ÖGNI insight II
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ÖGNI
INSIGHT
#2
AUS DER
KRISE
LERNEN
EU- TAXONOMIE VERORDNUNG
WAS GIBT ES NEUES?
BILDUNGSANSATZ
AUSBAUEN
UPDATES ZUM
DGNB SYSTEM
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort von Mag. Peter Engert und Dr. Andreas Köttl 05
EU-Taxonomie Verordnung: Was Gibt Es neues? + Verifikation
Neues Zuhause
ÖGNI AKademie
Ögni Podcast "Fairbaut"
06
12
14
16
Mediathek 18
Baustellenplakat
ÖGNI Arbeitsgruppen
Deep Dive Sustainability
Berichte vom World Green Building Council
More Life 2 Level(s)
19
20
22
24
26
06/
EU-TAXONOMIE
WAS GIBT ES NEUES?
Lesen Sie über die exemplarischen
Schlaglichter für Änderungen,
Neuerungen und Entwicklungen
rund um die Taxonomie Verordnung,
die die strategische
Entwicklungsrichtung der Europäischen
Union sichtbar macht.
14/ 30/
AUS- UND
WEITERBILDUNG
Wir arbeiten verstärkt mit Fach-
hochschulen, Universitäten und
anderen
Bildungseinrichtungen
zusammen, um unseren
Bildungsansatz auszubauen und
unsere Expertise in Nachhaltig-
keitsfragen in der Immobilienwirt-
schaft weiterzugeben.
UPDATES ZUM
DGNB SYSTEM &
AUSZEICHNUNGEN
Seit 2023 steht die Marktversion
der Systemvariante „Gebäude im
Betrieb“, kurz GIB zur Verfügung.
Ebenso wurde die Pilotversion
von Sanierung Version 2023
veröffentlicht.
Wir verstärken unser Team
DGNB Systemupdate
Zertifikatsverleihungen
Leuchtturmprojekt
Gebäude im Betrieb
Neue Kooperationen
14 Jahre ÖGNI
Expo real 2023
Veranstaltungen 2024
2 3
Ausblick
28
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32
34
36
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46
Vorwort von Mag. Peter Engert und Dr. Andreas Köttl
AUS DER KRISE LERNEN
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
"Es ist Fakt, dass Investitionen und
Finanzierungen von nachhaltigen
Unternehmen, Produkten und
Projekten mit weniger Risiko
behaftet sind."
eigentlich ist es ein bisschen langweilig,
jedes Vorwort unseres „Insight“ mit der
Beschreibung der geraden aktuellen
Krise zu beginnen. Leider verfolgen uns
multiple seit nunmehr drei Jahre ohne
Pause, immer haben sie Einfluss auf die
Immobilienwirtschaft und sie verändern
unser Arbeiten in unterschiedlicher
Intensität.
Gerade aktuell trifft uns eine wirtschaftliche
Krise, die aus einem Mix verschiedener
Faktoren gestrickt ist. Inflation,
Zinsen, Fachkräftemangel,
KIM-Verordnung und einiges mehr.
Wieder haben wir Gelegenheit, aus
der Krise zu lernen, wieder ist jetzt Zeit,
zukünftige Strategien zu überarbeiten
und Erkenntnisse daraus bei zukünftigen
Entscheidungen zu berücksichtigen.
Wir alle hoffen, dass diese Übung
diesmal gelingt.
Als ÖGNI können wir uns über mangelndes
Interesse nicht beschweren.
Was uns sehr freut ist, dass die aktuellen
Probleme des Marktes keine
Auswirkungen auf die Geschwindigkeit
der Implementierung der Nachhaltigkeit
im Wirtschaftsleben haben.
Danke dafür dürfen wir der europäischen
Finanzwirtschaft sagen, die
Nachhaltigkeit als risikorelevant erkannt
hat. Es ist Fakt, dass Investitionen und
Finanzierung von nachhaltigen Unternehmen,
Produkten und Projekten
mit weniger Risiko behaftet sind. Und
– gute Nachricht – das ist nicht nur ein
europäisches Phänomen, auch in Asien
und Nordamerika beginnen Banken,
die Finanzströme mit Nachhaltigkeit zu
verbinden.
Bisher war 2023 ein sehr spannendes
und ereignisreiches Jahr für die
ÖGNI. Viele Projekte konnten zertifiziert
werden, viele Menschen haben
ÖGNI-Ausbildungen genossen.
Auf vielen Veranstaltungen hat das
ÖGNI-Team Menschen getroffen und
Freunde und Mitglieder gewonnen.
Berichte über all diese Aktivitäten
finden Sie in der aktuellen Ausgabe.
Wir wünschen Ihnen eine spannende
und informative Lektüre!
Mit herzlichen Grüßen
Andreas Köttl & Peter Engert
4 5
Fotocredit: TPA Austria
Updates Rund um das Thema der EU-Taxonomie Verordnung
Updates Rund um das Thema der EU-Taxonomie Verordnung
EU- TAXONOMIE VERORDNUNG
WAS GIBT ES NEUES?
Weitere Schritte werden in Europa Richtung nachhaltige Zukunft gesetzt. Ein kurzer Abriss.
CSRD
Wie bereits in unserem letzten
Mitgliedermagazin (Insight #1)
berichtet, ist die EU-Richtlinie zur
Nachhaltigkeitsberichterstattung
- die Corporate Sustainability Reporting
Directive („CSRD“) - mit
Anfang 2023 in Kraft getreten und
die Mitgliedsstaaten der Europäi-
schen Union müssen diese Richtlinie
innerhalb von 18 Monaten in
nationales Gesetz überführen. Die
Richtlinie legt fest, dass u.a. große
und börsennotierte Unternehmen
verpflichtet sind, nicht-finanzielle
Informationen offenzulegen. Die
CSRD fördert die Integration von
Nachhaltigkeitsaspekten in der
E1
E2
Environmental
Klimawandel
Wasser- &
Meeresressourcen
Unternehmensstrategie
Compare
Find the perfect
Our
fit
Pricing
for your needs
Plans
E S R S 1 & E S R S 2
S1
S2
Social
Eigene Arbeitskräfte
Arbeitsrkäfte entlang der
Wertschöpfungskette
und
-entscheidungen. Ziel ist es, transparent
verlässliche und auch vergleichbare
Informationen zu sozialen
und ökologischen Themen
sowie zur Unternehmensführung
der Öffentlichkeit bereitzustellen.
Um dieses Ziel zu erreichen,
wurden eigene europäische Standards
(European Sustainability Reporting
Standard – kurz „ESRS“)
von der European Financial Reporting
Advisory Group („EFRAG“)
erarbeitet und von der Europäischen
Kommission im Juli 2023 als
Konsultationsentwurf eines delegierten
Rechtsakt erlassen. Erste
Nicht-Finanzunternehmen
G5
Governance
Unternehmensführung
unter-
liegen bereits ab 01.01.2024 der
vollen Berichtspflicht für klimabezogene
Umweltziele und vereinfachten
Berichtspflichten für nichtklimabezogene
Umweltziele für
das Geschäftsjahr 2023.
ESRS
Das Berichterstattungsset umfasst
zwölf Standards. Zwei übergrei-
fende, allgemeine (Cross-cutting
Standards) und zehn themen-
spezifische Standards. Zweitere
definieren die Berichterstattung der
ESG-Faktoren (Environment - Social
- Governance).
Unter anderem sind Angaben zu ende Offenlegung wird es in Zu- jene Wirtschaftstreibenden, die
den Maßnahmen zur Anpassung
und zur Abschwächung an den
Klimawandel zu tätigen, der Energieverbrauch
kunft für Kunden und Kundinnen,
Partnerunternehmen oder auch
Investoren leichter sein, verlässli-
nicht direkt von der CSRD betroffen
sind, können und werden sich
mit den aufgeworfenen Themen
und Energiemix che Informationen außerhalb der beschäftigen müssen, um wett-
ist offenzulegen oder auch Treibhausgasemissionen
finanziellen Berichterstattung bewerbsfähig zu bleiben („Tricksionen)
(THG-Emis-
zu erhalten. Der Druck auf das le-Down-Effekt) – und das inner-
für Scope 1, Scope2 und Unternehmen nachhaltig zu halb, aber auch außerhalb des
Scope 3. Durch die verpflicht-
wirtschaften, wird erhöht. Selbst Europäischen Wirtschaftsraums.
EU-Verordnung – wesentlicher Beitrag Kreislaufwirtschaft
Am 21. November 2023 wurden im technische Bewertungskriterien Umweltschutz und Biodiversität)
kann kein wesentlicher
EU-Amtsblatt zwei neue delegierte für die vier nicht klimabezogenen
Rechtsakte zur EU-Umwelttaxo- Umweltziele. In Anhang II betrifft Beitrag geleistet werden. Die
nomieVO veröffentlicht. Die Del. das den möglichen wesentlichen technischen Bewertungskrite-
VO (EU) 2023/2485 vom 27.06.2023 Beitrag zu Umweltziel 4 (Übergang
zu einer Kreislaufwirtschaft) bereits bei den ersten beiden
rien werden seitens der ÖGNI wie
mit zwei Anhängen betrifft die
Änderung der Del.VO 2021/2139 in den Gebäudezuständen Neubau,
Renovierung bestehender Recht in einem Übersichtsdoku-
Umweltzielen in österreichisches
(technischen Bewertungskriterien
der klimabezogenen Umwelt- Gebäude und Abbruch von ment ‚übersetzt‘ und die möglichen
ziele). Die Del.VO (EU) 2023/2486 Gebäuden.In den verbleibenden
3 Umweltzielen
Nachweise zur Erfüllung definiert.
vom 27.06.2023 beinhaltet neue
(Wasser,
E3
Kreislaufwirtschaft
S3
Betroffene
Gemeinschaften
E4
Umweltverschmutzung
S4
Endverbraucher:innen
E5
Biodiversität & Ökosysteme
6 7
Updates Rund um das Thema der EU-Taxonomie Verordnung
Updates Rund um das Thema der EU-Taxonomie Verordnung
EU-Verordnung - FAQ zur Auslegung
Gründung technischer und strategischer Beirat EU-Taxonomie Verordnung
Am 20. Oktober 2023 wurden im Amtsblatt der Europäischen Union zwei Dokumente mit häufig gestellten Fra-
Um mit den stetigen Entwicklun-
Nachweisführung der technischen
Akteur:innen erreichen, die bis
gen und Antworten zur EU-Taxonomie-VO veröffentlicht.
gen in Bezug auf die Nachhaltig-
Bewertungskriterien der EU-Tax-
dato noch nicht im Wirkungs-
keitsberichterstattung und hier vor
onomie-VO. Der strategische Bei-
kreis der ÖGNI zu finden sind.
allem der EU-Taxonomie Verord-
rat unterstützt die ÖGNI durch
Die ehrenamtlichen Teilnehmer:-
nung professionell Schritt halten zu
Rückmeldung vom Markt, um so
innen nehmen sich hochmotiviert
Bekanntmachung C-2023/267:
Inhalt des FAQ-Dokuments ist die
Festlegung technischer Bewertungskriterien
für die Wirtschaftstätigkeit, die
zum Umweltziel 1 (Klimaschutz) oder
Umweltziel 2 (Anpassung Klimawandel)
beitragen.
Bekanntmachung C-2023/305:
Fragen zu Offenlegungspflichten der EU-
Taxonomie iZm Art. 8 der EU Taxonomie-
VO.
können, hat sich die ÖGNI beginnend
mit 2023 entschieden, einen
Beirat zum Thema EU-Taxonomie
zu gründen. Sämtliche Mitglieder
dieser Beiräte arbeiten freiwillig,
unentgeltlich und sehr aktiv an der
Positionierung zur EU-Taxonomie
allenfalls bestehende Wissenslücken
und Defizite festmachen zu
können, die am Markt bestehen.
Im Beirat werden daraufhin gemeinsame
Lösungen erarbeitet,
um das vorhandene Wissensdefizit
über verbesserte Informations-
diesen Aufgabestellungen an und
repräsentieren die unterschiedlichen
Handlungsfelder rund um
eine Immobilie, darunter fallen Projektentwickler:innen,
Architekt:innen,
Fachplaner:innen oder auch
Banken. Wir freuen uns auch im
mit. Der technische Beirat bes-
grundlagen zu schließen . Vor allem
nächsten Jahr auf eine konstruk-
chäftigt sich im Detail mit den Frag-
möchte die ÖGNI mit den dort ent-
tive, fruchtbare Zusammenarbeit.
estellungen zur Umsetzung und
wickelten Strategien jene
Das FAQ-Dokument C/2023/267
umfasst gesamt 187 Fragen und
Antworten und ist in 3 Abschnitte
unterteilt. Abschnitt I befasst sich
mit horizontalen Fragen, unter Abschnitt
II gehen die Fragen Nr. 102
bis Nr. 158 auf die Themen zum
„Baugewerbe und Immobilien ("Sektor
7"), jeweils unterteilt zu den
Themen Neubau, Renvoierung und
Eigentum & Erwerb ein. Abschnitt
III umfasst Fragen und Antworten
zu den Anlagen A (Klimawandel),
C (Umweltverchmutzung) und D
(Biodiversität).
Während bisher unterschiedliche
Meinungen bestanden haben, ob
ein Bodengutachten oder doch
eine aufrechte Widmung oder
Baugenehmigung für die Beurteilung
des Biodiversität-Kriteriums
entscheidend ist, wurde diese
Frage durch diese FAQ Liste unter
anderem nun geklärt. Böden mit
mittlerer bis hoher Fruchtbarkeit
dürfen, wenn eine positive Taxonomieüberprüfung
angestrebt
wird, nicht verbaut werden. Damit
wurde die Position der ÖGNI, die
diese Auslegung seit dem Start
ihrer Taxonomie-Gutachten im
Jahr 2021 vertreten hat, bestätigt.
Unabhängig von Baulandwidmungen
oder Baubescheiden sind Neubauten
ausschließlich aufgrund
von Bodengutachten zu bewerten,
die Meinungen der Baubehörde
spielt bei dieser Bewertung keine
Rolle. Diese Klarstellung erfolgt
nicht zuletzt durch intensive Intervention
seitens der ÖGNI bei der
EU-Kommission und stellt einen
wichtigen Schritt im Kampf gegen
die Versiegelung wertvoller Böden
dar.
8 9
Updates Rund um das Thema der EU-Taxonomie Verordnung
TAXONOMIEVERIFIKATIONEN 2023
Nachhaltigkeit umgesetzt! Die ÖGNI bietet seit dem Inkrafttreten der ersten beiden Umweltziele "Klimaschutz"
und "Anpassung an den Klimawandel" der Taxonomie - Verordnung an, die Einhaltung
durch eine dritte unabhängige Prüfung zu bestätigen und über das positive Ergebnis eine Verifikationsurkunde
auszustellen. Das haben wir im Jahr 2023 auch weiterhin getan. Folgend exemplarische Beispiele.
Foto: ©Picmyplace
Wiener Ringturm
Schottenring, 1010 Wien –
Erwerb und Eigentum
Das 73 Meter hohe und 1955
eröffnete Bürohochhaus am
Donaukanal, welches auch durch
die jährliche Ringturm-Verhüllungen
Bekanntheit erlangt hat und
die Unternehmenszentrale der
Wiener Städtischen Versicherungs-
vereins, der Wiener Städtischen Versicherung
und der Vienna Insuance
Group beheimatet, ist taxonomiekonform.
Durch die ÖGNI-Verifikation
wird bestätigt, dass die
Anforderungen der 2021 in Kraft getretenen
EU-Taxonomie-Verordnung
im Hinblick auf den wesentlichen
Beitrag im Umweltziel Klimaschutz
erfüllt sind. Um den erneuerbaren
Anteil der Energieversorgung zu
heben, wurde unter anderem eine
PV-Anlage am Dach des Ringturms
installiert, sowie die thermische Konditionierung
des Gebäudes mit Fernwärme
und -kälte nachhaltig sicher-
gestellt. Beschattungselemente, ein
Energiemonitoring und LED-Beleuchtung
runden das Konzept ab.
Foto: © Robert Newald
Wohngebäude Eva Popper Weg 8,
1010 Wien - Neubau
Im neu errichteten Nordbahnhofviertel im 2. Wiener
Gemeindebezirk entstand auf dem Baufeld 6a1, mit
der Adresse Eva-Popper-Weg 8, direkt an der Endstation
der Straßenbahnlinie O, ein Neubauprojekt
mit 74 Mietwohnungen. Dieses Wohngebäude wurde
von BEHF Architects entworfen und von STRABAG
Real Estate im Auftrag eines Investors entwickelt. Die
Bauarbeiten begannen im Jahr 2021, die Fertigstellung
erfolgte im Jahr 2023. Die Wohnungen konnten
bereits im Juni 2023 an ihre neuen Mieter:innen
übergeben werden.
Die zwischen 41 und 91 Quadratmeter großen Zwei-
bis Vierzimmerwohnungen verfügen alle über private
Freiflächen wie Terrassen, Loggien und Balkonen.
Bei der Entwicklung dieser neuen Wohnhausanlage
wurde besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, sodass
das Gebäude die Energiekennzahl lt. Energieausweis
von 25 kWh/m².a aufweist.
Das Projekt wurde mit dem ÖGNI-Zertifikat in Gold
für nachhaltige Wohngebäude ausgezeichnet und
hat das EU-Taxonomie-Zertifikat verliehen bekommen.
Durch die ÖGNI-Verifikation wird auch hier
bestätigt, dass die Anforderungen der 2021 in Kraft getretenen
EU-Taxonomie-Verordnung im Hinblick auf
den wesentlichen Beitrag im Umweltziel Klimaschutz
erfüllt sind. Wir gratulieren.
10 11
NEUES ZUHAUSE
Nachdem das Team der ÖGNI stetig
wächst, haben wir uns Anfang des
Sommers 2023 dazu entschlossen, ein
neues Zuhause für uns zu suchen. Sehr
rasch nach dem Entschluss folgte auch
schon der Umzug in die Mayerhofgasse
1, im 4. Wiener Gemeindebezirk. Dieser
Schritt markiert einen bedeutenden
Meilenstein in der Entwicklung der
ÖGNI und symbolisiert unseren
anhaltenden Wachstumskurs.
Kurzerhand wurden wir zu Innenarchitekt:innen,
Installateur:innen und
Organisationsprofis, denn es galt, die
neuen Räumlichkeiten mit Leben zu
füllen und nach unseren Vorstellungen
zu gestalten.
Bei der Ausstattung des Büros haben
wir besonderen Wert auf Nachhaltigkeit
und Umweltverträglichkeit gelegt.
Daher setzten wir in erster Linie auf
second-hand Möbel, um Ressourcen
zu schonen und unseren ökologischen
Fußabdruck zu minimieren. Zugleich
haben wir einige neue Möbelstücke
erworben, um die Bedürfnisse unseres
Teams bestmöglich zu erfüllen.
Der Umzug in unser neues Büro hat
nicht nur physische Veränderungen
mit sich gebracht, sondern auch
eine tiefere Verbindung innerhalb
unseres Teams geschaffen. Die
gemeinsame Herausforderung, diesen
Umzug zu bewältigen, hat uns eng
zusammenarbeiten lassen und
das Team langfristig gestärkt. Wir
sind überzeugt, dass diese neue
Arbeitsumgebung unsere Produktivität
und Kreativität weiter steigern wird.
Wir laden Sie herzlich ein, uns in
unserem neuen Büro zu besuchen.
12 13
ÖGNI AUSBILDUNG
RÜCKBLICK & AUSBLICK
ÖGNI AUS- UND WEITERBILDUNG
Nach dem Sommer 2023 haben wir mit großer Freude eine bedeutende Entwicklung im Bereich unserer ÖGNI
Ausbildung bekanntgegeben. Seit Herbst 2023 kooperiert die ÖGNI Akademie erfolgreich mit der TÜV AUSTRIA
Akademie. Dieser Meilenstein ermöglichte es der ÖGNI, das Wissen unserer Referenten an die TÜV AUSTRIA
Akademie zu übertragen, die nun die Inhalte unserer ÖGNI Registered Professional Kurse unterrichten. Die
Zusammenarbeit erlaubt es uns, unsere Ressourcen zu erweitern und unsere Kapazitäten auszubauen, um die
steigende Nachfrage auf dem Markt noch besser bedienen zu können. Wir möchten betonen, dass die (Online-)
Prüfungen weiterhin von der ÖGNI abgenommen und die Urkunden nach wie vor von uns ausgestellt werden.
Ebenso freuen wir uns sehr über eine zweite Kooperation, die wir mit dem Raiffeisen Campus eingegangen
sind. Gemeinsam setzen wir den Fokus auf Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft und bringen in einem
zweitägigen Seminar unsere Expertise in die Bereiche EU-Taxonomie, Nachhaltigkeitsberichterstattung und
Gebäudezertifizierung ein. Das Seminar richtet sich vor allem an Kundenbetreuer:innen im Firmenkundengeschäft
sowie an Experten und Expertinnen im Bereich des Risikomanagements. Es ist Teil des Raiffeisen-internen
Bildungsprogramms und wird ab 2024 zweimal im Jahr angeboten.
Ebenso 2023 ins Leben gerufen, haben wir mit
DEEP DIVE SUSTAINABILITY, ein neues Online-
Format, in dem wir in gewisse Themenbereiche rund
um die nachhaltige Bau- und Immobilienwirtschaft
tiefer eintauchen. Bislang haben wir mit Anna-
Vera Deinhammer das Thema Kreislaufwirtschaft
sowie mit Annekatrin Koch (IPJ Ingenieure)
die Ökobilanzierung näher beleuchtet. Nähere
Berichte dazu finden Sie bitte auf Seite 22 und
23. Dieses Format werden wir 2024 mit weiteren
spannenden Themenbereichen verstärkt fortsetzen.
Für das kommende Jahr haben wir zudem
geplant, unsere Kooperationen im Bereich der
Aus- und Weiterbildung weiter zu intensivieren.
Wir werden verstärkt mit Fachhochschulen,
Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen
zusammenarbeiten, um unseren Bildungsansatz
auszubauen und unsere Expertise in Nachhaltigkeitsfragen
in der Immobilienwirtschaft weiterzugeben.
Bleiben Sie gespannt auf aufregende
Entwicklungen im Jahr 2024, und zögern Sie nicht,
uns bei Fragen oder Anregungen zu kontaktieren.
Weitere Informationen zur ÖGNI Aus- und
Weiterbildung finden Sie auf unserer Website.
Seit Inkrafttreten der EU-Taxonomie Verordnung
beschäftigt sich die ÖGNI zudem intensiv mit den
technischen Beurteilungskriterien im Sektor Baugewerbe
und Immobilien sowie mit der Wissensvermittlung
in diesem Bereich. Hier sind wir aufgrund unserer
langjährigen Erfahrung mit dem Umgang der Themen der
Nachhaltigkeit versiert. Das ist aber nur die eine Seite der
Taxonomie-Münze: Bei der EU-Taxonomie Verordnung geht
es darum, Finanzströme, die im EU-Raum generiert werden,
in nachhaltige Projekte zu lenken und dies transparent
darzustellen. Als wichtige Basis dient dazu die technische
Beurteilung seitens der ÖGNI, auf der die finanzielle
Berichterstattung in einem zweiten Schritt aufbaut.
Zusätzlich zu unserer „EU-Taxonomy Advisor“ Schulung
mit Fokus auf die technischen Beurteilungskriterien,
haben wir im Herbst 2023 deshalb erstmals das Seminar
Nachhaltigkeitsberichterstattung" angeboten, um eine
Übersicht zur finanziellen Berichterstattung zu geben. Das
Seminar wird in Kooperation mit der TPA Steuerberatung
durch die ESG-Expertinnen Eva Aschauer und Olivia
Doppler abgehalten. Weitere Termine sind für 2024 geplant.
Stufe 1 | ÖGNI Registered Professional:
Grundlagenwissen nachhaltigen Bauens
Stufe 2 | ÖGNI Consultant Kurs:
Detailliertes DGNB-Systemwissen
Stufe 3 | ÖGNI Auditor:in:
Begleitung eines Audits als Zweitauditor:in
(ÖGNI Buddy Programm)
Zusatzausbildung:
EU-Taxonomy Advisor approved by ÖGNI
(Voraussetzung ÖGNI Consultant Status)
Nachhaltigkeitsberichterstattung
finanzielle Berichterstattung – (keine
Teilnahmevoraussetzungen)
14 15
ÖGNI Podcast Fairbaut
"FAIRBAUT"
IST UNSERE WELT NOCH ZU RETTEN?
Unser Ziel bei "fairbaut" ist es, relevante und aktuelle Themen ausführlich zu beleuchten, um unsere Hörerinnen
und Hörer über wichtige Entwicklungen und Themen rund um die Bau- und Immobilienbranche auf dem
Laufenden zu halten. Unsere jüngsten Episoden widmen sich den drängenden Fragen und Innovationen in den
Bereichen Energiegewinnungsalternativen, ESG (Environment, Social, Governance), Mietpreisregulierung und
Kreislaufwirtschaft.
Alternativen der Energiegewinnung -
Wie Technik und Innovation
unkonventionelle Wege ermöglichen
Aus dem Abwasser Energie zu gewinnen, ist zwar nicht
neu, doch fällt das Stichwort erneuerbare Energien, denkt
man reflexartig an Photovoltaik und Windenergie. Die
Notwendigkeit an Alternativen der Energiegewinnung
zu denken, hat bisher vernachlässigte Energieformen
in den Mittelpunkt gerückt. So auch die erneuerbare
Energiequelle Abwasser. Aus „schmutzigem“ Abwasser
kann einfach und effizient „saubere“ Energie gewonnen
werden. Das erklärt uns Frau Ulrike Rabmer Koller,
Eigentümerin sowie Geschäftsführerin der Rabmer Gruppe.
Zur Folge: Alternativen der Energiegewinnung
Kreislaufwirtschaft: Wie kommen wir vom Reden
ins Handeln?
Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in Bezug auf Nachhaltigkeit und
der Immobilienbranche kann nicht genug betont werden. Mittlerweile
gehört die Kreislaufwirtschaft zu den meist diskutiertesten Themen
der Immobilienbranche und Begriffe wie Urban Mining und Cradle
to Cradle gehören zum täglichen Immobilien-Wording. Doch Reden
ist uns zu wenig. Unser Gast, Werner Weingraber, Geschäftsführer
von Madaster Austria spricht über die Grundprinzipien und
Erfolgsgeschichten von Madaster und wie es uns zum Handeln verhilft.
Zur Folge: Kreislaufwirtschaft: Wie kommen wir vom Reden ins Handeln?
Klartext zu ESG
Endlich bekommen wir klare Aussagen zum Thema ESG,
Taxonomie und Green Deal. In dieser Folge beleuchtet
unser Gast, Patrick Walch die Herausforderungen
bei Unternehmensentscheidungen der Zukunft und
Investitionen und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.
Unbedingt anhören. Zur Folge: Klartext zu ESG
Mietpreisdeckel: Folgt Wien nun Berlin?
Steigende Miet- und Energiepreise erschweren es immer mehr
Menschen in Österreich, ihre Wohnung zu finanzieren. Nachdem
die Forderungen nach einer Abfederung der steigenden Mietpreise
immer lauter wurden, wird nun ein Mietpreisdeckel eingeführt.
Gemeinsam mit unserem Gast Christoph Schäffer, Geschäftsführer
von FERRUM Immobilien GmbH, einem Bauträger, der sich auf
den leistbaren Wohnbau in und um urbane Zentren spezialisiert,
diskutieren wir unter anderem über die Auswirkungen dieser
Maßnahme und die Zukunft von Österreichs Wohnungsmarkt.
Zur Folge: Mietpreisdeckel: Folgt Wien nun Berlin?
Welchen Stellenwert hat Heizen und Kühlen
heute und in Zukunft?
Wie hängt die Effizienz der Wärmeversorgung mit Raumkühlung
zusammen? Gehen die technischen Entwicklungen in der Praxis
mit den regulatorischen Normen einher? Und welche Möglichkeiten
kann man Nutzer:innen geben, um Energie einzusparen? Hören
Sie Bmstr. Ing. Herbert Hetzel, Geschäftsführer von Beyond Carbon
Energy, und Peter Engert im offenen Dialog über Energieeffizienz
und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Zur Folge: Welchen
Stellenwert hat Heizen und Kühlen heute und in Zukunft?
Unsere neue Folge, die Weihnachtsfolge, wird in den kommenden Wochen veröffentlicht.
Wir würden uns sehr freuen und ermutigen Sie, unseren Podcast zu abonnieren, um keine unserer
Veröffentlichungen zu verpassen. Wir schätzen Ihr Interesse und Ihre Unterstützung und sind stets
bestrebt, unseren Hörer:innen hochwertige Inhalte zu bieten. Vielen Dank für Ihr Vertrauen in "fairbaut."
Wir freuen uns auf Ihr Feedback und stehen Ihnen für Fragen oder Anregungen gerne zur Verfügung.
16 17
ÖGNI Mediathek
BAUstellenPLAKAT - Jetzt Bestellen
MEDIATHEK
BAUSTELLENPLAKAT
Gemeinsam mit unseren Mitglied-
weise aus nicht-recycelbaren Ma-
wortung gegenüber kommenden
ern streben wir danach, eine nach-
terialien hergestellt werden und
Generationen
wahrzunehmen.
haltige Zukunft zu gestalten und
nach Gebrauch oft im Müll landen.
Wir sind fest davon überzeugt, dass
den Schutz unserer natürlichen Res-
Unsere neue Partnerschaft ändert
diese neue Initiative nicht nur un-
sourcen zu fördern. Im Rahmen un-
dies grundlegend, da die von
seren Mitgliedern die Möglichkeit
seres Engagements für Nachhaltig-
diesem Hersteller produzierten
bietet, kostengünstige und um-
keit und Umweltschutz, wollen wir
Plakate aus 100% recycelten Mate-
weltfreundliche Baustellenplakate
uns immer weiter verbessern. Wir
rial besteht und der Hersteller die
zu erwerben, sondern auch einen
übernehmen Verantwortung und
gebrauchten
Baustellenplakate
positiven Beitrag zur Umwelt
wollen unsere Werbetätigkeiten
nach ihrer Nutzung zurück-
leistet. Wir laden Sie herzlich ein,
ganzheitlich nachhaltig gestalten.
nimmt und sie in einem umwelt-
sich an dieser Zusammenarbeit
In diesem Zuge haben wir uns dazu
freundlichen Kreislauf zurück-
zu beteiligen und einen Beitrag
Wir haben uns wieder die Zeit
genommen, um diverse Themenbereiche
der Bau- und Immobilienbranche
mit denen wir
uns tagtäglich beschäftigen,
aufzuarbeiten und kurz und
verständlich in einem Video-
In den letzten Videos haben wir
uns auch gefragt, ob ein zertifiziertes
Gebäude mit weniger
Risiko behaftet ist, als ein nicht
zertifiziertes und wie eine nachhaltige
Baustelle gelingt. Weiters
stellen wir unter anderem auch
die neuesten Entwicklungen
und Trends in diesen Bereichen
auf dem Laufenden zu halten.
Wir laden Sie herzlich dazu ein,
unsere YouTube-Mediathek zu
abonnieren und von diesen wertvollen
Ressourcen zu profitier-
entschlossen, eine bedeutende
Partnerschaft mit einem führenden
Hersteller von 100% recyclebaren
Baustellenplakaten einzugehen. Die
Herstellung von Baustellenplakaten
stellt oft eine erhebliche Belastung
für die Umwelt dar, da sie normaler-
führt. Dies gewährleistet, dass die
Ressourcen effizient genutzt und
Abfälle minimiert werden. Durch
die Wiederverwendung und das
Recycling tragen wir dazu bei,
unsere Umweltauswirkungen zu
reduzieren und unsere Verant-
zur Förderung der Nachhaltigkeit
in unserer Branche zu leisten. Für
weitere Informationen und Bestellungen
kontaktieren Sie uns gerne
unter office@ogni.at.
format für unsere Mitglieder.
den Berichtsrahmen „More Life
en. Sie können sicher sein, dass
Unsere YouTube-Mediathek wurde
2 Level(s)“ und die „New Euro-
unser Engagement für Qualität
und wird kontinuierlich mit neuen
pean Bauhaus“ Initiative vor.
und Aktualität in unseren In-
Inhalten, die wöchentlich ver-
halten stets an erster Stelle steht.
öffentlicht werden, befüllt.
Unsere YouTube-Mediathek dient
als Plattform, auf der wir unser
Wir sind stolz darauf, unsere Me-
Wir haben erkannt, dass man
Wissen und unsere Erfahrung in
diathek kontinuierlich zu erweit-
bei den vielen Abkürzungen wie
verschiedenen Bereichen, insbe-
ern und stehen Ihnen jederzeit
CSRD, ESRS, CSDDD, etc. leicht
sondere in Bezug auf die Taxono-
für Fragen oder Anregungen zur
den Überblick verlieren kann. Aus
mie und neue Zertifizierungssys-
Verfügung.
diesem Grund führt uns unsere
teme, mit unserer Zielgruppe
Expertin Sabine Huger in einem
teilen möchten. Unsere Inhalte
Video durch den Dschungel der
sind darauf ausgerichtet, unsere
Gesetze und verschafft Klarheit.
Mitglieder und Interessierte über
18 19
ÖGNI Arbeitsgruppen
„DIE NACHHALTIGE BAUSTELLE –
UND WIE DAS GELINGEN KANN“
Der globale Gebäude- und Bausektor emittiert etwa 40 % der Treibhausgas-Emissionen (THG) weltweit, wobei
bilien, Bauwerken und Infra-
nen Ziele aufgezeigt werden.
weisende Themen zu ergänzen.
10 % direkt der Bauindustrie zuzuordnen sind. Um die Umweltauswirkungen zu begrenzen, wird es notwendig
strukturen, innerhalb des eige-
Es werden sowohl Tief- als auch
sein den Industrie- und Gebäudesektor in die Pflicht zu nehmen, um die THG-Emissionen zu reduzieren.
nen Unternehmens, als auch
Hochbauprojekte bearbeitet. Ge-
Die ÖGNI bedankt sich an dieser
entlang der gesamten Liefer-
meinsame Definitionen legen den
Stelle ganz herzlich bei allen Teil-
kette sowohl der CO2-Fußab-
Grundstein für ein gemeinsames
nehmern der AG und freut sich,
druck als auch der Energiebe-
Verständnis. Es soll aufgezeigt
Ihnen demnächst ein neues Arbeits-
darf signifikant reduziert werden.
werden, wie die Prozesse in das
papier präsentieren zu dürfen.
Die gemeinsame Arbeitsgruppe
der ÖGNI und der ÖBV zur Nachhaltigen
Baustelle beschäftigt sich
seit Ende 2022 mit diesen Themen
und wird in den nächsten Monaten
eigene Unternehmen integriert
und eine konkrete Umsetzung auf
Baustellen gestaltet werden können,
um eine Dekarbonisierung
praxistauglich umzusetzen. Zusät-
Über die Veröffentlichung werden
Sie wie gewohnt via Newsletter,
die ÖGNI-Website sowie unsere sozialen
Medien informiert.
das Positionspapier fertigstellen.
zlich zum Positionspapier, wird
die Arbeitsgruppe Vorschläge zur
10 %
Neben den Emissionen infolge
des Bauwerkes, belasten die Baumaßnahmen
auf der Baustelle die
Umwelt durch Lärm, Staub, Schadstoffe
und Abfälle. Eine Betrach-
fasst Dienstleistungen rund um
den Bauprozess, den Bedarf an
Kraftstoffen und elektrischer Energie
für die Baustellenflotte, Baumaschinen
und sonstige für den
Mit diesem Positionspapier sollen
Wege auf Prozessebene und
technische Möglichkeiten zur Erreichung
der oben angesproche-
Erweiterung des bereits bestehenden
Zertifikates „Nachhaltige
Baustellen“ an die DGNB senden,
um so das Zertifikat um zukunfts-
der THG-Emissionen
weltweit werden der
Bauindustrie zugeordnet.
tung der ökologischen Aspekte
auf einer Baustelle wird notwendig
sein, um die THG-Emissionen
und die eingesetzten Hilfsstoffe auf
Baubetrieb benötigten Geräte.
Ebenso wird der Energiebedarf
(Strom, Heizenergie) der Baustel-
der Baustelle zu reduzieren. Dafür
leneinrichtung
(Containeranlage)
ist es notwendig, die Tätigkeiten
sowie der An- und Abtransport vom
und Abläufe in der Errichtungs-
Werktor (z.B. Baustoffproduzent-
phase zu betrachten und einen
en) bis zum Bauzaun mitberück-
Maßnahmenplan zu entwickeln,
sichtigt. Durch stetigen Einsatz
wie THG-Emissionen auf den Baus-
neuer, innovativer Technologien
tellen reduziert werden können.
und durch die konsequente Umsetzung
von Dekarbonisierungs-
Den Ausgangspunkt bildet dafür
schritten soll während des ges-
das System Baustelle. Dieses um-
amten Lebenszyklus von Immo-
20 21
DEEP Dive sustainability
DEEP Dive sustainability
DEEP DIVE SUSTAINABLILITY –
KREISLAUFWIRTSCHAFT
DEEP DIVE SUSTAINABLILITY –
ÖKOBILANZIERUNG
Anna-Vera Deinhammer durfte
Die Diskussion im Plenum, welche
Abschließend schlug sie Planungs-
mit dem Deep Dive Sustaina-
vorgestellten Handlungsempfehl-
überlegungen für zirkuläre Ge-
bility „Kreislaufwirtschaft“ dieses
ungen prioritär und welche aktuell
bäude vor, die ebenfalls diskutiert
neue Weiterbildungsangebot der
machbar sind, stellt einen Reality
wurden, und wagte noch einen
ÖGNI vergangenen Frühling eröffnen.
Im Laufe der sehr intensiven
zwei-einhalb Stunden informierte
sie zunächst über die Prämissen
der Kreislaufwirtschaft, um sich gemeinsam
mit den Teilnehmenden
– ganz dem Thema entsprechend
– zyklisch über die Kriterien für das
zirkuläre Bauen immer weiter in
die Materie vorzutasten.
Check dar. Daran anschließend
sprach Anna-Vera Deinhammer
darüber, dass Kreislaufwirtschaft per
se nicht nachhaltig ist und wie Digitalisierung,
aber auch kommende
Rahmenbedingungen zirkuläre Innovationen
beschleunigen werden.
inspirativen Blick über den österreichischen
Tellerrand zur Circular
Building Coalition.
Nachdem das Feedback äußerst
positiv ausfiel, wird es auch
nächsten Frühling ein weiteres,
aktualisiertes Deep Dive Sustainability
„Kreislaufwirtschaft“ geben.
In Anbetracht der aktuellen
Dringlichkeit ist die Ökobilanzierung
ein unverzichtbares
Instrument zur Bewertung
ökologischer Auswirkungen.
Eine klare Visualisierung der
Ergebnisse ist entscheidend,
um sie verständlicher zu
machen und nachhaltige Entscheidungen
zu beschleunigen.
Foto: © Annekatrin Koch
Unser zweiter Deep Dive Sustainability
fand mit Annekatrin
Koch (IPJ Ingenieure) zum Thema
„Ökobilanzierung“ Mitte November
statt und bot einen Einblick
in die Bedeutung des Prozesses.
Warum ökobilanzieren? Um
die Umweltauswirkungen eines
Gebäudes transparent darzustellen
und Optimierungsmöglichkeiten
zu entwickeln, ist eine
Ökobilanz notwendig. Sie erlaubt
eine ganzheitliche Erfassung der
Umweltauswirkungen während
des gesamten Lebenszyklus des
Gebäudes, einschließlich der
Phasen von der Herstellung bis
zur Entsorgung. Die Integration
in die ÖGNI-Zertifizierung unterstreicht
die Relevanz für nachhaltiges
Bauen. Ebenso wurden, unter anderem,
die wirksame Kommunikation
der Ergebnisse thematisiert
sowie Vor- und Nachteile diverser
Tools und Data Bases beleuchtet.
Eine nachfolgende Diskussionsrunde
bot allen Teilnehmenden die
Gelegenheit, ihre Perspektiven und
Fragen zur Thematik einzubringen.
22 23
Berichte vom World Green Building Council
PRÄSIDIUMSMITGLIED RICHARD
TEICHMANN WURDE ZUM VICE-CHAIR
DES EUROPEAN REGIONAL NETWORK
IM WORLD GREEN BUILDING COUNCIL
GEWÄHLT.
Die ÖGNI wächst unaufhaltsam
und wird dabei erwachsen. 2022
wurden mit der Aufnahme von
Anna-Vera Deinhammer die
Weichen für die Intensivierung
der internationalen Vernetzung
der ÖGNI als gestellt, 2023 wird
dieser Trend verstärkt. Die ÖGNI
ist als einziges österreichisches
Council ein „established member“
des WGBC und bestrebt, das europäische
Qualitätszertifikat auf
internationaler Ebene zu stärken.
Nun sind wir sehr stolz darauf,
dass Präsidiumsmitglied Richard
Teichmann mit seinem Manifesto
erfolgreich für das strategische
Führungsgremium des World
Green Building Council nominiert
wurde. Nun lenkt er auf
höchster Ebene die europäischen
Geschicke des größten globalen
Aktionsnetzwerk zur Beschleunigung
des Übergangs hin
zu einer nachhaltig gebauten Umwelt
mit. Zu diesem Anlass geben
wir auszugsweise das Manifesto
wieder, da das internationale
Kommittment zu seiner Herangehensweise
einen Meilenstein für die
Entwicklung der ÖGNI in Europa
darstellt:
„[…] Als ich vor zwanzig Jahren Vater
wurde, las ich über den Klimawandel
und begann, mich mit Green
Buildings zu beschäftigen, wobei
ich zunächst mein eigenes Haus
renovierte und die positiven Auswirkungen
erkannte. Dann habe ich
meine Partner in der gewerblichen
Immobilienentwicklung davon
überzeugt, Nachhaltigkeit zu einem
unserer zentralen Unternehmenswerte
zu machen. […]
Meine Motivation ist es, unsere
Geschichte zu erzählen - vor allem
für andere Investor:innen! Da ich
Wirtschaft studiert und viele Unternehmen
bei ihren Quartalsberichten
begleitet habe, verstehe ich
ihre Fragen zu unseren Ideen und
Investitionen sehr gut. Alle Green
Building Councils brauchen gute
Argumente mit klaren Ergebnissen,
Wirkungsstudien und Best-Practice
-Beispielen.
[…] Europa ist mein Heimatgebiet.
Ich sehe viel Potenzial für diese
Region. Geografisch sollten wir
uns intensiv um Osteuropa bemühen.
Warum sollten diese Gebiete
Ressourcen verschwenden
und die gleichen Fehler machen,
die die entwickelteren Staaten
vor ein oder zwei Generationen
gemacht haben? Der europäische
Bausektor, den ich seit mehr als
30 Jahren kenne, kann höchste
Zertifizierungsstandards erfüllen
und internationale Zusammenarbeit
vorleben. Mit dem Fokus
auf Technologie und Qualität
unter dem Dach des European
Green Deal kann und muss diese
Branche weiterhin bessere und
grünere Gebäude bauen, nicht nur
in Europa, sondern überall! […] In
diesem Sinne ist meine Nominierung
nicht als Einzelperson eines
Mitgliedslandes zu verstehen, sondern
als eine Arbeitsteilung: Einerseits
möchte ich als Multiplikator
für die hervorragende operative
Arbeit der WGBC-Arbeitsgruppen
dienen, andererseits möchte ich,
dass diese Nominierung als transnationale
Angelegenheit gesehen
wird. Ich glaube, dass eine starke
Mittel- und Osteuropa-Achse, die
ich aufgrund meiner bereits erwähnten
Berufserfahrung aufgebaut
habe, in der aktuellen Situation
in Europa besonders hilfreich
sein wird. […]“
24 25
More Life 2 Level(s)
MORE LIFE 2 LEVEL(S)
Gemeinsam mit drei weiteren europäischen Green Building Council sind wir ausgewählt
worden, das ausgeschriebene EU-Projekt „More Life 2 Level(s)“ zu übernehmen.
Level(s) ist ein freiwilliger europaweit gültiger Bewertungs- und Berichtsrahmen für nachhaltige
Gebäude, welcher eine Reihe von Indikatoren und gemeinsamen Parametern für
die Messung der Umweltleistung von Gebäuden, während ihres gesamten Lebenszyklus
enthält. Level(s) ist kein Zertifizierungs- oder Benchmarkingsystem, sondern ein Instrument,
welches eine einheitliche und gemeinsame Sprache für die Nachhaltigkeitsleistung
von Gebäuden bietet. So können sich Bauprojekte EU-weit an gemeinsamen Informationen
zu Materialeffizienz und Nachhaltigkeit im Bausektor orientieren.
Level(s) bietet einen niederschwelligen Einstiegspunkt zur Kreislaufwirtschaft und zur Betrachtung
des gesamten Lebenszyklus.
More Life 2 Level(s)
Mit 2023 haben vier ausgewählte Green Building Council die Aufgabe, diesem Rahmenwerk
„mehr Leben“ zu verleihen und Nachhaltigkeit in der Baubranche zum Mainstream
zu machen. Ziel des Projekts ist es, Level(s) europaweit in der Baubranche zu etablieren
und Bewertungs- und Zertifizierungssysteme dazu anzuregen, ihre Kriterien an Level(s)
zu orientieren.
Einige Zertifizierungssysteme, unter
anderem auch das DGNB System,
haben Level(s) bereits integriert
und stützen sich nun bei ihren
Zertifizierungskriterien auf dieselben
Indikatoren, anhand derer
auch mit Level(s) die Gebäudenachhaltigkeit
gemessen wird.
In den kommenden vier Jahren
wird das System an verschiedenen
Bauprojekten angewendet, um
durch den Einsatz in der Praxis Empfehlungen
aussprechen zu können,
wie die Level(s) Indikatoren europaweit
in eine Projektplanung integriert
werden können, um Stakeholdern
die Nutzung von Level(s) zu
erleichtern.
Dieses Jahr trafen wir uns zum Kick-off Meeting in Madrid, nicht nur um uns
persönlich, sondern auch um einige der interessanten Projekte, die an der
Studie teilnehmen, kennenzulernen und die Maßnahmen für die Erreichung
der Projektergebnisse zu diskutieren.
26 27
Wir verstärken unser Team
Wir verstärken unser Team
HERZLICH WILLKOMMEN PETER!
HERZLICH WILLKOMMEN PETRA!
Mit einem lachenden und weinenden
Auge verabschiedeten
Petra Kühnel
wir uns mit Mitte August von unserem
Teamassistenten Matthias
Fryd , der uns in den letzten
eineinhalb Jahren eine großartige
Unterstützung war. Nun
zieht ihn sein Bachelorstudium,
Umwelt- und Bioressourcenmanagement,
ins Ausland, um
genau zu sein nach Estland.
Petra Kühnel übernimmt als Arbeitsschwerpunkt
die Themen
rund um die EU-Taxonomie Verordnung
und vertritt auch in einigen
EU-Projekten die Interessen der
ÖGNI. Sie wird darüber hinaus als
Vortragende für die EU-Taxonomie-Advisor
Ausbildung tätig sein.
Wo sich eine Tür schließt, öffnet
Unsere neue Kollegin ist seit nun-
sich jedoch eine andere – und zwar
mehr über 30 Jahren in der Immo-
für Peter!
bilienbranche tätig. 2005 war sie
Peter Schiffmann
Teil der Abschlussklasse des Studiengangs
„Immobilienwirtschaft“
Peter Schiffmann betreut ab Mitte
August alle Anfragen/Anliegen
unserer Mitglieder nach bestem
Wissen und Gewissen. Als studierter
Betriebswirt hat auch er
zwei Mal den Schritt ins Ausland
gewagt und konnte in Spanien
und Kanada Auslandserfahrung
sammeln. Durch die Arbeit als
Radbote bei einem nachhaltigen
Lieferdienst hat Peter erkannt, wie
viel Wertschätzung ein verantwortungsbewusster
Geschäftsansatz
von allen Beteiligten erfährt. Jetzt
setzt er sich bei der ÖGNI dafür ein,
dass auch die Bau-/Immobilienbranche
mit gutem Beispiel voran
geht und ihrer Verantwortung nachkommt.
Er behält den Überblick
in allen administrativen Belangen
und begegnet Ansprechpartner:
innen mit seiner fröhlichen Art
und nicht selten einem herzlichen
Lachen. Peter interessiert sich für
aktive Mobilität, ist wetterfest und
gerne draußen unterwegs. Er setzt
sich für ein dichtes und sicheres
Radwegenetz nach Kopenhagener
Vorbild ein und übt die für den
Wiener Verkehr nötigen Balancierkünste
bei seiner neuesten Entdeckung,
dem Bike-Polo. Peter
lebt gerne aktiv und im Einklang
mit seiner Umwelt. Im Sommer
zieht es ihn zum Wandern in die
Berge und neben Gipfeln setzt er
sich auch eigenwillige Ziele. Sei es
die Trailrun-Trophäe U4-U4, das
Rennrad-Event „Velo Vertical Vienna“
oder eine Radreise durch halb
Spanien im Anschluss an das Auslandssemester
in Granada. Abseits
davon trifft man Peter gerne auch
lesend im Park in einer Hängematte
oder bei einer Tischtennispartie
mit Freunden.
an der FHW Wien, damals Pionierlehrgang
einer zwischenzeitlich erfolgreichen
Ausbildungsrichtung
in der Branche. Ihre private Affinität
zum Thema Nachhaltigkeit
hat sie über viele zufälige Begegnungen
schließlich zur
ÖGNI geführt. Die gebürtige Wienerin
ist zwischenzeitlich zu einer
„Deutschen“ mutiert, zumal sie
viel Zeit in Ihrer Lieblingsstadt
München verbringt. Der Grund
dafür sind die Berge, die Seen, die
Isar und die Biergärten, die es ihr
angetan haben. Sprachlich lassen
sich in einigen Bereichen auch
tatsächlich schon Abfärbungen
feststellen. Die Schorle bleibt nun
mal die Schorle.
Sie ist kürzlich stolze Tante geworden,
hat früher in der österreichischen
Fussballnationalmannschaft
gespielt und vor 2021
in Bayern die Ausbildung zur Rettungssanitäterin
abgeschlossen.
Sie berichtet voller Leidenschaft
über die bewusst gewählte Immobilienauszeit
und die erlebten
Rettungseinsätze, die Sie während
Ihrer 5-monatigen Tätigkeit hat erleben
dürfen. Da sind es mitunter
die menschlichen Begegnungen,
die bleibend in Erinnerung geblieben
sind. Eines ihrer Lieblings-
ausdrücke ist „walk the talk“ und
nach diesem Motto lebt sie auch.
28 29
Updates zum DGNB System
Was kommt 2023 noch?
SYSTEMUPDATE 2023
ÖGNI NEUBAU VERSION 2023
GIB Marktversion 2020
ÖGNI Neubau Version 2023
Nach einer langen Phase der
Kommentierungsversion steht seit
2023 die Marktversion der Systemvariante
„Gebäude im Betrieb“,
kurz GIB zur Verfügung. Es gab
nur minimale Anpassungen hinsichtlich
der Pilotversion – neben
textlichen Anpassungen wurden
einzelne BONI hinzugefügt, die
unter anderem die Themen der
Sanierung Version 2023
Der nachhaltige Umgang mit dem
Gebäudebestand zählt zu den
wichtigsten Aufgaben unserer Zeit.
Nur wenn es uns gelingt, die
enormen Potenziale zur Minderung
der Emissionen unserer
bestehenden Immobilien bestmöglich
auszuschöpfen, sind die
anvisierten Klimaschutzziele erreichbar.
Neben Maßnahmen zur
Effizienzsteigerung im Gebäudebetrieb
spielen Sanierungen hier
eine zentrale Rolle. Insbesondere
Objekte, die aktuell enorme
Mängel aufweisen, bieten durch
Renovierungen und Instandsetzung
große Potenziale im Sinne
des Klimaschutzes.
Ab sofort steht die neue Version
2023 Sanierung als Pilotversion zur
Verfügung. Diese wurde anhand
EU-Taxonomie behandeln.
Die Marktversion des Zertifizierungssystem
ermöglicht, wie schon
die Pilotversion, eine zielgerichtete,
ganzheitliche und dennoch
gebäudespezifische Herangehensweise
an den Umgang mit dem
Gebäudebestand und sorgt für
eine umfassende Transparenz über
den aktuellen Zustand des Gebäu-
PILOTVERSION
der DGNB Version Sanierung
2021 für Österreich angepasst. Die
Version 2023 orientiert sich stark
an der Neubau Version 2020 ÖGNI
(DGNB 2018.8).
Um einen angemessenen Umgang
mit der Bausubstanz zu sichern
und unnötigen Abriss zu verhindern,
ist eine Bestandserfassung
als Grundlage der
Planung eine Mindestanforderung
innerhalb der Zertifizierung.
Darüber hinaus unterstützt die
Zertifizierung eine ressourcenschonende
Schadstoffsanierung.
Maßnahmen zur Stärkung der
Kreislaufwirtschaft werden auf
vielfältige Weise mit Bonuspunkten
belohnt. Auch die
Flächenentsiegelung und der
Erhalt der Biodiversität werden
des und seine Betriebsprozesse.
Mit dem Zertifikat steigern
Eigentümer nicht nur die Marktchancen
sowie Investitionssicherheiten
ihrer Immobilie, auch bei
der Erfüllung der Anforderungen
der EU-Taxonomie ist das Zertifikat
als Unterstützung bestens geeignet.
im Sinne des Ressourcenschutzes
gefördert. Die Zertifizierung berücksichtigt
zudem die speziellen
Anforderungen von Gebäuden, die
unter Denkmalschutz stehen.
Gleichzeitig fokussiert das System
im Sinne eines ganzheitlichen
Nachhaltigkeitsverständnisses
auch auf die Menschen mit ihrem
Bedürfnis nach Gesundheit und
Komfort genauso wie die langfristige
Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahme.
Bitte nutzen Sie die neue Pilotversion
und melden uns, sollten
Ihnen Fehler oder Ungereimtheiten
auffallen. Diese sollen für die Marktversion
bereinigt werden.
Die Marktversion soll dann mit März
2024 zur Verfügung stehen - hierzu
werden sie zeitgemäß informiert.
Die ÖGNI arbeitet gemeinsam mit
ihren Senior-Auditor:innen und
dem ÖGNI-Fachausschuss an der
Adaptierung der DGNB-Version
2023 für Österreich. Angestrebt ist
eine Veröffentlichung der Kriterien
als Kommentierungsversion noch
im Dezember 2023. Die nötigen
Tools und die Gewichtungstabelle
werden dann im ersten Quartal
2024 folgen.
Was wird sich ändern?
Bei der Weiterentwicklung ihres
Zertifizierungssystems für Neubauten
in der Version 2023 hat
die DGNB insbesondere jene
Kriterien überarbeitet, bei denen
mehr Ambition zielführend ist.
Dies hat unter anderem zu einer
besseren Anwendbarkeit und einer
sinnvollen Verschlankung geführt.
Bislang separat betrachtete
Themen wurden gebündelt und
einige nicht mehr erforderlichen
Indikatoren eliminiert, sodass der
Kriterienkatalog ab sofort nur
noch 29 statt vormals 37 Kriterien
umfasst.
Zahlreiche neue Mindestanforderungen für mehr Qualitätssicherung
Deutlich häufiger als zuvor wird in der Version 2023 das Prinzip der
Mindestanforderungen in den Kriterien genutzt. Einige müssen
erfüllt werden, um die höchste Auszeichnungsstufe Platin erreichen
zu können, andere, um überhaupt zertifizierbar zu sein. Eine solche
verpflichtende Anforderung ist beispielsweise die Erstellung eines auf
Klimaneutralität ausgerichteten Klimaschutzfahrplans, um bereits in
der Planung einen nachhaltigen Gebäudebetrieb sicherzustellen.
Synergien mit der EU-Taxonomie und anderen Systemvarianten
der DGNB-Zertifizierung
Die optimale Anschlussfähigkeit an andere Bewertungssysteme
war eine der zentralen Zielsetzungen bei der Entwicklung der
Version 2023. Dies gilt zum Beispiel für die Varianten des DGNB-
Systems für den Gebäuderückbau, nachhaltige Baustellen (wird
von ÖGNI 2024 adaptiert) sowie für Gebäude im Betrieb. Um die
systematische Verfolgung von Nachhaltigkeitsaspekten auch nach
der Inbetriebnahme zu fördern, entfallen künftig für alle DGNBzertifizierten
Neubauten die Zertifizierungsgebühren bei der
Erstanwendung des DGNB-Systems für Gebäude im Betrieb. Die ÖGNI
wird dieses Preismodel ebenfalls übernehmen.
Auch die Anforderungen der EU-Taxonomie und des EU-
Berichtsrahmens Level(s) wurden so berücksichtigt, dass keine
unnötigen, parallelen Dokumentationsaufwände anfallen. Wer
künftig eine Verifikation für die EU-Taxonomie durchführen möchte,
kann dies problemlos im Rahmen der Neubauzertifizierung machen.
Informationen dazu wird es seitens ÖGNI geben.
30 31
Zertifikatsverleihungen 2023
AUSGEZEICHNET
Neben der EXPO-REAL hatten wir auch bei einigen Projekten das Vergnügen diesen vor-Ort und bei der ÖGNI-
Geburtstagsfeier die Zertifikate zu verleihen.
Eduart
Ende Juli durften wir das Projekt EDUART mit dem ÖGNI GOLD
Zertifikat und dem Kristall, welcher für herausragende soziale
Nachhaltigkeit steht, auszeichnen. Das Wohnbauprojekt
besteht aus 69 hochwertig ausgestatteten provisionsfreien
Mietwohnungen mit 2 bzw. 3 Zimmern und Außenflächen
in 1180 Wien. Es ist bereits die zweite Projektentwicklung der
WALTER IMMOBILIEN, welche in Punkto Nachhaltigkeit überzeugt.
Überreicht wurde das Zertifikat von Peter Engert an
den Projektleiter Martin Koza und das Architektenteam von
GERNER GERNER PLUS ARCHITEKTUR.
Van der Nüllgasse
Lassallestraße 5
Im Sommer überreichte Peter Engert der Sedlak Immobilien
GmbH für das Projekt Van der Nüll Gasse 47 im zehnten Wiener
Bezirk das ÖGNI Gold Zertifikat. Auftraggeber war der
deutsche Investor Catella, Sedlak Immobilien GmbH agierte
als Totalübernehmer mit der Dipl. Ing. Wilhelm Sedlak GmbH
als Generalunternehmer. Die OTEREA hat den Zertifizierungsprozess
auditiert.
Das Quartier Lassalle befindet sich unmittelbar beim Verkehrsknotenpunkt
Praterstern im 2. Wiener Gemeindebezirk. Die Lassallestraße
5, die zuvor Hauptsitz der Bank Austria war, wurde von 2020
bis 2022 umfassend saniert und modernisiert.
In fast allen Bewertungskriterien konnten die Prognosen des Vorzertifikats
in GOLD noch mit der Realisierung übertroffen werden.
Ende August durfte Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI, das
Zertifikat im Rahmen einer festlichen Verleihung an Thomas
Schober, Geschäftsführer der LHI Kapitalverwaltungsgesellschaft
mbH, im Beisein von Ernst Gassner, Geschäftsführer der IMFARR
Beteiligungs GmbH, die sich für die Entwicklung und Modernisierung
der Immobilie verantwortlich zeichnete, übergeben.
SÜD-SPITZ
Beim ÖGNI-Gründertag wurde im feierlichen Rahmen
im Vienna Ballhaus, der Raiffeisen Capital
Management das ÖGNI GOLD Endzertifikat für
nachhaltige Wohngebäude für das Projekt SÜD-
SPITZ in Graz verliehen. Das Projekt erzielte sehr
gute Ergebnisse in der ökologischen und ökonomischen
Qualität und zeichnet sich auch durch
einen sehr attraktiven Standort mit weiträumigen
Freiflächen aus.
GO!19 - Garden Office 19
Im Stadtquartier Muthgasse – einem der größten Stadtentwicklungsgebiete
im Nord-Westen Wiens – errichtet 6B47 Real Estate
Investors AG ein attraktives und den neuesten Standards entsprechendes
Bürogebäude. Das Bauprojekt „GO!19 – Garden Office 19"
wird nach den drei Säulen der Nachhaltigkeit der DGNB geplant,
gebaut und betrieben und wurde mit dem ÖGNI GOLD Vorzertifikat
ausgezeichnet. Durch den verantwortungsvollen Umgang
mit der Ressource Boden werden beim Bau keine zusätzlichen
Flächen versiegelt. Mit einer effizienten, vorausschauenden Energieversorgung
soll das Projekt bis 2044 innerhalb des Pariser
Klimapfades sein. Begrünte Fassaden, Terrassen und Dächer verbessern
durch die Steigerung der Resilienz der Immobilie gegen
Hitzestress nicht nur das Arbeitsklima, sondern auch die Biodiversität.
Free City
Ebenfalls im Zuge des ÖGNI Gründertags war es uns eine Freude
das ÖGNI-PLATIN Endzertifikat an Walter Kreisel und Christina
Huber für das Projekt die Free City in Freistadt zu verleihen.
Das neue neoom Hauptquartier hat mit 81,4 % ein sehr gutes
Ergebnis erzielt und ist eines von bisher 12 Platin-zertifizierter
Gebäude in Oberösterreich.
32 33
Leuchtturmprojekt
FREE CITY-
EIN SYMBOL DER SUSTAINABILITY
Foto: © Martin Pröll
Der Name Free City ist nicht nur einfach die Übersetzung vom oberösterreichischen
Ort „Freistadt“, in dem die Free City errichtet wurde, sondern
steht für Freiheit in vielerlei Hinsicht: Freiheit von fossiler Energie, Freiheit
für innovative Ideen und Freiheit für Selbstentfaltung. Das Leuchtturmprojekt
Free City weist seinen Besuchern den Weg – ist es doch schon von
Foto: © Martin Pröll
der Autobahn aus zu sehen! Die geballte Innovationskraft der Free City
entstand auf einer Gesamtfläche von ca. 6.000 m2. Mehr als das: Auch in
Sachen Nachhaltigkeit gibt die Free City den Weg vor. Der Bau erfolgte
mit Fokus auf recycelbare Materialien und nachhaltige Baustoffe. Daher
wurde Beton nur dort eingesetzt, wo es statisch notwendig ist. Der Holz-
Hybrid-Bau besteht aus lokalen Produkten und Ressourcen. Der hohe Vorfertigungsgrad
des Holzbaus ermöglicht kürzere Bauzeiten, CO2-Einsparungen
sowie Kosten- und Planungssicherheit.
Rundum nachhaltig
Die tiefgreifende Integration von
erneuerbaren Energien macht die
Free City möglichst emissionsarm.
Das hochinnovative Energiesystem
wurde vom Ankermieter & Clean
Tech Unternehmen neoom konzeptiert
und implementiert. So
wurden alle fünf Flächen des
Gebäudes mit Photovoltaik-
Anlagen bestückt – der Norden,
Osten, Süden und Westen sowie das
Dach – und dadurch eine Leistung
von 304 kWp erreicht. Dadurch
wird das Photovoltaikpotential
vor Ort maximal ausgenutzt und
die Produktion von dezentraler
selbst produzierten Stroms noch
zusätzlich. Ein neoom Batteriespeicher
BLOKK mit 648 kW und
1 MWh Leistung optimiert die
Nutzung des selbsterzeugten
Stroms, stabilisiert das Stromnetz
und deckt den Leistungsbedarf
der E-Mobilität vor Ort ab. 3 Luft-
Wasser und 1 Wasser-Wasser
Wärmepumpe sorgen mittels
hocheffizienter Wärme- und Kühldecken
für angenehme Temperaturen.
Foto: © Konstantin Kurasch
Space for everyone
In der Free City findet jeder
seinen Platz: Mitarbeiter:innen
können auf ihren flexiblen Arbeitsplätzen
ihre Ideen entfalten und
sich in der Kantine bei nachhaltigen
und teils veganen Speisen
regenerieren. Besucher:innen und
Partner können im Café ihre Batterien
aufladen, nachdem sie im
Schauraum mit Hochspannung
die Produkte von neoom betrachtet
haben.
Elektronen- &
Wissensfluss
Da ohne Weiterentwicklung kein
Fortschritt möglich ist, wird in der
Free City auch dem Wissenserwerb
viel Platz eingeräumt: Ein Ausbildungscampus
für Mitarbeiter:
innen und eine Akademie für
Partner:innen sowie Meeting-
räume und Veranstaltungsräume
bieten ausreichend Raum
für Innovationen.
Innere Werte
Neben neoom beheimatet die Free
City auch "wir sind solar" , ein Unternehmen
das neoom Produkte
installiert, und das Steuer- und Rechtsberatungsunternehmen
LeitnerLeitner.
Apropos innere Werte:
Auch auf die Tageslichtqualität,
Biodiversitätsförderung am Standort
und soziokulturelle Aspekte
wird großer Wert gelegt. Ausgestattet
mit Präsenzmeldern,
Helligkeitssensoren, CO2-Fühlern,
Feuchtigkeitsfühlern,
Verschattung
und Temperaturreglern sorgt
die Gebäudetechnik automatisch
für ein angenehmes Innenraumklima
sowie für optimale Beleuchtung.
Akustikpaneele sichern
zudem eine angenehme Lautstärke.
Eine Regenwasserzisterne
mit Pumpanlage versorgt die
WC-Anlagen sowie die Wasseranschlüsse
außen mit Grauwasser.
Apropos Wasser: Neben der Abfalltrennung
und -entsorgung sorgt
auch die Spezialarmatur (Quooker
Pro) für Abfallvermeidung. Sie
bereitet Wasser aus der Ortswasserleitung
auf, um den Zugang
zu gekühltem, kochendem oder
sprudelndem Trinkwasser zu ermöglichen.
E-Mobilität nimmt Fahrt
auf
Großes CO2-Einsparungspotential
wird auch durch die Verankerung
der E-Mobilität realisiert: 37
Ladepunkte, 4 Hypercharger sowie
30 Fahrradstellplätzen inklusive
einer E-Bike Ladestation machen
den Standort zu einem E-Mobilitäts-Hub.
Auch die öffentliche
Anbindung wird durch 4 Busli-
nien in weniger als 350m Gehweite
gewährleistet.
Symbol der
Sustainability
Die Free City ist somit in vielerlei
Hinsicht ein Vorzeigeprojekt: Sie
zeigt, wie ein wirklich nachhaltiger
Bau gelingen kann, verdeutlicht
den visionären Willen der Region
und macht dadurch den Standort
Freistadt hochtalentierten Mit-
arbeiter:innen schmackhaft. Die
Free City ist selbst eine Innovation
– die symbolisch für die Innovationskraft
ihrer Bewohner:innen steht.
Im November 2023 wurde die
Free City mit der höchsten Zertifizierungsstufe
– Platin – des DGNB
Zertifikats der Österreichischen
Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft
(ÖGNI) ausgezeichnet.
Damit ist die Free City
eines von nur 12 Platin zertifizierten
Gebäuden Oberösterreichs.
34 35
Gebäude im Betrieb
BESTANDSZERTIFIKAT FÜR
WIENER INNENSTADTGEBÄUDE
Mariahilferstraße 97, Mariahilferstraße 99 und Schmalzhofgasse 12
© PicMyPlace/IG Immobilien
Basis schaffen - Betreiber animieren
Die Bestandszertifizierung dient in erster Linie dazu, den Gebäudebetrieb in einem ständigen Optimierungsprozess
zu verbessern, mit dem finalen Ziel, einen klimaneutralen Betrieb zu erlangen und damit einen wesentlichen
zur Minimierung der Klimawandelauswirkungen beizutragen. Die Erstzertifizierung dient dabei, in einem qualitätssichernden
Prozess, die Ausgangssituation zu bestimmen, auf der alle weiteren Optimierungen nach dem
PDCA-Prinzip (Plan - Do - Check - Akt) aufbauen. Die Grundlage stellt die vorhandene Gebäudedokumentation
dar sowie alle Infos, die im Rahmen der Objektbegehung und in gemeinsamen Workshops mit dem Gebäudeeigentümer:innen
/ -betreiber:innen erlangt werden. Es gilt, je besser die Dokumentation und Teilnahme der
Betreiber, desto besser kann die Erstzertifizierung abschneiden und desto gezielter können in weiterer Folge
Optimierungsmaßnahmen gesetzt werden.
© PicMyPlace/IG Immobilien
Bestand bringt's
Die Bauindustrie ist bekanntlich für
einen großen Anteil der CO2-Emissionen
sowie den Flächenverbrauch
verantwortlich. Sowohl
die Emissionen als auch der Ressourcenverbrauch
müssen drastisch
reduziert werden, wenn die
Auswirkungen der Bauindustrie,
auf den fortschreitenden Klimawandel
und die damit einhergehenden
Folgeerscheinungen
minimiert werden sollen. Das
Potenzial ist groß! Die Sanierung,
Adaptierung und Verbesserung
des Gebäudebestands in Österreich
spielen dabei eine nicht unwesentliche
Rolle, wodurch gerade
in dicht besiedelten Gebieten und
Städten die Aufwertung des Bestands
mehr und mehr Bedeutung
zugesprochen und vorangetrieben
werden muss. Diesen Ansatz verfolgt
ebenfalls die IG-Gruppe, die
2023 vier repräsentative Bestandsgebäude
im Zentrum Wiens, mit
dem ÖGNI-Bestandssystem (GIB
2020) zertifizieren ließ und damit
für einen Teil des Portfolios den
Grundstein für einen kontinuierlichen
Verbesserungsprozess der
Gebäude sowie des Gebäudebetriebs
gelegt hat. In Summe
wurden dabei rund 24.300 m²
(BGF) Bestandsfläche in bester
Lage, mit verschiedenen Nutzungsprofilen
(Wohnen, Büro und Verkauf),
erfolgreich der Zertifizierung
unterzogen. Bei den Gebäuden
handelt es sich durchgehend um
Gründerzeitgebäude, die im Laufe
der Zeit modernisiert und an neue
Nutzungen und Anforderungen
angepasst wurden.
Qualitäten und Synergien
Das Ergebnis der IG-Gebäude kann
sich durchaus sehen lassen. Zweimal
konnte in der Erstzertifizierung
„Silber“ und zweimal ein starkes
„Bronze“ erreicht werden. Ein guter
Standard und eine sehr gute
Ausgangssituation für kommende
Re-Zertifizierungen, zieht man in
Betracht, dass es bei den Gebäuden
noch keine Anpassungen in Anlehnungen
an den Kriterienkatalog der
ÖGNI gegeben hat. Die Gebäude
konnten durchwegs mit sehr guten
ökonomischen Qualitäten punkten.
In den ökologischen Kriterien
wurde ebenfalls sehr zufriedenstellend
abgeschnitten, da die Erfassung
der Verbrauchsdaten durch
die aktuelle ESG-Thematik mehr
an Präsenz gewonnen hat. Das Ass
der soziokulturellen Qualitäten aller
Gebäude stellt die zentrale Innenstadtlage
dar. Durch sie konnte eine
ausgezeichnete Anbindung an das
ÖPNV-Netz und allgemeinen Versorgungseinrichtungen
erreicht
werden. Zudem haben die Qualitäten
im Innen- und Außenbereich
positiv zum Gesamtergebnis
beitragen können.
Besonderen Vorteil der Bestands-
zertifizierung stellen die Parallelen
zwischen den Anforderungen
der ÖGNI und der EU-Taxonomie-VO
2020/852 dar. Durch den
Nachweis der Einhaltung des Klimaschutzziels
(PEBn.ern.-Grenzwert)
sowie der Betrachtung der
Klimarisiken am Standort, können
neben der Taxonomiekonformität
zeitgleich wertvolle Punkte in der
Zertifizierung gesammelt werden.
Nach der Zertifizierung =
Vor der Zertifizierung
Die Erstzertifizierung dient, wie
bereits erwähnt, als entscheidende
Basis für das übergeordnete
Ziel des klimaneutralen Betriebs.
Damit dieser durch das
PDCA-Prinzip in einem laufenden
Verbesserungsprozess erreicht
werden kann, bedarf es bestimmter
Tools. Als vermutlich effektivstes
Werkzeug ist hierbei der Klimaschutzfahrplan
zu nennen.
Durch diesen wird nicht nur eine
Guideline für weitere Optimierungsmaßnahmen
geschaffen, sondern
darüber hinaus ein Pflichtenheft
für künftige Sanierungen definiert.
Der Schlüssel für eine Steigerung
des Zertifizierungsergebnisses
liegt in der Zusammenarbeit der
verschiedenen Akteur:innen. Der
Appell lautet, die Gebäudenutzer:
innen aktiv in den Verbesserungsprozess
einzubinden und die
Kommunikation zwischen den
Interessensparteien zu steigern,
denn nur so können die notwendigen
qualitativen Maßnahmen
umgesetzt und entsprechend nachgewiesen
werden.
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Neue Kooperationen
CSR Dialogforum
Das internationale CSR Dialogfo-
Inspiralia
Mit dem Fokus auf Gebäudezer-
CLAW- Climate Law
Die ÖGNI setzt sich seit langem für
rum - Kompetenzzentrum für inte-
tifizierungen setzt die ÖGNI
Nachhaltigkeit und Klimaschutz in
NEUE KOOPERATIONEN
grierte Nachhaltigkeit in Wirtschaft
und Gesellschaft, (kurz CSR DF) ist
Maßstäbe in der technischen Umsetzung
von Nachhaltigkeitsstand-
der Bau- und Immobilienbranche
ein. Durch die Förderung nachhal-
eine NPO und legt den Fokus auf in-
ards in der Bau- und Immobilien-
tiger Immobilien wird zur Anpas-
Ganz gleich, ob wir von Allianzen, Kooperationen oder Partnerschaften sprechen, wir betrachten die Idee des
"Gemeinsamen Handelns" als eine bedeutende strategische Bereicherung. Wir sind fest davon überzeugt, dass
der Austausch von Wissen beiden Seiten neue Möglichkeiten eröffnen kann. Umso erfreulicher ist es für uns,
verkünden zu können, dass wir seit Sommer 2023 erneut die Gelegenheit hatten, einige wertvolle Partnerschaften
einzugehen.
tegrierte und damit ganzheitliche,
strategische Nachhaltigkeit. Das
CSR Dialogforum erarbeitet laufend
Lehrgangsinhalte, Fachbeiträge
und Projekte im ganzheitlichen
Themenfeld der Nachhaltigkeit
wirtschaft. Doch die Beschaffung
von Fördermitteln für solche Projekte
kann oft mit bürokratischen
Herausforderungen verbunden
sein. In diesem Zusammenhang
ist die ÖGNI eine strategische Part-
sung an den Klimawandel beigetragen
und somit der Grundstein
für kommende Generationen
gelegt. Die Verankerung des Klimaschutzes
im Rechtssystem, um
die Verbindlichkeit der Klimaziele
und sieht sich auch als Sprachrohr
nerschaft mit Inspiralia eingegan-
sicherzustellen, wird von uns als
Madaster
Die Madaster-Gruppe hat seit ihrer Gründung
2017 in Holland in 6 Ländern bereits über 5.000
Gebäude von mehr als 500 Partner auf ihrem
Materialkataster. Madaster vermittelt einen
Einblick, welche Bauteile und Materialien an
welchen Stellen, in welcher Menge und Qualität
im Gebäude zu finden sind. Durch diese Dokumentation
erhalten die verbauten Materialien,
Bauteile sowie Produkte eine Identität und
damit einen Wert. Zusätzlich wird ein Überblick
über ihren CO2-Gehalt, Umweltdaten, und die
Wiederverwendbarkeit als Sekundärrohstoff
geschaffen.
Mit der Kooperation möchte die ÖGNI gemeinsam
mit ihren Mitgliedern die Anwendung
weiterentwickeln, um Themen wie Ökobilanz,
CRREM, EU-Taxonomie, CSRD und Co.
mit Madaster abdecken zu können. Denn für
die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im
Gebäudesektor ist die Etablierung eines Gebäuderessourcenpass
dringend nötig. Um dies zu
für best practice-Beispiele. Das CSR
DF ist akkreditiert und im aktiven
Beraterstatus bei den Vereinten
Nationen und unterstützt die Umsetzung
der SDGs sowie des EU
Green Deal.
Mit der Kooperation zwischen ÖGNI
und CSR Dialogforum werden die
Kräfte der Nachhaltigkeit gebündelt
und der Know-How Transfer
gefördert. Es freut uns besonders,
dass im Rahmen dieser Zusammenarbeit
Anna-Vera Deinhammer
zudem in den Experten/Expertinnenbeirat
des Dialogforums
aufgenommen wurde.
gen. Inspiralia ist eine international
agierende Beratungsgruppe, die
1994 gegründet wurde. Mit ihrer
jahrzehntelangen Erfahrung bietet
Inspiralia einen 360-Grad-Service
und unterstützt Unternehmen von
der Projektidee über die gesamte
Förderungsbeantragung und -abwicklung
bis hin zur optimalen Finanzierung.
Die Kooperation verspricht, die
Barrieren bei der Fördermittelbeschaffung
zu beseitigen und den
Weg für die Realisierung nachhaltiger
Projekte weiter zu erleichtern.
ein wichtiger und notwendiger
Schritt angesehen. In dieser Hinsicht
freut sich die ÖGNI auf eine
zukunftsweisende Kooperation
mit CLAW.
Der Verein CLAW ist eine Initiative
für Klimarecht in Österreich
und setzt sich aktiv für ein klimafreundliches
Rechtssystem ein, um
den drängenden Herausforderungen
des Klimawandels effektiv zu
begegnen. Mit der Bereitstellung
organisatorischer und finanzieller
Ressourcen schafft CLAW die
Grundlage für Klimaklagen und
-aktivitäten. Die Zusammenarbeit
zwischen ÖGNI und CLAW ist ein
bedeutender Schritt in Richtung
einer nachhaltigen und klimafreundlichen
Zukunft in Österrich.
Weg für die Realisierung nachhaltiger
Projekte weiter zu erleichtern.
unterstreichen, können durch die Nutzung von
Madaster Bonuspunkte in der ÖGNI Zertifizierung
erzielt werden.
Es ist uns eine große Freude, gemeinsam
mit diesen Partnerschaften
die Gegenwart und Zukunft
der nachhaltigen Bau- und Immobilienwirtschaft
zu gestalten.
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14 Jahre ÖGNI
ÖGNI FEIERTE 14-JÄHRIGES BESTEHEN
Am 21. November 2023 feierte
Engert, ÖGNI Geschäftsführer, die
"Klimakrise endlich gelöst" auf
„Süd Spitz“ der Raiffeisen wurde
wertvollen Beteiligungen anzu-
Abend zu etwas Besonderem zu
die ÖGNI ihren Geburtstag
mit inspirierenden Worten den
wissenschaftlich humorvolle Wei-
mit Gold zertifiziert. Diese
erkennen.
machen. Die Veranstaltung unter-
in festlichem Rahmen im
festlichen Rahmen für den Abend
se beleuchtete und damit für
Anerkennungen unterstreichen das
Der Abend klang schließlich bei
streicht die Bedeutung einer nach-
ViennaBallhaus im 9. Bezirk in
schufen. Die Moderation des
anregende Diskussionen sorgte.
Engagement für innovative und
einem entspannten Networking
haltigen Bau- und Immobilien
Wien. Mehr als 100 Gäste, darunter
Abends übernahm Heimo Rollett,
Im Rahmen der Veranstaltung
nachhaltige
Immobilienprojekte.
mit kulinarischer Begleitung aus,
branche und die Position der ÖGNI
namhafte Persönlichkeiten der
der die Gäste charmant durch das
wurden zudem herausragende
Zusätzlich überreichten Andreas
bei dem die Gäste die Gelegenheit
in diesem Bereich.
Immobilienbranche, versammelten
Programm
führte.
Leistungen in der nachhaltigen
Köttl und Peter Engert im Rahmen
hatten, Kontakte zu knüpfen und
sich zu diesem besonderen Anlass.
Ein besonderes Highlight des
Immobilienwirtschaft
gewürdigt.
der Veranstaltung Urkunden an
Ideen auszutauschen.
Fotos: Martin Cos
Die Eröffnung der Feierlichkeiten
Abends war der Vortrag von Martin
Das neoom-Projekt "Free City"
neu ausgebildete ÖGNI Consult-
Die ÖGNI dankt allen Gästen,
erfolgte durch Andreas Köttl,
Moder, Molekularbiologe und
erhielt das ÖGNI Zertifikat
ants, Auditor:innen sowie neue
Referenten und Mitwirkenden, die
Präsident der ÖGNI, und Peter
Science Buster, der das Thema
in Platin, das Wohngebäude
Mitglieder, um ihre Leistung und
dazu beigetragen haben, diesen
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EXPO Real 2023
ÖGNI GOES EXPO REAL 2023
Die EXPO REAL ist die größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen in Europa und bietet auch in nicht
so rosigen Zeiten für die Immobilienwirtschaft beste Bedingungen für effizientes Networking und persönliche
Gespräche. Ein guter Grund für die ÖGNI auch 2023 mit dabei zu sein. Diesmal haben wir uns entschieden, nur
mit kleinem Team in Form von Peter Engert und Anna-Vera Deinhammer vor Ort zu sein. Die beiden waren
donnerstags auf der EXPO REAL und durften eine Vielzahl an DGNB-Zertifikaten der ÖGNI verleihen.
ODO25
Unsere erste Verleihung ging an das Projekt
ODO25 von STC Development GmbH.
Peter Engert übergab das Vorzertifikat für
das Projekt ODO 25 an Matthias Waibel,
Geschäftsführer der STC Development GmbH.
Der Name des Projektes wurde von der
"Odoakergasse" im 16. Gemeindebezirk inspiriert,
in der das Wohnprojekt mit insgesamt
65 Wohneinheiten errichtet wird.
Silo Plus
Die STRABAG Real Estate darf sich gleich über drei Auszeichnungen
freuen. Silo Plus, der Office Park mit freien Blick in den
Süden der Stadt und den Wienerwald erfüllt die Kriterien der
Taxonomie und glänzt mit herausragenden Ergebnissen. Für
das Projekt Green Cube, ein weiteres Gebäude im trendigen
Nordbahnviertel mit ca. 319 möblierten servicierten Studios,
erzielte die STRABAG Real Estate die DGNB Auszeichnung in
GOLD. Das Projekt "DC Waterline", welches in Zusammenarbeit
zwischen S+B Group AG und der STRABAG Real Estate
entsteht, wurde mit einem ÖGNI Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet.
Ala Nova / KleeLiving
Auch zwei Projekte der SÜBA AG wurden auf der
EXPO ausgezeichnet. Das ALA NOVA Wohnquartier,
das urbane Plus-Energie-Wohnquartier direkt an der
Wiener Stadtgrenze mit insgesamt 180 Wohnungen
auf 12.000 m2 Gesamtnutzfläche soll das Musterbeispiel
für nachhaltige Stadtentwicklung werden und
strebt ein Zertifikat in GOLD an.
Für das Projekt KleeLiving überreichte Peter Engert
dem Geschäftsführer Klemens Hallmann, sowie Manfred
Wachtler und Heinz Fletzberger das Zertifikat in GOLD.
Prater Glacis
Gleich zwei Mal GOLD und ein Vorzertifikat in PLATIN
für die IG Immobilien Management GmbH.
Unter der Dachmarke PRATER GLACIS entstanden im 2. Wiener
Gemeindebezirk drei neue Objekte mit unterschiedlicher Nutzung.
Das 9.500 m² große Areal in der Perspektivstraße wurde zuvor
als Parkfläche genutzt, nunmehr ist es Standort der Hotellerie-
Konzepte von Hampton by Hilton, Superbude und ZOKU.
Zwei dieser neuen Objekte Prater Glacis BT-A und Prater Glacis
BT-B wurden nun mit dem Zertifikat in GOLD ausgezeichnet.
Weiters wurde ein Vorzertifikat in PLATIN von Peter Engert
an Geschäftsführer Herrn Paul Grassl für das Projekt „Nachhaltige
Logistikimmobilie Guntramsdorf“ verliehen.
Steubengasse
Ringturm
Last but not least, durften wir ein Vorzertifikat in GOLD für
den Wohnbau Steubenstraße BT-C an Lukas Lang Building
Technologies GmbH & Bauherr BImA – Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben verleihen. Die feierliche Übergabe der
Auszeichnung fand im Rahmen der Immobilienfachmesse EXPO
REAL (Messe München) in München statt. Besonders gewürdigt
wird damit unter anderem die sozial-funktionale Qualität sowie die
ökologische Qualität des Baus.
Das Zinshaus der Vienna Insurance Group (VIG) ist erstes EU-taxonomiekonformes
Altobjekt Österreichs. "Der Ringturm im ersten Wiener
Gemeindebezirk zeigt, dass auch ein historisches Objekt, zum Übergang
in eine low-carbon, widerstandsfähige und ressourcenschonende
Wirtschaft beitragen kann“, so ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert. Übergeben
wurde das Zertifikat im Rahmen der EXPO REAL (Messe München) von Michael
Haugeneder und Peter Engert an Gerald Ruess.
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Mitglieder 2023
Zukünftige Veranstaltungen
HERZLICH WILLKOMMEN
Gemeinsam mit unseren Mitgliedern schaffen wir es, unsere Themen im Bereich nachhaltigen Bauens stetig
weiter voranzubringen. Umso mehr freuen wir uns über das stetige Wachstum des ÖGNI-Netzwerkes. Wir heißen
seit Mai 2023 nachstehende neue Mitglieder herzlich willkommen:
VERANSTALTUNGEN 2024 –
SAVE THE DATE
17.01.2024 | ÖGNI & Belimo Event
"Gebäude im Betrieb-Zertifikat:
Praxis & Anwendung"
18.03.2024 | apti & ÖGNI Event
„Gebäude im Betrieb“
04.06.2024 | IMMO FutureLab
17.10.2024 | ÖGNI Symposium |
Wiener Hofburg
Wir freuen uns, wenn Sie sich die Termine schon jetzt notieren.
Über weitere Details informieren wir Sie zeitgerecht über unseren Newsletter sowie unser LinkedIn Profil.
• Ali H Ahmadalshteihi
• Yanfen Chen
• Claudiu Silvestru
• David Udovcic
• Markus Pendlmayr
• Julian Hierschläger
• Seyedmohammad Jasemi
• Marijana Sreckovic
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Ausblick von Mag. Peter Engert
AUSBLICK
2024 wird für die ÖGNI ein sehr
spannendes Jahr. Wir gehen davon
aus, dass sich stimmungsmäßig
das eine oder andere Licht am
Ende des Tunnels zeigt und dass
wir der Zukunft wieder mit Zuversicht
begegnen können.
Das ImmoFuture Lab wird sich
2024 Städten und Gemeinden
widmen und wir freuen uns schon
jetzt auf viele interessante Kontakte
anlässlich der Veranstaltung
und bei unserer europaweiten Initiative
„Klimapositive Städte und
Gemeinden“.
Es wird wieder einige Arbeitsgruppen
zur Weiterentwicklung
der Nachhaltigkeit geben, unsere
bisherigen Ausbildungsangebote
werden intensiv weitergeführt
und neue Formate wie z.B. „Deep
Dive Sustainability“ werden auch
mit neuen Themen angeboten
werden. Bei der Zertifizierung wird
die Version 23 auch in Österreich
eingeführt und damit eine enge
Verknüpfung mit der EU-Taxonomie
und dem zukünftigen EU-
Berichtswesen LEVEL(s) hergestellt
werden.
Auch 2024 werden wir uns intensiv
mit der EU-Kommission beschäftigen
und offene Auslegungsfragen
der EU-Taxonomie so wie auch in
der Vergangenheit proaktiv lösen.
Natürlich werden wir uns auch
weiterhin in unserer europäischen
Tochter CPEA engagieren, 2024
gilt aber unser Augenmerk dem
World GBC und der Unterstützung
des von uns entsendeten stv. Vorsitzenden
des European Regional
Networks, Richard Teichmann.
Der Höhepunkt des Jahres 2024
findet am 16. und 17.10.2024 statt.
Zuerst wird in einem Symposium
mit Experten und Expertinnen
aus der DACH-Region in drei
verschiedenen Arbeitsgruppen
Strategien zu den dringendsten
Themen der Umsetzung von Nachhaltigkeit
diskutiert werden. Bei
der Abschlussveranstaltung in der
Wiener Hofburg am 17.10.24 wird
dann sogar Hollywood die ÖGNI
beehren.
Wir freuen uns schon jetzt, mit
vielen von Ihnen im kommenden
Jahr zusammenzutreffen
und auf viele interessante
Diskussionen!
Bleben Sie engagiert!
Ihr Peter Engert
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