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In einer sich schnell entwickelnden Branche sind aktuelle Informationen wichtig. reinraum online bietet einerseits Interessierten die Möglichkeit, sich aktuell und umfassend über die Reinraum-Branche zu informieren. Andererseits können Unternehmen und Personen die Plattform nutzen, Fachbeiträge, redaktionelle Artikel und Firmennews zu veröffentlichen. Ein Veranstaltungskalender ergänzt das Informationsangebot. Der ExpertenPool hilft bei der Profi-Suche.
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<strong>DE</strong> <strong>12</strong>/23<br />
Reinraum-Tablets mit<br />
Edelstahlgehäuse,<br />
4K-Kamera und RFID-Leser
IP69- und GMP-konform<br />
Reinraum-Tablets mit<br />
Edelstahlgehäuse, 4K-Kamera<br />
und RFID-Leser<br />
(Bildquelle: Caitron)<br />
Moderne Arbeitsumgebungen sind zunehmend weniger stationär geprägt. Wer die Vorteile eines mobilen Workspaces auch<br />
in den Reinraum bringen will, kann dies mit der CT13S Serie der CAITRON GmbH ohne Probleme tun. Mit den leichten<br />
Edelstahl-Cases samt integriertem Kartenleser, Ladeschale und vollumfänglicher Kamerafunktionalität gelingt CAITRON<br />
dabei ein Musterbeispiel für mobile Human Machine Interfaces (HMIs) in hygienesensiblen Räumen.<br />
Die CT13S Serie basiert technisch auf dem Surface Pro 9 Plus-Tablet<br />
von Microsoft. Bei den Gehäusen für seine Geräte setzt CAITRON<br />
dagegen ausschließlich auf vollständige Eigenentwicklungen. Das<br />
Unternehmen hat sich auf Touch-HMI-Systeme in Reinräumen bis<br />
GMP Klasse A/B für Anwendungen in hygienisch anspruchsvollen<br />
Produktionsumgebungen spezialisiert und fertigt seine Systeme<br />
ausschließlich in Deutschland. In der pharmazeutischen Industrie<br />
vertrauen bereits viele Unternehmen der Qualität und Zuverlässigkeit<br />
der CAITRON Reinraum-HMIs und deren robusten Gehäusen.<br />
Das Gehäuse der CT13S Serie besteht aus einer rundum geschlossenen<br />
Edelstahlummantelung, die frei von Kanten und Toträumen<br />
und resistent gegen branchenübliche Reinigungs- und<br />
Desinfektionsmittel ist. So ist eine effiziente Reinigung über viele<br />
Ladezyklen hinweg gesichert. Der Datentransfer erfolgt über einen<br />
innovativen GMP-konformen Magnetstecker vom Typ USB-C. Die<br />
Geräte sind staub- und wasserbeständig gemäß IP69 und erfüllen<br />
die Standards für GMP-Produktionsbereiche. Damit vereinen die<br />
Tablets Windows-PC-Funktionalität mit den Vorzügen mobiler<br />
Endgeräte und eignen sich hervorragend für eine Vielzahl an industriellen<br />
Reinraumanwendungen.<br />
RFID-Kartenleser, Ladeschale und<br />
uneingeschränkte Kamerafunktionalität<br />
Die CAITRON Tablets der CT13S Serie punkten vor allem mit einem<br />
integrierten RFID-Kartenleser, einer innovativen Ladeschale und<br />
uneingeschränkter Kamerafunktionalität. „Mit der CT13S Serie ist<br />
es uns gelungen, die klassischen Mobilitätsvorteile eines Tablets in<br />
Reinraumumgebungen zu bringen“, so Andreas Hirt, CEO der CAI-<br />
TRON GmbH. „Diese Vorteile bringen wir besonders dadurch zur<br />
Geltung, dass wir unsere Tablets durch mehrere Add-Ons hochgradig<br />
praktikabel gestaltet haben. Mit dem integrierten RFID-Kartenleser<br />
ist kein externes Gerät mehr für Log-In-Prozesse über Transpondermedien<br />
erforderlich. Durch die neue Ladeschale entfällt<br />
zudem das lästige Entfernen von Schutzkappen. Gleichzeitig konnten<br />
wir das Gerät so gestalten, dass Anwender trotz der Edelstahlummantelung<br />
sowohl die vorder- als auch die rückseitige Kamera<br />
uneingeschränkt nutzen können. Die rückseitige 10-Megapixel-Kamera<br />
erlaubt sogar 4K-Videos. Das Tablet eignet sich damit unter anderem<br />
ideal für hochaufgelöste Bild- und Videodokumentationen,<br />
beispielsweise von Probenahmen.“<br />
www.reinraum.de | www.cleanroom-online.com NEWSLETTER | Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>12</strong>-<strong>2023</strong><br />
Seite 2/75
(Bildquelle: Caitron)<br />
Dezember <strong>2023</strong><br />
Liebe Reinraum-Tätige und -Interessierte,<br />
nun geht es mit schnellen Schritten Richtung<br />
Weihnachten, freuen wir uns auf ein paar freie<br />
und entspannte Tage, und dann ist auch schon<br />
das Jahr vorbei.<br />
Neulich sagte jemand zu mir „Gute Nachrichten<br />
sind derzeit selten“. Trotzdem, nehmen Sie<br />
sich etwas Zeit, lehnen Sie sich zurück und<br />
versuchen Sie, sich rückblickend an ein paar<br />
schöne Momente zu erinnern.<br />
(Bildnachweis: Gorodenkoff // Adobe Stock-Nummer: 402914936)<br />
Zahlreiche Eingabe- und Ergonomieoptionen<br />
Ausgesprochen praktisch ist der optionale Tragegriff aus<br />
Edelstahl für das Gehäuse der CT13S Serie. Damit wird der<br />
Transport von einer Arbeitsstation zur nächsten besonders<br />
komfortabel. Bedienbar sind die Tablets dabei sowohl mit<br />
Reinraumhandschuhen als auch Stylus. Des Weiteren können<br />
sie mit Peripheriesystemen wie z. B. Tastaturen, Mäuse<br />
oder Barcode-Scanner gekoppelt werden. Als ergänzende<br />
Komponenten sind spezielle Wandhalterungen und Docks<br />
verfügbar.<br />
Optionale Services<br />
Für Unternehmen mit Microsoft Großkundenverträgen besteht<br />
die Möglichkeit, die Surface Pro Tablets über ihre vereinbarten<br />
günstigen Rahmenvertragskonditionen in Eigenregie<br />
zu beschaffen. CAITRON nimmt anschließend deren<br />
Umrüstung für den Reinraumeinsatz vor.<br />
Vorher gibt es aber noch etwas<br />
interessantes zu lesen:<br />
> Reinraum-Tablets mit Edelstahlgehäuse,<br />
4K-Kamera und RFID-Leser<br />
> Ein Reinraum allein macht nicht sauber<br />
> Welches Nebelfluid eignet sich für die<br />
Strömungsvisualisierung nach GMP-Annex 1?<br />
> Schnee sichert Sauberkeit bei<br />
Raumfahrt-Missionen<br />
> Neue Produktionsmöglichkeiten von<br />
Antrieben für die Medizintechnik<br />
> Warum uns Staub das Leben schwer macht?<br />
> Reibungslos im Reinraum fertigen<br />
> . . .<br />
Mit freundlichem Gruß<br />
Reinhold Schuster<br />
CAITRON GmbH<br />
Gewerbepark Edelweiss Nr. 4<br />
D 88138 Weißensberg<br />
Telefon: +49 8389 2619990<br />
eMail: michael.hirt@caitron.de<br />
Internet: http://www.caitron.de<br />
© Adobe<br />
Stockphoto<br />
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Seite 3/75
Neuer berufsbegleitender MBA macht<br />
Mitarbeitende fit für Zukunftsfragen<br />
An der Hochschule Albstadt-Sigmaringen soll im kommenden<br />
Wintersemester der berufsbegleitende Masterstudiengang „Impact<br />
Innovation and Business Development“ starten. Er richtet sich an<br />
Führungskräfte und bietet eine bislang einzigartige Weiterbildung in<br />
den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit.<br />
„Es gibt in Unternehmen einen enormen Bedarf an neuen Methoden<br />
rund um Nachhaltigkeitsinnovationen“, sagt Prof. Dr. Uwe<br />
Sachse, der das Angebot initiiert hat. Zentrale inhaltliche Elemente<br />
sind die Ausrichtung an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten<br />
Nationen, an Kreislaufwirtschaft sowie Nachhaltigkeitsinnovationen<br />
mit positiven Auswirkungen auf Wirtschaft, Planet und Gesellschaft.<br />
„Der Studiengang zielt auf ein neues Verständnis in der Entwicklung<br />
von Produkten, Services und Geschäftsmodellen ab, das<br />
die Bedeutung von Klimaschutz, Biodiversität und Inklusiver Wirtschaft<br />
berücksichtigt.“<br />
Als Gründungshochschule begleitet die Hochschule Albstadt-Sigmaringen<br />
seit vielen Jahren erfolgreich Gründungen von Studierenden<br />
und arbeitet eng mit Partnern aus der regionalen Wirtschaft zusammen.<br />
„In Kooperation mit der Forschungsfabrik am Sigmaringer<br />
Innovationscampus entstehen praktisch täglich neue Ideen rund um<br />
nachhaltige Verpackungen, Automatisierung, gesunde Ernährung,<br />
Hygiene, Biomedizin, Handel, Automotive, Engineering und Anwendungen<br />
für Industrie 4.0.“ Dieses geballte Know-how soll nun<br />
systematisch in den Weiterbildungsstudiengang fließen.<br />
Das Angebot richtet sich insbesondere an Unternehmen aus<br />
zukunftsorientierten Branchen wie Fahrzeugbau, Maschinenbau,<br />
Elektrotechnik, Chemie und Logistik. Angesprochen sind Fachkräfte<br />
der Ingenieurswissenschaften sowie Geistes- und Naturwissenschaftler<br />
aus den Bereichen Einkauf, Produktmanagement, Vertrieb,<br />
Marketing, Entwicklung, Logistik, Qualitätsmanagement und Strategische<br />
Planung. „Die teilnehmenden Manager und Managerinnen<br />
profitieren von neuen Perspektiven und einem umfassenden Verständnis<br />
für erfolgreiche Veränderungsprozesse und Innovationsmanagement“,<br />
sagt Uwe Sachse.<br />
Die Inhalte des Studiengangs machen die Studierenden fit darin,<br />
Nachhaltigkeitsinnovationen gezielt zu entwickeln und erfolgreich<br />
am Markt zu etablieren – und das mit sehr hohem Praxisbezug.<br />
„Wir werden viele Workshops, Gruppenarbeiten oder Exkursionen<br />
machen und wollen aktiv den Austausch untereinander fördern“,<br />
sagt Uwe Sachse. Es seien kaum klassische Prüfungsformate vorgesehen,<br />
„sondern die Studierenden formulieren auch mal eine Entscheidungsvorlage<br />
für den Vorstand, pitchen ihre Ideen, entwickeln<br />
und testen Prototypen für nachhaltige Geschäftsmodelle oder präsentieren<br />
Projektergebnisse, die dann bewertet werden“.<br />
Inhaltlich wird während des Studiums besonderes Augenmerk<br />
auf die Erfüllung globaler Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren<br />
sowie auf die gesetzlichen Anforderungen im Zusammenhang<br />
mit dem Lieferkettengesetz und der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung<br />
gelegt, erklärt Uwe Sachse. Vermittelt werden<br />
die Kompetenzen auch durch zahlreiche externe Dozentinnen und<br />
Dozenten aus der Praxis, die zum einen die Aktualität der Inhalte<br />
gewährleisten und zum anderen dafür sorgen, dass sich die Studierenden<br />
mit den realen Herausforderungen und Problemen von<br />
Unternehmen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Innovation auseinandersetzen.<br />
„Vorgesehen sind sogenannte Project Labs, die die<br />
Studierenden an der Seite eines Mentors von der Hochschule bei<br />
ihren Arbeitgebern durchführen“, sagt Uwe Sachse. „Dabei lösen sie<br />
ein konkretes Problem, was dann auch wieder den Firmen unmittelbar<br />
zugutekommt.“<br />
Dieser Studiengang bildet die Führungskräfte der nachhaltigen<br />
Wirtschaft von morgen aus. „Natürlich gehört dazu auch umfassendes<br />
Wissen, wie Nachhaltigkeitsinnovationen im Unternehmen<br />
überhaupt umgesetzt werden können. Deshalb legen wir großen<br />
Wert auf Change Management und haben die Steigerung der Umsetzungskompetenz<br />
der Teilnehmenden mit im Blick.“<br />
Weiterführende Informationen:<br />
Der Weiterbildungsstudiengang „Impact Innovation and Business<br />
Development“ an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen<br />
führt nach zwei Jahren zum Abschluss „Master of Business<br />
Administration“ (MBA). Das Studium findet größtenteils online<br />
statt, vorgesehen sind aber auch Präsenzphasen zum Abschluss<br />
jedes Moduls. Voraussetzungen sind mindestens zwei<br />
Jahre Berufserfahrung und ein erfolgreich abgeschlossenes<br />
Bachelorstudium. Die Zulassung zum Studiengang erfolgt<br />
durch ein Auswahlgespräch, die Studiengebühren betragen<br />
insgesamt 20.000 Euro. Bewerbungen können online ab sofort<br />
eingereicht werden.<br />
Der berufsbegleitende Masterstudiengang „Impact Innovation<br />
and Business Development“ richtet sich an Führungskräfte und bietet<br />
eine bislang einzigartige Weiterbildung in den Bereichen Innovation<br />
und Nachhaltigkeit. Initiiert wurde das neue Studienangebot von<br />
Prof. Dr. Uwe Sachse (links). (Foto: Corinna Korinth)<br />
Hochschule Albstadt-Sigmaringen<br />
Fakultät Life Sciences<br />
Anton-Günther-Str. 51 D 72488 Sigmaringen<br />
Telefon: +49 7571 7328242 Telefax: +49 7571 7328235<br />
eMail: schmida@hs-albsig.de<br />
Internet: http://www.hs-albsig.de/Seiten/homepage.aspx<br />
www.reinraum.de | www.cleanroom-online.com NEWSLETTER | Ausgabe <strong>DE</strong> <strong>12</strong>-<strong>2023</strong><br />
Seite 4/75
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Seite 5/103
Innovative quattroClean-Powerstrahltechnologie für<br />
die trockene CO2-Strahlreinigung von acp systems<br />
Automatisierter, inlinefähiger<br />
Strahlprozess mit integrierter<br />
Reinigungsgranulat-Produktion<br />
Für die fertigungsintegrierte, trockene Bauteilreinigung hat acp systems die neue quattroClean-Powerstrahltechnologie<br />
entwickelt. Bei diesem innovativen Verfahren wird recyceltes, flüssiges Kohlendioxid systemintegriert zu körnigem Reinigungsgranulat<br />
verdichtet und mit Druckluft beschleunigt durch eine anwendungsgerecht ausgelegte Düse gezielt auf die<br />
zu reinigende Oberfläche gestrahlt. Da die beim klassischen Trockeneisstrahlen übliche, externe Pelletproduktion und der<br />
damit verbundene logistische Aufwand entfallen, kann ein vollautomatisierter, unterbrechungsfreier Reinigungsprozess<br />
oder Entgratprozess realisiert werden.<br />
Das Ziel, die Energie- und Ressourceneffizienz<br />
zu optimieren, führt in der industriellen<br />
Teilereinigung zu einem verstärkten<br />
Einsatz von trockenen Verfahren, mit denen<br />
sich Verunreinigungen prozesssicher entfernen<br />
lassen. Gleichzeitig besteht in immer<br />
mehr Unternehmen die Anforderung, Reinigungsprozesse<br />
automatisiert und in Fertigungslinien<br />
integriert durchzuführen. Mit<br />
der innovativen quattroClean-Powerstrahltechnologie<br />
der acp systems AG lässt sich<br />
beides kombinieren. Das neu entwickelte<br />
Reinigungsverfahren ermöglicht, hartnäckige<br />
partikuläre und filmische Verunreinigungen<br />
effizient ganzflächig oder partiell<br />
mit Reinigungsgranulat aus recyceltem,<br />
flüssigem Kohlendioxid von praktisch allen<br />
in der Industrie eingesetzten Werkstoffen<br />
und Materialkombinationen reproduzierbar<br />
zu entfernen. Das Anwendungsspektrum<br />
Die innovative quattroClean-Powerstrahltechnologie<br />
ermöglicht trockene, vollautomatisierte<br />
Inline-Reinigungsprozesse.<br />
Dafür wird recyceltes, flüssiges Kohlendioxid<br />
systemintegriert zu körnigem Reinigungsgranulat<br />
verdichtet und mit Druckluft<br />
beschleunigt gezielt auf die zu reinigende<br />
Oberfläche gestrahlt. (Bildquelle: acp systems)<br />
reicht von der Oberflächenbearbeitung im<br />
sogenannten „kalten“ Rohbau über die Entfernung<br />
von Schweißperlen bis zur Feinentgratung<br />
medizinischer Instrumente und<br />
hochwertiger Uhrenkomponenten.<br />
Vollautomatisierte Prozesse<br />
durch integrierte Herstellung<br />
des Reinigungsgranulats<br />
Das Medium wird dem quattroClean-Powerstrahlsystem<br />
aus Flaschen oder Tanks<br />
zugeführt und ist dadurch unbegrenzt haltbar.<br />
Eine speziell entwickelte, integrierte<br />
Einheit verdichtet das flüssige CO2 zu körnigem<br />
Reinigungsgranulat. Dies stellt einen<br />
entscheidenden Unterschied zum klassischen<br />
Trockeneisstrahlen dar, bei dem Pel-<br />
Die kontinuierliche, unterbrechungsfreie<br />
Medienversorgung ist die wesentliche<br />
Voraussetzung für vollautomatisierte,<br />
fertigungsintegrierte Reinigungsprozesse,<br />
bei denen die Düse durch einen Roboter<br />
geführt wird. (Bildquelle: acp systems)<br />
lets oder Trockeneisblöcke extern produziert<br />
und dem Reinigungssystem zugeführt<br />
werden. Die kontinuierliche, automatisierte<br />
Medienversorgung des quattroClean-Powerstrahlsystems<br />
ist die wesentliche Voraussetzung<br />
für vollautomatisierte, fertigungsintegrierte<br />
Reinigungsprozesse.<br />
Prozesssicher, effektiv und schnell<br />
durch vier Wirkmechanismen<br />
Die durch die Verdichtereinheit erzeugten<br />
Makropartikel werden mit Druckluft<br />
beschleunigt und durch eine Düse gezielt<br />
auf die zu reinigende Oberfläche gestrahlt.<br />
Beim Auftreffen des rund minus 78 ° kalten<br />
Granulat-Druckluftstrahls kommt es zu vier<br />
Effekten: Der thermische Effekt führt zu<br />
einer plötzlichen lokalen Abkühlung, durch<br />
die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten<br />
zwischen Verunreinigung und<br />
Substrat entstehen Risse in den Kontaminationen.<br />
Durch den mechanischen Effekt,<br />
der durch die Impulsübertragung entsteht,<br />
kommt es zu einer Ablösung von Verunreinigungen.<br />
Beim Aufprall geht das Granulat<br />
von der festen in die gasförmige Phase<br />
über, wobei sich das Volumen schlagartig<br />
um das rund 600-fache vergrößert. Durch<br />
diesen Sublimationseffekt bilden sich Mikro-Druckwellen,<br />
die Verunreinigungen ablösen.<br />
Während des Phasenübergangs sorgt<br />
der Lösemitteleffekt außerdem dafür, dass<br />
filmische/organische Verunreinigungen<br />
entfernt werden.<br />
Die Stärke dieser Effekte und damit die<br />
Intensität des Reinigungsstrahls lassen sich<br />
durch den Kohlendioxid-Volumenstrom,<br />
den Druckluftdruck und das Düsendesign an<br />
unterschiedliche Reinigungsanwendungen<br />
beziehungsweise Werkstücke anpassen.<br />
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Seite 6/75
Von der Oberflächenbearbeitung im<br />
„kalten“ Rohbau bis zur Feinentgratung<br />
Diese Prozessflexibilität macht die neue<br />
quattroClean-Powerstrahltechnologie ausgesprochen<br />
vielseitig einsetzbar. So lassen<br />
sich beispielsweise die Fügebereiche von<br />
Karosserieteilen für eine Verklebung partiell<br />
automatisiert reinigen und aktivieren. Und<br />
das auch, wenn unterschiedliche Werkstoffe,<br />
beispielsweise Metall und Kunststoff,<br />
Metall und Holz oder verschiedene Kunststoffe,<br />
dauerhaft miteinander verbunden<br />
werden sollen. Der robuste Prozess sowie<br />
ein großes Arbeitsfenster bieten dabei im<br />
Vergleich zu anderen Trockenreinigungsverfahren<br />
wie Atmosphärenplasma und<br />
Laser Vorteile. Geht es darum, nach dem<br />
Fügen Klebstoffrückstände zu entfernen,<br />
sorgt das neue Verfahren ebenfalls schnell<br />
für anforderungsgerechte Sauberkeit. Die<br />
Vorbereitung von Bond- oder Schweißbe-<br />
reichen sowie die Entfernung von Schweißperlen<br />
zählen ebenfalls zu den klassischen<br />
Einsatzgebieten. Es sind bei diesen Aufgabenstellungen<br />
auch Linien möglich, in<br />
denen die Vor- und Nachbearbeitung von<br />
einem Roboter durchgeführt wird. In der<br />
Automobilindustrie beziehungsweise Elektromobilität<br />
zählen Reinigungsaufgaben in<br />
der Brennstoffzellen- und Batteriefertigung<br />
inklusive Feststoffbatterien zu den weiteren<br />
Einsatzbereichen. Eingesetzt wird das Verfahren<br />
auch, um die zyklisch erforderliche<br />
Reinigung von beispielsweise DLC-Beschichtungswerkzeugen<br />
zu automatisierten<br />
und so den Durchsatz zu erhöhen.<br />
Die mechanische Kraft des Granulats<br />
und die durch die starke Abkühlung hervorgerufene,<br />
lokale Versprödung ermöglicht<br />
darüber hinaus, die Inline-Entfernung von<br />
Graten an metallischen Komponenten wie<br />
beispielsweise hochwertigen Uhrenbauteilen<br />
und medizinischen Instrumenten.<br />
Ebenso können an spritzgegossenen oder<br />
spanend bearbeiteten Kunststoffbauteilen,<br />
unter anderem aus Polyphenylensulfid<br />
(PPS) und Polyetheretherketon (PEEK) sowie<br />
aus faserverstärkten Kunststoffen, Grate<br />
aus der Formenteilung und Zerspanung<br />
entfernt werden.<br />
Aufgabenspezifische,<br />
kosteneffiziente Lösung<br />
Versuche im Technikum von acp ermöglichen,<br />
die generelle Eignung der quattroClean-Powerstrahltechnologie<br />
für die jeweilige<br />
Aufgabestellung zu ermitteln und die<br />
geeigneten Prozessparameter festzulegen.<br />
Maßgebliche Faktoren dabei sind die Sauberkeits-<br />
und/oder Entgratanforderungen<br />
sowie Taktzeitvorgaben. Basierend auf diesen<br />
Spezifikationen realisiert acp systems<br />
entsprechende Anlagenkonzepte, die als<br />
Standalone-Lösungen oder fertigungsintegriert<br />
betrieben beziehungsweise in verkettete<br />
Produktionsumgebungen eingebunden<br />
werden können. Die Erfassung und Dokumentation<br />
sämtlicher Prozessparameter<br />
stellt dabei eine lückenlose Nachvollziehbarkeit<br />
sicher.<br />
Verschieden gestaltete Düsen ermöglichen die optimale Anpassung der trockenen Reinigung an<br />
unterschiedliche Aufgabenstellungen. Düsendesign und -abmessungen sorgen dabei auch dafür,<br />
dass schwierig zu erreichende Bauteilbereiche gereinigt werden können. (Bildquelle: acp systems)<br />
acp systems AG<br />
Berblingerstraße 8<br />
D 7<strong>12</strong>54 Ditzingen<br />
Telefon: +49 7156 480140<br />
eMail: mail@acp-systems.com<br />
Internet: http://acp-systems.com<br />
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Seite 7/103
Einblick ins TDZ: Die Reinigung von Bauteilen vor oder im Reinraum sind in den vergangenen Jahren zum Alltag geworden. (Foto/Grafik: LPW)<br />
Industrielle Reinigungstechnik im High Purity-Umfeld<br />
Ein Reinraum allein macht nicht sauber<br />
Wenn’s um Industrielle Reinigungstechnik geht, wird inzwischen auch immer häufiger über Anwendungen vor oder in<br />
Reinräumen gesprochen – und das nicht nur in den Medizin- und Halbleiter-Segmenten. Es entsteht jedoch manchmal der<br />
Eindruck, allein die Kombination einer Reinigungsanlage mit einem Reinraum würde die Lösung für die stetig steigenden<br />
Anforderungen an den Grad der Technischen Sauberkeit liefern. Dem ist nicht so. Ein Reinraum allein macht nicht sauber.<br />
Er ist lediglich Bestandteil einer komplexen Gesamtkonzeption.<br />
Die Branche befindet sich im Wandel. Wenngleich manche Reinigungslösungen<br />
derzeit noch ausreichend zu sein scheinen, gelangen<br />
sie sukzessive an die Grenze ihrer Fähigkeiten, da sie bestimmte<br />
logisch-analytische Ansätze nicht beachten. Bedeutet im Klartext,<br />
wenn sie bezüglich ihrer Abläufe und Fähigkeiten nicht auf die Gesamtprozesskette<br />
und deren Umgebungsbedingungen unter dem<br />
Aspekt der jeweiligen Sauberkeitsspezifikation abgestimmt sind.<br />
Und zwar in jedem noch so kleinen einzelnen Schritt.<br />
Veränderung auf allen Ebenen<br />
Um das zu verstehen, hilft ein kurzer Rückblick: Früher gab es zum<br />
einen die klassischen Aufgaben, etwa im Umfeld des Maschinenbaus<br />
sowie der Powertrain-Automobilindustrie. Und zum anderen<br />
die mit höchsten Reinheitsanforderungen, verbunden mit entsprechenden<br />
Regularien und Validierungsvorgaben (bei zum Beispiel<br />
Medizinprodukten, optischen Systemen und in der Waferfertigung).<br />
Doch in den vergangenen Jahren sind diese beiden Stränge<br />
der Industriellen Reinigungstechnik quasi zusammengewachsen.<br />
Gerade 2019/2020 ist diese Entwicklung durch den strukturellen<br />
Umbau in nahezu allen Industriebereichen weltweit rasant vorangeschritten.<br />
Das führt dazu, dass sich die ganze Branche inzwischen<br />
mit den neuen technologischen Anforderungen auseinandersetzen<br />
muss und gemeinsam mit den Anwendern nach Orientierung sucht.<br />
Manchmal auch in Verbindung mit dem Wunsch nach schnellen Lösungen.<br />
Doch mit schnell ist’s nicht getan. Die neuen Produkte und Fertigungs-Methoden<br />
verlangen einen veränderten und auch bewussteren<br />
Blick auf die Technische Sauberkeit in allen Produktionsprozessen.<br />
Waren in der Vergangenheit beispielsweise Partikel und<br />
Fasern im Fokus, dominieren heute unter anderem organisch- oder<br />
anorganisch-molekulare oder auch toxische Verschmutzungen mit<br />
Auswirkungen auf die Qualität der Umgebungsbedingungen sowie<br />
auf die Nachweisverfahren. Zudem hat die geometrische Komplexität<br />
der Bauteile im Feinst- und Ultra-Feinstreinigungs-Segment<br />
erheblich zugenommen. Des Weiteren variieren die Bauteilgrößen,<br />
von Mikro- bis hin zu XXL-Komponenten für die Lithographiesysteme<br />
der Halbleiterindustrie. Und handelte es sich einst zumeist um<br />
Groß-Serien, so hat man es heute eher mit Klein-Serien oder Einzelteilen<br />
zu tun.<br />
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Seite 8/75
Nichts kommt in den Reinraum ohne Vorreinigung, um etwaige Kontaminationen zu vermeiden. (Foto/Grafik: LPW)<br />
Des Weiteren haben sich die Rahmenparameter verändert:<br />
– Die Bauteile sind im Eingangszustand oft um einiges sauberer<br />
als die Ausgabequalität bisher bekannter Anwendungen<br />
(z. B. in der klassischen Automobilindustrie).<br />
– Die „neuen“ Verunreinigungen sind oft nicht schnell<br />
nachweis- oder offensichtlich erkennbar.<br />
– Die Prozessmedien (gasförmig oder flüssig) sowie Umgebungsbedingungen<br />
nehmen unmittelbaren Einfluss auf die Qualität<br />
des Bauteils im Gesamtprozess und können unter anderem zu<br />
einer Re- oder Cross-Kontamination führen.<br />
Anforderungen an Herstellung und Handling<br />
Um den aktuellen Sauberkeitsanforderungen in Herstellung und<br />
Handling im High Purity-Umfeld gerecht zu werden, müssen also<br />
unerwünschte Verschmutzungen in der Prozesskette möglichst sehr<br />
früh und systematisch vor der Endreinigung vermieden werden. In<br />
der Umsetzung bedeutet dies, dass neben der Wahl der geeigneten<br />
reinigungstechnischen Lösung vor allem die Vorprozesse, die Umweltrahmenbedingungen,<br />
die eingesetzten Medien sowie die nachfolgenden<br />
Anwendungen gründlich in die Planung einzubeziehen<br />
sind. Das setzt ein verändertes Mindset im Umgang mit der Thematik<br />
und dann eine entsprechende Gesamtkonzeption voraus. Denn<br />
eine schlichte Kombination einzelner technischer Fähigkeiten, wie<br />
die Verknüpfung der Reinigungsanlage mit einer Wasseraufbereitung<br />
sowie einem „sauberen“ Umfeld, reicht nicht aus. Es ist vielmehr<br />
eine feinjustierte Abstimmung der Einzelaspekte gefragt, die<br />
zum Ziel hat, am finalen Ort der Verwendung eine reine Oberfläche<br />
zu erhalten.<br />
Die Reinigungsanlage an sich ist als Bindeglied zwischen dem<br />
Infokasten: Anforderungen gestern und heute<br />
Bisher lag der Fokus in der zerspanenden Industrie zumeist<br />
auf partikulären Verunreinigungen (metallisch/nichtmetallisch),<br />
auf Fasern und auf Öl- und Emulsionsrückständen. Die<br />
Prüfung erfolgte bei Partikeln und Fasern über das Gewicht<br />
(Gravimetrie) oder über die Größe im Rahmen einer Mikroskopanalyse.<br />
Bei Ölen und Fetten in der Regel über die Oberflächenspannung<br />
oder die Fluoreszenzmessung.<br />
Heute geht es unter anderem um organisch-anaorganische<br />
Rückstände, pigmentartige Verunreinigungen, allgemeine<br />
filmischen Kontaminationen, toxische und biologische Rückstände<br />
oder auch um Verschmutzung auf molekularer/atomarer<br />
Ebene. Diese können auf der Oberfläche oder in den<br />
oberen Schichten des Bauteils auftreten. Dadurch verändern<br />
sich auch die Analyseverfahren zur Sauberkeitsbestimmung.<br />
Im Fachjargon wird etwa von Ausgasraten, bei Keimen von<br />
Wachstumsraten und in manchen Fällen von Analysemethoden<br />
wie XPS, ATR/FTIR, TOF-SIMS, gesprochen. Allerdings<br />
kann auch die UV-Lichtanalyse die erforderlichen Informationen<br />
zur qualitativen Bewertung liefern.<br />
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Seite 9/75
Die Qualität der Reinraumluft in Bezug<br />
auf die partikuläre Belastung und<br />
Umschlaghäufigkeit, wird in einem<br />
Kreislauffiltersystem gewährleistet<br />
und über ein Prozessdatenmonitoring<br />
(u. a. Partikelzähler) gesteuert.<br />
(Foto/Grafik: LPW)<br />
Veränderte Sauberkeitsanforderungen in Art<br />
und Menge, benötigen andere Prüfmethoden.<br />
Neben technisch aufwändigen und zeitintensiven<br />
Verfahren (z. B. XPS, ATR/FTIR, TOF-<br />
SIMS usw.), hat sich als Schnellmethode die<br />
UV-Lichtbegutachtung bewiesen, die selbst<br />
kleinste Partikel oder Fasern sichtbar macht.<br />
(Foto/Grafik: LPW)<br />
Die Reinigungsanlage kann durch ungewollte<br />
Cross-Kontamination zur erneuten<br />
Verschmutzung, nicht nur im Reinigungsprozess<br />
selbst, der Ware beitragen.<br />
Auch der Wartungsbereich ist häufig eine<br />
Quelle dafür und ist daher bei<br />
LPW-Systemen immer außerhalb des<br />
Reinraums platziert. (Foto/Grafik: LPW)<br />
Vorprozess und dem Verwendungsort mit geeigneten Umgebungsbedingungen<br />
(z. B. im Reinraum oder in einer geeigneten Verpackung)<br />
zu sehen. Neben der Herstellung eines höheren Sauberkeitsniveaus<br />
hat sie auch die Transferaufgabe, ein Umfeld sukzessiv<br />
gestiegener Reinheit in den Folgeschritten unter Vermeidung von<br />
Quer- und Re-Kontamination zu gewährleisten. Mit dem zunehmendem<br />
Sauberkeitslevel während des Reinigungsprozesses, muss<br />
auch die Qualität der Umgebung und der Medien so angepasst werden,<br />
dass eine Verschlechterung ausgeschlossen werden kann – bis<br />
hinein in den Reinraum. Dieser hat dann die Aufgabe, technisch wie<br />
organisatorisch, den erreichten Standard des Bauteils bis an den<br />
Verwendungsort aufrechtzuhalten.<br />
In der Praxis<br />
Die Niederlande sind ein wichtiger Standort der europäischen<br />
Hochtechnologie. Dort fertigt unter anderem der ASML-Konzern<br />
EUV-Lithographiesysteme für die Halbleiterindustrie. Zwei Zulieferer<br />
aus diesem Umfeld wandten sich an LPW, da die Umstellung der<br />
Produktion vom bisherigen Grade 4 (vergleichbar mit klassischen<br />
partikulären Feinreinigungsaufgaben) auf Grade 2 (mit Option auf<br />
Grade 1) anstand. Das bedeutet, dass die filmischen und feinstpartikulären<br />
Rahmenbedingungen der Feinst- und Ultra-Feinstreinigung<br />
mit hohen Anforderungen an die Reinheit der Umgebungsparameter<br />
im Vordergrund stehen.<br />
Beim Kunden LowersHanique ging es um hochwertige Glasund<br />
Metallbauteile. Bei der Firma AAE um eine Vielzahl von<br />
Strukturbauteilen (im Wesentlichen Aluminium) mit großer Teilevarianz<br />
und immenser Komplexität. Im zweiten Fall lag der Fokus<br />
auf schwierigen geometrischen Ausformungen, Durchgangs- und<br />
Sacklochbohrungen mit Durchmessern von 2 bis 6 mm (mit und<br />
ohne Gewinde) sowie empfindlichen Oberflächen. Beide Kunden<br />
wollten im ersten Schritt prüfen, ob die Reinigungsqualität ohne<br />
Beschädigung der Bauteile möglich ist und wie Re- oder Crosskontaminationen<br />
vermieden werden können. Vorversuche bei anderen<br />
Anlagenherstellern hatten diesbezüglich bislang zu keinem zufriedenstellenden<br />
Ergebnis geführt.<br />
Wie also vorgehen? Von Anfang an fand ein intensives Co-Engineering<br />
statt. Projekte dieser Art sind für beide Seiten keine Selbstläufer<br />
und benötigen tiefgreifende Diskussionen über unter anderem<br />
Die LPW-Reinstwasser-Versorgungseinheit für die finalen Spülen im TDZ stellt einen weiteren wichtigen Baustein<br />
bei der Sicherstellung der Prozess-Qualität dar. (Foto/Grafik: LPW)<br />
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Seite 10/75
die Prozesse, die Materialen und deren Eigenschaften, das Handling<br />
und die Bewertung der Qualität. Jeder einzelne Reinigungs-Schritt,<br />
also Waschmechanik, Spülen und gerade auch die Trocknung, ist<br />
auf seine positiven sowie negativen Einflüsse auf das geforderte<br />
Ergebnis zu testen und zu bewerten. Hinzu kommt die Anbindung<br />
an die Vor- und die Folgeprozesse. Der Übergang in den Reinraum<br />
muss geplant werden. Und das lange bevor es zu einer tatsächlichen<br />
Kaufentscheidung kommt. Voraussetzung ist somit Offenheit sowie<br />
Vertrauen in die handelnden Personen und deren Umfeld. Es geht<br />
vordergründig um eine neue Reinigungsanlage, tatsächlich jedoch<br />
um die Umsetzung höherer Qualitätslevel in der Produktion.<br />
Nach den intensiven Versuchen im reinraumbasierten Test- und<br />
Dienstleistungszentrum (TDZ) von LPW samt Lohnreinigung sowie<br />
der Konzeption aufgabengerechter Gesamtprozesse, erteilten LowersHanique<br />
und AAE schließlich ihre Aufträge. Für beide Firmen<br />
wurden kundenspezifische Lösungen umgesetzt. Doch die Transferaufgabe<br />
war bei beiden Projekten schlussendlich dieselbe: den<br />
geforderten Grad an Sauberkeit für die nachfolgenden Reinraumanwendungen<br />
herzustellen, unter stetiger Reduzierung äußerer<br />
Einflüsse durch die Umgebungsbedingungen und der eingesetzten<br />
Medien (Luft, Wasser, Chemie).<br />
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Die Aufgaben von morgen<br />
Anlagensysteme haben bereits heute die Aufgabe, den Transfer in<br />
der beschriebenen Form zu gewährleisten. Zukünftig werden sie jedoch<br />
noch viel mehr für die Qualität der Vorprozesse (Schwankungen<br />
in Art und Menge der Verunreinigung), der eigenen Prozesse<br />
(Reini-gen/Spülen/Trocknen) sowie die relevanten Umgebungsparameter<br />
Sorge tragen müssen. Dies gelingt durch ein qualitätsorientiertes<br />
charchenbezogenes Monitoring, laufende Überwachung und<br />
Dokumentation. Abweichungen sind unmittelbar zu melden und im<br />
Idealfall werden sofort Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Durch den<br />
Bediener/Qualitätsverantwortlichen oder auch in definierten Grenzen<br />
durch das System selbst.<br />
LPW stellt sich diesen High Purity-Aufgaben bereits seit über 15<br />
Jahren und zählt zu den Pionieren in diesem Umfeld. Die Feinst- und<br />
Ultra-Feinstreinigung komplexer Geometrien bildet eine der Kernkompetenzen,<br />
entsprechende Anlagen finden sich bei Anwendern<br />
weltweit. Neben den geeigneten Systemen verfügen die Riedericher<br />
Spezialisten auch über die Peripherie zur Sicherstellung der Transferaufgabe.<br />
Hierfür wurde 2019 eigens das reinraumbasierte Testund<br />
Dienstleistungszentrum (TDZ) eingerichtet, in welchem das<br />
LPW Applikations Engineering-Team, bestehend aus Technikern<br />
und Ingenieuren, Kunden in der Umsetzung und Optimierung ihrer<br />
Prozesse unterstützt. Des Weiteren findet dort die Arbeit an Forschungs-<br />
und Entwicklungsprojekten statt. Auch unter Reinraum-<br />
Bedingungen. Denn wenngleich ein Reinraum allein nicht sauber<br />
macht, so stellt er sicher, dass nach einem auf die Anforderungen<br />
abgestimmten Gesamtprozess das mühsam erarbeitete Ergebnis<br />
sicher an den Ort seiner eigentlichen Verwendung kommen kann.<br />
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Seite 11/75<br />
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Welches Nebelfluid eignet sich<br />
für die Strömungsvisualisierung<br />
nach GMP-Annex 1?<br />
Das perfekte Nebelfluid gibt es nach wie vor nicht. Pharmaunternehmen, die Strömungsvisualisierungen in kritischen<br />
Reinraumbereichen durchführen bzw. durchführen lassen, finden in diesem Whitepaper fundierte Informationen, um<br />
das für den konkreten Anwendungsfall geeignete Nebelfluid auszuwählen. Hilfreich dürfte auch der Vergleich zwischen<br />
Strömungsvisualisierung mittels Nebel und CFD sein.<br />
Einleitung<br />
Der Anhang 1 zum GMP-Leitfaden1 (nachfolgend<br />
als neuer Annex 1 bezeichnet) ist<br />
im August 2022 neu erschienen. Die alte<br />
Fassung von 2008 wurde umfassend über<br />
alle Themengebiete hinweg überarbeitet.<br />
Daraus ergeben sich neue Anforderungen<br />
an die Reinraumbetreiber. Die Strömungsvisualisierung<br />
hat durch die Überarbeitung<br />
eine sehr viel größere Bedeutung gewonnen<br />
und wird daher auch bei GMP-Inspektionen<br />
stärker in den Fokus gerückt.<br />
Die neuen Anforderungen an die Strömungsvisualisierung und wie man bei einer Strömungsvisualisierung<br />
vorgeht, wurden bereits in zwei Whitepaper des STZ EURO beschrieben.<br />
2 Im vorliegenden Whitepaper wird erörtert welches Nebelfluid für die Strömungsvisualisierung<br />
von TAV-Bereichen geeignet ist. 3 Dabei werden auch die Nebelgeneratoren und<br />
die Nebelzuführsysteme mitbetrachtet. Grundlage der nachfolgenden Ausführungen ist eine<br />
Abschlussarbeit an der Hochschule Offenburg. 4 Die Visualisierungen mit Nebel wurden im<br />
Rahmen dieser Arbeit an einer TAV-Einheit (Flowbox) des STZ EURO durchgeführt. Das<br />
3D-Modell einer Bördeleinheit wurde von einem Pharmaunternehmen bereitgestellt. Die<br />
CFD-Simulation erfolgten mit ANSYS Fluent unter Verwendung der Hard- und Software<br />
des STZ EURO.<br />
In der VDI 2083 Blatt 3 findet man allgemeine Hinweise zu den Prüfsubstanzen und zum<br />
Prüfequipment (siehe Tabelle 1). 5<br />
Übliche Nebelfluide<br />
Autor<br />
Dipl.-Ing.(FH) Michael Kuhn<br />
– Wassernebel wird meist mittels Ultraschallgeneratoren aus Reinstwas-ser erzeugt. Das<br />
erzeugte Tröpfchenspektrum liegt im Bereich von 2 bis 13 µm. 6 Die Wassertröpfchen<br />
werden im Nebelgenerator einem Luftstrom beigemischt. Im Luftstrom verdunsten die<br />
Wassertröpfchen aufgrund des relativ hohen Dampfdruckes von Wasser relativ schnell.<br />
Die Energie für die Verdunstung wird der Luft entzogen. Die Luft kühlt sich dadurch ab<br />
(siehe Abbildung 1) und die Luftdichte steigt.<br />
– Das Nebelfluid wird mittels eines Verdampfers auf ca. 320°C erhitzt und danach mit<br />
Raumluft gemischt.7 Dabei entstehen Tröpfchen von 0,5 µm bis 2 µm. 7 Diese Aerosole<br />
haben im Vergleich zu Wasser einen deutlich geringeren Dampfdruck und halten sich<br />
daher länger im Luftstrom, ohne zu verdunsten. Da am Austritt des Nebelgenerators im<br />
Verhältnis zur verdampften Flüssigkeit sehr viel Raumluft beigemischt wird, ergibt sich<br />
ein nahezu isothermer Nebel.<br />
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Seite <strong>12</strong>/75
Anmerkung:<br />
Darüber hinaus sind komplexe (rechnergestützte)<br />
Visualisierungsmethoden (z.B.<br />
Particle Image Velocimetry (PIV), 3-D-<br />
Geschwindigkeitsmessung mit Positionsund<br />
Lageerfassung, hintergrundorientierte<br />
Schlierenmethode) möglich. 8<br />
Vergleich der Prüfsubstanzen Wasser und<br />
Nebelfluid Extra Clean (Testergebnisse) 7<br />
Abbildung 1: Absinken des Wassernebels bei zunehmender Entfernung zum Nebelaustritt<br />
bei drei unterschiedlichen Nebeldichten (1.1, 1.2, 1.3) und anfänglicher horizontaler<br />
Geschwindigkeit von 0,5 m/s im horizontalen Strömungsraum (Quelle: Diplomarbeit) 6<br />
Für die im STZ EURO erstellte Abschlussarbeit<br />
wurde ein Ultraschall-Nebelgerät<br />
und das zugehörige Equipment mit einem<br />
Verdampfungsnebelgerät verglichen. 4 Es<br />
wurde dazu ein Ultraschall-Nebelgerät mit<br />
besonders kleiner Bauform von der Firma<br />
CCI – von Kahlden GmbH (Handy FOG)<br />
verwendet, um die Störeinflüsse auf die<br />
Strömung möglichst gering zu halten. Für<br />
das Verdampfungsnebelgerät (Tiny CX) kam<br />
das Spezialequipment des STZ EURO zum<br />
Einsatz. Zusätzlich zur Strömungsvisualisierung<br />
wurde als Referenz eine CFD-Simulation<br />
für den Testaufbau erstellt.<br />
Test 1 – Visualisierung der<br />
Grundströmung<br />
Abbildung 2: Visualisierung der Grundströmung mit Nebelfluid Extra Clean im linken Bild<br />
und per CFD-Simulation im mittleren Bild. Rechts im Bild die Visualisierung mit Wassernebel.<br />
Abbildung 3: Visualisierung des Wirbelgebiets mit Nebelfluid Extra Clean im linken Bild,<br />
per CFD-Simulation im mittleren Bild und mit Wassernebel im rechten Bild.<br />
Die einzelnen Stromfäden sind bis zum Boden<br />
hin sichtbar. Sie laufen nahezu parallel<br />
und haben eine geringe Turbulenz. Der mittels<br />
Stromfadenlanze und Nebelfluid Extra<br />
Clean visualisierte Strömungsverlauf stimmt<br />
sehr gut mit dem mittels CFD berechneten<br />
Strömungsverlauf überein, besonders auch<br />
im relevanten Strömungsbereich nahe des<br />
Glasfläschchens (Vial) siehe Abbildung 3.<br />
Bei der Strömungssimulation sind mehr<br />
Details zu erkennen, weil die Stromlinien<br />
entsprechend der Luftgeschwindigkeit eingefärbt<br />
und daher auch vor weißem Hintergrund<br />
gut sichtbar sind.<br />
Bei der Visualisierung mittels einfacher<br />
zylindrischer Lanze und Wassernebel (im<br />
rechten Bild) sind auch einzelne Stromfäden<br />
zu erkennen. Bedingt durch die Geometrie<br />
der Lanze führt bereits die Nebeleinbringung<br />
in die Luftströmung zu Verwirbelungen.<br />
Der Nebel ist bereits nach einer<br />
kurzen Lauflänge von ca. 40 cm so stark verdünnt,<br />
dass man die Strömungsverhältnisse<br />
im Bereich des Vials (siehe Abbildung 3)<br />
nicht mehr vollständig erkennen kann.<br />
Test 2 – Visualisierung<br />
von Wirbelgebieten<br />
Abbildung 4: Visualisierung der Nebelaufstiegshöhe mit Nebelfluid Extra Clean mit<br />
geringem Impuls im linken Bild. Im mittleren Bild die Visualisierung mit Wassernebel mit<br />
geringem Impuls. Im rechten Bild ebenfalls Wassernebel aber mit großem Impuls.<br />
Durch Nebelaufgabe am Boden der Flowbox<br />
wird das Wirbelgebiet, das sich zwischen<br />
Wand und Bördelstation ausbildet, sichtbar<br />
(siehe Abbildung 4). In diesem Wirbelgebiet<br />
steigt der Nebel nach oben. Abhängig<br />
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Abbildung 5: Visualisierung der Nebelausbreitung mit Nebelfluid Extra Clean mit geringem Impuls im linken Bild. Im mittleren Bild<br />
per CFD-Simulation und im rechten Bild mit Wassernebel mit geringem Impuls.<br />
von der Art des Nebels und der Nebelzuführung<br />
ergeben sich dabei unterschiedliche<br />
Aufstiegshöhen des Nebels. Der Nebel muss<br />
dabei impulsarm zugeführt werden, um das<br />
Strömungsverhalten der Luft nicht zu beeinflussen.<br />
Im linken und mittleren Bild mit impulsarmer<br />
Nebelaufgabe, erkennt man, dass<br />
der Wassernebel deutlich weniger aufsteigt.<br />
Im rechten Bild, ebenfalls mit Wassernebel,<br />
aber großem Impuls, wird zufällig fast die<br />
Aufstiegshöhe wie im linken Bild erreicht,<br />
siehe auch Tabelle 2. Nach VDI 2083 Blatt<br />
35 soll die Nebelzugabe impulsarm erfolgen.<br />
Daher wäre die im rechten Bild von Abbildung<br />
4 dargestellte Visualisierungsmethode<br />
nicht zulässig.<br />
Test 3 – Visualisierung<br />
der Nebelaufstiegshöhe<br />
siehe Tabelle 2<br />
Test 4 – Visualisierung der Nebelausbreitung<br />
in den Wirbelgebieten<br />
Abschließend wurde die Nebelausbreitung<br />
in den Wirbelgebieten analysiert und dazu<br />
der Nebel impulsarm am Boden aufgegeben,<br />
so dass die vorhandenen Wirbelgebiete entlang<br />
der Rückwand der Flowbox mit Nebel<br />
angereichert wurden (siehe Abbildung 5).<br />
Man erkennt, dass die Nebelausbreitung<br />
mittels Nebelfluid Extra Clean (linkes Bild)<br />
gut mit der Simulation (mittleres Bild) übereinstimmt.<br />
In allen Bereichen (A bis E) ist<br />
der Nebel sichtbar. Bei der Visualisierung<br />
mittels Wassernebel (rechtes Bild) ist nur im<br />
Bereich C Nebel erkennbar. Die Strömung<br />
und damit die Nebelausbreitung in den<br />
Bereichen D und E ist durch das Gehäuse<br />
des Nebelgenerators blockiert. Durch die<br />
impulsarme Nebelaufgabe ist auch in den<br />
Bereichen A und B des rechten Bilds kein<br />
Nebel zu erkennen (vergleiche Abbildung 4,<br />
Mitte).<br />
Fazit<br />
– Es wurde eine gute Übereinstimmung der CFD-Simulation mit dem Experiment<br />
unter Verwendung des Nebelfluids Safex® Extra Clean F&D erreicht.<br />
– Voraussetzung dafür ist, ein für die Nebelaufgabe geeignetes Equipment<br />
(Baugröße, Impuls), das die Strömungsverhältnisse nicht verfälscht.<br />
– Bei der Verwendung von Wassernebel zeigte sich keine Übereinstimmung<br />
mit der Simulation.<br />
– Nebel auf Basis von geeigneten Nebelfluiden, vergleichbar mit dem oben genannten,<br />
ist für die Visualisierung in beengten TAV-Bereichen, wie zum Beispiel Isolatoren, in<br />
Verbindung mit geeignetem Equipment aus strömungstechnischer Sicht uneingeschränkt<br />
verwendbar.<br />
– Wassernebel ist für die Visualisierung in beengten TAV-Bereichen in Verbindung<br />
mit dem verwendeten Equipment nur bedingt geeignet.<br />
– Die Strömungsvisualisierung im GMP-Umfeld dient als Nachweis gegenüber den<br />
Behörden, dass die Strömungsverhältnisse den Anforderungen des Annex 1 entsprechen.<br />
Daher ist eine Visualisierung, die die tatsächlichen Strömungsverhältnisse wiedergibt,<br />
von besonderer Bedeutung.<br />
– Die CFD-Simulation kann bereits in der Designphase dazu beitragen, dass die<br />
Reinluftsysteme die strömungstechnischen Anforderungen erfüllen. Dadurch werden<br />
Abweichungen bei der Strömungsvisualisierung im Rahmen der Qualifizierung<br />
vermieden. Dies spart Zeit und Kosten.<br />
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Energie-, Umwelt- und Reinraumtechnik Offenburg<br />
Badstraße 24a<br />
D 77652 Offenburg<br />
Telefon: +49 781 20354711<br />
eMail: mkuhn@stz-euro.de<br />
Internet: http://www.stz-euro.de<br />
Tabelle 2: Auswertung der Nebelaufstiegshöhe (vergleiche Abbildung 4)<br />
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Christoph Merhold, Projektverantwortlicher für die Automationslinie,<br />
beobachtet die aktuellen Parameter der gesamten Montageanlage.<br />
Quellen:<br />
1 The Rules Governing Medicinal Products in<br />
the European Union Volume 4 EU Guidelines for<br />
Good Manufac-turing Practice for Medicinal<br />
Products for Human and Veterinary Use, Annex<br />
1, Manufacture of Sterile Medicinal Products<br />
GMP = Good Manufacturing Practice.<br />
2 STZ EURO: Veröffentlichun-gen Whitepaper,<br />
stz-euro.de/veroeffentlichungen/?_sfm_<br />
type=Whitepaper.<br />
3 Bereiche mit turbulenzarmer<br />
Verdrängungsströmung (TAV), oft auch als<br />
Laminarflow bezeichnet.<br />
4 P. Moschberger: Vergleich der experimentell<br />
und numerisch bestimmten Strömungsverhältnisse<br />
in einem Reinluftsystem mit turbulenzarmer<br />
Verdrängungsströmung, Februar <strong>2023</strong>.<br />
5 VDI 2083 Blatt 3: Reinraumtechnik<br />
Messtechnik, August 2022.<br />
6 Andreas Kaupp; Dietmar Thierer:<br />
Untersuchung zum Verhalten von Tracerteilchen<br />
bei Strömungsbedingungen wie sie in<br />
Reinräumen vorherrschen. Diplomarbeit, August<br />
1996.<br />
7 Günther Schaidt Safex Chemie GmbH:<br />
Datenblatt Nebelfuid Safex® Extra Clean F&D.<br />
Januar 2020.<br />
8 N. Otto, M. Kuhn: Reinraummesstechnik.<br />
Die wichtigsten Änderungen der vollständig<br />
überarbeiteten Richtlinie VDI 2083 Blatt 3.<br />
TechnoPharm <strong>12</strong>, Nr. 2, 92–101 (2022).<br />
Autor<br />
Dipl.-Ing.(FH) Michael Kuhn leitet zusammen<br />
mit Benjamin Pfändler das Steinbeis-Transferzentrum<br />
Energie-, Umwelt- und Reinraumtechnik<br />
(STZ EURO) in Offenburg.<br />
Er hat als Vorsitzender die Richtlinien VDI 2083<br />
Blatt 19 (Reinraumdichtheit) und VDI 2083 Blatt<br />
4.2 (Energieeffizienz) mit erarbeitet. Zuletzt hat<br />
er die neue VDI 2083 Blatt 3 mit auf den Weg<br />
gebracht. Bis 2019 war er Lehrbeauftragter für<br />
Reinraumtechnik und Lüftungstechnik an den<br />
Hochschulen Offenburg und Nordwestschweiz.<br />
Zudem ist er als öffentlich bestellter und vereidigter<br />
Sachverständiger für Luft- und Klimatechnik,<br />
insbesondere Reinraumtechnik tätig.<br />
Wirthwein Medical nimmt<br />
innovative vollvernetzte<br />
Montagelinie in Betrieb<br />
Mit der Kombination der Technologien Spritzguss- und Extrusionsblasfertigung<br />
sowie vollautomatisierte Montageanlagen produziert Wirthwein<br />
Medical Kunststoffkomponenten für die Diagnostik-, Medizintechnik-,<br />
und Pharmabranche. Nun hat das Wirthwein-Tochterunternehmen erfolgreich<br />
eine vollverkettete Produktions- und Fertigungslinie für Reagenzbehälter<br />
in Betrieb genommen. Die installierte Großmontagelinie<br />
vereint das gesamte Know-how aus 15 Jahren Produktionserfahrung und<br />
ist ein hervorragendes Beispiel für Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung.<br />
Die neue vollvernetzte Montagelinie, die in einem Reinraum der Klasse 7 betrieben<br />
wird, ist durch mehrere Roboterzellen und Transferstrecken mit zwei Spritzgießmaschinen<br />
verbunden. Die gespritzten Halbteile werden direkt vollautomatisiert der<br />
Montagelinie zugeführt. Dies eliminiert Zwischenschritte, wie Verpackungen und<br />
zusätzliches Handling, was nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch das Risiko<br />
von Kontamination und Beschädigung der montierten Reagenzbehälter minimiert.<br />
Die Spritzgießwerkzeuge wurden bei Wirthwein Medical im Werkzeugbau selbst<br />
hergestellt.<br />
Herzstück der Montagelinie ist die innovative Laserschweißtechnik, die eine zu<br />
100 Prozent dichte Verbindung der Halbteile sicherstellt. Die Anlage überwacht kontinuierlich<br />
die Maße und Dichtigkeit der Bauteile mithilfe von Kameras und weiteren<br />
hochmodernen Systemen. Die Qualitätsdaten werden gemäß GMP-Richtlinien<br />
archiviert und sind dank eines DMC-Codes, der mittels Laser auf das Bauteil aufgebracht<br />
wird, bis zur einzelnen Bauteilebene rückverfolgbar. Die geprüften Bauteile<br />
werden am Ende des Prozesses vollautomatisch in Trays magaziniert und gelangen<br />
anschließend zur Verpackung.<br />
Christoph Merhold, der verantwortliche Projektleiter für die Automationslinie,<br />
betont: „Ein schlanker und vor allem sicherer Materialfluss in Verbindung mit hocheffizienter<br />
Automation stand im Fokus der Entwicklung. Diese Bemühungen führen<br />
zu einer erheblichen Steigerung der Produktionsleistung und garantieren gleichzeitig<br />
eine höhere Produktqualität für unsere Kunden.“ Er führt aus: „Diese Errungenschaft<br />
ist das Ergebnis einer bemerkenswerten Teamleistung von Wirthwein Medical<br />
und unterstreicht unser Engagement für Spitzenleistungen in der Branche.“<br />
Die montierten Reagenzbehälter sind wichtige Bestandteile von Diagnostiksystemen,<br />
die beim Kunden in vollautomatischen Blutanalysegeräten eingesetzt werden<br />
und zur Diagnose des Patienten beitragen.<br />
Wirthwein Medical GmbH & Co. KG<br />
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Seite 15/75
Bereits kleinste Staubteilchen und partikuläre Fertigungsrückstände können die Performance von Satelliten beeinträchtigen.<br />
Daher sind in der Fertigung extrem hohe Sauberkeitsanforderungen zu erfüllen. (Bildquelle: OHB System)<br />
quattroClean-Technologie für die Reinigung von CFK-Leichtbaustrukturen<br />
Schnee sichert Sauberkeit<br />
bei Raumfahrt-Missionen<br />
Geht es um die Performance von Satelliten und ihren erfolgreichen Einsatz im All, können kleinste Staubteilchen<br />
oder partikuläre Fertigungsrückstände entscheidend sein. Ein Global Player der internationalen<br />
Raumfahrt nutzt mit der quattroClean-Schneestrahltechnologie eine Lösung für die Innenreinigung beschichteter<br />
Baffle- und CFK-Strukturen mit und ohne integriertem Kabelbaum, mit der sich ein gleichzeitiger<br />
Nachweis des Reinigungsergebnisses realisieren lässt.<br />
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Seite 16/75
Für die Reinigung der CFK-Strukturen von Satelliten – hier mit integriertem Kabelbaum und thermischen Komponenten<br />
– haben OHB System und acp eine Lösung konzipiert, die parallel zur Reinigung den Sauberkeitsnachweis ermöglicht. (Bildquelle: OHB System)<br />
Der familiengeführte, börsennotierte Raumfahrt- und Technologiekonzern<br />
OHB SE ist einer der Top 3 Akteure der europäischen<br />
Raumfahrt. Gegliedert in die Geschäftsbereiche Space Systems,<br />
Aerospace und Digital beschäftigt der Konzern rund 2.800 Mitarbeitende.<br />
Als größtes Tochterunternehmen verfügt die OHB System<br />
AG mit Hauptsitz in Bremen und einem weiteren Standort in<br />
Oberpfaffenhofen über mehr als vier Jahrzehnte Erfahrung in der<br />
Entwicklung von Hightech-Lösungen für die Raumfahrt und andere<br />
Anwendungsfelder, wobei Composite-Materialien wie CFK eine<br />
wichtige Rolle spielen. Zum Produkt- und Dienstleistungsportfolio<br />
des Unternehmens zählen die Realisierung kompletter Satellitensysteme<br />
für die Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation,<br />
Wissenschaft und Aufklärung ebenso wie die Ausarbeitung und<br />
Umsetzung von Missionen zur Erforschung des Weltalls sowie die<br />
Entwicklung von Systemen für die astronautische Raumfahrt. Als<br />
Systemhaus kooperiert OHB System mit führenden nationalen und<br />
internationalen Unternehmen, um Technologien zu neuen Lösungen<br />
zusammenzuführen.<br />
Hohe Sauberkeitsspezifikationen erfüllen und nachweisen<br />
Dies ist auch im Bereich von Reinigungstechnologien der Fall. Denn<br />
an der falschen Stelle können bereits minimale partikuläre Fertigungsrückstände<br />
die Performance einer Mission beeinträchtigen,<br />
für die das Unternehmen die Verantwortung trägt. „Wir haben deshalb<br />
vor elf Jahren den Bereich Cleanliness und Kontaminationskontrolle<br />
aufgebaut. Inzwischen beschäftigen sich elf Experten<br />
Durch die beiden in den Düsenkopf integrierten Laserpointer lässt sich<br />
der Abstand zu den zu reinigenden Innenflächen optimal festlegen.<br />
(Bildquelle: OHB System)<br />
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Der schwenkbare Düsenkopf ist auf einer Lanze montiert, durch deren<br />
Öffnungen die entfernten Verunreinigungen abgesaugt werden. Der<br />
Sauberkeitsnachweis erfolgt durch einen in den Abluftstrom integrierten<br />
Partikelzähler. (Bildquelle: acp Systems)<br />
Das Baffle wird per Kran auf der Gabel des Reinigungsautomaten<br />
platziert. Durch die Integration eines Kamerasystems<br />
in den Düsenkopf ist der komplette Reinigungsprozess live<br />
auf dem Monitor sichtbar. (Bildquelle: acp systems)<br />
mit Sauberkeit entlang der Prozesskette und Kontaminationsengineering,<br />
dem Nachweis der Sauberkeit, der Simulation von Phänomenen<br />
der Kontaminationsübertragung sowie der Reinigung<br />
im Highend-Sektor“, berichtet Dr. Axel Müller, Lead Expert Contamination<br />
Control bei OHB System. 2016 wurde damit begonnen,<br />
die CO2-Schneestrahltechnologie als Reinigungsverfahren für die<br />
Raumfahrt unternehmensintern zu qualifizieren. Dabei ging es um<br />
die Reinigung von Kabelbäumen und CFK-Strukturbauteilen mit<br />
zirka 2.000 x 2.000 mm Durchmesser, die mit einer speziellen, lichtabsorbierenden<br />
schwarzen Beschichtung ausgestattet sind. Dieses<br />
so genannte Baffle ermöglicht, dass nur das zu detektierende Licht<br />
beziehungsweise die gewünschte Bildinformationen zu optischen<br />
Komponenten wie Spiegel, Linsen und Detektoren geleitet werden.<br />
„Gelangen beispielsweise durch die Vibrationen beim Start nur einzelne<br />
Partikel auf den Spiegel, entstehen Lichtreflexe, die das Bild<br />
verfälschen und damit ein Scheitern der Mission bedeuten können“,<br />
erklärt Axel Müller. „Für uns besteht die Herausforderung aber nicht<br />
nur darin, das Baffle innen beschädigungsfrei so sauber zu bekommen,<br />
dass keine Partikel größer zehn Mikrometer mehr vorhanden<br />
sind, sondern dies auch nachzuweisen. Und dieser Nachweis ist<br />
üblicherweise extrem arbeits-, zeit- und kostenintensiv.“ Basierend<br />
auf der skalierbaren quattroClean-Schneestrahltechnologie der acp<br />
systems AG wurde gemeinsam eine entsprechende Reinigungslösung<br />
konzipiert und in einen Reinraum ISO 3 integriert.<br />
Vier Effekte für hochsaubere Oberflächen<br />
Das trockene quattroClean-Verfahren nutzt flüssiges, klimaneutrales<br />
Kohlendioxid als Reinigungsmedium, das durch eine verschleißfreie<br />
Zweistoff-Ringdüse geleitet wird. Beim Austritt aus der Düse<br />
entspannt das Kohlendioxid zu feinem CO2-Schnee, der von einem<br />
separaten, ringförmigen Druckluft-Mantelstrahl gebündelt und auf<br />
Überschallgeschwindigkeit beschleunigt wird. Der gut fokussierbare<br />
Schnee-Druckluftstrahl entwickelt beim Auftreffen auf die zu reinigende<br />
Oberfläche eine Kombination aus thermischem, mechanischem,<br />
Lösemittel- und Sublimationseffekt. Durch das Zusammenspiel<br />
dieser vier Wirkmechanismen werden partikuläre Verunreinigungen<br />
bis in den Submikrometerbereich und filmische Kontaminationen<br />
prozesssicher und reproduzierbar entfernt. Das kristalline<br />
Kohlendioxid sublimiert während des Prozesses vollständig, so dass<br />
die gereinigten Flächen trocken sind.<br />
Reinigung im Reinraum mit direktem Sauberkeitsnachweis<br />
Im Gegensatz zum CO2, das nach der Reinigung im gasförmigen Zustand<br />
vorliegt, lösen sich die entfernten Fertigungsrückstände und<br />
Stäube nicht auf. Dieser Umstand brachte die Cleanliness-Experten<br />
auf den Gedanken, den Sauberkeitsnachweis parallel zur Reinigung<br />
durchzuführen. „Dafür umströmen wir das Bauteil während der Reinigung<br />
mit einem Reinstluftstrom, der die entfernten Kontaminationen<br />
gezielt vom Bauteil wegfördert hin zur Absaugung. In diesen<br />
Luftstrom haben wir einen Partikelzähler integriert, der live anzeigt,<br />
wie viele Partikel in welcher Größe vorhanden sind“, berichtet Axel<br />
Müller. Die Reinraumklasse wird durch die Aktivität messbar verschlechtert.<br />
Anhand der Messung der Partikelanzahl pro Volumen<br />
lässt sich bei einer Unterbrechung der CO2-Reinigung nachweisen,<br />
dass die Reinraum-Reinheit schnell wiederhergestellt ist. Danach<br />
beginnt der nächste Reinigungsschritt. Dabei werden die verbliebenen<br />
Kontaminationen in Anzahl und Größenverteilung durch<br />
die Reinigungswirkung kontinuierlich reduziert und dies gleichzeitig<br />
dokumentiert. Diese Reinigungs- und Regenerierungszyklen<br />
werden so oft wiederholt, bis das Baffle die geforderte Sauberkeitsspezifikation<br />
hinsichtlich akzeptabler Restverschmutzung beziehungsweise<br />
Partikelgrößenverteilung erfüllt. „Meines Wissens ist<br />
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die quattroClean-Schneestrahltechnologie das einzige<br />
Reinigungsverfahren, bei dem sich das Reinigungsergebnis<br />
live anzeigen lässt“, merkt Axel Müller an.<br />
Komplexer Reinigungsautomat<br />
Basierend auf diesen Ergebnissen und der inzwischen<br />
erfolgten Qualifizierung der Reinigungslösung für<br />
Raumfahrtanwendungen, konzipierte acp für die Innenreinigung<br />
der großen, bereits komplett montierten, semi-geschlossenen<br />
CFK-Strukturen dreier unterschiedlicher<br />
Baffle einen Reinigungsautomaten in High Purity-<br />
Ausführung. Diese beinhaltet unter anderem eine Medienaufbereitung<br />
für das flüssige Kohlendioxid, die eine<br />
Reinheit von 99,995 Prozent sicherstellt, die Druckluftqualität<br />
liegt bei 1.2.1.<br />
Die bis zu <strong>12</strong>5 kg schweren Baffle in Form eines oben<br />
abgerundeten Pyramidenstumpfs werden auf einer Interfaceplatte<br />
befestigt und mit einem Kran auf der Gabel<br />
der Anlage platziert. Diese lässt sich in X-, Y- und<br />
Z-Richtung bewegen. Damit sämtliche Innenflächen der<br />
maximal 1.600 x 1.600 x 2.000 mm großen Bauteile erreicht<br />
werden, fährt die Düse mit schwenkbarem Strahlbereich<br />
auf einer Lanze in das Baffle hinein, scannt dieses<br />
mäanderförmig ab und rotiert dabei. Während des<br />
Reinigungsprozesses wird die Innenluft im Baffle abgesaugt<br />
und die enthaltenen Partikel ort- und zeitaufgelöst<br />
nach Größe und Anzahl hinsichtlich Reinigungserfolg<br />
ausgewertet.<br />
Kollisionskontrolle über digitalen Zwilling<br />
Kollisionen, die zu Beschädigungen an den CFK-Strukturen<br />
führen können, müssen bei der Reinigung sicher<br />
ausgeschlossen werden. Gleichzeitig ist zu gewährleisten,<br />
dass jeder Bereich anforderungsrecht gereinigt<br />
wird. Die Bewegungssequenzen sind daher für jedes<br />
Baffle individuell zu definieren. „Dies erfolgt über einen<br />
digitalen Zwilling, der die Anlage, das Bauteil und den<br />
Reinigungsprozess sowie den Reinigungserfolg abbildet“,<br />
erklärt Axel Müller. Für die Abstandsmessungen<br />
ist der Düsenkopf mit einem Ultraschallsensor und zwei<br />
Laserpointern ausgestattet. Durch ein ebenfalls integriertes<br />
Kamerasystem stehen während der Reinigung jederzeit<br />
Livebilder zur Verfügung. Der Sauberkeitsnachweis<br />
erfolgt durch Partikelzähler, die in den Abluftstrom<br />
integriert sind. „Mit dieser Anlage, die vermutlich weltweit<br />
einzigartig ist, gelingt es uns, die Komponenten um<br />
einen Faktor 10.000 sauberer zu reinigen, als das vorher<br />
möglich war. Und das mit einer enormen Zeitersparnis<br />
sowie einer deutlich höheren Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit“,<br />
fügt Axel Müller abschließend an.<br />
acp systems AG<br />
Berblingerstraße 8<br />
D 7<strong>12</strong>54 Ditzingen<br />
Telefon: +49 7156 480140<br />
eMail: mail@acp-systems.com<br />
Internet: http://acp-systems.com<br />
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2 Reinraum Einschienenbahnen mit je 750 kg Tragkraft und<br />
einer Laufbahnlänge von 5 Metern<br />
2 hochkomplexe Reinraum Einträger-Laufkrane mit<br />
je 8 Tonnen Tragkraft und einer Spannweite von 11,48 Metern,<br />
mit synchronisiertem Tandembetrieb von zwei Kranen<br />
und vier Hubwerken und halbautomatischer Positionierung<br />
Altmann GmbH lieferte Reinraumkrane im Rahmen eines ambitionierten Großprojekts<br />
Top-Leistung für<br />
Top-Secret-Projekt<br />
Dieser Bericht mag dem Leser eigentümlich vorkommen: Wir berichten über ein Reinraum-Projekt an einem Ort, den wir<br />
nicht nennen dürfen, für einen Auftraggeber, den wir nicht nennen dürfen, der Dinge fertigt, die wir nicht benennen dürfen.<br />
Doch die Kranspezialisten von Altmann aus Albaching haben hier eine in mehrfacher Hinsicht sehr nennenswerte Leistung<br />
vollbracht.<br />
Technische Herausforderungen zu meistern, ist in einem hochkomplexen<br />
Betätigungsfeld wie der Reinraumbranche ja eigentlich<br />
nichts Ungewöhnliches. Und wenn es um Spezialanforderungen im<br />
Bereich Kran- und Förderanlagen geht, sind die Spezialisten von<br />
Altmann nur schwer aus der Ruhe zu bringen. Selbst ausgefallenste<br />
Sonderwünsche der Kunden werden zielstrebig in funktionierende<br />
Lösungen verwandelt. Dafür sind die Albachinger weithin bekannt.<br />
Doch der vorliegende „Kasus“ hat die Projektbeteiligten phasenweise<br />
an ihre Grenzen gebracht. Tatsächlich waren es aber nicht die<br />
technischen Anforderungen, die den „Altmännern“ den Schweiß auf<br />
die Stirn und den Blutdruck in die Höhe getrieben haben. Vielmehr<br />
waren es Schwierigkeiten, die eher im Feld der interdisziplinären<br />
Kommunikation, der Planungsabstimmung mit anderen Gewerken<br />
und der Projektsteuerung durch den Bauherrn zu verorten sind.<br />
Hier ein kurzer Abriss: Altmann wurde in das Projekt im Sommer<br />
2022 einbezogen. Zu diesem Zeitpunkt stand die 60 x 30 Meter große<br />
Halle bereits und war, grob gesprochen, fertig. Die gesamte technische<br />
Gebäudeausstattung war abgeschlossen, was konkret bedeutet,<br />
dass alle Filteranlagen, Kühlaggregate, Elektrifizierungen, Klimageräte,<br />
der Brandschutz, die Deckenleuchten, die Medienversorgung<br />
und was man sonst so in einer Reinraumhalle dieser Größe braucht,<br />
bereits durchgeplant und teilweise auch schon verbaut waren.<br />
Alles fein säuberlich hinter eingezogenen Decken und Wandverkleidungen<br />
verborgen, selbst die Steckdosen waren schon durchgeplant.<br />
Was noch fehlte, waren die zehn (!) erforderlichen, unterschiedlich<br />
zu konfigurierenden Spezial-Krananlagen. Und diese<br />
benötigten aus naheliegenden statischen Gründen eine hinter den<br />
fertig montierten Wandverkleidungen zu verbauende, solide Stahltragkonstruktion.<br />
Harte Nuss sorgte für Kopfzerbrechen<br />
„Peanuts!“, dachten da noch die versierten und stressbewährten<br />
Projektplaner von Altmann. Bis sie hörten, dass die vorhandene Planung<br />
nicht mehr geändert werden darf. Da habe es kurzfristig mal<br />
erhöhten Puls im Team gegeben, hört man in Albaching hinter vorgehaltener<br />
Hand. Doch die Bayern ließen sich nicht ins berühmtberüchtigte<br />
Bockshorn jagen. Sie machten sich gleich ans Werk,<br />
die zehn verschiedenen Tragkonstruktionen zu berechnen und im<br />
Detail zu planen und die harte Nuss zu knacken, die man ihnen da<br />
präsentierte.<br />
Auch hierzu eine kurze Zusammenstellung dessen, was schlussendlich<br />
erfolgreich verbaut wurde:<br />
Die insgesamt zehn Krananlagen umfassen<br />
– 2 hochkomplexe Reinraum Einträger-Laufkrane mit je 8 Tonnen<br />
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Reinraum Einträger-Laufkran mit 6 Tonnen Tragkraft<br />
und einer Spannweite von 6,9 Metern<br />
Reinraum Einschienenbahn<br />
mit 750 kg Tragkraft<br />
Tragkraft und einer Spannweite von 11,48 Metern, mit synchronisiertem<br />
Tandembetrieb von zwei Kranen und vier Hubwerken<br />
und halbautomatischer Positionierung;<br />
– 1 hochkomplexen Reinraum Einträger-Laufkran mit<br />
2 Tonnen Tragkraft und einer Spannweite von 5,9 Metern sowie<br />
Pendeldämpfung und Positionierung mit Halbautomatik;<br />
– 1 Reinraum Einträger-Laufkran mit 6 Tonnen Tragkraft<br />
und einer Spannweite von 14,6 Metern;<br />
– 1 Reinraum Einträger-Laufkran mit 10 Tonnen Tragkraft<br />
und einer Spannweite von 14,5 Metern;<br />
– 1 Reinraum Einträger-Laufkran mit 6 Tonnen Tragkraft<br />
und einer Spannweite von 6,9 Metern;<br />
– 1 Reinraum Einträger-Laufkran mit 6 Tonnen Tragkraft<br />
und einer Spannweite von 5,5 Metern;<br />
– 1 Standard Einträger-Laufkran mit 2 Tonnen Tragkraft<br />
und einer Spannweite von 6,1 Metern;<br />
– 2 Reinraum Einschienenbahnen mit je 750 kg Tragkraft<br />
und einer Laufbahnlänge von 5 Metern.<br />
Der gesamte hierfür erforderliche Stahlbau hat eine Gesamtmasse<br />
von 110 Tonnen. Allein angesichts dieser Auflistung wird sofort ersichtlich,<br />
dass es sich bei diesem Auftrag um ein Großprojet handelt,<br />
das in nur einem Jahr zur vollsten Zufriedenheit des Kunden fertiggestellt<br />
wurde. Das muss den Altmann-Experten erstmal jemand<br />
nachmachen.<br />
Eine weitere Herausforderung lag darin, dass diese Anlagen in mehreren,<br />
unterschiedlich großen und bereits fertiggestellten Reinräumen<br />
installiert werden mussten. Und da der Auftraggeber auch noch<br />
mehrfach die Priorisierung, also die Reihenfolge der gewünschten<br />
Installation änderte, musste der Lieferant Altmann extrem flexibel<br />
reagieren. Das war nicht zuletzt für die Monteure eine herausfordernde<br />
Aufgabe.<br />
Tatsächlich mussten hier stellenweise „ganz wilde Dinge reingeplant<br />
werden“ und tatsächlich stieß man dabei durchaus auch „an<br />
die Grenzen der Machbarkeit“. Immerhin mussten teilweise die bereits<br />
vorhandenen Systeme kurzfristig demontiert werden, um den<br />
jeweiligen Kran zu installieren und dann die vorhandenen Systeme<br />
wieder aufzubauen. Was das mit den Projektkosten machte, kann<br />
man sich leicht ausmalen.<br />
„Ist der Berg auch noch so steil…“<br />
Nimmt man dann noch den über unzählige Gewerke hinweg vielfach<br />
disruptiven Informationsfluss hinzu und führt sich die Komplexität<br />
einer solchen Projektsteuerung vor Augen, ahnt man, was in den<br />
Teams vor Ort wie auch im Planungsteam bei Altmann in Albaching<br />
passierte: dauerhafter Zeitdruck, extrem hohe Arbeitsbelastung bei<br />
den Monteuren und die damit einhergehende Erschöpfung. Und das<br />
in Zeiten akuten Fachkräftemangels… Eine Entwicklung, die man in<br />
der Altmann-Geschäftsführung aktuell vermehrt in Projekten bemerkt:<br />
Es steht nichts fest außer dem Termin. Die Technik wird fern<br />
des Projekts entwickelt, Kollisionen müssen umplant werden und<br />
das führt zu hohen Folgekosten und Verzögerungen sowie zu Verdruss<br />
von jahrelang aufwendig geschulten und „aufgebauten“ Mitarbeitern.<br />
Nach einem guten Jahr seit Planungsbeginn war die Nuss jedoch<br />
erfolgreich geknackt und das Projekt wurde im Sommer <strong>2023</strong> abgeschlossen.<br />
In der für das Unternehmen typisch bayerisch-positiven<br />
Art betont Geschäftsführer Achim Altmann rückblickend: „Die<br />
guten persönlichen Kontakte auf der Baustelle und im Projektteam<br />
sowie die im Projektverlauf immer bessere Zusammenarbeit mit den<br />
Planern und den ausführenden Gewerken waren der Lichtblick, der<br />
uns trotz des Zeitdrucks und der wechselnden Rahmenbedingungen<br />
immer wieder ermutigt hat. Das gab uns das Gefühl, dass alle an<br />
einem Strang ziehen.“<br />
Und wen wundert´s bei so viel Durchhaltevermögen und Problemlösungskompetenz:<br />
Die nächsten Aufträge bzw. Herausforderungen -<br />
einige sogar für denselben geheimnisvollen Kunden - stehen schon<br />
auf dem Zeitplan der Albachinger Spezialisten.<br />
ALTMANN GmbH<br />
Oberdieberg 23-25<br />
D 83544 Albaching<br />
Telefon: +49 8076 88790<br />
eMail: kontakt@altmann-foerdertechnik.de<br />
Internet: http://www.altmann-foerdertechnik.de<br />
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Mit dem Wandel in zahleichen Industriebereichen verändern sich auch die Aufgaben in der<br />
industriellen Teilereinigung. Dies erfordert von Herstellern eine stärkere Diversifikation des<br />
Produkt- und Dienstleistungsportfolios. (Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />
Ecoclean begegnet aktuellen und zukünftigen Herausforderungen mit Diversifikation<br />
Antworten auf die Transformationsprozesse<br />
in der Industrie<br />
Die Wirtschaft befindet sich im Umbruch, der viele Bereiche der Industrie vor Herausforderungen stellt. Neue Produkte<br />
und verschiedene Megatrends erfordern Anpassungen der Fertigungstechnologien sowie des Produkt- und Dienstleistungsangebots.<br />
Die Ecoclean GmbH begegnet diesem Wandel proaktiv durch eine stärkere Diversifikation des<br />
Lösungsportfolios für die industrielle Bauteilreinigung sowie das neue Geschäftsfeld Wasserstofftechnologie.<br />
Energiewende, Nachhaltigkeit, demografischer Wandel, Mobilität,<br />
Automatisierung und Digitalisierung sowie Sicherheit, aus diesen<br />
Megatrends resultieren technologische und gesellschaftliche Veränderungen.<br />
Und das in einer immer rasanteren Geschwindigkeit.<br />
Von Unternehmen fordert diese Entwicklung eine zunehmend höhere<br />
Flexibilität und Agilität. Dies zeigt sich auch im Bereich der<br />
industriellen Teilereinigung: Hat gefühlt gestern noch die Automobilindustrie<br />
die Standards in punkto Sauberkeitsanforderungen<br />
gesetzt, sind es heute ganz andere Industriebereiche mit jeweils<br />
spezifischen Anforderungen. Diese Veränderungen beantwortet<br />
Ecoclean, einer der weltweit führenden Anbieter von Anlagen und<br />
Systemen für die industrielle Bauteilreinigung, Oberflächenbearbeitung<br />
und Automatisierung, mit einer zukunfts- und marktorientierten<br />
Diversifikationsstrategie. Die Weichen dafür wurden bereits vor<br />
einigen Jahren mit entsprechenden finanziellen und personellen<br />
Investitionen gestellt. Dadurch können heute neben Anlagen und<br />
Systemen für die Aufgabenstellungen in den bisherigen Industriebereichen<br />
wie beispielsweise Automobil- und Zulieferindustrie,<br />
Maschinenbau Verbindungstechnik, Schmuck- und Uhrenindustrie<br />
sowie Luft- und Raumfahrt neue Lösungen für Hightech-Branchen<br />
angeboten werden.<br />
High Purity – Sauberkeit in der dritten Dimension<br />
Dazu zählt beispielsweise die Halbleiterindustrie-Zulieferindustrie.<br />
Um immer kleinere und leistungsfähigere Mikrochips mittels EUV-<br />
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Eine erste Lösung im neuen Geschäftsfeld Elektrolyseure wurde mit<br />
einem Prüfstand für die alkalische Druckelektrolyse im September <strong>2023</strong><br />
fertiggestellt. (Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />
Hightech-Branchen wie die Halbleiterzulieferindustrie, Präzisionsoptik<br />
und Medizintechnik benötigen produkt- und branchenspezifisch<br />
angepasste Reinigungs-und Turnkey-Lösungen für höchste<br />
Reinheitsanforderungen. (Bildquelle: Ecoclean GmbH)<br />
Lithographie herstellen zu können, werden an die Komponenten<br />
für das Produktionsequipment extrem hohe Anforderungen an die<br />
Reinheit gestellt. Neben feinstpartikulären Restverunreinigungen<br />
im Nanometer-Bereich und extrem strikten Vorgaben hinsichtlich<br />
filmischer Kontaminationen spielen hier Ausgasungsraten für organische<br />
Substanzen und Restfeuchte sowie „verbotene“ Stoffe/Elemente<br />
eine qualitätsentscheidende Rolle. Ähnlich strenge Sauberkeitsanforderungen<br />
sind bei vakuumtechnischen Komponenten für<br />
den UHV-, XHV- und UCV-Bereich – beispielsweise in Hochleistungslasersystemen,<br />
Hightech-Mess- und Analysegeräten –zu erfüllen.<br />
Präzisionsoptiken, mikrooptische Teile und Sensorsysteme,<br />
unter anderem für teilautomatisiertes und autonomes Fahren sowie<br />
Digitalisierungsanwendungen in der Industrie, benötigen für eine<br />
dauerhaft fehlerfreie Funktion ebenfalls eine sehr hohe Reinheit.<br />
Für diese herausfordernden Aufgabenstellungen bietet Ecoclean<br />
branchen- und anwendungsspezifische Lösungen von der Vor- über<br />
die Zwischen- bis zur Endreinigung angeschlossen an beziehungsweise<br />
integriert in einen Reinraum. Für die Auslegung der Prozessund<br />
Anlagentechnik verfügt das Unternehmen über eigene High<br />
Purity Test Center mit validiertem Reinraum und entsprechender<br />
Messtechnik.<br />
Turnkey-Lösungen für die Medizintechnik<br />
– MDR- und FDA-konform<br />
Hohe Sauberkeitsanforderungen waren in der Medizintechnik<br />
schon immer gang und gäbe. Mit der Einführung der europäischen<br />
Medical Device Regulation (MDR) sind die Ansprüche an die Reinigung<br />
von Medizinprodukten wie Implantate, Instrumente und Geräte<br />
sowie an die Qualifizierung, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit<br />
der Prozesse nochmal deutlich strikter geworden. Inzwischen<br />
plant die US-amerikanische Food & Drug Administration (FDA),<br />
ihre Qualitätssystem-Verordnung mit der MDR zu harmonisieren, so<br />
dass unabhängig vom Marktzugang einheitliche Regelungen gelten<br />
werden. Um die sehr unterschiedlichen Aufgabenstellungen in der<br />
Medizintechnik anforderungsgerecht, effizient und nachhaltig zu<br />
lösen, bietet Ecoclean nicht nur ein komplettes und weltweit verfügbares<br />
Portfolio qualifizierter Reinigungssysteme. Die Kooperationen<br />
mit renommierten Partnern ermöglichen auch die Realisierung von<br />
Turnkey-Projekten mit entsprechenden Verpackungs- und Reinraumlösungen.<br />
Speziell für die Medizintechnik entwickelte Software,<br />
RFID-Technologie und Audit-Trail gewährleisten, dass alle<br />
Vorgaben hinsichtlich Bauteilidentifikation, Dokumentation und<br />
Rückverfolgbarkeit lückenlos erfüllt werden. Darüber hinaus unterstützen<br />
die Experten des Unternehmens auf Wunsch bei der Qualifizierung<br />
(IQ, QQ und PQ). Durch das umfassende medizintechnische<br />
und regulatorische Knowhow in Verbindung mit umfangreich<br />
ausgestatteten Technologiezentren inklusive Sauberkeitslabor und<br />
validiertem Reinraum kann für jede Reinigungsaufgabe die technisch<br />
und wirtschaftlich optimale Lösung ausgearbeitet werden. Sie<br />
lässt sich für weitere Produktionsstandorte einfach duplizieren, was<br />
Qualifizierung und Inbetriebnahme beschleunigt.<br />
Grüner Wasserstoff – Energieträger der Zukunft<br />
Mit dem Einstieg in die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb<br />
von Elektrolyseuren für die Produktion von grünem Wasserstoff sowie<br />
Lösungen für dessen Einsatz, erschließt sich das Unternehmen<br />
einen neuen Geschäftsbereich. Dafür haben Ecoclean und das Zentrum<br />
für Sonnenenergie und Wassersoff-Forschung Baden-Württemberg<br />
(ZSW) ihre Kompetenzen im Verbundprojekt „EcoLyzer<br />
BW“ gebündelt. Auf Basis der vom ZSW entwickelten, robusten<br />
und gut erprobten Systemtechnik für die alkalische Druckelektrolyse<br />
und der Kompetenz sowie jahrzehntelangen Qualifikation im<br />
verfahrenstechnischen Maschinenbau und in der industriellen<br />
Fertigungstechnik von Ecoclean werden Elektrolyseure als Baukastensystem<br />
mit kompakten Standardmodulen konzipiert. Sie ermöglichen<br />
mit Leistungsklassen von zunächst ein bis zehn Megawatt<br />
den einfachen und kosteneffizienten Aufbau von Elektrolyseuren,<br />
die sich verschiedensten Anwendungen anpassen, beispielsweise<br />
in Industrie, Mobilität, Energieversorgung von Quartieren und Speicherung<br />
regenerativ erzeugter, überschüssiger Energie aus Windkraft-<br />
und Photovoltaikanlagen. Eine erste Lösung in diesem Bereich<br />
wurde mit einem Prüfstand für die alkalische Druckelektrolyse<br />
im September <strong>2023</strong> fertiggestellt. Er ermöglicht es, Elektrolysestacks<br />
mit einer Leistung bis 500 kW und 1.200 mm Durchmesser zu testen<br />
und zu validieren.<br />
Durch diese Diversifikationsstrategie trägt Ecoclean dazu bei,<br />
die mit disruptiven Entwicklungen sowie verschiedenen Megatrends<br />
einhergehenden Herausforderungen zu meistern.<br />
Ecoclean GmbH<br />
D 70794 Filderstadt<br />
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Das geht auch in Groß!<br />
Reinraum online hat bereits mehrfach über luftgetragene Reinräume aus Stoff berichtet. Nun gibt es einen,<br />
der wegen seiner stattlichen Größe von sich Reden macht. Und sich auch sonst sehen lassen kann.<br />
„sphairlab“ heißt die Idee, die als kaufbares Produkt erstmals 2018<br />
das Licht des Marktes erblickte. Durch Überdruck getragen und von<br />
Stoffwänden ummantelt, erregten diese futuristisch aussehenden,<br />
flexiblen und sehr gut verarbeiteten Rein- und Sauberräume schon<br />
damals viel Aufmerksamkeit. Sie heimsten sogar Innovationspreise<br />
ein. Der Markt jedoch beäugte die Sache argwöhnisch und manch<br />
potenzieller Nutzer fragte sich wohl, ob so ein großes, sauberes Zelt<br />
tatsächlich halten kann, was es verspricht.<br />
Mit der Zeit jedoch, unterstützt durch die emsigen Akquiseaktivitäten<br />
des Anbieters und begleitet von publizierten Berichten über<br />
realisierte Objekte, regte sich Kaufinteresse. Es ging bergauf. Doch<br />
dann kam Corona und die Luft war wortwörtlich raus. Investitionszurückhaltung,<br />
Zukunftsangst, Abwarten… Manch einer wollte da<br />
verständlicherweise lieber nur mieten statt kaufen. Doch nun kommen<br />
die Kaufinteressenten von sich aus auf die sphairlab-Mannschaft<br />
zu, die tatsächlich alle Hände voll zu tun hat.<br />
Sehr groß und sehr flexibel<br />
Erst in diesem Sommer wurde im bayerischen Deggendorf bei der<br />
Firma Streicher Maschinenbau in Rekordzeit ein ziemlich großer<br />
und vielseitig nutzbarer sphairlab-Sauberraum realisiert. Das „weiße<br />
Zelt mit den zwei Spitzhüten“ ist knapp 9 Meter hoch, 25 Meter lang<br />
und 15 Meter breit. Es steht selbst wiederum in einer 16 Meter hohen<br />
und flächenmäßig riesigen Fertigungshalle, in der sehr große Teile<br />
für noch größere Sondermaschinen, Vakuumanlagen und Druckbehälter<br />
hergestellt werden. Diese Bauteile können bei Bedarf durch<br />
50-Tonnen-Krane von außen über die „Spitzhüte“ zur Montage und<br />
Verpackung im Sauberraum angehoben werden. So ermöglichen<br />
diese trichterförmigen Ausstülpungen, dass die Kranhaken wirken<br />
können, ohne jedoch Partikel einzutragen.<br />
Im Innenraum, der durch eine verschiebbare Trennwand jederzeit<br />
in der Größe verändert werden kann, gibt es einen weiteren Kran,<br />
um kleinere Teile jederzeit mühelos zu bewegen. Die Luftverteilung<br />
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Ein weiteres interessantes Detail sind die über Reißverschlüsse zu<br />
öffnenden „Open-up“-Seitenwände des Raumes, die sich an Seilzügen<br />
wie Theatervorhänge hochziehen lassen, um große Materialbewegungen<br />
ohne Schleusenbeteiligung zu ermöglichen. Außerdem<br />
gibt es bei Bedarf austauschbare Deckenelemente sowie zwei feste<br />
als auch eine mobile Schleuse für Material und Personal. Der ganze<br />
Raum ist somit extrem flexibel nutzbar.<br />
in den Raum erfolgt über <strong>12</strong>, elegant weiße und ausgesprochen leise<br />
Lüfter. Diese pumpen die durch Aktivkohle- und Partikelfilter gereinigte<br />
Frischluft durch vertikale und horizontale textile Schläuche<br />
von oben in die Hülle, wo sie in Bodennähe über Abluftklappen<br />
wieder entweicht. Regelmäßige Partikelmessungen überwachen die<br />
gleichbleibende Luftreinheit. Natürlich sind in einer Maschinenbau-Umgebung<br />
wie bei Streicher keine ISO Klasse 1-Werte nötig,<br />
dennoch wird hier ISO 7 erreicht, was eine staubfreie Montage und<br />
Verpackung der Teile sicherstellt.<br />
Blockout-Stoff und Open-up-Wände<br />
Die textile Hülle des gesamten Raumes besteht aus Blockout-Stoff,<br />
der kein Tageslicht von außen nach innen oder umgekehrt durchlässt.<br />
Dies war eine wesentliche Anforderung des Kunden, der im<br />
sphairlab Prüfungen mit UV-Licht zur Qualitätskontrolle durchführt.<br />
Das sphairlab-Team hat für dieses stattliche Projekt von der Auftragserteilung<br />
bis zur Auslieferung nur rund drei Monate benötigt,<br />
um die komplette Projektbetreuung zu stemmen. Beginnend bei der<br />
Bedarfsermittlung und Beratung des Kunden über die Planung, Berechnung<br />
und Konstruktion der Teile, was sogar die eleganten Lüfter<br />
und Lampen umfasst, das Nähen der riesigen Stoffbahnen, bis zur<br />
tatsächlichen Umsetzung und dem Aufbau, für den man nur knapp<br />
drei Wochen brauchte, kam alles aus einer Hand.<br />
Für Max Lindemann, der bei der sphairlab GmbH seit anderthalb<br />
Jahren mehr und mehr Verantwortung für die Projekte übernommen<br />
hat und Inhaber Jens Hutzenlaub im Laufe des nächsten Jahres als<br />
Geschäftsführer ablösen soll, war dieses Projekt eine großartige Bewährungsprobe.<br />
sphairlab GmbH<br />
Rottstraße 35<br />
D 52068 Aachen<br />
Telefon: +49 (0)163 2518059<br />
info@sphairlab.com<br />
www.sphairlab.com<br />
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GMP-Monitoring-System verschafft<br />
Arzneimittelherstellern Gewissheit<br />
Die Qualität, der in Reinraumanlagen hergestellten oder verarbeiteten<br />
Produkte wird durch die geltende Gute Herstellungspraktik<br />
(englisch Good Manufacturing Practice, abgekürzt GMP) geschützt,<br />
die strenge Anforderungen an die Umweltüberwachung stellt. Der<br />
schwedische Arzneimittelhersteller APL (Apotek Produktion & Laboratorier)<br />
hat vor kurzem das viewLinc Continuous Monitoring<br />
System von Vaisala in seiner Produktionsanlage installiert und ist<br />
von der Zuverlässigkeit und der Sicherheit, die das System bietet,<br />
begeistert.<br />
Moustapha Ismail wurde von APL als externer Berater für die<br />
Qualifizierung und den Ersatz eines älteren Überwachungssystems<br />
am Standort eingesetzt. Er sagt: „Die vorherigen Messgeräte waren<br />
seit etwa fünfzehn Jahren in Betrieb, so dass wir die Gelegenheit<br />
nutzten, um die neueste Technologie auf dem Markt zu evaluieren,<br />
bevor wir eine Entscheidung treffen.“<br />
Mit mehr als 500 Mitarbeitern und fünf Produktionsstätten in<br />
Malmö, Göteborg, Stockholm und Umeå ist APL einer der führenden<br />
europäischen Hersteller von Magistralrezepturen und Standardpräparaten<br />
sowie ein Auftragshersteller im Bereich der Biowissenschaften.<br />
Eine der wichtigsten Anforderungen an das neue Überwachungssystem<br />
war die Benutzerfreundlichkeit. Diese wurde als<br />
Schwachpunkt des bestehenden Systems angesehen. „Natürlich<br />
waren wir auf der Suche nach Messgeräten, die ein Höchstmaß an<br />
Betriebszeit und Zuverlässigkeit bieten, aber wir waren uns der Vorteile<br />
intelligenter Technologie bewusst und wollten die neuesten<br />
Entwicklungen nutzen“, erklärt Moustapha. „Mitglieder des Teams<br />
hatten bereits zuvor Vaisala-Sensoren verwendet, so dass wir uns<br />
bereits über deren Genauigkeit und langfristige Zuverlässigkeit im<br />
Klaren waren. Vaisala wurde schließlich zusammen mit anderen<br />
Anbietern eingeladen, um ein Angebot für unser Anforderungsprofil<br />
abzugeben.“<br />
Um die Fähigkeiten von viewLinc zu veranschaulichen, führten<br />
Vaisala-Mitarbeiter eine virtuelle Demonstration des Systems im<br />
Betrieb in der Vaisala-Produktionsstätte in Helsinki durch. „Dies bot<br />
dem APL-Team die Gelegenheit, zu erfahren, wie einfach es ist, ein<br />
viewLinc-System mit den drahtlosen VaiNet-Temperatur- und Luftfeuchtigkeitslogger<br />
von Vaisala einzurichten“, erklärt Vaisala Sales<br />
Manager Janne Halonen.<br />
Die VaiNet-Datenlogger verwenden Niederfrequenzkommunikation,<br />
um eine hohe Signalstärke ohne Verstärker zu erreichen,<br />
selbst an Orten mit Hindernissen wie Metall- oder Betonstrukturen.<br />
Die niedrige Frequenz bedeutet auch, dass VaiNet den anderen<br />
Netzwerkverkehr nicht stört. Bei Bedarf können auch Datenlogger,<br />
Transmitter oder andere Geräte über Ethernet-, PoE- und USB-Verbindungen<br />
an das viewLinc-System angeschlossen werden.<br />
Die VaiNet AP10 Netzwerkzugangspunkte übertragen Daten<br />
von den Datenloggern an den viewLinc Enterprise Server. Sowohl<br />
der Zugangspunkt als auch die Software überprüfen, ob die Daten<br />
korrekt empfangen wurden. Die Daten werden dann in der sicheren<br />
Datenbank von viewLinc gespeichert, um die Datenintegrität und<br />
-sicherheit zu gewährleisten. Die Datenredundanz wird durch die<br />
Lastverteilung zwischen verschiedenen VaiNet-Zugangspunkten<br />
erreicht, die sich mehrere In-Range-Logger teilen. Der integrierte<br />
Speicher jedes Loggers und die Datenbank von viewLinc vervollständigen<br />
den Audit Trail.<br />
Die Sensoren in den Datenloggern verwenden die HUMI-<br />
CAP®-Luftfeuchtigkeitstechnologie von Vaisala und Platin-Widerstandsthermometer,<br />
um die beste Messstabilität in ihrer Klasse zu<br />
gewährleisten. HUMICAP®-Sensoren verwenden eine kapazitive<br />
Dünnfilm-Polymertechnologie, die resistent gegen Verschmutzung<br />
durch Staub und Kondensation ist.<br />
Nach der viewLinc-Demonstration und einer umfassenden<br />
Bewertung von Referenzkunden sowie des technischen und preislichen<br />
Angebots von Vaisala entschied sich APL für das viewLinc-<br />
Dauerüberwachungssystem, das im Jahr 2022 installiert wurde. Das<br />
System besteht aus über sechzig drahtlosen VaiNet RFL100 Temperatur-<br />
und Feuchtigkeitsdatenloggern, die von mehreren drahtlosen<br />
VaiNet AP10 Access Points unterstützt werden. Die Datenlogger<br />
sind mit langzeitstabilen Sensoren ausgestattet, die jedoch kalibriert<br />
werden müssen, um die Genauigkeit und Konformität zu gewährleisten.<br />
Vaisala bietet einen jährlichen Kalibrierungsservice an, aber<br />
APL entschied sich stattdessen dafür, die Schulungen und Tools von<br />
Vaisala zu nutzen, um die Kalibrierungen intern zu verwalten.<br />
Moustapha fasst zusammen: „Aus betrieblicher Sicht sind wir<br />
von der Benutzerfreundlichkeit des Systems begeistert und wir haben<br />
ein hohes Maß an Vertrauen in viewLinc aufgebaut. Unser Team<br />
kann sich zu jeder Tages- und Nachtzeit einloggen und die Messwerte<br />
einsehen. Wir wissen, dass die VaiNet-Logger genau und zuverlässig<br />
sind, so dass wir sicher sein können, dass das System unsere<br />
zentralen Innenanlagen schützt und einen Alarm auslöst, wenn<br />
sich ein Überwachungspunkt einem Schwellenwert nähert.“<br />
Vaisala GmbH<br />
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Einweihung des ersten fest verbauten Reinraums am FAULHABER Standort Schönaich © FAULHABER<br />
Einweihung des ersten fest verbauten Reinraums am FAULHABER Standort Schönaich<br />
Neue Produktionsmöglichkeiten<br />
von Antrieben für die Medizintechnik<br />
Am 13. September <strong>2023</strong> wurde der neue Reinraum am FAULHABER Hauptstandort in Anwesenheit der Geschäftsführung<br />
sowie der Projektverantwortlichen enthüllt und vorgestellt. Auf 90 m² Produktionsfläche werden künftig Produkte für den<br />
Medizintechnik- und Pharmabereich unter speziellen Bedingungen angefertigt. Die Reinraumproduktion beginnt Mitte<br />
des kommenden Jahres.<br />
Der Markt der Medizintechnik wird ständig von neuen Trends geprägt<br />
und stellt darüber hinaus besondere Anforderungen an die<br />
Qualität und Reinheit der zum Einsatz kommenden Antriebe. Um<br />
die Produktionskapazität von Antriebssystemen für diese Branche<br />
künftig auszubauen, hat FAULHABER am Hauptstandort Schönaich<br />
einen neuen Reinraum installiert, der nun enthüllt wurde.<br />
Die dort ab 2024 gefertigten Antriebe erfüllen die speziellen Anforderungen<br />
der Medizinbranche und können in verschiedensten<br />
Bereichen der Medizintechnik und Pharmaindustrie eingesetzt<br />
werden.<br />
Der neue Reinraum misst <strong>12</strong>5 m², davon sind 90 m² reine Produktionsfläche,<br />
umgeben von Schleusen für Personal und Material,<br />
die den Erhalt der Reinraumbedingungen sicherstellen. „Unser<br />
Reinraum wird nach ISO-Klasse 7 zertifiziert, das heißt die zugelassene<br />
Konzentration von Raumluftpartikeln ist beschränkt und eine<br />
mikrobiologische Verunreinigung der Luft wird limitiert“, erklärt<br />
Andreas Melzer, Leiter des Bereichs Safety, Facility & Maintenance<br />
bei FAULHABER. Dies wird durch einen 25-fachen Luftwechsel<br />
pro Stunde gewährleistet, was bedeutet dass die Raumluft etwa alle<br />
zweieinhalb Minuten komplett ausgetauscht wird. Der Vergleich mit<br />
drei bis vier Luftwechseln pro Stunde in anderen Bereichen der Produktion,<br />
wo keine Reinraumbedingungen herrschen, verdeutlicht<br />
die Leistung der Belüftungsanlage für den neuen Reinraum.<br />
Die Errichtungszeit des neuen Produktionsbereichs belief sich<br />
auf sieben Monate. Die Bauarbeiten fanden umgeben von einer<br />
Staubschutzwand statt, um den laufenden Produktionsbetrieb nicht<br />
zu beeinträchtigen. Am 13. September <strong>2023</strong> fand die Eröffnung des<br />
neuen Reinraums unter Anwesenheit des Projektteams sowie der<br />
Geschäftsführer Lutz Braun, Dr. Udo Haberland und Hubert Renner<br />
statt.<br />
Für FAULHABER bedeutet der neu errichtete Bereich eine Erweiterung<br />
der Reinraumkapazitäten, da der Standort Schönaich bereits<br />
seit 2021 über ein Reinraumzelt für Produkte aus der Halbleiterindustrie<br />
verfügt. „Der erste fest verbaute Reinraum am Standort ist<br />
dennoch absolutes Neuland und sehr spannend für uns“, freut sich<br />
Melzer. Die Inbetriebnahme ist für Mitte des Jahres 2024 geplant,<br />
dann wird es ein festes Stammpersonal aus FAULHABER-Mitarbeitern<br />
geben, das für die Arbeit im Reinraum geschult und ausgestattet<br />
ist und in erster Linie dort tätig sein wird. Bis es soweit ist, stehen<br />
noch weitere Arbeitsschritte wie die Innenausstattung des Raums<br />
mit Arbeitsplätzen und Equipment sowie die Anbindung der Reinigungsanlage<br />
an die Materialschleuse an. So wird sichergestellt, dass<br />
alle zum Einsatz kommenden Komponenten den Reinraumanforderungen<br />
entsprechen.<br />
Dank des modularen Aufbaus des neuen FAULHABER Reinraums<br />
ist auch ein weiterer Ausbau der Produktionskapazitäten auf<br />
diesem Gebiet in Zukunft möglich.<br />
Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG<br />
D 71101 Schönaich<br />
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Abbildung 3: Foto eines Reinraumes in der mikroelektronischen Industrie<br />
Reinraumkonzepte – das Wie und Warum<br />
Warum uns Staub das Leben<br />
schwer macht?<br />
Der Staub, der in großen Knäuel in Ecken liegt, den sieht man gut,<br />
und er lässt sich leicht durch Staubwischen entfernen. Aber wir wollen<br />
uns mit dem Staub beschäftigen, der mit dem Auge nicht mehr<br />
so gut wahrgenommen werden kann. Dazu greifen wir willkürlich 2<br />
Ereignisse des letzten Jahres auf. Das eine Ereignis ist Saharastaub,<br />
denn im letzten Jahr gab es gleich mehrere Ereignisse, bei denen uns<br />
Feinstaub aus der Sahara besonders schöne, rotleuchtende Sonnenuntergänge<br />
beschert hat. Dieser natürlich verursachte Feinstaub<br />
kann je nach Jahreszeit erheblich sein, wie wir das von Wetterlagen,<br />
die durch Saharastaub geprägt sind, kennen. Die Zahlen sind gewaltig:<br />
Über die Hälfte des globalen troposphärischen Aerosols und<br />
etwa 35% der primär emittierten Partikelmasse besteht aus Mineralstaubpartikeln,<br />
von denen in Europa etwa die Hälfte aus der Sahara<br />
und der Rest aus anderen Wüstenregionen der Erde stammt.<br />
Mit ca. 1.8 Mrd. Tonnen pro Jahr trägt Winderosion von Mineralstaub<br />
zur globalen Aerosolbilanz bei. Mineralstaub beeinflusst das<br />
Erd-Atmosphäre System durch Streuung und teilweise Absorption<br />
eintreffender Solarstrahlung aber auch bei der Wolkenbildung durch<br />
Kondensationskeime.<br />
Vom Sahara-Staub wissen wir, dass er über hunderte, wenn<br />
nicht gar tausende Kilometer weit von den Luftströmungen getragen<br />
werden und durch feinste Öffnungen in jeden Innenraum gelangen<br />
kann. Als Autofahrer wissen wir auch, wie zäh und rot er auf jedem<br />
Autolack klebt.<br />
Das zweite Ereignis haben wir zur Jahreswende erlebt, denn hier<br />
wurde das Feinstaubproblem sichtbar: Die Luft war „zum Schneiden”.<br />
In diesem Jahr war es nämlich endlich wieder so weit: Das<br />
neue Jahr konnte mit einem gewaltigen Feuerwerk begrüßt werden.<br />
Ein Feuerwerk ist zwar schön anzusehen, aber die Folgen, insbesondere<br />
durch Verletzungen und Sachbeschädigungen, wurden gerade<br />
in diesem Jahr besonders kontrovers diskutiert. Wenig bedacht<br />
wurden dabei aber die gesundheits-relevanten und wirtschaftlichen<br />
Schäden, denn jährlich werden rund 2.050 Tonnen Feinstaub<br />
(PM10) durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern meist in der<br />
Sylvester-Nacht freigesetzt. Diese Menge entspricht in etwa einem<br />
Prozent der gesamt anthropogen freigesetzten Feinstaubmenge pro<br />
Jahr in Deutschland.(1)<br />
Wegen seiner physikalischen Eigenschaft werden kleine Partikel<br />
auch häufig als Schwebeteilchen bezeichnet. Feinstaub ist ein<br />
Teil des Schwebstaubs. Als Schwebstaub (englisch „Particulate Mat-<br />
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Seite 28/75
ter“: PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu<br />
Boden sinken, sondern längere Zeit in der Atmosphäre schweben.<br />
Je nach Korngröße der Staubpartikel unterscheiden wir verschiedene<br />
Fraktionen: Unter PM10 (PM2,5) versteht man vereinfacht<br />
alle Staubpartikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner<br />
als 10 Mikrometer (2,5 µm) ist. Beide genannten Größenfraktionen<br />
werden täglich an über 600 Messstellen in der gesamten BRD überwacht,<br />
und es kommt häufig zu täglichen Überschreitungen der<br />
Grenzwerte, auch wenn der zulässige Jahresmittelwert von 40 µg/m3<br />
in 2021 nicht mehr überschritten wurde. Im Allgemeinen wird die<br />
PM10-Fraktion als Feinstaub bezeichnet. Feinstaub ist mit bloßem<br />
Auge nicht wahrzunehmen, lediglich während bestimmter Wetterlagen<br />
oder wie beim Saharastaub oder beim Sylvester Feuerwerk kann<br />
man ihn in Form einer „Dunstglocke“ sehen.<br />
Unabhängig von ihrer Quelle werden die Eigenschaften dieser<br />
Partikel hauptsächlich durch zwei Parameter charakterisiert, nämlich<br />
einmal durch ihre Größe, besser gesagt durch ihren hydrodynamischen<br />
Durchmesser, und zweitens durch ihre Konzentration, d.h.<br />
durch ihre Masse, bzw. Anzahl der Teilchen, pro Kubikmeter Luft.<br />
Feinstaub stammt aus zwei unterschiedlichen Quellen: Aus natürlichen<br />
und anthropogenen Quellen. Natürlicher Feinstaub kann<br />
wie erläutert durch Bodenerosion hervorgerufen werden aber auch<br />
aus biologischen Quellen stammen, wie wir das im Frühjahr beim<br />
Pollenflug immer wieder beobachten. Pollen sind für Allergiker<br />
selbst in geringster Konzentration unangenehm, und andere biologische<br />
Schwebeteilchen wie Sporen von Schimmelpilzen oder<br />
Keime, wie Bakterien oder Viren, können Nahrungsmittel verderben<br />
oder Krankheiten auslösen. Dieser Anteil des Feinstaubes natürlichen<br />
Ursprungs ist unvermeidbar. Allerdings wird ein noch größerer<br />
jedoch vermeidbarer Anteil des Feinstaubes durch menschliches<br />
Handeln erzeugt: Dieser Feinstaub entsteht durch Emissionen aus<br />
Kraftfahrzeugen, Kraft- und Fernheizwerken, Öfen und Heizungen<br />
in Wohnhäusern, bei der Metall- und Stahlerzeugung oder auch<br />
beim Umschlagen von Schüttgütern. In Ballungsgebieten ist der<br />
Straßenverkehr die dominierende Staubquelle. Dabei gelangt Feinstaub<br />
nicht nur aus Motoren – vorrangig aus Dieselmotoren – in die<br />
Luft, sondern auch durch Bremsen- und Reifenabrieb sowie durch<br />
die Aufwirbelung des Staubes. Eine weitere wichtige Quelle ist auch<br />
die Landwirtschaft, denn die Emissionen gasförmiger Vorläuferstoffe,<br />
insbesondere die Ammoniakemissionen aus der Tierhaltung,<br />
tragen zur sekundären Feinstaubbildung bei. Die anthropogenen<br />
Feinstaubemissionen werden in Deutschland auf ~ 200.000 t (nach<br />
Angaben des Umweltbundesamtes) pro Jahr geschätzt.<br />
Zusammenfassend können wir sagen, dass Schwebeteilchen<br />
(Staub- und Feinstaubpartikel, Keime, Aerosole oder andere Biopartikel)<br />
überall in der Umgebungsluft und in Innenräumen vorkommen<br />
und wegen ihrer kleinen Abmessungen unter 10 µm lange in der<br />
Raumluft verweilen oder mit dem Luftstrom über große Entfernungen<br />
transportiert werden können.<br />
Wo und was müssen wir vor Feinstaub schützen?<br />
Nicht nur für den Menschen ist Feinstaub schädlich und kann gesundheitliche<br />
Probleme verursachen, sondern auch mikroelektronische,<br />
medizinische oder pharmazeutische Produkte können in<br />
Mitleidenschaft gezogen werden! Dies gilt ganz besonders für die<br />
Fertigung von mechanischen und elektronischen Bauteilen, deren<br />
Struktureigenschaften im µm-Bereich liegen, wie in der Mikroelektronik,<br />
bei hochauflösenden optischen Komponenten, wie Sensoren,<br />
insbesondere bei Kamera- und Videobildsensoren, aber auch in der<br />
Datenspeicherung.<br />
Bei medizintechnischen und pharmazeutischen Produkten stören<br />
insbesondere Partikel mit biologischem Ursprung, denn für viele<br />
Produkte muss eine Keimfreiheit garantiert werden bzw. darf die<br />
Zahl an Keimen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten.<br />
Produkte, deren Eigenschaften von Partikel egal welchen Ursprungs,<br />
verändert, beeinträchtigt oder komplett zerstört werden<br />
können, müssen vor Partikeln jeglicher Art geschützt werden, wenn<br />
bestimmte Produktqualitäten und -eigenschaften gefordert werden.<br />
Wenn wir über Partikelbelastungen von Innenräumen sprechen,<br />
müssen wir zwei Quellen im Auge behalten. Feinstaubpartikel, die<br />
aus der Umgebungsluft stammen, lassen sich recht einfach durch<br />
geeignete Luftströmungen und Luftfilteranlagen in den Griff bekommen.<br />
Aber die zweite Partikelquelle ist der Mensch selbst, denn<br />
er setzt eine sehr große Anzahl dieser Schwebeteilchen als Aerosol<br />
beim Sprechen und bei jedem Atemzug oder direkt als Partikel<br />
(Hautschuppen, Faserteilchen der Kleidung) bei jeder Bewegung<br />
frei. Immer dann, wenn Menschen in der Produktion, Herstellung<br />
oder Verpackung involviert sind, ist deshalb zusätzlicher Handlungsbedarf<br />
gegeben. Allein durch Haut und Kleidung werden in einem<br />
reinen Raum (ISO-Klasse 8) von jeder Person in einer Schicht mehr<br />
als 600 Millionen Partikel (> 0,5 µm Ø) pro Kubikmeter abgegeben,<br />
Abbildung 1: Schematische Darstellung des<br />
laminaren Luftstromes in einer Reinraumzelle<br />
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Abbildung 2: Verschiedene Ausführungsformen von Laminar-Flow-Boxen<br />
wie Daten des Fraunhofer Institutes für Prozesstechnik und Automation<br />
(IPA) aus Stuttgart zeigen.<br />
Wie können wir Produkte vor Feinstaub schützen?<br />
Unter den verschiedenen technischen Möglichkeiten zur Reinigung<br />
von Raumluft haben sich Filtertechniken besonders bewährt, weil<br />
sie eine preiswerte und im Betrieb kostengünstige Alternative darstellen<br />
und auch nachträglich noch nachgerüstet werden können.<br />
Nur durch eine sachgemäße Reinigung der Raumluft lassen sich<br />
Schwebeteilchen und Feinstaub vermeiden!<br />
Mit dem Einbau einer Luftreinigungsanlage ist es deshalb allein<br />
nicht getan, um Partikel aus der Fertigung und Verpackung fernzuhalten,<br />
sondern es muss ein strategisches Gesamtkonzept erstellt<br />
werden. Dies besteht aus einer ganzen Reihe von Maßnahmen, wie<br />
der Reinigung der Raumluft durch geeignete Filteranlagen, das Tragen<br />
geeigneter Schutzkleidung, die Optimierung von Arbeitsabläufen<br />
und die direkte Abschirmung der Produkte vor Partikeln, die von<br />
Mitarbeitern emittiert werden können. Bei besonders hohen Anforderungen<br />
werden Personen- und Produktschleusen ebenso notwendig<br />
wie die Schulung des Personals und die Qualitätskontrolle<br />
der Raumluft durch regelmäßige Messung der Partikelanzahl.<br />
Die Qualität eines Reinraumes oder entsprechender kleinerer Reinraumbereiche,<br />
wie einer Flow-Box, wird nach DIN-Norm EN ISO<br />
14644 beurteilt, in der die Güteklassen durch die Anzahl der Teilchen<br />
in einer vorgegebenen Größen-Fraktion definiert werden:<br />
Die Funktion eines Reinraumes ist recht einfach, siehe dazu die<br />
schematische Darstellung des laminaren Luftstromes in einer Reinraumzelle<br />
in Abbildung 1. Die Raumluft wird mittels eines Ventilators<br />
(meist bevorzugen unsere Kunden besonders geräuscharme Ventilatoren<br />
der Super-Silent Serie) angesaugt und durch einen Hochleistungs-Partikel-Filter<br />
gepresst. Beide Komponenten sind im oberen<br />
Deckenbereich in einem Modul der FMS Serie der Firma Spetec<br />
GmbH eingebaut. Der HEPA 14 Filter weist einen Isolationsfaktor<br />
von 104 auf und reduziert so die Anzahl der Partikel und verbessert<br />
die Luftqualität im Inneren um mindestens das 10.000-fache gegenüber<br />
der äußeren Umgebungsluft. Durch die Filteranordnung wird<br />
im Arbeitsbereich hinter den Glasscheiben (oder Lamellen) ein laminarer<br />
Luftstrom erzeugt, was heißt, dass die Luft wie ein Vorhang<br />
von oben nach unten in parallelen Stromlinien fließt und die Probe,<br />
das Produkt oder den Arbeitsbereich durch einen Überdruck vor eintretenden<br />
Partikeln geschützt wird. Schwebeteilchen, die sich in der<br />
Raumluft befinden oder vom Personal freigesetzt wurden, werden<br />
vom Luftstrom erfasst und durch einen Abluftkanal entfernt oder<br />
durch einen Rückluftkanal wieder zur Filtereinheit zurückgeführt.<br />
Alternativ zu einer großen Reinraumzelle haben sich für viele Anwendungen<br />
kleinere Module, die Laminar-Flow-Boxen, bewährt<br />
und in Abbildung 2 sind verschiedene Ausführungsformen gezeigt,<br />
die für unterschiedliche Anwendungen in der Fertigung, Montage<br />
oder Verpackung mikroelektronischer oder optoelektronischer Bauteile<br />
entwickelt wurden. Je nach Ausführungsvariante sind diese<br />
auch als zertifizierte Werkbank der ISO-Klasse 5 in unterschiedlichen<br />
Größen erhältlich oder wurden mit bestimmten Werkstoffen<br />
gefertigt, um die Anforderungen nach dem GMP Leitfaden, Annex<br />
Biokontamination, zu erfüllen und um Keime im Arbeitsbereich<br />
dauerhaft zu vermeiden.<br />
Durch Kombination von Reinräumen oder Laminar-Flow-Boxen<br />
lassen sich ganze Fertigungs-Straßen aufbauen, so dass das<br />
Produkt an keiner Stelle des Fertigungsablaufes mehr mit Partikeln<br />
jeglicher Art in Kontakt kommen kann. Die Aufstellung oder Anordnung,<br />
aber auch die Auslegung einzelner Komponenten kann auf die<br />
Bedürfnisse des Kunden angepasst werden.<br />
Anwendungsbeispiel: Montage von mikro-elektronischen<br />
Sensoren für hochauflösende Videokameras<br />
An dieser Stelle soll ein Reinraumkonzept an einem Beispiel diskutiert<br />
werden. Bei der Montage von hochauflösenden Kamera- und<br />
Videosensoren können schon winzigste Staubpartikel zu riesigen<br />
Störfaktoren werden. Je hochauflösender die Kameras, desto aufwendiger<br />
wird die Herstellung und Montage. Um jegliche Verunreinigung<br />
bei ihren Videotechnik-Systemen zu vermeiden, hat sich ein<br />
Kunde für die Installation eines ISO Klasse 5-Reinraums von SPE-<br />
TEC GmbH aus Erding entschieden, denn die Nachfrage nach hochauflösenden<br />
und immer schnelleren Kamerasensoren wächst stetig,<br />
genauso so wie die Qualitätsanforderungen.<br />
Partikelfreiheit ist bei der Montage der in den Kameras verbauten<br />
Sensoren notwendig, um die sehr staubempfindlichen Komponenten<br />
in den komplexen mikro-elektronischen Systemen zu schützen.<br />
Das gemeinsam erarbeitete Konzept hierfür umfasste neben<br />
reinraumtypischen Größen auch die Forderung nach bestmöglichen<br />
Arbeitsbedingungen in ergonomischer Hinsicht.<br />
Die installierte SPETEC-Reinraumzelle mit den Maßen 9 x 4 m,<br />
siehe Foto in der Abbildung 3, besteht aus einem flächenbündigen<br />
Wandsystem aus Aluminium-Festelementen und Sichtfenstern sowie<br />
Schiebetüren für die Personalschleuse, ferner einer einflügeligen<br />
Tür als Notausgang und Service-Ein-/Ausgang. Zusätzlich zur<br />
Klimaanlage wurden sechs Laminar-Flow-Module zur Luftfilterung<br />
in der Version „SuSi Super Silent“ eingebaut, um an den vier Ar-<br />
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eits- bzw. Montageplätzen, wie überall im Unternehmen, ergonomisch<br />
bestmögliche Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter/innen<br />
zu gewährleisten, und den Geräuschhintergrund auf ein absolutes<br />
Minimum zu minimieren. Das Personal trägt fusselfreie Kleidung,<br />
Hauben, Mundschutz und Überziehschuhe, wodurch Partikelemissionen<br />
durch Mitarbeiter/innen drastisch reduziert werden können,<br />
um die Partikelfreiheit im Reinraum auch während der verschiedenen<br />
Arbeitsgänge aufrecht erhalten zu können.<br />
Die installierten SPETEC® Laminar Flow Module FMS verwenden<br />
einen Hochleistungsfilter des Typs H14 mit einem Abscheidegrad<br />
von 99,995 Prozent, wodurch ein Isolationsfaktor von<br />
104 erreicht wird. Dies bedeutet, dass die Luftqualität unter dem<br />
Laminar Flow Modul gegenüber der Umgebung mindestens um das<br />
10.000-fache verbessert wird und die Partikelkonzentration innerhalb<br />
der Einheit von rund 15 Mio./m3 auf etwa 1.500 Partikel im Größenbereich<br />
von mehr als 0,5 µm reduziert wird.<br />
Ferner umfasst die Installation ein Partikel-Messgerät, eine Materialschleuse<br />
mit Druckluftreinigung, an einem Arbeitstisch eine<br />
Absauganlage für lokale Aerosole, wie sie beim Löten entstehen,<br />
eine abgestimmte LED-Beleuchtung in der Decke, sowie eine extra<br />
Flow Box in der Schleuse zur Vorreinigung der elektronischen und<br />
optischen Bauteile. In dieser Konstellation wird selbst bei voller Personalbesetzung<br />
eine Reinraumklasse ISO 5 gewährleistet, was täglich<br />
kontrolliert und dokumentiert wird.<br />
In der Reinraumzelle befinden sich als weitere „Möblierung“<br />
ein Garderobenschrank und eine Sitzbank. So ist laut dem Unternehmen<br />
ein Höchstmaß an Reinheit im Montageprozess und damit<br />
eine maximale Produktqualität sichergestellt, wenn die Sensorboards<br />
und Objektive der verschiedenen Kameratypen unter diesen<br />
optimalen Bedingungen miteinander luftdicht verschraubt werden.<br />
Fazit<br />
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass Laminar-Flow-Boxen ideal<br />
sind, um Produkte immer dann vor Partikeln und Keimen zu schützen,<br />
wenn die Produktionsschritte mit wenig Raumbedarf auskommen.<br />
Wachsen die Bedürfnisse des Kunden kann durch eine Kombination<br />
von Reinraummodulen eine ganze Fertigungs-Straße aufbaut<br />
werden. Wird ein großer Raumbedarf benötigt oder gefordert,<br />
dass die Boxen begehbar sein sollen, weil komplexere Produktion<br />
oder Verpackung notwendig werden, dann ist ein Reinraum oder<br />
eine Reinraumzelle eine ideale Lösung. Ein vorhandener Reinraum<br />
kann jederzeit durch das verwendete Modulsystem auch nachträglich<br />
erweitert werden. Dies schützt den Kunden vor teuren Fehlinvestitionen<br />
und ist besonders nachhaltig, weil vorhandene Komponenten<br />
in ein neues Konzept integriert werden können.<br />
Die Firma SPETEC GmbH verfügt über jahrzehntelange Erfahrung<br />
bei Entwicklung und Anwendung von Reinraum- und Luftreinigungsanlagen<br />
und bietet ihren Kunden nicht nur eine technische<br />
Lösung an, sondern entwickelt mit ihnen auch ein kostengünstiges<br />
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Freitag, 29. Oktober 2021 08:00:44
300 mm Reinraum des Fraunhofer IPMS. © Fraunhofer FEP<br />
Fraunhofer IPMS präsentiert Halbleiterservices auf der »Semicon Europa«<br />
Zukunftsweisende Halbleiterforschung<br />
auf 200/300 mm im Herzen von<br />
Silicon Saxony und Europa<br />
Moderne Elektronikentwicklungen setzen hochmoderne Technologien und Herstellungsverfahren voraus, die für viele<br />
Unternehmen eine finanzielle Herausforderung darstellen. Mitten im Silicon Saxony bietet das Fraunhofer-Institut für<br />
Photonische Mikrosysteme IPMS sowohl großen Chipherstellern als auch kleineren Unternehmen Zugang zu neuesten<br />
Forschungsergebnissen und Technologien auf 200 und 300 mm Silizium Wafern. Das Serviceangebot erstreckt sich von der<br />
Beratung über die Prozessentwicklung bis hin zur Pilotserienfertigung. Dabei spielt auch GreenICT – also Nachhaltigkeit –<br />
eine immer wichtigere Rolle.<br />
Innovativ, klein, schnell und präzise. Und dazu noch eine Brise Energie-Effizienz.<br />
So lauten die Wunschzutaten für viele fortschrittliche<br />
Technologien und miniaturisierte Bauteile. Damit der rasante Technologiefortschritt<br />
weiter vorangetrieben werden kann, bietet das<br />
Fraunhofer IPMS auch kleineren Unternehmen Zugang zu seinem<br />
Forschungsportfolio, modernsten Technologien und Anlagen sowie<br />
den 200 mm und 300 mm Reinräumen.<br />
MEMS-Technologien und Bauelemente auf 200 mm Wafern<br />
Am Fraunhofer IPMS erfolgt die technologische Entwicklung und<br />
Betreuung der MEMS-Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette:<br />
von Einzelprozessen über Technologiemodule<br />
bis hin zur kompletten Technologie sowie die prozesstechnische<br />
Betreuung der Anlagen im Reinraum. i. Nach der erfolgreichen Ent-<br />
wicklung bietet das Institut eine Pilotfertigung bzw. Unterstützung<br />
des Technologietransfers an. Damit deckt das Fraunhofer IPMS<br />
die technologischen Reifegrade (TRL) von drei bis acht ab. Gerade<br />
Start-Ups, KMUs und Unternehmen ohne eigene Fab können dadurch<br />
von geringen Investitionskosten profitieren.<br />
Im Bereich der Sensorik und Aktorik entwickelt das Fraunhofer<br />
IPMS beispielsweise kapazitive Ultraschall-Sensoren. Diese werden<br />
als Plattform angeboten, um schnell kundenspezifische Anpassungen<br />
vornehmen zu können. Dies bietet auch Mittelständlern einen<br />
kostengünstigen Zugang zu Hochtechnologie.<br />
Ein weiterer wichtiger Aspekt für Kunden: Eine einfache und<br />
kostengünstige Möglichkeit, die neusten Entwicklungen in ihrer<br />
Anwendung zu testen. Hierfür bietet das Fraunhofer IPMS Evaluations-Kits<br />
an. Mit diesen einsatzfertigen Set-ups können Kunden<br />
beispielsweise die Mikroscannertechnologie sofort in ihre Produkt-<br />
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Evaluation Kit für quasi-statische MEMS-Scanner. © Fraunhofer IPMS<br />
300 mm Reinraum des Fraunhofer IPMS. © Fraunhofer IPMS<br />
entwicklung einbeziehen, da die passende Ansteuerelektronik zur<br />
Erfüllung der Spezifikationen bereits im Lieferumfang enthalten ist.<br />
Kostspielige Eigenentwicklungen entfallen.<br />
300 mm Halbleiterprozess- und Produktentwicklung<br />
für die Nanoelektronik<br />
Mit dem Center Nanoelectronic Technologies (CNT) betreibt<br />
das Fraunhofer IPMS angewandte Forschung auf 300 mm Wafern<br />
für Chiphersteller, Zulieferer, Equipmenthersteller und<br />
F&E-Partner.<br />
Dabei wird eine Vielzahl von Technologieentwicklungen und<br />
Supportleistungen auf dem Gebiet der Ultra-Large-Scale-Integration<br />
(ULSI) angeboten. Diese umfassen unter anderem Einzelprozessentwicklungen<br />
im Bereich Atomlagenabscheidung, chemischmechanisches<br />
Polieren, Wafermetallisierung, Waferreinigung, Metrologie<br />
oder Nanopatterning. Aber auch die Evaluation und Optimierung<br />
von Chemikalien und Verbrauchsmaterialien für neueste<br />
CMOS-Technologien sowie Anlagenqualifikationen sind im Reinraum<br />
des CNT möglich. Der Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten liegt<br />
im Front-End-Bereich mit Fokus auf der Integration von Funktionalitäten<br />
in Verdrahtungsebenen (BEoL-Modul). Dazu gehören vor<br />
allem verschiedene nicht-flüchtige Speicher, Kondensatoren oder<br />
Varakatoren. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IZM-ASSID (Schwerpunkt<br />
Heterointegration und Wafer Level Packaging) werden im<br />
Center CEASAX (Center for Advanced CMOS & Heterointegration<br />
Saxony) Kompetenzen gebündelt und Forschungsschwerpunkte im<br />
Bereich Neuromorphic Computing, Kryo- und Quantentechnologie<br />
sowie Advanced Packaging gesetzt.<br />
Zur Erweiterung der Möglichkeiten wurde mit der Firma Applied<br />
Materials ein Technologiezentrum für Halbleitermetrologie<br />
und Prozessanalyse gegründet. Am Fraunhofer IPMS wurden dafür<br />
hochmoderne eBeam-Metrologiegeräte von Applied Materials installiert.<br />
Die präzise Messtechnik ist bei der Herstellung von Mikrochips<br />
von entscheidender Bedeutung für die Qualitätsüberwachung,<br />
um die physikalischen und elektrischen Eigenschaften zu validieren<br />
und die angestrebte Ausbeute zu gewährleisten.<br />
Green ICT – Nachhaltige Informationsund<br />
Kommunikationstechnik<br />
Die steigende Digitalisierung birgt Chancen als auch Herausforderungen<br />
für den Umweltschutz. Die intelligente Steuerung von Geräten<br />
spart zwar Energie, aber die fortschreitende Verbreitung erhöht<br />
gleichzeitig den Energieverbrauch. Die Mikroelektronik braucht daher<br />
neue Ansätze, um sowohl in der Herstellung als auch der Gestaltung<br />
Umweltauswirkungen zu minimieren. Das Fraunhofer IPMS<br />
arbeitet eng mit der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland<br />
(FMD) im Kompetenzzentrum Green ICT zusammen, um aktiv die<br />
Reduzierung des Ressourcenverbrauchs voranzutreiben. Dies umfasst<br />
zum einen energieeffiziente Sensor-Edge-Cloud-Systeme<br />
(batterielose Sensoren als auch neuromorphe KI-Beschleuniger)<br />
sowie Kommunikationswerke (Li-Fi und Ethernet TSN) als auch<br />
eine ressourcenoptimierte Elektronikproduktion sowohl auf 200<br />
mm als auch 300 mm Wafern. Letzteres umfasst die Optimierung<br />
der Materialverbräuche und den Ersatz von kritischen Materialien<br />
im Bereich der Nassprozesse und Lithografie sowie die Optimierung<br />
von Energieverbräuchen und der Emissionsbelastung.<br />
Neueste Forschungsergebnisse auf der »Semicon Europa«<br />
Vom 16. bis 19. November präsentiert das Fraunhofer IPMS seine<br />
jüngsten Forschungsergebnisse und Technologien auf der Messe<br />
»Semicon Europa« in München. Besucherinnen und Besucher haben<br />
die Gelegenheit, mit den Forschenden am Gemeinschaftsstand<br />
#B1-221/33a von Silicon Saxony in Kontakt zu treten. Terminvereinbarungen<br />
können bereits im Vorfeld über die Webseite des Fraunhofer<br />
IPMS getroffen werden. Im Rahmen der Forschungsfabrik<br />
Mikroelektronik Deutschland (FMD) sind auch drei weitere FMD-<br />
Mitglieder - das Fraunhofer ENAS, das Fraunhofer IZM-ASSID sowie<br />
das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) - vertreten.<br />
Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS<br />
D 01109 Dresden<br />
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High-End Performance Packaging vom Wafer bis zum System. © Fraunhofer IZM<br />
Pionierarbeit für die Mikroelektronik von morgen:<br />
Von der Chiplet-Integration bis zum Cooling<br />
– Herausforderungen beim High-End<br />
Performance Packaging<br />
Die Zukunft der Mikroelektronik steht vor spannenden Entwicklungen und wichtigen Trends. Doch wie wird sich diese<br />
technologische Branche in den kommenden Jahren weiterentwickeln? Welche Anwendungsbereiche treiben die 2,5D-/3D-<br />
Hetero-Integration und das High-End Performance Packaging maßgeblich voran und wo liegen die Grenzen des physikalisch<br />
Möglichen?<br />
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Fraunhofer IZM traf sich RealIZM, der Wissenschaftsblog für Mikroelektronik<br />
des Instituts, mit Prof. Dr.-Ing. Martin Schneider-Ramelow. Der Institutsleiter gibt einen umfassenden Einblick in die<br />
Zukunft der Mikroelektronik sowie in aktuelle und geplante Forschungsaktivitäten.<br />
RealIZM: Wie stellen Sie sich die Zukunft der Mikroelektronik<br />
vor? Welche wichtigen Trends werden Ihrer Meinung nach die<br />
kommenden Jahre prägen?<br />
Tatsache ist, dass wir in Europa nicht die Logik- und die Memory-<br />
Bausteine mit den feinsten Strukturbreiten innerhalb der Halbleiter<br />
(Nodes) produzieren werden, selbst wenn große Hersteller wie Intel<br />
oder TSMC sich hier ansiedeln wollen. Auf diesem Gebiet sind<br />
bekanntlich nur einige wenige große internationale Hersteller tätig,<br />
die den Maschinenpark und Aufwand betreiben können, um Nodes<br />
kleiner als 5 nm herzustellen. Aber es wird immer wichtiger, diese<br />
Bauelemente mit anderen Bausteinen, die andere innere Strukturen<br />
aufweisen, mit Sensorik, Leistungselektronik, Spannungsversorgung<br />
usw. zusammenzubringen.<br />
Am Fraunhofer IZM forschen und arbeiten wir bereits seit vielen<br />
Jahren an der 2,5D-/3D-Hetero-Integration. Die Ausstattung und<br />
die Möglichkeiten, die unser Institut zur Forschung und Entwicklung<br />
auf diesem Gebiet hat, sind einzigartig in Europa. Das hat mich<br />
bestärkt, dem Haus solange verbunden zu bleiben und den Ruf als<br />
Institutsleiter anzunehmen.<br />
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Einige Firmen sprechen bereits von der 5,5D-Hetero-Integration.<br />
Gemeint ist die Kombination aus 2,5D und 3D. Das heißt, Chips<br />
werden übereinandergestapelt und elektrisch miteinander verbunden<br />
und zusätzlich auf einem Interposer oder organischen Substrat<br />
miteinander verbunden, auf dem sich weitere Bauelemente sowie<br />
Halbleiter oder Chiplets befinden. Beim Packaging zeichnet sich der<br />
Trend ab, immer weiter in die Breite und Höhe zu gehen. Unser Institut<br />
für Mikrointegration ist in diesem Bereich sehr gut aufgestellt.<br />
Unser Ziel ist, hierbei auch weiterhin eine Vorreiterrolle einzunehmen.<br />
RealIZM: Welche Anwendungsbereiche treiben<br />
die 2,5D-/ 3D-Hetero-Integration maßgeblich voran?<br />
Es sind genau die Schlagwörter, die seit 3 bis 5 Jahren in der Fachwelt<br />
zu hören sind. Die Nachfrage nach Hochleistungsanwendungen im<br />
Zusammenhang mit Rechenzentren, High Performance Computing<br />
(HPC), Quantencomputing und neuromorphem Rechnen, Smart<br />
Sensing, Optoelektronik, 5G- und 6G-Kommunikation, Künstlicher<br />
Intelligenz (KI) und auch dem Autonomen Fahren steigt stetig an.<br />
Zum einen treibt das Training und die Inferenz der KI die Nachfrage<br />
nach Servern für Rechenzentren an. Zum anderen werden zunehmend<br />
mehr Supercomputer eingesetzt, um komplexe Aufgaben<br />
wie z.B. die Darstellung digitaler Zwillinge und Berechnungen für<br />
die Klimaforschungen und Quantenmechanik auszuführen. Nicht<br />
zuletzt erfreuen sich Cloud-Computing und Video-Streaming zunehmender<br />
Beliebtheit. Bei all diesen Anwendungen entstehen extrem<br />
viele Daten. Deren Verarbeitung und Übertragung erfordert ein<br />
viel besseres Computing. Mit der 3D-Hetero-Integration leistet das<br />
Fraunhofer IZM einen wichtigen Beitrag dazu.<br />
RealIZM: Wenn die Leiterbahnen zukünftig noch enger, die<br />
Via-Durchmesser noch kleiner und die Wafer-Dicken noch<br />
dünner werden – wann erreichen wir die Grenze des<br />
physikalisch Möglichen?<br />
Im Zusammenhang mit dem Mooreschen Gesetz hieß es vor einigen<br />
Jahren, dass mit den feinen inneren Strukturen langsam Schluss sein<br />
wird. Einige führende Hersteller haben angekündigt, in Zukunft auf<br />
Nodes von kleiner 5 nm zu setzen. Vor einigen Jahren konnte sich<br />
das noch niemand vorstellen. Auch bei den feineren Strukturen auf<br />
der Leiterplatte also den organischen Substraten zeichnet sich ein<br />
neuer Trend bei den feineren Strukturen ab, der den unteren einstelligen<br />
Mikrometer-Bereich anstrebt. Noch ist das nicht Stateof-the-Art.<br />
Ich bin überzeugt, dass die Kolleg*innen an unserem<br />
Institut diese Thematik maßgeblich weiter vorantreiben werden.<br />
Der Grundstein, in noch kleinere Bereiche vorzudringen, ist bereits<br />
gelegt. Zum einen wenden wir neue Technologien wie das Hybrid-<br />
Bonding an. Zum anderen stehen uns dank großer Forschungs- und<br />
Fördermaßnahmen zahlreiche neue Geräte zur Verfügung, mit denen<br />
sich noch kleinere Strukturen umsetzen lassen.<br />
Seit 2022 ist das Fraunhofer IZM mit dem QuantumPackaging-<br />
Lab eine der führenden Anlaufstellen für die Entwicklung zuverlässiger<br />
Packaging-Ansätze rund um die Quantenphotonik. Unsere<br />
Expert*innen für optische Verbindungstechnik verfügen beispielsweise<br />
über einen speziellen 3D-Drucker zur Laserbearbeitung von<br />
Glas mit einer Genauigkeit von etwa 1 μm bei 200 x 200 mm. Nach<br />
unserer Kenntnis sind bisher nur 10 Maschinen weltweit in diesem<br />
Forschungskontext im Einsatz. Das Gerät ist für vier Verfahren ausgelegt:<br />
selektives laserinduziertes Ätzen von Glas, Schweißen von<br />
Glas, Schreiben von 3D-Wellenleitern und 2-Photonen-Polymerisation.<br />
Normalerweise ist für jeden dieser Prozesse eine einzelne<br />
Maschine notwendig.<br />
Quantentechnologien und Highspeed-Rechner mit Supraleitern<br />
gehören zu den aktuellen Elektronik-Trends. Doch sind die Strukturen,<br />
mit denen etwa Qubits auf Chips angesteuert und in Echtzeit<br />
ausgelesen werden können, bislang noch größer als die Qubits<br />
selbst. Eine Forschungsgruppe unseres Instituts hat jüngst einen<br />
Prozess entwickelt, mit dem sie die Anschlussdichte mit Indiumbumps<br />
im Vergleich zu bisherigen Lösungen verdoppeln. Mit dieser<br />
Technologie wollen sie nun die Ansteuerelektronik optimieren. Zusätzlich<br />
haben wir an unserem Berliner Standort ein Kryomesslabor<br />
eingerichtet, mit dem die Leistungsfähigkeit der Elektronikaufbauten<br />
bei Temperaturen von wenigen Kelvin getestet werden kann.<br />
Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, wir werden irgendwann<br />
tatsächlich nicht mehr kleiner werden können. Letztendlich<br />
wird die bereits von Rack zu Rack genutzte photonische Datenübertragung<br />
auch direkt in die Leiterplatten gehen sowie von Chipto-Chip<br />
erfolgen. Daran arbeiten wir bereits seit einigen Jahren.<br />
RealIZM: Vor einigen Wochen haben die Forschungsfabrik<br />
Mikroelektronik Deutschland (FMD) und Intel gemeinsam mit<br />
Schlüsselakteuren der deutschen Industrie eine Roadmap<br />
2030+ für die Forschung im Bereich der 3D-Integration vorgestellt.<br />
Welchen Beitrag wird das Fraunhofer IZM dafür leisten?<br />
Einerseits hat unser Institut eine wichtige Rolle bei der Gesprächsanbahnung<br />
mit Intel gespielt. Wir arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen.<br />
Der jetzt vorgestellte Forschungsfahrplan wurde in einer<br />
Reihe von Workshops erarbeitet, die von der FMD und Intel Europe<br />
Research organisiert wurden. Der erste Workshop fand bei uns in<br />
Berlin am Fraunhofer IZM statt.<br />
Auf dem Weg zu marktreifen Quantentechnologien: Im Berliner QuantumPackaging<br />
Lab werden Packaging-Technologien für die Quantenphotonik<br />
entwickelt. © Fraunhofer IZM | Matthildur Valfells<br />
Chipaufbau für die Auslese-Elektronik in Quantencomputern auf Kryo-<br />
Testsockel. © Fraunhofer IZM | Volker Mai<br />
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Andererseits haben wir aktiv an der Entwicklung der Roadmap mitgewirkt<br />
und bereiten gemeinsam mit den beteiligten Akteuren die<br />
Grundlagen der zukünftigen Mikroelektronik vor. Es ist von großer<br />
strategischer Bedeutung, dass der Standort Europa nicht den Anschluss<br />
verliert und zukünftige Entwicklungen im Schulterschluss<br />
mit Industriepartnern gefördert und vorangetrieben werden. Über<br />
Chiplets wird seit vielen Jahren geredet. In der Produktion sind aber<br />
weltweit erst kleine Mengen. Wir sind noch weit davon entfernt fertige<br />
Chipletlösungen zu liefern, aber der Fahrplan für die Umsetzung<br />
in den kommenden Jahren steht.<br />
Für den Einsatz im Automotive-Bereich müssen zukünftig Nodes<br />
mit feinsten Strukturen mit Sensorik, MEMs, photonischen Elementen,<br />
LiDAR sowie Radar und vielem mehr kombiniert werden.<br />
Die dabei entstehenden Datenmengen müssen verarbeitet werden.<br />
Wir am Fraunhofer IZM sind davon überzeugt, dass dies zukünftig<br />
nur mit Chiplets möglich sein wird. Die Halbleiter und Komponenten<br />
aus den verschiedenen Fabs, von den Fraunhofer-Instituten<br />
oder anderen europäischen Forschungs- und Technologieorganisationen<br />
(RTOs) müssen ganz eng auf kleinstem Raum miteinander<br />
verbunden werden. Technologien wie unser Panel Level Packaging<br />
spielen dabei eine wichtige Rolle. Fakt ist, am Ende muss alles auf<br />
ein Substrat integriert werden, um die Chiplets mit den anderen<br />
Komponenten zu verbinden. Bevor eine Massenfertigung starten<br />
kann, sind zentrale Fragen zu klären: Wer sind die möglichen Abnehmer<br />
für diese Bausteine? Welche Kooperationsmöglichkeiten<br />
mit der Industrie gibt es in Deutschland und in Europa?<br />
RealIZM: Auf der aktuellen Institutsbroschüre ist eine<br />
Visualisierung eines High-End Performance Packages (HEPP)<br />
abgebildet. Was hat es mit dieser Abbildung auf sich und was<br />
genau macht ein HEPP aus?<br />
Die Grafik visualisiert, wie verrückt die Systeme werden, wenn sie<br />
hochfunktional sein sollen und welche Technologien dafür notwendig<br />
sind. Wir zeigen fiktiv auf, was heute bereits alles beim High-<br />
End Performance Packaging gemacht wird und wo unser Institut<br />
auf dem Gebiet der Hetero-Integration aktiv ist. Wir bringen Chips<br />
auf und in die Leiterplatte. Wir bauen Interposer, stapeln Chips und<br />
verarbeiten MEMS in Systemen. Wir kümmern uns um das Cooling,<br />
Antennen und die Datenübertragung. Das Fraunhofer IZM ist das<br />
Packaging-Institut in Deutschland, Europa und weltweit.<br />
Die derzeitige Herausforderung besteht darin, dass die Industrie<br />
neue Maßstäbe setzt, was die feineren Strukturen, Mikro-Bumps,<br />
Fine Lines und Spaces angeht. Um hierbei mitzuhalten und selbst<br />
Innovationen zu liefern, benötigen wir die neuesten Maschinen und<br />
Messtechniken. Unser Beitrag ist es, Systeme zu entwickeln und<br />
aufzubauen, die die Industrie dann produzieren kann. Während wir<br />
das Gesamtkonzept betrachten, konzentrieren sich die Firmen auf<br />
bestimmte Entwicklungsbereiche z.B. auf das Packaging, die Entwicklung<br />
des Chip-Designs oder die Herstellung von Chips, MEMS<br />
oder Sensoriken. Aus diesen einzelnen Bausteinen muss am Ende<br />
jedoch ein funktionsfähiges System entstehen.<br />
Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen den Herstellern der<br />
Materialen, Maschinen, Komponenten und den Spezialisten der<br />
Aufbau- und Verbindungs-Technik. Als anwendungsorientiertes<br />
Forschungsinstitut ist unser Ansatz, zu verstehen, was die jeweilige<br />
Anwendung für Bedarfe und Anforderungen an Technologien,<br />
Komponenten und Materialien sowie Zuverlässigkeit hat. Bei den<br />
Vorbereitungen für den Europäischen Chips Act (ECA) stehen wir<br />
im Zentrum aller Aktivitäten.<br />
RealIZM: Im Zusammenhang mit Advanced Packaging ist immer<br />
häufiger vom Hybrid-Bonding und der Chiplet-Integration zu<br />
lesen. Auf der anderen Seite müssen beim Packaging von<br />
modernen Leistungshalbleitern wie Siliziumkarbid (SiC) oder<br />
Galliumnitrid (GaN) neue Wege beschritten werden.<br />
Wie ist das Fraunhofer IZM hierzu aufgestellt?<br />
Wie bereits erläutert, fokussiert sich die Mikroelektronikindustrie<br />
seit einigen Jahren verstärkt auf die heterogene Integration, um mehr<br />
Rechen-, Speicher- und andere Funktionen auf einer bestimmten<br />
Fläche zu integrieren. Um die 3D-Verbindungsdichte zu erhöhen,<br />
werden mehrere fortschrittliche und/oder ausgereifte Chips in<br />
einem einzigen Gehäuse untergebracht. Bei Hochleistungsanwendungen<br />
schrumpft die Anforderung an den IO-Abstand jedoch unter<br />
das Maß, das mit Flip-Chip-Verbindungen erreicht werden kann.<br />
Glas-Interposer mit drei montierten Daisy-Chain-Testchips. Die Dicke<br />
des Glas-Interposers beträgt 450 µm mit vollständig Cu-gefüllten TGVs<br />
und RDL-Routing auf beiden Seiten. Glas kann eine überlegene Leistung<br />
für HF-Anwendungen bieten (je nach Glastyp) und zu einem Interposer<br />
mit Dicken im Bereich von 50-800 µm verarbeitet werden. TGVs können<br />
für die Strom- oder Signalführung oder zur Verbesserung des Wärmemanagements<br />
eingesetzt werden. © Fraunhofer IZM<br />
Silizium-Interposer mit zwei montierten Risk-V-basierten Chiplets und<br />
zwei Speicherstapeln mit hoher Bandbreite (HBM2) für Hochleistungsrechner<br />
und KI-Workloads. Chip-/Systemdesign: ETH Zürich, Interposer-<br />
Fertigung und Chip-Montage. © Fraunhofer IZM<br />
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Um Chiplets mit einem Abstand von 10 μm miteinander zuverlässig<br />
zu verbinden, ist die Hybrid-Bonding-Technologie derzeit die einzige<br />
Option.<br />
Seit mehreren Jahren arbeiten wir an unserem Standort in Sachsen<br />
in Industrie-Projekten an dem Thema Hybrid-Bonding. Bisher<br />
arbeiten wir mit Verbindungsbreiten von 4, 5 - 6 Mikrometern. Um<br />
in einen Bereich auf die Hälfte herunterzukommen sind derzeit Kooperationen<br />
notwendig, da wir noch nicht über den dafür notwendigen<br />
Maschinenpark verfügen. Aber wir planen über Förderprogramme<br />
(u.a. den ECA) die dafür notwendigen Geräte anzuschaffen.<br />
Wir wissen, wie und unter welchen Bedingungen das im Reinraum<br />
funktioniert. Für die erwarteten Strukturen im Sub-Mikrometerbereich<br />
zum Ende dieses Jahrzehnts sind noch umfangreiche Entwicklungen<br />
zu leisten.<br />
Auch bei dem Thema Chiplets haben wir eine Vorreiterrolle<br />
inne. Wir arbeiten sowohl auf Silizium- und Glas-Interposern und<br />
eruieren zudem, die Möglichkeit auf organischen Substraten zu arbeiten.<br />
Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren die inneren<br />
Chip-Strukturen bei einigen Halbleitertypen auf einen Bereich von<br />
unter 2 nm runtergehen. Was die Ankontaktierung dieser Chips auf<br />
Substraten betrifft, sind bei den Substraten in Asien bereits erste<br />
IC-Substrate mit zwei Mikrometern Lines und Spaces (L/S) in der<br />
Anwendung. Jedoch sind hier noch eine Reihe technischer Fragestellungen<br />
zu beantworten, z.B. ob die Hochfrequenz-Tauglichkeit<br />
und die Signal-Integrität gegeben sind und wie findet die Entwärmung<br />
des Systems statt? Das sind genau die Herausforderungen, die<br />
mich auch persönlich motivieren.<br />
Wichtig zu verstehen ist, dass das Fraunhofer IZM keine Halbleiter<br />
fertigt, d.h. wir sind kein CMOS-Institut, welches Chips designt<br />
und fertigt. Wir fangen beim Wafer an. Wenn aber zukünftig auch die<br />
Außenanschlüsse der Chips und andere Bauelemente immer kleiner<br />
werden und als System auf ein organisches, glasbasiertes oder keramisches<br />
Substrat gebracht oder gar in die Leiterplatte eingebettet<br />
werden sollen, ist noch einige Entwicklungsarbeit notwendig. An<br />
dieser Stelle kommt das Fraunhofer IZM wieder ins Spiel. Unsere<br />
zwei Haupttechnologien sind zum einen das Wafer Level Packaging<br />
und zum anderen die (Large Area)-Substrat-Systemintegration, die<br />
beide stringent weiterentwickelt werden. Mit Hilfe der Leiterplatten-Technologie<br />
haben wir Leistungs-Halbleiter teilweise mit keramischen<br />
Interposern eingebettet, um hoch performante Leistungselektronik<br />
zu realisieren. Dafür bauen wir Subsysteme, Module und<br />
Systeme und kümmern uns auch um das Gehäuse und die Kühlung.<br />
Unser Institut ist seit vielen Jahren bei der ECPE, dem europäischen<br />
Kompetenzzentrum für Leistungselektronik, in der Vorentwicklung<br />
mit unseren Zukunftsthemen engagiert. Ich bin mir sehr sicher, dass<br />
wir zukünftig wesentliche Beiträge für die Mikroelektronik leisten<br />
werden. Fest steht, in den kommenden 30 Jahren gehen uns die Forschungsthemen<br />
nicht aus.<br />
RealIZM: Welche Ideen und Pläne gibt es für die zukünftige<br />
Gestaltung der drei Standorte des Fraunhofer IZM in Berlin,<br />
Dresden und Cottbus?<br />
Seit 2019 wird der Innovationscampus für Elektronik und Mikrosensorik<br />
Cottbus – iCampμs Cottbus - unter Beteiligung von sechs<br />
außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Professoren der<br />
BTU Cottbus-Senftenberg etabliert. Unser Institut ist an verschiedenen<br />
Projekten im Bereich Hochfrequenz- und Highspeed-Systeme<br />
und Antennenkonfigurationen beteiligt. Ein Beispielprojekt ist<br />
die Entwicklung eines mobilen Ultra-Low Power Radarsystems für<br />
Medizinanwendungen. Ich freue mich sehr, dass wir seit Anfang<br />
<strong>2023</strong> auch mit einer Professur im Bereich der Hochfrequenztechnik<br />
am iCampμs Cottbus vertreten sind.<br />
Im kommenden Jahr findet die iCampμs Cottbus Conference<br />
(iCCC2024) statt, zu der ich alle aus Forschung und Wirtschaft herzlich<br />
einlade. Die Transferkonferenz für Innovationen in Wissenschaft<br />
und Industrie zeigt Potenziale und neue Anwendungen auf,<br />
die sich durch leistungsstarke Sensorik, den Einsatz innovativer<br />
Mikroelektronik und KI für die Industrie 4.0, Energiewirtschaft und<br />
(Tele-)Medizin ergeben. Ich habe große Hoffnung das Fraunhofer<br />
IZM-ASSID an unserem Standort in Dresden langfristig auszubauen.<br />
Anders als in Berlin, ist das Gelände in Moritzburg im Besitz der<br />
Fraunhofer Gesellschaft. D.h. wir haben dort die Möglichkeit – vorausgesetzt<br />
das Geld in einem unteren dreistelligen Millionen-Euro-<br />
Bereich ist verfügbar – die vorhandene Reinraumfläche zu verdoppeln<br />
und mit einem entsprechenden Maschinenpark auszustatten.<br />
Ein historisches Treffen an unserem Institut, das den Beginn einer außergewöhnlichen Partnerschaft darstellt:<br />
Der 1. FMD-Intel-Workshop zur heterogenen 3D-Integration für 2030+ am 28. Oktober 2022 in Berlin.<br />
© Fraunhofer IZM<br />
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Es wäre toll, wenn das Fraunhofer IZM-ASSID im Sinne der Souveränität<br />
für Deutschland über eigene Fertigungskapazitäten verfügen<br />
würde. Ich glaube, wir könnten zukünftig anspruchsvolle Module,<br />
Submodule, kleine Systeme und Vorprodukte liefern. Diesen Weg<br />
einzuschlagen, unterstütze ich gern. Voraussetzung dafür sind die<br />
finanziellen Mittel und auch der Nachfragebedarf vonseiten der Industrie.<br />
Das ist jedoch noch alles Zukunftsmusik.<br />
Eine andere Option ist, sich in bestehende bzw. geplante Reinräume<br />
einzumieten. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IPMS haben<br />
wir am Centers Nanoelectronic Technologies (CNT) in Dresden<br />
dazu eine Lösung gefunden. Im Sommer 2022 wurden gemeinsam<br />
mit dem IPMS die neuen Reinräume des CNT und das 300mm Center<br />
for Advanced CMOS & Heterointegration in Dresden-Moritzburg<br />
eröffnet. Wir planen in den kommenden fünf Jahren zusätzliche<br />
Reinraumkapazitäten mit bis zu 900 m2 zu schaffen und mit<br />
einem Gerätepark auszustatten, um gemeinsam mit dem Fraunhofer<br />
IPMS und CNT zusammenzuarbeiten.<br />
Wir müssen hierbei auf die neuesten Maschinen zurückgreifen<br />
und Reinraumkapazitäten planen, um mit den Entwicklungen<br />
beim High-End Performance Packaging mithalten zu können. Wir<br />
kooperieren daher mit zahlreichen Partnern – Maschinen-, Material-,<br />
Anwender- und Packaging-Spezialisten. Dank diverser Fördermaßnahmen<br />
und unserer Reinräume ist uns dies bisher sehr gut gelungen.<br />
Unser Standort in Berlin profitiert aktuell vor allem von der<br />
Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung<br />
(BMBF) für das Projekt „Forschungsfabrik für Quanten- und neuromorphes<br />
Computing“ (FMD-QNC). Die bestehenden Räumlichkeiten<br />
werden laufend optimiert und modernisiert sowieTechnologien<br />
weiterentwickelt.<br />
RealIZM: Das Fraunhofer IZM trägt neben dem Begriff der<br />
Mikrointegration den Begriff Zuverlässigkeit im Namen.<br />
An welcher Stelle sollten Zuverlässigkeitsbewertungen<br />
idealerweise ansetzen?<br />
Prof. Dr.-Ing. Martin Schneider-Ramelow,<br />
Institutsleiter des Fraunhofer IZM. © Fraunhofer IZM<br />
Die Zuverlässigkeit von Elektronik ist die Basis für funktionierende<br />
Systeme. Am Fraunhofer IZM betrachten wir das High-End Performance<br />
Packaging also die Heterosystemintegration von den Materialien,<br />
Komponenten und Maschinen über die Aufbau- und Verbindungstechnologien<br />
sowie Test, Charakterisierung und Zuverlässigkeit<br />
bis zur Anwendung als Ganzes. Wir sind daher besonders stark<br />
in der Physics-of-Failure-Analysis. D.h. wenn wir neue Systeme mit<br />
neuen Materialien und feineren Strukturen bauen, dann wissen wir<br />
je nachdem in welches Anwendungsgebiet diese fließt, welche Beanspruchungen<br />
zu erwarten sind. So können wir gezielt elektronische<br />
Systeme zuverlässig ausrichten und simulieren. Für uns interessant<br />
ist, wenn wir die Simulation auf die von uns neu entwickelten<br />
Technologien und neu eingesetzt Materialien anwenden. Wir<br />
machen nicht nur die Zuverlässigkeitstests und -analysen, sondern<br />
beschreiben darauf basierend den Fehler- und Versagensmechanismus.<br />
Was nutzt es, ein System aufzubauen, dass in der Anwendung<br />
nach zwei Tagen defekt ist.<br />
Die Bewertung der Zuverlässigkeit muss auf abgestimmten<br />
Technologieebenen erfolgen und setzt zwingend das Verständnis<br />
für das jeweilige System voraus. Wo, wie und wann wird das Bauteil<br />
verbaut und welchen Stressfaktoren (Temperaturhöhe und -wechsel,<br />
Feuchtebeanspruchung, Belastungsdauer, etc.) ist es dabei ausgesetzt?<br />
Messungen zur Zuverlässigkeit sollten so frühzeitig wie<br />
möglich im Prozess erfolgen.Die Notwendigkeit einer technologiebegleitenden<br />
Zuverlässigkeitsanalyse wird bei dem Thema Chiplets<br />
eine immer größere Rolle spielen. Werden Chips von unterschiedlichen<br />
Herstellern und Technologie in einem Multi-Package verbaut,<br />
reicht im schlimmsten Fall ein „schlechter“ Chip oder ein unzureichender<br />
Interconnect aus, um zum Ausfall des Gesamtsystems zu<br />
führen.<br />
RealIZM: Nach all den Einblicken hat man das Gefühl, es<br />
herrschen goldene Zeit für die Mikroelektronik. Ist dem<br />
tatsächlich so oder gibt es auch Herausforderungen?<br />
Die Notwendigkeit, die Maschinenparks stetig zu erneuern, und die<br />
Reinrauminfrastruktur vorzuhalten und zu betreiben, sind kostenintensiv.<br />
Hinzu kommt der Fachkräftemangel. Am Berliner Standort<br />
haben wir aktuell über 100 Labore auf einer Gesamtfläche von 8.000<br />
m2. Um dies alles zu bespielen, brauchen wir aufstrebende Wissenschaftler*innen<br />
und Techniker*innen. Wir bilden seit über 20 Jahren<br />
angehende Mikrotechnolog*innen aus. Unser Forschungsinstitut<br />
bietet spannende Aufgaben und Perspektiven, sich weiterzuentwickeln,<br />
bereits für Studierende und nach dem Studienabschluss erst<br />
recht.<br />
Ein aktuelles Schlagwort in der Branche lautet Souveränität. Um<br />
wesentliche Vorentwicklungen für die Industrie leisten zu können,<br />
benötigen Forschungsinstitute die finanziellen Mittel für den Aufbau<br />
und den Betrieb einer entsprechenden technischen Infrastruktur.<br />
Mein Appell an unsere Zentrale in München und auch an die<br />
Entscheidungsträger*innen in der Politik lautet: Die kontinuierliche<br />
Investition in die Aus- und Fortbildung von Fachkräften für die Mikroelektronik<br />
und die Ausstattung der Forschungsinstitute lohnt sich<br />
und wird auch weiterhin notwendig sein. Wir haben bereits sehr viel<br />
erreicht. Dank dem Europäischen Chips Act (ECA) und zahlreichen<br />
Initiativen wie der FMD-Förderung durch das BMBF und dem o.g.<br />
„FMD-QNC“ beobachte ich eine zunehmende Vernetzung auch mit<br />
europäischen Forschungsorganisationen wie imec und CEA-Leti.<br />
Nur gemeinsam können wir Lösungen für die aktuellen und zukünftigen<br />
Herausforderungen in der Elektronikforschung erarbeiten.<br />
Bei aller Technikeuphorie gilt es auch, die Auswirkungen der<br />
neu entwickelten Technologien auf die Umwelt und deren Energieeffizienz<br />
zu berücksichtigen. Fakt ist, es wird immer mehr Elektronik<br />
verbaut. Wenn zukünftig medizinische Operationen mit Unterstützung<br />
eines digitalen Zwillings ausgeführt werden oder Fahrzeuge<br />
autonom fahren, bedeutet das auch einen höheren Energiebedarf.<br />
Die Themenfelder, neue elektronische Produkte auf einem möglichst<br />
niedrigen Energieniveau zu betreiben, über deren Wiederverwertung<br />
bis hin zur Reparierbarkeit nachzudenken, gewinnt immer<br />
mehr an Bedeutung in der Elektronik und der Aufbau- und Verbindungstechnik.<br />
Mit den Auswirkungen des technischen Fortschritts auf den<br />
ökologischen Fußabdruck befasst sich das Fraunhofer IZM seit seiner<br />
Gründung. Wir sind seit 30 Jahren auch international Vorreiter<br />
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Hintergrundinformation zu Prof. Dr.-Ing. Martin Schneider-Ramelow<br />
Hintergrundinformation zu Prof. Dr.-Ing. Martin Schneider-Ramelow Professor Martin Schneider-Ramelow hat sich als einer der<br />
führenden Mikroelektronik-Forscher und -Lehrer in Deutschland etabliert. Seit 2014 hat er eine Honorarprofessur an der TU Berlin und<br />
seit Januar 2017 die Professur für “Werkstoffe der Hetero-Systemintegration“ am Institut für Hochfrequenz- und Halbleiter-Systemtechnologien<br />
der Fakultät IV Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin inne und leitet den Forschungsschwerpunkt Technologien<br />
der Mikroperipherik.<br />
Seit <strong>2023</strong> ist Martin Schneider-Ramelow Institutsleiter am Fraunhofer IZM und befasst sich mit der thematisch-strategischen Ausrichtung<br />
der Institutsaktivitäten, der Weiterentwicklung des Instituts im Rahmen der European Chips Act Initiative und der Vertiefung der<br />
Kooperation mit Universitäten und Instituten. Darüber hinaus sind ihm die über 400 Mitarbeitenden und deren Weiterentwicklung<br />
sehr wichtig. Als Professor betreut er zudem zahlreiche Promovenden und Graduierte und entwickelt Mentoring-Programme und<br />
Personalcoachings.<br />
Martin Schneider-Ramelow ist Autor und Co-Autor von über 250 Fachartikeln. Er gilt als Spezialist auf dem Gebiet der Qualität und<br />
Zuverlässigkeit metallischer Interconnects und ist weltweit anerkannt als Experte für Drahtbondverbindungen. So war er als Obmann<br />
der Arbeitsgemeinschaft 2.4 „Bonden“ im Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) maßgeblich an der<br />
Neuverfassung des über 20 Jahre alten DVS-Standards 2811 beteiligt, der nun seit 2017 als Grundlage für die Bewertung von hochqualitativen<br />
Drahtbondverbindungen gilt. Ferner ist er Mitglied von 6 nationalen und internationalen Konferenzprogrammkommissionen<br />
auf dem Gebiet des Electronic Packagings, Senior Member IEEE, Fellow IMAPS USA und seit 14 Jahren 1. Vorsitzender der International<br />
Microelectronics and Packaging Society (IMAPS) Deutschland.<br />
auf diesem Gebiet. In der Anfangszeit unseres Instituts haben wir<br />
das Thema „bleifreie Elektronik“ intensiv bearbeitet und seitdem die<br />
elektronikspezifischen Nachhaltigkeitsthemen immer weiterentwickelt.<br />
Unsere Arbeit auf diesem Gebiet mündet gerade in dem Projekt<br />
„Green ICT @ FMD“. Hier wird geschaut, wie nachhaltig Elektronik<br />
sein kann. Wir schauen uns z.B. die Stoffkreisläufe und den<br />
CO2-Fußabdruck von Elektronik in all den Bereichen an, in denen<br />
High-End Performance Packaging zum Einsatz kommt. Unsere Aufgabe<br />
ist das, was wir im High-End Performance Packaging entwickeln<br />
und aufbauen, holistisch zu betrachten. Es reicht nicht aus, die<br />
innovativsten Packaging-Verfahren zu haben. Wir müssen zugleich<br />
sicherstellen, dass die von uns eingesetzten Technologien zuverlässig<br />
funktionieren und zugleich auch nachhaltig sind.<br />
Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM<br />
D 13355 Berlin<br />
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Unternehmensstrategie<br />
„Nachhaltigkeit“<br />
– Die Schülke & Mayr GmbH<br />
erreicht GOLD bei Ecovadis<br />
Die Schülke & Mayr GmbH (schülke) hat als Gruppe das Ecovadis Scoring erneut<br />
erfolgreich absolviert und konnte ihr Ergebnis für das Jahr <strong>2023</strong> deutlich verbessern:<br />
Ausgezeichnet mit der Goldmedaille gehört schülke nun zu den besten vier<br />
Prozent Unternehmen ihrer Branche.<br />
schülke hat es sich zum Ziel gesetzt, in Fragen<br />
der Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle<br />
einzunehmen. Mit ihrer Unternehmensstrategie<br />
und den sich daraus ergebenden<br />
Maßnahmen orientiert sich schülke an<br />
den nachhaltigen Entwicklungszielen der<br />
Vereinten Nationen (Sustainable Development<br />
Goals, kurz: SDGs) – und ist davon<br />
überzeugt, dass ökologische Nachhaltigkeit<br />
immer auch mit sozialer und wirtschaftlicher<br />
Nachhaltigkeit einhergeht. Mit diesem<br />
Leitmotiv erfüllt schülke entscheidende Voraussetzungen<br />
für ein positives Ecovadis-<br />
Ranking.<br />
Was genau bewertet Ecovadis?<br />
haltige Wirken einzelner Unternehmen zu<br />
informieren und diese miteinander zu vergleichen.<br />
Die Methodik zur Nachhaltigkeitsbewertung<br />
von Ecovadis zeigt, wie gut ein Unternehmen<br />
die Prinzipien der Nachhaltigkeit/CSR<br />
(Corporate Social Responsibility)<br />
in sein Geschäfts- und Managementsystem<br />
integriert hat – und erfolgt nach Bewertung<br />
von insgesamt 21 Nachhaltigkeitskriterien<br />
in den vier Themenbereichen Umwelt, Arbeits-<br />
und Menschenrechte, Ethik sowie<br />
nachhaltige Beschaffung. Die Kriterien decken<br />
vom Energieverbrauch über die Mitarbeitersicherheit<br />
und den Datenschutz<br />
bis hin zu Umwelt- und Sozialpraktiken der<br />
Lieferanten alle wesentlichen CSR-Aspekte<br />
ab. Beleuchtet werden Richtlinien, Umsetzung<br />
und Ergebnisse.<br />
Nachhaltigkeit bei schülke führt zum<br />
Ecovadis Gold-Rating<br />
Die Schülke & Mayr GmbH hat Nachhaltigkeit<br />
fest in ihrer Strategie und im Unternehmen<br />
verankert. schülke treibt Innova-<br />
Ecovadis hat sich seit seiner Gründung im<br />
Jahr 2007 zu einem der weltweit größten<br />
und zuverlässigsten Anbieter von Nachhaltigkeitsbewertungen<br />
entwickelt. Die<br />
international agierende Plattform bewertet<br />
mittlerweile über 100.000 Unternehmen in<br />
mehr als 200 Branchen und 175 Ländern<br />
anhand ausgewählter Benchmarks, die es<br />
Kunden leichter macht, sich über das nachtionen<br />
voran, optimiert Lieferketten und<br />
entwickelt das Design seiner Produkte weiter,<br />
um den ökologischen Fußabdruck des<br />
Unternehmens fortwährend zum Positiven<br />
zu verändern, um Energie- und Materialkreisläufe<br />
effizienter zu gestalten und soziale<br />
Standards weltweit zu verbessern. Ein<br />
aktuelles Beispiel sind die mikrozid® universal<br />
wipes green line, die ersten Desinfektionstücher<br />
von schülke für den klinischen<br />
Bereich, deren Tuchmaterial vollständig aus<br />
nachwachsenden Rohstoffen produziert<br />
wird – bei gewohnt hoher Reinigungsleistung<br />
und Materialverträglichkeit.<br />
Ihr klares Engagement für den Klimaschutz<br />
untermauerte schülke auch bereits<br />
im Juni 2022 mit dem Beitritt zur Science<br />
Based Targets Initiative (SBTi) und dem<br />
damit verbundenen Commitment zur Erfüllung<br />
der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens.<br />
Anfang <strong>2023</strong> hat schülke seine<br />
konkreten Klimaschutzziele zur Validierung<br />
bei SBTi eingereicht und bis Ende des Jahres<br />
wird die Verifizierung der Ziele durch<br />
SBTi erwartet.<br />
schülkes Mission: Leben weltweit schützen<br />
und Verantwortung für jetzige und<br />
zukünftige Generationen übernehmen<br />
„Wir haben unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten<br />
in den vergangenen Jahren deutlich<br />
gesteigert“, sagt Stefan Kukacka, CEO der<br />
Schülke und Mayr GmbH, „umso mehr freut<br />
es uns, dass unsere Maßnahmen für ökologische,<br />
soziale Nachhaltigkeit und unsere<br />
verantwortungsvolle Unternehmensführung<br />
von Ecovadis erneut gewürdigt und<br />
jetzt mit einem Gold-Rating bestätigt wurden.<br />
Das macht uns sehr stolz und ist gleichzeitig<br />
Ansporn, uns weiter zu verbessern.“<br />
Für Stefan Kukacka steht fest, dass<br />
schülke „in einer globalisierten Welt Verantwortung<br />
für jetzige und zukünftige Generation<br />
übernimmt. Unsere Mission, weltweit<br />
Leben zu schützen, endet nicht an den<br />
Grenzen unserer Werksgelände. Wir sehen<br />
uns in der Verantwortung, einen eigenen<br />
Beitrag zu leisten und auch unsere Kunden<br />
bei ihrer Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit<br />
maßgeblich zu unterstützen. Und<br />
die Bewertung von Ecovadis gibt unseren<br />
Kunden Sicherheit und Klarheit bei der Einkaufsentscheidung.“<br />
Schülke & Mayr GmbH<br />
Robert-Koch-Str. 2<br />
Telefon: +49 40 521000<br />
D 22851 Norderstedt<br />
eMail: life.sciences@schuelke.com<br />
Internet: http://www.schuelke.com<br />
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Seite 40/75
Musterbeispiel an Kompaktheit und Effizienz: die patentierte<br />
Spritzgießtechnologie RotaricE²® von Braunform, hier in Form<br />
eines 4+4-Spritzgießwerkzeugs zur Demonstration der Fertigung<br />
von Luer-Konnektoren. (Foto: Braunform)<br />
Auf Basis von RotaricE²® bietet Braunform Serienwerkzeuge<br />
mit bis zu 64+64 Kavitäten an, hier ein Anschauungsbeispiel<br />
mit 48+48 Kavitäten. (Foto: Braunform)<br />
Reibungslos im Reinraum fertigen<br />
Die patentierte Spritzgießtechnologie RotaricE²® verspricht höchste Kompaktheit und Effizienz. Konstrukteur Braunform,<br />
Innovationstreiber für den Präzisions-Formenbau, kombiniert in seinem Reinraum-Werkzeug mehrere Produktionsschritte,<br />
vorgestellt am Fertigungsbeispiel Pharma-Verschlusskappen. Für schmiermittelfreie Beweglichkeit der Technik<br />
auf engstem Raum sorgen Beschichtungen des langjährigen Partners Oerlikon Balzers.<br />
Braunform aus Bahlingen am Kaiserstuhl hat sich einen Namen gemacht<br />
als ein weltweit führender Partner im Kunststoff-Formenbau<br />
– insbesondere mit dem Ziel, Produktionseffizienz zu steigern und<br />
Kosten zu senken. Diese Mission setzt das Werkzeugkonzept RotaricE²®<br />
eindrucksvoll um und spart beim Kunden Zeit, Geld, Bauraum<br />
und Produktionsfläche. Es bündelt den 2-Komponenten-Spritzguss<br />
samt Servotechnik und Montage des Bauteils auf engstem Raum.<br />
Damit macht das finale Werkzeug den Job von zwei Spritzgießwerkzeugen<br />
und -maschinen sowie einer Linie zum Zusammenbau der<br />
Einzelteile.<br />
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt sich an der Fertigung von<br />
Luer-Konnektoren, filigranen 2-Komponenten-Verschlüssen für die<br />
Pharmaindustrie. Dafür baute Braunform ein 4+4-fach-Werkzeug als<br />
Demonstrationsbasis für spätere Serienwerkzeuge mit bis zu 64+64<br />
Kavitäten. Seine Besonderheit: Das Mehrkomponenten-Spritzgusswerkzeug<br />
kombiniert auf kleinstem Raum die 2K Core-back-Funktion,<br />
die Luer-Verdeckelung und das Ausschrauben mit servoelektrischen<br />
Antrieben.<br />
Wie geschmiert mit drei Hochleistungs-Schichten<br />
Zudem ist das Werkzeug reinraumtauglich. Dafür steht das seit 2010<br />
bewährte MED Mold® Konzept, das Braunform in seiner eigenen<br />
Reinraumproduktion im benachbarten Endingen für Pharmakunden<br />
einsetzt und weiterentwickelt. Ein wichtiger Baustein für die<br />
fett- und emissionsreduzierte Reinraumfertigung sind reibungsarme<br />
Beschichtungen. Sie helfen dabei, den weitgehend schmiermittelfreien<br />
Betrieb beweglicher Teile im Werkzeug zu sichern. „Artikel<br />
für Pharma und Medizin dürfen bei der Produktion keinesfalls kontaminiert<br />
werden. Deshalb geht es nicht ohne leistungsstarke Beschichtungen“,<br />
so Reinhard Steger, Senior Business Development<br />
Manager von Braunform.<br />
Die Badener setzen auf drei Schichten des langjährigen Partners<br />
Oerlikon Balzers: auf die DLC (Diamond Like Carbon)-Schicht BA-<br />
LINIT DYLYN als Korrosionsschutz mit Antihaft-Eigenschaften<br />
vor allem für den Bewegungsapparat mit Schieberelementen; auf<br />
die sehr glatte, kratzbeständige S3p-Schicht BALIQ CRONOS für<br />
bessere Entformung, formgebende Elemente und Konturen; auf die<br />
Härtung von Formenoberflächen mit dem Diffusionsverfahren BA-<br />
LITHERM PRIMEFORM.<br />
„Ein Partner, der unsere Sprache spricht“<br />
„Wir nutzen für fast jedes Werkzeug Beschichtungen hauptsächlich<br />
von Oerlikon“, betont Nico Kramer. Der Leiter der Arbeitsvorbereitung<br />
von Braunform sagt auch, warum: „Oerlikon verfügt über ein<br />
extrem breites, FDA-konformes Schichtportfolio für so gut wie alle<br />
Anwendungsfälle. Das Unternehmen ist innovativ, unsere Oerlikon-<br />
Support-Partner sind vom Fach und sprechen unsere Sprache. Vor<br />
allem aber wird mit unseren aufwendig hergestellten Teilen gewissenhaft<br />
umgegangen. Das Beschichten ist der letzte Schritt in der<br />
Prozesskette, hier stehen alle zuvor verursachten Kosten auf dem<br />
Spiel. Oerlikon erfüllt alle unsere Anforderungen.“<br />
Das gilt auch mit Blick auf die Kunden. In der Pharma-Industrie<br />
muss ein Spritzgießwerkzeug zuverlässig zehn bis 15 Jahre laufen,<br />
die Stückzahlen erreichen zigfache Millionen-Höhe. Manchmal<br />
sind Ersatz oder Erweiterungs-Werkzeuge nötig, die ein hundertprozentiges<br />
Abbild des Vorgängers sein müssen. Vor diesem Hintergrund<br />
baut Braunform 100 bis 130 Werkzeuge im Jahr und legt die<br />
Messlatte nach ganz oben. Genau dafür steht RotaricE²®, und dafür<br />
will auch Oerlikon mit seinen Oberflächenlösungen stehen.<br />
Oerlikon Balzers Coating Germany GmbH<br />
D 55411 Bingen<br />
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Seite 41/75
Im Reinraum des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik setzen zwei Mitarbeiter des Raumfahrtkonzerns OHB<br />
einen Teil der Linsenoptik des NISP-Instruments (links) auf eine Messmaschine (rechts) um. © Johannes Maas<br />
Im Weltraumteleskop Euclid steckt Technik von zwei Max-Planck-Instituten<br />
Entwicklungsarbeit mit Durchblick<br />
Wer ein Weltraumteleskop wie Euclid plant, hat genau einen Startversuch. Um Technik unter Weltraumbedingungen zu betreiben,<br />
mussten Forschende und Ingenieursteams der Max-Planck-Gesellschaft große Herausforderungen meistern. Sie<br />
haben optische Komponenten und Teile der Instrumente an Bord entwickelt und kümmern sich derzeit um einwandfreie<br />
Daten. Dass bei jahrelanger Planung auch mal etwas schiefgeht, demonstriert, dass Euclid die Grenzen des bisher Machbaren<br />
verschiebt.<br />
Dem Moment, in dem das Euclid Weltraumteleskop seine ersten<br />
Bilder zur Erde sendete, gingen Jahrzehnte der Forschung und<br />
Technikentwicklung voraus. Daran beteiligt waren auch Forschende<br />
und Ingenieurinnen und Ingenieure der Max-Planck-Institute<br />
für Astronomie in Heidelberg und für extraterrestrische Physik in<br />
Garching bei München. Sie sind Teil des Euclid-Konsortiums, das<br />
aus Forschungseinrichtungen in 17 Ländern besteht. Und sie haben<br />
die beiden Instrumente des Teleskops, die optische Kamera (VIS,<br />
Visible Instrument) und die Nah-Infrarot Kamera (NISP, Near-Infrared<br />
Spectrometer and Photometer) mit entwickelt und gebaut. Ein<br />
weiteres Team der beiden Max-Planck-Institute gewährleistet nun<br />
gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen anderer Einrichtungen<br />
den Betrieb des Teleskops und die Logistik und Qualität der übertragenen<br />
Daten.<br />
Ein Unikat<br />
Euclid befindet sich auf einer gedachten Achse zwischen Sonne<br />
und Erde hinter der Erde und sucht von dort aus einen großen Teil<br />
des einsehbaren Himmels nach fernen Galaxien ab. Hier, fernab der<br />
Erdatmosphäre, trübt nichts den Blick auf das dunkle und mannigfaltige<br />
Universum. Das Teleskop ist ein Unikat. „Wir haben zusammen<br />
die größten optischen Linsensysteme entwickelt, die jemals für<br />
eine wissenschaftliche Weltraummission eingesetzt wurden“, sagt<br />
Frank Grupp, leitender Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für<br />
extraterrestrische Physik und der Ludwig-Maximilians-Universität.<br />
Vier Linsen, bis zu 18 Zentimeter im Durchmesser und 2,5 Kilogramm<br />
schwer, das gab es noch nie.<br />
Auch die drei Farbfilter des NISP Instruments schreiben Rekorde.<br />
„Sie sind die größten Infrarotfilter aller bisherigen Astronomie-<br />
Weltraummissionen“, sagt Knud Jahnke, vom Max-Planck-Institut<br />
für Astronomie, das die Filter gemeinsam mit der Industrie entwickelt<br />
hat. Die Kameraebene von Euclid erfasst ein Bild, das in etwa<br />
so groß ist wie der Vollmond und damit rund 250 Mal größer als das<br />
Hubble Deep Field, eine einzelne Aufnahme des Hubble Weltraumteleskops,<br />
ein schmales Fenster, in dem immerhin tausende ferne<br />
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Die vier im NISP-Instrument verbauten Infrarotfilter mit Durchmessern<br />
von vier Zentimetern im Vordergrund, sowie acht und vierzehn Zentimetern<br />
im Hintergrund. Mit über 300 Gramm pro Filter sind das die<br />
größten und schwersten Infrarotfilter, die je auf einer astronomischen<br />
Weltraummission eingesetzt wurden. Die Basis aller Filter ist Quartzglas,<br />
das speziell beschichtet wird, damit jeder Filter nur Infrarotlicht bei ganz<br />
bestimmten Wellenlängen passieren lässt. © MPIA/Felix Hormut<br />
Die Esa-Mission Euclid im Reinraum des Laboratoire d‘Astrophysique de<br />
Marseille. Das vollständig montierte NISP-Detektorsystem befindet sich<br />
auf der rechten Seite im Fokus des Teleskops. Klar erkennbar ist das blau<br />
schimmernde Linsensystem auf der linken Seite, wobei sich die Filter im<br />
Apparat hinter den Linsen befinden. Sie sorgen dafür, dass nur das Infrarotlicht<br />
aus dem einfallenden Licht herausgefiltert wird, bevor es auf das<br />
NISP-Instrument trifft. © Euclid Konsortium & NISP Instrumententeam.<br />
Galaxien sichtbar wurden.<br />
Das große Gesichtsfeld und die große Optik bedingen sich gegenseitig.<br />
Sie werden eingesetzt, um innerhalb von nur sechs Jahren<br />
fast den gesamten einsehbaren Himmel jenseits unserer eigenen<br />
Galaxie bei hoher Auflösung und Detailtiefe zu fotografieren und<br />
dabei Milliarden von Galaxien in einer dreidimensionalen Karte zu<br />
erfassen. Das Ziel: zu beantworten, wie sich das Universum entwickelt<br />
hat und welche Rolle dabei Dunkle Materie und Dunkle Energie<br />
gespielt haben.<br />
Minuten des Bangens<br />
Nach den vielen Jahren, in denen die Instrumente des Teleskops<br />
unter hochreinen Bedingungen sorgfältig zusammengebaut wurden,<br />
hob Euclid am 1. Juli <strong>2023</strong> unter tosendem Lärm auf den Schultern<br />
einer Falcon 9 Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral<br />
ab. Frank Grupp erinnert sich: „Als ich die Triebwerke in Bauch und<br />
Brust gespürt habe, musste ich an ‚meine‘ Linsen denken, die nur<br />
gut 60 Meter von den Triebwerken entfernt weitaus stärkeren Erschütterungen<br />
ausgesetzt waren“. Trotzdem war er zuversichtlich<br />
und wusste, dass die Optik standhalten würde.<br />
„Der Großteil der Mechanik wird gebaut, um zwei Minuten des<br />
Starts zu überstehen, bei dem extreme Kräfte auftreten“, sagt Knud<br />
Jahnke. Die größeren Pannen sind nur am Anfang der Planung passiert.<br />
„Ganz am Anfang ist uns ein erstes Linsendesign auf dem Teststand<br />
geplatzt. Das tat weh. Sie war zwar leicht, aber auf Grund des<br />
Materials zu spröde. Wir haben daraus gelernt“, sagt Frank Grupp.<br />
„Scheitern ist ein sensibles Thema, aber es ist wichtig.“ Die Linsen,<br />
die ins All flogen waren schwerer, damit aber robuster. Eine Kompromissentscheidung,<br />
denn jedes Gramm Startgewicht kostet teures<br />
Geld.<br />
Der Erfolg liegt im Detail<br />
Damit man mit Euclids Optik auch Bilder erhält, die sich für kosmologische<br />
Studien eignen, also Bilder, die besser sind als es je vom<br />
Boden aus möglich gewesen wäre, braucht es Kalibrationswissenschaftlerinnen<br />
und -wissenschaftler. Am Max-Planck-Institut für<br />
Astronomie vermitteln sie bei der Kalibration zwischen den Erwartungen<br />
an das Teleskopsystem unter Idealbedingungen und den<br />
realen Bedingungen des Teleskops im Orbit. Sie optimieren die Bilder<br />
und Daten, indem sie die Eigenheiten der Instrumente und des<br />
Teleskops, sowie den Einfluss der harschen Umgebung des Weltalls<br />
genau studieren und im Nachgang berücksichtigen. „Das Instrument<br />
ist wie es ist“, so Knud Jahnke. „Ich kann auf dem Papier vorher<br />
durchrechnen, was zu erwarten wäre, aber im Weltraum herrschen<br />
leicht andere Bedingungen als im Labor auf der Erde.“<br />
Eine dreidimensionale Karte des Universums<br />
Nach sechs Jahren wird Euclid etwa 40.000 Aufnahmen geliefert<br />
haben. Um aus den zweidimensionalen Bildern eine dreidimensionale<br />
Karte der Galaxien in unserem beobachtbaren Universums zu<br />
erstellen, werden bodengebundene Teleskope dabei unterstützen,<br />
die Entfernungen zu den abgebildeten Galaxien zu bestimmen.<br />
„Die Daten der Teleskope, die wir von der Erde hinzuziehen, übertreffen<br />
das Datenvolumen von Euclid bei Weitem“, sagt Maximilian<br />
Fabricius vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und<br />
der Ludwigs-Maximilians-Universität München, der das deutsche<br />
Datenzentrum von Euclid leitet. Darunter: spektroskopische Daten,<br />
also die Farbbestandteile des sichtbaren Lichts, aus denen sich gemeinsam<br />
mit den Infrarotspektren von Euclid die Entfernungen zu<br />
den Milliarden Galaxien bestimmen werden lassen.<br />
Vertrauen schafft Sicherheit<br />
Die ersten veröffentlichten wissenschaftlichen Bilder demonstrieren,<br />
dass das Design des Teleskops alle Anforderungen erfüllt. Die<br />
beteiligten Max-Planck-Institute waren während der Entwicklung<br />
des Teleskops Teil eines komplexen und kleinteiligen Prozesses.<br />
Ein solches Weltraumteleskop hat nur einen Startversuch und es<br />
ist nicht möglich, im Nachgang Reparaturen durchzuführen. Der<br />
Schlüssel zum Erfolg liegt laut Knud Jahnke nicht nur am Fachwissen,<br />
sondern an einer offenen Fehlerkultur während der Entwicklung:<br />
„Es hat der Mission sehr gut getan, dass man Probleme immer<br />
offen ansprechen konnte und man immer vertrauensvoll miteinander<br />
umgegangen ist.“<br />
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.<br />
D 80539 München<br />
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Seite 43/75
Globaler Polymerspezialist führt Portfolio für biopharmazeutische Flüssigkeitsverarbeitung<br />
ein, stellt neue Marke für Schläuche vor und untermauert Engagement<br />
mit neuer Produktionsstätte.<br />
Fokussiert auf “Serving Pharma”<br />
SILMOTION Schlauch BRAIDMOTION Schlauch THERMMOTION Schlauch<br />
RAUMEDIC, ein weltweit führender Anbieter<br />
von polymerbasierten Produktlösungen<br />
für die medizinische und pharmazeutische<br />
Industrie, hat sein Portfolio für biopharmazeutische<br />
Flüssigkeitsverarbeitungsprodukte<br />
erweitert und eine neue Marke für<br />
biokompatible Schläuche eingeführt. Außerdem<br />
erweitert das Unternehmen seinen<br />
globalen Hauptsitz um eine hochmoderne<br />
ISO-7-Reinraum-Produktionsanlage.<br />
Über ein Jahrzehnt lang hat RAUM-<br />
EDIC als Exklusivlieferant einen wichtigen<br />
Lösungsanbieter im biopharmazeutischen<br />
und biowissenschaftlichen Sektor beliefert.<br />
Nach mehr als 70 Jahren Erfahrung in der<br />
Polymerverarbeitung bietet das Unternehmen<br />
seine hochmoderne Produktpalette<br />
nun direkt einem breiteren Markt an.<br />
Das Portfolio umfasst eine vielfältige<br />
Auswahl an biokompatiblen Schläuchen<br />
aus diversen Materialien - für die Verarbeitung<br />
von Flüssigkeiten: SILMOTION - Silikonschläuche,<br />
BRAIDMOTION - geflochtene<br />
Silikonschläuche, THERMMOTION<br />
- TPE-Schläuche, PVC-Schläuche und<br />
FEP-Schläuche. Darüber hinaus enthält das<br />
Sortiment Schlauch-Konnektoren aus Polycarbonat<br />
(PC) sowie kundenspezifische<br />
Entwicklungen wie Single-Use-Schlauchsets.<br />
RAUMEDIC als One-Stop-Shop<br />
für polymere Produktlösungen für<br />
die Pharmaindustrie<br />
Nina Kaiser, Head of Pharma, erklärt den<br />
Entschluss von RAUMEDIC, die pharmazeutische<br />
und biotechnologische Industrie<br />
offen als Direktlieferant zu bedienen: „Wenn<br />
es um Polymerschläuche geht, ist RAUM-<br />
EDIC eines der wenigen Unternehmen<br />
weltweit, das in der Lage ist, die strengen<br />
regulatorischen Anforderungen für extrudierte<br />
biokompatible Schläuche zu erfüllen.<br />
Unsere Fähigkeiten gehen aber weit darüber<br />
hinaus“, sagt Kaiser.<br />
Auf die Frage, was RAUMEDIC wirklich<br />
von der Konkurrenz abhebt, antwortet<br />
Kaiser, „es ist die Fähigkeit, Kundenanforderungen<br />
im gesamten Produktumfeld der<br />
polymeren Flüssigkeitsverarbeitungsprodukte<br />
zu bedienen. Ermöglicht wird dies<br />
durch unser breites technologisches Knowhow<br />
und Repertoire“.<br />
Mit Blick auf Fertigungstechnologien<br />
wie Extrusion, Spritzguss und Konfektion,<br />
die an fünf globalen Produktionsstandorten<br />
verfügbar sind, betont Kaiser, dass „RAUM-<br />
EDIC sich zum Ziel gesetzt hat, ein echter<br />
One-Stop-Shop für polymere Produktlösungen<br />
für pharmazeutische und biopharmazeutische<br />
Fluidverarbeitungsprodukte<br />
zu werden.“<br />
Neue ISO-7-Reinraum-Produktionsanlage:<br />
Engagement für neue<br />
Industriepartnerschaften<br />
Mit dem Bau einer hochmodernen ISO-<br />
7-Reinraumproduktionsanlage erweitert<br />
RAUMEDIC gegenwärtig seinen globalen<br />
Hauptsitz in Helmbrechts, Deutschland. Mit<br />
der Erweiterung unterstreicht das Unternehmen<br />
seine Absicht, sich zu einer wichtigen<br />
Anlaufstelle für Industriepartner der<br />
pharmazeutischen und biopharmazeutischen<br />
Industrie zu entwickeln.<br />
Um diese Möglichkeiten für neue Partnerschaften<br />
im Markt aktiv zu fördern, setzt<br />
RAUMEDIC im Zuge einer Kampagne auf<br />
die Slogans „WE SERVE PHARMA“ und<br />
„SERVING PHARMA“. Diese Entscheidung<br />
unterstreicht die strategische Absicht und<br />
das Engagement des Polymerspezialisten<br />
für die intensivierte Zusammenarbeit mit<br />
der (bio-)pharmazeutischen Industrie.<br />
Neue Markennamen für gefragte<br />
Pharma-Schläuche<br />
Im Rahmen seiner neuen strategischen<br />
Allianz mit der Pharma- und Biopharmaindustrie<br />
hat RAUMEDIC auch die eingetragenen<br />
Markennamen für drei seiner<br />
begehrtesten biokompatiblen Schlauchprodukte<br />
bekannt gegeben:<br />
– SILMOTION für Silikonschläuche mit<br />
einer einzigartigen und patentierten<br />
Low-Tack-Oberfläche.<br />
– BRAIDMOTION für geflochtene<br />
Silikonschläuche mit medizinischem<br />
PET-Netzmaterial.<br />
– THERMMOTION für TPE-Schläuche,<br />
die frei von Irgafos168 sind und für das<br />
Zellwachstum optimiert wurden<br />
Die Schläuche sind in den gängigen Standardabmessungen<br />
ab Lager lieferbar - oder<br />
können auf Anfrage in kundenspezifischen<br />
Abmessungen geliefert werden.<br />
Raumedic AG<br />
D 95233 Helmbrechts<br />
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Seite 44/75
Das zentrale Event der Reinraum- und Prozessbranche<br />
Das Event für Österreich, Ost- und Südosteuropa<br />
Alle Informationen zu den Events 2024 finden Sie auf<br />
www.cleanroom-processes.de<br />
Die Plattform der Reinraum- und Prozesstechnikbranche<br />
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Neue Anlage zur Arzneimittelproduktion bei Bayer<br />
Die „Lernende Fabrik“ soll<br />
im Frühjahr 2024 betriebsbereit sein<br />
Im kommenden Frühjahr soll sie betriebsbereit sein: Solida 1 (SOL-<br />
1) in Leverkusen wird eine der modernsten Produktionsanlagen für<br />
Arzneimittel weltweit. Sie ist Teil eines milliardenschweren Investitionsprogramms,<br />
mit dem die Bayer AG das Pharma-Produktionsnetzwerk<br />
und die eigene Innovationskraft stärkt. Unter anderem<br />
werden hier Medikamente zur Behandlung von Krebs- und Herz-<br />
Kreislauf-Erkrankungen hergestellt.<br />
Rund 275 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die<br />
Anlage als Teil des Supply Centers Leverkusen. Sie ist damit Kern<br />
des neuen globalen Kompetenzzentrums für die Produktion von<br />
Feststoff-Arzneimitteln. Sie setzt Maßstäbe für Effizienz, Qualität,<br />
Liefersicherheit und Nachhaltigkeit und nutzt als „Lernende Fabrik“<br />
die Vorteile der Digitalisierung. Das bedeutet, dass Datenströme mit<br />
Hilfe künstlicher Intelligenz analysiert und daraus Handlungsempfehlungen<br />
abgeleitet werden.<br />
Wesentliche Komponenten der eingeschossigen Fabrik sind ein<br />
zentrales Bauelement mit daran angeschlossenen modularen Funktionsgebäuden,<br />
eine sehr hohe Automatisierung in der Produktion<br />
sowie eine hocheffiziente Erweiterbarkeit.<br />
„Wir konnten, trotz einiger Schwierigkeiten – beispielsweise<br />
durch die Auswirkungen von COVID-19 und den Ukraine Krieg –<br />
unseren ambitionierten Zeitplan einhalten. Das war nur möglich<br />
durch ein engagiertes Bayer-Projektteam sowie durch unsere kompetenten<br />
externen Partner. Des Weiteren danke ich unserem Team<br />
des Supply Centers Leverkusen, welches Solida 1 später betreiben<br />
wird und sich jeden Tag erfolgreich für unsere Zukunft als Center of<br />
Excellence eingesetzt hat. Insgesamt haben bis zu 300 Personen auf<br />
der Baustelle zusammengearbeitet,“ betont Dr. Carola Pörtner, die<br />
Leiterin des Supply Centers Leverkusen.<br />
Ein Großteil der Produktionsstätten wird später nicht mehr für<br />
Besucher zugänglich sein, denn es herrschen dort Reinraumbedingungen.<br />
Das bedeutet, dass die Räumlichkeiten von luftgetragenen<br />
Teilchen nahezu frei sein müssen. Mittels aufwendiger Technik<br />
bleibt die Konzentration von Partikeln im Raum sehr gering. Eine<br />
der vielen besonderen Herausforderungen, die schon während der<br />
laufenden Bauphase zu berücksichtigen sind.<br />
„Solida 1 wird dazu beitragen, das Leben von Patientinnen und<br />
Patienten nachhaltig zu verbessern. Beispielsweise werden die Ergebnisse<br />
von wissenschaftlicher Forschung schneller in Produkte<br />
überführt werden können,“ erläutert Jürgen Wiedemann, einer der<br />
beiden Projektleiter. Mit mehreren Partnerfirmen setzt die Bayer AG<br />
die Maßnahme um.<br />
Einer dieser Partner ist die Siemens AG mit ihren Geschäftsbereichen<br />
Digital Industries und Smart Infrastructure, die unter<br />
anderem mit ihren Systemen zur Automation und Maschinensteuerungen<br />
für die Prozessoptimierung und damit zu effizientem<br />
Ressourceneinsatz, Energie- und Zeitersparnis zum Konzept der<br />
„Lernenden Fabrik“ beitragen. „Das SOL-1 Projekt ist für uns in vielerlei<br />
Hinsicht innovativ und herausfordernd, nicht nur was die Umsetzung<br />
der Digitalisierung und Prozesstechnik angeht“, stellt Stephan<br />
Drouvé, Leiter der Siemens-Niederlassung Köln, fest. „Das in<br />
Projekten dieser Größenordnung ungewöhnlich partnerschaftliche<br />
Vorgehen bei der Planung, Umsetzung und Errichtung der neuen<br />
Fertigung hat sich für alle beteiligten Partner der Bayer AG als äu-<br />
Produktionsraum in der Solida-1 Arzneimittelanlage<br />
(Bildautor: Bayer AG)<br />
Im Technikbereich über den Produktionsräumen:<br />
Dieter Steffes-Tun, Gesamtprojektleiter Siemens AG.<br />
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Seite 46/75
ßerst vorteilhaft für den Fortschritt und das Ergebnis der Arbeiten<br />
erwiesen.“<br />
Ein Beispiel für den Beitrag der Siemens AG an der „Lernenden<br />
Fabrik“ ist die Prozessautomation. So werden häufig in der Pharmazeutischen<br />
Industrie Prozessschritte durch die Entnahme von Proben<br />
und deren Analyse überwacht. Das verlängert die Produktionszeit<br />
und reduziert die Einflussnahme auf den Prozess. Die Software<br />
SIPAT überwacht die Qualität bereits während der Produktion in<br />
Echtzeit und kann diese bei Bedarf optimieren. Neben der besseren<br />
Qualität können zeitaufwendige manuelle Kontrollen entfallen und<br />
Fehl-Chargen vermieden werden.<br />
Darüber hinaus leistet die ausgeklügelte Gebäudeleittechnik<br />
einen wichtigen Beitrag in Sachen Energieeffizienz und Flexibilität.<br />
Mit ihrer Hilfe wird das Raumklima nicht nur permanent überwacht<br />
und dokumentiert, sondern die Produktionsumgebung lässt sich je<br />
nach herzustellendem Medikament flexibel anpassen. Zu diesem<br />
Zweck sind im Neubau zahlreiche Automatisierungskomponenten,<br />
Lüftungsanlagen, Wärme-, Kälte- und Dampftechnik verbaut, die<br />
zentral von einer Gebäudemanagement-Plattform gesteuert werden.<br />
Hunderte Sensoren und tausende von Datenpunkten liefern<br />
unablässig Messwerte, die mit digitalen Services im laufenden Betrieb<br />
analysiert werden, Unregelmäßigkeiten erkennen und Handlungsempfehlungen<br />
ableiten. Nicht zuletzt sorgt die Siemens-Automatisierungstechnik<br />
auch in der fabrikinternen Logistik für reibungslose<br />
und digitalisiert gesteuerte Abläufe.<br />
„Die durchgängige Automatisierung der Prozesse wird die Flexibilität<br />
der Arzneimittel-produktion in Leverkusen künftig enorm<br />
erhöhen“, so Drouvé. „Automatisierung und Digitalisierung sind der<br />
Schlüssel, um die industrielle Produktion am Standort Deutschland<br />
auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten. Die Bayer AG stellt das<br />
mit ihrem Neubau der ‚Lernenden Fabrik‘ auch für die Pharmabranche<br />
eindrücklich unter Beweis. Sie nimmt in dieser Hinsicht eine<br />
wichtige Vorreiterrolle ein. Wir bei Siemens freuen uns sehr, dass<br />
wir mit unserem branchenspezifischen Know-how in Sachen Digitalisierung<br />
und Prozessautomatisierung an der Ausgestaltung dieses<br />
Vorzeigeprojektes mitwirken können.“<br />
Eine optimale Flexibilität steht nicht nur für die Produktionsabläufe<br />
im Fokus: Der modulare Aufbau von SOL-1 – und damit<br />
beispielsweise die Möglichkeit von Erweiterungen – schafft auch<br />
im Hinblick auf künftige Entwicklungen im Pharma-Bereich viele<br />
Optionen. Die Anlage hat eine Bruttogrundfläche von 15.000 Quadratmetern.<br />
Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in<br />
dem Gebäude, dessen Richtfest im Mai 2022 im Beisein von Bundeskanzler<br />
Olaf Scholz gefeiert wurde, ihre Arbeit aufnehmen.<br />
Maßstäbe soll die „Lernende Fabrik“ aber auch im Rahmen der<br />
Nachhaltigkeit setzen. Der Energiebedarf der Anlage wird weitgehend<br />
durch eine moderne Geothermie-Anlage gedeckt, die den<br />
CO2-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Betrieben um rund<br />
70 Prozent reduziert.<br />
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Status quo KI-Zertifizierung: Fraunhofer analysiert Herausforderungen<br />
und Bedürfnisse von Unternehmen<br />
KI-Zertifizierung und -Absicherung<br />
aus der Sicht von Unternehmen<br />
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im privaten und beruflichen Umfeld nimmt kontinuierlich zu. Gleichzeitig<br />
werden auf europäischer Ebene Regulierungen durch KI-Zertifizierung und -Absicherung diskutiert. Die Fraunhofer-Institute<br />
IAO und IPA haben deshalb die aktuellen Regulierungsmaßnahmen analysiert und Anforderungen sowie Bedürfnisse<br />
seitens Unternehmen in einem neuen Whitepaper zusammengefasst.<br />
In den letzten Jahren hat die Bedeutung<br />
der Künstlichen Intelligenz (KI) sowohl im<br />
Privat- als auch im Berufsleben stark zugenommen.<br />
KI hat das Potenzial, zahlreiche<br />
Industrien und Bereiche unserer Gesellschaft<br />
zu transformieren, indem sie Effizienz<br />
und Qualität in verschiedenen Anwendungsfällen<br />
verbessert. Allerdings sind auch<br />
erhebliche Risiken und Unsicherheiten mit<br />
dem Einsatz von KI verbunden, wie algorithmische<br />
Fehler, Haftungsrisiken, Diskriminierung<br />
und Datenschutzverletzungen.<br />
Wenn KI-basierte Systeme nicht nach einheitlichen<br />
Sicherheitsstandards entwickelt,<br />
betrieben und geprüft werden, können sie<br />
die Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen<br />
beeinträchtigen.<br />
Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken,<br />
hat die Europäische Union<br />
(EU) im Jahr 2021 einen Gesetzesentwurf<br />
für den EU AI Act vorgestellt, der eine Regulierung<br />
von KI zum Ziel hat. Im Juni <strong>2023</strong><br />
konnten sich EU-Kommission und EU-Parlament<br />
auf einen Vorschlag einigen und<br />
verhandeln aktuell die Umsetzung mit den<br />
EU-Mitgliedsstaaten. Der AI Act als wichtiger<br />
Baustein für KI-Zertifizierung und -Absicherung<br />
ist auch von zentraler Bedeutung<br />
für den Innovation Park Artificial Intelligence,<br />
der das europaweit größte Ökosystem<br />
für KI-Entwicklung aufbaut. »In unserem<br />
Ipai-Ökosystem möchten wir KI-Anwendungen<br />
fördern, die nicht nur innovativ und<br />
effizient, sondern auch sicher und ethisch<br />
verantwortungsvoll sind. Ein praxisorientiertes<br />
Verständnis der EU-Standards aus<br />
dem AI Act zur KI-Absicherung hilft uns<br />
und unseren Mitgliedsunternehmen, alle<br />
notwendigen Vorkehrungen dafür zu treffen«,<br />
betont Moritz Gräter, der CEO des Ipai.<br />
In Vorbereitung auf den kommenden<br />
EU AI Act haben das Fraunhofer-Institut<br />
für Arbeitswirtschaft und Organisation<br />
IAO und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik<br />
und Automatisierung IPA<br />
deshalb die Sichtweise von Unternehmen<br />
untersucht. So hat das Forschungsteam den<br />
aktuellen Stand der gesetzlichen Regulierungen<br />
zur KI-Absicherung aufgenommen.<br />
Basierend auf den Ergebnissen aus Interviews<br />
mit Fachleuten hat das Team außerdem<br />
Anforderungen seitens Unternehmen,<br />
Forschungs- und Bildungseinrichtungen<br />
an die Umsetzung von Absicherungs- und<br />
Zertifizierungsprozessen von KI-Systemen<br />
formuliert.<br />
Fehlende Vorgaben zur KI-Absicherung<br />
als Unsicherheitsfaktor für Unternehmen<br />
Das Whitepaper »KI-Zertifizierung und Absicherung im Kontext des EU AI Act« steht im Internet<br />
kostenlos zur Verfügung unter https://doi.org/10.24406/publica-1875<br />
Nach dem aktuellen Gesetzesentwurf für<br />
den EU AI Act ist es vorgesehen, dass KI-<br />
Anwendungen in verschiedene Risikostufen<br />
eingeteilt werden und je nachdem<br />
unterschiedlichen Auflagen unterworfen<br />
werden. Betreiber von Hochrisiko-KI-<br />
Anwendungen werden verpflichtet, ihre<br />
Konformität mit diesen Anforderungen in<br />
einem Self-Assessment zu überprüfen und<br />
können anschließend das CE-Siegel als<br />
Zertifikat verwenden. Verpflichtende Prüfungen<br />
durch Dritte sollen nur in besonderen<br />
Gebieten, wie z. B. der Medizintechnik,<br />
erforderlich sein.<br />
Obwohl diese Anforderungen sehr klar<br />
vermitteln, wie ein mit dem EU AI Act konformer<br />
KI-Einsatz aussehen soll, ist derzeit<br />
noch unklar, wie das erreicht werden kann.<br />
Aktuell fehlen konkrete Maßnahmen zur<br />
Überprüfung der Auflagen. »Unternehmen<br />
haben z. B. Schwierigkeiten, einzuschätzen,<br />
unter welchen Umständen ihre KI-Anwen-<br />
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Seite 48/75
dung transparent genug ist oder welche<br />
Fehlerrate tolerierbar ist«, erklärt Janika<br />
Kutz, Teamleiterin am Forschungs- und<br />
Innovationszentrum Kognitive Dienstleistungssysteme<br />
KODIS des Fraunhofer IAO.<br />
Gleichermaßen besteht die Sorge, dass die<br />
Aufwände für eine Zertifizierung insbesondere<br />
die Ressourcen von Start-ups und kleineren<br />
und mittelständischen Unternehmen<br />
übersteigen. Es wird befürchtet, dass juristisches<br />
Fachwissen erforderlich ist, um Auflagen<br />
vollständig korrekt umzusetzen, und die<br />
Einhaltung Entwicklungszeiten und -kosten<br />
steigen lässt, sodass europäische Unternehmen<br />
nicht mit internationaler Konkurrenz<br />
mithalten können.<br />
Unternehmen formulieren klare<br />
Anforderungen an KI-Zertifizierung<br />
Ein wichtiges Ergebnis der Interviews ist,<br />
dass die Zertifizierung für Unternehmen<br />
aller Größen umsetzbar sein muss. Jeden<br />
Anwendungsfall absichern und zertifizieren<br />
zu lassen ist aufwendig und ressourcenintensiv,<br />
daher stellen Unternehmen klare<br />
Anforderungen an Regelungen zur KI-Absicherung.<br />
Faktoren wie Transparenz und<br />
Machbarkeit von Zertifizierungsprozessen,<br />
klare Rollen von Behörden und Institutionen<br />
sowie die Bewahrung der Innovationsfähigkeit<br />
werden als besonders wichtig hervorgehoben.<br />
»Die befragten Unternehmen<br />
sind sich einig, dass bei der KI-Zertifizierung<br />
immer der Mehrwert für die Endnutzer<br />
im Vordergrund stehen sollte«, fasst Prof.<br />
Dr. Marco Huber, Leiter der Abteilung Cyber<br />
Cognitive Intelligence am Fraunhofer IPA,<br />
die Ergebnisse der Interviews zusammen.<br />
Externe Unterstützungsangebote<br />
für Unternehmen sind gefragt<br />
Basierend auf den Aussagen der Interviewten<br />
scheinen die meisten Unternehmen<br />
nicht ausreichend auf die kommenden Regulierungen<br />
durch den EU AI Act vorbereitet<br />
zu sein. So können Unternehmen von<br />
Informationsvermittlung, Wissenstransfer<br />
sowie Netzwerkbildung profitieren und<br />
sind außerdem an individuellen Beratungsangeboten<br />
sowie praktischen Methoden<br />
und Werkzeugen zur Unterstützung bei der<br />
Absicherung und Zertifizierung von KI-basierten<br />
Systemen interessiert. Durch den<br />
fortlaufenden Austausch zwischen Regulierungsbehörden,<br />
Industrie, Forschungseinrichtungen<br />
und der breiten Öffentlichkeit<br />
kann ein umfassendes Verständnis der<br />
Chancen und Herausforderungen der KI-<br />
Nutzung entwickelt werden. Dies wird letztendlich<br />
zur Entwicklung von KI-Systemen<br />
führen, die effektiver, sicherer und praxisorientierter<br />
sind.<br />
Das Whitepaper »KI-Zertifizierung und<br />
Absicherung im Kontext des EU AI Act« steht<br />
im Internet kostenlos zur Verfügung unter:<br />
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eMail: joerg-dieter.walz@ipa.fraunhofer.de<br />
Internet: http://www.ipa.fraunhofer.de<br />
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Unternehmen unterzeichnen gemeinsame Absichtserklärung<br />
für strategische Partnerschaft<br />
SICK und Endress+Hauser wollen<br />
Kräfte in der Prozessautomation bündeln<br />
Das deutsche Sensorunternehmen SICK und der Schweizer Mess- und Automatisierungstechnik-Spezialist Endress+Hauser<br />
wollen enger zusammenarbeiten. Die beiden Firmen streben eine strategische Partnerschaft für das Geschäftsfeld Prozessautomation<br />
von SICK an und haben dafür eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Durch das Bündeln ihrer<br />
Kräfte möchten die Unternehmen ihre Kunden bei wichtigen Themen wie Energie- und Ressourceneffizienz sowie Klimaund<br />
Umweltschutz noch besser unterstützen.<br />
Ziel der Partnerschaft ist, das Angebot von<br />
Endress+Hauser um die Prozessanalyseund<br />
Gas-Durchflussmesstechnik von SICK<br />
zu erweitern. Für die Produktion und Weiterentwicklung<br />
der SICK-Prozesstechnik<br />
wollen die beiden Unternehmen ein Joint<br />
Venture gründen. Die Verkaufs- und Serviceteams<br />
des SICK-Geschäftsbereichs<br />
Prozessautomation sollen Teil des globalen<br />
Endress+Hauser Vertriebsnetzwerks werden.<br />
SICK beschäftigt heute im Geschäftsfeld<br />
Prozessautomation insgesamt über<br />
1.400 Menschen in 28 Ländern und erzielt<br />
damit mehr als 350 Millionen Euro Umsatz<br />
im Jahr.<br />
Angebote für die Prozessautomation<br />
ergänzen sich<br />
spielsweise zur Emissionsmessung bei der<br />
Rauchgasreinigung oder für die Gas-Durchflussmessung.<br />
Schon bisher haben die Firmen<br />
immer wieder auftrags-, projekt- und<br />
kundenbezogen zusammengearbeitet.<br />
Beide Gesellschafterfamilien sowie die<br />
jeweiligen Aufsichtsgremien von SICK und<br />
Endress+Hauser stehen hinter dem Vorhaben<br />
einer strategischen Partnerschaft. Auf<br />
Basis der Absichtserklärung (Memorandum<br />
of Understanding) prüfen nun die Fachleute<br />
beider Seiten im Rahmen einer Due Diligence,<br />
wie die Zusammenarbeit verwirklicht<br />
und zum Erfolg geführt werden kann. Zu einer<br />
Vertragsunterzeichnung soll es noch im<br />
ersten Quartal 2024 kommen; der Vollzug ist<br />
für Mitte nächsten Jahres geplant.<br />
Partner sehen gemeinsame Chancen<br />
und gegenseitigen Nutzen<br />
„Bei unserer strategischen Partnerschaft<br />
geht es um gegenseitigen Nutzen auf vielen<br />
Ebenen. Wir wollen gemeinsame Chancen<br />
wahrnehmen, indem wir unsere Kräfte bündeln.<br />
Dabei handeln wir aus einer Position<br />
der Stärke heraus: SICK und Endress+Hau-<br />
Die Angebote der beiden Unternehmen in<br />
der Prozesstechnik sind komplementär. Die<br />
Prozessanalyse- und Gas-Durchflussmesstechnik<br />
von SICK wird insbesondere in Abfallverbrennungsanlagen,<br />
Kraft-, Stahl- und<br />
Zementwerken, in der Öl- und Gasindustrie,<br />
in Anlagen der Chemie und Petrochemie<br />
sowie im Schiffsbau eingesetzt – beiser<br />
sind heute für sich allein sehr erfolgreich<br />
unterwegs. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam<br />
noch erfolgreicher sein werden.<br />
Zusammen können wir unsere Kunden<br />
noch besser unterstützen und bei der nachhaltigen<br />
Transformation der Prozessindustrie<br />
begleiten“, erklärte Matthias Altendorf,<br />
CEO der Endress+Hauser Gruppe.<br />
Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender<br />
von SICK, sagte: „Mit der strategischen<br />
Partnerschaft gehen Endress+Hauser und<br />
SICK neue Wege. Auslöser und Momentum<br />
für dieses Vorhaben ist die Dynamik unseres<br />
Marktumfeldes in der Prozessautomation<br />
durch die voranschreitende Dekarbonisierung<br />
der Industrie. Gemeinsam können wir<br />
die großartigen Möglichkeiten besser nutzen<br />
sowie für und mit Kunden die besten<br />
Lösungen entwickeln. Unsere langjährige<br />
partnerschaftliche Verbundenheit und die<br />
Überschneidungen in den Unternehmenskulturen<br />
der Familienunternehmen spielen<br />
neben dem Fokus auf Technologie und<br />
Menschen eine wichtige Rolle. Erfolgreiche<br />
gemeinsame Kundenprojekte mit Endress+Hauser<br />
bestätigen bereits die gute<br />
Zusammenarbeit.“<br />
SICK ist einer der weltweit führenden<br />
Lösungsanbieter für sensorbasierte Applikationen<br />
für industrielle Anwendungen. Das<br />
Unternehmen ist mit mehr als 50 Tochtergesellschaften<br />
und Beteiligungen sowie<br />
zahlreichen Vertretungen rund um den<br />
Globus präsent. SICK beschäftigt fast <strong>12</strong>.000<br />
Mitarbeitende weltweit und erzielte im Geschäftsjahr<br />
2022 einen Konzernumsatz von<br />
rund 2,2 Milliarden Euro. Das Kerngeschäft<br />
der Fabrik- und Logistikautomation, in dem<br />
SICK über 80 Prozent des Umsatzes generiert,<br />
bleibt von der strategischen Partnerschaft<br />
unberührt.<br />
Prozessmesstechnik spielt eine zentrale Rolle bei Energie- und Ressourceneffizienz<br />
sowie Klima- und Umweltschutz. © Endress+Hauser<br />
Endress+Hauser AG<br />
CH 4153 Reinach BL 1<br />
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Seite 50/75
Hohe Qualitätsstandards in der aseptischen Produktion am klinischen Vetter-Standort im österreichischen Vorarlberg.<br />
© Vetter Pharma International GmbH<br />
Vetter Development Service Rankweil schließt Behördeninspektion erfolgreich ab<br />
Die klinische Fertigungsstätte von Vetter<br />
erhält unbefristete Betriebsbewilligung<br />
– Erfolgreiche Re-Inspektion des neuen Standorts für klinische Entwicklung in Österreich<br />
– Inspektoren zeigten sich von Systemen und Prozessen beeindruckt<br />
– Rankweil bietet Services zur Herstellung und Kontrolle von Prüfpräparaten für klinische Prüfungen<br />
Vetter, eine weltweit führende Contract Development und Manufacturing<br />
Organisation (CDMO), hat die unbefristete Betriebsbewilligung<br />
für den klinischen Entwicklungsstandort in Rankweil,<br />
Österreich, erhalten. Vertreter der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit<br />
(AGES) haben den Standort erneut inspiziert.<br />
Vor Inbetriebnahme hatte die Behörde bereits Ende 2021 eine erste<br />
Inspektion durchgeführt, bei der – wie in Österreich üblich – eine<br />
befristete Betriebsbewilligung auf zwei Jahre ausgestellt wurde.<br />
Während der mehrtägigen Inspektion konnten sich die AGES-<br />
Vertreter genaue Einblicke in die Arbeitsweise von Vetter am Standort<br />
verschaffen. Der Fokus lag auf der Überprüfung der Abläufe und<br />
der Dokumentation in der Produktion und Qualitätskontrolle sowie<br />
den Systemen der Qualitätssicherung. Die Inspektoren zeigten sich<br />
von dem Zustand der Räumlichkeiten, den strukturierten Prozessen<br />
und der Fachkompetenz der Mitarbeitenden beeindruckt.<br />
„Wir sind sehr zufrieden und stolz auf das Ergebnis der umfassenden<br />
Inspektion durch die AGES. Unser hochmoderner Standort<br />
in Österreich zeichnet sich durch klar strukturierte und moderne<br />
Systeme und Prozesse aus, und unsere Mitarbeitenden verfügen<br />
über eine hohe Fachkompetenz“, sagt Wolfgang Weikmann, Senior<br />
Vice President Quality bei Vetter. „So können wir unsere Kunden<br />
und deren Patienten weltweit mit der Herstellung und Kontrolle von<br />
Prüfpräparaten zur klinischen Prüfung in gleichbleibend hoher Qualität<br />
unterstützen.“<br />
Die klinische Fertigungsstätte im österreichischen Vorarlberg<br />
ist das europäische Pendant zum bestehenden Produktionsstandort<br />
in der Nähe von Chicago. „Mit unserem Rankweil-Standort bauen<br />
wir unsere internationale Präsenz im Bereich der Prozessentwicklung<br />
sowie der Produktion für injizierbare Medikamente im Entwicklungsstadium<br />
weiter aus,“ sagt Dr. Claus Feussner, Senior Vice<br />
President Development Service bei Vetter. „Die erfolgreiche Re-Inspektion<br />
und der Erhalt der unbefristeten Betriebsbewilligung des<br />
Standortes ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in unserer strategischen<br />
Unternehmensentwicklung.“<br />
Vetter Pharma International GmbH<br />
D 882<strong>12</strong> Ravensburg<br />
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Seite 51/75
Sanner verkündet Meilenstein beim Bau des<br />
neuen Hauptsitzes und Produktionsstandorts<br />
Die Sanner Gruppe feierte am 19. Oktober <strong>2023</strong> Richtfest am neuen Hauptsitz sowie Produktions- und Entwicklungsstandort<br />
in Bensheim. Das Richtfest markiert einen wichtigen Meilenstein in der Fertigstellung des ambitionierten Bauprojektes,<br />
das seit dem Spatenstich am 21. Januar <strong>2023</strong> vollständig im Zeitplan liegt. Ab September 2024 soll die Fertigung in<br />
die hochmoderne Produktionsstätte verlagert werden. Hierbei arbeitet Sanner eng mit seinen Kunden zusammen, um den<br />
kompletten Umzug bis Anfang 2025 zu realisieren.<br />
Das Bauvorhaben wird von der Goldbeck GmbH, einem der führenden<br />
deutschen Industriebauunternehmen, geplant und betreut.<br />
Die Deutsche Anlagen-Leasing (DAL) – mit einem Transaktionsvolumen<br />
von über 2,4 Mrd. Euro einer der führenden Spezialisten<br />
für große Asset-Based Investment-Projekte – finanziert das Projekt,<br />
mit dem die bestehenden Produktionskapazitäten von Sanner in<br />
Deutschland nachhaltig verdoppelt werden.<br />
Der neue 30.000 Quadratmeter große Standort wird eine flexible<br />
Spritzguss- und Montagehalle beherbergen, die den Anforderungen<br />
sowohl für die Fertigung von Verpackungen als auch denen als<br />
CDMO für Medizintechnik entspricht. Ein automatisiertes zentrales<br />
Materialversorgungssystem sorgt für eine effiziente Maschinenbeladung.<br />
Außerdem verfügt die Produktionsstätte über elektrostatisch<br />
entladene (ESD) Böden für die Montage von Devices mit<br />
elektronischen Komponenten, sowie Reinräume der Klasse 7. Dank<br />
des neuen Lagers verdoppelt Sanner die aktuelle Lagerkapazität und<br />
steigert durch die baldige Installation eines vollautomatischen Lagerverwaltungssystems<br />
zusätzlich die Effizienz. Am neuen Standort<br />
errichtet das Unternehmen darüber hinaus ein 300 Quadratmeter<br />
großes Technologie- und Innovationszentrum, das „Sanner Technikum“,<br />
in dem künftig kundenspezifische Lösungen und Prototypen<br />
entwickelt werden.<br />
Das neue Gebäude wurde im Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele<br />
von Sanner konzipiert und trägt durch die Integration verschiedenster<br />
Elemente zur langfristigen Nachhaltigkeit des Standorts bei.<br />
Ein signifikanter Anteil der Energie, die für den Betrieb des Standorts<br />
erforderlich ist, wird über Photovoltaikanlagen auf dem gesamten<br />
Produktionsdach erzeugt, die die Wärmeenergie direkt in Strom<br />
umwandeln. Weiterer Energiebedarf wird durch energieeffiziente<br />
Wärmepumpen abgedeckt. Zudem erzeugen Windturbinen Energie<br />
für die Außenbeleuchtung und Ladestationen für Elektrofahrräder<br />
und -autos. Darüber hinaus reduzieren zeitgemäße Isolationssysteme<br />
und hochmoderne Maschinen den Energieverbrauch. Auch bei<br />
der Gestaltung des Werksgeländes wählte Sanner einen nachhaltigen<br />
Ansatz: Zahlreiche Bäume und ein begrüntes Dach tragen zu<br />
einer umweltfreundlicheren Produktionsumgebung bei.<br />
Das neue Werk in Bensheim ist ein Leuchtturmprojekt für Sanner<br />
und die Zukunft einer nachhaltigen, energie- und ressourceneffizienten<br />
Produktion. Der Bau des Standorts Bensheim ist ein wichtiger<br />
Teil des umfangreichen Expansionsplans der Sanner Gruppe,<br />
zu dem unter anderem auch ein neues zweites Werk in Kunshan,<br />
China, gehört. Der Expansionsplan ermöglicht es dem Unternehmen,<br />
seine strategischen Ziele zu realisieren: die Herstellung von<br />
Trockenmittelverpackungen für Pharmazeutika und Nahrungsergänzungsmittel<br />
sowie das Angebot von flexiblen und hochwertigen<br />
CDMO-Dienstleistungen für die Medizintechnik. Neben dem Verpackungsportfolio<br />
besteht das Hauptziel von Sanner in der hochwertigen<br />
und effizienten Entwicklung und Produktion von Medikamentenverabreichungssystemen<br />
sowie Diagnostik und MedTech<br />
Devices für Kunden auf der ganzen Welt.<br />
„Dieser Tag ist ein großer Meilenstein in der Geschichte unseres<br />
Unternehmens“, so Dr. Hans-Willem van Vliet, CEO der Sanner<br />
Gruppe. „Dieser bemerkenswerte neue Standort ist das Ergebnis<br />
harter Arbeit und des Engagements vieler Menschen, denen allen<br />
großer Dank gebührt. Die Sanner Gruppe treibt hier künftig die Entwicklung<br />
von Pharma- und Medizintechnikprodukten voran und<br />
bietet intelligente Lösungen an, die Kunden sowie Patientinnen<br />
und Patienten zugutekommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass<br />
die neuen Standorte und unsere derzeitigen Expansionsbemühungen<br />
in Europa und den USA zu weiterem profitablem Wachstum und<br />
nachhaltiger Leistungsfähigkeit der Sanner Gruppe führen.“<br />
Sanner GmbH<br />
D 64625 Bensheim<br />
Der neue Produktions- und Entwicklungsstandort<br />
der Sanner Gruppe in Bensheim.<br />
Dr. Hans-Willem van Vliet, CEO der Sanner Gruppe,<br />
beim Richtfest am 19. Oktober <strong>2023</strong>.<br />
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Seite 52/75
Eröffnung der Werkserweiterung in Taicang<br />
Gemeinsam auf dem Weltmarkt wachsen – am <strong>12</strong>. Oktober eröffnete<br />
Zollner Electronic Taicang Co., Ltd. feierlich die Erweiterung<br />
des Werks in Taicang, Provinz Jiangsu, China, um der wachsenden<br />
Nachfrage und den Anforderungen des internationalen Marktes gerecht<br />
zu werden.<br />
Der Bau der Erweiterung in Taicang begann im Jahr 2021. Mit<br />
rund 17.000 Quadratmetern Baufläche umfasst das neue Werksgebäude<br />
einen Reinraum, eine zweigeschossige Produktionsfläche<br />
zur Bestückung von Flachbaugruppen und Gerätemontage, einen<br />
großen Lagerbereich, eine große Kantine und Sozialbereiche sowie<br />
Büroflächen. Die zusätzliche Produktionsfläche umfasst dabei beeindruckende<br />
15.000 Quadratmeter und wurde speziell konzipiert,<br />
um die Produktionseffizienz zu steigern und die Kapazitäten zu erhöhen<br />
sowie weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Dieser Schritt unterstreicht<br />
Zollners langfristige Vision und das Engagement für die<br />
Region Taicang und ist ein bedeutender Meilenstein in der Unternehmensgeschichte.<br />
In Anwesenheit der geladenen Gäste bestehend aus Regierungsbehörden,<br />
Partnern und verschiedenen Branchenexperten<br />
wurde die Werkserweiterung offiziell am <strong>12</strong>. Oktober eingeweiht. Die<br />
Veranstaltung begann mit einer herzlichen Begrüßung durch General<br />
Manager Yun Qian sowie Vorstandssprecher Ludwig Zollner, die<br />
die Bedeutung dieses Meilensteins für die Entwicklung des Unternehmens<br />
sowie die länderübergreifende Zusammenarbeit hervorhoben<br />
und sich bei all jenen, die diesen Wachstumsweg unterstützt<br />
und begleitet haben, bedankten.<br />
Während der Feierlichkeiten unterstrich Vorstandsmitglied<br />
Markus Aschenbrenner die Bedeutung des Standorts Taicang für<br />
das Unternehmen sowie die Leistung und das Engagement des<br />
Die neue Werkserweiterung der Zollner Electronic Taicang Co., Ltd.<br />
(Bild: Spaceframe Construction & Engineering Co. Ltd.)<br />
Werks. Die Erweiterung repräsentiert eine Investition in die Zukunft<br />
für die Unternehmensgruppe. „Wir sind davon überzeugt, dass Taicang<br />
exzellente Chancen und Bedingungen bietet – gerade für die<br />
Produktion komplexer Produkte – und dass sich dadurch weitere<br />
Möglichkeiten und Potenziale für unser Unternehmen eröffnen“,<br />
betonte er.<br />
Die Erweiterung des Werks in Taicang ist ein klares Zeichen<br />
für Zollners beständigen Einsatz für Wachstum, Innovation und<br />
Kundenzufriedenheit. Dies festigt nicht nur die Präsenz des EMS-<br />
Dienstleisters auf dem globalen Markt, sondern unterstreicht zugleich<br />
die internationale Ausrichtung und Entwicklung der Unternehmensgruppe.<br />
Zollner Elektronik AG<br />
D 93499 Zandt<br />
Spatenstich für Werkserweiterung in Mexiko<br />
Gerresheimer, innovativer System- und Lösungsanbieter und globaler Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche,<br />
hat den Baubeginn der Werkserweiterung am Standort Querétaro, Mexiko, mit einer feierlichen Spatenstich-Zeremonie<br />
gefeiert. Mit dem neuen 7.500 m² großen Produktionsgebäude wird Gerresheimer seine Produktionskapazität für<br />
Spritzen für den nordamerikanischen Markt um mehrere hundert Millionen „Ready-to-fill“ (RTF) Spritzen jährlich ausweiten<br />
und rund 270 neue Arbeitsplätze schaffen. Die hochwertigen vorfüllbaren Glasspritzen eignen sich unter anderem für<br />
injizierbare Biopharmazeutika wie beispielsweise die GLP-1 basierten Medikamente zur Behandlung von Adipositas. Gerresheimer<br />
investiert rund 100 Mio. Euro in das neue Gebäude und die neuen Produktionslinien. Bis voraussichtlich Mitte<br />
2024 wird das Gebäude fertiggestellt werden. Mit dem Anlauf der Produktion wird ab dem zweiten Quartal 2025 gerechnet.<br />
Mit dem Ausbau der Produktionskapazitäten schafft Gerresheimer<br />
am Standort Querétaro rund 270 neue Arbeitsplätze. Rund 1.000<br />
Mitarbeitende sind derzeit am Standort beschäftigt.<br />
Ausweitung der globalen Produktionskapazitäten<br />
Gerresheimer baut aktuell seine Produktionskapazitäten für verschiedene<br />
Produktsegmente auch in Deutschland, Belgien, Nordmazedonien,<br />
Tschechien und USA aus. Als Partner der Pharma-,<br />
Biotech- und Kosmetikbranche produziert Gerresheimer vor Ort für<br />
die lokalen Märkte.<br />
Gerresheimer Regensburg GmbH<br />
D 92442 Wackersdorf<br />
V.l.n.r.: Marco Antonio Del Prete Tercero (Staatssekretär für nachhaltige<br />
Entwicklung des Staates Querétaro), Dietmar Siemssen (CEO Gerresheimer<br />
AG), Mauricio Kuri González (Gouverneur des Staates Querétaro),<br />
Luis Nava Guerrero (Bürgermeister der Stadt Querétaro), Tania Palacios<br />
Kuri (Sekretärin für nachhaltige Entwicklung der Stadt Querétaro)<br />
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Innovationsnetzwerk zeichnet zukunftsweisende Technologien aus<br />
– Lückenlose Remote-Überwachung selbst an entlegenen Orten<br />
Alles im Blick: IoT-Lösung „Smart Monitoring“<br />
für Industriepumpen von LEWA und generic.de<br />
erhält Allianz Industrie 4.0 Award<br />
Für die gemeinsam entwickelte IoT-Lösung „Smart Monitoring“ wurden der Pumpenhersteller LEWA und sein Partner für<br />
die digitale Produktentwicklung generic.de mit dem diesjährigen Allianz Industrie 4.0 Award ausgezeichnet. Mithilfe des<br />
intelligenten Überwachungssystems lassen sich Industriepumpen im Betrieb selbst an sehr entlegenen Orten zuverlässig<br />
und lückenlos überprüfen, kontrollieren sowie auswerten. Verliehen wurde der Preis beim Startup the Future Event am<br />
22. November <strong>2023</strong> in Stuttgart.<br />
Der dauerhafte Betrieb von Pumpensystemen in kritischen Anwendungen<br />
geht einher mit hohem Aufwand für Überwachung und<br />
Wartung. Auch das Erfassen von Betriebskenngrößen wie Volumenstrom,<br />
Temperatur oder Druck setzt oft eine teure und wartungsintensive<br />
Instrumentierung voraus. „Unsere Pumpen dosieren und<br />
fördern teure und empfindliche Fluide. Die Kunden haben daher<br />
einen sehr hohen Anspruch an die Prozesssicherheit. In diesem<br />
Zuge haben wir uns in den vergangenen Jahren viel Überwachungs-<br />
Know-how für unsere Pumpen angeeignet“, erklärt Moritz Pastow,<br />
Program Manager Digital Services & IoT bei der LEWA GmbH. Das<br />
gemeinsam mit generic.de konzipierte und realisierte IoT-System<br />
„Smart Monitoring“ erlaubt es, LEWAs Expertise bei der Diagnostik<br />
über eigens entwickelte Algorithmen automatisiert und kennzahlenbasiert<br />
mit Endkunden zu teilen. Die Ausgabe von Fehlerzuständen<br />
erfolgt dabei anwenderfreundlich in Klartext und mit genauer<br />
Fehlerlokalisation. Gleichzeitig bildet die Technologie die Basis für<br />
eine ganze Reihe weiterer Einsatzmöglichkeiten, wie Predictive<br />
Maintenance, intelligentes Energiemanagement, Remote Service<br />
oder Leistungsanalysen.<br />
Präzises Monitoring auch am Rande der Zivilisation<br />
Den verwendeten Sensoren wird dabei einiges abverlangt: Sie müssen<br />
auch bei Hochdruckanwendungen bis 1.000 bar mit hochgiftigen,<br />
extrem heißen oder kalten, explosiven und abrasiven Fluiden<br />
eine hochfrequente Datenerfassung mit 1.000 Hz gewährleisten.<br />
Dabei sind die Industriepumpen in Prozesse eingebunden, die 24/7<br />
funktionieren müssen. „Technologisch war das Projekt enorm anspruchsvoll.<br />
Wir haben es hier nicht nur mit Standard-Sensorwerten<br />
zu tun. Es müssen bis zu 2.000 Signale pro Sekunde abgegriffen und<br />
sauber verarbeitet werden. Zusätzlich war die On- und Offline-Konnektivität<br />
eine große Herausforderung“, berichtet Michael Puder,<br />
CEO der generic.de software technologies AG. Erschwerend kommt<br />
hinzu, dass viele der von LEWA bereitgestellten Pumpen an den<br />
entlegensten Orten der Welt im Einsatz sind – beispielsweise auf<br />
Offshore-Öl-Plattformen. Das System muss daher in der Lage sein<br />
auch ohne permanente Internetverbindung kontinuierliches Monitoring<br />
zu ermöglichen.<br />
Für den Remote-Zugriff können die Anwender das praktische<br />
Kundenportal nutzen: „Alle Parameter und Zustände lassen sich<br />
zeit- und ortsunabhängig abrufen“, beschreibt Pastow. Als Single-<br />
Touchpoint for Customer-Selfservice erlaubt das Portal den LEWA-<br />
Kunden, über spezielle Dashboards sämtliche Pumpen in Form digitaler<br />
Zwillinge durchgängig zu überwachen. Darüber hinaus können<br />
wichtige Dokumente sowie Ersatzteillisten über das Digital Asset<br />
Management bereitgestellt werden. Zusätzlich ist eine Anbindung<br />
an das jeweilig ERP-System des Endkunden geplant.<br />
Produktentwicklung mit agiler Transformation inklusive<br />
Die LEWA GmbH und ihr Partner für die digitale<br />
Produktentwicklung generic.de mit dem diesjährigen<br />
Allianz Industrie 4.0 Award ausgezeichnet. (Quelle: LEWA GmbH)<br />
Neue Technologien und die zunehmende Vernetzung in der Wertschöpfungskette<br />
haben dazu geführt, dass Betriebe unternehmensübergreifende<br />
Ansätze der digitalen Transformation verfolgen müssen.<br />
„Wir erkannten sehr schnell, dass die klassischen Entwicklungsprozesse<br />
aus dem Maschinenbau bei einem digitalen Produkt wie<br />
‚Smart Monitoring‘ nicht so recht greifen wollten“, bestätigt Pastow.<br />
Das Projekt hatte bei LEWA nicht nur Auswirkungen auf das Technologieportfolio.<br />
Auch die agilen Methoden haben so ihren Weg in<br />
der Produktentwicklung des Maschinenbauers Einzug erhalten.<br />
LEWA GmbH<br />
D 7<strong>12</strong>29 Leonberg<br />
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Mit dem COL<strong>DE</strong>R aus dem Geräteprogramm<br />
von Kager lassen sich Bauteile,<br />
Oberflächen und Fluide mit einem<br />
gezielten Kaltluftstrom beaufschlagen.<br />
© Kiefer Industriefotografie<br />
Der COL<strong>DE</strong>R von Kager wird an das betriebliche<br />
Druckluftnetz oder ein Pneumatikaggregat<br />
(3 bis 7 bar) angeschlossen und wandelt die<br />
zugeführte Druckluft in einen Strom aus sehr<br />
kalter Luft um. © Kiefer Industriefotografie<br />
Der Ultra-Kaltluftstrom des COL<strong>DE</strong>R von Kager lässt sich in der Technik vielseitig nutzen<br />
Die Sache mit dem Joule-Thomson-Effekt<br />
Kager bietet den COL<strong>DE</strong>R in vier<br />
Ausführungen mit Luftstrom-Volumen von<br />
45 bis 600 l/min an, wobei sich die Temperatur<br />
der ausströmenden Ultra-Kaltluft mit einer<br />
Stellschraube einfach einstellen lässt.<br />
© Kiefer Industriefotografie<br />
In zahlreichen industriellen und handwerklichen Be- und Verarbeitungsprozessen hat die gezielte Zuführung eines kühlenden<br />
Mediums zentrale Bedeutung. Der Einsatz flüssiger Kühlschmierstoffe ist dabei aus verfahrens- oder arbeitsmedizinischen<br />
Gründen nicht immer optimal. Eine einfach umsetzbare Alternative bietet hier der Kaltluftstab namens COL<strong>DE</strong>R<br />
von Kager. Sein kühlender Luftstrom kann treffsicher auf Prüffelder, Werkstücke, Bauräume oder Reagenzien gerichtet<br />
werden.<br />
In der mechanischen Fertigung, in der Baugruppen-Montage, im<br />
chemischen Labor oder in der industriellen Qualitätssicherung: Die<br />
flexible Bereitstellung und gezielte Zuführung kühlender Kaltluft gehört<br />
in vielen Bereichen der Technik zu den grundsätzlichen Verfahrensbedingungen.<br />
Während es beispielsweise bei der spangebenden<br />
Bearbeitung metallischer oder polymerer Werkstücke von hoher Relevanz<br />
ist, die hierbei entstehende Wärme rasch abzuführen, hat das<br />
kontrollierte Abkühlen in vielen fluidtechnischen Kreisläufen entscheidenden<br />
Einfluss auf den Wirkungsgrad der Prozesse. Häufig<br />
aber erweist sich der Einsatz flüssiger Kühlmittel als technisch zu<br />
aufwändig oder gesundheitlich bedenklich. In solchen Fällen empfiehlt<br />
sich der COL<strong>DE</strong>R aus dem Geräteprogramm des deutschen<br />
Handels- und Beratungsunternehmens Kager als überaus pragmatische<br />
Alternative. Mit diesem vielseitig einsetzbaren Pneumatik-<br />
Tool, dessen Funktionsweise auf dem Joule-Thomson-Effekt beruht,<br />
lassen sich Bauteile, Oberflächen und Fluide mit einem gezielten<br />
Kaltluftstrom beaufschlagen.<br />
Energieeffiziente Kaltluftquelle<br />
Der COL<strong>DE</strong>R wird an das betriebliche Druckluftnetz oder ein Pneumatikaggregat<br />
(3 bis 7 bar) angeschlossen und wandelt die zugeführte<br />
Druckluft in einen Strom aus sehr kalter Luft um, der sich zielgenau<br />
ausrichten lässt. Hierbei können Niedrigtemperaturen von<br />
bis zu -55° C erreicht werden. Da der COL<strong>DE</strong>R von Kager seinen<br />
kühlenden Dienst völlig ohne Strom oder den Einsatz technischer<br />
Gase bereitstellt, ist er eine sehr energieeffiziente Kaltluftquelle.<br />
Seine Funktionsweise beruht auf dem Joule-Thomson-Prinzip –<br />
also der irreversiblen Ausdehnung der Luft ohne Energieaustausch<br />
mit der Umgebung. Bei diesem physikalischen Effekt wird bei einem<br />
Betriebsdruck zwischen 3 und 7 bar und einer Zustrom-Temperatur<br />
von +20°C ein eiskalter Luftstrom generiert.<br />
Dank seines kompakten Designs, der flexiblen Pneumatikschläuche<br />
und eines praktischen Magnethalters lässt sich der COL-<br />
<strong>DE</strong>R überall positionieren, wo sein kühlender Luftstrom benötigt<br />
wird. So kann er etwa bis auf einen Abstand von 20 mm an ein Werkstück,<br />
eine Oberfläche, eine Schweißnaht, ein Laborgefäß oder eine<br />
Lötstelle herangeführt werden.<br />
Sauber und trocken<br />
In der Fertigungstechnik bewährt sich der Kaltluftstab von Kager sowohl<br />
im Rahmen von High-Speed-Bearbeitungsprozessen als auch<br />
bei trockenen Trenn-, Schleif- oder auch Löt- und Schweißverfahren.<br />
Zu den Pluspunkten der COL<strong>DE</strong>R-Anwendung gehören hierbei<br />
der Ausschluss der Öladditiv-Korrosion auf metallischen Oberflächen<br />
sowie der Entfall der Kühlmittel-Entsorgung. Und während<br />
sich bei der Verwendung flüssiger Kühlmittel häufig schmierige<br />
Rückstände bilden, bleiben die Werkstücke, der Bauraum und die<br />
Werkzeuge beim COL<strong>DE</strong>R-Einsatz sauber und trocken.<br />
Kager bietet den COL<strong>DE</strong>R in vier Ausführungen mit Luftstrom-<br />
Volumen von 45 bis 600 l/min an, wobei sich die Temperatur der<br />
ausströmenden Ultra-Kaltluft mit einer Stellschraube einfach einstellen<br />
lässt. Unter der Voraussetzung der konstanten Druck- und<br />
Temperaturwerte der einströmenden Luft, schwankt die Temperatur<br />
der ausströmenden Kaltluft nur etwa um +/- 0,6°C. Die Funktionsweise<br />
des COL<strong>DE</strong>Rs setzt Kager auch in einem Video auf seinem<br />
You-Tube-Kanal in Szene.<br />
Kager Industrieprodukte GmbH<br />
D 63<strong>12</strong>8 Dietzenbach<br />
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Gehäusedichtungskonzepte für spezielle<br />
Anforderungen an IP-Schutzgrad, EMV<br />
und Hygiene<br />
ALU-PRIMUS-Design-Dichtung<br />
Die Richard Wöhr GmbH bietet<br />
neben einem umfangreichen<br />
Portfolio an Gehäusen, Frontplatten<br />
und Eingabesystemen<br />
(darunter Industrietasturen und<br />
Folientastaturen) auch nützliches<br />
und intelligentes Zubehör<br />
für die betreffenden Industriekomponenten.<br />
Insbesondere<br />
für die Herstellung beziehungsweise<br />
die Applikation von Gehäusen<br />
im elektrotechnischen<br />
und elektronischen Umfeld liefert Wöhr® Dichtungen mit verschiedensten<br />
Spezifikationen, so etwa als Flach- oder Rundmaterial, aus<br />
Polyurethan- oder Polyäthylen-Schaumfolie, elektrisch isolierend<br />
oder leitfähig. Diese Dichtungs- und Isoliermaterialien werden im<br />
eigenen Haus kundenspezifisch angepasst und konfektioniert.<br />
Mit einer Dichtung alleine beziehungsweise mit der Auswahl<br />
des richtigen Dichtungsmaterials aus einer Vielzahl am Markt vorhandener<br />
Möglichkeiten ist es jedoch nicht getan. Vielmehr ist ein<br />
ganzheitliches Dichtkonzept entscheidend, bei welcher die Dichtung<br />
selbst zwar eine tragende Rolle spielt, jedoch konstruktionstechnisch<br />
richtig geplant und fertigungstechnisch richtig eingebaut<br />
werden muss. Die Kunst, ein Gehäuse nach den Anforderungen<br />
eines klar definierten IP-Schutzgrades dicht zu bekommen, liegt in<br />
der Auswahl des richtigen Verfahrens und dessen frühzeitiger Einplanung<br />
schon während der Konstruktion, in Abstimmung mit den<br />
übrigen Komponenten und Baugruppen.<br />
Dichtungen sind in der Regel dort verbaut, wo vor Umwelteinflüssen<br />
geschützte Baugruppen zu Servicezwecken in unregelmäßigen<br />
Abständen zugänglich gemacht werden müssen oder um<br />
unbekannte oder schwierige, nicht alltägliche Einbausituationen zu<br />
meistern. Und genau dort sind die Schwachstellen einer nicht konstruktiv<br />
berücksichtigten Dichtungslösung.<br />
Eine Dichtung, welche keinen mechanischen Anschlag hat und<br />
aus diesem Grund nach einem Öffnen der Baugruppe nicht rekonditioniert<br />
werden kann bzw. kein Rückstellverhalten aufweist, verfehlt<br />
ab diesem Zeitpunkt ihre Wirkung oder kann diese nur teilweise erfüllen.<br />
Um all diese Punkte zu berücksichtigen ist es wichtig, neben<br />
den Anforderungen des (Neu-)Gerätes auch die Anforderungen im<br />
Feld zu kennen. Nur dann können die Mechanik, die Dichtungsart<br />
und das Dichtungsmaterial samt Zubehör optimal aufeinander abgestimmt<br />
werden, so dass ein ganzheitliches Dichtkonzept entsteht.<br />
Die Richard Wöhr GmbH bietet folgende Dichtungstechnologien<br />
an: Geschäumte Dichtungen<br />
aus einer oder zwei Komponenten,<br />
Rundschnurdichtungen,<br />
Flächendichtungen und<br />
EMV-Dichtungen.<br />
1. Geschäumte Dichtungen<br />
Geschäumte Dichtungen sind<br />
hochelastisch, unverlierbar (da<br />
selbsthaftend), erlauben eine<br />
dimensionsgenaue Positionierung<br />
bei gleichzeitiger Kompensation von Gehäusetoleranzen und<br />
bestechen durch ihre enorm hohe Prozesssicherheit sowie Flexibilität.<br />
Eine geschäumte Dichtung hat in der Regel ein Größenverhältnis<br />
von 2:1 (Breite x Höhe). Diese Dichtung hat keinen Stoß und ist<br />
somit für Belastungen von allen Seiten geeignet.<br />
1.1. Ein-Komponenten-Dichtungen<br />
Geschäumte Dichtungen aus einkomponentigen Elastomeren werden<br />
direkt auf das abzudichtende Bauteil dosiert.<br />
Vorteile: Auch komplexe und kleine Dichtungsgeometrien sind<br />
realisierbar Die Dichtmasse ist fertig gemischt, meist ein feuchtigkeitsvernetzendes<br />
System, UV- und thermisch aushärtende Varianten<br />
sind ebenfalls möglich. Die Parameter der Dichtung sind konstant<br />
vom ersten bis zum letzten Teil. Funktionelle Füllelemente (z.B.<br />
elektrisch oder thermisch leitfähige Additive) sind möglich, wirken<br />
sich aber auf die Härte und die Elastizität der Dichtmasse aus.<br />
Nachteile: Die Dichtung ist meist komplett gefüllt, im Prozess<br />
können normalerweise keine Parameter wie Shorehärte eingestellt<br />
werden. Systeme, welche durch Mischen von Luft unter Kompression<br />
ein Aufschäumen der Dichtmasse nach Verlassen der Düse erzwingen,<br />
sind meist teuer. Je nach Verarbeitung und Material kann<br />
hier ein Start- bzw. Endpunkt der Dichtung sichtbar sein und dieser<br />
evtl. sogar auf die Dichtwirkung Einfluss haben.<br />
1.2. Zwei-Komponenten-Dichtungen<br />
Zwei-Komponenten-Dichtungen werden vor dem Aufbringen in<br />
einem Mischer aufbereitet.<br />
Vorteile: Hervorragende Haftung, schnelle Prozesse, Dichtungseigenschaften<br />
sind gut einstellbar, die Dichtmasse ist preisgünstig<br />
und sehr chemikalienresistent.<br />
Nachteile: Oft sind Einrichteteile nötig, um ein optimales Ergeb-<br />
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ALU-PRIMUS-Design-Dichtung<br />
nis zu erreichen, kleine Serien sind meist nicht lukrativ. Ein mechanischer<br />
Anschlag sollte vorhanden sein, um eine Rückstellung der<br />
Dichtung zu gewährleisten.<br />
2. Rundschnurdichtungen<br />
Rundschnurdichtungen sind in sämtlichen Abmaßen (0,5 mm, 1,0<br />
mm 1,5 mm usw.) und aufgrund großer Materialauswahl (wie Moosgummi,<br />
Neopren- und Silikondichtung) auch als funktionelle Varianten<br />
– als Vollmaterial oder als Schlauch - verfügbar.<br />
Vorteile: Für kleine Stückzahlen eine gute Alternative, funktionelle<br />
Eigenschaften wie Leitfähigkeit und verschiedene Shorehärten<br />
sind möglich. Dreidimensionale Dichtungsgeometrien können<br />
abgebildet werden.<br />
Rundschnüre sind – da von der Rolle – in der Länge nahezu<br />
„endlos“ verfügbar, also auch für sehr große Werkstücke. Als Ringschnur<br />
ist eine Verklebung möglich, eine Flächenverklebung mit Nut<br />
ist dagegen je nach Gegebenheit nicht unbedingt erforderlich. Sie<br />
kann auch vom Kunden selbst eingelegt werden und ist bei geänderten<br />
Anforderungen austauschbar.<br />
Nachteile: Überwiegend manuelle Anbringung erforderlich. Mechanisch<br />
muss am abzudichtenden Teil eine Führung (Nut) vorhanden<br />
sein, evtl. ist sogar ein Einkleben der Dichtung nötig.<br />
3. Flächendichtungen<br />
Die Wahl des Dichtmaterials ist bei Flächendichtungen enorm<br />
wichtig, da Materialbeständigkeit und –struktur (offenporig oder geschlossenzellig)<br />
das Dichtverhalten des Systems beeinflussen.<br />
Ebenfalls spielt hier das Rückstellvermögen der Dichtung eine<br />
große Rolle, um eine Dichtwirkung auch nach Serviceeinsätzen zu<br />
gewährleisten.<br />
Vorteile: Kann durch Laserschnitt auch für kleine Stückzahlen<br />
konfektioniert werden, ist jedoch durch Bandstahlschnitt auch in<br />
der Herstellung größerer Stückzahlen sehr lukrativ. Bei Staubschutzdichtungen<br />
ist eine „gestoßene“ L-förmige Variante möglich, diese<br />
ist kostengünstiger, da materialsparend.<br />
Nachteile: Die Ausführung muss gegebenenfalls am Stück sein<br />
und kann nur bei guter Verarbeitung und unter bestimmten Voraussetzungen<br />
gestoßen werden. Auch hier sollte je nach System ein<br />
mechanischer Endanschlag die Dichtung vor einer irreversiblen<br />
Verpressung bewahren.<br />
4. EMV-Dichtungen<br />
Dichtungen zur Gewährleistung einer elektromagnetischen Verträglichkeit<br />
sind meist nur bedingt als Schutz vor eindringendem<br />
Wasser geeignet. Sie sind leitfähig und dienen einer niederohmigen<br />
geschlossenen Oberfläche, welche EMV-Emissionen sowie EMV-<br />
Immissionen dämpft.<br />
Die Dichtigkeit von Komplettsystemen kann auch mit Hilfe von<br />
konstruktiven Einzelmaßnahmen oder mit entsprechend intelligentem<br />
Zubehör (zusätzlich) gesichert werden, z. B. mit einem speziellen<br />
Dichtrahmen für eine Folientastatur, einem Überschlag der<br />
Dekorfolie auf die Mechanik oder speziellen Entwässerungs- und<br />
Entlüftungsstopfen oder Druckausgleichselementen. Letztere gehören<br />
schon seit vielen Jahren zum Standardprogramm der Richard<br />
Wöhr GmbH und sollen nachfolgend vorgestellt werden, da sie entscheidend<br />
dazu beitragen, die Praxistauglichkeit eines Gehäuses<br />
nachhaltig und über einen längeren Zeitraum, auch und vor allem<br />
bei wechselnden Umwelteinflüssen (wie Feuchtigkeits-, Luftdruck<br />
und Temperaturschwankungen), zu gewährleisten.<br />
Entwässerungs- und Entlüftungsstopfen (Klimastutzen) sorgen<br />
für einen ständigen Druckausgleich zwischen Gehäuse/Schaltschrank<br />
und Umgebung. Dadurch werden Hitzestaus vorgebeugt<br />
und die Kondenswasserbildung minimiert, somit die Elektronikbauteile<br />
vor Korrosion geschützt. In Betriebsmittel eingedrungenes<br />
Wasser sowie aufgetretenes Kondensat werden autonom über den<br />
Klimastutzen abgeleitet.<br />
Das Entlüftungselement wird an der Außenwand eines Gehäuses<br />
angebracht und sorgt für einen ständigen Druckausgleich. Es<br />
wird dabei entweder in ein Gewinde geschraubt oder durch eine<br />
Bohrung per Gegenmutter angeschraubt.<br />
Ein wichtiges Leistungsmerkmal der Druckausgleichselemente<br />
ist die hohe Luftdurchflussrate bei gleichzeitig hohem Wasserrückhaltevermögen.<br />
Dadurch wird der Innendruck von geschlossenen<br />
Gehäusen an den Umgebungsdruck angepasst und gleichzeitig verhindert,<br />
dass Wasser eindringt.<br />
Dieser Druckausgleich ist auch in Verbindung mit Kabelverschraubungen<br />
möglich („atmende Kabelverschraubung“).<br />
Des Weiteren bietet Wöhr® Elemente an, welche das Wasser<br />
aus dem Gehäuseinneren abführen und optional zugleich Druckausgleich<br />
ermöglichen. Mittels einer in das Element integrierte,<br />
beidseitig luft- und einseitig wasserdurchlässige Membranfolie wird<br />
eine IP-Dichtigkeit von IP66, IP68 und sogar IPX9-k erreicht.<br />
Die Serie GH02/KVDAE kombiniert Kabelverschraubungen<br />
und Druckausgleichelemente. Dank einer mikroporösen, flüssigkeitsdichten<br />
Membran werden Druckunterschiede innerhalb und<br />
außerhalb des Gehäuses ausgeglichen und somit die Bildung von<br />
Kondenswasser minimiert. Die Serie GH02/KVDAE ist damit hervorragend<br />
für den Einsatz in Steuerungen und Schaltschränken in<br />
der Lebensmittelindustrie, der Gebäudeautomation, der Verkehrstechnik<br />
und der Energieversorgung geeignet.<br />
Durch die atmende Kabelleitungseinführung werden weiterhin<br />
alle wichtigen Eigenschaften einer Kabelverschraubung erfüllt und<br />
somit Kosten erspart. Es sind weder weitere Bauteile noch eine extra<br />
Montage oder Bohrungen nötig.<br />
Aufgrund der identischen Größen können alte Kabelverschraubungen<br />
einfach durch die neue Serie GH02/KVDAE ersetzt werden.<br />
Sie sind auch als EMV-Verschraubung (elektromagnetische Verträglichkeit)<br />
mit Innenteilen nach DIN 89345 lieferbar.<br />
Letztendlich benötigt man für ein passendes Dichtungskonzept<br />
entsprechendes Know-How und einen erfahrenen Partner, der<br />
einen dabei projektbezogen unterstützt. Die Auswahl des Dichtkonzeptes<br />
muss global gesehen werden und ist nicht nur ein kleiner,<br />
sondern für die Funktionalität des Endproduktes entscheidender<br />
Parameter im Herstellungsprozess von Gehäusen und Geräten. Die<br />
Richard Wöhr GmbH unterstützt ihre Kunden bei der Auswahl und<br />
Ertüchtigung von Dichtkonzepten von der Konstruktion bis zur Fertigung<br />
und Montage.<br />
Richard Wöhr GmbH<br />
D 75339 Höfen/Enz<br />
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Seite 57/75
Mit der induktiven Ladetechnik können AMR nun auch in Reinräumen der ISO-Klasse 4 eingesetzt werden.<br />
Wiferion » Nachricht » Induktives Ladesystem erhält ISO-Zertifikat für Reinraum<br />
Induktives Ladesystem erhält<br />
ISO-Zertifikat für Reinraum<br />
Transportprozesse mit fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und<br />
autonomen mobilen Robotern (AMR) im Reinraum automatisieren<br />
– das ermöglicht Wiferion mit seinem induktiven Ladesystem<br />
etaLINK 3000. Die induktive Ladelösung wurde vom Fraunhofer-<br />
Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA für die<br />
ISO-Klasse 4 zertifiziert. Damit ist erstmals der sichere Einsatz<br />
von Transportrobotern in hochsensiblen Produktionsumgebungen<br />
möglich.<br />
Energieversorgung von FTS und AMR im Reinraum<br />
Ob in der Halbleiterproduktion, der Pharmaindustrie oder der Medizintechnik<br />
– die Automatisierung sensibler Transportaufgaben durch<br />
FTS und AMR im Reinraum ist auf dem Vormarsch. Insbesondere in<br />
höheren ISO-Reinraumklassen stießen die Systeme bisher jedoch<br />
aufgrund ihrer mechanischen Batterieladelösungen an ihre Grenzen.<br />
Bei jedem Ladevorgang mit Schleifkontakten entsteht Kupferabrieb.<br />
Die Partikel verteilen sich in der Produktionsumgebung und<br />
können im Extremfall ganze Chargen wertvoller Halbleitersubstrate<br />
(Wafer) beschädigen oder Medikamente kontaminieren.<br />
Gekapselt und ohne mechanische Kontakte<br />
Nahezu alle namhaften Roboterhersteller setzen daher auf die berührungslose<br />
Energieversorgung mit dem etaLINK 3000-System<br />
von Wiferion. „Unsere kabellose Ladelösung ist in sich gekapselt<br />
und kommt ohne mechanische Kontakte aus. Partikelabrieb und<br />
Kontamination der Produktionsumgebung sind damit nahezu ausgeschlossen“,<br />
erklärt Julian Seume, ehemals CSO von Wiferion und<br />
jetzt Direktor der PULS Wireless Businessunit. Eine Zertifizierung<br />
durch das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung<br />
IPA gibt Anwendern nun auch offiziell die Sicherheit,<br />
dass der Ladevorgang kein Risiko für ihre Produktion darstellt. Das<br />
induktive Ladesystem wurde nach ISO 14644-1 unter spezifischen<br />
Testbedingungen geprüft und für den Einsatz in Reinräumen der<br />
ISO-Klasse 4 zertifiziert.<br />
„Mit der Auszeichnung legen wir den Grundstein dafür, dass die<br />
mobile Transportrobotik auch in sensiblen Bereichen eingesetzt<br />
werden kann. Wir sehen hier großes Potenzial und sind bereits in<br />
guten Gesprächen, um dieses Segment weiter auszubauen“, stellt Julian<br />
Seume in Aussicht.<br />
PULS GmbH<br />
D 81925 München<br />
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Seite 58/75
Wir sagen danke und freuen uns auf 2024.<br />
Rückblick auf die LOUNGES <strong>2023</strong>: Ein Jahr voller<br />
Innovation, Gemeinschaft und Inspiration<br />
Das Jahr <strong>2023</strong> war für Inspire ein Jahr voller bedeutender Momente und interessanter Begegnungen in der Welt der Reinraum-<br />
und Prozesstechnik. Wir laden Sie ein, mit uns einen Blick zurückzuwerfen und die herausragenden Ereignisse dieses<br />
Jahres von Karlsruhe über Österreich bis hin zu Dresden und Hamburg zu betrachten.<br />
Karlsruhe: Ein dynamischer Auftakt<br />
In Karlsruhe begann unsere Reise in ein Jahr voller Innovation<br />
und Fachwissen. Die Messe Karlsruhe wurde zum pulsierenden Zentrum<br />
des Austauschs, wo Branchenexperten und Visionäre zusammenkamen,<br />
um die neuesten Technologien und Trends zu diskutieren.<br />
Mit einem Programm, das von fesselnden Vorträgen, Networking-Möglichkeiten<br />
und einem bunten Abendprogramm reichte,<br />
setzten wir neue Maßstäbe für die kommenden Veranstaltungen. Ein<br />
Höhepunkt war die Verleihung des Fraunhofer IPA Reinheitstechnik-Preises<br />
REINER!, der Innovationen in unserer Branche würdigt<br />
und die Gewinner als Leuchttürme der Industrie auszeichnet.<br />
Österreich: Eine Tour der Inspiration<br />
Die PROMO TOUR in Österreich führte uns durch Graz, Innsbruck<br />
und Salzburg. Jede Stadt bot eine eigene, faszinierende Bühne<br />
für den Austausch und das Erleben der neuesten Trends. Unter der<br />
charmanten Führung unserer Moderatoren, Lena Reuter, Cara Gurr<br />
und Simon Diez, boten wir den Teilnehmern spannende Einblicke<br />
und begegneten den Innovationen der Branche auf eine interaktive<br />
Weise.<br />
Dresden: Ein Treffpunkt der Extraklasse<br />
Das Internationale Congress Center in Dresden bot die perfekte<br />
Bühne für ein weiteres Highlight unserer Veranstaltungsreihe. Hier<br />
wurden innovative Vorträge und Networking-Gelegenheiten geboten,<br />
die die Zukunft der Branche formten. Dieser Ort wurde zum<br />
Treffpunkt für Experten, um über die neuesten Entwicklungen in der<br />
Reinraum- und Prozesstechnik zu diskutieren.<br />
und musikalischer Genüsse, die allen Teilnehmern unvergessliche<br />
Momente bescherten.<br />
Digitale Präsenz: Ein Fenster zur Welt der Reinraumtechnik<br />
Unser neues Newsportal www.cleanroom-processes.de spielte<br />
eine zentrale Rolle in unserem Jahresprogramm. Als digitale Plattform<br />
bot es kontinuierlich spannende Inhalte, die die Community<br />
das ganze Jahr über inspirierten.<br />
Ausblick auf 2024<br />
Wir freuen uns, Ihnen bereits jetzt einen Ausblick auf die<br />
LOUNGES 2024 in Karlsruhe zu geben. Im nächsten Jahr erwarten<br />
Sie spannende Neuerungen und Veranstaltungen. Besonders im Fokus<br />
stehen werden Recruiting-Initiativen im Bereich Cleanroom &<br />
Processes, um Talente und Unternehmen zusammenzubringen. Wir<br />
planen, spezielle Recruiting-Maßnahmen zu integrieren, welche als<br />
Plattform für Karrieremöglichkeiten und Networking dienen. Seien<br />
Sie gespannt auf ein vielfältiges Programm, das die Zukunft der<br />
Branche weiter prägt.<br />
Wir möchten uns herzlich bei allen Ausstellern, Teilnehmern und<br />
Partnern bedanken, die die LOUNGES <strong>2023</strong> zu einem unvergesslichen<br />
Erlebnis gemacht haben. Ihre Begeisterung, Ihr Engagement<br />
und Ihre Expertise waren die Schlüssel zum Erfolg dieser Veranstaltung.<br />
Wir freuen uns darauf, Sie alle bei den LOUNGES 2024 wiederzusehen,<br />
um gemeinsam weitere Meilensteine in der Branche zu<br />
setzen.<br />
Hamburg: Ein feierlicher Abschluss<br />
In Hamburg, in der historischen Altonaer Fischauktionshalle,<br />
erlebten wir den krönenden Abschluss unserer Event-Reihe. Die<br />
Veranstaltung war voller lebhafter Diskussionen und intensiven<br />
Wissensaustauschs. Hier stand der Abend im Zeichen kulinarischer<br />
Inspire GmbH - LOUNGES<br />
Am Falltor 35 D 64625 Bensheim<br />
Telefon: +49 625 1706068<br />
info@inspire-eventmanagement.de<br />
http://www.expo-lounges.de/<br />
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MEDICA und COMPAMED:<br />
Medizintechnik-Business profitiert vom<br />
starken internationalen Besucherzuspruch<br />
Hohe Entscheiderquote, einzigartige Neuheitenvielfalt und<br />
hochkarätig besetztes Rahmenprogramm<br />
Nach vier Tagen Laufzeit haben die MEDICA und die COMPAMED<br />
in Düsseldorf ihre herausragenden Positionen als Plattformen für<br />
weltweites Medizintechnik-Business und einen fachlichen Austausch<br />
auf Top-Niveau eindrucksvoll bestätigt. „Dazu haben beigetragen:<br />
der starke internationale Besucherzuspruch, die hohe<br />
Entscheiderquote, das hochkarätig besetzte Rahmenprogramm und<br />
die einzigartige Neuheitenvielfalt entlang der gesamten Wertschöpfungskette“,<br />
resümiert Erhard Wienkamp, Geschäftsführer der Messe<br />
Düsseldorf, das Geschehen in den Hallen der international führenden<br />
Medizinmesse und der Leitveranstaltung für die Zulieferbetriebe<br />
der Medizintechnikindustrie. Die 5.372 an der MEDICA <strong>2023</strong><br />
sowie 735 an der COMPAMED <strong>2023</strong> beteiligten Unternehmen vermittelten<br />
vom 13. – 16. November den insgesamt 83.000 „Healthcare-<br />
Profis“ (2022: 81.000) einen imposanten Nachweis ihres Know-hows<br />
im Hinblick auf die Realisierung einer modernen Gesundheitsversorgung<br />
in Arztpraxen oder Klinken – von der Hightech-Zulieferkomponente<br />
bis zum leistungsfähigen Endprodukt.<br />
„Drei Viertel der Besuchenden reiste aus anderen Ländern nach<br />
Düsseldorf. Sie kamen aus 166 Nationen. Beide Veranstaltungen<br />
sind damit nicht nur jeweils führend in Deutschland und Europa,<br />
die Zahlen unterstreichen zugleich ihre hohe Relevanz für globales<br />
Business“, hebt Christian Grosser, Director Health & Medical Technologies<br />
der Messe Düsseldorf, hervor. Gut 80 Prozent sind in ihren<br />
Unternehmen und Einrichtungen maßgeblich in wichtige Entscheidungen<br />
eingebunden.<br />
Der „Push“ für Kooperationen und das internationale Geschäft<br />
durch die MEDICA und die COMPAMED ist für die Branche bedeutsam.<br />
Das unterstreichen aktuelle Berichte und Aussagen der<br />
Branchenverbände. Wenngleich der Medizintechnikmarkt in<br />
Deutschland demnach mit einem Volumen von rund 36 Milliarden<br />
Euro in Europa unverändert an der Spitze liegt, wird die Exportquote<br />
der deutschen Medizintechnikindustrie auf knapp 70 Prozent beziffert.<br />
„Die MEDICA ist für die stark exportorientierte deutsche Medizintechnikbranche<br />
ein guter Marktplatz, um sich ihren (potenziellen)<br />
Kunden aus aller Welt zu präsentieren. Sie lockt viele internationale<br />
Besucher und Aussteller an“, erklärt Marcus Kuhlmann, Leiter<br />
des Fachverbandes Medizintechnik im Deutschen Industrieverband<br />
für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik (SPECTARIS).<br />
Aus diesem Grund zeigte sich der Industrieverband SPECTARIS<br />
auch einmal mehr engagiert hinsichtlich der MEDICA-Programmgestaltung<br />
und zeichnete in Kooperation mit der Medizintechnikinitiative<br />
MedicalMountains verantwortlich für die Agenda des ME-<br />
DICA TECH FORUMs (in Halle 9). „Hier wurden Informationen zu<br />
Digitalisierungs- und KI-Trends in der Medizintechnik, Vorträge zu<br />
innovativen Ansätzen für die technische Dokumentation und natürlich<br />
auch Aktuelles zum Themendauerbrenner `Medical Device Regulation´<br />
geboten. Hinsichtlich wichtiger Auslandsmärkte wurde der<br />
Blick gerichtet auf China, aber auch die USA, UK, die Schweiz und<br />
Indonesien“, unterstreicht Marcus Kuhlmann den hohen Praxisnutzen<br />
aus Sicht des angereisten Fachpublikums.<br />
Gesundheitsinnovationen – digital & gestärkt durch KI<br />
Ob in Fachmesse, Konferenzen oder den Fachforen: Der Themenfokus<br />
richtete sich in diesem Jahr insbesondere auf die digitale<br />
Transformation des Gesundheitswesens im Kontext einer zunehmenden<br />
„Ambulantisierung“ der Versorgung sowie Vernetzung von<br />
Kliniken untereinander. Ebenfalls im Trend liegen Verfahren auf<br />
Basis Künstlicher Intelligenz (KI) und unterstützende Systeme wie<br />
etwa Robotiksysteme sowie Lösungen zur Implementierung nachhaltigerer<br />
Prozesse. Zu den präsentierten Ausstellerneuheiten zählten<br />
beispielsweise ein KI-gesteuertes Wearable zur Verbesserung<br />
der Schlafqualität (durch Gehirnstimulation auf Basis von präzisen<br />
Neurofeedback-Signalen), ein energiesparendes und doch effektives<br />
Kryotherapieverfahren sowie Robotersysteme für Diagnostik,<br />
Therapie und Rehabilitation – von robotergesteuerter Ultraschalluntersuchung<br />
oder Herz- und Gefäßchirurgie ohne physischen<br />
Kontakt der Instrumente beim Navigieren durch die Blutgefäße bis<br />
hin zur Oberkörpermobilisierung von bettlägerigen Patientinnen<br />
und Patienten.<br />
Dem Trend der ambulanten Patientenfernbetreuung folgend<br />
stellte das Unternehmen Beurer zur MEDICA <strong>2023</strong> ein mobiles<br />
Notfallarmband mit Sturzerkennung, integrierter SIM-Karte und<br />
App-Anbindung vor. Im sprichwörtlichen „Fall der Fälle“ wird automatisch<br />
auch fernab der häuslichen Umgebung ein Notruf abgesetzt.<br />
„Für uns bietet die MEDICA eine optimale Plattform, unsere<br />
Neuheiten des Medical-Bereichs einem breiten Publikum vorzustellen.<br />
Besonders haben wir uns über den direkten Austausch mit<br />
internationalen Kunden und Partnern gefreut. Denn gerade dieses<br />
Jahr hatten wir neben dem Notfallarmband viele weitere innovative<br />
Produkte aus den Bereichen Blutdruckmessung, EMS-Training oder<br />
auch Frauengesundheit und DentalCare dabei“, zeigt sich Beurer-<br />
Marketingleiterin Kerstin Glanzer erfreut.<br />
Auch Bosch Healthcare Solutions weiß die zunehmende „Ambulantisierung“<br />
und die MEDICA als Geschäftsplattform mit einer<br />
Reihe von vorgestellten Neuheiten für schnelle und zuverlässige<br />
Laboranalysen für sich zu nutzen, wie Dr. Jochen Rupp, Head of<br />
Product Management Vivalytic, hervorhebt: „Das Testen direkt am<br />
Point-of-Care wird sich in Zeiten des Fachkräftemangels und der<br />
Digitalisierung immer stärker etablieren. Die MEDICA bietet uns die<br />
Möglichkeit, Netzwerke auszubauen und neue, branchenrelevante<br />
Kontakte zu knüpfen. Einerseits ist sie für uns ein Heimspiel, ermöglicht<br />
aber auch internationales Networking.“<br />
„Hot Topics“ auf allen Bühnen – politische Prominenz<br />
mischte mit<br />
Zu den Höhepunkten einer jeden MEDICA zählen neben den zahlreichen<br />
Neuheiten traditionell auch das inhaltlich vielfältige Rah-<br />
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Starker internationaler Besucherzuspruch bei der<br />
MEDICA <strong>2023</strong> + COMPAMED <strong>2023</strong> in Düsseldorf<br />
(© Constanze Tillmann/ Messe Düsseldorf).<br />
In ihrer einzigartigen Kombination präsentieren MEDICA<br />
und COMPAMED Neuheiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette<br />
der Medizintechnik (© Constanze Tillmann/ Messe Düsseldorf).<br />
menprogramm mit den Besuchen und Auftritten von Prominenz.<br />
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (digital zugeschaltet)<br />
und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann beteiligten<br />
sich im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum begleitenden 46.<br />
Deutschen Krankenhaustag an den Diskussionen zur großen Krankenhausreform<br />
in Deutschland und der damit einhergehenden markanten<br />
Veränderungen der Versorgungsstrukturen. Wenn die Zahl<br />
der Kliniken künftig sinkt und das Leistungsspektrum von Kliniken<br />
in einem Klinikverbund variiert, sind kluge Lösungen zur Sicherstellung<br />
erforderlicher Behandlungen gefragt. Entsprechend lag NRW-<br />
Ministerpräsident Hendrik Wüst voll im Trend mit seiner Besuchsagenda.<br />
Während eines MEDICA-Rundgangs (am 15.11.) informierte<br />
er sich u. a. bei der neuen Sonderschau `HOSPITAL OF THE FU-<br />
TURE´ in Halle <strong>12</strong> über telemedizinische Versorgungsmodelle. Dabei<br />
ging es um konkrete Lösungen für Telemedizinnetzwerke innerhalb<br />
des klinischen Bereichs sowie an der Schnittstelle zum ambulanten<br />
Versorgungssektor. Für die Organisation der Sonderschau zeichneten<br />
die Deutschen Gesellschaft für Telemedizin und die Universität<br />
Aachen verantwortlich.<br />
Top-Speaker sorgten für „fachliche Würze“ und Orientierung<br />
Das „Hot Topic“ Künstliche Intelligenz wurde in zahlreichen Sessions<br />
und aus unterschiedlichen Blickwinkeln in den begleitenden<br />
Konferenzen und Foren der Fachmesse diskutiert. Weltweit<br />
renommierte KI-Experten wie Bart de Witte, Prof. Paul Lukowicz<br />
oder Prof. Dr. Aldo Faisal sorgten für die richtige fachliche Einordnung.<br />
Dabei ging es sowohl um speziellere Fragestellungen, inwieweit<br />
etwa `ChatGPT´ von medizinischem Nutzen sein kann (z. B. bei<br />
der „Übersetzung“ komplizierter Arztbriefformulierungen in eine<br />
allgemein verständliche Sprache), aber auch um grundsätzlichere<br />
Aspekte. Bart de Witte widmete sich z. B. als Spezialist für digitale<br />
Transformation im Gesundheitswesen in seiner Keynote beim<br />
MEDICA HEALTH IT FORUM u. a. dem „großen Ganzen“. Er sieht<br />
derzeit einen sehr kritischen Punkt hinsichtlich der Nutzung der KI<br />
im Gesundheitsbereich gekommen und fordert eine „Demokratisierung“<br />
medizinischer KI. Die Speicherung medizinischen Wissens in<br />
digitaler Form dürfe nicht nur in der Macht weniger Tech-Giganten<br />
liegen. Sie müsse allgemein zugänglich sein. Ansonsten sei auch das<br />
Nutzungspotenzial von medizinischer KI stark limitiert.<br />
Das Bühnenprogramm der MEDICA hatte noch viele weitere<br />
Highlights zu bieten. Dazu zählte zum Beispiel das Finale der <strong>12</strong>. ME-<br />
DICA START-UP COMPETITION (am 14.11.). Den jährlichen Wettstreit<br />
um herausragende digitale Innovationen entschied diesmal im<br />
Final Pitch das Start-up Me Med aus Israel für sich mit einer Immunoassay-Plattform<br />
zur Durchführung hochempfindlicher, schneller,<br />
multiplexer Proteinmessungen. Aus dem Finale beim 15. `Healthcare<br />
Innovation World Cups´ ging unterdessen ein Entwicklerteam aus<br />
Deutschland siegreich hervor: Diamontech stellte ein patentiertes<br />
handliches Tool zur nicht-invasiven, schmerzfreien Blutzuckermessung<br />
vor.<br />
COMPAMED: Schlüsseltechnologien für die Medizin der Zukunft<br />
Wer sich von der Leistungsfähigkeit des Zulieferbereichs der Medizintechnikindustrie<br />
überzeugen wollte, für den war ein Besuch in<br />
den Hallen 8a und 8b ein Muss. Hier demonstrierten im Rahmen der<br />
COMPAMED <strong>2023</strong> rund 730 ausstellende Unternehmen aus 39 Nationen<br />
mit vielen Neuheiten ihre besondere Kompetenz hinsichtlich<br />
Schlüsseltechnologien für den Einsatz in der Medizintechnik,<br />
in Medizinprodukten und der medizintechnischen Fertigung. Die<br />
Themenbandbreite in den fünf Erlebniswelten reichte von Mikrokomponenten<br />
(z. B. Sensoren), Mikrofluidik (z. B. Technologien<br />
für Flüssigmanagement auf kleinstem Bauraum zur Anwendung in<br />
Testapplikationen der Labormedizin) über Materialien (z. B. Keramik,<br />
Glas, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe) bis hin zu anspruchsvollen<br />
Reinraum-Verpackungslösungen.<br />
Zwei in die COMPAMED integrierte Fachforen gaben einen vertiefenden<br />
Einblick in aktuelle Technologietrends sowie hinsichtlich<br />
Forschung und Entwicklung der ausgestellten Verfahren und Produktneuheiten.<br />
Außerdem wurden viele praktische Informationen<br />
zu relevanten Medizintechnik-Auslandsmärkten geboten oder auch<br />
zu regulatorischen Anforderungen hinsichtlich der Marktzulassung.<br />
„Ich freue mich zu sehen, dass in diesem Jahr bei der COMPA-<br />
MED die internationale Zusammenarbeit wieder stark im Fokus<br />
stand. Insbesondere in Zeiten globaler Krisenherde halte ich dies<br />
für ganz besonders wichtig. Auch die Aussteller unseres Gemeinschaftsstands<br />
sind froh über die hohe internationale Besucherfrequenz<br />
und sehr zufrieden mit der Qualität dieser Kontakte“, zieht Dr.<br />
Thomas Dietrich, Geschäftsführer des IVAM – Fachverbandes für<br />
Mikrotechnik, ein positives Messefazit.<br />
Messe Düsseldorf GmbH<br />
D 40001 Düsseldorf<br />
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Fakuma <strong>2023</strong>: arburgSOLUTIONworld:<br />
Den Nerv der Zeit getroffen<br />
– Meta-Themen: Fokus auf Energie, Effizienz, Fachkräftemangel und Digitalisierung<br />
– Großes Interesse: Neue, effiziente Hybridtechnologie ermöglicht spannende Chancen<br />
– „arburgSOLUTIONworld“: Umfassende Beratung, digitale Produkte und Lösungskompetenz<br />
Arburg demonstrierte auf der Fakuma <strong>2023</strong> in Friedrichshafen seine außergewöhnliche und umfassende Lösungsfähigkeit<br />
in der Kunststoffverarbeitung. Das Fachpublikum nutzte rege die Möglichkeit, anhand von insgesamt 20 Exponaten auf<br />
dem eigenen Messestand und bei Partnern live zu erleben, wie sich mehr Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Automation<br />
in der Kunststoffwelt realisieren lassen. Umfassende Beratung erhielten sie auf der interaktiven Ausstellungsfläche „arburgSOLUTIONworld“<br />
und von den täglich mehr als 200 Arburg-Mitarbeitenden aus rund 25 Ländern auf dem über 1.600<br />
Quadratmeter großen Messestand.<br />
„Die Fakuma war für uns wieder einmal eine wichtige Plattform, um<br />
mit Kunden und Interessenten intensiv ins Gespräch zu kommen<br />
und eindrucksvoll zu zeigen, dass wir weit mehr als ‚nur‘ ein Premium-Maschinenhersteller<br />
sind“, resümiert Juliane Hehl, geschäftsführende<br />
Gesellschafterin Global Marketing & Business Development.<br />
„Unsere Kunden bekommen von uns vielmehr das, was sie für<br />
ihren wirtschaftlichen Erfolg und Behauptung im Wettbewerb brauchen<br />
– nämlich maßgeschneiderte Komplettlösungen für die produktions-<br />
und energieeffiziente Kunststoffteilefertigung. An dieser<br />
Stelle verspreche ich: Auf unser resilientes Familienunternehmen<br />
mit 100-jähriger Erfolgsgeschichte können sich unsere Kunden gerade<br />
und ganz besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten heute<br />
und in Zukunft uneingeschränkt verlassen!“<br />
Umfassende Lösungskompetenz<br />
Dr. Christoph Schumacher, Bereichsleiter Global Marketing ergänzt:<br />
„Mit neun Exponaten auf dem Arburg-Messestand und elf weiteren<br />
bei Partnern haben wir das umfassendste Spektrum an Technologien<br />
und Verfahren in den Bereichen Spritzgießen, additive Fertigung,<br />
Automation und Digitalisierung auf der gesamten Fakuma<br />
gezeigt und unsere übergreifende Lösungskompetenz bewiesen.<br />
Mit der ‚arburgSOLUTIONworld‘ zu den Meta-Themen Energie,<br />
Effizienz, Fachkräftemangel und Zukunftsorientierung haben wir<br />
genau den Nerv der Zeit getroffen. Viele Fachbesucher haben sich<br />
hier zu den Vorteilen und Mehrwerten unserer digitalen Produkte<br />
und Services beraten lassen und waren begeistert, wie einfach sie<br />
mit unserer Unterstützung Mehrwerte schaffen und Potenziale zur<br />
Kosten- und Energieeinsparung erschließen können. Diese Idee war<br />
ein Volltreffer!“<br />
Weltpremiere: Neue hybride Maschine<br />
Ein Produkt-Highlight war die Weltpremiere des Allrounders 520<br />
H mit 1.500 kN Schließkraft, ausgestattet mit dem neuen linearen<br />
Robot-System Multilift Select 8. Er ist die zweite Baugröße der Baureihe<br />
Hidrive mit neuer hybrider Maschinentechnologie. Die neuen<br />
hybriden Allrounder vereinen das Beste aus beiden Antriebswelten:<br />
Sie sind besonders energiesparend, ressourcenschonend, produktionseffizient,<br />
bedienfreundlich und zuverlässig und zeichnen sich<br />
durch deutlich reduzierte Anschaffungs- und Betriebskosten sowie<br />
einen kleineren CO2-Fußabdruck aus.<br />
Digitalisierung sorgt für 100 Prozent Rückverfolgbarkeit<br />
Wie Digitalisierung und Automation 100 Prozent Rückverfolgbarkeit<br />
ermöglichen, zeigte eine Turnkey-Anlage rund um einen vertikalen<br />
Allrounder 375 V, die aus sortenreinem Post-Industrial-Rezyklat<br />
Spritzgießmaschine fertigt Spritzgießmaschine: Der neue hybrider<br />
Allrounder 520 H, der auf der Fakuma <strong>2023</strong> Premiere feierte, fertigte live<br />
drei Komponenten des Jubiläumsmodells in 1:18. (Foto: ARBURG)<br />
Erfolgreiche Fakuma <strong>2023</strong>: Auf dem über 1.600 Quadratmeter<br />
großen Arburg-Stand stießen die neun Exponate, darunter die<br />
Premiere des hybriden Allrounders 520 H (vorne links), auf<br />
enormes Interesse .(Foto: ARBURG)<br />
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(PIR) Reifenheber „ready to use“ herstellte. Über das Scada-<br />
System Arburg Turnkey Control Module (ATCM) und „Invisible<br />
Tracing“ des Partners Detagto ließ sich jedes Produkt<br />
eindeutig identifizieren.<br />
Eine weitere Möglichkeit für 100 Prozent Rückverfolgbarkeit<br />
wurde am Beispiel von Multifunktionsboxen aus<br />
Thermoplast (PBT) und Flüssigsilikon (LSR) demonstriert,<br />
die ein Zwei-Komponenten-Allrounder More 2000 fertigte.<br />
Die Thermoplast-Komponente enthielt einen Marker des<br />
Partners Polysecure, der eine teilespezifische Fluoreszenz<br />
erzeugt.<br />
Saubere Verriegler<br />
Wo kaum Schmutz anhaftet und an Ort und Stelle gereinigt<br />
werden kann, reduziert sich der Bedarf an Zeit und Reinigungsmedien.<br />
Die Betriebssicherheit in den Produktionsanlagen<br />
wird dadurch zudem erhöht. Mit den Verriegelungen<br />
GN 1150 in Hygienic Design unterstützt Ganter das Reinigungskonzept<br />
„Clean in Place“, kurz „CIP“ für Maschinen<br />
und Anlagen.<br />
Innovative Spritzgießanwendungen und -Verfahren<br />
Am Beispiel gelabelter Zentrifugenröhrchen hatte auf der<br />
Fakuma <strong>2023</strong> erstmals eine innovative IML-Anwendung<br />
Premiere. Das auf einem elektrischen Allrounder 520 A in<br />
Reinraumausführung gefertigte IML-Produkt bietet ein<br />
Plus an Funktionalität, Effizienz und Recyclingfähigkeit und<br />
erschließt damit ganz neue Möglichkeiten in der Medizintechnik.<br />
Als energieeffiziente, ressourcenschonende Anwendung<br />
und Alternative zum Thermoformen fertigte eine vollelektrische<br />
Packaging-Maschine Allrounder 720 A „Ultimate“<br />
im Spritzpräge-Verfahren IML-Rundbecher mit nur 0,37<br />
Millimetern Wandstärke.<br />
Eine Turnkey-Anlage rund um einen elektrischen Allrounder<br />
470 E Golden Electric produzierte in einem technisch<br />
anspruchsvollen Prozess aus Post-Consumer-Rezyklat<br />
(PCR) auf Basis von alten Fischernetzen vollautomatisch<br />
Delfine. Dazu wurden zunächst zwei Bauteilhälften gespritzt,<br />
dann ultraschallverschweißt, plasma-behandelt und<br />
bedruckt. Die Handhabung übernahm ein Yaskawa Sechs-<br />
Achs-Roboter.<br />
Das wohl begehrteste Give-Away der Messe – Werkzeugkoffer<br />
im Arburg-Design – entstand auf einer Turnkey-<br />
Anlage rund um einen hybriden Allrounder 920 H.<br />
Historisches Maschinen-Exponat<br />
Auf einer Sonderausstellungsfläche erhielten die Messebesucher<br />
spannende Einblicke zur Geschichte und Entwicklung<br />
des innovativen Familienunternehmens durch die<br />
vergangenen 100 Jahre. Wie zukunftsfähig die historische<br />
Maschinentechnik bis<br />
heute geblieben ist, demonstrierte ein ganz besonderes<br />
Exponat: Eine von heutigen Arburg-Auszubildenden eigenhändig<br />
nachgebaute manuell bedienbare Einhebelmaschine<br />
C1 fertigte auf der Fakuma <strong>2023</strong> sehr zu Freude vieler<br />
Fachbesucher „live“ Einkaufswagen-Chips aus PP-Rezyklat.<br />
Das war Spritzgießen „back to the roots“!<br />
Industrielle additive Fertigung<br />
Das Highlight der Arburg-Tochterfirma ARBURGadditive<br />
war der neue Hochtemperatur-Freeformer 750-3X, der aus<br />
Ultem 9085 Bauteile für die Luft- und Raumfahrt additiv fertigte.<br />
Ein TiQ-Drucker von innovatiQ verarbeitete faserverstärkte<br />
PA- und PP-Filamente zu belastbaren Robot-Greifern.<br />
ARBURG GmbH + Co KG<br />
D 72290 Loßburg<br />
Auch außerhalb der Branchen, die traditionell hohe hygienische<br />
Standards einhalten müssen, etabliert sich das Konzept des „Clean<br />
in Place“, also der Reinigung von Komponenten in komplett montiertem<br />
und eingebautem Zustand. Denn, so die einfache Rechnung,<br />
wo die Reinigung von Anlagen, Vorrichtungen oder Maschinen<br />
schneller und leichter gelingt, sinken vor allem die Betriebskosten.<br />
Vor diesem Hintergrund baut Ganter sein Portfolio von Normelementen<br />
in Hygienic Design (HD) kontinuierlich aus.<br />
Die jüngste HD-Norm GN 1150 bezeichnet Vorreiber aus Edelstahl<br />
mit speziellen FDA-konformen Dichtungen aus EPDM und<br />
TPU. Dank der Dichtungen sind die Verriegelungen von schmutzsammelnden<br />
Toträumen befreit. Beim Drehen des Riegels um 90<br />
Grad baut dessen Anlaufschräge eine Vorspannung auf, die Klappen,<br />
Luken, Türen oder Abdeckungen zuverlässig an die Gegenseite<br />
(Zarge oder Korpus) presst. Ausgeführt wird die Drehung aktuell mit<br />
einem normalen Zweikantschlüssel aus blauem Kunststoff, der unter<br />
der Norm GN 1151 als Zubehör lieferbar ist. Weitere Antriebsarten<br />
befinden sich in der Entwicklung.<br />
Die Norm GN 1150 selbst ist in zwei Ausführungen unterteilt:<br />
Die Ausführung „Fronthygiene“ FH bietet auf der Betätigungsseite<br />
HD-Standard, während innenseitig normale Anforderungen erfüllt<br />
werden. Anwendungen sind beispielsweise Schaltschränke, die hygienische<br />
Anforderungen nur außen stellen. Die Ausführung „Vollhygiene“<br />
VH dagegen bietet mit zusätzlichen Dichtungen auch auf<br />
der Riegelseite HD-Qualität.<br />
Beide Varianten entsprechen nach DIN EN 60529 der Schutzart<br />
IP 66, schützen also vor dem Eindringen von Staub und starken<br />
Wasserstrahlen aus beliebigen Winkeln.<br />
Die beiden Normelemente sind durch ihre durchdachte Konstruktion<br />
besonders langlebig. Auf Anfrage können die Dichtungen<br />
auch in anderen Werkstoffen geliefert werden, was die Anpassung<br />
an kundenspezifische Medienbeanspruchung erlaubt.<br />
Otto Ganter GmbH & Co. KG<br />
Triberger Straße 3<br />
D 78<strong>12</strong>0 Furtwangen<br />
Telefon: +49 7723 65070 Telefax: +49 7723 4659<br />
eMail: info@ganternorm.com<br />
Internet: http://www.ganternorm.com<br />
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Romaco auf der CPHI & PMEC India<br />
Neue Doppelrundläuferpresse<br />
E 710 Smart von Romaco Kilian<br />
Auf der CPHI & PMEC India zeigt Romaco seine neueste Tablettenpresse für den Hochleistungsbereich – den volumenstarken<br />
Doppelrundläufer Kilian E 710 Smart, der gezielt auf die Anforderungen der asiatischen Märkte zugeschnitten wurde.<br />
Weiteres Messehighlight ist der Wirbelschichtprozessor VENTILUS® Lab von Romaco Innojet mit angeschlossenem<br />
Hotmelt-System IHD 5.<br />
Vom Pulver bis zur fertigen Palette deckt Romaco die gesamte Prozesskette<br />
zur Herstellung und Verpackung von pharmazeutischen<br />
Produkten ab. Dabei richtet der Komplettanbieter seinen Fokus auf<br />
einen nachhaltigen Maschinen- und Anlagenbau, mit dem Ziel, sowohl<br />
die CO2-Emissionen als auch die Produktionskosten der Pharmaindustrie<br />
zu senken.<br />
Auf der diesjährigen CPHI & PMEC India präsentiert Romaco<br />
seine neueste Entwicklung im Bereich hochproduktiver Tablettierung<br />
sowie seine innovative Wirbelschichttechnologie mit großem<br />
Energieeinsparpotenzial.<br />
Doppelrundläuferpresse E 710 Smart von Romaco Kilian<br />
Mit der E 710 Smart erweitert Romaco Kilian sein Produktportfolio<br />
um eine neue Doppelrundläuferpresse, die insbesondere für große<br />
Produktionsvolumina mit geringen Margen entwickelt wurde. Die<br />
ökonomische Tablettenpresse für den Ein- und Zweischichtbetrieb<br />
basiert auf dem bewährten Vier-Säulen-Design von Kilian. Der einteilige,<br />
tiefgezogene Prozessbereich sorgt für eine strikte Trennung<br />
zwischen Produktions- und Maschinenraum. Zudem verhindert<br />
eine geschlossene Ringdichtung unter der Matrizenscheibe, dass<br />
Tablettenstaub in den technischen Bereich eindringt. Ausgestattet<br />
mit 51 bis 85 Pressstationen und einem Teilkreisdurchmesser von<br />
7<strong>12</strong> mm erzielt die Kilian E 710 Smart eine maximale Ausbringung<br />
von bis zu 1.020.000 Tabletten pro Stunde. Bremsmagnete erzielen<br />
eine äußerst homogene Füllung der Matrizen ohne Verschleiß an<br />
den Stempelschäften. Außerdem schützen spezielle Faltenbälge<br />
von Kilian die Tabletten vor Verunreinigungen mit Blackspots. Der<br />
Füllschuh lässt sich aufgrund seines externen Getriebes schnell<br />
und einfach reinigen. Durch die geringe Anzahl an Wechselteilen<br />
und die gute Zugänglichkeit zu den einzelnen Baugruppen verkürzen<br />
sich die Rüst- und Reinigungszeiten erheblich. Für eine leichte<br />
Entnahme wurden Tablettenabstreifer und -ablauf gemeinsam auf<br />
einem Schwenkarm montiert. Dank des schwimmend gelagerten<br />
magnetischen Produktabstreifers reduziert sich der Produktverlust<br />
signifikant. Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen ist<br />
ganz im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie von Romaco Kilian.<br />
Wirbelschichtprozessor VENTILUS® Lab von Romaco Innojet<br />
Ausgelegt für den Labormaßstab wird der Wirbelschichtprozessor<br />
VENTILUS® Lab von Romaco Innojet für die Granulierung, Trocknung<br />
und das Coating von Partikelgrößen ab 10 µm bis 2 mm eingesetzt.<br />
Dabei produziert die multifunktionale Laboreinheit Batchgrößen<br />
von 0,7 bis 7,0 Litern. Aufgrund der innovativen Prozessluftführung<br />
im zylindrischen Produktbehälter kann die benötigte Energie<br />
sehr viel effizienter genutzt werden, wodurch sich die Batchzeiten<br />
mit dem VENTILUS® Lab um bis zu 25 Prozent verkürzen. Die Prozessluft<br />
wird durch den ringförmigen Behälterboden ORBITER®<br />
eingeleitet, der für gleichmäßige Strömungsverhältnisse und eine<br />
äußerst schonende Umwälzung der Charge sorgt. Gemeinsam mit<br />
der zentral angeordneten Bottom-Spray-Düse ROTOJET® bildet<br />
Doppelrundläuferpresse E 710 Smart<br />
von Romaco Kilian<br />
Wirbelschichtprozessor VENTILUS<br />
® Lab von Romaco Innojet<br />
Hotmelt-System IHD 5<br />
von Romaco Innojet<br />
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der ORBITER®-Treibsatz eine einzigartige Funktionseinheit, welche<br />
die Durchführung von Scale-up-Prozessen entscheidend erleichtert.<br />
Die patentierten Wirbelschichtkomponenten von Dr. h.<br />
c. Herbert Hüttlin ermöglichen eine äußerst präzise Applikation<br />
der Sprühmedien mit genau definierter Tröpfchengröße. Bei Controlled-Release-Formulierungen<br />
werden die modifizierten Freisetzungsprofile<br />
beispielsweise mit 10 bis 15 Prozent weniger Material<br />
erreicht. Diese gezielte Reduktion der Sprühmittel-Menge senkt<br />
auch den Energieverbrauch, so dass sich mit dem VENTILUS® Lab<br />
die CO2-Emissionen von Wirbelschichtprozessen erheblich reduzieren<br />
lassen. Des Weiteren verringert das rotierende Filtersystem<br />
SEPAJET® den allgemeinen Produktverlust, indem es Partikel, die<br />
im Filter landen, nicht ausscheidet, sondern in den Prozess zurückführt.<br />
Hotmelt-System IHD 5 von Romaco Innojet<br />
Das innovative Hotmelt-System IHD 5 von Romaco Innojet wurde<br />
zum Beschichten und Granulieren von feinen Feststoffpartikeln<br />
mit organischen Fetten und Wachsen entwickelt. Entscheidender<br />
Vorteil ist, dass beim Hotmelt-Verfahren keine Verdampfung stattfindet,<br />
da die flüssigen Schmelzprodukte keine Lösungsmittel enthalten<br />
und nach dem Aufsprühen direkt erstarren. Auf diese Weise<br />
verkürzt sich die Prozessdauer um bis zu 85 Prozent, was auch den<br />
Energieverbrauch signifikant senkt, zumal die Prozessluft nicht zum<br />
Trocknen des Produktguts erwärmt werden muss. Hotmelt-Coatings<br />
werden in der Pharma-, Lebensmittel- und Nutraceuticals-Industrie<br />
eingesetzt und dienen als Feuchtigkeitsbarriere oder Geschmacksmaskierung<br />
zum Beispiel von Direktgranulaten. Das totraumfreie<br />
Hygienedesign des CIP-fähigen IHD 5 von Romaco Innojet ermöglicht<br />
eine GMP-gerechte Reinigung und verhindert Kreuzkontaminationen.<br />
Alle produktberührenden Oberflächen im Innern des<br />
Hotmelt-Systems können jederzeit eingesehen werden, da sich das<br />
Gerät leicht aufklappen lässt. Für eine gleichmäßige Wärmeverteilung<br />
wurde die patentierte Technologie als beheizbarer Monoblock<br />
konstruiert, in den alle funktionalen Baugruppen inklusive<br />
Ventilblock, Dosiereinrichtung und Schmelzbehälter integriert sind.<br />
Das mobile IHD 5 wird mit einem begleitbeheizten Verbindungsschlauch<br />
einfach an die ROTOJET®-Sprühdüse der VENTILUS®-<br />
Wirbelschichtprozessoren von Romaco Innojet angeschlossen. Die<br />
pulsationsfreie Dosierung der Schmelzüberzüge sorgt für eine ausgezeichnete<br />
Produktqualität.<br />
Romaco Group<br />
D 76227 Karlsruhe<br />
Erkennung kleinster Defekte durch<br />
Mass Extraction Technologie<br />
– Sicherheit pharmazeutischer Produkte<br />
– Integritätsprüfung von Behälterverschlüssen (CCIT)<br />
– Zerstörungsfreie Integralprüfung (ZfP)<br />
Pfeiffer Vacuum, ein führender Anbieter von Vakuumtechnologie, bringt mit<br />
dem neuen Dichtheitsprüfgerät SpeedAir 3050 eine Komplettlösung für die Prüfung<br />
nicht poröser Behälter in der Pharmaindustrie auf den Markt. Der SpeedAir<br />
bietet eine CCIT-Lösung für eine Vielzahl von Produkten: Das Dichtheitsprüfgerät<br />
kann alle flexiblen und starren Behälter sowie flüssige und feste Produkte<br />
schnell und präzise prüfen. In nur 30 bis 45 Sekunden liefert der SpeedAir<br />
schnell und effizient Ergebnisse. So wird die Dichtheit von Behältern für pharmazeutische<br />
Produkte sichergestellt.<br />
Im Gegensatz zu alternativen Verfahren, die sich auf einzelne Bereiche oder<br />
Zugangspunkte konzentrieren, bietet der SpeedAir einen ganzheitlichen Ansatz<br />
für die zerstörungsfreie Prüfung von Behältern. Das Verfahren entspricht der<br />
ASTM-Norm F3287-17 und hat im Zuge dessen in unabhängigen Drittlaboren<br />
die Messgenauigkeit seiner luftbasierten Technologie auf bis 1 Mikrometer Defektgröße<br />
nachgewiesen.<br />
Für flüssige Produkte zeichnet sich der SpeedAir durch seine hochempfindliche<br />
luftbasierte Technologie aus. Dadurch werden reproduzierbare und zuverlässige<br />
Ergebnisse erzielt und das Risiko falsch negativer oder falsch positiver<br />
Ergebnisse ausgeschlossen.<br />
Der SpeedAir erfüllt alle Anforderungen der einschlägigen Industrienormen.<br />
Das Gerät verwendet die nach USP anerkannte Mass Extraction Technologie<br />
und arbeitet mit einer FDA 21 CFR Part 11-konformen Software, die sicherstellt,<br />
dass die Prüfverfahren den höchsten gesetzlichen Standards entsprechen.<br />
Pfeiffer Vacuum GmbH<br />
D 35614 Asslar<br />
SpeedAir 3050 von Pfeiffer Vacuum<br />
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Die neuen Raumsensoren CDS201, HTS201 und TES201 ermöglichen die genaue und zuverlässige<br />
Messung von CO2, Feuchte und Temperatur in Wohn- und Gewerbegebäuden.<br />
Neue Raumsensorgeneration<br />
Mit dem Trio CDS201, HTS201 und TES201 bringt der österreichische Sensorspezialist E+E Elektronik eine neue Generation<br />
an genauen und zuverlässigen Raumsensoren auf den Markt. Abgestimmt auf den jeweiligen Einsatzbereich in der Gebäudeautomation<br />
stehen das 3-in-1-Gerät CDS201 für CO2, Feuchte und Temperatur, der Feuchte- und Temperatursensor<br />
HTS201 und der Temperatursensor TES201 zur Verfügung. Jede Variante verfügt über analoge Ausgänge oder eine Digitalschnittstelle<br />
sowie ein großes, modernes Display. Das funktionale Snap-on-Gehäuse minimiert die Installationskosten und<br />
vermeidet den Eintritt von Falschluft.<br />
Hervorragende Messleistung, innovatives Design<br />
Die drei Sensoren überzeugen durch eine hervorragende Genauigkeit<br />
in den jeweiligen Messgrößen. Dies resultiert aus der langjährigen<br />
Erfahrung von E+E Elektronik in der Fertigung hochwertiger<br />
Sensorelemente.<br />
Zusätzlich besticht das elegante, funktionale Snap-on-Gehäusedesign,<br />
das entsprechend der regionalen Standards in zwei Größen<br />
(EU- und US-Ausführung) erhältlich ist. Das Gehäuseunterteil<br />
enthält nur die Einsteckklemmen und kann ohne Deckel – der die<br />
Elektronik enthält – montiert und angeschlossen werden. Damit ist<br />
der aktive Teil des Gerätes keiner Verschmutzung ausgesetzt und<br />
kann erst kurz vor der Inbetrieb-nahme auf das Unterteil aufgesetzt<br />
werden. Das innovative Gehäuse verhindert darüber hinaus das Eindringen<br />
von Falschluft und reduziert die Eigenerwärmung erheblich.<br />
Optional sind die Sensoren mit einem modernen, leicht lesbaren<br />
Grafikdisplay verfügbar.<br />
Schnittstellen und Konfiguration<br />
Die Messdaten stehen entweder auf Analogausgängen oder an der<br />
digitalen Schnittstelle mit Modbus RTU- oder BACnet MS/TP-Protokoll<br />
zur Verfügung. Die digitale Version mit RS845-Schnittstelle<br />
kann über einen PC mit der kostenlosen Produktkonfigurationssoftware<br />
PCS10 und einem optionalen Konfigurationsadapter eingerichtet<br />
und konfiguriert werden.<br />
Anwendungsbereiche<br />
Die neuen Raumsensoren sind insbesondere für den Einsatz in der<br />
bedarfsgesteuerten Lüftung, in der Heizungs- und Klimatechnik sowie<br />
in der Gebäudeautomatisierung geeignet.<br />
CDS201 – Der Vielseitige<br />
Der CDS201 vereint CO2-, Temperatur (T) und relative Feuchtemessung<br />
(rF) in einem Gerät und eignet sich besonders für die bedarfsgerechte<br />
Lüftung und die Gebäudeautomation im Wohn- und<br />
Gewerbebereich.<br />
Die CO2-Messung des CDS201 basiert auf dem verschmutzungsresistenten<br />
NDIR-Zweistrahlverfahren. Diese Technologie<br />
kompensiert Alterungseffekte automatisch und gewährleistet eine<br />
ausgezeichnete Langzeitstabilität. Die werksseitige Mehrpunkt<br />
CO2- und Temperaturjustage sorgt für eine hervorragende Messgenauigkeit<br />
über den gesamten Temperatureinsatzbereich.<br />
Das E+E Sensor-Coating schützt das rF/T-Sensorelement vor<br />
Die neue E+E Raumsensorgeneration: CDS201, HTS201, TES201 (v.l.n.r.)<br />
(Foto: E+E Elektronik Ges.m.b.H.)<br />
Verunreinigungen und korrosiven Ablagerungen. Dies führt zu einer<br />
verbesserten Messleistung und längeren Lebensdauer des Sensorelements<br />
in staubiger oder verschmutzter Umgebung. Zusätzlich<br />
verbessert es die Langzeitstabilität in dem es Streuimpedanzen verhindert,<br />
die durch Ablagerungen auf der aktiven Sensorfläche verursacht<br />
werden.<br />
HTS201 – Der Allrounder<br />
Der HTS201 ist für die genaue und zuverlässige Messung der relativen<br />
Feuchte (rF) und der Temperatur (T) in der Gebäudeautomation<br />
im Wohn- und Gewerbebereich geeignet.<br />
Das E+E rF/T Sensorelement mit patentierter Sensortechnologie<br />
erlaubt selbst in staubiger und schmutziger Umgebung eine hervorragende<br />
Leistung im gesamten Arbeitsbereich. Auch hier sorgt<br />
das E+E Sensor Coating für eine langzeitstabile Messung.<br />
TES201 – Der Effiziente<br />
Der TES201 ist für die genaue Raumtemperaturmessung (T) zur<br />
Klimasteuerung in Innenräumen bestimmt. Neben der bewährten,<br />
hochwertigen E+E Sensortechnologie überzeugen die Raumsensoren<br />
durch das gute Preis-/Leistungsverhältnis.<br />
E+E Elektronik Ges.m.b.H.<br />
Langwiesen 7<br />
A 4209 Engerwitzdorf<br />
Telefon: +43 7235 6050 Telefax: +43 7235 6058<br />
eMail: info@epluse.com<br />
Internet: http://www.epluse.com<br />
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Seite 66/75
Hebebühne von EAP Lachnit erleichtert Wartung und Reinigung in sensiblen Bereichen<br />
Sicher in die Höhe<br />
Hebebühnen sind in der Industrie<br />
an vielen Stellen im Einsatz, um beispielsweise<br />
Wartungs- oder Reinigungsarbeiten<br />
durchzuführen. Insbesondere<br />
in sensiblen Bereichen wie<br />
Reinräumen, Ex-Zonen oder auch der<br />
Produktion von Chemikalien, Lebensmitteln<br />
oder Pharmazeutika gelten<br />
hier strenge Vorschriften für deren<br />
Einsatz. Sowohl für Arbeitsprozesse<br />
als auch Wartungsarbeiten an Maschinen,<br />
Anlagen und Gebäuden sind<br />
daher spezielle Hebevorrichtungen<br />
notwendig. Für diese Anforderungen<br />
fertigt EAP Lachnit Hebebühnen aus<br />
Edelstahl. Mit ihnen können Lasten,<br />
aber auch Personen auf Arbeits- oder<br />
sogar bis Deckenhöhe gehoben werden.<br />
Hebevorrichtungen müssen im betrieblichen<br />
Alltag nicht nur schwere Lasten sicher<br />
bewegen, sondern auch zuverlässig arbeiten.<br />
Noch höher sind die Anforderungen,<br />
wenn die Arbeiten in Reinräumen oder in<br />
einem Pharmaziebereich stattfinden sollen.<br />
Denn hier gelten strenge gesetzliche<br />
Vorschriften. Auf diese Anforderungen<br />
spezialisiert ist EAP Lachnit mit seinen<br />
Förder- und Hebegeräten. Die Hebebühnen<br />
des süddeutschen Herstellers fördern<br />
Menschen und Lasten exakt auf die richtige<br />
Höhe. Die robuste Hebebühne Typ 351 mit<br />
Dreifachschere und umlaufendem Faltenbalg<br />
hebt Lasten bis 150 kg und wird für den<br />
Die Hebebühne ist mit einem Faltenbalg<br />
ausgestattet, der als Klemmschutz für die<br />
Schere dient und Mensch und Maschine<br />
schützt. (Bild: EAP Lachnit GmbH)<br />
Die Hebebühnen bieten einen sicheren Stand<br />
und ermöglichen risikofreies Arbeiten an<br />
Maschinen, Anlagen und bis unter niedrige<br />
Hallendecken. (Bild: EAP Lachnit GmbH)<br />
Einsatz in sensiblen Bereichen komplett in<br />
Edelstahl (VA) mit geschliffenen Oberflächen<br />
ausgeführt. Sie ist verfahrbar auf elektrisch<br />
leitfähigen Rädern und mit zwei Lenkund<br />
zwei Bockrollen (Lenkrollen drehbar<br />
mit Stopper) sehr gut zu manövrieren. Alternativ<br />
ist sie auch mit vier drehbaren Rollen<br />
erhältlich.<br />
Die Hebebühne wird elektrisch betrieben<br />
und kommt ohne Öl-Hydraulik aus. Die<br />
Hubhöhe reicht von 400 bis 2.000 mm. Die<br />
Plattform hat eine Größe von 1.000 x 1.200<br />
mm und ist mit einem umlaufenden Geländer<br />
und einer Tür ausgestattet.<br />
Die Bedienung der Hebebühne ist sehr einfach<br />
und intuitiv: Ein Handschalter ermöglicht das<br />
Heben oder Senken, als Sicherheitseinrichtung<br />
ist eine „Totmannschaltung“ sowie eine Notfallleiter<br />
installiert. (Bild: EAP Lachnit GmbH)<br />
Die Hebebühne wird elektrisch betrieben<br />
und kommt ohne Öl-Hydraulik aus; die<br />
Hubhöhe reicht von 400 bis 2.000 mm.<br />
(Bild: EAP Lachnit GmbH)<br />
Sicherheitseinrichtungen<br />
Die Bedienung der Hebebühne ist sehr einfach<br />
und intuitiv: Ein Handschalter ermöglicht<br />
das Heben oder Senken, als Sicherheitseinrichtung<br />
ist eine „Totmannschaltung“<br />
sowie eine Notfallleiter installiert.<br />
Eine Sicherheitskontaktleiste unter der<br />
Plattform unterbricht bei einem Kontakt mit<br />
Menschen oder Gegenständen den Betrieb.<br />
Die Konstruktion entspricht nicht nur der<br />
Prüfung von Hebebühnen nach BGG 945,<br />
sondern auch den EG-Richtlinien und Hygienebestimmungen.<br />
Für Arbeiten in den genannten Höhen<br />
in Reinräumen sowie sensiblen Bereichen<br />
führt kein Weg an diesen praktischen mobilen<br />
Arbeitsbühnen vorbei: Sie bieten einen<br />
sicheren Stand und ermöglichen risikofreies<br />
Arbeiten an Maschinen, Anlagen und bis<br />
unter niedrige Hallendecken. Auch Gegenstände<br />
wie Werkzeuge, Reinigungsutensilien<br />
oder Ersatzteile können transportiert<br />
werden, die auf einer Leiter keinen Platz<br />
hätten.<br />
EAP Lachnit GmbH<br />
D 89275 Elchingen<br />
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Seite 67/75
Neue Materialien, neue Bauformen, neue Magnetsysteme und Rohmagnete:<br />
Ganter erweitert sein Repertoire für weitere clevere Anwendungen.<br />
Universell und clever: Haftmagnete<br />
Magnete ermöglichen nahezu universelle und clevere Lösungen für<br />
Fixierungen, Verschlüsse oder temporäre Verbindungen. Mit neuen<br />
Bauformen und erweitert Ganter sein Angebot an Magnetsystemen<br />
und Rohmagneten.<br />
Das neue Highlight ist der Haftmagnet GN 50.8. Ein dichtes<br />
Edelstahl-Gehäuse umschließt seinen kräftigen SmCo-Magnet, was<br />
ihn prädestiniert für den Einsatz in korrosiven Umgebungen. Zudem<br />
ist er langlebig und temperaturfest bis 350°C – also auch auf heißen<br />
Untergründen nutzbar, Ofentüren zum Beispiel. Das Magnetsystem<br />
lässt sich in Durchmessern zwischen 16 und 32 mm ordern, alle Größen<br />
verfügen über ein M6-Außengewinde.<br />
Ebenfalls neu ist das Magnetsystem GN 51.8. Sein Neodym-<br />
Magnet wird rundum von einem TPE-Elastomer gekapselt. Damit<br />
eignet sich GN 51.8 besonders für den Einsatz auf empfindlichen,<br />
beispielsweise lackierten Oberflächen – etwa zur Fixierung von<br />
Schutzabdeckungen. Die wiederum werden über die zentrale, für<br />
Senkschrauben geeignete Bohrung mit dem Magneten verbunden.<br />
Durch die TPE-Ummantelung erhöht sich übrigens die Haftreibung<br />
und damit auch der Kraftaufwand für das Verschieben, die Temperaturbeständigkeit<br />
liegt bei 80°C.<br />
Auch der Haltemagnet GN 52.6 verfügt über eine schützende<br />
Gummi-Auflagefläche. Das zylindrische Edelstahlgehäuse schützt<br />
den Neodym-Magneten im Inneren effektiv vor aggressiven Medien.<br />
Die Haftmagnete GN 53.1 und GN 53.2 sind für Standardanwendungen<br />
im Büro, in der Werkstatt und Produktion konzipiert und<br />
haben kräftige Neodym-Magnete, die in runden oder rechteckigen<br />
Kunststoffgehäusen (in vier Farben erhältlich) eingebettet sind.<br />
Der Neodym-Haftmagnet GN 53.3 wurde für einfaches Handling<br />
konzipiert und verfügt daher über ein Kunststoff-Griffstück, das<br />
entweder kegelförmig oder flach gestaltet ist. Bei der flachen Variante<br />
ist zusätzlich eine Öse für die Sicherung vorhanden. Bei GN 53.4<br />
besteht das Griffstück aus vernickeltem Stahl, optional schützt eine<br />
TPE-Auflage empfindliche Oberflächen.<br />
Ganter bietet neben diesen wirkungsoptimierten Magnetsystemen<br />
auch Rohmagnete an – aus Hartferrit, Neodym, SmCo und<br />
AlNiCo, in verschiedenen Bauformen und Größen, mit oder ohne<br />
Befestigungsbohrungen. Diese Magnete der Reihen GN 55.1 bis GN<br />
55.4 sowie GN 57.1 bis GN 57.3 lassen sich problemlos überspritzen,<br />
verkleben oder einnähen und können beispielsweise zur Befestigung<br />
der Verkabelung in Windkraftanlagen eingesetzt werden.<br />
Otto Ganter GmbH & Co. KG<br />
Triberger Straße 3<br />
D 78<strong>12</strong>0 Furtwangen<br />
Telefon: +49 7723 65070 Telefax: +49 7723 4659<br />
eMail: info@ganternorm.com<br />
Internet: http://www.ganternorm.com<br />
ESD-Handschuhe für die Industrie<br />
Die METOCLEAN ESD- Reinraum Handschuhe von Asmetec bestehen<br />
aus fusselfreiem, ableitfähigem, atmungsaktivem und feinstem<br />
Polyestergewebe. Sie sind angenehm zu tragen und besitzen<br />
eine perfekte Passform.<br />
Durch Ihre Eigenschaften, sind sie für Halbleiter, Automotiv,<br />
Pharmazie, Landwirtschaft, Restaurant, Hotels uvm., nach EN<br />
61340-5-1 geeignet.<br />
Die METOCLEAN ESD-Reinraum Handschuhe zeichnen<br />
sich für Ihre kurzen Lieferzeiten aus und sind meist aus Lagervorrat<br />
lieferbar.<br />
ASMETEC GmbH<br />
D 67294 Orbis<br />
ESD Handschuhe Liner. Erhältlich in den Größen XS bis XXL<br />
(Bild: ASMETEC GmbH)<br />
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Seite 68/75
OmniGrade: Ein neues maßgeschneidertes<br />
RGA-System für anspruchsvolle<br />
Reinheitsnachweise<br />
– Restgasanalysesystem mit niedrigen Nachweisgrenzen<br />
– Automatisierter Messprozess<br />
– Kundenanforderungen modular bedienen<br />
Neben Vakuumpumpen, Lecksuchern,<br />
Mess- und Analysegeräten, Bauteilen sowie<br />
Vakuumkammern und -systemen bietet<br />
Pfeiffer Vacuum nun auch maßgeschneiderte<br />
Komplettlösungen in Form von Restgasanalysesystemen<br />
(RGA) an. Schnell aufstrebende<br />
Märkte mit hohen technischen<br />
Anforderungen legen immer mehr Wert auf<br />
hervorragende Sauberkeit, da molekulare<br />
Verunreinigungen die Funktionalität ihrer<br />
Produkte negativ beeinflussen. Daher definieren<br />
immer mehr Kunden höhere Anforderungen<br />
an die Reinheit. Im Bereich der<br />
EUV-Lithographie werden diese beispielsweise<br />
durch die „Generic Standards“ GSA<br />
07 <strong>12</strong>21 & GSA 07 2221 definiert. Der Schlüssel<br />
zur Sicherung der Produktqualität liegt in<br />
der korrekten Bestimmung der Ausgasungsraten<br />
unter Hochvakuumbedingungen mit<br />
dem neuen kundenspezifischen System von<br />
Pfeiffer Vacuum namens OmniGrade.<br />
OmniGrade ist ein hochentwickeltes<br />
Restgasanalysesystem, bei dem das Design<br />
so gewählt wird, dass es den spezifischen<br />
Prüfanforderungen entspricht. Ein Team<br />
von Pfeiffer Vacuum Experten erarbeitet die<br />
bestmögliche Lösung für diese Anforderungen<br />
unter Berücksichtigung der Gesamtkosten<br />
und der Vorlaufzeiten. Eine Konfiguration<br />
umfasst zwei oder drei Kammern.<br />
Sie besteht aus der Spektrometerkammer,<br />
in der das Massenspektrometer positioniert<br />
wird, sowie einer Messkammer, in der<br />
die Proben während der Messung platziert<br />
werden. Eine Schleusenkammer zur Minimierung<br />
des Systemuntergrunds und des<br />
Probentransports durch ein automatisches<br />
Transfersystem ist optional erhältlich. OmniGrade<br />
wurde für einen geringen Platzbedarf<br />
und eine einfache Integration mit den<br />
neuesten Schnittstellen konzipiert. Zudem<br />
ist eine Reinraumkompatibilität möglich.<br />
Das Massenspektrometer kann entsprechend<br />
den Anforderungen ausgewählt werden<br />
(PrismaPro oder HiQuad). Thermisches<br />
Heizen, entweder des reinen Systems oder<br />
zusammen mit der Probe (Bake-out), trägt<br />
zur weiteren Optimierung der Messfähigkeit<br />
und zur Verbesserung der Probenreinheit<br />
bei.<br />
„OmniGrade wurde mit energieeffizienten<br />
Komponenten und fortschrittlichen<br />
Technologien ausgestattet, die Abfall und<br />
Emissionen reduzieren. Es trägt dazu bei,<br />
die Prozesse zur Überprüfung der Reinheit<br />
zu optimieren, was zu weniger Abfall und<br />
einer effizienteren Nutzung der Ressourcen<br />
in der Produktion des Kunden führt“, sagte<br />
Patrick Walther, Strategic Product Manager<br />
Instruments bei Pfeiffer Vacuum, auf der<br />
Precision Fair.<br />
Pfeiffer Vacuum bietet ein neues maßgeschneidertes RGA-System für anspruchsvolle<br />
Reinheitsnachweise.<br />
Pfeiffer Vacuum GmbH<br />
D 35614 Asslar<br />
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Seite 69/75
Freudenbergs ChemWatch S ermöglicht Echtzeitbewertung der Luftqualität,<br />
um Betrieb und Anlagen besser zu schützen<br />
Intelligentes Monitoring hält<br />
Korrosion in Schach<br />
Mit dem ChemWatch S Air Corrosivity Monitoringsystem stellt Freudenberg Filtration Technologies die neueste Generation<br />
seiner Korrosions-überwachung vor. Durch die Analyse der Luftqualität in Echtzeit, begrenzt sie die Risiken von<br />
Korrosionsschäden an elektronischen Bauteilen und Metalloberflächen. Intuitiv zu bedienen und kompatibel mit einer<br />
Vielzahl von Anwendungen – selten war es so einfach, saubere Luft und eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.<br />
Metalloberflächen und elektronische Komponenten<br />
sind empfindlicher als man denkt.<br />
Vor allem in industriellen Umgebungen<br />
wie der Zellstoff- und Papierproduktion,<br />
Erdöl- und Chemieprozessen, Rechenzentren,<br />
Metall- und Stahlverarbeitung oder<br />
geschlossenen Serverräumen. Korrosive<br />
Dämpfe und Gase können hier schwere<br />
Schäden verursa-chen. Dadurch leidet die<br />
Produktivität, die Wartungskosten steigen<br />
und ungeplante Ausfallzeiten sind unvermeidlich.<br />
Eine Möglichkeit ist die Installation<br />
von Gasphasenfiltern, die die Schadstoffe<br />
in der Luft reduzieren. Darüber hinaus<br />
können Überwachungssysteme die Leitfähigkeit<br />
sicherstellen, indem sie frühzeitig<br />
Leckagen oder das Ende der Lebensdauer<br />
des Gasphasenfilters erkennen.<br />
Überwachung der Korrosionsschweregrade<br />
G1 bis GX<br />
Die ChemWatch S von Freudenberg liefert<br />
zuverlässige Informationen über die Korrosionsgefahr<br />
durch saure Gase, indem sie<br />
kontinuierlich die Temperatur, die relative<br />
Luftfeuchtigkeit und den Korrosionsgehalt<br />
in der Luft über vier moderne Sensoren<br />
überwacht. Dabei erfüllt sie die ANSI / ISA<br />
71.04-2013 Norm und hilft bei der frühzeitigen<br />
Erkennung von Gaslecks und Störquellen.<br />
Dies ermöglicht umgehend zu reagieren,<br />
empfindliche Komponenten zu schützen<br />
und eine sichere Arbeitsumge-bung zu<br />
gewährleisten.<br />
Die ChemWatch S von Freudenberg liefert Informati-onen über die Korrosionsgefahr<br />
durch saure Gase. (Bildquelle: Freudenberg Filtration Technologies)<br />
mat oder über eine Modbus-Verbindung<br />
exportiert. Da Nutzer jederzeit und überall<br />
über das Dashboard auf die Daten zugreifen<br />
können, ist kein zusätzliches Display<br />
notwendig. Das macht die ChemWatch S<br />
robuster und kostengünstiger als bisherige<br />
Sensorsysteme.<br />
Hochladen von Daten in Echtzeit<br />
Die neueste Generation ist zwar kleiner,<br />
bringt aber nicht weniger Leistung. Der interne<br />
Speicher kann mehr als zwei Jahre<br />
Daten aufzeichnen, während die cloudbasierte<br />
Datenübertragung über MQTT<br />
in Echtzeit abläuft. Durch die optimierte<br />
Schnittstellenkompatibilität können die<br />
Informationen von mehreren Geräten und<br />
Prozessleitsyste-men konsolidiert und über<br />
die Cloud analysiert werden. Darüber hinaus<br />
unterstützt die ChemWatch S die Azure<br />
Cloud und andere Microsoft-Anwendungen<br />
und lässt sich nahtlos integrieren, um maxi-<br />
Die kompakte ChemWatch S ist einfach<br />
einzurichten und zu bedienen, verfügt über<br />
ein intuitives, detailliertes Dashboard und<br />
unterstützt alle gängigen Betriebssysteme<br />
(iOS, Android, Windows, Linux). Verknüpft<br />
wird sie über eine Ethernet- oder drahtlose<br />
Verbindung. Messdaten werden schnell<br />
vom Dashboard im XLSX- oder PDF-Formale<br />
Zuverlässigkeit und Datenkontrolle zu<br />
gewährleisten.<br />
Der Kunde hat die Qual der Wahl<br />
Wer lieber alles direkt im Blick hat und<br />
einen analogen Datenausgang nutzen<br />
möchte, für den ist die reguläre Chem-<br />
Watch eine gute Wahl. Sie bietet ein Farbdisplay<br />
auf der Vorderseite. Ein Diagramm<br />
zeigt, ob sich die Schadgaskonzentration<br />
im „grünen Bereich“ befindet und wie sie<br />
sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Außerdem<br />
verfügt die reguläre ChemWatch<br />
über einen integriertes, herausnehmbares<br />
Datenmedium. Dieses kann an einem<br />
anderen, nicht sensiblen Ort ausgelesen<br />
werden, wenn eine Datenübertragung am<br />
Gerätestandort aus Sicherheitsgrün-den<br />
nicht möglich ist.<br />
Freudenberg Filtration Technologies SE & Co. KG<br />
D 69465 Weinheim<br />
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Hochgenaue Ausrichtung von Wafern und Optiken<br />
6-Achs-Manipulator für die<br />
Halbleiterinspektion<br />
Der 6-Achs-Manipulator von Steinmeyer Mechatronik kombiniert einen Kreuztisch mit einem Tripod und erzielt dadurch<br />
ein Höchstmaß an Präzision, Steifigkeit und Kompaktheit. Eine ideale Lösung für hochgenaue Inspektionssysteme in der<br />
Halbleiterindustrie.<br />
Vor dem Vermessen bzw. Bearbeiten müssen<br />
Wafer und Optiken mikrometergenau<br />
ausgerichtet werden. Das erfordert kompakte<br />
Positionierlösungen, die kleine Stellwege<br />
von wenigen Millimetern beziehungsweise<br />
Grad zuverlässig und hochgenau realisieren.<br />
Mit dem 6-Achs-Manipulator bietet<br />
Steinmeyer Mechatronik die passende Lösung.<br />
Das Dresdner Unternehmen ist ein<br />
etablierter Lieferant für Positioniersysteme<br />
in der Halbleiterinspektion und kennt die<br />
applikationsspezifischen Anforderungen<br />
genau. Der 6-Achs-Manipulator zeichnet<br />
sich durch höchste Präzision im Submikrometerbereich<br />
sowie eine kompakte Bauschen<br />
Achsen Rx und Ry ermöglichen Kippungen<br />
um ±2°, die Drehung um die Vertikale<br />
Rz beträgt 360°. Dank der Wiederholgenauigkeit<br />
von ±2,5 µm bzw. ±0,005° lassen<br />
sich sehr präzise Alignment-Ergebnisse erzielen<br />
– und das bei hohen Lasten bis 15 kg.<br />
Ausrichten von Wafern und Optiken<br />
Der 6-Achs-Manipulator von Steinmeyer Mechatronik realisiert hochgenaue<br />
Ausrichtprozesse in der Halbleiterinspektion. (Bild: Steinmeyer Mechatronik GmbH)<br />
Der Manipulator verfügt über eine zentrale<br />
Durchlichtöffnung von 250 mm und kann<br />
für das Ausrichten von Wafern und Optiken<br />
bis 300 mm/<strong>12</strong>? eingesetzt werden. Für größere<br />
450 mm/18? Wafer und Optiken sind<br />
Sonderausführungen umsetzbar. Anwendung<br />
findet der 6-Achs-Manipulator unter<br />
anderem beim Testing und Bonding auf<br />
Wafern und PCBs sowie für Kombinationen<br />
von optischer Inspektion und Bearbeitung,<br />
beispielsweise beim Chip-on-Board<br />
Bonding (Messmikroskop und Laserlöten).<br />
Ausführungen für Reinraum sind erhältlich.<br />
Die Anbindung erfolgt via EtherCAT, CAN,<br />
Ethernet oder Profibus. Je nach Maschinenumgebung<br />
können Motion Controller für<br />
Beckhoff, ACI oder Siemens integriert werden.<br />
Vorbereitete Softwareschnittstellen<br />
und Bibliotheken für alle gängigen Industriesteuerungen<br />
und Hochsprachen (API)<br />
sind verfügbar.<br />
weise aus und ist damit wie geschaffen für<br />
hochgenaue Ausrichtprozesse.<br />
Hochpräziser 6-Achs-Manipulator<br />
für die Halbleiterinspektion<br />
Der 6-Achs-Manipulator besteht aus einem<br />
Kreuztisch in der Horizontalen sowie einem<br />
Tripod für Vertikalhub und zwei Kippungen<br />
und kombiniert damit die Stärken kartesischer<br />
und parallelkinematischer Konstruktionen<br />
in einem System. Die kartesische<br />
XY-Verstellung realisiert Verfahrwege von<br />
±15 mm, die Vertikalachse des Tripods ist für<br />
Hübe von ±10 mm ausgelegt. Die rotatori-<br />
Spezialist für maßgeschneiderte<br />
mechatronische Positionierlösungen<br />
Seit mehr als 150 Jahren entwickelt und<br />
produziert Steinmeyer Mechatronik innovative,<br />
auf die jeweilige Anwendung perfekt<br />
zugeschnittene Positionierlösungen. Am<br />
Standort Dresden arbeiten alle Abteilungen<br />
– Entwicklung, Mechanik, Elektronik,<br />
Software, Fertigung, Montage, Messlabore,<br />
Testzentrum – vernetzt unter einem Dach.<br />
So können Synergien optimal genutzt und<br />
spezifische Kundenanforderungen schnell<br />
und unkompliziert realisiert werden.<br />
Steinmeyer Mechatronik GmbH<br />
D 0<strong>12</strong>59 Dresden<br />
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Das von KLEPP Absauganlagen vertriebene kompakte Reinraumgerät DAIR verbessert die Luftreinheit am Arbeitsplatz. Es<br />
hält die Arbeitsflächen frei von Schwebstoffen und erzeugt zugleich eine unsichtbare „Reinraum-Blase“ am Arbeitsplatz.<br />
„Blasentechnologie“ DAIR<br />
setzt neuen Standard<br />
Das mobile Absauggerät DAIR wartet mit einer laminaren Reinluftströmung<br />
von 0,5-0,6 m/s auf und absorbiert Partikelgrößen > 0,3<br />
Mikron. Zudem bläst es konstant Reinluft über den Arbeitsplatz, wobei<br />
der laminare Luftstrom nicht zu spüren ist. Vielmehr erzeugt die<br />
Blasentechnologie eine angenehme Arbeitsumgebung.<br />
Das in einem pulverbeschichteten, feinstrukturierten Stahlgehäuse<br />
untergebrachtes Reinraumgerät zeichnet sich im Vergleich<br />
zu marktüblichen Geräten durch ein geringes Gewicht aus. So wiegen<br />
das Gebläse <strong>12</strong> kg und die Filtereinheit 29 kg. Die Teleskoprohre<br />
bringen 3 kg auf die Waage. Zudem lässt sich die Absaugung einfach<br />
und flexibel an allen Standardarbeitstischen montieren. Der Abstand<br />
zwischen dem Boden der Filtereinheit und dem Tisch beträgt<br />
maximal 300 mm. Das ermöglicht es, Arbeitsbereiche flexibel und<br />
ergonomisch zu gestalten.<br />
Die Blasentechnologie lässt sich in der Produktion und Wartung<br />
elektrischer Hochspannungsanlagen ebenso einsetzen wie im Bereich<br />
der Montage und Instandhaltung von Displays, Optiken und<br />
der Fertigung und Pflege von Luxusuhren. Ferner sorgt die Absaugung<br />
in der Mikromechanik, Pharmazeutik, Probenentnahme, Lebensmittelverarbeitung<br />
und in Verpackungs- und Kunststoffsegmenten<br />
für reine Arbeitsluft. Aber auch ein schwedischer Hersteller<br />
und Reparateur von Radaranlagen setzt das Reinraumgerät DAIR<br />
gewinnbringend ein. Dieser Fertiger musste bislang teure Umbauten<br />
an gängigen Systemen vornehmen, um die erforderliche Luftreinheit<br />
zu erzielen.<br />
Wie alle Filtersysteme von KLEPP lässt sich auch das DAIR<br />
Reinraumgerät nachhaltig nutzen. Kunden haben damit Zugriff auf<br />
einen kleinen, mobilen, flexiblen „Reinraum“ und schützen damit<br />
gleichermaßen die Mitarbeiter und das Produkt.<br />
Planung, Montage und Service aus einer Hand<br />
„MA<strong>DE</strong> IN GERMANY“<br />
Das Leistungsspektrum von KLEPP umfasst neben Absaugungen<br />
für Einzelarbeitsplätze auch Absauganlagen für bis zu 40 Arbeitsplätze<br />
oder Maschinen. Arbeitskabinette, Untertischabsaugungsanlagen<br />
und Saugschlitzkanäle können außerdem in Sondergrößen<br />
und auf spezifische Anforderungen abgestimmt produziert werden.<br />
Da KLEPP die Filtersysteme in Bad Aibling (Bayern) aus Systemkomponenten<br />
individuell in Handarbeit zusammensetzt, handelt es<br />
sich um qualitativ hochwertige Einzelstücke „Made in Germany“.<br />
Klepp Absauganlagen GmbH<br />
D 83043 Bad Aibling<br />
Sichere Vial-Verblindung für internationale<br />
klinische Studie<br />
Schreiner MediPharm hat eine zuverlässige Verblindungslösung für Vials entwickelt. Die selbstklebenden Folienlabels sind<br />
gleichzeitig farbig und halbtransparent – so können unterschiedliche Flüssigkeiten von Verum und Placebo nicht voneinander<br />
unterschieden werden, während der Füllstand der Vials weiterhin ablesbar ist.<br />
Die Vial-Verblindungslösung ermöglicht eine<br />
zuverlässige Neutralisierung von Verum und<br />
Placebo in der klinischen Studie.<br />
© Schreiner MediPharm<br />
Bei klinischen Studien ist es wichtig, die<br />
Prüfpräparate sicher zu verblinden, damit<br />
die Probanden Verum und Placebo nicht<br />
voneinander unterscheiden können. Nur so<br />
können valide Ergebnisse zur Wirksamkeit<br />
des getesteten Medikaments erzielt werden.<br />
Im Falle von durchsichtigen Gefäßen<br />
wie Vials stellt dies besondere Herausforderungen<br />
an eine Verblindungslösung, denn<br />
deren Inhalt muss farblich neutralisiert werden<br />
und gleichzeitig weiterhin sichtbar sein.<br />
Schreiner MediPharm hat ein farbiges<br />
Folienlabel für Vials entwickelt, die mit<br />
einem flüssigen Wirkstoff gefüllt sind. Die<br />
spezielle Verblindungslösung besteht aus<br />
einem selbstklebenden Label mit halbtransparenter<br />
gelber Färbung. So sind unterschiedliche<br />
Flüssigkeiten, die in Vials abgefüllt<br />
sind, nicht mehr voneinander unterscheidbar.<br />
Gleichzeitig ist das Label jedoch<br />
transparent genug, um den Füllstand der<br />
enthaltenen Flüssigkeit zu erkennen.<br />
Schreiner MediPharm<br />
D 85764 Oberschleissheim<br />
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Nachhaltige Flächendesinfektion<br />
– mikrozid® universal wipes green line<br />
nun auch im maxi-Format verfügbar<br />
– Jetzt erhältlich: Medizinische gebrauchsfertige Desinfektionstücher für mittelgroße Oberflächen im maxi-Format,<br />
100 % frei von Plastik und klimaneutral produziert.<br />
– schülke unterstützt Kliniken und Pflegeeinrichtungen bei nachhaltiger Flächendesinfektion<br />
Ab heute sind die mikrozid® universal wipes* green line auch im maxi-Format erhältlich. Das neue Format (23 x 25 cm)<br />
der medizinischen Desinfektionstücher eignet sich besonders zur materialschonenden Desinfektion mittelgroßer Flächen.<br />
Wie die innovativen mikrozid® universal wipes* green line im Standardformat ist auch das Tuchmaterial der maxi wipes<br />
komplett frei von Plastik und klimaneutral produziert.<br />
Im Gegensatz zu herkömmlichen medizinischen PET-basierten<br />
Desinfektionstüchern hinterlassen die neuen maxi-wipes dank des<br />
innovativen Vliesstoffs mit VEOCELTM** Fasern einen um bis zu<br />
30 % reduzierten CO2-Fußabdruck. Zudem reduziert die optimierte<br />
Verpackung mit 90 Tüchern den Plastikmüll um 18 % im Vergleich<br />
zu der großformatigen premium Variante mit 80 Tüchern. Die um<br />
<strong>12</strong>,5 % höhere Palettenauslastung sorgt für nachhaltigen Transport<br />
und Lagerhaltung.<br />
Spezialviscose Fasern senken Umweltbelastung<br />
Für das Tuchmaterial der mikrozid® universal wipes* green line maxi<br />
verwendet schülke VEOCELTM Fasern. Der Rohstoff Holz, der die<br />
Grundlage der Fasern bildet, stammt aus kontrollierten und nachhaltig<br />
bewirtschafteten Wäldern und Plantagen. Die hohe Qualität<br />
der Fasern mit sehr guter Flüssigkeitsverteilung und hervorragender<br />
Saugfähigkeit wird durch ein streng angewandtes Herstellungsverfahren<br />
mit besonders geringen Umweltauswirkungen erreicht, welches<br />
den vollständigen Verzicht auf synthetische Fasern auf fossiler<br />
Basis ermöglicht.<br />
Zum Schutz von Mensch, Umwelt und Klima<br />
Mit den mikrozid® universal wipes* green line Produkten unterstützt<br />
schülke Kliniken und Pflegeeinrichtungen bei mehr Nachhaltigkeit<br />
in ihren täglichen Routinen. Gerade dort, wo sich zum Schutz<br />
der Patient:innen vor Infektionen ein hohes Maß an Verbrauchsmaterial<br />
nicht vermeiden lässt, muss der Schutz der Umwelt eine hohe<br />
Priorität haben. Hier leistet das Unternehmen mit der Produktlinie<br />
der mikrozid® universal wipes* green line einen wichtigen Beitrag.<br />
Das neue maxi-Format bietet die perfekte Ergänzung für eine nachhaltige<br />
Flächendesinfektion. „Der Schutz von Mensch, Umwelt und<br />
Klima hat bei uns oberste Priorität“, sagt Stefan Kukacka, CEO bei<br />
schülke. „Wir sind stolz, diese Ziele auch mit den mikrozid® universal<br />
wipes* green line maxi zu erfüllen.“<br />
Nachhaltigkeit auf vielen Ebenen<br />
Als Vorreiter bei der Herstellung nachhaltiger Produkte ist nicht nur<br />
die green line zertifiziert, sondern auch schülke als Unternehmen<br />
ist mehrfach national für seine Umweltschutzbemühungen auf verschiedenen<br />
Ebenen zertifiziert. Der Standort in Norderstedt FSCzertifiziert<br />
und schülke kompensiert die anfallenden CO2-Emissionen<br />
durch zertifizierte Klimaschutzprojekte in Zusammenarbeit mit<br />
ClimatePartner. Auch das Ecovadis Scoring hat schülke erneut erfolgreich<br />
absolviert und wurde mit der Goldmedaille ausgezeichnet.<br />
Schülke & Mayr GmbH<br />
Robert-Koch-Str. 2<br />
D 22851 Norderstedt<br />
Telefon: +49 40 521000<br />
eMail: life.sciences@schuelke.com<br />
Internet: http://www.schuelke.com<br />
* Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch<br />
stets Etikett und Produktinformationen lesen<br />
** VEOCEL ist eine Marke der Lenzing AG<br />
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Reinraum-Sprechstunde : Mittwoch, 06.<strong>12</strong>. <strong>2023</strong> | 15 - 16 Uhr | online<br />
Thema: Reinraum-Schleuse - Anforderungen zum Verhalten und zur Gestaltung<br />
In dieser Reinraum-Sprechstunde werden wir uns den kritischen Ort der Reinraum-Schleuse genauer ansehen, der<br />
entscheidend ist, um Kontaminationen von außen nach innen zu verhindern – sei es durch Personen oder Materialien. Wir<br />
werden die Anforderungen an das Verhalten und die Gestaltung der Reinraum-Schleuse durchgehen und freuen uns darauf,<br />
Ihre Erfahrungen, Fragen und bewährten Praktiken zu hören, um gemeinsam ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von<br />
Ein- und Ausschleusen zu entwickeln.<br />
Die Sprechstunde wird voraussichtlich etwa 1 Stunde dauern.<br />
Bitte markieren Sie sich den Termin in Ihrem Kalender. Ihre aktive Teilnahme ist uns wichtig, und wir freuen uns darauf,<br />
in dieser Diskussion von Ihrem wertvollen Wissen zu profitieren.<br />
Per Zoom am Mittwoch, 6. Dezember <strong>2023</strong>, um 15 Uhr | Anmeldung unter: https://lnkd.in/evHjhXUN<br />
Ihr Cleanroom Future Team<br />
Cleanroom Future GmbH Dieselstraße 5 D 04683 Naunhof Tel. : 0049 341 2308 11 55 info@cleanroomfuture.com www.cleanroomfuture.com<br />
Veranstaltungen<br />
im Dezember <strong>2023</strong><br />
06.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Seminar<br />
Kalibrierung: Zertifikate und Dokumentationen<br />
Veranstaltungsort: Olten (CH)<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
07.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> - 09.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Messe<br />
Vietnam Medi-Pharm Expo<br />
Veranstaltungsort: Hanoi City (Vietnam)<br />
Veranstalter: VINEXAD - Exhibition & event<br />
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07.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Tagung<br />
Reinraum-Stammtisch zum Thema „Implementierung<br />
von Reinheitsanforderungen in bestehende Fertigungsprozesse“<br />
Veranstaltungsort: Kahla<br />
Veranstalter: COLANDIS GmbH<br />
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08.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> - 09.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Webinar<br />
Onlineseminar Sicherheitstraining Zytostatika<br />
Veranstaltungsort: Elmshorn<br />
Veranstalter: Berner International GmbH<br />
MEHR …<br />
<strong>12</strong>.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> - 13.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Seminar<br />
Computervalidierung: Keep IT Validated<br />
Veranstaltungsort: Baden-Baden<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
MEHR …<br />
<strong>12</strong>.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> - 14.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Seminar<br />
Lehrgang zum Reinraum-Verantwortlichen mit Zertifikat<br />
Veranstaltungsort: Frankfurt am Main<br />
Veranstalter: Cleanroom Future<br />
MEHR …<br />
<strong>12</strong>.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> - 13.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Webinar<br />
GMP-Anforderungen an das Anlagendesign (PT 15)<br />
- Live Online Seminar<br />
Veranstaltungsort: online<br />
Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />
MEHR …<br />
13.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong> - 15.<strong>12</strong>.<strong>2023</strong><br />
Webinar<br />
Validierungsbeauftragte/r in der pharmazeutischen Industrie<br />
(QV 16) - Live Online Seminar<br />
Veranstaltungsort: online<br />
Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />
MEHR …<br />
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Veranstaltungen<br />
im Januar 2024<br />
19.01.2024 - 20.01.2024<br />
Seminar<br />
Praxisseminar Sicherheitstraining Zytostatika<br />
Veranstaltungsort: Elmshorn<br />
Veranstalter: Berner International GmbH<br />
MEHR …<br />
23.01.2024 - 25.01.2024<br />
Webinar<br />
Pharma-Ingenieur/in (PT 25) - Block I - Live Online Seminar<br />
Veranstaltungsort: online<br />
Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />
MEHR …<br />
24.01.2024 - 25.01.2024<br />
Seminar<br />
Intensivseminar für Reinraum Quereinsteiger<br />
Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />
MEHR …<br />
26.01.2024<br />
Webinar<br />
PTS Live: Bezahlbarkeit von GMP<br />
für mittlere und kleine Unternehmen<br />
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
MEHR …<br />
30.01.2024<br />
Seminar<br />
Qualifizierung von Anlagen und Utilities im GMP-Umfeld<br />
Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />
MEHR …<br />
31.01.2024<br />
Webinar<br />
Excel-Auswerteblätter im Labor<br />
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
31.01.2024<br />
Seminar<br />
Der neue Annex 1<br />
Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />
MEHR …<br />
MEHR …<br />
Veranstaltungen<br />
im Februar 2024<br />
01.02.2024<br />
Seminar<br />
Reinigungsvalidierung im GMP-Umfeld<br />
– Behördliche Anforderungen, Grundlagen, P<strong>DE</strong>-Konzept, Praxis<br />
Veranstaltungsort: Rheinfelden (CH)<br />
Veranstalter: Swiss Cleanroom Concept GmbH<br />
MEHR …<br />
05.02.2024<br />
Seminar<br />
Grundlagen der Qualifizierung und Validierung<br />
von Anlagen und Prozessen<br />
Veranstaltungsort: Ostfildern<br />
Veranstalter: Technische Akademie Esslingen e.V.<br />
06.02.2024<br />
Webinar<br />
GMP meets IT<br />
Veranstaltungsort: dem PTS Webinar-Raum<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
MEHR …<br />
MEHR …<br />
06.02.2024 - 08.02.2024<br />
Webinar<br />
Pharma-Ingenieur/in (PT 25) - Block II - Live Online Seminar<br />
Veranstaltungsort: online<br />
Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />
MEHR …<br />
13.02.2024<br />
Seminar<br />
Audits bei Kalibrierung und Prüfmitteln<br />
Veranstaltungsort: CH-Olten<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
14.02.2024<br />
Seminar<br />
Temperierte Einrichtungen:<br />
Qualifizierung, Mapping, zyklische Verifizierung<br />
Veranstaltungsort: Olten (CH)<br />
Veranstalter: PTS Training Service<br />
MEHR …<br />
MEHR …<br />
15.02.2024 - 16.02.2024<br />
Webinar / Live Online Training<br />
Process Understanding - Statistical Process Control (SPC)<br />
Veranstaltungsort: online<br />
Veranstalter: CONCEPT HEI<strong>DE</strong>LBERG GmbH<br />
MEHR …<br />
Impressum:<br />
W.A. Schuster GmbH / reinraum online · Mozartstraße 45 · D 70180 Stuttgart · Tel. +49 711-9640350 · Fax 9640366<br />
info@reinraum.de · www.reinraum.de · GF Dipl.-Designer Reinhold Schuster · Stgt, HRB 14111 · USt.-IdNr. <strong>DE</strong> 147811997<br />
Originaltexte und Bilder:<br />
Die namentlich gekennzeichneten Beiträge stehen in der Verantwortung des jeweiligen Autors. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung<br />
der Redaktion und mit Quellenangabe gestattet. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Abbildungen übernimmt der Herausgeber keine<br />
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oder bearbeiteter Form für alle Zwecke beliebig oft zu nutzen oder Dritten zur Nutzung zu übertragen. Dieses Nutzungsrecht bezieht sich auf Print- und<br />
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