Herausforderung Demographischer Wandel - Kuratorium der ...

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Herausforderung Demographischer Wandel - Kuratorium der ...

Dieter Kroll

Mitglied des Vorstands – ThyssenKrupp Steel AG

Innovation und Qualität aus Verantwortung für die Zukunft

Eine gute Berufsausbildung – sowohl theoretisch als auch

praktisch – ist die wichtigste Voraussetzung für berufl ichen

Erfolg. Wichtig sind aber auch Leistungsbereitschaft und Willenskraft,

Teamfähigkeit und Ausdauer – und die Förderung

durch ein leistungsstarkes Unternehmen.

Nach den Ergebnissen einer Studie von SAP und der Zeitschrift

„The Economist“ gibt es fünf Punkte die Unternehmen

in den nächsten Jahren vorantreiben würden:

1. Die Konsolidierungsprozesse werden sich fortsetzen.

2. Die Unternehmen müssen schneller und beweglicher werden.

3. Innovationen werden entscheiden, sowohl bei Technologien

und Produkten als auch bei Geschäftsabläufen.

4. Technologie wird entscheidend auf einem wettbewerbsorientierten

Markt sein.

5. Es wird ein massiver Krieg um Talente oder wie es „neudeutsch“

heißt „war of talents“ ausbrechen.

Les Hayman, SAP-Chef, nennt diese Punkte allesamt Personal-Themen.

Er behauptet, Technologie effektiv einzusetzen,

habe mehr mit dem Personaleinsatz zu tun, mit der Art, wie

Leute ausgebildet und weitergebildet sowie geführt werden,

als mit Technologie selbst. Das zeigt, dass Personalarbeit und

hier vor allem Ausbildung zukunftsentscheidend sind. Bemerkenswert

an dieser Studie ist außerdem, dass die Ergebnisse

eindeutig sind, obwohl weltweit und branchenübergreifend

Personal-Chefs befragt wurden. Diese Ergebnisse gelten eins

zu eins für die Stahlbranche.

Die Entwicklung der Stahlbranche

Die Konsolidierung – und vor allem die Fusion von Arcelor

und Mittal hat in diesem Jahr für Schlagzeilen gesorgt. Der

neue Konzern Arcelor-Mittal hat eine Jahresproduktion von

120 Mio. Tonnen Rohstahl und somit einen Weltmarktanteil

von zehn Prozent. Jedoch kommen die fünf größten Stahlkonzerne

der Welt zusammen aktuell auf einen Marktanteil von

gerade einmal 20 Prozent. Vergleicht man die Stahlindustrie

z. B. mit der Automobilbranche so erreichen die Top 5 dort einen

Marktanteil von 66 Prozent und in der Erzbranche erreicht

das Spitzentrio sogar 70 Prozent Weltmarktanteil. Trotz alle

dem setzt sich die Konzentration in der Stahlbranche fort und

auch ThyssenKrupp Steel muss auf Wachstum setzen.

Der Bau des Stahlwerkes in Brasilien ist ein Aspekt unserer

Wachstumsstrategie. Außerdem werden wir die Verarbeitungs-

und Veredelungsstufen an unseren deutschen Standorten ausbauen

und intensiv eine Naftastrategie erarbeitet, so dass wir

unsere Marktsituation in Nordamerika weiter stärken werden.

Die in Brasilien produzierten 5 Mio. Jahrestonnen Stahl werden

größtenteils in der NAFTA Region vermarktet, aber auch 2,1

Mio Jahrestonnen werden in Deutschland weiterverarbeitet

und in Europa verkauft. Dafür werden am Standort Duisburg

die Weiterverarbeitungskapazitäten wie Warmbandwerk und

Feuerverzinkungsanlage ausgebaut und wir investieren auch

in Nordamerika. Brasilien und Nordamerika sind Bestandteile

unserer Wachstumsstrategie, damit ThyssenKrupp Steel auch

weiterhin einer der wichtigsten Arbeitgeber im Ruhrgebiet bleibt.

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Aktuell ist die Stahlbranche weiterhin durch Erfolg geprägt

und wir profi tieren von der weltweiten Stahlnachfrage und

dem Stahlhunger Chinas. Das überaus erfolgreiche letzte

Geschäftsjahr zeigt diesen positiven Trend. Eine Wachstumsstrategie

wäre jedoch unsinnig ohne gleichzeitig die

Technologieführerschaft auszubauen und damit Innovationen

zu fördern. Nur mit Qualität können wir uns auf dem Weltmarkt

behaupten. „Ein Land wie Deutschland, das arm an Rohstoffen

ist, braucht Innovationen, um weiter zu wachsen.“ (Dr.

Ekkehard Schulz, Vorstandsvorsitzender)

Unsere Unternehmensstrategie ist deshalb, neben Effi zienzsteigerung

und profi tablem Wachstum, ganz klar die Technologieführerschaft.

Aber wie erreichen wir dieses Ziel? Was

müssen wir als Unternehmen tun? Sicherlich ist es der richtige

Weg, das Budget für Forschung und Entwicklung zu erhöhen,

um gezielte technologische Neuerungen zu schaffen. Das ist

aber nur die eine Seite der Medaille.

Den Nachwuchs für Technik begeistern

Ein weiterer Aspekt sind natürlich unsere Mitarbeiter. Ihre

Arbeit und ihr Know-how leisten einen wichtigen Beitrag zur

Weiterentwicklung unseres Unternehmens, so ja auch das Ergebnis

der geschilderten Studie. Deshalb müssen wir unseren

Nachwuchs bereits in jungen Jahren fordern und fördern, um

eine gute und stabile Grundlage für Ideen und Innovationen zu

schaffen. Gerade in der heutigen Medienwelt, in denen Soaps

und Fernsehserien erfolgreiche Menschen vornehmlich als

Rechtsanwälte, Ärzte und als Vertreter der schillernden Welt

der Werbung darstellen und gerade nicht in technikorientierten

Berufen. Vielen jungen Leuten ist die Vielzahl der angebotenen

Ausbildungsberufe noch nicht mal bekannt.

Schon Grundschüler haben Handy, MP 3-Player, iPOD oder

sonst ein High Tech-Produkt, aber wirkliche Technikbegeisterung

und vor allem das Wissen, wie Technik funktioniert, fehlt

meistens. Das ist für einen Technologiekonzern besonders

bitter, denn die technikinteressierten Schülerinnen und Schüler

von heute sind die ideenreichen Mitarbeiter von morgen.

Um gerade die jungen Menschen für Technik zu begeistern,

haben die ThyssenKrupp Steel AG und der ThyssenKrupp

Konzern viele Initiativen und Aktionen gestartet. Im Folgenden

wird auf einige Beispiele eingegangen:

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