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Aurum 999,9 MagBook – Winter 2023

The Coffee Table MagBook

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WINTER <strong>2023</strong>


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EDITORIAL<br />

L<br />

„<br />

iebe AURUM <strong>999</strong>,9-Community!<br />

Das Jahr sagt leise „Servus“, und in mir fühle<br />

ich Wehmut und Vorfreude zugleich. Wehmut<br />

vor allem deshalb, weil schon wieder ein<br />

Jahr gefühltermaßen zu schnell an einem vorübergezogen ist. Aber ist<br />

es das wirklich? Oder müssen wir nur innehalten und uns die einzelnen<br />

Sequenzen nochmals ins Gedächtnis rufen, um zu erkennen,<br />

dass es abwechslungsreiche, erfüllte und glückliche zwölf Monate<br />

waren? Vollgepackt mit einmaligen Momenten, unerwarteten Begegnungen<br />

und natürlich auch jeder Menge unerfreulicher Ereignisse.<br />

Aber sind wir uns doch ehrlich, ohne diese kleinen unerwünschten<br />

Zwischenstopps könnten wir doch auf lange Sicht die schönen und<br />

glückbringenden Facetten nicht mehr erkennen und schätzen.<br />

Und davon gab es einige! Gleich zu Beginn des Jahres haben wir mit<br />

unserem Dinner-Club-Projekt „The Embassy of Good Taste“ einen<br />

unerwartet glanzvollen und inspirativen Monat mit tollen Gästen,<br />

exzellenter Kulinarik und kreativen Künstlern erleben dürfen. Und<br />

das, obwohl wir uns erst zum Jahresende 2022 kurzfristig dazu entschlossen<br />

haben. Im Frühsommer folgte die Einladung der Familie<br />

Lynggaard nach Kopenhagen, um ihr 60-Jahr-Firmenjubiläum und<br />

eine unglaubliche Familiengeschichte gebührend zu feiern. Ein wahrlich<br />

gelungener Event mit über 1.000 Gästen, aber trotzdem so<br />

familiär, als wäre man von seinem besten Freund auf einen Wochenendbesuch<br />

eingeladen worden. Außerdem gab es da noch eine einmalige<br />

Testfahrt mit dem Aston Martin „DB12“ an der französischen<br />

Küste, exzellente Ausstellungen, Konzerte und unvergessliche Abende<br />

mit Freunden. Wenn ich so zurückdenke, kommen mir noch viele<br />

Highlights mehr in den Sinn, und jede einzelne Erinnerung drosselt<br />

die Geschwindigkeit <strong>–</strong> das beruhigt mich ungemein.<br />

Zum Jahreswechsel<br />

haben wir Geschichten<br />

recherchiert, die eine<br />

Mischung aus Wehmut<br />

und Vorfreude in sich<br />

tragen“<br />

Für unsere Ausgabe zum Jahresende haben wir Geschichten recherchiert,<br />

die diese einmalige Mischung aus Wehmut und Vorfreude in<br />

sich tragen: ob nun bei der Betrachtung der Historie und der Zukunft<br />

des weltberühmten Hauses Bulgari, den anspruchsvollen und einmaligen<br />

Zugängen des unkonventionellen Wiener Mode-Labels<br />

„eigensinnig“, der gelebten Kunst-Leidenschaft der langjährigen Weggefährtinnen<br />

Heidi Goëss-Horten und Dr. Agnes Husslein-Arco oder<br />

wenn man sich die packenden Storys vom britischen Parfumhaus<br />

Penhaligon’s um die Nase wehen lässt. Aber nicht jedes Geheimnis<br />

wird gelüftet. Genauso hält es auch die Wiener Gastro-Institution<br />

„Livingstone“, eine lebende Legende, die auch nicht alle Geschichten<br />

ihrer Gäste preisgibt.<br />

Meine Wehmut über das vergangene Jahr ist bei all diesen Gedanken<br />

verflogen, und was bleibt, ist Vorfreude. Vorfreude auf einige ruhige<br />

Augenblicke um die Feiertage, einen ausgelassenen Jahreswechsel<br />

und natürlich das kommende Jahr. Ein Jahr, in dem wir hoffentlich<br />

wieder eine Vielzahl von inspirierenden Geschichten präsentieren<br />

dürfen, Gespräche mit interessanten, kreativen Persönlichkeiten aus<br />

den unterschiedlichsten Bereichen und Kulturen führen werden<br />

sowie Einladungen zu einmaligen Festen und noch nie gesehenen<br />

Orten annehmen können. Diese unbezahlbaren Momente tragen uns<br />

durch diese stürmischen Zeiten und lassen mich und mein Team mit<br />

Dankbarkeit und Vorfreude positiv in die Zukunft blicken.<br />

Ich wünsche Ihnen, auch im Namen des gesamten AURUM <strong>999</strong>,9<br />

<strong>MagBook</strong>-Teams, wunderschöne und unvergessliche Festtage mit<br />

Ihren Lieben sowie ein gesundes und glückliches 2024!<br />

Ihr Reinhard Neussner<br />

Foto: Jürgen Hammerschmid<br />

FOLGEN SIE UNS AUF @aurum.magbook @<strong>Aurum</strong><strong>MagBook</strong><br />

WINTER <strong>2023</strong> 11


18<br />

114<br />

FASHION & ACCESSOIRES<br />

18 PORTRAIT<br />

Bulgari feiert nicht nur die „Serpenti“<br />

38 LUXURY PIECE for Women<br />

40 ACCESSOIRES<br />

Shine bright<br />

46 PORTRAIT<br />

Dem eigenen Sinn folgen: Das Label „eigensinnig“<br />

50 LUXURY PIECE for Men<br />

58 EDITOR’S CHOICE<br />

ART & CULTURE<br />

52 MEHR ALS NUR WOW!<br />

Ein Blick hinter die Kulissen der Heidi Horten Collection<br />

60 MEMORIES OF THE FUTURE<br />

Julian Khol<br />

HISTORY<br />

74 LUDWIG XIV.<br />

Sonnenkönig mit Schattenseiten<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

84 IM GLANZ DER SONNE<br />

Ein Prachtband über das Château de Versailles<br />

ARCHITEKTUR<br />

94 NEW WORK<br />

Office-Spaces neu gedacht<br />

104 DIE TOP 6<br />

Immobilien, wo sich der Weg ins Büro lohnt<br />

110 IMMOBILIEN ROUND TABLE<br />

Experten werfen einen Blick zurück und nach vorne<br />

114 HIGHLIGHT<br />

Lug ins Land<br />

LIVING<br />

128 SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

Echte Stilikonen bei Vitra in London<br />

132 MUSTER-MANIA<br />

Wohnzimmer, Küche, Esszimmer, Schlafzimmer, Bad<br />

140 COZY TIMES AT HOME<br />

Kerzen und Diffuser für den <strong>Winter</strong><br />

142 PORTRAIT<br />

Steinway & Sons: Der Leidenschaft Flügel verleihen<br />

148 MODERNES LOFT MIT INDUSTRIAL CHIC<br />

Elegante Lösungen erneuern dieses Domizil in der Schweiz<br />

BEAUTY<br />

154 VERY BRITISH<br />

Die Geschichte von Penhaligon’s<br />

158 DUFT<br />

On Fire<br />

160 PFLEGE<br />

Schön im Schlaf<br />

162 MEN<br />

Hot ’n’ Cold<br />

MOBILITY<br />

172 BENTLEYS RISING<br />

Bis zur Luxusmarke war es ein langer Weg<br />

Fotos: © Peter Pichler Architektur, Bulgari, Scenic Gruppe, Bentley, Mark Fagelson, dbox / Foster + Partners, Margaretha Olschewski<br />

12 WINTER <strong>2023</strong>


INHALT<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

172<br />

164<br />

94<br />

210<br />

KULINARIK<br />

182 BEST OF<br />

Best Ager<br />

184 ZU BESUCH BEI<br />

Kaviar-Produzent Walter Grüll<br />

187 MENU À LA CHEF<br />

Das „Livingstone“ ist eine lebende Legende<br />

KOLUMNE<br />

90 ELKE REITMAYER<br />

Aus dem Vollen schöpfen<br />

PHOTOGRAPHY<br />

66 PORTRAIT DAVID DREBIN<br />

120 PORTRAIT RANIA MATAR<br />

164 PORTRAIT MARGARETHA OLSCHEWSKI<br />

TRAVEL<br />

192 DER RUF DER FERNE<br />

Elisabeth Muth packt zum Jahresende das Fernweh<br />

194 KINDER DES HIMMELS<br />

Eine Reise auf den Spuren der Magie Afrikas<br />

204 DER WEG ZUM GLÜCK<br />

Österreichs „Route du Bonheur“<br />

210 LUXUS FÜR ENTDECKER<br />

Kreuzfahrten mit Klasse<br />

220 AUS DREI WURDE EINS<br />

150 Jahre Budapest<br />

224 NEW PLACES<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Reinhard Neussner Management und Beteiligungs GmbH, Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien, office@aurum-magbook.com<br />

Verlags- und Redaktionsadresse: Kaasgrabengasse 86/4/40A, 1190 Wien<br />

Herausgeber, Chefredakteur, Geschäftsführer: Reinhard Neussner. Redaktionsteam: Barbara Jahn, Bernhard Musil, Brigitte R. Winkler, Christoph Kulmer,<br />

Elisabeth Habitzl, Elisabeth Muth, Percival Pachta-Rayhofen, Reinhard Neussner, Rosemarie Pescheck. Redaktionsassistentin: Marily Elmezoglou.<br />

Chef vom Dienst: Christoph Kulmer. Head of Design: Florian Reichel. Art Direction: Anton-Georg Kiener. Grafik: Doris Wegener.<br />

Lektorat: Hildegard Atzinger, Julia Friehs. Autoren dieser Ausgabe: Alice Mandel, Elke Reitmayer, Roland Löwisch.<br />

Anzeigen: Angela Kindermann Projektagentur, Armin Zitter. Kontakt: office@aurum-magbook.com<br />

Herstellungsort: Wien. Druck: Holzhausen/Gerin Druck GmbH.<br />

Blattlinie: AURUM <strong>999</strong>,9 <strong>MagBook</strong> ist eine Verschmelzung der Genres Coffee Table Book & Magazin. Das Redaktionsteam berichtet 4-mal jährlich<br />

für seine exklusive Member-Community über Wissenswertes, Exklusives und Aufregendes. Die Luxus-Lifestyle-Themen reichen von Architektur,<br />

Design, Fotografie, Kunst, Mode, Genuss, Reisen und Mobilität bis hin zu Business und History.<br />

Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.<br />

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18


PORTRAIT<br />

IST EIN JUWEL<br />

Dieses Jahr feierte Bulgari die „Serpenti“.<br />

Nächstes Jahr gibt es einen weiteren Grund zum<br />

Jubeln: den 140. Jahrestag der Marke. Eröffnete<br />

doch Gründer Sotirio Bulgari sein erstes<br />

Schmuckgeschäft in Rom 1884<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

Foto: Bulgari<br />

Unverkennbar wegen des<br />

Schlangenkopfs: eine „Serpenti<br />

Misteriosi Dragone“-High-<br />

Jewellery-Uhr in Weißgold mit<br />

Diamanten und Smaragden. Durch<br />

Druck auf die Zunge öffnet sich<br />

der Kopf der Schlange und gibt<br />

so den Blick auf die Uhr frei<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

19


PORTRAIT<br />

R<br />

So sahen die Armbanduhren<br />

einst aus: goldene Uhr aus<br />

dem Jahr 1961 mit unzähligen<br />

Diamanten<br />

U<br />

Farbschön wie der Schmuck<br />

von Bulgari: Gerade ist die<br />

„Serpenti 75 Years of Infinite<br />

Tales“ in Tokyo zu sehen<br />

h<br />

Auch hier war die<br />

„Serpenti“-Ausstellung<br />

zu sehen: ein Fenster<br />

des Museums in<br />

Shanghai<br />

Gerade geht eine wunderschöne Ausstellung um<br />

die Welt: „Serpenti 75 Years of Infinite Tales“.<br />

Sie hat die Entwicklung eines der charakteristischen<br />

Motive des Hauses Bulgari, die Schlange,<br />

zum Thema. Darüber hinaus wird eine Reihe<br />

von Kooperationen zwischen Bulgari und<br />

anderen Künstlern und Kreativen vorgestellt, die zeigen, wie sich die<br />

Schlange als Symbol für die Marke entwickelt hat. Eingeführt wurden<br />

die „Serpenti“-Kreationen 1948 als Schmuckuhren für das Handgelenk.<br />

Die „unendliche Geschichte“ der vergangenen 75 Jahre bietet einen<br />

Rundgang zu den Höhepunkten von „Serpenti“ <strong>–</strong> von der Gründung<br />

bis in die Zukunft. Die Reise der Ausstellung begann in Madrid, sie war<br />

ab Mai in Seoul zu sehen, wanderte dann weiter nach Dubai, später<br />

nach Mailand, und jetzt ist sie in Tokyo zu bewundern.<br />

Aber gleich einmal mehr und Genaueres über die „Serpenti“, zu<br />

Deutsch Schlange. Ihr Kopf ziert Bulgari-Schmuck und -Uhren. Aber<br />

warum eine Schlange? Erinnern wir uns: Es war eine Schlange, die Eva<br />

dazu verleitete, im Garten Eden einen Apfel zu essen, und seit Jahrhunderten<br />

empfinden Menschen Schlangen als gleichermaßen furchteinflößend<br />

und fesselnd. Die Pharaonen trugen auf ihren Kronen als Symbol<br />

eine Schlange. Im antiken Griechenland und zur Römerzeit wurden<br />

Schlangen mit Heilung in Verbindung gebracht. Der griechische Gott<br />

Apollo hatte einen Sohn namens Asklepios, der zum Gott der Medizin<br />

wurde. Asklepios trug einen Stab, um den sich eine Schlange wand, ein<br />

Motiv, das auch heute noch als Symbol im Bereich der Medizin und des<br />

Gesundheitswesens verwendet wird. Am anderen Ende des Spektrums<br />

steht Medusa, ein Monsterwesen, das oft mit Schlangen anstelle von<br />

Haaren dargestellt wird.<br />

Was die Historie der Verwendung von Schlangen in hochwertigem<br />

Schmuck betrifft, so war Kleopatra dafür bekannt, Schlangenschmuck<br />

zu bevorzugen (wie auch Liz Taylor im entsprechenden Film). Und<br />

im Jahr 1839 schenkte Prinz Albert „seiner“ Königin Victoria zur<br />

Verlobung einen 18-karätigen Goldring im Schlangendesign, den er<br />

selbst entworfen hatte. Ein Schlangenring galt als Symbol ewiger<br />

Liebe. Der Ring von Königin Victoria enthielt Rubine für die Augen,<br />

Diamanten für den Mund und einen Smaragd in der Mitte des Kopfes,<br />

da es sich dabei um Victorias Geburtsstein handelte.<br />

E<br />

Mit versteckter<br />

Uhr: historischer<br />

doppelreihiger<br />

„Serpenti“-Armreif<br />

mit „Tubogas“-<br />

Gliedern in Gold<br />

Besetzt mit<br />

Diamanten<br />

und Saphiren:<br />

ikonisches<br />

Collier von<br />

Liz Taylor<br />

T<br />

O<br />

Zur Eröffnung der<br />

Ausstellung in Shanghai<br />

hielt er eine Ansprache:<br />

Jean-Christophe Babin,<br />

CEO von Bulgari<br />

Die Schlange, ein Symbol für Weisheit,<br />

Wiedergeburt und Lebenskraft und ein<br />

schmückender Talisman, ist also mit ihren<br />

faszinierenden Mythen seit der Antike ein<br />

beständiges Element in der Juwelierkunst.<br />

Bulgari war einer der ersten Schmuckhersteller<br />

des 20. Jahrhunderts, der dieses<br />

jahrtausendealte Motiv ab 1948 in einen<br />

modernen Zeitmesser verwandelte. Bei<br />

den höchst stilisierten Modellen zu Beginn<br />

bestand der geschmeidige Körper aus<br />

poliertem Gelbgold, entweder in Form der<br />

flexiblen „Tubogas“-Bänder oder in Form<br />

von Goldgeflecht. Für die Anfertigung von<br />

flexiblen Armbändern ließ man sich damals<br />

von der Auspuffform italienischer Autos<br />

inspirieren, daher der Name „Tubogas“. Die<br />

Technik wurde zu einem der Markenzeichen<br />

von Bulgari. Das sollte sich bis heute immer<br />

wieder ändern und auch verbessern. So<br />

wurden die Tubogas-Schlangen-Ausführungen<br />

mit unterschiedlichsten Gehäuse- und<br />

Zifferblattformen verbunden, die Materialien<br />

variierten von Gold bis Stahl. In den 1960er-<br />

Jahren ahmten zahlreiche Einzelelemente<br />

die Schuppen des Reptils nach, während das<br />

Uhrengehäuse im Kopf verborgen lag. Später<br />

verlieh die Tubogas-Technik den Schlangenuhren<br />

einen innovativen Look. Ob realistisch<br />

oder geometrisch-abstrakt <strong>–</strong> die Schlange<br />

schlängelt sich durch die Geschichte von<br />

Bulgari und verkörpert dabei die bedeutendsten<br />

Merkmale der Maison: Liebe zur Farbe,<br />

Kombination unterschiedlicher Materialien,<br />

exzellente Tragbarkeit und meisterhafte<br />

Goldschmiedetechniken.<br />

Fotos: Bulgari (9)<br />

20<br />

WINTER <strong>2023</strong>


Begonnen hat alles 1857. Da wurde Sotirio Bulgari,<br />

der Gründer des Unternehmens, in Griechenland<br />

geboren, wo er als Silberschmied zu arbeiten<br />

begann. 1881 zog er nach Rom und begann vor der<br />

Kirche Trinità dei Monti mit dem Verkauf von Silber.<br />

Drei Jahre später eröffnete er sein erstes Geschäft<br />

in der Via Sistina. Bereits 1894 zog er in die Via dei<br />

Condotti um, 1905 wurde das Geschäft in der Via dei<br />

Condotti 10 eröffnet. Heute ist es ein Symbol für das<br />

Erbe des Unternehmens, ein Tempel der Marke und<br />

der Bezugspunkt für die wichtigsten Bulgari-Stores der Welt. Sotirio<br />

starb 1932 und hinterließ das Geschäft seinen beiden Söhnen Giorgio<br />

und Costantino, die ein leidenschaftliches Interesse für Edelsteine<br />

und Juwelen entwickelten. So wie offenbar auch eine ausgewählte italienische<br />

und internationale Kundschaft. Die Brüder kreierten ihren<br />

eigenen, einzigartigen Stil, der vom griechischen und römischen<br />

Klassizismus, der italienischen Renaissance und der römischen Goldschmiedeschule<br />

des 19. Jahrhunderts inspiriert ist. Neben Schmuckstücken<br />

von außergewöhnlicher Bedeutung und großem Wert <strong>–</strong> wie<br />

den Unikaten der Bulgari-Haute-Joaillerie-Kollektion <strong>–</strong> führten sie<br />

immer wieder neue, ebenso erfolgreiche Schmuckdesigns ein.<br />

Ab den 1970er-Jahren wurden Geschäfte in New York, Genf, Monte<br />

Carlo und Paris eröffnet <strong>–</strong> der Beginn der internationalen Expansion<br />

des Konzerns. In den frühen 1980er-Jahren gründete man Bulgari<br />

Time in der Schweiz <strong>–</strong> bekanntlich das angesehenste Uhrenherstellerland<br />

<strong>–</strong>, um die Kreation und Produktion aller Bulgari-Uhren zu verwalten.<br />

Seit 1984 sind Paolo und<br />

Nicola Bulgari, die Söhne von Giorgio,<br />

Vorsitzender bzw. stellvertretender<br />

Vorsitzender des Unternehmens. Ihr<br />

Neffe, Francesco Trapani, wurde zum<br />

Chief Executive Officer ernannt.<br />

Ab den 1990er-Jahren kamen stets<br />

weitere Produkte zum An gebot der<br />

Marke dazu: Parfums waren der erste<br />

Schritt der Diversifizierungsstrategie<br />

des Unternehmens. Bald folgten<br />

Seidentücher, Taschen, Brillen …<br />

1995 wurde die Holdinggesellschaft<br />

Bulgari S. p. A. an der Mailänder<br />

Börse notiert. 2001 kündigte man<br />

die Gründung von „Bulgari Hotels &<br />

Resorts“ an, einem Joint Venture mit<br />

der Luxury Group, der Luxussparte<br />

von Marriott International. Ziel ist es,<br />

eine Reihe von Luxushotels in den<br />

wichtigsten Städten und Ferienorten<br />

auf der ganzen Welt zu eröffnen. Das<br />

erste Bulgari-Hotel öffnete 2004<br />

in Mailand seine Tore. In Tokyo<br />

starteten „Il Ristorante“, „Il Caffè“ und „Il Cioccolato“ , die alle konzipiert<br />

wurden, um ein einzigartiges und exklusives Bulgari-Erlebnis<br />

mit italienischem Dolce Vita zu bieten. „Il Ristorante“ befindet sich in<br />

den obersten vier Stockwerken des „Ginza Tower“, des neuen Bulgari<br />

Flagship Store in Ginza. Das „Il Caffè“ befindet sich im Einkaufsviertel<br />

Omotesando. Im Juni <strong>2023</strong> präsentierte Bulgari voll Stolz das neue<br />

Juwel: das Bulgari Hotel Rom. In Bulgaris Heimatstadt an der Piazza<br />

Augusto Imperatore gelegen, verkörpert insbesondere dieses Hotel<br />

das Bestreben der Marke nach bestem italienischem Design und einzigartiger<br />

Handwerkskunst.<br />

2009, anlässlich des 125. Jahrestags seiner Gründung, begann das<br />

Unternehmen damit, die Kampagne „Rewrite the Future“ von Save<br />

the Children zu unterstützen. Es ist die größte unabhängige internationale<br />

Organisation zur Verteidigung der Kinderrechte, die in über<br />

100 Ländern auf der ganzen Welt vertreten ist. 2010 startete Bulgari<br />

die Werbekampagne „Eccentric Charisma“ mit der mehrfach preisgekrönten<br />

amerikanischen Schauspielerin Julianne Moore in der<br />

Hauptrolle.<br />

h<br />

Das erste Geschäft von<br />

Bulgari: 1884 eröffnet<br />

von Sotirio Bulgari in<br />

der Via Sistina in Rom<br />

U<br />

Sie übernahmen<br />

ab 1960 das Ruder<br />

des Unternehmens:<br />

Gianni, Paolo und<br />

Nicola, die Söhne von<br />

Giorgio Bulgari<br />

T<br />

Topmodel Veruschka<br />

mit einer echten<br />

Schlange, fotografiert<br />

von Gian Paolo<br />

Barbieri: Sie war eines<br />

der ersten Models, das<br />

für Bulgari Werbung<br />

machte<br />

2011 ging das Unternehmen eine<br />

wichtige Kooperation ein: Bulgari<br />

unterzeichnete eine strategische<br />

Allianz mit LVMH. Anlässlich des<br />

130-Jahr-Jubiläums der Marke,<br />

2014, wurde das historische<br />

Geschäft in der Via Condotti 10,<br />

das von dem berühmten Architekten<br />

Peter Marino renoviert wurde,<br />

wiedereröffnet. Bulgari spendete<br />

außerdem 1,5 Millionen Euro an die Stadt<br />

Rom für die Restaurierung der Spanischen<br />

Treppe. Nach dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten<br />

war sie wieder in ihrer ganzen<br />

Pracht zu bestaunen. Dank des Beitrags von<br />

Bulgari konnte auch die Restaurierung des<br />

Bodenmosaiks in den Caracalla-Thermen<br />

abgeschlossen werden. Dessen dekoratives<br />

Motiv inspirierte die Schmuckkollektion<br />

„Divas’ Dream“. 2017 weihte man die neue<br />

Bulgari-Schmuckmanufaktur in Valenza ein.<br />

Mit einer Gesamtfläche von 14.000 Quadratmetern<br />

ist sie die größte Schmuckmanufaktur<br />

Europas, die unter Einhaltung von<br />

Nachhaltigkeitskriterien und des Umweltzertifizierungssystems<br />

LEED (Leadership in<br />

Energy and Environmental Design) geplant<br />

wurde. Im selben Jahr gab Bulgari die Partnerschaft<br />

mit dem MAXXI-Museum in Rom<br />

für den MAXXI BULGARI PRIZE bekannt,<br />

der alle zwei Jahre an junge Künstler vergeben<br />

wird. Mehr als vierzig Jahre nach der<br />

Eröffnung seines ersten Geschäfts in New<br />

York erneuerte Bulgari seine Boutique in der<br />

Fifth Avenue mit einem Restyling von Peter<br />

Marino. Inspiriert vom architektonischen<br />

Konzept des Via-Condotti-Stores kombiniert<br />

die neue Boutique am Fuße des Crown<br />

Building antike und moderne Designelemente<br />

und bringt den Geist Roms direkt ins<br />

Herz Manhattans.<br />

21


Um das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Landwirte in<br />

Indien zu verbessern und ein nachhaltigeres Landwirtschaftsmodell<br />

zu schaffen, bei dem bewährte Verfahren und die neuesten Technologien<br />

zum Einsatz kommen, hat Bulgari die Initiative „Flower Gems<br />

of India“ ins Leben gerufen, um die Bauern zu unterstützen, die<br />

für den Anbau der Jasminblüten verantwortlich sind, die Bulgari in<br />

seinen Düften verarbeitet.<br />

Und 2024 gibt es den 140. Jahrestag der Gründung des Unternehmens<br />

zu feiern. Wie stolz das Haus auf seine Geschichte ist,<br />

wurde schon jetzt mit der neuen Tasche, der „Bulgari Roma“-Handbag,<br />

untermauert. Seit 1884 hat Bulgari, der römische Meister der kostbaren<br />

Handwerkskunst, seine kreative Seele tief in der einzigartigen<br />

Geschichte seiner Geburtsstadt Rom verankert. Mit fast allen Produkten<br />

greift man unübersehbar auf den kulturellen Reichtum und die<br />

unvergleichliche Schönheit der Ewigen Stadt zurück. Natürlich wird<br />

diese kostbare DNA der Maison immer wieder in ein elegantes und<br />

zeitgenössisches Design übersetzt. Seit Bulgari im Jahr 1975 erstmals<br />

sein Logo als Gestaltungselement auf dem Zifferblatt einer Uhr eingravierte,<br />

hat sich der Schriftzug zu einem unverkennbaren Markenzeichen<br />

des römischen Juweliers entwickelt. Angefangen von Schmuck<br />

über Accessoires bis zu Brillen <strong>–</strong> eine stilistische Entscheidung, die für<br />

die damalige Zeit eine beispiellose Innovation darstellte. Inspiriert von<br />

antiken Inschriften auf römischen Münzen wurde sie oft in kreisförmiger<br />

Gravur angebracht, wie im Fall der „Bulgari Bulgari“-Kollektion.<br />

Und warum sieht man immer wieder Bvlgari auch so, mit V,<br />

geschrieben? Dafür gibt es einige Erklärungen. Das V könnte sich<br />

auf den Namen des Gründers beziehen, der ja eigentlich Voulgaris<br />

hieß. Erst als der Grieche nach Rom übersiedelte, wurde er zu Bulgari.<br />

Also soll das V an seinen Namen erinnern. Es gibt aber auch eine historische<br />

Erklärung: In der antiken lateinischen Sprache gab es kein U.<br />

Dafür wurde das V als U ausgesprochen. Nur vor einem Vokal wurde<br />

es als V ausgesprochen. Außerdem kannten die alten Römer nur<br />

Großbuchstaben, also BVLGARI …<br />

b<br />

„Serpenti Misteriosi Pallini“-Uhr aus der aktuellen<br />

Kollektion: eine Hommage an die „Serpenti“-Modelle<br />

der 1950er-Jahre mit der neuen Pallini-(Punkte-)Technik<br />

h<br />

Historische Werbung für einige unterschiedliche<br />

„Serpenti“-Modelle auf attraktiven Modellhänden: Das Foto<br />

stammt von Starfotograf Irving Penn, er fertigte es im Jahr<br />

1971 im Auftrag des US-Modemagazins „Vogue“ an<br />

h<br />

Das „Triumvirate Tubogas Monete Necklace“ aus<br />

Gelb-, Weiß- und Roségold aus der aktuellen<br />

Kollektion: Es verbindet die „Tubogas“-Technik mit<br />

der ikonischen „Monete“-Kollektion, in der Münzen in<br />

Schmuckstücke eingearbeitet werden<br />

Ob<br />

Seit 2004 eröffnet Bulgari weltweit immer wieder<br />

auch Hotels: Im Juni <strong>2023</strong> wurde das „Hotel Roma“<br />

in Bulgaris Heimatstadt an der Piazza Augusto<br />

Imperatore als neuntes Hotel eröffnet. Dazu gehört<br />

das Restaurant „Niko Romito“ (Bild links darüber)<br />

Fotos: Bulgari (6)<br />

22


PORTRAIT<br />

Kampagnenbild „Unexpected<br />

Wonders“ aus dem Jahr<br />

2022 mit Lisa aus der<br />

K-Pop-Band Blackpink:<br />

Zu sehen ist Schmuck<br />

aus der beliebten Serie<br />

„B.zero1“. Wobei das „B“<br />

für Bulgari steht, „zero“<br />

für das neue Jahrtausend<br />

und die Zahl „1“ für die<br />

neuen, unbegrenzten<br />

Möglichkeiten. Inspiriert<br />

ist der Schmuck vom<br />

Kolosseum in Rom.<br />

Eine besondere Version<br />

stammt von der Architektin<br />

Zaha Hadid<br />

WINTER <strong>2023</strong> 23


PORTRAIT<br />

FUNKELNDE<br />

PREZIOSEN<br />

Damit hat ja eigentlich alles begonnen. Die<br />

von dem talentierten griechischen Silberschmied<br />

Sotirio Bulgari 1884 in Rom gegründete<br />

Marke wurde schnell für italienische<br />

Exzellenz, erlesene Handwerkskunst und<br />

großartige Schmuckkreationen bekannt.<br />

Über die Jahrzehnte entwickelten die weiteren<br />

Generationen der Bulgari-Familie einen<br />

einzigartigen Stil aus leuchtenden Farbkombinationen,<br />

perfekt ausbalancierten Volumen<br />

und unverkennbaren Motiven, die den römischen<br />

Wurzeln des Unternehmens Tribut<br />

zollen. Während die Marke ihr kulturelles<br />

Erbe stets in Ehren hielt, investierte sie<br />

gleichzeitig in bahnbrechende Innovationen<br />

und schuf neue Trends, die zu Ikonen des<br />

modernen Designs wurden.<br />

Die frühen „High Jewellery“-Kreationen<br />

der 1920er-Jahre aus Platin und Diamanten<br />

mit geometrischen und stilisierten Art-déco-<br />

Motiven spiegeln noch das Design der traditionellen<br />

französischen Schule wider. Ab den<br />

1940er-Jahren kommt der einzigartige italienische<br />

Bulgari-Stil zum Vorschein, der sonniges<br />

Gelbgold und die geschmeidigen Windungen<br />

der „Serpenti“-Kreationen feiert. Die<br />

Bulgari-Brüder der dritten Generation<br />

brachten neue, kreative Einflüsse und unbegrenzte<br />

Inspirationen von Fernost bis Pop-<br />

Art ins Unternehmen ein und trafen damit<br />

den Geschmack moderner, dynamischer<br />

Frauen und Männer. Mit grenzenloser Kreativität<br />

wurden unkonventionelle Materialien<br />

verarbeitet, und man erreichte neue Höhepunkte<br />

der Raffinesse: Edelstahl, Porzellan,<br />

Seide und Holz erweiterten die Grenzen des<br />

Luxusschmucks und ließen Kreationen entstehen,<br />

die optisch wie haptisch bezaubern<br />

und sich tragen wie eine zweite Haut.<br />

h<br />

Aus der<br />

High-Jewellery-<br />

Kollektion<br />

„Mediterranea“,<br />

die vom blauen<br />

Mittelmeer inspiriert<br />

ist: Die Linie mit<br />

Ring und Halskette<br />

nennt sich „Southern<br />

Radiance“<br />

j<br />

Ein „Mediterranea“-<br />

Collier mit Saphiren<br />

und Saphirperlen, die<br />

wie das blaue Meer<br />

erstrahlen. Daneben<br />

ein Ring aus der<br />

„Resort“-Kollektion<br />

Ph<br />

Anlässlich des<br />

„Serpenti“-<br />

Jubiläums gibt<br />

es neue Pallini-<br />

Schmuckstücke<br />

mit den flexiblen<br />

Punkten:<br />

Das Set besteht<br />

aus Halskette,<br />

Ohrringen (oben),<br />

Ring und Armreif.<br />

Eine Hommage<br />

an die 1950er-Jahre<br />

In den 1980er-Jahren fand Bulgari, es sei an der Zeit, Schmuck für<br />

den Lebensstil moderner Frauen aus der Geschäftswelt zu fertigen,<br />

der von morgens bis abends stilvoll getragen werden kann. Die Antwort<br />

lautete wandelbarer Schmuck, bei dem <strong>–</strong> unter Einhaltung<br />

höchster Design- und Fertigungsqualität <strong>–</strong> in Serie gefertigte und<br />

von Hand veredelte Einzelelemente für Module kreiert wurden, um<br />

diese anschließend miteinander zu verbinden. Der erste Versuch von<br />

verwandelbarem Bulgari-Schmuck war die „Parentesi“-Kollektion.<br />

Auch hier war Rom eine Inspirationsquelle und lieferte die Vorlage für<br />

das „Parentesi“-Motiv, das von den Travertinsteinen der Bürgersteige<br />

in der Ewigen Stadt inspiriert wurde. Das tragbare, dekorative, ausdrucksstarke<br />

und für viele Anlässe geeignete „Parentesi“-Modul war<br />

eines der meistkopierten Designs seiner Zeit.<br />

„B.zero1“ ist eine Kollektion mit endlosen Möglichkeiten, die 1<strong>999</strong><br />

anlässlich des neuen Jahrtausends entwickelt wurde. Das „B“ steht für<br />

Bulgari, „zero“ für das neue Jahrtausend und die Zahl „1“ für die neuen,<br />

unbegrenzten Möglichkeiten, denn Vielfalt ist Trumpf. „B.zero1“<br />

gehört inzwischen zu den Designikonen von Bulgari und ist eine der<br />

meistverkauften Kreationen. Inspiriert vom berühmtesten Amphitheater<br />

der Welt, dem Kolosseum in Rom, ist der „B.zero1“-Ring auch<br />

ein echtes Musterbeispiel für Bulgaris kreative Vision, die das Wesen<br />

der Juwelierkunst selbst neu erfindet. 2004 präsentierte Bulgari den<br />

neuen „B.zero1 Design Legend“-Ring, der von der Architekturkünstlerin<br />

Zaha Hadid mit ihren ikonischen geschwungenen Linien neu<br />

interpretiert wurde.<br />

Davor lancierte die Maison „Lucea“, eine innovative Schmuckkollektion,<br />

die sich durch ein fließendes Geflecht aus Gold und Edelsteinen<br />

auszeichnet. Das Gesicht der Kampagne war das brasilianische<br />

Supermodel Gisele Bündchen. „Divas’ Dream“, ein Synonym<br />

für Weiblichkeit, war bald ein neues ikonisches Design innerhalb der<br />

Fotos: Bulgari (10)<br />

24<br />

WINTER <strong>2023</strong>


Bulgari-Kreationen. Dafür spiegelt sich<br />

Bulgaris ewige Liebe zu Blumen in der Kollektion<br />

„Fiorever“. Der Name setzt sich<br />

zusammen aus „fiore“, italienisch für Blume,<br />

und „ever“ <strong>–</strong> immer. Gekennzeichnet durch<br />

eine römisch inspirierte vierblättrige Blume<br />

in vielen Varianten und mit Diamanten.<br />

Als fast noch ikonischeres Symbol der<br />

ewigen Moderne Roms verkörpert die<br />

„Monete“-Kollektion seit jeher die einzigartige<br />

Verbindung zwischen Vergangenheit und<br />

Gegenwart. „Monete“ wurde in den 1960er-<br />

Jahren aus der Leidenschaft von Nicola Bulgari<br />

<strong>–</strong> Enkel des Firmengründers Sotirio<br />

Bulgari <strong>–</strong> für antike Münzen geboren und<br />

entwickelte sich bald zu einer der beliebtesten<br />

Kollektionen des römischen Schmuckhauses.<br />

Mit dem gleichen Fachwissen und<br />

der gleichen Leidenschaft, die bei der Wahl<br />

der außergewöhnlichsten Edelsteine der<br />

Natur angewendet werden, hat Bulgari damit<br />

begonnen, antike Münzen zu sammeln und<br />

sie in visionäre zeitgenössische Designs zu<br />

integrieren.<br />

j<br />

„B.zero1 Rock“-<br />

Kette aus Roségold<br />

mit Nieten<br />

und Diamant-Pavé<br />

T<br />

„B.zero1 Rock“-<br />

Armreif: Die<br />

Kollektion gehört<br />

inzwischen<br />

zu Bulgaris<br />

Designikonen<br />

h<br />

Ein Ring aus der<br />

„Monete“-Kollektion:<br />

mit Münze,<br />

Diamanten und<br />

Saphiren<br />

j<br />

Making-of der High-<br />

Jewellery-„Monete“-<br />

Kollektion: Das<br />

Collier trug Priyanka<br />

Chopra zur Eröffnung<br />

des Hotels in Rom<br />

O<br />

„Divas’ Dream“-Kette<br />

aus Roségold<br />

mit Perlmutt und<br />

Diamant-Pavé<br />

Die Tradition, Münzen in Schmuckstücke einzuarbeiten, war bereits im<br />

späten Römischen Reich üblich. Doch erst mit Bulgari änderte sich der<br />

„historische“ Zweck dieser traditionellen Praxis und wurde durch unerwartetes<br />

und kühnes ästhetisches Design zu einer Hommage an deren<br />

Ursprung. In der „Monete“-Kollektion findet sich ein endloser Dialog<br />

zwischen der Ewigkeit Roms und der Ewigkeit der Bulgari-Ästhetik.<br />

Die Serie „Mediterranea“ verkörpert Bulgaris anspruchsvollen,<br />

facettenreichen Geist und eine universelle Sprache der Schönheit und<br />

Exzellenz und soll gleichzeitig den unschätzbaren Wert der Kulturen<br />

des Mittelmeers sowie die Großzügigkeit und Gastfreundschaft der<br />

Bevölkerung, die an dessen Küsten lebt, hervorheben. In der „Mediterranean<br />

Sapphire Serpenti“-Halskette befinden sich neun Saphire aus Sri<br />

Lanka mit insgesamt 40,81 Karat, die an Schlangenschuppen erinnern.<br />

Gefasst sind sie in eine präzise und geschwungene Gehäusekonstruktion<br />

aus Platin und Diamantpavés, die in einer dramatischen Hängequaste<br />

mit 80 ovalen Saphirperlen von insgesamt 116 Karat gipfelt.<br />

Diese prächtige Kreation kombiniert die Anziehungskraft der<br />

Schlangensilhouette mit Verweisen auf die einzigartigen Blautöne des<br />

Mittelmeers. Zwei der charakteristischsten Elemente von Bulgari, die<br />

Schlangenform und die Verwendung atemberaubender Smaragde,<br />

treffen in der unglaublichen barocken „Serpenti“-Halskette aufeinander:<br />

Sieben üppige Smaragdtropfen, alle mit unregelmäßigen Formen,<br />

wurden sorgfältig so gesetzt, dass ein harmonisches Gleichgewicht<br />

entsteht und die Transparenz der Edelsteine betont wird. Sie bereichern<br />

auf wunderschöne Weise einen Körper aus Diamanten und<br />

Smaragden, in dem zwei Schlangen zu einer verschmelzen, um Stärke<br />

und Ermächtigung zu feiern <strong>–</strong> Kreativität und handwerkliches Können,<br />

Vergangenheit und Zukunft, Erbe und Innovation.<br />

Inspiriert von der markanten Form der legendären Bulgari-Uhren<br />

ist auch der „Serpenti Viper“-Schmuck. Als Gesicht der „Serpenti<br />

<strong>2023</strong>“-Kampagne von Bulgari wurde Zendaya gewonnen. Mit eleganten<br />

Stücken in neutralen Farben präsentiert die US-amerikanische<br />

Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin eine außergewöhnliche<br />

Auswahl an Halsketten, Ringen, Armbändern und Ohrringen von<br />

Bulgari, die mit unbestreitbarer Anziehungskraft funkeln. Zusätzlich<br />

zu den Fotos fesselt uns Zendaya mit einer kurzen Videowerbung.<br />

Mit fast schlangenförmiger Anmut bewegt sich der Star der beliebten<br />

Serie „Euphoria“ und präsentiert auf diese gekonnte Art den schillernden<br />

Schmuck Bulgaris.<br />

25


SCHMUCKE<br />

ZEITMESSER<br />

Um hier ebenfalls gleich einmal mit „Serpenti“<br />

zu beginnen: Natürlich spielt die Schlange<br />

auch bei den Uhren eine große Rolle. Im<br />

aktuellen Angebot gibt es neue „Serpenti<br />

Misteriosi“-Modelle. Sie verkörpern erneut<br />

Meisterleistungen der Miniaturisierung, die<br />

mit der Schmuck- und Dekorationsqualität<br />

der Maison verbunden sind. Sie greifen das<br />

ikonische Design der 1950er-Jahre wieder auf.<br />

Dazu gib es ein neues mechanisches Piccolissimo-Uhrwerk,<br />

eines der kleinsten der Welt,<br />

das vollständig von Bulgari konzipiert und<br />

hergestellt wurde. Darunter ist die „Serpenti<br />

Misteriosi Pallini Secret Watch“, die sich <strong>–</strong><br />

neben Diamanten bestückt mit Smaragden<br />

und Turmalinen <strong>–</strong> wie ihre Produktkolleginnen<br />

sinnlich um das Handgelenk schlängelt.<br />

Auch die „Serpenti Misteriosi Dragone“-High-<br />

Jewellery-Uhr aus 18 Karat Weißgold<br />

schmiegt sich mit unverwechselbarer Geschmeidigkeit<br />

um das Handgelenk und ist<br />

mit vielgestaltigen Diamanten und Smaragden<br />

verziert, während der majestätische, mit<br />

Edelsteinen besetzte Schlangenkopf die faszinierende<br />

Schönheit der Schlangenikone<br />

von Bulgari hervorhebt. Inspiriert wurde die<br />

„Misteriosi Dragone“ von dem „Serpenti“-<br />

Stück, das die legendäre Schauspielerin Elizabeth<br />

Taylor trug, als sie in dem 1963 mit dem<br />

Oscar ausgezeichneten Filmdrama „Cleopatra“<br />

die Königin Kleopatra verkörperte. Die neue<br />

Version verfügt über ein dreizackiges Weißgoldarmband,<br />

das mit runden Diamanten<br />

und Smaragden verziert ist und dazu einen<br />

unvergleichlichen Tragekomfort bietet. Die<br />

grandiose Uhr ermöglicht es der Trägerin,<br />

O<br />

Spektakuläre<br />

Handwerkskunst,<br />

die messbar ist:<br />

Bulgari stellte<br />

nicht weniger als<br />

acht Uhrengrößen-<br />

Weltrekorde auf<br />

U<br />

„Serpenti<br />

Misteriosi“-<br />

High-Jewellery:<br />

Im Schlangenkopf<br />

verbirgt sich die<br />

Uhr<br />

den Schlangenkopf zu öffnen. Man braucht nur auf die winzige Zunge<br />

zu drücken, um das Zifferblatt freizulegen. Das kann dann auch noch<br />

leicht gedreht werden, sodass man die Uhr entweder am linken oder<br />

rechten Handgelenk tragen kann. Angetrieben wird das tickende<br />

Kunstwerk ebenfalls vom Piccolissimo-Uhrwerk.<br />

Abgesehen von den bereits legendären „Serpenti“-Modellen blickt<br />

Bulgari auf eine unglaubliche Uhrenvergangenheit zurück. Da gab<br />

und gibt es immer wieder tolle Rekorde, Auszeichnungen, Innovationen<br />

und damit natürlich schon wieder jede Menge Gründe zum<br />

Feiern. Zum Beispiel bald das 50-Jahr-Jubiläum der bahnbrechenden<br />

„BULGARI BULGARI“-Linie, die 1975 ins Leben gerufen und sofort<br />

zum Klassiker wurde. Neben der runden „Lucea“ wurden auch die<br />

Juwelenuhren „Divas’ Dream“ und „Allegra“ immer bekannter und<br />

beliebter. Bereits 1994 präsentierte das Haus eine Linie von Sportund<br />

Taucheruhren mit Automatikwerk sowie seine ersten Uhren mit<br />

großer Komplikation: Minutenrepetition und Tourbillon. Eine ebenfalls<br />

unglaublich innovative Uhr aus Aluminium und Kautschuk kam<br />

1998 auf den Markt. Die eleganten, raffinierten und sportlichen<br />

neuen „Bulgari Aluminium“-Uhren hoben sich nicht nur mehr denn<br />

je von den Codes der Uhrmacherkunst ab, man feierte zudem bereits<br />

das 25-Jahr-Jubiläum. Mit der „Octo Finissimo“ bietet Bulgari extrem<br />

flache Herrenuhren an, die gleich mehrere Weltrekorde brachen, von<br />

denen gleich die Rede sein wird.<br />

Denn mit dem „Octo Finissimo Tourbillon Manual“ in Platin, das<br />

mit dem flachsten fliegenden Tourbillonwerk mit einer Höhe von nur<br />

1,95 Millimetern ausgestattet ist, stellte Bulgari seinen ersten Flachheitsrekord<br />

auf. Die „Octo Finissimo“-Minutenrepetition im Titangehäuse<br />

stellte dazu einen neuen Weltrekord als flachste Uhr ihrer<br />

Art auf. Bald darauf wurde auf der wichtigsten Uhrenmesse der Welt<br />

O<br />

Wasserdicht bis 30 Meter:<br />

„Divas’ Dream Diamonds & Ruby“-<br />

Damenuhr, lanciert 2022<br />

U<br />

Aus Gelbgold und Edelstahl:<br />

„Serpenti Tubogas“-Uhr mit<br />

einfach geschwungenem<br />

Armband<br />

Fotos: Bulgari (7)<br />

26


PORTRAIT<br />

R<br />

Eleganter geht’s gar nicht:<br />

„Bulgari Octo Roma“ aus<br />

der aktuellen Kollektion<br />

T<br />

„Octo Roma Tourbillon<br />

Lumière“-Uhr: aus<br />

Roségold mit Diamanten<br />

und Rubinen und mit<br />

einem transparenten<br />

Gehäuseboden<br />

O<br />

„Octo Finissimo<br />

Tourbillon Chronograph“:<br />

mit extraflachem<br />

mechanischem<br />

Manufakturwerk<br />

in Basel mit der „Octo Finissimo Automatic“,<br />

einer ultraflachen Automatikuhr mit einer<br />

Gesamthöhe von nur 5,15 Millimetern und<br />

dem Automatikkaliber BVL 138 mit einer<br />

Höhe von nur 2,23 Millimetern bei einem<br />

Durchmesser von 40 Millimetern, der dritte<br />

Weltrekord erreicht. Wenig später gewann<br />

der Zeitmesser den „Men’s Watch Prize“<br />

beim Grand Prix d’Horlogerie de Genève,<br />

den sogenannten Oscars der Uhrenindustrie.<br />

Ebenfalls auf der Baselworld präsentierte<br />

Bulgari 2018 einen weiteren Durchbruch auf<br />

dem Gebiet der extremen Schlankheit: die<br />

„Octo Finissimo Tourbillon Automatic“, die<br />

nur 3,95 Millimeter hoch ist und den vierten<br />

Rekord der „Finissimo“-Saga aufstellte. Eine<br />

Automatikversion des Tourbillonkalibers,<br />

BVL 288, führte einen kühnen neuen peripheren<br />

Aufzugsrotor ein, der es ermöglicht,<br />

das Uhrwerk in seiner Gesamtheit zu betrachten.<br />

Auf der weiblichen Seite stellte<br />

Bulgari die „Lucea Tubogas“ vor, ein Stück,<br />

das Schmuck und uhrmacherisches Knowhow<br />

vereint, sowie die „Lucea Skeleton“, die<br />

einzige skelettierte Uhr auf dem Markt<br />

speziell für Frauen. Zur Feier des 100-Jahr-<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

27


PORTRAIT<br />

Im Mai stellte Bulgari<br />

seinen aktuellen<br />

Schmuck auf einer<br />

Modeschau in Venedig<br />

vor: Im Mittelpunkt<br />

standen die High-<br />

Jewellery-Kollektion<br />

„Mediterranea“, aber<br />

auch Modelle aus der<br />

„Monete“- und der<br />

„Serpenti“-Kollektion<br />

Fotos: Bulgari (5)<br />

28


R<br />

Eine faszinierende High-<br />

Jewellery-Uhr aus der<br />

„Mediterranea“-Kollektion:<br />

„Divas’ Dream<br />

Acquarium“<br />

U<br />

Bei der Herstellung von<br />

High Jewellery: einer<br />

der geduldigen und präzisen<br />

Bulgari-Mitarbeiter<br />

Jubiläums des Savoir-faire von Schmuckuhren präsentierte<br />

man die „Diva Finissima“ : eine raffinierte Minutenrepetition,<br />

die in einem kunstvoll gefertigten Schmuckstück<br />

untergebracht ist. Das kleinste Damen-Tourbillon stellte<br />

der „Juwelier der Zeit“ auf der LVMH Watch Week Dubai<br />

2020 vor: die neue „Serpenti Seduttori Tourbillon“.<br />

Bereits 2019 stellte Bulgari auf der Baselworld nicht<br />

nur die neuen „Serpenti Seduttori“-Uhren vor, sondern<br />

verkündete auch seinen fünften Weltrekord mit der bahnbrechenden<br />

„Octo Finissimo Chronograph GMT Automatic“, dem<br />

flachsten mechanischen Chronographen in der Geschichte der Uhrmacherei.<br />

Sie gewann ebenfalls den „Chronograph Watch Prize“. Doch<br />

damit nicht genug, erzielte Bulgari bald zwei weitere Weltrekorde. Die<br />

im März 2022 vorgestellte, nur 1,80 Millimeter hohe „Octo Finissimo<br />

Ultra“ war die flachste mechanische Uhr der Welt. Sie übernahm den<br />

Weltrekord von Piagets „Altiplano Ultimate Concept“, die mit einer<br />

Gehäusehöhe von zwei Millimetern mehrere Jahre die dünnste Uhr<br />

der Welt war. Das war der bereits achte Weltrekord Bulgaris.<br />

Und mit den allerneuesten Modellen, der „Octo Finissimo Carbon-<br />

Gold Automatic“ und der „Octo Finissimo CarbonGold Perpetual<br />

Calendar“, revolutioniert Bulgari erneut die Uhrenbranche. Das<br />

Gehäuse, das Armband und das Zifferblatt bestehen aus leichtem,<br />

mattiertem anthrazitfarbenem Karbon, während die vergoldeten Elemente<br />

und die goldene Krone einen luxuriösen Kontrast bilden.<br />

Diese einzigartige Materialkombination geht auf die Wurzeln der<br />

U<br />

Weitere Kunstwerke<br />

aus der „Divas’<br />

Dream“-Kollektion:<br />

Die „Mosaica<br />

Pink Sapphire“-Uhr<br />

mit mechanischem<br />

Uhrwerk ist<br />

ebenfalls wasserdicht<br />

bis 30 Meter<br />

Marke im Jahr 1993 zurück und soll dazu einladen,<br />

das Potenzial neuer Legierungen zu<br />

erkunden. Dazu ermöglicht der transparente<br />

Saphirboden der „Octo Finissimo Carbon-<br />

Gold“ einen Einblick in die faszinierenden<br />

Details des mechanischen Uhrwerks.<br />

Fast 4.000 Stunden benötigt man zur<br />

Fertigstellung der „Giardino Marino Grande<br />

Secret Watch“ aus der Serie „Mediterranea“.<br />

Sie zieht mit der außergewöhnlichen Kombination<br />

von Fischen, Muscheln, Anemonen,<br />

Korallen und Perlen, die alle aus über<br />

4.800 farbenfrohen Edelsteinen gefertigt<br />

wurden, alle Blicke auf sich. Sowohl der Seestern<br />

mit einem zentralen Smaragd im<br />

Cabochonschliff mit 3,96 Karat als auch die<br />

mit Diamanten und Paraiba-Turmalinen<br />

gepflasterte Muschel sind abnehmbar und<br />

können auch als Ohrringe getragen werden.<br />

Abgesehen von den unglaublichen Weltrekorden<br />

ist man auch bei den Anfertigungszeiten<br />

meisterlich unterwegs. In Vorbereitung<br />

auf das Jubiläumsjahr gab es <strong>2023</strong> <strong>–</strong> wie bei<br />

den Taschen <strong>–</strong> eine Neulancierung zu Ehren<br />

Italiens: die funktionale und alltagsoptimierte<br />

„Octo Roma“, die wohl am stringentesten die<br />

„Octo“-Philosophie repräsentiert. Ihr spezielles<br />

Gehäuse versteht sich als<br />

Anspielung auf das architektonische<br />

Erbe der Ewigen Stadt.<br />

Ob Automatic oder Chronograph<br />

<strong>–</strong> die Optik der Uhr wird<br />

durch die kunstvolle Kombination<br />

eines runden Elements<br />

mit einem achteckigen<br />

Rahmen erzielt. Die vielseitige,<br />

unverwechselbare Uhr sticht<br />

mit ihrer eben nicht ganz klassischen<br />

Ästhetik ins Auge. Sie<br />

vereint Form, Funktion und<br />

Design in einer harmonischen<br />

Kreation.<br />

U<br />

„Oriental Buds Secret Watch“:<br />

High-Jewellery-Uhr aus der<br />

Kollektion „Mediterranea“,<br />

geschmückt mit zahlreichen<br />

funkelnden Edelsteinen<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

29


DIAMONDS ARE<br />

A GIRL’S<br />

BEST FRIEND<br />

Wenn zuletzt beim Schmuck von einem Star die Rede war, dann<br />

dürfen einige der unzähligen weiteren, deren Namen mit Bulgari<br />

verquickt sind, nicht unerwähnt bleiben. Beginnen wir mit einem<br />

Superstar der Kunstszene, mit Andy Warhol. Der Künstler trug gerne<br />

die „Serpenti Tubogas“ und sagte einst über die Schmuckkünstler:<br />

„Wenn ich in Rom bin, gehe ich immer in den Bulgari-Laden, weil er<br />

das wichtigste Museum für zeitgenössische Kunst ist.“<br />

Oder <strong>–</strong> wie schon erwähnt <strong>–</strong> Schauspiellegende Elizabeth Taylor. Sie<br />

trug privat gerne Schmuck und Uhren mit Schlangendetails. Zum Teil<br />

hatte sie ihre „Serpenti“-Sammlung von Ehemann Richard Burton<br />

bekommen. Ihre Liebe zum Schmuck ist ja eigentlich kein Wunder.<br />

Sind doch der Meinung ihrer nicht minder berühmten Kollegin<br />

Marilyn Monroe nach Diamanten „a Girl’s Best Friend“.<br />

2013 lancierte Bulgari die „Divas’ Dream“-Schmuckkollektion mit<br />

einer Kampagne, die die einstige First Lady Frankreichs, die Schauspielerin,<br />

Sängerin und Songwriterin Carla Bruni Sarkozy, als neues<br />

Gesicht der römischen Maison zeigte. Das italienisch-französische<br />

Model blieb bis Ende 2016 Markenbotschafterin von Bulgari. „Divas’<br />

Dream“, ein Synonym für Weiblichkeit, wurde auch dadurch bald zu<br />

einem neuen ikonischen Design unter den Bulgari-Kreationen. Es<br />

R<br />

Beim Bulgari-Event in Venedig:<br />

Creative Director Lucia<br />

Silvestri mit der<br />

Schauspielerin Hikari Mori<br />

h<br />

Priyanka Chopra ist<br />

Markenbotschafterin von Bulgari:<br />

Bei der Met Gala trug sie den<br />

„Laguna Blu“-Diamanten<br />

I<br />

Einst war Carla Bruni Sarkozy das<br />

Gesicht der Bulgari „Divas’ Dream“-<br />

Kollektion: Ohrringe aus 18 Karat<br />

Roségold mit Diamant-Pavé<br />

h<br />

Markenbotschafterin<br />

Anne Hathaway bei<br />

der Met Gala in einer<br />

Versace-Robe und mit<br />

Schmuck von Bulgari<br />

R<br />

Am Filmset von<br />

„Cleopatra“: Elizabeth<br />

Taylor liebte Uhren und<br />

Schmuck von Bulgari <strong>–</strong><br />

und besaß jede Menge<br />

davon<br />

folgten Lily Aldridge und Anne Hathaway<br />

als Botschafterinnen für die Kollektionen<br />

„Serpenti“ und „Divas’ Dream“, Bella Hadid<br />

wurde das neue Gesicht von „B.zero1“ .<br />

Im März <strong>2023</strong> kamen unter anderem Cara<br />

Delevingne und Angela Bassett geschmückt<br />

mit Bulgari-Schmuck zu den Oscars. Im Mai<br />

war das Haus bei der prestigeträchtigen Met<br />

Gala in New York sehr prominent vertreten:<br />

Rihanna hatte sich für eine Bulgari-High-<br />

Jewellery-Halskette aus Platin, komplett mit<br />

fünf Tropfendiamanten, 118 Akoya-Zuchtperlen,<br />

109 runden Diamanten, 561 Diamanten<br />

in Fancy-Form und Diamanten in Pavé-<br />

Fassung entschieden. Auch Priyanka Chopra<br />

trug eine Halskette von Bulgari-High-Jewellery.<br />

Nicht zu übersehen der „Laguna Blu“-<br />

Diamant mit 11,16 Karat. (Als er bald danach<br />

bei Sotheby’s versteigert wurde, brachte er<br />

über 25 Millionen US-Dollar ein.) Fast bescheiden<br />

im Vergleich dazu Anne Hathaway,<br />

die eine Halskette und ein Armband aus der<br />

Bulgari-High-Jewellery-„Monete“-Kollektion<br />

aus Gelbgold, besetzt mit einer der legendären<br />

Silbermünzen, trug.<br />

Fotos: Bulgari (9)<br />

30 WINTER <strong>2023</strong>


PORTRAIT<br />

Aus floralen und<br />

holzigen Noten: Für das<br />

aktuelle „Omnia<br />

Crystalline“-Parfum<br />

macht Cailee Spaeny<br />

Werbung<br />

UR<br />

OLFAKTORISCHE<br />

JUWELEN<br />

Wer will, kann seit 1993 auch nach Bulgari<br />

duften. Damals wurden „Eau Parfumée“<br />

und „Cologne au Thé Vert“ auf den Markt<br />

gebracht. Nur ein Jahr später folgte „Bulgari<br />

pour Femme“, der neue Damenduft, dessen<br />

Erbe 2017 die „Splendida“-Kollektion antrat.<br />

1995 folgte mit „Bulgari pour Homme“ der<br />

erste Herrenduft. 2003 stieg Bulgari in die<br />

Welt der orientalischen Düfte ein und lanciert<br />

„Omnia“, eine Kollektion von Parfums, die in<br />

den kommenden Jahren um „Omnia Améthyste“,<br />

„Omnia Coral“, „Omnia Crystalline“,<br />

„Omnia Indian Garnet“ und „Omnia Paraiba“<br />

ergänzt wurden. 2018 bereicherte der neue<br />

Duft „Omnia Pink Sapphire“ die „Omnia“-<br />

Kollektion. Auch dieser sprudelnde, exotische<br />

und blumige Duft wurde von Meisterparfümeur<br />

Alberto Morillas kreiert und ist von der<br />

Sinnlichkeit des rosa Saphirs inspiriert. Aber<br />

auch „Jasmin Noir“ hatte sofort seine Fans.<br />

Bald gab es auch für die Männer wieder<br />

etwas Neues, 2005 kam „Aqua pour Homme“,<br />

ein frischer Cocktail aus Noten aus dem Meer,<br />

aus Orangenhainen und der Mineralwelt,<br />

auf den Markt. „Bvlgari Man in Black“ steht<br />

für eine noch nie dagewesene Stärke, für<br />

Reichtum und einen durchsetzungsfähigen<br />

Charakter. Angereichert mit gewagten Rohstoffen<br />

und geprägt durch eine warme, orientalische<br />

Note, die eine sinnliche Berührung<br />

männlicher Haut in Erinnerung rufen soll.<br />

„Bvlgari Man in Black“ ist für den modernen<br />

Mann kreiert. Zusammen mit „Bulgari Man“<br />

und „Bulgari Man Extreme“ vervollständigt<br />

er die Trilogie der klassischen Herrendüfte.<br />

Dem aber noch nicht genug: Bald stellte die<br />

Maison „Bulgari Man Wood Essence“ vor <strong>–</strong><br />

eine intensive, holzige Signatur mit zitrusartigen<br />

Akzenten, die den urbanen Mann<br />

mit der Energie der Natur verbindet. Als<br />

„Man Rain Essence“:<br />

Der neue Männerduft<br />

<strong>–</strong> frisch,<br />

blumig, holzig <strong>–</strong> soll<br />

die belebende Kraft<br />

des Regens erlebbar<br />

machen<br />

T<br />

Botschafter des Dufts wurde Nick Bateman<br />

präsentiert. Der nächste Duft, „Bulgari Man<br />

Glacial Essence“, ergänzt die monumentale<br />

„Bulgari Man“-Kollektion, die von der Kraft<br />

der Elemente inspiriert wurde, und fängt<br />

mit seiner funkelnden und eisigen Signatur<br />

die Frische der Luft ein. Ganz neu ist „Man<br />

Rain Essence“, für den ein musikalisches Testimonial<br />

gewonnen werden konnte: Lorenzo<br />

Viotti, der Chefdirigent des Niederländischen<br />

Philharmonischen Orchesters und der Nationaloper<br />

in Amsterdam. Er tritt zum Beispiel<br />

auch in Wien an der Staatsoper immer wieder<br />

auf und gewann 2019 den Österreichischen<br />

Musiktheaterpreis.<br />

2014 debütierte Bulgari mit der „Le<br />

Gemme Fragrance Collection“ im exklusiven<br />

Sortiment der Haute Parfumerie. Mit<br />

ihren sechs Düften ist diese Kollektion den<br />

Frauen gewidmet und der höchste Ausdruck<br />

der „Essenz des Juweliers“. Im selben Jahr<br />

führte Bulgari zwei neue Düfte der „Eau<br />

Parfumée“-Kollektion auf dem Markt ein, „Eau Parfumée au Thé<br />

Bleu“ und „Eau Parfumée au Thé Noir“, die zu „Eau Parfumée au Thé<br />

Vert“, „Eau Parfumée au Thé Blanc“ und „Eau Parfumée au Thé Rouge“<br />

hinzugefügt wurden.<br />

Ganz aktuell durchläuft die charakteristische „Omnia“-Duftkollektion<br />

eine wagemutige Entwicklung. „Crystalline“, „Améthyste“<br />

und „Coral“ <strong>–</strong> auch in neuen Flakons <strong>–</strong> werden durch die „Reveal Your<br />

Light“-Kampagne in völlig neuem Licht präsentiert und laden dazu ein,<br />

diese unvergleichbaren Düfte neu zu entdecken. Um den neuen Duft<br />

zu verkörpern, wurde die Schauspielerin Cailee Spaeny ausgewählt. Als<br />

Hauptdarstellerin in Sofia Coppolas Film „Priscilla“ über Elvis Presleys<br />

Frau und als aufstrebender Star hat die 24-Jährige Hollywoods Aufmerksamkeit<br />

erregt und repräsentiert mit mühelos authentischem<br />

Glanz die Quintessenz der neuen „Omnia“-Kollektion. Das neue<br />

Flakon-Design huldigt dazu der ikonischen Form von „Omnia“. Zwei<br />

ineinanderfließende, abnehmbare Ringe enthüllen den Duftzerstäuber<br />

und symbolisieren die Weiterentwicklung der Kollektion. Die miteinander<br />

verwobenen Kreise repräsentieren das Unendlichkeitssymbol<br />

und stehen für die aufblitzenden Lichttropfen. Der elegante, roségoldfarbene<br />

Rahmen auf dem Verschluss erinnert an Bulgaris Juwelenerbe<br />

und verleiht der Kollektion eine zusätzliche Dimension.<br />

h Bei der „Man Rain Essence“-Präsentation: Bulgaris Meisterparfümeur Alberto Morillas,<br />

Markenbotschafter Lorenzo Viotti, Parfums Director Amandine Pallez und Parfum Managing<br />

Director Jonathan Brinbaum (v.l.n.r.)<br />

31


TASCHEN-KUNST<br />

Als Bulgari daranging, Lederwaren zu erzeugen und anzubieten,<br />

wollte man auch dabei nicht auf andere Unternehmen<br />

angewiesen sein. Allein schon, um sich hinsichtlich<br />

der Qualität hundertprozentig sicher zu sein. Also erwarb<br />

Bulgari 2005 das italienische Unternehmen Pacini, das<br />

sich auf die Herstellung von Handtaschen aus edlem Leder<br />

und maßgefertigten Materialien spezialisiert hatte, um die<br />

Produktion von feinen Lederaccessoires auszubauen. 2011<br />

brachte man die erste „Serpenti“-Tasche auf den Markt, die<br />

bald zu einer der Glamour-Ikonen von Bulgari wurde.<br />

Die Lederwaren- und Accessoires-Kollektion Herbst/<br />

<strong>Winter</strong> <strong>2023</strong> ist eine kühne Mischung aus ikonischen<br />

Designs, lebendigen Nuancen und stimmungsvollen<br />

Details. Die Kollektion trägt den Namen „Kaleidoscopia“,<br />

um Erinnerungen an das bezaubernde Spiel der Reflexionen<br />

hervorzurufen, die durch das Aufeinandertreffen<br />

von Farbe und Licht entstehen. Die „Serpenti Forever<br />

Crystal Dust“-Wildledertasche ist ein Meisterwerk der<br />

Handwerkskunst und erstrahlt im kostbaren Glanz einer<br />

Kristallkaskade. Die in zwei Größen erhältliche Tasche vermittelt<br />

durch eine atemberaubende Verarbeitung die verführerische<br />

Ausstrahlung der kostbaren Edelsteine von Bulgari. Für das kleinere<br />

Modell werden fast 11.000 Kristalle in verschiedenen Größen in<br />

16 Stunden Arbeit auf schwarzem Wildleder sowie auf goldfarbenem<br />

Dégradé-Wildleder zusammengesetzt; sie imitieren den satten Glanz<br />

eines mit Diamanten besetzten Juwels. Um einen goldenen Glanz<br />

zu verleihen, wurde mit dem sogenannten Diamond-Cut-Effekt der<br />

Schlangenkopfverschluss überarbeitet, der aus einer körnigen Metallstruktur<br />

besteht, die wie ein schneebedeckter Pavé schimmert.<br />

Bulgari wagt sich ständig an neue Behandlungen und Veredelungen.<br />

Um die Anziehungskraft seiner beliebtesten Ikonen aufzufrischen,<br />

stellte man glänzend gebürstetes Kalbsleder vor. Das<br />

glänzende Material verleiht den vielseitigen „Serpenti“-Taschen ein<br />

neues Gesicht. Das Leder wird zunächst mit speziellen Fettungsmitteln<br />

behandelt und anschließend von Hand gebürstet <strong>–</strong> ein Prozess,<br />

der der Tasche den besonderen Glanz verleiht.<br />

2019 enthüllte Bulgari „Serpenti Through the Eyes of Alexander<br />

Wang“: eine Handtaschen-Capsule-Kollektion, die in Zusammenarbeit<br />

mit dem bekannten Modedesigner entstand. Ein Jahr später<br />

j<br />

„Serpenti East-West Maxi Chain“-<br />

Schultertasche: Der Schlangenkopf<br />

ist ein Magnetverschluss<br />

h<br />

Nietenverziert:<br />

kleine „Serpenti<br />

Forever“-Henkeltasche<br />

aus<br />

glänzendem<br />

Cabochon-<br />

Karungleder<br />

j<br />

Perfekt für den<br />

Abend: „Serpentine<br />

Pouch“ aus<br />

silberfarbenem,<br />

glänzendem<br />

Mirror-Kalbsleder<br />

schrieb die Maison ein neues Kapitel in der<br />

Serie „Serpenti Through the Eyes of“ und<br />

enthüllte die „Ambush x Bulgari“-Capsule-<br />

Collection, eine beispiellose Interpretation<br />

der ikonischen „Serpenti Forever“-Tasche<br />

und -Accessoires von der talentierten koreanisch-amerikanischen<br />

Designerin Yoon Ahn.<br />

Und wieder ein Jahr später gestaltete die<br />

bekannte britisch-griechische Designerin<br />

Mary Katrantzou eine Taschen- und Textilkollektion.<br />

Die edle Capsule-Collection wurde<br />

mit einer speziellen Kampagne mit Model<br />

und Philanthropin Natalia Vodianova in der<br />

Hauptrolle lanciert. Im Zuge dieser Partnerschaft<br />

erfand Mary Katrantzou das „Bulgari<br />

Omnia“-Universum neu und arbeitete mit<br />

dem Meisterparfümeur Alberto Morillas an<br />

der Kreation des neuen Dufts „Bulgari Omnia“<br />

von Mary Katrantzou.<br />

Die „Serpenti Forever“-Tasche aus Gold<br />

Molten Python ist eine fesselnde Mischung<br />

aus kühnem Chic und ultimativem Glanz<br />

und verfügt über einen sehr modernen Look.<br />

Dieser entsteht durch den verführerischen<br />

Metalleffekt, der durch das Aufbringen<br />

einer Goldfolie von Hand erzielt wird. Die<br />

tiefe Verbindung zwischen der mythischen<br />

Schlange und der Welt der Kunst geht bald<br />

in der Zusammenarbeit mit drei zeitgenössischen<br />

Künstlern aus Südkorea, China und<br />

Europa, Sunwoo Kim, Zhou Li und Sophie<br />

Kitching, weiter. „Serpenti in Art“ ist eine<br />

Kapselkollektion mit sechs Handtaschen. Das<br />

mit jeder Tasche verbundene NFT (Non-Fungible<br />

Token) wurde mit der gleichen Liebe<br />

zum Detail und dem gleichen Savoir-faire<br />

wie die Lederwaren von Bulgari gefertigt und<br />

steigert das kreative Potenzial von „Serpenti“<br />

noch weiter, indem es mithilfe von Hochtechnologie<br />

die verschiedenen von den Künstlern<br />

entwickelten Themen erforscht. Die sechs<br />

dreidimensionalen Videos <strong>–</strong> eines für jedes<br />

Modell <strong>–</strong> bieten jedem Besitzer exklusiven<br />

Fotos: Bulgari (4)<br />

32


PORTRAIT<br />

Das chinesische<br />

Supermodel Liu Wen ist<br />

der Star der aktuellen<br />

Bulgari-Herbst/<strong>Winter</strong>-<br />

Accessoires-Kampagne:<br />

hier zu sehen mit der<br />

neuen „Serpentine“-<br />

Tragetasche aus<br />

Kalbsleder<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

33


h<br />

Die neue ikonische „Bulgari Roma“-<br />

Tasche: schlichte Eleganz mit<br />

unverkennbaren Details<br />

O<br />

Eine Prinzessin als Model für Bulgari:<br />

Olympia-Maria von Griechenland<br />

und Dänemark mit der „Roma“-Tasche<br />

symbolträchtige Element, gekennzeichnet<br />

durch die Gravur des Bulgari-Schriftzugs in<br />

römischen Großbuchstaben, stellt die ikonische<br />

Signatur der Tasche dar und schließt<br />

sich harmonisch mit dem abgerundeten<br />

oberen Griff zu einem vollständigen Kreis.<br />

Erhältlich ist das neue ikonische Modell<br />

in einer atemberaubenden Palette von Farbvarianten,<br />

die an die Farbe von Edelsteinen<br />

erinnern, darunter Smaragdgrün, Turmalin,<br />

Safran-Bernstein, Opal, Elfenbein-Opal, Silber<br />

und Schwarz. Dazu zeichnet sich die<br />

„Bulgari Roma“ durch bemerkenswerte Vielseitigkeit<br />

aus. Je nach Vorliebe kann sie auf<br />

verschiedene Arten getragen werden: dank<br />

des abnehmbaren und verstellbaren Lederriemens<br />

sowohl als kurze Crossbody-Tasche als<br />

auch als lange Schultertasche <strong>–</strong> ganz gleich,<br />

ob am Arm oder in der Hand.<br />

Zugang zu einem digitalen Universum, das<br />

seiner eigenen Handtasche gewidmet ist,<br />

und begleiten ihn auf einer nahtlosen Reise<br />

von der Materialität zur Immaterialität. Die<br />

exklusiven Kreationen für Kunstliebhaber<br />

und „Serpenti“-Enthusiasten wurden bei<br />

Bulgaris „Serpenti in Art“-Event anlässlich<br />

der Pariser Haute Couture vorgestellt. Und<br />

da es sich um eine Kollektion handelt, die<br />

zur Feier des 75-Jahr-Jubiläums der Ikone ins<br />

Leben gerufen wurde, ist jede Tasche in einer<br />

limitierten Serie von 75 Stück erhältlich.<br />

Gerade stellte das Haus eine neue Handtaschenikone<br />

vor: die neue „Bulgari Roma“-<br />

Handbag. Sie ist eine perfekte Kombination<br />

aus Funktionalität, schlichter Eleganz und<br />

unverkennbaren Details <strong>–</strong> ein vielseitiges,<br />

leicht kombinierbares Modell, prädestiniert,<br />

eine neue Daywear-Ikone der Maison zu<br />

werden. Die Form des Henkels spielt mit<br />

einer besonderen Verschmelzung eines<br />

geräumigen Körpers mit den geschwungenen<br />

Linien der metallischen Verzierung. Dieses<br />

h<br />

„Serpenti Through the Eyes<br />

of“: hier durch die Augen<br />

der jungen Modeschöpferin<br />

Mary Katrantzou aus<br />

Griechenland<br />

O<br />

Die Taschen- und Textil-<br />

Capsule-Kollektion<br />

von Katrantzou wird<br />

nur in wenigen Stücken<br />

hergestellt<br />

Fotos: Bulgari (9)<br />

34 WINTER <strong>2023</strong>


PORTRAIT<br />

DEKORATIVE<br />

KREATIONEN<br />

Neben Schmuck, Uhren und Parfums gibt<br />

es unter dem Namen Bulgari wie gesagt<br />

seit den 1990er-Jahren auch Seidenschals,<br />

Krawatten, Handtaschen, Lederaccessoires,<br />

Brillen, Schreibgeräte und Home-Design<br />

(Tischdekorationen und Geschirr).<br />

Die Textilkollektion ist ein lebendiger<br />

und zeitgemäßer Ausdruck von Bulgaris<br />

Savoir-faire als Meister der Haute Jewellery<br />

und vereint ikonisches Design mit<br />

erhabener Handwerkskunst. Die wie „kleine<br />

Juwelen“ gefertigten Seidenkreationen der<br />

Maison bestechen durch Edelsteinfarben,<br />

moderne Ästhetik und handwerkliche Meisterschaft.<br />

Als besondere Hommage an eine<br />

der legendärsten Ikonen von Bulgari feiert<br />

eine exklusive Auswahl an Tüchern und<br />

Schals das 75-Jahr-Jubiläum von „Serpenti“<br />

mit einer in engagierter Kreativität erarbeiteten<br />

Verflechtung verschiedener stilisierter<br />

Schlangen. Das Motiv „Roman Wonders“<br />

belebt sowohl verspielte Shelleys als auch<br />

Ton-in-Ton-Seidenschals und lädt dazu ein,<br />

alle Wunder zu entdecken, die rund um die<br />

Ewige Stadt verstreut sind. Schließlich geht<br />

Sotirios Reise <strong>–</strong> das in der letzten Saison eingeführte<br />

kreative Thema <strong>–</strong> zu neuen Zielen<br />

weiter, während das symbolträchtige Bulgari-<br />

Logo in der „Lettere Maxi Metal“-Stola noch<br />

einmal mit frischem Flair überarbeitet wird.<br />

Die aktuelle Eyewear-Kollektion<br />

verbindet die ästhetischen Codes<br />

des Schmucks mit zeitgenössischen<br />

Designs und stellt neue Stile der<br />

repräsentativsten Linien der Maison<br />

wie „Serpenti“, „B.zero1“, „Bulgari<br />

Bulgari“ und „Bulgari Aluminium“<br />

vor. Die Brillenkreationen sind eine<br />

Mischung aus glamourösen Formen<br />

und ikonischen Details, tiefem Erbe<br />

und zukunftsorientiertem Geist und<br />

verkörpern perfekt die vielseitige<br />

Identität von Bulgari. Die neue „Serpenti<br />

Viper“-Sonnenbrille zum Beispiel<br />

übersetzt die geschwungenen<br />

Linien und kostbaren Schuppen der<br />

Bulgari-Schlange in einen magnetischen<br />

Stil. Der essenzielle eckige<br />

Rahmen wird mit dem charakteristischen<br />

Motiv der Kollektion auf den<br />

Bügeln kombiniert, wodurch zwei<br />

verschiedene Interpretationen entstehen:<br />

eine aus rosévergoldetem<br />

Metall, eine andere, die mit dem Kontrast zwischen einem schwarz<br />

lackierten Rahmen und von Schmuck inspirierten rosévergoldeten<br />

Bügeln spielt. Abgerundet wird das Sortiment durch Brillen im minimalistischen<br />

Schmetterlingsstil.<br />

Bei „Serpenti Vipermesh“ wird der hypnotische Charme der<br />

legendären Schlange von Bulgari durch einen verführerischen Cat-<br />

Eye-Rahmen eingefangen. In den neuen Versionen umrahmt das<br />

symbolträchtige metallische Mikroskalenmuster auf den Bügeln das<br />

Bulgari-Logo, während eine Beschichtung aus transparentem Acetat<br />

für einen interessanten Kristalleffekt sorgt. „B.zero1 Downtown“ zeigt<br />

W<br />

Zum Schmuck gibt es auch<br />

passende Sonnenbrillen:<br />

„B.zero1“ in Cat-Eye-Form<br />

W<br />

Für Männer gedacht: „Bulgari<br />

Bulgari“-Man-Alu miniumbrille<br />

in Pilotenbrillenform<br />

W<br />

Vom Schmuck inspirierte Details:<br />

Die Sonnenbrille „Opal Amethyst“<br />

erinnert an den lila Stein<br />

seine glamouröseste Attitüde mit zwei neuen<br />

Modellen, die kühne Volumen durch einen<br />

klobigen Acetatrahmen zelebrieren, eines mit<br />

einer eher rechteckigen Kontur, das andere in<br />

einer übergroßen Cat-Eye-Form. Das metallische,<br />

durchsichtige Logo auf den Bügeln<br />

wird als echtes Designelement behandelt<br />

und verweist auf eine der unverkennbaren<br />

ästhetischen Signaturen der berühmtesten<br />

Ringe von Bulgari.<br />

Eine zeitgemäße Neuinterpretation der<br />

beliebten Modelle der Kollektion aus den<br />

1990er-Jahren bieten die „Bulgari Bulgari“-<br />

Sonnenbrillen. Mit ihnen kehren die auffälligen<br />

quadratischen Acetatrahmen zurück.<br />

Bei der neuen „Bulgari Aluminium“-Sonnenbrille<br />

für Männer garantiert die zeitlose<br />

Pilotenbrillenform für eine unvergängliche<br />

Anziehungskraft durch die auffällige Kombination<br />

des schwarzen Acetatrahmens mit<br />

Aluminiumbügeln. Das gleiche Modell gibt es<br />

auch in klassisch rechteckiger Form, die ebenfalls<br />

durch ikonische Details wie die symbolträchtige<br />

Schraube und das Bulgari-Logo auf<br />

den Bügeln bereichert wird. Die ästhetischen<br />

Codes der Maison spiegeln sich auch in jedem<br />

Detail der „Bulgari Aluminium“-Pilotensonnenbrille<br />

mit Metallrahmen wider. Abgerundet<br />

durch einen schwarzen Ledereinsatz<br />

am Steg vereinen die Brillen auf einzigartige<br />

Weise zeitlosen Stil mit Komfort.<br />

Wer die Details über das im Jahr 2024<br />

bevorstehende 140-Jahr-Jubiläum wissen und<br />

sich laufend über neue Angebote informieren<br />

will, kann dies einfach auf bulgari.com. p<br />

O<br />

Bulgaris Textilien<br />

ähneln dem<br />

Schmuck des<br />

Hauses: Tücher<br />

aus Seide,<br />

Kaschmir und Wolle<br />

U<br />

Mini-Shelley:<br />

um den Hals,<br />

das Handgelenk,<br />

im Haar oder als<br />

Accessoire an einer<br />

Tasche oder am Hut<br />

zu tragen<br />

35


Fuchsschal mit abnehmbaren Nerzfransen von<br />

Saga Furs (links). Loro-Piana-Kaschmir-<br />

Bomberjacke mit bedrucktem, abnehmbarem<br />

Nerzkragen, gefertigt in Italien von Fabio Gavazzi<br />

(rechts).<br />

GENERATIONSÜBERGREIFENDES<br />

UPCYCLING<br />

Fotos: Furmark, Michaela Habinger<br />

36


ADVERTORIAL<br />

Als eines der ältesten<br />

Gewerbe der Welt<br />

ist die Pelzbranche stolz<br />

auf ihre Tradition.<br />

Dem aktuellen Zeitgeist<br />

entsprechend stehen<br />

Vintage-Pelze für neue<br />

Kreationen hoch im Kurs.<br />

Die Langlebigkeit von Pelz und die Möglichkeit,<br />

diesen mehrmals umzuarbeiten, wird von Generation<br />

zu Generation behutsam weitergegeben<br />

und bestätigt Pelz als ein nachhaltiges Naturprodukt<br />

mit hohem Tragekomfort. Via Upcycling<br />

erschaffen die Kreativen der Kürschnerbranche<br />

aus Vintage-Pelzen neue, maßgefertigte<br />

Lieblingsstücke mit großem Erinnerungswert.<br />

Anfang 2021 wurde das neue globale Zertifizierungssystem<br />

FURMARK ins Leben gerufen.<br />

Durch dieses System wird die genaue Herkunft<br />

von Echtpelzen für den Verbraucher eindeutig<br />

ersichtlich und rückverfolgbar. Dabei werden<br />

strenge Tierschutz- und Umweltstandards, die<br />

durch unabhängige Institutionen kontrolliert<br />

werden, garantiert.<br />

Die österreichischen MeisterkürschnerInnen<br />

sind sich ihrer Verantwortung bewusst, hohe<br />

Standards für Tierwohl und Umwelt sind dabei<br />

ein wichtiger Teil der Philosophie. Sie stehen<br />

Ihnen bei Maßanfertigung, Umarbeitung, Änderung,<br />

Reparatur, Reinigung oder Aufbewahrung<br />

gerne beratend zur Verfügung.<br />

Näheres unter:<br />

37


LUXURY PIECE | WOMEN<br />

P STEN<br />

SAFARI<br />

Nun ist es schon wieder mehr als ein Jahr her, dass die<br />

US-amerikanische Sportlerin Julia Marino ausgerechnet mit ihrem<br />

Snowboard bei den Olympischen <strong>Winter</strong>spielen in Peking für reichlich<br />

Wirbel sorgte. War ihr Brett doch von der Luxus-Maison Prada, die bisher<br />

eher für feine Haute Couture als funktionelle <strong>Winter</strong>sportausrüstung bekannt<br />

war. Ein Novum also, das nicht jedem auf Anhieb schmeckte. Aber Marino bewies<br />

allen Zweiflern das Gegenteil und eroberte stilvoll mit dem leichten sowie vielseitigen<br />

Brett, das auch in technisch anspruchsvollen Situationen einfach zu manövrieren ist<br />

und aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt wurde, beim olympischen<br />

Slopestyle-Wettbewerb den zweiten Platz. Möchte man also in der neuen Saison auf den<br />

Pisten von Aspen bis Kitzbühel vorn dabei sein, kommt man am Prada-Snowboard aus der „Linea<br />

Rossa“-Kollektion im Freeride-Design einfach nicht vorbei.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

38<br />

WINTER <strong>2023</strong>


Mehr Einzigartiges:


1<br />

2<br />

4<br />

1 | A.E. Köchert<br />

Federschmuck: Opulent präsentiert<br />

sich dieses Unikat, ohne<br />

dabei die elegante und fragile<br />

Leichtigkeit zu verlieren, die<br />

man mit Gefieder in Verbindung<br />

bringt. Aus 18-karätigem Weißgold<br />

gefertigt und mit unzähligen,<br />

funkelnden Brillanten<br />

besetzt. Collier „Federn“<br />

3<br />

2 | Ole Lynggaard<br />

<strong>Winter</strong>einbruch: wie gefrorene<br />

Blätter aus 18 Karat Weißgold,<br />

entworfen von der Designerin<br />

Charlotte Lynggaard. Insgesamt<br />

121 Diamanten unterschiedlicher<br />

Größe schmücken dieses Meisterwerk,<br />

alle handgefertigt, um<br />

sie an die Form der Blätter anzupassen.<br />

Ring „<strong>Winter</strong> Frost“<br />

3 | Van Cleef & Arpels<br />

Zeitlos schön: Schon 1986 kreierte<br />

die französische Maison mit<br />

der Haute-Joaillerie-Kollektion<br />

„Snowflake“ eine Hommage an<br />

die Schönheit von Diamanten.<br />

So einzigartig strahlt auch die<br />

Uhr, die daraus entsprungen ist.<br />

Uhr „Snowflake Fleurette“<br />

4 | Tiffany & Co.<br />

Get close: Ein schmuckes Statement<br />

über persönliche Beziehungen,<br />

die uns nun einmal zu<br />

dem machen, was wir sind. Mit<br />

innovativem Verschluss, konzipiert<br />

aus 18 Karat Weißgold<br />

und mit handgefassten Diamanten<br />

verfeinert. Armreif „Lock“<br />

40


ACCESSOIRES<br />

SHINE<br />

BRIGHT<br />

5<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Marily Elmezoglou, Fotos: Hersteller, Aufmacherbild: Shutterstock<br />

Im <strong>Winter</strong> funkelt er mit<br />

Schneeflocken im<br />

Sonnenlicht um die Wette:<br />

Der Diamant gilt als<br />

„König aller Edelsteine“.<br />

Seine reine Schönheit<br />

adelt Preziosen<br />

berühmter Designer auf<br />

der ganzen Welt<br />

5 | Wempe<br />

Ikone des Lichts: Der ideale Ring<br />

für Momente, in denen das<br />

Leben im großen Stil gefeiert<br />

wird. Gefertigt aus Platin, wird<br />

der beeindruckende 5,04-Karat-<br />

Hauptdiamant umringt von zehn<br />

Diamanten im Trapezschliff und<br />

280 Diamanten im Brillantschliff.<br />

Ring „Opulence“<br />

6<br />

6 | Piaget<br />

Gewagte Extravaganz: Die mit<br />

Diamanten im Brillant-, Marquiseund<br />

Baguetteschliff dekorierten<br />

Ohrringe zelebrieren die Kreativität<br />

und die Liebe zum Detail<br />

der Schweizer Maison. Diese<br />

Unikate sind dazu be stimmt, mit<br />

dem Ohr eins zu werden. Ohrringe<br />

„Exalting Dance“<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

41


ACCESSOIRES<br />

1<br />

2<br />

3<br />

1 | Cartier<br />

Im Einklang: Dieses Ensemble<br />

besticht durch Shield-Diamanten,<br />

in der Mitte verzaubert ein<br />

besonders rares Exemplar von<br />

4,02 Karat. Ziel war es, ein Collier<br />

zu entwerfen, das eine Einheit<br />

ergibt, aber auch in zwei<br />

einzelne Schmuckstücke geteilt<br />

werden kann. Collier „Claustra“<br />

2 | Dior<br />

Auf den Punkt: Der drehbare<br />

Deckel wird mit Diamanten im<br />

Brillant-, Marquise- und Ba guetteschliff<br />

groß in Szene gesetzt. Der<br />

kühne Geist dieser High-<br />

Jewelry-Kollektion, eine inspirierende<br />

Symbiose aus Handwerkskunst<br />

und virtuosem Design, ist<br />

unübersehbar. Uhr „La D de Dior<br />

Précieuse à Secret Galons“<br />

3 | Atelier Heldwein<br />

Schlichte Eleganz: Klar in der<br />

Formensprache, ist dieses Kleinod<br />

ein Must-have für Freunde<br />

klassischer, zeitloser Preziosen.<br />

Das Wiener Atelier ist berühmt<br />

für seinen Qualitätsanspruch,<br />

unverkennbar auch bei dieser<br />

Kreation aus 18 Karat Weißgold,<br />

veredelt mit Brillanten. Armreif<br />

aus der „Signature“-Kollektion<br />

Fotos: Hersteller, Hintergrundbild: Shutterstock<br />

42<br />

WINTER <strong>2023</strong>


THE ULTIMATE<br />

SENSAI erforscht das Geheimnis neuer Schönheit. Die Antwort auf die Zukunft<br />

Ihrer Haut ist inspiriert von unseren neuesten Erkenntnissen über Autophagie.<br />

Dies ist der ultimative Meilenstein auf Ihrem Weg zu einer HAUT WIE SEIDE.<br />

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ACCESSOIRES<br />

1<br />

2<br />

1<br />

3<br />

1 | Chopard<br />

Sieben Künste: gewidmet der<br />

Welt des Films. Im Fokus steht<br />

ein aus 18 Karat Weißgold gefertigter<br />

Mond, versehen mit leuchtenden<br />

Diamanten. Auf raffinierte<br />

Art und Weise symbolisiert<br />

das Schmuckstück die Dunkelheit,<br />

die notwendig ist, um im<br />

Kino ganz in die Emotionen<br />

eines Films einzutauchen.<br />

Collier „Cinema“<br />

2 | Tamara Comolli<br />

Moonlight: Seit vielen Jahren<br />

ist die „Mikado“-Kollektion ein<br />

Markenzeichen der Luxus-<br />

Brand. Mehr als 30 verschiedene<br />

eichelförmige Edelsteine leuchten<br />

in allen Farben des Regenbogens.<br />

Bei diesen Ohrringen<br />

treffen Diamanten auf einen<br />

schlichten, grauen Mondstein.<br />

Ohrringe „Mikado dangling<br />

Cashmere with Diamond Pavé“<br />

3 | Messika<br />

Night-Fever: Valérie Messika feiert<br />

mit ihrer zehnten Haute-<br />

Joaillerie-Kollektion den Disco-<br />

Style in all seinen aufregenden<br />

Facetten <strong>–</strong> sozusagen eine Hommage<br />

an die wilden 1970er-Jahre.<br />

Und diese Halskette überstrahlt<br />

mit Diamanten von 13,17 Karat<br />

jeden Dancefloor. Collier<br />

„Toi & Moi Dancing Moon“<br />

Fotos: Hersteller, Hintergrundbild: Shutterstock<br />

44<br />

WINTER <strong>2023</strong>


Mode mit Klasse und Souveränität. Unkonventionelle Kleidung für<br />

Individualisten. Gewand, das auf Eigensinn setzt. Und so heißt auch<br />

das Geschäft von Toni Woldrich in Wien: „eigensinnig“<br />

Von Brigitte R. Winkler<br />

Gegensätzlicher könnte das<br />

optische Erlebnis nicht sein.<br />

Betritt man von der Burggasse<br />

kommend im siebenten<br />

Wiener Bezirk den<br />

Sankt-Ulrichs-Platz, eine<br />

Fußgeherzone, dann blickt<br />

man links auf eine Kirche. Rechts auf dem<br />

wunderschönen Haus Nr. 2 informiert<br />

einen eine Tafel mit der unübersehbaren<br />

Aufschrift „Barockhaus“, was es<br />

hier zu bewundern gibt. Ein paar<br />

Schritte weiter steht man vor dem<br />

Haus Nr. 4, dem ältesten Haus von<br />

St. Ulrich. Im Kern des Hauses befinden<br />

sich noch sichtbare 800 Jahre alte<br />

Mauerreste. Vor 300 Jahren wurde das<br />

Gebäude barockisiert, die Fresken<br />

beim Eingang erinnern an die Apotheke,<br />

in der jahrzehntelang Medizin verkauft<br />

wurde. Hier befindet sich jetzt<br />

eine der avantgardistischsten Boutiquen<br />

Wiens mit dem sehr speziellen,<br />

aber perfekt passenden Namen, der auf<br />

der historisch umrahmten Eingangstür<br />

steht: eigensinnig!<br />

Denn was hier an Kleidung angeboten<br />

wird, ist prinzipiell einmal vom<br />

Eigensinn des Gründers und Besitzers,<br />

Toni Woldrich, geprägt. Und die<br />

Modelle, eine Fusion von unprätentiöser<br />

Eleganz und unkonventionellem<br />

Design, die er mit seinem exzellenten<br />

Team entwirft und präsentiert, verlangen<br />

von den Benützerinnen und Trägern<br />

Eigensinn. Ist doch das hauseigene<br />

Atelier ein Experimentierfeld für innovative<br />

Schneiderkunst. Daher kann man den Store<br />

auch als eine Modegalerie bezeichnen, da er<br />

ein galerieartiger Entdeckungsraum für<br />

Kreative und Visionärinnen ist, wo zeitlose<br />

Unikate, limitierte Editionen und langlebige<br />

Begleiter für Eigensinnige zu haben sind.<br />

Dazu wird die Mode in Handarbeit und ausschließlich<br />

in kleinen österreichischen Manufakturen<br />

hergestellt. Natur und Gegensätze<br />

spielen auch im Interieur eine entscheidende<br />

Rolle. Warme Naturhölzer auf dem Boden<br />

treffen auf rohen Beton an den Wänden.<br />

Harte Stahlmöbel schmiegen sich an weiche<br />

Lederelemente. Der Stil ist auch hier aufs<br />

Wesentliche reduziert und zeigt sich gezielt<br />

unperfekt und raw. „Die bewusst gewählte<br />

Unperfektheit ist in ihrer Programmhaftigkeit<br />

schon wieder perfekt“, sagt Woldrich.<br />

„Sie erzeugt eine Art produktive Unruhe, die<br />

Raum lässt für eigene Gedanken und Kommentare<br />

<strong>–</strong> eben für das Individuelle, das wir<br />

auch durch unsere Kreationen betonen wolh<br />

Fühlbare Mode in Schwarz von eigensinnig:<br />

Bei Toni Woldrichs Angebot trifft unprätentiöse Eleganz<br />

auf unkonventionelles Design<br />

len.“ Sich bewusst auf unbekanntes Terrain zu<br />

begeben und neue Wege zu gehen, ist bei<br />

eigensinnig Methode. „Und weil die Unikate<br />

alle von Hand gefertigt sind, ist das Ergebnis<br />

sowieso jedes Mal ein anderes und somit einzigartig<br />

<strong>–</strong> ein eigen sinniges, aus dem Chaos<br />

geborenes und in Form und Ordnung übersetztes<br />

Artefakt,“ so Woldrich weiter.<br />

Erlebbar, tragbar,<br />

fühlbar<br />

Eröffnet wurde das Geschäft 2012. Und<br />

schon damals setzte Toni Woldrich<br />

nicht auf Massentrends, sondern auf<br />

unkonventionelle Maßstäbe. Auf Mode<br />

als Erlebnis für alle Sinne in Form von<br />

ausgereifter Handwerkskunst. Man<br />

sollte besondere Schnitte fühlen,<br />

Naturmaterialien auf der Haut spüren,<br />

sich und die Welt der Kleidung völlig<br />

neu entdecken. Bedingungslos wurde<br />

das Angebot auf die Farben Schwarz,<br />

Weiß, Grau und verschiedene Erdtöne<br />

reduziert. Das Angebot sollte erlebbar,<br />

tragbar, fühlbar und außergewöhnlich<br />

sein. Toni Woldrichs Überzeugung<br />

schon damals: Tiefgründiges Wissen<br />

um Materialien und Herstellung ist die<br />

neue Form von Luxus. Zum fünfjährigen<br />

Jubiläum wurde das eigene Label<br />

auf den Markt gebracht. Die Kollektion<br />

umfasste Anzüge und Kostüme für<br />

Damen und Herren, auch Hosen, Hemden,<br />

Blusen, Lederjacken, Kleider, Pullover,<br />

Cardigans <strong>–</strong> alles bis einschließlich Größe<br />

XXXL und/oder auf Wunsch nach Maßanfertigung.<br />

Die hochwertigen Unikate wurden<br />

von 2018 bis zur Pandemie während der<br />

Fashion Week in Paris präsentiert. In Zukunft<br />

ist das auch wieder möglich, aber noch nicht<br />

fix geplant. Kein Wunder, dass es seither<br />

Fotos: Toni Woldrich (2)<br />

46


FASHION | PORTRAIT<br />

Auch in der Damenmode<br />

von eigensinnig<br />

überwiegt die Farbe<br />

Schwarz: Die<br />

außergewöhnlichen<br />

Outfits <strong>–</strong> hier mit Hut<br />

und Tasche <strong>–</strong> setzen<br />

ebenso auf Eleganz wie<br />

auf Extravaganz<br />

WINTER <strong>2023</strong> 47


FASHION | PORTRAIT<br />

OO<br />

Unkonventionelles<br />

Herrenoutfit:<br />

Bei eigensinnig spielen<br />

alle Anzüge gekonnt<br />

mit Minimalismus<br />

und lässiger<br />

Avantgarde<br />

O<br />

Auf dem Sankt-Ulrichs-<br />

Platz in Wien: In<br />

den Gebäudemauern<br />

scheint die Zeit des<br />

Ancien Régime stehen<br />

geblieben zu sein.<br />

Im Haus Nr. 4 regiert<br />

jedoch der Eigensinn<br />

U<br />

Toni Woldrich, der<br />

Gründer und Kreativkopf<br />

hinter dem Modelabel<br />

eigensinnig: zugleich<br />

Richtungsgeber,<br />

Rahmensetzer und<br />

Möglichmacher<br />

begeisterte Kunden in der ganzen Welt, von<br />

Los Angeles bis Tokio, gibt. Von denen<br />

scheuen manche sogar den Weg von Australien<br />

nach Wien nicht, um direkt in der einmaligen<br />

Modegalerie am Sankt-Ulrichs-Platz<br />

einkaufen zu kommen.<br />

Klar gab es <strong>–</strong> fast genau vor einem Jahr <strong>–</strong><br />

im Oktober 2022 eine Einladung zur Jubiläumsfeier<br />

10 JAHRE EIGENSINNIG. Darin<br />

stand: „Eine Mode-Institution für schwarze<br />

Mode wird 10! Wenn das mal kein Grund zum<br />

Feiern ist.“ Man konnte sich das neue Atelier<br />

im ersten Stock des historischen Hauses<br />

ansehen und erfuhr, dass die Eigenmarke ausgebaut<br />

und erweitert würde. Vor allem, wenn<br />

etwas Maßgeschneidertes gewünscht ist.<br />

Denn: „Wir kreieren Designs und machen<br />

dadurch Eigensinn sichtbar. Maßgeschneidert.<br />

Nach Ihren Wünschen, die Ihren Charakter<br />

untermalen.“ Wenn das Modell oder die<br />

gewünschte Größe ausverkauft ist, soll man<br />

sich melden. Kleidung außerhalb von Normmaßen<br />

wird angefertigt, jedem Körper und<br />

Stil angepasst. Die Aufforderung: Kommen<br />

Sie ins eigensinnig und lassen Sie sich beraten.<br />

Wir kreieren Ihren Wunschstil.<br />

Sichtbarer Eigensinn<br />

Beim Interview mit AURUM <strong>999</strong>,9 fällt Toni<br />

Woldrich ungeheuer viel zum Thema Eigensinn<br />

ein. Auf die Frage „Bist Du eigensinnig?“<br />

muss man zunächst ein bisschen warten.<br />

Aber dann geht es los.<br />

Toni Woldrich: „Ja, natürlich! Wobei es in<br />

eine philosophische Überlegung ausarten<br />

könnte: Was ist denn eigentlich eigensinnig?<br />

Und <strong>–</strong> gibt es nur einen Eigensinn, oder gibt<br />

es mehrere Eigensinne? Und wie macht sich<br />

das bemerkbar? Ich denke, über allem steht:<br />

dem eigenen Sinn folgen. Was auch mit einer<br />

gewissen Sturheit verbunden ist <strong>–</strong> das wäre<br />

dann die negative Seite von Eigensinn. Positiv<br />

ist dementsprechend eine Meinung haben,<br />

zu der stehen, das zu verfolgen, unabhängig<br />

davon, was andere sagen und davon halten.<br />

Nichtsdestotrotz <strong>–</strong> und das ist es, was den<br />

Eigensinn von der Sturheit abhält. Sturheit<br />

heißt ja, stur auf seiner Meinung zu beharren.<br />

Der Eigensinn ist trotzdem offen für anderes,<br />

und der Eigensinn ist, glaube ich, auch wandelbar.<br />

Wenn ich jetzt in dieser kurzen<br />

Zusammenfassung den Eigensinn beschreibe,<br />

dann ist das ein Teil davon, was auch unsere<br />

Marke ausmacht.“<br />

Der Ort, an dem er die Modegalerie eröffnet<br />

hat, sei ebenfalls mit Eigensinn verbunden.<br />

Woldrich: „Wir sind auf keiner Einkaufsstraße,<br />

wo sich die Massen bewegen. Bei uns<br />

geht es nicht um die Masse, sondern um das<br />

Finden und das Experimentieren und das<br />

Überraschenlassen, von etwas Neuem, etwas<br />

Unkonventionellem. Man muss gewollt zu<br />

uns kommen. Man flaniert eigentlich selten<br />

hier vorbei und wird zu einer eigensinnigen<br />

Person. Auch wenn man schon eigensinnig<br />

ist, aber nicht in der Mode.“<br />

Und wie definiert das Unternehmen den<br />

eigensinnigen Menschen? Welche Anteile<br />

Fotos: Alex Lang (2), Toni Woldrich (2)<br />

48<br />

WINTER <strong>2023</strong>


trägt er in sich, wie manifestieren sich diese in<br />

seinem Modestil? Natürlich sei jeder Mensch<br />

ein widersprüchliches Wesen, denn in jedem<br />

Leben prallen Gegensätze aufeinander, sind<br />

widersprüchliche Gedanken und Gefühle<br />

gleichzeitig vorhanden. Der Eigensinnige ist<br />

sich dieser Widersprüche intensiv bewusst, er<br />

spürt ihre Gegenwart und die Erschütterung,<br />

wenn sie aufeinanderprallen. Aber er lässt sich<br />

davon nicht (mehr) irritieren. Er hat gelernt,<br />

sich in die entstehende Spannung hineinzuschmiegen.<br />

Es geht ihm auch nicht (mehr)<br />

nur darum, Widersprüche auszuhalten. Es<br />

gelingt ihm, das Aushalten der Widersprüche<br />

zu lieben und die Energie zu nutzen, die in<br />

solchen Zwischenräumen entsteht. In Freiräumen,<br />

die Luft zum Atmen geben und in denen<br />

keine vorgefertigten Meinungen und definierten<br />

Standards Menschen in Schubladen<br />

stecken. Er ist stets in Bewegung. Als antista-<br />

In der Modegalerie<br />

hängen alle Modelle<br />

wie Kunstwerke von<br />

der Decke. Jede<br />

Kreation steht für<br />

sich und ist doch Teil<br />

einer eigenen Welt<br />

tisches Wesen folgt der Eigensinnige keiner<br />

Form. Kaum lässt sich sei ne Form definieren,<br />

negiert er diese schon wie der. Und dann<br />

schlüpft er in eine neue Form, nur um sie<br />

gleich wieder zu dekonstru ieren. Eine nie<br />

endende Aufgabe, aber er kann nicht anders,<br />

und er liebt es so. Ist es anstrengend? Ja. Ist es<br />

erfüllend? Für den Ei gen sinni gen auf jeden<br />

Fall, denn es entspricht seinem innersten Kern.<br />

Und der ist fix und stark, unzerstörbar und<br />

unveränderbar, trotz aller Wandlungssucht,<br />

trotz all der unterschiedlichen Formen, in die<br />

er sich hinein- und aus denen er sich wieder<br />

hinausgießt. Es ist das eine, Eigensinn zu<br />

haben. Ihn wahrzunehmen, zu manifestieren<br />

und Tag für Tag umzusetzen, ist das andere.<br />

Das unterscheidet den Eigensinnigen vom<br />

Noch-nicht- oder Nicht-genug-Eigensinnigen<br />

oder von jenem, der einfach nicht eigensinnig<br />

sein will. Es ist wichtig festzuhalten, dass der<br />

Eigensinn sich stets im Außen manifestiert.<br />

Und das tut er beim Eigensinnigen eben,<br />

indem dieser neue Wege geht.<br />

Und was findet man jetzt aktuell in der<br />

Boutique? Neben den eigenen Produkten<br />

immer wieder auch Kooperationen. Zum Beispiel<br />

mit Mühlbauer. Woldrich: „Wir machen<br />

die Entwürfe, sind aber keine Hutprofis, also<br />

lassen wir das von Experten, wie in dem Fall<br />

Mühlbauer, produzieren. Auch Schuhe und<br />

weitere Accessoires sind geplant. Was kennzeichnet<br />

die Herbstmode? Natürlich hauptsächlich<br />

Schwarzes! Dem aber wieder einige<br />

erdige Nuancen in Sand, Beige und Braun<br />

hinzugefügt wurden. Da findet sich eine<br />

Vielzahl an Modellen, die gekonnt mit dem<br />

Stilbruch zwischen klassischer Anmutung<br />

und unkonventioneller Extravaganz spielen<br />

und sich perfekt für die Übergangszeit eignen.<br />

Da gibt es Anzüge für Herren, die „jeder<br />

Norm widersprechen, bis hin zu Hochzeitskleidern“,<br />

umreißt Toni Woldrich<br />

das Angebot. Und der Designer geht<br />

auch auf Details ein: „Unsere Marlene-<br />

Hose hat ja einen Gürtel aus demselben<br />

Stoff. Den kann sich die Trägerin,<br />

wenn sie das will, auch als Krawatte<br />

umbinden. Dadurch kommt zur femininen<br />

Marlene-Hose ein männlicher<br />

Akzent. Wir haben da in etwas Urfeminines<br />

etwas subtil Männliches eingebaut.“<br />

Die Materialien sind eine Ode an die<br />

Natur: Wolle, Baumwolle, Leinen,<br />

Mohair und Alpaka-Wolle (von Steiner<br />

Loden aus der Steiermark) bieten<br />

sowohl optische Freuden beim Ansehen<br />

als auch unverwechselbaren Tragekomfort.<br />

Wolle, zart und unberührt,<br />

daneben Baumwolle, fein und<br />

geschmeidig. Gemeinsam verschmelzen<br />

sie zu einer Symbiose, die weich<br />

auf der Haut liegt, wärmt und ein<br />

Gefühl von purer Gemütlichkeit vermitteln<br />

will.<br />

Beim Spaziergang durch das Gewölbe<br />

der Modegalerie kann man neben<br />

anschmiegsamen Pullovern natürlich<br />

auch die inzwischen ikonischen<br />

Haremshosen, Drop-Crotch-Pants und<br />

auch die neuesten Tücher und Schals<br />

in ausgefallenen Designs entdecken.<br />

Deren Farben erstrecken sich ebenfalls<br />

von tiefem Schwarz über mystisches<br />

Grau bis hin zu lebendigen Waldmustern.<br />

Jedes Stück ist ein kleines Kunstwerk<br />

für Herbst und <strong>Winter</strong>. Bei einem<br />

Besuch am Sankt-Ulrichs-Platz kann<br />

man sich bei einer Tasse Kaffee oder<br />

auch einem Gläschen Wein über alles<br />

informieren lassen. Selbstverständlich<br />

kann man die „Außergewöhnliche<br />

Damenmode im Herbst“ und die<br />

„Unkonventionelle Herrenmode im<br />

Herbst“, wie auch alles andere, auf der<br />

Website eigensinnig-wien.com entdecken,<br />

erforschen und bestellen. p<br />

49


LUXURY PIECE | MEN<br />

Party<br />

LIKE A<br />

ROCK STAR<br />

Feste soll man feiern, wie sie fallen <strong>–</strong> das weiß man auch bei Louis Vuitton. Als zum Beispiel das Multitalent Pharrell Williams <strong>2023</strong> in Paris<br />

seine erste Kollektion als neuer Men’s Creative Designer der Maison präsentierte, stießen mit ihm Superstars wie Rihanna, Beyoncé, Jay-Z,<br />

Kim Kardashian, Jared Leto und Naomi Campbell an. Mit der Hausbar „Party Trunk“ des französischen Luxuslabels, ganz in der Tradition der<br />

ikonischen Koffer des Hauses, kann man nun zu seiner eigenen Rockstar-Fete laden. Bestückt mit allem, was man braucht <strong>–</strong> von einem Eiskübel<br />

über Cocktailshaker, einen Korkenzieher, Gläser für Cognac, Champagner und Whiskey bis hin zu einer silberfarbenen Discokugel, die<br />

für die nötige Atmosphäre sorgt. Außerdem bietet die Kreation ausreichend Platz, um bis zu 30 Flaschen zu verwahren. Na dann, Prost!<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

50<br />

WINTER <strong>2023</strong>


KRONE<br />

Perfektion für die Ewigkeit<br />

1010 Wien, Kärntner Straße 41, T 01 512 33 22<br />

und An den besten Adressen Deutschlands und in New York, Paris, London, Madrid <strong>–</strong> WEMPE.COM


A R T<br />

WOW!<br />

MEHR ALS NUR<br />

Als Heidi Goëss-Horten 2018 im Leopold Museum mit „Wow!“ zum ersten Mal<br />

Einblick in ihre Kunstsammlung gewährte, war es eine Sensation. 2022 wurde<br />

die Heidi Horten Collection eröffnet, und nun gibt es mit „We ♥“ eine<br />

Fortsetzung der umjubelten Ausstellung. AURUM <strong>999</strong>,9 hat sich zu einem<br />

Gespräch mit Museumsdirektorin Dr. Agnes Husslein-Arco getroffen<br />

Von Reinhard Neussner<br />

k<br />

René Magritte:<br />

„L’Hirondelle du Faubourg“,<br />

1964<br />

Schon wenn man das Gebäude<br />

über den Haupteingang in der<br />

Hanuschgasse 3, in bester Wiener<br />

Innenstadtlage, umgeben<br />

von Staatsoper, Albertina und<br />

Burggarten, betritt, ist man<br />

beeindruckt. Und das, obwohl<br />

man noch kein einziges Bild gesehen hat.<br />

Das Foyer mit seinen über 17 Metern Raumhöhe<br />

bis unters Dach und den beiden Treppenläufen,<br />

die in luftiger Höhe zu schweben<br />

scheinen, verströmt internationales Kunstflair.<br />

Verantwortlich für das futuristisch-minimalistische<br />

Ambiente im Inneren des 1914<br />

erbauten Palais zeichnet das Wiener Architekturbüro<br />

The Next Enterprise. Hier blieb beim<br />

Umbau kein Stein auf dem anderen, keine<br />

Mauer an Ort und Stelle <strong>–</strong> und das war auch<br />

gut so. Denn die Kunstsammlung von Österreichs<br />

wohl berühmtester Milliardärin, Heidi<br />

Goëss-Horten, hat einen ganz besonderen Ort<br />

verdient, um ihre Strahlkraft zu entfalten. Im<br />

Juni 2022, nach zweijähriger Bauzeit, öffnete<br />

das Privatmuseum Heidi Horten Collection<br />

seine Pforten. Aber wie kam es eigentlich<br />

dazu, dass die eher zurückgezogen lebende<br />

Goëss-Horten, die selten für Interviews zur<br />

Verfügung stand und das Scheinwerferlicht<br />

zeitlebens mied, den Entschluss<br />

fasste, ihre beeindruckende Kunstsammlung<br />

der breiten Öffentlichkeit<br />

zugänglich zu machen? Leider können<br />

wir ihr diese Frage nicht mehr<br />

persönlich stellen, verstarb sie doch<br />

nur wenige Tage nach der Eröffnung<br />

ihres Museums. Aber anlässlich der<br />

brandneuen Ausstellung „We ♥“, die<br />

seit 24. November <strong>2023</strong> zu sehen ist,<br />

hatte AURUM <strong>999</strong>,9 Gelegenheit,<br />

ein ausführliches Gespräch mit ihrer<br />

langjährigen Wegbegleiterin und<br />

Direktorin des Privatmuseums Heidi<br />

Horten Collection, Agnes Husslein-<br />

Arco, zu führen.<br />

Salopp formuliert, die Kunsthistorikerin<br />

kennt die Branche wie<br />

ihre eigene Westentasche. Nach Erfolgen als<br />

Eiskunstläuferin in ihrer Jugend studierte<br />

sie Kunstgeschichte und Archäologie, was<br />

nach eigener Aussage nicht unbedingt ein<br />

Herzens wunsch war: „Ich habe eigentlich<br />

überhaupt nicht gewusst, was ich studieren<br />

soll. Mein Vater, der sich sehr mit uns Kindern<br />

beschäftigte, hat daraufhin beschlossen, dass<br />

ich Kunstgeschichte studiere, und da mir<br />

nichts Besseres eingefallen ist, habe ich es<br />

W<br />

Agnes Husslein-Arco,<br />

langjährige Vertraute<br />

von Heidi Goëss-<br />

Horten und nunmehrige<br />

Direktorin der Heidi<br />

Horten Collection,<br />

koordinierte für sie<br />

die Entstehung des<br />

Museums<br />

P<br />

Der Tea Room lädt<br />

zum Verweilen ein.<br />

Hans Kupelwiesers<br />

Deckenrelief verleiht<br />

dem Raum Atmosphäre<br />

Fotos: Heidi Horten Collection, © Horten/Husslein<br />

52<br />

WINTER <strong>2023</strong>


53


k<br />

Jean-Michel Basquiat:<br />

„Mr. Greedy“, 1986<br />

U<br />

Paul Klee:<br />

„Geschwister“, 1930<br />

W<br />

Die Heidi Horten Collection verfügt über drei Ausstellungsebenen<br />

auf insgesamt 1.500 Quadratmetern Fläche<br />

gemacht.“ Zu trocken und wenig inspirativ<br />

fand sie es an der Universität, weshalb sie,<br />

wieder durch den Vater veranlasst, zusätzlich<br />

eine Experten-Elevin-Position im Dorotheum<br />

bezog. Dort hat Husslein-Arco das Handwerk<br />

der Auktionen gelernt und war wahnsinnig<br />

fasziniert davon: „Ich habe die Sammler und<br />

die Händler getroffen, und ich habe gelernt<br />

hinzusehen, man muss die Dinge ja beurteilen.<br />

Ich habe wirklich die Kunst in all ihren<br />

Facetten in der Hand gehabt.“ Verhaftet im<br />

Kunsthandel und Auktionswesen, waren<br />

weitere namhafte Stationen ihrer Laufbahn<br />

nach dem Studium Sotheby’s, das Guggenheim<br />

Museum, das Museum der Moderne<br />

Salzburg oder das Belvedere, um nur einige<br />

zu nennen. Seit 2022 ist sie nun Direktorin<br />

der Heidi Horten Collection.<br />

Kennengelernt haben sich die beiden<br />

Frauen aber bereits vor vielen Jahrzehnten:<br />

„Der Mann von Heidi, Helmut Horten, war<br />

lange schwer krank, bevor er 1987 verstorben<br />

ist. In dieser Zeit hat er für Heidi Begleiterinnen<br />

gesucht, die etwas mit ihr unternahmen.<br />

Die erste war meine Tante Elisabeth Arco-<br />

Pallavicini. Dadurch hat man sich natürlich<br />

getroffen, man kannte sich, und sie wusste<br />

auch, was ich mache und dass ich damals bei<br />

Sotheby’s war.“ Nach einer schwierigen psychischen<br />

wie auch physischen Phase nach<br />

dem Tod ihres Mannes hat Heidi Horten, die<br />

damals eine junge Frau Mitte 40 war, angefangen,<br />

ihr Leben neu zu organisieren und<br />

unter anderem auch viele ihrer Häuser umzugestalten.<br />

Dass sie 1994 beschloss, im großen<br />

Stil Kunst anzukaufen, geht auch auf ihre<br />

kunstsinnige Kinderstube zurück, weiß<br />

Agnes Husslein-Arco, aber „anfangs war das<br />

kein Sammeln im klassischen Sinne. Sie wollte<br />

einfach ihre Residenzen mit schöner Kunst<br />

füllen.“ Besonders angetan haben es Horten<br />

in dieser Zeit Werke des russisch-französischen<br />

Malers Marc Chagall, der dem Judentum<br />

angehörte und von dem sie<br />

viele Kunstwerke in Israel erstand.<br />

Hauptthemen seiner Bilder sind<br />

sein familiäres Umfeld, sein Heimatort<br />

Witebsk und Motive aus<br />

der Bibel sowie aus dem Zirkus. Er<br />

gilt als einer der bedeutends ten<br />

Maler des 20. Jahrhunderts. Etwa<br />

zwei Jahre später interessierte sich<br />

die Milliardärin für Kunstschätze<br />

in London und kontaktierte<br />

Agnes Husslein-Arco. Dieses Telefonat<br />

könnte man als Startschuss<br />

für die geschäftliche Zusammenarbeit<br />

der beiden Powerfrauen<br />

bezeichnen: „Die Auktion in London<br />

war damals in aller Munde.<br />

Es wurden Hauptwerke im Wert<br />

von ungefähr 32 Millionen Pfund<br />

erstanden. Im nächsten Schritt hat<br />

sie mich gebeten, ob ich ihr diese Kunstwerke<br />

aufhängen könnte.“ Was die Expertin auch tat,<br />

und Heidi Horten war mit dem Ergebnis<br />

mehr als zufrieden. Daraus entwickelte sich<br />

ein Vertrauensverhältnis, und gemeinsam<br />

haben sie sukzessive damit begonnen, so zu<br />

kaufen, dass eine profunde Kunstsammlung<br />

entstand. Ausstellen wollte Horten die Bilder<br />

jedoch nie. Bis zum Jahr 2018, als sie eine<br />

große Auswahl ihrer Stücke doch der breiten<br />

Öffentlichkeit zugänglich machen wollte,<br />

schildert Husslein-Arco: „Ich war im Vorstand<br />

vom Leopold Museum, deshalb haben wir es<br />

dort umgesetzt. Es war der Schlüssel, weil die<br />

Ausstellung ,Wow!‘ nicht nur ein großer<br />

Erfolg war, sondern Heidi auch zum ersten<br />

Mal in ihrem Leben für ihre Leistung bewundert<br />

wurde. Zum einen ist sie unter die ‚200<br />

bedeutendsten Kunstsammler‘ gekommen,<br />

zum anderen war für sie wichtig, dass sie<br />

Menschen eine Freude machen konnte.“ Das<br />

war dann ausschlaggebend für die Entscheidung,<br />

ein eigenes Museum zu beauftragen.<br />

b<br />

Franz Marc: „Rote Rehe I“,<br />

1910<br />

Fotos: Heidi Horten Collection<br />

54


A R T<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

55


ART<br />

Keith Haring:<br />

„Self Portrait“, 1989<br />

O<br />

Treppen, die wirken, als<br />

würden sie schweben,<br />

sind ein Blickfang im<br />

Foyer mit 17 Metern<br />

Raumhöhe<br />

k<br />

Initiatorin Heidi<br />

Goëss-Horten zeigt<br />

stolz auf eine<br />

Modellansicht von<br />

ihrem Museum Heidi<br />

Horten Collection<br />

U<br />

Für Agnes Husslein-Arco ergaben sich damit<br />

zwei Herausforderungen: Es musste schnell<br />

gehen, da ihre Freundin bereits eine sehr<br />

kranke Dame war, und die passende Location<br />

in der Wiener Innenstadt wurde einem auch<br />

nicht auf dem Silbertablett serviert. Aber man<br />

wurde fündig, und das kleine Palais in der<br />

Hanuschgasse 3 war wie geschaffen, denn im<br />

Leben der Heidi Horten spielte der Stilmix<br />

aus historisch und modern, alt und neu stets<br />

eine tragende Rolle. Konzipiert wurden drei<br />

Ausstellungsebenen auf einer Fläche von<br />

1.500 Quadratmetern. Hier können<br />

pro Präsentation zwischen<br />

150 und 200 Objekte gezeigt<br />

werden, obwohl die beachtliche<br />

Sammlung insgesamt mehrere<br />

Hundert Stücke zählt. Die fulminante<br />

Eröffnung war am 3. Juni<br />

2022 mit der Ausstellung „Open“,<br />

die bis 2. Oktober 2022 an der<br />

neuen Wirkungsstätte bewundert<br />

werden konnte. Diese gliederte<br />

sich in drei Kapitel: Das<br />

erste fokussierte auf die Lichtarbeiten<br />

der Sammlung <strong>–</strong> ein<br />

kleines, aber hochkarätiges Konvolut,<br />

das 2001 mit dem Ankauf<br />

eines Objekts aus Neonröhren<br />

von Dan Flavin seinen Anfang<br />

nahm. Ein weiterer Bereich<br />

befasste sich mit Schrift als Phänomen,<br />

das sowohl in klassischen<br />

Gemälden wie auch in<br />

Leuchtarbeiten der Sammlung originärer<br />

Bestandteil des Kunstwerkes ist. Ein drittes<br />

Kapitel schließlich widmete sich Arbeiten, die<br />

von der existenziellen Auseinandersetzung<br />

des Menschen im Spannungsfeld von physischer<br />

Außenwelt und seelischem Innenleben<br />

erzählen und seinem Verhältnis zu Tier und<br />

Natur nachspüren. Es folgten die Schauen<br />

„Look“, „Weihnachtsbaum 2022“ und „Rendezvous“.<br />

Und seit 24. November <strong>2023</strong> ist nun<br />

„We ♥“ zu sehen, die mit ihren Schwerpunkten<br />

an die 2018 im Leopold Museum gezeigte<br />

„Wow!“-Ausstellung anknüpft. Auch diese teilt<br />

sich wieder in drei Bereiche: den Expressionismus,<br />

gefolgt von der Kunst der 1960erund<br />

1970er-Jahre, während der dritte Schwerpunkt<br />

auf Malerei und Skulptur liegt.<br />

Es war ein spannendes Gespräch mit<br />

Agnes Husslein-Arco, die uns einen interessanten<br />

Blick hinter die Fassade einer faszinierenden<br />

Frau gewährte, die jeder in Österreich<br />

zu kennen meinte. Dabei spielte sich das<br />

Leben der Heidi Goëss-Horten mehrheitlich<br />

abseits der großen Bühne ab, sie war keine<br />

Person des Rampenlichts. Dinge, die ihr am<br />

Herzen lagen, hat sie im Stillen unterstützt.<br />

Doch an ihrer Begeisterung für Kunst hat sie<br />

uns letzten Endes doch alle teilhaben lassen,<br />

und viele Menschen werden sich noch lange<br />

an diesem Vermächtnis erfreuen. Und es war<br />

genau das, was Heidi Goëss-Horten wollte,<br />

bringt es ihre langjährige Wegbegleiterin<br />

ergreifend auf den Punkt: „Ich habe sie noch<br />

nach der Museumseröffnung, an der sie nicht<br />

mehr teilnehmen konnte, getroffen, und sie<br />

war so glücklich. Ich glaube auch, dass sie<br />

dann loslassen konnte, weil sie gesehen hat,<br />

dass es noch gelungen ist.“ Und diesem<br />

Gefühl kann man nur beipflichten! Hat sie<br />

doch einen Ort geschaffen, der Menschen<br />

zusammenbringt, Vergangenheit und<br />

Zukunft vereint, Kinder und Jugendliche fördert,<br />

indem kostenlose Führungen und<br />

Workshops angeboten werden, und an dem<br />

Kunst für die nächsten Generationen<br />

bewahrt wird.<br />

p<br />

Fotos: Heidi Horten Collection, © Lukas Schaller<br />

56<br />

WINTER <strong>2023</strong>


THE CONCEPT STUDIO<br />

FINE JEWELLERY <strong>–</strong> CONTEMPORARY ART <strong>–</strong> GOLD & GEMSTONES <strong>–</strong> BAR- & SILVERWARE<br />

LITERATURE <strong>–</strong> GIFTING <strong>–</strong> GAMES <strong>–</strong> ACCESSORIES <strong>–</strong> FINE SPIRITS.<br />

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EDITOR’ S CHOICE<br />

HAPPYNEWYEAR<br />

Egal ob Neuanfang oder ein Tag wie jeder andere <strong>–</strong> überschatten wir Silvester doch<br />

nicht mit Vorsätzen, die man ohnehin nicht einhält, sondern genießen wir einfach<br />

den Moment und freuen uns auf das, was kommt! Happy 2024 allerseits<br />

GLÜCKSKINDER. Mit<br />

diesem vierblättrigen<br />

Kleeblatt um den Hals<br />

kann man nur gewinnen.<br />

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AURUM <strong>999</strong>,9-<br />

Redakteur<br />

Christoph Kulmer<br />

mit Labrador<br />

Clouseau<br />

CHEERS. Intensiv<br />

und lebendig<br />

präsentiert sich der<br />

„Rosé Vintage 2009“<br />

von Dom Pérignon:<br />

der perfekte<br />

Champagner für<br />

die Silvesterfete.<br />

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GOOD TIMES. Die Schweizer sind<br />

berühmt für ihre Genauigkeit. Mit der<br />

neuen „Navitimer Automatic 36“ von<br />

Breitling begrüßt man pünktlich auf die<br />

Sekunde das neue Jahr. breitling.com<br />

JEDES ENDE IST EIN ANFANG.<br />

Dessertteller nicht nur für den<br />

Jahreswechsel. Von feinem Limoges-<br />

Porzellan lässt es sich immer<br />

herzhaft schlemmen. dior.com<br />

EIN STATEMENT SETZEN. Die Champagnerbecher<br />

„Love LY“ und „Piece Men“ von Sieger by Fürstenberg<br />

machen das definitiv, denn ein Teil des Erlöses jedes<br />

verkauften Bechers geht an das Netzwerk für<br />

Demokratie und Courage. fuerstenberg-porzellan.com<br />

Xxxxxxxxxx. Schchloss Cobenzl<br />

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ENTSPANNUNG. Saunieren ist eine<br />

Wohltat für Körper, Geist und Seele,<br />

aber auch für unsere Natur. So setzt<br />

Deisl für jede Sauna, die ihr Werk<br />

verlässt, zehn Jungbäume. deisl.com<br />

AB IN DIE ZUKUNFT.<br />

Futuristisch begrüßt man in dieser<br />

Louis-Vuitton-Kreation von Pharrell<br />

Williams 2024. louisvuitton.com<br />

POWER. Virtuos vereint<br />

das neue „Phantom“<br />

Lavendel, kraftvolle Vanille<br />

und holzige Noten. Wer<br />

könnte sich da besser als<br />

Botschafter eignen als<br />

Charlie Heaton aus der<br />

Netflix-Mysteryserie<br />

„Stranger Things“?<br />

pacorabanne.com<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller, SIEGER by FÜRSTENBERG<br />

58 WINTER <strong>2023</strong>


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Die Anatomie des Vertrauens.<br />

Zukunft denken: Kompetent analysieren, effizient handeln.<br />

Vertrauen begründet Wachstum.<br />

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MEMORIES<br />

OF THE FUTURE<br />

Julian Khols Werk widersetzt sich einer genauen Kategorisierung.<br />

Seine Arbeiten erregen Aufsehen, aber eines haben sie alle gemeinsam:<br />

Sie kehren sein Innerstes nach außen und gewähren tiefe Einblicke<br />

in persönliche Erinnerungen und Gedanken des Künstlers<br />

Von Elisabeth Muth<br />

h<br />

Die Werkzeichnung zur Skulptur „Drache“,<br />

<strong>2023</strong>, A3<br />

v<br />

„Drache“, <strong>2023</strong>, 267 x 218 x 173 cm,<br />

mixed media, Parallel Skulpturenpark<br />

„Bewegung No. 3 Die Salige“, <strong>2023</strong>,<br />

120 x 50 x 60 cm, vergoldet<br />

60


ART | PORTRAIT<br />

„Kunst umgibt uns<br />

immer und überall“,<br />

Julian Khols<br />

Arbeiten sind direkt<br />

aus dem Leben<br />

gegriffen, sie<br />

wandeln zwischen<br />

Gegenständlichkeit<br />

und Abstraktion<br />

Fotos: Atelier Khol, Portrait: Hilde van Mas<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

61


ART | PORTRAIT<br />

„Wenn ich<br />

arbeite,<br />

schwimme<br />

ich in mir<br />

wie in einem<br />

Fluss“<br />

Julian Khol<br />

h<br />

„While you were<br />

sleeping II“, 2019,<br />

240 x 90 x 100 cm,<br />

23 Karat vergoldetes<br />

Kupfer<br />

k<br />

„Let's stay like this<br />

forever“, 2022,<br />

31 x 10 x 7 cm,<br />

Stahl vergoldet<br />

Wenn man mit Julian Khol spricht, merkt<br />

man schnell, dass er sein Leben nicht in die<br />

Zeit als internationales Fashion-Model für<br />

Designer wie Jean Paul Gaultier, Valentino<br />

und Armani, als Student oder als Künstler<br />

gliedert. Sondern in die Zeit vor 9/11 und<br />

danach oder vor, während und nach den<br />

Covid-19-Lockdowns. Es sind diese Großereignisse,<br />

die den Fluss seines Lebens am<br />

stärksten beeinflussen. Das Multitalent<br />

beschreibt es so: „Stromschnellen und Wasserfälle<br />

gehören zu mir dazu, und ich sehe sie<br />

als Katalysatoren und nicht als Hindernisse.“<br />

Als er in New York durch die Terroranschläge<br />

am 11. September 2001 zum Innehalten<br />

gebracht wurde, beschloss er, seinem<br />

langjährigen Traum zu folgen und nach Wien<br />

zurückzugehen, um Kunst zu studieren.<br />

„Kunst durchflutet einfach alles“, so Julian<br />

Khol, „egal was man gerade tut und in welchen<br />

Lebensphasen man steckt.“ Er begann<br />

also 2004 an der Akademie der Angewandten<br />

Kunst unter Christian Ludwig Attersee zu<br />

studieren, verließ jedoch Wien 2008 wieder,<br />

um sich an der Kunstakademie in Düsseldorf<br />

einzuschreiben, die er 2011 in der Meisterklasse<br />

von Herbert Brandl abschloss. Attersee<br />

und Brandl, zwei wichtige Persönlichkeiten,<br />

die ihn menschlich und künstlerisch beeinflusst<br />

haben und nach wie vor begleiten.<br />

Khols expressiver, figurativer Stil ist sicherlich<br />

geprägt von der Wiener Schule und<br />

ebenso vom Expressionismus der frühen<br />

1920er-Jahre. Seine Arbeiten wechseln zwischen<br />

Gegenständlichkeit und Abstraktion,<br />

vermitteln Kraft und Klarheit von Motiven<br />

und Farben und finden immer wieder Anlehnungen<br />

im italienischen Futurismus oder der<br />

Foto: Atelier Julian Khol, Werkbilder für Galerie Kandlhofer<br />

62 WINTER <strong>2023</strong>


„A space odyssey“, 2001,<br />

183 x 130 x 65 cm,<br />

Epoxy Glasfaser,<br />

Mondgold vergoldet<br />

63


ART | PORTRAIT<br />

hh<br />

Hotel Heureka in Venedig mit<br />

einem von Julian Khols Werken<br />

b<br />

„Nights out NYC“, 2020,<br />

150 x 165 cm, Öl auf Leinwand<br />

„Meine Werke<br />

kommen<br />

aus dem<br />

puren Leben<br />

und sagen Ja“<br />

Julian Khol<br />

„The memory of a city a time<br />

and a place more of a feeling<br />

outdoors and far away ...“,<br />

2021, 220 x 150 cm, Öl und<br />

Sprayprint auf Canvas<br />

„Midnight in a perfect world“,<br />

2021, mixed media lackiert,<br />

Stahlsockel<br />

Zeit der Jungen Wilden. Sie öffnen den Raum<br />

und spielen mit dem Raum und der Dreidimensionalität.<br />

Zurzeit arbeitet der Künstler<br />

mehr skulptural, für ihn ist das Medium selbst<br />

allerdings irrelevant. „Skulpturen sind gerade<br />

in den Vordergrund gerückt, das hat sich mir<br />

aufgedrängt, alle Dinge hängen zusammen<br />

und suchen sich ihre eigene Sprache, egal ob<br />

Malerei oder Skulptur.“<br />

Als durch die Lockdowns alles stillstand,<br />

werkte er in seinem Atelier in Wien und intensivierte<br />

die Arbeit an sich selbst, er richtete den<br />

Blick nach innen, wie er erklärt: „Wenn sich<br />

Unschönes wiederholt, beobachte dich selbst.“<br />

Dies führte zu einem Selbstreinigungsprozess<br />

und einer Reduktion auf das für ihn Wesentliche.<br />

Wenn Julian Khol arbeitet, tut er dies in<br />

tiefer Zurückgezogenheit, ist in sich versunken<br />

und mit sich selbst in Kontakt. Und genau aus<br />

dieser Empfindung heraus entstehen seine<br />

Werke, genau in dem Moment, in dem er sein<br />

Innerstes spürt und lebt. Diese Herangehensweise<br />

hat er verfeinert, was auch seine Arbeit<br />

veränderte. Die Ruhe, mit der er an Projekte<br />

herangeht, ist eine Art geschäftiger Gelassenheit,<br />

seine Skulpturen so etwas wie eingefrorene<br />

Zeitfragmente, Momente, in die er voll und<br />

ganz eintaucht und in denen er einzelne<br />

Bewegungen einfängt. Gedankengänge, die<br />

gespeichert, immer wieder verändert werden,<br />

um dann sichtbar gemacht zu werden. Er<br />

drückt Empfindungen, Energien, Unter- und<br />

Unbewusstes frei aus und übersetzt es in eine<br />

Bild- und Formsprache. Expressiv, eruptiv und<br />

konzentriert.<br />

Wer einen Khol sammelt, weiß um seine<br />

Beweggründe und schätzt die Ehrlichkeit seiner<br />

Arbeit. „Viele Sammler, Kuratoren und<br />

Kunstvermittler sind über die Zeit Freunde<br />

geworden, man tauscht sich aus, schätzt sich<br />

und ist miteinander gewachsen. Das ist das<br />

größte Kompliment, das man mir machen<br />

kann“, so Julian Khol. Die meist seriellen Arbeiten<br />

sind format- und materialunabhängig und<br />

drehen sich um Körperstudien, Tiere, Masken<br />

und auch Landschaften. Gemälde werden oft<br />

in Beziehung zu seinen Plastiken gestellt, der<br />

Fokus von der Leinwand losgelöst und in eine<br />

Symbiose mit den Skulpturen gebracht, die<br />

Bilder entfliehen der eigenen Zweidimensionalität.<br />

Und sind somit ein ständiges Spiel<br />

zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.<br />

Julian Khols Arbeit wurde in diversen Einzel-<br />

und Gruppenausstellungen national und<br />

international gezeigt, oft sogar gemeinsam mit<br />

berühmten Kunstgrößen wie Franz West,<br />

Herbert Brandl, Arnulf Rainer, Anne Imhof,<br />

Andy Warhol oder Erwin Wurm. p<br />

juliankhol.com<br />

Fotos: Masterplan-a, Atelier Julian Khol<br />

64<br />

64 WINTER <strong>2023</strong>


SALZBURG - GSTAAD - LONDON - HONG KONG<br />

www.aenea.com


„Facing Myself“<br />

66


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

David Drebin<br />

Episch, dramatisch und allem voran cineastisch sind<br />

Worte, die David Drebins Stil wohl am besten beschreiben.<br />

„Meine Bilder sollen eine Geschichte erzählen. Sie<br />

sollen Türen zu einer geheimnisvollen Gedankenreise öffnen, die die<br />

betrachtende Person für einen Augenblick die sie umgebende Welt<br />

vergessen lässt“, erklärt der Fotograf. Die narrative Komponente<br />

seiner Werke steht für Drebin stets im Vordergrund. Jede seiner<br />

Arbeiten ist von kreativer Einzigartigkeit geprägt, dennoch setzt sein<br />

Signature-Style eine eindeutige Unterschrift unter jedes Bild <strong>–</strong> eine<br />

romantische Melancholie mit einem Hauch Erotik, die sowohl elegant<br />

als auch voyeuristisch in eine aufregende Fantasie einlädt.<br />

1970 in Toronto geboren, absolvierte Drebin ein Studium an der<br />

prestigeträchtigen New Yorker Parsons School of Design. The Big<br />

Apple ließ ihn nicht mehr los, und so wurde er zu einem Wahl-New-<br />

Yorker. Hier begann auch seine Karriere als Auftrags- und Werbefotograf.<br />

Er arbeitete für Kunden wie American Express und Davidoff,<br />

seine Bilder erschienen in „Vanity Fair“, „GQ“, „Elle“ und „Rolling<br />

Stone“, und er porträtierte Showgrößen wie Charlize Theron, John<br />

Legend, Sandra Bernhard und Kevin Bacon.<br />

Doch Drebin feiert nicht nur in den Printmedien Erfolge, sondern<br />

auch am Kunstmarkt. Mit seinen „visual dreamscapes“ zieht er weltweit<br />

Sammler und Kunstliebhaber in seinen Bann und stellte seine<br />

hyperrealistischen Fotografien in Wien, Amsterdam, Brüssel, Paris,<br />

Berlin, Istanbul, Miami und New York aus. Einer seiner größten<br />

Fans ist die Pop-Ikone Elton John, und Drebins Werke <strong>–</strong> liebevoll<br />

schon „Drebins“ genannt <strong>–</strong> erzielen mittlerweile Preise im fünfstelligen<br />

Bereich. Bereits sieben Bestseller in petto, erschien im Juni<br />

<strong>2023</strong> im teNeues-Verlag sein aktuelles Buch „Flirting with Danger“.<br />

Auf 144 Seiten lädt der Fotograf erneut dazu ein, in seine Welt einzutauchen,<br />

die von Femmes fatales und pittoresken Schauplätzen<br />

geprägt ist.<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: David Drebin<br />

daviddrebin.com<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

67


x<br />

„Yellow Fever“<br />

xx<br />

„Diamond Crusher“<br />

68


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

x<br />

„Outside the Bubble“<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

69


x<br />

„The Great Beauty“<br />

70


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

x<br />

„Private Mission“<br />

xx<br />

„Alone in Paradise“<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

71


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

v<br />

„Risky Landing“<br />

c<br />

„Cinematic Beauty“<br />

72 WINTER <strong>2023</strong>


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Imposant und mächtig,<br />

wie sich der Herrscher<br />

selbst gerne gesehen<br />

hat, ist auch das<br />

Reiterstandbild von<br />

Ludwig XIV. vor dem<br />

Schloss Versailles<br />

74


HISTORY<br />

SONNENKÖNIG<br />

MIT SCHATTENSEITEN<br />

Ludwig XIV. prägte seine Epoche, bewirkte eine Hochblüte der Kunst,<br />

machte Frankreich zur führenden Kulturnation und Militärmacht Europas,<br />

führte zahlreiche Kriege aus reiner Ruhmessucht und hinterließ ein<br />

verarmtes, ausgeblutetes Königreich<br />

Von Percival Pachta-Rayhofen<br />

Fotos: Alamy, Shutterstock<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

75


HISTORY<br />

Pierre Mignard (1612-1695): „Jules Raymond<br />

Kardinal Mazarin, 1. Herzog von Rethel,<br />

Mayenne und Nevers“<br />

Schon die Geburt Ludwigs wurde<br />

als Wunder angesehen, kam<br />

er doch erst nach 23 Jahren Ehe<br />

seiner Eltern Ludwig XIII. und<br />

Anna von Österreich aus der<br />

spanischen Linie der Habsburger<br />

im Jahre 1638 zur Welt.<br />

Bereits mit fünf Jahren wurde der kleine<br />

Ludwig nach dem frühen Tod seines Vaters<br />

als Ludwig XIV. zum König von Frankreich<br />

gekrönt. Die Regentschaft für den Minderjährigen<br />

übernahm seine Mutter mit dem<br />

gewieften Kardinal Mazarin als Berater und<br />

Mentor des jungen Königs. Kardinal Mazarin<br />

wurde übrigens nie zum Priester geweiht,<br />

was damals kirchenrechtlich durchaus<br />

möglich war. Er war dem jungen Ludwig fast<br />

väterlich zugetan und nahm ihn sehr bald zu<br />

den Sitzungen des Staatsrates mit, um ihn<br />

so die Kniffe und Winkelzüge der Politik<br />

erlernen zu lassen. Ludwig erwies sich als<br />

aufmerksamer Schüler und lernte schnell.<br />

Sofort mit seiner Volljährigkeit und dem<br />

Tod des allgegenwärtigen Kardinals erklärte<br />

der 22-jährige König seinen Ministern, dass<br />

fortan ohne seine persönliche Unterschrift<br />

nichts mehr Geltung haben solle. Die Grundzüge<br />

absolutistischer Herrschaft waren somit<br />

vorgezeichnet.<br />

Weil man seiner Mutter, der Regentin,<br />

nicht zutraute, die Zügel der Regierung fest<br />

in der Hand zu behalten, war die Kindheit<br />

und Jugend Ludwigs geprägt von politischen<br />

Intrigen, Adelsrevolten und Bürgeraufständen.<br />

Letztlich wurden die Rebellen niedergehalten,<br />

doch sollte Ludwig diese Eindrücke<br />

niemals mehr vergessen. Insbesondere der<br />

Widerstand des Hochadels gegen das Königtum<br />

war ausschlaggebend dafür, dass<br />

Ludwig den Adel ständig unter Kontrolle<br />

haben wollte. Dies ist eine der Erklärungen<br />

für die geradezu monumentale Hofhaltung,<br />

denn es wurde zur Pflicht, am königlichen<br />

Hof ständig präsent zu sein, sofern man im<br />

Königreich Frankreich etwas gelten wollte.<br />

Damit einher gehen somit auch die gigantischen<br />

Ausmaße des Schlosses von Versailles,<br />

das nicht nur der königlichen Familie und<br />

zahllosen Bediensteten, sondern auch den<br />

wichtigsten Repräsentanten des Adels und<br />

den Spitzenbeamten samt deren Familien<br />

und Dienerschaft Platz bieten musste, somit<br />

nicht weniger als 10.000 Personen!<br />

DER SONNEN-<br />

KÖNIGSKULT<br />

Ludwig XIV. betrachtete seine Macht als gottgegeben,<br />

und er sah sich wie die Sonne, die er<br />

als Emblem wählte, stets als Mittelpunkt von<br />

allem, alles erstrahlte durch ihn, den Sonnenkönig,<br />

nichts sollte ohne ihn Geltung haben.<br />

Er pflegte diesen Personenkult konsequent,<br />

schon das Morgenritual, sein „Lever“, wurde in<br />

Anwesenheit von 200 Adeligen, Beamten und<br />

Bediensteten zelebriert. Wer sich Einfluss,<br />

Ämter oder andere königliche Begünstigungen<br />

erhoffte, musste laufend anwesend sein,<br />

dem König huldigen und im Schloss Versailles<br />

eine Wohnung beziehen. Mit dieser bewusst<br />

gesteuerten Zurschaustellung von Pracht und<br />

Macht verfolgte der Sonnenkönig zwei Ziele:<br />

einerseits die eigene Überhöhung zu unterstreichen<br />

und andererseits die Größen des<br />

Reiches ständig im Auge zu haben.<br />

DIE KÖNIGLICHE<br />

REGIERUNG<br />

In seinen Regierungsgeschäften wurde<br />

Ludwig von einer Reihe tüchtiger Minister<br />

unterstützt, wie etwa Fouquet, Colbert und<br />

Louvois. Die beiden teuersten Lieblingsbeschäftigungen<br />

des Monarchen neben Jagd,<br />

Frauen und Kunst, nämlich Kriegführung und<br />

Bauwut, verschlangen Unsummen. Fouquet<br />

O<br />

Claude Lefèbvre (1617-1655): „Porträt<br />

des jungen Königs Ludwig XIV.“, um 1670<br />

h<br />

Der weltberühmte Spiegelsaal im Schloss<br />

Versailles, eine wirklich prachtvolle<br />

Machtpräsentation des Sonnenkönigs<br />

Fotos: Alamy, Shutterstock<br />

76<br />

WINTER <strong>2023</strong>


Am Opernring • Opernring 10 • Wien<br />

Telefon: (01)5126084 • e-mail:opernring@ligne-roset.at


HISTORY<br />

R<br />

Das Reiterstandbild von Ludwig<br />

XIV. wurde oft und gerne in der<br />

weitläufigen Anlage gezeigt<br />

U<br />

Schloss Versailles mit einem<br />

Teil<br />

Kleopatra<br />

der opulenten<br />

lässt<br />

Gartenanlagen,<br />

tödliche Gifte<br />

an Verurteilten<br />

die Ludwig<br />

testen<br />

XIV. sehr<br />

am Herzen<br />

von Alexandre<br />

gelegen<br />

Cabanel,<br />

sind und<br />

1887<br />

ein<br />

Sinnbild seiner Macht waren<br />

als gerissener Finanzjongleur schaffte es<br />

immer wieder, neues Geld für die gigantischen<br />

Staatsausgaben aufzutreiben. Als<br />

Fouquet schließlich allzu dreist in die eigene<br />

Tasche wirtschaftete, wurde er angeklagt,<br />

musste in seiner eigenen Festung regelrecht<br />

belagert werden und wurde schließlich vom<br />

Comte d’ Artagnan <strong>–</strong> unsterblich geworden<br />

durch Alexandre Dumas’ Musketiergeschichten<br />

<strong>–</strong> verhaftet und auf königlichen<br />

Befehl hingerichtet. Die nunmehr brotlos<br />

gewordenen Architekten Fouquets wurden<br />

von Ludwig kurzerhand übernommen, wobei<br />

insbesondere Andre Le Notre in der Folge mit<br />

den prachtvollen Gartenanlagen von Versailles<br />

Berühmtheit erlangen sollte.<br />

Fouquets Nachfolger Colbert entwickelte<br />

den Merkantilismus, förderte den Außenhandel<br />

und die Errichtung von Manufakturen und<br />

konnte so den Staatshaushalt einiger maßen<br />

stabilisieren. Louvois als Kriegsminister<br />

gelang es, die französische Armee zur schlagkräftigsten<br />

Europas zu organisieren.<br />

KÖNIGLICHE<br />

BAUWUT<br />

Geradezu manische Aktivität entfaltete der<br />

König beim Bau von Schlössern. Den Louvre<br />

in Paris ließ er teilweise abreißen und aufwendig<br />

umbauen, um dann doch kaum genutzt<br />

zu werden. Denn Ludwig hatte Gefallen an<br />

einem kleinen, unscheinbaren Jagdschlösschen<br />

gefunden, das seinem Vater für Schäferstündchen<br />

gedient hatte, weil diskret außerhalb<br />

von Paris gelegen, und zwar bei dem<br />

Dorf Versailles. Obwohl klimatisch wegen der<br />

Sümpfe und von der Wasserversorgung her<br />

eher ungeeignet, fiel die Wahl des Königs auf<br />

Versailles, um mit dem weltberühmten Palastbau<br />

sein Königtum in aller nur möglicher<br />

Pracht erstrahlen zulassen. Während seiner<br />

gesamten Regierungszeit wurde das Schloss<br />

von Versailles umgebaut und erweitert und<br />

verbrauchte dabei ungeheure Geldmittel. Bis<br />

zu 36.000 Arbeiter wurden hier beschäftigt,<br />

nicht mitgerechnet die abkommandierten<br />

Infanterieregimenter, die für die notwendigen<br />

Erdbewegungen eingesetzt wurden. Kanäle<br />

von 40 km Länge mussten gegraben werden,<br />

um die erforderlichen Wassermengen für das<br />

Schloss und seine Gartenanlagen mit hunderten<br />

Springbrunnen und Wasserkaskaden<br />

herbeizuschaffen.<br />

FRAGLICHER<br />

KRIEGSRUHM<br />

Ludwig XIV. führte einige Kriege, nicht zur<br />

Verteidigung Frankreichs, auch nicht um<br />

wirtschaftliche Vorteile durch neue Gebiete<br />

zu erlangen, sondern hauptsächlich aus reiner<br />

Ruhmessucht. Seine Feldzüge inszenierte<br />

er wie festliche Ausflüge, mit viel Pomp,<br />

seinem Hofstaat und seinen Frauen, die<br />

ihn auch trotz Schwangerschaft begleiten<br />

mussten. Er liebte Belagerungen befestigter<br />

Städte, weil diese im 17. Jahrhundert eine<br />

Fotos: Alamy, Shutterstock<br />

78 WINTER <strong>2023</strong>


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Ladenstein<br />

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HISTORY<br />

systematische Angelegenheit ohne plötzliche<br />

Überraschungen darstellten. Bei der<br />

einzigen Gelegenheit, bei der er als Sieger in<br />

einer Feldschlacht hätte brillieren können,<br />

als seine Armee auf ein stark unterlegenes<br />

Heer der Niederländer traf, verweigerte er<br />

die Schlacht. Dieser Umstand wurmte ihn<br />

später bis ins hohe Alter.<br />

Bei den fünf Kriegen, die er durchwegs<br />

mutwillig anfing, hatte er zunächst kleinere<br />

Erfolge, insbesondere gegen das geschwächte<br />

Spanien in den damals spanischen Niederlanden<br />

und gegen die Niederlande selbst.<br />

Seine Aggressivität führte aber dazu, dass<br />

sich mehr und mehr europäische Mächte<br />

zusammenschlossen, um sich wirksam zur<br />

Wehr setzen zu können. Im letzten und<br />

ruinösesten seiner Kriege, dem Spanischen<br />

Erbfolgekrieg, hatte er bereits eine Koalition<br />

aus Österreich, England, den Niederlanden<br />

und zahlreichen kleineren Fürstentümern<br />

des Heiligen Römischen Reiches gegen sich.<br />

Mit diesem 13 Jahre dauernden Ringen in<br />

Europa, Amerika, Asien und auf allen Weltmeeren<br />

löste er gleichsam einen Weltkrieg<br />

aus, weil er seinen Neffen auf dem spanischen<br />

Thron sehen wollte. Dabei schreckte<br />

er auch vor systematischen Gräueltaten<br />

nicht zurück, wie die verheerende Verwüstung<br />

der Pfalz und das Niederbrennen von<br />

Heidelberg bezeugen. Den herausragenden<br />

militärischen Talenten des Prinzen Eugen<br />

und des Herzogs von Marlborough aufseiten<br />

der antifranzösischen Koalition ist es<br />

schließlich zu danken, dass der Aggressor<br />

Frankreich in die Schranken gewiesen werden<br />

konnte.<br />

Zurück blieben schließlich tausende<br />

Tote, verwüstete Landstriche in Deutschland,<br />

ein bankrotter Staatshaushalt und<br />

eine notleidende Bevölkerung in Frankreich.<br />

Auch gegen die protestantische Minderheit<br />

in Frankreich ließ der König mit<br />

Härte vorgehen, deren Freiheiten wurden<br />

eingeschränkt, Gotteshäuser geschlossen,<br />

allerlei Schikanen verhängt und schließlich<br />

wurde sogar im benachbarten unabhängigen<br />

Herzogtum Savoyen ein regelrechter<br />

blutiger Kreuzzug gegen die „Waldenser“,<br />

die dort in den Bergtälern lebenden Protestanten,<br />

losgetreten.<br />

René-Antoine Houasse<br />

(1645-1710):<br />

„Reiterporträt von<br />

Ludwg XIV.“, um 1674.<br />

Wie damals so üblich,<br />

ließen sich die<br />

Herrscher, in vollem<br />

Ornat, mit ihren<br />

Lieblingspferden<br />

porträtieren<br />

Fotos: Alamy, Shutterstock<br />

80 WINTER <strong>2023</strong>


O<br />

Charles Beaubrun (1604-1692): „Maria<br />

Teresa de Austria mit dem Grand Dauphin“<br />

U<br />

Pierre Mignard (1612-1695): „Françoise<br />

d'Aubigné, Marquise de Maintenon“.<br />

Sie war seine große Liebe in seinen<br />

späteren Lebensjahren<br />

FRAUEN IM<br />

GLANZ UND<br />

SCHATTEN DES<br />

SONNENKÖNIGS<br />

Ludwig galt als charmanter Erzähler und<br />

guter Tänzer und war weiblicher Gesellschaft<br />

durchaus zugetan. Als verliebter Jüngling<br />

musste er schweren Herzens auf seine erste<br />

Liebe verzichten, um die übliche politisch<br />

arrangierte Ehe mit María Teresa de Austria,<br />

Infantin von Spanien, einzugehen. Diese<br />

Beziehung war keine sehr glückliche, denn<br />

obwohl ihm seine Ehefrau sechs Kinder<br />

gebar, sparte er nicht mit Gemeinheiten ihr<br />

gegenüber und wandte sich bald anderen<br />

Frauen zu. So hatte es ihm etwa die schüchterne<br />

Louise de La Vallière angetan. Aus<br />

großem Respekt vor seiner Mutter versuchte<br />

er bis zu deren Tod diesbezüglich größte Diskretion<br />

zu wahren. Nachdem er die hübsche<br />

und überaus charmante Françoise-Athénaïs<br />

Marquise de Montespan kennengelernt hatte,<br />

geriet die unerfahrene de La Vallière bald in<br />

Vergessenheit, wurde jedoch großzügigst<br />

entschädigt und zur Herzogin erhoben. Der<br />

lebenslustigen Montespan war er einige Zeit<br />

rettungslos verfallen, hatte zahlreiche Kinder<br />

mit ihr, stand für ihren kostspieligen Hang<br />

zum Luxus und ihre bedeutenden Spielschulden<br />

gerade und ließ ihr zwei Schlösser bauen.<br />

Untypischerweise fühlte er sich schließlich<br />

zu Françoise Scarron, der verwitweten<br />

Gouvernante seiner Kinder mit Montespan,<br />

hingezogen. Sie war eigentlich das genaue<br />

Gegenteil der Montespan, etwas älter, sehr<br />

religiös und wenig glamourös. Und womit<br />

niemand gerechnet hatte: Er ehelichte sie<br />

sogar, nachdem er sie ebenfalls nobel ausgestattet<br />

und ihr den Titel Marquise de<br />

Maintenon verliehen hatte. Möglicherweise<br />

war das zurückhaltende und überlegte<br />

Wesen der Maintenon das Attraktive für<br />

Ludwig XIV. in seiner späteren Lebensphase.<br />

SONNEN-<br />

UNTERGANG<br />

Das Erbe, das der schließlich kränkliche<br />

Sonnenkönig mit seinem Tod 1715 nach über<br />

70 Jahren Regentschaft hinterließ, ist sicherlich<br />

differenziert zu beurteilen. Einerseits<br />

hat er unzweifelhaft einer ganzen Epoche<br />

seinen Stempel aufgedrückt. Ganz Europa<br />

eiferte dem französischen Vorbild betreffend<br />

Architektur, Kunst und Etikette nach. Fraglos<br />

hat er in Frankreich eine kulturelle Blütezeit<br />

gefördert und auch ein geordnetes, stark zentralisiertes<br />

Staatswesen mit veranlasst. Dieser<br />

ausgeprägte Zentralismus ist noch heute<br />

in Frankreich spürbar. Er gilt als die Verkörperung<br />

des monarchischen Absolutismus<br />

schlechthin, den berühmten Satz „Der Staat<br />

bin ich“ dürfte er allerdings nie gesagt haben.<br />

Andererseits hat er aus vornehmlich egozentrischen<br />

Motiven heraus blutige Kriege<br />

geführt und damit zusätzlich riesige Staatsschulden<br />

angehäuft, die letztlich ein paar<br />

Jahrzehnte später Mitauslöser der Französischen<br />

Revolution waren. <br />

p<br />

81


LA<br />

NUOVA<br />

DOLCE<br />

VITA<br />

Als zeitlos elegantes Hochleistungsfahrzeug<br />

liefert der Ferrari Roma Spider eine<br />

moderne Interpretation des von Schick<br />

und Vergnügen geprägten italienischen<br />

Lebensstils der 1950er­ und 60er­Jahre.<br />

Der neue Spider übernimmt Pro por ti onen,<br />

Volumen und Spezifikationen des überaus<br />

erfolgreichen V8 2+ Konzepts des Ferrari<br />

Roma. Was ihn davon abhebt, ist das Stoffverdeck:<br />

54 Jahre nach dem Erscheinen<br />

des 365 GTS4 im Jahr 1969 präsentiert<br />

das Cavallino Rampante diese Lösung<br />

wieder in einem Modell mit Frontmotor.<br />

Verbrauchs­ und Emissionswerte Ferrari Roma Spider: Kraftstoff verbrauch<br />

(gewichtet, kombi niert) 10,8 l/100 km, CO 2<br />

­Emissionen (gewichtet, kombiniert) 251 g/km.


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Zeitlose Eleganz, konsequenter Fahrspaß, verwöhnender Komfort und üppige Ausstattung <strong>–</strong><br />

der Ferrari Roma Spider ist eine moderne Interpretation des von Schick und Vergnügen<br />

geprägten italie nischen Lebensstils der 1950er- und 60er-Jahre.<br />

Der Ferrari Roma Spider ist geprägt vom Konzept „La Nuova Dolce<br />

Vita“: Mit ihm lässt sich die Welt außerhalb der Stadt grenzen erfahren,<br />

ele gant und entspannt unter freiem Himmel <strong>–</strong> sowie dynamisch<br />

und reak tionsschnell zugleich.<br />

Das macht ihn zum perfekten Begleiter für ein kurzes Wochen ende<br />

außerhalb der Stadt oder für eine längere Reise. Das neue Modell<br />

zeigt sich erstaunlich vielseitig. Zum Beispiel dank des klasse n­<br />

größten Kofferraums samt umklapp baren Rück sitz lehnen. So lässt<br />

sich auch größeres Gepäck lässig verstauen.<br />

Drahtlose Konnektivität per Wireless Android Auto und Wireless<br />

Apple CarPlay gibt es serienmäßig. Und die 18­fach verstell­ und<br />

heizbaren, ergonomischen Sitze sind für kältere Tage auch mit<br />

optionalem Nackenwärmer lieferbar.<br />

Der Stil des Roma Spider ist geprägt durch klares Design und die<br />

perfekte Symbiose der verschiedenen Elemente. Seine harmonischen<br />

Proportionen und die reinen, eleganten Volumen stehen<br />

vollkommen im Einklang mit der großen Tradition der Ferrari­<br />

GT­Modelle mit Frontmotor. Dadurch ergibt sich seine kultivierte,<br />

zeitgemäße Eleganz. Die lang gezogene Motorhaube unterstreicht<br />

die schlanke Silhouette und verleiht der gesam ten Karosserie<br />

einen Ausdruck von Geschmeidigkeit und Dynamik.<br />

Das Innere des Ferrari Roma Spider ist wie beim Ferrari Roma in<br />

ein Doppelcock pit unterteilt. Die separaten Bereiche für Fahrer und<br />

Beifahrer sind eine zeitge mäße Interpretation des Doppelcockpit­<br />

Konzepts, das seine Wurzeln in Modellen der 1970er­Jahre hat. Die<br />

Kabine zeigt ein beinahe symmetrisches Layout <strong>–</strong> mit einer organischen<br />

Verteilung von Räumen und Funktionselementen. Dadurch<br />

fühlt sich der Beifahrer stark in das Fahrer leb nis eingebunden: fast<br />

wie ein Copilot. Alle Formen wurden von Hand gestaltet, um ein<br />

skulpturales Volumen zu schaffen, in dem strukturelle Kontinuität<br />

zwischen den verschiedenen Elementen der Kabine entsteht.<br />

Die einmaligen Qualitätsstandards von Ferrari und der zunehmende<br />

Fokus auf hervorragenden Kundendienst liegen auch<br />

dem umfangreichen siebenjährigen Wartungsprogramm für<br />

den Ferrari Roma Spider zugrunde. Dieses Programm deckt die<br />

gesamten regelmäßigen Wartungen in den ersten sieben Jahren<br />

ab. Dieser exklusive Service gibt Kunden die Gewissheit, dass ihr<br />

Fahrzeug in diesen sieben Jahren das Spitzenniveau an Leistung<br />

und Sicherheit beibehält.<br />

Offizieller Ferrari Vertragspartner<br />

Scuderia Gohm GmbH<br />

Laxenburger Straße 155­161<br />

2331 Vösendorf<br />

T. +43 1 3613939<br />

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Das sogenannte Grand Palais<br />

ist ein architektonisches<br />

Meisterwerk und Teil der<br />

riesigen Anlage von Versailles,<br />

in der Ludwig XIV. seinen Hof<br />

versammelte<br />

84


IM GLANZ<br />

DER SONNE<br />

Das Château de Versailles ist zweifellos eines der<br />

geschichtsträchtigsten und berühmtesten Schlösser<br />

der Welt <strong>–</strong> und es hat viel zu erzählen. Der opulente<br />

Prachtband „From Louis XIV to Jeff Koons“ nimmt<br />

sich nun seiner wechselvollen Historie an und<br />

präsentiert sie in detailverliebter Präzision<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

Der Prachtband ist<br />

in limitierter<br />

Auflage im Assouline<br />

Verlag erschienen<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Fotos: Châteaux de Versailles, Courtesy of Assouline<br />

Schloss Versailles ist eine der größten Palastanlagen Europas und war von der<br />

Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Französischen Revolution<br />

die Hauptresidenz der Könige von Frankreich. Ursprünglich war der Barockbau<br />

als Jagdschloss für Ludwig XIII. errichtet worden, der es für seine privaten<br />

Vergnügungen nutzte. Erst ab 1661 unter Ludwig XIV. wurde die<br />

Anlage in mehreren Phasen zum Regierungssitz aus- und umgebaut. Und<br />

wenn man eines über den sogenannten Sonnenkönig weiß, der Frankreich<br />

mehr als 70 Jahre lang regierte, dann, dass er sich gern mit schönen<br />

Dingen umgeben hat. Sein absoluter Herrschaftsanspruch findet auch<br />

baulich seinen Ausdruck in Schloss Versailles, denn allein das Hauptgebäude<br />

zählt rund 700 Zimmer. Die prächtige Innenausstattung<br />

wurde von Charles Le Brun konzipiert, die weltberühmten Gartenanlagen<br />

von André Le Nôtre. Letzterer galt als oberster Gartenarchitekt<br />

Ludwig XIV., er prägte auf diese Weise nachhaltig den Stil des<br />

französischen Barockgartens. Der ultimative Prachtband „From<br />

Louis XIV to Jeff Koons“ aus dem Hause Assouline widmet sich<br />

nun der Rolle, die Versailles bei einer Reihe von wichtigen historischen,<br />

sozialen und kulturellen Ereignissen in der französischen<br />

Geschichte spielte. Auf üppigen 234 Seiten und mit<br />

200 Abbildungen reich illustriert, gibt das Werk einen einzigartigen<br />

Einblick in die Historie <strong>–</strong> von der Errichtung bis zum<br />

Empfang berühmter Gäste wie Mozart, den Kennedys oder<br />

Königin Victoria. Zu den zeitgenössischen Darstellungen<br />

gehört ein Überblick über moderne Künstler, die in Versailles<br />

ausgestellt haben, beginnend mit Jeff Koons im Jahr 2008.<br />

Die Sonderausgabe dieses Coffee-Table-Books ist fast so<br />

opulent wie das Schloss selbst, denn jedes der auf<br />

100 Stück limitierten Bücher ist signiert, mit einem<br />

gemeißelten Metallmedaillon, das den Kopf des Sonnenkönigs<br />

symbolisiert, geschmückt und wird in einer<br />

exquisiten Samtschatulle präsentiert. Der Assouline<br />

Verlag spendet zudem 25 Prozent des Erlöses dieser<br />

Luxus-Edition an das Château de Versailles und trägt<br />

damit zu dessen Erhalt bei. Verfasst wurde der Band<br />

von Catherine Pégard, der aktuellen Präsidentin von<br />

Versailles, in Zusammenarbeit mit Mathieu da Vinha,<br />

dem wissenschaftlichen Leiter des For schungs -<br />

zentrums des Schlosses. Enthüllt werden viele<br />

spannende Geschichten, die sich in dem prächtigen<br />

Bauwerk einst zugetragen haben.<br />

Beeindruckend und opulent sind auch alle<br />

Darstellungen, die Ludwig XIV. zeigen<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

85


86


vv<br />

Die großzügigen Gartenanlagen<br />

konzipierte der weltbekannte<br />

Landschaftsarchitekt André le Notre<br />

vc<br />

Details der wunderbaren Handwerkskunst<br />

zeugen vom kreativen Reichtum<br />

der damaligen Ära<br />

COFFEE TABLE BOOK<br />

v<br />

Auch der großartige Film von Sofia<br />

Coppola aus dem Jahr 2006 mit Kirsten<br />

Dunst spielt im Châteaux<br />

vx<br />

Die strenge Geometrie der Gartenanlagen<br />

war typisch, Ludwig XIV. hat sich damit<br />

ein ewiges Denkmal geschaffen<br />

Fotos: © Sony Pictures_courtesy Everett Collection, RMN-Grand Palais <strong>–</strong> Christophe Fouin, RMN-Grand Palais, Courtesy of Assouline<br />

v<br />

Ludwig XIV. gab opulente Dinnerabende in<br />

seinen Privatgemächern, die Herren<br />

waren zuerst geladen, die Damen durften<br />

später nachkommen<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

87


COFFEE TABLE BOOK<br />

O<br />

Ludwig XIV. liebte es, sich hofieren zu lassen,<br />

und legte großen Wert auf höfische Manieren<br />

hhh<br />

Gian Lorenzo Bernini schuf diese Büste von<br />

Ludwig XIV., als er auf dessen Einladung nach Paris<br />

kam, um am Louvre zu arbeiten. Eines der wenigen<br />

sehr detailreichen Porträts des Herrschers<br />

hh<br />

Versailles diente im Lauf der Jahre auch für<br />

Luxusbrands wie Dior als Location für großartige<br />

Couture-Shows, wie hier 2012 bei der Präsentation<br />

von „Dior’s Secret Garden“ im Spiegelsaal<br />

h<br />

Das letzte große bauliche Projekt von Ludwig XIV.<br />

war die „Royal Chapel“, hier fanden alle<br />

Hochzeiten, Taufen und kirchlichen Feste statt<br />

Auch das wertvolle<br />

Porzellan war an<br />

Opulenz und<br />

Kreativität nicht zu<br />

überbieten<br />

Foto: Château de Versailles <strong>–</strong> dist. RMN<strong>–</strong>Grand Palais <strong>–</strong> Christophe Fouin, Courtesy of Assouline<br />

88<br />

WINTER <strong>2023</strong>


1. Platz Co-Working Space<br />

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Aus dem Vollen<br />

schöpfen<br />

Wie Individualität zur<br />

echten Chance wird<br />

Von DI Elke Reitmayer<br />

Architektin und Wohnpsychologische Expertin<br />

F<br />

röhliche Weihnacht überall, tönet durch die Lüfte<br />

froher Schall …“ Und nicht nur der <strong>–</strong> in allen Ecken<br />

glitzert, blinkt und leuchtet es. Die Weihnachtszeit<br />

ist eine Zeit voller Glanz und Lichter, die unsere<br />

Sinne zum Tanzen bringen. Doch während wir uns in den festlichen<br />

Trubel stürzen, sollten wir bedenken, dass diese Reizüberflutung<br />

nicht für jeden angenehm ist. In der Tat fühlen sich viele Menschen<br />

<strong>–</strong> jeder Siebte, um genau zu sein <strong>–</strong> jeden Tag so, denn sie sind neurodivergent.<br />

Aber was bedeutet das eigentlich? Und warum sollten wir<br />

Neurodiversität als Chance betrachten? Der Begriff „Neurodiversität“<br />

wurde von der australischen Soziologin Judy Singer geprägt, die<br />

selbst Autistin ist. Er beschreibt die Vielfalt der menschlichen Gehirne<br />

und betont, dass diese Unterschiede nicht als Handicap, sondern<br />

als Bereicherung betrachtet werden sollten.<br />

Abgesehen davon wird der Begriff Neurodiversität am häufigsten<br />

für neurologische Erkrankungen wie Autismus-Spektrum-Störung,<br />

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Dyslexie,<br />

Dyspraxie und Tourette-Syndrom verwendet, um nur einige zu<br />

nennen. Ein Bericht des globalen Architektur- und Designunternehmens<br />

HOK aus dem Jahr 2019 schätzt den Anteil neurodivergenter<br />

Menschen auf 15<strong>–</strong>20 Prozent. Das sind beeindruckende Zahlen,<br />

die verdeutlichen, wie wichtig es ist, ihre Bedürfnisse zu verstehen<br />

und anzuerkennen. Doch anstatt dies als Problem zu betrachten,<br />

sollten wir es als Chance begreifen. Harvey Blume bringt es auf den<br />

Punkt: „Neurodiversität ist genauso wichtig für die Menschheit wie<br />

Biodiversität für das Leben im Allgemeinen.“ Indem wir die Vielfalt<br />

der menschlichen Gehirne akzeptieren und unterstützen, können<br />

wir eine Gesellschaft schaffen, die von unterschiedlichen Denkweisen<br />

und Fähigkeiten profitiert. Im Pears Building Institute of<br />

Immunity and Transplantation in London traf ich auf Professor Hans<br />

Stauss, der mich mit seiner Offenheit für Neurodiversität und auch<br />

Hypersensibilität überraschte. Hypersensibilität bezieht sich auf eine<br />

erhöhte Empfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen wie Geräuschen,<br />

Gerüchen oder visuellen Eindrücken. Menschen mit Hypersensibilität<br />

nehmen diese Reize intensiver wahr und können dadurch leichter<br />

überstimuliert werden. Doch was wäre, wenn wir ihre Sensibilität<br />

nicht als Schwäche betrachten, sondern als wertvolle Ressource?<br />

Neurodivergente und hypersensible Personen haben eine außergewöhnliche<br />

Fähigkeit, subtile Details wahrzunehmen und feine<br />

Nuancen zu erkennen. Sie sind in der Lage, sich tief in komplexe Aufgaben<br />

zu vertiefen und Lösungen zu finden, die anderen verborgen<br />

bleiben. Diese einzigartige Denkweise kann einen erheblichen Mehrwert<br />

für Unternehmen darstellen.<br />

In einer Welt, die Unterschiede oft als Hindernisse betrachtet,<br />

erkannte Professor Stauss das Potenzial für seinen Fachbereich<br />

und gestaltete die Arbeitswelt des neuen Forschungsgebäudes entsprechend.<br />

Als renommierter Wissenschaftler und Leiter des Zentrums<br />

betonte er die Bedeutung dieser Vielfalt für Forschung und<br />

Medizin. Sein Engagement ist inspirierend <strong>–</strong> wir sollten Unterschiede<br />

nicht stigmatisieren, sondern als wertvolle Ressourcen betrachten.<br />

Foto: Maria Prichner Fotografie<br />

90


KOLUMNE<br />

„Unternehmen erkennen<br />

zunehmend den Wert<br />

von Mitarbeitern mit<br />

unterschiedlichen Denkund<br />

Wahrnehmungsweisen“<br />

Der Fachkräftemangel in Österreich ist ein wachsendes Problem, das<br />

durch den demografischen Wandel und die mangelnde Attraktivität<br />

bestimmter Berufe verursacht wird. Um dem entgegenzuwirken,<br />

müssen Maßnahmen ergriffen werden, um mehr Menschen Zugang<br />

zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Es ist an der Zeit, unsere Arbeitsund<br />

Lebensräume so zu gestalten, dass sie allen Menschen gerecht<br />

werden <strong>–</strong> unabhängig von ihrer neurologischen Diversität. Indem<br />

wir auf akustische Sensibilität achten, Rückzugsorte schaffen und<br />

Reizüberflutung vermeiden, können wir eine Umgebung kreieren,<br />

in der sich jeder wohlfühlt und sein volles Potenzial entfalten kann.<br />

In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für Neurodiversität in<br />

der Gesellschaft und insbesondere am Arbeitsplatz stark entwickelt.<br />

Unternehmen erkennen zunehmend den Wert von Mitarbeitern mit<br />

unterschiedlichen Denk- und Wahrnehmungsweisen.<br />

Um die Vorteile der Neurodiversität am Arbeitsplatz voll auszuschöpfen,<br />

müssen jedoch auch die Arbeitsräume entsprechend<br />

geplant werden. Traditionelle Büroumgebungen sind oft laut,<br />

hektisch und überstimulierend <strong>–</strong> Bedingungen, die für Menschen<br />

mit bestimmten neurologischen Unterschieden besonders herausfordernd<br />

sein können. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen<br />

flexible Wahlmöglichkeiten und unterschiedliche Arbeitswelten<br />

anbieten, die den individuellen Bedürfnissen gerecht werden.<br />

Die Architektur psychologie ist einer der Eckpfeiler, welcher dabei<br />

hilft, die Bedürf nisse architektonisch umzusetzen und aufzuzeigen.<br />

Stellen Sie sich vor, Ihre Arbeitsumgebung bietet eine große Vielfalt<br />

an Räumen <strong>–</strong> von geselligen Begegnungszonen bis hin zu halbprivaten<br />

oder privaten Konzentrationsräumen. Diese unterschiedlichen<br />

Bereiche ermöglichen es den Mitarbeitern, je nach Bedürfnis<br />

den passenden Raum zu wählen und ihre Arbeit effektiv zu erledigen.<br />

Es genügt nicht, diese Räume nur auf dem Plan einzuzeichnen, sie<br />

müssen so gedacht werden, dass sie ihre Aufgabe auch tatsächlich<br />

erfüllen können <strong>–</strong> damit das gelingt, müssen psychologische Verhaltensmuster<br />

mitgedacht werden. Ein weiterer Schritt besteht darin,<br />

Lärmpegel zu reduzieren und visuelle Reize zu minimieren. Dies<br />

kann durch den Einsatz von Schallschutzwänden, akustischen Trennwänden<br />

oder individuellen Arbeitskabinen erreicht werden. Darüber<br />

hinaus sollten Unternehmen auch auf die Beleuchtung achten, da<br />

viele hypersensible Menschen empfindlich auf grelles Licht reagieren.<br />

Eine angemessene Beleuchtung mit der Möglichkeit, diese individuell<br />

anzupassen, kann daher von Vorteil sein. Räume, welche Regeneration<br />

fördern, Arbeitsplätze in verkehrsarmen Bereichen und Arbeitsplätze,<br />

wo Bewegung möglich ist, runden ein gelungenes Angebot ab.<br />

Die Weihnachtszeit erinnert uns daran, dass Vielfalt etwas Schönes<br />

ist. Lasst uns diese Botschaft auch auf unsere Einstellung zur<br />

Neurodiversität übertragen. Denn nur wenn wir die Einzigartigkeit<br />

jedes einzelnen Menschen wertschätzen, können wir eine wirklich<br />

inklusive Gesellschaft schaffen.<br />

elke-reitmayer.at<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

91


Gumpendorferstr.<br />

6/20<br />

1060<br />

Wien / Vienna


Die Schönheit des Reduzierten. Mezza—Maiso ist ein interdisziplinäres Wiener Bureau für Innenarchitektur, Interieur und<br />

Design, das sich in der Schaffung einzigartiger Räume, Objekte und Orte verschrieben hat. mezza-maiso.com


NEW WORK<br />

Wie können neue Arbeitswelten aussehen, um Mitarbeiter<br />

wieder in die Büros zu locken? Eine schwierige Frage, die<br />

zurzeit heiß diskutiert wird. Unternehmen, Interior-<br />

Designer und Architekten setzen dabei auf Individualität,<br />

Nachhaltigkeit und Wohlbefinden<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Foto: Cuauhtémoc González / Roth Productions<br />

94


ARCHITEKTUR<br />

Als Hort der Kreativität ist<br />

das „Fab Lab“ in Tulum ein<br />

Treffpunkt, an dem Experten<br />

modernste Technologien<br />

nutzen, um ihre Design-,<br />

Fertigungs- und<br />

Forschungsfähigkeiten zum<br />

Leben zu erwecken.<br />

Konzipiert wurde dieses<br />

extravagante Bürogebäude<br />

von Roth Architecture<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

95


ARCHITEKTUR<br />

U<br />

Diese Kuppel wurde aus<br />

geflochtenen Baumstämmen<br />

und Ranken gefertigt<br />

UU<br />

Gekrümmte Fenster und<br />

Türen in verschiedenen<br />

Formen, die mit schuppenartigen<br />

Metallver stärkungen<br />

verflochten sind, wurden in<br />

unterschiedlichen Höhen<br />

und Abständen angebracht<br />

h<br />

Als Arbeitsplätze<br />

installierte das<br />

Designstudio Roth<br />

wellenförmige Holztische<br />

entlang der Wände<br />

R<br />

In den Boden aus Beton<br />

wurden mehrere Beete<br />

mit Urwaldpflanzen<br />

integriert<br />

M<br />

orgens um 6.30 Uhr läutet der Wecker. Man<br />

steht auf, der erste Weg führt ins Bad, dann<br />

wird die passende Garderobe ausgewählt,<br />

man genießt noch schnell eine Tasse Kaffee,<br />

und irgendwann dazwischen werden noch die<br />

Kinder versorgt oder der Hund Gassi geführt. Um spätestens neun<br />

Uhr trudelt man dann endlich am Arbeitsplatz ein und visiert im<br />

Stechschritt seinen Schreibtisch an. Hier ist alles genau so, wie man es<br />

am Tag zuvor zurückgelassen hat: die Schreibmaschine auf ihrer<br />

Position, das Telefonbuch griffbereit in der zweiten Schublade von<br />

oben, der bequeme Ledersessel auf die perfekte Höhe eingestellt, und<br />

die Familie lacht von einem gerahmten Porträtbild, das direkt neben<br />

Tippex und Rolodex steht. Klingt aus der Zeit gefallen? Das ist es<br />

natürlich auch, zumindest fast. Denn bis auf die altertümlichen Utensilien<br />

ähneln viele Office-Alltage diesem vielleicht etwas überspitzt<br />

gezeichneten Beispiel. <strong>2023</strong> muss nun aber auch der letzte Skeptiker<br />

zugeben, dass sich das klassische Büro im Wandel befindet <strong>–</strong> begonnen<br />

hat das jedoch schon vor rund 20 Jahren. Durch die Digitalisierung<br />

und die Einführung von Laptops und Handys wurde das mobile<br />

Arbeiten möglich. Dies führte dazu, dass um das Jahr 2000 herum das<br />

Homeoffice immer populärer wurde und spätestens seit der Corona-<br />

Pandemie ein fester Bestandteil in vielen Unternehmen ist. Nach der<br />

anfänglichen Euphorie über die gewonnene Freiheit zieht es langsam,<br />

aber sicher wieder Beschäftigte zurück ins Büro. Trotzdem, wo früher<br />

jeder Arbeitsplatz belegt war, findet man heute viele leere Schreibtische.<br />

Dieser freigewordene Platz bietet neue Gestaltungsmöglichkeiten.<br />

Aber wie sehen die nun aus? Eine Pauschallösung gibt es nicht,<br />

neue Arbeitswelten müssen individuell entstehen und schnell umgestaltet<br />

werden können, um den präzisen Herausforderungen von<br />

Firmen und Mitarbeitern gerecht zu werden.<br />

Ein Blick in die Zukunft<br />

Eine aktuelle Untersuchung hat sich dieses Themas angenommen<br />

und konnte vier Themenfelder ausmachen: physische Veränderungen<br />

im Büro, der veränderte Zweck des Büros, Veränderungen in der Bürogestaltung<br />

und Nachhaltigkeit. Die Studie zeigt eindeutig, dass die<br />

Nachfrage nach Office-Flächen eher zurückgehen oder stagnieren<br />

wird. Hauptgrund ist natürlich die Arbeit von zu Hause aus, wenn<br />

Mitarbeiter in Zukunft ins Büro kommen, sind fix zugeteilte Schreib-<br />

Fotos: Cuauhtémoc González / Roth Productions, Ed Reeve<br />

96<br />

WINTER <strong>2023</strong>


k<br />

An der Stelle des<br />

„Black & White<br />

Building“ in London<br />

stand einst ein<br />

schwarz-weiß<br />

gestrichenes Haus<br />

<strong>–</strong> daher der Name.<br />

Den Neubau kreierten<br />

für TOG Waugh<br />

Thistleton Architects<br />

P<br />

Holz, wohin man blickt.<br />

Es ist das höchste<br />

Bürogebäude in<br />

Massivholzbauweise<br />

im Zentrum von<br />

London<br />

O<br />

Für das Innendesign<br />

zeichnet das<br />

Unternehmen Daytrip<br />

verantwortlich. Im<br />

Mittelpunkt stehen<br />

das Wohlbefinden<br />

der Mitarbeiter und<br />

das Fördern sozialer<br />

Kontakte<br />

T<br />

Die Interior-<br />

Experten haben<br />

mit freiliegenden<br />

Hölzern und<br />

natürlichen Farben<br />

die Vision der<br />

Architekten in das<br />

Innere übertragen<br />

97


ARCHITEKTUR<br />

k<br />

Eine offene und moderne Struktur<br />

mit natürlichen Elementen wie Holz<br />

wurde von Mjölk architekti für den<br />

neuen Firmensitz von Kloboucká<br />

Lesní gewählt<br />

R<br />

Essenziell bei der<br />

Gestaltung war das<br />

Wohlbefinden der<br />

Mitarbeiter. Keine<br />

schreienden Farben<br />

und natürliche<br />

Materialien sind hier<br />

maßgeblich<br />

O<br />

Die Idee war:<br />

einfach und<br />

bescheiden, aber<br />

mit modernster<br />

Technik<br />

ausgestattet<br />

tische eher eine Seltenheit. Die Alternative ist ein sogenanntes „Hot-<br />

Desk-Modell“. Dabei können Arbeitnehmer über ein praktisches<br />

Onlinetool einen Schreibtisch für einen Tag oder auch nur eine Stunde<br />

reservieren. Außerdem hat die Recherche gezeigt, dass im Büro<br />

nicht mehr alle Arbeiten erledigt werden. Stattdessen wurde es zu<br />

einem Ort, an dem Menschen die Unternehmenskultur kennenlernen,<br />

Beziehungen aufbauen und an gemeinschaftlichen Aufgaben teilnehmen,<br />

die eben nicht von zu Hause aus erledigt werden können.<br />

Diese Flexibilität in Bezug auf den Zweck von Büros spiegelt sich im<br />

massiven Wachstum von Co-Working-Spaces wider, aber auch in der<br />

Bürogestaltung per se. In den meisten Ländern gibt es ein zunehmendes<br />

Interesse an flexiblen Raumkonzepten, damit Mitarbeiter<br />

ihren Arbeitsplatz schnell an sich verändernde Bedürfnisse anpassen<br />

können. Ferner setzen Experten auf Designelemente, die den Menschen<br />

in den Mittelpunkt rücken. So scheinen auf der ganzen Welt<br />

verstärkt von der Natur inspirierte Ansätze verfolgt zu werden, wie<br />

mehr natürliche Lichtquellen, verbesserte Wasserqualität, Luftreinigung<br />

und andere nachhaltige Ideen. Aber auch gesundheitsfördernde<br />

Aspekte dürfen nicht vernachlässigt werden: Höhenverstellbare<br />

Tische, augenschonende Bildschirme und ausreichend Platz für<br />

Bewegung sollten gewährleistet sein. Denn ein moderner Arbeitsplatz<br />

unterstützt die mentale und physische Gesundheit immens.<br />

Hier geht man wieder gerne ins Büro<br />

Ein Paradebeispiel für zukunftsweisende Büroarchitektur ist das<br />

„Black & White Building“ von Waugh Thistleton Architects für TOG,<br />

die sich auf Büroflächen in weiten Teilen Großbritanniens, aber auch<br />

in Berlin, Frankfurt und Hamburg spezialisiert haben. Die Gründer<br />

Olly Olsen und Charlie Green waren entschlossen, ein möglichst nach-<br />

Die Sonnenseite des Daches<br />

glänzt mit Photovoltaik- und<br />

Solarpaneelen. Die andere Front<br />

wurde aus Glas gestaltet<br />

Fotos: BoysPlayNice, Fangfang Tian, ACF<br />

98<br />

WINTER <strong>2023</strong>


Die neue<br />

Unternehmenszentrale<br />

von DJI, Weltmarktführer<br />

für zivile Drohnen,<br />

befindet sich in<br />

Shenzhen, China. In den<br />

beiden Türmen, die von<br />

Foster + Partners<br />

designt wurden, sind<br />

Büro- und<br />

Forschungsabteilung<br />

untergebracht<br />

haltiges Gebäude zu errichten, was sie zu Waugh Thistleton Architects<br />

führte. Inhaber Andrew Waugh erzählt: „Als ich hörte, dass TOG<br />

über ein neues, nachhaltiges Bürogebäude nachdenken, war es, als<br />

stünde ich in der Warteschlange eines Nachtclubs und sie legten<br />

meinen Lieblingssong auf. Ich bewundere die Tatsache, dass sie das<br />

Engagement und den Mut hatten, dies überhaupt zu tun.“ Und präzisiert:<br />

„Die wichtigste Botschaft des ‚Black & White Building‘ ist die<br />

Nachhaltigkeit <strong>–</strong> es handelt sich um ein Mainstream-Bürogebäude der<br />

Klasse A im Zentrum Londons, das vollständig aus Holz gebaut wurde.<br />

Es zeigt deutlich, dass Massivholz ein brauchbarer Ersatz für Beton<br />

und Stahl ist und Tausende von Tonnen CO ²<br />

einspart.“ Das Bauwerk<br />

besteht aus einer Kombination von 1.547 Kiefern und Fichten sowie<br />

227 Buchen, die aus Wäldern in Österreich und Deutschland stammen.<br />

Die Konstruktion wurde bewusst so geplant, dass es Interaktion und<br />

Zusammenarbeit fördert und Menschen die Möglichkeit gibt, sich in<br />

einer Vielzahl von Räumen auf unterschiedliche Weise zu treffen.<br />

Überall gibt es Lounges sowie zahlreiche Pausenbereiche und Freiflächen,<br />

die in einer überdachten Dachterrasse mit Blick auf die Stadt<br />

gipfeln. Um das natürliche Tageslicht im Inneren zu maximieren, verläuft<br />

ein Lichtschacht über die gesamte Höhe dieses architektonischen<br />

Meisterwerks <strong>–</strong> von der Dachterrasse bis hinunter zu einem<br />

Innenhof im Erdgeschoß mit einem Ahornbaum. Insgesamt beherbergt<br />

es 28 Büros, sechs Besprechungszimmer, Fokuskabinen und<br />

Gemeinschaftsflächen. Zudem wird ein Schwerpunkt auf ganzheitliche<br />

Gesundheit gelegt. Neben verschiedenen Yoga- und Barre-Kursen<br />

werden auch Pilates, HIIT, Atemübungen und Meditation angeboten.<br />

Auch der neue Firmensitz des Holzproduzenten Kloboucká Iesní<br />

in Tschechien überrascht durch Innovation und, wie könnte es anders<br />

sein, eine Holzstruktur. Diese besteht überwiegend aus Brettschicht-<br />

O<br />

Mit einem<br />

Regenwasserauffangsystem<br />

werden die vielen<br />

Grünflächen innerhalb<br />

und außerhalb des<br />

Gebäudes bewässert<br />

U<br />

Verbunden sind die beiden<br />

Türme durch eine 90 Meter<br />

lange Hängebrücke<br />

99


ARCHITEKTUR<br />

W<br />

Geschaffen von<br />

Foster + Partners, wird<br />

dieser Turm das größte<br />

vollelektrische Hochhaus<br />

in New York mit<br />

Netto-Null-Emissionen<br />

sein<br />

k<br />

Über eine imposante<br />

Halle betritt man den<br />

Wolkenkratzer<br />

„270 Park Avenue“.<br />

Hier werden bis zu<br />

14.000 Menschen<br />

arbeiten<br />

100<br />

WINTER <strong>2023</strong>


holz, das nur etwa 100 Meter entfernt hergestellt wurde. Hinter der<br />

eher traditionellen Form des Hauses mit Satteldach, das vom Studio<br />

Mjölk architekti kreiert und 2022 fertiggestellt wurde, verbergen sich<br />

viele technische Lösungen, die der modernen Zeit entsprechen. Der<br />

Entwurf legt ebenfalls großen Wert auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter,<br />

was durch die hochwertige Arbeitsumgebung im Inneren<br />

und die verschiedenen überdachten Außenterrassen gewährleistet<br />

werden soll. Die einzelnen Büroräume werden durch Zimmer ergänzt,<br />

die für kreative Werkstätten oder als Rückzugsort genutzt werden<br />

können. Das oberste Geschoß ist ein multifunktionales Etablissement<br />

für Vorträge, Firmenveranstaltungen oder Produktpräsentationen.<br />

Auch in China werden neue Standards bei der Büroarchitektur<br />

gesetzt. Ganz aktuell hat das britische Designbüro Foster + Partners<br />

für den Weltmarktführer ziviler Drohnen, DJI, eine grandiose Landmark<br />

in der Metropole Shenzhen geschaffen. Ziel war es, das Design<br />

und die Funktionalität von Hochhäusern in der Region neu zu definieren.<br />

Und das ist ihnen gelungen. Helle, großzügige Räume mit<br />

einem atemberaubenden Ausblick und ein intelligentes Steuerungssystem<br />

verbessern nicht nur den Komfort der dort arbeitenden Personen,<br />

sondern reduzieren auch den Energieverbrauch. Beispielsweise<br />

wird das Regenwasser aufgefangen und zur Wiederverwertung gespeichert,<br />

oder es werden Grünflächen mit dem Grauwasser gegossen.<br />

Einen weiteren hochmodernen Office-Tower hat dasselbe Architekturstudio<br />

für JPMorgan Chase in Amerika designt. Der 423 Meter<br />

hohe, 60-stöckige Wolkenkratzer „270 Park Avenue“ wird nach Fertigstellung<br />

das größte vollelektrische Hochhaus in New York City sein,<br />

das mit Netto-Null-Emissionen in Betrieb ist und mit einer außergewöhnlichen<br />

Innenraumluftqualität für Staunen sorgt. Der Turm<br />

wird dazu beitragen, den modernen Arbeitsplatz mit der Infrastruktur<br />

des 21. Jahrhunderts, intelligenter Technologie und knapp 240.000<br />

Quadratmetern flexibler und kollaborativer Flächen, die sich leicht an<br />

den aktuellen Workflow anpassen lassen, zu definieren.<br />

Das Büro der Zukunft ist also nicht mehr nur ein klassischer<br />

Arbeitsplatz, sondern es sind vielmehr hypermoderne Lifestyle-<br />

Objekte, bei denen das Wohlfühlgefühl der Mitarbeiter, das Miteinander<br />

und die Kreativität im Fokus stehen. <br />

p<br />

Fotos: Foster + Partners, dbox / Foster + Partners<br />

W<br />

„270 Park Avenue“ ist der<br />

Hauptsitz von JPMorgan Chase,<br />

423 Meter hoch und verfügt<br />

über 60 Stockwerke<br />

k<br />

Foster + Partners wollten eine<br />

zeitlose Ergänzung in der Park<br />

Avenue konzipieren, welche die<br />

ikonische Architektur-Geschichte<br />

der Stadt würdigt<br />

101


„WIR SIND DAVON<br />

ÜBERZEUGT,<br />

DASS DIE ZEIT EINE<br />

ENTSCHEIDENDE<br />

ROLLE SPIELT.<br />

DESHALB SOLLTE<br />

SICH JEDER VON<br />

UNS AUF DAS<br />

KONZENTRIEREN,<br />

WAS WIRKLICH<br />

ZÄHLT: TEILEN,<br />

GASTFREUNDLICH<br />

SEIN UND LEBEN.<br />

WIR ARBEITEN<br />

JEDEN TAG<br />

HART DARAN,<br />

LEICHTIGKEIT<br />

IN IHR ZUHAUSE<br />

UND KREATIVITÄT<br />

IN IHRE KÜCHE<br />

ZU BRINGEN.“<br />

102


ADVERTORIAL<br />

SCHWEIZER PERFEKTION<br />

FÜR IHR ZUHAUSE<br />

Der Schweizer Premiumhersteller V-ZUG, dessen<br />

Haushaltsgeräte für Präzision, Design sowie Langlebigkeit<br />

stehen, hat in Wien ein Zuhause gefunden.<br />

Fotos: MW-Architekturfotografie<br />

Bereits seit 1913 strebt der Schweizer Premiumhersteller für Haushaltsgeräte<br />

V-ZUG unermüdlich nach Lösungen, die alltägliche<br />

Arbeiten im Haushalt erleichtern und für perfekte Ergebnisse sorgen.<br />

Schweizer Perfektion für zu Hause! Vor 110 Jahren als Familienbetrieb<br />

gegründet, nutzt V-ZUG Tradition, Wurzeln und Verbundenheit<br />

als Nährboden für eine erfolgreiche, der Nachhaltigkeit verpflichtete<br />

Zukunft. Mit Passion fürs Detail und spürbarer Perfektion<br />

entstehen in der Schweizer Gemeinde Zug innovative Funktionalitäten<br />

und intuitive Bedienelemente, eingebettet in ein minimalistisches,<br />

zeitloses Design.<br />

Ab sofort sind die vielfach ausgezeichneten, innovativen Produkte im<br />

inspirierenden V-ZUG Studio in einer der besten Lagen der Wiener<br />

Innenstadt unter der prominenten Adresse Graben 13 zu entdecken.<br />

Eine wahre Erlebniswelt erschließt sich beim Besuch des neuen<br />

V-ZUG Studio. Die elegante Lokalität besticht durch das warme Farbkonzept<br />

sowie die helle Atmosphäre, die zum Entdecken der Produkte<br />

einlädt. Beeindruckend ist die historische Glasdachkonstruktion,<br />

welche die einzigartigen Produkte in einem besonders anmutenden<br />

Licht erstrahlen lässt. Den Besucher:innen bietet sich die Gelegenheit,<br />

sich umfassend über die vielen Vorteile von V-ZUG persönlich<br />

zu informieren, dies verbunden mit dem Verweilen in einer gemütlichen<br />

Lounge <strong>–</strong> mitten im Herzen von Wien.<br />

Auch wir bei V-ZUG schaffen DESIGN, das den Test der ZEIT<br />

besteht. Das Konzept des V-ZUG Studio Wien ist es, einen Dialog<br />

zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu schaffen. Das<br />

V-ZUG Studio ist auch ein erweiterter Showroom für unsere Partner,<br />

denn hier beraten, inspirieren und erleben wir V-ZUG, der Verkauf<br />

jedoch ist unseren Partnern vorbehalten.<br />

V-ZUG Studio Wien<br />

Graben 13 | 1010 Wien<br />

+43 800 900 850<br />

vzug.at<br />

103


DieTop 6<br />

DieTop 6<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Planquadr.at<br />

104<br />

WINTER <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Die Digitalisierung hat<br />

Homeoffice en vogue<br />

gemacht: Mit Laptops,<br />

raffinierten Serverlösungen<br />

und Videokonferenzen<br />

werden die eigenen vier<br />

Wände schnell zum<br />

Arbeitsplatz. Einen effizienten<br />

Workspace kann das aber<br />

nicht ersetzen. Deshalb hat<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 Immobilien<br />

entdeckt, wo sich der Weg ins<br />

Büro wieder richtig lohnt<br />

v<br />

Helix Salzburg<br />

Europastraße 10 | 5020 Salzburg<br />

Architekt: Kadawittfeldarchitektur<br />

Highlights: Mischung aus Hotel und<br />

Bürokomplex, Fitnessstudio, helle und<br />

offene Arbeitsatmosphäre aufgrund<br />

von bodentiefen Fensterfronten,<br />

E-Auto-Ladestationen, flexible Raumkonzepte,<br />

Gemeinschaftsgarten<br />

Gesamtfläche Büros: 12.300 m2<br />

Fertigstellung: 2024<br />

helix-salzburg.at<br />

105


ARCHITEKTUR<br />

Reininghausgründe<br />

Q2 Graz<br />

Am Steinfeld 9 <strong>–</strong> 11a | 8020 Graz<br />

Architekt: Architektur Consult in<br />

Kooperation mit Coop Himmelb(l)au<br />

Highlights: Skylounge im 20. Stock,<br />

Shared-Office-Bereiche mit<br />

individuellen Arbeitsplätzen,<br />

Wellnesscenter<br />

Gesamtfläche: 51.200 m2<br />

Fertigstellung: Ende 2027<br />

reininghausgründe.at<br />

k<br />

v<br />

Graz Mitte<br />

Conrad-von-Hötzendorf-Straße 151<br />

8010 Graz<br />

Architekt: Helmut Zieseritsch<br />

Architektur<br />

Highlights: Angenehmes Arbeitsumfeld<br />

aufgrund von vielen Grünflächen,<br />

modernste digitale Ausstattung,<br />

flexible Bürogestaltung, beeindruckende<br />

Dachterrasse<br />

Gesamtfläche: 65.000 m2<br />

Fertigstellung: Ende 2026<br />

ventagroup.com<br />

Fotos: Architektur Consult / Bildermehr, VENTA Group, Immofinanz<br />

106<br />

WINTER <strong>2023</strong>


k<br />

MyHive am Wienerberg <strong>–</strong><br />

Urban Garden<br />

Wienerbergstraße | 1100 Wien<br />

Architekt: Holzbauer & Partner ZT GmbH<br />

Highlights: Begrünte Terrassenlandschaft,<br />

Meetings und Work-Sessions<br />

unter freiem Himmel sind möglich,<br />

Vielzahl an Cafés und Bars, nachhaltige<br />

Bauweise<br />

Gesamtfläche: 18.500 m2<br />

Fertigstellung: Bezugsfertig<br />

urban-garden.myhive-offices.com<br />

107


ARCHITEKTUR<br />

v<br />

Quadrill Tabakfabrik Linz<br />

Peter-Behrens-Platz 15 | 4020 Linz<br />

Architekt: Zechner & Zechner<br />

Architekten<br />

Highlights: Platz für etwa 3.000 Arbeitsplätze,<br />

geheizt und gekühlt wird mit<br />

nachhaltiger Geothermie, flexible<br />

Raumgestaltungen möglich <strong>–</strong> von<br />

Zellenbüros bis zum Open-Space-Office<br />

Gesamtfläche: 18.000 m2<br />

Fertigstellung: 2025<br />

quadrill.at<br />

v<br />

P3 Innsbruck<br />

Südbahnstraße 1 | 6020 Innsbruck<br />

Architekt: Heinlein & Zierl<br />

Highlights: Zentrale Lage, praktische<br />

Symbiose aus Hotel- und Büroturm,<br />

helle Räume durch geschoßhohe Verglasungen,<br />

Skybar im obersten Stock<br />

Gesamtfläche Büros: ca. 4.700 m2<br />

Fertigstellung: Bezugsfertig<br />

pema.at<br />

Fotos: Zechner & Zechner-expressiv, Zechner & Zechner-Flenreisz, Christian Flatscher<br />

108<br />

WINTER <strong>2023</strong>


LIVING THE BEST VIEW.<br />

Das rahmenlose Premium-Schiebefenster ermöglicht ein<br />

grenzenloses Raumerlebnis voller Licht, Luft und Atmosphäre.<br />

Schweizer Perfektion seit 1886 | swissfineline.com


IMMOBILIEN<br />

Round Table<br />

Das Jahr <strong>2023</strong> hat für die Immobilienbranche einige Überraschungen<br />

bereitgehalten <strong>–</strong> und zwar nicht nur welche, die Grund zum Feiern geben.<br />

Neue Gesetze und Auflagen, steigende Zinsen sowie striktere Bankvorgaben<br />

haben für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Nun steht 2024 vor der Tür, der<br />

perfekte Zeitpunkt, um mit Experten die letzten Monate Revue passieren zu<br />

lassen und einen ersten Blick in die Zukunft zu werfen<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Philipp Smula<br />

Geschäftsführer von Aure-Immobilien<br />

Themen wie die Teuerung, eine sichere<br />

Energie- Versorgung und in der Folge die<br />

Energieeffizienz-Debatte waren <strong>2023</strong> in<br />

aller Munde. Wie haben Sie als Branchen-<br />

Experte das wahrgenommen?<br />

Zentrale Herausforderungen, mit denen<br />

Klienten, Bauträger und Entwickler konfrontiert<br />

wurden und werden, betreffen insbesondere das<br />

Erneuerbare-Wärme-Gesetz (kurz EWG) und dessen<br />

Umsetzung im Kontext der ESG-Kriterien <strong>–</strong> Abkürzung für Aspekte<br />

aus den Bereichen Umwelt („Environment“), Soziales („Social“) und<br />

verantwortungsvolle Unternehmensführung („Governance“) <strong>–</strong><br />

sowie die gegenwärtige Teuerung. Die Untätigkeit politischer Parteien<br />

hinsichtlich des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes wirkt sich<br />

hemmend auf Käufer, Verkäufer, Finanzinstitutionen und Makler<br />

aus und beeinträchtigt die gesamte Branche. Insbesondere vor dem<br />

Hintergrund des EWG ist mit einer erheblichen Wertminderung<br />

älterer Immobilien zu rechnen, wie sie bereits aktuell in Deutschland<br />

beobachtet werden kann.<br />

Zudem wurde die Immobilien- und Bauwirtschaft durch Coronabedingte<br />

Engpässe und kriegerische Auseinandersetzungen stark<br />

erschüttert. In dieser unsicheren Zeit haben Unternehmen zum Teil<br />

Baustoffe gehortet. Die Einführung der Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung<br />

(kurz KIM-Verordnung) hat<br />

die Situation der Branche zusätzlich erschwert und zudem den<br />

Wohnungsmarkt in den Städten zum Erliegen gebracht.<br />

Gibt es neue Kaufmotive?<br />

Unbestritten stehen die finanzielle Machbarkeit<br />

und die wirtschaftliche Umsetzung<br />

von Wohnbauprojekten in Übereinstimmung<br />

mit den ESG-Kriterien im Fokus<br />

der Entscheidungs- und Kaufmotive. Die ESG-<br />

Kriterien werden auch in den kommenden Jahrzehnten<br />

das beherrschende Thema sein.<br />

Natürlich hatte die Immobilienbranche <strong>2023</strong> auch mit anderen<br />

Herausforderungen zu kämpfen. Welche davon werden nachhaltige<br />

Veränderungen mit sich bringen, und welche positiven Vorzeichen<br />

sehen Sie für 2024?<br />

Nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres hat sich in der Branche<br />

eine beeindruckende Solidarität entwickelt, der Zusammenhalt unter<br />

den Akteuren hat spürbar zugenommen. Dies lässt sich mit einer<br />

Beziehung vergleichen: Gemeinsam bewältigte Herausforderungen<br />

festigen das Band und schenken Kraft sowie Zuversicht für künftige<br />

Aufgaben. Ein weiteres erfreuliches Element ist die beträchtliche<br />

Weiterentwicklung und Professionalisierung der Immobilienbranche.<br />

Für 2024 lassen sich vereinzelte positive Anzeichen erkennen, und es<br />

ist zu erwarten, dass der Markt an Fahrt gewinnen wird. Immobilien<br />

haben sich stets als solide und sichere Investition erwiesen und werden<br />

dies auch in der Zukunft bleiben. Gerade in unsicheren Perioden<br />

oder Zeiten abrupter Veränderungen haben sich Immobilien kontinuierlich<br />

als stabile Anlage bewährt.<br />

Fotos: Aure-Immobilien, Markus Schieder, ATV-Immobilien<br />

110<br />

WINTER <strong>2023</strong>


ARCHITEKTUR<br />

Kristina Giacomelli<br />

Geschäftsführerin von Sangreal Properties<br />

Immobilientreuhand GmbH<br />

Sie vermarkten unterschiedliche Immobilienprojekte<br />

im Premium- und Luxusbereich.<br />

Wie hat sich der Markt in diesem<br />

Segment in den letzten Monaten dargestellt<br />

beziehungsweise verändert?<br />

Im Premium- und Luxussegment konnte<br />

Sangreal Properties sogar den Umsatz zum<br />

Vorjahr steigern, so legen Kunden zunehmend<br />

mehr Wert auf die Qualität und Ausstattung<br />

eines Projektes. Das Marketing „rundherum“<br />

muss perfekt auf diese Zielgruppe abgestimmt sein.<br />

Außerdem zeigt sich jetzt auch, dass der Eigentumserwerb<br />

eine große Sache des Vertrauens ist. Wenn man der Maklerin<br />

nicht vertraut oder diese nicht das richtige Fingerspitzengefühl im<br />

Umgang mit den Kunden hat, werden sich diese schnell woanders<br />

umsehen. Das heißt, die Präsenz und Qualität des Projektes und das<br />

Image des Maklerbüros müssen passen.<br />

Wir nehmen auch vermehrt Kaufinteressenten aus dem Osten<br />

Europas wahr oder auch außerhalb des EU-Raums. Hier müssen<br />

die rechtlichen Rahmenbedingungen vorab geklärt werden, was<br />

Abschlüsse manchmal in die Länge zieht: Was kann ein ausländischer<br />

Kunde kaufen beziehungsweise wie kann er in Österreich kaufen,<br />

und auch eine genaue Prüfung der Mittelherkunft ist notwendig. Wir<br />

haben auf diesem Gebiet bereits sehr viel Erfahrung gewonnen.<br />

Welche Entwicklungen sehen Sie in den kommenden Jahren?<br />

In Bezug auf positive Beispiele für Entwicklungen im Immobilienmarkt<br />

und deren Prognose für die kommenden Jahre gibt es mehrere<br />

Faktoren zu berücksichtigen. Ein entscheidender Aspekt ist die Lage,<br />

da sie einen erheblichen Einfluss auf den Wert und die Attraktivität<br />

einer Immobilie hat. Zum Beispiel haben Immobilien in Innenstadt-<br />

lagen oder in der Nähe von kulturellen<br />

und kommerziellen Zentren oft einen<br />

höheren Marktwert, da sie bequem<br />

erreichbar und von zahlreichen Annehmlichkeiten<br />

umgeben sind. Auch Parkmöglichkeiten<br />

wie eine Garage steigern<br />

die Begehrlichkeit. In Bezug auf den Wiener<br />

Immobilienmarkt sehen wir ein erhebliches<br />

Potenzial. Wien wird oft als eine der<br />

lebenswertesten Städte der Welt angesehen, und<br />

internationale Käufer schätzen diese Qualität sowohl<br />

als Haupt- als auch als Nebenwohnsitz. Dies zieht vermehrt<br />

Investoren und Käufer an.<br />

Welche Themen werden den Käufern hochwertiger Immobilien<br />

immer wichtiger?<br />

Die Bedürfnisse und Wünsche von Käufern hochwertiger Immobilien<br />

können stark variieren, dennoch lassen sich einige Schlüsseltrends<br />

identifizieren: Zum Beispiel zählt ein hochwertiger Concierge-Service<br />

in der Luxusimmobilienbranche nahezu zur Grundausstattung.<br />

Die Käufer erwarten entweder einen physischen Concierge vor Ort<br />

oder die Möglichkeit, mobil auf diesen Service zuzugreifen. Gemeinschaftsbereiche<br />

wie Pools, Saunen und ähnliche Einrichtungen sind<br />

nach wie vor von großer Bedeutung. Sie tragen zur Steigerung des<br />

Wohnkomforts bei und bieten den Bewohnern die Möglichkeit zur<br />

Entspannung und Erholung in luxuriöser Umgebung. Zudem nimmt<br />

in der Kategorie der Premium-Immobilien das Interesse an nachhaltigen<br />

Lösungen zu. Käufer bevorzugen umweltfreundliche und<br />

energieeffiziente Technologien, um die Umweltauswirkungen zu<br />

minimieren und langfristig Betriebskosten zu senken. Um nur einige<br />

zentrale Elemente zu nennen.<br />

Alexander Tischler<br />

Geschäftsführer von ATV-Immobilien GmbH<br />

Welche Prognosen für das Jahr <strong>2023</strong> haben sich aus Ihrer Sicht<br />

bewahrheitet, und welche Prognosen waren nur Schreckgespenster<br />

und sind nicht eingetroffen?<br />

Die Prognosen und Schreckgespenster wurden von<br />

den Medien transportiert, und ich will das nicht<br />

näher kommentieren. Wir können im Speziellen<br />

nur zum Kärntner Immobilienmarkt<br />

unsere Erfahrungen mitteilen. Die Immobilienpreise<br />

in der Seeregion sind stabil<br />

geblieben, Beobachtungen zeigen aber,<br />

dass sich die Preise nach oben entwickeln<br />

werden. Dafür gibt es mehrere Gründe:<br />

Zum einen blieb die Nachfrage nicht nur<br />

hoch, sondern ist in den letzten Monaten<br />

sogar stark angestiegen, das Angebot an<br />

Liegenschaften ist außerdem überschaubar,<br />

wer nicht muss, verkauft seine Immobilie am<br />

See nicht. Weitere Faktoren sind, dass Erwerber<br />

derartiger Liegenschaften häufig keine<br />

Finanzierung benötigen, dass sich Genehmigungsverfahren<br />

von Wohnprojekten um ein Vielfaches verlängert<br />

haben und sich die Baukosten weiterhin auf einem hohen<br />

Niveau bewegen <strong>–</strong> auf der Materialseite könnte es sein, dass diese<br />

etwas sinken, doch die Lohnkosten steigen weiter an. Last but not least<br />

spielt natürlich die klimatische Veränderung der Region Kärnten in<br />

die Hände. Sie wird im europäischen Raum an Beliebtheit<br />

und Bedeutung gewinnen, nicht nur wegen der zentralen<br />

Lage und der raschen Erreichbarkeit. Auf<br />

dem durchschnittlichen Wohnimmobilienmarkt<br />

haben die Zinsen, die Bankvorgaben<br />

und die „Mietpreisbremse“ die Nachfrage<br />

stark gedämpft, was dazu führt, dass die<br />

Nachfrage nach Wohnimmobilien zur<br />

Miete stark angestiegen ist und wiederum<br />

die Mietpreise nach oben treibt.<br />

Hat sich durch die geänderten Rahmenbedingungen<br />

die Nachfrage oder das Käuferverhalten<br />

in Bezug auf Seeimmobilien<br />

und Zweitwohnsitze verändert?<br />

Ja, sowohl die Nachfrage nach Immobilien in<br />

direkter Seelage als auch in Seeblicklage hat<br />

stark zugenommen. Es gibt immer mehr Käufer, die<br />

sich eine Immobilie am See oder mit Blick auf das Wasser<br />

kaufen, um hier den Hauptwohnsitz zu begründen. Das digitale<br />

Zeitalter ermöglicht es, von hier aus erfolgreich zu arbeiten.<br />

111


LUG<br />

INS LAND<br />

Peter Pichler bringt mit dem Design der „Vertical Chalets“ in Tirol Natur und<br />

moderne Architektur auf besondere Weise zusammen. Hier treffen Kreativität<br />

und Innovation auf nachhaltige Holzbauweise<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Fotos: © Peter Pichler Architektur<br />

114


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Die Natur liegt<br />

einem zu Füßen: Der<br />

atemberaubende Blick<br />

über die Baumkronen<br />

hinweg ist nicht nur im<br />

<strong>Winter</strong> ein Highlight<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

115


hh<br />

Einen Blick ins Innere der<br />

Konstruktion gewähren die Skizzen.<br />

Diese zeigt den Lift in der Mitte, aber<br />

auch die Fluchttreppen auf der<br />

rechten Seite der „Vertical Chalets“<br />

hj<br />

Die Gebäude sind komplett aus Holz<br />

gebaut. Eine Exoskelettstruktur aus<br />

zwei Schichten schafft das<br />

beeindruckende Design<br />

h<br />

Große Glasflächen ermöglichen es,<br />

fast eins mit der umliegenden Natur<br />

zu werden. Natürlich lädt auch ein<br />

Balkon dazu ein, den Klängen des<br />

Waldes zu lauschen<br />

Holz als Baustoff wird oft als<br />

zukunftsweisend bezeichnet,<br />

ja, auch Begriffe wie vorausschauend<br />

und visionär sind<br />

hier manchmal zu hören. Dabei wäre zeitlos<br />

die bessere Bezeichnung. Denn wenn wir<br />

uns ehrlich sind, Holz ist eines der ältesten<br />

Baumaterialien der Menschheitsgeschichte.<br />

Zum Beispiel sind in der Bodenseeregion<br />

Überreste von Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit<br />

bis in die Bronzezeit erhalten. Bei dieser<br />

Art der Konstruktion wurden Stämme in den<br />

Boden eingegraben, hinsichtlich Stabilität<br />

und Langlebigkeit war noch Luft nach oben.<br />

Bis ins 15. Jahrhundert entwickelte sich der<br />

Fachwerkbau weiter, und einige Stilepochen<br />

haben diesen geprägt. Wie etwa die Gotik,<br />

in der die Außenwände immer häufiger mit<br />

Fenstern durchbrochen wurden. Oder die<br />

Zeit der Renaissance, die für ihre kunstvollen<br />

Ausarbeitungen der Schnitzkunst an<br />

Hausgiebeln bekannt ist. Als dann mit dem<br />

Fortschreiten der Industrialisierung Ende<br />

des 19. Jahrhunderts Beton und Stahl zum<br />

Massenprodukt wurden, verschwand der<br />

Rohstoff Holz beinahe aus dem Tragwerksbau.<br />

Nun feiert er ein umjubeltes Comeback,<br />

und die Vorteile liegen klar auf dem Tisch:<br />

Zum einen wäre da der Aspekt der Nachhaltigkeit<br />

<strong>–</strong> Holz wächst bekanntlich nach <strong>–</strong>,<br />

und zum anderen trägt es zu einem gesunden<br />

Wohnraumklima bei. Der Grund dafür ist,<br />

dass es sich um ein hygroskopisches Material<br />

handelt. Das heißt, es kann Feuchtigkeit aufnehmen<br />

und auch wieder an seine Umgebung<br />

abgeben. Ist im Sommer die Luftfeuchtigkeit<br />

sehr hoch, nimmt das Holz diese auf, im<br />

<strong>Winter</strong> gibt das Holz Feuchtigkeit an die trockene<br />

Heizungsluft ab und kann dabei helfen,<br />

die Schleimhäute vor dem Austrocknen zu<br />

schützen <strong>–</strong> auch für Allergiker eine Wohltat.<br />

Der Architekt Peter Pichler, der sich,<br />

1982 in Südtirol geboren, mit seinem Designstudio<br />

in Mailand niederließ, ist ebenso<br />

fasziniert von diesem natürlichen Rohstoff.<br />

Er studierte an der Angewandten in Wien<br />

und war Schüler von Zaha Hadid. Sie galt<br />

als exzentrische Beton-Skulpteurin, als<br />

Dekonstruktivistin, mit spitzen Winkeln<br />

und messerscharfen Kanten. Pichler und<br />

sein Team gehen einen anderen Weg, und<br />

viele Projekte rund um den Erdball zeugen<br />

davon. Wie die „Vertical Chalets“ auf dem<br />

Pass Thurn, in der Nähe von Kitzbühel in<br />

Tirol. Die sechs Suiten, mit einer Größe von<br />

60 bis 80 Quadratmetern, erheben sich über<br />

den Baumkronen und sind Teil einer neuen<br />

Sieben-Sterne-Hotelanlage. Eine hölzerne<br />

Exoskelettstruktur umhüllt das gesamte<br />

Gebäude und besteht aus zwei Schichten:<br />

einer Diagonalstruktur und einer zweiten aus<br />

sich kreuzenden Holzstäben, die das Licht<br />

filtern und Privatsphäre schaffen. So wird<br />

tagsüber ein Effekt von Licht und Schatten<br />

erzeugt, in der Nacht erhellen die Strukturen<br />

den umliegenden Wald. Mit einem gläsernen<br />

Lift erreicht man die Zimmer, große Fensterfronten<br />

ermöglichen einen atemberaubenden<br />

Blick auf die Natur. Und genau das war die<br />

Vision von Peter Pichler: „Es soll die menschlichen<br />

Sinne durch die Verwendung einfacher<br />

und lokaler Materialien aktivieren und verstärken,<br />

während man einen Moment in den<br />

Wipfeln der Bäume verweilt.“<br />

p<br />

Fotos: © Peter Pichler Architektur<br />

116


ARCHITEKTUR | HIGHLIGHT<br />

Peter Pichler und sein<br />

Team wurden von der<br />

traditionellen Bauweise<br />

der Region inspiriert<br />

und haben diese auf<br />

zeitgemäße Art und<br />

Weise neu interpretiert<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

117


Ihr privater<br />

Seeblick<br />

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Eleganz am beheizten Swimmingpool<br />

Strand und Badehaus erwarten Sie<br />

Die drei Villen sind in Kürze bezugsfertig


120


v<br />

„Petra with Miss Lebanon 1972“, Gemmayze,<br />

Beirut, Lebanon, 2022 (wall art by Brady Black)<br />

PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Rania Matar<br />

Ich fotografiere meine Protagonistinnen, wie ich <strong>–</strong> eine Frau und<br />

Mutter <strong>–</strong> sie sehe: lebendig, charismatisch und durch<br />

eine Linse, die den objektifizierenden Blick hinterfragt“,<br />

bekundet Rania Matar.<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Rania Matar, Porträtfoto: Helena Goessens<br />

Das Fotografinnen-Porträt in AURUM <strong>999</strong>,9 zeigt Auszüge aus zwei<br />

von Matars imposantesten Projekten: „Fifty Years Later: Where Do I<br />

Go?“ (2020 <strong>–</strong> present) und „SHE“ (2017 <strong>–</strong> 2022). Ersteres fokussiert<br />

sich auf ihren Geburtsort. 2025 jährt sich der Beginn des<br />

Libanesischen Bürgerkriegs zum fünfzigsten Mal, und Matar stellt<br />

die Frage, was sich seitdem geändert hat. In den vergangenen Jahren<br />

ist die Situation im Libanon eskaliert. Nach Jahren des Bürgerkriegs,<br />

zahlreichen Konflikten, Korruption, Protesten und Lockdowns<br />

stürzte die verheerende Explosion am Beiruter Hafen das Land weiter<br />

in einen ökonomischen und gesellschaftlichen Abgrund. Die Zerstörung<br />

bietet in Matars Fotos lediglich die Kulisse. Vielmehr legt sie<br />

ihren Fokus auf die Frauen, die mit ihrer unverwüstlichen Stärke,<br />

ihrer Kreativität und ihrer Würde den Wiederaufbau vorantreiben.<br />

Matars zweites Projekt „SHE“ behandelt weibliche Adoleszenz,<br />

sowohl in den USA als auch im Nahen Osten. Das Hauptaugenmerk<br />

der Fotografin liegt hierbei stets darauf, die unverblümte Schönheit<br />

und die Individualität widerzuspiegeln, die den Erlebniswelten ihrer<br />

Models zugrunde liegen. Seien es Alter, Körperlichkeit, kulturelle<br />

Konventionen oder die Schranken des kruden Alltags <strong>–</strong> nichts<br />

entgeht Matars wachsamem Auge.<br />

Geboren und aufgewachsen im Libanon, zog Matar 1984 in die Vereinigten<br />

Staaten. Nicht verwunderlich also, dass im Zentrum ihrer<br />

Arbeiten eine interkulturelle Sichtweise steht. Ihre Werke wurden<br />

weltweit ausgestellt, unter anderem im Museum of Fine Arts, Boston,<br />

im National Museum of Women in the Arts, Washington, und im<br />

Institut du Monde Arabe, Paris. Neben Auszeichnungen wie der<br />

Guggenheim Fellowship, dem Mellon Foundation artist-in-residency<br />

grant und dem Griffin Museum of Photography Legacy Award ist<br />

Rania Matar derzeit eine der Gewinnerinnen des Leica Oskar Barnack<br />

Award <strong>2023</strong>. Bis 14. Februar 2024 ist ein Auszug ihrer Arbeiten im<br />

Ernst Leitz Museum in Wetzlar zu sehen.<br />

raniamatar.com<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

121


v<br />

„Leen“,<br />

Kfarchouba,<br />

Lebanon,<br />

<strong>2023</strong><br />

vv<br />

„Lea at La<br />

Maison Rose“,<br />

Beirut,<br />

Lebanon,<br />

2019<br />

v<br />

„Rianna (Venus)“,<br />

Bhamdoun,<br />

Lebanon,<br />

2022<br />

vv<br />

„Rhea S“,<br />

Piccadilly Theatre,<br />

Beirut,<br />

Lebanon, 2021<br />

v<br />

„Yasmina,<br />

(strength)“,<br />

Beirut, Lebanon,<br />

2021<br />

vv<br />

„Fawzia<br />

(with her mother’s<br />

pink scarf)“,<br />

Bhamdoun,<br />

Lebanon,<br />

2022<br />

v<br />

„Wafaa and Sanaa“,<br />

Burj El Barajneh<br />

Refugee Camp,<br />

Beirut, Lebanon,<br />

2017<br />

vv<br />

„Aya (Dancing)“,<br />

Beirut,<br />

Lebanon,<br />

2022<br />

(wall art by Nab)<br />

122


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

„Rianna“, Chartoun, Lebanon, 2022<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

123


„Yara“, Cairo, Egypt, 2019<br />

124


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

k<br />

„Ciearra“,<br />

Winston-Salem,<br />

North Carolina,<br />

2018<br />

kk<br />

„Rianna“,<br />

Nahr Ibrahim,<br />

Lebanon,<br />

<strong>2023</strong><br />

k<br />

„Tara<br />

(In the Flowers)“,<br />

Bekaatat Kanaan,<br />

Lebanon,<br />

2022<br />

kk<br />

„Kefa”,<br />

Gambier,<br />

Ohio,<br />

2018<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

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PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

„Alae“, Ramlet Al Bayda, Beirut, Lebanon, 2020<br />

126 WINTER <strong>2023</strong>


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Im Tramshed bieten klassische<br />

und neue Möbelikonen von<br />

Charles & Ray Eames, Verner<br />

Panton und Erwan & Ronan<br />

Bouroullec eine Stilvielfalt<br />

und Designzeitreise<br />

Take a seat, please!<br />

Installation mit neu<br />

aufgelegten Sesselund<br />

Bürostuhlentwürfen<br />

von Jean Prouvé.<br />

Vorne: der „Fauteuil<br />

Kangourou“ von 1948<br />

128


LIVING | SHOWROOM INTERNATIONAL<br />

ECHTE STILIKONEN<br />

Vitra in London<br />

Better living: Der Vitra-Showroom passt kongenial ins hippe In-Viertel Shoreditch.<br />

Im historischen Tramshed-Gebäude zieht eine exzellent kuratierte Fusion aus<br />

Design-Kultklassikern der Moderne und aktuellen Entwürfen in den Bann<br />

Von Alice Mandel<br />

Fotos: © Vitra<br />

Hipness und Kultdesign sind Königsdisziplinen<br />

in London. Darin reüssiert Vitra mit dem<br />

2022 eröffneten Showroom ganz souverän. Er<br />

liegt im angesagten, sehenswerten Künstlerviertel<br />

Shoreditch, wo innovative Kreativität<br />

und tonangebender Zeitgeist pulsieren. Wie<br />

beim Schweizer Designunternehmen, das mit<br />

einer anspruchsvollen Kompilation aus ikonischen<br />

Klassikern von Charles & Ray Eames,<br />

Verner Panton oder Jean Prouvé und zeitgenössischen<br />

Gestaltern wie Ronan & Erwan<br />

Bouroullec, Barber Osgerby, Hella Jongerius<br />

und mehr seit 1950 für Furore sorgt.<br />

Diese Stildiversität macht den Schauraum im<br />

Tramshed zur Attraktion. Das frühere Elektrizitäts-Umspannwerk<br />

wurde aufwendig renoviert.<br />

Nun bildet der imposante industrielle<br />

Ziegelbau die kraftvolle Kulisse für die Kollektionen,<br />

die auf 920 Quadratmetern in drei<br />

Bereiche gegliedert sind.<br />

Im Erdgeschoß zeigt „The Club“ ausgewähltes<br />

Mobiliar für Büros, Homeoffices und Konferenzsäle.<br />

Daran schließt die „Terrazzo-Bar“<br />

an, in der etwa Barstühle von Artek stehen.<br />

Ein ovaler Extraraum verbirgt sich hinter<br />

einem silbrigen Vorhang. Zu „The Club“ gehört<br />

auch „Mezzanine“, eine ruhige Zone mit einer<br />

Collage von Interiordesign fürs private Zuhause.<br />

Das Untergeschoß heißt „The Gallery“,<br />

die zahlreiche Einrichtungsinspirationen und<br />

verschiedene Themenausstellungen präsentiert.<br />

Den Auftakt machten Jean-Prouvé-Entwürfe<br />

in neuen Farben, darunter eine limitierte<br />

Edition des Fauteuils „Kangourou“ von 1948.<br />

Im Obergeschoß ist „The Cottage“ für Events<br />

und Meetings konzipiert. Kaum sattsehen<br />

kann man sich an den Möbeln, Pflanzen, der<br />

Kunst sowie der Materialien- und Farbenbibliothek.<br />

Sie illustrieren ein Credo der Marke:<br />

„Vitra ist davon überzeugt, dass Umgebungen<br />

unsere Gedanken und Gefühle prägen <strong>–</strong> zu<br />

Hause, bei der Arbeit und unterwegs. Darum<br />

arbeiten wir jeden Tag daran, diese Umgebungen<br />

durch die Kraft des Designs zu verbessern.“<br />

vitra.com<br />

h<br />

Ein Herzstück des Showrooms: Verner Pantons<br />

berühmter „Heart Cone Chair“ von 1958<br />

k<br />

Sightseeing de luxe: Ein historisches<br />

Architekturjuwel von 1905 ist der Ziegelbau<br />

des Tramshed, einst ein Umspannwerk für die<br />

East London Tramway<br />

Kreative Kontraste:<br />

Der Eingang des Schauraums in<br />

der Rivington Street korrespondiert<br />

mit der Architektur<br />

des Tramshed in Shoreditch<br />

v<br />

Oval Office: „The Club“ zeigt<br />

die Büromöbel-Kollektion von<br />

Vitra mit einem ovalen Raum<br />

hinter einem Vorhang. „Soft Pad<br />

Chair“ und „Segmented Table“<br />

von Charles & Ray Eames<br />

x<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

129


2<br />

1<br />

3<br />

4<br />

7<br />

5<br />

6<br />

1 Feine Farbflächen: handgewebte Leuchte „Bonbon Shade 500“ der Künstlerin Ana Kraš aus Nylon-Wolle, von Hay, hay.dk 2 Blockstreifen:<br />

geometrische Konsole „Jenga“ aus hellem satiniertem Glas und Rauchglas von Gianfranco Ferrè Home, gianfrancoferrehome.it<br />

3 Auf Streifzug: Organische Formen, bewegliche Kissen und tolle Farbmixe verbindet virtuos das Sofa „Bombom“ von Joana Vasconcelos.<br />

Von Roche Bobois, roche-bobois.com 4 Kunstvoll: besticktes Kissen „Dysidia“, Entwurf von Elena Salmistraro für Natuzzi Italia, natuzzi.com<br />

5 Erlesen: Bücherregal „Daen“ aus Esche und Kunstleder mit gestreifter Textur von Federico Peri für Gervasoni, gervasoni1882.com 6 Kariert:<br />

ergonomisch gepolsterte Bank „Dolcevita“ mit Hahnentrittdessin von Maurizio Nieri für Atelier Nieri, ateliernieri.it 7 All that Chess: eleganter<br />

Spiele- und Beistelltisch „Spark“ aus Holz mit Schachbrett-Einlegemuster, Design: Giorgetti R&D, von Giorgetti, giorgettimeda.com<br />

Redaktion: Alice Mandel, Fotos: Hersteller<br />

132


LIVING | MUSTER-MANIA<br />

12<br />

13<br />

11<br />

14<br />

MUSTER<br />

MIT WERT<br />

Wohnzimmer<br />

8<br />

9<br />

10<br />

8 Ikonisch: Piero Lissonis Pouf „Trix Missoni“ im berühmten Zickzackmuster ist wandel- und klappbar. Von Kartell, kartell.com 9 Schwarzweiß:<br />

Jacopo Simonettis Schale „Bloom“ ist handgefertigt aus Arabescato- und Marquina-Marmor. Von Editions Milano, editionsmilano.com<br />

10 Art-déco-like: Stehleuchte „Calypso Martinique“ aus Metall und Leder von Servomuto für Contardi, contardi-italia.it 11 Op-Art: Gio Pontis<br />

Armsessel von 1965 in der Neuauflage „Dezza Redevance“ mit Wollsatinstoff mit 60s-Print von Poltrona Frau, poltronafrau.com 12 Fischgrät:<br />

limitiertes Sideboard „Twill“ aus drei Holzarten mit Messingbeinen von Bartoli Design für Laura Meroni, laurameroni.com 13 Royal: Das Tafelparkett<br />

„Versailles“ fängt mit barockem Muster die prächtige Schloss-Aura ein, in diversen Hölzern und Farben von Schotten & Hansen,<br />

schotten-hansen.com 14 Geometrisch: sechseckiger Coffeetable „Mel“ mit zweifarbiger Marmorplatte von Studio 63 für Marioni, marioni.it<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

133


2<br />

3<br />

1<br />

4<br />

5<br />

FRISCH<br />

GEMUSTERT<br />

Küche & Esszimmer<br />

7<br />

6<br />

1 Feurig: Der 3-in-1-Kombiofen „Mo Duo Cook“ mit gerillter Keramikverkleidung in Anthrazit wärmt, ist Koch- und Backofen in einem. Von Austroflamm,<br />

austroflamm.com 2 Karo: Teekanne „Cabas“ aus Limoges-Porzellan mit „Maillage or“-Dekor und J.M.-Weston-Lederhenkel von Bernardaud,<br />

bernardaud.com 3 Figurativ: Untersetzer „Faces“ aus Marmor von Studio Shulab für Ligne Roset, ligne-roset.com 4 Linear: Sessel „Thea“<br />

aus Eschenholz mit Messingarmlehnen von Draga & Aurel für Baxter, baxter.it 5 Sportlich: Platte aus der „Saut Hermès“-Serie von Jochen Gerner<br />

für Hermès, hermes.com 6 Pur: Küche „ST-ONE Unit L 244“ aus brasilianischem Naturstein in „Terra Leather Look“ von Strasser Steine, strassersteine.at<br />

7 Folkloristisch: bunte Küchenmaschine aus der Sonderedition „Sicily is my love“ von Dolce & Gabbana und Smeg, smeg.com<br />

8<br />

Redaktion: Alice Mandel, Fotos: Hersteller, © Studio des Fleurs, © Ligne Roset, Baxter, Strasser Steine<br />

134


LIVING | MUSTER-MANIA<br />

15<br />

14<br />

13<br />

12<br />

11<br />

10<br />

9<br />

8 Prisma: farbenfrohe Glasbeistelltische „Luce“ von Giulio Cappellini & Antonio Facco für Cappellini, cappellini.com 9 Harmonisch: gerundeter<br />

Dining-Chair „Pecan“ mit Jacquardstoff von Atelier Oï für Fendi Casa, fendicasa.com 10 Edel-Terrazzo: Den Sternenhimmel bannt Nika Zupanc<br />

in ihren ovalen Esstisch „Voyage“ mit Marmor und Metall. Von Natuzzi Italia, natuzzi.com 11 Kalligrafie: Holztablett mit geprägtem Leder und<br />

Schriftzug von Pierre Yovanovitch für Dior Maison, dior.com 12 Geringelt: zylindrischer, diagonal gestreifter Barschrank „Tango“ aus Holz<br />

und Stahl von Bartoli Design für Laurameroni, laurameroni.com 13 Verspielt: viertürige Anrichte „Accent“ mit hohen Griffen von Roche Bobois,<br />

roche-bobois.com 14 Gesprenkelt: Kugelleuchte „Reglobe“ aus receyceltem Kunststoff mit Terrazzo-Effekt von Diesel Living mit Lodes, diesel.com,<br />

lodes.com 15 Grafisch: Alessandro Mendini kreierte das limitierte Sideboard „Linea“ mit Intarsien aus Zelluloseacetat. Von Porro, porro.com<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

135


1<br />

2<br />

4<br />

3<br />

5<br />

1 À la Art déco: goldfarbene, umweltfreundliche Tapete „Lux“ von WallPepper, wallpepper.it 2 Paradiesisch: Paavo Tynells Stehleuchte „9602“ ist<br />

ein Designklassiker aus dem Jahr 1935, nun neu interpretiert mit Plisseeschirm im Pierre-Frey-Stoff „Le Jardin du Palais“ aus der Sonderedition<br />

Gubi x Pierre Frey, gubi.com 3 Ikonisch: Schmuckschale aus Limoges-Porzellan und Wildlederimitat mit Toile-de-Jouy-Motiv in Bordeaux von<br />

Maria Grazia Chiuri für Dior Maison, dior.com 4 Glamourös: handgefertigter Raumteiler „Artemis Velvet De Beauvoir“ aus geblümtem Samt im<br />

20er-Jahre-Stil von House of Hackney, houseofhackney.com 5 Wilder Zauberwald: Fashiondesignerin Stella McCartney kleidete das Sofa<br />

„Le Bambole“ (Entwurf: Mario Bellini) mit ihrem modischen Stoff „Fungi Forest“ mit handgezeichnetem Print ein. Von B&B Italia, bebitalia.com<br />

6 Kunstvolle Linien: Beistelltisch „Earring“ aus Marmor und Goldstahl von Cristina Celestino für Fendi Casa, fendicasa.com<br />

6<br />

Redaktion: Alice Mandel, Fotos: Hersteller, © Mathilde Hiley / Dior Maison, Artedona AG<br />

136


LIVING | MUSTER-MANIA<br />

13<br />

11<br />

12<br />

PRINTS<br />

CHARMING<br />

Schlafzimmer<br />

10<br />

9<br />

8<br />

7<br />

7 Botanisch: handgeknüpfter Teppich „Habitus Garden Vol. II“ aus Himalayawolle und Seide von Taschendesignerin Paula Cademartori für<br />

Illulian, illulian.com 8 Stilvoll: Bett mit grün-weißem Stoffdessin und dem von Andreas Weber kreierten Kopfteil „Adonis“ von Treca, treca.com<br />

9 Luxuszacken: limitierte Schmuckschatulle mit Missoni-Zickzackstoff „Birmingham“ und Leder von August Sandgren, augustsandgren.com<br />

10 Farbgitter: Die handgearbeitete Vase „Raleigh“ aus Kristallglas ist inspiriert vom Gittermuster der gleichnamigen US-Stadt. Von Reflections<br />

Copenhagen über Artedona, reflections-copenhagen.com, artedona.com 11 Blumenmeer: gepolstertes Daybed „Stem“ mit beweglichen Kissen<br />

von Sister by Studio Ashby, studioashby.com 12 Bestrickend: kuscheliger Loungesessel „Knitty“ von Nika Zupanc aus Strickstoff mit gestepptem<br />

Rautenmuster für Moooi, moooi.com 13 Garten Eden: dreistöckige Kommode „Ziqqurat“ mit Tier- und Pflanzensujets von Driade, driade.com<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

137


LIVING | MUSTER-MANIA<br />

1<br />

2<br />

4<br />

3<br />

5<br />

MUSTER-<br />

MUSTS<br />

Badezimmer<br />

8<br />

6<br />

9<br />

10<br />

7<br />

1 Gegengleich: handgemachter Wandspiegel „Janus“ aus Metall, Glas und verschmolzenem Kristall von Atlasproject bei Artemest, atlasproject.it,<br />

artemest.com 2 Blurred Lines: Frottierwäsche „Byron“ von Missoni Home über Artedona, missoni.com, artedona.com 3 Graviert: Alessandro La<br />

Spadas Waschtisch „Pleasure“ mit grafischem Schnitzmuster mixt Holz, Metall und Marmor. Von Visionnaire, visionnaire-home.com 4 Auf Linie:<br />

blaue Badaccessoires „Pure“ aus Steingut von Pascale Naessens für Serax, serax.com 5 Colourblocking: dreifarbige Leuchte „Lobe Salt“ in Aluminium<br />

von A-N-D, a-n-d.com 6 Stripes: keramische Wandverkleidung „Urban Orange Decoro Lines More Active“ von Fiandre, granitifiandre.de<br />

7 Steinreich: ovale Wanne „Fisher Island Stone“ aus Carrara-Marmor von Piero Lissoni für Boffi, boffi.com 8 Eckig: Betonwaschtisch „Vos“ im<br />

Farbton „Iron“ von Kast, kastconcretebasins.com 9 Kreisrund: Badteppich „Otto“ in „Grain“ von Pappelina, pappelina.com 10 Canneté: Badschrank<br />

„Archimede“ mit geriffelter Reliefstruktur aus Holz, Metall und Glas mit drehbarem Sockel von Alessandro La Spada für Visionnaire (s. o.)<br />

Redaktion: Alice Mandel, Fotos: Hersteller, Artemest, Artedona AG<br />

138 WINTER <strong>2023</strong>


LIVING | COZY TIMES<br />

9<br />

8<br />

7<br />

COZY<br />

TIMES<br />

at Home<br />

6<br />

1<br />

3<br />

5<br />

2<br />

4<br />

5<br />

1 Gewürzbouquet: Diffuser „Nature Grey“ begeistert mit edlen winterlichen Duftnoten wie Patschuli und Gaïac-Holz. Von Onno, entdeckt<br />

bei Casa del Design, casadeldesign.at 2 Italian Christmas: Geschmückt mit Glückssymbolen aus der ganzen Welt zeigt sich der „Bosco-<br />

Diffuser“ von Acqua di Parma, acquadiparma.com 3 Futuristisch: Mit dem „D-Air“ revolutioniert Dior das Parfümieren der eigenen vier<br />

Wände. Passend dazu sind fünf elegante Duftkompositionen erhältlich, dior.com 4 Geheimnisvoll: Blauer Pfeffer regiert in „Secret Oud“, inspiriert<br />

von der Insel Capri. Von Carthusia, carthusia.it 5 Fernweh: Cartier entführt mit „Les Écrins Parfumés Cartier Désert“ in die Wüste,<br />

cartier.com 6 Festlich: Potpourri aus Lebkuchen, Blutorange, Gewürznelke und Kardamom. „<strong>Winter</strong>zeit“ von Looops, looops.at 7 Goldig:<br />

Zeitlos und nobel mit Zitrusakkorden und Tonkabohne präsentiert sich die Kreation von Linari, linari.com 8 Seelentröster: Für eine warme<br />

Atmosphäre an kalten <strong>Winter</strong>tagen sorgt „Gabriel“ von Trudon. Entdeckt in der Zweigstelle, zweigstelle.com 9 Skandi-Stil: Labdanum,<br />

Weihrauch und Zedernholz erinnern in „Encens d’Hiver“ an Landschaften im hohen Norden. Von Guerlain, guerlain.com<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller<br />

140 WINTER <strong>2023</strong>


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LIVING | PORTRAIT<br />

DER LEIDENSCHAFT<br />

FLÜGEL VERLEIHEN<br />

Im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld werden jeden Tag Hochzeiten gefeiert:<br />

zwischen Rim und Resonanzboden, zwischen Gussplatte und Saiten,<br />

zwischen Hammer und Klang. Seit 170 Jahren ist die Klaviermanufaktur<br />

Steinway das Standesamt für lebenslang glücklich geschlossene Ehen<br />

zwischen Künstlern und ihren unvergleichlichen Flügeln<br />

Von Barbara Jahn<br />

E<br />

s ist stolze 170 Jahre her, dass das Klavier mit der Seriennummer<br />

483 für 500 Dollar als erster Flügel „designed by<br />

Steinway & Sons“ das Fabriksloft in der Varick Street 55 in<br />

Lower Manhattan verließ. Gekauft wurde es 1853 von der<br />

New Yorker Familie Griswold <strong>–</strong> in dem Jahr, in dem Steinway & Sons<br />

als mündliche Partnerschaft offiziell gegründet wurde. Heute kann<br />

man es im Metropolitan Museum of Art bewundern, und es nimmt<br />

den Betrachter mit auf eine Zeitreise mit einer bewegten Geschichte.<br />

STEINIGER WEG<br />

Das Leben des 1797 geborenen Heinrich Engelhard Steinweg begann<br />

tragisch. Er hatte im Krieg gegen Napoleon und später auf der<br />

Flucht und durch Naturkatastrophen seine gesamte Familie verloren.<br />

Im Dienst des Herzogs von Braunschweig erlernte er das Tischlerhandwerk,<br />

arbeitete des Weiteren als Möbeltischler und setzte Orgelpfeifen<br />

instand. Auf diese Weise hatte er auch den ersten Kontakt mit<br />

dem sogenannten „Fortepiano“, das sich in ganz Europa zu einem der<br />

beliebtesten Instrumente entwickelt hatte. Rückblickend war dies<br />

der Schlüsselmoment seines erfolgreichen Werdegangs. Verheiratet<br />

und Vater von zehn Kindern, lehrte er seine sechs Söhne das Tischlerhandwerk<br />

<strong>–</strong> unter anderem Holz auszuwählen, zu schneiden und<br />

E<br />

Während der klassische<br />

Steinway stets in<br />

glänzendem Schwarz<br />

in Erscheinung tritt,<br />

gibt es auf besonderen<br />

Wunsch die Möglichkeit<br />

der Individualisierung<br />

142


k<br />

Heinrich Engelhard Steinweg, der Gründer der<br />

berühmten Klaviermanufaktur, benannte sich<br />

in den Staaten in Henry E. Steinway um<br />

hj<br />

Auf der Gussplatte, mit der die Saiten<br />

„verheiratet“ werden, befindet sich das<br />

handgemalte Logo von Steinway & Sons<br />

zu polieren sowie Saiten und Tastatur einzubauen. 1836 entstand in<br />

der Küche der Familie der erste Flügel. Im nächsten Jahrzehnt sollten<br />

482 weitere Flügel und Klaviere folgen. Doch die wirtschaftliche Lage<br />

Europas trübte sich ein, und Sohn Karl beschloss, sein Glück in New<br />

York zu versuchen, wo er bei John Jacob Astor, der mit Flügeln und<br />

Klavieren handelte, als Techniker zu arbeiten begann.<br />

Fotos: Steinway & Sons<br />

AMERIKANISCHER TRAUM<br />

Während der älteste Sohn C. F. Theodore in Deutschland blieb und<br />

das Familienunternehmen weiterführte, wanderte der Rest der Großfamilie<br />

nach New York aus, wo sie in beengten Wohnverhältnissen<br />

und mit schlecht bezahlten Jobs als Möbeltischler und Klavierbauer<br />

ganz von vorne anfingen. Anfeindungen, weil sie deutsche Immigranten<br />

waren, veranlassten Heinrich E. Steinweg schließlich zu<br />

einem radikalen Schritt: Er amerikanisierte seinen Namen in „Henry<br />

E. Steinway“. Diese Maßnahme, vor allem aber die harte Arbeit und<br />

das Streben nach Perfektion, höchster Qualität und Standards der<br />

Handwerkskunst führten schließlich zum Erfolg und mündeten in der<br />

Gründung von Steinway & Sons. Während die Brüder in der Manufaktur<br />

anpackten, war es eine Schwester namens Doretta, die sich<br />

als Verkaufstalent herausstellte, als sie durch Klavierstunden Kunden<br />

zum Kauf animierte. Der Aufstieg schritt rasant voran, so sehr, dass<br />

immer größere Produktionsstandorte angemietet werden mussten.<br />

Kein Wunder, denn ab 1859 wurden 500 Instrumente pro Jahr verkauft.<br />

Gleichzeitig wurde die Technik immer weiter perfektioniert.<br />

Henry E. Steinway entwickelte einen Plattenflansch, mit dem sich<br />

längere Basssaiten über die übrigen Saiten ziehen ließen und der<br />

Innenraum auf diese Weise besser genutzt werden konnte. Dieses<br />

System ließ er sich patentieren. Schließlich ließen die Steinways eine<br />

eigene Produktionsstätte mit Ausstellungsraum und Büro errichten.<br />

Dort bauten 350 Mitarbeiter unter Nutzung von dampfbetriebenen<br />

Maschinen bereits 1.800 Klaviere pro Jahr. Es folgte 1870 die Umsetzung<br />

des Steinway Village in Long Island mit Sägewerk, Fertigung,<br />

Postamt, Bibliothek, Kindergarten und Häusern für die Arbeiter,<br />

1872 startete das Steinway-Artist-Konzept mit einer Konzertreihe mit<br />

dem Pianisten Anton Rubinstein, 1875 wurde die Steinway Hall in<br />

London eröffnet, und 1880 folgte die Fabrik in Hamburg.<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

143


LIVING | PORTRAIT<br />

k<br />

Guido Zimmermann ist heute<br />

der Chef von Steinway & Sons Hamburg<br />

W<br />

Ein Steinway braucht bis zu seiner Fertigstellung<br />

ungefähr ein Jahr und besteht aus rund 12.000<br />

Einzelteilen<br />

k<br />

Für Designer, die eine „Schale“ für einen<br />

Steinway-Flügel entwerfen dürfen, geht oft ein<br />

Lebenstraum in Erfüllung<br />

E k<br />

„Gran Nichetto“, entworfen vom<br />

italienischen Designer Luca Nichetto,<br />

ist eine der begehrten Limited Editions<br />

von Steinway & Sons<br />

Fotos: Steinway & Sons<br />

144 WINTER <strong>2023</strong>


DEN TON ANGEBEN<br />

Auch wenn das Unternehmen seit 1972 nicht mehr in Familienbesitz<br />

ist, spürt man in der Hamburger Manufaktur in jeder Ecke den Innovationsgeist<br />

und die Liebe zum Instrument. Der Duft des erlesenen<br />

Holzes, das von Team 7 aus Österreich geliefert wird, liegt in der Luft,<br />

das Klopfen und Hämmern vieler Hände ist omnipräsent, während<br />

der Wind ab und zu ein paar zarte Töne aus den Intonationsstudios<br />

her überträgt. Rund 12.000 Einzelteile werden hier zusammengesetzt,<br />

und viele Tausend Handgriffe sind es, bis ein Steinway nach einem<br />

Jahr in seinem klassischen, schwarzen Lackkleid fertig in einem der<br />

internationalen Schauräume steht. Doch das letzte Wort hat Wiebke<br />

Wunstorf, die Chefintoneurin, die die letzten Ungereimtheiten des<br />

Klangbildes ausmerzt und das Instrument als solches zur Vollendung<br />

bringt. „Ein Steinway muss alles können. Er darf nicht limitieren.<br />

Ein Pianist muss alles spielen und interpretieren können. Das muss<br />

man als Intoneur immer im Kopf behalten“, sagt sie selbstkritisch.<br />

„Wenn man zu viel macht, nimmt man dem Künstler Spielraum weg.<br />

Man sollte sich immer bewusst sein, dass es nicht der eigene Flügel ist<br />

und einem auch nicht unbedingt ,gefallen‘ muss, sondern man muss<br />

schauen, was der Flügel selbst mitbringt, und versucht, ihm seinen<br />

Charakter zu lassen. Kein Flügel gleicht dem anderen, und schon gar<br />

nicht in Kombination mit der Spielart. Es steckt so viel Handarbeit<br />

drin, dass das gar nicht möglich wäre. Aber was am Ende zählt, sind<br />

die Spielart und der Klang, die selbst die größten Pianisten voneinander<br />

trennen. Entscheidend ist die Energie, die man reingibt, und die<br />

Antwort darauf. Das muss zu diesem Menschen passen. Meistens weiß<br />

man sehr schnell, für welchen Flügel das Herz schlägt.“<br />

VERGANGENHEIT MIT ZUKUNFT<br />

An der Spitze des Unternehmens steht heute Guido Zimmermann, der<br />

selbst zehn Jahre lang das Orgelspiel erlernt hat. Den ersten Kontakt<br />

mit Steinway hatte er während seiner Tätigkeit bei der Manufaktur<br />

Montblanc, die mit Steinway eine Special Edition herausbrachte.<br />

„Diese großartigen Instrumente sind mir wohl schon auf Bühnen<br />

begegnet, aber das Verständnis, was alles hinter dieser Marke steckt,<br />

diese unglaubliche Manufaktur und diese Details der Handwerkskunst<br />

haben sich mir erst später erschlossen. Und es fasziniert mich<br />

bis heute“, sagt der CEO, der in seinen Ansätzen traditionsbewusst,<br />

aber auch visionär agieren möchte. Angesprochen auf den Steinway<br />

„Spirio“, ein Modell, das eine markante Schnittstelle zwischen Analogem<br />

und Digitalem darstellt, zeigt er sich überzeugt: „Wir halten<br />

es da mit dem Grundsatz des Gründers Henry E. Steinway, nämlich<br />

nicht innezuhalten, sondern sich ständig zu verbessern. Innovation<br />

war immer schon <strong>–</strong> natürlich neben der Qualität <strong>–</strong> das wichtigste<br />

Schlagwort. Nach vielen Jahren der Entwicklung fühlten wir uns<br />

nun in der Position, dafür gewappnet zu sein, eine technologische<br />

Ergänzung zu integrieren, die eine Revolution in der Musikwelt darstellt.“<br />

„Spirio“ bietet Privatkunden die Möglichkeit, zu Hause digital<br />

das Originalspiel zu empfangen. Aber auch für die große Zielgruppe,<br />

die professionellen Musiker, liefert „Spirio“ einen echten Mehrwert.<br />

Diese Technologie, die beim Aufnehmen, Lernen, Komponieren,<br />

Editieren hilft, stellt ein Studio für Zuhause dar und bereichert<br />

so das professionelle Leben. „Aber das war schon die Idee vor<br />

170 Jahren: Ein Instrument sollte das Leben bereichern auf eine<br />

Art, die es noch nicht gab. Einen Flügel als Soloinstrument für die<br />

Die Hamburger Fabrik<br />

macht dem Begriff<br />

„Manufaktur“ alle<br />

Ehre: Tausende<br />

Handgriffe machen<br />

die Flügel zu dem, was<br />

man einen echten<br />

„Steinway“ nennt<br />

145


LIVING | PORTRAIT<br />

damals entstehenden großen Bühnen der Welt zu bauen, das war das<br />

Bestreben von Henry Steinway. Diesem Vorhaben ist er auch mehr<br />

als gerecht geworden. Mit ,Spirio‘ sind wir nun seit ein paar Jahren<br />

auf dem Markt und <strong>–</strong> ich darf sagen <strong>–</strong> auf einer recht erfolgreichen<br />

Schiene, denn wir haben das Glück, heute jeden dritten Flügel mit<br />

dieser Technologie auszustatten. Wir haben es geschafft, sowohl sehr<br />

viele private als auch professionelle Nutzer zu begeistern.“<br />

ZUM HÖHENFLUG ANSETZEN<br />

An der Technik, die in den letzten 170 Jahren perfektioniert wurde,<br />

ist nicht zu rütteln. Was in einem gewissen Maß aber schon verändert<br />

werden kann, ist die Hülle. So hat beispielsweise neben Luca<br />

Nichetto, der letztes Jahr seine Serie „Gran Nichetto“ präsentiert<br />

R<br />

Mitte November <strong>2023</strong><br />

präsentierte der<br />

französische Designer<br />

Noé Duchaufour-<br />

Lawrance in Paris<br />

seine dreiteilige<br />

Flügelserie, die er<br />

für Steinway & Sons<br />

entworfen hatte<br />

R<br />

Den letzten Schliff bekommt<br />

die Edition „Steinway Crown<br />

Jewels“, die es in sechs<br />

außergewöhnlichen Hölzern<br />

gibt, mit einem in die<br />

Tastenklappe eingesetzten<br />

Diamanten<br />

O<br />

Das Vergolden ist nur<br />

einer von vielen Hundert<br />

Arbeitsschritten, die per<br />

Hand aus dem Flügel<br />

einen echten Steinway<br />

entstehen lassen<br />

hat, auch Karl Lagerfeld für Steinway eine eigene Edition designt.<br />

„Der ‚Kern‘ <strong>–</strong> sprich die Konstruktion und die Technologie <strong>–</strong>, der ja<br />

einen Steinway zu diesem einzigartigen Klavier macht, bietet wenig<br />

Raum für Flexibilität und Varianz. Diese haben wir schon eher, wenn<br />

auch begrenzt, bei der ‚Schale‘. Beim Design handelt es sich meist<br />

um Oberflächen, die den Korpus an sich nicht beeinflussen dürfen“,<br />

hält Guido Zimmermann fest. „Nahezu so lange, wie es Steinway gibt,<br />

wird entweder selbst oder zusammen mit Designern an dieser Schale<br />

gearbeitet. Wir sind dabei sehr selektiv, was die Partner betrifft, mit<br />

denen wir Editionen gestalten. Für uns ist wichtig, dass unser Designpartner<br />

sowohl das Unternehmen Steinway als auch die Kundenwelt<br />

versteht. Luca Nichetto ist dafür ein wunderbares Beispiel aus<br />

der jüngsten Vergangenheit.“ Seit Mitte November <strong>2023</strong> reiht sich<br />

eine weitere, aufsehenerregende Kreation in das Portfolio der Manufaktur<br />

ein. Der französische Designer Noé<br />

Duchaufour-Lawrance entwarf eine außergewöhnliche<br />

Flügelserie, die den sogenannten<br />

Rim <strong>–</strong> den Korpus eines Flügels <strong>–</strong> aus<br />

sich herauswachsen lässt. „Die Fertigstellung<br />

und Präsentation des Projekts mit Noé<br />

Duchaufour-Lawrance in Paris haben wir<br />

mit großer Aufregung erwartet, vor allem<br />

deshalb, weil es mehr als ein ‚Anstrich‘ ist.<br />

Es ist eine neue, andere Form, ein Objekt, das<br />

uns von Anfang an fasziniert und in seinen<br />

Bann gezogen hat. Sowohl der charismatische<br />

Designer als auch die limitierte Edition<br />

könnten nicht besser zu Steinway passen.<br />

Hier bekommt genau das die Form, was ich<br />

mit Luxus made in Hamburg meine: Es ist<br />

spektakulär und doch diskret, es schmiegt<br />

sich an und verkörpert eine Themen- und<br />

Formenwelt, die sich offenbart und sofort die<br />

Herzen erobert.“<br />

TRADITION VERPFLICHTET<br />

Eine Steinway-Edition zu entwerfen ist für<br />

viele Designer eine Aufgabe, die auf ihrer<br />

Bucket-List steht. Umgekehrt sieht Steinway<br />

es als große Bereicherung, sich mit neuen<br />

Denkansätzen in die Herzen der Menschen<br />

zu spielen. „Was mich ungemein freut, ist,<br />

dass wir die Möglichkeiten haben, ganz<br />

egal, wer den ersten Schritt macht <strong>–</strong> die<br />

Designer oder wir <strong>–</strong>, immer absolut auf<br />

Augenhöhe miteinander zu arbeiten und<br />

gemeinschaftlich Ideen bis zur Produkteinführung<br />

zu entwickeln. Das ist für uns das<br />

Wichtigste. Deshalb müssen es Designer<br />

oder Architekten sein, die diese Lust an der<br />

Zusammenarbeit spüren und bereit sind, das Verständnis für Steinway<br />

zu entwickeln, wenn es nicht sogar schon da ist. Luca Nichetto<br />

und Noé Duchaufour-Lawrance haben selbst schon ihre persönliche<br />

Verbindung zum Klavier mitgebracht, das war einfach großartig.<br />

Für sie ging ein Traum in Erfüllung und für uns mit diesen erfolgreichen<br />

Kooperationen auch“, freut sich Guido Zimmermann<br />

über die gelungenen Projekte. „Unser übergeordnetes Ziel ist,<br />

Menschen für das Klavierspielen zu begeistern. Wir haben auch<br />

mit unseren Geschäften, wie etwa dem Flagshipstore am Opernring<br />

in Wien, neue Wege eingeschlagen, und mit den neuen<br />

Editionen fühlen wir uns für die Zukunft gut gewappnet. Es ist<br />

nicht nur das Neue, für das man eine gute Konzeption braucht<br />

und das gut zur Handwerksproduktmarke passen muss, sondern<br />

es geht auch ganz viel um das Bewahren des Kerns, der Steinway<br />

ausmacht, das einen gewissen Gegenpol zu all dem darstellt,<br />

was sich heute so schnelllebig verändert. Wir möchten gerne<br />

mit beiden Füßen auf dem Boden unseren Werten folgen.“ p<br />

Fotos: Steinway & Sons<br />

146 WINTER <strong>2023</strong>


Alma Hasun and Mads Mikkelsen<br />

illuminated by Mito aura.<br />

Watch the spot on occhio.com<br />

Occhio gallery by WienLicht<br />

Vorlaufstrasse 1 | 1010 Wien<br />

Tel. + 43 1 533 86 70 0<br />

wienlicht.at


LIVING<br />

High Life: Über dem<br />

Wohnbereich mit fünf<br />

Meter hohen Wänden und<br />

Designermöbeln von<br />

Living Divani schwebt<br />

die Betondecke in<br />

industrieller Optik.<br />

Aus Beton ist auch die<br />

Kücheninsel „Pure“,<br />

dahinter der Hochschrank<br />

„Wall“ mit Eichenfurnier,<br />

beide von Steininger.<br />

Dunkler Parkettboden von<br />

Schotten & Hansen,<br />

Teppich von Casalis<br />

148


MODERNES LOFT<br />

MIT INDUSTRIAL CHIC<br />

Viel Loft nach oben: Das Interior-Design-Team Steininger<br />

verpasste einem Apartment in einem historischen Fabrikbau<br />

ein zeitgemäßes Upgrade. Grauer Beton, dunkles Holz,<br />

Marmor und elegante Lösungen erneuern das Domizil<br />

im schweizerischen Cham mit Stil<br />

Von Alice Mandel<br />

Foto: ® Roider<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

149


Brillante Optik:<br />

Die Rückwand des<br />

Essbereichs<br />

verkleidete das<br />

Steininger-Team<br />

mit einem grauen<br />

Parsolspiegel.<br />

Esstisch „Brasilia“<br />

mit Zementeffekt<br />

von Living Divani,<br />

Sessel „Kekke“ von<br />

Studio Piet Boon,<br />

Leuchten „Raimond“<br />

von Moooi<br />

Fotos: ® Roider<br />

150


LIVING<br />

h Die Kücheninsel „Pure“ aus Beton ist mit Kochstelle, Spülbecken und Massivholztisch ausgestattet, der Hochschrank „Wall“<br />

mit Taschentüren und Weinklima schrank, beide von Steininger. Armaturen von Gessi<br />

Viel Raum zum Leben <strong>–</strong> ein essenzielles Asset,<br />

das Lofts so begehrenswert macht. Umso<br />

schöner und spannender, wenn sich das neue<br />

Zuhause in einer alten Fabrik befindet. Es ist<br />

also ein wahrer Glücksgriff, den ein junges<br />

Schweizer Paar getan hat. Ihr Wohntraum<br />

befindet sich auf dem Areal der ehemaligen<br />

Papierfabrik in Cham nahe Luzern in umgebauten<br />

und revitalisierten ehemaligen Werksgebäuden.<br />

Doch damit dieser Traum beziehbare<br />

Realität wurde, benötigte es ein von<br />

Grund auf durchdachtes Konzept, das niemand<br />

Geringerer als die oberösterreichischen<br />

Interior-Design-Spezialisten Steininger entwickelten.<br />

Sie beweisen, dass Qualität und<br />

Präzision nicht nur Swiss-made sind.<br />

Bei dem renommierten und international<br />

erfahrenen Team gehen Expertise, Kreativität,<br />

planerische Exaktheit und unkonventionelle<br />

Ideen Hand in Hand. Eine wichtige Komponente<br />

des Projekts war, den industriellen<br />

Charme und den historischen Charakter des<br />

denkmalgeschützten Baus ins Innere zu transponieren,<br />

in die Gestaltung miteinzubeziehen<br />

und zeitgemäß zu interpretieren. Schon die<br />

Raumhöhen von fünf Metern beeindrucken.<br />

Nun sind auch subtile, perfekt aufeinander<br />

abgestimmte Farbwelten und eine wertige,<br />

beständige Eleganz mit ausgesuchtem Premium-Mobiliar<br />

allgegenwärtig. Das etwa<br />

110 Quadratmeter große Apartment liegt im<br />

dritten Obergeschoß und enthielt eine Auflage:<br />

Die vorhandenen großflächigen Industriefenster<br />

mit silberner Optik mussten ebenso<br />

original erhalten bleiben wie eine dominante<br />

Betondecke in Sheddach-Form. Ihre markante<br />

Optik mit Traversen prägt den weitläufigen<br />

und L-förmigen Wohnbereich. Das helle Grau<br />

wird effektvoll mit Wänden in Off-White und<br />

einem dunklen Eichenparkettboden von<br />

Schotten & Hansen kontrastiert. Mit langen<br />

Dielen, seiner prägnanten Struktur und einem<br />

wunderbaren Braunton erstreckt er sich als<br />

verbindendes Element über die gesamte<br />

Bodenfläche.<br />

Als absoluter Anziehungs- und Mittelpunkt<br />

des Lofts entpuppt sich die Küche „Pure“ von<br />

Steininger. Wie aus einem Guss präsentiert<br />

sich die frei stehende Kücheninsel aus Beton.<br />

Sie wird ergänzt von einem integrierten<br />

Massivholztisch aus dunkler Tobak-Eiche,<br />

der wahlweise als Frühstücksbereich oder<br />

Homeoffice dient, sowie dem in dunkler Eiche<br />

gebeizten Hochschrank „Wall“ <strong>–</strong> ein weiterer<br />

ästhetischer und hochfunktionaler Entwurf<br />

von Steininger. Denn hinter platzsparenden<br />

Taschentüren gibt es neben Stauraum eine<br />

zweite Spüle mit Arbeitsfläche inklusive sämtlicher<br />

Geräte. Angeschlossen sind ein Weinklimaschrank<br />

und ein Garderobenschrank,<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

151


LIVING<br />

v<br />

Abgeschirmt:<br />

Schlafzimmer und Bad<br />

sind hinter den<br />

Schiebe türen „Sail“ von<br />

Rimadesio verborgen,<br />

aber leicht zugänglich<br />

v<br />

Veredelt: Im Bad ist der<br />

Spiegelschrank von Steininger<br />

eingebettet in die<br />

Wandverkleidung „Adda“ aus<br />

Marmor in „Gris du Marais“ von<br />

Salvatori. Das Waschbecken<br />

„Infinito“ aus Naturstein in „Gris<br />

du Marais“ stammt ebenso von<br />

Salvatori<br />

Das Loft prägen<br />

harmonische Kontraste:<br />

So trifft der Industriestil<br />

einer alten Fabrik<br />

auf subtile Eleganz.<br />

Wesentliche Elemente<br />

sind rauer Beton und<br />

Raumhöhen von fünf<br />

Metern<br />

der den Übergang zum Entree markiert. An<br />

die Küche fügt sich der stilvoll eingerichtete<br />

Wohnbereich, dem das Sofa „NeoWall“,<br />

die Sessel „Greene“ und die Couchtische<br />

„Flap“ von Living Divani einen gemütlichen<br />

Lounge-Faktor verleihen. Eine Nische bildet<br />

den Dining-Room, den ein Parsolspiegel mit<br />

dekorativem vertikalem Lichtband optisch<br />

verlängert. Den Esstisch „Brasilia“ von Living<br />

Divani setzen die Pendelleuchten „Raimond“<br />

von Moooi in Szene.<br />

Holz und Marmor dominieren die privaten<br />

Zonen. Im Schlafzimmer und in der begehbaren<br />

Garderobe schaffen Schrankeinbauten<br />

und Türen aus der Steininger-Manufaktur ein<br />

individuelles Ambiente. Die beiden Schiebeelemente<br />

„Sail“ von Rimadesio führen ins<br />

Bad mit Marmorwandverkleidung und einem<br />

Naturstein-Waschtisch von Salvatori. Das<br />

Becken wird von geriffelten Holzpaneelen<br />

ummantelt. Zurück im Wohnbereich erwartet<br />

einen noch ein raffiniertes Extra: Ein Kubus<br />

im Raum enthält einen Wirtschaftsraum und<br />

das Gäste-WC. Stimmige Lichtlösungen von<br />

der Tiroler Leuchtenmanufaktur Led-Works<br />

sowie Lichtsysteme von Davide Groppi<br />

komplettieren das intelligent und ästhetisch<br />

durchkomponierte Zuhause.<br />

p<br />

Fotos: ® Roider<br />

152 WINTER <strong>2023</strong>


seit<br />

März <strong>2023</strong><br />

auch in Mödling<br />

www.largilla.at<br />

FLIESE<br />

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SALZBURG<br />

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BEAUTY<br />

VERY<br />

BRITISH<br />

Seit 120 Jahren ist Penhaligon’s nun<br />

schon Hoflieferant. Die olfaktorischen<br />

Lieblingskreationen des britischen<br />

Königshauses werden gehütet wie<br />

ein Staatsgeheimnis. Wir werfen<br />

dennoch einen Blick hinter die Kulissen<br />

O<br />

„Highgrove Bouquet“<br />

aus der „British<br />

Tales“-Serie war eine<br />

Zusammenarbeit mit<br />

König Charles III. und<br />

Highgrove House, der<br />

Residenz Seiner<br />

Majestät<br />

I<br />

Außenansicht der<br />

Penhaligon’s Boutique<br />

in der Wellington<br />

Street 41 in Londons<br />

Bezirk Covent Garden.<br />

Eröffnet wurde diese<br />

Dependance mit dem<br />

markanten Markenschriftzug<br />

auf<br />

der Fassade 1977<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Penhaligon’s gilt als der Storyteller<br />

unter den Duftbrands. Jede Kollektion<br />

erzählt eine Geschichte, und jede einzelne<br />

Kreation spielt eine tragende Rolle. So<br />

beschreibt Penhaligon’s die „Portraits“-Linie<br />

mit folgenden Worten: „Eine Familie, so einzigartig<br />

wie keine andere, in der nichts so ist,<br />

wie es scheint. ,Portraits‘ ist britischer Humor<br />

at its best: steife Oberlippe, scharfer Witz<br />

und ein Händchen für Provokation. Ultimativ<br />

britisch, leicht exzentrisch, aristokratisch<br />

und immer für ein Gerücht zu haben.“ Auch<br />

wir erzählen Ihnen nun eine Geschichte, und<br />

zwar die des erfolgreichen britischen Traditionshauses<br />

<strong>–</strong> wir bleiben aber bei den Fakten,<br />

ganz ohne Augenzwinkern.<br />

Die Jermyn Street in London ist berühmt<br />

für die dort ansässigen Hemdenmacher, aber<br />

auch andere Utensilien für Herren wie Hüte,<br />

Schuhe, Rasierpinsel, Hosenträger oder<br />

Parfums werden dort angeboten. Die Lage<br />

ist perfekt. Die Straße verläuft parallel zur<br />

Piccadilly, pulsierende Hotspots wie Trafalgar<br />

Square, St. James’s Park, das Finanzviertel<br />

und sogar der Buckingham Palace sind in<br />

wenigen Gehminuten erreichbar. Und genau<br />

hier, in der Hausnummer 76, beginnt die<br />

154


faszinierende Historie des Parfumhauses<br />

Penhaligon’s. 1869 zog William Penhaligon<br />

mit seiner Familie in die Hauptstadt, um<br />

nur ein Jahr später an dieser Adresse einen<br />

Friseursalon zu eröffnen. Wie es für einen<br />

Barbier damals üblich war, produzierte<br />

er seine Produkte selbst und konnte sich<br />

damit einen erlesenen Kundenstamm aus<br />

Aristo kraten, Politikern und Geschäftsleuten<br />

aufbauen. 1872 kreierte er dann seinen<br />

ersten eigenen Duft, „Hammam Bouquet“,<br />

von dem die Londoner Upperclass nicht<br />

genug bekommen konnte. Inspiriert von<br />

den türkischen Bädern in Mayfair, entstand<br />

ein Zusammenspiel aus Lavendel, Rose und<br />

Sandelholz. Noch heute ist dieser Klassiker<br />

erhältlich, den Flakon schmückt eine purpurrote<br />

Fliege, die Verpackung ist in derselben<br />

Signalfarbe gehalten. Nicht zu übersehen,<br />

wie es sich für eine echte Rarität gehört.<br />

Kein Wunder also, dass bei so viel Kreativität,<br />

Liebe zum Detail und einer ungemein feinen<br />

Nase auch bald das britische Königshaus auf<br />

h<br />

Seit 2021 hat mit „The Inimitable William Penhaligon“ auch<br />

der visionäre Gründer sein eigenes Parfum. Eine angenehme<br />

Symbiose aus Bergamotte, Weihrauch und Vetiver<br />

Fotos: Penhaligon’s, Shutterstock<br />

k<br />

Ein Butler vergisst nie,<br />

ist aber immer diskret!<br />

„The Omniscient Mister<br />

Thompson“ begrüßt<br />

warm und charismatisch,<br />

mit edlen Rum- und<br />

Ledernoten, die von<br />

Vanille und Sesammilch<br />

besänftigt werden. Der<br />

neueste Zuwachs in der<br />

„Portraits“- Familie<br />

die olfaktorischen Meisterwerke aufmerksam<br />

wurde. 1903, erst nach dem Tod des<br />

Visionärs William Penhaligon, verlieh Königin<br />

Alexandra dem Dufthaus die königliche<br />

Urkunde für Hoflieferanten. Seither hat sich<br />

die Penhaligon’s-Welt weitergedreht, jedoch<br />

ohne ihre Wurzeln zu vergessen, wie das<br />

Brand-Department erklärt: „Im Laufe der<br />

Jahre sind wir dem britischen Erbe unseres<br />

Gründers treu geblieben. Wir haben in den<br />

folgenden 120 Jahren Düfte konzipiert, die<br />

oft von britischen Geschichten und sogar<br />

Menschen inspiriert sind. Wir glauben, dass<br />

sich Penhaligon’s dadurch von anderen<br />

Parfumherstellern unterscheidet.“ Und das<br />

tun sie zweifellos. Aktuell gibt es mit „Trade<br />

Routes“, „British Tales“ und „Portraits“ drei<br />

Kollektionen, die in Österreich erhältlich<br />

sind. Um die Wahl zu erleichtern, hilft sogar<br />

ein virtueller „Duftratgeber“ auf der Website.<br />

Während „Portraits“ die Aristokratie ein<br />

wenig aufs Korn nimmt, rückt „Trade Routes“<br />

eine längst vergangene Ära voller Abenteuer<br />

in den Mittelpunkt und ist inspiriert von den<br />

kostbaren Waren, die am Ende des 19. Jahrhunderts<br />

auf den Londoner Docks eingetroffen<br />

sind. Bei „British Tales“ dagegen reiht<br />

sich ein zeitloser Klassiker an den nächsten.<br />

Unter den vielen Besonderheiten sticht vor<br />

allem „Highgrove Bouquet“ heraus, eine<br />

Zusammenarbeit mit König Charles III., die<br />

2022 veröffentlich wurde: „Die Kreation entstand<br />

zur Feier der langjährigen Beziehung<br />

zwischen Penhaligon’s und dem königlichen<br />

WINTER <strong>2023</strong> 155


BEAUTY<br />

k<br />

Auch Limited Editions<br />

kreiert das Parfumhaus<br />

regel mäßig. 2022<br />

über raschte es mit „Sports<br />

Car Club“<br />

Hof. Es ist ein perfekt sommerlicher, blumiger<br />

Duft, inspiriert von den Gärten von Highgrove<br />

House, der offiziellen Residenz Seiner<br />

Majestät. Seine Majestät wünschte sich, die<br />

blühende Silberlinde im Duft einzufangen,<br />

und das war die Richtung, die wir (natürlich!)<br />

einschlugen. Es war eine Freude, mit Seiner<br />

Majestät und Highgrove House zusammenzuarbeiten.“<br />

Ein Teil des Erlöses von „Highgrove<br />

Bouquet“ wird an The Prince’s Foundation<br />

gespendet, die Wohltätigkeitsorganisation<br />

von König Charles III.<br />

Natürlich fragt man sich, was zuerst entsteht,<br />

eine olfaktorische Kreation oder die<br />

Story dahinter? Penhaligon’s beschreibt es<br />

uns so: „Meistens kommt die Geschichte<br />

zuerst. Wir haben eine Idee im Kopf, einen<br />

Keim einer Geschichte, und beginnen mit der<br />

Kreation des Dufts auf dieser Grundlage. Von<br />

diesem Zeitpunkt an entwickeln sich Duft<br />

und Geschichte gemeinsam: Eine bestimmte<br />

Note des Parfums kann sie beeinflussen,<br />

oder ein Aspekt der Story inspiriert uns, die<br />

Duftkomposition zu verändern. Bei unserer<br />

neuen Eau-de-Parfum-Kollektion ,Potions &<br />

Remedies‘ zum Beispiel spiegeln die<br />

E<br />

Die „Trade Routes“-<br />

Kollektion präsentiert<br />

olfaktorische Meisterwerke<br />

mit Inhaltsstoffen<br />

aus aller Welt. Wie bei<br />

„Legacy of Petra“, das<br />

Fenchelsamen, Myrrhe<br />

und Vanille vereint<br />

W<br />

„Very british“ zeigen sich die Shops von Penhaligon’s:<br />

Gemütlichkeit trifft auf kühle Eleganz und Elemente aus Glas<br />

Inhalts stoffe des Parfums die botanischen<br />

Eigenschaften der Düfte wider, und so gehen<br />

Storytelling und Duft Hand in Hand. Es ist<br />

oft ein kreativer Zyklus der Verfeinerung<br />

und Überarbeitung, der unsere Düfte (und<br />

unsere Geschichten) so wunderbar fesselnd<br />

macht.“ Die „Potions & Remedies“-Reihe ist<br />

so neu, dass sie hierzulande noch gar nicht<br />

erhältlich ist. Um davon etwas zu ergattern,<br />

muss man im Moment noch nach London<br />

fliegen. Dafür hat uns Penhaligon’s dieses<br />

Jahr mit anderen neuen Kompositionen<br />

wie „The Omniscient Mr. Thompson“ aus<br />

der „Portraits“-Serie und „Solaris“ aus<br />

„British Tales“ beglückt <strong>–</strong> sie sind der beste<br />

Beweis dafür, dass dem Kreativteam und<br />

den Parfümeuren die Ideen nicht so schnell<br />

ausgehen werden. Übrigens, seit 2021 gibt<br />

es mit „The Inimitable William Penhaligon“<br />

sogar ein Parfum zu Ehren des Gründers. Er<br />

wäre bestimmt mit der Kreation von Meisterparfümeur<br />

Alberto Morillas sowie mit<br />

der Geschichte dahinter zufrieden gewesen.<br />

Geschrieben steht: „Ja, es ist Mr. Penhaligon<br />

persönlich! Er kommt in einem Vetiver-<br />

Hauch daher <strong>–</strong> warm, frisch und erdig. Bei<br />

einem so guten Duft ist es kein Wunder, dass<br />

er der einzige vertrauenswürdige Parfümeur<br />

der Damen und Herren der High Society ist.“<br />

Dem ist nichts hinzuzufügen.<br />

p<br />

k<br />

In den kalten<br />

<strong>Winter</strong>monaten wärmt<br />

uns diese Ode an die<br />

Sonne: „Solaris“ aus der<br />

Serie „British Tales“<br />

k<br />

Die Düfte aus der<br />

brandneuen „Potions &<br />

Remedies“-Reihe sind<br />

in Österreich (noch)<br />

nicht erhältlich<br />

Fotos: Penhaligon’s, Shutterstock<br />

156 WINTER <strong>2023</strong>


On Fire<br />

Weihrauch, Myrrhe, Tabak, Leder und edle Hölzer vereinen sich mit Tonkabohne,<br />

Kakao, Vanille oder Honig: Rauchige Duftkreationen heizen in der kalten Jahreszeit<br />

mächtig ein und entführen auf eine sinnliche Reise<br />

Ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält, besagt, Parfumkreationen<br />

mit rauchigen, holzigen und ledrigen Noten seien der<br />

Männerwelt vorbehalten, während Damen zu blumigen und<br />

leichteren Alternativen greifen sollten. Damit wollen wir<br />

endgültig aufräumen, in dieser Saison kommt niemand an den sinnlichen<br />

Odeurs mit Tabak, Oud oder Tonkabohne vorbei. Nachgesagt<br />

werden Trägern rauchiger Düfte, sie seien anspruchsvoll, suchten<br />

nach dem Einzigartigen und liebten die Versuchung. Also, Must-have<br />

oder viel Rauch um nichts? Das muss jeder für sich selbst entscheiden,<br />

aber die Geschichte unserer ach so beliebten Duftwässerchen ist<br />

auf alle Fälle eine lange und feurige. Gehen die Ursprünge doch<br />

zurück bis in die Antike, als es üblich war, Räucherrituale zu Ehren<br />

der Götter zu zelebrieren. Und exakt auf dieses Brauchtum bezieht<br />

sich auch der uns heute bekannte Begriff „Parfum“, eine freie Interpretation<br />

des lateinischen „per fumum“, was so viel heißt wie „durch<br />

Rauch“. Aber erst das ausgeklügelte Verfahren der Destillation und<br />

die Kreuzzüge im Orient brachten olfaktorische Werke an die Adelshöfe<br />

von Europa, bevor sie schlussendlich im 19. Jahrhundert, als<br />

Städte wie das französische Grasse zu Duft-Weltmetropolen avancierten,<br />

massentauglich wurden. Federführend dabei war einer der<br />

wohl berühmtesten Parfümeure überhaupt: Pierre-François Pascal<br />

Guerlain. Der innovative Gründer der gleichnamigen Maison verstarb<br />

1864, trotzdem gibt sein Haus bis heute den (Duft-)Ton an, so<br />

auch mit der neuesten Komposition „Tobacco Honey“. Ein köstlicher<br />

Tabakakkord wird von Vanille, Tonkabohne und Sesam umhüllt,<br />

von Honig belebt und von Anis und Nelke verstärkt. Das junge<br />

Label Neandertal aus England rückt dagegen holzige Aromen in<br />

den Mittelpunkt, die auf Weihrauch und Myrrhe treffen. Rauchige<br />

Düfte gibt es diesen <strong>Winter</strong> von vielen Marken, und sie sind, wie es<br />

die Kreation von Kilian auf den Punkt bringt: „Smoking hot“.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller, Hintergrundbild: Shutterstock<br />

158


BEAUTY | DUFT<br />

1<br />

2<br />

3<br />

10<br />

7<br />

7<br />

9<br />

4<br />

8<br />

5 6 7<br />

1 / Holzige Akkorde treffen auf Vanille und Weihrauch als Brücke<br />

zwischen Herz und Basis: „Neandertal dark“ von Neandertal<br />

2 / Moderne Ode an die Bourbon-Vanille, mit einer eleganten<br />

Kombination aus Holz und Leder: „Althaïr“ von Parfums de Marly<br />

3 / Sinnliche Kreation, die süße Vanille, delikate Pralinenuancen und<br />

pudrigen Moschus vereint: „Vanille Rouge“ von Atelier Versace<br />

4 / Dieses feurige Meisterwerk enthält mit Kentucky Tobacco<br />

Absolute eine extrem seltene Zutat: „Smoking hot“ von Kilian<br />

5 / Eine olfaktorische Symbiose der Superlative aus verruchtem<br />

Tabak und köstlichem Honig: „Tobacco Honey“ von Guerlain<br />

6 / Parfümeur Jacques Cavallier Belletrud liefert eine originelle<br />

Partitur für Oud, das „schwarze Gold“: „Myriad“ von Louis Vuitton<br />

7 / Klassiker, verfeinert mit Aromen von Tabak über Oud bis zu<br />

Koriandersamenöl und Tonkabohne: „Tobacco Oud“ von Tom Ford<br />

8 / Patschuli, Vetiver, Orangenblüten, Kakaoschoten und Ambroxan<br />

erzählen eine glühende Geschichte: „L’Interdit“ von Givenchy<br />

9 / Fruchtige Akzente aus Pflaumen und Pfirsichen vereinen sich<br />

mit hochwertigem Tabak aus der Türkei: „Tobacolor“ von Dior<br />

10 / Gezündet wird ein imposantes Duftfeuerwerk, eine Explosion von<br />

edlen Hölzern und Karamell: „Faith for Fantasy“ von Philly & Phill<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

159


Schön<br />

im Schlaf<br />

Auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen: Regelmäßiger, erholsamer Schlaf ist<br />

kein Luxus, den man sich einmal gönnt, sondern eine lebenswichtige Notwendigkeit.<br />

Ganz nebenbei können wir die Zeit für eine Schönheitskur nützen<br />

L<br />

aut Experten wären für einen erwachsenen Menschen täglich<br />

rund sieben Stunden die ideale Schlafdauer. Und obwohl<br />

es uns im hektischen Alltag gefühlt immer schwerer fällt,<br />

zwischendurch auch einmal die Stopptaste zu drücken, hat<br />

sich die durchschnittliche Schlafzeit der Österreicher in den letzten<br />

20 Jahren nicht drastisch verändert. Zumindest, wenn man den Daten<br />

einer Studie aus dem Jahr <strong>2023</strong> Glauben schenkt. Demzufolge gönnt<br />

man sich hierzulande sieben Stunden an Arbeitstagen und acht Stunden<br />

an Wochenenden. Ideal, könnte man meinen, aber nichtsdestotrotz<br />

kämpft rund ein Fünftel der Bevölkerung mit Schlafproblemen, meist<br />

verursacht durch Schmerzen oder weil man nicht abschalten kann.<br />

Dabei braucht unser Körper diese Ruhepause dringend. Trägt sie doch<br />

wesentlich zur Erholung und Erneuerung von Knochen, Muskeln und<br />

inneren Organen bei, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, unser<br />

Immunsystem wird gestärkt, und als i-Tüpfelchen regeneriert sich auch<br />

noch unsere Haut. Der Startschuss dafür fällt schon um 17 Uhr, gegen<br />

20 Uhr wird sie intensiver durchblutet, ab etwa 23 Uhr verstärkt sich<br />

die Ausschüttung von Wachstumshormonen, die für die Zellerneuerung<br />

und den Kollagenaufbau zuständig sind, und ab ungefähr drei Uhr<br />

sinkt schließlich das Hormonniveau allmählich wieder auf das Tageslevel.<br />

Diese Prozesse laufen automatisch ab, können aber mit hochwertigen<br />

Beauty-Helfern für die Nacht optimiert werden. Am besten<br />

startet man sein Abendritual mit einer ausgiebigen Reinigung, die<br />

Make-up-Reste und Unreinheiten entfernt. Im nächsten Schritt zahlt es<br />

sich aus, auf einen angenehmen Balsam zu setzen, bevor man sein<br />

Gesicht mit einem intensiven Konzentrat oder einer reichhaltigen<br />

Creme verwöhnt und bettfertig macht. Um die persönliche Nachtpflege<br />

abzurunden, empfehlen sich noch ein straffendes Augenserum und<br />

eine angenehme Schlafmaske aus Maulbeerseide <strong>–</strong> so machen wir mit<br />

ein paar Tricks aus einer Notwendigkeit ein Schönheitsritual.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller, Hintergrundbild: Shutterstock<br />

160


BEAUTY | PFLEGE<br />

1<br />

10<br />

2<br />

3<br />

9<br />

4<br />

8<br />

6<br />

5 7<br />

1 / Beschleunigt die Regeneration der Haut im Schlaf: „Genaissance<br />

de la Mer <strong>–</strong> The Concentrated Night Balm“ von La Mer<br />

2 / Vier hochwirksame Inhaltsstoffe kümmern sich um Ihre Augen:<br />

„Supremÿa Yeux <strong>–</strong> The Supreme Anti-Aging Eye Serum“ von Sisley<br />

3 / Der luftig-weiche Schaum reinigt sanft und gründlich. Enthält<br />

15 Aminosäuren: „Advanced Night Cleansing Gelée“ von Estée Lauder<br />

4 / Papaya-Extrakt, Rizinus- und Olivenöl sorgen für volle, glatte<br />

und definierte Lippen: „Overnight Lip Mask“ von Dr. PawPaw<br />

5 / Für ein ideales Ergebnis trägt man diese Pflege nach einem<br />

Nachtbalsam auf: „Dior Prestige <strong>–</strong> La Crème de Nuit“ von Dior<br />

6 / Abends nach der Reinigung auf Gesicht, Hals und Dekolleté<br />

einmassieren: „Ampoule Concentrates <strong>–</strong> Active Night“ von Babor<br />

7 / Hochwirksame Antwort bei Konturverlust: „Vital Perfection<br />

LiftDefine Radiance Night Concentrate“ von Shiseido<br />

8 / Inspiriert wurde diese Maske von zarten Wassertropfen auf der<br />

Kamelie: „Hydra Beauty <strong>–</strong> Masque de Nuit au Camélia“ von Chanel<br />

9 / Besteht auf beiden Seiten aus hochwertiger Maulbeerseide für<br />

erholsamen Schlaf: „Plain Silk Lavender Eye Mask“ von Holistic Silk<br />

10 / Natürliches Retinol aus Kaviar-Lipiden ist ein faszinierender<br />

Anti-Aging-Booster: „Skin Caviar Nighttime Oil“ von La Prairie<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

161


BEAUTY | MEN<br />

Romantische Spaziergänge im Schnee, idyllische Abende vor dem Kamin, Sport im<br />

Freien, trockene Raumluft oder wohltuende Saunagänge: Für unsere Haut sind<br />

diese Temperaturschwankungen gelinde gesagt ein Super-GAU! Mit den richtigen<br />

Pflegespezialisten geht es trotzdem geschützt durch den <strong>Winter</strong><br />

1<br />

6<br />

Hot’n'<br />

Cold<br />

2<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

1 | A. Walde x Temt<br />

„All <strong>Winter</strong> Care“<br />

Revitalisiert müde und beanspruchte Haut in den kalten <strong>Winter</strong>monaten<br />

durch pflegende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe. Sie<br />

ist jedoch keine Alternative zu einer klassischen Coldcream oder<br />

Sonnencreme <strong>–</strong> beide ein Must-have für das Gesicht auf der Skipiste.<br />

2 | Armani Men<br />

„The Face Wash“<br />

Man kann es nicht oft genug sagen: Der Tag soll mit einem Gesichtscleansing<br />

anfangen und natürlich auch enden. Diese Reinigungslotion<br />

ist angereichert mit einem Peeling aus Birkenrindenextrakt und<br />

Jojoba perlen und sorgt so für ein reines, weiches, zartes Hautgefühl.<br />

3 | Boy de Chanel<br />

„Le Baume à Lèvres“<br />

Keine trockenen Lippen, kein unangenehmes Spannen und das trotz<br />

der oft massiven Temperaturunterschiede im <strong>Winter</strong> zwischen drinnen<br />

und draußen. Verantwortlich dafür ist bei dieser Lippenpflege<br />

die raffinierte Mischung aus Jojobaöl und nährender Karitébutter.<br />

4 | Clarins<br />

„Cryo-Flash Cream-Mask“<br />

Lift me up! Nach einem langen Bürotag in beheizten und trockenen<br />

Räumen wirkt diese Gel-Creme-Gesichtsmaske abends wahre Entspannungswunder.<br />

Mit der Kraft der Kälte werden die Poren sichtbar<br />

verkleinert, und die Haut zeigt sich straffer. Wie ein Jungbrunnen.<br />

5 | Dr. Sturm<br />

„Sun Drops“<br />

Damit kann man die herrliche <strong>Winter</strong>sonne in vollen Zügen genießen.<br />

Dieses Serum mit Lichtschutzfaktor 50 bewahrt die Haut nicht nur<br />

vor gefährlichen UVA- und UVB-Strahlen, sondern auch vor vorzeitiger<br />

Hautalterung. Angereichert mit Cassia-Extrakt und Vitamin E.<br />

6 | Kami Skincare<br />

„SOS Hautpflege Öl Dropper“<br />

Wenn es schnell gehen muss, um trockene Hautstellen wieder auf<br />

Vordermann zu bringen, greift man am besten zu diesem Öl. Bei sehr<br />

kalten Temperaturen kann man damit auch die tägliche Tagespflege<br />

verfeinern <strong>–</strong> natürlich ohne Wasser, ein wichtiger Faktor bei Kälte.<br />

Redaktion: Christoph Kulmer, Fotos: Hersteller, Hintergrundbild: Shutterstock<br />

162 WINTER <strong>2023</strong>


164


v<br />

Bademodenkampagne für Zeki<br />

Model: Cindy Crawford<br />

Haare und Make-up: Michael Reh<br />

Location: Barbados<br />

PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Margaretha<br />

Olschewski<br />

F<br />

ür<br />

meine deutsche Mentalität und Überpünktlichkeit<br />

wurde ich in Paris des Öfteren belächelt. Manchmal<br />

stand ich eine halbe Stunde allein am Set“, sagt Margaretha<br />

Olschewski, wobei sich ein Grinsen über ihr Gesicht<br />

ausbreitet. Eben ihr teutonischer Ehrgeiz und ihre Liebe zu Perfektion<br />

sind daran beteiligt, dass aus einer Leidenschaft ein lukrativer<br />

Beruf wurde. Doch wie bei jedem guten Rezept sind es nicht nur die<br />

Hauptzutaten, sondern vorrangig die feine Würze, die einem lukullischen<br />

Erlebnis eine besondere Note verleihen. In Olschewskis Fall<br />

wären das neben präziser Vorarbeit und minutiösem technischem<br />

Know-how eine kräftige Prise an Einfühlungsvermögen, Fantasie,<br />

Authentizität und die Leidenschaft zum Storytelling.<br />

Wäre es nicht Realität, könnte Olschewskis Werdegang ebenso gut<br />

der Feder eines Groschenromanautors entsprungen sein: Geboren<br />

und aufgewachsen in Bochum <strong>–</strong> ihren Worten zufolge „ein waschechtes<br />

Ruhrpottkind“ <strong>–</strong>, absolvierte sie zuerst eine Lehre als Buchhändlerin.<br />

Doch das Schicksal wollte es anders, und sie wurde auf der<br />

Straße von dem Fotografen Ross Feltus, Barbara Beckers Vater, angesprochen<br />

<strong>–</strong> der Startschuss für eine Karriere als internationales<br />

Model. Sie stand vor der Linse von Carlo Orsi, Francis Giacobetti und<br />

Peter Lindbergh, der bis heute ihr persönlicher Hero ist <strong>–</strong> nicht nur<br />

deswegen, weil sie ihn, Jahre nach ihrer ersten Zusammenarbeit,<br />

während eines Shootings für die italienische „Vogue“ selbst porträtieren<br />

durfte.<br />

Redaktion: Bernhard Musil, Fotos: Margaretha Olschewski<br />

Nach ihrer Metamorphose vom Model zur Fotografin avancierte<br />

Olschewski in Kürze zu einer Größe der internationalen Mode- und<br />

Werbefotografie. Sie lebte und arbeitete in Hamburg, Paris, Miami<br />

und New York. Stets folgt sie der Prämisse, dass ihre Bilder Emotionen<br />

erwecken sollen und man sich in ihnen verlieren soll. Vor ihrer<br />

Linse standen nicht nur Cindy Crawford, Helena Christensen, Elle<br />

Macpherson und Werner Schreyer, sie fotografierte unter anderem<br />

auch für Marken wie Audi, Nivea, Loewe, Armani und MAC sowie für<br />

Magazine wie „Vogue“, „Elle“, „Max“, „Amica“, „Marie Claire“, „Park<br />

Avenue“ und „Vanity Fair“.<br />

margo-photo.com<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

165


k<br />

Editorial für „Grazia Italia“ <strong>–</strong><br />

Hommage an Giorgio Armani<br />

Model: Marikka Juhler<br />

Styling: Nadia Galeazzo<br />

Haare: Dominic Di Campo<br />

Make-up: Odile Subra<br />

Location: Armani Hotel,<br />

Burj Khalifa, Dubai<br />

b<br />

Freie Produktion<br />

Styling: Dagmar Särchinger<br />

Haare & Make-up: Richard Wilkinson<br />

Location: Südafrika<br />

v<br />

Produktion für „Grazia Italia“<br />

Model: Marikka Juhler<br />

Styling: Nadia Galeazzo<br />

Haare & Make-up: Barbara Ciccognani<br />

Location: Montblanc<br />

166


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Haute-Couture-Produktion für „Femme“<br />

Haare & Make-up: Wendy Iles<br />

Location: Paris<br />

Fotos: Courtesy Studio Semotan @ Elfie Semotan<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

167


Werbekampagne für „Peter the First“<br />

Model: Simonetta Gianfelici<br />

Haare & Make-up: Wendy Iles<br />

Location: Aplanat Studios, Hamburg<br />

168


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

Cover für „Max“<br />

Model: Elle Macpherson<br />

Produktion & Styling: Anke Degenhard<br />

Location: Hamptons, USA<br />

b<br />

Produktion für „Park Avenue“<br />

Model: Willy Bogner<br />

Produktion: Anke Degenhard<br />

Styling: Sascha Gaugel<br />

v<br />

Editorial für „Femme“<br />

Model: Helena Christensen<br />

Haare & Make-up: Steve Marino<br />

Location: Monaco<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

169


PHOTOGRAPHY | PORTRAIT<br />

v<br />

Cover für „Amica Deutschland“<br />

Model: Werner Schreyer<br />

Styling: Margret Müller<br />

Haare & Make-up: Loïc Bréard<br />

Location: Islamorada, Florida Keys, USA<br />

x<br />

Produktion für „Grazia Italia“<br />

Model: Yuliana<br />

Styling: Nadia Galeazzo<br />

Haare: David Martinez<br />

Make-up: Odile Subra<br />

Location: Nizza<br />

k<br />

Produktion für „Grazia Italia“<br />

Model: Vanessa<br />

Styling: Nadia Galeazzo<br />

Location: Villa Jako, Hamburg<br />

170 WINTER <strong>2023</strong>


MOBILITY<br />

Blick in die heiligen<br />

Produktionshallen von<br />

Bentley in Crewe,<br />

England: moderner<br />

„Bentley Flying Spur“ in<br />

ausdrucksstarker Farbe<br />

172


BENTLEYS<br />

RISING<br />

Fotos: Bentley, Mark Fagelson<br />

Vom Vorkriegs-Sportwagen über ein stiefmütterlich behandeltes Rolls-Royce-<br />

Anhängsel bis zur heutigen sportlichen Luxusmarke war es ein langer Weg.<br />

Der ohne historische und aktuelle Bentley Boys nicht möglich gewesen wäre<br />

Von Roland Löwisch<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

173


MOBILITY<br />

Sechseinhalb- oder gar Achtliter, „Speed Six“<br />

oder „Blower“ haben sowieso keines mehr,<br />

sind aber technisch in Top-Verfassung. Der<br />

Benjafields Racing Club, limitiert auf 100<br />

Mitglieder, feiert einmal im Jahr an einem<br />

ikonischen Ort wie zum Beispiel der Brooklands-Rennbahn<br />

stets sich, das Leben und<br />

vor allem: Walter Owen Bentley. Cheers.<br />

Eine Pflichtreise ist natürlich die Tour<br />

nach Le Mans. Klar, dass die „Benjys“ als<br />

moderne Form der Bentley Boys auch jüngst<br />

zum 100. Jahrestag des wichtigsten Autorennens<br />

der Welt anreisten und bei der Le<br />

Mans Classic mit einem Sonderlauf von 75<br />

Vorkriegs-Bentleys zur Prime Time hier den<br />

großen Auftritt zelebrierten: Le Mans ist die<br />

Keimzelle der sportlichen Gene der Marke<br />

mit fünf legendären Gesamtsiegen in der<br />

Vorkriegszeit <strong>–</strong> 1924 sowie von 1927 bis ein-<br />

Die Szenerie ist im<br />

November eines jeden<br />

Jahres so englisch wie<br />

skurril: Rund 50 wohlsituierte<br />

Männer sitzen im Smoking an<br />

gedeckten Tischen, am liebsten zwischen<br />

herrlich alten Autos, die Öl und Leder<br />

schwitzen. Sie beginnen den Abend mit<br />

einem Trinkspruch: „Thank you God for turning<br />

water into wine. And for turning it back<br />

again.“ Dann wird diniert und palavert, auf<br />

Deutsch nennt man das „Benzingespräche“.<br />

Die Anwesenheit von Frauen ist geradezu verboten,<br />

so sie nicht servieren. Man bespricht<br />

die nächste Reise mit dem eigenen Vorkriegs-Bentley,<br />

vielleicht Kroatien, vielleicht<br />

Island, vielleicht Nepal, wenn’s geht auf Achse,<br />

meistens ohne Dach. Viele der alten und<br />

reichlich wertvollen Dreiliter, Viereinhalbliter,<br />

schließlich 1930. „Dabbelju Ouh“, wie W. O.<br />

Bentley von Fans zärtlich genannt wird, wurde<br />

am 16. August 1881 in London geboren.<br />

Seine Ingenieursausbildung erhielt er bei<br />

der Eisenbahngesellschaft Great Northern<br />

Railways, nebenbei fuhr er Motorradrennen.<br />

Mit seinem Bruder gründete er 1912 die Firma<br />

Bentley & Bentley, um Automobile von<br />

Doriot, Flandrin & Parant unter anderem mit<br />

Aluminiumkolben zu tunen. Erfolgreich, wie<br />

Siege auf der Rennbahn Brooklands bewiesen.<br />

Danach begann er, Motoren zu bauen,<br />

zunächst für Sopwith Camel- und Snipe-<br />

Kampfflieger im Ersten Weltkrieg. Sein<br />

Faible für Tempo und Performance ließ ihn<br />

am 9. Juli 1919 Bentley Motors gründen, um<br />

Autos zu bauen und sie bei Rennen für sich<br />

werben zu lassen. 1920 zog er eine Fabrik im<br />

Londoner Stadtteil Cricklewood auf, weshalb<br />

Fotos: Bentley, Jonathan Fleetwood, Mark Fagelson<br />

174 WINTER <strong>2023</strong>


die Vorkriegs-Bentleys auch Cricklewood-<br />

Bentleys genannt werden. Am 21. September<br />

1921 sicherte sich ein gewisser Noel van Raalte<br />

den ersten verfügbaren Straßen-Bentley.<br />

Bentleys Dreiliter-Vierzylindermotoren mit<br />

16 Ventilen und Leichtmetallkolben erwarben<br />

sich schnell einen ausgezeichneten Ruf.<br />

Sogar ein Ettore Bugatti zollte auf seine Art<br />

Respekt, indem er konstatierte, dass Bentley<br />

die „schnellsten Lastwagen der Welt“ baue.<br />

1924 konnte Bentley 462 Chassis vom<br />

beliebten Modell „3 Litre“ verkaufen, ein Jahr<br />

später waren es aber nur noch 304 Stück <strong>–</strong><br />

da nützte es auch nicht mehr viel, dass sich<br />

ein Dreiliter-Bentley in Montlhéry den Temporekord<br />

über 24 Stunden mit einem Schnitt<br />

von 152 km/h sicherte. Am Steuer bei diesem<br />

und anderen außergewöhnlichen Vorhaben:<br />

die legendären Bentley Boys <strong>–</strong> ultrareiche,<br />

motorsportverrückte junge Männer, alle<br />

wohnend am Londoner Grosvenor Square.<br />

Der wohl Wildeste von allen war wohl<br />

Diamantenerbe Woolf Barnato, aber auch<br />

Dudley Benjafield, Frank Clement, Sammy<br />

Davis, John Duff und Glen Kidston gehörten<br />

in die erste Reihe. Einer von ihnen, Tim<br />

Birkin, verbrannte sein gesamtes Vermögen<br />

damit, 50 Viereinhalbliter-Bentleys mit Kompressoren<br />

auszustatten, um sie 200 km/h<br />

schnell zu machen. Allerdings gewann kein<br />

sogenannter und heute millionenteurer<br />

„Blower“ jemals ein Rennen.<br />

Trotz aller Bemühungen schlitterte<br />

W. O. 1926 in die Insolvenz, und Barnato<br />

stieg als Investor und Chef und somit Retter<br />

in die Firma ein. Mit schrägen Ideen: So wettete<br />

er 1930 100 Pfund, dass er mit seinem<br />

„Bentley Speed Six Saloon“ schneller von der<br />

Côte d’Azur nach Calais reisen würde als<br />

der legendäre Blue Train. Er gewann <strong>–</strong> und<br />

wurde von den Franzosen für Rennen auf<br />

öffentlichen Straßen mit wesentlich mehr<br />

Strafe belegt, als er durch die Wette einnahm.<br />

Aber auch dieser Abenteurer konnte Bentley<br />

Motors auf Dauer nicht halten.<br />

Als nächster Retter in höchster Not im<br />

Jahr 1931 nach insgesamt 3051 gebauten<br />

Chassis erwies sich Konkurrent Rolls-Royce.<br />

Die Briten holten die Kollegen nach Derby,<br />

bis 1935 war W. O. Bentley sogar noch mit<br />

im Boot. Dann wurden Bentleys mit Rolls-<br />

Royce-Technik bestückt und die Rolls-Royceund<br />

Bentley-Produktion 1946 nach Crewe<br />

verlagert. Dort residiert die Marke noch<br />

bb<br />

Autobau bei Bentley in den<br />

1920er-Jahren: Jede einzelne<br />

Schraube wurde per Hand<br />

eingedreht<br />

b<br />

Von der einstigen<br />

Qualitätsarbeit profitiert<br />

Bentley noch heute: Viele der<br />

Vorkriegsautos fahren heute<br />

noch, wie hier ein „Bentley<br />

Blower“<br />

O<br />

Zu Bentley gehörte auch immer<br />

Motorsport: Mit dem „Supercar<br />

Speed 8“ gewannen die Briten<br />

2003 das geschichtsträchtige<br />

Rennen in Le Mans<br />

W<br />

Der „Bentley Mulliner Batur“<br />

kostet zwei Millionen Euro,<br />

bietet 740 PS und markiert das<br />

Ende der W12-Ära. Nur 18 Stück<br />

wurden gebaut<br />

175


MOBILITY<br />

heute, seit 2002 als Alleinherrscher. Der<br />

Standort ist dem Zweiten Weltkrieg geschuldet<br />

<strong>–</strong> 1938 wurde hier eine Fabrik für Rolls-<br />

Royce-Merlin-Flugmotoren gebaut, weil es<br />

keine verräterischen Gewässer in der Nähe<br />

gab, die feindlichen Bombern das Auffinden<br />

der Stelle hätten erleichtern können und weil<br />

eine gute Bahnanbindung vorhanden war.<br />

Rund 26.000 Flugmotoren entstanden hier.<br />

Seit 77 Jahren stammt jedes Bentley-Chassis<br />

von hier <strong>–</strong> nur Karosserien wurden auch mal<br />

woanders hergestellt.<br />

1952 sorgte die Firma endlich wieder<br />

für positive Schlagzeilen: Der „Bentley<br />

Continental R-Type“ kam auf den Markt.<br />

Der Viersitzer galt nicht nur als eines der<br />

schönsten Autos zu jener Zeit, sondern war<br />

dank eines 150-PS-Sechszylinders, der später<br />

auf 170 PS gestärkt wurde, auch das schnellste<br />

und teuerste. Kunden waren zum Beispiel<br />

ein Agnelli, ein Guinness, ein Onassis, ein<br />

Niarchos und ein Rockefeller. Kein Wunder,<br />

dass James Bond, von Schriftsteller Ian Fleming<br />

1953 in sein erstes Abenteuer „Casino<br />

Royale“ geschickt, ursprünglich Bentley und<br />

nicht Aston Martin fuhr. 1955 erhielt Bentley<br />

das Siegel als königlicher Hoflieferant, eine<br />

besondere Auszeichnung für Qualität.<br />

Trotzdem erlitt die edle Marke eine lange<br />

Zeit das Schicksal, durch Bagde-Engineering<br />

als Ausstattungsvariante ihr Dasein zu fristen.<br />

Ab 1965 kamen Bentley und Rolls-Royce<br />

als Zwillinge auf den Markt, angefangen mit<br />

dem „T“ im Kleid des „Rolls-Royce Silver<br />

Shadow“. Auch wenn es damit der erste<br />

Bentley wurde mit unter anderem selbsttragender<br />

Karosserie, Einzelradaufhängung,<br />

Scheibenbremsen rundum, Servobremse<br />

und Klimaanlage, schadete die Gleichteilestrategie<br />

dem Ruf der Marke. Der „Bentley<br />

Mulsanne“ (benannt nach einer berühmten<br />

Kurve in Le Mans) war ab 1980 zunächst<br />

auch nur eine Variante des „Rolls-Royce<br />

Silver Spirit“. Aber als er 1982 einen Turbolader<br />

erhielt, stiegen plötzlich die Verkaufszahlen.<br />

Rolls-Royce verstand, und künftig<br />

wurden Bentleys als sportliche Varianten des<br />

Konzerns vermarktet. Wie zum Beweis folgten<br />

auf den „Mulsanne“ der „Continental R“<br />

von 1991 und der „Brooklands“, Letzterer mit<br />

Sechsdreiviertel-Liter-V8 und 304 PS, was<br />

ihn in weniger als acht Sekunden von 0 auf<br />

100 km/h sprinten ließ und 225 km/h schnell<br />

machte. Kurz danach rannte das 5,34 Meter<br />

lange und 2,5 Tonnen schwere „Bentley Continental<br />

Coupé“ beeindruckende 280 km/h.<br />

Die Wiedergeburt als große, eigenständige<br />

Marke ermöglichte VW-Chef Dr. Ferdinand<br />

Piëch, der 1998 Bentley kaufte. Eigentlich<br />

wollte er auch Rolls-Royce dem VW-Konzern<br />

einverleiben, aber deren Markenrechte hatte<br />

sich BMW bereits gesichert. Eines der ersten<br />

neuen Bentley-Modelle: eine Staatslimousine<br />

für die Queen, die im Jahr 2002 zum<br />

50-Jahre-Thronjubiläum zwei Exemplare<br />

erhielt. Das Design erscheint heute noch diskutabel,<br />

der Komfort stellte aber wohl alles<br />

bisher Dagewesene in den Schatten.<br />

Vor genau 20 Jahren passierte das, womit<br />

kaum jemand mehr rechnete: die Wiederauferstehung<br />

der Marke Bentley. Nicht nur der<br />

damalige Bentley-Chef Franz-Josef Paefgen<br />

glaubte an den Erfolg des neuen großen,<br />

luxuriösen und dank W12-Biturbo 560 PS<br />

starken und 318 km/h schnellen Grand<br />

Tourer, designt von Dirk van Braeckel: Der<br />

„Continental GT“ sei „die wichtigste Bentley-<br />

Neuvorstellung seit dem Dreiliter im Jahr<br />

1919“, orakelte Paefgen. Auch wenn ihn<br />

niemand wirklich brauchte, wollten ihn viele<br />

haben. Wie passend, dass dessen Einführung<br />

vom ersten Le-Mans-Sieg seit 1930 flankiert<br />

wurde: Zwei „Bentley Speed 8“ gewannen.<br />

Zur selben Zeit wurde der „Arnage T“ als<br />

P<br />

Das Auto, das Bentley rettete:<br />

Der „Continental GT“ brachte<br />

die Briten zurück auf die Spur.<br />

Das erste Exemplar ist jetzt<br />

bereits 20 Jahre alt<br />

O<br />

Noch heute wird viel in<br />

Handarbeit produziert<br />

<strong>–</strong> allerdings eher in den<br />

Abteilungen Color & Trim und<br />

Holzverarbeitung<br />

U<br />

Schaltzentrale: Bei Bentley<br />

wirkt alles, vor allem beim<br />

Interieur, wie aus dem Vollen<br />

gefräst <strong>–</strong> und ist es teilweise<br />

auch<br />

O<br />

Mulliner ist die werkseigene Veredelungsabteilung,<br />

die den „Serienwagen“ auf Wunsch ein anderes<br />

Gesicht gibt. Hier ein „GT“ in Mulliner-Spezifikation<br />

Fotos: Bentley<br />

176 WINTER <strong>2023</strong>


ADVERTORIAL<br />

Private Collection by Sangreal<br />

FÜR INTERESSENTEN<br />

MIT GEHOBENEN ANSPRÜCHEN<br />

Historisches Palais nahe der Wiener Innenstadt.<br />

Residieren im Uhrturm eines Telegraphenamts.<br />

Fotos: Sangreal Properties Visualisierung, Philipp Lipiarski<br />

Wer auf der Suche nach einer wirklich exklusiven<br />

Immobilie ist, findet diese nicht auf<br />

herkömmlichen Plattformen. Deshalb bietet<br />

Sangreal Properties, das renommierte Immobilienunternehmen,<br />

das sich auf die Vermarktung<br />

von hochwertigen Objekten in der Wiener<br />

Innenstadt spezialisiert, seit Kurzem eine<br />

reine Off-Market-Vertriebslinie an. „Das Portfolio<br />

ist Interessenten vorbehalten, die auf<br />

höchste Diskretion und absolute Exklusivität<br />

setzen. Es umfasst einzigartige Immobilien<br />

wie beispielsweise ein seltenes Einfamilienhaus in der Wiener Altstadt,<br />

ein prächtiges, aber unbeachtetes Palais nahe der Wiener Ringstraße<br />

oder auch eine historische Biedermeier-Villa, eingebettet in eigenem<br />

Weinanbau mit unvergleichbarem Blick auf Wien <strong>–</strong> außergewöhnliche<br />

Objekte, die nur auf Anfrage und durch das richtige Netzwerk zu<br />

erwerben sind“, erklärt Kristina Giacomelli, Inhaberin von Sangreal<br />

Properties. In der Private Collection findet man entweder außerordentlich<br />

seltene Immobilien oder besonders hochpreisige Anwesen<br />

im Wert ab zehn Millionen Euro, aber meist weit darüber.<br />

Immobilien für High-Class-Kunden<br />

Die erfahrene Luxusimmobilienmaklerin ist bekannt für ihre große<br />

Expertise und ihr ausgeprägtes Fingerspitzengefühl. Zu ihren zahlreichen<br />

High-Class-Kunden zählen Botschaften, bekannte Persönlichkeiten<br />

aus Wirtschaft und Politik sowie Fonds, die in Immobilien investieren.<br />

Kristina Giacomelli, MA<br />

Geschäftsführerin, Eigentümerin,<br />

Unternehmerin.<br />

Für diese anspruchsvolle Klientel ist Kristina<br />

Giacomelli eine kompetente Ansprechpartnerin,<br />

die den Verkaufsprozess von Anfang bis<br />

zum Ende persönlich begleitet. „In der Luxusimmobilienbranche<br />

ist absolute Diskretion ein<br />

Muss und die Zusammenarbeit mit allen<br />

Beteiligten Vertrauenssache. Mein Fokus liegt<br />

stets auf maximaler Kundenzufriedenheit, um<br />

auch höchsten Ansprüchen vollumfänglich<br />

gerecht zu werden“, so die Expertin. Internationale<br />

Auftraggeber sind bereits auf diese<br />

exklusive Vertriebslinie aufmerksam geworden, somit ist eine ständige<br />

Erweiterung des Portfolios möglich. Hierzu zählen beispielsweise Villen<br />

mit ebenfalls eigenem Weinbau auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca<br />

in der Nähe eines bekannten Golfplatzes oder historisch bedeutsame<br />

Castellos in der Toskana in Italien.<br />

Sangreal Properties Immobilientreuhand GmbH<br />

Tel.: +43 664 257 23 28 | E-Mail: office@sangreal-properties.at<br />

www.sangreal-properties.at<br />

Instagram: @sangrealproperties | @kristinagiacomelli<br />

177


MOBILITY<br />

P<br />

Bei den großen<br />

Bentleys sind die<br />

Fondpassagiere<br />

die Könige - auf<br />

Wunsch gibt es<br />

Möglichkeiten für<br />

Champagnerkühlung<br />

mit den passenden<br />

Kristallgläsern<br />

W<br />

Bei der Lederauswahl<br />

und -verarbeitung<br />

kennt Bentley<br />

kein Pardon: Das<br />

ist Handarbeit<br />

für Spezialisten.<br />

Die Tierhäute<br />

dürfen nicht mal<br />

Insektenstiche<br />

aufweisen<br />

O<br />

In Sachen Steppen<br />

des Leders ist Bentley<br />

ganz groß. Dabei<br />

hat der Kunde unter<br />

anderem die Wahl<br />

zwischen Steppform,<br />

Lederfarbe und<br />

Kontrastnähte<br />

Natürlich wird auch die<br />

Übergabe des Neuwagens<br />

an den Kunden zelebriert -<br />

wie hier beim Bentley-<br />

Händler in Wien<br />

U<br />

schnellste Serienlimousine der Welt beworben,<br />

abgelöst erst 2009 vom „Bentley Continental<br />

Supersports“ mit 329 km/h.<br />

2005 folgte dem „GTR“ der Viertürer<br />

„Flying Spur“ mit 600 PS starkem W12-<br />

Biturbo-Motor und 2010 das Flaggschiff mit<br />

dem schon bekannten Namen „Mulsanne“,<br />

das an alte Traditionen anknüpfen sollte und<br />

erst 2022 nachfolgerlos eingestellt wurde. Ab<br />

2012 war der „GT“ auch mit bärenstarkem V8<br />

zu haben, der sportlicher ausgelegt war als<br />

der „GT“ mit dem seidenweichen V12. Und<br />

erstmals zeigte Bentley seine Idee eines SUV:<br />

Der „EXP 9F“ sollte Appetit machen auf den<br />

„Bentayga“, der seit 2016 den SUV-Markt<br />

bereichert. Er gilt als erster Edel-SUV auf<br />

dem Markt. Sein „Speed“-Derivat von 2019<br />

war lange mit 306 km/h Spitze der schnellste<br />

SUV der Welt. Leicht war es trotz allem nicht<br />

für Bentley: 2018 machte die Firma das dritte<br />

Mal Minus nach Übernahme durch VW.<br />

Varianten wie der „Bentayga Plug-in-Hybrid“<br />

halfen allerdings aus der Misere heraus.<br />

STARKES WACHSTUM<br />

Heute hat Bentley mehr als 4.700 Mitarbeiter,<br />

im vergangenen Jahr bauten die Briten in<br />

deutscher Hand erstmals seit den 103 Jahren<br />

ihrer Existenz mehr als 15.000 Autos im Jahr<br />

<strong>–</strong> vor 1998, dem Einstiegsjahr von VW, waren<br />

es gerade mal 700. Und die Firma expandiert.<br />

Das Werk erstreckt sich jetzt über 551.000<br />

Quadratmeter und hat vor kurzem sogar die<br />

berühmte Firmenadresse gefressen: Die bislang<br />

öffentliche „Pyms Lane“ ist jetzt Teil des<br />

Werksgeländes.<br />

Was hinter den dicken Mauern der<br />

Produktionshallen passiert, ist nach wie<br />

178 WINTER <strong>2023</strong>


SUV in der Luxusklasse?<br />

Na klar - bei Bentley ist<br />

der „Bentayga“ sogar das<br />

meistverkaufte Modell<br />

Fotos: Bentley, Mark Fagelson, Martin Kubanka<br />

vor hauptsächlich Handarbeit. Das beginnt<br />

bei dem W12-Motor, der hier seit 23 Jahren<br />

gebaut wird, inzwischen bis zu 750 PS stark<br />

ist und nicht nur Bentley, sondern auch<br />

andere Konzernmodelle antreibt. Zusätzlich<br />

nutzt Bentley V8- sowie V6-Motoren für<br />

die Hybridmodelle. Zwei Linien bilden das<br />

Rückgrat der Produktion: die „GT“-Linie für<br />

„Continental GT“, das „Cabriolet“ und „Flying<br />

Spur“ sowie die „Bentayga“-Linie, in der auch<br />

der SUV mit langem Radstand entsteht. Vom<br />

„Bentayga“, Bentleys meistverkauftes Modell,<br />

rollen täglich 42 Wagen vom Montageband.<br />

Jedes Exemplar ist anders als das<br />

vorherige, denn es gibt rund 26 Milliarden<br />

verschiedene Möglichkeiten, einen Bentayga<br />

zu konfigurieren. Das liegt vorrangig an den<br />

Angeboten des Wood- und Trim-Shops, in<br />

denen rund 830 Menschen arbeiten, um<br />

die Interieurs ganz nach Kundenwunsch<br />

zu gestalten. Allerdings rückt das Ende der<br />

Verbrennerzeit auch bei Bentley in greifbare<br />

Nähe. 2,5 Milliarden Pfund Investition<br />

in Werk und Elektrifizierung sollen dafür<br />

sorgen, dass 2026 das erste rein elektrische<br />

Modell das Werk verlässt. Ab 2030 sollen nur<br />

noch E-Autos gebaut werden.<br />

Aber auch dann wird der heute 5.400<br />

Quadratmeter große Wood-Shop neben<br />

„klassischen“ Furnieren wie Nussbaum,<br />

Kirsche oder Eiche auch 5.000 Jahre altes<br />

Holz von in Mooren versunkenen Bäumen<br />

anbieten. Nur die am stärksten ausgeprägten<br />

Furnierbereiche werden ausgewählt und<br />

spiegelbildlich angepasst. Das Holz wird<br />

bis zu fünf Minuten bei 45 Grad in einer<br />

200-bar-Presse auf einen Aluminiumgussträger<br />

aufgebracht, danach in fünf Schichten<br />

Polyesterlack bedeckt. Schließlich wird es<br />

per Hand geschliffen und poliert <strong>–</strong> ein Fehler<br />

dabei, und der ganze Satz ist unbrauchbar.<br />

Die Fertigstellung eines Holzsatzes dauert<br />

je nach Spezifikation zwischen 13 und 47<br />

Stunden. Man kann aber auch eine 0,6 Millimeter<br />

dünne Schicht Stein ans Armaturenbrett<br />

bekommen …<br />

Der Trim-Shop wird von Leder, Nähten<br />

und Bügeleisen dominiert. Je nach Modell<br />

werden pro Auto neun bis 14 Häute benötigt,<br />

im „Bentayga“ verteilt auf rund 150 Teile, im<br />

„GT“ der inzwischen dritten Generation auf<br />

250 Stückchen. Experten an Nähmaschinen<br />

kümmern sich um die vom Kunden gewählten<br />

Farben der Kontrastnähte, deren Herstellung<br />

20 bis 40 Stunden dauert. Der aufpreispflichtige<br />

Kreuzstich wird sogar komplett<br />

von Hand gefertigt <strong>–</strong> beim „Bentayga“<br />

179


MOBILITY<br />

bedeuten 133 Meter Kreuzstich 24 Stunden<br />

Arbeit, beim „GT“ sind es sogar drei Tage. Das<br />

gestickte Bentley-Logo auf der Kopfstütze<br />

wird dagegen vollautomatisch fabriziert <strong>–</strong> in<br />

irrem Tempo finalisiert eine Maschine die<br />

genau 4.771 Stiche in sechs Minuten. Mit den<br />

Bügeleisen werden vor allem die Sitze bearbeitet,<br />

damit das Leder bestens anliegt.<br />

Wem die Personalisierungsmöglichkeiten<br />

bei Bentley nicht zufriedenstellen,<br />

kann deren Coachbuilder Mulliner <strong>–</strong> jetzt in<br />

einem neuen Gebäude residierend <strong>–</strong> bemühen.<br />

Die Spezialisten kümmern sich um alle<br />

Wünsche wie besondere Karosserieformen,<br />

ausgefallene Farben oder spezielle Ausstattungen.<br />

Inzwischen rollen drei Bentleys pro<br />

Tag mit Mulliner-Eingriff zu den Kunden. Die<br />

Abteilung kann aber noch mehr: So stammen<br />

die zwölf Sondermodelle „Bacalar“ von hier,<br />

ebenso die 18 je 750 PS starken „Batur“.<br />

Stückpreis: um die zwei Millionen Euro. Als<br />

gutes Geschäft erweisen sich auch die „Continuation<br />

Cars“, der Nachbau von Klassikern<br />

der Marke, und zwar mit den gleichen Mitteln,<br />

die dem Autobauer damals zur Verfügung<br />

standen. Bentley hat mit dem ikonischen<br />

„Blower“ begonnen. Allein das moderne „Car<br />

Zero“ benötigte 40.000 Arbeitsstunden. Die<br />

Gesamtbauzeit betrug sechs Monate pro<br />

Exemplar <strong>–</strong> Stückpreis etwa zwei Millionen<br />

Pfund. Es folgte eine Serie von zwölf „Speed<br />

Six“ (ursprünglich gebaut von 1926 bis 1930),<br />

und noch ein drittes altes Modell wird wiedergeboren.<br />

Danach soll Schluss sein <strong>–</strong> auch<br />

um die eigene Historie nicht zu beschädigen.<br />

Sinnvoller Nebeneffekt des guten Geschäfts:<br />

Die Mulliners wissen jetzt, wie sie die teuren<br />

Originale erhalten und reparieren können.<br />

Übrigens: Das originale „Blower-Teamcar“,<br />

der heute rund 25 Millionen Pfund teure<br />

Rennwagen von Tim Birkin von 1929, ist im<br />

Besitz von Bentley und war die Blaupause<br />

für die „Continuation“-Modelle. Es steht seit<br />

August 2022 in der „Heritage Garage“, dem<br />

neuen, nicht öffentlich zugänglichen Werks-<br />

Museum. In einem umgebauten ehemaligen<br />

Bürogebäude stellt Bentley nun 18 der<br />

inzwischen 42 Autos umfassenden Sammlung<br />

(34 fahrfähige Straßenautos und acht<br />

Rennwagen) aus. Die Sammlung umfasst<br />

zum Beispiel den ältesten noch existierenden<br />

Bentley, das „Teamcar“ von 1919, aber auch<br />

einen der legendären „Continental R-Type“<br />

von 1952, einen „Turbo“ von 1991, den „Azure<br />

Final Series Performance“ (2003), den allerersten<br />

„Continental GT“ und den allerersten<br />

„Flying Spur“.<br />

„Dabbelju Ouh“ starb am 3. August 1971.<br />

Ihm hätte seine Firma im Jahr <strong>2023</strong> sicher<br />

gefallen.<br />

p<br />

O<br />

Hochexklusiv: Die<br />

„Bentley Mulliner<br />

Riviera“-Kollektion,<br />

bestehend aus<br />

offenen „Continental<br />

GT“ in besonderen<br />

Farben, wendet sich<br />

an monegassische<br />

Mittelmeersegler<br />

O<br />

Der Firmengründer<br />

höchstselbst: Walter Owen<br />

Bentley gilt vor allem als<br />

genialer Motorenmann<br />

OO<br />

Selbstverständlich ist<br />

schon lange die Moderne in<br />

jeden Bentley eingezogen<br />

- zum Beispiel in Form von<br />

Touchscreens<br />

OOO<br />

Feinschliff: Nur komplett makellose<br />

Exemplare dürfen die Fabrik in Crewe<br />

verlassen. Man hat ja einen Ruf zu<br />

verlieren …<br />

Fotos: Bentley, James Lipman, beadyeye.tv<br />

180 WINTER <strong>2023</strong>


KULINARIK | BEST OF<br />

BEST<br />

AGER<br />

„The Balvenie Sixty“ ist die bisher älteste und seltenste Abfüllung<br />

von William Grant & Sons und gleichzeitig eine Hommage an den<br />

langjährigen Malt Master David C. Stewart. Sie wurde im selben Jahr<br />

destilliert, in dem er seine Arbeit bei The Balvenie aufnahm<br />

h<br />

„The Balvenie Sixty“<br />

ist eine echte Rarität.<br />

Vom ältesten Whisky<br />

der Brennerei ist für den<br />

österreichischen Markt<br />

nur eine einzige Flasche<br />

reserviert<br />

j<br />

60 Jahre lang war David C.<br />

Stewart Malt Master und,<br />

umgeben von wunderbaren<br />

Whisky-Kreationen, voll<br />

in seinem Element<br />

Unübertroffen sind seine Erfahrung und sein Wissen hinsichtlich der Produktion von exzellenten<br />

Whiskys, und unübertroffen ist auch sein Engagement für die mehrfach preisgekrönte Brennerei<br />

William Grant & Sons, bei der Malt Master David C. Stewart MBE sechs Jahrzehnte lang für die<br />

Abfüllungen verantwortlich zeichnete. In dieser Zeit hat er auch neue Herstellungstechniken entwickelt,<br />

die von der gesamten Branche mit großem Beifall übernommen wurden. Nun präsentiert<br />

William Grant mit „The Balvenie Sixty“ eine extrem seltene Kreation, die das 60-Jahr-Jubiläum<br />

ihres so geschätzten Malt Master feiert. Die Einzelfassabfüllung aus dem Jahr 1962 enthält den<br />

ältesten und seltensten Whisky, der jemals von der Brennerei zum Verkauf angeboten wurde,<br />

weltweit werden nur 71 Flaschen erhältlich sein. Das für die Whisky-Herstellung so wichtige Fass<br />

hat Stewarts Schützling Kelsey McKechnie ausgewählt, der der Experte in den letzten vier Jahren<br />

als Mentor zur Seite stand. „Es war nicht nur eine große Ehre, ein Fass zu finden, das zu einem so<br />

unglaublichen Charakter in der Geschichte der Destillerie passt, es ist auch eine große Ehre, damit<br />

meinen Mentor, von dem ich so viel lernen durfte, zu würdigen.“ Schmeichelnde Worte, die den<br />

ikonischen Status von David C. Stewart MBE als dienstältestem Malt Master der Branche untermauern.<br />

Als solcher stand er an vorderster Front der Produktion von The Balvenie und setzte<br />

sein Fachwissen sowie seine feine Nase ein, um die hohen Standards und die perfekte Konsistenz<br />

zu gewährleisten. Natürlich war er auch bei der Herstellung von „The Balvenie Sixty“ vom ersten<br />

Tag an dabei, was diese Besonderheit auch für ihn persönlich einzigartig macht und einen Meilenstein<br />

in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn darstellt. Nach 60 Jahren war es dann aber so<br />

weit: <strong>2023</strong> wurde Stewart zum Ehrenbotschafter bei Balvenie und überließ die Rolle des Malt<br />

Master seiner Nachfolgerin Kelsey McKechnie.<br />

Optisch ist die Abfüllung ebenso ein Schatz, gleicht die Verpackung doch einem Kunstwerk<br />

aus Glas, Gold und Messing. Das mehrschichtige Rohrgehäuse zieren sogar persönliche Anekdoten<br />

einflussreicher Persönlichkeiten aus Stewarts Karriere. Nur eine einzige Flasche dieser<br />

außergewöhnlichen Whisky-Rarität, die zweifellos Geschichte schreibt, ist für den österreichischen<br />

Markt reserviert <strong>–</strong> hier heißt es also schnell sein.<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Hersteller<br />

182 WINTER <strong>2023</strong>


KULINARIK | ZU BESUCH BEI<br />

SCHWARZ<br />

Die Zucht von<br />

Albino-Stören ist eine<br />

wahre Meisterleistung<br />

und an Perfektion<br />

nicht zu überbieten.<br />

Weißer Kaviar zählt zu<br />

den exklusivsten und<br />

teuersten Luxusgütern<br />

der Welt<br />

WEISS<br />

Auch die unvergleichliche<br />

Qualität<br />

des reinen Wassers,<br />

in dem die Tiere<br />

in der Fischzucht bei<br />

Salzburg und auch in<br />

Bayern langsam<br />

heranwachsen dürfen,<br />

spielt eine große Rolle<br />

bei der Herstellung<br />

dieser Delikatesse<br />

Der Markt für Kaviar hat schon immer geboomt, das „weiße Gold“ vom Albino-Stör<br />

zählt zu den höchstbezahlten Luxusgütern der Welt. Nur wenige Züchter bieten<br />

diese Delikatesse überhaupt an, Walter Grüll aus Salzburg ist einer davon<br />

Wenn wir ein bisschen in die Geschichte zurückschauen, sehen wir,<br />

dass der Name „Kaviar“ auf einen iranischen Volksstamm zurückgeht,<br />

der am Kaspischen Meer lebte und den Rogen des Störs schon früh<br />

auf den Tisch brachte. Im Volksmund nannte man ihn „Cav-Jar“ <strong>–</strong><br />

„Kuchen der Freude“, da er für die Menschen wertvoller als Gold war.<br />

Der Gipfel von Exklusivität jedoch ist weißer Kaviar, auch „Schah-<br />

Kaviar“ genannt, der von pigmentlosen Stören verschiedenster Arten<br />

stammt. Die Perser waren die Ersten, die die Eier des Störs aßen. Bald<br />

darauf trat Kaviar am russischen Hof in Erscheinung, wo die Zaren<br />

ihn bei kaiserlichen Banketten auftischen ließen <strong>–</strong> was natürlich auch<br />

am europäischen Markt das Interesse dafür weckte. Seine Leidenschaft<br />

zum Beruf gemacht hat der Fischproduzent Walter Grüll, der<br />

im Salzburger Hinterland Kaviar von eigenen, in Österreich gezüchteten<br />

Stören herstellt. 14 bis 16 Jahre musste Grüll warten, bis einer<br />

seiner Störe das erste Mal „erntereif“ war, seit 2002 bietet „Grüll<br />

Fischspezialitäten“ in Grödig nun echten schwarzen und weißen Stör-<br />

Kaviar an. Stets oberste Prämisse: Nachhaltigkeit und die Liebe zu<br />

den Tieren. Den Kaviar seiner weißen Albino-Störe, von dem nur<br />

eine geringe Menge geerntet werden kann, handelt man weltweit um<br />

bis zu 16.000 Euro pro Kilogramm. Mit einem Ultraschallgerät stellt<br />

Grüll das Geschlecht der Fische fest und handelt erst, wenn die Fischeier<br />

reif sind, die nach der Entnahme unter fließendem Wasser so<br />

lange gereinigt werden, bis der Rohkaviar übrig bleibt. Der so gewonnene<br />

schwarze Kaviar wird daraufhin abgefüllt, luftdicht verschlossen<br />

und ist bis zu drei Monate haltbar. Er wird stets „fischrein“ verarbeitet,<br />

niemals mit dem eines anderen Fischs vermischt. Grülls Spezialität<br />

dagegen, das „weiße Gold“, wird in geringen Mengen und nur auf<br />

Anfrage produziert und findet aufgrund seiner außergewöhnlichen<br />

Qualität Abnehmer auf der ganzen Welt. Eine extravagante Version<br />

ist sogar mit 22 Karat Blattgold veredelt. Die Aufzucht seiner Albino-<br />

Störe ist hochkomplex und anspruchsvoll. Feinschmecker sagen, die<br />

Aromen dieses so speziellen Kaviars explodieren förmlich im Mund.<br />

Diese Erfahrung einmal persönlich zu machen, sollte man sich nicht<br />

entgehen lassen <strong>–</strong> vielleicht bei einem Ausflug ins malerische Grödig?<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Grüll GmbH<br />

184 WINTER <strong>2023</strong><br />

184


DER MEISTPRÄMIERTE<br />

SINGLE MALT SCOTCH WHISKY DER WELT<br />

VERANTWORTUNGSVOLLER GENUSS AB 18 JAHREN.


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

LIVING<br />

LEGEND<br />

Es ist nicht leicht, in der Wiener Gastro-Szene zu einer echten Institution zu werden.<br />

Das „Livingstone“ darf sich zu den Glücklichen zählen und begeistert seit mehr als<br />

25 Jahren nationale und internationale Freunde der Kulinarik<br />

x<br />

Head Chef Benjamin Moritz wechselt<br />

seine Karte viermal jährlich, die<br />

Gourmet-Menüs alle 14 Tage. Alle Gerichte<br />

können à la carte bestellt werden<br />

h<br />

Fast schon historisch anmutend<br />

ist das Mobiliar im Kolonialstil,<br />

das der Besitzer Robert Glock<br />

gekonnt mit Antiquitäten aus<br />

aller Welt kombiniert<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Jürgen Hammerschmid<br />

Das „Livingstone & The Planter’s Club“ ist schon längst<br />

zur Legende geworden, und zwar weit über die Landesgrenzen<br />

hinaus. 1996 hat Ausnahmegastronom Peter<br />

Rössler diesen Hotspot eröffnet, vor etwas mehr als<br />

zehn Jahren übernahm dann sein guter Freund und<br />

Geschäftspartner Robert Glock die Agenden. Seit jeher trifft sich<br />

hier das Who’s who der Politik, Kultur und Szene sowie Liebhaber<br />

ausgezeichneter Küche und entspannter Atmosphäre. Eine gedimmte<br />

Beleuchtung taucht die gediegen patinierte Vertäfelung, den<br />

dunkelbraunen Schiffsboden und das Mobiliar in ein angenehmes<br />

Licht. Doch serviert man im „Livingstone“ nicht nur die besten<br />

Steaks der Stadt <strong>–</strong> Küchenchef Benjamin Moritz und sein dreiköpfiges<br />

Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, Fusionsküche<br />

neu zu definieren. Der junge Chef am Herd, der nach seiner Ausbildung<br />

an der Kärntner Tourismusschule Warmbad Villach direkt<br />

nach London ging, durchlief in Großbritannien Stationen wie<br />

„Scott’s“, „Sexy Fish“, „J Sheekey“ und „Le Caprice“, das als Lieblingslokal<br />

von Lady Diana galt. Dort hat er auch seinen Mentor Tim<br />

Hughes kennengelernt und erzählt: „Tim hat mich neben nützlichen<br />

Basics gelehrt, konsequent bei meiner Linie zu bleiben.“ Das setzt<br />

Benjamin Moritz im „Livingstone“ um und fasziniert mit einer<br />

internationalen Fusionsküche mit Zutaten, so regional wie möglich.<br />

„Unser Eigentümer lässt uns die Freiheit, zu experimentieren. Es<br />

wird viel eingelegt, fermentiert, und wir haben die Möglichkeit,<br />

einiges auszuprobieren.“ Privat reist Benjamin Moritz gern nach<br />

Spanien, wo ihn die Idee des Food-Sharing begeistert. Eventuell<br />

wird das auch einmal im „Livingstone“ aufgegriffen werden.<br />

Jeder, der das Lokal kennt, weiß, dass das „Livingstone“ und der<br />

„Planter’s Club“ eine untrennbare Einheit sind, ergänzt durch den<br />

Clubraum für ungestörte Zusammenkünfte und den großartigen<br />

Weinkeller mit Raritäten aller Art. Das „Planter’s“ ist die erste American<br />

Cocktailbar der Wiener Innenstadt, eingerichtet wie ein<br />

Herrenclub und Anlaufstelle für Liebhaber kreativer Cocktails,<br />

namhafter Whiskys und von Rum mit Jahrgangstiefe. Und was gibt<br />

es Schöneres, als sich nach einem köstlichen Dinner in die Bar zu<br />

entspannenden Drinks zurückzuziehen und den Tag wunderbar<br />

ausklingen zu lassen? Im nachfolgenden Menü à la Chef gibt<br />

Benjamin Moritz einen Einblick in seine großartigen Kreationen.<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

187


Lachs-Crudo<br />

Tomatenwasser, Jalapeños, Fenchel<br />

188 WINTER <strong>2023</strong>


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

Rindercarpaccio<br />

Knoblauch-Chili,<br />

Rotkraut, Ziegenkäse<br />

Jakobsmuscheln<br />

Karfiol, Alpenspeck,<br />

Grünkohl<br />

189


Rehrücken<br />

Quinoa, Okra, Joghurt<br />

190


KULINARIK | MENU À LA CHEF<br />

New-York-Cheesecake-Mousse<br />

Eingelegte Kirschen, Mohnkekse<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

191


TRAVEL<br />

Der Ruf<br />

der Ferne<br />

D<br />

as alte Jahr neigt sich schon<br />

wieder dem Ende zu, und die<br />

Vorbereitungen für die Festtage<br />

beginnen. Das ist für mich eine<br />

wunderschöne Zeit, die ich in vollen Zügen genieße.<br />

Allerdings schweifen meine Gedanken auch schon<br />

wieder in die Ferne, und ich beginne damit, Pläne<br />

zu schmieden, wo die Reisen mich im nächsten Jahr<br />

hintragen könnten. Die etwas entschleunigten<br />

Momente rund um die Feiertage eignen sich perfekt,<br />

um seine nächsten Urlaubsabenteuer zu konkretisieren,<br />

die Vorfreude aufleben zu lassen und<br />

zu schauen, wohin es einen ziehen könnte. „Reisen<br />

ist die Sehnsucht nach dem Leben“, sagte Kurt<br />

Tucholsky einmal, und er spricht damit mir, aber<br />

auch vielen anderen aus der Seele. Denn der Drang nach Abwechslung,<br />

etwas Neues zu erleben, faszinierende Menschen kennenzulernen oder in<br />

fremde Kulturen einzutauchen, macht das Leben doch so wunderbar<br />

lebenswert. Zudem inspiriert es mich und versorgt mich mit kreativen<br />

Impulsen, das Daily Business aus anderen Blickwinkeln zu betrachten!<br />

Dennoch haben Reisen für jeden eine ganz individuelle Bedeutung:<br />

Manche wollen einfach nur abschalten, andere etwas entdecken oder<br />

suchen das Abenteuer. Aber eines ist wohl für alle gleich: das einzigartige<br />

Gefühl der Freiheit, zu tun, was und wann man es möchte. Und ganz ehrlich,<br />

damit kann ich gar nicht früh genug anfangen. Denn wie heißt es doch<br />

so schön: „Vorfreude ist die schönste Freude.“ Deshalb hat sich das AURUM<br />

<strong>999</strong>,9-Team schon jetzt Gedanken darüber gemacht, wie wir Sie inspirieren<br />

könnten. In der aktuellen Ausgabe reisen wir von Afrika und Mosambik<br />

nach Budapest, stellen elitäre Kreuzfahrten vor, die Luxus auf hoher See<br />

neu definieren, und werfen einen Blick in ausgezeichnete österreichische<br />

„Relais & Châteaux“-Hideaways, die sich auch für einen Kurzurlaub mit<br />

<strong>Winter</strong>feeling perfekt eignen <strong>–</strong> kulinarische Highlights inklusive.<br />

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Lieben frohe Festtage und<br />

viel Freude beim Planen Ihrer ganz persönlichen Wohlfühl-Reisen!<br />

Ihre Elisabeth Muth<br />

Foto: Adobe Stock, Christian Sperka, Thanda Safari, White Pearl, The Amauris Vienna, Scenic Gruppe, Jagdhof Post, Párisi Udvar, Reto Guntli, Jürgen Hammerschmid<br />

192 WINTER <strong>2023</strong>


ADVERTORIAL<br />

REISE ZUM ICH<br />

Das Posthotel Achenkirch für Adults only folgt der Philosophie, dass wir uns erst<br />

richtig wohlfühlen, wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind.<br />

Fotos: © Posthotel Achenkirch Thomas Steinlechner, © Posthotel Achenkirch<br />

In Ruhe Kraft schöpfen und sich wieder auf das Wesentliche ausrichten<br />

<strong>–</strong> das Posthotel Achenkirch lädt seine Gäste auf eine Reise<br />

zum Ich ein. Auf 36.000 Quadratmetern in unmittelbarer Nähe zum<br />

Tiroler Achensee bietet das Fünf-Sterne-Hotel nur für Erwachsene<br />

viel Raum, um für sich Neues zu entdecken, sich auszuprobieren und<br />

um ganzheitlich wieder die innere Mitte zu finden: Qigong und Tai-<br />

Chi mit dem eigenen Shaolin-Meister lernen, im Dojo-Raum Yoga<br />

und Meditation praktizieren. Im Atrium Spa, dem Refugium für<br />

Schönheit und Gesundheit, bringt die Ärztin für Traditionelle Chinesische<br />

Medizin (TCM) den Energiefluss wieder ins Gleichgewicht.<br />

Ergänzend stehen täglich TCM-Gerichte wie auch das Beste der<br />

Alpenküche mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft auf der<br />

Speisekarte, denn das Haus verbindet gekonnt Tiroler Tradition mit<br />

fernöstlicher Heilkunde.<br />

Sich auspowern und neue Kraft tanken können Gäste beim<br />

umfassenden Sportangebot: Die Lipizzaner der privaten Zucht des<br />

Hauses, die als eine der größten Europas gilt, stehen den Gästen für<br />

Reitstunden zur Verfügung. Sie erleben die Tiere bei einer romantischen<br />

Kutschfahrt aus nächster Nähe, galoppieren beim Ausritt<br />

durch das satte Grün der Landschaft oder feilen mit zertifizierten,<br />

ausgebildeten Reitlehrern an ihrer Technik. In den Indoor- und<br />

Outdooranlagen lässt sich Tennis und Squash spielen, auf der eigenen<br />

Golfanlage Bälle schlagen, in den geräumigen Fitnessräumen<br />

trainieren oder die wunderschöne umliegende Natur beim Wandern<br />

und Fahrradfahren rund um den Achensee erkunden. Entspannung<br />

und Ruhe bietet die 7.000 Quadratmeter große Wasser- und Saunawelt<br />

mit Yin-Yang-Pool und versunkenem Tempel.<br />

posthotel.at<br />

193


KINDER<br />

DES<br />

HIMMELS<br />

Die Giraffen im „Thanda<br />

Private Game Reserve“ sind<br />

eine Herde mit vielen<br />

Jungtieren. Wie man sieht,<br />

verstehen sie sich auch mit<br />

den Zebras<br />

Fotos: Christian Sperka / Thanda Safari<br />

194


TRAVEL | AFRIKA<br />

Eine Reise auf den Spuren der Magie<br />

Afrikas: von der Kultur und Architektur<br />

der Zulus, der größten Ethnie Südafrikas,<br />

deren Name so viel wie „Himmel“<br />

bedeutet, über die faszinierende Tierwelt<br />

bis zum tiefblauen Indischen Ozean in<br />

Mosambik. Für Sie lassen wir dieses<br />

unvergessliche Abenteuer in all seiner<br />

Vielfalt Revue passieren<br />

Von Elisabeth Muth<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

195


TRAVEL | AFRIKA<br />

Um es gleich vorwegzunehmen: Wir lieben<br />

Afrika! Wir lieben es, die Tiere in freier Wildbahn<br />

zu beobachten und mit den jeweiligen<br />

einheimischen Communitys in Kontakt<br />

zu treten. Deshalb waren wir wirklich sehr<br />

gespannt auf das Abenteuer, das auf uns wartete<br />

und uns zuallererst nach Südafrika führte.<br />

Auf einem 14.000 Hektar großen Areal an der<br />

Ostküste, ungefähr drei Stunden von Durban<br />

entfernt, liegt das nachhaltige Luxusreservat<br />

„Thanda Safari“, das sowohl Mitglied bei „The<br />

Leading Hotels of the World“ ist als auch mehrfach als „World’s Leading<br />

Luxury Lodge“ prämiert wurde. Gleich bei der Ankunft in Durban wurden<br />

wir von unserem Shuttle-Fahrer empfangen und konnten bereits<br />

auf dem Weg zum „Thanda“, was so viel wie „Liebe“ bedeutet, tief in die<br />

Kultur und Architektur der Zulus eintauchen. Sie sind eine Untergruppe<br />

der Bantu und bilden mit über elf Millionen Menschen die größte<br />

Ethnie Südafrikas. Liebe ist es auch, die das schwedische Unternehmerpaar<br />

Christin und Dan Olofsson mit der Gegend und der Bevölkerung<br />

verbindet. Während eines Urlaubs in Afrika verliebten sie sich in Land<br />

und Leute. Nach einer mehr als ein Jahr dauernden Suche fanden sie<br />

ihre neue Heimat in KwaZulu-Natal, der Heimat des Volks der Zulu,<br />

und gründeten 2002 „Thanda“. Der Grund, auf dem sie „Thanda“ errichteten,<br />

gehört heute immer noch zur Hälfte dem Zulu-König. Dazu muss<br />

man wissen, dass KwaZulu-Natal so etwas wie ein Staat im Staat ist, der<br />

Demokratie in Südafrika untergeordnet, aber mit einem Herrscherhaus<br />

und eigenen Regeln und Gesetzen. Wichtiger Bestandteil der „Thanda“-<br />

Philosophie sind daher die besonders enge Bindung zu den Einheimischen<br />

und der Einsatz zum Erhalt ihrer Kultur. Nach einer ungefähr<br />

dreistündigen Fahrt von Durban kamen wir im Private-Game-Reserve<br />

der „Thanda Safari“-Lodge an. Hier gibt es neun Suiten, eine großartige<br />

O<br />

Wir durften schon bei<br />

unserem ersten<br />

Game-Drive einer<br />

Löwenfamilie folgen, die<br />

sich von uns ziemlich<br />

unbeeindruckt zeigte.<br />

Insgesamt waren es elf<br />

Tiere: drei Löwenmütter<br />

mit ihrer Kinderschar<br />

Fotos: Christian Sperka, Thanda Safari<br />

196<br />

WINTER <strong>2023</strong>


W<br />

Kleine Pausen zwischendurch sind<br />

notwendig. Aus dem Jeep steigen darf<br />

man allerdings nur selten und wenn,<br />

dann nur an dafür vorgesehenen Plätzen<br />

W<br />

Die Konstruktion der „Thanda Safari“-Lodge<br />

ist der Bauweise der Zulu-Bevölkerung<br />

nachempfunden. Jedes Zimmer hat quasi ein<br />

eigenes Dach, indoor sind die Räume<br />

miteinander verbunden<br />

R<br />

In der wunderbaren Bar von „Thanda Safari“<br />

haben wir viele schöne Stunden verbracht<br />

und tolle Gespräche geführt<br />

197


W<br />

Die eleganten Großkatzen sind einfach<br />

atemberaubend, im Private-Game-Reserve<br />

leben einige davon<br />

W<br />

„Out of Africa“-Feeling entsteht beim<br />

„Glamping“ in der „Thanda Safari“-Lodge<br />

O<br />

Der Sonnenaufgang im Luxuszelt ist ein<br />

wunderbares Erlebnis. Auch die Wildnis<br />

erwacht um diese Zeit, und man hört<br />

schon die verschiedensten Tierstimmen<br />

Fotos: Christian Sperka, Thanda Safari<br />

198


TRAVEL | AFRIKA<br />

Lounge samt Cigar-Bar, einen gut bestückten Weinkeller, eine Bibliothek<br />

mit Blick auf ein gern von Elefanten besuchtes Wasserloch, ein Spa<br />

sowie eine traditionelle Boma, einen ortstypischen umzäunten Outdoor-Bereich<br />

für folkloristische Lagerfeuer und Dinnerabende. Unsere<br />

Lodge war einfach ein wahr gewordener Traum mit Outdoor-Pool und<br />

eigenem, überdachtem Schattenbereich für die Mittagsruhe. Und die<br />

brauchten wir auch, nachdem der erste Game-Drive bereits um vier Uhr<br />

früh startete, was uns allerdings überhaupt nichts ausmachte, weil man<br />

um diese Zeit die meisten Tiere sichten kann. In Empfang genommen<br />

wurden wir von dem Senior Field Guide und Resident Wildlife Photographer<br />

Christian Sperka, gemeinsam mit ihm und Bheki Ngubane,<br />

dem Senior Tracker, starteten wir daraufhin unsere Entdeckungstouren.<br />

Vier Tage tauchten wir tief in diese außergewöhnliche Tierwelt ein,<br />

die nicht nur Heimat der Big Five ist, sondern auch vieler regionaler<br />

Steppenwildarten und über 300 verschiedener Vogelarten. Ganz ehrlich,<br />

so viele Rhinos wie hier haben wir noch nie gesehen, und auch Löwen<br />

mit Jungtieren, Geparden, Büffel und Elefanten. Alle Tierfamilien<br />

wurden vom Ehepaar Olofsson angesiedelt, das sich dem Schutz und<br />

dem Erhalt der Fauna und dem Kampf gegen Wilderer mit Haut und<br />

Haar verschrieben haben. Um die 200 Mitarbeiter im Wildlife-Department<br />

kümmern sich um die zahlreichen Arten, sie beschützen sie und<br />

schauen täglich darauf, dass es ihnen gutgeht.<br />

Authentisches Afrika-Feeling gibt es auch im „Thanda Tented Camp“<br />

mit 14 Safarizelten, Veranda, Spa-Bereich und einem Hauptbereich mit<br />

Pool, Bar und Lounge. Zudem hatten wir das Glück, die exklusiv buchbare<br />

1.000 Quadratmeter große „Villa iZulu“ mit eigenem Helikopter-<br />

Landeplatz inmitten eines herrlichen Gartens besuchen zu können. Sie<br />

verfügt über fünf Suiten für bis zu zehn Gäste und über alle Annehmlichkeiten,<br />

die man sich nur wünschen kann, inklusive eines Aussichtsdecks<br />

zum Beobachten der Big Five, die gern zu dem eigens angelegten<br />

Wasserloch trinken kommen. Von unserem Wildlife-Guide Christian<br />

Sperka erfuhren wir jede Menge über die Welt der Tiere, die Zulu-<br />

Community und über die großartigen Gründer, die hier mit viel Liebe<br />

etwas ganz Besonderes geschaffen haben: ein Private-Game-Reserve, in<br />

dem man die Tierfamilien wachsen sieht und in dem exklusives<br />

R<br />

Kleine Rangeleien<br />

sind bei den jungen<br />

Elefanten an der<br />

Tagesordnung. Sie<br />

beginnen schon früh,<br />

ihre Kräfte zu<br />

messen, und lassen<br />

sich dabei auch<br />

nicht stören<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

199


TRAVEL | AFRIKA<br />

Schon der Eingang zur privaten<br />

Villa ist spektakulär und<br />

vereint die afrikanische Kultur<br />

mit moderner Architektur <strong>–</strong><br />

Wasserspiele inklusive<br />

W<br />

Die private Villa<br />

„iZulu“ wird meist<br />

exklusiv vermietet<br />

und verfügt über<br />

jeden nur er denklichen<br />

Luxus<br />

O<br />

Hell und gemütlich<br />

präsentiert sich eines<br />

der großzügigen<br />

Schlafzimmer<br />

mit Blick auf die<br />

angrenzende Terrasse<br />

Viewing garantiert ist. Nach wie vor sind wir mit Christian in Kontakt,<br />

hin und wieder schickt er kleine Videos und ganz wunderbare Fotos,<br />

die uns zurückholen in die „Thanda Safari Lodge“. Der Abschied fiel<br />

nicht leicht, gerne wären wir noch länger geblieben. Und das liebevolle<br />

Team vor Ort wird uns wohl immer in Erinnerung bleiben. Aber unsere<br />

Reise ging weiter.<br />

Wir wurden an die Grenze zu Mosambik gefahren und auf der<br />

anderen Seite des kleinen Grenzübergangs Kosy Bay, den wir mit<br />

Tasche und Koffer zu Fuß überquerten, vom Fahrer des „White Pearl<br />

Resort“ in Empfang genommen. Weiter ging’s ans Meer, an die Küste<br />

von Mosambik, in ein Hideaway, das als eines der führenden Luxusresorts<br />

des Landes gilt. Wir fuhren ungefähr zwei Stunden, teilweise<br />

über hügelige, sandige Dünenstraßen, und konnten das Meer fast schon<br />

riechen. Vor Ort angekommen, eröffnete sich der Blick auf den Indischen<br />

Ozean und das großartige Boutique-Strandhotel mit insgesamt<br />

22 exklusiv ausgestatteten Villen, alle mit einem spektakulären Meerblick.<br />

Unsere Butlerin, Olivia, nahm uns in Empfang, sie sollte sich<br />

während des gesamten Aufenthalts um uns kümmern. Das elegante<br />

und gleichzeitig lässig-moderne Ambiente nahm uns sofort gefangen:<br />

Das Haus besticht durch seine exklusive Alleinlage in einem unberührten<br />

Marinereservat an der „Lagoon Coast“. Traumhafte Einsamkeit,<br />

unberührte Natur und absolute Privatsphäre sprechen hier für sich. Wir<br />

bezogen unsere Pool-Suite und wachten jeden Tag zu großartigem<br />

Meeresrauschen auf und schliefen dazu ein. Ruhig ist das Meer hier<br />

nicht, aber genau das liebten wir. Verschiedenste Gästebereiche, wie die<br />

„Ibiza Beach Bar“, mehrere Pool-Decks und eine Lounge laden zum Verweilen<br />

ein, die Küche serviert köstliche Gerichte, und wir durften unser<br />

Frühstück sogar direkt am Strand unter dem Schirm einnehmen, um<br />

Fotos: Thanda Safari<br />

200<br />

WINTER <strong>2023</strong>


HEATHER<br />

HONEY<br />

SPICY<br />

FRUITCAKE<br />

PEAT<br />

SMOKE<br />

A WILD<br />

HARMONY<br />

FÜR EINEN VERANTWORTUNGSVOLLEN GENUSS.


TRAVEL | AFRIKA<br />

W<br />

Der Ausblick vom Pool auf den kilometerlangen<br />

weißen Sandstrand ist einfach nur atemberaubend<br />

W<br />

Wer Ruhe sucht, wird sie hier finden. Das<br />

Meeresrauschen wiegt einen in den Schlaf<br />

und weckt einen morgens auf<br />

O<br />

Eine der Guest-Areas im „White Pearl“<br />

lädt zum entspannten Verweilen<br />

ein <strong>–</strong> Butlerservice inklusive. Hier zieht<br />

man sich gern in der heißen Mittagszeit<br />

zurück und genießt einen kühlen Drink<br />

Fotos: White Pearl<br />

202


uns danach auf die luxuriösen Liegen zurückzuziehen und das Leben<br />

einfach zu genießen. Olivia las uns jeden Wunsch von den Augen ab,<br />

und die Tage vergingen wie im Flug. Das kristallklare Wasser und der<br />

kilometerlange Sandstrand sind perfekt zum Baden, Schnorcheln und<br />

Tauchen. Wenn man möchte, geht man auf eine Seekajaktour, Ozeansafaris<br />

oder reiten am Strand. Im vorgelagerten unberührten Korallenriff<br />

lässt sich wunderbar die großartige Fischwelt erkunden. Im afrikanischen<br />

<strong>Winter</strong>, von Juli bis November, ziehen Buckelwale an der<br />

Küste vorbei, das haben wir leider verpasst. Am Strand des „White Pearl<br />

Resort“ befindet sich auch einer der besten Schildkrötennistplätze im<br />

südlichen Afrika. Durch die Nähe zu Südafrika eignet sich das Haus<br />

ideal für einen Badeurlaub nach einer aufregenden Safari. Genau das<br />

Richtige für uns, hier ließen wir unsere Erlebnisse aus „Thanda“ noch<br />

einmal Revue passieren und entspannten gleichzeitig bei den vielen<br />

Highlights im „White Pearl“. Abseits des Massentourismus erlebt man<br />

an diesem Ort eine einmalige Symbiose aus spektakulärer Wildnis und<br />

exklusiven Ozean- und Buschsafaris, bei denen viele gefährdete Tiere<br />

gesichtet werden können. Auch Schwimmen mit Delfinen ist neben<br />

Surfen und Rifftauchen ein magisches Erlebnis. In den letzten Tagen<br />

erlebten wir vieles, sahen einiges, wir lernten unzählige tolle Menschen<br />

kennen und schlossen neue Kontakte. Es war einfach großartig, in diese<br />

unbekannten Tierwelten einzutauchen, wir erfuhren auch wieder<br />

Neues. Ganz besonders möchten wir uns bei unserem „Thanda“-Wildlife-Fotografen<br />

Christian Sperka bedanken, der sich wirklich Zeit für<br />

uns genommen hat und der im Übrigen auch alle „Thanda“-Fotos für<br />

die Geschichte in dieser Ausgabe zur Verfügung gestellt hat. Für uns<br />

war diese Reise ein unvergessliches Erlebnis, und wir können nur empfehlen,<br />

sie genau in dieser Kombination einmal selbst anzutreten: zuerst<br />

ins „Thanda Private Game Reserve“ zur Safari, danach an die Küste ins<br />

„White Pearl Resort“! Lassen Sie die Tierfamilien von uns grüßen. Ich<br />

denke, das wird nicht das letzte Mal sein, dass wir sie besucht haben. p<br />

R<br />

Abends sorgt das<br />

äußerst zuvorkommende<br />

Team des<br />

„White Pearl Resort“<br />

für stimmungsvolles<br />

Ambiente und<br />

entzündet die<br />

Feuerkörbe<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

203


Der Weg<br />

zum<br />

Glück<br />

Wer gerne reist, weiß: Luxus definiert sich auf vielerlei<br />

Art und Weise. Doch eines ist gewiss: Bei den<br />

internationalen „Relais & Châteaux“-Partnern findet man<br />

heraus ragende Gastfreundschaft und beste Kulinarik.<br />

Nun feiert die Vereinigung ihr 70-Jahr-Bestehen<br />

Von Elisabeth Muth<br />

Fotos: The Amauris Vienna<br />

204


TRAVEL | RELAIS & CHÂTEAUX<br />

Im „The Amauris Vienna“ an der<br />

Ringstraße setzt man auf modernes<br />

Design in gedeckten Farben <strong>–</strong> egal<br />

ob im Empfangsbereich, in den<br />

Zimmern oder im Spa-Bereich<br />

OUR<br />

M<br />

arcel Tilloy, Inhaber der Hostellerie La Cardinale<br />

und Veranstalter von Shows, hatte 1954 eine Vision:<br />

Er wollte acht Hotels zwischen Paris und Nizza <strong>–</strong><br />

außerhalb der Städte gelegen, mit „perfektem und<br />

elegantem Empfang sowie gutem Restaurant“ <strong>–</strong><br />

gemeinsam präsentieren. Vereint unter dem Motto<br />

„La Route du Bonheur“ <strong>–</strong> also der Weg zum Glück <strong>–</strong> bildeten diese<br />

acht Häuser den Auftakt zur Geschichte der Vereinigung zum Thema<br />

französische Art de vivre. Und sie bildeten den Grundstein für<br />

„Relais & Châteaux“, einen Zusammenschluss von Luxushotels und<br />

Restaurants mit mittlerweile knapp 580 Mitgliedern in über 64 Ländern.<br />

Die präzise formulierten Aufnahmebedingungen folgen dem<br />

Wahlspruch „fünf C“: charactère, courtoisie, calme, charme und cuisine,<br />

auf Deutsch Charakter, Höflichkeit, Ruhe, Charme und Küche.<br />

Er garantiert den Gästen vor allem eines <strong>–</strong> herausragende Gastfreundschaft<br />

und Kulinarik in außergewöhnlichen, privat geführten<br />

Hotels und Restaurants. Wenn man der Frage nachgeht, was der<br />

Name eigentlich bedeutet, landet man im 17. Jahrhundert, als „Relais“<br />

so etwas wie Pferdewechsel oder eine Station hierfür bezeichnete<br />

und „Châteaux“ natürlich ein Schloss. Was man mit dieser Wortkombination<br />

sagen wollte, war, dass man in der aufgesuchten Gaststätte<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

205


TRAVEL | RELAIS & CHÂTEAUX<br />

hochherrschaftlichen Schutz und Unterkunft fand. Die Vereinigung<br />

führt weltweit exzellente Refugien zusammen, die sich durch<br />

ihre Einzigartigkeit auszeichnen, und ist quasi eine „Familie“ von<br />

Hoteliers und Grand Chefs. Diese sind von den unterschiedlichsten<br />

Einflüssen geprägt, aber verbunden durch ihre Leidenschaft und<br />

ihr persönliches Engagement, um ihre Gäste Momente einer außergewöhnlichen<br />

Harmonie, ein unvergessliches Zelebrieren der Sinne<br />

erleben zu lassen. Von den Stränden in Bali bis zu den Weinbergen<br />

in Napa Valley, von der Provence bis zu den Wildreservaten in Südafrika<br />

<strong>–</strong> „Relais & Châteaux“ vereint die schönsten Reiseziele in<br />

zahlreichen Regionen und Ländern. Besonders erwähnenswert ist<br />

das Nachhaltigkeitsprogramm, das 2014 ins Leben gerufen wurde.<br />

Man fokussiert sich dabei auf 15 Ziele in drei Schwerpunktbereichen:<br />

Schutz der Umwelt, nachhaltige Küche sowie soziales und gesellschaftliches<br />

Empowerment. 2022 wurde auch ein erster Bericht veröffentlicht.<br />

Von Lech am Arlberg in Vorarlberg über Tirol, Niederösterreich<br />

und Wien bis ins Burgenland warten in Österreich insgesamt acht<br />

Hoteliers und Grand Chefs darauf, ihre Gäste mit Charme und<br />

unvergleichlicher Kulinarik zu verwöhnen. Da wäre zum Beispiel<br />

das „Relais & Châteaux Tennerhof Gourmet & Spa de Charme Hotel“<br />

in Kitzbühel, Tirol. Das kleine Luxushotel mit 39 Zimmern und<br />

Suiten ist das wohl individuellste und romantischste Fünf-Sterne-<br />

Haus. Es liegt auf der Sonnenseite Kitzbühels und ist in Privatbesitz<br />

der Familie Luigi von Pasquali. Ausgestattet mit Antiquitäten aus<br />

Familienbesitz und vielen persönlichen Details besticht es mit einer<br />

unverwechselbaren Atmosphäre. Feinschmecker und Gourmets<br />

schätzen die kulinarischen Höhenflüge, Küchenchef Johannes Denk<br />

verbindet im Gourmetrestaurant die traditionelle französische Küche<br />

mit regionalen Spezialitäten zu einzigartigen Kreationen.<br />

Die Kaisersuite im<br />

„Tennerhof“ in Kitzbühel<br />

begrüßt ihre Gäste im<br />

traditionellen Gewand<br />

Wie aus dem Bilderbuch und fast<br />

zu schön, um wahr zu sein:<br />

Tirols <strong>Winter</strong>idylle lässt sich im<br />

„Jagdhof“ in Neustift in vollen<br />

Zügen genießen<br />

Fotos: Jagdhof, Post Lech, Tennerhof<br />

206


hh<br />

Im „Tennerhof“ lassen sich wunderbare Skiurlaube<br />

mit ausgedehnten Schneewanderungen verbinden<br />

Ebenso in Tirol gelegen, bittet das „Relais & Châteaux Spa Hotel<br />

Jagdhof“, eine Oase in den Stubaier Bergen in Neustift, mit<br />

fünf Sternen zu Mylife-changing Anti-Aging, herausragender<br />

Vier-Hauben-Gastro nomie und dem Erlebnis eines exquisiten Weinkellers<br />

mit Raritäten aus der Alten und der Neuen Welt. 70 Zimmer<br />

und Suiten im Tiroler Stil schaffen eine einzigartige Symbiose aus<br />

Genuss und Luxus. 3.000 Quadratmeter groß ist der Spa-Bereich mit<br />

seiner einmaligen Bade-, Relax- und Saunawelt. Tiefenentspannung<br />

ist hier garantiert.<br />

Ein Stück weiter westlich, im vorarlbergischen Lech am Arlberg,<br />

begeistert das „Relais & Châteaux Post Lech“ mit beeindruckender<br />

Bergkulisse und einem 30.000 Quadratmeter großen Alpenpanorama-Garten.<br />

Lech ist nicht nur ein Traumziel im <strong>Winter</strong>, Golf-Liebhaber<br />

kommen auch im Sommer auf dem Neun-Loch-Platz im Zuger<br />

Tal auf 1.500 Metern Höhe voll auf ihre Rechnung. Die Gastgeber<br />

Sandra und Florian Moosbrugger empfangen ihre Gäste in 46 individuell<br />

eingerichteten Zimmern und Suiten und dem im <strong>Winter</strong><br />

exklusiv buchbaren Chalet Saege, Küchenchef Michael Rieser sorgt<br />

für ausgesuchte Gaumenfreuden.<br />

Wir machen nun noch einen Sprung nach Wien, in das wunderschöne<br />

„Relais & Châteaux The Amauris Vienna“. Das kürzlich eröffnete<br />

Luxusdomizil mit dem hervorragenden Restaurant „Glasswing“<br />

bringt nicht nur Design-Fans ins Schwärmen. Der historische Aufzug<br />

fährt die Besucher bequem nach oben zu den insgesamt 62 Zimmern<br />

und Suiten, die mit feinstem Marmor und kuratierten Kunstwerken<br />

ausgestattet sind. Im Gourmetrestaurant „Glasswing“ verwöhnt<br />

Executive-Chef Alexandru Simon mit großartigen Köstlichkeiten.<br />

Das Haus steht für Gastfreundschaft, Esskultur und die Kunst des<br />

guten Lebens, ebenso wie alle anderen Häuser der Vereinigung<br />

„Relais&Châteaux“ auf der ganzen Welt.<br />

Nun können Sie sich auf Ihre ganz persönliche „Route du Bonheur“<br />

durch Österreich begeben. Diese einzigartigen Hotels warten nur<br />

darauf, entdeckt zu werden.<br />

p<br />

h<br />

Wie in jedem „Relais & Châteaux“-Haus wird auch<br />

im „Tennerhof“ Kulinarik großgeschrieben<br />

h<br />

Die Seele baumeln lassen kann man im<br />

großzügigen Spa-Bereich des „Post<br />

Lech“ mit Pool und Saunen<br />

h<br />

Der markante Eingangsbereich des<br />

„Post Lech“ ist weit über die Grenzen<br />

Vorarlbergs hinaus bekannt<br />

Unverwechselbar ist das „Relais &<br />

Châteaux“-Logo: die Verschmelzung<br />

eines Schmetterlings mit einer Lilie<br />

O<br />

Detailverliebt wurden die Zimmer und<br />

Suiten des „Post Lech“ gestaltet,<br />

nichts wurde dem Zufall überlassen.<br />

Wie hier in der Herzogsuite<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

207


Die erste Hochsee-Yacht<br />

„Scenic Eclipse“ der<br />

australischen Reederei<br />

Scenic Luxury Cruises &<br />

Tours ist an Luxus kaum zu<br />

überbieten. Sie bietet auf<br />

einer Länge von 168 Metern<br />

Platz für 228 Passagiere<br />

Luxus<br />

für Entdecker<br />

Fotos: Scenic Gruppe<br />

210<br />

WINTER <strong>2023</strong>


TRAVEL | KREUZFAHRT<br />

Einst waren Kreuzfahrten kleine und feine Erlebnisreisen,<br />

um möglichst viele Destinationen in kurzer Zeit zu entdecken.<br />

Nun gibt es wieder Reedereien, die sich auf den elitären Luxus<br />

vergangener Tage besinnen <strong>–</strong> natürlich auf hochmodernen<br />

Super-Yachten<br />

Von Christoph Kulmer<br />

211


TRAVEL | KREUZFAHRT<br />

W<br />

enn man das Wort „Entdeckung“ in die Google-<br />

Suchmaschine eingibt, erhält man fast 27<br />

Millionen Ergebnisse in nur 0,24 Sekunden.<br />

Das erste Bild, das erscheint, zeigt eine Schwarz-<br />

Weiß-Zeichnung. Zu sehen sind acht Männer in<br />

einem Boot, einer steht am Bug und umklammert<br />

eine Fahne, während die anderen paddeln und versuchen, die raue<br />

See zu bezwingen. Ihr Gesichtsausdruck ist hoffnungsvoll und voller<br />

Spannung, wer oder was sie wohl erwarten wird, wenn sie an Land<br />

gehen. Betitelt wird die Darstellung mit „The landing of Columbus at<br />

San Salvador, October 12, 1492“. Kolumbus hatte aus der Perspektive<br />

der Europäer eine neue Welt entdeckt und darüber hinaus die Tore<br />

zur Fantasie geöffnet. Schon kurze Zeit später überfluteten die ersten<br />

fantastischen Reiseberichte unseren Kontinent. Diese erzählten<br />

von einer Welt, reich an Gold, kostbaren Gewürzen und fruchtbaren<br />

Ländereien, in der seltsam anmutende Wesen wie Sirenen, Zyklopen,<br />

Amazonen und andere Geschöpfe wohnten, wie sie den Europäern<br />

aus der griechischen Mythologie bekannt waren. Der menschliche<br />

Drang nach Entdeckung ist also seit jeher eng mit der Schifffahrt verwoben,<br />

mit komfortablen Luxuskreuzfahrten, wie wir sie heute kennen,<br />

hatten diese Expeditionen nur wenig gemein. Diese sollten erst<br />

ab Ende des 19. Jahrhunderts die Art und Weise, wie wir reisen, für<br />

immer verändern. 1876, als die Abbildung der acht Männer im Boot<br />

von der US-amerikanischen Druckerei Currier and Ives veröffentlicht<br />

wurde, war das Dampfschiff das wichtigste Verkehrsmittel für Auswanderer,<br />

die ihre alte Heimat verließen, um in Amerika ihr Glück zu<br />

versuchen. Die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft,<br />

kurz Hapag, war damals eine der Reedereien, die diese Route<br />

anboten. Das Unternehmen musste jedes Jahr starke finanzielle<br />

h<br />

An Bord gibt es<br />

mehrere Zodiacs für<br />

Expeditionen im<br />

kleinen Kreis<br />

R<br />

Mit dem<br />

„Scenic Neptune“-<br />

U-Boot steht den<br />

Gästen auch die<br />

Unterwasserwelt offen.<br />

Maximal sechs<br />

Passagiere gleichzeitig<br />

können auf bis<br />

zu 300 Meter<br />

abtauchen<br />

212


Schnee und Eis, so weit<br />

das Auge reicht, und eine<br />

faszinierende Tierwelt,<br />

die sich diesen Raum<br />

erobert hat, entdecken<br />

Abenteuerlustige auf der<br />

„Scenic“-Route<br />

„Antarctica in Depth“<br />

Fotos: Scenic Gruppe<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

213


h<br />

Auf Deck fünf befindet<br />

sich die Observation<br />

Lounge. Ausgestattet<br />

mit einer kleinen, aber<br />

feinen Bibliothek<br />

O<br />

Hier steuert die<br />

„Scenic Eclipse“<br />

Roatán an. Eine Insel<br />

in der Karibik vor der<br />

Küste von Honduras<br />

Fotos: Scenic Gruppe<br />

214<br />

WINTER <strong>2023</strong>


TRAVEL | KREUZFAHRT<br />

Einbußen verkraften, da in den <strong>Winter</strong>monaten Fahrten über den<br />

Atlantik so gefährlich und ungemütlich waren, dass zu wenige<br />

Tickets verkauft wurden. So kam der damalige Direktor Albert Ballin<br />

auf die gewiefte Idee, statt die Schiffe in der kalten Jahreszeit ungenutzt<br />

im Hafen liegen zu lassen, im großen Stil Vergnügungsreisen<br />

anzubieten. Die „Augusta Victoria“ war 1891 der erste Dampfer, der<br />

den Hamburger Hafen mit 241 Passagieren an Bord in Richtung<br />

Orient verließ. Von Cuxhaven ging es via Southampton, Gibraltar,<br />

Genua nach Kairo, Jerusalem, Damaskus, Istanbul, Athen und dann<br />

über Malta, Neapel und Lissabon zurück nach Hamburg. Vorbehalten<br />

waren diese Reisen ausschließlich der betuchten Upperclass, denn die<br />

Damen und Herren schwelgten in Luxus. Sie schlürften Austern und<br />

Champagner, verdrückten große Mengen Kaviar und flanierten an<br />

Deck sowie in den nobel ausgestatteten Salons, jeden Tag gab es den<br />

obligatorischen Fünf-Uhr-Tee und elegant zelebrierte Galaabende.<br />

Eine feste Kleiderordnung und das mehrmals tägliche Umziehen<br />

gehörten zum Programm und waren Ritual, für den Mann von Welt<br />

hatte sich sogar ein eigener Kleider-Knigge etabliert: Am ersten Tag<br />

zeigte man sich in einem hellgrauen Anzug, dann in einem grauen,<br />

dann einem dunkelgrauen und zu guter Letzt in einem schwarzen <strong>–</strong><br />

ein Zeichen dafür, dass man traurig war, weil die Reise nun zu Ende<br />

ging. In den 1960er- und 1970er-Jahren hat sich die Einstellung der<br />

Reedereien grundlegend geändert. Die Kreuzfahrtschiffe wurden<br />

größer, die Reisen billiger und somit für die breite Masse erschwinglich.<br />

Heute gelten die Luxusliner aufgrund ihres Volumens gar als<br />

schwimmende Städte. Das aktuell größte Kreuzfahrtschiff der Welt,<br />

die „Wonder of the Seas“, bietet Platz für 6.988 Personen. In der<br />

Werft Meyer Turku in Finnland entsteht zurzeit mit der „Icon of the<br />

Seas“ ein noch gigantischeres Exemplar, das sogar bis zu 7.600 Gäste<br />

und 2.300 Crewmitglieder fassen soll. Laut einer Analyse des Branchenportals<br />

Cruise Industry News ist die Nachfrage da. Gerechnet<br />

wird mit rund 40 Millionen Kreuzfahrtpassagieren im Jahr 2027, im<br />

Vergleich dazu, 2019 waren es 27,5 Millionen.<br />

Neuer Luxus auf hoher See<br />

Reedereien wie Scenic Luxury Cruises & Tours gehen einen völlig<br />

anderen Weg und besinnen sich wieder auf die elitäre Noblesse vergangener<br />

Kreuzfahrttage. Im Fokus steht Qualität vor Quantität und<br />

R<br />

Der Barbereich ist ein<br />

echtes Design-<br />

Highlight. Natürlich<br />

warten unter anderem<br />

internationale<br />

Top-Weine und<br />

erlesene Whiskys<br />

darauf, verkostet zu<br />

werden<br />

215


TRAVEL | KREUZFAHRT<br />

natürlich das Entdecken der Welt, mit modernen Schiffen der Extraklasse.<br />

Scenic wurde 1986 in Australien gegründet und gilt als Pionier<br />

für All-inclusive-Fünf-Sterne-Flusskreuzfahrten in Europa und Südostasien.<br />

2019 stellte das Unternehmen mit der „Scenic Eclipse“ als<br />

weltweit erster Discovery-Yacht auch ein Ultra-Luxus-Hochseeschiff<br />

für maximal 228 Gäste und fast ebenso viele Crewmitglieder in den<br />

Dienst. Die Einrichtungen für die Passagiere sind von Deck drei bis<br />

Deck zehn untergebracht. Auf Deck fünf befinden sich im vorderen<br />

Bereich eine Observation-Lounge mit Bibliothek sowie ein offenes<br />

Panoramadeck, Sonnenanbeter kommen dagegen auf Deck zehn voll<br />

auf ihre Kosten. Im April <strong>2023</strong> folgte mit der „Scenic Eclipse II“ die<br />

zweite, fast baugleiche Superyacht der Reederei. Beide maritimen<br />

Schmuckstücke warten mit einer eigenen Flotte von Zodiacs, zwei<br />

luxuriösen Hubschraubern sowie einem U-Boot für sechs Personen<br />

auf <strong>–</strong> spektakuläre Helikopterflüge und abenteuerliche Tauchgänge<br />

ermöglichen eine Entdeckungsreise aus allen Perspektiven. Um<br />

nach den vielen Abenteuern abzuschalten und die Seele baumeln zu<br />

lassen, steht ein über 550 Quadratmeter großes Spa-Paradies zur Verfügung.<br />

Der Wellnesstempel auf hoher See glänzt mit Saunen, Farbund<br />

Kältetherapiekabinen, einem erweiterten Dampfbadbereich mit<br />

Aromatherapie, integriertem Eisbrunnen und Erlebnisduschen sowie<br />

Ruheräumen. Das Nonplusultra in Sachen Entspannung versteckt<br />

sich aber auf Deck zehn: der oval geformte Pool mit integrierten<br />

Massagedüsen. Auch die 114 Suiten, egal ob eine 32 Quadratmeter<br />

große „Veranda Suite“ oder doch die 245 Quadratmeter große „Penthouse<br />

Suite“, bieten alle Annehmlichkeiten, die man etwa auch in<br />

einem Luxushotel erwarten darf. Dazu zählen Bettwäsche aus ägyptischer<br />

Baumwolle, exklusive Beautyprodukte, ein separater Loungebereich<br />

und natürlich ein erstklassiger Butler-Service rund um die<br />

Uhr. Die großen Fensterfronten in den Zimmern ermöglichen zudem<br />

einen wunderschönen Ausblick auf den Ozean. Will man sich unter<br />

Menschen mischen, warten ein Theater, eine Luxusboutique sowie<br />

unterschiedliche Bars und Restaurants darauf, entdeckt zu werden.<br />

Die Genussreise reicht von mediterran über Teppanyaki-Grill, asiatische<br />

Fusionsküche und Sushi bis hin zur modernen französischen<br />

Cuisine.<br />

216


h<br />

Die „Scenic Eclipse II“,<br />

die erst im April <strong>2023</strong><br />

ihre Jungfernfahrt<br />

absolvierte, überrascht<br />

auf Deck zehn mit einem<br />

ovalen Pool<br />

R<br />

Mehrere Restaurants,<br />

darunter das „Koko’s<br />

Asian Fusion“,<br />

kredenzen kulinarische<br />

Leckerbissen<br />

O<br />

Langweilig wird es auf<br />

einer Scenic-Kreuzfahrt<br />

ganz bestimmt nicht.<br />

Es ist ein Erlebnis für<br />

alle Sinne <strong>–</strong> auch unter<br />

Wasser<br />

Fotos: Scenic Gruppe<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

217


TRAVEL | KREUZFAHRT<br />

h<br />

Zwei Helikopter haben<br />

die Luxus-Yachten von<br />

Scenic an Bord. Damit<br />

entdeckt man ganze<br />

Landstriche, die zu Fuß<br />

nicht erreichbar<br />

gewesen wären<br />

R<br />

Auf den beiden<br />

Scenic-Schiffen sind<br />

Kreuzfahrten luxuriöse<br />

Entdeckungsreisen<br />

O<br />

Experten und Insider<br />

leiten die Exkursionen<br />

auf dem Wasser und<br />

darunter, in der Luft<br />

sowie an Land<br />

U<br />

Die Suiten stehen<br />

Gemächern in<br />

Luxushotels in nichts<br />

nach und reichen von<br />

32 Quadratmetern bis<br />

245 Quadratmeter<br />

Vom Dschungel ins Eis<br />

Unter den 18 Destinationen, die von Scenic angesteuert werden, ist<br />

bestimmt für jeden Entdecker das Passende dabei. Zum Beispiel<br />

verspricht die neuntägige Reise „Uruguay & Brazil Uncovered“ mit<br />

der „Scenic Eclipse“ von Rio de Janeiro nach Montevideo spannende<br />

Einblicke in die südamerikanische Region. Neben exotischen Tieren<br />

warten Eindrücke der lokalen Kultur und der beeindruckenden<br />

Landschaft. Wer möchte, versucht sich zudem am Surfen in der<br />

Geribá-Bucht oder am Pferdereiten durch die Pfade des Nationalparks<br />

Serra da Bocaina. Ab Mai 2024 erkundet die „Scenic Eclipse<br />

II“ zum ersten Mal die Gewässer der australischen Region Kimberley.<br />

Die Reise „Discover the Kimberley Coastline: An Ancient Wilderness“<br />

zwischen Darwin und Broome versetzt mit unberührten Inseln, einer<br />

faszinierenden Vogelwelt, verborgenen Riffen und altem spirituellem<br />

Erbe traditioneller Landbesitzer zweifellos in Staunen.<br />

Spektakulär sind auch die Ausflüge in die Lüfte. Gäste<br />

dürfen sich auf bis zu zehn Hubschrauber-Exkursionen<br />

freuen, die vom Director of Discovery Operations, Jason<br />

Flesher, extra konzipiert wurden. Der Experte erklärt:<br />

„Es ist das versteckteste tropische Juwel der Welt.<br />

Die einzige Möglichkeit, all das wirklich zu erleben,<br />

sind die atemberaubenden Hubschrauberausflüge vom<br />

Deck der ,Scenic Eclipse II‘.“ Die Piloten werden vom<br />

lokalen Experten ausgebildet, der bereits seit mehr als<br />

einem Jahrzehnt in diesen Lüften unterwegs ist und<br />

der die Flüge über abgelegene Landschaften mit ihrer<br />

großen Wildnis, rauen Bergketten, beeindruckenden<br />

Schluchten, der halb trockenen Savanne und einer<br />

größtenteils verlassenen Küste mit Insiderwissen<br />

bereichert. Natürlich kann man die Helikopter auch für<br />

private Rundflüge und eigene Spezialtouren chartern.<br />

Etwas kühler, aber nicht minder beeindruckend ist die<br />

14-tägige „Antarctica in Depth“-Route entlang der Antarktischen<br />

Halbinsel. Die imposanten Eislandschaften,<br />

aus dem Meer ragende Berge und eine vielfältige Tierwelt ziehen von<br />

der ersten Sekunde an in den Bann. Wer einmal die entzückenden<br />

Königspinguine und Robben hautnah bewundern durfte, wird das<br />

wahrscheinlich sein Leben lang nicht mehr vergessen.<br />

Egal für welche Route man sich schlussendlich entscheidet, ein<br />

unvergessliches Erlebnis wird es zweifellos. Denn eines ist sicher:<br />

Es gibt doch nichts Spannenderes, als die Welt zu entdecken. p<br />

Fotos: Scenic Gruppe<br />

218<br />

WINTER <strong>2023</strong>


DIE TATAR<br />

BAR<br />

die Geschmack, Design & Qualität vereint.<br />

TATARIE MARIE ist eine Lifestylebrand, die für schnelles Essen auf höchstem Niveau steht<strong>–</strong> natürlich,<br />

echt und kompromisslos in Sachen Qualität und Nachhaltigkeit. Sie finden bei uns Kreationen vom Bio- Rind,<br />

oder Bio-Kalb, Saibling aus nachhaltiger Zucht, vegetarisch, oder vegan in den saisonalen Varianten.<br />

Das Ganze auf flaumigem Nussbutterbrioche, oder feinem Dinkelbrot.<br />

Chef’s Table<br />

Jeden letzten Montag im Monat laden wir ein, sich<br />

beim »Chef`‘s Table« mit Dominik Stolzer, ehemaliger<br />

Küchendirektor vom Hotel Sacher, durch die köstlichen<br />

TATAR Kreationen der TATARIE MARIE zu kosten und<br />

den Favoriten zu küren! Vom feinstes Bio- Fleisch, einer<br />

veganen Kreation aus saisonalem Gemüse bis hin zu<br />

einem süßen Tatar aus frischen Früchten <strong>–</strong> für pure<br />

Genußmomente ist in der TATARIE gesorgt!<br />

Buchen Sie exklusiv ihren Private Chef’s Table!<br />

Quer durch die TATAR BAR! Tauchen Sie in unsere<br />

exklusive TATAR Genusswelt und buchen Sie Ihren ganz<br />

privaten Chef’s Table. Ob beruflich für Kunden & Partner,<br />

oder privat für Familie & Freunde, bis zu max. 16 Personen.<br />

11 erlesene TATAR Pralinés und 1 Glas Marie Rosé Frizzante<br />

um € 50,- pro Person. Das „Marie Rundum-Genusspaket“<br />

samt perfekt abgestimmter Weinbegleitung heimischer<br />

Winzer gibt es um € 80,- pro Person.<br />

Catering<br />

Business Events, private Feiern oder ein exklusiver<br />

Product-Launch. Mit dem TATARIE MARIE Catering<br />

begleiten wir nicht nur Ihre Veranstaltungen, sondern<br />

sorgen für ein kulinarisches Highlight der extra Klasse.<br />

Ein außergewöhnliches Konzept, das hervorragend<br />

als Alternative zu Brötchen, Canapés & Co, aber auch als<br />

Ergänzung zu bestehenden kulinarischen Highlights bei<br />

Ihren Events serviert werden kann.<br />

Sie möchten für Ihre Veranstaltung eine exklusiv für<br />

Sie kreierte TATAR Kreation? Wir gehen auf alle<br />

Wünsche und spezielle Bedürfnisse individuell ein<br />

und passen unser Angebot gerne Ihren<br />

Anforderungen an.<br />

Zusätzlich bieten wir Ihnen gerne auch unser<br />

professionelles TATARIE MARIE Full Service<br />

Catering in Kooperation mit Marco Simonis an.


Aus drei<br />

wurde eins<br />

Die Städte Óbuda, Buda und Pest haben sich vor 150 Jahren zu Budapest vereint.<br />

Seither ist die ungarische Hauptstadt zu einer pulsierenden Weltmetropole<br />

zusammengewachsen. Lassen wir sie also hochleben<br />

Von Christoph Kulmer<br />

Das ungarische<br />

Parlamentsgebäude<br />

mit einer Länge von<br />

268 Metern liegt<br />

direkt am Donauufer<br />

in Budapest. Als<br />

Vorbild für diesen<br />

Prachtbau diente der<br />

Palace of<br />

Westminster in<br />

London<br />

Fotos: Unsplash <strong>–</strong> Hector Martinez, Párisi Udvar<br />

220


TRAVEL | BUDAPEST<br />

Erbaut 1817,<br />

umgestaltet 1907.<br />

Seit 2019 befindet<br />

sich, nach einer<br />

umfassenden<br />

Restaurierung, in<br />

diesem ikonischen<br />

Gebäude das<br />

Luxushotel „Párisi<br />

Udvar“ <strong>–</strong> geführt von<br />

der Hyatt Gruppe<br />

und Teil der<br />

„Unbound<br />

Collection“<br />

O<br />

Früher säumten noble Boutiquen<br />

die wunderschöne Arkade. Heute wird sie<br />

durch die Rezeption, ein Top-Restaurant und<br />

eine Champagnerbar mit Leben gefüllt<br />

R<br />

Mit viel Liebe zum Detail hat das<br />

Planungsteam die Arkade, die von der Pariser<br />

„Passage des Panoramas“ inspiriert ist,<br />

originalgetreu wiederhergestellt<br />

O<br />

W<br />

er sich mit der 2.000 Jahre alten Geschichte von<br />

Buda pest beschäftigt und mit offenen Augen durch<br />

die faszinierende Metropole schlendert, merkt<br />

schnell, warum die ungarische Hauptstadt Kosenamen<br />

wie Paris des Ostens, Perle an der Donau<br />

oder Stadt der Bäder trägt. Und auch die architektonische<br />

und kulturelle Ähnlichkeit zu Wien ist nicht von der Hand zu<br />

weisen. Werfen wir also einen Blick auf die spannende Historie, die<br />

mit dem heute kleinsten Stadtteil, Óbuda, beginnt. Dieser wurde im<br />

Jahr 89 auf einer alten keltischen Siedlung gegründet und von den<br />

Römern „Aquincum“ (ein Hinweis auf die zahlreichen Thermalquellen,<br />

für die Budapest berühmt ist) genannt. Nach und nach wuchsen<br />

sowohl auf der rechten Seite der Donau mit Buda als auch am linken<br />

Flussufer mit Pest weitere Städte. Vor 150 Jahren, genauer gesagt am<br />

17. November 1873, wurden Óbuda, Buda und Pest schlussendlich zu<br />

einer Metropole vereint: dem heutigen Budapest. Es versteht sich von<br />

selbst, dass dieses Jubiläum ausgiebig gefeiert werden musste. Auf<br />

der Party-Agenda standen prestigeträchtige Festivals wie das „Sziget“,<br />

Kunst- und Konzert-Highlights sowie die Leichtathletik-Weltmeisterschaft,<br />

außerdem beschenkte man sich selbst mit neuen kulturellen<br />

Spielstätten und architektonischen Monumenten. Auch berühmte<br />

Wahrzeichen wie die Kettenbrücke, die älteste der neun Donauquerungen,<br />

erhielten einen zeitgemäßen Anstrich. Erbaut von 1839<br />

bis 1849 verbindet sie den István-Széchenyi-Platz, der den Abschluss<br />

der Pester Innenstadt bildet, mit dem Adam-Clark-Platz vor dem<br />

Budaer Burgtor. Seit jeher ranken sich um diese Verbindung spannende<br />

Mythen. Angeblich wollte der Initiator István Széchenyi seine<br />

Freundin und spätere Ehefrau Crescence Seilern in Pest öfter und vor<br />

allem trockenen Fußes besuchen; eine andere Legende erzählt, dass<br />

es eine Woche gedauert habe, bis er über die Donau zur Beerdigung<br />

seines Vaters gelangen konnte. Wie dem auch sei, ab 2021 wurde die<br />

Brücke umfangreich saniert, Experten haben insgesamt 900 Tonnen<br />

Stahl ausgetauscht, um die Konstruktion zukunftsfit zu machen. Mit<br />

einem abendlichen Picknick, zu dem die Budapester Bevölkerung<br />

eingeladen war, hat man Anfang August <strong>2023</strong> die Brücke wiedereröffnet<br />

<strong>–</strong> eine Feier mit Symbolcharakter. Denn wie könnte man<br />

150 Jahre besser begehen als mit einem Revival dieses Bauwerks,<br />

das einst Stadtteile und deren Menschen zusammenführte. Heute<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

221


TRAVEL | BUDAPEST<br />

erinnert nur noch wenig an die Teilung, und trotzdem hat jedes<br />

Fleckchen seine ganz eigenen Schätze, die es zu entdecken gilt: von<br />

der Erkundung des beeindruckenden Burgbergs über Spaziergänge<br />

durch das jüdische Viertel und entlang der Donaupromenade <strong>–</strong> ein<br />

Boulevard, auf den Wien noch immer ein wenig neidisch schielt <strong>–</strong> bis<br />

zum gigantischen Prunkbau des Parlaments. Doch bei dem ständigen<br />

Lärm, der durch den kopfsteingepflasterten Stadtkern von Budapest<br />

hallt, vergessen viele, dass die Stadt auch einige Attraktionen zu bieten<br />

hat, die man von oben nicht sehen kann. Ein Großteil der Stadt ist<br />

von natürlichen Höhlensystemen durchzogen, die als Kerker, Kirchen<br />

und sogar als Krankenhaus dienten.<br />

Durch die Straßen weht aber auch ein bisschen französisches Flair.<br />

Denn eines der ikonischsten Gebäude Budapests wurde von der Pariser<br />

„Passage des Panoramas“ inspiriert. Die Konstruktion von Mihály<br />

Pollack, dem Architekten des ungarischen Nationalmuseums, für<br />

Baron József Brudern erhielt gleich nach ihrer Fertigstellung<br />

1817 Namen wie Párisi Udvar (Pariser<br />

Hof) oder Párisi-Haus. Baron Brudern selbst wohnte<br />

im zweiten Stock, im Erdgeschoß befanden sich<br />

32 luxuriöse Geschäfte. Im Jahr 1906 wurde das<br />

Gebäude zum Sitz der Budapester Zentralsparkasse<br />

und im Zuge dessen völlig umgestaltet. Das eklektizistische<br />

Haus, in dem sich arabische, maurische<br />

und gotische Elemente vermischen, verfügte zur<br />

Zeit seiner Errichtung über die größte mit Keramik<br />

verkleidete Fassade Europas, die zum Teil aus der<br />

Zsolnay-Fabrik in Pécs stammte. Gleichzeitig stattete<br />

die Firma von Miksa Róth, einem bedeutenden<br />

Künstler der ungarischen Glasmalerei und Mosaikkunst,<br />

das Finanzinstitut mit Glasfenstern aus. Die<br />

keramischen Bodenelemente für die Arkade und<br />

O<br />

Im hauseigenen<br />

Restaurant kann man<br />

nationale ebenso wie<br />

internationale<br />

Köstlichkeiten<br />

genießen<br />

U<br />

Viele der Glaselemente<br />

und Keramikdetails<br />

sind noch original. Das<br />

verleiht dem „Párisi<br />

Udvar“ viel Charme<br />

Die Kettenbrücke war die<br />

erste Verbindung zwischen<br />

Buda und Pest. Zum<br />

150-Jahr-Jubiläum von<br />

Budapest wurde sie<br />

erneuert und im August<br />

<strong>2023</strong> wiedereröffnet<br />

222


Ein Highlight sind die<br />

Präsidentensuiten im<br />

Dachgeschoß, die zu einer<br />

fast 500 Quadratmeter<br />

großen Residenz<br />

zusammengelegt werden<br />

können. Natürlich mit<br />

einer großen Terrasse mit<br />

Blick auf die Altstadt<br />

Fotos: Unsplash <strong>–</strong> Anna Hunk, Párisi Udvar<br />

Luxuriös, gemütlich, aber auch<br />

funktional <strong>–</strong> so könnte man die Zimmer<br />

im „Párisi Udvar“ beschreiben. Große<br />

Fenster und helle Farbtöne garantieren<br />

eine freundliche Atmosphäre<br />

einige andere Fliesen wurden bei Villeroy & Boch in<br />

Deutschland bestellt. Trotz zahlreicher Bemühungen,<br />

es am Leben zu erhalten, verfiel dieses Architekturjuwel<br />

immer weiter, bis 2014 der Startschuss zum<br />

Umbau in ein Luxushotel fiel. Bei der Rekonstruktion<br />

des Bauwerks standen die Planer vor vielen Herausforderungen<br />

im Hinblick auf die geschützten Strukturen,<br />

den unvorhergesehenen Detailreichtum und<br />

die erhaltenswerten Elemente und Motive. Nach<br />

einer intensiven fünfjährigen Restaurierung öffnete<br />

2019 das elegante Fünf-Sterne-Hotel „Párisi Udvar“<br />

seine Pforten, das von Hyatt geführt wird und Teil der<br />

exklusiven „Unbound Collection“ ist. Insgesamt verfügt<br />

das Haus über 110 Zimmer, darunter 18 normale<br />

Suiten und zwei außergewöhnliche Präsidentensuiten<br />

mit 133 sowie 291 Quadratmetern. Wenn man möchte,<br />

kann man die beiden Refugien sogar zusammenlegen<br />

und ungestört im Dachgeschoß residieren, mit<br />

privaten Spa-Optionen wie Saunen, einem Dampfbad,<br />

einem Jacuzzi und Entspannungsbereich. Das<br />

Nonplusultra ist aber sicher die großzügige Terrasse<br />

mit herrlichem Blick auf historische Monumente<br />

der Pester Altstadt. Die geschichtsträchtige Arkade,<br />

früher gesäumt von Luxusboutiquen, wird nun durch<br />

einen einladenden Rezeptionsbereich, das Restaurant und eine noble<br />

Champagnerbar mit Leben gefüllt. Unbestritten, Budapest hat sich zu<br />

einer pulsierenden Weltmetropole entwickelt, reich an Kultur, Kunst,<br />

Kulinarik und einer sympathischen Gastlichkeit, die ihresgleichen<br />

sucht. Ähnlich wie Wien, aber doch nicht gleich.<br />

p<br />

WINTER <strong>2023</strong><br />

223


TRAVEL<br />

New<br />

Places<br />

AURUM <strong>999</strong>,9 ist immer auf der Suche nach brandneuen<br />

Top-Destinationen. Auch in dieser Ausgabe präsentieren wir wieder<br />

einige internationale Highlights und Hideaways<br />

Como Metropolitan Singapur<br />

Luxuriöses Hideaway mit Weitblick<br />

Das „Como Metropolitan Singapur“ öffnete im September <strong>2023</strong> seine<br />

Pforten und wird zum neuen Hotspot für Kreative, Foodies und Kosmopoliten<br />

aus aller Welt avancieren. Dieses Meisterwerk vereint Mode,<br />

Kulinarik und Wellness an einem Ort, indem es auf elf Etagen über<br />

156 Zimmer und Suiten, zwei Gourmet-Restaurants auf Sterne-Niveau,<br />

eine stilvolle Rooftop-Poolbar mit Blick auf die Millionenmetropole<br />

und ein 9.000 Quadratmeter großes Spa verfügt. Das Wellness-Center,<br />

als „Como Shambhala“ bekannt, wird sowohl Hotel- als auch Tagesgäste<br />

mit Workshops und Wohlfühlprogrammen begeistern. Bereits in<br />

der Como-Gruppe bewährte, preisgekrönte Designer zeichnen für die<br />

Ausstattung verantwortlich und haben diesem inspirierenden neuen,<br />

urbanen Flaggschiff der Marke eine unvergleichliche Optik verpasst.<br />

comohotels.com<br />

Kona Village, A Rosewood Resort<br />

Neues Design mit hawaiianischem Erbe<br />

Mitten in atemberaubender Natur, auf 81 Hektar, befindet sich das<br />

„Kona Village, A Rosewood Resort“, das im Frühjahr <strong>2023</strong> mit neuem<br />

Design eröffnet hat. Hier lässt sich der Zauber der umliegenden Küste<br />

neu erfahren, und Gäste entdecken die hawaiianischen Wurzeln des<br />

luxuriösen Resorts, das auf authentische Weise mit Kultur und Standort<br />

verbunden ist. 150 Bungalows bewahren das jahrhundertealte<br />

Erbe des Landes, in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern<br />

wurde das Resort so gestaltet, dass die artenreiche Natur und die<br />

kulturelle Bedeutung der Big Island respektiert und bewahrt wurden.<br />

Die Anlage ist wie ein hawaiianisches Dorf angelegt, und die Unterkünfte<br />

sind um die Gemeinschaftsräume herum zentriert, das Resort<br />

gilt als Vorzeigebeispiel für einen nachhaltigen Weg in die Zukunft.<br />

rosewoodhotels.com<br />

Chesa Grischuna<br />

Elegantes Berg-Flair in historischem Juwel<br />

Das jüngste Schweizer Hotel unter Denkmalschutz mit außergewöhnlicher<br />

Geschichte, das „Chesa Grischuna“, wurde Ende 2022<br />

vom Zürcher Unternehmerpaar Astrid von Stockar und Clemens<br />

Gregor übernommen, es gilt seit Jahren als Geheimtipp für eine<br />

illustre Gästeschar. Es beherbergt 24 Zimmer und Suiten sowie ein<br />

À-la-carte-Restaurant, ausgezeichnet mit 15 „Gault-Millau“-Punkten,<br />

das zu den besten in der gesamten Region Prättigau/Davos zählt.<br />

Der Look vom bekannten Zürcher Architekten Hermann Schneider,<br />

der es 1938 entworfen hat, wurde sanft konserviert, ohne altmodisch<br />

zu wirken. Das Haus ist ein Musterbeispiel für die lange Tradition der<br />

Schweizer Gastfreundschaft und wird von den neuen Besitzern als<br />

Herzensangelegenheit und Gesamtkunstwerk betrachtet und mit viel<br />

Liebe und Feingefühl weitergeführt.<br />

chesagrischuna.ch<br />

Redaktion: Elisabeth Muth, Fotos: Reto Guntli, Kona Village/Rosewood Hotels, Como Hotels & Resorts<br />

224 WINTER <strong>2023</strong>

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