Technopark Magazin EINBLICK | Oktober 2023
Diese Edition widmet sich ganz dem Thema Gesundheit -> Lesen Sie über würdevolles Altern mit digitaler Hilfe, Extended Reality im Operationsaal, die Zukunft der Physiotherapie und «Glide n’Lock»-Sohlen-Innovation – ausserdem gibt es einen Blick hinter die Kulissen des Technoparks – es bleibt spannend! Das Magazin «EINBLICK» erscheint 2x jährlich und blickt hinter die Kulissen des Technopark Zürich. CEOs & Gründer geben Einblick in Innovation & Vision, Start-ups sowie etablierte Unternehmen werden in Reportagen und Interviews vorgestellt. Von lokal zu international, informativ, für Insider und «Newbies» der Startup-Szene und sonstige technologie-affine Interessente, die am Ball bleiben möchten. Mit dem «Einblick» verschaffen Sie sich Einblick! Inhalt - Edition Oktober 2023 > Smarte Watch als Hilfestellung im Alter – ein Gespräch mit Jill Allemang von Smartwatcher > KI trifft auf Physiotherapie – ein neuer Ansatz mit Akina > Augmented Reality im Operationssaal mit Medicalholodeck > Innovation im Schuh – die Neuentdeckung der Sohle bei GNL > Technopark Highlights blickt hinter die Kulissen > Newbies im Technopark & News aus dem Start-up Ökosystems Zum Gratis-Abo: https://www.technopark.ch/news/zeitschrift-einblick/abo/ Das Magazin EINBLICK entstand in Kooperation mit der > Agentur science-communications GmbH (Redaktion) - https://science-communications.ch/ > Boris Adolf Photography (Fotos) - www.borisadolf.net > Nicole Lagger (Layout) - https://nilaatwork.com/
Diese Edition widmet sich ganz dem Thema Gesundheit -> Lesen Sie über würdevolles Altern mit digitaler Hilfe, Extended Reality im Operationsaal, die Zukunft der Physiotherapie und «Glide n’Lock»-Sohlen-Innovation – ausserdem gibt es einen Blick hinter die Kulissen des Technoparks – es bleibt spannend!
Das Magazin «EINBLICK» erscheint 2x jährlich und blickt hinter die Kulissen des Technopark Zürich. CEOs & Gründer geben Einblick in Innovation & Vision, Start-ups sowie etablierte Unternehmen werden in Reportagen und Interviews vorgestellt. Von lokal zu international, informativ, für Insider und «Newbies» der Startup-Szene und sonstige technologie-affine Interessente, die am Ball bleiben möchten. Mit dem «Einblick» verschaffen Sie sich Einblick!
Inhalt - Edition Oktober 2023
> Smarte Watch als Hilfestellung im Alter – ein Gespräch mit Jill Allemang von Smartwatcher
> KI trifft auf Physiotherapie – ein neuer Ansatz mit Akina
> Augmented Reality im Operationssaal mit Medicalholodeck
> Innovation im Schuh – die Neuentdeckung der Sohle bei GNL
> Technopark Highlights blickt hinter die Kulissen
> Newbies im Technopark & News aus dem Start-up Ökosystems
Zum Gratis-Abo: https://www.technopark.ch/news/zeitschrift-einblick/abo/
Das Magazin EINBLICK entstand in Kooperation mit der
> Agentur science-communications GmbH (Redaktion) - https://science-communications.ch/
> Boris Adolf Photography (Fotos) - www.borisadolf.net
> Nicole Lagger (Layout) - https://nilaatwork.com/
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02/<strong>2023</strong><br />
JILL ALLEMANG VON SMARTWATCHER:<br />
IN WÜRDE ALTERN MIT<br />
DIGITALER HILFE<br />
AKINA:<br />
PHYSIOTHERAPIE<br />
MIT ALGORITHMEN<br />
GNL:<br />
DIE SCHUHSOHLE NOCH<br />
EINMAL NEU ERFUNDEN<br />
MEDICALHOLODECK:<br />
EXTENDED REALITY IM<br />
OPERATIONSSAAL
2/3 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
INHALT<br />
4<br />
NEWS AUS DEM<br />
TECHNOPARK<br />
IM GESPRÄCH:<br />
SMARTWATCHER<br />
8<br />
6<br />
MEDTECH:<br />
AKINA<br />
10<br />
MEDTECH:<br />
MEDICALHOLODECK<br />
SHOETECH:<br />
GNL<br />
12<br />
14<br />
TECHNOPARK-HIGHLIGHTS:<br />
HINTER DEN KULISSEN<br />
IMPRESSUM<br />
HERAUSGEBERIN: <strong>Technopark</strong> Immobilien AG<br />
PROJEKTLEITUNG: Barbara Frauenfeld, Stiftung<br />
<strong>Technopark</strong> Zürich<br />
REDAKTION: science communications GmbH<br />
GESTALTUNG: Nicole Lagger<br />
FOTOGRAFIE: Boris Adolf<br />
DRUCK:<br />
Vogt-Schild Druck AG<br />
AUFLAGE: 5000 Expl.<br />
KONTAKT: stiftung@technopark.ch
GESUNDHEIT<br />
Einer der interessantesten Aspekte meiner<br />
Arbeit für den <strong>Technopark</strong> Zürich ist, mit<br />
grossartigen Ideen in Kontakt zu kommen<br />
und die mannigfaltigen Herausforderungen<br />
bei deren Umsetzung auf verschiedenen<br />
Ebenen mitzuerleben. So bleibt man in einem<br />
breiten Technologiespektrum auf der Höhe<br />
der Zeit. In dieser Ausgabe haben wir<br />
bewusst darauf verzichtet, eine möglichst<br />
breite Themenvielfalt abzubilden, sondern<br />
haben einen thematischen Fokus gesetzt:<br />
Alle porträtierten Firmen beschäftigen sich<br />
in irgendeiner Form mit unserer Gesundheit.<br />
Medizinaltechnik hat in der Schweiz einen<br />
besonderen Stellenwert, tragen entsprechende<br />
Unternehmen doch gemäss dem Branchenverband<br />
Swiss Medtech mit rund 11 Prozent<br />
zur positiven Handelsbilanz der Schweiz bei.<br />
Da wundert es nicht, dass sich knapp 15<br />
Prozent der Firmen im <strong>Technopark</strong> Zürich mit<br />
diesem wichtigen Thema auseinandersetzen<br />
– auch wenn die Hürden der Markteinführung<br />
hier höher sind als in vielen anderen Branchen.<br />
Schliesslich muss selbst ein reines<br />
Softwareprodukt den strengen Regeln der<br />
europäischen Verordnung über Medizinprodukte<br />
(MDR) und der US-Behörde für<br />
Lebens- und Arzneimittel (Federal Drug<br />
Administration) genügen, wenn es zur<br />
Diagnose oder Behandlung einer Krankheit<br />
dient; es geht ja um unsere Gesundheit.<br />
Während Zulassungen aus der Schweiz seit<br />
einigen Jahren von der EU nicht mehr<br />
anerkannt werden, könnten sich mit der<br />
bevorstehenden Anerkennung von US-amerikanischen<br />
Zulassungen (FDA-Approval)<br />
durch die Schweiz neue Marktstrategien für<br />
Start-ups auftun. In jedem Fall sind wir<br />
gespannt, wie die vier in diesem Heft<br />
porträtierten Firmen die entsprechenden<br />
Herausforderungen meistern.<br />
Auf den letzten Seiten des <strong>Magazin</strong>s bieten<br />
wir Ihnen einen Blick hinter die Kulissen<br />
und führen Sie an Orte im <strong>Technopark</strong>,<br />
die nicht ganz alltäglich sind. Lassen Sie<br />
sich überraschen!<br />
Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen.<br />
MATTHIAS HÖLLING<br />
Teamleiter Stiftungsbereiche<br />
Stiftung <strong>Technopark</strong> Zürich<br />
Einblick<br />
frei Haus<br />
Der Einblick blickt zweimal<br />
jährlich hinter die Kulissen<br />
des <strong>Technopark</strong>s Zürich<br />
und seiner Mieterfirmen.<br />
Hier können Sie sich für ein<br />
Gratisabonnement<br />
registrieren.
4/5 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
AUS DEM TECHNOPARK<br />
HIER<br />
BEWEGT<br />
SICH WAS<br />
In den letzten Monaten ist eine Vielzahl<br />
neuer Firmen im <strong>Technopark</strong><br />
Zürich eingezogen. Hier stellen wir die<br />
Neuen in aller Kürze vor.<br />
AIRFIX baut den europäischen Markt<br />
für Biomasse-Kohlenstoffabscheidung<br />
und -speicherung (BiCRS) auf, indem es<br />
die Monetarisierung durch CO 2<br />
-Zertifikate<br />
nutzt, um diese aufstrebende<br />
Technologielösung schnell zu verbreiten.<br />
www.airfixcarbon.com<br />
ASON hat einen Payroll-Service entwickelt,<br />
der entsprechende Spezialisten<br />
im Tagesgeschäft überflüssig<br />
macht.<br />
www.asonpayroll.com<br />
DAHLEM & ADAM<br />
CONSULTING SERVICES<br />
unterstützt Unternehmen aller Branchen<br />
und Grössen bei der Digitalisierung<br />
des Projektmanagements basierend<br />
auf modernen Cloud-Technologien<br />
von Microsoft.<br />
www.dacs-group.com<br />
GLP PF SWITZERLAND ist eine<br />
Tochter des internationalen Immobilienentwicklers<br />
GLP, die das interne<br />
Start-up GLP Clean Energy beherbergt,<br />
das sich auf die Dekarbonisierung<br />
von Industrieimmobilien und den<br />
europäischen Markt für erneuerbare<br />
Energien konzentriert.<br />
https://eu.glp.com<br />
GNL stellt Schuhe her, deren Sohlen<br />
den Aufprall beim Auftreten sanft<br />
dämpfen und beim Abstossen durch<br />
ihre Härte eine perfekte Kraftübertragung<br />
ermöglichen, ohne Energie<br />
zu verlieren (Seite 12).<br />
https://gnlfootwear.com<br />
INSTRUCTIVE CONSTRUCTION<br />
setzt maschinelles Sehen und künstliche<br />
Intelligenz ein, um das manuelle<br />
Bauhandwerk zu verbessern, und gibt<br />
Bauherren digitale Werkzeuge für<br />
Konstruktion, Montage und Schulung<br />
an die Hand, um die Produktivität zu<br />
steigern.<br />
https://incon.ai<br />
OMIFY produziert einen Wasserfilter<br />
mit molekularer Membran, der<br />
sich einfach am Wasserhahn montieren<br />
lässt und das durchfliessende<br />
Wasser so reinigt, dass dessen biochemische<br />
Eigenschaften jenen von<br />
Gletscherwasser entsprechen.<br />
https://omify.com<br />
SWISS INFOSEC, ein unabhängiges<br />
Beratungs- und Ausbildungsunternehmen<br />
in den Bereichen Informationssicherheit,<br />
Datenschutz und<br />
IT-Sicherheit, unterhält im <strong>Technopark</strong><br />
Zürich ein Consulting-Team für<br />
Fragen der Legal Compliance und der<br />
Data-Privacy.<br />
www.infosec.ch<br />
WANTEX’ Einkaufssoftware für<br />
fertigende Unternehmen vereinfacht<br />
den Offertprozess, optimiert Supply-<br />
Chains, digitalisiert den Datenaustausch<br />
mit Lieferanten und hilft, Einsparungen<br />
zu erzielen.<br />
https://wantex.io<br />
WEATHERBOUND entwickelt automatisierte,<br />
intelligente Bewässerungssysteme,<br />
die mithilfe einer Kombination von Wetter-,<br />
Boden- und Pflanzenparametern das<br />
Wassermanagement auf nachhaltige Weise<br />
verbessern.<br />
www.weatherbound.com<br />
ZUPAN stellt Software her, die ein Inventar<br />
jederzeit und so oft wie nötig mit hoher<br />
Geschwindigkeit und Genauigkeit erfasst<br />
und eine Zählung mit Stift und Papier oder<br />
mit Scannern überflüssig macht.<br />
https://zupan.ai<br />
ZURICH SOFT ROBOTICS widmet sich<br />
der Entwicklung von Produkten und Lösungen<br />
auf Basis eines patentierten hybriden<br />
Roboterantriebs mit künstlicher Intelligenz,<br />
der bereits in der multifunktionalen adaptiven<br />
Solarfassade Solskin eingesetzt wird.<br />
www.solskin.swiss<br />
NEUER LEITER FÜR DEN<br />
TECHNOPARK LIECHTENSTEIN<br />
Der <strong>Technopark</strong> Liechtenstein in Vaduz verfügt<br />
seit Mitte dieses Jahres über einen<br />
neuen Geschäftsführer: Fabian Wachter<br />
hat zum 1. Juli <strong>2023</strong> das Zepter übernommen.<br />
Wachter studierte Wirtschaftswissenschaften<br />
und schloss danach ein<br />
MBA-Studium ab. Als Firmengründer besitzt<br />
er Erfahrung im Unternehmertum und<br />
in der Start-up-Entwicklung. 2020 gründete<br />
Wachter mit Wincon Consulting ein eigenes<br />
Beratungsunternehmen für Start-ups.<br />
Der <strong>Technopark</strong> Liechtenstein wurde im Juli<br />
2017 eröffnet und ist Mitglied der <strong>Technopark</strong>-Allianz.
WENN DIE 90ER ZUM<br />
SOMMERFEST LADEN<br />
Am 12. Juli <strong>2023</strong> ging das zweite <strong>Technopark</strong>-«Summer-Fäscht» über die<br />
Bühne. Über 400 Gäste – vom Kind bis zur 85-jährigen ehemaligen Stiftungsrätin<br />
– folgten dem Ruf nach Zürich-West und feierten teilweise bis spät in<br />
die Abendstunden. Passend zum dreissigsten Geburtstag des <strong>Technopark</strong>s<br />
Zürich lautete das Festmotto dieses Jahr «90er-Jahre». Zentrale Anlaufstelle<br />
war das in diesem Stil eingerichtete Wohnzimmer mit roten Sofas. Seit 1993<br />
hatten die Möbel Besucher an der Rezeption empfangen – bis zu ihrer Ablösung<br />
diesen Frühling. Am Ende des Abends fanden sie alle bei den <strong>Technopark</strong>-Firmen<br />
Alivion und Zupan (Bild) ein neues Zuhause.<br />
TECHNOPARK-FIRMEN ZÄHLEN ZUR SPITZE<br />
DER DIGITALEN SCHWEIZ<br />
Bereits zum 13. Mal wurde am 6. September<br />
der Top 100 Swiss Startup<br />
Award vergeben. Auf dem Siegerpodest<br />
standen neben dem Lausanner Biotech-<br />
Start-up Haya Therapeutics (1. Platz)<br />
mit Planted Foods (2) und Yokoy (3)<br />
auch zwei Unternehmen mit Verbindung<br />
zum <strong>Technopark</strong> Zürich. Ebenfalls auf<br />
die Liste schafften es im Weiteren die<br />
aktuellen <strong>Technopark</strong>-Firmen Aktiia<br />
(17), Positrigo (38), Careerfairy (73),<br />
Akina (89) und Terra Quantum (100).<br />
Auf Rang 18 bzw. 19 konnten sich zudem<br />
die beiden diesjährigen Pionierpreis-Finalisten<br />
AgroSustain und Muvon<br />
VON KAPITAL, BETA, PILOT UND<br />
EINEM FERTIGEN PRODUKT<br />
Egonym, Entwickler einer KI-basierten<br />
Lösung zur Anonymisierung von Bildern<br />
und Videos, erhält eine zusätzliche Finanzierung<br />
in unbekannter Höhe. Zu den<br />
Geldgebern zählen gemäss dem Start-up<br />
bekannte Angel-Investoren des Swiss ICT<br />
Investor Club. Das frische Kapital soll unter<br />
anderem in die Durchführung eines<br />
Beta-Programms ab <strong>Oktober</strong> fliessen.<br />
Das auf kostengünstige Metall-3D-Drucklösungen<br />
spezialisierte<br />
Start-up a-metal<br />
erhält 150 000 Franken<br />
Startfinanzierung von Venture<br />
Kick. Das Geld will<br />
a-metal in ein sechsmonatiges<br />
Pilotprogramm investieren.<br />
Teilnehmende KMUs erhalten<br />
ab dem 1. Quartal<br />
2024 für einen Pauschalbetrag<br />
von 50 000 Franken ein<br />
Komplettpaket für den begleiteten<br />
Einstieg in die Metall-3D-Drucktechnologie.<br />
Der NeuroLF ist da: Anlässlich<br />
eines Fachkongresses<br />
im September in Wien präsentierte<br />
Positrigo seinen<br />
ultrakompakten und er-<br />
© Peter Colat<br />
EINDRÜCKE VOM<br />
«SUMMER-FÄSCHT»<br />
Therapeutics platzieren. Fast zur<br />
selben Zeit veröffentlichten Handelszeitung,<br />
Bilanz, PME und Digitalswitzerland<br />
ihre Liste der Digital<br />
Shapers. Schon zum zweiten Mal figuriert<br />
darauf Richard Ettl von Sky-<br />
Cell. Aus dem <strong>Technopark</strong> Zürich<br />
wurden zudem Fadri Furrer (Instructive<br />
Construction) und Renat Heuberger<br />
(South Pole) aufgenommen.<br />
Schliesslich wurde Luca Maria Gambardella,<br />
Co-Founder und CTO der<br />
<strong>Technopark</strong>-Firma Artificialy, aufgrund<br />
seiner dritten Auszeichnung<br />
in die Hall of Fame aufgenommen.<br />
schwinglichen PET-Hirnscanner erstmals<br />
einem grösseren Publikum. Der<br />
NeuroLF soll Diagnose und Überwachung<br />
von Gehirnerkrankungen wie<br />
Alzheimer und Tumoren erleichtern.<br />
Unterstützung erhält das Medtech-<br />
Start-up von Innosuisse: Die Innovationsagentur<br />
des Bundes sprach<br />
Positrigo Fördermittel aus dem<br />
Swiss-Accelerator-Programm zu.<br />
SCHWEIZER RISIKOKAPITALMARKT<br />
IM HALBJAHRESTIEF<br />
Die Risikokapitalfinanzierung in der Schweiz<br />
ist im 1. Halbjahr <strong>2023</strong> deutlich gesunken. So<br />
lautet das Fazit des Halbjahresupdates zum<br />
Swiss Venture Capital Report <strong>2023</strong>. In den<br />
ersten sechs Monaten des Jahres wurden<br />
noch knapp 1,2 Milliarden Franken investiert,<br />
54 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode.<br />
Die Zahl der abgeschlossenen Finanzierungsrunden<br />
sank verhältnismässig wenig,<br />
nämlich von 163 auf 154. Mit einem Rückgang<br />
der Finanzierung um 73 Prozent auf<br />
nur noch 373 Millionen Franken traf es die<br />
Bereiche ICT, Fintech und Healthcare-IT (nicht<br />
Medtech) in besonderem Masse. In einer Befragung<br />
unter rund 100 Schweizer Investoren<br />
gab ein Drittel an, in den nächsten zwölf<br />
Monaten weniger Neuinvestitionen tätigen<br />
zu wollen und sich mehr auf Folgefinanzierungen<br />
zu konzentrieren. Ebenfalls ein gutes<br />
Drittel rechnet jedoch mit einer Erholung des<br />
Risikokapitalmarkts.<br />
WIE EIN FISCH IM (EIS-)WASSER<br />
Weiter als 105 Meter tauchen in eiskaltem<br />
Wasser unter einer 15 Zentimeter<br />
dicken Eisschicht, bekleidet nur mit Badehose,<br />
Kappe und Schwimmbrille – das<br />
ist das Ziel, das sich Peter Colat, Bauleiter<br />
im <strong>Technopark</strong> Zürich, für den kommenden<br />
Winter vorgenommen hat. Der<br />
52-jährige Autodidakt gilt hierzulande<br />
als Pionier im Freitauchen: Neun Weltrekorde<br />
hält er, 22 Schweizer Rekorde und<br />
16 Schweizer Meisterschaftstitel. Nun<br />
möchte er seine Karriere mit einem erneuten<br />
Rekord im Streckentauchen ohne<br />
Anzug und ohne Flossen krönen. Nach<br />
einem missglückten Versuch im Februar<br />
<strong>2023</strong>, als Colat aufgrund der schlechten<br />
Sicht unter Wasser aufgeben musste,<br />
wird er sich erneut ins kalte Nass des österreichischen<br />
Vilsalpsees stürzen, auf<br />
der Jagd nach dem Guinness-Weltrekord.<br />
SRF-BEITRAG<br />
ZUM JÜNGSTEN<br />
REKORDVERSUCH<br />
Peter Colat bei seinem<br />
Weltrekordversuch im Februar (Bild: )
6/7 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
MEDTECH: AKINA<br />
KI TRIFFT<br />
PHYSIOTHERAPIE<br />
Akina erweitert die Physiotherapie um eine interaktive<br />
Software. Zu Hause durchgeführte Übungen<br />
werden per Videokamera in Echtzeit analysiert und<br />
falls nötig korrigiert. Therapeuten erhalten einen<br />
summarischen Überblick über den Behandlungserfolg<br />
und können so Feedback geben.<br />
Florian Haufe und Michele Xiloyannis sind ehemalige Leistungssportler<br />
und bestens mit der massiven Kraft vertraut,<br />
die Bewegung auf den eigenen Körper ausüben<br />
kann. In ihrer Forschung an der ETH befassten sich beide<br />
mit der Entwicklung tragbarer Roboter für Menschen mit<br />
eingeschränkter Mobilität. Daraus entstand die Idee,<br />
Patienten mithilfe einer Software dabei zu unterstützen,<br />
ihre Mobilität zurückgewinnen und schmerzfrei leben zu<br />
können. Aus diesem Gedanken heraus gründeten sie<br />
2021 Akina.<br />
THERAPIE ZU HAUSE<br />
Und so funktioniert ihre Erfindung: Der Patient ruft zu<br />
Hause im Webbrowser die Therapie-Applikation Akina<br />
Cloud auf. Wie in jedem anderen Fitness-Tutorial zeigt<br />
darin ein Instruktor, wie genau eine Übung durchgeführt<br />
werden muss. Die Bewegungen des Patienten werden<br />
allerdings über die Kamera des von ihm verwendeten<br />
Computers aufgezeichnet. Die Applikation erkennt seine<br />
Gelenke und markiert sie als sogenannte Landmarks.<br />
Auch die wichtigsten Gliedmassen werden identifiziert<br />
und deren relativer Winkel zueinander bestimmt.<br />
Ein «Convolutional Neural Network», ein von biologischen<br />
Prozessen inspiriertes Konzept im Bereich des maschinellen<br />
Lernens, erkennt und analysiert aus diesen Daten heraus<br />
den Bewegungsablauf. Vergleichbare Programme<br />
gibt es bereits für Bewegungsanalysen bei Labortieren.<br />
Akina Cloud geht aber deutlich weiter.<br />
PERSÖNLICHE TIPPS IN<br />
ECHTZEIT VOM VIRTUELLEN COACH<br />
Die 3D-Koordinaten-Information, also beispielsweise wie<br />
weit die Schulter gehoben wurde, wird von der Software<br />
bewusst kontextbezogen interpretiert, wobei viel Wissen<br />
über die Anatomie des Menschen einfliesst und aus der<br />
Forschung der Gründer hervorgegangene algorithmische<br />
Modelle zum Einsatz kommen. Ausserdem hat der Thera-<br />
Die Akina-Gründer Michele<br />
Xiloyannis (links) und<br />
Florian Haufe führen die<br />
automatische Analyse von<br />
Bewegungsabläufen vor.<br />
pie-Instruktor pro Übung rund zwanzig Videos aufgezeichnet,<br />
in denen er alle potenziellen Fehlbewegungen<br />
einzeln anspricht und korrigiert. Ein Algorithmus wählt<br />
aus diesem Pool das passende individuelle Korrekturvideo<br />
aus, das sich dann nahtlos an die Übung anschliesst,<br />
sodass ein kontinuierlicher Videostream entsteht. Quasi<br />
als Beigabe zählt die Applikation auch die Anzahl der<br />
Wiederholungen. Wichtig ist, dass die Gesamtarchitektur<br />
hohe Datensicherheit gewährleistet. Die Erkennung der<br />
Landmarks erfolgt deswegen lokal auf dem Endgerät.<br />
Das Video des Patienten gelangt nie in die Cloud.<br />
Die zweite Komponente der Applikation betrifft die<br />
Dokumentation des Übungsfortschritts zuhanden der<br />
behandelnden Physiotherapeutinnen und -therapeuten.<br />
Diese erhalten eine Auswertung in Berichtform, aus der<br />
die Anzahl der Wiederholungen und die Zielerreichung in<br />
Prozent hervorgehen. Auch die durchschnittliche Bewegungsqualität<br />
wird darin erfasst – abhängig davon, wie<br />
oft Korrekturen erforderlich waren. Die Patienten geben<br />
ausserdem auf einer Skala von 0 bis 10 den subjektiv<br />
empfundenen Schmerz an. Des Weiteren werden sie<br />
gefragt, ob sie die Übungen als angemessen, zu leicht<br />
oder zu schwierig bewerten. Falls eine Übung konsequent
~20000<br />
falsch gemacht wurde, kann sich der Therapeut eine 3D-Visualisierung<br />
der Bewegungsausführung mit einem neutralen Avatar<br />
anzeigen lassen, der exakt die vom System aufgezeichneten<br />
Koordinatendaten in synthetisierter Form wiedergibt.<br />
PERSONALISIERTE<br />
HEILUNG WIRD GREIFBAR<br />
Im August erhielt Akina für sein Qualitätsmanagement die<br />
Zertifizierung nach ISO 13485. Damit zeigt das Unternehmen,<br />
dass sein Qualitätsmanagementsystem die strengen regulatorischen<br />
Anforderungen an einen Medizinproduktehersteller<br />
erfüllt. Aktuell wird Akina Cloud im klinischen Zusammenhang<br />
erprobt. Voraussichtlich im November dieses Jahres wird das<br />
System – weiterhin in Kliniken – in einem grösseren Kontext in<br />
den Markt treten. «Wir wollen das heilende Potenzial von<br />
Bewegungen besser erschliessen», sagt Florian Haufe. Bisher sei<br />
vor allem die interaktive und personalisierte Anleitung bei<br />
Heimübungen nicht optimal gelöst. In Zukunft soll es sich anfühlen,<br />
als wäre jede Heimtherapiesitzung speziell auf den einzelnen<br />
Patienten zugeschnitten. Dass dies auf eine Art und Weise<br />
erfolgt, die zu Hause beim Patienten keine weiteren Menschen<br />
involviert, ist der grosse Kunstgriff der Gründer von Akina.<br />
-- www.akina.health<br />
praktizierende Physiotherapeutinnen<br />
und -therapeuten<br />
gibt es in der Schweiz<br />
3/4<br />
der physiotherapeutisch<br />
Tätigen sind weiblich<br />
392<br />
Personen schlossen 2021 in<br />
der Schweiz eine Physiotherapie-<br />
Zahlen<br />
ausbildung ab<br />
fehlen<br />
874<br />
ausländische Diplome<br />
wurden 2021 anerkannt<br />
XXXXXXX Bildlegende xxxxxxxx
8/9 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
IM GESPRÄCH: SMARTWATCHER<br />
Von der Uhr zum<br />
Bilderrahmen:<br />
Jill Allemang, CEO von<br />
Smartwatcher<br />
IN WÜRDE<br />
ALTERN – MIT<br />
SMARTEN UHREN<br />
Smartwatcher entwickelt persönliche Sicherheitslösungen<br />
für ältere Menschen und ihre Familien und<br />
Freunde auf der Basis von smarten Geräten.<br />
Jill, welche Art von Dienstleistung<br />
bietet Smartwatcher an?<br />
Wir verbinden ältere Menschen, oder andere<br />
Bedürftige, mit ihrer Familie und ihren Freunden,<br />
indem wir Sprachanrufe über eine Armbanduhr<br />
ermöglichen. Wie wir wissen, sind viele<br />
ältere Menschen im Umgang mit dem Smartphone<br />
nicht routiniert. Die Uhr verfügt daher<br />
über eine eigene SIM-Karte, ein Mikrofon und<br />
einen eingebauten Lautsprecher, sodass kein<br />
zusätzliches Smartphone benötigt wird. Wenn<br />
die Besitzerin einer Uhr einen Alarm auslöst,<br />
wird sie mit ihren Liebsten, oder auch mit ihrem<br />
Hausarzt, in Verbindung gesetzt. Welche Personen<br />
das sind, wird zuvor festgelegt; die Anzahl<br />
der Verbindungen wird durch die Wahl des<br />
Abonnements bestimmt. Die Stimmen der<br />
angerufenen Personen ertönen dann durch die<br />
Uhr, was oft schon beruhigend wirkt. Sie können<br />
sich erkundigen, wie es der Uhrträgerin geht,<br />
während sie gleichzeitig deren geografische<br />
Position auf einer Karte sehen.<br />
Wie ist die Idee entstanden?<br />
Alarmsysteme für die persönliche Sicherheit<br />
gibt es schon seit vielen Jahrzehnten – meist in<br />
Form von grossen, altmodischen Knöpfen, die<br />
man um den Hals trägt. Bei der Firmengründung<br />
2015 war unsere ursprüngliche Idee eine Sicherheits-App<br />
für Menschen, die bei ihren normalen<br />
täglichen Aktivitäten einen Alarm auslösen müssen,<br />
um Hilfe zu rufen. 2017 beschlossen wir,<br />
Wearables wie Smartwatches zu verwenden.<br />
Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?<br />
Der Gruppenanruf über die Uhr. Andere Geräte auf<br />
dem Markt ermöglichen es, eine Person anzurufen,<br />
deren Name auf einer Liste steht, und dann die<br />
nächste Person auf der Liste, bis jemand antwortet.<br />
Bei unserer Lösung werden alle gleichzeitig angerufen.<br />
Es antwortet jeder, der kann. Im Notfall kann<br />
diese Zeitersparnis entscheidend sein.<br />
Was ist das Geschäftsmodell und welche<br />
Märkte sprecht ihr an?<br />
Man erwirbt die Uhr zusammen mit einem monatlichen<br />
Abonnement. Wir haben schon heute Tausende<br />
von Abonnenten, hauptsächlich in der Schweiz, aber<br />
auch in Belgien und Frankreich und in geringerem<br />
Umfang in Österreich und Deutschland. Die demografische<br />
Alterung ist in ganz Europa zu beobachten.<br />
Wen adressiert ihr?<br />
In erster Linie die Endkunden. Wir wenden uns an die<br />
besorgten erwachsenen Kinder eines alternden<br />
Elternteils, die nach einer Lösung suchen. Die Menschen<br />
wollen länger selbstständig zu Hause leben.<br />
Wir helfen älteren Generationen, sich im Voraus zu<br />
überlegen, wer ihnen zu Hilfe eilen könnte, wenn dies<br />
erforderlich wird. Dafür sind wir online präsent. Wir<br />
arbeiten auch mit Wiederverkäufern wie dem Hörgeräteanbieter<br />
Amplifon zusammen, der über 97<br />
Standorte in der Schweiz verfügt. Aber ich denke,<br />
der wichtigste Weg ist die Mundpropaganda. Dabei<br />
hilft uns, dass wir eine sehr enge Beziehung zu unseren<br />
Abonnenten haben. Sie vertrauen uns, weil wir<br />
ihnen bei einem dringenden Bedürfnis echte Hilfestellung<br />
leisten.<br />
Welche Zukunftspläne hegt Smartwatcher?<br />
Die Zukunft ist schon da. Mit einem digitalen Fotorahmen<br />
haben wir ein vergleichbares Produkt entwickelt,<br />
das kein Wearable ist. Dieser bietet den physischen<br />
Rahmen für eine soziale Verbindung:<br />
Familienmitglieder und Freunde können aus der Fer-
Jill Allemang<br />
lebt seit zwanzig Jahren in der Schweiz und ist<br />
Schweizer Staatsbürgerin. Sie wuchs in Ohio auf und<br />
erwarb einen Master in Learning and Organizational<br />
Change der Northwestern University in Evanston, Illinois.<br />
Ihre Karriere begann sie als Marktmanagerin bei<br />
Dow Chemical. Durch den Job kam Allemang in die<br />
Schweiz, zu Dow Europe in Horgen. Später leitete sie<br />
eine Agentur für visuelle Strategiekommunikation<br />
und gründete danach ihr eigenes Unternehmen in<br />
Zürich, das sich mit der Aktualisierung von Markenstrategien<br />
befasste und das sie fünfzehn Jahre lang<br />
leitete, bevor sie im Frühjahr 2020 ihre Stelle als CEO<br />
von Smartwatcher antrat.<br />
«AUCH EIN ÄLTERER MENSCH<br />
HAT DAS RECHT, UNABHÄNGIG<br />
ZU SEIN UND SEINE AKTIVITÄ-<br />
TEN SELBST ZU WÄHLEN»<br />
ne Fotos an das Gerät senden. So bleibt man miteinander<br />
in Kontakt. Und mit einem einzigen Knopfdruck<br />
lässt sich ein Videoanruf aufbauen. Der<br />
Rahmen bietet also verschiedene Stufen der Verbindung<br />
– und wenn man einen Alarm braucht, ist auch<br />
dies möglich. Er hat auch ein gutes Business-to-Business-Potenzial:<br />
Solche Geräte werden zum Beispiel<br />
gerne von Pflegeeinrichtungen genutzt. Anstatt<br />
jedes Mal zum Patienten gehen zu müssen, kann das<br />
oft überlastete Pflegepersonal die Patienten per<br />
Video erreichen und sich ein Bild davon machen, ob<br />
ein persönlicher Kontakt dringend nötig ist.<br />
Was motiviert dich?<br />
Wir sind ein Unternehmen, das einen sinnvollen<br />
Zweck verfolgt. Nach wie vor herrschen stereotype<br />
Ansichten über das Alter vor. Ich denke, wir können<br />
viel dazu beitragen, eine menschliche Sichtweise auf<br />
das Altern als Prozess herbeizuführen. Auch ein älterer<br />
Mensch hat das Recht, unabhängig zu sein und<br />
seine Aktivitäten selbst zu wählen. Das ist etwas<br />
anderes als reine Gesundheitsfürsorge. Es geht um<br />
die Frage, was erforderlich ist, damit die uns liebsten<br />
Menschen auch im Alter unabhängig zu Hause leben<br />
können. Wir ermöglichen es ihnen, verbunden zu<br />
bleiben und auf einfache und sichere Weise um Hilfe<br />
zu bitten. Oft ist ein solcher Hilferuf ja kein wirklicher<br />
Notfall. Vielleicht ist die Person vorübergehend desorientiert<br />
oder einfach nur besorgt. Eine vertraute<br />
Stimme zu hören, wirkt dann schon sehr beruhigend.<br />
Wir sehen uns als einen Dienstleister, der diese Verbindung<br />
ermöglicht.<br />
-- www.smartwatcher.com<br />
74 %<br />
der Schweizerinnen und<br />
Schweizer ab 65 nutzen das<br />
Internet; 2009 waren<br />
es noch 38 %<br />
1/3<br />
der über 65-Jährigen<br />
lebt allein zu Hause<br />
100<br />
neue Hundertjährige gibt<br />
es in der Schweiz jedes<br />
Jahr, mehr als 80 % davon<br />
sind Frauen
10/11 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
MEDTECH: MEDICALHOLODECK<br />
AUGMENTED<br />
REALITY AUF DEM<br />
OPERATIONSTISCH<br />
Medicalholodeck ermöglicht Ärztinnen<br />
und Ärzten sowie Studierenden der<br />
Medizin das virtuelle Eintauchen in die<br />
Anatomie des Menschen einschliesslich<br />
der personalisierten Medizin für die<br />
Vor- und Nachbereitung von Operationen.<br />
Die Plattform prägt medizinische<br />
Bildgebung und Kollaboration weltweit.<br />
1986<br />
entwickelte Ivan Sutherland<br />
das erste auf dem Kopf<br />
getragene VR-Gerät<br />
Ein Chirurg verwendet die AR-Technologie von Mediacalholodeck bei einer Operation (Bild: zVg)<br />
Gute Anatomiekenntnisse und eine räumliche Vorstellung<br />
ihres Operationsgebietes im Patientenkörper<br />
sind für Medizinerinnen und Mediziner unverzichtbar.<br />
Zweidimensionale Darstellungen helfen dabei nur beschränkt.<br />
Virtual und Augmented Reality hingegen<br />
schaffen zum Beispiel bei der Vorbereitung einer Operation<br />
oder in der Medizinlehre eine bessere räumliche<br />
Vorstellung des jeweiligen Körpers. Virtual Reality (VR)<br />
zeigt simulierte Umgebungen, während Augmented<br />
Reality (AR) digitale Informationen in die reale Situation<br />
einblendet. Zusammengefasst ist oft auch von<br />
Extended Reality (XR) die Rede.<br />
Fanden XR-Technologien zunächst vor allem im Unterhaltungsbereich<br />
Anwendung, haben sie mittlerweile<br />
den Weg in die Medizin gefunden. Ein Innovator in diesem<br />
Bereich ist Medicalholodeck: Das Unternehmen hat<br />
eine Plattform entwickelt, die Ärztinnen und Ärzten,<br />
Forschenden und Studierenden der Medizin das Eintauchen<br />
in virtuelle medizinische Szenarien ermöglicht.<br />
VIRTUELLE PLANUNG<br />
CHIRURGISCHER EINGRIFFE<br />
Die Anfänge von Medicalholodeck liegen in der 3D-Visualisierung<br />
und Animation. Zum Beginn seiner Karriere<br />
arbeitete der spätere Gründer Christof von Waldkirch<br />
zusammen mit Kollegen intensiv an neuen Technologien<br />
zur Visualisierung medizinischer Informationen,<br />
woraus sich im Laufe der Zeit ein engagiertes Team bildete.<br />
Bald erkannte man das Potenzial, das die Einblendung<br />
medizinischer Daten in virtuelle Umgebungen<br />
birgt, um Ärzten verbesserte Diagnose- und Analysemöglichkeiten<br />
zu bieten. Entsprechende Prototypen<br />
fanden bei Konferenzen in den USA ermutigende Resonanz.<br />
Seither fokussiert sich Medicalholodeck auf die<br />
Realisierung visionärer Visualisierungskonzepte.<br />
Heute steht Medicalholodeck für die Verbindung von<br />
visueller Finesse, technologischem Know-how und<br />
medizinischer Kompetenz. Die Plattform bietet eine
Reihe von Apps und Inhalten (z. B. interaktive Tutorials,<br />
medizinische 3D-Objekte in hoher Auflösung oder auf<br />
echten Daten basierende Fallbeispiele), die einzigartige<br />
Möglichkeiten für medizinische Bildung und professionelle<br />
Arbeit schaffen. Selbst die komplexesten Datensätze<br />
können verarbeitet und anschaulich dargestellt<br />
werden. Ärzte können mit Medicalholodeck chirurgische<br />
Eingriffe in einer vollständig immersiven digitalen<br />
Umgebung in 3D planen und rekapitulieren.<br />
215<br />
Magnetresonanztomografen<br />
und 332 Computertomografen<br />
gab es<br />
2019 in der Schweiz<br />
<strong>EINBLICK</strong> IN DIE PATIENTIN<br />
VOR DER OPERATION<br />
Die Plattform ermöglicht das Importieren von Daten<br />
aus Geräten wie Computertomographen (CT) und Magnetresonanztomographen<br />
(MRT). Nach dem Datenimport<br />
erhalten medizinische Fachkräfte mithilfe einer<br />
VR-Brille einen detaillierten und vollständig dreidimensionalen<br />
Einblick in den Körper des jeweiligen Patienten.<br />
Zur Anwendung kommt dabei handelsübliche Hardware,<br />
etwa Produkte wie Meta Quest, Vive, Magic Leap<br />
oder Microsoft Hololens. Im Vergleich zu herkömmlichen<br />
Bildern auf Monitoren wird der Befund klarer und<br />
präziser. Weil die individuellen Patientendaten verwendet<br />
werden, ist die medizinische Betreuung in höchstem<br />
Masse personalisiert.<br />
Chirurgen bietet Medicalholodeck die Möglichkeit, sich<br />
in realitätsnahen Simulationen präzise auf bevorstehende<br />
Eingriffe vorzubereiten. Ebenso lassen sich Operationen<br />
bei Bedarf nachträglich mit Kolleginnen und<br />
Kollegen rund um die Welt in einer 3D-Umgebung analysieren<br />
und rekapitulieren oder später als Fallbeispiele<br />
im Unterricht verwenden. Hochschuldozierende nutzen<br />
die Plattform bereits seit Jahren, um die menschliche<br />
Anatomie im 3D-Format zu vermitteln. Studierende der<br />
Medizin profitieren von einem preiswerten Abonnement,<br />
das es ihnen ermöglicht, auch zu Hause am Notebook<br />
ihr Anatomieverständnis in einer 3D-Umgebung<br />
zu verbessern.<br />
DAS SCHLAGENDE HERZ IN<br />
ECHTZEIT UND 3D<br />
Derzeit kooperiert Medicalholodeck mit renommierten<br />
Universitäten, Krankenhäusern und Kliniken<br />
unter anderem in Deutschland, der Schweiz und den<br />
USA. Im August wurde an der Universitätsklinik<br />
Bonn das Projekt Innovative Secure Medical Campus<br />
lanciert, das auf den Produkten von Medicalholodeck<br />
basiert und das enorme Potenzial der Technologie<br />
bei Verwendung von AR-Hardware zeigt. Diese<br />
erlaubt es den Ärztinnen und Ärzten, den realen<br />
Körper ihrer Patienten virtuell mit den Bildern aus<br />
medizinischen Datenquellen zu überlagern. Durch<br />
die Verwendung von Ultraschallbilddaten in Echtzeit<br />
erhalten Kardiologen so beispielsweise einen dreidimensionalen<br />
Einblick in das schlagende Patientenherz.<br />
Erst im Juni hat Medicalholodeck die Verfügbarkeit<br />
seiner Plattform für alle gängigen AR-Systeme<br />
bekannt gegeben.<br />
-- www.medicalholodeck.com<br />
Anatomiestunde in 3D mit VR-Brillen (Bild: zVg)<br />
1895<br />
entdeckte Wilhelm Conrad<br />
Röntgen die Grundlage für<br />
medizinische bildgebende<br />
Verfahren
12/13 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
SHOETECH: GNL<br />
5 %<br />
wächst der Markt<br />
für Laufschuhe<br />
jährlich<br />
Von 13 auf<br />
19 %<br />
stieg der Sneaker-Anteil im Schweizer<br />
Schuhmarkt zwischen 2014 und 2022<br />
INNOVATION<br />
IM SCHUH<br />
Über zwei Generationen hat die Schweizer Familie Braunschweiler<br />
mit innovativen Entwicklungen Laufschuhe komfortabler gemacht<br />
und so dazu beigetragen, dass ein gesättigter Markt neu aufgeteilt<br />
wurde. Für noch grösseren Komfort fügt die Firma GNL jetzt mit<br />
dem «Glide’n Lock»-Prinzip eine weitere Dimension hinzu.<br />
Die Zürcher Laufschuhmarke On verspricht in ihrem<br />
Marketing aufgrund der patentierten Sohle ein Laufen<br />
wie auf Wolken. Was kaum jemand weiss: Das Patent<br />
für die Sohle, die weiches Landen und hartes Abstossen<br />
ermöglichen soll, stammt vom Schweizer Ingenieur<br />
Jürg Braunschweiler – demselben schlauen Kopf, der<br />
nun hinter dem Konkurrenzprodukt der Firma GNL (für<br />
«Glide’n Lock») steht.<br />
Braunschweilers Frau Patty stammt aus Florida, und<br />
deshalb verbrachte die Familie in den 90er-Jahren dort<br />
viel Zeit. Beim Jogging an der Strandpromenade stellte<br />
Braunschweiler fest, dass eine feine Sandschicht auf<br />
dem Asphalt genau das richtige Mass an Dämpfung und<br />
Gleiten beim Aufsetzen und Abheben des Laufschuhs<br />
bewirkt. Dieses Prinzip setzte er in Versuchsreihen um,<br />
und zwar zunächst, indem er Teile eines zerschnittenen<br />
Gartenschlauchs unter dem Schuh befestigte. Daraus<br />
entwickelte sich 2008 der Prototyp eines Schuhs, der<br />
schmerzfreies Laufen erlaubte. Ein Jahr später stellte<br />
Jürg Braunschweiler Kontakt zu den Gründern von On<br />
her, die ihm schliesslich 2009 die Lizenz für das Patent<br />
abkauften und noch im selben Jahr den ersten Schuh<br />
auf den Markt brachten.
GNL-Mitgründer Eric Braunschweiler<br />
(rechts), Head of E-Commerce &<br />
Digital Stefan Rohner (links) und<br />
CEO Lorenzo Sorbi<br />
1,2 Mrd.<br />
Franken geben Schweizer<br />
pro Jahr für Sneaker aus<br />
EMPA-GEPRÜFTE<br />
360-GRAD-DÄMPFUNG<br />
Braunschweiler liess das Thema dennoch nicht los, und<br />
er tüftelte weiterhin an der perfekten Sohle. Seine Vision<br />
war es, auch die seitlichen Scherkräfte zu berücksichtigen.<br />
Deswegen entwickelte er das Konzept weiter<br />
und brachte 2012 einen neuen Prototyp heraus, dessen<br />
Alleinstellungsmerkmal es ist, nun erstmals alle vier<br />
Bewegungsrichtungen abzufangen. Dies gelingt, indem<br />
in jeder Sohle individuelle Elemente mit 360°-Dämpfung<br />
untergebracht sind. Laut Tests der EMPA St. Gallen<br />
weisen GNL-Schuhe denn auch eine um 30 Prozent bessere<br />
Dämpfung auf als vergleichbare Modelle. Die GNL-<br />
Sohlen vermitteln das bestmögliche Laufgefühl und<br />
fördern die Gesundheit und Regeneration ihrer Trägerinnen<br />
und Träger im täglichen Leben.<br />
Inzwischen leitet Braunschweilers Sohn Eric die Geschicke<br />
des Unternehmens. Der Hauptsitz ist im <strong>Technopark</strong><br />
Zürich, von wo zunächst der Schweizer Markt adressiert<br />
wird. Als Markenbotschafter und Investor hat sich der<br />
Regisseur Marc Forster zur Verfügung gestellt. Einen Showroom<br />
gibt es in Wollishofen. Damit Eric Braunschweiler sich<br />
verstärkt auf die weitere Produktentwicklung konzentrieren<br />
kann, übernahm am 1. September <strong>2023</strong> Lorenzo<br />
Sorbi die Aufgabe des CEO. Ab nächstem Jahr soll die Zielgruppe<br />
30 plus in der DACH-Region per Onlinemarketing<br />
angesprochen werden.<br />
-- www.gnlfootwear.com<br />
Ein Landgasthof,<br />
wie er im Buche steht.<br />
Oder eben in Uitikon.<br />
Das Team vom Landgasthof Leuen in Uitikon Waldegg freut sich, Sie schon bald kulinarisch verwöhnen zu dürfen.<br />
Landgasthof Leuen, Birmensdorferstrasse 56, Telefon 044 406 15 00, info@leuen.ch, www.leuen.ch
14/15 -- 02/<strong>2023</strong> <strong>EINBLICK</strong><br />
TECHNOPARK-HIGHLIGHTS<br />
HINTER<br />
DEN KULISSEN<br />
Der <strong>Technopark</strong> Zürich gehört zu den flächenmässig grössten zusammenhängenden<br />
Liegenschaften im Stadtbereich. Auf 47 000 m 2 gemieteter<br />
Fläche sind 260 Technologiefirmen mit rund 2700 Beschäftigten<br />
untergebracht. Viele dieser Firmen haben besondere Ansprüche bezüglich<br />
der Infrastruktur. Die Anlagen, die dafür sorgen, dass der <strong>Technopark</strong><br />
Zürich reibungslos funktioniert, liegen oft im Verborgenen. Auf der<br />
vorliegenden Doppelseite verschafft der Einblick Zugang zu einigen<br />
dieser Stellen und zeigt andere, wenig auffällige Infrastrukturdetails.<br />
22%<br />
weniger Strom verbrauchte<br />
der <strong>Technopark</strong> 2022 im<br />
Vergleich zu 2016 bei<br />
konstanter Belegung<br />
1752<br />
Solarmodule<br />
sind<br />
auf den vier Dächern<br />
des <strong>Technopark</strong>s<br />
installiert<br />
DIE SÄULEN DES<br />
TECHNOPARKS<br />
Die Nutzlast von Etagenböden in Mietwohnungen<br />
und Büros beträgt normalerweise zwischen<br />
200 und 300 kg pro Quadratmeter. Im <strong>Technopark</strong><br />
sind es maximal 400 kg im vierten und<br />
fünften Obergeschoss, bis zu 700 kg (je nach<br />
Ausbau) von der ersten bis zur dritten Etage<br />
und eine ganze Tonne in Erd- und Untergeschoss.<br />
Doch für die ganz grossen Maschinen reicht auch<br />
das nicht. Als in der Werkhalle D im Trakt Einstein<br />
eine Tiefziehpresse aufgestellt werden sollte,<br />
mussten in der Tiefgarage darunter zusätzliche<br />
Säulen errichtet werden, um die Last der Maschine<br />
zu tragen. Gleiches wurde notwendig, als<br />
2013 die Karussellschleifmaschine der ETH installiert<br />
wurde. Die zusätzlichen Säulen erhöhen<br />
an bestimmten Stellen in der Garage die Nutzlast<br />
des Bodens darüber auf sagenhafte 70 Tonnen.<br />
HOCHSPANNUNG FÜR FABRIKANLAGEN<br />
Beim Bau des <strong>Technopark</strong>s Zürich war ursprünglich geplant, auch Unternehmen<br />
mit industrieller Produktion aufzunehmen. Deswegen wurde das<br />
Gebäude mit drei Trafostationen mit insgesamt acht Transformatoren versehen.<br />
Der Strom gelangt über Mittelspannungsleitungen mit 22 Kilovolt<br />
ins Gebäude und wird von den Transformatoren auf die Standardnetzspannung<br />
von 230 Volt umgewandelt und weiterverteilt. Durch die hauseigene<br />
Umspannung kann der <strong>Technopark</strong> Zürich mit ewz besonders vorteilhafte<br />
Tarife aushandeln und diese an die Mieter weitergeben.<br />
70<br />
Zentimeter dick sind<br />
die Bodenplatten im<br />
Untergeschoss des<br />
<strong>Technopark</strong>s
Im Trakt Edison befindet sich im<br />
Untergeschoss die<br />
Telefonzentrale<br />
Auf einem Tisch an der Wand liegen<br />
noch Kästen mit alten Papierkärtchen,<br />
wo alle Verbindungen fein säuberlich<br />
mit Bleistift festgehalten wurden.<br />
Der <strong>Technopark</strong> Zürich ist ans<br />
Fernwärmenetz<br />
der Stadt Zürich angeschlossen – früher<br />
über die Kehrichtverwertungsanlage<br />
Josefstrasse, seit deren Schliessung<br />
2021 über die Anlage Hagenholz.<br />
Seit mehr als zwanzig Jahren schon betreibt<br />
der <strong>Technopark</strong> eine<br />
Fotovoltaikanlage<br />
Nach über zwei Jahrzehnten im Betrieb ist<br />
diesen Juni zum ersten Mal eine Zelle zu<br />
Bruch gegangen – durch ein Missgeschick.<br />
BIODIVERSITÄT<br />
AUF DEM DACH<br />
Bis zu einem gewissen Neigungswinkel<br />
müssen Dächer in der Stadt Zürich begrünt<br />
werden. Diese Dachflächen bieten<br />
Tieren und Pflanzen Ersatzlebensräume<br />
innerhalb der Stadt und tragen ihren Teil<br />
zum Konzept der «Schwammstadt» bei:<br />
Sie halten Regenwasser zurück, befeuchten<br />
und kühlen die Luft und helfen, Temperaturextreme<br />
auszugleichen. Neben dem<br />
positiven Effekt auf das Mikroklima helfen<br />
begrünte Flachdächer auch, der Luft<br />
Schadstoffe zu entziehen und den Schall<br />
zu dämpfen. Die extensive Begrünung auf<br />
dem Dach des <strong>Technopark</strong>s Zürich wird daher<br />
weitestgehend sich selbst überlassen.<br />
WO EINMAL IM JAHR DIE<br />
SCHWEIZER FAHNE WEHT<br />
Auf dem Dach des <strong>Technopark</strong>s befinden sich drei Fahnenmasten,<br />
deren oberer Teil jeweils in einer der Farben Blau, Rot<br />
oder Gelb lackiert ist. Entsprechend dem ursprünglichen Nutzungskonzept<br />
des <strong>Technopark</strong>s Zürich symbolisierten die<br />
Farben Produktion, Innovation und Transfer. Heute werden<br />
nur noch zwei der Masten genau einmal im Jahr verwendet:<br />
Zum 1. August wird auf dem roten Mast die Schweizer Fahne<br />
und auf dem blauen die Flagge des Kantons Zürich gehisst.<br />
2<br />
Mal<br />
im Jahr wird die<br />
Wiese auf dem Dach<br />
des <strong>Technopark</strong>s<br />
gemäht
etavis.ch<br />
ETAVIS<br />
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Gebäudetechnik.<br />
T 044 446 66 00<br />
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<strong>Technopark</strong>. On.