Schraegstrich 1/2024
In der neuen Schraegstrich-Ausgabe dreht sich alles um die Fantasie: Was ist Fantasie? Wo begegnet sie uns im Alltag? Und wie leben wir die Fantasie kreativ aus? Das und mehr wird im Schraegstrich von den Redakteur*innen der Tagesstruktur per arte Graz diskutiert.
In der neuen Schraegstrich-Ausgabe dreht sich alles um die Fantasie: Was ist Fantasie? Wo begegnet sie uns im Alltag? Und wie leben wir die Fantasie kreativ aus? Das und mehr wird im Schraegstrich von den Redakteur*innen der Tagesstruktur per arte Graz diskutiert.
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AUSGABE NR. 1 // 2024
//SCHRÆGSTRICH
DAS MAGAZIN FÜR INTERESSIERTE
Phantasie
//DEFINITION
//ZUM THEMA
//DIES UND DAS
Phantasie
Dipl.-Ing. Franz L. Raaber
Wolken
Michael Zejdlik
Eine Fantasiegeschichte
Ananda Frei
EDITORIAL // Phantasie
Imagination
Phantasie/Fantasie [1] bezeichnet
eine kreative Fähigkeit
des Menschen. Oft ist der
Begriff mit dem Bereich des
Bildhaften verknüpft. Im engeren
Sinn als Vorstellungskraft
ist mit Phantasie vor
allem die Fähigkeit gemeint,
Vorstellungen und damit eine
„Innenwelt“/innere Bilder zu
erzeugen. Das Resultat dieser
schöpferischen Kraft, das
einzelne Vorstellungsbild,
heißt auch Phantasma. Im
heutigen Sprachgebrauch
umfasst der Begriff Phantasie
in der Regel sowohl
die Fähigkeit als auch das
Resultat des Phantasierens.
Manchmal wird der Begriff
auch abwertend gebraucht
im Sinne einer Fiktion bzw.
eines Hirngespinstes. Bei
Gemeinsamkeiten und den
Unterschieden von Phantasie
zur Kreativität ist zu
sagen, dass Kreativität,
wie Phantasie, zu einem
gewissen Grad der Realität
entzogen ist. Im Sinne
von Vorstellungskraft sind
sie miteinander verwandt,
aber Kreativität ist noch
eher mit der Realität als
die Phantasie verbunden.
Phantasie kann als die Fähigkeit
betrachtet werden, über
die objektive Welt hinaus-
zugehen. Vorstellungskraft
kann daher die Kreativi-tät
fördern, obwohl Kreativität
mehr als nur die Fähigkeit
erfordert, über die Realität
hinauszugehen. Kreativität
erfordert auch das Kriterium
der Angemessenheit oder
Nützlichkeit. [2]
Quellen
[1] Fantasie im DUDEN als
empfohlene Schreibung
[2] Mark A. Runco, Jeremy
Pina: Imagination and Personal
Creativity. Oxford University
Press, 30. April 2013, doi:10.1093/
oxfordhb/9780195395761.013.0024
(oxfordhandbooks.com [16. Jänner
2024]).
IMPRESSUM
Eigentümer/Herausgeber/Verleger:
Teilnehmer*innen der Tagesstruktur
per arte, pro mente steiermark GmbH
Stiftingtalstraße 322, 8010 Graz
Tel: +43 (0)664 88 69 13 24
E: perarte@promentesteiermark.at
Redaktion:
Dipl.-Ing. Franz L. Raaber, Michael
Zejdlik, Theresa Reichmann, Armin
Glawischnig, Ananda Frei
Layout: per arte
Bildredaktion: per arte
Trainer*innen: Michael Wehovz
Miriam Tuider
Coverbild: Dipl.-Ing. Franz L. Raaber
Bildquelle: https://www.istockphoto.com/de/fotos/fantasie
SEITE 2
//SCHRÆGSTRICH
INHALT // Phantasie
DEFINITION //
ZUM THEMA //
WISSENSWERT //
Die Fantasie/Phantasie
Dipl.-Ing. Franz L. Raaber
Stairway to heaven
Michael Zejdlik
Fantasy (Genre)
Theresa Frai
4 - 7
8 - 27
28 - 32
DIES UND DAS //
Chroniken von Narnia: Der König von Narnia
Armin Glawischnig
Eine Fantasiegeschichte
Ananda Frei
33 - 35
36 - 39
Bildquelle: Adobe Stock
SCHRÆGSTRICH // SEITE 3
DEFINITION // PHANTASIE
Die Fantasie / Phantasie
Das feminine Substantiv „Phantasie (Phan|ta|sie)“ oder die heute vom DUDEN 1 empfohlene
Schreibweise „Fantasie (Fan|ta|sie)“ stellt die Fähigkeit, Gedächtnisinhalte zu neuen Vorstellungen
zu verknüpfen bzw. sich etwas in Gedanken auszumalen, dar. Dieser aus dem
Mittelhochdeutschen stammende Ausdruck der ‘fantasīe‘ ist vielleicht mit dessen Synonymen
wie
• Anschauungskraft,
• Anschauungsvermögen,
• Einbildungskraft,
• Einbildungsvermögen
für manche Leser*innen besser oder leichter erfassbar!?
Was vor allem auch wichtig ist, ist die Tatsache, dass Phantasie/Fantasie (altgriechisch
φαντασία phantasía – „Erscheinung“, „Vorstellung“, „Traumgesicht“, „Gespenst“) eine kreative
Fähigkeit des Menschen darstellt.
Unser hier untersuchter Begriff ist oft mit dem Bereich des Bildhaften (wie mit Erinnerungsoder
Vorstellungsbildern) verknüpft. Dieser Begriff beschreibt zum einen
• eine Fähigkeit, die in der Grammatik ohne Plural verwendet wird (z.B. eine wilde, krankhafte,
reiche Fantasie; Fantasie haben; …)
und zum anderen ein
• Produkt der Fantasie und dabei wird sie als eine nicht der Wirklichkeit entsprechende
Vorstellung empfunden.
Auch wenn die Fantasie eine nicht der Wirklichkeit entsprechende ‘Empfindung‘ ist, kann
diese durchaus – bzw. möchte diese sogar als Voraussetzung – ein entscheidendes ‘Vorspiel‘
für die Realisierung einer Entität 2 in dieser/unserer Welt darstellen; so z.B. beim Planen,
Entwerfen, Entwickeln …, wo diese Art der neuronalen Flexibilität unseres Gehirns/
Cerebrums – die Fantasie – im durchaus angenommenen gewöhnlichen Regelfall zum Entwurf
neuer Ideen aller Homo sapiens erforderlich ist.
Wo ist der Raum der Fantasie?
Beim Homo sapiens wird der Raum der Fantasie im neuronalen System des Cerebrums
vermutet und angenommene. Weiters gibt es die ‘Spekulation‘, dass für die Hervorbringung
ein immaterieller Spiritus bzw. die Cognatio in den atomistischen, materiellen Substanzen
erforderlich ist/sein soll 3 !?
SEITE 4
//SCHRÆGSTRICH
DEFINITION // PHANTASIE
Somit möchte gesagt werden, dass der Geist – dessen physikalischer Sitz sich im physikalischen,
materiellen Gehirn verursachend ‘niederschlägt‘ – das physikalische Universum
durch die Schwingungen/Nervenimpulse – über die Synapsen – im Gehirn in inmaterieller
Form “ERZEUGT“!?
Sollte eine verursachende Instanz wie ein ‘Gott‘ nicht angenommen werden, lässt sich draus
schließen (bzw. MUSS daraus geschlossen werden), dass gewisse komplexe materielle
Konfigurationen prinzipiell einen Geist hervorbringen können.
Diese Annahme/Voraussetzung/Inspiration lässt viele Fragen aufkommen, die an den
Grundfragen/-lagen unserer Existenz rühren:
• „Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?“ bzw.:
• „Was war zuerst da, Geist oder Materie?“
• „Ist der Geist Materie?“
• „Was genau ist bzw. versteht man unter ‘Geist‘?“
Fragen dieser Art lassen sich ins Unendliche weiterstellen, wo man vom Hundestern ins
Tausendste kommt.
Weiters kann auch nicht – selbst durch Messungen und diverse Überprüfungen belegt –
sichergestellt werden, dass alles (was wir als nicht geistige Entitäten wahrnehmen) eine
Imagination des Geistes ist; lapidar ausgedrückt, dass die ganze Welt eine Einbildung ist.
Prof. Dr. Hans-Peter Dürr 4 (1943 – 2014) ist zu dieser Thematik ebenfalls
ein wesentlicher Beitraggeber. Der renommierte Atom- und Quantenphysiker
lässt mit seiner Gedankenwelt und Publikation 5 auch Gedanken
und die Phantasie in den Bereich der Physik eindringen. Dürr saß drei
Mal im Direktorium des Max-Planck-Instituts für Physik 6 , erhielt1987 den
Alternativen Nobelpreis und 1995 den Friedensnobelpreis.
Sein Doktorvater war Edward Teller, der Erfinder der Wasserstoffbombe.
Sie stritten ein Leben lang. Werner Heisenberg ernannte ihn zu seinem
Nachfolger am Max-Planck-Institut. Hannah Arendt ermunterte ihn, als Grenzgänger
zu wirken. Józef Rotblat holte ihn an den Tisch seiner legendären Pugwash Konferenzen,
die mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurden.
Schaubild [4]:
Hans-Peter Dürr (2007)
SCHRÆGSTRICH // SEITE 5
DEFINITION // PHANTASIE
Der Astrophysiker Hans-Peter Dürr war ein beweglicher Denker und ein Mutmacher. Er
zweifelte die Existenz von Materie an und konzentrierte sich auf Beziehungen und das Dazwischen:
Zwischen den Teilchen, aber auch zwischen Bäumen, Menschen und Weltmächten.
Ein Wissen, das nicht in die Zukunft reicht, ist kein Wissen. Er warf sein Netz um den
Globus und mischte sich ein. Dafür erhielt er den Alternativen Nobelpreis. Wie sein Testament
erscheint das Potsdamer Manifest, das den Frieden mit der Erde fordert, eine strategische
Ausrichtung am Paradigma des Lebendigen. Claus Biegert folgt dem Leben dieses
ungewöhnlichen Wissenschaftlers im Dialog mit der Amerikanerin Sue Durham, die Dürrs
Ehefrau wurde und ihm das Tanzen beibrachte.
Erstmals widmet sich der große Physiker im Dialog einem Vergleich seiner Erkenntnisse
mit den Einsichten der mystischen Traditionen in den großen Weltreligionen. Dabei zeigen
sich unglaublich verblüffende Parallelen zwischen christlich-jüdischen oder hinduistischbuddhistischen
Einsichten und den neuesten Erkenntnissen der modernen Quantenphysik.
Aufgrund seiner zahlreichen Gespräche und Begegnungen mit Vertretern der mystischen
Traditionen in Ost und West ist Hans-Peter Dürr wie kaum ein zweiter Naturwissenschaftler
dazu berufen, Grenzen zu überschreiten und scheinbar Unvereinbares zu verbinden. Die
Grenzen des Denkens verlaufen an der Oberfläche – in der Tiefe ist ALLES LEBEN EINS.
Eine außerordentlich spannende Begegnung zwischen Mystik und Physik, die neue, bisher
ungeahnte Parallelen der beiden so unterschiedlichen Welten aufzeigt.
Dipl. - Ing. Franz L. Raaber
franz.raaber@gmail.com
Quellen
[1] https://www.duden.de/rechtschreibung/Fantasie_Einbildung_Traum_Musik [19.11.2023].
[2] 1. Philosophie: Dasein im Unterschied zum Wesen eines Dinges; 2. Fachsprache: [gegebene] Größe, Einheit
[3] Diese Behauptung erfordert ein höheres/ursprüngliches/kreatives Wesen wie ‘Gott‘, bzw. so etwas wie einen Glauben an eine
kreierende höhere Entität, die angenommen oder vorausgesetzt wird.
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_D%C3%BCrr [20.11.2023].
[5] „Es gibt keine Materie!: Revolutionäre Gedanken über Physik und Mystik“ (https://www.amazon.de/gibt-keine-Materie-Hans-Peter-
Dürr/dp/3861910284/ref=pd_sbs_sccl_2_4/260-6104645-3942732?pd_rd_w=aX17m&content-id=amzn1.sym.6c0521be-6c2b-450cbb72-af8082730381&pf_rd_p=6c0521be-6c2b-450c-bb72af8082730381&pf_rd_r=SYD3DXK3C1M36HZA9FZS&pd_rd_wg=Nf2oK&pd_
rd_r=3fc07fdd-3982-42bf-9941-eb7f42fec17d&pd_rd_i=3861910284&psc=1) [20.11.2023].
[6] Als Mitglied von Pugwash International. Die „Pugwash Conferences on Science and World Affairs“ sind eine Tagungsreihe in
Pugwash, Nova Scotia, Kanada. Im Jahr 1957 organisierte und finanzierte Cyrus S. Eaton, angeregt durch das Russell-Einstein-
Manifest, die erste Pugwash Conference on Science and World Affairs.
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//SCHRÆGSTRICH
DEFINITION // PHANTASIE
Bildhinweis: Adobe Stock
SCHRÆGSTRICH // SEITE 7
ZUM THEMA // PHANTASIE
Stairway to heaven
Haben Sie sich als Kind von Zeit zu Zeit in die Wiese gelegt und all den wundersamen Dingen
am Himmel zugeschaut? Wenn nicht, dann sollten Sie jetzt damit anfangen. Wolken
sind geniale Gebilde, um die Phantasie spielen zu lassen. Sie sind der physikalische Ausdruck
dessen, in welchem Aggregatzustand sich wie viel Flüssigkeit zu einem bestimmten
Zeitpunkt an einer Stelle am Himmel befindet. Aber das spielt beim Phantasieren vorerst
eine untergeordnete Rolle. Es kann hilfreich sein, den Geist mit einer kurzen Atemübung
oder einer Achtsamkeitsübung für die phantasievolle Wolkenbeobachtung quasi freizumachen.
Am besten nehmen Sie sich viel Zeit und suchen sich irgendwo eine Wiese, auf der Sie sich
hinlegen möchten, oder eine Parkbank mit halbwegs freiem Blick auf den Himmel. Finden
Sie einen ruhigen Ort, an dem Sie sich nicht gestört fühlen.
• Setzen Sie sich bequem hin oder legen Sie sich hin.
• Schließen Sie Ihre Augen, wenn Sie das möchten, oder behalten Sie sie leicht geöffnet.
• Beginnen Sie, Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Atem zu lenken. Atmen Sie normal ein
und aus. Spüren Sie, wie die Luft in Ihre Nase strömt und Ihren Körper wieder verlässt?
• Wenn Gedanken auftauchen, lassen Sie sie kommen und gehen, ohne sich an ihnen
festzuhalten. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihren Atem.
• Nehmen Sie sich einen Moment, um Ihre Sinne wahrzunehmen. Hören Sie auf Geräusche
in Ihrer Umgebung, fühlen Sie die Temperatur der Luft auf Ihrer Haut und
achten Sie auf eventuelle Gerüche.
• Kehren Sie wieder zur Beobachtung Ihres Atems zurück. Atmen Sie bewusst ein und
aus.
• Vielleicht lassen Sie die Augen noch kurz geschlossen. Spüren Sie Wind? Ist das
Licht, das durch Ihre Augenlider fällt, sehr hell oder eher getrübt?
• Lassen Sie den Atem wieder unbewusster werden und öffnen Sie die Augen.
• Blicken Sie in die Wolken.
Wie Sie jetzt in die Wolkenbeobachtung starten, das bleibt ganz Ihnen überlassen. Wählen
Sie sich nur eine Wolke aus und beobachten Sie, wie sie sich verändert und welche Formen
sich dabei ergeben. Wie schnell geschehen diese Veränderungen? Oder Sie starten Ihre ei-
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//SCHRÆGSTRICH
ZUM THEMA // PHANTASIE
gene Challenge und versuchen, in einer bestimmten Zeit so viele Wolkenbilder wie möglich
zu finden. Egal wie Sie sich entscheiden, seien Sie am Ende dankbar für die Zeit, die Sie
sich geschenkt haben.
Wenn Sie sich jetzt auch noch dafür interessieren, was genau Sie da beobachtet haben,
dann sind Sie hier genau richtig.
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Misty morning03,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=210536
Wolken entstehen dadurch, dass sich die Feuchtigkeit
in der Luft, die am Himmel existiert, abkühlt und
zu winzigen Wassertröpfchen kondensiert. In großen
Höhen gefrieren diese Wassertröpfchen zu Eiskristallen.
In der kalten Jahreszeit können sich mehrere
Eiskristalle zu Schneeflocken verbinden. Eiskristalle
selbst stecken ebenfalls voller Phantasie. Sie sind
wundervolle symmetrische Gebilde, die in vielen verschiedenen
geometrischen Formen vorkommen können
(Bildhinweis siehe nachstehend).
Die weiße Farbe der Wolken entsteht dadurch, dass
das Sonnenlicht, das durch die Wolke scheint, gleichzeitig
in alle Richtungen gestreut wird. Dunkle Wolken
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
SnowflakesWilsonBentley,
https://commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=22130
bedeuten, dass sich mehr Feuchtigkeit in den Wolken
befindet. Das Licht kommt weniger gut durch die Wolke, es entsteht die Farbe Schwarz.
Eigentlich besteht das Sonnenlicht aus mehreren Farben. Diese sehen wir, wenn wir einen
Regenbogen betrachten. Wenn wir die Sonne im Rücken haben und diese dann eine Re-
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ZUM THEMA // PHANTASIE
genwand von vorne beleuchtet, wirken die Regentropfen wie
kleine Prismen. Sie können das sichtbare Sonnenlicht in alle
Spektralfarben brechen. Die Farben des Regenbogens erscheinen
immer in der Reihenfolge Rot, Orange, Gelb, Grün,
Blau, Indigo und Violett.
Auch das Blau des Himmels entsteht durch Lichtbrechung.
Das Sonnenlicht trifft in der Atmosphäre auf Luftmoleküle,
Wassertröpfchen und Staubteilchen. Das Licht mit kurzer
Wellenlänge – das ist das blaue Licht – wird dabei stärker
gestreut als langwelliges rotes Licht. Deshalb erscheint der Himmel blau. Beispielsweise
erscheint auf dem Mond der Himmel schwarz, weil es keine nennenswerte Atmosphäre gibt,
um das Licht zu streuen.
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
Színszóródás prizmán2
https://commons.wikimedia.org/w/
index.php?curid=12226449
Unsere Erde wird umhüllt von unserer Atmosphäre, und das ist gut so. Ohne sie wäre Leben,
so wie wir es leben nicht möglich. Wir teilen unsere Atmosphäre in verschiedene Schichten
ein:
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Top of Atmosphere
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1722627
Die erste Schicht nennen wir die Troposphäre. Sie reicht von der Erdoberfläche bis in 12
Kilometern Höhe. In ihr findet das meiste Wettergeschehen statt, also Wolken, Regen, Nebel,
Wind, Gewitter etc. Als Anhaltspunkt kann das Himalaya-Gebirge dienen mit dem Mount
Everest, dem höchsten Berg der Erde. Sein Gipfel ist 8848 m hoch. Passagierflugzeuge fliegen
meist in einer Reiseflughöhe zwischen 9 und 12 km Höhe. Unsere Atmosphäre besteht
aus mehreren Schichten von Gasen. Die häufigsten Elemente sind Stickstoff und Sauerstoff.
SEITE 10
//SCHRÆGSTRICH
ZUM THEMA // PHANTASIE
Die nächste Schicht in 12 bis 50 km Höhe ist die Stratosphäre. Hier befindet sich die für uns
Menschen so wichtige Ozonschicht. Sie schützt uns zu einem großen Teil vor schädlicher
ultravioletter (UV-)Strahlung. Durch die Freisetzung ozonabbauender Stoffe durch den Menschen
wurde die Ozonschicht empfindlich geschwächt. Durch internationale Bemühungen
hat man jedoch eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um diese Entwicklung aufzuhalten
bzw. das Ozonloch zu schließen. Die Stratosphäre kann mit normalen Flugzeugen nicht
mehr erreicht werden. Um diese Schicht zu erforschen lassen Meteorologen täglich Wetterballons
steigen, um Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windstärke zu erheben.
In der Vergangenheit gab es mehrere Stratosphärensprünge, unter anderem den des Österreichers
Felix Baumgartner im Jahr 2012. Aus dieser Höhe ist die Wölbung der Erdkugel
bereits gut zu erkennen.
In der Höhe von 50 bis 80 km haben wir die Mesosphäre. Sie ist unsere kälteste Atmosphärenschicht
mit einer Temperatur von -100° C. Um diese Schicht zu erforschen, braucht man
Höhenforschungsraketen. Für Ballons ist die Mesophäre bereits zu hoch, für Satelliten aber
zu niedrig. In dieser Schicht kann man leuchtende Nachtwolken finden. Sie werden schräg
von der Sonne angeleuchtet, weshalb man sie nur weit nach Sonnenuntergang oder morgens
vor der ersten Dämmerung sehen kann – in Mitteleuropa von Anfang Juni bis Ende
Juli. In dieser Höhe bestehen die Wolken aus Eiskristallen.
Die nächste Atmosphärenschicht finden wir von
80 bis 600 km, sie heißt Thermosphäre. Hier variiert
die Temperatur stark und kann bis zu 1.700°
C erreichen. In ihr tummeln sich Satelliten, die
internationale Raumstation und Teleskope wie
das berühmte Hubble-Weltraumteleskop. Diese
Teleskope liefern uns wunderschöne Bilder der
Milchstraße und ferner Galaxien. In der Thermosphäre
entstehen die Polarlichter. Ein faszinierendes
Phänomen, bei dem elektrisch geladene
Teilchen, die von der Sonne stammen,
auf Sauerstoff- und Stickstoffatome der oberen
Bildhinweis: Helle grüne und rote Polarlichter, zu sehen
von der ISS (Internationale Raumstation)
Wikimedia Commons: Aurora Seen From Space by NASA
https://commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=16800051
Erdatmosphäre treffen. Die tanzenden grünen, roten, bläulichen oder violetten Lichtschleier
sind eigentlich nur in der Nähe der Pole zu sehen. In sehr seltenen Fällen können diese
Polarlichter auch bis nach Österreich sichtbar sein. Zum Beispiel geschah dies am 24. Sept.
und 5. Nov. 2023. Hier waren die Bedingungen günstig und die Polarlichter tanzten in den
Farben Rot und Grün am Himmel. Damit wir in Österreich diese Nordlichter sehen, muss es
SCHRÆGSTRICH // SEITE 11
ZUM THEMA // PHANTASIE
eine erhöhte Sonnenaktivität geben. Auf der Nordhalbkugel tragen sie den schönen Namen
„Aurea borealis“ und auf der Südhalbkugel „Aurea australis“. In 100 km Höhe wurde die
Kármán-Linie (ungarischer Physiker und Ingenieur) definiert. Sie ist die gedachte Grenze,
ab der der Weltraum beginnt.
Ab 600 Kilometern Höhe beginnt die Exosphäre.
Die Grenze zum Weltraum ist hier fließend. Hier
kann sich die Phantasie des Menschen buchstäblich
ins Unendliche entfalten. Die Gasdichte ist in
dieser Höhe nur mehr sehr gering. In der Exosphäre
finden wir noch Wasserstoff- und Heliumteilchen.
Sie beginnen, sich langsam von der Erdanziehung
zu lösen, und starten eine Reise ins Unendliche.
Seit jeher fragt sich der Mensch, wie weit der Himmel
führt. Wir träumen davon, ferne Sterne zu erforschen
oder sogar Spuren von Leben zu entdecken.
Das Hubble-Weltraumteleskop schickt der
Menschheit seit Jahren eindrucksvolle Bilder aus
den Tiefen des Universums
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Hubble 01
Cropped, https://commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=25565763
Bildhinweis: Bild vom Hubble-Weltraumteleskop: Kollidierende Galaxien
Wikimedia Commons: Galaxies Gone Wild!, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3936007
Die Höhenangaben, die hier zu den einzelnen Atmosphärenschichten gemacht werden,
sind keine starren Grenzen. Sie variieren je nach Literatur, geographischer Position und
aktuellen Wetterbedingungen.
Die Welt im Generellen, aber im Speziellen auch unser Himmel ist ein großes Chemielabor.
Unter der Einwirkung von Sonne und unterstützt durch den Wind verdunstet Wasser aus
SEITE 12
//SCHRÆGSTRICH
ZUM THEMA // PHANTASIE
den Ozeanen und vom Boden. In der Höhe kühlt es wieder ab und verändert seine Form.
Wassertröpfchen, Eiskristalle, Salzmoleküle, Staub- und Rußpartikel verbinden sich. Das
Wasser ist nun nicht mehr nur gasförmig, sondern zugleich fest und flüssig. Dadurch entsteht
das Phänomen Wolke, das an unserem Himmel vorüberzieht.
Das meiste Wetter spielt sich, wie schon erwähnt, in der Troposphäre ab. In dieser Schicht
erleben wir Regen, Hagel, Schnee, Blitz und Donner. All das geschieht in Wolken und diese
gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen. An den Wolkenbildern kann man
ableiten, wie das Wetter in den nächsten Stunden sein wird. Wolken beeinflussen unsere
Stimmung, je nachdem ob wir einen klaren Himmel sehen oder weiße Schäfchenwolken,
Gewitterwolken oder eine durchgehende graue Wolkendecke. Um sie benennen zu können,
erfand man klingende Namen. Der britische Naturforscher Luke Howard schlug 1803 in einem
Artikel vor, die Wolken in vier Kategorien zu unterteilen:
1. Cirrus (lateinisch für “Haarlocke”): Hohe, dünne Wolken, die oft in der Form von Fasern
oder Locken auftreten.
2. Cumulus (lateinisch für “Haufen”): Wolken, die sich in flachen, isolierten Haufen oder
Turmformen bilden.
3. Stratus (lateinisch für “Schicht”): Gleichmäßige, flache Schichtwolken, die den Himmel
bedecken.
4. Nimbus (lateinisch für “Regen” oder “Wolkenbildung”): Wolken, die mit Regen assoziiert
werden und Niederschlag bringen.
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Cloud types de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23937887
SCHRÆGSTRICH // SEITE 13
ZUM THEMA // PHANTASIE
Von dieser Unterteilung ausgehend benannten die
Wissenschaftler*innen weitere Wolkenarten. Man sortiert die
Wolken auch danach, in welcher Höhe sie vorkommen und
in welchem Aggregatzustand sich das Wasser befindet (Eis-,
Misch- oder Wasserwolken). Man unterteilt sie in 3 „Wolkenstockwerke“,
wobei auch hier die Grenzen nicht starr sind,
sondern abweichen können.
Das niedrigste Wolkenstockwerk erstreckt sich vom Boden
bis ca. 2 km Höhe. Eine besonders schöne Wolke ist die Cumulus-Wolke.
Lateinisch für Haufen, ähneln diese Wolken auch Karfiol, Zuckerwatte oder
Schafen. Es sind klar abgegrenzte, einzelne Wolken. Sie treiben mit dem Wind dahin und
sind typischerweise Schönwetterwolken. Sie können sich aber zu Regenwolken weiterentwickeln.
Je höher die Cumulus-Wolke wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Regen.
Ist sie aber noch breiter als hoch, besteht eher keine Regenwahrscheinlichkeit. Wenn
Wolken immer mehr Feuchtigkeit aufnehmen und kondensieren, werden sie dunkler. Weil
sie so immer mehr Sonnenlicht abhalten, erkennen wir sie gut als Regenwolken. Die Cumulus-Wolken
spielen auch in der hinduistischen Mythologie eine Rolle. Indra, der König
der Götter, ist der Gott des Himmels, des Regens, des Donners und des Blitzes. Er wird in
Geschichten und Hymnen gefeiert, weil er den Regen bringt und somit die Fruchtbarkeit des
Landes sichert.
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
Cumulus cloud above Lechtaler
Alps at tannheim, Austria, https://
commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=172807
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Anvil shaped cumulus panorama edit, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=887553
Die nächste Wolke (siehe Bild darüber) kann besonders eindrucksvoll oder furchteinflößend
sein. Es ist die Cumulonimbus-Wolke. Ist die Luft instabil, dann quillt und wuchert eine
als harmlos geborene Cumulus-Wolke immer weiter nach oben. Sie wird bedrohlicher und
finsterer, bis sie als Cumulonimbus zu einer richtigen Gewitterwolke wird. Sie sprengt alle
SEITE 14
//SCHRÆGSTRICH
ZUM THEMA // PHANTASIE
Höhenunterteilungen, weil sie über alle drei „Wolkenstockwerke“, von nur 500 Metern bis
über 15 Kilometern, reichen kann. Sie kann neben Regen auch Hagel, Sturmböen, Blitz und
Bildhinweis: Eindrucksvolle Langzeitaufnahme einer Gewitterzelle über Rumänien
(aus einer Höhe von etwa 12.200 Metern aufgenommen)
Wikimedia Commons: PXL 20230713 202112007.NIGHT, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=134627328
Donner bringen. Hier unterhalb eine eindrucksvolle Langzeitaufnahme einer Gewitterzelle
über Rumänien (aus einer Höhe von etwa 12.200 Metern aufgenommen).
In einer Cumulonimbus-Wolke herrschen Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern.
Feuchtwarme Luft steigt von unten auf und kalte Luft aus der Höhe sinkt ab. Dabei
reiben sich Wassertröpfchen und Eiskristalle aneinander und werden elektrisch aufgeladen.
Wie in einer Batterie befinden sich positiv geladene Kristalle im oberen Teil der Wolke und
die negativ geladenen Tropfen unten. Wenn sich die Spannung zwischen den beiden Polen
entlädt, wir die Luft enorm erwärmt (bis zu 30.000° C). Dies zeigt sich in einem Lichtblitz
und einem ohrenbetäubenden Knall, dem Donner. Der Donner ist die Schallwelle, die entsteht,
wenn sich die durch die Spannungsentladung erwärmte Luft schlagartig ausdehnt.
Kein Wunder also, dass Pilot*innen um solche Wolken einen großen Bogen machen oder
darüber hinwegfliegen.
Die nächste Wolke im unteren Stockwerk ist vergleichsweise
unspektakulär. Bilder von ihr sind ebenfalls
eher langweilig. Es ist die Stratus-Wolke. Sie ist
eine gleichmäßig, den Himmel bedeckende, tiefhängende
Wolkenschicht, die sich wie eine dicke Decke
über weite Strecken ausdehnen kann. Oft kann sie
Bildhinweis: Wikimedia Commons: High
Stratus nebulosus https://commons.wikimedia.
org/w/index.php?curid=17484058
SCHRÆGSTRICH // SEITE 15
ZUM THEMA // PHANTASIE
auch als Hochnebel oder bodennaher Nebel auftreten. Sie kann leichten Regen oder, wenn
es kalt genug ist, Schnee bringen. Wenn sie als bodennaher Nebel auftritt, kann man sogar
in ihr spazieren gehen.
Die Stratocumulus ist bei uns sehr häufig. Sie ist eine
Art ‚Zwischending‘ zwischen der formlosen Stratus- und
den einzelnen Cumulus-Wolken. Der Himmel ist dabei
mit weitestgehend niedrigen Wolken bedeckt, aber nicht
einfach mit einer grauen Schicht, sondern man erkennt
deutliche Strukturen: Wolkenballungen, Berge und Täler,
Walzen, vielleicht einige Wolkenlücken, durch die
die Sonne hervorstrahlt. Sie bringt eher wenig Niederschlag.
Der Begriff Stratocumulus ist ein Sammelbecken
für all jene niedrigen Wolken, die weder Cumulus (oder Cumulonimbus) noch Stratus
sind. Die Stratocumulus kann aus einer Cumulus entstehen und auch aus einer Stratus.
Sie kann in vielen Formen vorkommen. Wolken verändern sich dauernd. Sie sind wie ein
Spielfilm, nicht wie ein Foto.
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Large
Stratocumulus, https://commons.wikimedia.
org/w/index.php?curid=101256
In der zweiten Etage kommen die mittelhohen Wolken vor, in einer Höhe von 2 bis ca. 6 Kilometern.
Die Höhen der Wolken vom Boden aus einzuschätzen, erfordert ein wenig Übung
– also nicht aufgeben.
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Altocumulus clouds, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73816
SEITE 16
//SCHRÆGSTRICH
ZUM THEMA // PHANTASIE
Im mittleren Stockwerk finden wir drei Wolkenarten: Die Altocumulus, Altostratus und Nimbostratus.
Der Name Altocumulus bedeutet einfach “hohe Cumulus” (altus lat. – hoch). Wie vorhin bei
der Cumulus beschrieben, handelt es sich hierbei also um einzelne mittelhohe Haufenwölkchen
oder auch grobe Schäfchenwolken (siehe Bild auf der vorangegangenen Seite, unten).
Sie entstehen durch Aufwinde und der üblichen Kondensation der Feuchtigkeit. Sie sind
weiß bis grau. Es regnet nur selten aus diesen Wolken. Wenn sie locker verteilt sind, haben
sie nichts zu bedeuten. Wenn jedoch viele Schäfchenwolken in regelmäßigen Wellen den
Himmel bedecken, dann ist ein Gewitter in einigen Stunden sehr wahrscheinlich. Man kann
die Höhe bei den Haufenwolken auch dadurch erkennen, dass die Altocumulus-Wölkchen
aufgrund ihrer größeren Entfernung kleiner wirken als die Cumulus-Wolken.
Die Altostratus heißt demnach einfach “hohe Stratus”.
Sie ist also auch eine einförmige, weiße oder graue
Wolkendecke. Sie liegt nur höher als die Stratus. Oft ist
sie nur so dünn, dass man die Sonne wie durch Milchglas
durchscheinen sieht. Ansehnlich sind diese Wolken
nur bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, denn
sie können den Himmel wunderschön in Orange-Tönen
einfärben. Die Altostratus bildet sich oft durch Verdickung
einer noch höher schwebenden Schichtwolke,
Bildhinweis: Wikimedia Commons: As 1,
https://commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=243704
der Cirrostratus. Wenn diese Entwicklung noch weitergeht und sie immer dicker und dunkler
wird, dann entwickelt sie sich zu einer Nimbostratus – einer fetten, grauen Regenwolke.
Die Nimbostratus ist die klassische Schlechtwetterwolke,
die tagelang Regen bringt. Sie verdeckt die Sonne
total. Das lateinische “nimbus” bedeutet Regenwolke.
Nimbostratus ist daher eine Regenschichtwolke. Zur
Erinnerung – die Cumulonimbus ist eine Regenhaufenwolke,
aber im Gegensatz zu ihr bildet die Nimbostratus
keine eindrucksvollen Wolkentürme und bietet keinen
Sturm, Donner, Blitz oder Hagel. Aber sie ist ziemlich
dick und kann Massen an Regen bringen.
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Ns1,
https://commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=74402
Übrigens sind Regentropfen, die zu Boden fallen, meist etwa 1 bis 5 Millimeter groß. Kleinere
nennt man Niesel. Noch kleinere Tröpfchen fallen gar nicht erst herunter, sondern werden
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ZUM THEMA // PHANTASIE
vom Wind wieder weitergetragen. Sprühregentropfen fallen mit einer Geschwindigkeit von
1 bis 10 km/h, normale Regentropfen mit 8 bis 40 km/h zu Boden. Schneeflocken haben 5
bis 10 km/h ‚drauf‘. Hagel kommt je nach Größe mit 30 bis zu 150 km/h auf uns herunter.
Dann kommen die hohen Wolken. Diese befinden sich in einer Höhe von ca. 6 - 12 Kilometern.
Dort oben ist die Luft schon ziemlich dünn (also sie enthält weniger Sauerstoff) und kalt
– zwischen -20 und -50° C. Wolken in dieser Höhe sind daher Eiswolken. Es gibt nur wenig
Wasserdampf, weil es nur wenig Luftfeuchtigkeit in dieser Höhe gibt. Die Wolken sind daher
federleicht und durchscheinend. An den Rändern erscheinen die hohen Wolken ausgefranst
und nicht so scharf abgegrenzt wie z.B. eine Cumulus-Wolke.
Hohe Wolken tragen den Namen Cirrus, was auf Latein
so viel wie Haarlocke oder Franse bedeutet. Feine weiße
Striche oder eben Haarlocken schweben am Sommerhimmel.
In so großer Entfernung ist ihre Bewegung
oft täuschend langsam, doch in Wahrheit sind sie oft
die am schnellsten dahinziehenden Wolken. Sie erreichen
Windgeschwindigkeiten von 100 km/h und werden
durch die hohen Winde oft auseinandergezogen. Cirrus-
Wolken können, wenn sie von Westen kommen, oft ein
Tiefdruckgebiet ankünden.
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
Cirrus clouds over Federal Way 015,
https://commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=61703920
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Cs1, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74397
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ZUM THEMA // PHANTASIE
Zum Beispiel sieht man dann keine einzelnen Cirren mehr, sondern eine durchgehend weiße
Schleierschicht – eine Cirrostratus (siehe Bild auf der vorangegangenen Seite, unten).
Als nächstes senkt sich die Cirrostratus zu einer Altostratus und wird allmählich dicker und
grauer. Es kann sein, dass hier schon leichter Regen einsetzt. Unter Umständen entwickelt
sich die Altostratus als nächstes in eine Nimbostratus, die ordentlich Regen bringt. Wenn
die Wolke dann einen großen Teil ihres Wassers verloren hat und dünner geworden ist, wird
sie allmählich löchrig und zerfällt zu einer Stratocumulus, die sich schließlich in Cumulus-
Wolken auflöst. So könnte als Beispiel der Wandel von mehreren Cirrus-Wolken hin zu
Cumulus-Wolken aussehen.
Es gibt auch Cirrocumulus-Wolken. Es sind kleine, feine Wattebällchen
hoch am Himmel. Sie kommen nicht sehr häufig
vor, was schade ist, weil sie wunderschöne Muster an den
Himmel malen können. Sie sehen in der Ferne winzig aus,
obwohl sie das eigentlich gar nicht sind.
Oft treten alle drei hohen Wolkentypen gemeinsam auf, wenn
ein Tiefdruckgebiet naht.
Die Cirrostratus ist ein feiner milchiger Schleier aus Eiskristallen hoch am Himmel. Man
muss schon genau hinsehen, um sie überhaupt zu bemerken. Am Boden sieht man noch
Schatten durch die durchscheinende Sonne.
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
Cirrocumulus undulatus in
various directions, https://
commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=100366
Zu Gast in dieser hohen Wolkenfamilie sind die Kondensstreifen
von Flugzeugen. Flugzeuge bewegen sich meist in
einer Reiseflughöhe von 9 bis 12 Kilometern. Sie hinterlassen
kreuz und quer ihre weißen Striche. Ein Flugzeug produziert
dabei Wolken in Sekundenschnelle. In den Abgasen
von Fliegern befinden sich Wasserdampf und kleine Verbrennungsteilchen.
Der Wasserdampf verbindet sich mit den
Rußpartikeln, wodurch kleine Eiskerne entstehen. Viele Eiskörnchen
zusammen bilden dann die Kondesstreifen. Durch
massiv zunehmendes Flugaufkommen, vor allem nach der
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
2007-12-28,01, Kondensstreifen
über Rheda-Wiedenbrück, https://
commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=3291076
Covid-19-Pandemie, nehmen die Treibhausgasemisisonen stetig zu. Fliegen ist eine der
emissionsintensivsten Formen des Reisens, auch bedingt durch die extreme Höhe. Wir
sollten unserer Erde zuliebe das Fliegen dringend auf ein absolutes Minimum reduzieren,
beispielsweise durch Urlaub zu Hause, Videokonferenzen oder Verreisen mit der Bahn.
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ZUM THEMA // PHANTASIE
„Wenn sie die Natur wirklich lieben, werden Sie überall Schönheit finden“
Vincent Van Gogh
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Vincent van Gogh - Landscape from Saint-Rémy - Google Art Project, https://commons.
wikimedia.org/w/index.php?curid=22632310
Bildhinweis: Wikimedia Commons: Korenveld onder onweerslucht - s0106V1962 - Van Gogh Museum,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39845646
Michael Zejdlik
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//SCHRÆGSTRICH
ZUM THEMA // PHANTASIE
Quellen und Literaturempfehlungen
Für die Recherche dieses Artikels wurden neben guten Nachschlagewerken für Erwachsene, auch eine Reihe von Kinderbüchern verwendet,
da sich einfachere Erklärungen oft als sehr nützlich erweisen. Alle hier aufgeführten Kinderbücher können Sie in den Zweigstellen
der Stadtbibliothek Graz ausleihen.
Kinderbücher:
Was ist Was, Erstes Lesen, Band 8, Wetter, Karin Bischoff, Verlag Tessloff, ISBN 978-3-7886-2641-9
Wie entsteht ein Regenbogen? Alles über das Wetter, Verlag Dorling Kindersley, ISBN 978-3-8310-3697-4
So ein Wetter! Alles über Wetter, Klima und warum es auf der Erde immer wärmer wird, Fraser und Judith Ralston, Verlag Dorling Kindersley,
ISBN 978-3-8310-4137-4
DonnerWetter! Sonne, Regen, Wind und Wolken – wie das Klima entsteht, Rainer Schultheis, ro ro ro Verlag, ISBN 3-499-21219-6
Der weite Himmel über mir, Charlotte Guillain, Prestel Verlag, Verlagsgruppe Random House, ISBN 978-3-7913,7364-5
Als die Wolke bei uns wohnte, Sabine Bohlmann, Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH, ISBN 978-3-219-11729-5
Wolken, Wind und Wetter. Alles, was man über Wetter und Klima wissen muss. Stefan Rahmstorf, Kinder-Uni, Deutsche Verlags-Anstalt,
ISBN 978-3-421-04336
Wolken, Luft und Sterne, Von der Erde bis ins All, Juliette Einhorn und Hélène Druvert, Deutsche Ausgabe Gerstenberg Verlag, Hildesheim.
ISBN 978-3-8369-6133-2
Nachschlagewerke für Erwachsene:
Wolken und andere Phänomene am Himmel, Hans Häckel, Ulmers Naturführer, Eugen Ulmer KG, ISBN 978-3-8186-0264-2
Die BLV Wetterkunde, Günther D. Roth, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, ISBN 978-3-8354-1868-4
Wetter und Wolken 70 Wolken und Wetterphänomene erkennen und verstehen, Blandine Pluchet, Anaconda Taschenführer, Anaconda
Verlag, ISBN 978-3-7306-1157-9
Bildhinweis: Adobe Stock
SCHRÆGSTRICH // SEITE 21
WISSENSWERT // PHANTASIE
Fantasy (Genre)
Die Fantasie. Irgendwo steckt sie in jedem von uns. Ob sie sich im künstlerischen Werk
einer*eines Malerin*Malers oder in den ausgearbeiteten Welten einer historischen Dark-
Fantasy-Geschichte ausdrückt – sie ist und bleibt ein Teil von uns. So individuell wie eine
Zelle im Körper und einzigartig wie der Flügelschlag einer Libelle. In diesem Artikel beschreiten
wir jedoch gemeinsam einen Pfad, auf welchem wir Einzelheiten der Fantasiegenres
kennenlernen sowie uns den Elementen und Themen diverser Fantasyromane widmen
werden.
Was macht einen Fantasyroman aus? Was sind seine Merkmale?
Vieles darin ist fiktiv. Aber auch beim Weltenbau können Orte aus dem echten Leben abgewandelt
werden. Im Grunde werden Figuren, Plätze, Details und Story neu erfunden. Meist
liegt in jeder Szene etwas Magisches. Zauber*innen werden zu Mentor*innen für die*den
Held*in, geheimnisvolle Wesen erschweren den Weg zum Ziel und Quests halten das Interesse
der*des Leser*in aufrecht. Inspirationen entstehen gerne aus historischen Epochen,
dem Mittelalter, Barock oder der Renaissance. Wie bereits erwähnt kann auch die moderne
Welt zur Ideenfindung herangezogen werden.
Abbildung 1: Traditional fantasy dragon Chinese
SEITE 22
//SCHRÆGSTRICH
WISSENSWERT // PHANTASIE
Tropes in der Fiction
Man findet die sogenannten Tropes (wiederkehrende Themen) in Fantasy-Büchern wie
Harry Potter oder Der Herr der Ringe etc. Sie sind typisch für das Genre und sollten in
keiner Fantasy-Story fehlen. Oftmals fallen sie der*dem Leser*in gar nicht bewusst auf. Sie
sind jedoch stets da und begleiten den Plot wie einen roten Faden. Damit man sich etwas
darunter vorstellen kann, möchte ich einige davon nennen:
• Prophezeiungen und Quests
Puzzleteile in Form von Aufgaben; Rätsel und Hindernisse stehen der*dem Held*in
im Weg. Sie gilt es, zu lösen, um das Puzzle vollenden zu können.
• Gut gegen Böse
Wer kennt das nicht? Am Ende steht immer die*der Held*in, die*der über das Böse
siegt. Erwartungen und Wünsche des Publikums sollten hier erfüllt werden, andernfalls
kann es dazu kommen, dass die*der Leser*in das Buch zuklappt und nicht
weiß, was sie*er davon halten soll.
• Der weise, alte Mentor
In Der Herr der Ringe Gandalf und in Harry Potter Dumbledore. Diese Mentoren unterstützen
die Hauptfigur und lösen mit ihr die Geheimnisse auf ihrer Reise.
Abbildung 2: Fantasy world
SCHRÆGSTRICH // SEITE 23
WISSENSWERT // PHANTASIE
Subgenres
Oberflächlich kann man die Kategorien von Romanen in verschiedene Genres einteilen.
Diese sind zum Beispiel Krimis, Thriller, Liebesgeschichten, Fantasy etc. Die Fantasy-Literatur
an sich kann man wieder in drei Subgenres unterteilen: Fantasy, Horror und Science-
Fiction.
Einen Fantasyroman gliedert man nochmals in Subgenres, die im Folgenden näher beschrieben
werden:
• High Fantasy
Hier spielt die Geschichte meistens im Mittelalter. Gut und Böse werden hier ganz
klar voneinander getrennt. In diesem Subgenre macht die*der Protagonist*in stets
eine große Entwicklung durch. Sie*Er ist am Ende der Geschichte ein*e andere*r als
am Anfang. Fantasiewesen, diverse Völkergruppen mit den kreativsten Namen und
dunkle Bedrohungen dürfen hier nicht fehlen. Ein bekanntes Beispiel dafür bildet
Eragon – Das Erbe der Macht von Christopher Paolini.
• Low Fantasy
Oftmals bekannt als „Sword and Sorcery“. Hier findet man meist einen zwiegespaltenen
Hauptcharakter, der gegen ein übernatürliches Wesen kämpfen muss. Es treten
seltener große Konflikte auf, vielmehr geht es um die Auseinandersetzung mit Gefahren
und Gegner*innen. Die Erzählstruktur gestaltet sich einfacher. Mehr Spannung
und Abenteuer begleiten die*den Held*in bei ihrer*seiner Mission. Gut und Böse
kann man nicht konkret voneinander unterscheiden – die Grenzen verschwimmen.
• Urban Fantasy & Contemporary Fantasy
Diese beiden Subgenres unterscheiden sich nur marginal voneinander. Beide spielen
in der Gegenwart und in einer Fantasy-Welt. Zur modernen Welt kommt eine
magische hinzu, wobei man in der Urban Fantasy speziell der Stadt eine wichtige
Rolle zuteilt.
• Portal Fantasy
Die zauberhaftesten Welten entstehen in diesem Subgenre. Sie können durch Portale
beschritten werden. Spiegel, Schränke oder Tunnel können die Pforten zu einer
fremden Umgebung darstellen.
• Animal Fantasy
Wie der Name schon sagt spielt die Geschichte in einem Tierreich. Ein*e Held*in
wie z.B. eine Maus oder ein Kater stehen im Mittelpunkt. Es ist möglich, dass ein
Mensch, der sich verwandeln kann, in Szene gesetzt wird.
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//SCHRÆGSTRICH
WISSENSWERT // PHANTASIE
• Dark Fantasy
Eine düstere Welt, so dunkel wie die Nacht selbst, steht im Vordergrund. Wesen der
Finsternis messen sich mit den Kräften der*des Protagonist*in. Aschewälder, Schattenorks
und Spinnenmonster sind keine Seltenheit. Der Tod und die Unsterblichkeit
sind stete Begleiter des Genres.
Wer sich an einen geheimnisvollen Ort traut, ist in der Fantastik gut beraten. Messen Sie
sich in Gedanken mit den Schurk*innen der Unterwelt, lassen Sie sich entführen in den
Spiegel der Unendlichkeit und fliegen Sie mit den Wassermöwen um die Wette. Wenn die
Herausforderungen des Alltags wieder mal zuschlagen, gönnen Sie sich gerne eine Auszeit
in einem Roman voller Zauber. Wenn Sie das nächste Mal einen Schmetterling beim
Schweben beobachten oder einem Eichhörnchen beim Knabbern einer Nuss zuhören, entdecken
Sie vielleicht auch die Magie, die in unserer Welt vorhanden ist.
Theresa Frai
Abbildung 3: Liebe zu Büchern
Quellen
Find Your LitJoy: General Bookish Fun, https://litjoycrate.com/a/blog/fantasy-book-tropes [22.09.2023]
Studysmarter, https://www.studysmarter.de/schule/deutsch/epische-texte/fantasy-romane/ [22.09.2023]
Abbildung 1: Traditional fantasy dragon Chinese, https://stock.adobe.com/de/images/traditional-fantasy-dragon-chinese-4k/587353671
[25.09.2023]
Abbildung 2: Fantasy World, https://www.unb.ca/cel/enrichment/design-workssummer-camps/fantasy-world.html [25.09.2023]
Abbildung 3: Liebe zu Büchern, https://wasliestdu.de/magazin/2014/20-romane-ueber-die-liebe-zu-buechern [25.09.2023]
SCHRÆGSTRICH // SEITE 25
WISSENSWERT // PHANTASIE
Chroniken von Narnia: Der König von Narnia
Ich möchte euch über einen Fantasyfilm aus dem Jahr 2005 berichten, wobei es sich hier
um einen US-amerikanischen Fantasyfilm von Andrew Adamson und einer sehr vorlagengetreuen
Verfilmung von Der König von Narnia handelt.
Ein Flugzeugangriff überschattet die Stadt London. Aus Angst flüchten die Geschwister Peter,
Susan, Edmund und Lucy zusammen mit ihrer Mutter in den Keller. Um die Kinder zu
schützen, werden sie weg von der Heimat zu Professor Digory Kirke geschickt. Abgeholt
von der strengen Mrs. Macready, werden den Kindern im Hause des Professors strikte Regeln
auferlegt.
Da den Geschwistern langweilig ist, spielen sie Verstecken.
Lucy, die Jüngste, findet dabei einen verhüllten
Kleiderschrank. Tiefer im Schrank, hinter den vielen Pelzmänteln,
landet Lucy plötzlich in einer Winterlandschaft.
Sie gelangt zu einem Laternenpfahl und trifft dort den
Faun Herrn Tumnus. Der selbst erschrockene Herr erklärt
Lucy dann, sie sei im Königreich Narnia. Daraufhin lädt
Abbildung 1: Lucy und Faun Tumnus
Herr Tumnus die junge Dame zu sich nach Hause zu einem Tee ein. Durch ein Schlaflied
wird Lucy müde und erwacht erst in der Nacht wieder. Der Faun bekennt sich als Untertan
der Weißen Hexe und will Lucy an sie ausliefern. Lucy jedoch kann Herrn Tumnus dazu
überreden, sie nicht zu verraten. Sie rennen im Anschluss zurück zum Laternenpfahl, wo
Lucy selbst zum Kleiderschrank zurückfindet.
Zurück aus Narnia will sie den anderen Kindern weismachen, dass es diesen Ort wirklich
gibt, aber keiner will ihr glauben. In der Nacht schleicht sich Lucy wieder zum Kleiderschrank
– dabei folgt ihr Edmund. Er sucht im verschneiten Wald nach Lucy. Dort trifft er
aber plötzlich auf die Weiße Hexe Jadis. Die selbst ernannte Herrscherin will Edmund davon
überzeugen, seine Geschwister zu ihr zu locken, und sie verspricht, ihn zum König von Narnia
zu machen.
Kurz darauf begegnet Lucy Edmund und sie verrät ihm, er solle sich vor der Weißen Hexe
in Acht nehmen, aber Edmund verheimlicht, mit Jadis gesprochen zu haben. Zusammen
verlassen sie Narnia wieder und als die beiden auf ihre Geschwister treffen, tut Edmund nur
so, als seien sie in Narnia gewesen.
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//SCHRÆGSTRICH
WISSENSWERT // PHANTASIE
Später spielen die Kinder im Freien Cricket. Nachdem sie dabei ein Fenster zerschlagen,
flüchten die vier Geschwister vor Mrs. Macready und gelangen allesamt über den Kleiderschrank
nach Narnia. Von magischen Geschöpfen empfangen, welche der Weißen Hexe
widerstand leisten, erfahren sie von der Prophezeiung, in der sie dem Löwen Aslan dazu
verhelfen, Jadis zu besiegen. Sie erfahren, dass Herr Tumnus von der Geheimpolizei geschnappt
wurde. Bei einer Biberfamilie erfahren sie mehr über die Prophezeiung und Edmund
verlässt derweil heimlich den Biberbau.
Edmund erzählt der Weißen Hexe, dass sich seine anderen Geschwister mit Aslan treffen
wollen. Anstatt ihn zu belohnen, wird Edmund aber in den Kerker geworfen. Verraten durch
ihren Bruder, müssen die Geschwister nun vor Jardis' Wolfsgarde flüchten. Sie treffen dabei
auf den Weihnachtsmann, der sie zugleich mit Waffen und anderen nützlichen Gegenständen
für den bevorstehenden Kampf gegen die Weiße Hexe ausstattet.
Es bricht der Frühling herein, und die Kinder gelangen zum Lager
Aslans. Peter wird dort zum Feldherrn ernannt. Auch die Weiße
Hexe bereitet ihr Heer vor. Sie bittet um eine Audienz bei Aslan
und verlangt gemäß den uralten Gesetzen ihr Opfer. Um Edmund
vor dem Tod zu bewahren, bietet Aslan ihr einen Tausch an. Edmund wird daraufhin freigelassen.
Bildhinweis: Wikimedia Commons:
Cirrocumulus undulatus in
various directions, https://
commons.wikimedia.org/w/index.
php?curid=100366
In der Nacht verlässt plötzlich Aslan sein
Lager, und Susan und Lucy folgen ihm
heimlich. Sie müssen mitansehen, wie er
von der Dienerschaft der Weißen Hexe
widerstandslos gefesselt und auf dem
Steintisch getötet wird. Diese Opferung
Abbildung 2: Aslan
war notwendig, um Edmund vor dem Tod zu bewahren. Daraufhin marschiert die Weiße
Hexe mit ihren Truppen weiter, um in die Schlacht zu ziehen. Mit Tränen in den Augen
umklammern Lucy und Susan den regungslos daliegenden Löwen. Auf einmal zerfressen
Mäuse seine Fesseln, und als die beiden kurz abgelenkt werden, verschwindet sein Körper.
Und schlussendlich kehrt Aslan wieder lebend zurück. Aufgrund alter, magischer Gesetze
wird sein Opfer belohnt und er darf ins Leben zurückkehren.
Aslan rennt zusammen mit Lucy und Susan zum Schloss der Weißen Hexe, um dort seine
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WISSENSWERT // PHANTASIE
von der Hexe versteinerten Gefährten zu befreien sowie auch den Faun Tumnus. Hastig eilt
er nun mit dieser neuen Armee zu Peter und dessen Heer, um in der Schlacht gegen Jadis
auszuhelfen. Dort kann Aslan endgültig die Weiße Hexe bezwingen und die guten Geschöpfe
Narnias siegen.
Narnia ist nun frei und Aslan krönt die vier Geschwister zu König und Königinnen. Während
der Löwe nun in sein Reich zurückkehrt, regieren die Vier mehrere Jahre über das Land.
Eines Tages finden sie beim Jagen den Laternenpfahl vor und gelangen über den Kleiderschrank
wieder in die normale Welt. Sie sind nun wieder Kinder.
Armin Glawischnig
Abbildung 3: Lucy in Narnia
Quellen
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Chroniken_von_Narnia:_Der_K%C3%B6nig_von_Narnia_(2005) [15.12.2023]
Abbildung 1: https://www.filmstarts.de/kritiken/47220/bilder/?cmediafile=18464273 [15.12.2023]
Abbildung 2: https://www.cinema.de/film/die-chroniken-von-narnia-der-koenig-von-narnia,89055.html [15.12.2023]
Abbildung 3: https://www.cinema.de/film/die-chroniken-von-narnia-der-koenig-von-narnia,89055.html [15.12.2023]
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//SCHRÆGSTRICH
DIES UND DAS // PHANTASIE
Eine Fantasiegeschichte
Es war einmal ein Dingsdibumsi, das traf auf ein Hubbabua und gemeinsam zogen sie zu einem
Tohuwabohu. Das Dingsdibumsi war völlig verpappt, als es seinen Rucksack packte, um ja
genug Proviant und alles Nützliche für die Reise bei sich zu haben. „Wo ist nur meine Taschenlampe?“,
fragte es ganz verkappt.
„Hier“, antwortete das Hubbabua. „Hast du meine Kaugummis gesehen?“. „Nein, schau mal
unter dem Bett nach!“. Hubbabua war auch beim Packen. Sein Koffer. Der war aus zähem, nach
Honig duftendem Kaugummi und musste ständig repariert werden, darum bewahrte Hubbabua
immer ein Stück Kaugummi für seinen Koffer auf und trug es mit sich.
„Würdest du noch Jause suchen“, fragte Dingsdibumsi. „Ich hätte noch gern eine Gluone“. Gluonen
waren gerade stark im Kurs bei Vornübers, wie Dingsdibumsi eines war. Vornübers brauchen
immer jemanden, der sie in Ordnung bringt.
Dingsdibumsi suchte bestimmter. „Was bin ich noch?“. „Ein Dingsdibumsi. Oder ein Waduz. Ein
sieh-doch-her. Ganz bunt und von vielgestalteter Textur“.
„Ich habe deinen Kaugummi“, sagte
Dingsdibumsi endlich. „Wo war er gekaut?“
„Unterm Bett. Zwei Latten links“. „Und ich
habe deine Jause“, sagte Hubbabua. „Es
kann losgehen“. Hubbabua und Dingsdibumsi
checkten ihre Zugkarten und setzten
sich in die Eillokomotive. Eine Station.
Zwei Stationen.
Bildhinweis: Adobe Stock
Dingsdibumsi: Ich will ne Jause“. Dann packte er aus. Und Hubbabua holte seinen Kaugummi.
Lang wurde die Fahrt. Die Jause schmeckte auch ganz normal. „Nehmen wir die Gluone für
Tohuwabohu mit oder essen wir sie gleich?“, fragte Dingsdibumsi. „Essen wir sie gemeinsam
mit Tohuwabohu. Er hat vielleicht auch die nötige Sanze, damit sie auch wirklich gut schmeckt“.
Sanze war Tohuwabohus Spezialität. Er kochte sie immer besonders sandig.
„Also gut“, war Dingsdibumsi überzeugt.
Dafür biss er aber in seine Smandrig. Mit Wio. Besonders saftig.
Beim Schauen aus dem Fenster fiel Hubbabua ein: „Wir könnten 'Ich seh etwas, was du nicht
siehst' spielen“. Dingsdibumsi war begeistert, also hielt Hubbabua seine Augen zu und sah
etwas, das du nicht siehst. Grätz. Gratwein.
Jetzt würde es nicht mehr lang sein. Hubbabua blies mit seinen Kaugummis Blasen. Und Dings-
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DIES UND DAS // PHANTASIE
dibumsi zerplatzte seine regelmäßig.
Der Koffer war noch ganz stabil, also war es gar nicht mal so schlimm, wenn die Kaugummiblasen
nicht perfekt geplatzt waren.
Eilmaltal. Dorfstübbe. Eine noch. Dann waren sie da.
Hubbabua war schon ganz aufgeregt: „Jetzt könnten wir ein Kaugummiblasenpustwetten machen“.
Die beiden warteten gespannt die letzte Station ab und eilten höflichst aus dem Zug. Es
gab ein kleines Gestreite, wer denn die Klingel von Tohuwabohu drücken dürfte. Schließlich
gewann Hubbabua. „Da bist du ja“, sagt Dingsdibumsi, als Tohuwabohu öffnete. „Willkommen.
Bei mir ist immer ein bisschen Chaos, aber ihr kennt das ja“. Dingsdibumsi und Hubbabua treteten
ein.
„Wir könnten mit Kaugummiblasen wettpusten“,
eröffnete Dingsdibumsi. „Super“, war
Tohuwabohu begeistert. In der Wohnung
herrschte Chaos. Bettlaken waren überall verteilt
und darüber kullerten Zeitschriften und
Kisten. In den Kisten wäre eigentlich alles geordnet
gewesen, aber wie schon gesagt, Tohuwabohu
war nicht sehr ordnungsliebend.
Also bliesen sie Kaugummis. Hubbabua lag in
Bildhinweis: Adobe Stock
Führung, daher wollte sich Dingsdibumsi besonders anstrengen. Er übersah ein Laken und
rannte gegen einen Stapel Zeitschriften. Da war Hubbabua in der Zielgeraden und Tohuwabohu
läutete den Gong.
„Gong gewonnen. Aber Dingsdibumsi, mach dir nichts draus. Komm, wir essen jetzt eine Sanze“,
meinte Tohuwabohu voll Mitgefühl.
Also aßen alle eine Sanze, die besonders sandig war, und überlegten, was sie als Nächstes tun
könnten. „Ich mag in den Zeitschriften blättern“, sagte Dingsdibumsi.
Gesagt ,getan. Da fand er eine Zeitschrift zum Thema Fliegen.
„Oh, wie lustig. Hast du genug Kaugummiblasen? Wir könnten fliegen“, sagte Dingsdibumsi.
„Ja, habe ich!“, konterte Hubbabua. Also machten sich die Freunde an die Kaugummis. Nach
einer Weile waren eine große Menge an Blasen erstellt. Und Hubbabuas Koffer begann, sich
sanft in die Luft zu heben. „Alles einsteigen!“, rief Hubbabua.
„Bin schon da“, meinte Dingsdibumsi. Auch Tohuwabohu betrat den Koffer. Nachdem sie ein
bisschen ausgepackt hatten, ging es ab in die Luft. Dingsdibumsi drufte lenken und Hubbabua
blies einmal mehr Kaugummiblasen und einmal zerstupste er welche.
So gab es immer genug Aufwind. Tohuwabohu veränderte immer seine Richtung, in die er schau-
SEITE 30
//SCHRÆGSTRICH
DIES UND DAS // PHANTASIE
te. Sonst wäre er nicht Tohuwabohu.
Schließlich landenten sie und Tohuwabohu stieg zuerst aus.
„Danke fürs Mitnehmen. Jetzt kann sich jeder noch ein gutes Stück Sanze holen und dann könnten
wir musizieren“, sagte er.
Wieder blies Hubbabua Kaugummiblasen und diesmal verwendeten die Drei sie als Trommeln.
Sie vergnügten sich ausgiebig, bis es Abend wurde. Dann musstern Hubbabua und Dingsdibumsi
wieder nach Hause.
„Macht's gut und bis kommende Woche“, rief Tohuwabohu. „Ja, machs gut. Bis bald“, riefen
Dingsdibumsi und Hubbabua. Dann bestiegen sie den Zug und fuhren langsam in Richtung
Heimat.
Fantasiegeschichte Fortsetzung
Tohuwabohu, Dingsdibumsi und Hubbabua machten eine Bergtour. Es war einmal
ein schöner Nachmittag und daher entschlossen sich Dingsdibumsi und Hubbabua, Tohuwabohu
zu besuchen. Dingsdibumsi packte seinen Rucksack und Hubbabua seinen Koffer und los
ging die Post. Sie stiegen in den Zug und sausten dahin. Eine Station, zwei Stationen. Hubbabua
sagte: „Heute müssen wir aber etwas Besonderes machen“, und Dingsdibumsi nickte. Hubbabua
blies eine Kaugummiblase und Dingsdibumsi blies eine doppelte. Dingsdibumsi kaute auf
einer Gluone und Hubbabua sogar auf zwei.
Dingsdibumsi schaute aus dem Fenster und Hubbabua schaute sogar aus zwei. Er schielte
kurz. Dann spielten sie eine Runde 'Mensch ärgere dich nicht' und dann hielt der Zug bei der
gewünschten Station. Alles raus. Inklusive Koffer und Rucksack und ab die Straße entlang zu
Tohuwabohu. Letztes Mal hatte Hubbabua die Klingel gedrückt, also war dieses Mal Dingsdibumsi
dran.
Kling! Eilends hörte man Tohuwabohu zur Tür flurrn.
“Wer ist da?“. „Dingdibumsi und Hubbabua“. „Kommt
rein“, lächelte Tohuwabohu. Dann schloss er die Tür
wieder. „Wir könnten heute auf einen Berg gehen“,
sagte er schnell. „Das hört sich super an“, sagten Hubbabua
und Dingsdibumsi wie im Chor. Dann formten
sie sich aus Kaugummi Bergschuhe und eine Umhängetasche,
die mit Wasser befüllt wurde, und dann
ging es los. Schritt für Schritt gingen unsere Freunde
die Straße entlang und über eine Wiese. Dingdibumsi
blieb stehen und schaute sich die Blumen an. „Wow,
Bildhinweis: Adobe Stock
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DIES UND DAS // PHANTASIE
sind die schön“, summte er. Da beschlossen Dingdibumsi, Hubbabua und Tohuwabohu, kurz
stehen zu bleiben, um zu tanzen. Alle stellten sich im Kreis auf und Hubbabua trommelte auf
einer Kaugummiblase. Die Musik umfing sie und stupste die Hände und Beine. Tohuwabohu
und Dingsdibumsi tanzten ausgelassen. Dann waren sie müde und setzten sich in den Schatten
eines nahe gelegenen Baumes. Dessen Federn rauschten angenehm und Hubbabua trank
ein bisschen Wasser. Alle ruhten und nach einer halben Stunde konnte es wieder weitergehen.
Jetzt war da ein Anstieg und die Schritte wurden langsamer. Hubbabua machte eine Pause. Er
blies einige Kaugummiblasen und hängte sich dran. Dingsdibumsi und Tohuwabohu taten es
ihm gleich und so schwebten die Drei den Rest des Weges auf den Hügel. Dort war ein Haus für
alle und Hubbabua und Tohuwabohu packten ihre Sanze aus. Dingsdibumsi wollte nur Wasser.
Dann wurde gespielt. Jeder blies drei Kaugummiblasen und die warfen sich Tohuwabohu,
Dingsdibumsi und Hubbabua zu. Dann suchten sie vom Baum gefallene Federn, die sie sammeln
konnten, und dann liefen sie jeweils hinter dem anderen her – wer schneller war.
Dann waren alle müde und Dingsdibumsi musste noch kurz aufs Klü. Zum Glück gab es ein Klü
im Haus für alle. Tohuwabohu und Hubbabua schlossen sich an und dann ging es heimwärts.
Tohuwabohu und Dingsdibumsi wollten wieder Ballonkaugummis machen, aber Hubbabua
wollte lieber zu Hub gehen. Da es ja bergab ging, entschloss sich dann doch auch Tohuwabohu,
zu Toa und Dingsdibumsi zu Dings zu gehen.
„You win“, sagte Dingdibumsi zu Hubbabua und Hubbabua zeigte sein schönstes hubbiges
Lächeln.Dann waren sie endlich über den Hügel und Dingsdibumsi fand eine besonders schöne
Blume. Die pflückte er und legte sie in Kaugummi ein, damit sie hielt. Sie gingen weiter und
Tohuwabohu fand ein Schneckenhaus; das legte er in seine Umhängetasche und sie gingen
weiter. Schritt für Schritt.
Bei der Wiese legten sie ein paar Federn vom Hügel zum Baum, der ihnen heute schon einmal
so wertvollen Schatten gespendet hatte.
Dann kamen sie zu Tohuwabohus Haus und alle waren ganz geschafft. Jetzt gab es noch einmal
Sanze mit Wasser. Und alle langten zu, bis sie ganz Hub Toa resp Dings waren. Wieder machten
sie ein Nickerchen und dann sagte Dingsdibumsi: „Dankeschön für den schönen Ausflug“. Und
auch Hubbabua sagte: „Danke das war ein toller Tag“. „Gern“, sagte Tohuwabohu. „Besucht
mich bald wieder“. „Ja, bis kommende Woche“, sagten Dingsdibumbsi und Hubbabua wie im
Chor. Dann stiegen sie in den Zug und fuhren langsam in Richtung Heimat.
Ananda Frei
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