25.10.2023 Aufrufe

Wie gewinnt man Vertrauen in die Politik? Gemeinderatsinfo #10 | 2023

Nach der Sommerpause beginnt die Arbeit des Gemeinderates wieder. Die Fraktionsgemeinschaft blickt mit Sorge auf den Karlsruher Schuldenberg, der mit steigenden Zinsen und neuen Krediten 2025 die eine Milliarde Euro Schulden erreichen wird. Auch wenn es weh tut, Kürzungen müssen her! Außerdem will die Fraktion wissen, ob Karlsruhe in den vergangenen zehn Jahren grüner geworden ist. Dazu soll die Stadt Stellung beziehen und konkrete Zahlen vorlegen. Dies und mehr lesen Sie in der 10. Gemeinderatsinfo der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe Fraktionsgemeinschaft!

Nach der Sommerpause beginnt die Arbeit des Gemeinderates wieder. Die Fraktionsgemeinschaft blickt mit Sorge auf den Karlsruher Schuldenberg, der mit steigenden Zinsen und neuen Krediten 2025 die eine Milliarde Euro Schulden erreichen wird. Auch wenn es weh tut, Kürzungen müssen her! Außerdem will die Fraktion wissen, ob Karlsruhe in den vergangenen zehn Jahren grüner geworden ist. Dazu soll die Stadt Stellung beziehen und konkrete Zahlen vorlegen. Dies und mehr lesen Sie in der 10. Gemeinderatsinfo der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe
Fraktionsgemeinschaft!

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GEMEINDERATSINFO<br />

der Freie Wähler | FÜR Karlsruhe Geme<strong>in</strong>deratsfraktion<br />

Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

ISSN 2751-7918<br />

<strong>Wie</strong> <strong>gew<strong>in</strong>nt</strong> <strong>man</strong><br />

<strong>Vertrauen</strong> <strong>in</strong> <strong>die</strong> <strong>Politik</strong>?<br />

Die Fraktion spricht mit OB Frank Mentrup über <strong>die</strong> Themen, <strong>die</strong> Karlsruhe<br />

beschäftigen.<br />

E<strong>in</strong>e Milliarde<br />

Euro Schulden<br />

bis 2025<br />

Der neues Haushalt<br />

zeigt es: Karlsruhe<br />

muss wieder solide<br />

wirtschaften, denn es<br />

drücken hohe<br />

Schulden.<br />

Woh<strong>in</strong> steuert<br />

Karlsruhe?<br />

<strong>Politik</strong>er, Experten und<br />

Persönlichkeiten der<br />

Stadt treffen <strong>die</strong><br />

Fraktionsmitglieder<br />

und sprechen über <strong>die</strong><br />

Themen der Stadt.<br />

<strong>Wie</strong> grün ist<br />

unsere Stadt<br />

wirklich?<br />

Gibt es mehr oder<br />

weniger Bäume und<br />

Grünflächen im<br />

Vergleich mit 2013? Die<br />

Fraktion hat bei der<br />

Stadt nachgefragt.<br />

Seite 4 bis 9 Seite 10 bis 15 Seite 16 und 17<br />

fwfuer.de


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Editorial<br />

Nach der Sommerpause beg<strong>in</strong>nt <strong>die</strong><br />

Arbeit des Geme<strong>in</strong>derates wieder. Die<br />

Außerdem will <strong>die</strong> Fraktion wissen, ob<br />

Karlsruhe <strong>in</strong> den vergangenen zehn<br />

Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft blickt mit Jahren grüner geworden ist. Dazu soll<br />

Sorge auf den Karlsruher <strong>die</strong> Stadt Stellung beziehen und<br />

Schuldenberg, der mit steigenden konkrete Zahlen vorlegen.<br />

Z<strong>in</strong>sen und neuen Krediten 2025 <strong>die</strong><br />

e<strong>in</strong>e Milliarde Euro Schulden erreichen<br />

Dies und mehr lesen Sie <strong>in</strong> der 10.<br />

Geme<strong>in</strong>derats<strong>in</strong>fo der Freien Wähler<br />

wird. Auch wenn es weh tut, und FÜR Karlsruhe<br />

Kürzungen müssen her!<br />

Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft!<br />

Für Sie im Geme<strong>in</strong>derat<br />

INHALT<br />

1 MILLIARDE EURO SCHULDEN<br />

Es war abzusehen! Mit steigenden Z<strong>in</strong>sen und neuen Krediten steuert<br />

Karlsruhe auf e<strong>in</strong>en Schuldenberg von e<strong>in</strong>er Milliarde Euro zu. In den<br />

kommenden Haushaltsverhandlungen muss nun über Kürzungen beraten<br />

werden.<br />

EIN HAUSHALT, DER WEH TUN WIRD<br />

Nie<strong>man</strong>d möchte zu hohe E<strong>in</strong>sparungen vornehmen. Und doch hat <strong>die</strong><br />

Stadtverwaltung <strong>in</strong> den vergangenen Jahren mit zu offenen Händen Geld<br />

ausgegeben. Auch im Bereich der Kultur muss gespart werden, auch wenn<br />

<strong>die</strong> Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft das mit Sorge sieht.<br />

4<br />

6<br />

DER PODCAST DER FRAKTIONSGEMEINSCHAFT<br />

10<br />

Mitglieder der Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft treffen sich mit Experten, <strong>Politik</strong>ern<br />

und Persönlichkeiten und der Stadt. Diesmal im Gespräch: Karlsruhes<br />

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Kultusamtsleiter<strong>in</strong> Dom<strong>in</strong>ika<br />

Petra Lorenz<br />

Stadträt<strong>in</strong><br />

Friede<strong>man</strong>n Kalmbach<br />

Fraktionsvorsitzender<br />

Jürgen Wenzel<br />

Stadtrat<br />

Szope. Außerdem konnte <strong>die</strong> Fraktion im Sommer h<strong>in</strong>ter <strong>die</strong> Kulissen des<br />

Karlsruher Zoos blicken.<br />

Impressum<br />

An <strong>die</strong>ser Ausgabe haben mitgearbeitet:<br />

Grafik, Fotos und Bilder:<br />

Text:<br />

Layout:<br />

Druck:<br />

V.i.S.d.P.:<br />

| 2<br />

Gabriel Meier; Micha Schlittenhardt; Daniel Gräber; Marius Meger;<br />

unsplash.com<br />

Marius Meger; Daniel Gräber; Micha Schlittenhardt<br />

Micha Schlittenhardt<br />

Umweltdruckerei<br />

Friede<strong>man</strong>n Kalmbach, Fraktionsvorsitzender<br />

FW|FÜR Geme<strong>in</strong>deratsfraktion<br />

Haus der Fraktionen<br />

Hebelstr. 13<br />

76133 Karlsruhe<br />

ISSN 2751-7918<br />

Fon: 0721 133 1096<br />

Fax: 0721 133 1659<br />

Mail: fwfuer@fraktion.karlsruhe.de<br />

WIE GRÜN IST KARLSRUHE?<br />

Die Platanen <strong>in</strong> der Kaiserstraße wurden im vergangen W<strong>in</strong>ter gefällt. Nun<br />

möchte <strong>die</strong> Fraktion wissen, ob im Laufe der vergangenen zehn Jahre<br />

Karlsruhe grüner geworden ist, also es mehr Grünflächen und Bepflanzung<br />

gibt als vor zehn Jahren.<br />

MEHR WASSERSTOFF FÜR DIE STADT<br />

„Zukunftstechnologien fördern“ darf ke<strong>in</strong>e Plattitüde mehr se<strong>in</strong>. In e<strong>in</strong>em<br />

Antrag setzt sich <strong>die</strong> Fraktion für <strong>die</strong> Entwicklung e<strong>in</strong>es Wasserstoff-<br />

Industriegebiets e<strong>in</strong>.<br />

3 |<br />

16<br />

20


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

E<strong>in</strong>e Milliarde Euro Schulden<br />

Oberbürgermeister Frank Mentrup und erste Bürgermeistern Gabriele Luczak-<br />

Schwarz haben am 25. Juli den neuen Haushalt für <strong>die</strong> Jahre 2024/25 vorgestellt. Der<br />

neue Doppelhaushalt steht ganz im Schatten der erdrückenden Schulden, <strong>die</strong><br />

besonders seit 2020 angestiegen s<strong>in</strong>d und 2025 e<strong>in</strong>e Milliarde Euro und 2028 1,5<br />

Milliarden Euro betragen werden.<br />

"Unsere Kreditverb<strong>in</strong>dlichkeiten werden, sofern alle Investitionen umgesetzt<br />

werden, von voraussichtlich 614,7 Millionen Euro Ende <strong>2023</strong> auf 871,7 Millionen<br />

Euro Ende 2024 und auf über 1 Milliarde Euro Ende 2025 anwachsen. Das br<strong>in</strong>gt <strong>die</strong><br />

Stadt an <strong>die</strong> äußerste Grenze des Leistbaren", so F<strong>in</strong>anzbürgermeister<strong>in</strong> Luczak-<br />

Schwarz von der CDU.<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe sehen <strong>die</strong><br />

Entwicklung der Karlsruher F<strong>in</strong>anzen seit Jahren kritisch. Schon bei der<br />

Verabschiedung des letzten Doppelhaushalts stimmte <strong>die</strong> Fraktion gegen <strong>die</strong> Pläne<br />

der Stadt.<br />

„Die f<strong>in</strong>anzielle Entwicklung ist<br />

desaströs. Die Kreditverb<strong>in</strong>dlichkeiten<br />

werden sich <strong>in</strong> den nächsten 5 Jahren<br />

verdreifachen!“<br />

"Die f<strong>in</strong>anzielle Entwicklung ist desaströs", so Stadträt<strong>in</strong> Petra Lorenz von den<br />

Freien Wähler, „es ist bezeichnend für <strong>die</strong> Arbeit der Stadtverwaltung, dass sich <strong>die</strong><br />

Kreditverb<strong>in</strong>dlichkeiten der Stadt <strong>in</strong> den nächsten 5 Jahren verdreifachen wird.<br />

Schon seit Jahren droht der Entzug des Haushaltsrechts durch das<br />

Regierungspräsidium, nun könnte es konkret werden.“<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe sieht ihre Aufgabe<br />

<strong>in</strong> den Haushaltsverhandlungen dar<strong>in</strong>, f<strong>in</strong>anzpolitische Vernunft anzumahnen und<br />

konkrete Ideen e<strong>in</strong>zubr<strong>in</strong>gen, um <strong>die</strong> gesamtwirtschaftliche Lage Karlsruhes zu<br />

| 4<br />

verbessern.<br />

5 |


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

E<strong>in</strong> Haushalt, der weh tun wird<br />

Vor den anstehenden Haushaltsverhandlungen, <strong>in</strong> denen <strong>die</strong> Fraktionen des<br />

Geme<strong>in</strong>derates über <strong>die</strong> f<strong>in</strong>anziellen Prioritäten des nächsten zwei Jahre<br />

verhandeln, sprachen Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Erste<br />

Bürgermeister<strong>in</strong> Gabriele Luczak-Schwarz über den Haushaltsplan der<br />

Stadtverwaltung. Behielt der Oberbürgermeister <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er Rede das Große und<br />

Ganze der Stadt im Blick, so wurde h<strong>in</strong>gegen Gabriele Luczak-Schwarz, zuständig<br />

für F<strong>in</strong>anzen und Wirtschaft, sehr deutlich:<br />

E<strong>in</strong>sparungen, <strong>die</strong> im kommenden Haushalt vorgenommen werden müssen,<br />

bleiben auch im Kulturbetrieb nicht unbemerkt. Die Kultursprecher<strong>in</strong> der<br />

Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft, Stadträt<strong>in</strong> Petra Lorenz, macht deutlich, dass <strong>die</strong> prekäre<br />

Situation <strong>in</strong> vielen Kulture<strong>in</strong>richtungen bekannt ist. Die steigenden<br />

Personalkosten und Energiekosten belasten <strong>die</strong> Kultur schwer, während <strong>die</strong><br />

E<strong>in</strong>nahmeseite noch nicht auf Vor-Corona-Niveau angekommen ist. Die<br />

Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft ist sich bewusst, dass viele Bürger<strong>in</strong>nen und Bürger<br />

aufgrund der aktuell hohen Preise und Kosten ihre Ausgaben im kulturellen<br />

Bereich e<strong>in</strong>schränken.<br />

„Das Chart [sieht Diagramm Seite 5 , Anmerkung d. Redaktion] zeigt zudem<br />

deutlich, dass trotz der 288 Maßnahmen aus der Haushaltssicherung unsere<br />

Kreditverschuldung drastisch zunehmen wird. Es ist mehr als kritisch, dass wir bis<br />

Ende 2028 unvorstellbare 1,49 Milliarden Euro Gesamtkreditverschuldung<br />

aufweisen würden, ohne dass wir von 2026 bis 2028 wesentliche neue Projekte <strong>in</strong><br />

der Mittelfristigen F<strong>in</strong>anzplanung verankert haben.“<br />

In e<strong>in</strong>em offenen Brief des Karlsruher Kulturr<strong>in</strong>gs an <strong>die</strong> Stadtverwaltung wurden<br />

offene Worte gefunden. Dort wird gefordert, dass ke<strong>in</strong>e Kürzungen, sondern e<strong>in</strong>e<br />

Erhöhung der Zuschüsse um 10 Prozent geben soll. Zusätzlich sollen <strong>die</strong> Zuschüsse<br />

<strong>in</strong> Zukunft gemäß des Verbraucherpreis<strong>in</strong>dex gekoppelt se<strong>in</strong>. Der<br />

Verbraucherpreis<strong>in</strong>dex ist e<strong>in</strong> volkswirtschaftliches Instrument, mit dem <strong>die</strong><br />

Entwicklung des durchschnittlichen Preisniveaus – also <strong>die</strong> Inflationsrate –<br />

erfasst wird. Wenn <strong>die</strong>se Forderung erfüllt werden würde, wären <strong>die</strong><br />

Kulturzuschüsse für den Monat August <strong>2023</strong> im Vergleich zum August 2022 um<br />

6,1 % Prozent gestiegen.<br />

| 6<br />

Erste Bürgermeister<strong>in</strong> Gabriele Luczak-Schwarz (CDU)<br />

* Bildquelle: Stadt Karlsruhe, Presse- und Informationsamt, Boris Burghardt


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Weitere Zuschüsse für <strong>die</strong> Kultur wäre<br />

wünschenswert, aber <strong>in</strong> der<br />

gegenwärtigen wirtschaftlichen<br />

Situation nicht zu verantworten.<br />

Die Kulturlandschaft <strong>in</strong> Karlsruhe wurde bisher umfassend gefördert, was sich <strong>in</strong><br />

* Bildquelle: Statistisches Bundesamt - Presse - Inflationsrate / destatis.de<br />

Die Forderung e<strong>in</strong>er Zuschusserhöhung der Kulture<strong>in</strong>richtungen ist<br />

nachvollziehbar, wäre aber <strong>in</strong> der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation nicht<br />

verantwortbar, me<strong>in</strong>t Petra Lorenz. Daher s<strong>in</strong>d Kürzungen bei den Zuschüssen für<br />

<strong>die</strong> Kultur unvermeidlich, auch aufgrund der bevorstehenden E<strong>in</strong>sparungen des<br />

angeschlagenen Karlsruher F<strong>in</strong>anzhaushaltes. Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft sieht<br />

den Kürzungen im Kulturbereich mit Sorge entgegen, jedoch trägt der<br />

Geme<strong>in</strong>derat e<strong>in</strong>e Gesamtverantwortung für den Haushalt.<br />

ihrer bee<strong>in</strong>druckenden Vielfalt widerspiegelt. Angesichts neuer<br />

Verantwortlichkeiten <strong>in</strong> anderen Bereichen, wie dem Sport und sozialen<br />

Bereichen, ist es nun notwendig, e<strong>in</strong>e ausgewogene Haushaltsführung zu<br />

gewährleisten.<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft weist darauf h<strong>in</strong>, dass bei unveränderten Zuschüssen<br />

an anderer Stelle gespart werden müsste, was ebenfalls Auswirkungen auf <strong>die</strong><br />

betroffenen Bereiche hat. Es <strong>die</strong> Verantwortung der Stadträt<strong>in</strong>nen und Stadträte<br />

für e<strong>in</strong>en ausgeglichen F<strong>in</strong>anzhaushalt zu sorgen h<strong>in</strong>, um auch den zukünftigen<br />

Generationen nicht nur Schulden zu h<strong>in</strong>terlassen.<br />

* Bildquelle: Statistisches Bundesamt - Startseite - Themen - Wirtschaft - Preise / destatis.de<br />

| 8<br />

Petra Lorenz im Gespräch mit Unternehmer und Kulturschaffenden Bernd Gnann. 9 |


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Die Fraktion im Podcast<br />

Muss bei der Kultur gekürzt werden?<br />

In der 36. Folge "Kultur kürzen?" beschäftigt sich <strong>die</strong> Fraktion uns mit den<br />

Budgetkürzungen im Kulturbereich, sowie <strong>die</strong> Zukunft der Kultur <strong>in</strong> Karlsruhe.<br />

Stadträt<strong>in</strong> Petra Lorenz hat sich dazu mit Kulturamtsleiter<strong>in</strong> Dom<strong>in</strong>ika Szope<br />

unterhalten - der "Queen of Culture". Bereits vor Szopes Amtszeit wurden dem<br />

Kulturamt e<strong>in</strong>e halbe Million Euro gekürzt und auch weitere<br />

Haushaltssanierungsmaßnahmen haben das Kulturamt belastet. Nun werden <strong>die</strong><br />

Kürzungen auf alle Kulture<strong>in</strong>richtungen aufgeteilt. Besonders kle<strong>in</strong>e<br />

E<strong>in</strong>richtungen, <strong>die</strong> <strong>in</strong> freier Trägerschaft s<strong>in</strong>d, haben bereits unter den<br />

Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten. Die nun kommende zweite<br />

Kürzung stellt e<strong>in</strong>e große Herausforderung dar.<br />

Während e<strong>in</strong>e Kürzung von 1,5 Prozent für kle<strong>in</strong>ere E<strong>in</strong>richtungen noch tragbar<br />

ist, ist sie für größere E<strong>in</strong>richtungen schwierig, wie <strong>in</strong> der Podcastfolge mit dem<br />

Chef des Kammertheaters Bernd Gnann deutlich wird. Die Situation stellt somit<br />

e<strong>in</strong>e Herausforderung für alle dar.<br />

Das s<strong>in</strong>d unsere Themen:<br />

Thema: Podcast<br />

• Herr Oberbürgermeister, wie entsteht <strong>Vertrauen</strong>? Dr. Frank Mentrup<br />

berichtet über se<strong>in</strong>e Arbeit als Oberbürgermeister, das Organisieren von<br />

Mehrheiten und <strong>die</strong> Überzeugungskraft, <strong>die</strong> <strong>man</strong> als Stadtoberhaupt<br />

leisten muss.<br />

• Kultur kürzen? Kulturamtsleiter<strong>in</strong> Dom<strong>in</strong>ika Szope spricht über mögliche<br />

Budgetkürzungen im Kulturbereich sowie über den Generationenwechsel<br />

im Kulturamt.<br />

• In e<strong>in</strong>er Doppelfolge blickt Fraktionsgeschäftsführer Micha Schlittenhardt<br />

h<strong>in</strong>ter <strong>die</strong> Kulissen des Karlsruher Zoos und spricht mit Zoodirektor Dr.<br />

Re<strong>in</strong>schmidt über <strong>die</strong> neue Afrika-Savanne und <strong>die</strong> Karlsruher<br />

Zuchtprogramme.<br />

Kultur ist das Rückgrat der<br />

Gesellschaft und gerade <strong>in</strong> schwierigen<br />

Zeiten wie <strong>die</strong>sen ist es von großer<br />

Bedeutung, den Zusammenhalt zu fördern.<br />

Kultur ist das Rückgrat unserer Gesellschaft und gerade <strong>in</strong> schwierigen Zeiten<br />

wie <strong>die</strong>sen ist es von großer Bedeutung, den Zusammenhalt zu fördern. Doch wie<br />

können alle erreicht werden und welche E<strong>in</strong>richtungen s<strong>in</strong>d wirklich s<strong>in</strong>nvoll? Es<br />

wird diskutiert, ob Theater und andere kle<strong>in</strong>ere Kulturstätten überhaupt<br />

f<strong>in</strong>anziert werden sollten. Dom<strong>in</strong>ika Szope teilt ihre Gedanken zu <strong>die</strong>sen Fragen<br />

und erläutert, wie Kultur mehr <strong>in</strong> den öffentlichen Raum gebracht werden kann.<br />

Dom<strong>in</strong>ika Szope ist zuversichtlich und hat bereits viele Veränderungen<br />

angestoßen, um <strong>die</strong> Kulturlandschaft <strong>in</strong> Karlsruhe an <strong>die</strong> aktuellen<br />

gesellschaftlichen Herausforderungen anzupassen.<br />

Kultusamtsleiter<strong>in</strong> Dom<strong>in</strong>ika Szope im neuen Podcaststudio der<br />

Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft Freie Wähler und FÜR Karlsruhe.<br />

| 10<br />

11 |


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Im Gespräch mit Oberbürgermeister<br />

Dr. Frank Mentrup<br />

In der 37. Folge von „Die Lage <strong>in</strong> Karlsruhe“ spricht Fraktionsgeschäftsführer Micha<br />

Schlittenhardt mit dem Karlsruher Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der se<strong>in</strong>e<br />

Erfahrungen und E<strong>in</strong>sichten zur Zusammenarbeit mit dem Geme<strong>in</strong>derat, zur<br />

Kommunikation mit den Bürger<strong>in</strong>nen und Bürgern sowie zum Umgang mit<br />

unterschiedlichen Me<strong>in</strong>ungen und Perspektiven <strong>in</strong> der Verwaltung teilt.<br />

Dr. Frank Mentrup spricht über <strong>die</strong> Herausforderungen, <strong>die</strong> sich <strong>in</strong> der<br />

Kommunalpolitik ergeben und wie es gel<strong>in</strong>gen kann, auch kontroverse Themen<br />

anzusprechen, e<strong>in</strong>e politische Entscheidung zu treffen und <strong>die</strong> dazu benötigte<br />

Mehrheit zu organisieren. Er betont <strong>die</strong> Bedeutung e<strong>in</strong>er fun<strong>die</strong>rten Diskussion und<br />

spricht über <strong>die</strong> Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Geme<strong>in</strong>derat. Dazu<br />

gehört e<strong>in</strong> gutes und vertrauensvolles Verhältnis zur Bevölkerung.<br />

Dr. Frank Mentrup im Podcastgespräch mit<br />

Schlittenhardt.<br />

Fraktionsgeschäftsführer Micha<br />

Dr. Mentrup betont <strong>die</strong> Bedeutung des <strong>Vertrauen</strong>s <strong>in</strong> <strong>die</strong> Entscheidungen des von<br />

den Bürger<strong>in</strong>nen und Bürgern gewählten Geme<strong>in</strong>derates und <strong>die</strong> Notwendigkeit, <strong>in</strong><br />

Diskussion und Zusammenarbeit zu <strong>in</strong>vestieren, auch wenn <strong>die</strong> Themen kontrovers<br />

und <strong>die</strong> Kommunikation schwierig ist. Des Weiteren geht es um <strong>die</strong> f<strong>in</strong>anziellen<br />

Belastungen von Karlsruhe und <strong>die</strong> Notwendigkeit, im kommenden Haushalt neue<br />

Prioritäten setzen zu müssen und E<strong>in</strong>sparungen vorzunehmen. Dabei ist es Dr.<br />

Mentrup wichtig, <strong>die</strong> Anstrengungen der Stadtverwaltung, mit weniger Geld<br />

auszukommen und dennoch viel zu erreichen, hervorzuheben.<br />

Diese Podcast-Folge ist besonders <strong>in</strong>teressant für alle, <strong>die</strong> mehr E<strong>in</strong>blick <strong>in</strong> <strong>die</strong> Arbeit<br />

e<strong>in</strong>es Oberbürgermeisters und <strong>die</strong> Herausforderungen des politischen Alltags<br />

erhalten möchten. Sie bietet zudem spannende E<strong>in</strong>blicke <strong>in</strong> den Umgang mit<br />

verschiedenen Me<strong>in</strong>ungen, <strong>die</strong> Bedeutung der Kommunikation und <strong>die</strong><br />

Notwendigkeit, <strong>Vertrauen</strong> aufzubauen.<br />

| 12 13 |


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Der Zoo ist nicht nur e<strong>in</strong> Ort der Fasz<strong>in</strong>ation und<br />

der Bildung, sondern spielt auch e<strong>in</strong>e wichtige<br />

Rolle im Artenschutz.<br />

Der Zoo ist nicht nur e<strong>in</strong> Ort der Fasz<strong>in</strong>ation und der Bildung, sondern spielt auch<br />

e<strong>in</strong>e wichtige Rolle im Artenschutz. Der Zoo Karlsruhe züchtet erfolgreich<br />

bedrohte Tierarten, um <strong>die</strong>se dann wieder <strong>in</strong> <strong>die</strong> Natur zu entlassen. E<strong>in</strong><br />

besonders <strong>in</strong>teressantes Projekt ist <strong>die</strong> Kooperation mit dem Nationalpark<br />

Schwarzwald, <strong>in</strong> dem e<strong>in</strong>e Herde von Konikpferden für mehr Biodiversität sorgt.<br />

Der Zoo Karlsruhe hat außerdem e<strong>in</strong> neues, naturnah gestaltetes Luchsgehege,<br />

Zoodirektor Dr. Re<strong>in</strong>schmidt führt H<strong>in</strong>ter <strong>die</strong> Kulissen des Karlsruher Zoos.<br />

um sich an der <strong>Wie</strong>deransiedlung von Luchsen im Schwarzwald zu beteiligen.<br />

Hierbei arbeitet der Zoo eng mit dem Land Baden-Württemberg zusammen.<br />

H<strong>in</strong>ter den Kulissen im Karlsruher Zoo<br />

Geme<strong>in</strong>sam mit Zoodirektor Dr. Re<strong>in</strong>schmidt geht es durch <strong>die</strong> Elefantenanlage<br />

sowie am Gehege des Eisbären und der Seelöwen vorbei. E<strong>in</strong>e Umfrage zeigt,<br />

dass 82% der Deutschen Zoos gerne besuchen, während nur 12% <strong>die</strong><br />

Zootierhaltung ablehnen. So ist der Karlsruher Zoo <strong>die</strong> am meisten besuchte<br />

E<strong>in</strong>richtung <strong>in</strong> Karlsruhe und zieht Menschen aller Alters- und Sozialschichten<br />

an.<br />

Die Kritik <strong>in</strong> Bezug auf den Artenschutz und artgerechte Haltung wird auch beim<br />

Besuch im Karlsruher Zoo thematisiert: Im Video der Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft<br />

wird deutlich, dass sich <strong>die</strong> Zootierhaltung <strong>in</strong> den letzten Jahrzehnten stark<br />

verändert hat und heute als "Arche Noah" betrachtet wird. Die Zusammenarbeit<br />

mit Tierpflegern und Tiertra<strong>in</strong>ern sowie regelmäßige Fütterungen und<br />

mediz<strong>in</strong>isches Tra<strong>in</strong><strong>in</strong>g gehören zum Alltag.<br />

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| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Unsere Arbeit im Geme<strong>in</strong>derat<br />

Die schattenspendenden Platanen <strong>in</strong> der Kaiserstraße<br />

wurden im Herbst gefällt.<br />

<strong>Wie</strong> grün ist Karlsruhe?<br />

E<strong>in</strong>e Umfrage von 2022 ergab e<strong>in</strong> klares Stimmungsbild: Viele Bürger<strong>in</strong>nen<br />

und Bürger wollen mehr Beschattung im Stadtgebiet. Bäume spielen dabei e<strong>in</strong>e<br />

entscheidende Rolle, denn sie tragen maßgeblich zur Beschattung und<br />

Abkühlung an Hitzetagen bei. Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft der Freien Wähler<br />

und FÜR Karlsruhe hat nun e<strong>in</strong>e Anfrage an den Karlsruher Geme<strong>in</strong>derat<br />

gestellt, um Aufschluss über <strong>die</strong> Entwicklung von Baumfällungen und<br />

Neupflanzungen seit der E<strong>in</strong>führung der Klimaanpassungsstrategie 2013 zu<br />

erhalten. Im Rahmen <strong>die</strong>ser Anfrage wurden fünf zentrale Fragen gestellt:<br />

1. <strong>Wie</strong> viele Bäume wurden von der Stadt Karlsruhe im Zeitraum von 2013 bis<br />

2021 gefällt?<br />

2. <strong>Wie</strong> viele Bäume wurden <strong>in</strong> <strong>die</strong>sem Zeitraum gepflanzt?<br />

3. <strong>Wie</strong> viele Bäume wurden von der Stadt Karlsruhe seit 2021 gefällt?<br />

4. <strong>Wie</strong> viele Fällungen s<strong>in</strong>d geplant?<br />

5. <strong>Wie</strong> viele Neupflanzungen s<strong>in</strong>d geplant?<br />

„Grünflächen und Schattenplätze s<strong>in</strong>d nicht nur e<strong>in</strong> Anreiz, mehr Zeit <strong>in</strong> der<br />

Innenstadt zu verbr<strong>in</strong>gen, sondern auch maßgeblich für unsere Bemühungen,<br />

Karlsruhe klimafreundlich zu gestalten. Wir hoffen, dass unsere Anfrage<br />

Klarheit br<strong>in</strong>gt und wir anhand der Daten erkennen können, ob Karlsruhe<br />

grüner geworden ist, stagniert oder sogar weniger Bäume aufweist als vor 10<br />

Jahren. Für uns ist es außerdem wichtig zu wissen, ob vorrangig auf bebautem<br />

Gebiet Bäume entfernt worden s<strong>in</strong>d, also auf direktem Stadtgebiet, oder es sich<br />

bei der Fällung um Waldgebiet handelt", so <strong>die</strong> Aussage von<br />

Fraktionsvorsitzender Friede<strong>man</strong>n Kalmbach aus dem Karlsruher<br />

Geme<strong>in</strong>derat.<br />

Die bisherige Antwort der Stadtverwaltung sieht <strong>die</strong> Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft<br />

als unzureichend an: Dort wird <strong>die</strong> Anzahl der jährlichen Fällungen seit 2016<br />

aufgelistet, <strong>in</strong>sgesamt 8557 gefällte Bäume, bei den Pflanzungen wird früher<br />

angesetzt und auf e<strong>in</strong>e Gesamtanzahl seit 2013 verwiesen, mit <strong>in</strong>sgesamt 6879<br />

neuen Bäumen. Um <strong>die</strong> Zahlen angemessen vergleichen zu können, erfragt <strong>die</strong><br />

Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft <strong>die</strong> konkreten Zahlen, nach Jahr aufgelistet und<br />

unterschieden zwischen bebauten Gebiet und Stadtwald.<br />

Mit den Ergebnissen der Nachfrage soll über weitere Schritte zur Gestaltung<br />

e<strong>in</strong>er nachhaltigen und klimafreundlichen Zukunft für Karlsruhe nachgedacht<br />

werden.<br />

| 16 17 |


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Transparenz bei der Europahalle!<br />

* Bildquelle: Bruno Kelzer / unsplash.com<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft hat e<strong>in</strong>e Anfrage an den Karlsruher Geme<strong>in</strong>derat<br />

gestellt, um Informationen zur Zukunft der Nutzung der Europahalle zu<br />

erhalten. Die Anfrage be<strong>in</strong>haltet Fragen nach der Nutzbarkeit der Europahalle<br />

für das Tra<strong>in</strong><strong>in</strong>g für Vere<strong>in</strong>e, <strong>die</strong> Öffnung für Veranstaltungen wie <strong>die</strong><br />

Basketball-Bundesliga-Spiele, <strong>die</strong> maximale Kapazität nach der<br />

Neueröffnung, der E<strong>in</strong>haltung des Zeitplans sowie dem Betreiberkonzept.<br />

Die Europahalle wurde aus Brandschutzgründen geschlossen und bef<strong>in</strong>det<br />

sich derzeit <strong>in</strong> der Ertüchtigung. Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft der Freien Wähler<br />

und der Wählergruppe FÜR Karlsruhe betont <strong>die</strong> Bedeutung e<strong>in</strong>er schnellen<br />

<strong>Wie</strong>dereröffnung der Halle für Vere<strong>in</strong>e und Veranstaltungen. Insbesondere für<br />

große Vere<strong>in</strong>e wie <strong>die</strong> Leichtathletik, <strong>die</strong> national im Aufw<strong>in</strong>d s<strong>in</strong>d, oder <strong>die</strong><br />

PSK Lions, <strong>die</strong> Ambitionen für <strong>die</strong> 1. Basketballbundesliga haben, ist<br />

Planungssicherheit von großer Relevanz.<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft ist der Ansicht, dass der Sport, sowohl <strong>in</strong> der Breite<br />

als auch <strong>in</strong> der Spitze, e<strong>in</strong>e wichtige Rolle <strong>in</strong> Karlsruhe spielt. Er trägt zum<br />

sportlichen Prestige der Stadt bei und zeigt, dass Karlsruhe e<strong>in</strong> Zentrum für<br />

erstklassige Leichtathletik und Basketballsport ist. Darüber h<strong>in</strong>aus s<strong>in</strong>d Hallen<br />

wie <strong>die</strong> Europahalle auch für den Breitensport, den Schulsport und <strong>die</strong> Jugend<br />

<strong>in</strong> Karlsruhe unverzichtbar, da K<strong>in</strong>der und Jugendliche von e<strong>in</strong>em attraktiven<br />

Sportangebot animiert werden, selber <strong>in</strong> Bewegung zu kommen.<br />

In Zeiten nach Corona mit e<strong>in</strong>em Defizit an Bewegung ist <strong>die</strong>s e<strong>in</strong> wichtiges<br />

Anliegen der Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft.<br />

Die Anfrage der Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft will durch <strong>die</strong> Anfrage belastbare<br />

Zahlen und Informationen erhalten, um sicherzustellen, dass der Sport <strong>in</strong><br />

* Bildquelle: Markus Spiske / unsplash.com<br />

Karlsruhe e<strong>in</strong>e sichere Zukunft und e<strong>in</strong> Zuhause hat.<br />

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| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Wasserstoff für Karlsruhe<br />

„Oben-Ohne“ <strong>in</strong> Karlsruhes Bädern?<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft setzt auf Wasserstoff als Zukunftsträger für<br />

Industrie und Gewerbe. Der Antrag an <strong>die</strong> Stadtverwaltung sieht vor, dass <strong>die</strong><br />

Stadt <strong>in</strong> Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Karlsruhe mögliche Standorte<br />

für e<strong>in</strong> Gewerbe- bzw. Industriegebiet mit Wasserstoffanschluss prüft und <strong>die</strong><br />

Ergebnisse dem Geme<strong>in</strong>derat präsentiert. Ziel ist es, e<strong>in</strong> Gewerbe- bzw.<br />

Industriegebiet mit Wasserstoffanschluss zu erschließen und an das geplante<br />

Wasserstoffnetz von Baden-Württemberg anzuschließen.<br />

Die wachsende Bedeutung von Wasserstoff als nachhaltiger Energieträger für<br />

Industrie und Gewerbe ist unbestreitbar. Durch <strong>die</strong> Kooperation von<br />

Stadtverwaltung und Stadtwerken Karlsruhe soll <strong>die</strong> Grundlage für e<strong>in</strong>e<br />

<strong>in</strong>novative Wasserstoff<strong>in</strong>frastruktur geschaffen werden.<br />

„Wasserstoff bietet e<strong>in</strong>en<br />

ökologischen Fortschritt, aber<br />

auch e<strong>in</strong>en Innovationsschub“<br />

"E<strong>in</strong>e Wasserstoff<strong>in</strong>frastruktur bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern<br />

kann auch den Innovationsstandort Karlsruhe weiter stärken. Die Nähe zum<br />

Rhe<strong>in</strong>hafen eröffnet dabei attraktive Möglichkeiten für den Transport und <strong>die</strong><br />

Verteilung von Wasserstoff. Durch <strong>die</strong>se Infrastruktur können Unternehmen<br />

ihre CO2-Emissionen reduzieren und gleichzeitig von den wachsenden<br />

Möglichkeiten im Bereich der Wasserstofftechnologie profitieren.", so<br />

Fraktionsvorsitzender Friede<strong>man</strong>n Kalmbach (FÜR Karlsruhe)<br />

Friede<strong>man</strong>n Kalmbach (FÜR Karlsruhe) spricht sich gegen das „Oben-Ohne-<br />

Schwimmen“ <strong>in</strong> Karlsruhe aus. Die L<strong>in</strong>ken-Fraktion im Karlsruher<br />

Geme<strong>in</strong>derat forderte, dass jede Person unabhängig des Geschlechts, ihre<br />

Kleiderwahl <strong>in</strong> den Bädern ungeh<strong>in</strong>dert treffen kann. Diese Forderung wurde<br />

nun im Bäderausschuss des Geme<strong>in</strong>derats beschlossen – trotz der Bedenken<br />

der Bäderbetriebe und des K<strong>in</strong>derbüros bezüglich des Jugendschutzes.<br />

Stadtrat Kalmbach sieht <strong>die</strong> Entscheidung ebenfalls kritisch: „Sich selbst<br />

grenzenlos auszuleben, bedeutet, dass <strong>man</strong> negative Auswirkungen für andere<br />

<strong>in</strong> Kauf nimmt. Besonders mit Blick auf Jugendliche ist Nacktheit e<strong>in</strong><br />

schwieriges Thema. Auch leben wir <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er multikulturellen und<br />

multireligiösen Gesellschaft, wo e<strong>in</strong>e große Freizügigkeit mit den eigenen<br />

Werten <strong>in</strong> Konflikt gerät. E<strong>in</strong>e übertriebene Toleranz <strong>in</strong> Bezug auf körperliche<br />

Freizügigkeit ist gegenüber anderen Ansichten <strong>in</strong>tolerant. Die Freiheit des<br />

e<strong>in</strong>en sollte da enden, wo <strong>die</strong> Freiheit des anderen beg<strong>in</strong>nt.“ FÜR Karlsruhe<br />

bemängelt <strong>die</strong> Dr<strong>in</strong>glichkeit, <strong>die</strong> <strong>die</strong>sem Thema zugemessen wird. Die<br />

Möglichkeit des “Oben-Ohne-Badens“ wird auf ruhigeren Freiflächen, sowie<br />

beim textilfreien Baden im Vierordtbad, schon jetzt ermöglicht. Von e<strong>in</strong>er<br />

Diskrim<strong>in</strong>ierung oder Intoleranz kann aufgrund des bereits vorhandenen<br />

Angebots <strong>in</strong> Karlsruhe also nicht gesprochen werden.<br />

Auch sieht FÜR Karlsruhe ke<strong>in</strong>en mehrheitlichen Konsens <strong>in</strong> der Gesellschaft<br />

für <strong>die</strong>se Entscheidung: In Freudenstadt wurde das „Oben-Ohne-Baden“ für<br />

Frauen durch den Geme<strong>in</strong>derat gestoppt: Es gab zu viel Kritik durch Gäste und<br />

<strong>in</strong> den Sozialen Netzwerken. Befürchtet wurde, „dass Frauen, <strong>die</strong> halbnackt<br />

baden, von anderen Besuchern angegafft und belästigt werden könnten.“ E<strong>in</strong>e<br />

deutschlandweite Befragung ergab, dass sich 55 Prozent der befragten Frauen<br />

sich gegen e<strong>in</strong>e „Oben-Ohne-Regelung“ aussprachen – 56 Prozent der<br />

befragten Männer sehen e<strong>in</strong>e solche Regelung positiv.<br />

| 20 21 |<br />

* Bildquelle: Jason Blackeye / unsplash.com


| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

Geme<strong>in</strong>derat <strong>in</strong> eigene Räume<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft hat e<strong>in</strong>en Antrag an den Karlsruher Geme<strong>in</strong>derat<br />

gestellt, <strong>die</strong> Unterbr<strong>in</strong>gung des Sitzungssaals für den Geme<strong>in</strong>derat sowie der<br />

Abteilung Ratsangelegenheiten <strong>in</strong> der Lammstraße zu prüfen. Der Antrag<br />

be<strong>in</strong>haltet auch <strong>die</strong> Option, den Saal für Empfänge des Geme<strong>in</strong>derats,<br />

Pressekonferenzen der Fraktionen und des Presse- und Informationsamts zu<br />

nutzen. Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft sieht <strong>in</strong> der Anb<strong>in</strong>dung der Lammstraße an<br />

das Haus der Fraktionen <strong>in</strong> der Hebelstraße den Vorteil, den Geme<strong>in</strong>derat <strong>in</strong><br />

e<strong>in</strong>er repräsentativen Lage am Friedrichsplatz unterzubr<strong>in</strong>gen. Die Immobilie<br />

verfügt bereits über e<strong>in</strong>en großen Saal mit Tribüne. Durch <strong>die</strong> Schaffung e<strong>in</strong>es<br />

festen Sitzungssaales <strong>in</strong> der Lammstraße würden der Arbeitsaufwand für den<br />

Auf- und Abbau des Sitzungssaales entfallen sowie e<strong>in</strong>e feste Verkabelung<br />

bzw. Stromversorgung für <strong>die</strong> Endgeräte beim papierlosen Betrieb<br />

gewährleistet werden. Die Räumlichkeiten könnten somit für geme<strong>in</strong>same<br />

Veranstaltungen und Bürgerbeteiligungsverfahren im Saal des Geme<strong>in</strong>derates<br />

genutzt werden, um den Geme<strong>in</strong>derat der Bevölkerung näher zu br<strong>in</strong>gen. Es<br />

wäre s<strong>in</strong>nvoll, auch <strong>die</strong> Abteilung Ratsangelegenheiten sowie e<strong>in</strong>en Pressebzw.<br />

Me<strong>die</strong>nraum des Geme<strong>in</strong>derates <strong>in</strong> den Räumlichkeiten unterzubr<strong>in</strong>gen.<br />

E<strong>in</strong> fester Sitzungssaal <strong>in</strong> der Lammstraße würde den Geme<strong>in</strong>derat als das<br />

Hauptorgan der Stadt besser vermitteln und an e<strong>in</strong>em festen Ort erlebbarer<br />

bzw. sichtbarer machen, sowie <strong>die</strong> Pressestelle und <strong>die</strong> Abteilung<br />

Ratsangelegenheiten an e<strong>in</strong>em Ort zusammenführen. Somit könnte das Haus<br />

lokale Anlaufstelle oder Veranstaltungsort für Belange des Geme<strong>in</strong>derates<br />

werden. Das verb<strong>in</strong>det Verwaltung mit dem Geme<strong>in</strong>derat und der<br />

Bürgerschaft. Zusätzlich könnten städtische Beratungsstellen und<br />

Verwaltungsbüros mit Bürgerkontakt <strong>in</strong> den oberen Stockwerken der<br />

Lammstraße 9 untergebracht werden. Zudem wären barrierefreie Zugänge<br />

zum ebenerdig tagenden Geme<strong>in</strong>derat möglich.<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft der Freien Wähler und FÜR Karlsruhe ist der<br />

Ansicht, dass <strong>die</strong> Umsetzung <strong>die</strong>ses Antrags sowohl f<strong>in</strong>anzielle E<strong>in</strong>sparungen<br />

erzielen als auch <strong>die</strong> Bürgerbeteiligung <strong>in</strong> den Prozessen mit dem Geme<strong>in</strong>derat<br />

und <strong>die</strong> Verb<strong>in</strong>dung zwischen Verwaltung, Geme<strong>in</strong>derat und Bürgerschaft<br />

fördern würde.<br />

E<strong>in</strong> weiterer Vorteil wäre, dass <strong>die</strong> Ausschüsse, <strong>die</strong> bisher im Rathaus für<br />

Gremiensitzungen wiederholt auf-, um- und abgebaut werden müssen, e<strong>in</strong>en<br />

festen Platz bekommen würden. Durch <strong>die</strong> Nutzung e<strong>in</strong>es festen<br />

Sitzungssaales <strong>in</strong> der Lammstraße könnte <strong>die</strong>ser Aufwand deutlich reduziert<br />

werden. Zudem würde <strong>die</strong> Nutzung des Sitzungssaales <strong>in</strong> der Lammstraße<br />

e<strong>in</strong>facher gestaltet werden können. Tische mit Anschlüssen und ausreichend<br />

Bestuhlung könnten fest <strong>in</strong>stalliert werden. Sitzungen <strong>in</strong> Plenarbestuhlung<br />

könnten ohne Umbauten durchgeführt werden. Unverzichtbare Endgeräte<br />

hätten e<strong>in</strong>en direkten Stro<strong>man</strong>schluss bzw. Anschluss ans städtische Netz.<br />

E<strong>in</strong> großer Innenraum würde <strong>in</strong> der Lammstraße / im Haus der Fraktion zur<br />

Verfügung stehen.<br />

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| GEMEINDERATSINFO | Ausgabe 10 | <strong>2023</strong><br />

E<strong>in</strong>e bessere Lösung für <strong>die</strong> öffentlichen<br />

Verkehrsmittel!<br />

Die Fraktionsgeme<strong>in</strong>schaft macht sich weiterh<strong>in</strong> für e<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>fache Lösung im<br />

KVV-Ticketstreit stark. "Es braucht e<strong>in</strong>e Lösung für alle, <strong>die</strong> nicht nur auf das<br />

Smartphone setzen oder auch Tickets für andere kaufen wollen", heißt es aus<br />

der Fraktion. Zur Zeit gibt es an städtischen Fahrkartenautomaten nicht <strong>die</strong><br />

Möglichkeit undatierte Fahrkarten zu kaufen – somit können Fahrkarten an<br />

Automaten nicht auf Vorrat gekauft werden, womit <strong>die</strong> Flexibilität für viele<br />

Kund<strong>in</strong>nen und Kunden e<strong>in</strong>geschränkt wird. Bisher gab es nur an<br />

Verkaufsstellen <strong>die</strong> Möglichkeit Tickets zur Selbstentwertung zu erwerben.<br />

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„Wir wollen den schnellsten und<br />

unkompliziertesten Weg bieten, <strong>die</strong><br />

öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.“<br />

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Stadtrat Friede<strong>man</strong>n Kalmbach, der sich schon vor e<strong>in</strong>em Jahr zur Situation<br />

beim KVV äußerte und <strong>die</strong> Ausgabe von selbstentwertbaren Fahrsche<strong>in</strong>en an<br />

Ausgabestellen erreichen konnte, erklärt: "Wir wollen den Bürger<strong>in</strong>nen und<br />

Bürgern den schnellsten und unkompliziertesten Weg bieten, <strong>die</strong> öffentlichen<br />

Verkehrsmittel zu nutzen. Wenn ich me<strong>in</strong>en Enkeln drei Fahrtickets für <strong>die</strong><br />

kommende Woche kaufen möchte, dann kann ich das nicht tun. Für viele stellt<br />

das e<strong>in</strong> Problem dar."<br />

Die Fraktion der Freien Wähler und der Wählergruppe FÜR Karlsruhe forderte<br />

daher im Aufsichtsrat e<strong>in</strong>e Lösung.<br />

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