektüre. Elfriede<br />
Jelinek hat völlig recht, wenn sie sagt, die<br />
Autorinnen und Autoren unserer Generation<br />
verdanken Frau Fuchs wesentlich mehr<br />
als den meisten Klassikern.<br />
Dafür, dass Österreich ja ein<br />
ausgesprochenes Autoland ist<br />
– in mehreren österreichischen<br />
Gemeinden findet, z. B. auch einen<br />
Tag nach dem Globalen Klimastreik<br />
2023, der AutoHerbst statt –, gibt<br />
es hier als Ausgleich zum Glück<br />
auch viel Natur, die das sicher<br />
wiedergutmacht. In Tirol findet ihr zu<br />
Ehren und anlässlich des moutainday<br />
am 11. Dezember seit 2015 das<br />
Literaturfestival Berge lesen statt, bei<br />
dem Sie 2023 zu Gast sein werden.<br />
Welchen Berg wollen Sie lieber nur<br />
von unten betrachten, oder anders<br />
gefragt, sind Sie ein Freund der<br />
Berge?<br />
Ich bin nicht sicher, ob die Natur wirklich<br />
in der Lage ist, alles wieder gutzumachen,<br />
zumindest solange wir Menschen in ihr<br />
herumfuhrwerken. Aber ich bin in mancher<br />
Hinsicht sicher auch kein typischer Österreicher<br />
im Sinne Nehammers oder Mikl-<br />
Leitners. Ich kann nicht Auto fahren und<br />
den hierzulande weit verbreiteten Bergsteigwahn<br />
halte ich für eine Geistesverirrung.<br />
Berge betrachtet man von unten und erfreut<br />
sich an der Betrachtung.<br />
Mehr lesen Sie auf unserer Website.<br />
Vielen Dank für das Gespräch!<br />
Antonio Fian, geboren 1956 in Klagenfurt, lebt seit<br />
1976 in Wien. Er ist Autor von Romanen, Erzählungen,<br />
Essays, Gedichten und den sog. Dramoletten,<br />
die in Der Standard erscheinen, sowie Träger<br />
zahlreicher Preise, u. a. des Reinhard-Priessnitz-<br />
Preises (2018). Der Roman Das Polykrates-Syndrom<br />
(Droschl, 2014, 2019 verfilmt) stand auf der Longlist<br />
zum Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschienen:<br />
Präsidentenlieder. Gedichte (Droschl, 2023).<br />
Buchtipp:<br />
Antonio Fian:<br />
Präsidentenlieder<br />
Droschl Verlag, 72 S., € 18,00<br />
Lesung:<br />
Berge lesen Festival, im Rahmen<br />
des Mountaindays<br />
Mit Antonio Fian<br />
& Mieze Medusa<br />
Di., 12. Dezember 2023,<br />
19:30 Uhr<br />
Wagner’sche Buchhandlung<br />
Museumstraße 4, Innsbruck<br />
Eintritt: freiwillige Spenden
Von der Yogamatte<br />
in die DIY-Käserei …<br />
Immer einfach – und so gut:<br />
Ofengerichte für jeden Tag<br />
Buchtipp:<br />
Jessamyn Stanley, Miriam<br />
Chebaibai Koch (Übersetzung):<br />
Every Body Yoga<br />
Löwenzahn Verlag,<br />
2<strong>16</strong> S., € 29,90<br />
Buchtipp:<br />
Marlene Kelnreiter:<br />
Käseglück<br />
Löwenzahn Verlag,<br />
<strong>16</strong>8 S., € 29,90<br />
© Löwenzahn Verlag / Christine Hewitt<br />
© Löwenzahn Verlag / Lia Eliás<br />
Yoga ist in der westlichen Welt zu einer<br />
Sportübung für schlanke, trainierte,<br />
weiße Menschen geworden – zu einer<br />
Vermarktungsindustrie, ausgerichtet auf<br />
normschöne, optimierte Körper. Jessamyn<br />
Stanley ist aufgebrochen, um das zu<br />
ändern. Sie macht uns wieder klar, worum<br />
es beim Yoga eigentlich geht: zu sich selbst<br />
finden, zufrieden sein und den Moment so<br />
annehmen, wie er ist. Die Autorin reißt alle<br />
Grenzen nieder – körperlich und emotional.<br />
Und: Sie zeigt uns als Schwarze,<br />
dicke, queere Femme, wie man Stereotypen<br />
aufbricht, Idealbilder getrost über Bord<br />
wirft und dabei immer auf der Matte bleibt.<br />
Stanleys Geschichte ist ein starker Beitrag<br />
zum Diskurs rund um Körperlichkeit – und<br />
eine praktische Starthilfe für alle, die zum<br />
ersten Mal die Matte ausrollen: Mit Schrittfür-Schritt-Anleitungen,<br />
50 Posen und 10<br />
Übungssequenzen ist für alle körperlichen<br />
Voraussetzungen, für jedes Erfahrungslevel<br />
und jede Situation etwas dabei.<br />
Go for it – egal, wo du startest! Weil Yoga<br />
für alle da ist.<br />
Käse und Milchprodukte selbst herstellen?<br />
Easy cheesy: Die meisten Zutaten für<br />
die Käse-Ekstase lagern bereits in deiner<br />
Küche. Und dein Hauptwerkzeug? Sind<br />
deine Hände plus ein bisschen Hintergrundwissen<br />
zu Temperaturen, Hygienemaßnahmen<br />
etc. Marlene Kelnreiter zeigt dir,<br />
wie du den Kochlöffel richtig schwingst,<br />
deinen alten Joghurtbecher zur Käseform<br />
upcycelst und aus welcher Milch die feinsten<br />
Produkte entstehen. Von Käse-Basics<br />
über vegane Fermentationswunder bis hin<br />
zur richtigen Lagerung – jetzt heißt es nur<br />
noch: weiß sehen und Käse machen! Mit<br />
den simplen Schritt-für-Schritt-Anleitungen<br />
und über 40 Rezepten hast du den Käse-<br />
Dreh schnell raus. Denn hier lernst du alles<br />
über Käsebruch, Ausrühren, Einlaben,<br />
Trocknen und Reifen. Ganz egal, welches<br />
Käseherz in dir schlummert, du hast die<br />
Wahl: von Frischkäse über Hartkäse,<br />
Paneer, Burrata über Schimmelkäse bis<br />
hin zu Joghurt – mach, was dir schmeckt.<br />
Das heißt, sobald du es schaffst, dich von<br />
Marlene Kelnreiters Fernweh weckenden<br />
Almgeschichten und den fantastischen<br />
Bildern loszureißen – so schön war Käsemachen<br />
noch nie.<br />
© Löwenzahn Verlag / Nadja Hudovernik<br />
Bei Christina Bauer bleibt der Ofen nie<br />
lange kalt, denn wenn sie nicht gerade Brot<br />
bäckt, dann kocht sie. Was? Ist doch klar,<br />
Ofengerichte! Christina verwendet den<br />
Backofen liebend gern auch zum Kochen:<br />
weil es praktisch ist, weil es schnell geht,<br />
weil man gut größere Mengen zubereiten<br />
kann – und weil das Ergebnis einfach<br />
richtig gut schmeckt. Pikante Cannelloni,<br />
knusprige Flammkuchen, herzhaft gefüllte<br />
Paprika oder doch flaumig-warme Mehlspeisen<br />
à la Apfelstrudel und Dampfnudeln:<br />
Der Backofen bietet eine unglaubliche<br />
Geschmacksvielfalt. Das Beste daran?<br />
Während dein Gericht sich (fast von selbst)<br />
zur geschmackbombastischen Leckerei erwärmt,<br />
kannst du die Zeit für andere Dinge<br />
nutzen. Falls du keine Lust oder Zeit hast,<br />
jeden Tag frisch zu kochen: Kein Problem –<br />
mach einfach aus einem der Grundrezepte<br />
verschiedene Gerichte. In über 70 Rezepten<br />
ist für jeden Geschmack etwas dabei.<br />
Obendrauf gibt’s alle Basics zu den verschiedenen<br />
Ofeneinstellungen, Antworten<br />
auf häufige Fragen sowie praktische Tipps<br />
rund um Vorratshaltung und Wochenplanung.<br />
Also los: Heizen wir schon mal<br />
den Ofen vor!<br />
© Löwenzahn Verlag / Nadja Hudovernik<br />
Buchtipp:<br />
Christina Bauer:<br />
Kochen mit Christina<br />
Löwenzahn Verlag,<br />
184 S., € 29,90
David Schalko<br />
Was der Tag bringt<br />
Von Katharina J. Ferner<br />
Peter Stamm<br />
Bei den Grenzgängen<br />
Von Martin Sailer<br />
© Nicole Albiez<br />
© Jule Kuehn<br />
Buchtipp:<br />
David Schalko:<br />
Was der Tag bringt<br />
KiWi Verlag, 304 S., € 25,50<br />
Lesung<br />
& Gespräch:<br />
Was der Tag bringt<br />
Mit David Schalko<br />
Moderation: Robert Renk<br />
Fr., 3. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
19:00 Uhr<br />
Stadtbibliothek Innsbruck<br />
Amraserstraße 3<br />
Eintritt: frei<br />
Platzreservierung (empfohlen):<br />
+43 512 5360 5700<br />
Nachdem David Schalko seine Leser:innen<br />
in Bad Regina in abgeschottete Dorfstrukturen<br />
geführt hat, zeichnet er hier<br />
das Bild einer inneren Abkehr von der<br />
Welt. Felix, Gründer der nachhaltigen<br />
Cateringkette Wastefood, wurde erst durch<br />
die Pandemie in seinem Unternehmertum<br />
gebremst, nun zwingen ihn Schulden, seine<br />
Wohnung zeitweise zu vermieten. Statt<br />
durch seine Freundesliste zu scrollen und<br />
zu verfolgen, welche Postings abgesetzt<br />
werden, muss er sich im realen Leben<br />
wieder mit ihnen treffen, um während der<br />
Vermietung einen Schlafplatz zu haben.<br />
Er tritt damit nicht nur aus dem Schutzraum<br />
seiner Wohnung heraus, sondern in<br />
zahlreiche Konflikte ein, die er magnetisch<br />
anzuziehen scheint. Einer seiner Kooperationsmechanismen<br />
ist es, Gegenstände<br />
von Menschen, nach deren Nähe er sich<br />
sehnt, in Momentaufnahmen festzuhalten.<br />
Der eigene Rückzug ist dadurch allerdings<br />
nicht aufzuhalten. Was anfänglich wie eine<br />
Reihe an schrägen Begegnungen erscheint,<br />
mündet letztlich in eine Art Roadmovie.<br />
Statt einer Selbstsuche wird hier allerdings<br />
die Selbstauflösung fokussiert. Jeglicher<br />
Austausch wirft weitere Fragen und Zweifel<br />
auf und führt in Folge zu Situationen,<br />
deren Ausweglosigkeit Felix durch Ignoranz<br />
ausblendet. Die Häufung der Absurditäten<br />
lässt Schalko-Fans schon gespannt die 2024<br />
erscheinende Kafka-Miniserie erwarten.<br />
Auch Felix wird nach der Rückkehr in<br />
seine Wohnung zum Ungeziefer, das sich<br />
als Käfer erst mal auf der Couch drapiert<br />
und anschließend mehrmals unsanft aus<br />
seiner Traumwelt erwachen muss. Was<br />
der Tag bringt ist aber mehr als seltsame<br />
Geschichten. Der Roman trifft sowohl<br />
sprachlich als auch thematisch gleich ein<br />
ganzes Nervensystem. In Gesprächen mit<br />
den sogenannten Freunden wird zwischen<br />
Weltlage, Krisenfestigkeit, Cancel-Culture,<br />
Gottgläubigkeit und Kriegsführung alles<br />
ausverhandelt. Die Mitteilungsbedürftigkeit<br />
der anderen Protagonisten gegenüber Felix<br />
bringt schließlich eines auf den Punkt: Die<br />
wahre Sehnsucht ist die nach Berührung.<br />
David Schalko, geboren 1973, lebt und arbeitet in<br />
Wien. Er ist Autor, Regisseur, schreibt und schafft in<br />
verschiedenen Genres und Formaten. Bekanntheit<br />
erlangte er besonders durch zahlreiche Fernsehfilme<br />
und Serien, wie die langjährige ORF-Serie Sendung<br />
ohne Namen oder Braunschlag. Er erhielt zahlreiche<br />
Preise und Auszeichnungen. Jüngste Romanveröffentlichung:<br />
Was der Tag bringt<br />
40<br />
(2023).<br />
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
41<br />
Der „Ali Shuffle“ – also Muhammad Alis<br />
legendäre Bewegungen im Boxring – fielen<br />
mir ein, als ich Peter Stamms In einer<br />
dunkelblauen Stunde las. Alis Shuffle, dieses<br />
blitzschnelle Tänzeln, das dem Gegner<br />
Richtungswechsel vortäuschte, den nächsten<br />
Vorstoß vorbereitend, federleicht wirkend<br />
und den Kontrahenten verunsichernd.<br />
Wie viele von ihnen sind doch im Banne<br />
seiner Sicherheit ungelenk herumgetappt,<br />
haben Ali kaum fassen können.<br />
Peter Stamms Erzählweise hat gelegentlich<br />
etwas von dieser täuschungsreichen<br />
Hin- und Her-Bewegung. Kaum glaubt<br />
man, die Wirklichkeit gefasst zu haben, ist<br />
der Autor schon weiter in seinem steten<br />
Spiel der raren Sicherheiten und des häufigen<br />
Unsicheren, im Wechsel der Augenpaare<br />
und Zeitebenen. Aber halt: <strong>No</strong>ch<br />
ist nicht beschrieben, was Peter Stamm da<br />
erzählt: Ein mäßig professionelles Filmteam<br />
(Andrea und Tom) versucht, ein Porträt des<br />
Schriftstellers Richard Wechsler zu realisieren,<br />
der aber so gar nichts Privates preisgeben<br />
will. Abwehrend zitiert er Fernando<br />
Pessoa: Wenn ihr nach meinem Tode meine<br />
Biographie schreiben wollt, nichts leichter<br />
als das. Sie hat nur zwei Daten – Geburt und<br />
Todestag. Alle Tage dazwischen gehören mir.<br />
Am nächsten Drehort, dem Schweizer<br />
Dorf seiner Jugend, erscheint Wechsler erst<br />
gar nicht mehr. Immerhin findet Andrea<br />
dort Zeitgenossen Wechslers, die sich aber<br />
als äußerst wortkarg erweisen.<br />
Shuffle folgt auf Shuffle: Die Reporterin<br />
fahndet in Wechslers Büchern nach<br />
Schlüsseln zu seinen privatesten Geheimnissen.<br />
Seine Jugendliebe, längst schon<br />
Pfarrerin, gerät in ihr Blickfeld. Immer<br />
mehr verschwimmen die Grenzen zwischen<br />
Erdachtem und Belegbarem. Das Filmprojekt<br />
scheitert, Richard Wechsler stirbt.<br />
Und Andrea imaginiert sich gar ein Verhältnis<br />
mit ihm.<br />
Aber schon wieder stellt Peter Stamm<br />
mit Shuffles alles in Frage: Wer existiert<br />
wirklich in seiner Fiktion, wer nicht einmal<br />
das? Peter Stamm zeichne in seinem Roman<br />
ein Bild seiner selbst, wird oft vermutet.<br />
Wohl kaum. Aber gilt nicht doch, was er<br />
Andrea sagen lässt? „Ich bin Richards Vermächtnis,<br />
eine Figur, die er nicht zu Ende<br />
geschrieben hat und die jetzt umherirrt im<br />
Limbus der ungeborenen Romanfiguren und<br />
nicht weiß, wo sie hingehört.“<br />
Buchtipp:<br />
Peter Stamm:<br />
In einer dunkelblauen Stunde<br />
S. Fischer Verlag, 256 S., € 25,50<br />
Veranstaltung:<br />
GRENZGÄNGE<br />
Mit Peter Stamm und<br />
Lydia Mischkulnig<br />
Moderation & Gespräch:<br />
Klaus Zeyringer<br />
Mi., 29. <strong>No</strong>vember 2023,<br />
19:00 Uhr<br />
Literaturhaus am Inn<br />
Josef-Hirn-Straße 5, Innsbruck<br />
Eintritt: frei
Bücher<br />
für<br />
Kinder<br />
und<br />
Jugend:<br />
In Tom Turbos Geheimbuch<br />
steckt eine Menge turbotoller<br />
Überraschungen: Gemeinsam<br />
mit Karo, Klaro und Tom<br />
macht ihr euch auf die Suche<br />
nach der ferngesteuerten Roboter-Krähe,<br />
löst Rätsel und geht<br />
auf Verfolgungsjagd.<br />
Es erwarten euch neue Mini-<br />
Fälle zum Mitraten, schlaues<br />
Detektiv-Training und ein Quizspiel.<br />
Pssst! Nicht weitersagen:<br />
mehr über Toms 111 Tricks und<br />
die größten Geheimnisse von<br />
Fritz Fantom & Co. 30 Jahre<br />
Tom Turbo!<br />
Brezina Thomas:<br />
Tom Turbo Geheimbuch<br />
G & G Verlag, <strong>16</strong>0 S., € 15,00<br />
Stanislaus ist kein gewöhnliches<br />
Pony. Er lebt hoch über den<br />
Wolken und hilft dem Nikolaus.<br />
Aber huch, was ist denn hier<br />
passiert? Eine kräftige Böe fegt<br />
Stanislaus vom Himmel und<br />
er landet mitten im Brombeerhof<br />
bei den Kindern Anika<br />
und Niklas. Ob es ihm gelingt,<br />
rechtzeitig zu Weihnachten<br />
wieder nach Hause zu finden?<br />
Das erzählt Michaela Holzinger<br />
in 24 fröhlich-turbulenten<br />
Adventgeschichten. Michaela<br />
Holzinger wurde 1978 geboren<br />
und ist auf einem Bauernhof in<br />
Oberösterreich aufgewachsen<br />
Holzinger Michaela:<br />
Bald ist Weihnachten, Stanislaus<br />
G & G Verlag, 112 S., € <strong>16</strong>,00<br />
Hier kommt Kassiopeia: Queen<br />
of Sarcasm! So authentisch und<br />
superwitzig wurde das Leben<br />
einer 13-Jährigen noch nie<br />
erzählt!<br />
Habt ihr schon mal versucht,<br />
eure Lehrer zu ärgern UND<br />
gleichzeitig den Unterricht<br />
spannender zu gestalten und<br />
gute <strong>No</strong>ten zu bekommen? Die<br />
13-jährige Kassiopeia, genannt<br />
Ssio, liebt solche Herausforderungen.<br />
Denn wie hält<br />
man es anders mit nervigen<br />
Personen wie Clarissa in einem<br />
Raum aus? Und auch sonst hat<br />
Ssio immer eine freche Antwort<br />
parat. Zum Mitfühlen & Totlachen.<br />
Burghard Kirstin:<br />
Kassiopeia & die absolute Perfektion<br />
von Peinlichkeit<br />
Ueberreuter Verlag, 192 S., € 14,40<br />
Gut versteckt in den sagenumwobenen<br />
Gewölben von<br />
Professor Blaustein liegt eine<br />
bescheidene Büchersammlung.<br />
Gefüllt mit den legendären<br />
Geschichten seiner Vorfahren,<br />
erzählen sie von furchtlosen<br />
Kämpfern und unwahrscheinlichen<br />
Helden. Arthur wird in<br />
seinem kleinen Dorf in Island<br />
schon früh als Sonderling<br />
belächelt, denn er interessiert<br />
sich vor allem für die wilden<br />
und magischen Kreaturen der<br />
eisigen Insel. Kann sie jetzt nur<br />
noch Donnergott Thor retten<br />
… oder ist es der kleine Arthur?<br />
Joe Todd-Stanton:<br />
Professor Blauensteins höchst<br />
ungewöhnliche Vorfahren – Arthur<br />
und der Donnergott<br />
Karibu Verlag, 56 S., € 13,40<br />
Lustige Freundschaftsgeschichte<br />
für kleine<br />
Gruselfans!<br />
Zauberhuthase Zack und<br />
Hexenkatze Coco sind unzertrennlich.<br />
Doch dann wird<br />
Coco ins Internat für Hexentiere<br />
geschickt, das ausschließlich<br />
Katzen, Kröten, Schlangen,<br />
Spinnen, Raben und Ratten<br />
vorbehalten ist. Für die beiden<br />
steht natürlich fest: Zack muss<br />
mit! Und zwar undercover als<br />
Hexenkatze verkleidet. Doch<br />
schon beim ersten Flug auf dem<br />
Hexenbesen verliert er seinen<br />
falschen Schwanz. Witziges<br />
Tierabenteuer – ideal zum Vorlesen!<br />
Knabberfurzlustig.<br />
Anna Lott:<br />
Coco und Zack – Im Internat<br />
der Hexentiere<br />
Carlsen Verlag, 136 S., € 12,40<br />
Rachel und ihr Bruder Robert<br />
wachsen in Krasnia auf – einem<br />
Land, in dem Bücher und<br />
Geschichten verboten sind!<br />
Der böse Präsident Charles<br />
Malstain verbreitet Angst<br />
und Schrecken und besonders<br />
hasst er Kinder. Eines Tages<br />
bekommen die Geschwister<br />
ein geheimes magisches Buch<br />
geschenkt: Das Buch der gestohlenen<br />
Träume. Sie müssen<br />
alles in ihrer Macht Stehende<br />
tun, damit das Buch nicht in die<br />
falschen Hände gerät. Doch der<br />
grausame Charles Malstain ist<br />
Rachel und Robert bereits auf<br />
der Spur …<br />
David Farr:<br />
Das Buch der gestohlenen Träume, Bd. 1<br />
arsEdition Verlag, 400 S., € 18,50<br />
Endlich volljährig zieht es Enya<br />
in die Welt hinaus – sprichwörtlich<br />
den Sternen entgegen, auf<br />
der Suche nach Unabhängigkeit.<br />
An der Küste San Diegos<br />
geht sie überwältigt von dem<br />
Freiheitsgefühl schwimmen<br />
– auch wenn sie es nie gelernt<br />
hat. Als sie in den Fluten die<br />
Kontrolle verliert, wird sie von<br />
einem Fremden gerettet. Er<br />
verschwindet, ehe sie sich bedanken<br />
kann. Doch auf einer<br />
Strandparty stehen sich die<br />
beiden plötzlich wieder gegenüber<br />
… Ein Spiel aus Nähe und<br />
Distanz.<br />
Lexis Able:<br />
Wo sich Licht im Wasser bricht<br />
Carlsen Verlag, 400 S., € 14,40<br />
Berührendes Kinderbuch über<br />
zwei ungleiche Brüder.<br />
Mo ist Mo. Unberechenbar<br />
und unaufhaltsam. Er macht,<br />
was er will, und sagt, was ihm<br />
in den Kopf kommt. Mit ihm<br />
kann man Verrücktes erleben.<br />
Und manchmal wäre Karl gern<br />
so wie er, so sorglos, so ungehemmt.<br />
Oft aber nervt es ihn<br />
auch, sich um seinen Bruder<br />
kümmern zu müssen, der eine<br />
geistige Behinderung hat. Als<br />
er ihn mal einen Augenblick<br />
allein lässt, um das zu machen,<br />
was er will, ist sein Bruder verschwunden,<br />
als er nach Hause<br />
kommt …<br />
Oliver Scherz:<br />
Sieben Tage Mo<br />
Thienemann Verlag, 176 S., € <strong>16</strong>,50<br />
Fünf Jahre sind seit den<br />
Geschehnissen in Tintentod<br />
vergangen. Fünf glückliche<br />
Jahre. Aber dann wird Eisenglanz<br />
gesichtet, der Glasmann<br />
von Orpheus, dem erbitterten,<br />
silberzüngigen Feind von Meggie,<br />
Mo und Staubfinger. Der<br />
Grund: Orpheus plant Rache<br />
an allen, die ihn zu Fall gebracht<br />
haben, doch vor allem an<br />
Staubfinger, und er nutzt einen<br />
furchtbaren Zauber. Sind Bilder<br />
mächtiger als Worte? Staubfinger<br />
zieht aus, die Antwort<br />
zu finden. Der Schwarze Prinz<br />
aber macht sich auf die Jagd<br />
nach Orpheus.<br />
Cornelia Funke:<br />
Tintenwelt 4. Die Farbe der Rache<br />
Dressler Verlag, 352 S., € 23,70<br />
Die „WAS IST WAS“-Edition<br />
Dinosaurier und andere Urzeittiere<br />
liefert alle wichtigen<br />
und spannenden Fakten rund<br />
um die faszinierenden und<br />
beliebten Tiere der Urzeit.<br />
Wie konnten die Dinosaurier,<br />
Meeressaurier und Flugsaurier<br />
zu so vielfältigen Tiergruppen<br />
werden und das Erdmittelalter<br />
beherrschen? Aber die Dinos<br />
waren nicht die alleinigen Herrscher<br />
dieser Epochen. Und was<br />
kam danach? Säugetiere und<br />
Vögel haben die ökologischen<br />
Nischen besetzt und sich weiterentwickelt.<br />
Dr. Manfred Baur:<br />
Dinosaurier und andere Urzeittiere<br />
Tessloff Verlag, 192 S., € 25,70<br />
Für kleine Dino-Fans sind Spinosaurus<br />
und Stegosaurus keine<br />
Fremdwörter. In diesem Buch<br />
entdecken sie ihre Lieblingstiere<br />
ganz neu: Sechs große Folienseiten<br />
und zahlreiche Klappen<br />
verbergen Überraschendes. Mit<br />
einer stabilen Taschenlampe<br />
aus Pappe machen Kinder auf<br />
den dunklen Folien spannende<br />
Bilder sichtbar: Sie unternehmen<br />
eine Nachtwanderung<br />
im Dinopark und helfen bei<br />
einer Ausgrabung. Suchaufträge<br />
regen dazu an, kleine Details<br />
zu finden. Mit Fach zum Aufbewahren<br />
der Taschenlampe.<br />
Gernhäuser Susanne:<br />
Wieso? Weshalb? Warum? Dinosaurier<br />
Ravensburger Verlag, <strong>16</strong> S., € 20,60<br />
Mit einer Familie, die von<br />
Schneewittchen abstammt,<br />
ist Rain Whites Leben schon<br />
kompliziert genug. Nun muss<br />
sie auch noch einen schlafenden<br />
Prinzen küssen! Doch als<br />
Rain an ihrem 18. Geburtstag<br />
in die Gruft unter dem Tower<br />
of London hinabsteigt, löst sie<br />
eine Katastrophe aus: Ihr Kuss<br />
weckt nicht nur den Prinzen<br />
auf, sondern auch einen uralten<br />
Fluch. Um die Märchenfamilien<br />
zu retten, muss Rain<br />
sich sieben Prüfungen stellen<br />
– und darf nicht vergessen, dass<br />
ihr Herz ihre größte Schwachstelle<br />
ist.<br />
Stella Tack:<br />
Ann & After Bd. 1: Der schlafende Prinz<br />
Ravensburger Verlag, 576 S., € 17,50<br />
Rekorde, Skurriles, Sensationen<br />
– der Weltbestseller unter<br />
den Rekord-Büchern ist zurück!<br />
Tolle Leistungen, geniales<br />
Können und Spaßrekorde – den<br />
Ideen und Themen in der deutschen<br />
Ausgabe des Guinness-<br />
Buchs der Rekorde sind keine<br />
Grenzen gesetzt. Verrückte<br />
Einfälle, unglaubliche Fakten<br />
und spektakuläre Fotos bringen<br />
Kinder und Erwachsene zum<br />
Staunen, Schaudern, Gruseln<br />
und Lachen. Egal ob zu Weihnachten,<br />
zum Geburtstag oder<br />
zu Ostern – das Geschenk mit<br />
garantiertem Wow-Effekt!<br />
Guinness World Records 2024<br />
Ravensburger Verlag, 256 S., € 22,70<br />
Extra groß, extra dick, extra<br />
viel drin!<br />
Dieses Bilderlexikon bietet<br />
Kindern ein echtes Feuerwerk<br />
an Lieblingsthemen: In großen<br />
Bildern lernen sie erste Begriffe<br />
kennen rund um Feuerwehr,<br />
Kindergarten, Baustelle,<br />
Bauernhof und noch viel mehr.<br />
Mithilfe von Klappen erkunden<br />
sie die Stadt und sind hautnah<br />
dabei, wie die Polizei einen Dieb<br />
festnimmt. Sie unternehmen<br />
Ausflüge in den Zoo und in den<br />
Wald, verreisen mit dem Zug<br />
und dem Flugzeug. Dieses extra<br />
dicke Lexikon ist der perfekte<br />
Begleiter für unterwegs.<br />
Patricia Mennen:<br />
Wieso? Weshalb? Warum?<br />
Mein großes junior-Lexikon<br />
Ravensburger Verlag, 32 S., € 20,60
Gemeinsam für Schüler*innen<br />
und Lehrer*innen<br />
Die Wagner’sche liefert Bücher für Schüler*innen in<br />
ganz Österreich und gemeinsam mit dem den Verlagen<br />
cbj & cbt Know-how für Lehrer*innen.<br />
Was war das Kurioseste, das du erlebt hast,<br />
liebe Lisi?<br />
Elisabeth Wiederin: Jeder Tag ist kurios<br />
und erzählt viele Geschichten!<br />
Etwas besonders Kurioses war für mich der<br />
Spaziergang auf den verpackten Paletten auf<br />
einem riesigen LKW – ich konnte die Dimension<br />
der Lieferung einfach nicht glauben.<br />
Wie geht sich das logistisch alles aus in<br />
diesen 3 Monaten?<br />
Eine sehr genaue Planung im Vorfeld, viele<br />
Kalender und Tabellen, viele Telefonate, viele<br />
E-Mails und für alle <strong>No</strong>tfälle immer einen<br />
raschen Plan B aus dem Ärmel schütteln –<br />
logistisch denke ich nur mehr in Palettengrößen<br />
und Paketgewichten.<br />
Buchtipps:<br />
Rüdiger Bertram:<br />
Nur 300 km<br />
cbj Kinderbuch<br />
Kinderbuch ab 10 Jahren<br />
Manfred Theisen:<br />
Wir sind die letzte<br />
Generation<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren<br />
Teresa Hochmuth:<br />
Hainer der kleine Hai –<br />
Die heimliche Reise<br />
cbj Kinderbuch<br />
Kinderbuch ab 7 Jahren<br />
Ein besonderes Service vor allem für Lehrer*innen<br />
bieten auch die Verlage cbj<br />
& cbt auf ihrer toll und sehr übersichtlich<br />
gestalteten Homepage www.schullektuere.<br />
at ! – Dort findet man Lektüre-Empfehlungen<br />
sowie Buchtipps für die Vorschule,<br />
Grundschule, Schüler*innen der 5./6.<br />
Klasse, Schüler*innen der 7./8. Klasse und<br />
Material für alle ab der 9. Klasse.<br />
Für viele Titel bieten die Verlage außerdem<br />
kostenfreies Unterrichtsmaterial zum<br />
Download an. Die Empfehlungen werden<br />
laufend ergänzt und bearbeitet, sodass<br />
für jedes aktuelle Thema einige Bücher zu<br />
finden sind. Dass gerade diese Auswahl<br />
an Büchern natürlich sowohl fundiert als<br />
auch wirklich gut geschrieben ist, versteht<br />
sich von selbst. Die Auswahl an Spitzenautor*innen<br />
ist in den Verlagen ja sehr groß.<br />
Reiner Engelmann:<br />
Ich bin Jude – Euer Antisemitismus<br />
ist<br />
mein Alltag<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren<br />
Nicola Yoon:<br />
The sun is also a star<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren<br />
Ingo Siegner:<br />
Der kleine Drache<br />
Kokosnuss – Abenteuer<br />
& Wissen – Dinosaurier<br />
cbj Kinderbuch<br />
Kinderbuch ab 6 Jahren<br />
© Fotos: Wagner’sche<br />
© XXX<br />
Für die Kleinen findet man zu einigen<br />
ausgewählten Bilderbüchern auch ein tolles<br />
Bilderbuch-Kino.<br />
Das ganze Jahr arbeitet das Team der<br />
Medici GmbH/Wagner’schen daran, dass<br />
unzählige Schüler*innen in Tirol, Salzburg<br />
und Wien rechtzeitig zu ihren ca. 170.000<br />
Schulbüchern kommen.<br />
Dabei werden ca. 60 Tonnen an Büchern<br />
gestemmt, die erst mal alle klassenfertig zugeordnet<br />
werden müssen. Dazu dient eine<br />
200 m2 große Lagerhalle am Stadtrand von<br />
Innsbruck.<br />
Alles steht – wie gesagt – unkompliziert<br />
zum Download bereit und sollte noch die<br />
eine oder andere Frage auftauchen, kann<br />
man das kompetente Verlagsteam jederzeit<br />
unter online@cbj-verlag.de erreichen.<br />
Viel Spaß beim Stöbern unter:<br />
www.schullektuere.at<br />
Eva Mozes Kor,<br />
Lisa Rojany Buccieri:<br />
Ich habe den Todesengel<br />
überlebt – Eine Auschwitz-<br />
Zeitzeugin erzählt<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren<br />
Melinda Szymanik:<br />
Mein Elefant ist traurig<br />
– Ein bestärkendes Buch<br />
für weniger gute Tage<br />
cbj Kinderbuch<br />
Bilderbuch ab 4 Jahren<br />
Christine Fehér:<br />
Dünner als du denkst<br />
cbt<br />
Kinderbuch ab 10 Jahren<br />
Danach müssen die Bücherpakete punktgenau<br />
an ca. 80 Schulen geliefert werden.<br />
Dort lauern auch immer wieder Überraschungen<br />
auf Elisabeth Wiederin und ihr<br />
Team.<br />
44 45<br />
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Jenny Downham:<br />
Ich war der Lärm,<br />
ich war die Kälte<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren<br />
Monica Hesse:<br />
Sie mussten nach links<br />
gehen<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren<br />
Markus Zusak:<br />
Der Joker<br />
cbt<br />
Jugendbuch ab 14 Jahren
Mit<br />
den<br />
besten<br />
Empfehlungen:<br />
Wie wäre es, wenn sich die biologische<br />
Uhr, die in jedem von<br />
uns tickt, anhalten ließe – oder<br />
sogar ein Stück zurückdrehen?<br />
Der junge Forschungszweig der<br />
Epigenetik macht dieses Versprechen<br />
zur Realität. Genau<br />
darum geht es in diesem Buch:<br />
Was kann ich ganz konkret tun,<br />
um meine Altersuhr zurückzudrehen?<br />
Um wie viele Monate<br />
oder gar Jahre lässt sich der<br />
Zeiger zurückstellen? Und wie<br />
schaffe ich es, mein vermeintlich<br />
festgelegtes genetisches Erbe<br />
zum Besseren zu korrigieren?<br />
Bernd Kleine-Gunk,<br />
Bernhard Hobelsberger:<br />
Verjünge deine Gene!<br />
Gräfe und Unzer Verlag,<br />
254 S., € 22,90<br />
Worte können großen Schmerz,<br />
aber auch unendliche Freude<br />
auslösen. Wohl jeder Mensch<br />
erlebt das schon als Kind.<br />
Negative Sätze, die wir über uns<br />
hören, brennen sich ebenso ins<br />
Bewusstsein ein wie positive.<br />
Erfreulicherweise können wir<br />
alte negative Glaubenssätze<br />
überschreiben und neue etablieren.<br />
Das Werkzeug dafür nennt<br />
sich Affirmationen. Melanie<br />
Pignitter vermittelt, wie die<br />
bestärkenden Sätze wirken und<br />
wie man mit ihnen arbeitet,<br />
um glücklicher, gesünder und<br />
erfolgreicher zu werden.<br />
Melanie Pignitter:<br />
Wenn ein Satz dein Leben verändert<br />
Gräfe und Unzer Verlag, 189 S., € 20,90<br />
In der Bibliothek des Wahnsinns<br />
nimmt uns Edward Brooke-<br />
Hitching mit auf eine atemberaubende<br />
Reise durch die<br />
Literaturgeschichte. Er taucht<br />
ein in die dunkelsten Gefilde der<br />
Literatur, um die seltsamsten<br />
Bücher aus aller Welt aufzuspüren<br />
und deckt die faszinierenden<br />
Geschichten hinter ihrer<br />
Entstehung auf. Die Bibliothek<br />
des Wahnsinns versammelt<br />
riesige und winzige Bücher,<br />
Bücher, die mit Blut geschrieben<br />
wurden, und Bücher, die töten,<br />
Bücher des Wahnsinns und<br />
Bücher, die die Welt in die Irre<br />
führten.<br />
Edward Brooke-Hitching:<br />
Die Bibliothek des Wahnsinns<br />
Knesebeck Verlag, 256 S., € 39,10<br />
Otto Waalkes hat Generationen<br />
von Fans auf seine ganz eigene<br />
Art zum Lachen gebracht.<br />
Aber nicht nur auf der Bühne<br />
inszeniert das Multitalent seine<br />
Szenen perfekt, auch auf der<br />
Leinwand ist er ein Meister<br />
der pointierten Parodie. Dass<br />
er den Umgang mit Pinsel und<br />
Farbe in acht Semestern Kunststudium<br />
gelernt hat, dürfte<br />
manchen neu sein. Anhand von<br />
75 Meisterwerken zeigt Otto die<br />
wahre Geschichte der bildenden<br />
Kunst. Ein kleiner Parforceritt<br />
quer durch die Kunstgeschichte<br />
und ein großes Vergnügen.<br />
Otto Waalkes:<br />
Ganz große Kunst<br />
Heyne Verlag, 176 S., € 27,60<br />
Über Genie und Wahnsinn,<br />
tollkühne Kerle und mutige<br />
Frauen, <strong>No</strong>belpreisträger und<br />
heldenhafte Lebenslügen:<br />
Michael Köhlmeier erzählt in<br />
gekonnter Leichtigkeit Geschichten<br />
über die Ikonen und<br />
Legenden unserer Zeit. Warum<br />
der Jazzpianist Thelonious<br />
Monk für seinen besten Freund<br />
ins Gefängnis ging. Wie es zum<br />
Schachduell der Giganten Bob<br />
Dylan und Bobby Fischer kam.<br />
Über Marilyn Monroe und Muhammad<br />
Ali. Faktentreu – aber<br />
mit literarischer Freiheit.<br />
Michael Köhlmeier:<br />
Boulevard der Helden<br />
Benevento Verlag, 224 S., € 22,00<br />
Die Krisen der Gegenwart<br />
bergen die Chance, unsere Gesellschaft<br />
grundlegend zu verändern.<br />
Weg von dem Streben<br />
nach immer mehr Wachstum,<br />
hin zu einem gemeinschaftlichen<br />
Wirtschaften. Wie das<br />
gelingen kann, veranschaulicht<br />
Thoma anhand des funktionierenden<br />
Ökosystems des Kirschbaums:<br />
Intelligenz und Bildung<br />
sind hier dezentral organisiert,<br />
Wertstoffe werden in den Kreislauf<br />
reinvestiert, Schwächephasen<br />
werden im Kollektiv<br />
überstanden. Ein eindringlicher<br />
Aufruf, im Sinne der Gemeinschaft<br />
zu handeln.<br />
Erwin Thoma:<br />
Der Weg des Kirschbaums<br />
Ecowing Verlag, 180 S., € 24,00<br />
46<br />
Wagner’sche.<br />
Stefan Zweig war der Bestsellerautor<br />
der 1920er-Jahre. Mit<br />
dem Machtantritt der Nationalsozialisten<br />
nahm seine einmalige<br />
Erfolgsgeschichte eine schicksalhafte<br />
Wendung, die Zweig<br />
verzweifeln ließ. Nachdem er<br />
Österreich verlassen musste,<br />
verbrachte er die nächsten Jahre<br />
im Exil, wo er sich 1942 das<br />
Leben nahm. Fotoalben der<br />
Familie, Stefan Zweigs eigene<br />
Bibliothek und eine Vielzahl<br />
von privaten und öffentlichen<br />
Sammlungen liefern nun ein<br />
vielfältiges, erstmals zugängliches<br />
Bildmaterial.<br />
Oliver Matuschek:<br />
Das Stefan Zweig Album<br />
Benevento Verlag, 240 S., € 30,00<br />
Was wäre Tirol ohne seine malerischen<br />
Bade- und stillen Bergseen,<br />
ohne die spektakulären<br />
Wasserfälle und abenteuerlichen<br />
Schluchten und Klammen?<br />
Einige Ziele liegen nah und<br />
können unkompliziert besucht<br />
werden. Andere befinden sich<br />
weit oben in den Bergen und es<br />
erfordert etwas mehr Mühe und<br />
Zeit, sie zu entdecken. Egal,<br />
wofür Sie sich entscheiden, mit<br />
diesem Buch von Uwe Schwinghammer<br />
halten Sie einen treuen<br />
Begleiter in Ihren Händen, der<br />
sich für jeden Besuch am Wasser<br />
eignet.<br />
Uwe Schwinghammer:<br />
Das Tiroler Wasserwanderbuch<br />
Tyrolia, 200 S., € 25,00<br />
Wer kennt das nicht? Das<br />
Lauftraining wurde Punkt für<br />
Punkt eingehalten und trotzdem<br />
bleibt der Erfolg aus. Das alles<br />
müsste nicht sein, denn beim<br />
Training wie auch beim Essen<br />
kommt es auf das „Gewusst<br />
wie“ an. Oft helfen schon kleine<br />
Veränderungen, um nachhaltig<br />
Erfolg zu haben. In diesem<br />
Buch beantworten namhafte<br />
Experten die häufigsten Fragen<br />
rund um das richtige Training.<br />
Einfach zu befolgende Anleitungen<br />
und Tipps helfen<br />
dabei, Fehler zu vermeiden und<br />
den gewünschten Erfolg zu<br />
erzielen.<br />
Angelika Kirchmaier:<br />
Ernährung und Sport<br />
Tyrolia, 2<strong>16</strong> S., € 22,00<br />
Ob knusprig-dünner Teig oder<br />
fluffiger Teig mit luftigen Blasen<br />
– in diesem Buch finden Sie<br />
eine große Auswahl an Pizzateig-Rezepten,<br />
die für jeden Geschmack<br />
und Anlass geeignet<br />
sind. Es ist die perfekte Anleitung<br />
für alle, die in die Welt<br />
des Pizzabackens einsteigen<br />
oder ihre Pizzakünste verbessern<br />
wollen. Mit zahlreichen<br />
Schritt-für-Schritt-Anleitungen<br />
und Fotos wird die Zubereitung<br />
des italienischen Klassikers zum<br />
Kinderspiel.<br />
Marian Moschen:<br />
Mann backt Pizza<br />
Tyrolia, 205 S., € 29,00<br />
Die beliebte „Lilliput“-Reihe<br />
aus dem Langenscheidt-Verlag<br />
wird fortgesetzt! Nun gibt<br />
es das handlichste Wörterbuch<br />
der Welt auch auf Tirolerisch!<br />
Das Wörterbuch im Miniformat<br />
bietet Reisenden und Einheimischen<br />
rund 5.000 Stichwörter<br />
und Wendungen sowie<br />
Wissenswertes über Land und<br />
Kultur. Amüsant und originell –<br />
für den Urlaub und Tirol-Fans.<br />
Der Lilliput ist auch ein ideales<br />
Geschenk für alle Tirol-Interessierten<br />
– zum Schmökern und<br />
Schmunzeln.<br />
Langenscheidt Lilliput TirolerischXX<br />
Langenscheidt, 384 S., € 6,95<br />
Dunkle Gassen, finstere Gestalten<br />
– und du mittendrin!<br />
Tauche mit zwei Zeitungsjournalisten<br />
tief ein in wahre,<br />
mysteriöse Kriminalfälle der<br />
Vergangenheit, knacke spannende<br />
Rätsel und lerne wie<br />
nebenbei Englisch. Fünf wahre<br />
Kriminalfälle erwarten dich,<br />
jeder gespickt mit kniffligen<br />
Rätseln. Um sie lösen zu<br />
können und am Ende den Fall<br />
aufzuklären, brauchst du deine<br />
Englischkenntnisse – denn du<br />
befindest dich in England und<br />
alle sprechen nur Englisch. Dein<br />
Scharfsinn ist gefragt!<br />
PONS Escape! Bloody Murder<br />
PONS, 144 S., € 13,40
Leichenräuber in Edinburgh,<br />
Raubmord in den Highlands!<br />
Tauche mit Lady Agatha<br />
und ihrem neugierigen Neffen<br />
Archie tief ein in wahre,<br />
mysteriöse Kriminalfälle der<br />
Vergangenheit, knacke spannende<br />
Rätsel und lerne wie<br />
nebenbei Englisch. Fünf weitere<br />
wahre Kriminalfälle erwarten<br />
dich, jeder gespickt mit kniffligen<br />
Rätseln. Um sie lösen zu<br />
können und am Ende den Fall<br />
aufzuklären, brauchst du deine<br />
Englischkenntnisse – denn du<br />
befindest dich in Schottland<br />
und alle sprechen nur Englisch.<br />
Dein Scharfsinn ist gefragt!<br />
PONS Escape! On The Dark Side<br />
PONS, 144 S., € 13,40<br />
Wer gut schläft, hat Energie,<br />
Konzentration und Kraft für<br />
den Alltag. Schlaf ist aber auch<br />
der wichtigste Faktor für ein<br />
langes, gesundes Leben und<br />
um Demenz vorzubeugen.<br />
Immer mehr Menschen leiden<br />
unter Schlafproblemen. Ebenso<br />
verständlich wie fundiert teilt<br />
die international renommierte<br />
Schlafforscherin Birgit Högl<br />
mit uns bahnbrechende neue<br />
Erkenntnisse der Wissenschaft,<br />
räumt mit Mythen und falschen<br />
Vorstellungen auf und liefert<br />
das Wissen, um endlich besser<br />
zu schlafen.<br />
Birgit Högl:<br />
Besser schlafen<br />
Brandstätter Verlag, 184 S., € 25,00<br />
Peter Simonischek war einer<br />
der vielseitigsten Schauspieler<br />
im deutschen Sprachraum,<br />
einer der letzten großen Stars.<br />
Er steht auf dem Zenit seines<br />
Schaffens, erntet, was er die<br />
Jahre zuvor gesät hat, und ja,<br />
er hatte im Leben richtig viel<br />
Glück. Und dann ist plötzlich<br />
alles anders: Eine Diagnose<br />
zwingt ihn zur Auseinandersetzung<br />
mit seinem Leben und<br />
dem Tod. Gemeinsam mit der<br />
Autorin Saskia Jungnikl-Gossy<br />
stellt Peter Simonischek seine<br />
Lebensthemen auf den Prüfstand.<br />
Peter Schimonischek,<br />
Saskia Jungnikl-Gossy:<br />
Kommen Sie näher!<br />
Molden Verlag, 224 S., € 32,00<br />
Der Abschluss der Geschichte<br />
der Welt in 6 Bänden, herausgegeben<br />
von Akira Iriye und<br />
Jürgen Osterhammel, behandelt<br />
die Epoche von 600 bis 1350<br />
in Hinblick auf die Globalisierung.<br />
Die Erde bot damals<br />
noch so viel Platz, dass Individuen,<br />
Gruppen und ganze Gesellschaften<br />
isoliert voneinander<br />
existieren konnten. Und doch<br />
begann hier die Einflussnahme<br />
von den verschiedensten<br />
Menschen und Gebieten<br />
untereinander und setzte der<br />
Isolation ein Ende.<br />
Jürgen Osterhammel,<br />
Daniel G. König, Akira Iriye:<br />
Die Geschichte der Welt<br />
C.H. Beck Verlag, 1191 S., € 51,40<br />
Als Aperitif wird ein Getränk<br />
verstanden, das Magen und<br />
Geist für das kommende Mahl<br />
öffnet. Doch Aperitif ist mehr.<br />
In anderen Ländern, vor allem<br />
in Frankreich, der Schweiz und<br />
Italien, verstehen die Menschen<br />
darunter ein geselliges Beisammensein,<br />
das für sich stehen<br />
kann: Sie treffen sich, pflegen<br />
Freundschaften, entspannen.<br />
Dabei erfreuen sie sich an<br />
kleinen kulinarischen Genüssen,<br />
begleitet von unkomplizierten<br />
Getränken, und setzen das in<br />
den Abend hinein unendlich<br />
fort: Aperitivo Infinito.<br />
Johannes Hoflehner, Ulli Lassenberger:<br />
Aperitivo Infinito<br />
Braumüller Verlag, 256 S., € 34,00<br />
Der Wald kann mit Veränderungen<br />
umgehen, wir<br />
nicht. Durch den gegenwärtigen<br />
Klimawandel geraten Ökosysteme<br />
immer mehr unter<br />
Stress. Was geschieht mit<br />
unseren Wäldern? Jürgen-Tomas<br />
Ernst, seit über 25 Jahren<br />
Förster und Waldpädagoge,<br />
gibt fundierte Antworten. An<br />
zahlreichen Beispielen erklärt<br />
der Autor die Folgen des Klimawandels<br />
für unsere Wälder.<br />
Wälder werden auch in Zukunft<br />
nicht untergehen. Verändern<br />
wird sich ihre Zusammensetzung.<br />
Jürgen-Thomas Ernst:<br />
Der Wald in Zeiten der Veränderung<br />
Braumüller Verlag, 272 S., € 26,00<br />
Der Frühling 1848 war wohl<br />
einer der aufregendsten<br />
Zeiträume der europäischen<br />
Geschichte und wird in Christopher<br />
Clarks neuem Buch spektakulär<br />
zum Leben erweckt.<br />
Überall entstanden neue politische<br />
Ideen, Glaubenssätze und<br />
Erwartungen. Es ging um die<br />
Rolle der Frau in der Gesellschaft,<br />
das Ende der Sklaverei,<br />
das Recht auf Arbeit, nationale<br />
Unabhängigkeit und die<br />
jüdische Emanzipation. Dies<br />
waren plötzlich zentrale und<br />
umkämpfte Themen, welche<br />
die Verhältnisse in ganz Europa<br />
nachhaltig veränderten.<br />
Christopher Clark:<br />
Frühling der Revolution<br />
DVA Verlag, 1<strong>16</strong>8 S., € 49,90<br />
Walter Isaacson, bekannt als<br />
Autor des Weltbestsellers Steve<br />
Jobs, nimmt sich den nächsten<br />
Visionär unserer Zeit vor: Über<br />
zwei Jahre konnte Isaacson<br />
Elon Musk aus unmittelbarer<br />
Nähe beobachten, nahm an<br />
seinen Meetings teil und verbrachte<br />
Stunden damit, ihn<br />
selbst, seine Familie, Freunde,<br />
Kollegen und Gegner zu<br />
interviewen. Das Ergebnis ist<br />
ein aufschlussreicher Insider-<br />
Bericht, der fragt: Sind die<br />
Dämonen, die Musk antreiben,<br />
am Ende das, was es braucht,<br />
um Innovation und Fortschritt<br />
voranzutreiben?<br />
Walter Isaacson:<br />
Elon Musk<br />
C. Bertelsmann Verlag, 832 S., €39,10<br />
Wie gelingt ein schmerzfreies<br />
Leben? Das Top-Expertenteam<br />
aus der Ernährungsmedizinerin<br />
Petra Bracht, dem Schmerzspezialisten<br />
Roland Liebscher-<br />
Bracht und dem Starkoch<br />
Johann Lafer hat hier die Lösung:<br />
ein ganzheitliches Anti-<br />
Schmerz-Programm, das den<br />
Körper entlastet und Schmerzen<br />
lindert. Fast 100 raffinierte<br />
pflanzenbasierte Rezepte<br />
unterstützen den Körper bei der<br />
Heilung. Kombiniert mit sieben<br />
effektvollen Bewegungsübungen<br />
werden Schmerzen sofort aufgelöst<br />
und dauerhaft besiegt.<br />
Petra Bracht, Roland Liebscher-Bracht,<br />
Johann Lafer:<br />
Essen gegen Schmerzen<br />
Gräfe & Unzer Verlag, 264 S., € 35,90<br />
Künstliche Intelligenz verändert<br />
die Welt, und das schneller<br />
und weitgehender als gedacht.<br />
Neurowissenschaftler und Bestseller-Autor<br />
Manfred Spitzer<br />
analysiert den Einsatz von KI<br />
in den diversesten wissenschaftlichen<br />
Bereichen sowie im Alltag.<br />
Sein Fazit: KI durchdringt<br />
schon jetzt unser Leben und<br />
unsere Gesellschaft, und zwar<br />
ohne jede Regulierung. Über<br />
Risiken und Gefahren sowie<br />
über die Verantwortung, die mit<br />
dem Vormarsch der KI einhergeht,<br />
muss nachgedacht werden.<br />
Manfred Spitzer:<br />
Künstliche Intelligenz<br />
Droemer Verlag, 336 S., € 24,70<br />
Mit der ersten Familie beginnt<br />
die Menschheit. Die folgenden<br />
Familien machen Geschichte<br />
und ihre Dynastien formen –<br />
bis heute – die Weltgeschichte.<br />
Weltbestsellerautor Simon<br />
Sebag Montefiore entfaltet ein<br />
welt- und kulturenumspannendes<br />
Panorama von Familien,<br />
Sippen, Clans und Dynastien<br />
durch alle Zeiten und auf allen<br />
Kontinenten. <strong>No</strong>ch nie wurde<br />
die Familien-Weltgeschichte so<br />
vielschichtig entfaltet, so mitreißend<br />
erzählt.<br />
Simon Sebag Montefiore:<br />
Die Welt. Eine Familiengeschichte<br />
der Menschheit<br />
Klett-Cotta Verlag, 1536 S., € 50,40<br />
Maria Callas war die bedeutendste<br />
Opernsängerin des<br />
20. Jahrhunderts. Sie revolutionierte<br />
die Opernbühnen und<br />
war ihrer Zeit künstlerisch weit<br />
voraus. Bis heute inspiriert,<br />
berührt und verzaubert sie ihre<br />
Fans. Und bis heute halten<br />
sich Gerüchte und Legenden<br />
über sie. Arnold Jacobshagen<br />
erkundet ihre Kunst und hinterfragt<br />
Mythen, die ihr Bild bis<br />
heute verzerren. Er beschreibt<br />
den Einfluss der privaten<br />
Schicksalsschläge auf ihre Entwicklung<br />
als Künstlerin und<br />
entwirft so ein neues Bild der<br />
Ikone.<br />
Arnols Jacobshagen:<br />
Maria Callas. Kunst und Mythos<br />
Reclam Verlag, 367 S., € 25,70<br />
„Ich bin nicht so wie andere<br />
Frauen“ ist der typische Satz<br />
eines pick me girls. Wahrscheinlich<br />
haben die meisten<br />
Frauen diesen Satz mal gedacht,<br />
nicht nur in der unbewusstmisogynen<br />
Abgrenzung, sondern<br />
als Herabwürdigung des<br />
eigenen Selbst – man ist nicht<br />
so dünn und hat keine so gute<br />
Haut wie alle anderen Frauen.<br />
Spätestens in der Pubertät wird<br />
man mit der ungeschriebenen<br />
goldenen Regel konfrontiert:<br />
Der männliche Blick ist die<br />
höchste Währung. Ein kluges,<br />
persönliches Buch!<br />
Sophie Passmann:<br />
Pick Me Girls<br />
Kiepenheuer & Witsch Verlag,<br />
224 S., € 22,70<br />
Er ist einer der größten deutschen<br />
Filmstars, dreht internationale<br />
Kino- und Serienhits<br />
und hat Fans auf der ganzen<br />
Welt. Dass aus Oliver Masucci<br />
noch was wurde, danach sah es<br />
lange nicht aus, wurde er doch<br />
in den 1970ern als „Itaker“-<br />
Kind verspottet und gequält,<br />
selbst von der eigenen Familie<br />
nie ernst genommen. Es ist die<br />
unwahrscheinliche Aufstiegsgeschichte<br />
eines Gastarbeiterkindes<br />
im deutsch-italienischen<br />
Kulturmischmasch.<br />
Oliver Masucci:<br />
Träumertänzer<br />
Lübbe Life Verlag, 272 S., € 24,70<br />
Mit der Entdeckung Amerikas,<br />
den ungeahnten Möglichkeiten<br />
des Buchdrucks und der neuen<br />
Strömung des Humanismus<br />
war der Übergang vom 15. zum<br />
<strong>16</strong>. Jahrhundert turbulent. Aus<br />
Albrecht Dürers Lebenswerk<br />
und Überlieferungen erfahren<br />
wir viel über diese Zeit. All dies<br />
hat Romedio Schmitz-Esser zu<br />
einem spannenden Gesamtwerk<br />
über die verschiedenen Lebensbereiche<br />
am Übergang vom<br />
Spätmittelalter zum Zeitalter<br />
des Humanismus und der Renaissance<br />
zusammengestellt.<br />
Romedio Schmitz-Esser:<br />
Um 1500. Europa zur Zeit<br />
Albrecht Dürers<br />
WBG Theiss Verlag, 520 S., € 45,30<br />
Frühjahrsputz und Heuschnupfen,<br />
modische Zwickmühlen<br />
im Sommer, trübe<br />
Herbstgedanken und hartnäckige<br />
Kältewellen – manchmal<br />
ist es gar nicht so leicht,<br />
gelassen durch das Jahr zu kommen.<br />
Doch mit einem Freund<br />
an der Seite wie Wondrak lassen<br />
sich alle Herausforderungen<br />
meistern. Woche für Woche<br />
die schönsten Zeichnungen aus<br />
Janoschs beliebter Wondrak-<br />
Kolumne: als Postkarten zum<br />
Heraustrennen – für alle, die<br />
einen guten Rat brauchen.<br />
Janosch:<br />
Wondrak für alle Lebenslagen.<br />
Postkartenkalender<br />
Reclam Verlag, 53 S., € 17,00
Krimi Fest<br />
Thriller<br />
Vergnügen<br />
7 Tipps von Bernhard Aichner<br />
Österr.<br />
Buch<br />
Preis<br />
7 Romane unserer Wahl<br />
Jedes<br />
W:ORT<br />
zählt<br />
7 neue lyrische Kostbarkeiten!<br />
3×7<br />
Best<br />
aber<br />
Seller:<br />
1<br />
2<br />
The<br />
Was ans Licht kommt<br />
Christoffer Carlsson<br />
rowohlt Verlag, € 14,40<br />
F_ck-it-Liste<br />
John Niven<br />
heyne hardcore Verlag, € 22,70<br />
1<br />
2<br />
Wir<br />
Wovon wir leben<br />
Birgit Birnbacher<br />
Zsolnay Verlag, € 25,50<br />
werden fliegen<br />
Susanne Gregor<br />
FVA Verlag, € 25,50<br />
1<br />
2<br />
Flussgang<br />
Live Stream & Leichen<br />
Martin Piekar<br />
Verlagshaus Berlin, € 22,70<br />
Robert Schindel<br />
Suhrkamp Verlag, € 24,70<br />
3<br />
Aufzeichnungen<br />
eines Serienmörders<br />
Kim Young-ha<br />
cass Verlag, € 20,60<br />
3<br />
Nachtfrauen<br />
Maja Haderlap<br />
Suhrkamp Verlag, € 25,50<br />
3<br />
Ich<br />
habe den Zorn des Windes gesehen<br />
Mariam Meetra<br />
Wallstein Verlag, € 23,50<br />
4<br />
City<br />
of Fire<br />
Don Winslow<br />
Harper Collins Verlag, € 15,20<br />
4<br />
Monde<br />
vor der Landung<br />
Clemens J. Setz<br />
Suhrkamp Verlag, € 27,60<br />
4<br />
Funkhaus<br />
Hinemoana Baker<br />
edition AZUR, € 22,50<br />
5<br />
Einer<br />
von den Guten<br />
Jan Costin Wagner<br />
Galliani Verlag, € 23,70<br />
5<br />
Eigentum<br />
Wolf Haas<br />
Hanser Verlag, € 23,50<br />
5<br />
Zweckbau<br />
für Ziegen<br />
Angelika Rainer<br />
Haymon Verlag, € 22,90<br />
6<br />
Der<br />
Häftling aus Moabit<br />
Alex Beer/Felix Blom<br />
Limes Verlag, € 18,30<br />
6<br />
Dschomba<br />
Karin Peschka<br />
Otto Müller Verlag, € 26,80<br />
6<br />
hier<br />
Julia Costa<br />
Keiper Verlag, € <strong>16</strong>,50<br />
50<br />
Wagner’sche.<br />
7<br />
Bitter<br />
Wash Road<br />
Garry Disher<br />
Unionsverlag Verlag, € 14,40<br />
7<br />
Begabte<br />
Bäume<br />
Bodo Hell<br />
Droschl Verlag, € 25,80<br />
7<br />
<strong>No</strong>ch<br />
Licht im Haus<br />
Klaus Merz<br />
Haymon Verlag, € 22,90
Mit<br />
den<br />
besten<br />
Empfehlungen:<br />
Billie lebt mit ihrer Mutter in<br />
einem zugegebenermaßen nicht<br />
gerade paradiesischen Wohnblock.<br />
Dennoch fehlt es der<br />
Tochter augenscheinlich an<br />
nichts, was ihre Mutter nicht<br />
mit Fantasie und Liebe aufwiegen<br />
könnte. Nur das Thema<br />
des unbekannten Vaters ist ein<br />
Punkt, dem Billie noch nachgehen<br />
muss. Die Gelegenheit<br />
dazu bietet sich schneller, als es<br />
der 14-Jährigen lieb ist. Selbst<br />
in den traurigen Momenten<br />
birgt dieser Roman schillernde<br />
Lichtblicke, humorvolle Begegnungen<br />
und tiefe Herzenswärme.<br />
Katherina J. Ferner<br />
Elena Fischer:<br />
Paradise Garden<br />
Diogenes Verlag, 352 S., € 24,50<br />
Als Erik Montelius erwacht, ist<br />
es 2021. Seit seinem Tod sind<br />
dreißig Jahre vergangen. Sein<br />
neues Leben ist einem Erfolg<br />
der Kryotechnologie zu verdanken.<br />
Statt diesen zu feiern,<br />
soll die Sache allerdings vertuscht<br />
werden. Erik muss nicht<br />
nur auf den neusten Stand der<br />
Technologie kommen und sich<br />
mit der Vergangenheit befassen,<br />
sondern sich auch noch darum<br />
kümmern, nicht gleich wieder<br />
zu sterben. Ein kritischer,<br />
schräger Blick auf unsere Zeit.<br />
Ein humorvolles und etwas gruseliges<br />
Gedankenexperiment.<br />
Katherina J. Ferner<br />
Daniel Wisser:<br />
012<br />
Luchterhand Verlag, 448 S., € 25,70<br />
In ihrem aktuellen Roman verarbeitet<br />
Monika Helfer erneut<br />
eine ihrer Lebenserinnerungen:<br />
Gloria, die exzentrische Schönheit,<br />
die mit ihrer Mutter in<br />
einer noblen Villa in Bregenz<br />
lebt, ist lange Zeit „Monis“<br />
beste Freundin. Im Erwachsenenalter<br />
trennen sich<br />
die Wege der beiden Frauen,<br />
doch hält sie eine besondere<br />
Verbindung zusammen. Ein<br />
Wiedersehen der Freundinnen<br />
im höheren Alter setzt eine<br />
Reflexion über Freundschaft<br />
und die Frage, ob man einen<br />
Menschen je wirklich (er)kennen<br />
kann, in Gang – lesenswert!<br />
Gabriele Wild<br />
Monika Helfer:<br />
Die Jungfrau<br />
Hanser Verlag, 152 S., € 23,50<br />
Johanna ist eine berühmte<br />
Künstlerin, als sie von den<br />
USA in ihren Heimatort Oslo<br />
zurückkehrt. Dort überkommen<br />
sie „eingekapselte Gefühle“,<br />
denn seit 30 Jahren weiß sie so<br />
gut wie nichts von ihrer Mutter.<br />
Nun lebt sie nur einige Kilometer<br />
von ihr entfernt. Besessen<br />
vom Gedanken an sie sucht Johanna<br />
den Kontakt zu ihr. Ein<br />
raffiniert aufgebautes Buch über<br />
Verletzungen und der Hoffnung<br />
auf Versöhnung. Ágnes Czingulszki<br />
Vigdis Hjorth:<br />
Die Wahrheiten meiner Mutter<br />
S. Fischer Verlage, 399 S., € 25,50<br />
Ein Urgestein und Außenseiter<br />
der österreichischen Literatur<br />
ist 80 geworden. Beständig und<br />
munter navigiert Peter Henisch<br />
seit Jahrzehnten seinen Kahn in<br />
ruhigen Nebengewässern den<br />
Literaturfluss hinunter, meidet<br />
Strudel und Stromschnellen. In<br />
seinem neuen Roman legt er im<br />
fiktiven italienischen Dörfchen<br />
San Vito an, schildert Naturidyllen<br />
und reißt bedrängende<br />
Fragen unserer Zeit an. Ein<br />
Muss für Peter-Henisch-Fans:<br />
Tanti auguri! Bernhard Sandbichler<br />
Peter Henisch:<br />
Nichts als Himmel<br />
Residenz Verlag, 228 S., € 26,80<br />
„Kriegerfriedhof“ – so steht’s<br />
gleich neben dem Brandstätter<br />
See bei Eferding auf der Landkarte.<br />
Aber im Geografieunterricht<br />
der dritten Klassen der<br />
Mädchenhauptschule erfährt<br />
die Schülerin Peschka nichts<br />
über das 1915 errichtete und<br />
auch im Zweiten Weltkrieg<br />
betriebene Kriegsgefangenenlager:<br />
„Nie wird vom Friedhof<br />
in Deinham die Rede sein.“<br />
Džomba, ein alter Serbe, lebt<br />
dort in einer Hütte – der Fremde<br />
und um in herum die Einheimischen.<br />
Von ihm und ihnen<br />
handeln die kurzen Episoden<br />
dieser sympathischen Heimatkunde.<br />
Bernhard Sandbichler<br />
Karin Peschka:<br />
Dschomba<br />
Otto Müller Verlag, 378 S., € 26,80<br />
52<br />
Wagner’sche.<br />
Drei dramatische Szenarien:<br />
persönliches Schicksal, Terrorismus<br />
in Europa, Folgen des<br />
Klimawandels. Paolo Giordano,<br />
Physiker und Bestsellerautor<br />
aus Turin, verflicht diese<br />
drei Strähnen ähnlich wie die<br />
Französin Laetitia Columbani<br />
zu einem „Erzählzopf“. Strähne<br />
wird über Strähne gelegt und<br />
am Ende bleibt die Frage, ob<br />
sich Paolo, Anfang 40 und Alter<br />
Ego des Autors, mit sich und<br />
seinen Mitmenschen zurechtfinden<br />
wird. Vage Zukunftsaussichten<br />
also, die nicht nur den<br />
Autor und seine Figur, sondern<br />
uns alle umtreiben. Bernhard<br />
Sandbichler<br />
Paolo Giordano:<br />
Tasmanien<br />
Suhrkamp Verlag, 336 S., € 25,70<br />
Marie und Tom, die beide<br />
versuchen, die Bruchsteine<br />
ihres Lebens wieder zu ordnen,<br />
treffen sich unverhofft in Italien<br />
und begeben sich gemeinsam<br />
auf die Suche nach dem, das sie<br />
verloren geglaubt haben. Was<br />
sie jedoch nicht ahnen, ist, dass<br />
sie dabei auf ein noch größeres<br />
Chaos zusteuern.<br />
Ein typischer Binge-Read, der<br />
jedoch mit tiefgründigeren<br />
Themen (Mental Health,<br />
Social Media etc.) überrascht,<br />
denen mit Humor eine gewisse<br />
Leichtigkeit verliehen wird,<br />
ohne sie dabei ins Lächerliche<br />
zu ziehen. Jacqueline Falkner<br />
Tarkan Bagci:<br />
Heartbreak<br />
DTV Verlag, 299 S., € 22,70<br />
Barbara von Cilli, Königin<br />
von Ungarn, Alchemistin und<br />
Vampirjägerin, kämpft gemeinsam<br />
mit Vlad II. gegen<br />
das Aufkommen der Strigoi im<br />
Spätmittelalter. Der Machtkampf<br />
um die Herrschaft<br />
fordert zahlreiche Opfer – auch<br />
in der Gegenwart. Dies spürt<br />
vor allem Len als letzter Nachfahre<br />
von Vlad II. Nur blöd,<br />
dass dieser Vampire bislang als<br />
Märchenfiguren abgestempelt<br />
hat … Ein dramatischer Dark-<br />
Fantasy-Roman voller Blut, Action<br />
und Spannung, geschrieben<br />
vom Meister der Fantastik<br />
höchstpersönlich. Sarah Loretz<br />
Markus Heitz:<br />
Die schwarze Königin<br />
Knaur Verlag, 544 S., € 18,50<br />
Nach neun Jahren feiert<br />
Patrick Rothfuss mit seinem<br />
neuen Roman die Rückkehr<br />
in die Welt der Königsmörder-<br />
Chronik. Diesmal in der Hauptrolle:<br />
der charmante Fae Bast,<br />
ein wahrer Meister der Tauschgeschäfte.<br />
Als Bast jedoch<br />
eines Tages eine Gabe ohne<br />
Gegengabe annimmt, gerät<br />
seine ganze Welt aus den Fugen<br />
und er tänzelt geradewegs in<br />
sein Verderben hinein. Diese<br />
stark erweiterte Neufassung der<br />
bisher nur in einer Anthologie<br />
erschienenen <strong>No</strong>velle Der Blitzbaum<br />
raubt jedem Fantasy-Fan<br />
den Atem. Sarah Loretz<br />
Patrick Rothfuss:<br />
Der Weg der Wünsche<br />
Klett-Cotta Verlag, 224 S., € 20,60<br />
Über fünf Generationen begleiten<br />
wir die Familie von<br />
Mary Lamb und somit die<br />
Geschichte Englands … von<br />
der Krönung Elisabeth II.<br />
über Prinzessin Diana bis zum<br />
Brexit. Ausführlich wird der<br />
Schokolade gehuldigt und somit<br />
auch der „Schokoladekrieg“ in<br />
allen Farben geschildert. Lässig<br />
und mit Augenzwinkern breitet<br />
Coe die Absurditäten aus und<br />
erklärt uns nicht die Engländer,<br />
zeigt uns aber deutlich, dass sie<br />
sich selbst auch nicht immer<br />
verstehen. Coe ist immer ein<br />
Leseerlebnis! Robert Renk<br />
Jonathan Coe:<br />
Bournville<br />
Folio Verlag, 409 S., € 28,80<br />
Nach 30 Jahren kommt der<br />
erste Roman von Zeruya Shalev<br />
in unsere Bücherregale. Ein<br />
Roman über eine Frau, die ihre<br />
Familie für eine neue Liebe<br />
verlässt und nicht damit klarkommt.<br />
Vor allem für ihr treues<br />
deutschsprachiges Publikum<br />
hat diese bedeutende Erzählerin<br />
ihren Erstling noch einmal<br />
überarbeitet. „Ihr Roman Nicht<br />
ich ist eines der kühnsten Werke<br />
der postmodernen israelischen<br />
Literatur. Man könnte ihn als<br />
die Urquelle ihrer gesamten<br />
Erzählkunst bezeichnen.“<br />
(Avner Holtzman)<br />
Erscheint im Jänner 2024.<br />
Robert Renk<br />
Zeruya Shalev:<br />
Nicht ich<br />
Berlin Verlag, 208 S., € 24,70
In ihrem neuen Roman erzählt<br />
Jeanette Walls, inspiriert von<br />
wahren Begebenheiten und Personen,<br />
die Geschichte von Sally,<br />
einer jungen Frau, die nach dem<br />
Tod ihrer Mutter von ihrem<br />
Vater nicht länger erwünscht ist<br />
und daher weggeschickt wird,<br />
um fortan mit ihrer Tante zu<br />
leben. Bald schon entwickelt sie<br />
sich zu einer unerschrockenen<br />
Frau, die jede Herausforderung<br />
des Lebens annimmt. Durch<br />
viel Charme und Witz sowie<br />
tiefgründige Charaktere überzeugt<br />
Vom Himmel die Sterne<br />
auf ganzer Linie. Sarah Loretz<br />
Jeanette Walls:<br />
Vom Himmel die Sterne<br />
Hoffmann und Campe Verlag,<br />
448 S., € 25,70<br />
Die 17-jährige Victoria lebt in<br />
den 1940ern zusammen mit<br />
ihrem Vater und ihrem Bruder<br />
auf einer Pfirsichfarm am Gunnison<br />
River in Colorado. Als sie<br />
sich in Wil verliebt und schwanger<br />
wird, flieht sie in eine kleine<br />
Hütte im Wald. Dort muss sie<br />
um ihr Überleben und das ihres<br />
Kindes kämpfen. Shelley Reads<br />
Debütroman ist eine Hommage<br />
an ihre Heimat voller romantischer<br />
Naturbeschreibungen und<br />
thematisiert die Zerstörung der<br />
Umwelt. Dabei erinnert dieser<br />
Roman an Delila Owens Der<br />
Gesang der Flusskrebse.<br />
Lisa Warger<br />
Shelley Read:<br />
So weit der Fluss uns trägt<br />
C. Bertelsmann Verlag, 368 S., € 24,70<br />
Abends schwimmt die Mathematik-Studentin<br />
Tilda immer<br />
22 Bahnen im Schwimmbad.<br />
So kann sie ihre Verantwortung<br />
gegenüber ihrer jüngeren<br />
Schwester Ida und die Sorgen<br />
um ihre alkoholkranke Mutter<br />
kurz vergessen. Als ihr eine<br />
Promotionsstelle in Berlin angeboten<br />
wird, muss sie sich zwischen<br />
einer wissenschaftlichen<br />
Karriere und ihrer Familie<br />
entscheiden. Ein sommerlicher<br />
Debütroman, der Krankheit, familiäre<br />
Abhängigkeiten und die<br />
Selbstermächtigung und Selbstbestimmung<br />
zweier Schwestern<br />
behandelt. Lisa Warger<br />
Caroline Wahl:<br />
22 Bahnen<br />
DuMont Buchverlag Gruppe,<br />
208 S., € 22,70<br />
Als Miras Mutter aus dem<br />
Haus ausziehen muss, das ihr<br />
einst Schutz und Obdach gegeben<br />
hat, macht sich die Tochter<br />
auf den Weg zu ihrer Mutter<br />
nach Südkärnten. Drei Generationen<br />
von Frauen und ihre<br />
ereignisreichen Geschichten stehen<br />
in Maja Haderlaps neuem<br />
Roman im Mittelpunkt der<br />
Erzählung. Eine traumatische<br />
Kindheit, familiärer Verlust, patriarchale<br />
Unterdrückung und<br />
weibliches Schweigen zeichnen<br />
das schwierige Leben dieser<br />
Frauen aus, deren Schicksale<br />
klug miteinander verstrickt<br />
wurden. Lisa Warger<br />
Maja Haderlap:<br />
Nachfrauen<br />
Suhrkamp Verlag, 294 S., € 24,70<br />
Eigentlich ein Theatermonolog.<br />
Die Handlung ist simpel. Ein<br />
Mann flüchtet vor dem Regen<br />
in eine Bar. Dort bestellt er<br />
etwas zu trinken. Dann spricht<br />
er. Wen er anspricht, bleibt<br />
ein Rätsel. Ebenso rätselhaft<br />
scheint auch der Protagonist zu<br />
sein. Er berichtet von seinem<br />
Leben als Schriftsteller. Was<br />
nicht weiter verwunderlich<br />
wäre, hätte der Mann nicht seit<br />
17 Jahren keine Zeile mehr geschrieben.<br />
Warum? Das gilt es<br />
herauszufinden. Das schlanke<br />
Büchlein ist keine epische<br />
Milchstraße, aber die einzelnen<br />
Sätze funkeln brillant wie ihre<br />
hellsten Sterne. Manfred Schild<br />
Ferdinand von Schirach:<br />
Regen<br />
Luchterhand Verlag, 112 S., € 21,40<br />
Was kann man im Leben einer<br />
anderen Frau über sich selbst<br />
lernen? Dieser Frage spürt<br />
Jarka Kubsova nach.<br />
Im Wechsel tauchen wir in die<br />
Geschichte zweier Frauen ein,<br />
die, obwohl eine lange Zeit dazwischen<br />
liegt, nicht minder mit<br />
patriarchalen Ungerechtigkeiten<br />
zu kämpfen haben. 1580 führt<br />
Abelke den Hof ihres Vaters<br />
erfolgreich, das ist natürlich den<br />
Mitbewerbern ein gehöriger<br />
Dorn im Auge. Und Britta, die<br />
sich ihrem Ehemann gebeugt<br />
hat, in den Speckgürtel zu<br />
ziehen, fühlt sich in der neuen<br />
Heimat einsam, bis sie auf<br />
Abelkes Geschichte stößt …<br />
Carmen Schwarz<br />
Jarka Kubsova:<br />
Marschlande<br />
S. Fischer Verlag, 320 S., € 25,50<br />
Schönwald ist ein Schmöker im<br />
besten Sinne. Ruth und Hans-<br />
Harald Schönwald und ihre drei<br />
über den Kontinent verstreuten<br />
erwachsenen Kinder treffen sich<br />
in Berlin, dort hat die Tochter<br />
Karolin einen queeren Buchladen<br />
eröffnet. Ein Sohn ist<br />
nun sehr aktiv im Trump-Wahlkampf,<br />
der andere hat sich eine<br />
wohlhabende Ehefrau geangelt<br />
und lebt in der Uckermark. Das<br />
Trauma und die Last, die über<br />
die Generationen getragen wurden,<br />
lassen sich nun in Berlin<br />
nicht mehr verschweigen. Ein<br />
großer Familienroman!<br />
Carmen Schwarz<br />
Philipp Oehmke:<br />
Schönwald<br />
Piper Verlag, 544 S., € 27,60<br />
Der Kiewer Kommissar Samson<br />
ermittelt wieder, und zwar<br />
gleich an doppelter Front. Zum<br />
einen muss er die Machenschaften<br />
rund um getötete Tiere<br />
und illegale Fleischverkäufe<br />
aufklären, zum anderen wird<br />
seine Freundin Nadjeschda<br />
von streikenden Eisenbahnern<br />
entführt. Zur Seite stehen ihm<br />
auch diesmal wieder seine<br />
Kollegen Cholodnyi und Najden,<br />
die schon in Samson und<br />
Nadjeschda für eine gelungene<br />
Krimigeschichte sorgten. Und<br />
eine Atheisten-Vermählung<br />
darf schlussendlich auch nicht<br />
fehlen. Angelika Moser<br />
Andrej Kurkow:<br />
Samson und das gestohlene Herz<br />
Diogenes Verlag, 432 S., € 24,00<br />
In wunderbaren und sehr<br />
persönlichen Texten lässt die<br />
von Edith-Ulla Gasser herausgegebene<br />
Anthologie tatsächlich<br />
einzigartige Bilder im Kopf<br />
entstehen. 13 Autor*innen, von<br />
Anna Baar über Monika Helfer<br />
und Michael Köhlmeier bis zum<br />
Tiroler Hans Platzgumer, haben<br />
sich alle der Aufgabe gestellt,<br />
sehr individuelle Erzählungen<br />
zu einem bestimmten Bild zu<br />
liefern. Die Bilder sind jeweils<br />
zu Beginn abgedruckt, somit<br />
kann man dem Text noch intensiver<br />
folgen. Robert Renk<br />
Edith-Ulla Gasser (Hrsg.):<br />
Die wahren Bilder sind im Kopf<br />
Braumüller Verlag, 144 S., € 24,40<br />
Joanna Bator, eine der wichtigsten<br />
Stimmen des literarisch reichen<br />
Polens, nennt ihren neuen<br />
Roman Bitternis. Und fürwahr<br />
schreibt sie über die Bitternis<br />
von weiblichen Lebensentwürfen,<br />
die an Männern,<br />
Vätern, Politikern zerschellen.<br />
Mit einer sarkastischen, literarischen<br />
Wut, die zuweilen an Elfriede<br />
Jelinek erinnert, schreibt<br />
sie sich und ihre Frauenfiguren<br />
aber frei. Ein zorniges Happy<br />
End ist garantiert. Robert Renk<br />
Joanna Bator:<br />
Bitternis<br />
Suhrkamp Verlag, 829 S., € 35,50<br />
„Willkommen Österreich“ – wer<br />
diese Sendung am 29.<strong>No</strong>vember<br />
2019 geschaut hat, weiß bereits,<br />
um wen es in Stermanns neuem<br />
Roman geht, nämlich um die<br />
in Wien geborene Psychoanalytikerin<br />
Erika Freeman. Sie<br />
ist mit 12 Jahren vor den Nazis<br />
in die USA geflohen und wurde<br />
dort die Therapeutin der Schönen,<br />
Reichen und Mächtigen.<br />
Man liest den neuen Roman<br />
Mir geht’s gut, wenn nicht heute,<br />
dann morgen. von Dirk Stermann<br />
ebenso gerne wie auch<br />
seine Vorgänger.<br />
Lena Krripahle-Wieck<br />
Dirk Stermann:<br />
Mir geht’s gut, wenn nicht heute,<br />
dann morgen.<br />
Rowohlt Verlag, 256 S., € 25,50<br />
Gehen oder bleiben? Diese<br />
Frage mussten sich Ende der<br />
30er Jahre viele Südtiroler<br />
stellen. Der Roman folgt dem<br />
11-jährigen Ludi, dessen Vater<br />
sich für die „Heimkehr ins<br />
Reich“ entscheidet. Doch welche<br />
Folgen diese Entscheidung<br />
für Ludi und seinen körperlich<br />
sowie sprachlich behinderten<br />
Bruder mit sich bringen, ahnt<br />
die Familie in diesem Moment<br />
noch nicht.<br />
Mit dichter Sprache und viel<br />
Einfühlungsvermögen beschreibt<br />
Sepp Mall in seinem<br />
neuesten Werk ein Stück Südtiroler<br />
Zeitgeschichte. David Schranz<br />
Sepp Mall:<br />
Ein Hund kam in die Küche<br />
Leykam Verlag, 192 S., € 24,00<br />
Für den Drachenreiter Murtagh<br />
und seinen Drachen Dorn ist<br />
die Welt kein sicherer Ort mehr.<br />
Auch wenn sie dem grausamen<br />
König Galbatorix nicht freiwillig<br />
gedient haben, werden<br />
sie seit seinem Sturz von allen<br />
Völkern gehasst. Doch ein<br />
Flüstern und Raunen von brüchiger<br />
Erde und Schwefelhauch<br />
geht durchs Land: Etwas Böses<br />
lauert in den Schatten von Alagaësia.<br />
Vor Murtagh liegt eine<br />
Reise ins Unbekannte. Endlich<br />
können die Leser*innen wieder<br />
in die Fantasywelt Alagaësias<br />
eintauchen. Angelika Moser<br />
Christopher Paolini:<br />
Murtagh – Eine dunkle Bedrohung<br />
Cbj Verlag, 784 S., € 26,80<br />
Ich sehe was, was du nicht<br />
siehst … und das wird wahr.<br />
Sind Julians merkwürdige<br />
Visionen in seiner Kindheit nur<br />
Fehlschaltungen im Gehirn und<br />
medikamentös behandelbar, wie<br />
seine Therapeutin meint? Doch<br />
Jahre später scheinen einige<br />
seiner Visionen wahr geworden<br />
zu sein. Hinterlässt die Zukunft<br />
in der Gegenwart etwa Spuren?<br />
Kann Julian schlimme Ereignisse<br />
verhindern oder nimmt<br />
die Katastrophe dann erst recht<br />
ihren Lauf? Hochspannend –<br />
wie von Poznanski gewohnt.<br />
Angelika Moser<br />
Ursula Poznanski:<br />
Oracle<br />
Loewe Verlag, 532 S., € 22,60<br />
Am 1. September 1923 legte<br />
ein verheerendes Beben<br />
Japans Hauptstadt in Schutt<br />
und Asche. Im allgemeinen<br />
Chaos bebte es politisch: Die<br />
herrschende Klasse fürchtete<br />
Veränderung. Der gottgleiche<br />
Kaiser träumte davon. Anarchisten<br />
arbeiteten daran.<br />
In dieses historisch akribisch<br />
recherchierte Setting setzt Platzgumer<br />
den Helden seines neuen<br />
Romans Großes Spiel. Nur zum<br />
Helden taugt dieser Hauptmann<br />
Amakasu nicht. Er dient<br />
der Reaktion. Packend ist diese<br />
Rückschau auf ein vergeudetes<br />
Leben trotzdem. Joseph Frontull<br />
Hans Platzgumer:<br />
Großes Spiel<br />
Zsolnay Verlag, 336 S., € 27,60<br />
Nilufar ist die Tochter einer<br />
deutschen Mutter und eines aus<br />
dem Iran stammenden Vaters.<br />
Nach der Scheidung geht er<br />
in seine Heimat zurück. Als er<br />
seine Tochter später einlädt,<br />
ihn zu besuchen, reist sie in ein<br />
Land, deren Lebensweise und<br />
Bräuche sich sehr von unseren<br />
unterscheiden. Von seiner<br />
Familie liebevoll aufgenommen<br />
bleibt aber zwischen Vater und<br />
Tochter vieles unausgesprochen.<br />
Identitätssuche, Zerrissenheit<br />
zwischen Kulturen, eine<br />
sehr persönliche Geschichte.<br />
Sehr fesselnd und intensiv geschrieben.<br />
Andrea Scheiber<br />
Nilufar Karkhiran Khozani:<br />
Terafik<br />
Blessing Verlag, 256 S., € 25,50
Katha managet ihr Leben seit<br />
der Scheidung ihrer Eltern<br />
selbst. Ihre alleinerziehende<br />
Mutter ist oft überfordert und<br />
die kleine Schwester nervt.<br />
In der neuen Schule lernt sie<br />
Angelica kennen, die ihr ganzes<br />
Leben und ihre Identität auf<br />
den Kopf stellt. Ihre Freundschaft<br />
ist etwas Besonderes, das<br />
Beste, das passieren konnte.<br />
Eine sehr gefühlvolle Story<br />
mit den Höhen und Tiefen, die<br />
das Leben so bietet. Einfühlsam,<br />
nachdenklich, ein sehr<br />
gelungener Debütroman mit<br />
Einblick in die Teenagerwelt.<br />
Andrea Scheiber<br />
Scherzant Sina:<br />
Am Tag des Weltuntergangs verschlang<br />
der Wolf die Sonne<br />
Park x Ullstein Verlag, 368 S., € 24,50<br />
Côte d’Azur, 1928. Liette findet<br />
auf dem Dachboden eines<br />
Hotels die vergessenen Reisekisten<br />
russischer Familien, die<br />
während der Revolution ermordet<br />
wurden. Darin entdeckt<br />
sie ein altes, gesichertes Buch.<br />
Dreißig Jahre später beauftragt<br />
Liette den Gentleman-Ganoven<br />
Thomas Jansen, mehr über die<br />
ehemalige Besitzerin des Buchs<br />
herauszufinden – eine Russin<br />
namens Mara. Die Spur führt<br />
zu einem Bibliothekar, der vor<br />
Jahren nach Leipzig kam, zu<br />
einer verlassenen Villa und der<br />
geheimnisvollen Bibliothek im<br />
Nebel. Helena Töchterle<br />
Kai Meyer:<br />
Die Bibliothek im Nebel<br />
Knaur Verlag, 560 S., € 24,70<br />
Mike Brink, der infolge eines<br />
Unfalls mit dem „Savant-Syndrom“<br />
diagnostiziert wurde,<br />
besitzt die außergewöhnliche<br />
Fähigkeit, so gut wie jedes<br />
erdenkliche Rätsel in Sekundenschnelle<br />
zu lösen. Sein Leben<br />
verändert sich schlagartig, als<br />
ihn eine Gefängnispsychologin<br />
bittet, Kontakt mit einer<br />
Patientin aufzunehmen, die<br />
wegen Mordes an ihrem Freund<br />
inhaftiert wurde und nur in<br />
Form eines Rätsels kommuniziert.<br />
Rasch gerät Brink in einen<br />
immer tieferen Strudel aus Mysterien<br />
und Gefahr. Moritz Wolf<br />
Danielle Trussoni:<br />
Ingenium – Das erste Rätsel<br />
Hoffmann und Campe Verlag,<br />
432 S., € 19,00<br />
Gekonnt naiv kommt sie daher,<br />
die Geschichte von Mini und<br />
Miki. Beide sind nicht von hier,<br />
aber sie bemühen sich, dazuzugehören<br />
und alles richtig zu machen.<br />
Trotzdem – oder gerade<br />
deswegen – werden sie verfolgt<br />
von Gefahren und Monstern,<br />
von Katastrophen und<br />
Schwierigkeiten. Barbi Markovics<br />
Naivität, das wissen wir, ist<br />
raffiniert und hinterlistig. Und<br />
alles andere als naiv. Der Minihorror,<br />
dem Gastarbeiter*innen<br />
bei uns ausgesetzt sind, setzt<br />
sie ein Denkmal und uns einen<br />
Spiegel vor die Nase. Robert Renk<br />
Barbi Markovic:<br />
Minihorror<br />
Residenz Verlag, 192 S., € 24,00<br />
Diesmal überrascht Zadie<br />
Smith mit einem historischen<br />
Stoff, der in England als Tichborne-Fall<br />
bekannt ist. Und<br />
führt uns damit in eine Episode<br />
des viktorianischen Zeitalters,<br />
die über Jahrzehnte die Aufmerksamkeit<br />
der Öffentlichkeit<br />
beschäftigt hat wie kaum eine<br />
andere! Aus der Perspektive<br />
einer schottischen Haushälterin<br />
und eines ehemaligen jamaikanischen<br />
Sklaven kommen sie<br />
der Frage auf die Spur, ob der<br />
aus Australien zurückgekehrte<br />
Roger Tichborne tatsächlich<br />
echt ist. Ein schillernder Roman<br />
über Wahrheit und Fiktion.<br />
Robert Renk<br />
Zadie Smith:<br />
Betrug<br />
Kiepenheuer & Witsch Verlag,<br />
528 S., € 27,60<br />
Das Romandebüt aus dem<br />
Jahre 1970 der großartigen<br />
<strong>No</strong>belpreisträgerin Toni Morrison<br />
in neuer, zeitgemäßer<br />
Übersetzung und mit einem<br />
Vorwort von Alice Hasters. Wie<br />
auch bei Gott hilf dem Kind<br />
schreibt sie aus der Perspektive<br />
zweier junger Mädchen, die in<br />
einer Kleinstadt in Ohio in einer<br />
gewaltvollen und rassistischen<br />
Welt aufwachsen. Claudia hasst<br />
blonde Puppen, ihre Freundin<br />
Pecola sehnt sich nach blondem<br />
Haar und blauen Augen, um<br />
aus ihrer Welt auszubrechen.<br />
Schmal, aber gewichtig!<br />
Robert Renk<br />
Toni Morrison:<br />
Sehr blaue Augen<br />
Rowohlt Verlag, 272 S., € 25,70<br />
Jochen Schmidt zählt, seit er<br />
1999 die Lesebühne Chaussee<br />
der Enthusiasten mitbegründete,<br />
zu den originellsten<br />
Autoren Deutschlands. Schmidt<br />
liest Proust hat uns schon 2008<br />
bereichert. Nun sieht Schmidt<br />
fern. Und rollt, augenzwinkernd<br />
und charmant, 50 Jahre deutsche<br />
Fernsehgeschichte auf.<br />
Stellt sich Fragen wie: Wo war<br />
Familie mehr Familie als abends<br />
vor dem Fernseher? Mit seinen<br />
Kolumnen über Nachrichten,<br />
Werbung, Trash-TV zeichnet<br />
Jochen Schmidt ein kluges Porträt<br />
unserer Gegenwartsgesellschaft.<br />
Robert Renk<br />
Jochen Schmidt:<br />
Zu Hause an den Bildschirmen<br />
C.H. Beck Verlag, 288 S., € 25,70<br />
Ein Roman, der als einfache<br />
Reise ins Wallis der Kindheit<br />
beginnt, wird schnell zu einer<br />
fantastischen, sagenhaften Geschichte,<br />
in der nichts ist, was<br />
es zu sein scheint. Ein Bergsturz<br />
hat das Rhonetal nämlich überflutet<br />
und das Wallis zurück in<br />
eine mittelalterliche, bedrohliche<br />
Welt gestoßen. Wunderbare<br />
Naturschilderungen und nachdenklich-essayistische<br />
Passagen<br />
bereichern diesen, vieles infrage<br />
stellenden, Roman. Letztendlich<br />
kreist er um die Fragen, welcher<br />
Trost im Erzählen selbst liegt.<br />
Aufregend. Robert Renk<br />
Thomas Hettche:<br />
Sinkende Sterne<br />
KiWi Verlag, 224 S., € 25,70<br />
Ein Meisterwerk und jetzt<br />
schon ein Klassiker der utopischen<br />
Literatur! Von einer<br />
utopisch gerechten Zukunft<br />
reisen die sogenannten Chronauten<br />
– unterstützt von KI<br />
– an historische Scharniere der<br />
Geschichte (das „Damalsdort“).<br />
Wir gelangen so unter Piraten<br />
in der Karibik, mitten in die<br />
Russische Revolution oder zu<br />
den Olympischen Winterspielen<br />
in Sarajewo 1984. Historische<br />
Ereignisse werden nach<br />
Möglichkeiten abgeklopft und<br />
darin liegt eine poetische und<br />
politische Dimension dieses<br />
Romans. Robert Renk<br />
Ilija Trojanow:<br />
Tausend und ein Morgen<br />
S. Fischer Verlag, 528 S., € 31,70<br />
Der Österreicher G. W. Pabst<br />
war einer der größten Regisseure<br />
zwischen 1920 und dem<br />
Beginn des Naziregimes. 1939<br />
dreht er in Frankreich und<br />
beschließt, in die USA auszuwandern,<br />
doch bei einem<br />
Familienbesuch in Österreich<br />
wird er vom 2. Weltkrieg überrascht<br />
und kann das Deutsche<br />
Reich nicht mehr verlassen. So<br />
dreht er nolens volens für die<br />
Bavaria Film. Kann er dem<br />
Werben des Regimes widerstehen?<br />
Kehlmanns Roman<br />
über Kunst und Macht zeigt,<br />
was Literatur vermag: durch<br />
Erfindung die Wahrheit beschreiben!<br />
Robert Renk<br />
Daniel Kehlmann:<br />
Lichtspiel<br />
Rowohlt Verlag, 480 S., € 27,60<br />
„Geh zu Fuß / als wäre dein<br />
Körper dafür gemacht.“ Was<br />
für Zeilen! Was für ein Debüt!<br />
Julia Costas hier sind Anleitungen<br />
und Bestandsaufnahmen<br />
des Seins, Anrufungen<br />
und Erinnerungen an das<br />
„Hier“, wo auch immer es sein<br />
mag. Die Autorin und Musikerin<br />
führt uns in diesem Langgedicht<br />
durch das Jahr. Alte,<br />
zum Teil regional gebräuchliche<br />
Monatsbezeichnungen dienen<br />
als Teil-Überschriften. Es ist<br />
mehr als ein außergewöhnliches<br />
Debüt, es ist mehr als ein Lyrikband<br />
– es ist ein Lebensratgeber<br />
in Poesie gefasst: „Keine Angst<br />
/ die wirklichen Dinge /gehen<br />
nicht verloren.“ Siljarosa Schletterer<br />
Julia Costa:<br />
hier<br />
keiper Verlag, 84 S., € <strong>16</strong>,50<br />
Endlich ist er da: der neue Gedichtband<br />
von Robert Schindel.<br />
Das fast zehnjährige Warten hat<br />
sich gelohnt. Flussgang überzeugt<br />
bildstark und persönlich!<br />
Schindel gelingt es, den Lebenslauf,<br />
das Altern, das Ungreifbare<br />
gleichermaßen wie das<br />
Alltägliche in Worte zu kleiden.<br />
So begleiten wir das lyrische<br />
Ich bei seinem Lebensflussgang<br />
und grüßen mit ihm die<br />
„alten Vögel“, die „Entgegenkommenden“,<br />
ebenso wie das<br />
„Scheißerne an der Angst.“ Ein<br />
Lyrikband, der beweist, dass<br />
man sich auch „In alter Haut“<br />
wieder „splitterneu“ fühlen darf<br />
und soll. Siljarosa Schletterer<br />
Robert Schindel:<br />
Flussgang<br />
Suhrkamp Verlag, 95 S., € 24,50<br />
Jenny ist jener Roman der<br />
deutschen Autorin Fanny Lewald,<br />
dem die LeserInnen dem<br />
Reclam Verlag zufolge mehr<br />
Aufmerksamkeit und Raum<br />
schenken sollen. Und das zu<br />
Recht! Denn Jenny ist keine<br />
typische Protagonistin des 19.<br />
Jahrhunderts: Sie tritt schon<br />
früh für die Rechte der Frauen<br />
ein und ihr Leben wird vom<br />
Kampf gegen den alltäglichen<br />
Antisemitismus geprägt. Die<br />
Gesellschaft, ihre Konventionen<br />
und Vorurteile werden in diesem<br />
Roman fein und detailliert<br />
ausgearbeitet und kritisch<br />
reflektiert. Lisa Warger<br />
Fanny Lewald:<br />
Jenny<br />
Reclam Verlag, 288 S., € 25,70<br />
In Ein Mann ohne Beschwerden<br />
pflügt Franz Schuh, der „Literat<br />
mit philosophischem Interesse“,<br />
gewohnt geistreich und unterhaltsam<br />
durch Themenfelder,<br />
die ihn im annus horribilis 2022<br />
beschäftigten. In verschiedenen<br />
Textsorten zerpflückt Schuh<br />
das österreichische Gesundheitssystem,<br />
spöttelt über die<br />
Salzburger Festspiele, philosophiert<br />
über Religion, Kunst<br />
und Kultur und findet klare<br />
Worte zu Macht und Krieg. Ein<br />
dichtes, imponierendes Buch<br />
voller (Selbst-)Ironie und herrlichem<br />
Schmäh. Anna Wanitschek<br />
Franz Schuh:<br />
Ein Mann ohne Beschwerden<br />
Zsolnay Verlag, 240 S., € 26,50<br />
Kaum ist das Debüt der jungen<br />
Journalistin Rachel Yoder<br />
erschienen, wurde es schon<br />
verfilmt – mit Amy Adams in<br />
der Hauptrolle. Eine Galeristin<br />
tauscht ihr aufregendes Berufsleben<br />
gegen den eintönigen<br />
und überfordernden Job als<br />
Vollzeitmutter. Ein Knochenjob<br />
zwischen Holzeisenbahn und<br />
Lätzchen. Plötzlich verwandelt<br />
sie sich. Diese animalische Verwandlung<br />
stärkt die Beziehung<br />
zu ihrem Kind, macht aber das<br />
rationale Familienleben eher<br />
problematisch. Ein feministischer<br />
Familienroman, der<br />
seinesgleichen sucht! Robert Renk<br />
Rachel Yoder:<br />
Nightbitch<br />
Klett-Cotta Verlag, 304 S., € 24,70<br />
Der Meister der Zugliteratur<br />
heißt Jaroslav Rudiš (auch<br />
wenn Markus Köhle ihm auf<br />
den Fersen ist). Sein Roman<br />
Winterbergs letzte Reise spielt<br />
komplett auf Reisen im Zug.<br />
Schon die Graphic <strong>No</strong>vel Alois<br />
Nebel erzählt von einem Fahrdienstleiter<br />
an einem kleinen<br />
Bahnhof in Bílý Potok. Letztes<br />
Jahr erschien bei Piper seine<br />
Gebrauchsanweisung fürs Zugfahren.<br />
Nun legt er nach und<br />
erweitert seine Zugerlebnisse<br />
in dieser wunderschönen bebilderten<br />
Ausgabe! Robert Renk<br />
Jaroslav Rudiš:<br />
Zug um Zug durch Europa<br />
Malik Verlag, 256 S., € 30,90
Krimitipps:<br />
Ein Nachbar klopft an das<br />
Haus einer Familie, von der es<br />
kein Lebenszeichen mehr gibt.<br />
Niemand öffnet. Als er ins<br />
Haus eindringt, sieht er, dass die<br />
ganze Familie ermordet wurde.<br />
Polizei und Gerichtsmedizin<br />
werden an den Tatort gerufen,<br />
um das schreckliche Verbrechen<br />
zu untersuchen. Das Ermittlerteam<br />
Týr und Iðunn erkennt<br />
dabei schnell, dass der Fall<br />
Verbindungen zu einer längst<br />
vergangenen Zeit aufweist. Yrsa<br />
Sigurdardóttir schreibt atemberaubend<br />
spannend und mit<br />
archaischer Wucht.<br />
Yrsa Sigurdardóttir:<br />
Nacht<br />
btb Verlag, 432 S., € 18,50<br />
Die Detektive Felix Blom und<br />
Mathilde Voss sollen herausfinden,<br />
wer in der Gruft eines<br />
Archäologie-Professors den<br />
Sarg aufgebrochen, jedoch<br />
nichts gestohlen hat. Kurz darauf<br />
wird ein Kleinganove brutal<br />
ermordet, die Fälle scheinen<br />
miteinander verbunden zu sein.<br />
Die Spur führt ausgerechnet zu<br />
Bloms einstigem Mentor, dem<br />
Gangsterboss Arthur Lugowski.<br />
Felix und Mathilde ahnen<br />
nicht, dass sie bald zwischen die<br />
Fronten rivalisierender Banden<br />
geraten und den Fall nicht<br />
nur mit legalen Mitteln lösen<br />
können.<br />
Alex Beer:<br />
Felix Blom. Der Schatten von Berlin<br />
Limes Verlag, 336 S., € 18,50<br />
Marla leidet unter Gesichtsblindheit.<br />
Ihr Gehirn spielt ihr<br />
Streiche, wenn es in Extremsituationen<br />
vergeblich versucht,<br />
Menschen an ihrem Gesicht<br />
zu erkennen. Als Marla eine<br />
Einladung zum Klassentreffen<br />
in den Alpen bekommt, hofft<br />
sie, mit ihren ehemaligen<br />
Mitschülern in Erinnerungen<br />
schwelgen zu können. Bei ihrer<br />
Ankunft sind alle Zimmer<br />
bereits bezogen, doch es ist<br />
niemand da. Marla beginnt, die<br />
anderen zu suchen. Und dann<br />
hört sie es. Wie jemand pfeifend<br />
hustet, draußen in der eisigen<br />
Dunkelheit …<br />
Sebastian Fitzek:<br />
Die Einladung<br />
Droemer/Knaur Verlag, 384 S., € 24,70<br />
Mikael Blomkvist reist von<br />
Stockholm zur Hochzeit seiner<br />
Tochter. Im Zug erfährt er, dass<br />
abseits des medialen Rampenlichts<br />
ein Kampf um natürliche<br />
Ressourcen und Billigstrom<br />
tobt. Zur selben Zeit begibt<br />
sich Lisbeth Salander nach<br />
<strong>No</strong>rdschweden, um ihre Nichte<br />
kennenzulernen. Die junge<br />
Svala hat sich geschworen,<br />
ihre verschwundene Mutter<br />
zu finden und sich gegen ihren<br />
Stiefvater zu wehren. Nach<br />
Jahren treffen Salander und<br />
Blomkvist wieder aufeinander<br />
und befinden sich bald im Auge<br />
eines Sturms.<br />
Karin Smirnoff:<br />
Verderben<br />
Heyne Verlag, 464 S., € 24,70<br />
Was wurde aus ihren Schwestern,<br />
die seit über zwanzig<br />
Jahren vermisst werden? Diese<br />
Frage stellt sich Kriminalbeamtin<br />
Hildur Rúnarsdóttir<br />
jeden Tag, wenn sie als Leiterin<br />
der Einheit für vermisste<br />
Kinder unterwegs ist. Doch<br />
als eine Lawine die Gegend<br />
erschüttert und darunter ein<br />
Mann mit durchtrennter Kehle<br />
auftaucht, hat Hildur es schon<br />
bald mit einer Serie von grausamen<br />
Morden zu tun, die ihr<br />
alles abverlangt. Dabei ahnt<br />
sie nicht: Auch die Suche nach<br />
ihren Schwestern hat gerade erst<br />
begonnen.<br />
Satu Rämö:<br />
Hildur – Die Spur in Fjord<br />
Heyne Verlag, 368 S., € <strong>16</strong>,50<br />
Kim Ribbing soll die ehemalige<br />
Polizistin Julia Malmros bei<br />
Recherchen unterstützen, doch<br />
dann werden nicht weit von Julias<br />
Ferienhaus die Gäste eines<br />
Mitsommerfests grausam hingerichtet.<br />
Nur Astrid Helander,<br />
der Tochter der Familie, gelingt<br />
es, sich zu retten. Aber das<br />
junge Mädchen ist verstummt.<br />
Während Kim sich auf die Spur<br />
der Täter setzt, nutzt Julia ihre<br />
Kontakte zur Kriminalpolizei.<br />
Wer steht hinter den Auftragskillern<br />
und was hat Kim zu<br />
verbergen, der immer wieder im<br />
Alleingang arbeitet?<br />
John Ajvide Lindqvist:<br />
Refugium<br />
DTV Verlag, 528 S., € 24,70<br />
58<br />
Wagner’sche.<br />
Oliver Roschek ist angesehener<br />
Wombatforscher und wurde<br />
zuletzt in Australien gesehen.<br />
Seine Frau Astrid bittet Frau<br />
Wolf und Cheng, ihren Mann<br />
wieder aufzuspüren. Die Detektive<br />
nehmen den Auftrag<br />
an, obwohl Flugzeuge nicht<br />
zu ihren bevorzugten Transportmitteln<br />
zählen. Doch in<br />
Roscheks Ferienhaus angekommen,<br />
fehlt jede Spur von<br />
ihm – stattdessen treffen sie<br />
auf vier sonderbare Urlauber.<br />
Könnte einer von ihnen der<br />
Fälscher sein, jener weltweit<br />
gesuchte Auftragsmörder? Hat<br />
er gar den Wombatforscher auf<br />
dem Gewissen?<br />
Heinrich Steinfest:<br />
Gemälde eines Mordes<br />
Piper Verlag, 288 S., € 18,50<br />
Boston, 1974. Die Stadt kocht.<br />
Künftig sollen schwarze Kinder<br />
mit Bussen in weiße Schulen<br />
gebracht werden und vice versa.<br />
Eines Nachts kehrt Mary Pat<br />
Fennessys 17-jährige Tochter<br />
Jules nicht nach Hause zurück.<br />
Mary Pat beginnt, Fragen zu<br />
stellen, stößt auf Schweigen<br />
und Widersprüche, bis sie versteht:<br />
Man hat ihr das Letzte<br />
genommen, das ihr in dieser<br />
Welt Halt gab. Außer sich vor<br />
Schmerz macht sie sich auf,<br />
um Rache zu nehmen an den<br />
Verantwortlichen – und um ihre<br />
eigene Schuld abzutragen. Um<br />
jeden Preis.<br />
Dennis Lehane:<br />
Sekunden der Gnade<br />
Diogenes Verlag, 400 S., € 26,80<br />
Wien, 1925: Im Schönbrunner<br />
Schlosstheater wird<br />
Der Rosenkavalier gedreht.<br />
Die Filmmusik stammt von<br />
Richard Strauss, das Libretto<br />
von Hugo von Hofmannsthal.<br />
Für die aufwendige Produktion<br />
werden Tausende Statisten<br />
benötigt – auch Ernestine und<br />
Anton sind mit von der Partie.<br />
Als am zweiten Drehtag die<br />
Hauptdarstellerin mit einem<br />
Seidenschal erdrosselt in ihrer<br />
Garderobe aufgefunden wird,<br />
machen sich die beiden am Set<br />
auf Spurensuche – und kommen<br />
dem Täter dabei näher, als<br />
ihnen lieb ist.<br />
Beate Maly:<br />
Mord in Filmstudio<br />
Emons Verlag, 256 S., € 13,40<br />
1463: Stjepan Tomasevic, der<br />
letzte Despot Serbiens und<br />
König von Bosnien, wird von<br />
osmanischen Reitern enthauptet.<br />
Seine hochschwangere<br />
Frau beobachtet die Ermordung<br />
und kann mit einem<br />
kleinen Gefolge fliehen. Hilfe<br />
erhält sie auch von einem Pilger,<br />
der sie Richtung <strong>No</strong>rden ins<br />
sichere Graz des Heiligen Römischen<br />
Reiches führen will. Doch<br />
die Osmanen sind ihnen dicht<br />
auf den Fersen und in einer Zeit<br />
von Krankheiten, Plagen und<br />
Kriegen scheint am Ende nur<br />
noch ein Bild die Hoffnung auf<br />
eine Zukunft zu nähren.<br />
Robert Preis:<br />
Gottes Plagen<br />
Emons Verlag, 576 S., € 18,60<br />
Die vergangenen Monate haben<br />
Spuren in Three Pines hinterlassen:<br />
Einer Professorin ist es<br />
gelungen, mit ihren Theorien<br />
die Öffentlichkeit zu spalten.<br />
Unterdessen weilt hoher Besuch<br />
im Dorf: die sudanesische<br />
Anwärterin auf den Friedensnobelpreis.<br />
Doch so haben sich<br />
die Dorfbewohner eine Freiheitskämpferin<br />
nicht vorgestellt:<br />
Sie benimmt sich unwirsch<br />
und bissig. Dann wird im Wald<br />
hinter der Auberge mitten in<br />
der Nacht Professor Robinsons<br />
Assistentin erschlagen – und<br />
etliche der Dorfbewohner könnten<br />
es gewesen sein.<br />
Louise Penny:<br />
Unruhe im Dorf<br />
Kampa Verlag, 576 S., € 20,50<br />
Detective Renée Ballard wird<br />
an Silvester zu einem Tatort gerufen:<br />
Der Besitzer einer Autowerkstatt<br />
wurde inmitten einer<br />
überfüllten Straßenparty angeschossen<br />
und stirbt noch im<br />
Krankenwagen. Zudem hat eine<br />
Bande von Sexualstraftätern in<br />
den vergangenen fünf Wochen<br />
zwei Frauen vergewaltigt – und<br />
nicht eine Spur hinterlassen.<br />
Niemand glaubt mehr daran,<br />
dass die Polizei Gutes bewirkt.<br />
Fest entschlossen, beide Fälle<br />
aufzuklären, wendet sie sich an<br />
den einzigen Detective, auf den<br />
sie zählen kann: Harry Bosch.<br />
Michael Connelly:<br />
Dunkle Stunden. Ein Fall für Renée<br />
Ballard und Harry Bosch<br />
Kampa Verlag, 432 S., € 23,60
Slowenien – Waben der Worte<br />
So lautet der Slogan Sloweniens in Frankfurt<br />
Slowenien ist dieses Jahr Gastland der<br />
Frankfurter Buchmesse, ein Land der<br />
Poesie und Berge, der Bienen (was auch<br />
im Slogan Niederschlag findet) und der<br />
Literaturfestivals. Schon 2007 war Slowenien<br />
Gastland der Leipziger Buchmesse.<br />
Der Slogan damals: „Die dichteste Dichtung<br />
pro Quadratmeter.“<br />
Und tatsächlich mag Slowenien ein<br />
kleines Land sein, seine Dichtung aber ist<br />
groß. Im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl<br />
kann kaum ein anderes europäisches<br />
Land mit einer solchen Fülle an literarischen<br />
Produktionen aufwarten wie das von gerade<br />
einmal zwei Millionen Menschen bewohnte<br />
Slowenien, wo jährlich rund 3500 Bücher erscheinen,<br />
davon 300 Gedichtbände.1<br />
Natürlich kommen durch den Schwerpunkt<br />
auch vermehrt Übersetzungen<br />
aus dem Slowenischen auf den deutschsprachigen<br />
Buchmarkt.<br />
Zwischen 2019 und 2022 wurden mehr<br />
als 600 Übersetzungen slowenischer Werke<br />
in allen Sprachen veröffentlicht, was fast<br />
dreimal so viel ist wie vor Beginn der<br />
Aktivitäten rund um die Messe, davon etwa<br />
ein Fünftel im deutschsprachigen Raum.<br />
Die wichtigsten werden hier für Sie<br />
präsentiert.<br />
Ganz oben steht dabei die wunderbare<br />
Anthologie Mein Nachbar auf der Wolke<br />
| Slowenische Lyrik des 20. und 21. Jahr-<br />
hunderts (Hanser) herausgegeben von<br />
Matthias Göritz, Amalija Maček und<br />
Aleš Šteger. Alle Dichter*innen darin sind<br />
Kinder des 20. Jahrhunderts. Manche von<br />
ihnen haben sechsmal die Staatsbürgerschaft<br />
gewechselt, ohne auch nur einmal<br />
übersiedelt zu sein. Einige haben erst im<br />
21. Jahrhundert zu schreiben begonnen. So<br />
lernt man junge Stimmen wie z. B. Aljaž<br />
Koprivnikar, Miljana Cunta oder Kristina<br />
Kočan kennen, muss aber auch nicht auf<br />
die große Dichtkunst von Anton Podbevšek<br />
(1898–1981) oder Tomaž Šalamun (1941–<br />
2014) verzichten.<br />
Einer der Herausgeber, Aleš Šteger, ist<br />
wohl einer der interessantesten Autoren<br />
des Landes und wartet heuer gleich mit<br />
zwei Neuerscheinungen auf. Im Frühjahr<br />
erschien im Wallstein Verlag der Gedichtband<br />
Atemprotokolle – Gedichte, die kleine,<br />
intime Geschichten erzählen und dabei<br />
drängende Fragen unserer Zeit stellen.<br />
Ebendort erschien im Herbst der Erzählband<br />
Das Lachen der Götter, beide übersetzt<br />
von Matthias Göritz. Dabei hallen die<br />
antiken griechischen Mythen durch moderne<br />
Schicksale. Prometheus ist bei Šteger ein<br />
Bergarbeiter, der einen verlassenen Tunnel<br />
aushebt und Fürchterliches zutage fördert.<br />
Auch Narziss, Orpheus, Medusa und Ikarus<br />
treffen wir in modernen Gestalten wieder.<br />
Daneben ist der mehrsprachige Šteger<br />
auch ein großer Förderer der slowenischen<br />
Literatur und der Lyrik weltweit. Er rief<br />
einige Literaturfestivals ins Leben, z. B.<br />
die wunderbaren Days of Poetry and Wine<br />
in Ptuj. Er arbeitet bei einem der größten<br />
Verlage des Landes (Beletrina), war Miterfinder<br />
und Gründer des europaweiten<br />
Lyrikvernetzungsprojektes Versopolis und<br />
war auch Mitgestalter des Kulturhauptstadtprojektes<br />
Maribor (2012). Aus diesen<br />
Erfahrungen heraus entstand u. a. der<br />
Roman Archiv der toten Seelen. Europas<br />
Kulturhauptstadt des Jahres 2012 mutiert<br />
hier zur Karnevalszeit zu einem mythischgrotesken<br />
Ort, in dem sogar der Teufel auftaucht.<br />
Lokalpolitiker und Selbstdarsteller<br />
versuchen, Profit daraus zu schlagen, jede<br />
erdenkliche Kunstform wird vermarktet.<br />
In den Medienrummel mischen sich der<br />
aus Maribor stammende Dramaturg Adam<br />
Bely und die kubanisch-österreichische<br />
Journalistin Rosa Portero. In der Tradition<br />
von Bulgakow, Gogol und Kafka lässt Aleš<br />
Šteger die Kräfte des Guten und des Bösen<br />
aufeinanderprallen und seziert in seinem<br />
literarischen Thriller die verrottete Gesellschaft<br />
des schönen Scheins.<br />
Auch die Gebrauchsanweisung für Slowenien<br />
(Piper) und Ljubljana und Slowenien<br />
| Eine literarische Einladung (Wagenbach)<br />
stammen aus seiner Feder. Wenn man vergnüglich<br />
etwas über Slowenien lernen will,<br />
dann sollte man sich diese Lektüre nicht<br />
entgehen lassen.<br />
Zur slowenischen Literatur zählen auch<br />
wichtige österreichische Autor*innen. So<br />
darf man sich auf den neuen Roman von<br />
Maja Haderlap freuen, den sie auf Deutsch<br />
verfasst hat, ihre Lyrik aber schreibt sie<br />
nach wie vor auf Slowenisch.<br />
Eine der größten österreichischen Dichterinnen<br />
ist Cvetka Lipuš. Von ihr, die u. a.<br />
auch beim größten Lyrikfestival Österreichs<br />
– W:ORTE – in der Wagner’schen zu Gast<br />
war, erschien im Frühjahr der Gedichtband<br />
Weggehen für Anfänger (Otto Müller):<br />
dichte, sensible Beobachtungen, die Lipuš<br />
in Poesie umsetzt, mal ironisch zugespitzt,<br />
mal melancholisch-resignativ, immer aber<br />
poetisch und überraschend.<br />
Ein persönlicher Geheimtipp ist die<br />
junge Autorin Ana Schnabl. In ihrem<br />
Roman Meisterwerk (Folio) kann man<br />
nicht nur ihre sprachliche Meisterschaft beobachten,<br />
man lernt en passant auch vieles<br />
über Sloweniens Geschichte der 70er und<br />
80er Jahre.<br />
Und natürlich werden auch die großen<br />
Romanciers des Landes zu Gast in<br />
Frankfurt sein und ihre aktuellen Bücher<br />
vorstellen. Der für mich wichtigste ist wohl<br />
Drago Jančar. Kennt man ihn, ist alles<br />
klar, kennt man ihn noch nicht, ist dieser<br />
Schwerpunkt wohl ein idealer Zeitpunkt,<br />
das nachzuholen.<br />
Ihr Robert Renk<br />
1 Aus dem Nachwort von<br />
Mein Nachbar auf der Wolke<br />
(München 2023)<br />
Buchtipps:<br />
Matthias Göritz,<br />
Amalija Macek, Aleš Šteger:<br />
Mein Nachbar auf der Wolke<br />
Hanser Verlag<br />
312 S., € 37,90<br />
Tomaž Šalamun:<br />
Steine aus dem Himmel | Gedichte<br />
Übersetzt von: Matthias Göritz,<br />
Liza Linde, Monika Rinck<br />
Suhrkamp Verlag<br />
243 S., € 25,50<br />
Ana Schnabl:<br />
Meisterwerk<br />
Übersetzt von:<br />
Klaus Detlef Olof<br />
Folio Verlag<br />
208 S., € 22,00<br />
Aleš Šteger:<br />
Ljubljana und Slowenien |<br />
Eine literarische Einladung<br />
Übersetzt von: Matthias Göritz<br />
Wagenbach Verlag<br />
144 S., € 23,50<br />
Aleš Šteger:<br />
Das Lachen der Götter<br />
Übersetzt von: Matthias Göritz<br />
Wallstein Verlag<br />
222 S., € 22,70<br />
Drago Jančar:<br />
Als die Welt entstand<br />
Übersetzt von: Erwin Köstler<br />
Zsolnay Verlag<br />
272 S., € 27,60<br />
Miljana Cunta:<br />
Pesmi dneva | Tagesgedichte<br />
Übersetzt von: Matthias Göritz<br />
und Amalija Maček<br />
Edition Thanhäuser<br />
74 S., € 24,00<br />
Cvetka Lipus:<br />
Weggehen für Anfänger<br />
Zweisprachige Ausgabe<br />
(Deutsch/Slowenisch)<br />
Übersetzt von:<br />
Klaus Detlev Olof<br />
Otto Müller<br />
148 S., € 23,00
22. Innsbruck<br />
Nature Film Festival<br />
Autorinnen und Autoren<br />
dieser Ausgabe<br />
vom 19.–22. Oktober 2023<br />
Mit rund 70 Filmen, 25 Workshops und<br />
Kursen und 12 regionalen Gastro-Partnern<br />
wartet das Festival diesmal auf.<br />
Das einzige Natur- und Umweltfilmfestival<br />
in Österreich bietet heuer auch eine Lesung<br />
zum Thema:<br />
© Nautilusfilm<br />
Jan und Dominik haben aus ihrer Leidenschaft<br />
für die Natur ihren Beruf gemacht:<br />
der eine als preisgekrönter Filmemacher,<br />
der andere als weltbekannter Techno–DJ<br />
und Filmmusik-Komponist. Beide sind<br />
außerdem Buchautoren und sind bzw.<br />
waren nominiert für den Preis<br />
„Wissensbuch des Jahres.” Beim INFF<br />
lesen sie aus ihren neuen Werken und<br />
erzählen mitreißend über Tiere, Pflanzen<br />
und die Wunder der Biodiversität.<br />
Anschließend (ca. 21:30 Uhr) zeigen wir<br />
Jan Hafts neuen Film „Heimat verloren –<br />
wo ist der Heufalter geblieben?“<br />
https://nautilusfilm.de/de/ueberuns.php<br />
https://dominik–eulberg.de/<br />
© Nautilusfilm<br />
Birgit Birnbacher wurde 1985 in Schwarzach geboren und<br />
lebt heute in Salzburg. Seit 20<strong>16</strong> schrieb sie drei Romane,<br />
2019 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis. Zuletzt<br />
wurde Wovon wir leben (2023) für den Österreichischen<br />
Buchpreis nominiert.<br />
Evelyn Bubich lektoriert, schreibt und rezensiert. Veranstalterin<br />
literarischer Lesungen. Veröffentlichungen in<br />
Literaturzeitschriften und Radio. Lebt und arbeitet in Wien.<br />
Markus Bundi (*1969) lebt als Autor und Herausgeber in<br />
der Nähe von Zürich. Seit 2001 publiziert er literarische<br />
Texte, darunter auch Essays über die Werke von Marlen<br />
Haushofer, Alois Hotschnig oder Klaus Merz. Zuletzt von<br />
ihm erschienen: Denkzettel. Betrachtungen zur Lage der<br />
Gesellschaft (Septime, 2022) sowie Dichtung und Belichtung.<br />
Materialien zum Werk von Klaus Merz (Band 9 der Werkausgabe,<br />
Haymon, 2022).<br />
Ina Cassik ist Buchhändlerin bei Stöger – Leporello. Aus<br />
dem einstigen Studentenjob in einer Buchhandlung wurde<br />
der Traumberuf Buchhändlerin. Leidenschaftliche Vielleserin<br />
mit Schwerpunkt auf Gegenwartsliteratur. Liebt ihren<br />
Beruf, weil er so vielseitig ist wie kein anderer. Lebt mit ihrer<br />
Familie am Stadtrand von Wien.<br />
Ágnes Czingulszki, 1987 in Baja (Südungarn) geboren,<br />
arbeitet als Journalistin und Öffentlichkeitsarbeiterin für<br />
ein unabhängiges Radio in Innsbruck. Den literarischen<br />
Holzweg beschreitet sie seit ihrer Kindheit unabbringbar und<br />
veröffentlicht Kurzgeschichten in verschiedenen Magazinen.<br />
Ihr Buch ich dachte an siracusa (edition exil) erschien 20<strong>16</strong>.<br />
Jacqueline „Jacky“ Falkner, geboren 1995, hat ihr Lehramtstudium<br />
zugunsten ihrer Liebe zu Büchern an den<br />
Nagel gehängt und ist seit Februar 2022 an der Kassa der<br />
Wagner’schen tätig, fühlt sich dort aber bereits wie zu Hause.<br />
Wenn sie ihre Freizeit nicht gerade lesend verbringt, erlebt<br />
sie Abenteuer auf dem Rücken ihres Pferdes oder streift sich<br />
auch gerne einmal selbst gemachte Kostüme über, um in die<br />
Welt ihrer Lieblings(fantasy)bücher einzutauchen.<br />
Katharina J. Ferner lebt als Poetin und Performerin in Salzburg.<br />
Redaktionsmitglied der Literaturzeitschriften &Radieschen,<br />
Morgenschtean, Mosaik. Jüngste Veröffentlichung<br />
krötentage, Limbus, 2022. www.kj-ferner.at<br />
Joseph Frontull, geboren und aufgewachsen mit Blick auf die<br />
Dolomiten und der Autobahn im Ohr, fuhr nie zur See – aber<br />
träumt davon. Gelegenheits- und gelegentlicher Auftragsschreiber.<br />
Mieze Medusa ist Autorin und Pionierin der österreichischen<br />
Poetry-Slam-Szene. Seit Jahren ist sie in Österreich und international<br />
mit abendfüllenden Slam-Poetry-Performances<br />
& Lesungen unterwegs. Sie hat u. a. vier Romane geschrieben<br />
und mehrere Anthologien herausgegeben. Zuletzt erschien<br />
Was über Frauen geredet wird (Residenz) und Die Krise<br />
schreibt man nicht mit langem „i“, auch wenn sie riesengroß ist<br />
(Lectora) gm. mit Yasmin (Yasmo) Hafedh.<br />
Angelika Moser, 1968 in Innsbruck geboren, hat Übersetzungswissenschaften<br />
und Jus studiert. Sie ist als selbstständige<br />
Lektorin und Texterin tätig (www.korrekterweise.<br />
at). Korrekt und weise nimmt sie auch das Wagner’sche<br />
Buchmagazin unter ihre Fittiche. Da sie von Sprache nie<br />
genug bekommen kann, macht sie gerade ihren Master in<br />
Vergleichender Literaturwissenschaft. Wenn dann noch Zeit<br />
bleibt, schreibt sie Kurzgeschichten (Das kleine Grauen,<br />
Allein im Café) oder auch mal etwas Längeres (Beinahe ein<br />
Roman).<br />
Linda Müller studierte in Innsbruck Neuere Deutsche<br />
Literaturwissenschaft und stürzte sich danach in die Praxis<br />
der Verlagsbranche. Mittlerweile leitet sie unter anderem das<br />
Krimi-Segment des Haymon Verlages und koordiniert mit<br />
dem Krimifest das größte Krimifestival Österreichs.<br />
Markus Renk, seit 38 Jahren in der Buchbranche. Vom<br />
Lehrling, über den Vorstand bis zum selbstständigen Unternehmer.<br />
Buchhändler mit Leidenschaft, der sich mit den<br />
Übernahmen der Buchhandlungen Wagner’sche, Stierle,<br />
Kelten-Buchhandlung, Stöger und Leporello einen Traum<br />
erfüllt hat!<br />
Robert Renk, Buchhändler und Kulturvermittler. U. a.<br />
Innsbruck Prosafestival, Lyrikfestival W:ORTE und stv.<br />
Festivalleiter des Hausacher Leselenz. Seit Oktober 2015<br />
Sortimentsleiter in der Wagner’schen. Gibt das Magazin<br />
# unabhängig heraus.<br />
Bernhard Sanbichler studierte Germanistik und Romanistik<br />
in Innsbruck und Besançon, arbeitet als Lehrer für Deutsch<br />
und Französisch.<br />
Martin Sailer war bis zu seinem Ruhestand Redakteur für<br />
Literatur sowie Hörspielregisseur im ORF Landesstudio<br />
Tirol.<br />
Andrea Scheiber, seit 1992 in der Wagner’schen Buchhandlung.<br />
Betreut Krimi, Frauenliteratur und steckt hinter<br />
den Blind Dates. Wenn sie nicht gerade liest, ist sie in der<br />
Natur oder beim Handarbeiten zu finden.<br />
Veronika Schuchter ist Literaturwissenschaftlerin am<br />
Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck und<br />
freie Literaturkritikerin.<br />
Carmen Schwarz, geboren und aufgewachsen in Salzburg,<br />
hat schon von klein auf eine große Liebe zum geschriebenen<br />
Wort und packenden Geschichten. Sie liebt den Austausch<br />
der Branche und das sich immer neu Erfinden. Seit 2017 bei<br />
Bücher Stierle, wo jeder Lesetipp handverlesen und die Begeisterung<br />
erlebbar wird.<br />
Gerlinde Tamerl, geboren 1978, zurzeit stellvertretende<br />
Geschäftsführerin der Wagner’schen Buchhandlung. Die<br />
promovierte Kunsthistorikerin ist u. a. Gastdozentin an der<br />
Universität Innsbruck, Jurorin der ORF-Bestenliste und als<br />
freie Literaturkritikerin tätig.<br />
Helena Töchterle, geboren 1995, seit Winter 2018 in der<br />
Wagner’schen. Hat Philosophie studiert. Bisher zuständig für<br />
die Fachbuchabteilung. Ab <strong>No</strong>vember 2023 Filialleiterin der<br />
Wagner’schen in der Museumstraße.<br />
Anna Wanitschek, Rechtsanwältin in einer Wiener Rechtsanwaltskanzlei,<br />
lebt und arbeitet in Innsbruck und Feldkirch<br />
und ist Obfrau des Literaturforums Schwaz (https://literaturforum.at/).<br />
Lisa Warger, geboren 1997, studierte Vergleichende<br />
Literaturwissenschaft und Germanistik an der Leopold-<br />
Franzens-Universität in Innsbruck. Sie ist eine begeisterte<br />
Leserin klassischer Literatur und feministischer Romane.<br />
Seit Mai 2023 ist sie in der Literaturabteilung der<br />
Wagner’schen Buchhandlung tätig.<br />
Gabriele Wild studierte Literaturwissenschaft und Slawistik<br />
und ist seit vielen Jahren Leserin, Literaturveranstalterin<br />
und Vermittlerin; arbeitet (u. a.) als Programmgestalterin<br />
im Literaturhaus am Inn und im Team des Lyrikfestivals<br />
W:ORTE.<br />
Moritz Wolf, zu finden am Berg oder in der Wagner’schen,<br />
wo er sich vor allem um Berg- und Reiseliteratur kümmert.<br />
Buchtipp:<br />
Dominik Eulberg:<br />
Tönende Tiere<br />
Eichborn Verlag,<br />
112 S., € 27,80<br />
Wildnis & tönende Tiere:<br />
Lesung mit Filmmacher Jan Haft<br />
und DJ/Musiker Domenik Eulberg<br />
Lena Kripahle-Wiek, Buchhändlerin in der Wagner’schen<br />
seit 2015 und begeisterte Krimi- und mittlerweile auch<br />
Kinderbuch-Leserin. Aber eigentlich begeistert von jeglicher<br />
Form von Druckerschwärze. Zurzeit in Karenz. Bald wieder<br />
zu finden in der Literaturabteilung, wo sie den Krimis neue<br />
Spannung verleiht.<br />
Sarah Loretz, geboren 1998 und aufgewachsen in einem kleinen<br />
Bergdorf in Vorarlberg, hat schon als Kind ihre Liebe<br />
zu Büchern (vor allem Fantasyromanen) entdeckt und in der<br />
Wagner’schen Buchhandlung ihr Hobby zum Beruf gemacht.<br />
Manfred Schild studierte Regie am Mozarteum in Salzburg.<br />
Nach mehreren Engagements übernahm er 2010 die künstlerische<br />
Leitung des Kellertheaters. Für den ORF schrieb er<br />
zahlreiche Hörspiele. Seine Stücke werden/wurden in Österreich,<br />
Italien und Deutschland gespielt.<br />
Siljarosa Schletterer ist Autorin und Lyrikaktivistin und<br />
wurde von Hunden und Flüssen erzogen (gebe es die Lyrik<br />
nicht, würde sie mehr bellen). Organisation u. a. des Lyrikfestivals<br />
W:ORTE. Sie erhielt verschiedene Stipendien und<br />
Auszeichnungen. Ihr Lyrik-Debüt azur ton nähe – flussdiktate<br />
ist 2022 bei Limbus erschienen. Wer mehr über sie<br />
erfahren möchte, surfe im Inn oder im WWW.<br />
Veranstaltung:<br />
Jan Haft und<br />
Domenik Eulberg<br />
Fr., 20. Oktober 2023,<br />
20:15 Uhr – Lesung<br />
21:30 Uhr – Film<br />
Metropol Kino<br />
Innstraße 5, Innsbruck<br />
62 63<br />
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
David Schranz, geboren 1994, hat die Ausbildung zum Buchhändler<br />
in der Wagner’schen gemacht und so seine Leidenschaft<br />
zum geschriebenen Wort wiederentdeckt. Wenn er<br />
sich nicht gerade Zuhause in den Tälern der deutschen und<br />
englischen Literaturlandschaft verliert, ist er wahrscheinlich<br />
hinter und manchmal auch vor dem Tresen im Tribaun zu<br />
finden.
Wagner’sche.<br />
Bücher seit <strong>16</strong>39<br />
Museumstraße 4<br />
6020 Innsbruck<br />
T. +43 512 59505 0<br />
office@wagnersche.at<br />
www.wagnersche.at<br />
Wagner’sche Altstadt<br />
Herzog-Friedrich-Straße 22, A-6020 Innsbruck, +43 512 59505 90<br />
Bücher Stierle Salzburg<br />
Kaigasse 1 / Mozartplatz, 5020 Salzburg, +43 662 840114<br />
office@buecher-stierle.at, www.buecher-stierle.at<br />
Stierle Kelten-Buchhandlung<br />
Sigmund-Thun-Straße 9, 5400 Hallein +43 6245 82761<br />
office@keltenbuchhandlung.at, www.keltenbuchhandlung.at<br />
Leporello die Buchhandlung<br />
Singerstraße 7, A-1010 Wien, +43 1 9611500<br />
service@leporello.at<br />
Stöger – Leporello<br />
die Buchhandlung<br />
Obkirchergasse 43, A-1190 Wien, +43 1 3203449<br />
office@stoegerbuch.at