Jobben neben dem Studium: Darauf kommt's an! - scIQ

sciq.at

Jobben neben dem Studium: Darauf kommt's an! - scIQ

wissen für junge leute

[saikju:] 6/06 | www.sciq.at

Haarige

angelegenheiten

Damenbärte, Glatzen & Drogentests

> Arktisforscher Köck über die Doku „Der weiße Planet“

> Quantenphysiker Schmiedmayer ganz privat

> Starmania-Vocalcoach Monika Ballwein über Ess-Sünden


FITwien mit

INFORMATIK-Schwerpunkt giTi

FIT ist ein Projekt zur Studieninformation und Berufsorientierung von Schülerinnen

kurz vor der Matura

Was will FIT?

DICH zum Technikstudium MOTIVIEREN

DEIN Berufsspektrum in Richtung Technik ERWEITERN

DEINE Hemmschwellen und Berührungsängste vor einer technischen

oder naturwissenschaftlichen Ausbildung ABBAUEN

DIR erfolgreiche Frauen in technischen Berufen VORSTELLEN

Was macht FIT?

Schulbesuche durch FIT-Botschafterinnen vielleicht auch an deiner Schule in

Wien und Niederösterreich

SCHNUPPERTAGE für Schülerinnen an der TU Wien mit eigenem giTi-Tag

vom 29. Jänner bis 1. Februar 2007

Mehr Info findest du unter: http://www.fitwien.at oder http://wit.tuwien.ac.at/giti

Anmeldung zu den Schnuppertagen telefonisch: 01/789 45 45 oder über

http://www.fitwien.at


Liebe Leserin, lieber Leser,

das Symposium „Generation Prekär – Jugend am Übergang

in die neue Arbeitswelt“ des Österreichischen Instituts für

Jugendforschung brachte es wieder mal zu Tage. Die österreichische

Jugend hat zwar im EU-Vergleich eine der geringsten

Arbeitslosenquoten, nämlich 10,3 Prozent im Vergleich

zum EU-15 Schnitt von 16,7. Nur noch die Niederlande

beschäftigen mehr Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren.

Doch die Zahlen täuschen, wie Arbeitsmarktexpertin

Gudrun Biffl aufzeigte: „Es ist die Jugend, die die größte

Anpassungslast an neue Gegebenheiten in Österreich zu tragen

hat. Es ist vor allem die Jugend, die mit befristeten

Arbeitsverhältnissen leben muss, die mit verschiedenen Formen

der alternativen Beschäftigung Auslangen finden muss,

die geringe und unsichere Einkommenschancen hat und

von der erwartet wird, dass sie die Qualifikation besitzt, die

gerade eben gebraucht wird“, so Biffl in ihrem Symposiums-

Vortrag.

Um die Arbeitslosigkeit zu senken, braucht es Wirtschaftswachstum.

Um dieses anzukurbeln, ist die Investition in Spitzen-

und Hochtechnologie ein Muss, braucht Österreich

radikale Innovationen an der „technologischen Front“, wie es

im WIFO-Weißbuch 2006 heißt. Diese erbringen müssen

hoch-qualifizierte Menschen, die nach der Schule nicht in

Massenstudiengängen verschwinden, um nach acht Jahren

Studium gar keine oder schlecht bezahlte Jobs zu bekommen.

Es braucht solche, die wissen, was sie wollen, die bereit

sind, nicht traditionelle Pfade zu beschreiten.

Wenn scIQ ein Schärflein dazu beigetragen hat, dass dies

passiert, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt. Auch wenn

wir nicht wissen, wie es 2007 weitergeht. Wir hoffen dennoch.

Und wünschen schöne Weihnachten und einen guten

Rutsch ins neue Jahr!

Erika Müller

Chefredakteurin

erika.mueller@sciq.at

Mischungach

e Mischung

Mit freundlicher Unterstützung von

wissen für junge leute [saikju:] 6/06

4

6

7

9

10

11

12

15

17

18

19

20

21

sci // news

sci // people

Heiße Maschinen Wie ein Ingenieur am Snowbike tüftelt

Damals, mein erster Kuss Quantenphysiker Jörg Schmiedmayer

ganz privat

sci // topic

Nicht-Berühren verboten! Viel Spaß gibt’s im Haus der Mathematik

Lisas Gabelbissen Starmania-Vocalcoach Monika Ballwein gesteht

sci // special

Rund um’s Haar Von Frauen mit Bart und anderem Wissenswerten

Haarige Angelegenheiten Eine kleine Kulturgeschichte der Haare

Verräterischer Schopf Eine Strähne erzählt tausend Geschichten

sci // career

Design gut, alles gut Ausbildung zum Grafik-Designer am WIFI

Jobben neben dem Studium Darauf kommt´s an!

Wanted: BauingenieurInnen Doris Link erzählt von ihrem Job

Wer ist diese Frau? Rätsle und gewinne

Unter der Lupe Arktisforscher Günter Köck empfiehlt den Film

„Der weiße Planet“

sci // news

Impressum

Herausgeber Verein Wissenschaft - Jugend, 1020 Wien, redaktion@sciq.at, T. 0699 1 92 490 92

Chefredaktion: Erika Müller

Art-Konzeption und Layout: transmitterdesign.com Blaskovic-Krischanitz-Petschinka

MitarbeiterInnen dieser Nummer: Sabina Auckenthaler, Aakriiti Chandihok, Julia Harlfinger,

Oliver Hochadel, Boris Legradic

Fotografin & Coverillustration: Aimée Blaskovic

Korrektur: Georg Oswald

Druck: Berger, Horn


Fotos: www.PhotoCase.com (4), Jack Dykinga, BFW

Wandernde Pappeln

Silber- und Zitterpappeln sind im Wiener Raum

häufig zu finden. Doch wie genau kamen sie

dahin? Und wie vermischten sie sich zu Hybrid-

Pappeln? Diesen Fragen gehen Berthold Heinze

und Barbara Fussi vom Forschungszentrum Wald

(BFW) im Rahmen des Projekts „Migration und

Hybridisierung der Pappelarten im Wiener Raum“

nach. Genetische Vaterschaftsuntersuchungen

stehen dabei ebenso auf dem Programm wie

molekulargenetische Vergleiche mit Bäumen aus

Rumänien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien.

Nur der Beste ist gut genug

Gabelbockweibchen schauen genau, wer der

Vater ihres Nachwuchses wird. Dabei scheuen sie

keine Mühen: Sie besuchen mehrere, potenzielle

Erzeuger und unterziehen diese einer genauen

Beurteilung. Wer seine Herde nicht ordentlich

zusammenhalten – sprich vor männlichen Konkurrenten

verteidigen – kann, fliegt raus. Die

Weibchen beginnen mit ihrem umfassenden Auswahlverfahren

zwei Wochen vor dem Eisprung,

fanden die US-Forscher John Byers und Lisette

Waits von der Universität Idaho heraus.

4

Science-News...Science-News...Science-News...Science-News...Science-News...

Erdbeeren als Hirnbooster

Erdbeeren sind nicht nur wohlschmeckend, sondern

auch gut für’s Gedächtnis. Zu diesem Ergebnis

kamen ForscherInnen um Pamela Maher vom

US-amerikanischen Salk Institute for Biological

Studies. Grund dafür ist der Farbstoff Fisetin. Er

regt unter anderem das Wachstum von Nervenzellen

an. Im Mäusetest zeigte er eine positive Wirkung

auf die Merkfähigkeit der Nager. Der Haken

für die praktische Umsetzung: Um eine merkbare

Wirkung zu erreichen, müsste man täglich rund

fünf Kilogramm Erdbeeren verspeisen.

Schönheit auf einen Klick

Tommer Leyvand von der Universität Tel Aviv hat

eine Software entwickelt, die einem normalen

Gesicht einen Model-Touch verpasst. Zumindest

auf dem Foto. Dahinter steckt ein Algorithmus,

der an den Abständen von hunderten Gesichtsmerkmalen

kleinste Anpassungen vornimmt,

berichtete das Wissenschaftsmagazin New Scientist.

So wird das Gesicht kaum merkbar in eine

bessere Version von sich selbst verwandelt. Als

Basis für das Programm dienten Attraktivitätsbeurteilungen

von 200 Porträtfotos.

Geliebte Glückspilze

Schon Fünf- bis Siebenjährige finden Glückspilze

sympathischer als Pechvögel. Das ergab eine

Studie der Harvard-Universität in Boston.

PsychologInnen um Kristina Olson zeigten

Kindern Figuren, die entweder Glück oder Pech

hatten und ließen sie Sympathiepunkte vergeben.

Die jungen ProbandInnen bevorzugten nicht

nur die Glückspilze, sondern hatten sie sogar

lieber als Figuren, die etwas Gutes taten.

Freigebige Weihnachten

Wer ist innerhalb der Familie zu Weihnachten am

freigebigsten? Das untersuchten norwegische

Forscher um Iver Mysterud von der Universität

Oslo. Sie befragten kurz nach Weihnachten fünfzig

AbsolventInnen der Universität sowohl nach

Geschenken, die sie bekommen, als auch nach

denen, die sie gemacht hatten. Die Ergebnisse:

Die ältesten und die jüngsten Geschwister sowie

Frauen sind am freigebigsten. Je näher die Familienmitglieder

beieinander wohnen, desto größer

ist der Geschenkesegen.


Science-News...Science-News...Science-News...Science-News...Science-News...

Kino und Wissenschaft= CISCI

Wenn im Blockbuster „Deep Impact“ eine Riesenwelle auf New York

zurollt, dann stellt sich die Frage: kann das sein? Wenn Jodie Foster als

Astronomin in „Contact“ Kontakt mit Außerirdischen aufnimmt, wenn Will

Smith in „I, Robot“ von fühlenden, menschlichen Robotern umgeben ist:

wo hört die Science auf und beginnt die Fiction? Solche Fragen beantwortet

die Spielfilmdatenbank CISCI (Cinema and Science. www.cisci.net),

die ab Dezember online ist. Sie stellt LehrerInnen Tools zur Verfügung,

um den naturwissenschaftlichen Unterricht aufzupeppen, erklärt naturwissenschaftliche

Inhalte und bietet Filmclips zu ausgewählten Szenen

und Filmen.

Erlebnis Netz(werk)e

Unter dem Motto „Erleben, experimentieren, verstehen“ will die Initiative

„Science Center Netzwerk“ Wissenschaft breitenwirksam und spannend

darstellen. Ersten Einblick in ihre Aktivitäten gewährte die Initiative unter

der Schirmherrschaft Margit Fischers Ende Oktober mit der Ausstellung

„Erlebnis Netz(werk)e“. Interaktive Stationen, hands-on Experimente rund

um menschliche und andere Netze luden zum Mittun ein.

http://www.science-center-net.at/

5

Scharfer Blick und sein Ergebnis

Lehrlinge fragten im Rahmen des Projektes „Lehre und Forschung“ in

diversen Workshops WissenschaftlerInnen ein Loch in den Bauch. Zum

Beispiel zum Thema Arbeit: Was ist eigentlich Arbeit? Wenn ich mein Zimmer

aufräume, wenn ich einkaufe, wenn ich Nachhilfe-Stunden gebe?

Was ist der Unterschied zwischen bezahlter, unbezahlter oder ehrenamtlicher

Arbeit? Was heißt es, arbeitslos zu sein? Andere Workshops behandelten

Themen u.a. zu Geschlechterfragen, zu Grenzen, zu Umwelttechnologien.

Die jungen Leute waren erstaunt, welche Ergebnisse so

mancher Workshop brachte. Die Ergebnisse – Broschüren, Mind-Maps,

Fotoinstallationen etc. werden nun der Öffentlichkeit präsentiert.

Club LF Talkshow | 14. 12. 2006, 15.30-17.30 Uhr in der 2. Zentralberufsschule,

15., Hütteldorfer Straße 7-17

Club LF Clip-Show | 19. Dezember 2006, 16-18 Uhr im Auditorium Maximum

der TU Wien, 6., Getreidemarkt 9

Club LF Fest | 20. Dezember, Uni Wien

ClubLF FreeCard Release | 22. Dezember, 10 Uhr, Schulen des bfi, 5.,

Margaretenstraße 65

Von und für SchülerInnen

Vor einem Jahr startete das von dialoggentechnik durchgeführte

Projekt „eContent und Biowissenschaften“. 10 österreichische WissenschaftlerInnen

übernahmen Patenschaften über Oberstufen-Schulteams

aus fünf Bundesländern. Die SchülerInnen erarbeiteten mit den PatInnen

eLearning Sequenzen zu ihren aktuellen Forschungsinhalten. Ergebnisse

unter: http://www.biowissenschaften.schule.at

The best of

Der Roman „Das periodische System“ (1975) des

italienischen Schriftstellers Primo Levi ist das

„beste populäre Wissenschaftsbuch aller Zeiten“.

Zu diesem Ergebnis kam eine Publikumsabstimmung

am berühmten Imperial College in London.

Todernst sollte man die Wahl aber nicht nehmen:

sie war vor allem als Anregung zur Diskussion

gedacht, was eigentlich gute Wissenschaftssachbücher

ausmacht.

Fotos: Reuters, Ingo Pertramer, Plansinn


sci // people 6

Bernd Brenter auf dem lustigsten Produkt aller

Zeiten: dem Snowbike.

Heiße Maschinen

Wintersportgeräte sind heute ohne Hightech und Wissenschaft nicht

denkbar. Erzählungen eines Mannes, der seit seinem Maschinen -

baustudium an dem „lustigsten Produkt“ aller Zeiten tüftelt: dem

Snowbike. Protokoll: Erika Müller

Bernd Brenter studierte Wirtschaftsingenieur -

wesen für Maschinenbau an der TU Graz und

dissertierte an der TU Wien. Seine Innovation:

Die Weiterentwicklung des Snowbikes, das sein

Großvater vor 53 Jahren aus der Taufe hob.

„Es ist ein lustiges Produkt, das Snowbike. Unser

Ziel ist es, diese Räder für den Schnee immer

leichter zu machen. Wir sind jetzt bei sieben Kilogramm

Gewicht, tüfteln gerade an einer Variante,

die nur mehr 6 Kilogramm wiegt. Das Snowbike

soll leicht sein, aber trotzdem Belastungen standhalten.

Darf nicht beim Sturz brechen, sondern

soll sich verbiegen.

Geringes Gewicht ist der Schlüssel zu einem tollen

Fahrverhalten und bequemen Transport am

Lift und im Auto. Mit wenigen Handgriffen können

die Hightech-Alugeräte zusammengeklappt

werden und passen selbst in den Kofferraum

eines MINIs.

Gesteuert wird das Gerät über zwei der 120 Reflexe,

die der Mensch besitzt: Über den Blick- und

Drehreflex von Kopf und Rumpf. Dadurch entsteht

die Schräglage und das Ausfächern der Hinterski.

Es ist ein optimales Gerät zur Fettverbrennung.

Nicht Muskelmasse wird aufgebaut,

sondern das Gewebe gestrafft.

Besonders die Bauch-Bein-Po-Zonen werden

so optimal trainiert. Ein Grund,

warum das Ski-Rad bei den Damen gut

ankommt. Unsere Zielgruppe ist daher

weiblich und 25 plus. Und natürlich finanzkräftig.

Ein Gerät kostet nämlich bis zu 2.000 Euro.

Es gibt bereits 120 Snowbike Rent&Learn Stationen

weltweit, wo Snowbikes preiswert geliehen

werden können.

Wir sind ein Familienbetrieb. Unser Großvater,

Engelbert Brenter, erfand den ersten Ski zum Sitzen

im Jahr 1949. Die patentrechtliche Absicherung

seiner Erfindung „Sitzski“ ist die Geburtsstunde

des modernen Snowbike-Sportes. Die

Chance, an so einem spannenden und lustigen

Produkt mitzuwirken bietet nicht jede Tätigkeit. Es

war für mich daher schon als Kind klar, dass ich in

den Familienbetrieb einsteigen würde. Mein

Know-how als Maschinenbauer kann ich jetzt

optimal einsetzen. Von der Auswahl der richtigen

Materialien angefangen über die rechnergestützte

Optimierung des Systems „Federung – Rahmengeometrie

– Ski“, denn dieses ist wesentlich für

die ausgewogenen Fahreigenschaften. Auch in

der Entwicklung des aktiven Federungssystems

auf Titanal/Elastomerbasis sowie in der Entwicklung

von Kunststoffspritzgussformen steckt die

ganze Bandbreite der Maschinenbauausbildung.

Maschinenbau ist ein extrem breit gefächertes

Studium. Mehr als 50 Patent- und Markenanmeldungen

hat das Familienunternehmen im Laufe

seiner Geschichte eingereicht – die erfinderische

Ader liegt in der Familie.

Zurzeit betreiben wir 120 Rent and Learn-Stationen

weltweit. 40 davon in Österreich, den Rest in

den USA, Kanada und Japan. Besonders in Kanada

und den USA ist Snowbiking sehr beliebt. In

Österreich ist es noch ein Nischenprodukt. Doch

wie so oft: damit etwas in Österreich akzeptiert

wird, muss es im Ausland Erfolg haben. Wir sind

auf dem richtigen Weg.“ 1

> sc i nfo

Snowblades, Airboard, Snowdo…

Seit 2003 auf dem Markt: Airboarden soll der neue

Trendsport werden.


sc i nfo

Otmar Weiß

Sport soziologe,

Uni Wien

Snowboards haben es vom Trendsport in den

Mainstream geschafft. Was kommt als

nächstes dran? Airboard, Snowbike und

Snowblades könnten Alternativen sein.

Aber nur, wenn sie „gut“ sind. Interview mit

Otmar Weiß, Sportsoziologe an der Uni Wien:

Warum entstehen Trendsportarten wie

Snowbiking, Airboarden etc.?

Zum einen sind sie Ausdruck der Jugendkultur,

einer Protestkultur, die sich auch im Sport

wiederfindet. Sie wendet sich gegen Herrschendes

und Bestehendes, ist auf der Suche

nach neuen Kreationen. Zum anderen sind da

wirtschaftliche Aspekte. Innovationen lösen

Trends aus. Diese Innovationen sind wiederum

nicht ohne Technikentwicklung und diese

nicht ohne die Wissenschaftsentwicklung zu

verstehen. Neue Geräte, die durch technische

Innovationen möglich sind, schaffen eine

neue Sportkultur und sprechen verschiedene

Zielgruppen an. Es gibt klare ökonomische

Interessen. Schließlich setzt sich das Gute

durch.

Was bedeutet „gut“ bei Sportgeräten?

Wenn es die bestehenden Techniken verbessert

und das Handling vereinfacht. Beispiel

Carving-Ski: der Erfolg basiert darauf, dass die

herkömmliche Ski-Technik vereinfacht wurde.

Das Fahren ist nun leichter als mit Zweimeter-

Brettern. Ein anderes Beispiel ist das Mountainbike,

das bereits in den frühen 70er Jahren

in Kalifornien entwickelt wurde und später

nach Europa kam und einen richtigen Boom

auslöste. Auch hier wird das Fahren vereinfacht.

Die Marketing-Strategie und die Medien

spielen natürlich auch eine immens wichtige

Rolle dabei, ob sich ein Produkt durchsetzt.

Haben Sie selbst schon Airboard und

Snowbike ausprobiert?

Ich bin passionierter Skifahrer, ich bleibe auch

dabei!

Fotos: Brenter (2), Bernard van Dierendonck (Airboard)

WissenschaftlerInnen stehen Rede und Antwort.

Jörg Schmiedmayer*, Quantenphysiker

Meinen ersten Kuss bekam ich...

7 sci // people

1. Der peinlichste Moment meiner Schulzeit …

als ich in der Mathestunde, weil mir so fad war, herumgespielt

habe. Darauf hat mich mein Lehrer mit den Worten: „Ich weiß eh, dass du das

alles schon weißt, aber sei doch wenigstens still“ in die Ecke gestellt. Neben

das Waschbecken. Dort war mir natürlich noch fader … Ich habe also mit dem

Wasserhahn gespielt … der plötzlich voll aufging. Alles wurde nass ...

2. Als Rebell fühlte ich mich ... als rauchen „in“ war (oder was sonst

als „rebellisch“ galt und uns „erwachsen“ machen sollte). Aber mir war das total

egal.

3. Das letzte Mal GEWEINT habe ich ... aus Freude über den Erfolg

und die Ehrung eines Kollegen.

4. Mein erstes Konzert war ... bei den Wiener Philharmonikern auf

dem Stehplatz.

5. Meinen ersten Kuss gab/bekam ich ... beim Sprachurlaub in

England.

6. Das größte Unglück für mich ist ... natürlich schwere Verluste

wie der Tod der Mutter, eine enttäuschte Liebe, Abschied etc. Für mich persönlich

aber auch das Entscheiden-Müssen zwischen mehreren gleichwertigen,

aber unterschiedlichen Alternativen. Wohl der Verlust von Möglichkeiten!

7. Auf einer Zeitreise in die Vergangenheit möchte ich

Folgendes noch einmal erleben ... Zeit haben Dinge zu lernen,

ohne dass das Telefon oder das Sekretariat mich zu meinen „Verpflichtungen“

ruft.

8. Meine größte Macke ist ... dass ich keine halben Sachen akzeptiere.

9. Am Tag vor der Matura fühlte ich mich ... so wie immer!

10. Meine Liebe zur Wissenschaft entbrannte ... aus der Bewunderung

und Beobachtung der Natur heraus. Und der dabei entstehenden

unwiderstehlichen Sehnsucht danach, Dinge zu verstehen. Reproduktion und

Konsum empfand ich schon immer als uninteressant und fad. Spannender ist

das Kreative am Verstehen und Erschaffen.

11. In der Schulpause habe ich meistens ... diskutiert. Vom Dichter

Ernst Jandl angefangen über den Urknall und Kokoschka bis hin zur Biologie,

Dradiwaberl, Don Carlos, Zwentendorf und den Club of Rome ...

12. Wenn ich heute einen meiner Lehrer auf der Straße

sehe, dann... würde ich ihn grüßen.

13. Mein bester Freund in der Schule war ... Hatte nie einen

besten Freund. Zum Beispiel Felix, mit dem ich ins Theater und in die Oper

ging, oder Peter, mit dem ich die verrücktesten Diskussionen führte und die

Faszination für die Mathematik teilte.

14. Meine erste große Liebe war ... eine Nachbarin, die mit mir in

die Volksschule ging. Später haben wir uns nur ab und zu von der Ferne gesehen

… und trotzdem ist es passiert. Sie hat nie davon erfahren.

15. Meine Lieblingsautoren sind ... Thomas Bernhard und Elfriede

Jelinek, wegen der Sprache, aber auch wegen der beißenden Beobachtung

und peniblen, oft beißenden Beschreibung der Menschen und ihres

Zusammenlebens.

16. Meine Lieblingssänger/orchester sind ... die Wiener

Philharmoniker, weil sie auch moderne klassische Musik spielen.

17. Ich mag an Menschen ... Initiative, Kreativität, begründete

Rebellion, Widerspruch, Witz, Überraschung, Einsatz.

18. Ich mag an Menschen nicht ... Gedankenlosigkeit,

Abgestumpftheit, nicht mehr wie ein Kind spielen können, blindes

Akzeptieren von Autoritäten, unreflektierte Rebellion,

„es ist 19 Uhr und ich muss nach Hause gehen“, Egoismus.

Seumenicht

FWF/Marc privat,

*Jörg Schmiedmayer (45) ist Quantenphysiker an der TU Wien und

Preisträger des Wittgenstein-Preises 2006. Fotos:


at.venture Das Forschungsmagazin

Bestell-Hotline: ++43 (0)2742-802-1212 • Bestell-Fax: ++43 (0)2742-802-1430 • E-Mail: abo-at.venture@lwmedia.at

oder Kupon ausschneiden und einsenden an: UNIVERSUM Magazin, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten

Vorname Familienname

Straße, Nr.

Ja, ich will drei Ausgaben von at.venture gratis testen! *

PLZ Wohnort

Telefon E-Mail

Datum Unterschrift

>>> Österreichs neues Magazin für Forschung,

Technologie und Innovation. >>> Die

Quelle für aktuelle Ergebnisse, fundierte

Hintergründe, prinzipielle Diskussionen. >>>

Die Info-Ressource mit dem besonderen Fokus

auf Verwertungsperspektiven. >>> Die

Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaft

und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft.

>>> Das Medium für das gesamte

Innovationssystem.

Gratis-Abo jetzt direkt unter

abo-at.venture@lwmedia.at

bestellen: Sichern Sie sich

jetzt drei Ausgaben von at.venture

gratis >>> Und eröffnen Sie

sich damit den Zugang zu der

Info-Ressource für Forschung,

Technologie und Innovation.

Ja, ich will ein Jahr at.venture zum Preis von € 12,90 abonnieren! *

* Ein Jahr at.venture beinhaltet 6 Ausgaben. Das Testangebot geht in ein Regulärangebot über. Das Abonnement ist problemlos mit 6-wöchiger Frist schriftlich kündbar.

Ansonsten erhalten Sie danach at.venture zum jeweils gültigen Vorteilspreis. Preise inkl. MWSt. und Versand.

•LW•


Nicht-Berühren verboten!

Gerhard Lindbichler schart eine Gruppe 13-

Jähriger um sich. Sie hängen gebannt an seinen

Lippen. „Was fällt euch auf, wenn ihr überlegt, wie

ihr vom 21. Bezirk in den 4. gekommen seid?“

Ahnungslose Gesichter. Lindbichler hilft nach: „Ihr

seid mit der S 21 gefahren, dann mit der U 1 ...“

Natürlich, es handelt sich um Zahlen. „Die sind die

Grundlage unseres Lebens. Sie helfen uns beim reibungslosen

Ablauf des täglichen Lebens. Mathematik

ist Teil unseres Lebens.“ Lindbichler, pensionierter

Pädagoge und Betreiber des Hauses der

Mathematik, schwenkt als Beispiel die Fahne von

FC Bayern. „Wie nennt sich ein Viereck mit gleich

langen Seiten, das aber kein Quadrat ist?“. „Karos?“

tönt es fragend links aus der Gruppe. „Romben,

Rauten“, brüllen andere rechts in der Gruppe.

Wir sind mitten in der „Aufwärmphase“ im Haus der

Mathematik, untergebracht in einer Volksschule in

Wien, geöffnet für SchülerInnen, StudentInnen und

alle, die sich für Mathematik interessieren. Ziel der

Einrichtung, die Lindbichler fast ohne staatliche

Unterstützung betreibt: Vermitteln, dass Mathematik

Spaß macht, dass es unseren Alltag mehr prägt

als wir glauben. Die Unbeliebtheit der Mathematik

bekämpfen.

Neben Lindbichler streckt ein Einstein aus Pappe

frech seine Zunge heraus, bunte Bilder mit geometrischen

Figuren schmücken die Wand, ein Foto

zeigt einen lebensgroßen jungen Mann Type

Snowboarder, der Mathe super findet. Meint auch

ein Knirps aus der Gruppe: „Mathe ist das coolste

Fach“, bevor er mit seinen MitschülerInnen in den

nächsten Raum verschwindet.

Hier, unter dem Motto „Nicht-Berühren verboten“,

stehen 20 Spiel- und Knobeltische für die verschiedenen

Altersgruppen bereit. Peter müht sich gerade

ab, einen Würfel richtig zusammenzusetzen.

Anna hockt vor einem PC und löst ein strategisches

Problem. Nadine schiebt Figuren in möglichst

wenigen Zügen von A nach B. Kinder knobeln alleine

oder zu zweit. Lindbichlers AsisstentInnen helfen

weiter, wenn es so gar nicht klappt.

Weiter geht es in das Museum. Die Ausstellung

„Konstruieren und Rechnen einst und heute“ zeigt

Konstruktions- und Rechenhilfen aller Art. Zum Beispiel

die Monroe-Maschine oder die Tischrechenmaschine

Chadwik, die auch als Spielzeug für den

Schreibtisch verwendet wurde. Oder die kleinste

Universalrechenmaschine der Welt, die Curta Type

I. Die Station bei den Ägyptern erhellt schließlich,

wie die Pyramiden erbaut wurden – noch ganz

ohne Winkelmesser. Am anderen Ende des Raumes

stapeln sich alte Speicherträger: so groß wie Autoreifen

und doch ohne viel Speicherplatz.

Schließlich ein Raum mit Fotos altehrwürdiger Herren,

die streng auf die Besucher blicken. Die

9 sci // topic

Im Haus der Mathematik erfährt man nicht nur einiges über den > sc i nfo

FC Bayern, die Pyramiden oder berühmte Mathematiker. Haus der Mathematik

Waltergasse 16, 1040 Wien, U1-Taubstummengasse

www.hausdermathematik.at

Tel: 0699 19 88 61 36, office@hausdermathematik.at

wecken zwar nicht unbedingt die Lust auf die

Mathematik, sind aber berühmt und heißen Leopold

Vietoris (Begründer der Technischen Mathematik),

Kurt Gödel (Vater der Logik) oder Leopold

Schmetterer. So abschreckend kann dieser Teil des

Hauses aber gar nicht sein, dass die Lust auf

Mathematik nicht gewachsen wäre. Gut, dass es

das Haus der Mathematik gibt. Zum Anfassen und

Selber-Experimentieren. (em) 1

Gerhard Lindbichler

Monroe-Rechenmaschinen

Fotos: Erika Müller


sci // topic 10

Monika Ballwein: Da ich wenige Pausen habe,

muss ich meistens mit einem Frühstücksweckerl

und einem Apfel auskommen.

Ein Vollkornweckerl gefüllt mit Käse oder Schinken,

mit Gemüse und einem Stück Obst dazu ist der perfekte

Start in den Tag. Der Körper kann die Energiereserven,

die über Nacht geleert wurden, wieder auffüllen.

Etwa drei bis vier Stunden hält der

Energiepegel an. Um die Mittagszeit sinkt der Blutzuckerspiegel

und muss wieder gehoben werden.

Bleibt er den restlichen Tag über im Keller, dann fehlt

die Energie. Man fühlt sich schwach, unkonzentriert

und gereizt. Durch regelmäßige gesunde Ernährung

sollte der ganze Tag über der Blutzuckerspiegel konstant

gehalten werden. Dann fühlt man sich wohl

und hat bis am Abend Energie.

Ich esse, wenn ich Zeit dazu habe. Also nur in

den Pausen bei Starmania, meist einmal am

Tag. Und ohne Kaffee in der Früh geht gar

nichts!

Für`s Essen sollte man sich Zeit nehmen, also nie im

Gehen oder Stehen essen. Bei Stress arbeiten alle

Organe auf Hochtouren, nur der Magen nicht. Um

zu verdauen, was ja schon mit dem ersten Bissen

beginnt, muss der Magenbereich aber stark durchblutet

sein. Benötigen jetzt aber alle anderen Organe

viel Blut, zum Beispiel die Muskeln beim Gehen,

Lisa’s Gabelbissen

Sie isst unregelmäßig und steht unter Stress.

Wie Vocalcoach Monika Ballwein Ernährung und Starmania unter einen Hut bringt, erzählt sie scIQ.

dann geht der Magen leer aus! Nur in Ruhe können

die Nährstoffe aus der Nahrung optimal aufgenommen

werden.

Ein Kaffee in der Früh ist okay, man sollte aber unbedingt

auch immer etwas dazu essen. Denn nur die

Kohlenhydrate im Gebäck, Müsli und Co geben dem

Körper in der Früh die Energie, die er braucht. Eine

aufputschende Wirkung wie Kaffee hat übrigens

auch Vitamin C in einer Schale Obstsalat oder einem

frisch gepressten Orangensaft.

Regelmäßige Mahlzeiten sind bei mir zur Zeit

ein Ding der Unmöglichkeit!

Schade! Wenn man beispielsweise jeden Tag etwa

um 13:00 Uhr zu Mittag isst, dann stellt sich der Körper

darauf ein. Er produziert um diese Zeit Magensäure

und Verdauungsenzyme, man verspürt ein

Hungergefühl. Wenn dann auch wirklich etwas zum

Essen kommt, sind die Verdauungsorgane schon

vorbereitet und können optimal arbeiten.

Ich koche sehr gerne und probiere immer wieder

neue Sachen aus. Exotische Mischungen

mit Ingwer und Kokos oder Huhn mit Honig

und Sojasauce ...

Abwechslung beim Essen muss sein. Viele von uns

haben nur etwa zehn bis zwölf Standardgerichte –

> sc i nfo

Zur Person: Monika Ballwein

Geborene Niederösterreicherin, Sängerin,

Vocalcoach und derzeit Jury der 3. Staffel von

Starmania. Am 6. November erschien ihr Buch

„Move your voice“. Für alle, die auf den Brettern

der Welt (be)stehen wollen!

manche noch weniger. Der Körper aber braucht

Abwechslung, damit er auch wirklich von jedem

essentiellen Nährstoff genug bekommt. Deswegen

sollte man Obst auch nach dem „Ampelprinzip“ auswählen.

Das heißt: Obst mit unterschiedlichen Farben.

Denn ein grüner Apfel, eine blaue Zwetschke

und eine gelbe Banane enthalten unterschiedliche

Nährstoffe. Außerdem trainieren „exotische

Mischungen“ die Geschmacksnerven und das Essen

entwickelt sich zu einem sinnlichen Erlebnis.

Meine Tipps für die optimale Stimme: Den

Stimmbändern mit Honig in Tee und heißer

Milch Gutes tun. Und viel trinken sowie „weiche“

Speisen wie Reis essen! Und Scharfes

oder Saures vermeiden!

Die Flüssigkeit hilft den Stimmbändern, nicht auszutrocknen.

Der Honig legt sich wie eine schützende

Haut über sie und lässt sie schön schwingen. Die

Säuren in manchem Obst, wie Zitronen oder Orangen,

können die Stimmbänder angreifen. Auch

scharfes Essen. Außerdem gilt es, auf Alkohol zu verzichten,

dieser entzieht dem Körper Wasser. Und

trocknet somit auch die Stimmbänder aus.

www.ballwein.com

lisa.viola@aon.at

Fotos: Susanne Kukla


11 sci // topic special

Rund ums Haar

Wusstet ihr, dass...

... BiologInnen das Haar als „Hautanhangsgebilde“

bezeichnen und erwachsene

Menschen ca. 5 Millionen dieser

Haaranlage besitzen?

... die Körperbehaarung des Menschen

ein Überbleibsel des Fells der

Säugetiere ist?

... das Haar aus einer Schuppenschicht

(Cuticula) besteht, aus einer Faserschicht

(Cortex) und einem Markkanal

(Medulla). Liegt die Schuppenschicht

flach an und ergibt eine glatte Oberfläche,

dann ist das Haar gesund. In der

Faserschicht spielen sich die für den Frisör

relevanten chemischen Prozesse ab.

... Frauen mit Bart im 19. und beginnenden

20. Jahrhundert die Attraktion

bei Freak-Shows waren? Der übermäßige

Haarwuchs bei Frauen Hirsutismus

genannt wird? Er kann entweder durch

die vermehrte Bildung männlicher

Sexualhormone (Testosteron) oder aber

durch Stress oder ein Angstsyndrom

ausgelöst werden.

... dass Mongolide (also Japaner, Eskimos,

Chinesen, Sibirier und Indianer –

Verwandte der Eskimos) einen spärlichen

Bartwuchs haben? Warum? Wahrscheinlich

war dies die Anpassung des

Körpers an ein Leben in kalten Klima -

zonen. Denn Barthaare fangen kalte

Luft ein und vereisen.

... dass Europide viele Haare im Gesicht

haben, den Männern aber die Kopfhaare

ausfallen? Warum weiß man nicht

wirklich.

... Haare und Sexualität eng zusammen

hängen? Denn in der Pubertät lassen

die Hormone Scham – und Achselhaar

sprießen.

... die natürliche Farbe des Haares

durch schwarze und rote Farbpigmente,

den Melaninen, im Haarinnern

bestimmt wird? Dass Wasserstoffper -

oxyd diese zerstört? Dass das schwarze

Melanin leichter abgebaut wird als das

rote? Deshalb weist das gebleichte Haar

kein natürliches Blond auf sondern wird

rotstichig. Es muss also Blau zugemischt

werden, um zu neutralisieren. Oxidationsfarben

eignen sich dafür.

... dass das Sträuben der Haare (die

„Gänsehaut“) ein Relikt aus der Urzeit

war, als Menschen noch behaart waren?

Wurde man angegriffen, sah man mit

aufgestellten Haaren bedrohlicher aus.

... bereits im alten Ägypten die Blätter

des Henna-Strauches zum Färben der

Haare genutzt wurden? Für schwarzes

Haar die indische Reng-Pflanze, die

Indican enthält und den Farbstoff Indigo

bildet?

... bestimmten Haarfarben bestimmte

Werte zugeschrieben wurden? Schon

die alten Griechen fanden blonde Haare

toll. Im griechischem Theater hatten die

Helden blonde, die Schurken schwarze

sowie die Clowns rote Perücken. Schon

die Römerinnen versuchten sich mit

damaligen Mitteln die Haare blond zu

färben . Auch waren Perücken aus Barbarenhaar

in Mode. „Gute“ Charaktere

wie Engel, Göttinnen und Feen sind fast

> sc i nfo

Steckbrief Kopfhaar

Anzahl 9000 – 15.000

Haardichte ca. 200/cm 3

Monatliches Wachstum 1 cm

Dehnbarkeit bis zu 50%

Täglich ausfallende Haare 50 – 100

immer mit blonden Haaren dargestellt,

böse Hexen und Zauberer dagegen fast

immer schwarzhaarig. Blond wird allgemein

mit Unschuld, Jugend und Vitalität

gleichgesetzt.

... dass nur rund zwei Prozent der

Deutschen naturrote Haare haben, aber

rund zehn Prozent der Schotten und

Iren? Denn diese verfügen angeblich

über das Ginger-Gen, das sie vom Neandertaler

geerbt haben könnten, so eine

Studie des John Radcliffe-Institut für

Molekularmedizin in Oxford.

... dass wir unterscheiden zwischen

Terminalhaar („dickes“ Haar wie Kopfhaar,

Wimpern etc.), Velushaar (Wollhaar,

feine Härchen) und Lanugohaar

(Flaumhaare)?

Fotos/Illustrationen: Aimée Blaskovic


sci // special 12

Haarige Angelegenheiten

Erotik, Männlichkeit, Protest oder Emanzipation: Haare waren und sind

Ausdruck von Weltanschauung und Kultur. Von Sabina Auckenthaler

Mal ganz ehrlich: das mit den inneren Werten ist schön, aber unser Aussehen spielt heute

eine wichtige Rolle. Es gibt wohl niemanden, der sich nicht ab und zu vor dem Spiegel

Gedanken über seine aktuelle Haarlage macht. Und das schon seit Jahrtausenden.

Gewandelt haben sich nur die Bedeutungen, die man der jeweiligen Haartracht beimaß.

Die Venus von Botticelli verführt mit

wallendem Haar.

Erotisches Frauenhaar

Das weibliche Haar – vor allem wenn es lang und

offen getragen wurde – galt zu allen Zeiten als

Symbol der sexuellen Verführung. Schon die betörenden

Sirenen der griechischen Mythologie, die

mit ihrem Gesang die Fischer anlockten, um sie zu

töten, sind stets mit wallendem Haar dargestellt.

Auch die römische Liebensgöttin Venus, deren

bekannteste Darstellung die „Geburt der Venus“

von Botticelli ist, verführt mit losem, wehendem

Haar. Kein Wunder also, dass diese erotische

Gefahr gebannt werden musste. Im mittelalterlichen

Europa steckten sich die Frauen die Haare

hoch oder versteckten sie unter einem Tuch. In

vielen islamischen Ländern wird das bekanntlich

heute noch praktiziert.

Erst in den 1920er Jahren ließen viele ihre Zöpfe

fallen, frau trug „Bubikopf“. Der für die damalige

Zeit zunächst „radikale“ Haarschnitt war nicht

zuletzt Ausdruck der Forderung nach einer Gleichstellung

von Mann und Frau.

Der schwindenden Haarpracht wurde im Mittelalter

mit Nilpferdfett zu Leibe gerückt.

Glatze vs. mächtiges Männerhaar

Langes Männerhaar dagegen galt fast immer als

Symbol für Macht und Stärke. Einige antike Kulturen

orteten gar den Sitz der Macht und Kraft im

Haar selber, weshalb es zum Beispiel bei den Griechen

üblich war, nach einem gewonnenen Kampf

den Feinden die Haare abzuschneiden. In den frühmittelalterlichen

Gesellschaften, die in Europa von

verschiedenen germanischen Stämmen geprägt

waren, präsentierte langes Haar Souveränität und

persönliche Freiheit. Entsprechend mussten Unfreie

ihr Haar kurz tragen.

Was aber tun, wenn die Zeichen für Macht allzu

früh einer Glatze Platz machten? Der französische

König Ludwig XIII. lenkte mit einer Perücke von seinem

spärlichen Haarwuchs ab. Sein Nachfolger

Ludwig XIV., bekannt als „Sonnenkönig“ und ebenfalls

zu Haarausfall neigend, führte die Kopfbedeckung

als obligatorische Hofmode ein. Die französische

Revolution beendete diese Mode durch das

Schafott, weshalb der Mann des 19. Jahrhunderts

nach neuen Mitteln suchen musste, um der schwindenden

Haarpracht entgegenzusteuern. Bereits im

Mittelalter schwor man auf Tinkturen aus Steinbock-

oder Nilpferdfett zum Einreiben von Glatzen,

in alpinen Gegenden setzte man auf Murmeltierfett.

Die Wirksamkeit war allerdings eher bescheiden.

www.PhotoCase.com (1)


Fidel Castro: „Die Zeit, die ich durch das Rasieren

spare, nütze ich für die Revolution“, sagte der

„Barbudo“.

Barthaar

Aber auch der Bart drückte eine Geisteshaltung

aus. Bereits vor 20 000 Jahren rasierten sich die

Männer ihr Gesicht mit Steinklingen, wie archäologische

Funde bezeugen. Die Ägypter führten

die Glattrasur ein, Griechen und Römer übernahmen

den Trend teilweise. Lange Bärte waren meist

den weisen Alten vorbehalten. So zeigen etwa

alle Büsten der großen griechischen Philosophen

von Sokrates über Platon bis Aristoteles Männer

mit langen Bärten.

Den Bart im Namen trugen nicht nur die Lango -

barden, die zumindest von den Römern als

besonders wild angesehen wurden. Berühmt ist

auch Friedrich I., seit 1155 Kaiser des Heiligen

Römischen Reiches, der wegen seines rötlich

schimmernden Bartes den Beinamen Barbarossa

trug. Wegen seines rekordverdächtigen Bartes

berühmt wurde Hans Staininger (gest. 1567),

Stadthauptmann von Braunau am Inn. Sein Barthaar

war zwei Meter lang, laut Überlieferung hat

er es immer aufgewickelt und in die Brusttasche

gesteckt. Heute ist sein Bart im Bezirksmuseum zu

sehen, die Echtheit wurde chemisch nachgewiesen.

13

sci // special

Linke Bärte

Eine politische Bedeutung hatte der Bart lange

bei den Linken: Marx und Engels trugen einen

und auch der mittlerweile etwas marode kubanische

Präsident Fidel Castro tritt bis heute mit Vollbart

auf. In einem Interview sagte er einmal, die

Zeit, die er sich durch das Rasieren spare, nütze er

für revolutionäre Dinge. Auch sein langjähriger

Revolutionsgenosse Che Guevara kämpfte in den

Bergen Lateinamerikas nie ohne Bart. Die heutigen

Linken sind zum Großteil zu einer gepflegten

Glattrasur übergangen. Ausnahmen sind der

schnauzbärtige KPÖ-Sprecher Mirko Messner und

Alexander Van der Bellen, der meist einen

gepflegten Drei-Wochen-Bart trägt. Gar nicht so

selten mit Bart sieht man dafür heute Politiker des

Rechtsaußen: ihre Gesichter werden auf Wahlplakaten

gerne mit Hitlerbärtchen „geschmückt“,

eine Botschaft, die nicht allzu schwer zu deuten

ist.

Foto: Reuters


sci // special 14

Bärtige Malerin: Die Mexikanerin Frida Kahlo pfiff

auf das gängige Schönheitsideal. Sie bildetet sich mit

Bart und zusammengewachsenen Augenbrauen ab.

Damenbart

Weniger in Mode war und ist der Damenbart.

Bereits Hippokrates berichtete über eine Dame,

der nach dem Ende der Menstruation ein Bart

wuchs und stellte damit einen Zusammenhang

zwischen der weiblichen Hormonentwicklung

und dem Bartwuchs her, wenn er es auch noch

nicht so ausdrückte.

Nicht erst heute unterziehen sich Frauen schmerzhaften

Prozeduren, um die ungeliebten Haare

über dem Mund (und an vielen anderen Körperstellen)

loszuwerden. Auf diese Schmerzen hat die

mexikanische Malerin Frida Kahlo (1907–1954)

gern verzichtet. Die charismatische Rebellin trug

ihren Damenbart nicht nur mit Stolz, sie hat ihn

auch in ihren Selbstportraits stets mitgemalt,

genauso wie ihre zusammengewachsenen Augenbrauen.

Kahlo erhob ihre Gesichtsbehaarung

damit zum Markenzeichen und pfiff auf das gängige

Schönheitsideal.

Punks schockieren heute niemanden mehr.

In London schmücken sie sogar Postkarten.

Haarige Proteste

Eine ablehnende Haltung gegenüber dem so

genannten Establishment nahmen viele Jugendliche

Ende der 60er Jahre ein. Äußerlich drückten

die „Hippies“ ihren Protest gegen Krieg und Rassismus

durch bunte, schlabbrige Kleidung und

langes, ungebändigtes Haar aus. Ebenfalls gegen

die herrschenden Gesellschaftsnormen richtete

sich die Punkbewegung, die Anfang der 70er

Jahre von London ausging. In den 80ern

beherrschten die Punks mit ihren bunten Iros in

allen Großstädten die autonome Szene, in den

90ern schließlich wurde die ursprüngliche Gegenbewegung

so salonfähig, dass Punks sogar auf

Postkarten abgedruckt wurden. Sie waren zu typischen

Symbolen von Großstädten geworden.

Wer heute mit seiner Haartracht provozieren will,

muss sich ganz schön anstrengen. Ob Iro, Dreadlocks,

Pink oder Grün – selbst Mitmenschen der

spießigeren Sorte sind so einiges gewohnt.

Fotos: Reuters, photoCase.com


Verräterischer Schopf

Ob Drogen, Gifte oder Medikamente – sie alle werden jahrelang in Haaren

gespeichert. Deswegen haben Gerichtsmediziner Methoden entwickelt,

um haarige Geheimnisse aufzuklären. Von Julia Harlfinger

Drogentest am Arbeitsplatz? Oder gleich beim

Bewerbungsgespräch? In den USA keine Seltenheit.

Doch nicht in Blut oder Urin wird nach illegalen

Substanzen gesucht, sondern im Haar.

Denn Cannabis, Heroin oder Ecstasy sitzen noch

Jahre nach dem letzten Drogenrausch in den

Strähnen. Sogar bei einer 4.000 Jahre alten

ägyptischen Mumie fanden sich bei einer Haar -

analyse vor einigen Jahren Reste von Kokain.

Wenn die Nachweismethode empfindlich genug

ist, hilft auch kein noch so gründliches Haarewaschen.

Denn die Drogen gelangen über das Blut

zu den Wachstumszonen der Haare, werden eingelagert

und wachsen mit der Mähne mit. In

Blut- oder Urinproben sind diese Stoffe meist

nur wenige Stunden oder Tage nachweisbar,

außerdem lassen sich diese Körpersäfte leichter

und schneller manipulieren als Haare.

Für eine Haarprobe wird eine bleistift- bis fingerdicke

Strähne zusammengebunden und

möglichst nahe an der Kopfhaut abgeschnitten.

Um an ihr Innererstes zu gelangen, müssen die

Haare aufgelöst und verflüssigt werden. Doch

nicht nur Kopfhaare taugen für die Haaranalyse,

im Schamhaar reichert sich so mancher Wirkstoff

sogar noch besser an.

15

Mit Hilfe unterschiedlicher Analysemethoden

werden Substanzen mit einer Konzentration von

weniger als einem Nanogramm pro Milligramm

Haar nachgewiesen – dies entspricht etwa

einem Stück Würfelzucker in einem Tankwagen

(15.000 Liter) Kaffee.

Unumstritten sind die Haaranalysen dennoch

nicht: Zum einen kann weder auf die Einzeldosis

noch auf den genauen Zeitpunkt des Drogenkonsums

rückgerechnet werden. Außerdem reichern

sich die Suchtmittel in gefärbten, dauergewellten

Haaren, aber auch in von Natur aus

dunklem Haar leichter an, da sich einige Drogen

besonders gerne in die Farbstoffkörnchen setzen.

Dies, so Kritiker, könnte zur Diskriminierung

von Menschen mit dunkler Hautfarbe führen,

in den USA etwa Latinos und

Afro-Amerikaner.

sci // special

Freiwillige Spende

Freiwillig lieferte der deutsche Fußballtrainer

Christoph Daum im Herbst 2000 am Institut für

Rechtsmedizin der Uni Köln eine Haarprobe ab,

um zu beweisen, dass er mit Drogen nichts am

Hut habe. Schließlich hatte der Manager von

Bayern-München – Uli Hoeneß – in der Öffentlichkeit

das Gegenteil angedeutet. Der Schuss

ging jedoch nach hinten los – die Probe zeigte,

dass der langjährige Bundesligatrainer Daum

tatsächlich Kokain konsumiert hatte.

Übrigens: Besorgte Eltern dürfen nicht heimlich

Haare einsammeln oder ein Strähnchen

abschnippeln, um zu erfahren, ob ihre Sprösslinge

Drogen konsumieren. Ohne Einwilligung der

Haarspender wäre dies, juristisch gesehen, ein

Eingriff in das Persönlichkeitsrecht.

Foto: Aimée Blaskovic


sci // special 16

Tödliche Drogen von Doctor Death

Der britische Arzt Harold Shipman wurde im Jahr 2000 als

Serienmörder entlarvt. Seit den 1970er Jahren hatte er an die

250 Patienten getötet, in erster Linie waren dies allein stehende

ältere Damen. Auf seine Spur kam die Polizei durch

ein schlecht gefälschtes Testament einer verstorbenen

Patientin, die daraufhin exhumiert wurde. Eine Haaranalyse

ergab, dass der Toten über längere Zeit Heroin verabreicht

worden war. Auch bei anderen Opfern von Shipman wurden

Spuren von Heroin und Morphin über die gesamte Haarlänge

nachgewiesen. Shipman wurde zu 15-mal lebenslänglicher

Haft verurteilt und erhängte sich 2004 im Gefängnis – bis

zuletzt hatte er seine Schuld abgestritten und keine Erklärung

für sein Verhalten abgegeben.

Beethovens Bleivergiftung

Auch in länger zurückliegende Todesfälle bringt so manche

Haaranalyse Klarheit: So wurde erst vor wenigen Jahren

aufgeklärt, dass Beethoven im Jahr 1827 nicht an der

Geschlechtskrankheit Syphilis starb, wie lange angenommen

wurde. Der Komponist litt an einer tödlichen Bleivergiftung.

Hundertfach erhöhte Bleiwerte finden sich in einer Haarlocke,

die ihm am Totenbett abgeschnitten wurde. Das Schwermetall

nahm der Komponist vermutlich im Gasthaus zu sich –

in Form von saurem Wein, der mit Bleisalzen gesüßt wurde.

Zusätzlich wurde Beethoven während einer Lungenentzündung

mit bleihaltigen Arzneien behandelt. Sein bereits stark

geschwächter Körper brach unter der Schwermetallbelastung

zusammen.

Bleivergiftung als Todesursache ergaben auch Haaranalysen

von Heinrich Heine oder den Teilnehmern der Arktisexpedition

1845, die aus Konserven mit bleihaltigen Lötnähten

gegessen hatten. Auch der vor 5300 Jahren verstorbene

Eismann Ötzi musste für die wissenschaftliche Haarunter -

suchung ein paar Zotteln lassen. Das Ergebnis: Er hat sich

überwiegend vegetarisch ernährt. 1

Foto: Aimée Blaskovic


Design gut, alles gut

Kreativität ist auch in der Wirtschaft gefragt. Am WIFI lernt man

alles rund um Grafik-, Medien- und Kommunikations-Design.

Deutschland-sucht-den-Superstar-Sieger Tobias

Regner hat ihn schon. Andere wollen ihn auch:

einen anerkannten Abschluss in der Kreativ-Branche.

So ist der bayrische Jung-Star froh, eine solide

Ausbildung zum Grafik-Designer des WIFI Salzburg

in der Tasche zu haben. Denn das

Musikgeschäft ist ebenso faszinierend wie unsicher.

„Nur durch die bestmögliche Ausbildung von

KreativleisterInnen wird Österreich in einer globalisierten

Welt bestehen können“, so WIFI Österreich-Institutsleiter

Dr. Michael Landertshammer.

„Wir sehen es daher als vordringliche Aufgabe,

dem heimischen Kreativitätspotenzial optimale

Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten.“

Grafik Design ist ein wichtiger Bestandteil des

Marketings einer Firma. In unserer konsumorientierten

Gesellschaft braucht es ein Logo, das sich

einprägt, sich von anderen abhebt. Grafik Designer

entwickeln beispielsweise das Corporate

Design einer Firma oder Institution, setzen eine

Werbekampagne um – egal ob in einem Magazin,

im Radio oder Internet. Ungewöhnliche Wege sollen

bestimmte Zielgruppen ansprechen. Mediendesigner

wiederum spezialisieren sich mehr auf

die Bereiche Internet, CD-Rom oder Post-Production.

Das Know-how wird unter anderem in der Werbeakademie

des WIFI in Wien oder an der Werbe-

Design Akademie in Salzburg und Innsbruck vermittelt.

Fragen der grundlegenden Gestaltung

werden dort geklärt, es wird gezeichnet und illustriert,

in Fragen der Schrift und Typografie eingeführt

sowie Fotografisches und Videotechnisches

erörtert. Screen und Webdesign sowie Theoretisches

stehen ebenso auf dem Stundenplan wie

Projektarbeiten. 1

Liebes Tagebuch … von Aakriti

Buckel haben. Und so klug reden. Und so wahnsinnig

gescheit wirken. Mit Fachausdrücken nur

so um sich schmeißen. Die mit Prof. Z auf Exkursion

in Griechenland waren und seitdem per Du

sind mit ihm. Die sich sogar in der Studienrichtungsvertretung

engagieren, wo sie in der Gruppe

Gleichgesinnter lernen zu argumentieren, diskutieren,

über das eigene Studienfach hinaus zu

denken. Die fragen: Wer in unserer Gesellschaft

kann eigentlich studieren? Was hat die Gesellschaft

von qualifizierten Menschen? Wie können

wir Studierende auf der Uni mitgestalten? Können

wir mehr als Instituts-Feste feiern? Oder auch Ver-

17 sci // career

Klug reden / Mit Profs auf Du und Du /Arme Erst-Semestrige

Im dritten Semester schaut man mitleidig auf

die Erst-Semestrigen hinab. Und fühlt sich schon

so sicher, so erwachsen, so akademisch. Gibt den

Armen Tipps, was Prof. X bei den mündlichen Prüfungen

gar nicht mag (Stichwort „eigene Meinung“)

oder worauf Frau Prof. Y besonderen Wert

legt („gender-gerechte Sprache“). Sitzt lässig bei

der Prüfung und lacht über die vor Aufregung rot

glühenden Backen der Kleinen.

Doch manchmal schleudert es uns alte Hasen

auch ganz schön. Wenn jene aus den Seminaren

stolpern, die schon mehrere Semester auf dem

> sc i nfo

Fachausbildung für Grafik Design

am WIFI

Werbe-Akademie, WIFI Wien

Ganzstagsstudium (4 Semester) mit Atelierbetrieb.

Altersbegrenzung bei der Aufnahme: 18 –24 Jahre

Anforderungen: Grafische Begabung ohne Ausbildungsnachweis,

Aufnahmetest schriftlich und

mündlich, sowie die Vorlage einer Mappe mit mindestens

sieben Proben grafischer Arbeiten.

www.werbeakademie.at

Weerbe-Desiggn-Akademie, WWIFI Salzburg

Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Grafik -

design (4 Semester)

Anforderungen: Mindestalter 18 Jahre, Orientierungstest

mit folgenden Schwerpunkten: grafische

und kreative Fähigkeiten, räumliches Denken,

Visualisierung, Beurteilung der Mappe (wenn

vorhanden), psychologischer Test

www.wda-salzburg.at

Werbe-Design-Akademie, WIFI Innsbruck

Grafik-Design, Medien-Design (4 bzw. 6 Semester)

In ihren Grundlagen unterscheiden sich die beiden

Lehrgänge wenig. Grafik-DesignerInnen produzieren

eher im Print-Bereich, während Medien-

DesignerInnen speziell für die Bereiche Internet,

CD-ROM, Film/Ton und Post-production ausgebildet

werden.

www.wda-innsbruck.at

anstaltungen organisieren, die Zeitschrift der

Studienrichtungsvertretung herausgeben, den

Studienplan mitgestalten?

Von denen mit den paar Jahren mehr auf dem

Buckel können wir vielleicht etwas abschauen. In

ein paar Jahren sind wir eh so wie sie. Auch ganz

schön, die Welt in ihrer ganzen Komplexität zu

erfassen versuchen. Und die Erst-Semestrigen, die

Armen, werden es auch noch lernen. Spätestens

nach weiteren zwei Semestern. 1

Fotos: Aimée Blaskovic


sci // career 18

Jobben neben dem Studium: Darauf kommt’s an!

Der lukrative Ferialjob, der einen Urlaub finanziert: Das war gestern. Das Praktikum – schlecht oder gar

nicht bezahlt –, das neben dem Studium Berufserfahrung bietet: Das ist heute. Tipps von CAREER-Herausgeber

Markus Gruber für einen sinnvollen Umgang von Praktika im Zeitalter der „Generation Praktikum“.

„Als Herausgeber von CAREER, Österreichs

Karriere-Ratgeber Nr. 1, kann ich Ihnen nur raten:

Sammeln Sie während Ihres Studiums so viel

Praxiserfahrung wie möglich. Denn ein schnell

absolviertes Studium und exzellente Noten nützen

Ihnen ohne Praxis beim Berufseinstieg wenig.

Die Unternehmen brauchen in der Arbeitswelt

erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die

wissen, wie man Projekte organisiert, Abläufe effizient

gestaltet, mit Kolleginnen und Kollegen

zusammenarbeitet, mit Kunden kommuniziert.

Viele AbsolventInnen müssen heute erkennen,

dass sie ohne Praxis nicht weiter kommen. Sammeln

Sie deshalb Erfahrung so früh wie möglich.

Kümmern Sie sich rechtzeitig um ein interessantes

Praktikum neben dem Studium.

Meine wichtigsten Tipps:

• Vor allem in den großen Unternehmen sind

Fristen zwischen Bewerbung und Antritt von

einem Jahr keine Seltenheit – bewerben Sie

sich rechtzeitig für ein Praktikum!

• Auch in Klein- und Mittelbetrieben gibt es

interessante Praktika – überzeugen Sie die

Geschäftsführung, dass Sie mehr Arbeit

erledigen als verursachen.

• Aufgrund des harten Wettbewerbs um Praktika

brauchen Sie professionelle Bewerbungsunterlagen

(die stehen in CAREER).

Besonders wichtig: Absolvieren Sie Praktika

gezielt und systematisch. Ein bis zwei Praktika pro

Studienjahr sind in jedem Fall sinnvoll. Ein erfolgreiches

Praktikum bei einem interessanten Unternehmen

kann auch den direkten Einstieg in den

Arbeitsmarkt ermöglichen. Viele Unternehmen

nutzen Praktika als Testphase für künftige MitarbeiterInnen.

Ein Praktikum ist keine lästige Verpflichtung,

die „nebenbei“ und mit möglichst

wenig Aufwand absolviert wird, sondern eine

attraktive Chance für Ihre Job-Zukunft. Verhalten

Sie sich daher beim Praktikum so, als wäre dies

ein „echter“ Job.

Bewerben Sie sich bei Unternehmen, die wirklich

für Sie interessant sind. Folgende Kriterien sollen

Sie bei der Auswahl anwenden:

• Ist das Unternehmen in der Branche tätig, in

der Sie später berufstätig sein wollen?

• Welchen Ruf genießt das Unternehmen in der

Branche?

• Kann man sich im Unternehmen später einmal

weiterentwickeln – wie und in welcher Form

ist das möglich?

Ebenfalls eine interessante Option sind Auslandspraktika

(siehe Kasten). Damit sind Sie der Konkurrenz

klar voraus.

Ganz entscheidend ist es natürlich, neben den

Praktika das Studium nicht aus den Augen zu verlieren.

Klare Zeitpläne beim Studieren und eine

klare Begrenzung von Praktika (z. B. zwei Monate

pro Jahr) sind notwendig. Auf der anderen Seite

kann ein Praktikum das Studium auch bereichern:

Wenn Sie zum Beispiel Arbeiten an der Uni zu

Themen machen, die für Ihren Praktikums-Arbeitgeber

von Interesse sind. In diesem Sinn: Nutzen

Sie die Praxis-Chance schon während des

Studiums – damit Sie nach dem Studium rasch

und erfolgreich in den Arbeitsmarkt einsteigen

können!“ 1

Schwierige Entscheidung: Party oder Praktikum?

> sc i nfo

Auslandspraktika

Auch Studentenorganisationen unterstützen bei

der Suche nach Auslandspraktika. Je nach Studium

wenden Sie sich an folgende Organisationen:

www.aiesec.org (Wirtschaftswissenschaften)

www.univie.ac.at/juridicum/elsa (Jus)

www.iaeste.or.at (Technik)

www.amsa.org (Mediz)

www.karl.aegee.org (alle Studienrichtungen)

www.danube.or.at (Praktika-Plattform)

www.praxisnet.at (Praktika für Fachkräfte und

Studenten)

Was ist die

„Generation Praktikum“?

Negativ am jüngsten Phänomen „Praktikum“ ist die

Tatsache, dass viele PraktikantInnen als billige

Arbeitskräfte von Unternehmen ausgebeutet werden.

Diese bedienen sich der Kompetenz der motivierten

und hoch-qualifizierten AbsolventInnen,

ohne nach Absolvieren des Praktikums eine fixe

Stelle zu gewähren. Die Bezeichnung „Generation

Praktikum“ fiel zum ersten Mal in einem Artikel der

deutschen Wochenzeitung Die ZEIT, angelehnt an

die Begriffe Generation Golf oder Generation X.

Hier geht’s zum Artikel:

http://www.zeit.de/2005/14/Titel_2fPraktikant_14

(em)

Bestellen unter www.careerbook.at

Fotos: www.PhotoCase.com, Gruber


Bauingenieurin Doris Link (FH campus wien) liebt

die Abwechslung und Verantwortung.

„Meine Zwillingsschwester und ich waren von

klein auf oft auf Baustellen unterwegs. Wir beobachteten,

wie Häuser gebaut und Mauern hochgezogen

wurden. Vielleicht ist dort unser gemeinsames

Interesse für unser späteres Studium des

Bauwesens an der TU Wien entstanden. Dieses

haben wir sehr zügig absolviert, auch wenn es hie

und da einen Professor gab, der uns benachteiligte

und meinte, Frauen gehörten an den Herd und

zu den Kindern. Dafür gab es aber auch Professoren,

bei denen wir den „Frauen-Bonus“ hatten. Die

fast erdrückende Überzahl an männlichen Kollegen

an der Uni hat uns eher motiviert. So haben

wir auch die großen Prüfungen, für die wir

manchmal bis zu fünf Wochen gelernt haben -

wenn auch zuweilen mit etwas Angst - erfolgreich

abgelegt. Lediglich einmal hat es nicht beim

ersten Mal geklappt. Ein guter Schnitt, wenn man

bedenkt, dass die Durchfallsquote bisweilen bis

zu 50 Prozent betrug.

Nach Abschluss des Studiums war ich einige

Monate im Ausland und kehrte später für meine

Doktorarbeit an die TU Wien zurück, an der ich

auch zu unterrichten begann.

Später wechselte ich zur STRABAG, dem großen

österreichischen Bauunternehmen, das auch

international in der Bauindustrie tätig ist. Mein

Arbeitstag als Assistentin des Vorstands begann

um etwa halb acht. Oft hatte ich zwischen Büro

und Baustellen hin und her zu pendeln und vor

Ort mit Bauleitern Besprechungen zu führen, die

sehr sorgfältig vorzubereiten waren. Später, als

Projektleiterin, betreute ich unterschiedlichste,

meist große Bauvorhaben, wie die von Kraftwerken,

Brücken und Tunneln. Aber so angenehm das

Leben als Frau auf der Uni war, so hart war ich

„draußen“ gefordert: Der Ton war oft ruppig,

19 sci // career

Die Bau-Lady

Brücke, Tunnel, Straße, Bagger: Doris Link steht nicht nur auf der Baustelle ihren Mann.

Als Bauingenieurin liebt sie die Abwechslung und Verantwortung. Protokoll: Erika Müller

> sc i nfo

Zukunft Baubranche

In Zukunft wird die österreichische Bauwirtschaft

mehr qualifiziertes Personal benötigen. Laut Prognose

des Euroconstruct-Netzwerks wird sich das

Wachstum in den nächsten Jahren kontinuierlich

steigern. „ArbeitsmarktexpertInnen erwarten, dass

es bei der Beschäftigung im Baubereich innerhalb

des Beobachtungszeitraums bis 2009 eine positive

Entwicklung geben wird“, so das AMS unter

http://bis.ams.or.at.

> sc i nfo

Was sollst du können?

Im Studium: Gut in Mathe und Darstellender

Geometrie sein!

Im Beruf: Entwerfen, planen, konstruieren, bauen,

Konzepte, Analysen und Gutachten erstellen. Mit

Menschen anderer Disziplinen zusammenarbeiten:

mit ArchitektInnen, RaumplanerInnen und VertreterInnen

anderer Ingenieurdisziplinen sowie mit

NaturwissenschaftlerInnen, Wirtschaftsfachleuten

und JuristInnen.

Wo arbeitest du?

In Ingenieurbüros, Bauunternehmen, in der Baustoffindustrie

und der öffentlichen Verwaltung.

Wer braucht AbsolventInnen?

Die Bereiche Hochbau (Büro- und Wohnhäuser,

Industriebauten, Spitäler etc) und Bautechnik

sowie Tiefbau (Brücken, Tunnels, Verkehrsanlagen,

Kraftwerke, Kläranlagen, Deponien, Verbrennungsanlagen

etc.) und Straßenerhaltung.

meine Kompetenzen wurden oft in Frage gestellt.

Trotzdem möchte ich weder das Studium noch

die Zeit in der STRABAG missen. Der Beruf einer

Bauingenieurin ist abwechslungsreich, man trägt

Verantwortung und hat viel mit Menschen zu tun.

Heute genieße ich den Job als Leiterin des Lehrganges

„Bauingenieurwesen – Baumanagement“

an der FH campus wien. Die Nachfrage nach Bauingenieurinnen

und Bauingenieuren ist zurzeit

gewaltig. Auf unserem Schwarzen Brett hängen

stets Stellenangebote, welche zum Teil sogar

unbesetzt bleiben. Es fehlt einfach an Personal! –

Also nur Mut, wer Interesse am Bauen hat, sollte

ein einschlägiges Studium nicht scheuen!“ 1

> sc i nfo

Wo kannst du studieren?

TU Wien, Bachelorstudium „Bauingenieurwesen

und Infrastrukturmanagement“

http://www.tuwien.ac.at/studium/studienangebot/bauing_ba.shtml

TU Graz, Bakkalaureatsstudium „Bauingenieur -

wissenschaften“, Diplomstudium Bauingenieur -

wesen www.bau.tugraz.at

Uni Innsbruck, Diplomstudium „Bauingenieur -

wesen“ http://www.uibk.ac.at

FH Technikum Kärnten, Bachelorstudiengang „Bauwesen“,

Masterstudiengang „Bauingenieurwesen –

Projektmanagement“

http://www.cti.ac.at/index_6338.htm

FH Campus Wien, „Bauingenieurwesen und Bau -

management“, Bachelor- und Masterstudiengang

http://www.fachhochschulen.at/FH/Studium/Bauingenieurwesen-_Baumanagement_147.htm

Fotos: www.PhotoCase.com, privat


Spiel mit und gewinne …

20

Wer ist diese Frau ?

Die Anweisung ihrer Mutter war eindeutig: Wenn ein Lehrer antisemitische

Bemerkungen machte, sollte sie aus Protest den Unterricht verlassen, nach

Hause gehen und alles zu Protokoll geben. Die Mutter schrieb dann einen

Protestbrief, das kleine Mädchen hatte schulfrei.

Nicht ducken, sich wehren, wurde zu ihrer Grundhaltung. Kurz vor der Matura

wurde sie wegen Streitigkeiten mit einem Lehrer der Schule verwiesen.

Mit 14 Jahren las sie bereits den schwierigen Philosophen Kant, ein Bibliothekar

bezeichnete sie einmal als „Bücherfresserin“, weil er ihr ständig neue

Lektüre bringen musste.

Philosophie war damals eine reine Männerdomäne, die von der bildhübschen

und blitzgescheiten Studentin kräftig aufgemischt wurde. Über ihre

braunen Augen sagte ein Studienkollege: „Man tauchte in ihnen geradezu

unter und musste fürchten, nicht mehr nach oben zu kommen.“ Mit ihrem

ersten akademischen Lehrer hatte sie eine kurze, aber leidenschaftliche Affäre.

Er wurde bald ein berühmter Philosoph, bei ihr dauerte es etwas länger.

Zwar war sie schon mit 22 promoviert, aber unter den neuen Machthabern

geriet ihre wissenschaftliche Karriere in eine Sackgasse. Bald musste sie ins

Nachbarland fliehen. Als Ausländerin wurde sie zwei Monate in einem Lager

festgehalten, ihre abenteuerliche Flucht führte sie schließlich in die USA.

Diese Erfahrungen waren prägend, ihr Denken wurde politischer. Ein politisches

System ist immer danach zu beurteilen wie viel Freiheit es dem Einzelnen

ermöglicht. Was aber macht der Einzelne aus dieser Freiheit? Wie war es

möglich, dass „normale“ Menschen am größten Massenmord der Geschichte

mitwirkten? Diese Frage ließ sie nicht los. So wurde aus der Professorin für

einige Monate gar eine Reporterin in einem Prozess gegen einen dieser Henkersknechte.

Sie war streitbar und selbst da, wo sie daneben lag, noch originell. Neben

der Freiheit wurde die Kommunikation zu einem Schlüsselbegriff. Mit ihr zu

diskutieren muss ein unvergleichliches Erlebnis gewesen sein. Neue Ideen

erfassten sie wie ein Stromstoß. Manchmal schien es, so eine Freundin, als

ob ihre Haare vor purer Energie zu Berge standen.

Wer war die Frau?

Wer war ihr Geliebter und Lehrer?

Bei welchem Prozess war sie anwesend?

Ein Mail mit deinem Namen und deiner Anschrift und mit den richtigen

Antworten an win@sciq.at genügt.

Oder eine Postkarte mit deiner Mail- Adresse an:

Redaktion scIQ, Zirkusgasse 27/16, 1020 Wien.

Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2006.

Von Oliver Hochadel *

>>

… und gewinne eines der Bücher

Der weiße Planet

Verlag Gerstenberg, 2006

Das Buch zum Film enthält dessen schönste

Bilder und bietet Sachinformationen, die der Film

nicht mitliefern kann. Darüber hinaus enthält es auf

illustrierten Doppelseiten die schönsten Inuit-

Erzählungen.

Der gesuchte Physiker aus scIQ 4–5/06 war

natürlich Johann Wilhelm Ritter.

scIQ gratuliert den GewinnerInnen herzlich!

* Der Autor ist freier Wissenschaftsjournalist und Wissenschaftshistoriker.


Unter der Lupe

Arktis-Forscher Günter Köck über die Doku „Der weiße Planet“

„Der Film ist sehr gut gemacht. Fantastische

Natur-Aufnahmen wecken Spannung ohne reißerisch

zu sein. Besonders ergreifend ist die Szene,

in der ein Eisbär versucht auf dem brechenden Eis

Fuß zu fassen. Er wirkt so hilflos. Seine Lebensgrundlage

schmilzt unter seinen Tatzen. Diese

Schlussszene verdeutlich das gut, obwohl es zu

wenige Kommentare über die Klimaerwärmungsproblematik

gibt. Denn die Eisbedeckung hat in

der gesamten Arktis auf Grund der Erderwärmung

abgenommen und ist auf einem sehr niedrigen

Stand.

Die Botschaft, dass das Ökosystem der Arktis

durch die globale Erwärmung bedroht ist, bringt

der Film aber sehr spät und sehr knapp. Die wissenschaftlichen

Fakten stimmen alle. Ein wenig

mehr Erklärungen wären in Bezug auf die Zielgruppe

Kinder, Jugendliche, Familien vielleicht

sinnvoll gewesen. Aber als Diskussionsgrundlage

taugt der Film allemal.

21

Im Zentrum steht der Eisbär. Er ist der rote Faden.

Wir sehen ihn beim Schmusen mit seinen Kollegen,

auch beim Jagen und Zerfetzen von kleinen

Robben. Mit Eisbären ist nicht zu spaßen. Sie

haben zwar keine natürlichen Feinde, aber ihre

Neugierde ist manchmal groß. Sie können also für

den Menschen gefährlich werden. Denn ein spielerischer

Tatzenhieb kann tödlich sein.

Manchmal richtig aggressiv hingegen sind die

Polarwölfe. Letztes Jahr überraschte mich einer im

Zelt. Hat geknurrt, die Zähne gefletscht. Ich habe

ihm mit einem Schuh eins übergezogen, er ist

dann schnell verschwunden. Andere Tiere wie die

Klappmützenrobben, Karibus, Robben, Narwale,

Moschusochsen habe ich in Natura auch schon

gesehen. Moschusochsen kann man übrigens mit

einem alten Inuit-Trick leicht überlisten. Indem

man die Arme hebt. Sie glauben dann, ein Karibu

vor sich zu haben und lassen einen näher an sich

heran.

> sc i nfo

Zur Person

Günter Köck ist Zoologe

an der Universität Innsbruck

und koordiniert

seit drei Jahren die

internationalen Forschungsprogramme

der

Österreichischen Akademie

der Wissenschaften

(ÖAW). Er reist seit

1997 regelmäßig und manchmal mehrmals im Jahr

zu Forschungszwecken in die kanadische Arktis.

Zum Beispiel an den Lake Hazen, dem er Sedimentbohrkerne

entnimmt, die als „Klima-Archiv“ dienen

sollen. Fische untersucht Köck wiederum auf ihren

Gehalt an Quecksilber. Die Daten liefern wertvolle

Informationen über Schadstoffbelastungen und

somit für die Klimaforschung.

sci // tec

> sc i nfo

Internationales Polarjahr

2007/08 soll das Interesse verstärkt auf die Polare

gelenkt werden. Denn ihre Bedeutung für das

Weltklima ist immens: Die riesigen Eisflächen

reflektieren einen Großteil der auf der Erdoberfläche

auftreffenden Sonnenenergie in den Weltraum

und kühlen damit indirekt die Erde. Schmilzt das

Eis, erwärmt sich die Erde weiter. Info zu den

Aktivitäten des Internationalen Polarjahres unter

http://www.ipy.org/start

Die Inuit, die im Film nur durch Hintergrundgesänge

präsent sind (zum Beispiel durch den Inuittypischen

Kehlkopfgesang der Frauen) unterstützen

uns übrigens beträchtlich bei der Forschung.

Inuit-Frauen haben uns gezeigt, wie man die

Methode des Eisfischens richtig ausübt. Sie verfügen

über sehr viel Wissen, das wir vor allem zu

Beginn unserer Forschung nicht hatten. Es ist ein

Privileg, in der Arktis zu forschen. Es bedeutet

Abenteuer, aber auch Gefahr, Einsamkeit und

Leere. Nächsten Sommer werde ich wieder dort

sein.“

> sc i nfo

Der weiße Planet

(La planète blanche)

Eine Dokumentation über die Tierwelt der Arktis.

Gedreht wurde in Quebec, in Nunavut, einem von

den Inuit selbst verwalteten Territorium in Kanada,

in Grönland und Alaska.

Dokumentation, Frankreich/Kanada

Regie: Thierry Piantanida, Thierry Ragobert

Kinostart: 28. Dezember

Exklusiv für Schulen:

Schulvorstellungen gibt es schon ab dem 15.

Dezember. U.a. in Wien, Linz, Salzburg und Graz.

Information unter schule@cinepromotion.at oder

unter der Hotline 0664-8130013 (Mo-Do: 8:30-

15:00 und Fr 8:30-12:00)

Fotos: Concorde-Filmverleih (2), Günter Köck (2)


22

Science-News...Science-News...Science-News...Science-News...Science-News...

Fotos: Erika Müller (2), dialoggentechnik

Wieder mal:

Jugend Innovativ

Lachen wie die österreichischen Gewinner des

EU-Young Science Contest 2006 in Stockholm:

Der Ideenwettbewerb „Jugend Innovativ“ sucht

nach dem „Kreativitäts- und Innovationspotential“

von SchülerInnen ab der zehnten Schulstufe.

Gesucht werden Projekte oder Arbeiten zu einer

der vier Kategorien: Business, Design, Engineering

oder Science. Die besten Ideen erhalten eine

Projektförderung und werden mit Geld und Reisepreisen

ausgezeichnet. Dem Gewinner winkt die

Teilnahme am 19. EU-Young Science Contest in

Valencia, Spanien.

www.awsg.at/jugendinnovativ

Anmeldeschluss: 22. Dezember 2006

Fragen zur Biologie

Auch 2006/07 werden die Karl-von-Frisch-Lectures

der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

(ÖAW) zum Thema Biologie fortgesetzt.

Die sechs Vorträge von international ausgewiesenen

Experten befassen sich u.a. mit Fragen

moderner Hirnforschung und der Evolutionsbiologie.

Im Rahmen der „Junior Academy“ diskutieren

die ForscherInnen am Tag nach ihren Vorträgen

mit SchülerInnen.

Infos: http://www.oeaw.ac.at/shared/news/2006/

info_karl_von_frisch_lectures.html

Schule – und dann?

Schnuppern und erleben, wie spannend Elektrotechnik

und Informationstechnik sein kann: Die

Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik

der TU Wien lädt SchülerInnen zu Vorlesungen,

Experimenten und Erfahrungsberichten von

Studierenden ein.

Tag der offenen Tür: Donnerstag, 1. Februar 2007

von 08.45 bis 13.45 Uhr

Fakultät für Elektrotechnik und Informations -

technik, Gußhausstraße 27-29, 1040 Wien

Anmeldung: events-etit@tuwien.ac.at

DNArt II: KÜNSTLER,

KINDER, KINETOCHORE

Zum zweiten Mal schon luden die Agentur PR&D

und dialoggentechnik zur kreativen Auseinandersetzung

mit der Wissenschaft. Unter dem

Titel „Künstler, Kinder, Kinetochore“ präsentieren

heimische KünstlerInnen am Campus Vienna Biocenter

Werke, die sich mit der wissenschaftlichen

Welt auseinander setzen. Auch 20 Knirpse waren

mit dabei, die ihrer Kreativität freien Lauf ließen.

Die Vernissage fand Ende November am Campus

Vienna Biocenter statt.

Physik-Talente gesucht!

Ihr seid zwar kein Einstein, aber dennoch an Physik

interessiert? Und außerdem unter 18? Dann

rittert doch um den Titel „Österreichisches Physiktalent“.

Tolle Preise winken! Zum Beispiel eine

Reise zum Internationalen Symposium für Junge

Physikbotschafter. Dort lernt ihr junge Leute aus

der ganzen Welt kennen. Voraussetzung für die

Teilnahme: ihr braucht den „Physik-Talente-Pass“.

Einfach ein Mail an: sonja.draxler@uni-graz.at.

Weiter Infos und Online-Anmeldung:

http://www.kfunigraz.ac.at/exp8www/wyp2005/talente%202007.htm

Wissenschafts-Kabarett

Wenn die Physiker Werner Gruber und Heinz

Oberhummer mit dem Kabarettisten Martin Puntigam

gemeinsam im Audimax der TU stehen,

dann bedeutet dies Experimente, Filmausschnitte,

wissenschaftliche Erklärungen und natürlich viel

Lachen. Nächstes Mal am 15. Dezember zum

Thema „Ernährung“. Check it out. Auditorium am

Getreidemarkt 9, 1040 Wien, Beginn 19 Uhr 30,

Eintritt Euro 16,40, SchülerInnen, StudentInnen

Euro 10,50. www.scienceinfilm.net


HiVeronika!

Mit »Die Technik ist weiblich« sensibilisiert die Fachhochschule Campus

Wien in der Schule für Technik und Naturwissenschaft und motiviert

besonders junge Frauen in AHS und BHS zu technischen Ausbildungen.

Das Projekt wird zu 50 % aus Mitteln der Stadt Wien, MA 27 EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung, gefördert.

www.fh-campuswien.ac.at

www.die-technik-ist-weiblich.at

Nacherzählt

Frischerzählt

Direkterzählt


Beruflich schneller vorankommen?

Jetzt will ich’s wissen!

Mit WIFI zum Erfolg. Laufen Sie Ihrer Karriere nicht länger hinterher, sondern starten Sie lieber beruflich voll durch. Die Nr. 1 bei

Aus- und Weiterbildung hilft Ihnen dabei, Ihre Ziele schneller zu erreichen. Informationen und Kursbuch gratis unter www.wifi .at

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine