Herausforderung Demographischer Wandel - Kuratorium der ...

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Herausforderung Demographischer Wandel - Kuratorium der ...

Karrierewege attraktiv gestalten

Ausblick

Das duale Studium bei der Bertelsmann AG befi ndet sich auf

dem richtigen Weg. Die Erfolge der Absolventen sind beeindruckend.

Jetzt gilt es diesen Weg erfolgreich fortzusetzen,

indem weiterhin die richtigen Bewerber ausgewählt werden,

die Zusammenarbeit zwischen der Bertelsmann AG und der

FOM weiter erfolgreich verläuft und der Konzern für die Absolventen

gute Chancen und Anreize bietet, sich in das Unternehmen

einzubringen.

Beatrix Strauch

Attraktive Karrierewege in der berufl ichen

Bildung

Um über die Gestaltung von Karrierewegen zu sprechen, ist

es sinnvoll, sich darüber Gedanken zu machen, was „Karriere“

eigentlich bedeutet. Etymologisch stammt der Begriff „Karriere“

aus dem Französischen und heißt „Laufbahn, Rennbahn“,

leitet man ihn vom lateinischen „carrus“ ab, so erhält man den

„Wagen“ als Erklärung. Beide Begriffe deuten auf eine Vorwärtsbewegung,

also das Gegenteil von Stillstand hin.

Karrierewege sind individuell, sie können unabhängig von

gesellschaftlicher Herkunft, schulischer und berufl icher Vorbildung

sein und müssen daher keinen allgemein anzustrebenden

Endpunkt bzw. kein einheitlich erstrebenswertes Ziel

haben! Wir sollten uns von der Wertung lösen, wer z. B. nicht

studiert hat oder nicht mindestens eine bestimmte Position

innerhalb einer Hierarchie „erklommen“ hat, habe keine Karriere

gemacht. Es gibt keinen idealtypischen Karriereweg!

Letztlich hängt der persönliche und berufl iche Werdegang

auch von den eigenen Ambitionen ab und was jeder bereit

ist, aus seinem Potenzial zu machen.

Jedem sollte ermöglicht werden, das aus sich herauszuholen,

was in ihm steckt. Für den einen stellt es z. B. eine Karriere

dar, wenn er ohne Schulabschluss über den 2. Bildungsweg

sowie regelmäßige berufl iche Fortbildungen in einem festen

Arbeitsverhältnis ein Aufgabengebiet eigenverantwortlich

übernommen hat und so nicht länger Hilfsarbeiten erledigen

muss. Andere sind erst zufrieden, wenn sie mindestens einen

Vorstandsposten erhalten haben. Ist das nicht letztlich Karriere,

dort angekommen zu sein, wo man selbst hin wollte?!

Was bedeutet schließlich attraktiv im Zusammenhang mit Karriere?

Eine Antwort ist: wenn ein nahtloser Übergang zwischen

Bildungsangeboten und -systemen möglich ist und zugleich

die eigene Einsatz-/Beschäftigungsfähigkeit erhöht wird.

Hierfür die groben Rahmenbedingungen zu schaffen, ist

Aufgabe der Politik: Neben den richtungsweisenden europäischen

Beschlüssen von Lissabon, dem Bologna- sowie

Brügge-Kopenhagen-Prozess wurde auch in die derzeitigen

Koalitionsvereinbarung aufgenommen, das Prinzip des lebenslangen

Lernens in künftigen Bildungsprogrammen festzuhalten

und Weiterbildung zur 4. Säule des Bildungssystems

zu machen.

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Oberstes Ziel für die EU ist dabei die Schaffung eines europäischen

Bildungsraumes, der allen Bürgern und Bürgerinnen

Europas ungehinderte grenzüberschreitende Mobilität in der

Aus- und Weiterbildung und bei der Aufnahme eines Berufes

erlaubt und darüber hinaus eine möglichst große Transparenz

über die erworbenen Qualifi kationen herstellt. Bildungsabschlüsse

sollen wie eine Währung in allen EU-Mitgliedstaaten

universell einsetzbar sein.

Die bildungspolischen Ziele des Bundesministeriums für Wirtschaft

und Technologie (BMWi), als Verordnungsgeber für 90

% aller staatlich anerkannter Ausbildungsberufe, richten sich

nach dem Leitmotiv „Anschluss statt Abschluss“.

Unterstützung der Gleichwertigkeit

durch Maßnahmen außerhalb des Berufsbildungssystems

zur Zukunftssicherung und Attraktivitätssteigerung der berufl

ichen Bildung für Auszubildende wie Ausbildungsbetriebe

– insbesondere aus dem Mittelstand durch

1. bundesweit vereinheitlichten, erleichterten fachgebundenen

Hochschulzugang für Absolventen des dualen

Systems ohne Hochschulzugangsberechtigung (z. B. für

Absolventen der Meisterprüfung) zur Vermeidung von

Sackgassen

2. Stärkung paralleler dualer und fachhochschulischer Ausbildungsgänge

mit Doppelqualifi zierung

3. Entwicklung von Leistungspunkte- und Hochschulanrechnungssystemen

gemeinsam mit den Hochschulen

zur Anrechnung berufl icher Kompetenzen und Abschlüsse

auf die einschlägigen akademischen Bildungsgänge

4. ausbildungs- und berufsschulbegleitende Möglichkeit des

Erwerbs der Fachhochschulreife in allen Bundesländern

Unterstützung des Prozesses lebenslangen Lernens

Die Möglichkeit des lebenslangen Lernens hängt auch von

der Durchlässigkeit der Systeme ab, die allerdings noch einige

Barrieren aufweisen:

• So existieren voneinander isolierte Bildungsangebote im

berufl ichen und hochschulischen Bereich.

• Kompetenzerwerb ist gebunden an verbindliche Inhalte,

zu absolvierende Bildungsgänge oder zu erwerbende Abschlüsse.

Als generelle Lösungsansätze sind hier zu nennen:

• Flexiblere Verzahnung zwischen berufl ichem und hochschulischem

Bildungsbereich,

• aber auch innerhalb der berufl ichen Aus- und Weiterbildung.

• Flexible Ansätze in der Bildung dürfen nicht am Festhalten

an formalen Kriterien in der Praxis scheitern.

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