Chor im Gespräch FOLGE 45
Chor im Gespräch (c) Walter Dohr - alle Rechte vorbehalten; Vervielfältigung oder auszugsweise Wiedergabe nur nach Autorisierung des Autors gestattet
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1 CHOR IM GESPRÄCH<br />
CHOR IM GESPRÄCH<br />
Kinder- und Jugendchor Theater Bonn (Foto: privat)<br />
<strong>45</strong>. Folge (2024)
2 CHOR IM GESPRÄCH<br />
VORWORT<br />
Diese Betrachtung soll ein Bekenntnis zum hiesigen<br />
<strong>Chor</strong>gesang sein, der nicht nur die Menschen <strong>im</strong>mer<br />
wieder erfreut, sondern auch ein Stück gelebte He<strong>im</strong>at<br />
ist. Das zeigt nicht nur die Tradition der Chöre<br />
und <strong>Chor</strong>gemeinschaften, sondern auch die vielfältigen<br />
Aktivitäten, die sich zwangsläufig aus dem <strong>Chor</strong>und<br />
Vereinsleben ergeben. Das gilt für die zahlreichen<br />
Auftritte, Konzerte und anderweitigen Veranstaltungen.<br />
Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass das Singen<br />
auch den Sängerinnen und Sängern viel Spaß bereitet.<br />
Dass das Singen zudem eine gesellige und soziale<br />
Komponente hat, müsste eigentlich allen Menschen<br />
bekannt sein! Darum liegt es eigentlich auf der Hand,<br />
dass man sich für dieses Metier wirklich interessieren<br />
sollte. Das ganze Umfeld soll deshalb einmal intensiv<br />
betrachtet und auch denen nähergebracht werden,<br />
die sich eigentlich dessen nicht so bewusst sind. Außer-dem<br />
hat es für den Verfasser den weiteren Grund,<br />
dass sich damit für ihn ein stiller Wunsch erfüllt. Es<br />
ist für ihn interessant, das vielfältige Geschehen zu<br />
erleben und zu dokumentieren. Nicht nur der hiesige<br />
<strong>Chor</strong>gesang erlebt eine Zeit, in der die Sängerinnen<br />
und Sänger nachhaltig beweisen können und müssen,<br />
was ihnen das musikalische Erbe wert ist, das es zu<br />
bewahren gilt. Wir sollten uns nicht nur bei Jubiläumsfeiern<br />
daran erinnern. Doch ist leichter gesagt als<br />
getan. Denn es verlangt einen ausgeprägten Gemeinsinn<br />
und die überzeugte Freude am Singen!<br />
Walter Dohr<br />
INHALTSVERZEICHNIS<br />
03 Nicht nur ein Blickfang<br />
04 Intensives <strong>Chor</strong>-Coaching<br />
05 Meisterlicher <strong>Chor</strong> <strong>im</strong> Rampenlicht<br />
07 Singen mit Anspruch<br />
08 Stabat mater zum <strong>Chor</strong>jubiläum<br />
11 Singen muss klingen<br />
13 Was das Herz begehrt<br />
16 Sternstunde am Rhein<br />
21 Klangfeines Ensemble<br />
22 <strong>Chor</strong>jubiläum in Oberkassel<br />
23 Geschätzter Dirigent<br />
24<br />
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26<br />
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38<br />
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40<br />
41<br />
*<br />
Musik ist ein Wert für sich,<br />
den kann man durch nichts aufwiegen.<br />
Auch wenn man sie nicht versteht,<br />
wird man doch durch sie berührt.<br />
Paavo Järvi<br />
*<br />
Wer dem Volke sein Lied wiedergibt,<br />
gibt ihm seine Seele wieder.<br />
Peter Rosegger<br />
*<br />
IMPRESSUM<br />
Autor und Herausgeber: Walter Dohr<br />
Assistenz: Josef Göbel und Udo Füsser<br />
Webmaster: Erik Breidenbach<br />
Redaktion: walterdohr@musik-kompendium.de
3 CHOR IM GESPRÄCH<br />
NICHT NUR BLICKFANG<br />
Fotos: privat<br />
Angela Recino, zweite Vorsitzende und Pressereferentin<br />
der <strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“ Siegburg, gehen<br />
die kreativen und gezielten Werbeideen einfach<br />
nicht aus! Ein weiteres Beispiel dafür sind die sogenannten<br />
Rollups (Foto), die zwei Meter bemessen und<br />
in einer Kassette untergebracht sind. Durch Ausrollen<br />
werden kommen die Poster wie durch Zauberhand<br />
zum Vorschein, ehe sie auf Ständer aufgehängt werden.<br />
Für Recino ist das nicht nur ein Blickfang und ein<br />
Wegweiser bei allen öffentlichen Aktivitäten der<br />
„Swingphonie“, sondern auch ein Werbeträger für den<br />
<strong>im</strong> Jahre 2015 gegründeten und von Musikdirektor<br />
Stefan Wurm dirigierten <strong>Chor</strong>es sein. So wie <strong>im</strong> Jahre<br />
2023 be<strong>im</strong> unvergesslichen Dinnerkonzert in der<br />
Godesburg. Auf der Godesburg sollten die Gäste magisch<br />
angezogen werden. Solche Werbemaßnahmen<br />
sollten nicht unterschätzt werden, da sie die Präsenz<br />
fördern!
4 CHOR IM GESPRÄCH<br />
INTENSIVES COACHING<br />
e.V.“ gestiftet. Wegen der Corona-Situation trat man<br />
nicht in voller Besetzung auf. In der Zwischenzeit be-<br />
Company“ Dachau.und angehende zertifizierte Barbershop-Coachin<br />
des deutschen Barbershop-Dach-<br />
Foto: privat<br />
Der von Bettina Vogel dirigierte Bonner Barbershop-<br />
<strong>Chor</strong> „Rhubarbs“ beteiligten sich <strong>im</strong> Jahre an einem<br />
Benefizkonzert in der Bonner Lutherkirche, das mit<br />
„Christmas United“ überschrieben war. Die Spenden<br />
wurde für „Bonn Lighthouse-Verein für Hospizarbeit<br />
suchte die Mareike Meise die engagierten Sängerinnen<br />
und Sänger bei einer <strong>Chor</strong>probe, um mit ihnen<br />
intensiv an einem der <strong>Chor</strong>stücke zu arbeiten. Sie<br />
kennt den Barbershop-Gesang aus dem Eff-Eff und ist<br />
Mitglied und Vocal Teacher des preisgekrönten Barbershop-<strong>Chor</strong>es<br />
„Harmunichs“ sowie Gründerin und<br />
Leiterin des renommierten <strong>Chor</strong>es „A Cappella<br />
verbandes BinG! Mit ihr erlebten die motivierten Bonner<br />
Singst<strong>im</strong>men ein instruktives St<strong>im</strong>mtraining, wobei<br />
Dynamik, Artikulation, Atmung und Vokalbehandlung<br />
in den Fokus gerieten. Dafür hatte man sich den<br />
Christmas Song „Everydody is waiting for the man<br />
with the bag“ ausgesucht. Im Jahre 2023 beteiligte<br />
man sich am Barbershop-Festival in Dortmund.
5 CHOR IM GESPRÄCH<br />
MEISTERLICHER CHOR
6 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Der preisgekrönte „Bonner Jazzchor“ hatte <strong>im</strong> Jahre<br />
2022 den Landeschorwettbewerb NRW in der Kategorie<br />
„Populäre Chöre“ mit der höchsten Bewertung bestritten<br />
und sich damit für den Deutschen <strong>Chor</strong>wettbewerb<br />
2023 in Hannover qualifiziert. Auf diesen<br />
Wettbewerb hatte man sich <strong>im</strong> Vorfeld unter der<br />
künstlerischen Leitung von Andrea Figallo intensiv<br />
vorbereitet und erreichte dort einen beachtlichen<br />
vierten Platz. Die Juroren bewerteten die bravouröse<br />
A Cappella-Performance mit 23,3 von 25 möglichen<br />
Punkten und der Gesamtbeurteilung „hervorragend“,<br />
worauf der „Bonner Jazzchor“ zurecht stolz sein kann!<br />
Als ausgesuchte Wettbewerbsstücke präsentierten<br />
die motivierten und inspirierten Sängerinnen und<br />
Sänger die Popsongs „Whisper not“ (arr.: Darmon<br />
Meader), „Leave the door open“ (arr.: Britt Quentin),<br />
„Madalena“ (arr.: Britt Quentin) und das Volkslied „Es<br />
waren zwei Königskinder (arr.: Anders Edenroth)- Außer<br />
erhielt man in Hannover auch einen Sonderpreis<br />
für das beste Programm. Seit mehr als 25 Jahren begeistert<br />
der „Bonner Jazzchor“ mit seinem unverwechselbaren<br />
Sound das Publikum weit und breit! Die<br />
höchst ambitionierten 50 Singst<strong>im</strong>men tun das <strong>im</strong>mer<br />
wieder mit ausgeklügelten und ausgetüftelten Jazzund<br />
Swing-Standards, Singer-Songwriter-Balladen,<br />
groovigem Funk und mit vortrefflichen und andersartigen<br />
Arrangements deutscher Volksmusik sowie <strong>im</strong>mer<br />
neuen musikalischen Überraschungen. Das alles<br />
macht das hochkarätige und exper<strong>im</strong>entierfreudige<br />
Jazzensemble zu einem echten Publikumsliebling weit<br />
über die rheinische He<strong>im</strong>at hinaus! Inzwischen kann<br />
man auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge<br />
verweisen sowie auf regelmäßige Auftritte und<br />
Konzerte in der Region und über die Grenzen des<br />
Rheinlands hinaus. Zu den unvergesslichen Highlights<br />
der verblüffenden Erfolgsgeschichte zählen der 2.<br />
Platz be<strong>im</strong> international renommierten „Aarhus Vocal<br />
Festival“ <strong>im</strong> Jahre 2011, der 3. Preis be<strong>im</strong> Deutschen<br />
<strong>Chor</strong>wettbewerb <strong>im</strong> Jahre 2010 sowie der 2. Preis<br />
be<strong>im</strong> Deutschen <strong>Chor</strong>wettbewerb <strong>im</strong> Jahre 2014. Seit<br />
dem Jahre 2020 leitet Andrea Figallo den „Bonner<br />
Jazzchor“. Figallo ist mehrfacher Grammy- und Caranominierter<br />
Sänger, Produzent, Arrangeur, <strong>Chor</strong>leiter,<br />
Coach und Juror auf der internationalen Bühne.<br />
Als erster europäischer <strong>Chor</strong> erhielt man den renommierten<br />
Preis als Runner Up mit einem beachtlichen<br />
2. Platz in der Kategorie "Best Folk/World Song".
7 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SINGEN MIT ANSPRUCH<br />
Foto: privat<br />
Das Vokalensemble des „Collegium musicum Bonn“<br />
gründete sich 2017 aus dem <strong>Chor</strong> des Collegium musicum<br />
Bonn und ist seit dem Sommersemester 2019<br />
ein eigenständiges Ensemble <strong>im</strong> “Forum Musik” der<br />
Universität Bonn. Während sich das „Collegium musicum<br />
Bonn“ pr<strong>im</strong>är oratorischen Werken, Messen und<br />
Messen und Kantaten verschrieben hat, präsentiert<br />
das Vokalensemble unter der künstlerischen Leitung<br />
von Ansgar E<strong>im</strong>ann anspruchsvolle geistliche A-Cappella-<strong>Chor</strong>werke<br />
Werke aus der Renaissance, dem<br />
Barock und aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Im<br />
Jahre 2019 unternahmen die ambitionierten Sängerinnen<br />
und Sänger eine Konzertreise nach Luxemburg.<br />
Das Konzert <strong>im</strong> Jahre 2021 stand unter dem<br />
Motto “Näher, mein Gott, zu dir”. Dabei brachte man<br />
Werke von Jaakoo Mäntyjärvi, Olivier Messiaen und<br />
Alfred Schnittke zu Gehör. Ein Jahr später wartete<br />
man dann mit “Cantus missae” von Joseph Gabriel<br />
Rheinberger sowie doppelchörigen Motetten von Felix<br />
Mendelssohn-Bartholdy auf, ehe man sich Messe in e-<br />
Moll von Anton Bruckner widmete. Ansgar E<strong>im</strong>ann<br />
studierte an der Kölner Musikhochschule <strong>Chor</strong>leitung<br />
bei Marcus Creed sowie Schulmusik (Hauptfach Klavier)<br />
bei Arbo Valdma. Darüber hinaus absolvierte er<br />
Gesangsstudien bei Lia Montoya-Palmen und Reinhard<br />
Becker und war Leiter des Studentenchores der<br />
Universität Jena, ehe er Chöre <strong>im</strong> Rheinland dirigierte.<br />
Die <strong>Chor</strong>musik vertiefte er als Mitglied <strong>im</strong><br />
Kammerchor Stuttgart, in der Gächinger Kantorei,<br />
b<strong>im</strong> <strong>Chor</strong>Werk Ruhr, in der Rheinischen Kantorei, bei<br />
der Nederlandse Bachvereniging und be<strong>im</strong> Klangforum<br />
Heidelberg. Außerdem singt E<strong>im</strong>ann als Gast <strong>im</strong><br />
SWR-Vokalensemble Stuttgart. Als Gründungsmitglied<br />
der Kölner Vokalsolisten und in Projekten widmet<br />
er sich der neuen <strong>Chor</strong>musik. Für den Deutschen<br />
Musikrat konzipierte und organisierte er das Rahmenprogramm<br />
für den Deutschen <strong>Chor</strong>wettbewerb 2010<br />
und den Deutschen Orchesterwettbewerb 2012.<br />
2013/2014 war er Lehrbeauftragter für Tonsatzlehre<br />
am Institut für Sprach-, Medien- und Musikwissenschaft<br />
der Universität Bonn und ist Kantor und Organist<br />
an der Namen-Jesu-Kirche in Bonn.
8 CHOR IM GESPRÄCH<br />
STABAT MATER
9 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Der „<strong>Chor</strong> des Collegium musicum Bonn“ besteht aus<br />
mehr als 100 ambitionierten Sängerinnen und Sängern,<br />
wozu vor allem Studenten, aber auch viele Ehemalige,<br />
Dozenten und Externe zählen. Die Leitung des<br />
<strong>Chor</strong>es liegt seit Beginn des Sommersemesters 2014<br />
in den bewährten Händen des Bonner Kirchenmusikers<br />
Ansgar E<strong>im</strong>ann, der bei seiner zielstrebigen <strong>Chor</strong>arbeit<br />
von einem Korrepetitor unterstützt wird. Der<br />
musikalische Schwerpunkt liegt auf oratorischen Werken,<br />
die in der Regel in Zusammenarbeit mit dem<br />
„Sinfonieorchester des Collegium musicum Bonn“<br />
oder dem „Akademischen Orchester Bonn“ einstudiert<br />
und unter Mitwirkung von professionellen Gesangssolisten<br />
aufgeführt werden. In den letzten Semestern<br />
standen Anton Bruckners Messe in e-moll, Felix Mendelssohn-Bartholdys<br />
„Walpurgisnacht“, Giuseppe<br />
Verdis Requiem, Gustav Mahlers 2. Sinfonie (in Kooperation<br />
mit dem <strong>Chor</strong> und Orchester der Universität<br />
Köln), Mozarts Requiem und Rossinis „Petite Messe<br />
solennelle“ auf dem Programm. In jüngerer Vergangenheit<br />
wurden zudem Brahms „Deutsches Requiem“<br />
und Schuberts Messe in Es-Dur gemeinsam mit dem<br />
„Orchester des Collegium musicum Bonn“ zu Gehör<br />
gebracht. Im Wintersemester 2022 führte man außerdem<br />
das Weihnachtsoratorium (Teil 1-3) von Joh. S.<br />
Bach in Kooperation zusammen mit dem Kölner Universitätschor<br />
auf. Bisweilen werden auch A-cappella-<br />
Programme gesungen, wie bei der Konzertreise zum<br />
„Prague <strong>Chor</strong>al Summer Meeting“ <strong>im</strong> August 2016.<br />
Nach Beginn eines Semesters findet ein Probenwochenende<br />
statt, das sowohl dem Intensivieren der<br />
Fotos: privat<br />
Stücke dient als auch zum besseren Kennenlernen<br />
untereinander genutzt wird. Im Verlauf des Semesters<br />
folgt ein zweites Probenwochenende in Bonn, worauf<br />
normalerweise Abschlusskonzerte folgen. Zum<br />
70-jährigen <strong>Chor</strong>jubiläum führte man <strong>im</strong> Jahre 2023<br />
in der Aula der Bonner Universität als Doppelkonzert<br />
das „Stabat mater“ für <strong>Chor</strong>, Soli und Klavier auf, bei<br />
dem renommierten Solost<strong>im</strong>men Theresa Klose (Sopran),<br />
Irina Makarova (Alt), Leonhard Reso /Tenor)<br />
und Christoph Scheeben Bass) mitwirkten.
10 CHOR IM GESPRÄCH
11 CHOR IM GESPRÄCH<br />
SINGEN MUSS KLINGEN<br />
genauer gesagt das Ausatmen – ist der Ursprung eines<br />
jeden Tons. Damit die Tone zu hören sind, werden<br />
individuelle Angelegenheit. St<strong>im</strong>men haben nicht nur<br />
einen individuellen Klang, sie sind auch unterschiedlich<br />
hoch oder tief. Darüber entscheidet die Anatomie<br />
des Kehlkopfes und der St<strong>im</strong>mlippen. Auch wenn jeder<br />
Mensch ein unverwechselbares T<strong>im</strong>bre hat, klingt<br />
Fotos: privat<br />
Die menschliche St<strong>im</strong>me benutzen wir, ohne über sie<br />
nachzudenken. Sie ist ein Instrument, dem unglaublich<br />
viele Töne und Klänge entlockt werden können.<br />
Mit ihr können wir schreien oder flüstern, jubeln oder<br />
weinen – und wir können mit ihr singen. Zugleich ist<br />
die St<strong>im</strong>me Ausdruck und Spiegelbild unserer Seele.<br />
Die St<strong>im</strong>me ist kein Organ des Menschen, sie existiert<br />
nicht physisch. Erst wenn wir Töne erzeugen, erklingt<br />
sie. Dabei müssen verschiedene Muskeln und Körperteile<br />
des Menschen zusammenspielen. Das Atmen –<br />
sie <strong>im</strong> menschlichen Körper verstärkt. Diese Funktion<br />
erfüllen die Resonanzräume unseres Kopfes sowie die<br />
in der Mund- und Nasenhöhle und <strong>im</strong> Rachen. Die Resonanzräume<br />
verstärken aber nicht nur die Töne, sie<br />
geben ihnen auch ihren individuellen Klang. Die<br />
Klangfarbe als unverwechselbares T<strong>im</strong>bre der<br />
menschlichen St<strong>im</strong>me bildet sich auch durch die Anatomie<br />
der Resonanzräume. Selbst die Zahnstellung,<br />
Zungengröße und Lippenform spielen bei der Klangfarbe<br />
eine Rolle. Auch wenn zwei St<strong>im</strong>men die gleichen<br />
Töne singen: Der Klang ist und bleibt eine<br />
die St<strong>im</strong>me nicht <strong>im</strong>mer gleich. Man kann daran erkennen,<br />
ob Menschen traurig, depressiv, wütend, beleidigt<br />
oder euphorisch sind. Je nach Gemütszustand<br />
benutzen die Menschen ihren St<strong>im</strong>mapparat ganz unterschiedlich.<br />
Was für das Sprechen gilt, gilt auch für<br />
das Singen. Be<strong>im</strong> Singen werden die Töne länger gehalten<br />
und die Vokale mehr gedehnt. Eine besondere<br />
Bedeutung nehmen hierbei das Atmen ein. Die richtige<br />
Atemtechnik erlaubt die Steuerung des Atemdrucks<br />
und schafft den Raum <strong>im</strong> Körper, in dem die<br />
St<strong>im</strong>me Volumen und Klang entfalten kann.
12 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Lungen verteilen, der Brustkorb bleibt entspannt. Die<br />
Atemtechnik ist wichtig für zum Stützen der St<strong>im</strong>me.<br />
Be<strong>im</strong> trainierten Sänger führt das Atmen in den Bauch<br />
zu einer Stärkung der Rückenmuskulatur bis in die<br />
Schultern und den Nacken. Diese Körperhaltung wirkt<br />
Atmet man in den Brustkorb ein, füllt sich nur der<br />
obere Bereich der Lungenflügel und bläht den Brustkorb<br />
damit auf. Der untere Teil der Lunge ist wie abgeschnürt<br />
und bleibt ungenutzt. Versucht man so einen<br />
Ton hervorzubringen, klingt dieser verspannt und<br />
gepresst. Das Gehe<strong>im</strong>nis der richtigen Atemtechnik<br />
eines Sängers liegt <strong>im</strong> Bauch – genauer gesagt be<strong>im</strong><br />
Zwerchfell. Atmet man in den Bauch, zieht die Bauchmuskulatur<br />
das Zwerchfell nach unten. Das Zwerchfell<br />
– als Bindeglied zwischen Lunge und Bauchraum<br />
– zieht wiederum die Lungenflügel nach unten. So<br />
kann sich die einströmende Luft gleichmäßig in den<br />
auch auf den Kehlkopf und damit auf die St<strong>im</strong>mlippen.<br />
So wird die St<strong>im</strong>me kontrolliert. Beherrscht der<br />
Sänger diese Atemtechnik, wird sein Körper zu einem<br />
großen Klangraum, wie der Körper eines Instruments.<br />
Es kommt zu einer Umwandlung der St<strong>im</strong>menergie<br />
des Atems in Klangenergie. Dieses Phänomen worüber<br />
Cordula Weinzierl berichtet, kann man demonstrieren.<br />
Hält man sich be<strong>im</strong> Singen eine Kerze<br />
vor den Mund, darf diese nicht flackern.
13 CHOR IM GESPRÄCH<br />
WAS DAS HERZ BEGEHRT
14 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
Im Jahre 1995 ist der inzwischen preisgekrönte und<br />
ambitionierte „Jazzchor der Universität Bonn“ ins Leben<br />
gerufen worden und hat schon vielen Menschen<br />
wunderschöne Stunden beschert! Die Auftrittskleidung<br />
der sehr singfreudigen und engagierten Sängerinnen<br />
und Sänger ist mittlerweile an den Unifarben<br />
blau, grau und gold ausgerichtet. Der <strong>Chor</strong> selbst bietet<br />
den Studierenden und anderen Musikbegeisterten<br />
die Möglichkeit, gemeinsam die Freude am Singen zu<br />
erleben und die Vielfalt der Harmonien miteinander zu<br />
teilen. Dem ausgezeichneten <strong>Chor</strong>leiter Jan-Hendrik<br />
geht es darum, die individuellen musikalischen Talente<br />
zu fördern sowie Kontakte und Freundschaften<br />
zwischen den jungen jazzbegeisterten Singst<strong>im</strong>men<br />
zu knüpfen. Der Austausch und die Umsetzung eigener<br />
Projekte wie auch mit anderen Chören und Ensembles<br />
ist dem hochgeschätzten Dirigenten deshalb<br />
ein originäres Anliegen. Unterstützt wird der Jazzchor<br />
dabei seit dem Jahre 2016 vom Forum Musik der Universität<br />
Bonn. Man rekrutiert sich aus <strong>Chor</strong>mitgliedern<br />
zwischen 18 und 35 Jahren. Man singt in mehreren<br />
St<strong>im</strong>mgruppen auch gerne komplexere Harmonien.<br />
Prägend für den vorbildlichen <strong>Chor</strong>klang und die<br />
zielführende <strong>Chor</strong>arbeit ist Jan-Hendrik Herrmann,<br />
der seit dem Jahre 2012 die musikalischen Geschicke<br />
des <strong>Chor</strong>es best<strong>im</strong>mt. Er tut das nicht nur Feingefühl,<br />
Detailverliebtheit und einem exzellenten Gehör, sondern<br />
<strong>im</strong>mer wieder mit eigenen Arrangements. Er<br />
sorgt auch dafür, dass nicht nur Jazz-Stücke zum Repertoire<br />
gehören. Aus vielen musikalischen Genres<br />
singt man a cappella oder mit instrumentaler Begleitung,<br />
was das Herz begehrt und gefällt. Das geschieht<br />
zuweilen mit noch mehr Unterst<strong>im</strong>men und von <strong>Chor</strong>mitgliedern<br />
oder vom <strong>Chor</strong>leiter arrangiert. Ensembles,<br />
die sich während der Semester bilden. sind<br />
ebenfalls Tradition. Sie bieten jedem, der möchte die<br />
Möglichkeit, außer dem Repertoire und selbstständig<br />
neue Stücke zu singen. Die drei Semesterabschlusskonzerte,<br />
mit denen man die Ergebnisse der <strong>Chor</strong>arbeit<br />
präsentiert, sind fester Bestandteil des Terminkalenders.<br />
Im Laufe des Semesters ergeben sich weitere<br />
Auftritte; sei es als musikalische Unterstützung<br />
bei universitären Anlässen oder <strong>im</strong> Rahmen privater<br />
oder öffentlicher Feiern und Vokalfestivals. Außerdem<br />
sucht man die Herausforderungen bei exponierten
15 CHOR IM GESPRÄCH<br />
nationalen und internationalen <strong>Chor</strong>wettbewerben.<br />
So bei der WDR-Fernsehshow „Der Beste <strong>Chor</strong> <strong>im</strong><br />
Westen“, bei der man <strong>im</strong> Jahre 2017 den 2. Platz und<br />
in der Kölner Philharmonie auftrat. Be<strong>im</strong> 10. Deutschen<br />
<strong>Chor</strong>wettbewerb hat man <strong>im</strong> Jahre 2018 den 1.<br />
Preis in der Kategorie „Populäre <strong>Chor</strong>musik – a cappella“<br />
gewonnen. Auch be<strong>im</strong> hochkarätigem internationalen<br />
„Aarhus Vocal Festiva“ <strong>im</strong> Jahre 2019 in<br />
Dänemark belegte man den 1. Platz. Der Jazzchor hat<br />
mit einer eigenen CD-Produktion musikalisches Neuland<br />
betreten. Während der schl<strong>im</strong>men Corona-Pandemie<br />
rückten Projekte in Form von YouTube-Videos<br />
und Teilnahmen an Web-Festivals in den Vordergrund.<br />
Mit anderen Worten: Man bleibt offen für alles,<br />
was kommt, wobei der Fokus <strong>im</strong>mer auf den Spaß an<br />
der Musik und den differenzierten <strong>Chor</strong>klang ausge-<br />
richtet ist. Im Jahre 2022 folgte dann die Veröffentlichung<br />
des ersten CD-Albums „Favorites“. Dieses enthält<br />
jazzige, beschwingte, poppige und besinnliche<br />
<strong>Chor</strong>stücke. Die Arrangements stammen zumeist aus<br />
der Feder von Jan-Hendrik Herrmann und verbinden<br />
innovative <strong>Chor</strong>musik mit klassischen und jazzigen<br />
Harmonien. Ein klingendes und schwingendes Exempel<br />
deutlicher Singfreude!
16 CHOR IM GESPRÄCH<br />
STERNSTUNDE AM RHEIN
17 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Eine Sternstunde am Rhein erlebten die Gäste des<br />
Dinnerkonzertes der „Swingphonie“ (<strong>Chor</strong>gemeinschaft<br />
„Germania“ Siegburg) <strong>im</strong> Jahre 2023 auf der<br />
Godesburg. Das geht eindeutig aus dem Grußwort<br />
des Vorsitzenden Hans-Josef Bargon hervor.<br />
vergessen, sich hinzulegen. Ich weiß nicht, wie es<br />
euch am Montagmorgen ergangen ist, aber zumindest<br />
bei Stefan Wurm und Angela Recino könnte ich mir<br />
das Gleiche vorstellen. Ihr wart sicher voller Adrenalin,<br />
voller Stolz aber auch Erleichterung, dass alle Planungen<br />
und Ideen umgesetzt werden konnten. Wie<br />
dem auch sei. Für das, was vor allen Dingen ihr beiden<br />
am Sonntag geleistet habt, möchte ich euch <strong>im</strong><br />
Namen aller Sängerinnen und Sänger danken und<br />
euch meine Hochachtung aussprechen. Danken<br />
möchte ich aber auch Ach<strong>im</strong> und S<strong>im</strong>one Klaus, allen<br />
Gründungsväter haben sich damals den Wahlspruch<br />
gegeben „Einigkeit und Ausdauer sind des Sängers<br />
Streben“. Diese beiden Tugenden haben die Germania<br />
geprägt und von Erfolg zu Erfolg geführt. Wenn<br />
dieser Wahlspruch heute vielleicht auch etwas antiquiert<br />
klingt, so hat mir das Dinnerkonzert gezeigt,<br />
dass sich die Swingphonie ebenfalls diesen Tugenden<br />
verpflichtet fühlt. Wir haben dieses einmalige Konzert<br />
gestemmt, weil wir mit Ausdauer über Monate geprobt<br />
haben und zweitens, weil wir uns alle in unseren<br />
Zielen einig waren: <strong>Chor</strong>leiter, Vorstand und Sängerinnen<br />
und Sänger. So ist es für mich ein schönes Gefühl<br />
zu wissen, dass die SWPH, bei deren Gründung<br />
"Ihr Lieben, der Männerchor hat vor vielen, vielen<br />
Jahren zwei Konzertreisen nach Israel und Kanada zu<br />
mit dem weltberühmten Bass Karl Ritterbusch durchgeführt.<br />
Der hat uns mal erzählt, dass er einmal nach<br />
einem Konzert morgens be<strong>im</strong> Aufwachen senkrecht<br />
<strong>im</strong> Bett gestanden hätte: Vor lauter Freude über den<br />
großen Konzerterfolg am Vorabend habe er wohl<br />
Mithelfern und nicht zuletzt euch, den Sängerinnen<br />
und Sängern der Swingphonie. Wenn ich jetzt ganz<br />
persönlich an meine lange Mitgliedschaft <strong>im</strong> <strong>Chor</strong> zurückdenke,<br />
so war dieser Auftritt von der Zuhörerzahl<br />
her nicht einer der ganz großen Konzerte, aber eines<br />
der besten. Erlaubt mir an dieser Stelle einen Ausflug<br />
in die 130-jährige Geschichte der Germania. Die<br />
vor 8 Jahren niemand wusste, in welche Richtung sie<br />
sich entwickelte und ob sie überhaupt Bestand haben<br />
würde, dass diese SWPH mittlerweile schon so weit<br />
ist, dass sie an die großen Erfolge des Männerchores<br />
anknüpfen kann.<br />
Leute, ich bin stolz auf euch!"
18 CHOR IM GESPRÄCH
19 CHOR IM GESPRÄCH
20 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos; privat
21 CHOR IM GESPRÄCH<br />
KLANGFEINES ENSEMBLE<br />
Fotos: privat<br />
Die „Kölner Vokalsolisten“ präsentieren sich in der<br />
Musikszene in der Domstadt und darüber hinaus als<br />
klangfeines und klangreines Vokalensemble, das aus<br />
jeweils drei vorzüglichen Frauen- und Männerst<strong>im</strong>men<br />
besteht. Das höchst ambitionierte Vokalsextett<br />
bevorzugt besonders die vokale Kammermusik des<br />
20. und 21. Jahrhunderts. Dabei setzt man einen für<br />
diesen Klangkörper und die Kölner Region einzigartigen<br />
Schwerpunkt. Das <strong>im</strong> Jahre 2007 anlässlich der<br />
Aufführung von Luciano Berios Komposition „Canticum<br />
noviss<strong>im</strong>i testamenti“ aus der Taufe gehobene<br />
Ensemble trat bei der damaligen „MusikTriennale<br />
Köln“ unter der künstlerischen Leitung von Marcus<br />
Creed zum allerersten Mal auf. Danach folgten <strong>im</strong>mer<br />
wieder Auftritte be<strong>im</strong> Kölner Festival „Acht Brücken“.<br />
Auch auf den renommierten Festivals „SchönesWochenende“<br />
in Düsseldorf, dem Mittelrheinfestival,<br />
dem Kölner Fest für Alte Musik oder der „Festa Paschalia“<br />
ist das Ensemble vertreten. Im Jahre 2015<br />
unternahm man die erste größere Auslandstournee<br />
zum „Eilat Chamber Music Festival“ in Israel. Dabei<br />
fand die Aufführung von Ernst Kreneks A cappella-<br />
Werk „Lamentatio Jeremiae“ viel Anerkennung. Auch<br />
die ausgesuchten und exponierten Kompositionen<br />
„Abentures“ von György Ligeti, „Passaggio“ und „Canticum“<br />
von Luciano Berio, „Messe de Nostre Dame“<br />
von Guillaume de Machaut oder „Rothko Chapel“ von<br />
Morton Feldman gehören zum erstaunlichen Repertoire.<br />
Kennzeichnend für die Arbeit der Vokalsolisten<br />
ist die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen Komponisten.<br />
Damit verbunden ist eine große Zahl an Uraufführungen.<br />
Eine kontinuierliche und fruchtbare<br />
künstlerische Zusammenarbeit verbindet das unermüdliche<br />
Vokalensembles sie mit dem Kölner Komponisten<br />
und Dirigenten Michael Ostrzyga. Seit dem<br />
Jahre 2014 präsentiert man die ausgereifte und meisterliche<br />
a cappella-Kunst in der eigenen monatlichen<br />
Konzertreihe „Kölner Vokalsolisten am Mittag“ in der<br />
Kölner Dominikanerkirche St. Andreas, in der <strong>im</strong><br />
Jahre 2017r das Jubiläumskonzert zum zehnjährigen<br />
Bestehen der Kölner Vokalsolisten statt. Mit dem Ensemble<br />
„Intercontemporain“, dem Ensemble „Musikfabrik“<br />
und dem „Ensemble Modern“ trat man mit den<br />
namhaften Dirigenten Pablo Heras-Casado, Enno<br />
Poppe, Duncan Ward und Philipp Ahmann auf.
22 CHOR IM GESPRÄCH<br />
JUBILÄUM IN OBERKASSEL<br />
Foto: privat<br />
Der „Castel-<strong>Chor</strong> Bonn-Oberkassel“ feierte <strong>im</strong> Jahre<br />
2017 sein 40-jöhriges Jubiläum, ohne zu ahnen, dass<br />
schon bald der schreckliche Corona-Virus sein Unwesen<br />
treiben würde. Die Chöre und <strong>Chor</strong>gemeinschaften<br />
an Rhein und Sieg wissen davon ein Lied zu singen<br />
und sie sind letztlich froh darüber, dass es seit dem<br />
Jahre 2022 mit dem Singen wieder weitergeht! Der<br />
he<strong>im</strong>ische <strong>Chor</strong>gesang belebt seit mehr als vier Jahrzehnten<br />
das Vereinsleben <strong>im</strong> Beueler Ortsteil Oberkassel,<br />
der historisch auf eine frühe Besiedelung zurückgeht.<br />
In diesem Zusammenhang hat man <strong>im</strong><br />
Jahre 1914 in einem Steinbruch ein Doppelgrab entdeckt,<br />
das als ältester Fund des Homo sapiens in<br />
Deutschland angesehen wird. Als „Cassela“ wurde<br />
Oberkassel <strong>im</strong> Jahre 1144 zuerst erwähnt, wobei der<br />
Name vom keltischen Wort „Cassola“ abgeleitet ist,<br />
das Sumpf bedeutet. Ebenso ist eine Ableitung des<br />
römischen „Castels“ denkbar. Der Name des <strong>Chor</strong>es<br />
selbst spielt auf die Zeit der römischen Herrschaft am<br />
Rhein an. Damals hatten die Legionen Roms <strong>im</strong> heutigen<br />
Oberkassel ein Castel errichtet. Seit dem Jahre<br />
2015 ist Elke Hoffmann <strong>Chor</strong>leiterin und Klavierbegleiterin<br />
des Castel-<strong>Chor</strong>es, nachdem Musikdirektor<br />
Stanislaw Schweez nach 30-jähriger Dirigentschaft<br />
das <strong>Chor</strong>leiteramt niederlegte. Die neue Dirigentin ist<br />
Organistin, spielt in der Kreuzbergkirche die Konzertorgel<br />
und leitet den dortigen Kirchenchor. Das Repertoire<br />
des <strong>Chor</strong>s hat sie beibehalten und <strong>im</strong> Laufe der<br />
Zeit erweitert. Immer wieder gern gehört sind Kölner<br />
Lieder, Popsongs, Schlager sowie Musical- oder Operettenmelodien.<br />
Die Jubiläumsfeier wurde <strong>im</strong> Pfarrhe<strong>im</strong><br />
in Oberkassel mit einem großen Freundschaftssingen<br />
gefeiert, wobei auch musiziert wurde. Zu den<br />
musikalischen Akteuren zählten das Tambourcorps<br />
Grün-Weiß Oberkassel, der Castel-<strong>Chor</strong>, das „Vokalensemble<br />
2gether“, die „Liküra Loreley“ sowie der<br />
MGV Geislar. Für St<strong>im</strong>mung sorgten auch die „Bottemelech‘s<br />
Jonge“, die mit lauten Paukenschlägen <strong>im</strong><br />
Frack und Zylinder ins Pfarrhe<strong>im</strong> einzogen und mit<br />
fröhlichem Gesang die Gäste erfreuten und diese sogar<br />
zum Mitsingen an<strong>im</strong>ierten.<br />
Singen bringt die Wahrheit über uns selbst zum Ausdruck.<br />
Das Gemüt kommt zu sich selber.<br />
Joach<strong>im</strong> Gauck
23 CHOR IM GESPRÄCH<br />
Fotos: privat<br />
GESCHÄTZTER DIRIGENT<br />
Es ist ein offenes Gehe<strong>im</strong>nis, dass das musikalische<br />
Wohlergehen eines <strong>Chor</strong>es in allererster Linie vom Dirigenten<br />
abhängt. Ein Musterbeispiel dafür ist der geschätzte<br />
Musikdirektor FDB Stefan Wurm! Der Gründungsdirigent<br />
des Gemischten <strong>Chor</strong>es „Swingphonie“<br />
(<strong>Chor</strong>gemeinschaft „Germania“ Siegburg) hat das<br />
be<strong>im</strong> grandiosen Dinnerkonzert der „Swingphonie“ <strong>im</strong><br />
Jahre 2023 in der Bonner Godesburg wieder einmal<br />
deutlich unter Beweis gestellt. Angela Recino sowie<br />
S<strong>im</strong>one und Ach<strong>im</strong> Klaus hatten es sich partout in den<br />
Kopf gesetzt, ein musikalisch-gesellschaftliches Feuerwerk<br />
<strong>im</strong> historisch bezaubernden Ambiente abzubrennen,<br />
was ihnen in brillanter Manier auch gelang!<br />
Stefan Wurm ließ sich, ohne zu zögern, auf das Abenteuer<br />
ein, das sich von Anfang an als Husarenritt entpuppte!<br />
Doch man wächst ja bekanntlich mit der Herausforderung.<br />
Der chorpädagogisch begnadete Dirigent,<br />
der schon viele musikalische Schlachten <strong>im</strong> Inund<br />
Ausland mit dem Männerchor „Germania“ Sieg-<br />
burg mit Bravour geschlagen hat. Er war vom ersten<br />
Augenblick auf dem Posten und tat wirklich alles, um<br />
die ambitionierten Sängerinnen und Sänger zu motivieren<br />
und in die richtigen gesanglich überzeugenden<br />
Bahnen zu lenken und klanglich auszutarieren! Er<br />
hatte dabei das unschätzbare Glück, dass aus der<br />
„Swingphonie“, die auch über wirklich beneidenswerte<br />
Solost<strong>im</strong>men verfügt, keiner murrte, als zahlreiche<br />
Sonderproben zu absolvieren waren. Dabei hat<br />
sich gewiss ein merklicher Teamgeist eingestellt, der<br />
sich schon in der Godesburg in klingende Münze ausgezahlt<br />
hat. Fazit: Der Dirigent und seine musikalischen<br />
Akteure haben alles richtig gemacht!
24 CHOR IM GESPRÄCH