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Wir müssen hier weg

Eine Kurzgeschichte die so, oder so ähnlich, hätte passieren können, oder vielleicht auch passieren kann?

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haben Christen den Tod der kleinen Johanna mutwillig herbeigeführt. In ganz Bayern sind in der Nacht die

naonalisschen Gruppen auf die Straßen gegangen. Vielerorts wurden christliche Gemeindehäuser und

Kirchen in Brand gesteckt. Es wird von Morden an Christen berichtet!“

Thomas und Bena stehen wie versteinert neben ihrem Auto. Überall auf dem Auto waren christliche Symbole

aufgeklebt und aufgemalt. Man hate keine Chance diese zu übersehen.

„Was sollen wir denn jetzt machen?“ rief Bena. Thomas nahm sein Handy und versuchte irgendjemanden von

der Gemeinde in Füssen zu erreichen. Aber überall kam nur „Der von Ihnen gewählte Teilnehmer ist momentan

nicht zu erreichen!“

Thomas hate noch die Nummer von einem Pastor aus Süd-Tirol. Den erreichte er schließlich. Markus – der

Pastor – lud natürlich die beiden ein, dass sie zu ihm kommen können. Er gab ihnen noch mit auf den Weg:

„Besorgt Euch ein unauffälliges Fahrzeug, ihr müsst quer durch Österreich, und dort sind ebenfalls die

Naonallisten auf der Straße. Alles, was nach Christen aussieht, wird sofort gelyncht!“

Thomas hate eine Idee. Zur Klinik Enzensberg war es nicht weit. Und dort stand immer ein Bus, den die Klinik

für Transporte benutzte an einem Gebäude. Der Schlüssel lag immer im offenen Wagen. Das wusste Thomas

von einem früheren Klinikaufenthalt. Gesagt getan. Mit dem Navi vom Handy wurden alle Straßen gemieden.

Um jede Ortscha wurde ein Bogen gemacht. Selbst zur Klinik Enzensberg fand Thomas einen Feldweg. Er ging

dann alleine zu Fuß zu dem Bus. Ein Mercedes Sprinter. Und genau so wie er sich daran erinnerte, stand der Bus

unverschlossen da. Und der Schlüssel lag, wie gewohnt, in der Konsole. Thomas war aufgeregt – denn er

versuchte nun schon seit vielen Jahren, nichts unrechtes zu machen. Jetzt war er gezwungen ein Auto zu

stehlen. Vor lauter Aufregung hate er Probleme. Zuerst wollte der Schlüssel nicht reingehen, dann sprang das

blöde Ding nicht an. Und von ca. 100 Meter Enernung kam der Hausmeister der Klinik angelaufen. Gleich

würde Thomas gefasst werden! Aber dann sprang der Diesel an! Mit Vollgas fuhr er zu der Stelle, wo Bena mit

den Hunden wartete. Und los ging es Richtung Italien!

Kurz hielten die beiden den Atem an. Denn nach dem großen Tunnel bei Füssen kommt man auf der anderen

Seite in Österreich heraus. Früher konnte man da einfach durchfahren. Aber seit einigen Jahren stehen dort

Soldaten und machen Schpunkarg Kontrollen. Wenn der Diebstahl des Sprinters gemeldet wurde, dann ist

hier Schluss mit Lusg. Die Schlange am Checkpoint verzögert die Ausfahrt aus dem Tunnel.

Endlich – man kann den Checkpoint sehen. Noch drei Autos vor den Beiden. „Was gäbe ich jetzt für eine

Zigarete!“ sagt Thomas. Thomas und Bena haben bereits vor 10 Jahren das Rauchen aufgegeben. Aber jetzt

sind beide mit den Nerven runter. Beide schauen nervös auf den Soldaten, der am Straßenrand mit einem

großen Maschinengewehr steht. Er hat einen Helm auf, und eine Schuss-Sicherheitsweste an. Er trägt eine

dunkle Sonnenbrille und qualmt eine Zigarete. Jedes der drei Autos vor ihnen wird kontrolliert. Dann sind

endlich Thomas und Bena dran und werden durchgewunken. Die beiden jubeln.

Über den Fernpass geht es weiter in Richtung Innsbruck. Was für eine atemberaubende Landscha. Miten

durch die Berge geht es in einer Kolonne mit gefühlt tausend anderen Fahrzeugen. Da viele LKW unterwegs

sind, geht es langsam voran. Immer weiter bergauf. Thomas war vor einigen Jahren mal LKW-Fahrer. Daher

kannte er die Strecke gut. „Ich fahre über den Reschenpass! Da wird weniger kontrolliert!“

Und so ging die Fahrt weiter Bergauf. Auf einem Berg ist die Ortscha Reschen. Dort ist auch die Grenze

zwischen Österreich und Italien. Gut 10 km vor der Ortscha ging nichts mehr. Im Radio sagte der Sprecher,

dass Österreich seine Grenzen geschlossen hat. Es würde niemand mehr über die Grenzen gelassen. Also

segen Thomas und Bena aus, schnappten sich ihr Gepäck und die Hunde – und weiter ging es zu Fuß.

„Was machen wir denn jetzt?“ fragte Bena. „Da vorne kommt die Ortscha Nauders. Bis dahin bleiben wir auf

der Straße. Ab da können wir dann neben der Straße durch die Prärie gehen!“ erklärte Thomas.

Den Hunden gefiel es, dass sie sich endlich die Beine vertreten konnten. Die wunderschöne Landscha wirkte

auch beruhigend auf Thomas und Bena. Allerdings war es auch gefährlich, denn überall ging man an

Schluchten vorbei, die nicht wirklich zum Wandern ausgelegt waren. Jetzt zeigte sich auch, dass Benas Koffer

nicht gut gewählt war. Das sperrige Teil musste o mit waghalsigen Manövern weiter bugsiert werden. Die

Sonne war bereits am Untergehen, als endlich die Ortscha Reschen erreicht wurde. Reschen, ein

Touristenmagnet. Denn der Reschensee wurde künstlich angelegt. Im See sind einige Dörfer versunken, und der

alte Kirchturm ragt immer noch aus dem See! Thomas und Bena gingen um Reschen herum, um dann am

Seeufer entlang nach Italien zu kommen. Gute Idee – aber die Österreicher Grenzer haten sich dort in Stellung

gebracht. Thomas und Bena versteckten sich im Unterholz. Thomas erspähte dann in der Nacht, dass etwas

abseits ein Boot lag. Ein Tretboot – aus den Tagen, als hier noch Touristen die Ortscha belagerten. Es war nicht

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