Zürich Tennis Indoor Season 2023
In unserer neuesten Ausgabe bringen wir eine umfassende Übersicht aller Tennishallen der Region Zürich. Dazu ein spannender Bericht über die steigende Nachfrage nach Hallenplätzen im Winter: Während einige Tennishallen schliessen oder zu Padel-Centern umgebaut werden, gibt es dennoch Grund zur Zuversicht. Wie sieht die Zukunft des Zürcher Tennis aus? Wir beleuchten die Herausforderungen – und zeigen, wo auch Lichtblicke am Horizont zu finden sind.
In unserer neuesten Ausgabe bringen wir eine umfassende Übersicht aller Tennishallen der Region Zürich. Dazu ein spannender Bericht über die steigende Nachfrage nach Hallenplätzen im Winter: Während einige Tennishallen schliessen oder zu Padel-Centern umgebaut werden, gibt es dennoch Grund zur Zuversicht. Wie sieht die Zukunft des Zürcher Tennis aus? Wir beleuchten die Herausforderungen – und zeigen, wo auch Lichtblicke am Horizont zu finden sind.
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Zürich Tennis
Indoor Season
Oktober 2023 – April 2024 | zuerichtennis.ch
Hallenplätze
in Zürich
Tennistalent
Lars Meyer
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Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 |
3
Auf die
Zukunft
Liebe Freundinnen und Freunde des Tennissports
Geschätzte Leserinnen und Leser
Es kommt nicht
darauf an, die
Zukunft vorauszusagen,
sondern
darauf, auf die
Zukunft vorbereitet
zu sein.
Perikles, griechischer Philosoph
Was der griechische Philosoph Perikles einst
konstatierte, gilt noch heute – und zwar
mehr denn je. Denn die Zukunft steckt voller
Herausforderungen, auch jene der Tennislandschaft
in Zürich: Die Nachfrage nach Hallenplätzen im Winter
steigt, während einige Einrichtungen schliessen
oder in Padel-Center umgewandelt werden. Doch es
gibt auch ermutigende Entwicklungen, darunter neue
Traglufthallen und innovative Lösungen, die das Hallentennis
am Leben erhalten. Mehr dazu in unserem
Fokus ab Seite 12.
Hoffnungsvoll blickt auch Lars Meyer, 15, in die Zukunft.
Als aufstrebendes Tennistalent absolviert er die
Beyond Sports Education der Sportschule Dürnten.
Sein ehrgeiziges Ziel: Tennisprofi. Was er heute schon
dafür tut und wie ein Tag in seinem Leben aussieht,
ist nachzulesen ab Seite 18. Eines vorweg: Das tägliche
Stretching am Abend gehört zu seiner Routine
dazu. Ein Tipp, der auch von Steven Gugerli stammen
könnte. Der erfahrene Athletiktrainer nennt auf
Seite 28 zahlreiche Tricks und Übungen, um fit durch
den Winter zu kommen. Denn Tatsache ist: Es ist
einfacher, fit zu bleiben, als fit zu werden.
In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre.
Michael Groth
Leiter Breitensport
Tennis spielen in Klosters –
auf den Spuren von Martina Hingis
klosters.ch/tennis
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 |
5
Inhalt
06
Tennisclub Seebach: Solidarität
für Flüchtlinge
12
08
Netzroller: Die Kurz-Rubrik
10
Im Fokus: Zürcher Tennishallen
im Überblick
12
Hallenplatz-Entwicklung: Licht und
Schatten am Horizont
18 22
18
Ein Tag im Leben von ...
Tennistalent Lars Meyer
22
Pickleball begeistert Tennisfans
27
Zürcher Erfolg im
U-10-Teamwettkampf
28
Fit im Winter: Die Tipps von
Steven Gugerli
Foto: Katja Stuppia
27
Foto: shutterstock.com
Impressum
RVZT Eventmagazin, Ausgabe Herbst 2023, Nummer 15. Herausgeber: Regionalverband Zürich Tennis (RVZT), Brünnlistrasse 37,
Niederhasli. Konzept und Gestaltung: Dany Studerus, sport media // design, Dietlikon. Redaktionelle Leitung: Marlies Keck,
keck.ch gmbh, Niederneunforn. Redaktionelle Beiträge: Marlies Keck, Cécile Klotzbach, Alexandra Pfister. Fotos: Katja Stuppia,
Alexandra Pfister, med-sportiv GmbH, Simon Schenk, Kurt Schorrer, Foto-net.ch, head.com, shutterstock.com. Inserate und
Koordination: Cornelia Pfeiler. Druck: medienwerkstatt ag, Sulgen. Copyright: Regionalverband Zürich Tennis, sport media // design.
Sport
verbindet
Herzen
Die Solidarität mit den geflüchteten Menschen
aus der Ukraine war und ist auch im
Raum Zürich sehr gross und zeigt sich in
verschiedenen Aktionen und Angeboten.
So lassen zahlreiche Tennisclubs ukrainische
Spielerinnen und Spieler gratis auf
ihre Plätze oder bieten vom Krieg betroffenen
Familien kostenlose Trainings an.
Auch Moni Weber, Trainerin und Vorstandsmitglied
beim TC Seebach, hatte
sich 2022 eine Aktion überlegt und lud
Geflüchtete zum gemeinsamen Tennisplausch
ein. Eine Aktion, die mit so viel
Dankbarkeit und Wertschätzung aufgenommen
wurde, dass sie dieses Jahr kurzerhand
wiederholt wurde. «Wir möchten
den Menschen einfach ein paar schöne
Stunden bescheren und ihnen im Rahmen
unserer Möglichkeiten die Chance
bieten, sich von ihren Sorgen abzulenken»,
sagt sie.
Mit Erfolg: Wo anfangs noch schüchterne
Zurückhaltung zu spüren war, gewann
der ausgelassene Spass von Ball zu Ball
die Oberhand. «Es sind wertvolle Begegnungen,
emotionale Glücksmomente und
pure Freude, die wir als Gemeinschaft
erleben durften – das berührt mich sehr.»
Und tatsächlich: Die Gesichter der rund
dreissig Teilnehmenden sprechen für sich.
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 |
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Fotos: Simon Schenk, filmograph
8 | Rubrik
TENNIS CLUB
OERLIKON
3858
Netzroller
3858 Unterstützende zählt die Petition
des Tennisclubs Oerlikon, die Anfang
Juli 2023 beim Zürcher Stadtrat eingereicht
wurde. Worum gehts? Im Rahmen
des Projekts «Neues Sportzentrum
Oerlikon» ist neben dem neuen
Hallenbad ein zusätzlicher Fussballplatz
geplant: Neu soll es sieben Plätze geben
statt der derzeit sechs, und dies
leider zulasten der bestehenden sechs
Tennisplätze. Dies würde dazu führen,
dass im Quartier Oerlikon – mitten im
Herzen von Zürich Nord – ein sehr gut
funktionierender und im Umfeld angesehener
Breitensportverein verloren
ginge, der Tennisclub Oerlikon. Der
Club ist ein seit 40 Jahren bestehender
Sportverein mit fast 400 Mitgliedern;
130 davon sind Kinder und Junioren,
die praktisch alle in unmittelbarer
Nähe der Tennisanlage wohnen. So,
wie damals auch Röbi und Peter Jacsman,
die sich – 40 Jahre später noch
immer Mitglieder des Clubs – an die
Anfänge erinnern: «Bevor die Anlage
gebaut war, stellten wir unsere Velos
auf den Pausenplatz, spannten ein Seil
dazwischen – und fertig war unser improvisierter
Tennisplatz.» Ein Schicksal,
das nun auch der neuen Generation im
Quartier blüht? Vielleicht. Der Entscheid
des Stadtrats bezüglich der Zukunft des
Tennisclubs ist bei Redaktionsschluss
noch nicht bekannt. ●
Roman Josi vs. Manuel Akanji
Neutrales Terrain für Fussballer und Eishockeyaner?
Der Tennisplatz! Das sehen
jedenfalls NHL-Star Roman Josi und
Fussballprofi Manuel Akanji so, beide
im Juli 2023 zu Gast in der TV-Sendung
«Sportpanorama». Der eine hat mit
Manchester City in seiner ersten Saison
das Triple gewonnen – also die Meisterschaft
in England, den FA Cup und die
Champions League. Der andere ist in
der NHL bei den Nashville Predators seit
vielen Jahren eine gestandene Grösse.
Nun fordern sie sich gegenseitig
zum Tennismatch! Wann und wo ist
noch offen – und damit auch die Frage:
Wer kann besser mit dem gelben Filzball
umgehen: der Eis- oder der Rasenprofi?
Wir bleiben am Ball. ●
Foto: shutterstock.com
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 |
9
Sprechen Sie
Tennis?
Eine typische Situation: ein
Stoppball. So kurz, dass er ausser
Reichweite ist. Oder etwa doch
nicht? War der Ball zweimal am
Boden? Eine Entscheidung, die
eine rasche Ansage erfordert.
An höheren nationalen und internationalen
Turnieren übernehmen
das Chair Umpires. Doch was
genau sagen diese, wenn ein
solcher Ball nicht mehr erreicht
wird?
A – double-bounce
B – fault
C – not up
Antwort
C – «not up» ist der korrekte Ausruf, den
Chair Umpires nutzen, wenn der Ball nicht
getroffen wird, bevor er ein zweites Mal
aufspringt (oder, im Fall von Rollstuhltennis,
der Ball ein drittes Mal aufspringt).
Dank Turnier nach Dubai
Anlässlich der Top Events im Sommer 2022 gab es einen Wettbewerb mit vielen
attraktiven Preisen, darunter Hotelübernachtungen in Klosters, exklusive Turniertickets,
ein Traumauto für einen Tag und vieles mehr. Mit zwei Flugtickets
von Emirates wurde Sabine Müller aus Uster überrascht – sie flog im Frühling
2023 für ein paar Tage nach Dubai. «Die Zeit weckte wundervolle Erinnerungen
an unsere Hochzeitsreise vor bald 20 Jahren. Nun konnten wir die Vereinigten
Arabischen Emirate auch noch mit unseren Kindern erleben», freut sie sich und
ergänzt schmunzelnd: «Wer hätte gedacht, dass uns die Teilnahme an einem
Tennisturnier mal so weit bringt!» ●
Pause!
Foto: Kurt Schorrer, Foto-net.ch
Zu heiss für Tennis – das sagten sich
zwei Spielerinnen an den diesjährigen
Stadtzürcher Tennismeisterschaften,
nachdem sie bei über 30
Grad den ersten Satz hinter sich gebracht
hatten. «Wollen wir pausieren
und am Abend weiterspielen, wenn
es etwas abgekühlt hat?» Eine kurze
Diskussion mit den Turnierverantwortlichen,
und siehe da – der Zeitplan
liess es zu. Hitzige Diskussionen
gebe es während Tennismatches genug.
Da sei man froh, könne man mal
«kühlen Kopf» bewahren. Eine gute
Entscheidung. Denn am Ende gab es
noch einen «echt coolen» Match. ●
10 | Rubrik Im Fokus: Zürcher Tennishallen im Überblick
TennisCenter
in Zürich
Der Regionalverband Zürich Tennis
umfasst aktuell 18 Tenniscenter –
sicher auch in Ihrer Nähe. Die
Übersicht nach Regionen.
1
Stadt Zürich
Hallen TC Lengg
Adresse: Bleulerstrasse 41, 8008 Zürich
URL: lengg.ch/sporthalle
Anzahl Plätze: 4
Unterlage: 2 Rebound Ace / 2 Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
5
2
2
Glattal / Unterland
1
TSM Grindel AG
Adresse: Grindelstrasse 11,
8303 Bassersdorf
URL: grindel-sport.ch
Anzahl Plätze: 8
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
Tennishalle Bülach AG
Adresse: Hammerstrasse 4,
8180 Bülach
URL: tennis-buelach.ch
Anzahl Plätze: 3
Unterlage: Drehveloursteppich
ohne Granulat
Tennishalle Dietlikon AG
Adresse: Obere Wangenstrasse
33, 8306 Brüttisellen
URL: tennishalledietlikon.ch
Anzahl Plätze: 2
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
Tennis + Squash Fällanden
Adresse: Industriestrasse 40,
8117 Fällanden
URL: tennis-squash.ch
Anzahl Plätze: 5
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
Sport-Fitness-Center
Schumacher AG
Adresse: Am Stadtrand 46,
8600 Dübendorf
URL: sportcenterschumacher.ch
Anzahl Plätze: 6
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 |
11
3
Oberland
Sportcenter Blue Point
Adresse: Hallenbadweg 15,
8610 Uster
URL: bluepoint.ch
Anzahl Plätze: 6
Unterlage: 5 Teppich mit
Granulat, 1 Hartplatz
Restaurant: ja
Sportcenter Dürnten
Adresse: Bubikonerstrasse 43A,
8635 Dürnten
URL: halle.sportschule-tennis.ch
Anzahl Plätze: 4
Unterlage: Laykold® Belag mit
Acryl-Oberfläche
Restaurant: ja
HDT Sportzentrum
Wetzikon
Adresse: Buchgrindelstrasse 15,
8620 Wetzikon
URL: hdt-wetzikon.ch
Anzahl Plätze: 3
Unterlage: Rebound Ace
Restaurant: ja
4
Winterthur
4
Tennis und Squash
Center Auwiesen
Adresse: Auwiesenstrasse
51, 8406 Winterthur
URL: auwiesen-sport.ch
Anzahl Plätze: 4
Unterlage: Teppich mit
Granulat
Restaurant: ja
Charly’s Fitnesscenter
Adresse: Pflanzschulstrasse 36,
8400 Winterthur
URL: charlys.ch/tennis
Anzahl Plätze: 2
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: nein
Tennis und Squash Grüze AG
Adresse: Im Hölderli 9,
8405 Winterthur
URL: tenniscenter-grueze.ch
Anzahl Plätze: 7
Unterlage: Teppich ohne
Granulat
Restaurant: ja
WinTennis
Adresse: Grüzefeldstrasse 32,
8400 Winterthur
URL: wintennis.ch
Anzahl Plätze: 3
Unterlage: Rebound Ace
Restaurant: nein
TennisArena
Adresse: Rümikerstrasse 5b,
8352 Elsau
URL: tennisarena.ch
Anzahl Plätze: 4
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
3
5
Limmattal
Vitis Sport Center
Adresse: Wiesenstrasse 8,
8952 Schlieren
URL: vitis.ch
Anzahl Plätze: 10
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
Sportcenter Sanapark
Adresse: Industriestrasse 6,
8903 Birmensdorf
URL: sanapark.ch
Anzahl Plätze: 2
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: nein
Tennishalle Feld AG
Adresse: Eichacherstrasse 14,
8904 Aesch
URL: indoorsportaesch.ch
Anzahl Plätze: 3
Unterlage: Teppich mit Granulat
Restaurant: ja
Tenniscenter Buchs
Adresse: Mülibachstrasse 32,
8107 Buchs ZH
URL: tennis-buchs.ch
Anzahl Plätze: 6
Unterlage: GreenSet Hartplatz
(synthetisch)
Restaurant: ja
12 | Tenniscenter in Zürich
Licht und
Schatten
am Horizont
Ist die Hallenplatz-Entwicklung im Raum
Zürich wirklich bedrohlich?
Die Sommersaison neigt sich dem Ende zu, der Wunsch nach dem
Tennisspiel indes keineswegs. Im Gegenteil: Die Nachfrage nach
Hallenplätzen im Winter wächst – gleichzeitig gibt es Schliessungen
und Umbauten zu Padel-Centern. Eine bedrohliche Entwicklung?
Wir geben Entwarnung: Es gibt Schatten, aber auch Licht am Zürcher
Tennis-Horizont.
Text: Cécile Klotzbach
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 |
13
Spätestens seitdem die schweizweit
grösste Racketsportanlage «VITIS
SportCenter Schlieren» im Frühling
den nahenden Abriss angekündigt
hat, ist es in der Zürcher Tennisszene ein
viel diskutiertes Thema: das sogenannte
«Hallensterben».
Ein bedrohliches Unwort für viele der
über 620’000 Schweizerinnen und
Schweizer, die ihren Lieblingssport auch
im Winter ausüben möchten. Die Anzahl
Lizenzierter ist steigend, der Spielwunsch
in unserer Tennis-Nation, die mit einem
Anteil von 7,2 Prozent der Gesamtbevölkerung
neben Frankreich in Europa den
höchsten Wert verzeichnet, gross. Nicht
auszudenken, wenn die Möglichkeiten
gleichzeitig schrumpfen.
Anzahl Hallenplätze im Kanton Zürich 2012 – 2022
100
94
91
93
95
95
83 86
90
88
92
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Quelle: Regionalverband Zürich Tennis
Doch verhält es sich denn wirklich so?
Wir fragen zunächst an höchster Stelle
nach, bei René Stammbach, Präsident
von Swiss Tennis und Vize-Präsident des
internationalen Tennisverbands ITF. Es
sei eine Tatsache, dass die Lage für das
Bestehen von Hallencenter in den nächsten
zehn bis zwanzig Jahren bedrohlich
ist, bestätigt er.
Zwar ist die Anzahl Hallenplätze schweizweit
wie auch in Zürich bis 2022 ganz
leicht gestiegen. Derzeit umfasst der Regionalverband
Zürich Tennis 130 Clubs
und Centers, aktuell gehören 18 Tenniscenter
aus den Regionen Glatttal, Limmattal,
Winterthur, Stadt ZH und Zürcher
Oberland zum RVZT. Das klingt
nach Lichtblick. Und doch gibt es Schattenseiten:
Die Betreiber müssen für das
Überleben ihrer Clubs und Center grosse
Herausforderungen stemmen und nicht
selten ihr Geschäftsmodell anpassen.
Der Grund liegt bei der Wirtschaftlichkeit
des Bodens, erklärt Stammbach.
Bauzonen für Mehrfamilienhäuser und
Mietobjekte werfen wesentlich bessere
Renditen ab. Von einem «Hallensterben»
in der Schweiz möchte der Verbandsboss
dennoch nicht sprechen: «Einige verschwinden,
dafür kommen neue andere.»
Letzteres beweist das im Herzen des
Kantons sehnlichst erwartete «Sportzentrum
Zürich» auf der Sportanlage
Dürrbach zwischen Dübendorf und Wangen-Brüttisellen.
Das vom Zürcher Turnverband
und Regionalverband Zürich Tennis
lancierte Kompetenzzentrum mit fünf
Gebäude-Ebenen bietet ab 2026 über 30
Sportarten und auch der Kunst- und Sportschule
Zürich ein neues Zuhause. Sowohl
Leistungs- als auch Breitensport werden
hier Zugang haben. Für Tennisspieler stehen
neben vier neuen Indoorcourts auch
vier neue Aussenplätze zur Verfügung.
Bauzonen für Mehrfamilienhäuser
und
Mietobjekte werfen
wesentlich bessere
Renditen ab.
René
Stammbach
Präsident Swiss
Tennis
Und tatsächlich gibt es 800 Meter östlich
des bisherigen VITIS-Standorts, wo
für die Siedlung Lymhof 350 Wohnungen
entstehen, bald eine neue Tennishalle:
Foto: shutterstock.com
14 | Tenniscenter Rubrik in Zürich
Nur rund 800 m vom alten Standort enfernt öffnet bald «newVITIS» – mit sieben
Tennisplätzen, Squash- und Badminton-Courts, Kraftraum und Cafeteria.
«newVITIS» – mit Squashhallen, Badminton-Courts,
Fitness, Cafeteria und sieben
Tennisfeldern. Da die alte Halle letztlich
doch ein paar Monate länger als erwartet
stehen bleiben durfte, kann Center-Leiter
Beat Künzler voraussichtlich im November
einen beinahe nahtlosen Übergang
von «old»- zu «newVITIS» gewährleisten.
Er ist zuversichtlich, dass es in dem
bestens isolierten Neubau mit 5000 m 2
Solardach, das 80 % mehr Energie als
benötigt produziert, zu einer hohen Auslastung
zufriedener Nutzer kommen wird.
Aber für eine gesamthaft positive Entwicklung
der Wintertennis-Szene ist er sicher:
«Auf normalem Gewerbeland wäre
ein solcher Bau nicht möglich. Es braucht
die Unterstützung der öffentlichen Hand
und Verbände.»
Nur Subventionen retten das
Hallengeschäft
«Das Thema ist bei uns zuvorderst auf
der Traktandenliste», sagt René Stammbach
von Swiss Tennis, der sich der Problematik
vollends bewusst ist. Einzig Subventionen
können das Bestehen einer
Tennishalle retten. RVZT-Präsident Mark
Brunner fügt deshalb an: «Wir müssen
bemüht sein, dass wir aktive Politiker finden,
welche die Fahne für unseren Sport
in den politischen Gremien hochheben.»
Nur auf den Tennissport zu setzen, rentiert
heute nicht mehr – darin sind sich
aktuelle Center-Betreiber einig. Zumindest
nicht bei privat finanzierten oder
gepachteten Hallen, die in den meisten
Fällen vor 40, 50 Jahren gebaut wurden –
damals noch auf günstigem Land in der
Agglomeration, das heute besonders
in Siedlungs- und Industriegebieten im
Raum Zürich mindestens doppelt so
teuer ist.
Zudem benötigt ein Tennisplatz für
zwei bis vier Spieler 550 m 2 Land – wirtschaftlich
kalkuliert verschwenderisch.
So musste das «Träff Sportcenter» in
Engstringen 2021 der Fussball-Indoor
Anlage «Yakin Arena» weichen. Das
Tenniscenter Otelfit in Otelfingen hat
seine Lichter 2022 gelöscht. Und so hat
auch die Migros Zürich ihre Freizeitanlage
«Milandia» in Greifensee verkauft –
während Fitnesspark und Kletterhalle
bleiben dürfen, wird die Tennishalle umgebaut
und auf zwei Tennisplätze reduziert.
Die anderen Courts weichen dem
Trendsport Padel, im November öffnet
das neue Center.
Der TC Ettenfeld in Opfikon, vormals
Tennisclub Bührle, hatte noch einmal
Glück. Auch dieses Areal wurde für
den Wohnungsbau verkauft. Aber da
sich herausstellte, dass nicht das ganze
Bauland dafür geeignet ist, konnten die
Tennis-Verantwortlichen den neuen
Generalunternehmer überzeugen, den
Restplatz für den Tennissport zu nutzen.
Es wurde eine neue Halle gebaut und
an den Tennisclub Ettenfeld vermietet.
«Ob sich das trägt, werden die nächsten
Jahrzehnte zeigen», sagt Präsident
Ralph Schuster, «aber wir haben sehr
gute Erfahrungszahlen, auf die wir vertrauen.»
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 | 15
Urs Menzi verdankt es seinen Vorfahren,
die schon 1981 beim Bau des Sportzentrums
«Grindel» auf Industrieland in
Bassersdorf weitsichtig geplant hatten,
dass ihre neun Tenniscourts kein Verlustgeschäft
werden. «Bereits damals
entstanden bei uns auch Squashplätze,
Minigolfanlage und Restaurant mit einer
Rezeption, die 365 Tage im Jahr geöffnet
ist», sagt er. «Besonders schlau war,
dass zwei der drei Gebäude-Stockwerke
schon immer an Gewerbe vermietet
wurden.»
Diesen Vorteil hat Fritz Lieb, der in Bachenbülach
seit ebenso langer Zeit die
Zwei-Platz-Tennishalle «Ambiance» besitzt,
nicht. «Wenn ich davon leben
müsste, käme es nicht gut», sagt er –
bestens kennt er die Schattenseiten des
Geschäfts. Seine Halle sei zu klein, um
Tennisschulen und Gastronomie zu beherbergen,
zudem liessen sich junge
Leute heute weniger für Fixplätze anbinden.
Und die Belegung bleibt ein
Wettergeschäft, das mit der Allwettercourt-Aufrüstung
vieler Klubs Konkurrenz
bekommen hat. «Früher begann
eine Wintersaison Mitte September und
dauerte 31 Wochen. Das hat sich massiv
geändert», so Lieb. Er ist deshalb
offen, zu verkaufen, aus Herzblut zu seinem
Sport am liebsten für eine «Tennislösung»,
bei der öffentliche Träger unterstützen
würden. «Mit anderweitiger
Nutzung könnte ich jedoch viel mehr
aus den 15'000 m 2 Land herausholen.»
«Es kommen die gleichen Massnahmen
zu tragen wie in jedem KMU: attraktive
Dienstleistung, freundliches Personal,
gute und zielgerichtete Kommunikation,
faire Preise.»
Moderne Traglufthallen sind
die Zukunft
Das Positiv-Beispiel Uster ist aber nicht
die Regel. Deshalb hat der oberste Verbandschef
Stammbach Recht, wenn er
sagt: «Neue Anlagen werden immer seltener
im Stil eines traditionellen Tenniscenters
gebaut. Moderne Traglufthallen
oder Ballone mit abnehmbaren, aber
stärkeren Tragstrukturen sind die Zukunft.»
Beispielhaft dafür ist der 2017 gegründete
Verein «Traglufthallen Frauental»,
in dem sich sieben nahe beieinander
liegende Clubs (TC Engematt, TC Uetliberg,
TC Bachtobel, TC Seeblick, TC Ha-
koah, TC Wollishofen und der TC Credit
Suisse) in der Stadt Zürich zusammengetan
haben. Seit vergangenem Winter
werden in den feuchtkalten Monaten
sechs städtische Plätze auf der Anlage
Frauental mit drei Ballonen der neuesten
Generation überdacht und stehen
Klubmitgliedern, Junioren und Tennisschulen,
aber auch der Öffentlichkeit
zur Verfügung.
Gemäss Fabian Fürst, Präsident des
Vereins Traglufthallen Frauental, war
das Projekt bereits in der ersten Saison
2022/23 ein voller Erfolg: «Wir hatten
jede Woche ungefähr 100 Stunden
Trainings für Junioren und über 1000
Spielerinnen und Spieler in unseren
Hallen. Viele davon sind aus der Umgebung
und keine Mitglieder eines Trägerklubs»,
sagt er – nicht ohne Stolz
über den modernen Standard seiner
Hallen. «Wir haben die bestmögliche
Das sei ein Fakt, bestätigt Gérard Jenni
von der Tennishallengenossenschaft
Buchholz Uster. «Wenn beim Landeigentümer
die Emotionalität oder persönliche
Beziehung zum Tennis fehlt, nimmt
die ökonomische Beurteilung Überhand.
Ein Verkauf mit anschliessender Realisation
von Industrie- oder Wohnbauten
ergibt eine wesentliche höhere Rentabilität.»
Die Tennishalle «Blue Point»
wird von der öffentlichen Hand – wie
die umliegenden Turnhallen, Fussballplätze,
Skaterpark und Hallenbad – auf
vielfältige Art und Weise unterstützt.
Im Beispiel Uster ist die Stadt Eigentümerin
der Ländereien Buchholz, für
die Nutzung Tennis besteht die Lösung
im Baurechtsvertrag mit der Kommune.
Jennis Erfolgsrezept als Hallenbetreiber:
Nur auf Tennissport zu setzen, rentiert heute nicht mehr. Das für 2026 geplante
«Sportzentrum Zürich» verspricht polysportive Nutzung auf mehreren Gebäudeebenen.
Copyright: brunner weibel architekten sia
16 | Tenniscenter Rubrik in Zürich
2,5-Millionen-
Investition: Auf der
Anlage Frauental
werden während
der Wintersaison
sechs städtische
Plätze mit drei
modernen Ballonen
überdacht.
Wir möchten andere
Clubs zur Planung von
Traglufthallen
ermutigen.
Fabian Fürst
Präsident Traglufthallen
Frauental
Isolation, stromsparende LED-Beleuchtung
sowie klimafreundliche Wärmetauscher
als Heizung gebaut.»
Rund 2,5 Millionen Franken wurden gesamthaft
investiert. Diese wurden von
verschiedenen Mitgliedern als private
Darlehensgeber, von Fördergeldern
und auch von der Stadt Zürich finanziert.
«Wir möchten Klubs in anderen
Regionen, die ähnliche Schritte planen,
um dem Hallenplatz-Notstand entgegenzuwirken,
ermutigen», so Fürst. Der
Verein sei jederzeit ansprechbar für Informationen
zur Planung und Infrastruktur.
Erste Bedingung sei allerdings die
richtige Lage, um eine Baubewilligung
zu erhalten: «Um Einsprüche zu vermeiden,
sollten Schattenwurf, verminderte
Aussicht und Geräuschpegel umsichtig
abgewogen werden.»
Mit entsprechenden Bewilligungsproblemen
hatte beispielsweise die Tennisanlage
Fronwald zu kämpfen, bevor sie
ab dem 25. Oktober bis Ende April vier
ihrer sechs Sandplätze mit einer nagelneuen
Traglufthalle – die erste und einzige
in Zürich Affoltern – überdachen
darf. Die Stadt Zürich habe keine Steine
in den Weg gelegt. Dafür aber die SBB –
weil die Tennishalle stellenweise nur
zwölf Meter von der Bahntrasse entfernt
steht.
Fronwald-Leiter Jose Camilo erklärt:
«Dank einer modernen, gestützten
Trag-Stabilisation, die mehr Wind – in
diesem Fall den Fahrtwind der Züge –
aushält, konnten wir das seit Langem
geplante Projekt endlich umsetzen»,
sagt er. Kosten für die 80 m lange, 38 m
breite und 9,5 m hohe Prachthalle mit
LED-Beleuchtung, Doppelisolierung und
Gebläse-Anlage: etwas über eine Million
Franken. Finanziert über private Kreditgeber,
zu denen die von Tennis-Mäzen
Fredy Meili gegründeten Meili Unternehmungen
gehören, die jüngst auch
drei Plätze am Zollikerberg sowie einen
zusätzlichen Court im TC Lengg überdachen
liessen.
Camilos optimistische Einstellung zum
Zürcher Hallentennis sei deshalb zum
Schluss zitiert: «Es gibt bei uns kein
Hallensterben, ich sehe den Bestand
sogar eher langsam aufbauend.» Wenn
das mal kein Licht am Horizont verspricht!
●
Das Sportzentrum
für ALLE
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sportzentrum-zurich.ch
18 | Rubrik
Ein Tag
im Leben
von …
Lars Meyer, 15, Schüler
der Beyond Sports
Education der Sportschule
Dürnten. Sein Ziel ist es,
nach dem Abschluss an
ein US-College zu gehen,
wo er Studium und Tennis
auf Topniveau fortsetzen
kann.
Text: Marlies Keck, Fotos: Katja Stuppia
Immer wieder schlägt Tennistalent Lars
Meyer die gelbe Filzkugel mit hohem
Tempo übers Netz, und immer wieder
befördert sein Trainer Igor Smilansky den
Ball mit ähnlich hoher Geschwindigkeit
zurück. Beide wirken hoch konzentriert,
beide machen kaum Fehler. «Good ralley»,
ruft Igor schliesslich. «Pause.» Lars
geht zur Bank, wischt sich den Schweiss
von der Stirn und nimmt mehrere Schlucke
aus der Trinkflasche.
Am anderen Ende der Welt, in Nordamerika,
stehen fast zeitgleich auch seine
Vorbilder auf dem Tennisplatz. Es sind
die besten der aktuellen Weltrangliste,
der Spanier Carlos Alcaraz und der Serbe
Novak Djokovic, die sich dort die nötige
Matchpraxis für die anstehenden US
Open holen wollen. Aufgrund der Zeitverschiebung
kann Lars die Spiele nicht
live sehen. Doch er verfolgt jeweils die
Resultate seiner Idole via Mobile App.
Start in den Tag
Drei Stunden zuvor: Es ist 8 Uhr, als bei
Lars Meyer an diesem Morgen der Wecker
klingelt. Später als sonst, denn es
sind Schulferien. Die Familie stammt
ursprünglich aus dem Berner Oberland.
Die Eltern lebten zeitweise in den USA
und seit 2005 – das heisst kurz vor der
Geburt der Kinder – zuerst in Uster, später
dann in Greifensee. Als Lars 2008 auf
die Welt kam, war seine Schwester Alina
zwei Jahre alt. Es folgten mit Ben (13)
und Emma (10) zwei weitere Geschwister.
Zum Frühstück gibt es Müsli mit
Joghurt, dazu ein Konfibrot. «An einem
Turniertag esse ich auch mal Pasta zum
Frühstück», sagt Lars. «Daran musste
ich mich aber erst gewöhnen.» Bevor
es dann zum Training geht, wird noch
schnell das Mobiltelefon gezückt. Lars
will sich über die neuesten Ergebnisse
der ATP-Tour informieren.
Doch Zeit, sich Videos oder eine Wiederholung
der Spiele anzusehen, bleibt nicht.
Die grosse Tennistasche muss gepackt
werden, dann gehts mit dem Velo an den
Bahnhof. Dort wartet schon sein Zug, der
ihn nach Dürnten bringt, wo ihn dann ein
Bus zur Tennisanlage bzw. Sportschule
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 | 19
fährt. «Der Weg ist okay», sagt Lars,
«nur das Schleppen der Tennistasche ist
manchmal etwas mühsam.» Es sei zwar
möglich, gewisse Sachen in der Schule
zu deponieren, er habe jedoch lieber alles
beisammen. «Ich mags gern ordentlich.
Und so bin ich sicher, dass ich immer
alles dabeihabe, was ich brauche.»
Das Training
Auf einem der Aussenplätze des Tennisclubs
Dürnten ist Wettkampftrainer Igor
Smilansky bereits bei der Arbeit. «Mein
Bruder Ben», sagt Lars und deutet auf
einen Jungen auf dem Platz. «Er geht
hier ebenfalls in die Sportschule und
trainiert bei Igor. Danach bin ich dran.»
Vorher gehe es aber ans Aufwärmen.
«Ich bin meist rund 30 bis 45 Minuten
vor Trainingsbeginn auf der Anlage, laufe
ein paar Runden und nutze das Theraband
für Aufwärmübungen», so Lars.
Eigeninitiative? «Absolut. Mein Spiel
profitiert davon», lächelt er und ergänzt:
«Es beugt auch Verletzungen vor und
gehört einfach zu meiner Routine. Genauso
wie das allabendliche Stretching
vor dem Schlafen.»
Dann geht es aber auch schon los. Erst
im Kleinfeld, wo mit einem Spiel auf
fünf Punkte – ohne Volley – auch der
Spass nicht zu kurz kommt. Lars ist sofort
voll konzentriert, will das Mini-Battle
gegen seinen Trainer – notabene einst
die Nummer 451 der Weltrangliste –
endlich mal gewinnen. Trotz intensiver
Ballwechsel mit zahlreichen Stoppbällen
gelingt es ihm nicht. Smilansky ist
dennoch zufrieden. «Nice touch!», ruft
er ihm zu.
Die Aura von Alcaraz, einfach genial»,
schwärmt er.
Bewegung als Antrieb
Ob am TV oder im Stadion: Profis spielen
zu sehen, sei immer eine grosse Inspiration.
Manchmal könne es aber auch
zu viel werden. «Nach den letzten Swiss
Indoors in Basel war ich voller Inputs und
Ideen. Ich wollte gleich alles auf einmal
umsetzen, neue Spielzüge ausprobieren
und trainieren. Das war dann einfach etwas
zu viel.» Trotz seines noch jungen
Alters ist für ihn klar: «Auch Pausen sind
wichtig, nicht nur für den Körper, auch für
den Kopf.» Kein Wunder, stand in diesem
Sommer nicht nur Tennis auf dem Ferienprogramm.
«Wir – das heisst mein Vater,
mein Grossvater, mein Bruder und ich –
fuhren nach Norwegen zum Fischen.
Das war ein grosser Wunsch von mir.»
Schliesslich sei sein Grossvater schon 81
und die gemeinsame Zeit, die Erlebnisse
mit ihm, wertvoll.
Auch sonst ist er gern in der Natur unterwegs
und tobt sich bei anderen Sportarten
aus, erzählt er. Beim Skiclub Hasliberg
gehörte er beispielsweise dem
Racing-Team an. Doch nach einem Skiunfall
im Winter 2021, bei dem er sein
rechtes Knie verdrehte, konzentrierte er
sich fortan lieber auf Tennis. «Sollte es
mit der Profikarriere klappen, würde ich
natürlich auf Risikosportarten wie Skifahren
verzichten», sagt er vorausblickend.
Und damit ist auch das Ziel formuliert:
Profi-Status. Klar sei das nur wenigen
vergönnt. Aber mit dem Beyond-Sports-
Programm habe er die Möglichkeit, begleitend
zum professionellen Training
eine Ausbildung zu absolvieren, die unter
anderem den Anschluss an die US-Colleges
gewährleistet. «So habe ich auch
einen guten Plan B.» Das Gymnasium sei
ebenfalls ein Thema gewesen, zumal er
die Prüfung bestanden habe. Aber: «Ich
muss mich bewegen, sonst werde ich
ungeniessbar», lacht er. «Das wäre im
Gymnasium wohl schwierig geworden.»
Flexibilität und Logik
Gibt es denn auch in Dürnten etwas,
das für ihn schwierig ist? «Na ja. Grundsätzlich
alles, was unlogisch ist», sagt
er selbstkritisch. «Ich mag es beispielsweise
nicht, wenn ich etwas nicht verstehe
oder nicht nachvollziehen kann –
ob in der Schule oder beim Sport.» So
gehörten bisher Fächer wie Deutsch
oder Französisch nie zu seinen Lieblingsfächern
– dann viel lieber Mathematik.
Der flexible Online-Unterricht der Beyond
Sports Education komme ihm da sehr
Dann geht es an die Grundlinie. Vorhand,
Rückhand, Longline, Cross: Sie
trainieren die ganze Palette. Zwischendurch
gibt es immer wieder Trinkpausen
zum Erholen und Reflektieren. Vor allem
an der Rückhand gelte es noch zu feilen.
«Optisch gefällt mir jene von Novak
Djokovic am besten», so Lars, «und bei
der Vorhand ist jene von Alcaraz mein
Favorit.» Diesen Schlag konnte er auch
schon mal live erleben. «Wir verbrachten
ein paar Ferientage in Saint-Raphaël,
Südfrankreich – zeitgleich zum Hopman
Cup in Nizza. Diese Gelegenheit konnten
wir uns nicht entgehen lassen.
Während zwei bis vier Stunden am Tag drückt Lars Meyer die Schulbank – teils physisch vor
Ort in Dürnten, teils online via Laptop.
20 | Rubrik Interview Nachwuchs
Mentaltraining oder
auch Lerntechnik sind
bei uns von zentraler
Bedeutung und fix im
Stundenplan verankert.
Mathias Müller
Sportschule
Dürnten
Dank der Beyond Sports Education mit Racket und Köpfchen in die Zukunft.
entgegen. «Der Stundenplan ist auf zwei
Trainingseinheiten pro Tag ausgerichtet
und individuell optimiert.» Sollte mal ein
ITF-Turnier in Frankreich dazwischenkommen,
könne er den Schulstoff problemlos
online nachholen. Unterrichts- und
Prüfungssprache sei nur noch Englisch,
was später den Weg ans College vereinfache
– und aktuell das Training mit Igor,
der aus Israel stammt. «Igor kann zwar
ein bisschen Deutsch, wir kommunizieren
aber meist auf Englisch.» Mittlerweile
liegt der Fokus auf dem Aufschlag.
«Service und Return sind die wichtigsten
Waffen», so Lars. «Wer seine eigenen
Servicegames durchbringt, ist im Vorteil.
Gelingt dann auch noch ein Break, ist der
Sieg schon sicher.» Was soll man da sagen:
Mehr Logik geht nicht.
Die Stunde ist um. Den Hauptteil des
heutigen Trainingstages hat Lars damit
hinter sich – fehlt nur noch das Stretching
am Abend. Normalerweise würde
er noch in Dürnten bleiben, um etwas
zu essen, am Nachmittag ein weiteres
Mal Tennis zu spielen bzw. ein Konditionstraining,
ein Mentaltraining oder ein
paar Schulstunden zu absolvieren. Doch
wegen der Schulferien nutzt er die Zeit
zum Bespannen von Rackets. «Igor spielt
am Wochenende ein Turnier und braucht
neue Saiten. Da helfe ich gern – und es
bessert mein Sackgeld auf», sagt er. «Logisch,
oder?» ●
Über die
Sportschule
Dürnten
Viele Talente gehen dem Schweizer Sport
Jahr für Jahr verloren, weil sie sich für
die Schule und gegen den Sport entscheiden.
Die Sportschule Dürnten ermöglicht
es jungen Sportlerinnen und Sportlern
ab der 6. Klasse, Schule und Sport unter
professionellen Bedingungen miteinander
zu verbinden. Zum einen grenzt die Tennishalle
direkt an das kleine Schulhaus,
was – genauso wie der betreute Mittagstisch
– wertvolle Wegzeit spart. Zum anderen
haben die Kinder nur morgens
Schulunterricht und können sich am
Nachmittag intensiv ihrem Sporttraining
widmen.
Dass der so strukturierte Unterricht für
fachliche Einbussen sorge, bestreitet
Mathias Müller, Mitinhaber und Geschäftsführer
der Sportschule Dürnten,
vehement. «Indem wir Fächer wie Kunst,
Musik und Kochen aus dem Stundenplan
nehmen, ist es möglich, den Pflichtstoff
fokussiert in 25 statt 36 Schulstunden zu
vermitteln.» Der modifizierte Stundenplan
ermögliche sogar die Einführung neuer
Fächer. «Mentaltraining oder auch Lerntechnik
sind bei uns von zentraler Bedeutung
und fix im Stundenplan verankert.»
Das würde in Regelklassen zu kurz kommen.
Der 47-jährige Sekundarlehrer ist
selbst auch sportlich engagiert und hat
23 Schweizermeister-Titel im Rennkajak
vorzuweisen.
Profitieren von diesem System sollen vor
allem junge Sporttalente, die die Wahl
zwischen Schule und Sport erst dann
treffen wollen, wenn sie reifer sind und
eher wissen, was aus ihnen werden soll.
Nach abgeschlossener Sekundarschule
besteht an der Sportschule Dürnten die
Möglichkeit, begleitend zum professionellen
Training eine Ausbildung zu absolvieren,
die internationalen Standards entspricht
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Schweiz und USA) den Anschluss an die
Universitäten gewährleistet.
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22 | Rubrik Trendsport
Pickleball gewinnt
Es sind völlig neue Töne, die man seit Anfang Juni in der Tennis und Squash Grüze AG
in Winterthur wahrnehmen kann: ein hohles Ploppen, das stark an Beachtennis erinnert
und so fast ein wenig Ferien-Feeling erzeugt. Das Ploppen stammt von den Spielenden
auf den vier Pickleball-Courts, die seit dem 1. Juni 2023 provisorisch für Kundinnen und
Kunden zur Verfügung stehen. Die Plätze sind noch lange nicht ausgelastet, aber die
Nachfrage steigt und die Buchungen nehmen zu. Pickleball kommt.
Text und Fotos: Alexandra Pfister
Roger Schmid
54 Jahre
«Pickleball ist eine super
Ergänzung zu Tennis. Ein
Top-Volley-Training!»
Pickleball kombiniert Elemente aus
Tennis, Tischtennis und Badminton.
Es wird auf einem 6,10 × 13,41
Meter grossen Court gespielt. Das Netz
in der Mitte ist minim niedriger als das
beim Tennis, die beiden Servicefelder
liegen bei der Grundlinie. Das Feld vorne
am Netz ist die sogenannte «Kitchen»,
eine Non-Volley-Zone, die man nur betreten
darf, wenn ein Ball darin aufschlägt.
Gespielt wird mit Paddles und einem
perforierten Kunststoffball. Ein Satz geht
auf 11 Punkte, wobei bei Turnieren auch
auf 15 oder 21 Punkte gespielt werden
kann. Bei Turnieren werden meistens
drei Sätze gespielt. Punkten kann man
nur, wenn man selbst bzw. das eigene
Team aufschlägt. Einzel oder Doppel,
indoor oder outdoor – alles ist möglich.
Rasche Fortschritte
Natürlich gibt es für jede Spielform Regeln;
diese sind jedoch recht einfach. Im
Gegensatz zu Tennis ist Pickleball von
der Technik her leichter zu erlernen und
es kommt bereits nach ein paar Minuten
zu längeren Ballwechseln. Sowohl Anfängern
als auch Fortgeschrittenen bietet
Pickleball Spass und Herausforderung.
Pickleball steht Interessierten jeden Alters
und Fitnesslevels offen, es ist daher
geeignet für Familien und Schulklassen.
Zürich Tennis Indoor Season 2023/24 | 23
Karin Leuch
47 Jahre
Peter Müller
67 Jahre
Richelle
Schirmer
23 Jahre
«Ich spiele sonst Unihockey,
Fussball und ein bisschen
Tennis. Beim Pickleball
gefällt mir die Schnelligkeit
des Spiels und dass die
Beanspruchung im Arm
kleiner ist als beim Tennis.»
«Als ehemaliger Handballspieler
gefallen mir am
Pickleball die Schnelligkeit
und das taktische Vorgehen
im Doppel.»
«Da die Intensität auf das
jeweilige Spielniveau
angepasst werden kann,
eignet sich Pickleball als
coole Gruppenaktivität
sogar für Doppelstunden.»
Ursprung
Pickleball wurde 1965 auf Bainbridge
Island in der Nähe von Seattle / USA erfunden.
Drei unternehmungslustige Väter
– Joel Pritchard, Bill Bell und Barney
McCallum – entwickelten das Spiel für
ihre Kinder, die sich mit den üblichen
Sommeraktivitäten langweilten. Von dort
aus nahmen die Dinge ihren Lauf. Wie
der Name «Pickleball» entstand, ist allerdings
unklar. Laut der Frau eines der Erfinder
ist er vom «pickleboat» abgeleitet:
Im Rudern wird damit das Boot bezeichnet,
welches mit den übrig gebliebenen
Ruderern aufgefüllt wird, die nicht in der
Primärmannschaft mitmachen können.
Andere Quellen behaupten, der Hund
der Familie habe «Pickle» geheissen,
wieder andere führen den Ursprung auf
Hawaii zurück. Dort nennt man die Sportart
«Pukaball», was so viel heisst wie
«Ball mit Loch». Nur eines ist sicher: Mit
einer Essiggurke (englisch: pickle) hat der
Name nichts zu tun.
Trendsport
Liest man den Annual Report auf der
Website des amerikanischen Pickleball-
Verbandes (usapickleball.org), hat keine
andere Sportart in den letzten Jahren
ein so grosses Wachstum erlebt. Man
spricht von landesweit 130 neuen Pickleball-Courts
pro Monat. Zudem werde das
Durchschnittsalter der Spielenden immer
tiefer, ein Trend, der so noch bei keiner
anderen Sportart zu sehen war.
Schweizer Verband organisiert sich
Im März 2023 wurde in Zürich die Swiss
Pickleball Association gegründet als nationaler
Verband, der sich dem Wachstum,
der Förderung und der Entwicklung
des Sports Pickleball in der Schweiz
widmet. Ihr Ziel ist es, den Sport in der
Schweiz bekannt zu machen und Plattformen
sowie Begegnungs- und Spielmöglichkeiten
für die wachsende Pickleball-Community
zu schaffen. ●
Weitere Infos und eine Übersicht über die Pickleball-Plätze
im Kanton Zürich findet man auf pickleballverband.ch.
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27
Zürich ist U10-
Team-Champion!
Keiner zu klein, ein Champion zu sein! Das gilt auch für
die Zürcher Kids, die das Finalturnier der U10-Team-
Competition zwischen den Regionalverbänden für sich
entschieden haben.
Die jüngsten Talente des RVZT haben
sich im Vergleich mit anderen
Regionalverbänden überaus siegreich
gezeigt. An der U10-Team-Competition
in Buchs ZH setzte sich die Zürcher
Equipe zunächst gegen die Auswahl der
Grossregion Zentralschweiz durch (9:0
gegen RV Zug und 7:2 gegen Aargau).
Damit qualifizierten sie sich für das Finalturnier
in Biel, wo sie sich erst gegen
das Team der Region Zürichsee-Linth
(5:4) und danach gegen den Regionalverband
Waadt mit 5:4 durchsetzten.
Amar Zubcevic, der bei allen Matches
als Coach dabei war, meint stolz: «Der
Teamspirit und die positive Stimmung
im Team waren sicher entscheidend für
den Erfolg. Die Kids haben sich untereinander
angefeuert und motiviert. So
konnten sie in gewissen Situationen
auch über sich hinauswachsen und den
Titel holen.»
Spielmodus
Gespielt wurden jeweils drei Einzel bei
den Mädchen und Buben, dazu je ein
Doppel und Mixed. Zur Anwendung
kam das Short-Set-Reglement (Satz auf
vier Games), teilnahmeberechtigt waren
Spielerinnen und Spieler mit Jahrgang
2013 und jünger.
Das Team
Für das RVZT zum Einsatz kamen Emina
Jahic, Chloe Curia, Lotta Passardi, Liam
Bachmann, Julian Lubina und Paul Teuber
– alle R6 klassiert. Als Coach amteten
neben Amar Zubcevic auch Robin
Roshardt und Liano Oehninger. Zürich
Tennis gratuliert allen Spielerinnen und
Spielern für die tolle Leistung – wir sind
stolz auf euch! ●
28 | Rubrik Fitness
Fit durch den
Winter – so gehts!
Die Tage werden länger und das Wetter ungemütlicher. Die
Outdoor-Saison ist vielerorts vorbei, die Hallen übernehmen.
Und doch erleben viele Tennisspielerinnen und Tennisspieler im
Frühjahr eine kleine Überraschung, was ihre Kondition betrifft.
Dabei gibt es viele Tipps und Tricks, um fit durch den Winter
zu kommen. Wir haben bei Steven Gugerli, Personal & Athletik-
Trainer, nachgefragt.
Steven Gugerli
Als ehemaliger professioneller
Leichtathlet und langjähriger Personal
und Athletik-Trainer weiss Steven Gugerli,
38, wie man sich – und andere –
fit hält. Einst Teil des Nationalkaders
für die 4-mal-100-Meter-Staffel, gewann
er 2012, 2013 und 2015 mehrere
Medaillen. Das Tennis (R7 und Mitglied
des TC Wettswil) hat er vor rund
zwei Jahren für sich entdeckt – vorher
stellten Sportarten ausserhalb der
Leichtathletik ein erhöhtes Verletzungsrisiko
für seine Profikarriere dar.
Heute ist Steven Gugerli Geschäftsführer
der med-sportiv GmbH in Zürich
und trainiert zahlreiche Top-Athletinnen
und -Athleten.
Steven, als Athletik-Trainer
kümmerst du dich auch um
das Fitnesslevel vieler Tennisspielerinnen
und Tennisspieler. Worauf
achtest du bei den Übungen?
Auf Abwechslung. Und natürlich darauf,
dass die Übungen sauber und
korrekt ausgeführt werden. Wird viel
gespielt – oder nach Turnieren –, geht
es darum, dem Körper genug Erholung
zu geben. Das heisst, ich baue gezielt
Trainingspausen ein. Fehlt es an Spielrhythmus,
geht es hingegen darum,
die Form zu halten. Es ist also entscheidend,
von welchem Fitnessniveau
man ausgeht, um das Training
daran anzupassen.
Welche spezifischen Übungen
oder Trainingsmethoden empfiehlst
du, um die Kondition für
das Tennisspiel während der
Wintermonate zu halten bzw. zu
verbessern?
Ich würde es ganzheitlich angehen:
pro Woche zweimal den Fokus auf die
Ausdauer legen, einmal ein Krafttraining
ansetzen und dazwischen ein Intervalltraining
einbauen. Wer kein Fitness-Abo
hat, findet online zahlreiche
Videos und Work-outs für zu Hause.
Für die Ausdauer wäre Joggen ideal.
Wenn einem das Wetter dafür zu nass
oder zu kalt ist, empfehle ich das
Springseil.
Gibt es bestimmte Kraftübungen,
die besonders vorteilhaft für die
Entwicklung von Schlagkraft und
Stabilität beim Tennis sind? Oder
konzentrieren wir uns vorwiegend
auf die Beinarbeit?
Natürlich hat man schon viel gewonnen,
wenn die Beinarbeit stimmt.
Dennoch sollte die Kraft nicht zu kurz
kommen. Beides ist wichtig. Für die
Stabilität empfehle ich, den Rumpf zu
kräftigen, mit Planks und Sit-ups.
Für die Verbesserung der Schlagkraft
eignen sich Klimmzüge und Liegestützen.
Welche Möglichkeiten gibt es, drinnen
an meiner Beweglichkeit, Geschwindigkeit
und Reaktionsfähigkeit
zu arbeiten?
Eine beliebte Übung, um an der Reaktionsfähigkeit
zu arbeiten, ist eine Ballübung.
Jonglieren trainiert die Koordination
und hilft übrigens auch beim
Aufschlag für einen gezielten Ballwurf.
Mit Stretching und Yoga wird der Körper
beweglicher und für die Schnelligkeit
eignet sich beispielsweise das
Tapping – also viele kleine Mini-Schritte
mit kurzen Bodenkontakten und hohem
Tempo. Gute Musik dazu, und schon
hat man viel Spass bei der Trainingseinheit.
Weshalb sollte ich über den ganzen
Winter hindurch an der Fitness arbeiten?
Ein paar Wochen vor der
IC-Saison reichen doch aus, um fit
zu werden …?
Grundsätzlich gilt: Es ist einfacher, fit
zu bleiben, als fit zu werden. Dann
kann man sich Anfang Saison auch
mehr dem Spiel selbst widmen und
vielleicht sogar sein Niveau steigern.
Es wäre doch schade um die Zeit, die
man bisher ins Training investiert hat,
wenn man es im Winter dann schleifen
lässt. ●
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30 | Rubrik Fitness
Steven Gugerlis Trainingstipps für zu Hause
Kniebeuge mit
Stuhl
Diese Kniebeuge-Übung eignet sich
ideal, um zu Hause an der Beinkraft und
Rumpfstabilität zu arbeiten. Führt man
sie mit den Armen gestreckt nach oben
aus, trainiert man zusätzlich auch den
Rücken mit den Schultern – wichtig für
eine korrekte Körperhaltung, zumal man
beim Tennis zu einer gebückten Schulterposition
tendiert.
Hilfsmittel: Stuhl (stabil, evtl. an der Wand),
optional Hanteln (für höhere Intensität).
Ausgangsposition: Rückwärts einen
Fuss auf den Stuhl legen.
Übung: 10 bis 12 Kniebeugen und dabei
90-Grad-Winkel halten, mit anderem Bein
wiederholen.
Haltung: Hohles Kreuz vermeiden, Becken
nach vorne kippen, Rücken aufrecht/vertikal
halten, Blick geradeaus, Arme gestreckt nach
vorne oder nach oben halten.
Fallende Bälle
auffangen
Eine geschulte Hand-Augen-Koordination
spielt beim Tennis eine wichtige
Rolle – besonders was Präzision,
Reaktion, vorausschauendes Spiel und
Anpassungsfähigkeit anbelangt. Wird
diese Übung mit Tennisbällen ausgeführt,
trainiert man zusätzlich auch
das Ballgefühl.
Hilfsmittel: Trainingspartnerin/-partner und
zwei Tennisbälle.
Ausgangsposition: Das Gegenüber streckt
beide Arme aus und hält jeweils einen
Tennisball so in jeder Hand, dass sie leicht
fallen gelassen werden können. Man selbst
legt nun die eigenen Handflächen auf die
beiden Handrücken des Gegenübers.
Übung: Das Gegenüber lässt jeweils einen
Ball plötzlich fallen. Man weiss jedoch nicht,
welcher der beiden Bälle fällt, und auch nicht,
wann. Ziel ist es, den fallenden Ball blitzschnell
aufzufangen, bevor dieser den Boden
berührt. Bei dieser Reaktionsübung lässt sich
die Schwierigkeitsstufe variieren, indem das
Gegenüber die Arme ein Stück weiter oben
oder unten hält: Je höher die Arme, desto
mehr Reaktionszeit hat man und umso leichter
fällt es, den Ball rechtzeitig zu fangen.
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Ein Betrieb des Hallen TC Lengg
32 | Rubrik
A
B
C
D
E
F
G
A