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mt 01

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FACHMAGAZIN FÜR DIE KASTEN–, KÜCHEN–, BÜRO– UND SITZMÖBEL–FERTIGUNG SOWIE DEN INNENAUSBAU · WWW.MATERIAL-TECHNIK.DE · 30835<br />

<strong>01</strong> 24<br />

Dekorkonferenz:<br />

Innovative Oberflächen<br />

auf der Agenda<br />

Holz-<br />

Handwerk:<br />

Mehr Zulieferprodukte<br />

als Maschinen<br />

Hei<strong>mt</strong>extil &<br />

Domotex:<br />

Nachhaltige Materialien<br />

spielten Hauptrolle


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AKE Knebel GmbH & Co KG, Balingen ..............................................................................................................................................3. Umschlagseite<br />

AL-KO Therm GmbH, Jettingen-Scheppach .................................................................................................................................................... Seite 41<br />

Julius Blum GmbH, A-Höchst ...........................................................................................................................................................4. Umschlagseite<br />

EGGER Holzwerkstoffe GmbH & Co. KG, Brilon .............................................................................................................................................. Seite 5<br />

Exposicam Srl, IT-Milano.....................................................................................................................................................................2. Umschlagseite<br />

Hymmen GmbH, Bielefeld ............................................................................................................................................................................... Seite 43<br />

impress surfaces GmbH ....................................................................................................................................................................3. Umschlagseite<br />

M.Kaindl GmbH, A-Wals .................................................................................................................................................................................. Seite 11<br />

KRONOSPAN GmbH, Steinheim-Sandebeck ................................................................................................................................................... Seite 17<br />

Lamello AG, CH-Bubendorf .............................................................................................................................................................................. Seite 23<br />

LEUCO Ledermann GmbH & Co.KG, Horb am Neckar .....................................................................................................................3. Umschlagseite<br />

Messe Frankfurt VIATT, HK- Wanchai ............................................................................................................................................................. Seite 27<br />

NürnbergMesse GmbH, HolzHandwerk, Nürnberg.......................................................................................................................................... Seite 25<br />

REHAU Industries SE & Co.KG, Rehau .............................................................................................................................................Titel, Seite 18 -21<br />

Simon Sinterlutions GmbH & Co.KG, Aichhalden ............................................................................................................................3. Umschlagseite<br />

Wagner System GmbH, Lahr..............................................................................................................................................................3. Umschlagseite<br />

Einhefter<br />

HOMAG Group AG, Schopfloch .................................................................................................................................................................. Seite 35-36<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 53


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Editorial<br />

Diagnose: Messemüdigkeit<br />

Seit der Corona-Pandemie hat sich in der<br />

Einrichtungsindustrie eine gewisse Messemüdigkeit<br />

eingestellt. Diese Diagnose<br />

konnte man als Besucher der jüngsten<br />

Branchenmessen in Köln, Frankfurt und<br />

Hannover stellen, wie wir auf den folgenden<br />

Seiten berichten. Durchweg sind es<br />

vor allem die führenden Branchenunternehmen,<br />

die sich rarmachen. Wie wir<br />

berichten, waren auf der Möbelmesse<br />

imm Cologne fast alle größeren Anbieter<br />

des mittleren Preissegments nicht angetreten,<br />

und auf der bevorstehenden Holz-<br />

Handwerk in Nürnberg oder der Xylexpo in<br />

Mailand wird es nicht anders sein.<br />

Insbesondere für Interessenten aus<br />

entfernten Ländern dürfte der<br />

Besuch damit weniger lohnenswert<br />

sein, denn sie können sich keinen<br />

kompletten Überblick über das<br />

Gesa<strong>mt</strong>angebot verschaffen.<br />

Der Bahnstreik und auch die Bauerndemonstrationen<br />

wirkten sich im<br />

Januar nicht so massiv wie befürchtet<br />

auf das Besucherinteresse aus.<br />

Hei<strong>mt</strong>extil, Domotex und imm Cologne<br />

bilanzierten ein Plus bei den<br />

Besuchern. Allerdings konnten alle<br />

drei Events nicht an die Besucherzahlen<br />

vor der Pandemie heranreichen.<br />

Eine Ursache für die Messemüdigkeit<br />

auf Industrieseite liegt in der<br />

Konsumentenverunsicherung und der<br />

schlechten Stimmung in der Wirtschaft.<br />

Nachdem das Jahr 2023 mit einem voraussichtlichen<br />

Rückgang der Wirtschaftsleistung<br />

um 0,5 Prozent endete, rechnen die<br />

Unternehmen für 2024 ebenfalls mit<br />

einem schwierigen Jahr. In einem exklusiven<br />

Statement bezeichnet Dr. Jan Bergmann<br />

vom VHI (Verband der Deutschen<br />

Holzwerkstoffindustrie) 2023 als eines der<br />

stärksten Krisenjahre seit der Wiedervereinigung.<br />

Auch André Dorner von Blum<br />

bekräftigt im Gespräch mit material+technik<br />

möbel, dass der Beschlaghersteller seit<br />

vielen Jahren keine derart globale Auftragsflaute<br />

erlebt habe. Immerhin findet er<br />

auch ermutigende Worte und betont, dass<br />

Blum mittelfristig mit einem Anziehen der<br />

Nachfrage rechne und sich hierauf vorbereite.<br />

Als eine Maßnahme bezeichnet er<br />

die Teilnahme an der Holz-Handwerk. Mit<br />

seinen jüngsten Innovationen und Investitionen<br />

sieht sich der Kantenhersteller<br />

Rehau bereits bestens für die künftigen<br />

Herausforderungen aufgestellt, wie das<br />

Management in einem Exklusiv-Interview<br />

in dieser Ausgabe unterstreicht.<br />

Alle Interviewpartner können nicht leugnen,<br />

dass ihnen die schlechten Vorgaben<br />

aus dem Wohnungsbau, aber auch die<br />

rückläufige Möbelproduktion Kopfzerbrechen<br />

bereiten. Der Verband der Deutschen<br />

Möbelindustrie (VDM) geht für das<br />

Gesa<strong>mt</strong>jahr 2023 inzwischen von einem<br />

Umsatzminus in Höhe von 5 Prozent aus,<br />

obwohl die bislang vorliegenden Statistiken<br />

für die ersten zehn Monate nur ein<br />

Minus von 3,4 Prozent ausweisen. Als<br />

Grund für die pessimistischere Einschätzung<br />

werden die guten Umsätze des Vorjahres<br />

genannt: In den letzten Jahresmonaten<br />

2022 liefen die Maschinen in der<br />

Richard Barth, Chefredakteur/<br />

Editor-in-chief. Photo: Richter<br />

Möbelindustrie noch auf Hochtouren, so<br />

dass die Messlatte für 2023 besonders<br />

hoch hängt. Die Absatzschwäche schlägt<br />

damit stärker zu Buche und drückt das<br />

Gesa<strong>mt</strong>ergebnis dadurch weiter nach<br />

unten.<br />

Nachdem die Wirtschaftsexperten ihre<br />

Wachstumsprognosen für 2024 reduziert<br />

haben und beim Wohnungsbau ein weiterer<br />

Rückgang prognostiziert wird, sieht die<br />

Einrichtungsbranche weiterhin keinen Silberstreif<br />

am Horizont. Den scheint im<br />

Moment nur die Automobilindustrie zu<br />

sehen: Das ifo-Institut hatte dort eine<br />

merkliche Verbesserung des Geschäftsklimas<br />

im Januar sowie eine optimistischere<br />

Einschätzung der kommenden Geschäftslage<br />

vermeldet. Bleibt zu hoffen, dass auch<br />

der Einrichtungsbranche schon bald eine<br />

bessere Diagnose gestellt werden kann.<br />

Diagnosis: trade fair fatigue<br />

Since the COVID-19 pandemic, a kind of trade fair fatigue<br />

has set in among the furnishing industry. This diagnosis<br />

could be made as a visitor to the most recent trade fairs in<br />

Cologne, Frankfurt and Hanover, as we report on the<br />

following pages. It is mainly the leading companies in the<br />

industry who are staying away. As we report, almost all the<br />

major mid-range suppliers did not make an appearance at<br />

the imm Cologne interior design fair, and it will be no<br />

different at the upcoming Holz-Handwerk in Nuremberg or<br />

Xylexpo in Milan. This should make the visit less worthwhile,<br />

especially for potential customers from far away<br />

countries, because they cannot get a complete overview of<br />

the entire range. The rail strike and farmers’ demonstrations<br />

did not have as huge an impact on visitor interest in January<br />

as had been feared. Hei<strong>mt</strong>extil, Domotex and imm Cologne<br />

recorded a plus for visitors. However, all three events were<br />

unable to match the pre-pandemic number of visitors.<br />

Reasons for the industry’s trade fair fatigue are consumer<br />

uncertainty and the gloomy mood in the economy. With<br />

2023 having ended with an expected 0.5% decline in<br />

economic output, companies expect a difficult year in 2024<br />

as well. In an exclusive statement, Dr Jan Bergmann of the<br />

VHI (German Wood-Based Materials Industry Association)<br />

describes 2023 as one of the strongest crisis years since<br />

reunification. In an interview with material+technik möbel,<br />

André Dorner from Blum also corroborates that the<br />

hardware manufacturer has not experienced such a global<br />

slump in orders for many years. However, he also finds<br />

words of encouragement and emphasises that Blum is<br />

counting on and preparing for demand to pick up in the<br />

medium term. He describes participation in Holz-Handwerk<br />

as one measure. With its latest innovations and investments,<br />

the edge banding manufacturer Rehau is already<br />

well positioned for the future challenges, as highlighted by<br />

management in an exclusive interview in this issue. All of<br />

the interviewees cannot deny that they are worried about<br />

the poor conditions in the housing sector, as well as the<br />

decline in furniture production. The Verband der Deutschen<br />

Möbelindustrie (Association of the German Furniture<br />

Industry (VDM)) is now expecting a 5 per cent drop in sales<br />

for the 2023 business year, although the statistics available<br />

so far only show a drop of 3.4 per cent for the first ten<br />

months. The reason for the more pessimistic assessment<br />

is the good sales from the previous year: in the last months<br />

of 2022, the machines were still running at full speed in the<br />

furniture industry, so the benchmark for 2023 is particularly<br />

high. The weakness in sales over the last few months is<br />

therefore having a greater impact and pushing the overall<br />

result down further.<br />

With economic experts having reduced their growth forecasts<br />

for 2024 and housing construction being forecast to<br />

slow down further, the furnishing industry still cannot see a<br />

silver lining. At the moment, only the automotive industry<br />

seems to to be able to see it: the ifo Institute had reported<br />

a noticeable improvement in the sector’s business climate<br />

in January and a more optimistic assessment of the<br />

upcoming business situation. Let’s hope that the furnishing<br />

industry will be able to get a better diagnosis soon, too.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 3


Inhalt<br />

Titel: Rehau<br />

Seiten 18–21<br />

Kasten- und Küchenmöbel<br />

Seiten 5–41<br />

Maschinen und Verfahren<br />

Seiten 42–45<br />

Sitzmöbel<br />

Seiten 46–50<br />

Zum Titelbild: Mit seinen innovativen<br />

Produkten ermöglicht Rehau<br />

den „perfekten Match“ von Platte,<br />

Kante und Schrankrollladen.<br />

Editorial 3<br />

Inhalt 4<br />

VHI-Standpunkt<br />

„Trendwende in Sicht<br />

oder ein weiteres<br />

Krisenjahr?“ 8–9<br />

Impressum 44<br />

Personen & Termine 52<br />

Partner der Möbelindustrie53<br />

Inserentenverzeichnis 53<br />

Fokus<br />

Konzentration im<br />

Beschlagsektor 5<br />

Schwieriges Jahr erwartet 6–7<br />

Das Handwerk im Fokus 10–12<br />

Trendfarben für den<br />

Einrichtungsbereich 24–26<br />

Innovative Ideen und<br />

Konzepte28–31<br />

Vielseitig- und Nachhaltigkeit<br />

stehen im Fokus 38–41<br />

Macher & Märkte<br />

„Eine derart globale Nachfrageflaute<br />

haben wir seit vielen<br />

Jahren nicht erlebt“ 14–16<br />

„Wir entwickeln<br />

Innovationen für<br />

unsere Kunden“ 18–21<br />

Produkte & Konzepte<br />

Kanten zur neuen Dekor-<br />

Kollektion bereits am Lager 13<br />

Späne und Stäube zuverlässig<br />

absaugen17<br />

Erweiterte Anti-Fingerprint-<br />

Kollektion 22<br />

Produktvielfalt vereint<br />

mit Funktionalität 22<br />

Innovatives „Capsule“-<br />

Konzept 23<br />

Widerstandsfähige<br />

Wasserlacke 34<br />

„Aus“ für Nitrolacke 34<br />

Kunststoffprodukte im<br />

Rampenlicht 37<br />

Fokus<br />

Konferenz bietet<br />

Oberflächen-Update 42–43<br />

Produkte & Konzepte<br />

Gestricktes Holz 44<br />

Unbegrenzte Design-<br />

Flexibilität dank Digitaldruck 45<br />

Fokus<br />

Mehr Komfort und<br />

Nachhaltigkeit bei<br />

Polsterbezügen46–49<br />

Produkte & Konzepte<br />

Vielseitig nachhaltig 50<br />

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4<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Fokus<br />

Konzentration im<br />

Beschlagsektor<br />

Nach der Ankündigung der Übernahme<br />

der FGV Gruppe durch die<br />

Hettich Gruppe im Herbst vergangenen<br />

Jahres wurde die Übernahme<br />

im Januar erfolgreich<br />

ab geschlossen und ist damit formell<br />

vollzogen. Wie Hettich zum<br />

Closing weiter mitteilt, wurden<br />

neben den erforderlichen Genehmigungen<br />

durch die Kartellbehörden<br />

alle weiteren Abschlussbedingungen<br />

für die Übernahme erfüllt.<br />

Damit ist das Unternehmen aus<br />

Kirchlengern nun 100-prozentiger<br />

Gesellschafter der FGV-Gruppe.<br />

Beide Unternehmen zeichnet laut<br />

eigenen Angaben aus, dass sie langfristig<br />

orientiert, Experten für Möbelbeschläge<br />

und in derselben Branche<br />

zu Hause sind sowie eine große<br />

Kundennähe haben. Die Übernahme<br />

erfolgte mit dem Ziel, dass beide<br />

Unternehmen sich einander mit<br />

ihren Stärken ergänzen, um die<br />

bestehenden Geschäftsaktivitäten<br />

kontinuierlich weiterzuentwickeln<br />

und den Kunden noch bessere<br />

Mehrwertlösungen anzubieten.<br />

Innerhalb des Gesa<strong>mt</strong>unternehmensverbundes<br />

der Hettich Gruppe<br />

werden Hettich und FGV als Marken<br />

und Unternehmen eigenständig<br />

bleiben, so dass die Kunden<br />

beider Unternehmen auch ihre vertrauten<br />

Ansprechpartner behalten.<br />

Uwe Kreidel, der bereits als<br />

Geschäftsführer in verschiedenen<br />

Hettich-Gesellschaften tätig ist, wird<br />

künftig als CEO von FGV verantwortlich<br />

zeichnen. Neben seiner mehr als<br />

30-jährigen Branchen-, Hettich- und<br />

Managementerfahrung bringt er<br />

seine Kenntnisse des italienischen<br />

Marktes ein, die er u. a. in seiner<br />

Funktion als Regional Director für<br />

Hettich Italia erworben hat. ba<br />

Bei der Übernahmezeremonie versammelten sich Dr. Andreas<br />

Hettich, die früheren Aktionäre von Formenti e Giovenzana und ihre<br />

Familien sowie Vertreter des FGV- und Hettich-Management-Teams.<br />

Dr Andreas Hettich, the former shareholders of Formenti e Giovenzana<br />

and their families as well as representatives of the FGV and Hettich<br />

management teams gathered at the takeover ceremony.<br />

Photo: Hettich<br />

Concentration in the fittings sector<br />

Following the announcement of the takeover of the FGV Group by the<br />

Hettich Group in autumn last year, the takeover was successfully completed<br />

in January, and has thus been formally finalised. The merger had<br />

previously been approved by the antitrust authorities, meaning that the<br />

Kirchlengern-based fittings manufacturer is now a 100 per cent shareholder<br />

of the FGV Group, which is based in Veduggio, Italy. Within the<br />

overall Hettich Group, Hettich and FGV will remain independent brands<br />

and companies. Uwe Kreidel, who previously worked as Regional Director<br />

for Hettich Italia, will in future be responsible as CEO of FGV.<br />

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Fokus<br />

Schwieriges Jahr erwartet<br />

Photo: Pixabay<br />

Das Jahr 2024 wird für die deutsche Wirtschaft ein schwieriges Jahr.<br />

Unisono rechnen die Experten der führenden Institute mit einer schwachen<br />

Performance. Die geopolitische Lage sowie der Rückgang beim Wohnungsbau<br />

lassen die Prognosen ungewöhnlich pessimistisch ausfallen.<br />

Photo: Pixabay<br />

In den letzten Monaten des vergangenen<br />

Jahres korrigierten die Wirtschaftsforscher<br />

ihre zu Jahresbeginn<br />

erstellten Prognosen zur wirtschaftlichen<br />

Entwicklung nach<br />

unten. Statt eines leichten Wachstums<br />

von 0,3 Prozent oder zumindest<br />

einer schwarzen Null, wie es<br />

noch zu Jahresbeginn 2023 prognostiziert<br />

worden war, verzeichnete<br />

die Wirtschaft in Deutschland<br />

ersten Einschätzungen zufolge<br />

einen Rückgang von mindestens<br />

0,3 Prozent. Die „Wirtschaftsweisen“<br />

gehen in ihrer jüngsten Prognose<br />

von einem Rückgang des<br />

Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4<br />

Prozent aus, verschiedene Experten<br />

rechnen gar mit einem Minus<br />

von 0,6 Prozent.<br />

Auch die Erwartungen für das neue<br />

Jahr wurden zurückgeschraubt.<br />

Ursprünglich hatten die Wirtschaftsinstitute<br />

für 2024 eine merkliche<br />

Besserung erwartet: Anfang<br />

2023 waren sie für 2024 noch von<br />

einem Wachstum von bis zu 1,9<br />

Prozent ausgegangen.<br />

Unterschiedliche Prognosen<br />

Inzwischen sehen viele Experten<br />

die Entwicklung eher pessimistisch,<br />

so dass die Prognosen recht<br />

unterschiedlich ausfallen. So geht<br />

das Institut der deutschen Wirtschaft<br />

(IW) davon aus, dass das<br />

Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr<br />

2024 um 0,5 Prozent zurückgehen<br />

6<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

wird. Optimistischer zeigt sich das<br />

ifo-Institut, dessen Experten damit<br />

rechnen, dass das preisbereinigte<br />

BIP um 0,9 Prozent steigen wird.<br />

Allerdings hatte das ifo-Institut für<br />

das Jahr 2024 ein Wachstum von<br />

1,4 Prozent und für 2025 von 1,2<br />

Prozent vorhergesagt. Als Grund für<br />

die Korrektur ihrer Prognosen nennt<br />

das Institut die Wirtschaftsentwicklung<br />

im vierten Quartal 2023, die<br />

schwächer ausfiel, als es die<br />

Münchner Experten erwartet hatten.<br />

Der Sachverständigenrat der<br />

Wirtschaftsweisen rechnet 2024<br />

ebenfalls mit einem Wachstum von<br />

0,7 Prozent. Die Europäische Kommission<br />

hatte ihre ursprüngliche<br />

Prognose von 1,1 Prozent Wachstum<br />

ebenfalls auf 0,8 zurückgeschraubt.<br />

Die Prognosen für das<br />

Jahr 2025 fallen<br />

optimistischer<br />

aus. Das ifo-Institut erwartet<br />

einen Anstieg von 1,3 Prozent, die<br />

Europäische Kommission rechnet<br />

mit 1,2 Prozent und das IfW-Kiel<br />

gar mit 1,6 Prozent.<br />

Wirtschaft wächst langsamer<br />

Langsamer als erwartet hat sich<br />

auch die Wirtschaft in der EU entwickelt.<br />

Im Jahresverlauf 2023<br />

musste die Europäische Kommission<br />

ihre Prognosen zweimal revidieren.<br />

Rechnete sie im Sommer<br />

noch mit einem Wachstum von 0,8<br />

Prozent, so spricht die jüngste Prognose<br />

nun von 0,6 Prozent Wachstum<br />

sowohl für die EU als<br />

auch für die<br />

Die führenden Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen für das<br />

Jahr 2024 gesenkt.<br />

The leading economic institutes have lowered their forecasts for<br />

2024. Graphic: Pixabay<br />

Eurozone. Mit besseren Werten<br />

rechnete Brüssel für 2024, wenngleich<br />

auch hier die Erwartungen<br />

heruntergeschraubt wurden. In<br />

ihrer jüngsten Prognose geht die<br />

Europäische Kommission nun von<br />

einem Plus von 1,3 Prozent in der<br />

EU und von 1,2 Prozent in der Eurozone<br />

aus. Einen Tick besser fallen<br />

die Prognosen für das Jahr 2025<br />

aus, in dem ein Zuwachs von 1,7<br />

bzw. 1,6 Prozent erwartet wird.<br />

Deutschland wächst unterdurchschnittlich<br />

Im Vergleich mit den anderen EU-<br />

Ländern fällt das Wachstum in<br />

Deutschland mit 0,8 (2024) bzw.<br />

1,2 Prozent (2025) somit unterdurchschnittlich<br />

aus. Die Gründe für<br />

die düsteren Perspektiven in<br />

Deutschland sind mannigfaltig.<br />

Neben der schwierigen geopolitischen<br />

Lage ist die schwache Bauentwicklung<br />

ein weiterer Faktor,<br />

der das deutsche Bruttoinlandsprodukt<br />

nicht wachsen lässt, denn an<br />

den hohen Zinsen und Baukosten<br />

wird sich nach Ansicht der Experten<br />

auch 2024 nichts ändern. Doch<br />

es gibt auch Lichtblicke: Positiv auf<br />

den privaten Konsum dürfte sich<br />

die Entspannung bei der Inflation<br />

auswirken, bei der die Wirtschaftsexperten<br />

keinen Anstieg auf über 3<br />

Prozent mehr erwarten.<br />

Die trübe Stimmung in der deutschen<br />

Wirtschaft spiegelt sich auch


Fokus<br />

in einer Umfrage des IW wider, die<br />

das Institut zum Jahresende bei<br />

den Wirtschaftsverbänden durchführte.<br />

Dabei hatten 30 von 47<br />

befragten Verbänden die aktuelle<br />

Lage im Vergleich zum Vorjahr als<br />

schlechter eingeschätzt. 23 Verbände<br />

rechneten sogar fest damit,<br />

dass das gesa<strong>mt</strong>e Jahr 2024<br />

schlechter ausfällt. Negative Einschätzungen<br />

der Lage zum Jahreswechsel<br />

kamen u.a. aus der Holzindustrie,<br />

der Leder- und Papierindustrie<br />

sowie aus der Bauindustrie. Sie<br />

alle rechnen damit, dass der Branchenumsatz<br />

im laufenden Jahr<br />

etwas niedriger liegen wird als<br />

2023. Entsprechend ist in diesen<br />

Branchen auch bei den Investitionen<br />

Zurückhaltung angesagt. Positiv<br />

gestim<strong>mt</strong> zeigten sich bei der<br />

IW-Umfrage nur wenige Branchen.<br />

Dazu zählten das Handwerk und die<br />

Messewirtschaft, die beide die<br />

Stimmungslage zum Jahreswechsel<br />

23/24 besser als im Vorjahr<br />

bezeichneten und auch mit einem<br />

leicht höheren Umsatz rechnen.<br />

Dennoch ergab die Umfrage, dass<br />

die Investitionen im Handwerk<br />

geringer als 2023 ausfallen werden,<br />

während die Messewirtschaft stärker<br />

investieren will.<br />

Wohnungsbau bleibt schwach<br />

Der Wohnungsbau bleibt im neuen<br />

Jahr eines der größten Hemmschuhe<br />

für die Entwicklung der Einrichtungsindustrie.<br />

Die jüngsten<br />

Daten des ifo-Instituts lassen darauf<br />

schließen, dass im laufenden Jahr<br />

die Zahl der neuen Wohnungen weiter<br />

zurückgeht. Darauf lassen die<br />

jüngsten Daten des Münchner Instituts<br />

schließen, das bei Wohnungsbaugenehmigungen<br />

in den ersten<br />

neun Monaten 2023 einen Rückgang<br />

von 28,3 Prozent gegenüber<br />

dem Vorjahr ermittelt hatte. Dies<br />

entsprach einem Rückgang um<br />

75.900 auf 195.100 Wohnungen.<br />

Für die Wohn- und insbesondere<br />

die Küchenmöbelindustrie bedeutet<br />

das weniger Umzüge und damit<br />

sinkende Chancen, dass für eine<br />

neue Wohnung auch gleich neue<br />

Möbel und eine neue Einbauküche<br />

angeschafft werden. Während im<br />

Jahr 2022 noch 295.300 Wohnungen<br />

fertiggestellt wurden, erwarten<br />

die Wirtschaftsforscher für<br />

2023 einen Rückgang auf 275.000<br />

Wohnungen. Angesichts der rückläufigen<br />

Genehmigungen und insbesondere<br />

der vorgenommenen<br />

Stornierungen im Wohnungsbau<br />

rechnet das ifo-Institut für das<br />

gerade begonnene Jahr nur noch<br />

mit der Fertigstellung von 235.000<br />

Wohnungen. 2025 sollen es sogar<br />

noch weniger werden. Hier soll die<br />

Zahl der neu gebauten Wohnungen<br />

in neuen und bestehenden Gebäuden<br />

auf rund 200.000 sinken.<br />

Anderen Experten zufolge soll der<br />

Rückgang sogar noch höher ausfallen.<br />

So geht das IMK (Institut für<br />

Makroökonomie und Konjunkturforschung)<br />

davon aus, dass die Zahl<br />

der Wohnungsneubauten im Jahr<br />

2024 auf 177.000 Einheiten sinkt.<br />

Deutschland Schlusslicht<br />

Damit liegt Deutschland in Europa<br />

an letzter Stelle, was den Wohnungsbau<br />

anbetrifft: In anderen<br />

Ländern rechnen die Wirtschaftsforscher<br />

mit einer weniger schlechten<br />

und teilweise sogar mit einer<br />

vergleichsweise guten Entwicklung<br />

im Wohnungsbau. Das spiegelt<br />

sich in den Prognosen wider,<br />

die für Westeuropa im Zeitraum<br />

2021 bis 2025 von einem durchschnittlichen<br />

Rückgang von 12 Prozent<br />

ausgehen. Ebenso hoch soll<br />

der Rückgang ausfallen, wenn die<br />

östlichen Mitgliedsländer einbezogen<br />

werden. Insgesa<strong>mt</strong> soll die<br />

Zahl der Fertigstellungen in Westeuropa<br />

im Berichtszeitraum bis<br />

2025 auf 1,312 Mio. Einheiten<br />

zurückgehen. Inklusive der vier östlichen<br />

Mitgliedsländer sollen dann<br />

1,583 Mio. Wohnungen fertiggestellt<br />

werden.<br />

Neben Deutschland wird in Schweden,<br />

Österreich sowie Dänemark<br />

ebenfalls mit einem deutlich zweistelligen<br />

Rückgang bei den Fertigstellungen<br />

gerechnet. Doch auch<br />

für Frankreich, das 2021 mit insgesa<strong>mt</strong><br />

385.000 Wohnungsneubauten<br />

an der Spitze lag, wird mit<br />

einem Rückgang in Höhe von 14,5<br />

Prozent gerechnet. Deutlich besser<br />

steht Großbritannien da, wo die<br />

Zahl der Fertigstellungen lediglich<br />

um 4 Prozent fallen sollen. 2025<br />

sollen dann nur noch 193.700 Wohnungen<br />

und damit nahezu ebenso<br />

viele wie in Deutschland gebaut<br />

sein. Es gibt aber auch Länder, in<br />

denen die Experten mit einem<br />

Wachstum beim Wohnungsbau<br />

rechnen. Zu diesen zählt vor allem<br />

Irland mit einem Wachstum von<br />

rund 70 Prozent, aber auch in Portugal<br />

und Italien soll es deutlich bergauf<br />

gehen. In diesen Ländern wird<br />

Der rückläufige<br />

Wohnungsbau<br />

hem<strong>mt</strong> auch 2024<br />

die Wirtschaftsentwicklung.<br />

The decline in<br />

residential<br />

construction will<br />

continue to<br />

hamper economic<br />

development in<br />

2024.<br />

Photo: Pixabay<br />

ein Zuwachs von 19,2 bzw. 13,1<br />

Prozent prognostiziert. Auch in Spanien<br />

wird die Zahl der Wohnungen<br />

um 9,4 Prozent auf rund 100.000<br />

Einheiten steigen.<br />

Bis auf die Slowakei, der bis 2025<br />

ein Wachstum der Fertigstellungen<br />

in Höhe von 9 Prozent prognostiziert<br />

wird, rechnen die Forscher mit<br />

zweistelligen Minuswerten in den<br />

Difficult year expected<br />

anderen drei Visegrád-Ländern. Die<br />

Zahl der Fertigstellungen soll etwa<br />

in Polen um 13,5 Prozent auf<br />

203.000 Wohnungen sinken. In<br />

Ungarn wird ein Rückgang um 27,1<br />

Prozent auf 14.500 Wohnungen<br />

erwartet, und in Tschechien soll die<br />

Zahl der Fertigstellungen bis 2025<br />

auf 30.500 Wohnungen zurückgehen.<br />

Richard Barth<br />

In the final months of last year, economic researchers revised their economic<br />

development forecasts made at the beginning of the year downwards.<br />

Instead of a slight growth of 0.3 per cent or at least a break-even<br />

result, as had been forecast at the beginning of 2023, the economy in<br />

Germany recorded a decline of at least 0.3 per cent to 0.6 per cent<br />

according to initial estimates.<br />

Expectations for the new year have also been scaled back. Many experts<br />

are meanwhile taking a rather pessimistic view of developments, with<br />

the result that the gross domestic product (GDP) is forecast to fall in<br />

2024, or only increase slightly by 0.7 per cent.<br />

The forecasts for 2025 are somewhat more optimistic at between 1.2<br />

and 1.6 per cent. The economy in the EU has also developed more slowly<br />

than expected, with the institutes forecasting growth of 0.6 per cent for<br />

both the EU and the eurozone. For 2024, growth of 1.3 per cent is<br />

expected in the EU and 1.2 per cent in the eurozone. Growth of 1.7 and<br />

1.6 per cent is respectively expected in 2025.<br />

Housing construction in Germany remains one of the biggest obstacles<br />

to the development of the furnishing industry in the new year. The latest<br />

data from the ifo Institute suggests that the number of new homes will<br />

continue to fall this year.<br />

While 295,300 flats were completed in 2022, the economic researchers<br />

expect a decline to 275,000 flats in 2023. For the year that has just<br />

begun, only 235,000 flats are expected to be completed. In 2025, the<br />

number is expected to fall to around 200,000 or even lower.<br />

In other countries, economic researchers anticipate a less poor and in<br />

some cases an even comparatively good development in residential construction.<br />

Overall, the number of completions in Western Europe is<br />

expected to fall to 1.312 million units by 2025. Including the four eastern<br />

member states, 1.583 million homes are then expected to be completed.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 7


Branchen-Standpunkt<br />

Die Rubrik VHI-Standpunkt gibt dem Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) die<br />

Möglichkeit, über aktuelle Branchenthemen und Ereignisse zu informieren. Zum gerade angelaufenen<br />

Jahr blickt Dr. Jan Bergmann als Präsident des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie<br />

(VHI) auf das abgelaufene Jahr zurück und äußert sich zu den Herauforderungen<br />

für das Jahr 2024. Unter dem Titel „Trendwende in Sicht oder ein weiteres Krisenjahr?“ fordert<br />

er unter anderem von der Bundesregierung Initiativen zur Belebung der Baukonjunktur.<br />

„Trendwende in Sicht oder ein<br />

weiteres Krisenjahr?“<br />

Das Jahr 2023 entwickelte sich<br />

gesa<strong>mt</strong>wirtschaftlich zu einem<br />

der bislang stärksten Krisenjahre<br />

seit der Wiedervereinigung. Auch<br />

die Holzwerkstoffindustrie konnte<br />

sich dem nicht entziehen. Die<br />

ohnehin nicht große Hoffnung auf<br />

eine Trendwende erfüllte sich zum<br />

Jahresende nicht. Bedeutende<br />

Absatzmärkte waren weiter rückläufig<br />

oder wurden endgültig<br />

auch vom Abwärtssog erfasst.<br />

Laut Statistischem Bundesa<strong>mt</strong><br />

ging im Vorjahresvergleich die<br />

Anzahl der genehmigten Wohnungen<br />

in den ersten 10 Monaten<br />

des Jahres 2023 um fast ein<br />

Drittel (-29,7 %) zurück. Die Zielstellung<br />

des Koalitionsvertrages<br />

von jährlich 400.000 neu errichteten<br />

Wohnungen ist in weite Ferne<br />

gerückt. Auch die Möbelindustrie,<br />

die sich aufgrund von Auftragsbeständen<br />

bislang als<br />

robust erwiesen hatte, ist von<br />

deutlichen Rückgängen betroffen,<br />

insbesondere weil die<br />

zurückgehende Neubautätigkeit<br />

auch den Einrichtungsbedarf an<br />

neuen Möbeln senkt.<br />

„Umsatz der Holzwerkstoffindustrie<br />

ging 2023 zurück“<br />

Der Umsatz der Holzwerkstoffindustrie<br />

verzeichnete von Januar<br />

bis Oktober 2023 einen Rückgang<br />

um über 15 % im Vergleich zum<br />

Vorjahr, von 5,40 Mrd. Euro auf<br />

4,56 Mrd. Euro, wobei der<br />

Inlandsumsatz mit minus 18,3 %<br />

stärker als der im Ausland mit<br />

minus 10,7 % zurück ging.<br />

Das Jahr 2023 war zudem von<br />

deutlichen Rückgängen der Verkaufspreise<br />

geprägt. So ging<br />

etwa der durchschnittliche Preis<br />

im Industrieabsatz von Standardrohspanplatten<br />

im November<br />

im Vorjahresvergleich um<br />

rund 46 % zurück, im Bereich der<br />

MDF-Standardplatten um rund<br />

36 %.<br />

Zwar hat sich die Situation bei<br />

den Gestehungskosten mit den<br />

absoluten Preisspitzen im Jahr<br />

2022 etwas entspannt, trotzdem<br />

liegen die Preise zum Beispiel für<br />

Harnstoffformaldehydharze derzeit<br />

um rund 63 % höher als im<br />

Jahr 2020, bei Dekorpapier um<br />

fast 30 %.<br />

Die vom VHI repräsentierten Branchen<br />

- Holzwerkstoffplatten, Sperrholz,<br />

WPC-Produkte sowie Innentüren<br />

aus Holz und Holzwerkstoffen<br />

– waren von deutlichen<br />

Produktionsrückgängen gekennzeichnet.<br />

So ging in den ersten<br />

drei Quartalen die Produktion<br />

von Spanplatten von 4,32 Mio.<br />

m³ um 10,6 % auf 3,86 Mio. m³<br />

zurück. Die Menge der hergestellten<br />

Faserplatten nahm um<br />

14,47 % ab.<br />

Die Produktion von Sperrholz<br />

schrumpfte in den ersten drei<br />

Quartalen um rund 9 % . Im<br />

Bereich WPC-Produkte (Holz-<br />

Polymer-Werkstoffe) wie Terrassendielen<br />

lässt sich in den ersten<br />

drei Quartalen ein<br />

sehr deutlicher<br />

Produktionsrückgang<br />

von rund<br />

45 % feststellen.<br />

Bei der<br />

Produktion von<br />

Türblättern und<br />

Zargen betrug<br />

der Rückgang<br />

bis zum Ende<br />

des dritten Quartals<br />

im Vorjahresvergleich<br />

über 20 %.<br />

„Statt Krisenbewältigung<br />

gab es politische Enttäuschungen“<br />

Obwohl im politischen Diskurs<br />

niemand das Prinzip der Kaskadennutzung<br />

von Holz in Frage<br />

stellt und auch von der Bundesregierung<br />

oft betont wird, dass eine<br />

stoffliche Verwertung des knappen<br />

Rohstoffes Holz vor der energetischen<br />

der Regelfall sein sollte,<br />

wurde im Jahr 2023 u. a. mit dem<br />

Gebäudeenergiegesetz und der<br />

Bundesförderung für effiziente<br />

Gebäude sowie dem Wärmeplanungsgesetz,<br />

um nur einige Beispiele<br />

zu nennen, der Holzenergie<br />

bei der (zweifellos richtigen)<br />

Abkehr von fossilen Brennstoffen<br />

ein zentraler Stellenwert eingeräu<strong>mt</strong>.<br />

Zudem wurde sie mit signifikanter<br />

Förderung versehen<br />

und mengenmäßig kaum<br />

begrenzt, obwohl Holz als Energiequelle<br />

deutlich limitierter ist<br />

als etwa Wind- oder Sonnenergie.<br />

Dr. Jan Bergmann (Präsident<br />

des Verbandes der Deutschen<br />

Holzwerkstoffindustrie (VHI).<br />

Dr Jan Bergmann (President of<br />

the Verband der Deutschen<br />

Holzwerkstoffindustrie (VHI)).<br />

Photos: VHI<br />

Durch diese politischen Richtungsentscheidungen<br />

zugunsten<br />

der Holzenergie werden der<br />

Holzwerkstoffindustrie wesentliche<br />

Rohstoffe wie Sägenebenprodukte,<br />

aus denen auch Pellets<br />

produziert werden, und Altholz<br />

noch stärker als bislang entzogen.<br />

Die ohnehin bestehende<br />

Nutzungskonkurrenz stofflich vs.<br />

energetisch wurde mit diesen<br />

gesetzlichen Weichenstellungen<br />

weiter verschärft.<br />

Dadurch konterkariert die Bundesregierung<br />

neben der Kreislaufwirtschaftsstrategie<br />

leider auch die<br />

von ihr selbst aufgesetzte Holz-<br />

8<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Branchen-Standpunkt<br />

bauinitiative, mit der sich große<br />

gesellschaftliche Hoffnungen auf<br />

schnell und preisgünstig entstehenden<br />

Wohnraum mit dem<br />

nachwachsenden Rohstoff Holz<br />

verbinden.<br />

Ebenso enttäuschend war, dass<br />

durch das lang erwartete Strompreispaket<br />

keine international<br />

wettbewerbsfähigen Energiepreise<br />

für alle energieintensi ven<br />

Unternehmen gewährleistet<br />

werden, da sich die Ausweitung<br />

der Strompreiskompensation im<br />

Strompreispaket nur an die<br />

wenigen Unternehmen richtet,<br />

die bislang schon unter diese<br />

Regelung fielen. Dabei wurde die<br />

ebenso energieintensive Holzwerkstoffindustrie<br />

nicht berücksichtigt.<br />

Die mediale Darstellung,<br />

bei den energieintensiven Industrien<br />

handele es sich nur um<br />

wenige Großkonzerne, entspricht<br />

nicht den Tatsachen. Ein<br />

beträchtlicher Teil sind KMU, die<br />

mit dem Rücken zur Wand stehen.<br />

Die Bundesregierung muss<br />

hier dringend nachbessern, um<br />

für die energieintensiven Unternehmen<br />

die Energiepreise wettbewerbsfähig<br />

zu machen.<br />

Von einem notwendigen Bürokratieabbau<br />

wurde zwar viel<br />

geredet, in der Praxis ist davon<br />

aber bislang nichts angekommen.<br />

Die deutsche Industrie<br />

befindet sich bereits seit fast<br />

zwei Jahren in einer existenziellen<br />

Krise und muss schnellstmöglich<br />

von bürokratischem<br />

Aufwand und Überregulierung<br />

entlastet werden.<br />

„Baukonjunktur muss belebt<br />

werden!“<br />

Gemeinsam mit der Möbelbranche<br />

(Handelsverband Möbel und<br />

Küchen sowie Verband der Möbelindustrie)<br />

hat der VHI bereits<br />

im Sommer vergangenen Jahres<br />

an die Bundesregierung appelliert,<br />

Maßnahmen zu ergreifen,<br />

um die Verunsicherung der Menschen<br />

angesichts steigender<br />

Bauzinsen und Inflation zu überwinden.<br />

Insbesondere gelte es,<br />

auch ein Sofortprogramm für<br />

den Wohnungsbau aufzulegen,<br />

damit der Wohnungsbau und die<br />

nachgelagerten Branchen wie<br />

die Möbelindustrie stabilisiert<br />

sowie Investitionen und Konsum<br />

stimuliert werden.<br />

Auswahl von Produkten<br />

der Mitgliedsunternehmen<br />

des VHI.<br />

Selection of products<br />

from VHI member<br />

companies.<br />

Dringend notwendig ist es zudem,<br />

Förderprogramme wie<br />

„Klimafreundlicher Neubau“<br />

verlässlich zu finanzieren und<br />

auszubauen, um vertrauensschädigende<br />

Förderstopps wie in<br />

den vergangenen Jahren zu vermeiden.<br />

Auch der soziale Wohnungsbau<br />

muss weiter gestärkt<br />

werden. Die Förderung des Umbaus<br />

von Gewerbe- in Wohnimmobilen<br />

sollte deutlich aufgestockt<br />

werden.<br />

Um die Potenziale des Bauens mit<br />

Holz als umweltschonendem und<br />

langfristig Kohlenstoff speicherndem<br />

Baustoff und die Chancen<br />

eines hohen Vorfertigungsgrades<br />

im Rahmen des seriellen Bauens<br />

optimal zu nutzen, sind bestehende<br />

Hürden für den Holzbau zu<br />

reduzieren. Modulares Bauen<br />

und industrielle Vorfertigung<br />

müssen gestärkt werden. Dafür<br />

sind insbesondere Holzwerkstoffplatten<br />

prädestiniert.<br />

Gleichzeitig muss aber auch die<br />

stoffliche Verwertung von Holz<br />

gestärkt werden, um Bauprodukte<br />

aus Holz nicht zu verknappen<br />

und zu verteuern. Die Kaskadennutzung<br />

von Frischholz,<br />

inklusive Sägenebenprodukten,<br />

und auch stofflich verwertbarem<br />

Altholz muss festgeschrieben<br />

werden, insbesondere in der Biomassestrategie.<br />

Konterkarierende finanzielle Förderungen<br />

der Holzverbrennung<br />

müssen unterbleiben. Die Holzwerkstoffindustrie<br />

konnte in den<br />

vergangenen Jahren schon nicht<br />

die Mengen an Altholz einsetzen,<br />

die sie sich gewünscht hätte, da<br />

stofflich verwertbares Altholz oft<br />

den hohen Energiepreisen in die<br />

Verbrennung folgte. Dieser Weg<br />

muss umgekehrt werden, zumal<br />

sich der Anwendungsbereich für<br />

Recyclingholz wohl noch erweitern<br />

wird.<br />

In Zukunft sollte es zum Standard<br />

werden, dass Möbel über das<br />

Holzwerkstoffrecycling zu neuen<br />

Möbeln werden. Um dieses Ziel<br />

im Bereich der Faserplatten zu<br />

erreichen, wurde u. a. das von<br />

der EU geförderte Projekt EcoRe-<br />

Fibre, an dem auch VHI-Mitglieder<br />

beteiligt sind, ins Leben gerufen.<br />

Zudem sollen Rücknahmesysteme<br />

und die Sortierung von<br />

Altholz verbessert werden, wie<br />

das u. a. auch mit dem Pilotprojekt<br />

in Nordrhein-Westfalen<br />

unter dem Titel „Rücknahmesystem<br />

Altmöbel“ des Handelsverbandes<br />

Möbel und Küchen<br />

(BVDM), des Verbandes der Deutschen<br />

Möbelindustrie (VDM) und<br />

des VHI erprobt werden soll.<br />

„Klare Prioritäten zur Krisenbewältigung<br />

sind notwendig“<br />

Die Bundesregierung muss in<br />

VHI Industry Viewpoint<br />

diesem Jahr klarere Prioritäten<br />

als im vergangenen Jahr für die<br />

Überwindung der Krise setzen,<br />

gerade im Bereich der Absatzmärkte.<br />

Die Holzwerkstoffindustrie<br />

ist bereit, sie dabei konstruktiv<br />

zu unterstützen, erwartet aber<br />

auch deutliche Signale und Maßnahmen<br />

zur Stabilisierung der<br />

Standorte.<br />

Bei allen schlechten Vorzeichen für<br />

das Jahr 2024 sollten wir aber auch<br />

nicht vergessen, dass die Wertschöpfungskette<br />

Bauen, Möbel,<br />

Holzwerkstoffe unverzichtbar ist<br />

und gebraucht wird, wenn die Konjunktur<br />

wieder anspringt. Holz<br />

gehört die Zukunft, das sollte uns<br />

trotz der momentanen dunklen<br />

Wolken optimistisch stimmen.<br />

The VHI Industry Viewpoint column gives the Verband der Deutschen<br />

Holzwerkstoffindustrie (VHI) the opportunity to provide information on<br />

current industry topics and events. In this article, Dr Jan Bergmann<br />

(President of the Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI))<br />

looks back on the past year and comments on the challenges for 2024.<br />

As he explains, 2023 turned out to be one of the worst years for the<br />

economy as a whole since the German reunification, and the woodbased<br />

materials industry has not been able to escape this.<br />

Due to political decisions in favour of wood energy, such as the Building<br />

Energy Act and federal funding for efficient buildings, the wood-based<br />

materials industry was also deprived of essential raw materials such as<br />

sawmill by-products in 2023 even more than before. According to the<br />

VHI President, the already existing material versus energy utilisation<br />

competition has been further intensified by these legal decisions.<br />

In his review of the year, he appeals to the German government to launch<br />

an immediate housing construction programme to stabilise residential<br />

construction and downstream sectors such as the furniture industry and<br />

to stimulate investment and consumption. As he goes on to explain, the<br />

existing hurdles for timber construction also have to be lowered and the<br />

cascade utilisation of fresh wood, including sawmill by-products and<br />

recyclable waste wood, should be established. Counteracting financial<br />

subsidies for wood combustion should be discontinued. With a view to<br />

the year that has just begun, Dr Bergmann is calling on the German<br />

government to set clearer priorities to overcome the crisis. The woodbased<br />

materials industry is prepared to provide constructive support, but<br />

also expects clear signals and measures to stabilise its locations. To conclude<br />

his review, Dr Bergmann was optimistic for 2024 despite the poor<br />

economic outlook and emphasised that the future belongs to wood, as<br />

the construction, furniture and wood-based materials value chain is indispensable<br />

and needed.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 9


Fokus<br />

Die erste reguläre<br />

Holz-Handwerk weist<br />

weniger Aussteller<br />

als bisher auf.<br />

The first regular<br />

Holz-Handwerk will<br />

have fewer exhibitors<br />

than before.<br />

Photos: Holz-<br />

Handwerk<br />

Das Handwerk<br />

im Fokus<br />

Die erste reguläre Ausgabe der Holz-Handwerk in Nürnberg nach der coronabedingten Pause bietet den<br />

Besuchern ein deutlich geschmälertes Angebot im Maschinenbereich. Fast alle Maschinenriesen haben dem<br />

Event dieses Mal eine Absage erteilt. Dahingegen können sich die Zulieferunternehmen in einer neuen<br />

Halle mit zum Teil größeren Messeständen präsentieren.<br />

Die diesjährige 21. Holz-Handwerk<br />

in Nürnberg findet vom 19. bis zum<br />

22. März erneut in Kombination mit<br />

der Fensterbau Frontale statt. Nach<br />

der coronabedingten Pause sind<br />

die Veranstalter zum traditionellen<br />

Termin im März zurückgekehrt. Bei<br />

ihrem Re-Start im Jahr 2022 hatte<br />

die Veranstaltung als „Summer Edition“<br />

Mitte Juli stattgefunden.<br />

Damals erwies sich die Jubiläumsausgabe<br />

der Holz-Handwerk eindeutig<br />

als erfolgreichere Veranstaltung,<br />

während die Fensterbau<br />

Frontale mangels Ausstellerbeteiligung<br />

sehr mager ausfiel.<br />

Bei der diesjährigen Ausgabe<br />

scheint es umgekehrt zu sein.<br />

Grund ist das Fernbleiben nahezu<br />

aller großen Produzenten von Holzbearbeitungsmaschinen.<br />

So haben<br />

Homag, SCM, Biesse, Altendorf<br />

sowie die Felder Group ihre Teilnahme<br />

abgesagt und damit auf<br />

dem Messegelände mehrere Tausend<br />

Quadratmeter an Ausstellungsfläche<br />

frei gelassen. Von den<br />

Maschinenriesen sind lediglich<br />

Weinig mit Firmentochter Holz-Her<br />

sowie Bürkle übrig geblieben. Dazu<br />

kommen kleinere Maschinenproduzenten<br />

wie etwa Giardina, Hoffmann,<br />

Bacci, Salvador, Paul, Striebig<br />

oder Venjakob Lücken weist<br />

auch das Werkzeugangebot auf:<br />

Leitz etwa ist an Bord, während<br />

Leuco dieses Mal nicht antritt. Auch<br />

andere Anbieter dieser Sparte wie<br />

etwa Benz oder AKE sind nicht<br />

unter den Ausstellern zu finden.<br />

Dennoch sollen auf der Messe weiterhin<br />

rund 40 Prozent der Fläche<br />

mit einem Maschinenangebot aufwarten<br />

können, heißt es von Seiten<br />

der Messegesellschaft.<br />

Verändertes Hallenlayout<br />

Während die Fensterbau Frontale<br />

mit den Hallen 1 bis 8 nahezu die<br />

gleichen Hallen wie bei ihrer letzten<br />

regulären Ausgabe im Jahr 2<strong>01</strong>8<br />

belegt, tritt die Holz-Handwerk dieses<br />

Mal ohne die Halle 10.1 auf. Im<br />

Obergeschoss dieser Halle waren<br />

bislang die Zulieferunternehmen<br />

untergebracht. Auch die Halle 8<br />

zählt nicht mehr zum Angebot der<br />

Holz-Handwerk; 2<strong>01</strong>8 bildete sie<br />

noch den Übergang zur Fensterbau<br />

Frontale.<br />

Auf der diesjährigen Ausgabe sind<br />

die Anbieter von Beschlägen,<br />

Dekorplatten sowie Licht nunmehr<br />

in der einstöckigen und modernen<br />

Halle 12 anzutreffen, wo den Ausstellern<br />

auch mehr Fläche zur Verfügung<br />

steht. Außerdem befindet<br />

sich der Bereich nun direkt am Eingang<br />

Nord-West, so dass die Firmen<br />

mit einem direkten Besucherzufluss<br />

rechnen können. Manchen<br />

Aussteller werden Interessenten<br />

mit einem größeren Messestand<br />

antreffen, beispielsweise Blum,<br />

der sein Produktportfolio nun auf<br />

450 Quadratmetern vorstellen<br />

10<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


wird. Allerdings müssen sich die Aussteller<br />

die Halle nun mit den Anbietern von Handwerkzeugen<br />

teilen, die zur diesjährigen Ausgabe<br />

auch mit Rückkehrern aufwarten können.<br />

Das Maschinenangebot präsentiert sich<br />

dieses Mal lediglich in den Hallen 9 und 10.0.<br />

Rückkehrer im Beschlagangebot<br />

Bei der bevorstehenden Ausgabe sind wieder<br />

alle namhaften Beschlaghersteller an Bord,<br />

und auch Firmen wie etwa Grass und Häfele,<br />

die bei der „Summer Edition 2022“ nicht<br />

angetreten waren. Das Beschlagangebot<br />

wird von Lamello, Sugatsune und OPK<br />

ergänzt. Holzwerkstoff- und Dekorplatten<br />

werden unter anderem von Egger, Swiss<br />

Krono und Kronospan angeboten. Mit Hera,<br />

Halemeier, Brinkdöpke sowie L&S sind auch<br />

führende Anbieter von Einbauleuchten an<br />

Bord. Gleiches gilt für die Lack- und Klebstoffindustrie,<br />

bei der u. a. Remmers, Plantag,<br />

Adler-Lacke sowie Kleiberit und Zweihorn<br />

antreten. Kantenmaterialien werden die Messebesucher<br />

hauptsächlich bei Ostermann<br />

antreffen, da Rehau in diesem Jahr nicht dabei<br />

ist.<br />

Neben den Zulieferunternehmen wechseln<br />

bei der diesjährigen Holz-Handwerk auch die<br />

Anbieter von Software und Konfiguratoren<br />

ihre Platzierungen. Sie waren bislang vor<br />

allem in der Halle 11.1 anzutreffen und haben<br />

nun eine neue Platzierung in Halle 11.0 erhalten,<br />

in der auch der Bereich Organisation<br />

untergebracht ist. Mit CAD+T, Imos, Borm<br />

und Pytha Lab wird den Besuchern ein breites<br />

Spektrum auch auf diesem Gebiet geboten.<br />

Geringere Ausstellerzahl<br />

Gegenüber vorherigen Ausgaben tritt die<br />

diesjährige Ausgabe auch mit deutlich weniger<br />

Ausstellern an. Dieses Mal zählt die Holz-<br />

Handwerk knapp 320 Aussteller. Bei der<br />

„Summer Edition“ waren es rund 350 Firmen<br />

und 2<strong>01</strong>8 sogar 515 Aussteller gewesen.<br />

2022 lag die Holz-Handwerk zahlenmäßig<br />

damit auf gleicher Höhe wie die Fensterbau<br />

Frontale, die bisher immer die weitaus größere<br />

Veranstaltung gewesen war und bei dieser<br />

Ausgabe einen deutlichen Ausstellerschwund<br />

hinnehmen musste. 2<strong>01</strong>8 waren<br />

dort über 800 Firmen an Bord gewesen. In<br />

diesem Jahr werden laut Messeangaben<br />

mehr als 600 Anbieter teilnehmen.<br />

Bei den Besuchern konnte das Messe-Duo in<br />

den Jahren vor Corona einen kontinuierlichen<br />

Anstieg verzeichnen und 2<strong>01</strong>8 mit rund<br />

111.000 Besuchern einen neuen Rekord aufstellen.<br />

Die „Summer Edition 2022“ zog allerdings<br />

nur noch 28.500 Interessenten an, so<br />

dass es der Messe bei der kommenden Ausgabe<br />

gelingt, an die Zahlen früherer Jahre<br />

anzuknüpfen.<br />

Rahmenprogramm bietet Wissenstransfer<br />

Wie aus den Vorjahren gewohnt, wartet die<br />

Nürnberger Veranstaltung wieder mit einer<br />

Reihe an Sonderflächen und Sonderevents<br />

auf.<br />

Nach der Premiere auf der Sommer-Edition im<br />

Jahr 2022 veranstaltet die NürnbergMesse<br />

auch bei der kommenden Ausgabe das Forum<br />

„Digitalisierung praktisch gestalten“, das den<br />

Handwerksbetrieben mit praxisnahen Pit-<br />

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Das Maschinenangebot der diesjährigen Ausgabe präsentiert sich fast ohne große<br />

Player.<br />

There are almost no major players offering machines at this year’s edition.<br />

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Sie nicht verpassen sollten.<br />

Wir freuen uns über Ihren Besuch!<br />

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Fokus<br />

ÜBERSICHTSPLAN<br />

ÜBERSICHTSPLAN<br />

GENERAL PLAN<br />

GENERAL PLAN<br />

West<br />

. Entrance<br />

S 12.0<br />

Münchener Straße<br />

12.0<br />

Nord-West<br />

Eingang . Entrance<br />

VDMA<br />

NCC West<br />

Rotunde<br />

U-Bahn /<br />

Subway<br />

Messe<br />

S 12.0<br />

Münchener Straße<br />

12.0<br />

11.0<br />

Die Beschlag- und Oberflächenindustrie tritt in<br />

diesem Jahr in der Messehalle 12 auf.<br />

This year, the fittings and surfaces industry<br />

will be exhibiting in Hall 12.<br />

VDMA<br />

NCC West<br />

S 11<br />

Rotunde<br />

Mitte<br />

Eingang<br />

Entrance<br />

U-Bahn /<br />

Subway<br />

Messe<br />

VIP<br />

West/<br />

Mitte<br />

11.0<br />

10.0S 11<br />

S 10<br />

NCC<br />

Mitte<br />

Mitte<br />

NCC Eingang<br />

Mitte Entrance<br />

S 9 VIP<br />

Mitte West/<br />

Mitte<br />

NCC<br />

Mitte<br />

S 1<br />

Mitte<br />

Operation<br />

Center<br />

NCC<br />

S 10 Mitte<br />

NCC<br />

Mitte<br />

10.0<br />

S 9<br />

Mitte<br />

9<br />

NCC<br />

Mitte<br />

S 1<br />

Mitte<br />

S 9<br />

Operation<br />

Center<br />

Messepark<br />

S 1<br />

1<br />

9<br />

8<br />

8<br />

S 8/9<br />

S 6/7<br />

6<br />

S 7<br />

S 9<br />

7Service Point<br />

Messepark<br />

S 5/6<br />

S 8/9<br />

S 6/7<br />

S 1<br />

5 S 7<br />

S 4<br />

6<br />

S 1/2<br />

1<br />

S 4/5 Service Point S 5/64<br />

2<br />

S 2/3/4<br />

S 3/4<br />

5<br />

S 4<br />

S 1/2 S 4/5<br />

3C<br />

2<br />

S 2/3/4<br />

4<br />

3<br />

7<br />

S 3/4<br />

Parkhaus<br />

Parking<br />

Parkhaus<br />

Parking<br />

ServicePartner<br />

Center<br />

ServicePartner<br />

Center<br />

7A<br />

7A<br />

NCC Ost<br />

4A<br />

NCC Ost<br />

4A3A<br />

VIP<br />

Ost 1<br />

VIP<br />

Ost 1<br />

Große<br />

Straße<br />

Große<br />

Straße<br />

Ost<br />

Ost<br />

Große<br />

Straße<br />

Große<br />

Straße<br />

Ost<br />

Eingang<br />

Entrance<br />

VIP<br />

Ost 2<br />

Ost<br />

Eingang<br />

Entrance<br />

VIP<br />

Ost 2<br />

Ost<br />

Große<br />

Straße<br />

NÜRNBERG, GERMANY 19.– 22.3. 2024<br />

NÜRNBERG, GERMANY 19.– 22.3. 2024<br />

DAS FACHANGEBOT IN DEN HALLEN<br />

PRODUCTS ON DISPLAY IN THE HALLS<br />

DAS FACHANGEBOT IN DEN HALLEN<br />

HALLEN PRODUCTS | HALLS 9, 10.0 ON DISPLAY IN THE HALLS<br />

Holzbearbeitungsmaschinen, Werkzeuge, Schleif- und<br />

Poliermittel, Oberflächentechnik, Entsorgungstechnik<br />

Woodworking HALLEN Machinery, | HALLS Tools, 9, 10.0 grinding and polishing aids,<br />

Finishing Holzbearbeitungsmaschinen, equipment and hardware, Disposal Werkzeuge, equipment Schleif- und<br />

Poliermittel, Oberflächentechnik, Entsorgungstechnik<br />

Woodworking Machinery, Tools, grinding and polishing aids,<br />

HALLE Finishing | HALL equipment 11.0 and hardware, Disposal equipment<br />

Software und Organisation<br />

Software and Organisation<br />

HALLE | HALL 11.0<br />

HALLE Software | HALL und 12.0Organisation<br />

Befestigungstechnik Software and und Organisation Beschläge, Hölzer, Holzwerkstoffe,<br />

Materialien, Bauelemente, Halbfabrikate, Einbauteile für<br />

Möbel- und Innenausbau<br />

Fixing equipment and hardware, Wood and wood-based<br />

HALLE | HALL 12.0<br />

materials, Components, semi-finished materials, finished<br />

components Befestigungstechnik for furniture-making und Beschläge, Hölzer, Holzwerkstoffe,<br />

Materialien, Bauelemente, Halbfabrikate, Einbauteile für<br />

Möbel- und Innenausbau<br />

HALLE Fixing | HALL equipment 12.0 and hardware, Wood and wood-based<br />

Elektro- materials, und Pneumatikwerkzeuge, Components, semi-finished Handwerkzeuge materials, finished<br />

Electrical and pneumatic tools, Hand tools<br />

components for furniture-making<br />

FENSTERBAU FRONTALE<br />

HALLE | HALL 12.0<br />

Elektro- und Pneumatikwerkzeuge, Handwerkzeuge<br />

Electrical and pneumatic tools, Hand tools<br />

0<br />

50 100m<br />

3C<br />

VIP Süd<br />

Parkdeck Süd<br />

Karl-Schönleben-Straße<br />

3<br />

West<br />

Einfahrt . Access<br />

Süd-Ost 1<br />

3A<br />

Süd-Ost 2<br />

Karl-Schönleben-Straße<br />

Ost<br />

Große<br />

Straße Ost<br />

Einfahrt . Access<br />

FENSTERBAU FRONTALE<br />

ches, Interviews und Diskussionen<br />

0 50 100m<br />

ihren individuellen Weg in die Digitalisierung<br />

zeigen will. Auf der<br />

Agenda stehen aber auch<br />

bewährte Veranstaltungen wie das<br />

Forum „Architektur-Fenster-Fassade“<br />

sowie das „Fensterbau Frontale<br />

Forum“.<br />

Da die Messe zusammen mit der<br />

VDMA Holzbearbeitungsmaschinen<br />

sowie dem Fachverband<br />

Schreinerhandwerk Bayern (FSH<br />

Bayern) als Mitträger veranstaltet<br />

VIP Süd<br />

wird, zeigt Parkdeck Süd sich das Rahmenprogramm<br />

der Holz-Handwerk mit<br />

West<br />

Einfahrt . Access<br />

speziell auf die Besucher zugeschnittenen<br />

Sonderschauen und<br />

Veranstaltungen. Dazu zählen der<br />

„Holz-Handwerk Campus“ und<br />

das „JobMatch“, das 2022 als zentrale<br />

Anlaufstelle für die Vernetzung<br />

von Fachkräften und Unternehmen<br />

eingeführt wurde. Beide<br />

stellen eine zentrale Plattform für<br />

das Thema Aus- und Weiterbildung<br />

sowie Karriere dar.<br />

Karl-Schönleben-Straße<br />

Süd-Ost 1<br />

Sonderflächen und Sonderschauen vermitteln den Tischlern und<br />

Schreinern zusätzliches Wissen und Informationen.<br />

Special areas and special shows provide carpenters and joiners with<br />

additional knowledge and information.<br />

Die Süd-Ost Sonderschau 2 „DesignObjekt<br />

– ObjektDesign“ des FSH Bayern<br />

Ost<br />

Einfahrt . Access<br />

im großen Foyer des Eingangs<br />

Mitte fokussiert in diesem Jahr<br />

das Thema „Nachhaltige Produktgestaltung“.<br />

Die Schau zeigt, welche Wege das<br />

Schreinerhandwerk in puncto<br />

Nachhaltigkeit bei der Gestaltung<br />

seiner Produkte längst eingeschlagen<br />

hat und welche Chancen es in<br />

Karl-Schönleben-Straße<br />

Focus on skilled trades<br />

Zukunft bietet.<br />

Wie in den vergangenen Jahren<br />

können die Besucher mit ihrem<br />

Ticket auch die jeweils parallele<br />

Messe besuchen. Bis auf den letzten<br />

Messetag hält das Messe-Duo<br />

seine Tore von 10 bis 18 Uhr offen.<br />

Am Freitag, dem 21. März schließen<br />

beide Veranstaltungen dann<br />

um 17 Uhr ihre Pforten.<br />

Richard Barth<br />

This year’s 21st Holz-Handwerk in Nuremberg will once again take place<br />

in the traditional slot in March from the (19 – 22) in combination with<br />

Fensterbau Frontale. However, the first regular edition of Holz-Handwerk<br />

after the break due to the coronavirus will offer visitors a significantly<br />

reduced range of products in the machinery sector. Almost all the<br />

machinery giants have turned down the event. On the other hand, the<br />

supplier companies can present themselves in a new hall with some<br />

larger exhibition stands. When it was relaunched in 2022, the event was<br />

held as a “summer edition” in mid-July. At that time, Holz-Handwerk<br />

proved to be the more successful event, while Fensterbau Frontale was<br />

very poorly attended due to a lack of exhibitors. This year’s edition is the<br />

other way round: while a total of around 320 exhibitors will be exhibiting<br />

at Holz-Handwerk, there will more than 600 companies at Fensterbau<br />

Frontale. In 2022, Holz-Handwerk recorded around 350 exhibitors and in<br />

2<strong>01</strong>8 as many as 515 exhibitors; at this year’s edition, suppliers of fittings,<br />

decorative panels and lighting will be exhibiting in Hall 12 for the<br />

first time, while technology providers will only be found in Halls 9 and<br />

10.0. Providers of software and configurators have now been given a<br />

new position in Hall 11.0. As in previous years, visitors can also use their<br />

ticket to visit the parallel trade fair.<br />

12<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Produkte & Konzepte<br />

Kanten zur neuen Dekor-<br />

Kollektion bereits am Lager<br />

Zeitgleich mit dem Verkaufsstart der neuen Egger-Kollektion „Dekorativ 24+“ hält Ostermann schon alle<br />

passenden Kanten bereit. Und das in jeder gewünschten Breite bis 100 mm sowie mit dem bekannten,<br />

schnellen Lieferservice. Davon können sich die Besucher der Holz-Handwerk in Nürnberg auf dem<br />

Ostermann-Messestand überzeugen.<br />

Ostermann liefert alle Kanten zur neuen Egger-Kollektion<br />

„Dekorativ 24+“ innerhalb von 24 Stunden.<br />

Ostermann delivers all edgings for the new Egger collection<br />

“Decorative 24+” within 24 hours.<br />

Die Kanten von Ostermann stehen farb- und dekorgleich zur<br />

Verfügung.<br />

The Ostermann edgings are available in the same colour and decor.<br />

Photos: Ostermann<br />

Die Ostermann-Experten hatten<br />

sich in den vergangenen Wochen<br />

und Monaten wieder intensiv mit<br />

den Dekorplatten der Egger-Kollektion<br />

„Dekorativ 24+“ auseinandergesetzt:<br />

Diese zeigen sich mit eleganten<br />

und zurückhaltenden Holzdekoren,<br />

matten und äußerst<br />

sa<strong>mt</strong>igen Unis sowie mit klassischen<br />

Materialreproduktionen, die<br />

sich durch ihre realistischen Prägungen<br />

auszeichnen.<br />

Einen besonderen Fokus hat Egger<br />

zudem auf die Nachhaltigkeit bei<br />

der Nutzung gelegt: Alle Dekore lassen<br />

sich harmonisch miteinander<br />

kombinieren und werden so auch<br />

langfristig wechselnden Anforderungen<br />

gerecht. Mit dabei sind auch<br />

zahlreiche „PerfectSense“-Lackplatten<br />

mit Holz- und Unidekoren.<br />

Passende Kanten auf Lager<br />

Damit Tischler und Schreiner die<br />

Platten aus der neuen Kollektion<br />

auch schnellstmöglich verarbeiten<br />

können, hat Ostermann frühzeitig<br />

damit begonnen, alle passenden<br />

Möbelkanten auszumustern bzw.<br />

zuzuordnen und präsentiert ab<br />

sofort zu allen Farben und Dekoren<br />

die passenden Kanten. Diese sind<br />

in den Standardabmessungen 23,<br />

33, 43 und 100 x 1 und/oder 2 mm<br />

ab Lager verfügbar und werden ab<br />

einem Meter versendet. Auf<br />

Wunsch wird jede 100 mm breite<br />

ABS-Kante auch in individuelle<br />

Breiten geschnitten. Betriebe, die<br />

mit Nullfugentechnologien arbeiten,<br />

erhalten die Kanten für ihre<br />

Laser-, Airtec- oder Infratec-Aggregate<br />

mit TPU-Funktionsschicht. Für<br />

die Verarbeitung mit Heißluftgeräten<br />

gibt es alle Varianten auch mit<br />

Schmelzkleberbeschichtung.<br />

Elegante Holzdekore<br />

Seit jeher zeichnen sich Egger-Kollektionen<br />

durch die hohe Anzahl an<br />

klassischen Holzdekoren aus, was<br />

sich auch im entsprechenden Kantenangebot<br />

von Ostermann widerspiegelt.<br />

Zur dominierenden Holzart<br />

Eiche sowie zu den authentischen<br />

„Feelwood“-Oberflächen<br />

von Egger findet der Anwender bei<br />

Ostermann die entsprechenden<br />

Holzdekorkanten in harmonisch<br />

abgestim<strong>mt</strong>en Dekorbildern und<br />

-prägungen.<br />

Bei den Unis fällt die Vielfalt der<br />

angesagten neutralen Farben von<br />

Weiß über Beige und Grau bis zum<br />

sa<strong>mt</strong>matten Schwarz ins Auge.<br />

Die Ostermann-Kanten stehen<br />

farbgleich mit den passenden<br />

Oberflächen zur Verfügung.<br />

Im Angebot der Textil-, Stein- und<br />

Metalldekore finden sich in der<br />

Egger-Kollektion Leinen, Eisen<br />

sowie Marmor in zeitlos-modernen<br />

Designs, wobei die Steindekore<br />

über leicht metallische<br />

Akzente verfügen. Bei der Herstellung<br />

der passenden Kanten hat<br />

Ostermann speziell auf die passende<br />

Haptik der Oberfläche Wert<br />

gelegt. So erscheinen auch bei<br />

den Materialreproduktionen Platte<br />

und Kante wie aus einem Guss.<br />

Alles aus einer Hand<br />

Ein weiterer Vorteil für den Verarbeiter<br />

besteht in der Bestellung<br />

aus einer Hand. Denn bei Ostermann<br />

können Tischler und Schreiner<br />

alle Materialien für ein Projekt<br />

auf einmal ordern: von den Kanten<br />

über Beschläge und Ausstattungselemente<br />

bis hin zum Werkstattbedarf.<br />

Das spart wertvolle Zeit, die dann<br />

für die Kundenberatung und Fertigung<br />

zur Verfügung steht. ba<br />

Edgings for the new decor collection already in stock<br />

Coinciding with the sales launch of the new “Dekorativ 24+” collection<br />

by Egger, Ostermann already has all the matching edgings available in<br />

any desired width up to 100 mm, and offers the fast delivery service they<br />

are known for. Visitors to Holz-Handwerk in Nuremberg can see this for<br />

themselves at the exhibition stand of Ostermann. Here, joiners and carpenters<br />

will find the wood decor edgings in harmoniously coordinated<br />

decorative patterns and embossing to match the dominant wood type<br />

oak as well as the authentic “Feelwood” surfaces by Egger. Colourmatched<br />

edgings with matching surfaces are available for the plain colours.<br />

Matching edgings for the “PerfectSense” lacquered panels as well<br />

as for the textile, stone and metal decors are also on offer. Ostermann<br />

placed particular emphasis on the matching feel of the surface meaning,<br />

that even with these material reproductions, board and edging appear to<br />

be cast from a single mould.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 13


Macher & Märkte<br />

Im Gespräch mit Richard Barth<br />

zeigt sich André Dorner (r)<br />

davon übezeugt, dass es<br />

mittelfristig fest zu einer der<br />

Nachfrage kom<strong>mt</strong>.<br />

In an interview with Richard<br />

Barth, André Dorner (r) is<br />

convinced that there will be firm<br />

demand in the medium term.<br />

»Eine derart globale Nachfrageflaute<br />

haben wir seit vielen Jahren nicht erlebt «<br />

Nach dem Messeauftritt auf der interzum 2023 ist die bevorstehende Holz-Handwerk in Nürnberg für den<br />

Beschlagspezialisten Blum wieder eine willkommene Gelegenheit, den Besuchern aus dem Handwerk seine<br />

jüngsten Produktentwicklungen vorzustellen. Im Gespräch mit material+technik möbel erläutert André<br />

Dorner (Geschäftsführer Blum Deutschland sowie Head of Sales Europe West) nicht nur den Stellenwert,<br />

den handwerkliche Verarbeiter beim Absatz einnehmen, sondern blickt auch auf das abgelaufene Jahr und<br />

seine Herausforderungen für das Unternehmen zurück.<br />

m+t: Herr Dorner, im vergangenen<br />

Jahr gab es bei Blum einige<br />

Umstrukturierungen, mit denen<br />

sich das Unternehmen besser für<br />

die künftigen Marktanforderungen<br />

aufstellte. Haben Sie in diesem<br />

Zuge auch zusätzliche Aufgabenbereiche<br />

erhalten?<br />

Dorner: Im Zuge der Erweiterung<br />

der Geschäftsleitung um die Herren<br />

Wolfgang Heinzle, Alexander Roloff<br />

und Klaus Wendel wurde im Sommer<br />

auch eine Neustrukturierung<br />

der weltweiten Verkaufsregionen<br />

vorgenommen. Neben meiner Funktion<br />

als Geschäftsführer von Blum<br />

Deutschland zeichne ich nun zusätzlich<br />

für den Vertrieb in Westeuropa<br />

verantwortlich. Weitere Head of<br />

Sales wurden für die Regionen Osteuropa,<br />

Amerika, den Nahen Osten<br />

inkl. Afrika sowie für den APAC-<br />

Raum benannt. Diese stehen nun im<br />

ständigen Kontakt mit unseren weltweit<br />

über 30 Tochtergesellschaften<br />

und Niederlassungen sowie mit<br />

unseren Vertretungen.<br />

„Mit der neuen Organisationsstruktur<br />

sind wir noch<br />

näher am Markt“<br />

m+t: Wie hat sich Blum 2023 entwickelt<br />

und mit welchen Maßnahmen<br />

hat sich das Unternehmen<br />

den neuen Herausforderungen<br />

gestellt?<br />

Dorner: Unser Gespräch führen<br />

wir zur Mitte unseres aktuellen<br />

Geschäftsjahres, das bei Blum am<br />

30. Juni eines jeden Jahres endet.<br />

Nach einem bereits nicht zufriedenstellenden<br />

Verlauf des vorangegangenen<br />

Geschäftsjahres rechnen wir<br />

nicht damit, dass wir im laufenden<br />

Wirtschaftsjahr 2023/2024 beim<br />

Umsatz zulegen können. Die Probleme<br />

sind bekanntlich geblieben,<br />

und die aktuelle Branchenstimmung<br />

lässt für 2024 keine Besserung<br />

erwarten. Genaue Zahlen<br />

werden wir aber erst nach<br />

Abschluss unseres Geschäftsjahres<br />

Ende Juni vorlegen können. Ich<br />

rechne allerdings nicht damit, dass<br />

wir unseren Vorjahresumsatz in<br />

Höhe von 2,32 Mrd. Euro erreichen<br />

werden. Im Moment geht es für<br />

uns eher darum, unseren Marktanteil<br />

zu behaupten und für eine Wiederbelebung<br />

des Marktes gerüstet<br />

zu sein.<br />

m+t: Wo sieht Blum die größten<br />

Hindernisse?<br />

Dorner: Die Gründe sind mannigfaltig.<br />

Ich denke sogar, dass wir nie<br />

zuvor eine ähnliche Entwicklung<br />

über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte<br />

angetroffen hatten, bei der<br />

sich die Märkte global so schwach<br />

entwickelt haben. Nicht einmal zur<br />

Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrise<br />

in den Jahren 2008/2009, als<br />

der Abschwung zeitlich unterschiedlich<br />

auftrat und es Regionen<br />

gab, die der Krise verhältnismäßig<br />

gut trotzten. Aktuell sehen wir in<br />

allen Regionen dagegen eine<br />

Marktschwäche, allerdings in<br />

14<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Macher & Märkte<br />

unterschiedlich starken Ausprägungen.<br />

Auch in den USA stellten wir<br />

im Verlauf von 2023 eine Verlangsamung<br />

fest.<br />

m+t: Wir sprachen eingangs<br />

über die Veränderungen in der<br />

Organisationsstruktur. Will Blum<br />

der Situation mit der neuen Aufteilung<br />

besser begegnen?<br />

Dorner: Wir sind davon überzeugt,<br />

dass wir durch die Aufteilung in fünf<br />

regionale Absatzbereiche künftig<br />

das Ohr noch näher am Markt<br />

haben und besser auf die individuellen<br />

Wünsche und Anforderungen<br />

der jeweiligen Regionen eingehen<br />

können. Die Einrichtungsindustrie<br />

und ihre Struktur sowie die Wohngewohnheiten<br />

unterscheiden sich<br />

in Asien von denen in Amerika, und<br />

auch innerhalb von Europa sind sie<br />

unterschiedlich. Als Vertriebsverantwortlicher<br />

für Westeuropa bin<br />

ich, wie meine Kollegen in den<br />

anderen Regionen, im ständigen<br />

Kontakt mit unseren Niederlassungen<br />

vor Ort, so dass wir schneller<br />

und besser auf die Wünsche der<br />

jeweiligen Märkte eingehen können.<br />

Gleichzeitig gewährleisten wir<br />

einen besseren Austausch zwischen<br />

den einzelnen Tochtergesellschaften<br />

in der jeweiligen Region.<br />

m+t: Spiegelt sich dies auch in<br />

der Produktentwicklung bei<br />

Blum wider?<br />

Dorner: Seit Jahren stellt sich<br />

Blum bei der Produktentwicklung<br />

auf die Struktur der jeweiligen<br />

Absatzmärkte ein. So finden sich<br />

bei Blum sowohl Produktvarianten<br />

für den industriellen Einsatz als<br />

auch für die handwerklichen Verarbeiter,<br />

die wir im kommenden<br />

März wieder auf der Messe Holz-<br />

Handwerk in Nürnberg ausstellen<br />

werden. Schließlich entfällt auf<br />

diese Kundengruppe je nach<br />

Region ein wesentlicher Anteil<br />

unseres Umsatzes.<br />

„Wir zeigen praxisnahe<br />

Lösungen auf größerer<br />

Fläche“<br />

m+t: Apropos Holz-Handwerk...<br />

wie präsentiert sich Blum auf<br />

der kommenden Messe?<br />

Dorner: Wir freuen uns darüber,<br />

dass sich das Zulieferangebot erstmals<br />

in der modernen Halle 12 präsentieren<br />

darf. Dort steht Blum<br />

dieses Mal ein 450 m 2 großer<br />

Stand zur Verfügung und damit<br />

auch eine größere und bessere<br />

Präsentationsmöglichkeit als dies<br />

in der Halle 10.1 möglich war. Ein<br />

Wermutstropfen ist sicherlich der<br />

Teilnahme-verzicht großer Maschinenhersteller.<br />

Wir glauben aber<br />

nicht, dass dies Auswirkungen auf<br />

das Interesse der Besucher an<br />

Beschlägen und anderen Zuliefermaterialien<br />

haben wird. Frage ist<br />

nur, ob die Messe ähnlich hohe<br />

Besucherzahlen wie bei der letzten<br />

regulären Holz-Handwerk im<br />

Jahr 2<strong>01</strong>8 erzielen kann.<br />

m+t: Mit welchen Produkten wird<br />

Blum in Nürnberg auftreten?<br />

Dorner: Traditionell bringen wir<br />

auf die Holz-Handwerk die neuen<br />

Produkte von der interzum in für<br />

den handwerklichen Verarbeiter<br />

adaptierten Varianten mit. Eine<br />

große Rolle werden auch unsere<br />

Verarbeitungshilfen und natürlich<br />

die „E-SERVICES“ wie Konfiguratoren<br />

darstellen. Auf unserem<br />

Stand präsentieren wir dem Handwerk<br />

eine Reihe an Weiterentwicklungen,<br />

die zum einen die Teilevielfalt<br />

für den Verarbeiter reduzieren<br />

als auch durch einen<br />

höheren Vormontagegrad die<br />

Montage vor Ort erleichtern. Ein<br />

gutes Beispiel hierfür ist unsere<br />

„AVENTOS top“-Klappenbeschlagserie,<br />

bei der wir eine Reduktion<br />

von 98 auf 35 Teile erzielen konnten.<br />

Die Verarbeitung unserer Produkte<br />

erleichtern wir zum Beispiel<br />

mit vormontierten Systemschrauben.<br />

Übrigens bieten wir unseren<br />

Kunden aus Handwerk und Industrie<br />

inzwischen fast 20 digitale Services<br />

und mehr als 800 Verarbeitungshilfen<br />

unterschiedlicher Art.<br />

m+t: Gerade die jüngsten Produkte<br />

wie etwa „REVEGO“ oder<br />

der „AVENTOS HKI“ bieten hohen<br />

Komfort, zeichnen sich aber doch<br />

durch eine aufwändige Konstruktion<br />

aus. Wie wollen Sie mögliche<br />

Vorbehalte aus dem Handwerk<br />

ausräumen?<br />

Dorner: In Nürnberg werden wir<br />

– wie im Übrigen bei der Summer-<br />

Edition 2022 auch – den Fokus auf<br />

die Verarbeitungsmöglichkeiten<br />

der neuen Beschläge legen und<br />

demonstrieren, dass ein Pockettürbeschlag<br />

wie „Revego“ durch<br />

den hohen Grad der Vormontage<br />

auf der Baustelle in vernünftiger<br />

Zeit montierbar ist. Wir wollen den<br />

Verarbeiterinnen und Verarbeitern<br />

die Angst vor der Komplexität nehmen,<br />

denn schließlich bekommen<br />

sie eine optimale Möglichkeit an<br />

die Hand, den Verkaufswert zu<br />

steigern. Natürlich muss auch das<br />

wirtschaftliche Umfeld hierfür<br />

stimmen und die Endverbraucherinnen<br />

und -verbraucher in der<br />

Stimmung sein, die höheren Kosten<br />

für mehr Komfort und einen<br />

höheren Ausstattungsgrad zu<br />

bezahlen. Aktuell bremst die<br />

schwache Neubautätigkeit die<br />

Erreichung unserer Ziele etwas ab<br />

und auch die Tatsache, dass bei<br />

den Küchenverkäufern der sichere<br />

Abschluss gegenüber dem Up-<br />

Selling im Vordergrund steht, das<br />

dämpft unsere Erwartungen.<br />

„Mit unseren Investitionen<br />

signalisieren wir<br />

Liefertreue“<br />

m+t: Blum schafft für die neuen<br />

Produktgattungen durch eine<br />

Reihe an Bauprojekten neue<br />

Kapazitäten. Um welche Investitionen<br />

handelt es sich. und welche<br />

Vorteile bringen diese Blum<br />

und seinen Kunden?<br />

Dorner: Unsere aktuellen Investitionen<br />

bringen dem Kunden den<br />

klaren Vorteil einer sicheren und<br />

noch schnelleren Belieferung. An<br />

unseren Standorten in Vorarlberg<br />

bauen wir gerade über 50.000 m 2<br />

große neue Produktions- und<br />

Lagerflächen mit mehr als 16.000<br />

Palettenplätzen. In Polen hatten<br />

wir kürzlich bereits ein Hochregallager<br />

in Betrieb genommen und<br />

dort die logistischen Anlagen verbessert.<br />

Auch die Produktionsfläche<br />

wurde erweitert. Insgesa<strong>mt</strong><br />

haben wir im abgelaufenen<br />

Geschäftsjahr 390 Mio. Euro investiert,<br />

davon allein 265 Mio. Euro an<br />

unseren österreichischen Standorten<br />

in Vorarlberg.<br />

m+t: Würde Blum diese vor einigen<br />

Jahren getroffenen Investitionsentscheidungen<br />

unter der<br />

aktuellen Prämisse erneut treffen?<br />

Dorner: In der genannten Investitionssumme<br />

sind ja nicht nur<br />

Ausgaben für Kapazitätsaufbau<br />

enthalten, sondern auch umweltrelevante<br />

Maßnahmen. So erhält<br />

das Werk 6 in Gaißau ein Gründach,<br />

um im Sinne der Nachhaltigkeit<br />

die Biodiversität zu steigern<br />

und einen positiven Effekt für die<br />

Umwelt zu erzielen. Mit der teilweisen<br />

Umstellung des internen<br />

Werkverkehrs auf Biogas und der<br />

Installation einer Biogas-Tankstelle<br />

im Werk 7 tragen wir ebenfalls<br />

zum Schutz der Umwelt bei.<br />

Zudem haben wir an unsere Kunden<br />

gedacht und in neue Schauräume<br />

in Portugal, Istanbul sowie<br />

Indonesien investiert. Mit verschiedenen<br />

Ausbauprojekten in<br />

unseren österreichischen Werken<br />

sowie im Ausland signalisieren wir<br />

unseren Kunden auch, dass Blum<br />

ein verlässlicher Partner bei der<br />

„Ich sehe aktuell keine Signale für eine merkliche Nachfragestimulierung<br />

im Jahr 2024“<br />

“I am not currently seeing any signs of a noticeable stimulation<br />

in demand in 2024” Photos: Blum<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 15


Macher & Märkte<br />

„Wir glauben nach wie vor an die Vorteile und den Mehrwert von<br />

Strom im Möbel“<br />

“We still believe in the benefits and added value of electricity in<br />

furniture”<br />

Belieferung bleibt. Wir rechnen<br />

fest damit, dass die aktuelle konjunkturelle<br />

Delle in 2025 durchschritten<br />

ist und der weltweite<br />

Bedarf wieder steigen wird.<br />

Schließlich gibt es nach wie vor<br />

Länder in der Welt, bei denen ein<br />

Nachholbedarf in Bezug auf Komfort<br />

in der Küche herrscht. Und<br />

hierfür müssen wir gerüstet sein,<br />

in dem wir die erforderlichen<br />

Lagerkapazitäten vorhalten.<br />

„Wir glauben an die<br />

Elektrifizierung in Schubkästen“<br />

m+t: An welche Produkte denken<br />

Sie hierbei?<br />

Dorner: Auch glauben wir, dass in<br />

Westeuropa das Thema Elektrifizierung<br />

in Auszügen eine größere Rolle<br />

spielen wird… und dies nicht nur in<br />

der Küche, sondern im gesa<strong>mt</strong>en<br />

Wohnbereich. Mit „AMPEROS AC“,<br />

das bereits verfügbar ist sowie mit<br />

„AMPEROS DC“, das noch nicht<br />

geliefert werden kann, haben wir<br />

uns auf diese Verbraucherwünsche<br />

vorbereitet und können funktionelles<br />

oder dekoratives Licht sowie<br />

Ladefunktion in jede Schublade bringen.<br />

Ein Thema, das auch im Ladenbau<br />

auf Interesse stößt und für<br />

unser Produkt sicherlich ein zusätzliches,<br />

interessantes Einsatzgebiet<br />

darstellt.<br />

m+t: Die Elektrifizierung ist erstmals<br />

Anfang der 2000er in den<br />

Fokus gerückt worden, war aber<br />

bald wieder in der Schublade<br />

verschwunden. Kom<strong>mt</strong> jetzt das<br />

Comeback?<br />

Dorner: Wir haben immer an elektromechanische<br />

Komfortfunktionen<br />

geglaubt und nicht nur zum<br />

von Ihnen genannten Zeitpunkt,<br />

sondern auch 2<strong>01</strong>9 weitere innovative<br />

Entwicklungen vorgestellt. Ich<br />

denke hier an unsere elektromechanischen<br />

Lösungen für den<br />

Klappenlift, den Müllauszug sowie<br />

die Kühlschranktür-Öffnung, die<br />

heute fester Bestandteil unseres<br />

Sortiments sind. Mit „AMPEROS“<br />

glauben wir nun, eine verbrauchergerechte<br />

und vermarktbare<br />

Lösung gefunden zu haben, deren<br />

Kosten-Nutzen-Verhältnis stim<strong>mt</strong>.<br />

„Unser Umsatzwachstum<br />

war von Preissteigerungen<br />

getrieben“<br />

m+t: Heißt dies, dass die Akzeptanz<br />

bei den Vermarktern und bei<br />

den Endkunden gestiegen ist?<br />

Dorner: Für die Umsetzung unserer<br />

beiden Varianten „AMPEROS AC“<br />

und „AMPEROS DC“ mit 230- bzw.<br />

24-Volt ist kein Elektriker notwendig,<br />

da sie so konstruiert wurden,<br />

dass sie von jedem Monteur problemlos<br />

eingebaut werden kann. Wir<br />

nutzen bei der 230-Volt-Variante<br />

eine bereits vorhandene Schnittstelle<br />

in den Führungen und durch<br />

die Plug-and-Play-Verbindung ist die<br />

Elektrifizierung mit wenigen Handgriffen<br />

und vor allem sicher erledigt.<br />

Im Set sind alle notwendigen Teile<br />

enthalten, so dass bei der „AC“-<br />

Lösung auch eine nachträgliche<br />

Montage möglich ist.<br />

m+t: In den vergangenen Jahren<br />

hat Blum sein Produktportfolio<br />

deutlich verbreitert. Hat dies auch<br />

zur merklichen Umsatzsteigerung<br />

der letzten fünf Jahre in Höhe von<br />

rund 400 Mio. Euro beigetragen?<br />

Dorner: Nur zum Teil, denn gerade<br />

die Jahre 2021 und 2022 waren<br />

durch rasante Kostensteigerungen<br />

und in der Folge auch erforderliche<br />

Preiserhöhungen bei unseren Produkten<br />

geprägt. Dies hat auch einen<br />

Teil unserer Umsatzsteigerungen in<br />

den vergangenen Jahren ausgemacht.<br />

Auch wenn sich die Rohstoffseite<br />

inzwischen auf hohem<br />

Niveau beruhigt hat, sehen wir uns<br />

aktuell weiteren Kostensteigerungen<br />

wie etwa höheren Energie- und<br />

Transportkosten sowie Lohnabschlüssen<br />

gegenüber. Im Unterschied<br />

zu anderen Branchenkollegen<br />

hat sich Blum jedoch für ein<br />

generisches Wachstum entschieden<br />

und wächst nicht durch Firmenaufkäufe.<br />

m+t: Bedeutet dies auch, dass<br />

Blum sich vorstellen kann, künftig<br />

noch in anderen Produktsegmenten<br />

tätig zu werden?<br />

Dorner: Wie bereits eingangs<br />

erwähnt, hat Blum seine jüngsten<br />

Produkte nicht ausschließlich mit<br />

Blick auf die Küche entwickelt, sondern<br />

den Blick auch auf die Bedürfnisse<br />

außerhalb der Küche gerichtet.<br />

Ich denke hier beispielsweise an<br />

unseren 7/8-Auszug im Unterflurbereich<br />

mit integrierter „Tip-on“ für<br />

grifflose Fronten. Es ist daher nicht<br />

ausgeschlossen, dass wir unseren<br />

Entwicklungsfokus künftig auf<br />

andere Produktgruppen und Wohnbereiche<br />

ausweiten, um Konsumenten<br />

hier ebenfalls einen hohen<br />

Zusatznutzen und mehr Bedienkomfort<br />

bieten zu können. Wir<br />

sehen darin ein klares Signal, dass<br />

unsere Verarbeiter auch weiterhin<br />

auf Blum zählen können.<br />

m+t: Vielen Dank für diesen Ausblick<br />

und das Gespräch.<br />

Das Interview führte Richard<br />

Barth.<br />

“We have not experienced this kind of global<br />

slump in demand for many years”<br />

Following its trade fair appearance at interzum 2023, the upcoming Holz-<br />

Handwerk in Nuremberg is once again a welcome opportunity for fittings<br />

specialist Blum to present its latest product developments to visitors<br />

from the trade. In an interview with material+technik möbel, André<br />

Dorner (Managing Director of Blum Germany and Head of Sales Europe<br />

West) not only explains the importance of craft processors in sales, but<br />

also looks back on the past year and the challenges it presented for the<br />

company. According to Dorner, Blum will not be able to increase its<br />

revenue in the current 2023/2024 financial year due to the unfavourable<br />

situation in the industry. At the moment, he says, Blum is more concerned<br />

with maintaining its market share and being prepared for the market to<br />

pick up again. Dorner attaches great importance to product development,<br />

where Blum would respond to the structure of the respective sales markets.<br />

Blum offers product variants for industrial use as well as for craft<br />

processors. At the upcoming Holz-Handwerk trade fair, the trade will be<br />

presented with a range of further developments that reduce the variety<br />

of parts for processors and facilitate on-site assembly thanks to a higher<br />

degree of pre-assembly, while processing aids and “e-SERVICES” such<br />

as configurators will also play a major role at the trade fair stand. Dorner<br />

also attaches great importance to the current investments in logistics and<br />

production, as this sends a signal to its customers that Blum will remain<br />

a reliable supply partner. According to Dorner, over 50,000 m 2 of new<br />

production and storage space with more than 16,000 pallet spaces is<br />

currently being built in Vorarlberg region. A high-bay warehouse was<br />

recently put into operation in Poland. Part of the investment was also<br />

channelled into environmentally relevant measures such as a green roof<br />

at Plant 6 in Gaißau, says Dorner. At the end of the interview, Dorner<br />

emphasised that Blum firmly believes the current economic downturn to<br />

be over by 2025 and that global demand will increase again.<br />

16<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Produkte & Konzepte<br />

Späne und Stäube<br />

zuverlässig absaugen<br />

Bei der Bearbeitung von Holz und<br />

Metallen entstehen Stäube und<br />

Späne, die sowohl die Gesundheit<br />

der Mitarbeiter gefährden als auch<br />

eine präzise sowie saubere Fertigung<br />

erschweren. Die Systemfilteranlage<br />

„AL‐KO PROFI JET“<br />

befreit Arbeitsräume und Werkstätten<br />

zuverlässig von Spänen und<br />

Stäuben. Dank ihres modularen<br />

Aufbaus lässt sie sich an alle Anforderungen<br />

und Dimensionen anpassen.<br />

Zudem eignet sich die Anlage<br />

perfekt für die Absaugung an mehreren<br />

Arbeitsplätzen. Der Anlagenbetrieb<br />

mit einem Frequenzumrichter<br />

und der Heizkosten sparende<br />

Umluftbetrieb erhöhen zudem<br />

deutlich die Energieeffizienz.<br />

Mit der Erfahrung von über 35 Jahren<br />

entwickelt und produziert AL-KO<br />

Extraction Technology Absauglösungen<br />

für unterschiedlichste Anwendungen<br />

und Materialien – von Holz<br />

bzw. Metall bis hin zu Bau- und<br />

Kunststoffen. Die vom Unternehmen<br />

selbst entwickelten doppelwandigen<br />

und mit Steinwolle<br />

gedäm<strong>mt</strong>en Stahlblechpaneelen<br />

sorgen für eine ideale Schall- und<br />

Wärmeisolierung der Anlagen. Jede<br />

Absauganlage wird gemäß den individuellen<br />

Einsatzbedingungen des<br />

einzelnen Kunden maßgeschneidert<br />

konzipiert.<br />

Ebenfalls überzeugt vom Knowhow<br />

ist die Firma Roma aus Burgau.<br />

Beim bayerischen Spezialisten für<br />

Sonnenschutzsysteme saugt eine<br />

„PROFI JET“ zwei Bearbeitungszentren<br />

und einen Zerkleinerer für<br />

das Restmaterial ab. Das Ergebnis:<br />

gute Luft für die Mitarbeiter und<br />

saubere Bedingungen für eine<br />

tadellose Produktion von Rollladen,<br />

Raffstores und Textilscreens. ba<br />

Dank ihrer schall- und<br />

wärmegedäm<strong>mt</strong>en Stahlblechpaneele<br />

lässt sich die<br />

Filtereinheit der „AL-KO<br />

PROFI JET“ problemlos im<br />

Freien aufstellen.<br />

Thanks to its sound- and<br />

heat-insulated sheet steel<br />

panels, the filter unit of the<br />

“AL-KO PROFI JET” can be<br />

easily installed outdoors.<br />

Photo: AL-KO<br />

Reliable extraction of chips and dust<br />

The “PROFI JET” system filter unit of the company AL-KO Extraction<br />

Technology removes chips and dust from workspaces and workshops.<br />

Thanks to its modular design, it can be adapted to all requirements or<br />

dimensions and is also suitable for extraction at several workstations. The<br />

system´s operation with a frequency inverter and recirculating air operation,<br />

which saves on heating costs, also significantly increase energy efficiency.<br />

Each extraction system is customised according to the individual operating<br />

conditions of the customer. At the specialist for sun protection systems<br />

Roma, for example, a “PROFI JET” provides extraction for two machining<br />

centres and a shredder for residual materials.<br />

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Hochwertige Holzplatten und nachhaltige<br />

Materialien - tauchen Sie ein in eine<br />

umfangreiche Produktvielfalt.<br />

Nehmen Sie an unseren Rocko Tiles<br />

Live-Montagen teil, bei denen unsere Experten<br />

ihr Wissen weitergeben und wertvolle Einblicke<br />

in die Entwicklungen der Innenarchitektur<br />

gewähren.<br />

19.03.2024 - 22.03.2024<br />

Nürnberg, Deutschland • Halle 12.0 • Stand 919<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 17


Macher & Märkte<br />

„Wir entwickeln Innovationen<br />

für unsere Kunden“<br />

Viele Dinge im Alltag, die das Leben komfortabler und sicherer machen, wären ohne den Erfindungsgeist<br />

der Firma Rehau nicht möglich gewesen. Das Unternehmen ist seinem Grundsatz treu geblieben, stets im<br />

Interesse der Kunden zu handeln und für sie da zu sein. Das war bei der Firmengründung im Jahr 1948 so<br />

und ist auch heute zum 75-jährigen Jubiläum des Unternehmens nicht anders. Bei einem Gespräch mit<br />

material+technik möbel am Firmensitz in Rehau blickt die Divisionsleitung des Bereichs Interior Solutions<br />

auf die Meilensteine zurück und wirft zugleich einen Blick auf die Herausforderungen von morgen.<br />

Andreas Albig, Jürgen Werner (v.l.) und Hans Peter Mehnert (r.) erläutern Richard Barth bei einem Firmenbesuch das gekonnte Zusammenspiel<br />

der Rehau-Produkte.<br />

Andreas Albig, Jürgen Werner (from the left) and Hans Peter Mehnert (r.) explain the skilful interplay of Rehau products to Richard Barth<br />

during a company visit. <br />

Photos: Rehau<br />

18<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Macher & Märkte<br />

Das 75-jährige Firmenjubiläum<br />

folgt auf den zehnten Geburtstag<br />

der „RAUVISIO“-Oberflächen.<br />

The company’s 75th anniversary<br />

follows the tenth anniversary of<br />

the “RAUVISIO” surfaces.<br />

In den Jahren und Jahrzehnten seit<br />

der Firmengründung durch Helmut<br />

Wagner im Jahr 1948 hat Rehau in<br />

den unterschiedlichsten Industriezweigen<br />

für Furore gesorgt und mit<br />

seinen innovativen Produkten und<br />

Systemlösungen das Leben der<br />

Menschen verbessert. So waren<br />

zum Beispiel bei der ersten Herzverpflanzung<br />

im Jahr 1968 Schläuche<br />

von Rehau mit dabei. Auch<br />

beim Start der ersten Ariane-<br />

Rakete waren Produkte von Rehau<br />

involviert.<br />

Dabei hatte der Firmengründer in<br />

den Anfangsjahren mit der Herstellung<br />

der charakteristischen Trittbretter<br />

für den VW-Käfer den Grundstein<br />

für das kontinuierliche Wachstum<br />

des Unternehmens gelegt.<br />

Unter dem Motto „Wandel und<br />

Visionen“ ging es ihm darum, herkömmliche<br />

Materialien durch<br />

Kunststoffe zu ersetzen und Produkte<br />

dadurch zu verbessern. Dass<br />

ihm dies nachhaltig gelang, zeigt<br />

der Erfolg: Heute beschäftigt das<br />

Familienunternehmen, das aus<br />

fünf Teilkonzernen besteht, weltweit<br />

20.000 Menschen und erwirtschaftet<br />

einen Jahresumsatz von<br />

über 4,7 Mrd. Euro.<br />

Schritt ins Kantenband<br />

Nach dem Automobil-, dem Medizinbereich<br />

und der Raumfahrt<br />

folgte in den 60er Jahren der Schritt<br />

in den Möbelbereich, wo sich die<br />

Firma weltweit als führender Lieferant<br />

von Kantenbändern und später<br />

auch Schrankrollladen sowie Oberflächen<br />

einen Namen schuf.<br />

Für die meisten Unternehmen<br />

wäre das ein Grund, das 75-jährige<br />

Firmenjubiläum ausgiebig zu begehen.<br />

Nicht für Rehau: „Wir werden<br />

das Jubiläum zusammen mit unseren<br />

Mitarbeitern feiern, denn sie<br />

haben maßgeblich dazu beigetragen,<br />

dass Rehau in allen seinen<br />

Sparten so erfolgreich ist und eine<br />

führende Position eingenommen<br />

hat“, sagt Jürgen Werner (Head of<br />

Division Interior Solutions, Industries<br />

Executive Board), und Andreas<br />

Albig (Executive Director Development<br />

& Processes Furniture Solutions)<br />

ergänzt: „Wir setzen unsere<br />

Energie und Kraft vielmehr für<br />

unsere Kunden ein und feiern das<br />

Jubiläum, indem wir unseren<br />

Kunden auch in diesem Jahr eine<br />

Fülle an Innovationen bieten, mit<br />

denen sie erfolgreich am Markt<br />

agieren können.“ Beide gehören<br />

der Division Interior Solutions an,<br />

einem der fünf Teilkonzerne.<br />

Von der Kante zur Oberfläche<br />

Seit der Aufnahme der Kantenbandproduktion<br />

konnte Rehau kontinuierlich<br />

mit innovativen Entwicklungen<br />

aufwarten. Als einen Meilenstein<br />

bezeichnet Albig etwa das<br />

Laserkantenband, das 2008 auf<br />

den Markt kam und unter dem<br />

Namen „RAUKANTEX pro“ fester<br />

Bestandteil der Kollektion geworden<br />

ist. Führende Küchen- und<br />

Büromöbelhersteller weltweit<br />

setzen das Band mit polymerer<br />

Funktionsschicht ein, um ihren Einrichtungsprodukten<br />

eine Nullfugenoptik<br />

zu verleihen.<br />

Wie Werner erläutert, war die Entwicklung<br />

polymerer Oberflächenmaterialien<br />

und der Marktstart im<br />

Jahr 2<strong>01</strong>3 der nächste logische<br />

Schritt: „Wir sind ein Spezialist für<br />

Polymermaterialien, und da lag es<br />

auf der Hand, dass wir mit dem vorhandenen<br />

Know-how und unserer<br />

Expertise auch entsprechende<br />

Oberflächen herstellen können“,<br />

erläutert der Divisionsleiter. Rehau<br />

wollte den Kunden ein Gestaltungsmaterial<br />

an die Hand geben,<br />

das innovatives Design mit bewährten<br />

Ver- und Bearbeitungsmöglichkeiten<br />

verknüpft.<br />

Das war die Geburtsstunde der<br />

polymeren Oberfläche „RAUVISIO“.<br />

Bei der Entwicklung wurden die<br />

langjährigen Erfahrungen mit dem<br />

Kantenband auf die Oberfläche<br />

übertragen. „Wir kannten die Materialien<br />

und die Prozesse in Produktion<br />

und Weiterverarbeitung und<br />

konnten bei der Entwicklung auf<br />

unsere Expertise in Sachen Farbtreue,<br />

Dekoreinstellungen, Kollektions-<br />

und Qualitätsmanagement<br />

zurückgreifen“, erläutert Hans Peter<br />

Mehnert (Director Subdivision<br />

Interior Systems & Components)<br />

den Grund für den Markteintritt.<br />

Dank entsprechender Investitionen<br />

in eine stabile Prozesstechnologie<br />

konnten die „RAUVISIO“-Oberflächen<br />

2023 ihr 10-jähriges Bestehen<br />

feiern. Doch Rehau unterstützt den<br />

Kreativprozess in der Einrichtungsindustrie<br />

nicht nur mit den polymeren<br />

Plattenoberflächen, das Unternehmen<br />

setzt mit der eigenen<br />

Farbkollektion „Passion for color“<br />

auch neue Trends im Möbelbau. Für<br />

Mehnert ein Schritt in Richtung<br />

holistisches Design, denn dank der<br />

produktübergreifenden Kombinationsmöglichkeiten<br />

können nicht nur<br />

Möbelfronten, sondern auch<br />

Schrankollladen in gleicher Farbe<br />

und Materialität gestaltet werden.<br />

Schließlich komme es bei hochwertigen,<br />

designorientierten Einrichtungsprodukten<br />

auf den „perfekten<br />

Match“ an, ergänzt Albig. Die Qualität<br />

müsse auf den ersten Blick für<br />

den Konsumenten erkennbar sein<br />

und sichtbar gemacht werden.<br />

Bei allen Produktentwicklungen<br />

wird bei Rehau daher unter dem<br />

Motto „the perfect match“ darauf<br />

geachtet, dass alle Produkte miteinander<br />

kombiniert werden können<br />

und in Farbe und Haptik zueinander<br />

passen. Mit Hilfe der Neuentwicklung<br />

„RAUKANTEX pigmento“ ist<br />

der Übergang von der Fläche zur<br />

Kante neuerdings nicht mehr<br />

erkennbar, da in das Kantenband<br />

Pigmente eingearbeitet werden,<br />

die dem Radius einen natürlichen<br />

Look geben. „Dadurch ist es dem<br />

Anwender möglich, einen optisch<br />

nahtlosen Übergang von der Oberfläche<br />

zur Kante zu erzeugen. Die<br />

Möbel wirken wie aus einem Guss“,<br />

hebt Albig hervor.<br />

Design um Funktion ergänzt<br />

Neben der Designqualität misst<br />

Rehau der Funktion eine wesentli-<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 19


Macher & Märkte<br />

Unter dem Motto „Das perfekte<br />

Bauteil“ zeigt Andreas Albig, wie mit<br />

Hilfe von „RAUKANTEX pigmento“ ein<br />

nahtloser Übergang von Fläche und<br />

Kante ermöglicht wird.<br />

Under the motto “The perfect component”,<br />

Andreas Albig show how<br />

“RAUKANTEX<br />

pigmento” can be<br />

used to create<br />

a seamless<br />

transition<br />

from<br />

surface<br />

to edge.<br />

che Rolle bei. So haben Kunden<br />

eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten<br />

hinsichtlich Designs und Funktionen<br />

und können aus einem großen<br />

Spektrum schöpfen. „Wir entwickeln<br />

unsere Oberflächenprodukte<br />

kontinuierlich weiter und können<br />

mit berechtigtem Stolz behaupten,<br />

dass etwa ‚RAUVISIO crystal‘ als<br />

Glasersatz aus dem heutigen<br />

Möbelbau nicht mehr wegzudenken<br />

ist“, informiert Mehnert.<br />

Der Vorteil liegt auf der Hand:<br />

Anders als Glas lässt sich der polymere<br />

Glasersatz mit herkömmlichen<br />

Holzverarbeitungswerkzeugen<br />

problemlos ver- und bearbeiten.<br />

Und mit „RAUKANTEX scratch.<br />

protect“ hat das Unternehmen im<br />

vergangenen Jahr eine widerstandsfähige<br />

Kante mit Anti-Fingerprint-Eigenschaft<br />

vorgestellt, die<br />

ohne Schutzfolie verarbeitet<br />

werden kann. Gerade mit diesen<br />

beiden Produkten wird die Vision<br />

von Firmengründer Helmut Wagner<br />

verwirklicht: den Alltag mit polymeren<br />

Produkten problemloser und<br />

komfortabler zu gestalten.<br />

Wandverkleidungen als<br />

neues Absatzfeld<br />

In den vergangenen zehn Jahren<br />

hat sich das Angebot an polymeren<br />

Oberflächenmaterialien bei Rehau<br />

vervielfacht. Inzwischen stehen<br />

dem Anwender sechs Kollektionen<br />

mit über 500 Gestaltungsvarianten<br />

in Optik und Farbe zur Verfügung,<br />

und es werden jährlich mehr. So<br />

präsentierte Rehau auf der letztjäh-<br />

rigen Sicam in Pordenone mit<br />

„RAUVISIO innara“ ein weiteres<br />

Oberflächenprodukt, das erstmals<br />

für die moderne Gestaltung von<br />

Wänden konzipiert wurde. „Es handelt<br />

sich dabei um ein reines Naturprodukt,<br />

das zu 100 Prozent aus<br />

mineralischen Bestandteilen und<br />

Naturfasern besteht. Die betonartige,<br />

mineralische Oberfläche<br />

erfüllt in der ‚fire.protect‘-Variante<br />

sogar Brandschutzanforderungen.<br />

Mithilfe von Digitaldruck sind sogar<br />

kundenindividuelle Dekore möglich“,<br />

erläutert Werner.<br />

Nachhaltigkeit im Fokus<br />

Die innovative Wandverkleidung ist<br />

zugleich ein Beispiel dafür, dass<br />

Rehau dem Thema Nachhaltigkeit<br />

eine wichtige Rolle beimisst und<br />

seine Verantwortung ernst nim<strong>mt</strong>.<br />

„Als Unternehmen, das in der<br />

zweiten Generation von der Familie<br />

geführt wird, sehen wir uns unseren<br />

Mitarbeitern und unserer<br />

Umwelt verpflichtet, was sich nicht<br />

nur in unseren Produkten, sondern<br />

auch an unseren Standorten zeigt“,<br />

erklärt der Divisionsleiter. Wie er<br />

weiter berichtet, wurden verschiedene<br />

Produktionsstätten bereits<br />

mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet,<br />

und das Unternehmen wird<br />

im Jahresverlauf in Rehau und<br />

Erlangen zwei Photovoltaikparks<br />

errichten. Bis 2025 sollen 25 bis 30<br />

Prozent des Strombedarfs aus<br />

eigenen Energiequellen abgedeckt<br />

werden, so Werner.<br />

Bei den Produkten wird der Einsatz<br />

von Recyclingmaterialien und alternativen<br />

Rohstoffen aktiv vorangetrieben.<br />

Mit den beiden Kantenbändern<br />

„RAUKANTEX eco“ und<br />

„RAUKANTEX evo“ setzte das<br />

Unternehmen 2021 einen weiteren<br />

Meilenstein in seiner Firmengeschichte.<br />

„Wir haben zwei Kantenbänder<br />

entwickelt: ‚RAUKANTEX<br />

eco‘ besteht zu 50 Prozent aus<br />

post-industriellem Recyclingmaterial.<br />

Bei ‚RAUKANTEX evo‘ gehen<br />

wir sogar einen Schritt weiter und<br />

verwenden bei der Herstellung,<br />

Kunststoffe mit non-fossilen Vorrohstoffen<br />

– als erstes Rehau-Produkt<br />

entlang der gesa<strong>mt</strong>en Lieferkette<br />

- transparent nachvollziehbar<br />

über die ISCC-PLUS-Zertifizierung.<br />

Beide Varianten erfüllen ausnahmslos<br />

unser ‚RAUKANTEX‘-Qualitätsversprechen“,<br />

informiert Werner.<br />

Im vergangenen Jahr folgte das<br />

Rücknahmekonzept „ReTurn“, in<br />

dessen Rahmen Kunden ihre unverarbeiteten<br />

„RAUKANTEX“-Kantenbänder<br />

zurückgeben können,<br />

worauf diese dann recycelt wieder<br />

in den Verarbeitungsprozess eingespeist<br />

werden.<br />

Mit „RAUVISIO eco-fino“ hat das<br />

Unternehmen jüngst auch eine<br />

nachhaltige Möbelplatte auf den<br />

Markt gebracht, die zu 98 Prozent<br />

aus Rezyklat besteht. „Ziel von<br />

Rehau ist es, bis 2035 weltweit<br />

CO 2<br />

-neutral zu produzieren“, fasst<br />

Werner die Strategie zusammen<br />

und sieht das Unternehmen in<br />

diesem Punkt auch bestens aufgestellt.<br />

Erste „evo“-Kanten im Einsatz<br />

Die drei Vertreter der Division Interior<br />

freuen sich zudem, dass erste<br />

Möbelhersteller Rehau auf dem<br />

eingeschlagenen Nachhaltigkeitspfad<br />

folgen und auf die umweltschonenden<br />

Kantenbänder aus<br />

Oberfranken setzen. So hat Rotpunkt<br />

Küchen bei seinen Küchen<br />

auf „RAUKANTEX eco“-Kanten<br />

umgestellt, während sich die dänische<br />

TCM Group zum Einsatz der<br />

„RAUKANTEX evo“-Kanten entschlossen<br />

hat.<br />

Verarbeiter und deren Kunden<br />

können dabei sicher sein, dass es<br />

sich tatsächlich um nachhaltige<br />

Kanten handelt: „Alle „evo“-Kanten<br />

besitzen laut Angaben von Werner<br />

das ISCC-PLUS-Zertifikat, das für<br />

International Sustainability &<br />

Carbon Certification steht. „Es<br />

stellt sicher, dass bei der Herstellung<br />

alle Nachhaltigkeitsanforderungen<br />

eingehalten wurden und<br />

die Produkte ein sauberer Teil der<br />

Lieferkette sind“, informiert der<br />

Divisionsleiter. Rehau sieht damit<br />

den angestrebten Dreiklang – Ressourcen<br />

schonen, nachhaltig produzieren<br />

und Produkte beziehungsweise<br />

Rohstoffe im Kreislauf erhalten<br />

– um ein weiteres Element,<br />

den industriellen Einsatz beim<br />

Kunden, optimal ergänzt.<br />

Beratung und Service<br />

Einen weiteren Schlüssel für den<br />

Erfolg des Unternehmens. sehen<br />

die drei Manager im Service. Hier<br />

sorgt die Rehau-Produktentwick-<br />

20<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Macher & Märkte<br />

„RAUVISIO innara“ besteht zu<br />

100 Prozent aus mineralischen<br />

Bestandteilen und Naturfasern<br />

und wurde für die moderne<br />

Gestaltung von Wänden<br />

konzipiert.<br />

“RAUVISIO innara” consists of<br />

100 per cent mineral components<br />

and natural fibres and was<br />

created for modern wall design.<br />

lung nicht nur für ein optimales<br />

Zusammenspiel der Produkte,<br />

sondern auch für die entsprechende<br />

Performance im Verarbeitungsprozess.<br />

Die Schaffung eines jährlichen<br />

Kantensymposiums zählt dabei zu<br />

den weiteren Meilensteinen in der<br />

Firmengeschichte. Seit 1993 wird<br />

es im Wechsel bei den Maschinenherstellern<br />

Homag und Ima Schelling<br />

durchgeführt. Und das nächste<br />

steht bereits vor der Tür: Am 14.<br />

März 2024 lädt Rehau zu Ima<br />

Schelling nach Lübbecke ein.<br />

„Inzwischen haben wir einen<br />

Schritt über die Grenzen hinaus<br />

gemacht und im Jahr 2023 bei<br />

Biesse in Pesaro das erste Symposium<br />

außerhalb von Deutschland<br />

veranstaltet. Ein Schritt in andere<br />

Länder ist angedacht“, verrät Albig.<br />

Mit seinen Symposien bietet<br />

Rehau den Teilnehmern nicht nur<br />

ein jährliches Update in Sachen<br />

Kantenbearbeitungstechnologie,<br />

sondern auch eine Möglichkeit,<br />

sich untereinander auszutauschen<br />

und Informationen rund um Produkte<br />

und Verarbeitungstechnologien<br />

aus erster Hand zu erhalten.<br />

Schließlich will das Unternehmen<br />

im Verbund mit seinen Technologiepartnern<br />

die Verarbeiter in die<br />

Lage versetzen, mit seinen Produkten<br />

„das perfekte Bauteil“<br />

erstellen zu können.<br />

Alles aus einer Hand<br />

Seit einigen Jahren müssen die<br />

Kunden dabei nicht einmal mehr<br />

selbst Hand anlegen, denn Rehau<br />

hat seinen Service in diesem<br />

Punkt weiter ausgebaut. „Handwerklichen<br />

Betrieben ist es oft<br />

nicht möglich, hochwertige Bauteile<br />

mit Laserbekantung in kleinen<br />

Mengen selbst herzustellen“,<br />

sagt Albig und ergänzt: „Indem wir<br />

unseren Kunden das konfigurierte<br />

Bauteil, aus unserem Material liefern,<br />

nehmen wir ihnen einen<br />

großen Teil der Arbeit ab. Schreiner<br />

oder Innenausbauer können<br />

sich so vollständig auf ihr Projekt<br />

konzen trieren.“ Nach der Bestellung<br />

wird den Anwendern das fertige<br />

Bauteil im gewünschten Maß<br />

in maximal zehn Arbeitstagen<br />

geliefert.<br />

Marktführer bei Kanten<br />

Bei Kantenmaterialien geht das<br />

seit 2022 noch schneller. Rehau<br />

hat an seinem Kantenproduktionsstandort<br />

in Visbek bei Bremen ein<br />

hochmodernes Service- und<br />

Logistikzentrum in Betrieb genommen.<br />

Seither erhalten Tischler und<br />

Schreiner in Deutschland das<br />

benötigte Kantenmaterial meist<br />

innerhalb von 24 Stunden.<br />

„Unseren Slogan ‚jede Menge,<br />

jede Länge, jede Breite‘ erfüllen<br />

wir voll und ganz,“ sagt Albig und<br />

ergänzt: „Nicht ohne Grund sind<br />

wir auf diesem Gebiet auch Marktführer,<br />

denn wir haben in Visbek<br />

rund 2.400 Farben und Dekore in<br />

über 200.000 verschiedenen Kantenbandvarianten<br />

auf Lager.“<br />

Richard Barth<br />

“We develop innovations for our customers”<br />

Many things in everyday life that make life more comfortable and safe<br />

would not have been possible without the inventive spirit of the company<br />

Rehau. In an interview with material+technik möbel at the company’s<br />

headquarters in Rehau, the divisional management of Interior<br />

Solutions looks back on the past 75 years and at the same time takes a<br />

look at the challenges of ahead. In the years and decades since the<br />

company was founded by Helmut Wagner in 1948, Rehau has created<br />

quite a stir in a wide variety of industries and improved people’s lives<br />

with its innovative products and system solutions. Under the motto<br />

“Change and visions”, his aim was to replace conventional materials<br />

with plastics and thereby improve products. Milestones in the company’s<br />

history include, for example, the “RAUKANTEX pro” laser edgeband<br />

and the “RAUVISIO” polymer surface materials. With its own<br />

colour collection “Passion for colour”, Rehau is also setting new trends<br />

in furniture construction and, under the motto “the perfect match”,<br />

ensures that all products can be combined with each other and match<br />

each other in terms of colour and feel. With the help of the new development<br />

“RAUKANTEX pigmento”, the transition from surface to edge is<br />

now even no longer recognisable, as pigments are incorporated into the<br />

edgeband to give the radius a natural look.<br />

In addition to design quality, Rehau attaches great importance to function<br />

and enviromental responsability. With “RAUKANTEX scratch.protect”,<br />

a hardwearing edgeband with anti-fingerprint properties that can<br />

be applied without a protective film was introduced last year. “RAUVISIO<br />

innara” is a new surface product for modern wall design that consists<br />

of 100 per cent mineral components and natural fibres. The “RAUKANTEX<br />

eco” edgeband consists of 50 per cent post-industrial recycled material.<br />

“RAUKANTEX evo” is manufactured using plastics with non-fossil raw<br />

materials, and the “ReTurn” take-back concept makes it possible for<br />

customers to return their unprocessed “RAUKANTEX” edgebands,<br />

which are then recycled and fed back into the manufacturing process.<br />

With “RAUVISIO eco-fino”, the company also recently launched a sustainable<br />

furniture board that consists of 98 per cent recycled material.<br />

Rehau’s goal is to achieve CO 2<br />

-neutral production worldwide by 2035.<br />

Another key to the company’s success is the provided service. Thanks<br />

to the new service and logistics centre in Visbek, joiners and carpenters<br />

in Germany now usually receive the edgeband material they need<br />

within 24 hours.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 21


Produkte & Konzepte<br />

Erweiterte Anti-<br />

Fingerprint-Kollektion<br />

Mit dem neuen „OPTIFACED<br />

BOARD“ bietet Kaindl neuerdings<br />

eine direktbeschichtete<br />

Platte mit Anti-Fingerprint-<br />

Eigenschaft.<br />

With the new “OPTIFACED<br />

Produkte BOARD”, Kaindl & Konzepte now offers a<br />

directly coated board with<br />

anti-fingerprint properties.<br />

Photo: Kaindl<br />

In der Küche mit der Familie, im<br />

Restaurant oder im Hotel – überall<br />

sind lästige Fingerabdrücke auf<br />

Oberflächen zu finden. Die Anti-<br />

Fingerprint-Produkte von Kaindl<br />

minimieren Fingerabdrücke zuverlässig<br />

und sind zudem mechanisch<br />

und chemisch sehr beständig. Das<br />

macht sie strapazierfähig, leicht zu<br />

reinigen und zu pflegen. Daher<br />

stellt das Unternehmen seine<br />

erweiterte Anti-Fingerprint-Kollektion<br />

auf der Holz-Handwerk auch<br />

ins Rampenlicht.<br />

Neben der „OPTIBOARD“-Verbundplatte<br />

mit verlei<strong>mt</strong>em Deckschichtlaminat<br />

und dem Schichtstofflaminat<br />

wird die Anti-Fingerprint-Oberfläche<br />

auf dem Messestand zusätzlich als<br />

„OPTIFACED BOARD“ in Direktbeschichtung<br />

präsentiert.<br />

Sie ist im Format 2800 x 2070 x 19<br />

mm in zehn trendigen Farbstellungen<br />

erhältlich. Das neue Produkt<br />

verfügt ebenso wie die Verbundplatte<br />

über eine MDF-Trägerplatte.<br />

Die Verbundplatte hingegen ist<br />

wie bisher auch im Format 270 x<br />

1300 x 19 mm erhältlich.<br />

Neben der erweiterten Anti-Fingerprint-Kollektion<br />

werden auf dem<br />

Messestand weitere Produktneuheiten<br />

und Ergänzungen zu sehen<br />

sein. So beispielsweise neue<br />

Unfarben mit Matt-Natur-Oberfläche<br />

sowie Bestseller aus der<br />

„BOARDS Collection“ wie die<br />

Eiche „EVOKE“ und die furnierten<br />

Platten aus der „REALwood“-<br />

Produktline. Sie verbindet ursprüngliches<br />

Holzfurnier mit hochwertiger<br />

Bearbeitung, um das vielfältige<br />

Spektrum moderner Naturholzplatten<br />

zur Geltung zu bringen.<br />

Durch die vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten<br />

der Produkte<br />

ermöglicht es Kaindl den Interior-<br />

Designern, Räume nach Belieben<br />

zu gestalten und so Wohlfühlatmosphäre<br />

zu schaffen. <br />

ba<br />

Extended anti-fingerprint collection<br />

At Holz-Handwerk, Kaindl will be spotlighting its extended anti-fingerprint<br />

collection. In addition to the “OPTIBOARD” multi-bonded board<br />

with a glued top-layer laminate and the multi-layer laminate, the company<br />

is also exhibiting the anti-fingerprint surface as “OPTIFACED<br />

BOARD” with direct coating. This board is available in the 2800x2070x19<br />

mm format in ten trendy colours and, like the multi-bonded board, has a<br />

MDF core board. Besides the anti-fingerprint products, Kaindl will be<br />

presenting new plain colours with a matt-natural surface as well as bestsellers<br />

from the “BOARDS Collection” and the veneered boards belonging<br />

to the “REALwood” product line.<br />

Produktvielfalt vereint mit Funktionalität<br />

Auf der Holz-Handwerk zeigt<br />

Kronospan seine breite Palette an<br />

Einrichtungsprodukten.<br />

At Holz-Handwerk, Kronospan presents<br />

its wide range of furnishing<br />

products.<br />

Photo: Kronospan<br />

Der Holzwerkstoffhersteller<br />

Kronospan präsentiert auf<br />

der diesjährigen Holz-Handwerk<br />

sein breites Produktportfolio,<br />

wobei nachhaltige<br />

und recycelbare Produkte<br />

stärker im Fokus stehen<br />

werden. Zugleich erwartet<br />

die Standbesucher eine<br />

Symbiose aus hochwertigen<br />

Materialien, einfacher Verarbeitung<br />

sowie eindrucksvollen<br />

Designs.<br />

Neben den Holzwerkstoffen<br />

werden auch die Wandpaneele<br />

„Rocko Tiles“ präsentiert.<br />

Ihre Zusammensetzung,<br />

das besonders große<br />

Format, die Wasserfestigkeit<br />

sowie die einfache Handhabung<br />

machen das Produkt<br />

laut Anbieter zu einer kosteneffizienten<br />

und zeitsparenden<br />

Alternative zu handelsüblichen<br />

Fliesen, sowohl im<br />

Sanierungs- als auch im Neubausegment.<br />

Ebenfalls zu sehen,<br />

sind die neuen Designs aus der<br />

„Kronodesign Global Collection“.<br />

Hier sind Holz-, Stein- und Unifarben<br />

sowohl untereinander als auch<br />

produktübergreifend aufeinander<br />

abgestim<strong>mt</strong>, sodass Projekte individuell<br />

gestaltet und ausgeführt<br />

werden können. Ein besonderes<br />

Highlight bilden die Eiche- und Kastaniendekore<br />

mit Synchronpore.<br />

Hier treffen optische Natürlichkeit<br />

und besondere Haptik aufeinander.<br />

Die neuen Strukturen „Rift Wood“<br />

(RW) für Holzoberflächen und „Pluton“<br />

(PN) für Stein- und Textildekore<br />

entsprechen dem heutigen<br />

Geschmack vor allem in den Bereichen<br />

Hospitality, Ladenbau und<br />

Interior Design.<br />

Den Messeauftritt runden die Fassadenplatten<br />

„Kronoart“, die Bauplatten<br />

„Kronobuild“ sowie Highlights<br />

aus dem Fußbodensegment<br />

„Kronoflooring“ ab. Auch die Vielfältigkeit<br />

der Lösungen im Bereich<br />

der Verbundelemente und Arbeitsplatten<br />

wird vorgestellt. ba<br />

Product diversity combined with functionality<br />

The wood-based materials manufacturer Kronospan will be presenting its<br />

broad product portfolio at Holz-Handwerk, focussing on sustainable and<br />

recyclable products. In addition to the wood-based materials as well as<br />

new designs from the “Kronodesign Global Collection”, the “Rocko Tiles”<br />

wall panels will be presented. The “Kronoart” facade panels, “Kronobuild”<br />

construction panels and highlights from the “Kronoflooring” flooring<br />

segment will round off the trade fair presentation. Solutions in the area of<br />

composite elements and worktops will likewise be on show.<br />

22<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Produkte & Konzepte<br />

Produkte & Konzepte<br />

Innovatives<br />

„Capsule“-Konzept<br />

„Hospitality – Warm Materials“ nennt sich eine „Capsule“, die<br />

öffentliche Innenraumgestaltungen durch ruhige und<br />

warme Materialien aufwertet.<br />

“Hospitality – Warm Materials” is the name of the<br />

“Capsule” that enhances public interior designs with<br />

calm and warm materials. Photos: Egger<br />

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Allrounder<br />

für Dünnes<br />

und<br />

Schräges<br />

Die sogenannten Capsules wie hier „Muted<br />

Greens“ geben Dekorempfehlungen für<br />

unterschiedliche Anwendungsbereiche, Trendthemen<br />

und Kombinationsmöglichkeiten.<br />

The so-called capsules, such as “Muted Greens” here,<br />

provide decor recommendations for different areas of<br />

application, trend themes and possible combinations.<br />

Egger bringt im Februar 2024 seine neue Kollektion<br />

„Dekorativ 24+“ für den Möbel- und<br />

Innenausbau auf den Markt. Damit etabliert der<br />

Holzwerkstoffspezialist auch eine neuartige<br />

und dem Zeitgeist folgende Art der Dekorberatung<br />

und Kombinationsempfehlung: das „Egger<br />

Capsule Konzept“ und erhielt hierfür bereits die<br />

ersten Auszeichnungen.<br />

So wurde das innovative Konzept von der Jury<br />

des German Design Awards 2024 in der Kategorie<br />

„Excellent Communication Design –<br />

Online Publications“ mit der Auszeichnung<br />

„Winner“ bedacht. Zum Start der Kollektion hat<br />

Egger insgesa<strong>mt</strong> fünf Capsules kreiert: „Muted<br />

Greens“, „Hospitality – Warm Materials“, „Style<br />

with Value“, „Simplicity redefined“ sowie<br />

„Design on Top“.<br />

Abgeleitet von der „Capsule Wardrobe“, in der<br />

wenige aber wertige Kleidungsstücke vielfältig<br />

kombiniert werden können, verwenden wir das<br />

Capsule Konzept für die Präsentation von Dekoren<br />

und geben damit Empfehlungen für unterschiedlichste<br />

Anwendungsbereiche, Trendthemen<br />

sowie Kombinationsmöglichkeiten“, erklärt<br />

Klaus Monhoff, Leiter Dekor- und Designmanagement<br />

der Egger Gruppe.<br />

Das Konzept bietet Architekten oder Verarbeitern<br />

eine Auswahl an Dekoren, die für spezifische<br />

Anwendungen frei kombinierbar sind.<br />

Durch ihre dreidimensionale, räumliche Form<br />

und Anordnung unterscheiden sich die Capsules<br />

von herkömmlichen Designberatungen, denn<br />

sie bieten nicht nur eine harmonische Auswahl<br />

aus der Kollektion „Dekorativ 24+“, sondern vermitteln<br />

auch einen Eindruck der Dekore in<br />

Anwendung. „Das Konzept verbindet zeitgenössische<br />

Einflüsse aus Gesellschaft bzw. Kultur<br />

und zeigt, wie mit Farben und Dekoren im<br />

Interior-Design entsprechend gestaltet werden<br />

kann. Es ermöglicht einzigartige, ästhetische<br />

und inspirierende Innenraumgestaltung auf einfache<br />

Weise“, fasst Monhoff zusammen. ba<br />

INTERESSIERT?<br />

MEHR<br />

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Wiederlösbarer<br />

Möbelverbinder für<br />

die 4 mm Nut<br />

Innovative “Capsule” concept<br />

Egger is launching its new “Dekorativ 24+” collection for furniture and interior design in February<br />

2024. For the first time, the company is presenting it with an innovative “Capsule” concept,<br />

which has already received the “Winner” award from the jury of the German Design Awards<br />

2024 in the “Excellent Communication Design – Online Publications” category. Derived from the<br />

“Capsule Wardrobe”, in which a few but valuable items of clothing can be combined in a variety<br />

of ways, Egger is now using the concept for presenting decors in order to provide recommendations<br />

for a wide range of applications, trend themes as well as possible combinations. A total of<br />

five “capsules” have been created for this purpose: “Muted Greens”, “Hospitality – Warm Materials”,<br />

“Style with Value”, “Simplicity redefined” as well as “Design on Top”. Thanks to their threedimensional<br />

shape and spatial arrangement, the “Capsules” also convey an impression of the<br />

decors in use.<br />

– Universeller Verbinder für alle<br />

Nutfräsmaschinen<br />

– Verbindung von Werkstücken<br />

in allen Winkeln<br />

– Geringe Verbinder-Dicke für<br />

Einbau in Materialien ab 8 mm<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 23<br />

www.lamello.de


Fokus<br />

Trendfarben für den<br />

Einrichtungsbereich<br />

Mit der imm Cologne startet Jahr für Jahr die neue Einrichtungssaison. Die internationale Einrichtungsmesse<br />

gibt dabei einen ersten Ausblick auf die kommenden Trends in der Innenraumgestaltung. In Köln wie<br />

auch auf dem Salone del Mobile in Mailand im April werden die neuen Trendfarben vorgestellt, die führende<br />

Farbinstitute und Trendforscher in den Monaten davor ermittelt hatten. Dabei zeigen sich die Einrichtungsfarben<br />

von der Mode-, der Kosmetik- sowie von der Automobilbranche inspiriert.<br />

„live simple!“ nennt sich die achte „Sustained Color“ des Colornetwork.<br />

“live simple!” is the name of Colornetwork’s eighth “Sustained<br />

Color”. <br />

Photo: Colornetwork<br />

24<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

Für die Einrichtungssaison 2024<br />

haben sich führende Farbinstitute<br />

und Trendscouts weltweit umgeschaut<br />

und die unterschiedlichen<br />

Einflüsse aus der Bekleidungsmode<br />

sowie aus den Farblabors<br />

der Automobil- und Kosmetikindustrie<br />

zusammengetragen. Rechtzeitig<br />

zur Jahreswende hat daher das<br />

amerikanische Farbinstitut Pantone<br />

seine Trendfarbe für das Jahr 2024<br />

bekannt gegeben.<br />

Gleichzeitig feiert das Farbinstitut<br />

in diesem Jahr das 25. Jubiläum<br />

der „Color of the Year“. Die Wahl<br />

einer jährlichen Trendfarbe fand<br />

erstmals im Jahr 1999 statt, als im<br />

Rahmen eines Ausbildungsprogramms<br />

die Idee geboren wurde,<br />

mit der Wahl einer Jahresfarbe die<br />

Design-Community zu einem<br />

Gespräch über Farben anzuregen<br />

und zugleich auch die Phantasie<br />

von Designern, Marken und Verbrauchern<br />

zu befeuern.<br />

Neue Farbe steht für Ruhe und<br />

Sicherheit<br />

Während bei der Premiere 1999<br />

der Farbton „Cerulean Blue“ (Pantone<br />

15-4020) gekürt wurde, trägt<br />

der Farbton des Jahres 2024 den<br />

Namen „Peach Fuzz“ (Pantone<br />

13-1023). Es handelt sich dabei<br />

um einen sa<strong>mt</strong>igen, weichen Pfirsichton,<br />

der sich zwischen Rosa<br />

und Orange bewegt. Er strahlt<br />

Wärme und Geborgenheit aus<br />

und gilt daher auch als idealer<br />

Farbton für die Inneneinrichtung.<br />

Nach Ansicht des Farbinstituts<br />

drückt die Farbe das Verlangen der<br />

Menschen nach Zusammengehörigkeit<br />

oder den Wunsch nach<br />

einem Moment der Stille und das<br />

dadurch entstehende Gefühl der<br />

Ruhe und Sicherheit aus.<br />

Zugleich verfügt „Peach Fuzz“<br />

über eine Vintage-Note und spiegelt<br />

dadurch die Vergangenheit<br />

wider, in seiner Neufassung wurde<br />

er laut Angaben von Pantone<br />

jedoch neu gestaltet und hat eine<br />

zeitgemäße Ausstrahlung. Dabei<br />

wurde darauf geachtet, dass der<br />

Farbton seine Präsenz nahtlos<br />

sowohl in der physischen als auch<br />

in der digitalen Welt zeigen kann.<br />

Wie das Institut erläutert, wollte<br />

es eine Farbe wählen, die den<br />

Fokus darauf lenken kann, welche<br />

Bedeutung Gemeinschaft und<br />

Zuwendung haben. „Peach Fuzz“<br />

soll den Wunsch ausdrücken,<br />

jenen nahe zu sein, die wir lieben,<br />

und die Freude vermitteln, die entsteht,<br />

wenn wir uns erlauben, mit<br />

uns eins zu sein und einfach einen<br />

stillen Augenblick zu genießen.<br />

Zugleich soll die Farbe Fürsorge<br />

vermitteln, Menschen zusammenbringen<br />

und ein Gefühl der Greifbarkeit<br />

auslösen.<br />

Diesem Aspekt wird gerade bei<br />

Konsumgütern eine wichtige Rolle<br />

beigemessen, denn der Wunsch,<br />

die Farbe und somit eine Oberfläche<br />

in diesem Farbton zu berühren,<br />

wirkt bei einer Vielzahl an<br />

Produkten wie zum Beispiel Einrichtungsgegenständen<br />

verkaufsfördernd.<br />

Daher haben Unternehmen<br />

aus der Einrichtungsindustrie<br />

den neuen Farbton bereits in ihre<br />

Kollektion aufgenommen und werden<br />

auf den Einrichtungsmessen<br />

2024 erste Möbel und Accessoires<br />

in diesem Farbton präsentieren.<br />

25-jähriges Jubiläum<br />

Mit „Peach Fuzz“ hat Pantone<br />

seine Reihe der „Color of the Year“<br />

auch im Jahr 2024 fortgesetzt.<br />

Allerdings kam es in der 25-jährigen<br />

Geschichte der Jahresfarbe<br />

auch vor, dass zwei Farben als Sie-


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Nürnberg, Germany<br />

19.–22.3.2024<br />

Bei der „Sustained<br />

Color No. 8” handelt<br />

es sich um ein<br />

natürliches Weiß,<br />

das von hellem<br />

Muschelkalk<br />

inspiriert ist.<br />

“Sustained Color<br />

No. 8” is a natural<br />

white inspired by<br />

light shell limestone.<br />

Photo: Colornetwork<br />

Europäische Fachmesse für Maschinentechnologie<br />

und Fertigungsbedarf<br />

ENTDECKEN<br />

ERLEBEN<br />

MACHEN<br />

ger hervorgingen. So beispielsweise<br />

2021, als die beiden eigenständigen<br />

Farben „Ultimate Gray“<br />

(Pantone 17-5104) sowie „Illuminating“<br />

(Pantone 13-0647) das<br />

Rennen machten. Nicht anders<br />

war es 2<strong>01</strong>6, als mit „Rose Quartz“<br />

sowie „Serenity“ zwei Farben<br />

ausgewählt wurden, die in Kombination<br />

die Farbbotschaft übermitteln<br />

und für die gewünschte Atmosphäre<br />

sorgen sollten. Dabei will<br />

das amerikanische Farbinstitut mit<br />

der Farbe des Jahres einen Farbton<br />

küren, der in allen Bereichen<br />

des Designs zu finden ist und eine<br />

Stimmung und Haltung der Verbraucher<br />

in der ganzen Welt ausdrückt.<br />

Im Unterschied zu einer<br />

kurzlebigen Modeerscheinung soll<br />

die „Color of the Year“ ein globaler<br />

Lifestyle-Trend sein und damit<br />

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Der Pantone-Farbton 2024 findet sich auf den unterschiedlichsten<br />

Einrichtungsgegenständen wie bei diesem Sessel von Wittmann<br />

wieder.<br />

The Pantone 2024 colour can be found on a wide variety of furnishings<br />

as i.e. on this chair of Wittmann. <br />

Photo: Wittmann<br />

parallel zur


Fokus<br />

„Peach Fuzz“ wurde von Pantone zur „Color<br />

of the Year” gekürt.<br />

“Peach Fuzz” was named “Color of the<br />

Year” by Pantone. <br />

Bei „Peach Fuzz“ handelt es sich um einen weichen Pfirsichfarbton zwischen Rosa und Orange.<br />

“Peach Fuzz” is a gentle peach tone between pink and orange and can already be seen on the<br />

first interior design items.<br />

Photos: Pantone<br />

auch Ausdruck dessen, was in diesem<br />

Jahr in der Kultur weltweit vor<br />

sich geht.<br />

Dieser Gedanke prägte auch die<br />

Wahl der Jahresfarbe 2023. Im<br />

vergangenen Jahr nannte Pantone<br />

sie „Viva Magenta“ (Pantone<br />

18-1750). Bei ihr handelte es sich<br />

um ein lebhaftes Karminrot, das<br />

auf dem Rot der Cochenille basiert,<br />

einem besonders wertvollen<br />

natürlichen Farbstoff, der einen<br />

der stärksten und intensivsten<br />

Rottöne der Welt erzeugt. Aufgrund<br />

seines Ursprungs sollte<br />

„Viva Magenta“ die Menschen zu<br />

den Wurzeln zurück bringen. Durch<br />

das Wachrufen der Kräfte der<br />

Natur sollte der Farbton den Menschen<br />

helfen, innere Stärke zu entwickeln.<br />

Nachhaltige Farben<br />

Einen nachhaltigen Ansatz wählt<br />

das Colornetwork, dessen Expertengremium<br />

seit dem Jahr 2020<br />

Farben kürt, die das Gremium als<br />

„Sustained Color“ erachtet. Dabei<br />

handelt es sich um nachhaltige<br />

Farbtöne, die über Jahre hinweg in<br />

der Einrichtungsindustrie Bestand<br />

haben sollen. Im Gegensatz zum<br />

Farbinstitut Pantone wird allerdings<br />

nicht einmal jährlich ein Farbton<br />

gewählt, sondern teilweise<br />

auch mehrmals im Jahr auf die<br />

Wünsche und Bedürfnisse der Verbraucher<br />

reagiert. Daher gibt es<br />

inzwischen bereits sieben verschiedene<br />

Farbtöne. Nach „be rooted!“<br />

(dunkler Holzton) als erster<br />

nachhaltiger Farbe im Jahr 2020<br />

folgten „stay together!“ (helles<br />

Grau), „give war<strong>mt</strong>h!“ (Sandfarbton),<br />

„pay attention!“ (Grauton),<br />

„feel jade!“ (Jadenuance), „dive<br />

deep!“ (Blaunuance) und im Jahr<br />

2023 dann „come closer!“ (heller<br />

Braunton) als siebte Farbe.<br />

„Sustained Color“ Nummer 8<br />

Für das Jahr 2024 wurde nun eine<br />

achte „Sustained Color“ vorgestellt:<br />

Es handelt sich dabei um ein<br />

natürliches Weiß, das die Bezeichnung<br />

„live simple!“ trägt. Inspiriert<br />

ist der Farbton von hellem<br />

Muschelkalk, der seit Jahrtausenden<br />

vorkom<strong>mt</strong>.<br />

Nach Ansicht des Expertengremiums<br />

trifft der Ton den Zeitgeist<br />

sehr genau, denn die Komplexität<br />

des 21. Jahrhunderts lässt eine<br />

große Sehnsucht nach Reduktion<br />

und Vereinfachung aufkommen.<br />

Auch sollte sich der Farbton angenehm<br />

von den gängigen Weißtönen<br />

abheben und gut kombinieren<br />

lassen. Zugleich sehen die Experten<br />

in ihm einen internationalen<br />

Farbton, da er Assoziationen an<br />

die Meeresstimmung an den Küsten<br />

Neuenglands, einen japanischen<br />

Zen-Garten oder ein indisches<br />

Baumwollfeld weckt.<br />

Keine kurzfristige Trendfarbe<br />

Bei der Wahl der 8. Sustained<br />

Color setzte sich das Expertenteam<br />

aus Timo Rieke (u.a. Professor<br />

an der HAWK in Hildesheim<br />

und Vorstand des Deutschen Farbzentrums)<br />

Alina Schartner (u. a.<br />

Design Consultant, Trend Forecasterin<br />

und Markenbotschafterin für<br />

RAL Farben), Andreas Enslin (u. a.<br />

Miele Design Center, Deutscher<br />

Designtag im Kulturrat der Bundesregierung),<br />

Klemens Andrup<br />

und Hannes Mörl von Pfalzen<br />

(beide Miele Design Center)<br />

Trend colours for the furnishing sector<br />

zusammen.<br />

Das Colornetwork, dem inzwischen<br />

33 Unternehmen aus der<br />

Einrichtungsindustrie angehören,<br />

versteht Farbe nicht als kurzfristigen<br />

Trend und will mit der „Sustained<br />

Color“ Farben küren, die bleibende<br />

Werte für Architektur und<br />

Lifestyle fördern.<br />

Richard Barth<br />

Leading colour institutes and trend scouts have looked around the world<br />

and compiled the various influences from clothing fashion and the automotive<br />

as well as cosmetics industries’ colour laboratories for the 2024<br />

interior design season. As a result, the American colour institute Pantone<br />

announced its trend colour for 2024 just in time for the new year. At the<br />

same time, the colour institute is celebrating the 25 th anniversary of its<br />

“Color of the Year”. The 2024 Color of the Year is called “Peach Fuzz”<br />

(Pantone 13-1023) and is a velvety, gentle peach colour that is somewhere<br />

between pink and orange. It radiates war<strong>mt</strong>h and cosiness and is<br />

therefore the ideal colour for interior design. Companies from the furnishing<br />

industry have therefore already included the new colour in their<br />

collections and will present the first furniture and accessories in this<br />

colour at the 2024 interior design fairs.<br />

Colornetwork has been taking a sustainable approach since 2020 with<br />

its panel of experts who select colours they consider to be a “Sustained<br />

Color”, which are timeless and bring lasting values to interior design. In<br />

contrast to the Pantone colour institute, however, a colour shade is not<br />

selected once a year, but sometimes several times a year in response to<br />

consumer wishes and needs. As a result, there are now seven different<br />

colours available. An eighth “Sustained Color” has currently been presented<br />

for 2024: it is a natural white called “live simple!”. The colour is<br />

inspired by light shell limestone, which has been around for thousands<br />

of years. The experts see it as an international colour, as it evokes associations<br />

with the ocean mood on the New England coast, a Japanese<br />

Zen garden or an Indian cotton field.<br />

26<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Fokus<br />

Das neue Programm „Vtektura“<br />

von Voglauer kombiniert rückseitig<br />

im Marmorlook bedruckte<br />

Glasfronten mit Massivholz.<br />

The new “Vtektura” programme<br />

from Voglauer combines reverse<br />

printed glass fronts in marble<br />

look with solid wood.<br />

Photo: Voglauer<br />

Innovative Ideen und Konzepte<br />

Die diesjährige imm Cologne machte wieder richtig Spaß. Dies spiegelte sich auch in der Besucherfrequenz<br />

wider, die insbesondere in den Designhallen das gewohnte und lang vermisste Messefeeling aufleben ließ.<br />

Dort versprühten die Gestaltung und die Inszenierungen auch ein gewisses „Mailand-Flair“.<br />

Die diesjährige Möbelmesse in<br />

Köln, die vom 14. bis zum 18.<br />

Januar stattfand, hatte ihre Sonnenund<br />

Schattenseiten. Mit rund 750<br />

Ausstellern übertraf die Veranstaltung<br />

in ihrem Angebot zwar die<br />

„Spring Edition“ im Juni vergangenen<br />

Jahres, konnte allerdings nicht<br />

an die Ausgaben vor der Pandemie<br />

heranreichen, bei denen die imm<br />

Cologne noch mit deutlich mehr als<br />

1.000 Ausstellern aufwarten<br />

konnte. So zählte die Möbelschau<br />

im Jahr 2020 noch 1.233 Aussteller.<br />

Bei den Besuchern war dies ähnlich.<br />

Mit 42.000 Besuchern aus 129<br />

Ländern erzielte die diesjährige<br />

Möbelmesse ein deutlich besseres<br />

Ergebnis als beim Re-Start 2023,<br />

bei dem rund 30.000 Fachbesucher<br />

ihr Interesse an der Schau zeigten.<br />

Vor der Pandemie wurden allerdings<br />

noch 82.000 Fachbesucher<br />

gezählt. Dazu kamen laut Messeangaben<br />

noch 46.000 Endverbraucher,<br />

für die bei der diesjährigen<br />

Ausgabe allerdings keine Publikumstage<br />

mehr vorgesehen<br />

waren.<br />

28<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

Mittleres Marktsegment fehlte<br />

Zu den Schattenseiten der imm<br />

cologne zählte sicherlich, dass das<br />

mittlere Preissegment und insbesondere<br />

die großen namhaften<br />

Möbelproduzenten auf eine Teilnahme<br />

verzichtet hatten, so dass<br />

den Besuchern insbesondere im<br />

Kastenmöbelsegment kein Überblick<br />

über die aktuellen Wohntrends<br />

und das Angebot möglich war. Im<br />

Polstermöbelsegment fehlten zwar<br />

ebenfalls namhafte Hersteller, doch<br />

Firmen wie Polipol und HTL hielten<br />

der Messe noch die Stange.<br />

Eine Premiere feierte die kürzlich<br />

erstellte Messehalle 1, die sich als<br />

neue Heimat der Hochwert-Anbieter<br />

präsentierte und damit die Halle<br />

11.3 ablöste, die diese Unternehmen<br />

bislang beherbergte. Zusammen<br />

mit den Hallen 4.2 sowie 3.2.<br />

bot sie den Besuchern einen repräsentativen<br />

Querschnitt des aktuellen<br />

Angebots, wenngleich sich<br />

namhafte Möbelmarken wie etwa<br />

Rolf Benz und Walter Knoll mit ihren<br />

Standflächen stark zurückhielten.<br />

Dies hing nicht zuletzt damit zusammen,<br />

dass sich die beiden Markenhersteller<br />

mit Kettnaker, Draenert<br />

und Object Carpet einen Gemeinschaftsstand<br />

teilten, der jedem Hersteller<br />

Freiheit bei der Gestaltung<br />

seines eigenen Bereiches ließ,<br />

während der Catering- und Aufenthaltsbereich<br />

von allen gemeinsam<br />

genutzt werden konnte.<br />

„Circles“ als Vernetzungsplattformen<br />

Unterstützung erhielt die Messegestaltung<br />

durch spezielle Themen-<br />

Unter dem Motto „live, repair, recycle“ zeigte Freistil ein Sofa,<br />

das ohne Verklebung montierbar ist und das eine sortenreine<br />

Trennung ermöglicht.<br />

Freistil exhibited a sofa with the motto “live, repair, recycle”,<br />

which can be assembled without gluing and that allows for high<br />

quality differentiated recycling. <br />

Photo: Barth


Fokus<br />

Team 7 zeigte seine Küche in<br />

weißgeölter Erle.<br />

Team 7 presented its kitchen<br />

in white-oiled alder.<br />

Photo: Team 7<br />

Flauschig-weiche<br />

Bezugsstoffe liegen im<br />

Trend, bei Koinor gab<br />

der hochflorige Bezug<br />

„Doodle“ sein Debüt.<br />

Fluffy, soft upholstery<br />

fabrics are the current<br />

trend, and Koinor’s highpile<br />

“Doodle” upholstery<br />

made its debut. Photo: Barth<br />

und Kommunikationsplattformen,<br />

die sich „The Circles“ nannten. Mit<br />

den kreisrunden Eventflächen signalisierte<br />

die Messe, dass sie auch<br />

gezielt den Austausch zwischen<br />

den Messeteilnehmenden fördern<br />

will.<br />

Die Besucher fanden in den Hallen<br />

allerdings verschiedene Varianten<br />

vor: So gab es in der Halle 1 etwa<br />

die „Inspiration Circles“, während in<br />

Halle 4 auf dem „Community<br />

Circle“ mehrere niederländische<br />

Unternehmen nachhaltige Konzepte<br />

zur Diskussion stellten. Die<br />

„Circle Suites“ in Halle 10 wiederum<br />

waren ein von Natuzzi gestalteter<br />

Loungebereich zum Verweilen<br />

und Netzwerken. Darüber<br />

hinaus gab es „Brand Circles“, in<br />

denen einzelne ausstellende Unternehmen<br />

ihre Produktinnovationen<br />

in Szene setzen konnten. Das<br />

„Studio@Circle“-Café bzw. der<br />

Club boten den Besuchern wiederum<br />

Fachvorträge<br />

Nachhaltigkeit wichtiges<br />

Messethema<br />

Zu den wichtigsten Themen der<br />

Möbelschau zählten Nachhaltigkeit,<br />

Funktionalität sowie Oberflächenvielfalt,<br />

die sich bei den Ausstellern<br />

in den neuen Produkten<br />

widerspiegelten. In fast allen Produktsegmenten<br />

hatten die Unternehmen<br />

entsprechende innovative<br />

Lösungen und Ideen mitgebracht.<br />

Zu den Highlights im Bereich der<br />

Nachhaltigkeit zählten hier die Vorschläge<br />

der Firmen Schlaraffia, Freistil<br />

und Walter Knoll, die sich alle<br />

mit der Kreislaufwirtschaft beschäftigt<br />

hatten.<br />

So stellte Freistil das modulare<br />

Sofaprogramm „Echt“ vor, welches<br />

komplett aus recycelbaren<br />

Materialien besteht und dessen<br />

Bauteile entweder vom Konsumenten<br />

selbst zusammengefügt<br />

werden oder auch vom Händler<br />

montiert geliefert werden können.<br />

Im Gegensatz zur üblichen Herstellung<br />

wird gänzlich auf Klebstoff verzichtet,<br />

so dass sortenreine Trennung<br />

und industrielle Kreislauffähigkeit<br />

gegeben sind. Beim<br />

Polsterschaum kom<strong>mt</strong> ein neuartiger<br />

Schaum von BASF zum Einsatz,<br />

der auf Basis des „Mass-Balance-<br />

Verfahrens“ hergestellt wurde.<br />

Einer der beiden wählbaren Polsterbezüge<br />

besteht aus recyceltem<br />

Polyester und wird über die Polsterung<br />

gezogen und statt mit Klettverschluss<br />

mit einem Metalldraht<br />

am Gestell fixiert. Das macht das<br />

Sofa auch wandel- und vor allem<br />

reparierbar.<br />

Sortenreine Trennung ist auch bei<br />

dem Polsterstuhl „Sheru evo“ von<br />

Walter Knoll gewährleistet, der<br />

durch seinen modularen Aufbau<br />

und verschiedene Varianten von<br />

Gestell und Husse zahlreiche<br />

Gestaltungsmöglichkeiten bietet.<br />

Auch hier wird bei der Polsterung<br />

auf Schaum sowie Klebstoffe verzichtet;<br />

als Polsterung wird stattdessen<br />

ein 3D-Mesh-Gewebe ver-<br />

Mit vier Komfortfunktionen ist das Sofa „Mooove“ von Koinor<br />

ausgestattet.<br />

The “Mooove” sofa from Koinor features four comfort functions.<br />

<br />

Photo: Barth<br />

Schwarzstahl als neues Material für die Front lässt bei Kettnaker<br />

jedes Möbelstück zu einem Unikat werden.<br />

Black steel as a new material for fronts makes every piece of<br />

furniture at Kettnaker unique. <br />

Photo: Barth<br />

wendet, das in den Stuhl eingearbeitet<br />

ist. Die Sitzschale besteht<br />

aus Post-Industrie-Rezyklat (PIR)<br />

und kann ohne professionelle<br />

Unterstützung mit verschiedenen<br />

Bezügen aus Leder oder Stoff verkleidet<br />

werden.<br />

Obwohl die Aquinos-Gruppe kein<br />

Aussteller in Köln war, nutzte das<br />

Unternehmen auf der Gemeinschaftsfläche<br />

des Matratzen-Verbandes<br />

die Gelegenheit, ihr neuartiges<br />

Recycling-Konzept vorzustellen.<br />

Als erstes Unternehmen in<br />

Deutschland wird Schlaraffia einen<br />

digitalen Produktpass in seinen<br />

Matratzen einsetzen. In Zusammenarbeit<br />

mit der belgischen Firma<br />

TripleR wird im Inneren der Matratze<br />

ein RFID-Chip platziert, der<br />

vom Recyclingbetrieb ausgelesen<br />

werden kann und Aufschluss gibt<br />

über alle Komponenten und Materialien<br />

sowie deren Trennung und<br />

Wiederverwertung. Außen erhält<br />

die Matratze ein eingenähtes Etikett<br />

mit einem QR-Code, der Detailinformationen<br />

zur Matratze gibt und<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 29


Fokus<br />

„Indra“ von Hülsta zeichnet sich durch Furnierintarsien-Fronten<br />

wahlweise in Eiche oder Nussbaum aus.<br />

“Indra” from Hülsta is characterised by veneer inlay fronts in<br />

either oak or walnut. <br />

Photo: Barth<br />

Die Kleiderschranktüren bei<br />

Schönbuch werden von fast<br />

unsichtbaren Salice-<br />

„Conecta“-Scharnieren<br />

getragen.<br />

The wardrobe doors at<br />

Schönbuch are supported<br />

by Salice´s almost invisible<br />

“Conecta” hinges.<br />

Photo: Barth<br />

Schlaraffia stattet seine<br />

Matratzen mit einem<br />

QR-Code und RFID-Chip aus.<br />

Schlaraffia is providing its<br />

mattresses with a QR code<br />

and an RFID chip.<br />

Photo: Barth<br />

vom Nutzer mit dem Smartphone<br />

gescannt werden kann.<br />

Komfortfunktionen unsichtbar<br />

gemacht<br />

Funktionalität war das zweite große<br />

Thema der Messe, wobei die Konsumenten<br />

künftig mit einer Fülle an<br />

neuem Komfort rechnen können.<br />

Zu den wesentlichen Beispielen<br />

hierfür zählt der innovative<br />

„FurnSpin“-Beschlag von Hettich,<br />

der bei Firmen wie Dreieck Design<br />

sowie Skovby anzutreffen war. Er<br />

kombiniert eine Dreh- mit einer<br />

Schwenkbewegung. Mit einem<br />

Dreh offenbart sich das Innenleben,<br />

mit einem weiteren Dreh verschwindet<br />

es aus dem Blick, und<br />

das Möbel zeigt wieder geschlossene<br />

Fronten.<br />

Obwohl das Angebot an Kastenmöbeln<br />

durch das Fernbleiben der<br />

großen Hersteller aus dem mittleren<br />

Segment eher mäßig ausfiel,<br />

gab es hier und da doch einzelne<br />

Neuerungen zu entdecken. So<br />

kamen beim Kleiderschranksystem<br />

von Schönbuch die nahezu<br />

unsichtbar in die Wangen und<br />

Der dänische Möbelhersteller<br />

Skovby<br />

zeigte ein Highboard,<br />

dessen äußere<br />

Elemente ihren Inhalt<br />

durch den „FurnSpin“-<br />

Beschlag von Hettich<br />

mit einer Drehbewegung<br />

zugänglich<br />

machen.<br />

Danish furniture<br />

manufacturer Skovby<br />

presented a highboard<br />

whose outer elements<br />

spin to reveal their<br />

contents thanks to the<br />

“FurnSpin” fitting<br />

from Hettich.<br />

Photo: Barth<br />

Fronten eingelassene Beschläge<br />

„Conecta“ von Salice zum Einsatz,<br />

wobei lediglich drei Beschläge ausreichten,<br />

um die 2,60 Meter hohen<br />

Türen zu halten. Im Mittelpunkt der<br />

Präsentation stand jedoch das<br />

Schranksystem „Canvas“, welches<br />

laut Hersteller Milliarden Gestaltungsmöglichkeiten<br />

durch verschiedene<br />

Abmessungen und<br />

Oberflächenvarianten bieten soll.<br />

So stehen allein 28 Mattlack- und<br />

23 Hochglanztöne zur Verfügung.<br />

Interlübke trat in Köln mit dem<br />

neuen Sideboardprogramm „tavi“<br />

sowie einer neuen Variante des<br />

Programms „jorel reflect“ an. Bei<br />

„tavi“ setzen die offenen Elemente<br />

oben, vorne oder seitlich auf und<br />

wechseln sich mit geschlossenen<br />

Fronten ab, wobei die Kombinationen<br />

aus Drehtüren, Schubkästen<br />

und Klappen vielfältige Variationen<br />

bieten. Das Programm „jorel<br />

reflect“ wurde durch neue Module<br />

und insbesondere die neue Oberfläche<br />

„Indigospiegel“ ergänzt.<br />

Weiterhin steht hier die Ausführung<br />

„Sepiaspiegel“ zur Verfügung,<br />

ebenfalls eine bedampfte und hinterlackierte<br />

Glasfläche. Generell<br />

sind die Programme grifflos bzw.<br />

mit passenden Griffen erhältlich.<br />

Weiterentwickelt wurde auch das<br />

Kleiderschrankprogramm „collect<br />

plus“, das nun auch einen Überbau<br />

zulässt und mit „Nussbaum<br />

dunkel“ eine weitere Holzausführung<br />

bekam. Darüber hinaus<br />

werden Alurahmen-Fronten mit<br />

Spezialglas angeboten, das erst bei<br />

Beleuchtung den Blick auf das<br />

Schrankinnere freigibt.<br />

Auf eine neue, hellere Holzausführung<br />

setzte Team 7 und zeigte Erle<br />

in der Ausführung „Weißöl“. Eine<br />

Besonderheit der grifflosen Küche<br />

„pur“ ist zudem, dass die Griffmulde<br />

nicht nur wie bisher in<br />

Schwarz matt und Edelstahl erhältlich<br />

ist, sondern nun auch in<br />

massiver Erle, Buche, Eiche und in<br />

Nussbaum zur Wahl steht, so dass<br />

der durchgängige Holzcharakter<br />

gewahrt werden kann. Bei Hochschränken<br />

erstreckt sich die Mulde<br />

sogar senkrecht bis fast 2,28<br />

Meter.<br />

Bei den Auszugstischen gibt es nun<br />

auch Nussbaum-Ausführungen mit<br />

fortlaufender Maserung bis zu 4<br />

Metern. Auch die Korpusmöbel in<br />

Nussbaum werden mit durchgängiger<br />

Maserung angeboten. Koinor<br />

hat in seine Messeneuheit<br />

„Mooove“ gleich mehrere Funktionen<br />

gesteckt. Zu den bekannten<br />

Funktionen wie Seitenverschiebung,<br />

Sitztiefenverstellung sowie<br />

Drehbarkeit kom<strong>mt</strong> nun auch eine<br />

Wippfunktion hinzu, die sich durch<br />

einen Arretierhebel allerdings auch<br />

abschalten lässt. Auch die Esszimmerbank<br />

„Merlin“ weist nun sechs<br />

Funktionen auf, hinzu kamen Funktionen<br />

wie das Vorziehen und<br />

30<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Fokus<br />

Interlübke präsentierte sein Programm„jorel“ mit einer Front in<br />

Indigospiegel.<br />

Interlübke presented its “jorel” programme with a front in<br />

indigo mirror.<br />

Photo: Interlübke<br />

Beim modularen Polsterstuhl „Sheru evo“ von Walter Knoll<br />

wird anstelle von verklebtem Schaum ein 3D-Mesh-Gewebe<br />

zur Polsterung eingesetzt, was eine sortenreine Trennung<br />

ermöglicht.<br />

The modular upholstered “Sheru evo” chair from Walter Knoll uses<br />

a 3D mesh fabric for the upholstery instead of glued foam, which<br />

allows for a high quality differentiated recycling. Photo: Barth<br />

Wippen, ergänzt von höhenverstellbaren<br />

Kopfstützen.<br />

„Echte“ Materialien im Fokus<br />

Durch das Fernbleiben des mittleren<br />

Marktsegments und der Großserienaussteller<br />

spielten Furniere<br />

auf der Messe eine wichtigere<br />

Rolle. So zu sehen beim Möbelhersteller<br />

Hülsta, der sich erst wenige<br />

Wochen vor der Messe für eine Teilnahme<br />

entschieden hatte. Der<br />

Markenhersteller zeigte in Köln mit<br />

„Indra“ ein neues Programm, bei<br />

dem den Möbeln mit Furnierintarsien<br />

charakteristische Akzente verliehen<br />

werden. Die Messeneuheit<br />

ist wahlweise in Eiche- und Nussbaumfurnier<br />

sowie in den Lackfarben<br />

Anthrazit, Creme sowie Angora<br />

erhältlich.<br />

Kettnaker stellte Ergänzungen bei<br />

seinem Systemmöbelprogramm<br />

„CASE“ vor. So kamen u. a. Fronten<br />

aus Schwarzstahl hinzu, die<br />

jedes Möbelstück zu einem Unikat<br />

machen. Bei Schwarzstahl handelt<br />

es sich um ein Material, das im Herstellungsprozess<br />

durch die Einwirkung<br />

von Sauerstoff beim Umformverfahren<br />

mit hohen Temperaturen<br />

entsteht, wobei die Oberfläche ihre<br />

schwarz-blaue Farbe bekom<strong>mt</strong>. Bei<br />

der Versiegelung dieser immer<br />

wieder anders ausfallenden Oberfläche<br />

entsteht zudem ein leichter<br />

Glanz. Das Programm hatte seine<br />

Premiere 2023 auf der „Spring Edition“<br />

der imm Cologne gegeben.<br />

Ausgehend von einem leeren Gehrungskorpus,<br />

bietet es unzählige<br />

individuelle Gestaltungsmöglichkeiten,<br />

da der Korpus außen mit<br />

unterschiedlichen dekorativen Plattenmaterialien<br />

(Fassaden) „verkleidet“<br />

werden kann. Doch auch bei<br />

anderen Programmen gab es neue<br />

Oberflächenmaterialien wie etwa<br />

„Alu eloxiert“, bronziertes Glas oder<br />

eine Relieffront. Auch die 2023 vorgestellte<br />

Home-Cinema-Lösung<br />

mit Leica wurde weiterentwickelt.<br />

Sudbrock hatte sein Angebot im<br />

Bereich Schlafen erweitert und mit<br />

Bett- und Beimöbeln ausgebaut, so<br />

dass nun neben Garderoben und<br />

Wohnmöbeln auch dieses Gebiet<br />

bedient werden kann. Gezeigt<br />

wurden vor allem Ergänzungen bei<br />

den Fronten und Farben. So kamen<br />

die Lackfarben „Mandel“ und<br />

„Puder“ hinzu, die in Kombination<br />

mit „Eiche Sahara“ und „Eiche<br />

Milk“ gezeigt wurden. Weitere<br />

Ergänzungen waren Abdeckblätter<br />

aus Keramik in Schieferoptik oder<br />

Kalksteinanmutung. Im Wohnbereich<br />

kamen Lamellenpaneele<br />

hinzu. Akzente setzten zudem<br />

geriffelte Furnierfronten.<br />

Der österreichische Möbelhersteller<br />

Voglauer hat sich bei seinem<br />

neuen Programm „Vtektura“ am<br />

Dachstein-Gletscher orientiert und<br />

dessen Schwarz-Weiß Optik per<br />

Digitaldruck auf die Rückseite von<br />

Glasplatten gebracht, was der<br />

Möbellinie eine moderne Ausrichtung<br />

verleiht. Das pigmentierte<br />

Glas, das wahlweise in den Ausführungen<br />

„Firneis white“ bzw. „dark“<br />

angeboten wird, erweckt auch den<br />

Anschein von Marmor und wurde<br />

in Köln in Kombination mit Echtholzfronten<br />

in Eiche gezeigt.<br />

Polstermöbel in Naturtönen<br />

Bei den Polstermöbeln zeigten sich<br />

verschiedne Stoffoptiken, wenngleich<br />

auch weiterhin strukturierte<br />

Unis die Modelle kleideten. Allerdings<br />

erwies sich so mancher<br />

Bezug in diesem Jahr als besonders<br />

flauschig. So war bei Koinor<br />

der Stoff „Doodle“ zu sehen, der in<br />

Optik und Haptik an das Fell der<br />

gleichnamigen Hunderasse erinnert.<br />

Andere Hersteller hatten ihre<br />

Modelle in Bezüge im Teddyfell-<br />

Look gesteckt. Dominierend waren<br />

Bouclé-Stoffe sowie Bezüge in<br />

Cord- bzw. Feincord-Optik. Cor<br />

Innovative ideas and concepts<br />

führte vor, dass sich auch die Sockel<br />

und Wangen von Tischen mit Stoff<br />

passend zum Sofa beziehen lassen.<br />

Häufiger waren zudem Stoffe aus<br />

Recyclingmaterialien anzutreffen.<br />

Bei den Farben dominierten Beigeund<br />

Cremenuancen, gefolgt von<br />

Ockertönen. Auch Grüntöne zeigten<br />

sich im Messeangebot, ergänzt<br />

von hellen Brauntönen. Grau- und<br />

Anthrazit spielten dagegen im<br />

Messebild keine große Rolle mehr,<br />

Richard Barth<br />

This year’s interior design fair in Cologne, which took place from 14 to 18<br />

January, had its bright sides and its downsides. With around 750 exhibitors,<br />

the event surpassed the “spring edition” in June last year, but was<br />

unable to match the pre-pandemic editions, where the interior design<br />

show recorded 1,233 exhibitors in 2020. With 42,000 visitors, the result<br />

was also significantly better than the relaunch in 2023. However, 82,000<br />

trade visitors were recorded before the pandemic. One of the downsides<br />

of imm cologne was certainly the fact that the mid-price segment<br />

and, in particular, the big-name furniture manufacturers did not take part,<br />

meaning that visitors were unable to get an overview of the latest home<br />

trends and the range on offer, especially in the cabinet furniture segment.<br />

The recently constructed exhibition hall 1 celebrated its premiere,<br />

presenting itself as the new home to high-end suppliers. The most<br />

important topics at the interior design show included sustainability, functionality<br />

and surfaces variety. The absence of the mid-market segment<br />

and large-scale exhibitors highlighted the fact that veneers played an<br />

important role at the trade fair anyway. Other front materials on show<br />

were black steel and sometimes aluminium as well as various mirror<br />

styles or reverse decoratively printed glass. Ceramic with a slate look or<br />

limestone appearance was often used as the material for cover panels.<br />

Accents were created using louvre panels or ribbed fronts. Upholstered<br />

furniture featured different fabric looks, although textured plain colours<br />

in bouclé or fine corduroy continued to dress the models. Very often,<br />

covers shown were fluffy. The colours were dominated by shades of<br />

beige and cream followed by ochre tones. Shades of green were also on<br />

show at the fair, complemented by light shades of brown. By contrast,<br />

grey and anthracite did not play a major role in the trade fair look.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 31


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Produkte & Konzepte<br />

Neue „Aquastain“-Beizkartenkollektion mit Rezepturen des<br />

„Hydrostain-Modular“- Beizsystems.<br />

New “Aquastain” stain card collection with formulations of<br />

the “Hydrostain-Modular” stain system. Photo: Jordan Lacke<br />

Widerstandsfähige Wasserlacke<br />

Auf der Holz-Handwerk präsentiert<br />

Plantag Coatings auf über 80 m 2<br />

seine Marke Jordan Lacke. Zu den<br />

Highlights der Messepräsentation<br />

zählen zwei neuentwickelte Wasserlacke:<br />

Beim „1K Aqua-Magic-<br />

Base JB7163-00<strong>01</strong>“ handelt es sich<br />

um einen wasserbasierenden<br />

1K-Isolierfüller mit laut Anbieter hervorragender<br />

Isolierwirkung und<br />

gutem Schliff, der vor allem bei<br />

harzinhaltsstoffreichen Hölzern zum<br />

Einsatz kom<strong>mt</strong>. Als weitere Eigenschaften<br />

nennt das Unternehmen<br />

die Schleifbarkeit, die Füllkraft und<br />

die Überlackierbarkeit mit allen Farblacksystemen<br />

von Jordan Lacke.<br />

Darüber hinaus wird der 1K Aqua-<br />

Oil-Effect „JF7455-1“ zu sehen<br />

Produkte & Konzepte<br />

sein, der sich laut Jordan Lacke<br />

durch seine angenehme Haptik,<br />

seine hohe Lichtstabilität und seine<br />

hervorragende Transparenz auszeichnet.<br />

Diese Produktneuheit<br />

verleiht dem Holz durch ihren Öl-<br />

Anteil eine natürliche Anmutung<br />

und kombiniert Widerstandsfähigkeit<br />

mit den Verarbeitungsmöglichkeiten<br />

(Spritzfähigkeit) eines Lacks.<br />

Einfache Handhabung und Haftfestigkeit<br />

kommen bei diesem Natureffektlack<br />

hinzu.<br />

Außerdem wird auf der Messe eine<br />

neue Beizkartenkollektion der Marke<br />

Jordan Lacke vorgestellt, die speziell<br />

für das wasserbasierte Beizsystem<br />

„Hydrostain-Modular“ konzipiert<br />

wurde und unzählige Möglichkeiten<br />

in Sachen kreativer Farbgestaltung<br />

bietet. Auch „Jordan<br />

Nature-Pur“, eine rein mineralische,<br />

biozid- und lösungsmittelfreie Holzschutzlasur<br />

für Holz im Innen- und<br />

Außenbereich, wird im Fokus des<br />

Messeauftritts stehen. Nach der<br />

QNG ready-Zertifizierung besteht<br />

laut Anbieter jetzt sogar die Möglichkeit<br />

einer KfW-Förderung. ba<br />

Resistant lacquers with easy handling<br />

The highlights of Plantag Coatings’ presentation at Holz-Handwerk<br />

include two newly developed water-based lacquers: “1K Aqua-Magic-<br />

Base JB7163-00<strong>01</strong>” of the Jordan Lacke brand is a water-based 1K insulating<br />

filler, that is primarily used for woods rich in resin. Furthermore,<br />

“1K Aqua-Oil-Effect JF7455-1” will be on show, which gives the wood a<br />

natural appearance thanks to its oil content and combines resistance<br />

with the processing options (sprayability) of a lacquer. In addition to a<br />

new stain card collection for the water-based “Hydrostain-Modular”,<br />

“Jordan Nature-Pur” stain system, a purely mineral, biocide- and solvent-free<br />

wood protection stain for wood both indoors and outdoors, will<br />

also be presented.<br />

Aus für Nitrolacke<br />

34<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

Im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie<br />

hat Hesse Lignal zum Jahresbeginn<br />

die Produktion und den<br />

Vertrieb von nicht nachhaltigen<br />

Nitrocelluloselacken und lösemittelhaltigen<br />

säurehärtenden Lacken<br />

eingestellt. Auch einige lösemittelhaltigen<br />

Zusatzmittel, Farbstoffe,<br />

Pigmentkonzentrate und zugehörige<br />

Verdünner werden seither<br />

nicht mehr angeboten. Damit hat<br />

das Unternehmen laut eigenen<br />

Aussagen einen ersten Meilenstein<br />

auf dem Weg zum nachhaltigen<br />

Sortiment erreicht.<br />

Im Frühjahr 2022 hatte sich Hesse<br />

Lacke dazu entschlossen, eine<br />

Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln,<br />

um seiner Verantwortung als<br />

zukunftsorientiertes Familienunternehmen<br />

mit generationsübergreifender<br />

Geschichte gerecht zu werden.<br />

Aus diesem Grund wurde<br />

beschlossen, bis 2030 alle lösemittelhaltigen<br />

Produkte durch nachhaltige<br />

Alternativen zu ersetzen. Dabei<br />

werden zwei Ziele verfolgt: Zum<br />

einen soll der Einsatz von flüchtigen<br />

organischen Verbindungen<br />

(VOC) reduziert werden, da diese<br />

zur Bildung von bodennahem Ozon<br />

und zur Entstehung von klimaschädlichem<br />

CO 2<br />

beitragen können.<br />

Zum anderen sollen Produkte,<br />

die fossile Rohstoffe enthalten,<br />

durch Alternativen aus nachhaltigen<br />

Rohstoffen ersetzt werden. Als<br />

nachhaltigere Alternativen stehen<br />

inzwischen wasserbasierte Produkte,<br />

Lacke aus nachhaltigen Rohstoffen,<br />

UV-Lacke und natürliche<br />

Öle zur Verfügung.<br />

Das Team von Hesse Lignal<br />

unterstützt Kunden bei der<br />

Auswahl geeigneter Alternativprodukte<br />

sowie bei der Umstellung.<br />

The Hesse Lignal team supports<br />

customers in selecting suitable<br />

alternative products as well as<br />

during the changeover.<br />

Photo: Hesse Lignal<br />

Damit die Umstellung in den Betrieben<br />

der Kunden reibungslos verläuft,<br />

begleitet das Unternehmen<br />

aktiv den Transformationsprozess.<br />

Unter anderem hilft das Hesse-<br />

Team laut Unternehmensangaben<br />

den Kunden bei der Auswahl geeigneter<br />

Alternativprodukte. Zudem<br />

unterstützt die Anlagen- und Technologieberatung<br />

des Lackspezialisten<br />

Handwerksbetriebe sowie Industrieunternehmen<br />

bei der Umstellung<br />

ihrer Maschinen bzw. Prozesse.<br />

Auch künftig will Hesse Lacke laut<br />

eigenen Angaben konsequent an<br />

der Entwicklung nachhaltiger Produkte<br />

arbeiten, damit bis 2030 alle<br />

Produkte mit hohem VOC-Gehalt<br />

und Lacke aus fossilbasierten Rohstoffen<br />

durch klimafreundlichere<br />

Alternativen ersetzt sind. ba<br />

“The end” for nitrocellulose<br />

lacquers<br />

As part of its sustainability strategy,<br />

Hesse Lignal discontinued<br />

the production and sale of nonsustainable<br />

nitrocellulose lacquers<br />

and solvent-based acid-curing<br />

lacquers at the beginning of<br />

2024. Some solvent-based additives,<br />

colourants, pigment concentrates<br />

and associated thinners<br />

have also been discontinued<br />

since. The company aims at having<br />

all solvent-based products<br />

replaced with sustainable alternatives<br />

by 2030. In that, two goals<br />

are being pursued: on the one<br />

hand, the use of volatile organic<br />

compounds (VOCs) is to be<br />

reduced, as these can contribute<br />

to the formation of ground-level<br />

ozone and climate-damaging carbon.<br />

On the other hand, products<br />

containing fossil raw materials<br />

are to be replaced with alternatives<br />

made from sustainable raw<br />

materials. Water-based products,<br />

lacquers made from sustainable<br />

raw materials, UV lacquers and<br />

natural oils have meanwhile<br />

become available as more sustainable<br />

alternatives.


Produkte & Konzepte<br />

Kunststoffprodukte<br />

im Rampenlicht<br />

Gegenüber der Vorjahresveranstaltung<br />

zählt die diesjährige KPA<br />

über 40 Prozent mehr Aussteller.<br />

Compared to last year’s event,<br />

this year’s KPA attracts over 40<br />

per cent more exhibitors.<br />

Photos: Easyfairs<br />

In wenigen Wochen geht die Fachmesse KPA (Kunstoff Produkte Aktuell) an den Start. Ende Februar<br />

treffen sich die Kunststoffbranche und ihre Anwenderindustrien aus dem Süden Deutschlands in Ulm,<br />

um den Besuchern einen Überblick über die gesa<strong>mt</strong>e Bandbreite der Kunststoffverarbeitung und ein<br />

vielseitiges Rahmenprogramm zu bieten. Dieses Mal präsentiert sich die KPA mit einer deutlich<br />

gestiegenen Anzahl an Ausstellern.<br />

Die diesjährige Fachmesse KPA –<br />

Kunststoff Produkte Aktuell 2024 –<br />

findet vom 28. bis 29. Februar in<br />

Ulm statt und bietet den Besuchern<br />

ein deutlich größeres Ausstellerangebot<br />

als im Vorjahr. Über 180 Aussteller<br />

und damit über 40 Prozent<br />

mehr als 2023 werden die gesa<strong>mt</strong>e<br />

Spannbreite der Kunststoffverarbeitung<br />

repräsentieren.<br />

Aussteller und Besucher dürfen<br />

sich in diesem Jahr daher auf einen<br />

intensiven Austausch freuen: die<br />

Aussteller auf den Kontakt zu<br />

potenziellen Neukunden und Besucher<br />

auf das Gespräch mit leistungsfähigen<br />

Zulieferern für ihre<br />

neuen Kunststoffprojekte.<br />

Treffpunkt auch für die Möbelbranche<br />

Im Fokus des diesjährigen Messeangebots<br />

stehen die „klassischen“<br />

Verarbeitungsprozesse wie Spritzguss,<br />

Thermoforming, Schäumen,<br />

Extrusion oder additive Fertigung.<br />

Ebenso vertreten sind Anbieter<br />

v on Kunststoffen und Materialien<br />

sowie die vor- und nachgelagerten<br />

Verfahren, von der Produktentwicklung<br />

über den Werkzeug- und Formenbau<br />

bis hin zur Oberflächenveredelung.<br />

Das Angebot auf der KPA ist vielseitig<br />

und richtet sich an eine breite<br />

Palette von Anwenderbranchen auf<br />

der Besucherseite. Babette Bell,<br />

Head of Cluster Kunststoffmessen<br />

von Easyfairs: „Für nahezu jede<br />

Branche gibt es auf der KPA Spezialisten<br />

mit umfassender Erfahrung<br />

– von A wie Automotive und Aerospace<br />

über Elektromobilität, Medizintechnik<br />

und Verpackung bis Z<br />

wie Zweiradindustrie.“<br />

Die KPA ist auch ein bedeutender<br />

Treffpunkt für Unternehmen innerhalb<br />

der Möbelbranche. Die Messe<br />

richtet sich an Einkäufer und Produktentwickler<br />

im Bereich Küchenund<br />

Büromöbel sowie Inneneinrichtung.<br />

Auf der KPA treffen diese auf<br />

geeignete Zulieferer von Kunststoffteilen,<br />

die für die Fertigung hochwertiger<br />

Möbel unerlässlich sind.<br />

Umfassendes Vortragsprogramm<br />

Der breite Ansatz der KPA spiegelt<br />

sich auch im Vortragsprogramm<br />

wider, das von Experten u. a. aus<br />

dem Kunststoffzentrum SKZ und<br />

dem Kunststoff-Institut Südwest<br />

geplant und kuratiert wurde. Im<br />

30-Minuten-Takt gibt es in der Mitte<br />

der Ausstellungsfläche spannende<br />

Vorträge. Bell: „Das Themenspektrum<br />

ist wirklich umfassend.<br />

Schwerpunkte setzen wir unter<br />

anderem bei den Themen Nachhaltigkeit,<br />

Einsatz von Rezyklaten, innovative<br />

Materialien und Oberflächen<br />

sowie neue Geschäftsmodelle für<br />

die Kunststoffindustrie. Damit sprechen<br />

wir sowohl Konstrukteure und<br />

Techniker als auch Einkäufer bzw.<br />

Mitglieder aus Betriebsleitung und<br />

Geschäftsführung von Unternehmen<br />

an, die Kunststoffe einsetzen,<br />

weiterverarbeiten oder anwenden.“<br />

Plastic products in the spotlight<br />

Die zentrale und verkehrsgünstige<br />

Lage des Messeplatzes auf der<br />

Technologieachse Süd erleichtert<br />

den Messebesuch. Kurze Wege,<br />

vielfältige Kontaktmöglichkeiten,<br />

kostenfreie Snacks und Getränke<br />

sowie eine familiäre Atmosphäre<br />

tragen ebenfalls dazu bei. Mithilfe<br />

der Besucherausweise können<br />

zudem Kontaktdaten zwischen<br />

Ausstellern und Besuchern effizient<br />

ausgetauscht werden, was die<br />

Nachbereitung vereinfacht.<br />

Weitere Informationen zu den Ausstellerprofilen,<br />

dem Vortragsprogramm<br />

und den Tickets sind auf der<br />

Website der KPA erhältlich. ba<br />

This year’s KPA trade fair – Kunststoff Produkte Aktuell 2024 – will take<br />

place in Ulm from 28 to 29 February, and will offer visitors a significantly<br />

larger range of exhibitors than last year. Over 180 exhibitors, and thus<br />

over 40 per cent more compared to 2023, will represent the entire spectrum<br />

of plastics processing. There will also be a comprehensive programme<br />

of presentations for all participants. The offer at KPA is aimed at<br />

a wide range of user industries on the visitor side, such as the furniture<br />

sector. Buyers and product developers in the kitchen and office furniture<br />

as well as interior design areas will find suitable suppliers of plastic parts<br />

required for furniture production at KPA.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 37


Fokus<br />

Vielseitig- und Nachhaltigkeit<br />

stehen im Fokus<br />

Die Domotex in Hannover zeigte vor wenigen Wochen die wichtigsten Trends bei Bodenbelägen auf.<br />

Neben Teppichen und Teppichböden standen auf der Fachmesse auch wieder Laminat- sowie Designböden<br />

im Fokus. Insgesa<strong>mt</strong> 1.000 Aussteller präsentierten dem internationalen Fachpublikum in diesem<br />

Jahr ihre Bodenbelag-Neuheiten.<br />

Die diesjährige Domotex, die vom<br />

11. bis zum 14. Januar in Hannover<br />

stattfand, war die zweite Ausgabe<br />

der Bodenbelagsmesse nach der<br />

pandemiebedingten Pause. Vor der<br />

Unterbrechung hatte die Messe<br />

zum letzten Mal im Januar 2020<br />

stattgefunden. Bei ihrem Re-Start<br />

im Januar 2023 präsentierten sich<br />

730 Unternehmen. Dieses Mal<br />

waren rund 1.000 Aussteller von<br />

rigiden und flexiblen Bodenbelägen<br />

und Teppichen an Bord gegangen,<br />

so dass der Bodenbelag-Event die<br />

internationalen Besucher mit<br />

einem umfassenderen Angebot<br />

empfangen konnte.<br />

Mit insgesa<strong>mt</strong> 18.000 Besuchern<br />

waren allerdings weniger Interessenten<br />

angereist als beim Re-Start<br />

2022, als die Messe rund 20.000<br />

Besucher zählte. Unmittelbar vor<br />

der Pandemie, im Januar 2020, verbuchte<br />

die Domotex noch rund<br />

35.000 Besucher (Eintritte), und<br />

2<strong>01</strong>8 waren es sogar noch 45.000.<br />

Zu dieser Zeit waren auch noch<br />

mehr als 1.400 Aussteller an Bord.<br />

Ein Grund für die rückläufigen<br />

Besucherzahlen dürfte im Bahnstreik<br />

zu sehen sein, der die Anreise<br />

an den ersten beiden Messetagen<br />

insbesondere für deutsche und<br />

europäische Besucher erschwerte.<br />

International stand die Veranstaltung<br />

gut da, denn 71 Prozent der<br />

Messebesucher waren aus dem<br />

Ausland angereist. Ein weiterer<br />

Grund für die geringere Besucherfrequenz<br />

war wohl die nahezu parallel<br />

veranstaltete Hei<strong>mt</strong>extil, die<br />

erstmals mit einem konzentrierten<br />

Teppichangebot aufwartete.<br />

In den geraden Jahren, in denen die<br />

BAU in München nicht stattfindet,<br />

erwies sich die Domotex bislang als<br />

führendes Schaufenster für die<br />

Bodenbelagsindustrie. 2025 wird<br />

sich das Angebot wieder auf die<br />

beiden Veranstaltungen verteilen.<br />

38<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

Der elastische Designboden „iD Evolution“ von Tarkett besteht zu 64 Prozent aus Mineralien und ist durch<br />

den Einsatz von Polypropylen sowie einer PUR-Oberflächenvergütung besonders widerstandsfähig.<br />

Tarkett’s resilient “iD Evolution” design flooring consists of 64 per cent minerals and is particularly hardwearing<br />

thanks to the use of polypropylene and a PUR surface finish. <br />

Photo: Tarkett<br />

Dann wird ein Teil der Unternehmen<br />

entweder auf beiden Messen ausstellen<br />

oder sich auf eine Präsenz<br />

auf der BAU konzentrieren. Aus<br />

diesem Grund hat die Domotex<br />

inzwischen ihr Konzept verändert<br />

und sich dazu entschlossen, in den<br />

ungeraden Jahren die Teppiche und<br />

Teppichböden verstärkt in den<br />

Fokus zu stellen und weniger die<br />

Hartbodenbeläge, die dann eher in<br />

München zu finden sind. Dass die<br />

Veranstalter der Domotex sich<br />

darum bemühen, den Ausstellerschwund<br />

auszugleichen, zeigte das<br />

Debüt des „Retailers‘ Park“, auf<br />

dem erstmalig Produkte für Wand<br />

und Decke gezeigt wurden. Wie<br />

von der Messeleitung zu hören war,<br />

soll das Portfolio der Messe möglicherweise<br />

um weitere Produkte für<br />

eine ganzheitliche Raumgestaltung<br />

erweitert werden. Ob dies bereits<br />

bei der nächsten Domotex (16. bis<br />

19. Januar 2025) der Fall sein wird,<br />

ist noch offen.<br />

Namhafte Laminatbodenproduzenten<br />

an Bord<br />

Bei der diesjährigen Ausgabe<br />

konnte die Domotex wieder mit<br />

namhaften Größen auf dem Gebiet<br />

der Laminat- und Designböden aufwarten,<br />

die in den vergangenen<br />

Jahren nicht ausgestellt hatten. So<br />

nahmen erstmals wieder Kronospan<br />

mit den Marken Kaindl und<br />

Krono Original, mFLOR, Oneflor,<br />

Republic, Classen, Gerflor sowie<br />

MeisterWerke teil. Dazu kamen<br />

langjährige Aussteller wie etwa<br />

Swiss Krono, Decospan, AGT oder<br />

CFL Flooring.<br />

Insgesa<strong>mt</strong> präsentierten sich in<br />

den Hallen 20 bis 23 des Messegeländes<br />

in Hannover über 500 Anbieter<br />

von rigiden Bodenbelägen.<br />

Hinzu kamen auch Anbieter aus der<br />

Anwendungs- und Verlegetechnik<br />

wie etwa Neuhofer, Välinge, Kleiberit<br />

und i4F, die ebenfalls in diesen<br />

Hallen anzutreffen waren.<br />

Fast ebenso viele Aussteller, also<br />

etwa 500 Firmen, umfasste der


Fokus<br />

„COREPEL Evolution PURE“ ist ein Bodenbelag, dessen Holzkern<br />

mit „Kauramin BALANCE“-Harz ummantelt ist. Damit ist er wasserfest<br />

und durch einen 30-prozentigen Anteil an recyceltem Material<br />

auch umweltfreundlich.<br />

„COREPEL Evolution PURE” is a floor covering from Swiss Krono<br />

whose wooden core is coated with “Kauramin BALANCE” resin.<br />

This makes it waterproof and environmentally friendly thanks to its<br />

30 per cent recycled material content. Photo: Swiss Krono<br />

Bei „Ikö“ von Ter Hürne handelt es sich um eine neue Laminatbodenkollektion,<br />

die dank innovativer Technologien und Verbesserungen<br />

der Klickverbindungen auch in Feuchträumen und Badezimmern<br />

eingesetzt werden kann.<br />

“Ikö” from Ter Hürne is a new laminate flooring collection that can<br />

also be used in damp rooms and bathrooms thanks to innovative<br />

technologies and improvements to the click connections.<br />

Photo: Ter Hürne<br />

Beim „CERAMIN“-<br />

Bodenbelag von<br />

Classen kommen<br />

natürlichen Mineralien<br />

sowie Polypropylen<br />

zum Einsatz.<br />

Natural minerals and<br />

polypropylene are<br />

used in the<br />

“CERAMIN” flooring<br />

from Classen.<br />

Photo: Classen<br />

Auf der Domotex stellte Swiss Krono unter dem Namen „kiwi now“<br />

einen hybriden Fußbodenbelag vor, der das Beste von Vinyl und<br />

Laminat verbindet und wasserfest sowie robust ist.<br />

Swiss Krono presented a hybrid floor covering at Domotex called<br />

“kiwi now”, which combines the best of vinyl and laminate and is<br />

waterproof and robust. Photo: Swiss Krono<br />

Beim „LICO Denim Floor“ der Firma Li&Co handelt es sich um einen<br />

Hartbodenbelag, bei dem Kleidungsabfälle für die Komfortschicht<br />

verwendet werden.<br />

“LICO Denim Floor” from Li&Co is a hard floor covering in which<br />

clothing waste is used for the comfort layer.<br />

Photo: Li&Co<br />

Bereich „Carpets & Rugs“, der die<br />

Hallen 2 bis 5 belegte und erstmals<br />

mit einem Länder-Fokuskonzept<br />

auftrat. Bei der Erstausgabe der<br />

Sonderschau wurden unter dem<br />

Titel „Insight Italy“ Trends, Designs,<br />

Farben und Innovationen aus Italien<br />

ins Rampenlicht gerückt.<br />

Ansonsten wartete der Bereich mit<br />

handgefertigten Teppichen, maschinell<br />

hergestellten Teppichen, Teppichböden<br />

sowie Matten und Sauberlaufsystemen<br />

auf.<br />

Trends bei Laminatböden<br />

Auch wenn Designböden ihren<br />

Marktanteil in den vergangenen<br />

Jahren rasant ausbauen konnten,<br />

spielen Laminatböden mengenmäßig<br />

nach wie vor die Hauptrolle.<br />

Dies spiegeln auch die Jahresstatistiken<br />

wider, die von den Industrieverbänden<br />

EPLF (Verband der<br />

Europäischen Laminatfußbodenhersteller)<br />

und MMFA (Verband der<br />

mehrschichtig modularen Fußbodenbeläge)<br />

veröffentlicht wurden.<br />

2021 belief sich der Gesa<strong>mt</strong>absatz<br />

an Laminatböden laut Angaben des<br />

EPLF auf rund 370 Mio. m 2 . Dem<br />

stand eine Absatzmenge von rund<br />

100 Mio. m 2 an Mehrschichtböden<br />

gegenüber.<br />

Bei Laminatböden setzen die<br />

Unternehmen auf ruhige und natürliche<br />

Dekore. Waren bislang rusti-<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 39


Fokus<br />

Der Laminatboden im Fischgrät-Design von Kronospan ist dank<br />

„MO.RE!“ (Moisture Resistance)-Technologie widerstands fähiger<br />

gegen Feuchtigkeit.<br />

The laminate flooring in herringbone design from Kronospan is<br />

more resistant to moisture thanks to the “MO.RE!” (moisture<br />

resistance) technology. <br />

Photo: Kronospan<br />

Auf der Domotex fand die Premiere der neuen Dachmarke „kiwi“<br />

von Swiss Krono statt.<br />

Swiss Krono’s new umbrella brand “kiwi” had its premiere at<br />

Domotex. <br />

Photo: Swiss Krono<br />

kale und astige Holzoptiken zu<br />

sehen, so präsentieren sich die<br />

neuen Bodenbeläge in Grau-Beigesowie<br />

in natürlichen Holztönen.<br />

Weiterhin im Trend liegt Eiche, die<br />

harmonischer als bislang auftritt<br />

und in Honig- und Walnuss- bis hin<br />

zu dunkleren Brauntönen gezeigt<br />

wurde. Stärkeres Interesse gilt<br />

aktuell auch anderen Holzarten wie<br />

etwa Walnuss und Kiefer, aber auch<br />

Birke und Lärche gewinnen laut<br />

Angaben der Aussteller stärker an<br />

Bedeutung. Die Oberflächen<br />

zeigen sich matt und natürlich.<br />

Hinsichtlich der Formate stellen die<br />

Anbieter eine starke Nachfrage<br />

nach längeren Dielen und unkonventionellen<br />

Formen fest, wobei<br />

nach wie vor das Fischgrätmuster<br />

gefragt bleibt. Geometrische<br />

Muster sowie Stein- und Marmordesigns<br />

spielen eine wichtige<br />

Rolle.<br />

Da Laminatböden zunehmend in<br />

der gesa<strong>mt</strong>en Wohnung verlegt<br />

werden, spielen funktionelle Eigenschaften<br />

eine immer größere Rolle.<br />

Um den Bodenbelag auch in Küche<br />

und Bad verwenden zu können,<br />

wurden mit Hilfe neuer Technologien<br />

wasserbeständige Laminatböden<br />

entwickelt. Dazu zählen etwa<br />

die Bodenbeläge mit sog.<br />

„O.R.C.A.“-Technologie, die Kronospan<br />

auf seinem Messestand vorstellte,<br />

Neben der Wasserbeständigkeit<br />

spielten auch Nachhaltigkeit und<br />

Umweltbewusstsein eine zentrale<br />

Rolle bei den Neuentwicklungen.<br />

Die Reduzierung der Laminatdicke<br />

wird dabei als eine Strategie gesehen,<br />

um Ressourcen zu schonen<br />

und Materialkosten zu sparen.<br />

Mehrschichtböden geben sich<br />

nachhaltiger<br />

Ihren großen Erfolg verdanken die<br />

Mehrschichtböden vor allem ihren<br />

funktionellen Eigenschaften. Durch<br />

die Materialwahl sowie den mehrschichtigen<br />

Aufbau haben die Hersteller<br />

ihren Bodenbelägen vielfältige<br />

Eigenschaften wie etwa Wasserbeständigkeit<br />

und hohen<br />

Nutzungskomfort verliehen. Darüber<br />

hinaus bemühen sich die Unternehmen<br />

nun darum, ihre Böden<br />

umweltfreundlicher zu gestalten.<br />

Unter den Neuheiten waren daher<br />

Produkte zu finden, bei denen die<br />

Deckschichten aus Folie durch<br />

solche aus umweltfreundlichem<br />

Papier oder durch Verwendung von<br />

Kork und PVC-Füllschichten ersetzt<br />

worden waren, um Komfort und<br />

Lärmreduzierung zu erreichen.<br />

Aber auch das Recycling und die<br />

Wiederverwendung von alten Fußbodenbelägen<br />

gewinnen zunehmend<br />

an Bedeutung. Außerdem<br />

sind im Angebot auch Produkte zu<br />

finden, die frei von PVC und Kunststoffen<br />

sind. So kommen verstärkt<br />

erneuerbare Werkstoffe wie Naturkautschuk,<br />

Pflanzenfette und sonstige<br />

natürliche Fasern zum Einsatz,<br />

die zur Wiederverwendung beitragen<br />

und Abfall verhindern.<br />

Echtholz verbessert Raumklima<br />

Als Echtholzprodukt wird Parkett<br />

ein positiver Einfluss auf das Raum-<br />

Bei Parkettbodenbelägen ist aktuell das Fischgrätmuster wie hier<br />

in dunkler Farbgebung von Kährs sehr beliebt.<br />

The herringbone pattern is currently very popular for parquet<br />

flooring, as shown here in a dark colour from Kährs. Photo: Kährs<br />

Furnierparkett in „Eiche Noble Sepia“ aus der „Finest Selection“ von<br />

Kaindl, bei der die „AQUApro“-Technologie vor Feuchtigkeit schützt.<br />

Veneer parquet in “Oak Noble Sepia” from Kaindl’s “Finest<br />

Selection”, in which the “AQUApro” technology protects against<br />

moisture.<br />

Photo: Kaindl<br />

40<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Fokus<br />

Der „FLOORganic Natural Touch“-Laminatboden in „Eiche<br />

Kansas County“ von Kaindl besteht nicht nur aus recyceltem<br />

Holz, sondern besitzt auch eine integrierte Trittschallmatte aus<br />

recyceltem Papier.<br />

The “FLOORganic Natural Touch” laminate flooring in “Oak<br />

Cansas County” from Kaindl is not only made from recycled<br />

wood, but also has an integrated sound insulation mat made<br />

from recycled paper. <br />

Photo: Kaindl<br />

klima und den Klimaschutz zugesprochen.<br />

Nach Angaben des VdP<br />

(Verband der Deutschen Parkettindustrie)<br />

reagiert der Holzboden auf<br />

die Rau<strong>mt</strong>emperatur und die<br />

schwankende Raumluftfeuchtigkeit.<br />

Das Holz nim<strong>mt</strong> bei hoher<br />

Luftfeuchtigkeit feuchte Raumluft<br />

auf und gibt diese in trockeneren<br />

Phasen wieder in den Raum ab.<br />

Aber auch die Gestaltungsvielfalt<br />

wird als Vorteil gesehen. Je nach<br />

Farbe, Verlegemuster und Oberflächenbehandlung<br />

können unterschiedliche<br />

Raumwirkungen erzielt<br />

werden. Vom hellen Ahorn über die<br />

Rottöne von Buche und Kirsche bis<br />

hin zu dunkler Räuchereiche reichen<br />

die Farbtöne. Zudem lassen<br />

sich auch helle Holzarten dunkler<br />

oder farbig beizen. Laut Angaben<br />

des Verbandes ist Eiche nach wie<br />

vor die mit Abstand beliebteste<br />

Holzart für die Parkett-Deckschicht,<br />

also die oberste Lage beim Mehrschichtparkett.<br />

Was die Muster und<br />

Verlegestile angeht, so stellt der<br />

Verband neben den klassischen<br />

Landhausdielen eine starke Popularität<br />

des Fischgrätmusters fest, das<br />

gerade oder diagonal im Raum verlegt<br />

werden kann. Daneben sind<br />

besondere Verlegemuster wie das<br />

quadratische Tafelparkett anzutreffen,<br />

das gerne auch im Premium-<br />

Segment nachgefragt wird. ba<br />

Focus on versatility and sustainability<br />

This year’s Domotex (11-14 January 24) in Hanover recorded around 1,000<br />

exhibitors of rigid and flexible floor coverings as well as carpets and rugs,<br />

offering a more comprehensive range than in 2023. Well-known names in<br />

the field of laminate and design flooring who had not exhibited in previous<br />

years were once again on board. However, with a total of 18,000 visitors,<br />

there were fewer potential customers than at the re-launch in 2022, when<br />

the trade fair attracted around 20,000 visitors. 71 per cent of the visitors<br />

came from abroad. However, in 2<strong>01</strong>8, Domotex still attracted 45,000 visitors<br />

and 1,400 exhibitors. One reason for the decline in visitor numbers<br />

was the rail strike, which made travelling to the trade fair difficult on the<br />

first two days. Another reason was Hei<strong>mt</strong>extil, which was organised<br />

almost at the same time and featured a concentrated range of carpets and<br />

rugs for the first time. The debut of the “Retailer´s Park”, where products<br />

for walls and ceilings were exhibited for the first time, showed that the<br />

trade fair organisers are endeavouring to compensate for the loss of exhibitors.<br />

It is possible that other products for holistic interior design will be on<br />

show at the next Domotex (16 to 19 January 2025). In total, more than 500<br />

suppliers of rigid floor coverings as well as suppliers of application and<br />

installation technology presented themselves in Hanover. There were<br />

almost as many exhibitors in the “Carpets & Rugs” area, which featured a<br />

country focus concept for the first time and put the spotlight on trends,<br />

designs, colours and innovations from Italy under the title “Insight Italy”.<br />

Even though designer flooring has been able to rapidly expand its market<br />

share in recent years, laminate flooring still takes the starring role in terms<br />

of volume. Companies are focussing on calm and natural designs for laminate<br />

flooring. Oak is still trendy, but other types of wood such as walnut<br />

and pine are also currently attracting greater interest, while birch and larch<br />

are also becoming more popular, according to exhibitors. The surfaces are<br />

matt and natural. In terms of formats, suppliers are seeing strong demand<br />

for longer planks and unconventional shapes, although the herringbone<br />

pattern remains popular. Geometric patterns as well as stone and marble<br />

designs play an important role. New technologies have been used to<br />

develop water-resistant laminate flooring so that it can also be used in<br />

kitchens and bathrooms. Multi-layer and design floors impress above all<br />

with their functional properties. Companies are also striving to make their<br />

floors more environmentally friendly and to use alternative raw materials.<br />

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Fokus<br />

Konferenz bietet<br />

Oberflächen-Update<br />

Dieses Jahr kehrt die Decorative Surfaces Conference zu ihrem traditionellen Frühjahrstermin zurück.<br />

Die letzten drei Jahre war das Treffen der Oberflächenspezialisten aus aller Welt coronabedingt in den<br />

Herbst geschoben worden. 2024 findet die Veranstaltung Mitte März in Berlin statt.<br />

Die Decorative Surfaces Conference<br />

kehrt 2024 zu ihrem März-Termin zurück.<br />

The Decorative Surfaces Conference will<br />

return to its March slot in 2024.<br />

Früher als in den Vorjahren lädt Veranstalter<br />

TCM in diesem Jahr zur<br />

jährlichen Decorative Surfaces<br />

Conference. Austragungsort für<br />

das diesjährige Treffen der internationalen<br />

Oberflächenspezialisten ist<br />

das Park Inn Hotel in Berlin, wo die<br />

Konferenz vom 12. bis zum 14.<br />

März stattfindet. Rund sechs<br />

Monate nach der letztjährigen Konferenz,<br />

die Mitte September in<br />

Hamburg abgehalten wurde, stehen<br />

nun erneut die jüngsten Trends<br />

und Entwicklungen bei dekorativen<br />

Oberflächen im Fokus.<br />

Während der Corona-Pandemie<br />

hatte Veranstalter Dr. Kurt Fischer<br />

das Treffen in den Herbst verlegt,<br />

so dass die jährliche Kontinuität<br />

trotz der Pandemie aufrechterhalten<br />

werden konnte.<br />

Workshop zur KI<br />

Während die eigentliche Konferenz<br />

am 13. und 14. März stattfindet,<br />

organisiert der Veranstalter am Vortrag<br />

erneut einen Workshop, der<br />

dieses Mal unter dem Titel „Artificial<br />

Intelligence in Decor“ steht.<br />

Dabei werden Experten von<br />

Decor8, Digit-S, Koenig & Bauer,<br />

Tarkett sowie Saueressig ihre<br />

Erfahrungen im Umgang mit künstlicher<br />

Intelligenz vermitteln und<br />

Wege aufzeigen, wie man sie für<br />

die Unternehmen der Einrichtungsbranche<br />

sinnvoll und gewinnbringend<br />

einsetzen kann. Zu den<br />

Experten beim Workshop werden<br />

Alejandro Martin Vidal, Oliver Baar,<br />

Royce Dodds, Thorsten Beinke,<br />

Felix Mohr sowie Matti von Kannen<br />

zählen.<br />

Auf dem Programm der Konferenz<br />

stehen Vorträge von 18 Referenten,<br />

in denen ein Überblick über die<br />

aktuellen Einrichtungstrends sowie<br />

die entsprechenden Anforderungen<br />

an die Oberflächen vermitteln<br />

werden soll. Dabei werden aktuelle<br />

Themen wie Nachhaltigkeit, technologische<br />

Neuerungen bei der<br />

Herstellung von Oberflächen sowie<br />

Lösungen zur Verringerung von<br />

Ausschuss durch Messsysteme<br />

erörtert werden. Wie auf den Konferenzen<br />

davor wird das Marktforschungsinstitut<br />

Afry zunächst die<br />

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen<br />

aufzeigen, denen sich die<br />

Oberflächenindustrie zum Zeitpunkt<br />

der Konferenz gegenübersieht,<br />

und die jüngsten Prognosen<br />

des Instituts zur weiteren Entwicklung<br />

vorstellen.<br />

Experten informieren über<br />

Trends und Märkte<br />

Neben Goran Schmidt (Afry) werden<br />

Clive Pinnington (EPF), Clarissa<br />

Blüm (Renolit), Naci Güngör (Alim)<br />

sowie Birgit Hansen (Hansen<br />

42<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Fokus<br />

Gelegenheit zum Networking bieten die Infostände der Sponsoren<br />

sowie die Kaffeepausen.<br />

The sponsors’ information stands and coffee breaks provide an<br />

opportunity for networking.<br />

Photos: Barth<br />

Am Vortag der Konferenz findet ein Workshop zum Einsatz von<br />

künstlicher Intelligenz im Oberflächenbereich statt.<br />

A workshop on the use of artificial intelligence in the surfaces<br />

segment will be held the day before the conference.<br />

Innenarchitektur) den Teilnehmern<br />

ergänzende Informationen zu<br />

Märkten, Trends und Konsumentenwünschen<br />

vermitteln. Weitere<br />

Beiträge widmen sich dem Digitaldruck,<br />

dessen komplette Prozesskette<br />

beleuchtet wird und zu dem<br />

die Referenten Optimierungslösungen<br />

präsentieren. Hier sind Vorträge<br />

von Marc Graindourze (Agfa),<br />

Frank de Jonge (Neos), André<br />

Schwarz (Barbieri) sowie Sebastian<br />

Bazyk (Hymmen) vorgesehen. Wie<br />

bereits am Vortag auf dem Workshop<br />

wird das Thema künstliche<br />

Intelligenz auch auf der Konferenz<br />

aufgegriffen: Die Experten erörtern<br />

die Vorteile und Chancen des Einsatzes<br />

von KI in der Einrichtungsindustrie.<br />

Conference offers update on surfaces<br />

Möglichkeiten zum Vernetzen<br />

Das Networking wird auch bei der<br />

diesjährigen Konferenz eine zentrale<br />

Rolle spielen. Bereits am 12.<br />

März bieten sich nach dem Workshop<br />

auf einem Stadtrundgang<br />

erste Möglichkeiten, Kontakte zu<br />

knüpfen und zu vertiefen. Ein fester<br />

Baustein ist erneut das Konferenz-<br />

Dinner am zweiten Veranstaltungstag.<br />

In den Pausen zwischen den<br />

Vortragsblöcken sowie auf den<br />

Infoständen der über 14 Sponsoren<br />

der Veranstaltung können sich die<br />

Teilnehmer zudem im Detail zu den<br />

relevanten Fragen und Themen<br />

informieren. Im Nachgang der<br />

Decorative Surfaces Conference<br />

wird material+technik möbel als<br />

langjähriger Medienpartner zudem<br />

ausführlich über die Konferenz und<br />

die Kernaussagen der 18 Vorträge<br />

berichten. <br />

ba<br />

This year, the Decorative Surfaces Conference returns to its traditional<br />

slot in spring. The meeting of surfaces specialists from all over the world<br />

had been postponed to autumn for the last three years due to the coronavirus.<br />

The venue for this year’s meeting is the Park Inn Hotel in Berlin,<br />

where the conference will be held from 12 to 14 March. Around six<br />

months after last year’s conference in Hamburg in mid-September, the<br />

focus is once again on the latest trends and developments in decorative<br />

surfaces. While the actual conference will take place on 13 and 14 March,<br />

the organiser is once again organising a workshop the day before, this<br />

time entitled “Artificial Intelligence in Decor”. Experts will share their<br />

experiences in dealing with artificial intelligence and show ways in which<br />

it can be used sensibly and profitably for companies in the furnishing<br />

industry. The conference programme includes presentations by 18<br />

speakers, who will provide an overview of the latest furnishing trends<br />

and the corresponding requirements for surfaces. Networking will also<br />

play a key role at this year’s conference, with the traditional conference<br />

dinner being held on the second day of the event. As its long-standing<br />

media partner, material+technik möbel will once again report on the<br />

Decorative Surfaces Conference in detail afterwards.<br />

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Digital Lacquer Embossing (DLE)<br />

The best wood ever printed.<br />

www.hymmen.com<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 43


Produkte & Konzepte<br />

Gestricktes Holz<br />

Die Firma Spek Design aus Stuttgart<br />

ist an einem Forschungsprojekt<br />

des Bioökonomie Innovations-<br />

& Investitionsprogramms für den<br />

ländlichen Raum des Ba-Wü Ministeriums<br />

für Landwirtschaft &<br />

Ernährung beteiligt. Das Projekt<br />

wird geleitet von den DITF (Deutsche<br />

Institute für Textil- und Faserforschung<br />

Denkendorf). Weitere<br />

Projektpartner sind die Technische<br />

Strickerei Buck GmbH & Co KG und<br />

die Tecnaro GmbH.<br />

Der neue Werkstoffansatz sieht<br />

die Entwicklung von Lignin als<br />

Beschichtungsmedium für Garne<br />

aus nachwachsenden Rohstoffen<br />

vor, die durch einen anzupassenden<br />

Strickprozess in ein innovatives<br />

Halbzeug transformiert werden.<br />

Dieses semi-flexible Gestrick wird<br />

durch einen temperierten Formgebungsvorgang<br />

durch das Aufschmelzen<br />

der Lignin-Hülle sowie<br />

die Verschmelzung übereinanderliegender<br />

Garne zu einem offenporigen<br />

Verbundwerkstoff überführt,<br />

dessen Form und Steifigkeit in weiten<br />

Bereichen einstellbar sein werden.<br />

Bei diesem Formvorgang lässt<br />

sich das dehn- und drapierfähige<br />

Gestrick nahezu frei in drei Dimensionen<br />

verformen, sodass eine<br />

Vielzahl von Geometrien darstellbar<br />

ist. Die „FormLig“-Produkte<br />

sind am End-of-life wie Holz komplett<br />

biologisch abbaubar.<br />

Die Lignin-Beschichtung des Garns<br />

ermöglicht nicht nur die 3D-Verformung,<br />

sondern auch einen guten<br />

UV- und Witterungsschutz für das<br />

Gestrick. Dadurch ist nicht nur der<br />

Indoor-Einsatz, sondern auch den<br />

Outdoor-Einsatz von Möbeln mit<br />

textilen Sitz- oder Liegeflächen<br />

gewährleistet.<br />

Aktuell wird an einem Stuhl gearbeitet,<br />

dessen Sitz- und Rückenfläche<br />

aus „FormLig“-Gestrick bestehen<br />

soll. Um die weiteren<br />

3D- Verformungsmöglichkeiten aufzuzeigen,<br />

entwickelt Spek Design<br />

eine Reihe von Wohnraumleuchten<br />

mit verfor<strong>mt</strong>en Lampenschirmen.<br />

Als Pendelleuchten können diese<br />

Testhocker aus<br />

„FormLig“-Gestrick,<br />

das am end-of-lifewie<br />

Holz komplett biologisch<br />

abbaubar ist.<br />

Test stool made of<br />

“FormLig” knitted fabric,<br />

which is completely<br />

biodegradable at the end<br />

of its life cycle.<br />

Photo: Spek Design<br />

Lampenschirme weitgehend auf<br />

die üblichen Unterkonstruktionen<br />

verzichten.<br />

ba<br />

Knitted wood<br />

As part of a research project, Spek Design as well as the DITF (German<br />

Institutes of Textile and Fibre Research) are working on a new material<br />

approach that involves the development of lignin as a coating medium<br />

for yarns made from renewable raw materials, which are transformed<br />

into an innovative semi-finished product using a customised knitting process.<br />

Further project partners are Technische Strickerei Buck GmbH & Co<br />

KG and Tecnaro GmbH. This semi-flexible “FormLig” knitted fabric is<br />

completely biodegradable at the end of its life cycle. The lignin coating of<br />

the yarn not only enables 3D moulding, but also provides good UV and<br />

weather protection for the knitted fabric thereby guaranteeing indoor as<br />

well as outdoor use of furniture with textile seating or reclining surfaces.<br />

Among other things, work is currently beeing conducted on a chair with<br />

a seat and backrest made of “FormLig” knitted fabric. Development is<br />

also underway on living room luminaires with moulded lampshades.<br />

Impressum<br />

m+t Ritthammer Publishing GmbH<br />

Postfach 19<strong>01</strong>28, D-9<strong>01</strong>18 Nürnberg<br />

Emmericher Straße 10, D-90411 Nürnberg<br />

Telefon: +49 911 95578-80, Fax: +49 911 95578-78<br />

www.material-technik.de<br />

E-Mail: info@material-technik.de<br />

• Herausgeber:<br />

Verlag Matthias Ritthammer GmbH, Nürnberg<br />

• Verleger:<br />

Klaus Ritthammer, Franz Schäfer<br />

• Geschäftsführer:<br />

Klaus Ritthammer, Telefon: +49 911 95578-10<br />

E-Mail: ritthammer@ritthammer-verlag.de<br />

• Chefredaktion:<br />

Richard Barth, Telefon: +49 911 95578-87<br />

E-Mail: redaktion@material-technik.de<br />

• Redaktion:<br />

Arnd Schwarze, Telefon: +49 5222 23908-07<br />

E-Mail: schwarze@ritthammer-verlag.de<br />

Gerrith B. Horndasch, Telefon: +49 7422 20069-59<br />

E-Mail: horndasch@ritthammer-verlag.de<br />

• Redaktionelle Mitarbeiter:<br />

Sebastian Lehmann, Klaus Leonhard<br />

• Anzeigen:<br />

Birgit Kunze, Telefon: +49 911 95578-84<br />

E-Mail: kunze@material-technik.de<br />

Irini Katsika, Telefon: +49 911 95578-35<br />

E-Mail: i.katsika@ritthammer-verlag.de<br />

• Vertrieb:<br />

Ann-Kathrin Ritthammer<br />

Verlags- und Anzeigen-Repräsentanten:<br />

• Verlagsbüro und Redaktion Bad Salzuflen:<br />

Arnd Schwarze, Heldmanstraße 139, 32108 Bad Salzuflen,<br />

Telefon: +49 5222 23908-07, Fax: +49 5222 23908-08,<br />

Mobil: +49 163 3160974,<br />

E-Mail: schwarze@ritthammer-verlag.de<br />

• Verlagsbüro und Redaktion Süd:<br />

Gerrith B. Horndasch M.A., Kastanienweg 9,<br />

D-78713 Schramberg, Telefon: +49 7422 20069-59<br />

Fax: +49 7422 20069-58, Mobil: +49 177 4377484,<br />

E-Mail: horndasch@ ritthammer-verlag.de<br />

• Niederlande:<br />

Publicitas BV, Henriët Baas-Seinen, Sales Manager,<br />

Postbus 22876, 1100 DJ Amsterdam-Zuidoost,<br />

Telefon: +31 20 3119710, Fax: +31 20 3632823,<br />

E-Mail: henriet.baas@publicitas.com<br />

• Asien:<br />

APS Media Group Sdn Bhd, Dr. Casey Loo,<br />

Unit 19-<strong>01</strong> Tower A, Vertical Business Suite 8<br />

Jalan Kerinchi, Bangsar South, 59200 Kuala Lumpur,<br />

Malaysia, Telefon: +60 3 7986 0228,<br />

E-Mail: admin@apsmediagroup.com<br />

Bezugspreise:<br />

material+technik möbel Jahresabonnement Print + Digital<br />

95,00 Euro. Zzgl. Porto und derzeit gültiger Mehrwertsteuer.<br />

Kündigung 3 Monate vor Ablauf des Abschlussjahres.<br />

Anzeigenpreisliste:<br />

Nr. 41, gültig ab 1. Januar 2024.<br />

Erscheinungsweise 2024:<br />

7-mal.<br />

Nachdrucke (auch auszugsweise) und Vervielfältigungen<br />

jeder Art bedürfen der schriftlichen Genehmigung des<br />

Verlags. Fremdbeiträge, die mit Namen des Verfassers<br />

gezeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion wieder.<br />

Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine<br />

Haftung übernommen.<br />

In der Verlagsgruppe Ritthammer erscheinen auch:<br />

Der Verlag ist Mitglied bei:<br />

Diese Hülle wurde aus Polyethylen (PE)<br />

ohne Verwendung von Zusätzen hergestellt.<br />

Die verwendeten Druckfarben enthalten<br />

keine toxischen Schwermetalle wie<br />

z.B. Blei, Cadmium oder Quecksilber. Auf<br />

der Mülldeponie verhält sich diese Hülle<br />

grundwasserneutral. Sie ist rückstandslos<br />

in der Müllverbrennung zu entsorgen, voll<br />

recyclingfähig und deshalb besonders<br />

umweltverträglich.<br />

material+technik möbel wird auf 100% recyclingfähigem<br />

Papier aus nachwachsenden Rohstoffen der EU produziert.<br />

44<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Produkte & Konzepte<br />

Mit Hilfe des „Digital Lacquer<br />

Embossing“ (DLEplus) erhalten<br />

die digital bedruckten Beläge<br />

eine Prägung im Register (EIR)<br />

zum Dekor der Oberfläche.<br />

Using “Digital Lacquer Embossing”<br />

(DLEplus), the digitally<br />

printed coverings are embossed<br />

in register (EIR) to decorate the<br />

surface.<br />

Unbegrenzte<br />

Designflexibilität<br />

dank Digitaldruck<br />

Der Digitaldruck spielt in der Zukunft der Bodenbeläge eine<br />

entscheidende Rolle, da er eine unbegrenzte Designflexibilität<br />

ermöglicht und auf einer Vielzahl von Materialien angewendet<br />

werden kann. Kürzlich ist eine weitere Digitaldruckanlage der<br />

Firma Hymmen in Betrieb gegangen, die einem Bodenbelaghersteller<br />

in Portugal ein hohes Maß an Flexibilität und<br />

Individualisierung ermöglicht.<br />

Mit dem Ziel, die Produktion von<br />

nachhaltigen und hochwertigen<br />

Korkböden wirtschaftlich zu optimieren,<br />

hat der Fußbodenproduzent<br />

Amorim Cork Flooring im Herbst<br />

2023 eine neue Digitaldruck-Produktionslinie<br />

am Standort Porto<br />

(Portugal) in Betrieb genommen.<br />

Darüber hinaus wollte Amorim künftig<br />

Bodenbeläge mit sehr tiefen und<br />

gut definierten Strukturen produzieren,<br />

die das Unternehmen auf dem<br />

Markt einen Schritt voraus sein lassen.<br />

Als langjähriger Partner lieferte<br />

Hymmen GmbH Maschinen- und<br />

Anlagenbau dafür die gesa<strong>mt</strong>e<br />

Anlagentechnik.<br />

Authentische Nachbildungen<br />

Das Herzstück der Produktion ist<br />

die „JUPITER“-Digitaldruckanlage<br />

für den Dekordruck und das „Digital<br />

Lacquer Embossing“ (DLEplus) für<br />

den digitalen Strukturdruck. Bei der<br />

installierten Single-Pass-Maschine<br />

„Jupiter JPT-C“ handelt es sich um<br />

eine Print-to-Board-Linie, die für die<br />

industrielle 24/7-Produktion konstruiert<br />

wurde und laut Angaben von<br />

Hymmen einen hochpräzisen,<br />

kontinuierlichen Substrattransport<br />

für maximale Registergenauigkeit<br />

gewährleistet. Die Druckgeschwindigkeiten<br />

betragen 25 bis 50 m/min,<br />

und die optische Auflösung ist größer<br />

als 1000 dpi.<br />

Darüber hinaus ist die Linie mit der<br />

„DLE“-Technologie (Digital Lacquer<br />

Embossing) von Hymmen ausgestattet,<br />

die Strukturen erzeugt, die<br />

im Register (EIR) zum Dekor der<br />

Oberfläche geprägt sind. Diese<br />

Technologie bietet alle kommerziellen<br />

und technischen Vorteile des<br />

digitalen Single-Pass-Drucks wie<br />

Flexibilität, schnelle Rüstzeiten und<br />

Individualisierung.<br />

Alle Eigenschaften, wie Härte,<br />

Haftfestigkeit, Kratzfestigkeit und<br />

chemische Beständigkeit des Kernlacks<br />

bleiben dabei erhalten.<br />

Haptische Strukturen dank<br />

patentierter Technologie<br />

Hymmen hat innovative Technologien<br />

für die Produktion und digitale<br />

Dekoration von Bodenbelägen<br />

erfunden und patentiert. Um<br />

sicherzustellen, dass die Kunden<br />

Zugang zu innovativen Digitaldruck-technologien<br />

haben, sind<br />

Hymmen und I4F eine exklusive<br />

Patentpartnerschaft eingegangen,<br />

um dieses IP-Portfolio für den<br />

Digitaldruck zu fördern und weiterzuentwickeln.<br />

Dazu gehört auch<br />

die preisgekrönte „Digital Lacquer<br />

Embossing“(DLE)-Technologie<br />

von Hymmen mit einem laut<br />

Die Single-Pass-Maschine<br />

„Jupiter JPT-C“ im Einsatz bei<br />

Amorim.<br />

The “Jupiter JPT-C” single-pass<br />

machine in use at Amorim.<br />

Anbieter noch nie dagewesenen<br />

Maß an realistischer Optik und<br />

Haptik.<br />

ba<br />

Unlimited flexibility in design thanks to<br />

digital printing<br />

Die Prozessschritte zur Herstellung eines digital bedruckten Korkbodens<br />

mit „DLE“-Technologie bei Amorim.<br />

The process steps for producing a digitally printed cork floor with<br />

“DLE” technology at Amorim. <br />

Photos: Hymmen<br />

Digital printing plays a crucial role in the future of flooring, as it enables<br />

unlimited flexibility in design and can be applied to a wide range of materials.<br />

In autumn 2023, flooring manufacturer Amorim Cork Flooring commissioned<br />

a “JUPITER” digital printing system for decor printing with<br />

“Digital Lacquer Embossing” (DLEplus) technology for digital texture<br />

printing from Hymmen at its site in Porto (Portugal). The installed “Jupiter<br />

JPT-C” print-to-board line not only applies digital printing to cork flooring,<br />

but also uses “DLE” technology to create textures, which are embossed<br />

in register (EIR) to decorate the surface. In that, all properties such as<br />

hardness, adhesive strength, scratch and chemical resistance of the<br />

core lacquer are retained.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 45


Fokus<br />

Beaulieu präsentierte flauschige Bouclé- und<br />

Chenillestoffe auf Basis von recyceltem Polyester.<br />

Beaulieu presented fluffy bouclé and chenille<br />

fabrics made from recycled polyester. Photo: Barth<br />

Mehr Komfort und<br />

Nachhaltigkeit bei<br />

Polsterbezügen<br />

Bei der zweiten regulären Ausgabe der Hei<strong>mt</strong>extil nach der Pandemie hatte die Frankfurter Messe als Veranstalterin<br />

wenig Glück. Die Stoffschau fiel nicht nur mitten in den Bahnstreik, sondern wurde auch von einer<br />

Großdemonstration der Bauern in der Frankfurter Innenstadt beeinträchtigt. Die Besucherzahlen konnten<br />

dadurch nicht an frühere Ausgaben der Hei<strong>mt</strong>extil heranreichen.<br />

Nachdem beim Re-Start der Messe<br />

Hei<strong>mt</strong>extil im Januar 2023 noch<br />

nicht alle früheren Aussteller an<br />

Bord gegangen waren, kündigte<br />

sich die diesjährige Ausgabe (9. –<br />

12. Januar) im Vorfeld als großes<br />

Schaufenster der Hei<strong>mt</strong>extilbranche<br />

an. Und das war sie auch: Mit<br />

2.838 Austellern konnte die Veranstaltung<br />

das Vorjahresergebnis um<br />

25 Prozent übertreffen und damit<br />

fast an die Rekordbeteiligungen vor<br />

der Pandemie mit mehr als 3.000<br />

teilnehmenden Firmen heranrücken.<br />

Entsprechend große Hoffnungen<br />

machte sich die Frankfurter<br />

Messe daher auch im Hinblick auf<br />

die Besucherzahlen und hoffte, in<br />

diesem Punkt ebenfalls an die früheren<br />

Rekorde anknüpfen zu<br />

können. Doch es kam anders: Die<br />

Bahngewerkschaft sowie die<br />

Bauern machten ihr einen Strich<br />

durch die Rechnung. Während der<br />

erste Messetag noch unbeschwert<br />

verlief, startete am zweiten Messetag<br />

der Bahnstreik und hielt zahlreiche<br />

Besucher vornehmlich aus<br />

dem Inland von einem Messebesuch<br />

ab. Hinzu kam, dass am dritten<br />

Messetag die Frankfurter<br />

Innenstadt aufgrund einer Demonstration<br />

der Bauern nahezu den<br />

kompletten Tag gesperrt und die<br />

Zufahrt zur Messe blockiert war,<br />

was auch an diesem Tag den Besucherstrom<br />

schmälerte.<br />

Nur leichtes Besucherplus<br />

Am Ende konnte die Veranstaltung<br />

zwar das Vorjahresergebnis mit<br />

(laut Messeangaben) 46.000 Besuchern<br />

übertreffen, lag aber weit<br />

unter früheren Ergebnissen. Selbst<br />

2020, wenige Wochen vor dem<br />

Ausbruch von Corona in Deutschland,<br />

besuchten 63.000 Interessenten<br />

die Frankfurter Stoffschau. In<br />

den Jahren davor zählte die Messe<br />

ebenfalls immer mehr als 60.000<br />

Besucher. Gegenüber der Vorjahresveranstaltung<br />

2023 konnte die<br />

Hei<strong>mt</strong>extil 2024 ein Plus von einem<br />

Prozent verzeichnen.<br />

Teppiche als eigenständiger<br />

Bereich<br />

Gestiegen ist laut Angaben der<br />

Messeleitung allerdings der Anteil<br />

der deutschen Besucher. Er lag um<br />

10 Prozent höher als im Vorjahr. Ein<br />

Grund dafür dürfte der neuen<br />

Produktbereich „Carpet & Rugs“<br />

gewesen sein, der erstmals konzentriert<br />

in einer Halle präsentiert<br />

wurde und rund 100 globale Unternehmen<br />

an Bord hatte. Mit diesem<br />

konzentrierten Teppichangebot trat<br />

die Hei<strong>mt</strong>extil nicht zuletzt gegen<br />

die Domotex in Hannover an, die<br />

am 11. Januar ihre Pforten öffnete<br />

und sich damit an zwei Tagen mit<br />

der Hei<strong>mt</strong>extil überschnitt. Die<br />

Domotex galt bislang unangefochten<br />

als Treffpunkt der Bodenbelagsbranche.<br />

Zusammenarbeit mit<br />

Studio Urquiola<br />

Auch im kommenden Jahr will die<br />

Hei<strong>mt</strong>extil mit einer Neuerung aufwarten.<br />

So gab die Messeleitung<br />

zur nächsten Ausgabe (14.–17.1.25)<br />

eine Zusammenarbeit mit dem<br />

renommierten italienischen Designstudio<br />

Urquiola bekannt. Geplant ist<br />

eine wegweisende Installation, mit<br />

der das gemeinsame Engagement<br />

für Innovation, Nachhaltigkeit und<br />

Design in der gesa<strong>mt</strong>en Textilbranche<br />

unterstrichen werden soll.<br />

Damit wird nicht zuletzt die jährliche<br />

Trendschau ergänzt, die dieses Jahr<br />

unter dem Titel „New Sensitivity“<br />

im „Trend Space“ der Halle 3 die<br />

Hei<strong>mt</strong>extiltrends 24/25 aufzeigte.<br />

Gestiegener Auslandsanteil<br />

Auch die hohe Beteiligung von Ausstellern<br />

aus dem Ausland könnte<br />

auf die Neuzugänge aus dem Teppichsegment<br />

zurückzuführen sein,<br />

denn in diesem Jahr stam<strong>mt</strong>en<br />

rund 95 Prozent der Aussteller aus<br />

dem Ausland. In den Jahren davor<br />

lag der Anteil der ausländischen<br />

Messeteilnehmer stets bei rund 90<br />

Prozent. Die größten Länderbeteiligungen<br />

in diesem Jahr stellten<br />

46<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


Fokus<br />

Raymakers sieht für die Einrichtungssaison 24/25 insbesondere<br />

Blau als Trendfarbe.<br />

Raymakers sees blue in particular as a trend colour for the 24/25<br />

furnishing season. <br />

Photo: Barth<br />

Bei Crevin gab „Forma“ sein Debüt, ein elastischer Stoff, der in<br />

Zusammenarbeit mit dem Studio Stefan Scholten entstanden ist.<br />

Crevin debuted “Forma”, a stretchy fabric, which was created in<br />

collaboration with Studio Stefan Scholten. <br />

Photo: Crevin<br />

China, Indien, die Türkei sowie Pakistan,<br />

die Hochburgen der Teppichproduktion<br />

sind.<br />

Vielfältiges Bezugsmaterialangebot<br />

Die diesjährige Ausgabe bot mit<br />

mehr als 300 Ausstellern von<br />

Bezugsmaterialien ein breiteres<br />

Angebot auf diesem Gebiet, da<br />

eine Reihe von Firmen, die im vergangenen<br />

Jahr noch nicht wieder<br />

an Bord gegangen waren, diesmal<br />

wieder ausstellten.<br />

Dabei erstreckte sich das Angebot<br />

von preiswerten Bezugsstoffen<br />

aus Asien bis hin zu hochwertigen<br />

Velourstoffen. Insbesondere das<br />

gehobene Stoffangebot zeigte sich<br />

nicht zuletzt durch die Präsenz der<br />

Firma Rohleder sowie die Rückkehr<br />

der niederländischen Weberei<br />

Raymakers deutlich vergrößert.<br />

Weitere namhafte Anbieter von<br />

hochwertigen Möbel- und Dekostoffen<br />

waren auf dem Gemeinschaftsstand<br />

von Trevira-CS anzutreffen.<br />

Rohleder machte in der Messehalle<br />

mit Hilfe einer Lounge sowie<br />

eines Infostandes auf seine erstmalige<br />

Präsenz aufmerksam, denn<br />

das Unternehmen hatte seine bisherige<br />

Präsentation in einem Frankfurter<br />

Hotel gegen eine Ausstellung<br />

in einem Konferenzraum der<br />

Messe getauscht. In diesem zeigte<br />

das Unternehmen sowohl seine<br />

bewährten „Charmelle“-Veloursqualitäten<br />

als auch Ergänzungen bei<br />

seiner „Q2“-Flachgewebe-Kollektion.<br />

Zu sehen waren u. a. Schattenvelours<br />

mit Matt/Glanz-Effekt oder<br />

Stoffe mit dreidimensionaler Struktur,<br />

bei denen der Pol digital<br />

bedruckt wird. Unter der Bezeichnung<br />

„Q2 second life“ wurden<br />

zudem GRS-zertifizierte Stoffe auf<br />

Basis von Polyestergarnen aus<br />

recyceltem Post-Consumer-Waste<br />

gezeigt.<br />

Nach Bouclé kehrt Chenille<br />

zurück<br />

Im diesjährigen Angebot der Hei<strong>mt</strong>extilmesse<br />

spielten unifarbene,<br />

jedoch strukturierte Möbelstoffe<br />

die Hauptrolle. Bouclés dominierten<br />

das Angebot, auch wenn einige<br />

Aussteller eine verstärkte Nachfrage<br />

nach Chenillestoffen feststellen<br />

wollen. Begründet wird dies mit<br />

den besseren Nutzungseigenschaften<br />

dieser Artikel gegenüber<br />

Boucléstoffen. Auf zahlreichen<br />

Ständen fielen Stoffe mit besonders<br />

weichem Griff oder mit plüschiger<br />

Haptik ins Auge. Andere<br />

Neuheiten zeigten sich mit dezenten<br />

Multicolor- oder Strié-Effekten.<br />

Bei den Farben spielten Creme und<br />

Beige die Hauptrolle. Grauvarianten<br />

waren gegenüber den Vorjahren<br />

weniger anzutreffen. Verschiedene<br />

Anbieter rechnen damit, dass<br />

insbesondere im kommenden Jahr<br />

Blautöne wieder mehr gefragt sein<br />

werden. Auf der diesjährigen Hei<strong>mt</strong>extil<br />

waren stattdessen Erdtöne<br />

wie etwa Grün oder Braun häufiger<br />

zu sehen.<br />

Outdoorstoffe auch für Interieur<br />

Funktionelle Eigenschaften und<br />

neue Einsatzmöglichkeiten spielten<br />

eine große Rolle. Bei zahlreichen<br />

Anbietern trafen die Besucher<br />

spezielle Outdoorstoffe oder ganze<br />

Outdoor-Kollektionen an, etwa bei<br />

Beaulieu oder Dino Zoli. Aufgrund<br />

ihrer Eigenschaften finden hier vor<br />

allem Fasern aus Polyester oder<br />

Polypropylen Anwendung. Bei den<br />

neuen Stoffen von Beaulieu ist es<br />

sogar gelungen, neben der Optik<br />

auch den Griff so zu gestalten, dass<br />

die Boucléstoffe auf Basis von Polypropylen<br />

drinnen wie draußen eingesetzt<br />

werden können. Wie handgewebt<br />

wirkt der neue Artikel<br />

„Reims“, bei dem verschiedene<br />

Faserqualitäten, z. T. recycelt, verwendet<br />

werden. Mit „Opera“ hat<br />

Dino Zoli eine Stoffkollektion auf<br />

den Markt gebracht, bei der Polypropylengarn<br />

für eine hohe Widerstandsfähigkeit<br />

und Eignung für<br />

den Outdoor-Einsatz sorgt, aber die<br />

Stoffe als Bouclé- oder Chenille-<br />

Artikel auch indoor eine gute Figur<br />

abgeben. Unter dem Namen „REspect“<br />

bietet das Unternehmen<br />

zudem Artikel, die auf recycelten<br />

Fasern beruhen. Die Mikrofaser<br />

„REsuede“ beispielsweise wird<br />

aus Polyester hergestellt, das wiederum<br />

aus Plastikflaschen gewonnen<br />

wird. In der Entwicklung befindet<br />

sich aktuell eine Mikrofaserqualität,<br />

die sowohl optisch als auch<br />

haptisch wie Kunstleder wirkt.<br />

Rückkehr unter neuem<br />

Firmendach<br />

Erstmals wieder unter den Ausstellern<br />

präsentierte sich der niederländische<br />

Veloursweber Raymakers,<br />

nun unter dem Dach des Schweizer<br />

Textilkonzerns Lantal, der die niederländische<br />

Weberei im Sommer<br />

2023 übernommen hatte. Zusammen<br />

mit den anderen Veloursherstellern<br />

von Lantal, also mit<br />

Gierlings-Velpor sowie British Velvets,<br />

wollen die Schweizer stärker<br />

im Wohnbereich Fuß fassen. Auf<br />

der Hei<strong>mt</strong>extil präsentierte Raymakers<br />

neue Veloursqualitäten, bei<br />

denen verstärkt recycelte Fasern<br />

zum Einsatz kommen. So etwa<br />

einen stückgefärbten Velours in<br />

Leinen-Look, der zu 66 Prozent aus<br />

Recyclingfasern besteht und in 54<br />

Farben erhältlich ist. Ebenfalls neu<br />

war ein Multicolor-Velours aus<br />

Baumwolle und der „NAIA“-Faser,<br />

Mah-ATN setzt bei seinen<br />

Kunstledern auf neue<br />

Narbungen und Farben.<br />

Mah-ATN focuses on new<br />

grains and colours for its<br />

artificial leathers.<br />

Photo: Barth<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 47


Fokus<br />

Bei seinem Erstauftritt auf der Hei<strong>mt</strong>extil präsentierte Rohleder u. a.<br />

Jacquardvelours, bei denen der Pol digital bedruckt ist.<br />

At its first appearance at Hei<strong>mt</strong>extil, Rohleder presented, among<br />

other things, jacquard velour fabrics in which the pile is digitally<br />

printed. <br />

Photo: Barth<br />

48<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

einer Zellulosefaser, die aus Kiefern-<br />

und Eukalyptusholz aus nachhaltiger<br />

Forstwirtschaft hergestellt<br />

wird.<br />

Hersteller Eastman präsentierte<br />

auf der Hei<strong>mt</strong>extil zudem „Naia<br />

Renew“ als zirkuläre Faser, denn<br />

sie wird zu 60 Prozent aus nachhaltig<br />

gewonnenem Zellstoff und zu<br />

40 Prozent aus zertifizierten recycelten<br />

Abfällen hergestellt. Wie das<br />

Unternehmen weiter bekannt gab,<br />

soll die neue Faser die gleiche hohe<br />

Qualität wie herkömmliche „Naia“-<br />

Fasern bieten, jedoch mit einem<br />

um 35 Prozent reduzierten CO 2<br />

-<br />

Fußabdruck.<br />

Beim Spanier Crevin debütierte<br />

auf der Hei<strong>mt</strong>extil eine VIP-Kollektion,<br />

die von dem niederländischen<br />

Designer Stefan Scholten kreiert<br />

wurde. Aktuell stehen die vier Qualitäten<br />

„Forma“, „Gir“, „Fort“ und<br />

„Cru“ zur Auswahl. Sie weisen<br />

jeweils Besonderheiten auf, mit<br />

denen die langjährige Expertise<br />

und handwerkliche Herangehensweise<br />

des Unternehmens in der<br />

Webkunst dokumentiert werden<br />

soll. Beim ersten Artikel handelt es<br />

sich um einen elastischen gestrickten<br />

Stoff, der durch ein zweifarbiges<br />

Garn einen Melange-Effekt<br />

aufweist. „Fort“ wiederum wird zu<br />

80 Prozent aus recyceltem Garn<br />

hergestellt, während sich „Gir“<br />

durch ein gezwirntes Garn auszeichnet,<br />

das in sich verschiedene<br />

Farben und Texturen aufweist. Darüber<br />

hinaus gab das Unternehmen<br />

bekannt, dass es kürzlich nach<br />

„OEKO-TEX SteP“ zertifiziert<br />

wurde, was höchste Standards für<br />

soziale und ökologische Aspekte in<br />

der Textilproduktion setzt.<br />

Nach der Erstpräsentation im vergangenen<br />

Jahr zeigte Interfabrics<br />

(Aquaclean Group) erneut seine um<br />

Neuentwicklungen erweiterte<br />

„Ori“-Kollektion, mit der das Unternehmen<br />

Textilverlage ansprechen<br />

will. In den nächsten Monaten soll<br />

auch ein neues Kollektionsbuch<br />

herausgebracht werden. Zu den<br />

Neuheiten im Flockvelours zählte<br />

der Artikel „Alpha“, weitere neue<br />

Produkte sollen auf der Proposte in<br />

Como gezeigt werden, wo das<br />

Unternehmen erstmals in der Villa<br />

Erba und nicht mehr vor den Toren<br />

des Messegeländes ausstellt. Zahlreiche<br />

Stoffe sind mit „AquaClean“-<br />

Technologie ausgestattet, so dass<br />

Flüssigkeiten abgewiesen und Flecken<br />

mit Wasser entfernt werden<br />

können.<br />

Lenzing demonstrierte<br />

anhand eines Kinderzimmers<br />

die vielfältigen<br />

Einsatzmöglichkeiten<br />

seiner „Lyocell“-Faser.<br />

Lenzing used a children’s<br />

room to demonstrate the<br />

many possible uses of its<br />

“Lyocell” fibre.<br />

Photo: Barth<br />

Nachhaltigkeit als zentrales<br />

Messethema<br />

Ein großes Thema auf der Messe<br />

Hei<strong>mt</strong>extil war Nachhaltigkeit. Erstmals<br />

wurden entsprechende Aussteller<br />

und Produkte in einem eigenen<br />

Katalog zusammengefasst, der<br />

den Besuchern damit gezielte Hinweise<br />

bot. Im Angebot fanden sich<br />

zahlreiche Möbel- und Dekostoffe<br />

aus recycelten Polyesterfasern. Der<br />

Faserhersteller Trevira (Indorama<br />

Ventures), der auf seinem Messestand<br />

insgesa<strong>mt</strong> 17 Anbieter von<br />

Möbelstoffen und Garnen versammelt<br />

hatte, informierte die Besucher<br />

über das aktuelle Angebot an<br />

Fasern und Filamenten der Marke<br />

Trevira CS und zeigte auch die Möglichkeiten<br />

auf, die das chemische<br />

Recycling bietet. So war unter<br />

anderem ein Möbelstoff der Firma<br />

Gabriel zu sehen, der unter Verwendung<br />

von chemisch recycelten<br />

Fasern hergestellt worden war.<br />

Aktuell wird dabei PET-Material aus<br />

der Verpackungsindustrie verwendet,<br />

das sich nicht zur Herstellung<br />

von Flaschen/Verpackungsmaterial<br />

eignet. Künftig könnten aber auch<br />

andere PET-Recyclingmaterialien<br />

wie etwa Textilien für die Herstellung<br />

der flammhemmenden Trevira-<br />

Fasern und -Filamentgarne verwendet<br />

werden. Deutlich größer ist<br />

inzwischen allerdings das Angebot<br />

an Stoffen, die das Label „Trevira CS<br />

eco“ tragen dürfen. Diese Stoffe<br />

müssen einen Recyclinganteil von<br />

mindestens 50 Prozent aufweisen.<br />

Die recycelten Fasern bestehen<br />

hierbei zu 100 Prozent aus Pre-Consumer-Recyclingmaterial.<br />

Seit einiger<br />

Zeit können Kunden auch<br />

gebrauchte Trevira-CS-Textilien wie<br />

Reststoff, Auslaufposten, Verschnitt<br />

sowie Textilien am Ende ihrer Nutzungsphase<br />

zurückgeben. Diese<br />

werden von einem Recyclingunternehmen<br />

zu Vliesen und Dämmmaterialien<br />

aufgearbeitet.<br />

Neben den Trevira-Garnen sowie<br />

den Individualständen der Trevira-<br />

CS-Kunden war auf dem Gemeinschaftsstand<br />

auch eine Sonderschau<br />

zu sehen, die in vier Themen-<br />

Inszenierungen die Funktionalität<br />

und Performance der Stoffe bei der<br />

Gestaltung von textilen Räumen<br />

aufzeigte. So wurden eine Sustainability-Lounge,<br />

ein luxuriöses<br />

Interieur, ein lässiger Outdoor-<br />

Bereich sowie ein behaglicher<br />

Rückzugsort („#MyCozyCosmos“)<br />

mit weit über 200 Artikeln von<br />

mehr als 50 Trevira-CS-Kunden ausgestattet.<br />

Nachhaltigkeit ist auch ein Thema<br />

bei Kunstleder. So präsentierte<br />

mah-ATN unter dem Namen<br />

„Evergreen Fiber“ ein neues PVC-<br />

Kunstleder, das zu 90 Prozent aus<br />

natürlichen Materialien bestehen<br />

soll. Die Oberfläche ist zudem mit<br />

einem Lack auf Wasserbasis versiegelt.<br />

Speziell für den Einsatz auf<br />

Booten hat das Unternehmen das<br />

Kunstleder „Marina“ entwickelt,<br />

das auch IMO-zertifiziert ist, während<br />

sich ein weiteres Kunstleder<br />

für den Outdoor-Einsatz eignet, da


Fokus<br />

Outlast zeigte seine klimaregulierenden<br />

Funktionstextilien in<br />

hellen Blautönen, die schon rein<br />

optisch einen kühlenden Effekt<br />

bewirken sollen.<br />

Outlast presented its climateregulating<br />

functional textiles in<br />

light shades of blue, which are<br />

supposed to have a cooling<br />

effect purely in terms of their<br />

appearance. Photo: Outlast<br />

es sich bei Sonneneinstrahlung bis<br />

zu 30 Prozent weniger aufheizt.<br />

Darüber hinaus kamen neue Narbungen<br />

hinzu.<br />

Nachdem Vowalon auf der letztjährigen<br />

Hei<strong>mt</strong>extil unter dem Namen<br />

„VOWAled Puria“ ein veganes Polsterkunstleder<br />

präsentiert hatte, das<br />

zu über 50 Prozent aus biobasierten<br />

und nachwachsenden Rohstoffen<br />

hergestellt ist, trat das Unternehmen<br />

dieses Mal mit Ergänzungen<br />

und Weiterentwicklungen auf.<br />

So wurde beim PUR-Kunstleder<br />

„VOWAled Pasco“ die Farbpalette<br />

auf 20 Farben erweitert und der<br />

Flammschutz erhöht. Außerdem ist<br />

der Artikel auf Schadstoffe nach<br />

Standard 100 by OEKO-TEX<br />

geprüft. Weitere Produkte will das<br />

Unternehmen dem Markt auf der<br />

Techtextil im April vorstellen.<br />

Dino Zoli präsentierte<br />

flau schige Bezugsstoffe für<br />

den In- und Outdoorbereich<br />

aus 100 % recyeltem Polyester.<br />

Dino Zoli presented fluffy<br />

upholstery fabric for indoor<br />

and outdoor use made from<br />

100% recycled polyester.<br />

Photo: Barth<br />

Füllstoffe bekommen<br />

natürliche Zutaten<br />

Wenn es um funktionelle Eigenschaften<br />

ging, wurden die Messebesucher<br />

erneut im Ausstellungsbereich<br />

Bettwaren fündig. Hier<br />

stellte Outlast seine Thermo-Technologie<br />

auf verschiedenen Trägergeweben<br />

vor. Mit Hilfe von Mikrokapseln<br />

(Phase-Change-Materials-/<br />

(PCM-)Kapseln), die mit Wachs<br />

gefüllt sind und in den Trägerstoff<br />

eingearbeitet oder darauf aufgebracht<br />

werden, wird eine klimaregulierende<br />

Wirkung erzeugt. Das<br />

Verfestigen und Verflüssigen des<br />

Naturwachses (Rapsöl) bewirkt<br />

dabei den Temperaturausgleich:<br />

Denn die Körperwärme wird beim<br />

Schlafen gespeichert und bei einem<br />

Absinken der Rau<strong>mt</strong>emperatur<br />

wieder an den Schlafenden abgegeben.<br />

Laut einer Untersuchung des<br />

Unternehmens speichert ein Quadratmeter<br />

Outlast-Textil genug Energie,<br />

um eine handelsübliche Lampe<br />

für 2 Stunden brennen zu lassen.<br />

Neuerdings werden die Gewebe<br />

wie etwa der neue Artikel „Chromo“<br />

statt in Weiß in einem hellen Blau<br />

angeboten, da die Käufer im<br />

Geschäft diese Farbe laut Hersteller<br />

eher mit Kühle und Frische in Verbindung<br />

bringen. Zudem basiert<br />

der Artikel auf Lyocellfaser, die auf<br />

Holzfasern und damit auf bis zu 80<br />

Prozent nachwachsende Ressourcen<br />

zurückgreift. Die integrierten<br />

Funktionskapseln, die für die Temperaturregulierung<br />

zuständig sind,<br />

sind zudem mit natürlichem Rapsöl<br />

gefüllt.<br />

Eine Reihe an Neuerungen hatte<br />

Advansa auf die Hei<strong>mt</strong>extil mitgebracht.<br />

Zu diesen zählten weitere<br />

Füllwarenprodukte, die auf natürlichen<br />

und nachhaltigen Rohstoffen<br />

beruhen. So gab die neue Füllfaser<br />

„Suprelle & Hanf“ ihr Debüt, die in<br />

Bettwaren dank der beruhigenden<br />

Wirkung von Hanf für ein optimales<br />

Schlafklima sorgen soll. Die neue<br />

Füllfaser ist eine Mischfaser aus<br />

Polyester mit 20 Prozent Hanf aus<br />

nachhaltigem Anbau. Laut Hersteller<br />

soll sie atmungsaktiv sein und<br />

Feuchtigkeit absorbieren. Bei der<br />

Füllfaser „DACRON Mint-Protect“<br />

wird der Wirkstoff aus der Pfefferminze<br />

in die Faser eingebunden,<br />

was auf natürliche Weise Hausstaubmilben<br />

abwehren und antibakteriell<br />

wirken soll. Auf der vergangenen<br />

Hei<strong>mt</strong>extil hatte die<br />

Firma Advansa bereits Füllfasern<br />

vorgestellt, die auf recycelten Rohstoffen<br />

basieren, und diesen<br />

Bereich weiter ausgebaut. So gibt<br />

es zu den „Aerelle Blue“-Füllfasern,<br />

bei denen recycelte Plastikflaschen<br />

aus den Weltmeeren verarbeitet<br />

werden, nun auch die entsprechenden<br />

Stoffe. Bei „DACRON RE-Comfort“<br />

wiederum handelt es sich um<br />

eine Füllfaser, die zu 50 Prozent aus<br />

Textilabfällen (Pre-Consumer) und<br />

zu 50 Prozent aus recycelten Flakes<br />

von PET-Flaschen besteht.<br />

Die Firma Lenzing zeigte auf der<br />

Hei<strong>mt</strong>extil am Beispiel eines Kinderzimmers<br />

die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten<br />

seiner Lyocell-<br />

Zellulosefaser, die aus Holz aus<br />

nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt<br />

wird und biologisch abbaubar<br />

ist. Ebenfalls zu sehen waren<br />

Bezugsstoffe, bei denen die Faser<br />

in Kombination mit anderen Fasern<br />

wie etwa Leinen, Polyester oder<br />

Viskose eingesetzt wurde.<br />

Richard Barth<br />

More comfort and sustainability for upholstery<br />

covers<br />

With 2,838 exhibitors, this year’s Hei<strong>mt</strong>extil (9–12 January 2024) had 25<br />

per cent more companies than last year’s event and thus achieved<br />

almost the same number of participants as before the pandemic. This<br />

was not the case for visitor numbers, as the rail strike and farmers’ demonstrations<br />

put paid to Messe Frankfurt’s plans as organiser. With 46,000<br />

visitors, the previous year’s result was exceeded slightly, but the trade<br />

fair counted significantly fewer visitors than before the pandemic, when<br />

more than 60,000 visitors travelled to Frankfurt. According to the trade<br />

fair management, however, the proportion of German visitors increased,<br />

which may have been due to the new “Carpet & Rugs” product area,<br />

which presented around 100 global suppliers concentrated in one hall for<br />

the first time. In future, the trade fair wants to attract even more visitors<br />

in addition to the annual trend show, which this time presented the<br />

home textile trends for 2024/25. For the next edition (14–17 January<br />

2025), it plans to collaborate with the renowned Italian design studio<br />

Urquiola. A pioneering installation is planned to emphasise the joint commitment<br />

to innovation, sustainability and design throughout the entire<br />

textile industry. With more than 300 exhibitors, this year’s edition offered<br />

a broader range of upholstery materials, as a number of exhibitors came<br />

back on board and were joined by additional suppliers of high-quality<br />

upholstery fabrics. Plain-coloured, textured upholstery fabrics played the<br />

starring role on the trade fair’s big screen. Bouclés dominated the range,<br />

even though some exhibitors reported an increased demand for chenille<br />

fabrics. Fabrics with an extremely soft touch or fluffy feel could be found<br />

on numerous stands. Cream and beige were the predominant colours,<br />

while shades of grey were less common than in previous years. Various<br />

suppliers expect dark shades of blue to set the tone in the coming year.<br />

Functional properties and new uses for cover materials played an important<br />

role and the spotlight was also on the topic of sustainability. Numerous<br />

upholstery and decorative fabrics made from recycled polyester<br />

fibres were presented. Other functional properties of home textiles<br />

were seen in bedding, where temperature-regulating materials as well<br />

as bed fillings based on natural and sustainable raw materials were presented.<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24 49


Produkte & Konzepte<br />

Vielfältig nachhaltig<br />

Seit Jahrzehnten steht Trevira CS für schwer entflammbare<br />

Möbel- und Dekostoffe im Hei<strong>mt</strong>extil- und Objektmarkt.<br />

Zu den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der<br />

Fasern und Filamente sind in den vergangenen Jahren<br />

unterschiedliche Ansätze hinzugekommen, die den mit<br />

der Markenfaser gewebten Artikeln eine gute Nachhaltigkeitsbilanz<br />

und Wiederverwertungsmöglichkeiten<br />

verschaffen.<br />

Der Trevira CS Stoff von Gabriel A/S ist aus<br />

chemisch recyceltem Rohstoff hergestellt.<br />

The Trevira CS fabric from Gabriel A/S is made<br />

of chemically recycled raw material.<br />

Photos: Indorama Ventures<br />

Die Besucher der diesjährigen<br />

Hei<strong>mt</strong>extil konnten sich auf einem<br />

Gemeinschaftsstand der Marke<br />

Trevira CS bei den 17 Top-Kunden<br />

und Partnern nicht nur über die<br />

neuesten schwer entflammbaren<br />

Produkte und neuen Kollektionen<br />

informieren, sondern erhielten<br />

auch einen Überblick über die weiteren<br />

Fortschritten auf dem Gebiet<br />

der Nachhaltigkeit.<br />

Im Rahmen der Sonderschau<br />

„#treviracsCore“ sahen die Verarbeiter<br />

der Markenfaser sowie die<br />

Innenarchitekten, was ihnen aktuell<br />

in puncto Design, Optik und<br />

Haptik an textilen Artikeln zur<br />

Gestaltung von Räumen geboten<br />

wird.<br />

Als eine der vier Rauminszenierungen<br />

auf dem Trevira CS-Areal lud<br />

die „Sustainability Lounge“ sie<br />

nicht nur zum Verweilen ein, sondern<br />

präsentierte auch die neuesten<br />

„Trevira CS eco“-Textilien<br />

sowie erste flammhemmende<br />

Stoffe aus chemisch recyceltem<br />

Rohstoff.<br />

Stoffe mit Recyclinganteil<br />

Zur diesjährigen Hei<strong>mt</strong>extil zeigten<br />

die internationalen Trevira-CS-<br />

Weber eine Fülle an Textilien in<br />

„Trevira CS eco“-Qualität. Die<br />

neuen Artikel bestehen aus Faserund<br />

Filamentgarnen, die in unterschiedlichen<br />

Recyclingprozessen<br />

gewonnen werden.<br />

Um das Qualitätslabel zu erhalten,<br />

muss jedoch ein Recyclinganteil<br />

von mindestens 50 Prozent erzielt<br />

werden. Dieser lässt sich durch<br />

verschiedene Verfahren erreichen:<br />

Filamentgarne werden unter Nutzung<br />

von recycelten PET-Flaschen<br />

hergestellt. Sie enthalten einen<br />

Anteil von 50 Prozent Post-Consumer<br />

Recyclingmaterial.<br />

Recycelte Fasern werden unter<br />

Nutzung einer Agglomerationsanlage<br />

und in weiteren Prozessschritten<br />

aus wiederverwertbaren<br />

Wertstoffen aus der Produktion<br />

gewonnen und bestehen zu 100<br />

Prozent aus Recyclingmaterial<br />

(Pre-Consumer-Recycling).<br />

Die hierbei verwendeten flammhemmenden,<br />

recycelten Trevira-<br />

Produkte sind GRS (Global Recycelt<br />

Standard) zertifiziert.<br />

Zurück ins neue Leben<br />

Ein weiterer Baustein zum Thema<br />

Nachhaltigkeit besteht in dem „Trevira<br />

CS“-Rücknahmeprogramm.<br />

Hier können entsprechende Stoffe<br />

aus dem Pre-Consumer-Bereich,<br />

wie nicht verkaufte Reststoffe,<br />

Tekso Kadife Kumas<br />

hat mit „Bergama“<br />

einen Velours in<br />

„Trevira CS eco“-Qualität<br />

aus recycelten<br />

Garnen kreiert.<br />

With “Bergama”, Tekso<br />

Kadife Kumas has<br />

created a velour in<br />

“Trevira CS eco”<br />

quality.<br />

Auslaufposten, Verschnitt, fehlerhafte<br />

Ware etc. sowie auch Textilien<br />

aus der Markenfaser, die das<br />

Ende ihrer Nutzungsphase erreicht<br />

haben (Post-Consumer), zurückgegeben<br />

werden. Diese Stoffe werden<br />

bei dem Recyclingunternehmen<br />

Altex zu Vliesen bzw. Nonwovens<br />

aufgearbeitet, die wiederum<br />

zur Isolierung und Dämmung eingesetzt<br />

werden.<br />

Die nächste Generation<br />

Neben den beiden genannten<br />

Möglichkeiten nutzt Trevira CS das<br />

chemische Recycling. Hierbei werden<br />

die Polymerketten der Faser<br />

wieder in ihre ursprünglichen<br />

Bestandteile, die Monomere, zerlegt.<br />

Der so gewonnene Rohstoff<br />

ist mit dem Ursprungsmaterial vergleichbar<br />

und kann wieder für die<br />

Sustainable in many ways<br />

Herstellung von flammhemmenden<br />

Fasern bzw. Filamentgarnen<br />

verwendet werden. Die Produkte<br />

bestehen dann zu 100 Prozent aus<br />

Recyclingmaterial.<br />

Bislang wird für die Herstellung<br />

dieser Fasern PET-Material aus der<br />

Verpackungsindustrie verwendet,<br />

das nicht für die Wiederverwendung<br />

zur Herstellung von Flaschen/Verpackungsmaterial<br />

geeignet<br />

ist. Grundsätzlich lassen sich<br />

aber auch andere PET-Abfälle in<br />

diesem Verfahren nutzen.<br />

In Zukunft können aus Textilabfällen<br />

mit Hilfe des zuvor beschriebenen<br />

chemischen Recyclings<br />

möglicherweise Rohstoffe für<br />

neue Textilien gewonnen und<br />

somit der Weg zu einer Kreislaufwirtschaft<br />

beschritten werden.<br />

ba<br />

For decades, Trevira CS has been synonymous with flame-retardant<br />

upholstery and decorative fabrics in the home textiles and contract market.<br />

In recent years, various approaches have been added to the wide<br />

range of possible applications for the fibers and filaments, giving Trevira<br />

CS articles sustainable benefits and a take-back option. Today, users can<br />

choose from “Trevira CS eco” textiles and the first flame-retardant fabrics<br />

made of chemically recycled raw materials. The Trevira CS take-back<br />

programe is another of the company’s sustainability initiatives, offering<br />

the option to return relevant fabrics from the pre-consumer sector as<br />

well as those, that have reached the end of their useful life (post-consumer).<br />

These fabrics are then recycled into nonwovens and used for<br />

insulation and soundproofing.<br />

50<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24


innovation<br />

needsprint<br />

Oberflächen<br />

Beschläge<br />

Textilien<br />

Werkzeuge<br />

Schichtstoffe<br />

Werkstoffe<br />

Lacke<br />

Holz<br />

Klebstoffe<br />

Kanten<br />

Materialien<br />

Maschinen<br />

Fussböden<br />

Aktuelle und komplexe Themen für Sie aufgearbeitet.<br />

Sprechen Sie uns an und buchen Sie Ihren Auftritt in<br />

material+technik möbel 2024!<br />

Fordern Sie unsere Mediadaten an.<br />

Ihre Ansprechpartnerin:<br />

Irini Katsika I i.katsika@ritthammer-verlag.de I +49 (0)911 95578 35


Personen<br />

52<br />

Dr. Werner Pankoke verstorben<br />

Der langjährige geschäftsführende Gesellschafter und<br />

Eigentümer von Hymmen, Dr. Werner Pankoke, ist am<br />

9. Dezember letzten Jahresim Alter von 85 Jahren verstorben.<br />

Schon mit dem Studienbeginn zog es ihn nach<br />

München an die Technische Universität, wo er mit seinem<br />

Maschinenbaustudium eher den Ingenieursinteressen<br />

seines Großvaters Theodor Hymmen nachging.<br />

Nach erfolgreichem Abschluss als Dipl.-Ing. und Promotion<br />

in Betriebswirtschaftslehre übernahm Dr. Werner Pankoke im Jahre 1967<br />

die Leitung des Familienunternehmens Hymmen, das 1892 von seinem Großvater<br />

in Bielefeld gegründet worden war. Für seine unternehmerische Tätigkeit erhielt er<br />

u. a. die Auszeichnung als „Hidden Champion“ von Prof. Hermann Simon und<br />

gewann auch den „Challengers Award“ der International Woodworking Fair in<br />

Atlanta, USA. Mit Übergabe der Geschäftsführung an seinen Sohn Dr. René Pankoke<br />

zog er sich im Jahre 2002 zurück. <br />

Photo: Hymmen<br />

Interprint mit neuem Verkaufsleiter<br />

Nino Speranza, der seit April 2023 im Vertrieb tätig ist, hat beim<br />

Dekordrucker Interprint zu Jahresbeginn als Head of Sales die vertriebliche<br />

Gesa<strong>mt</strong>verantwortung für Deutschland übernommen. In<br />

seiner neuen Funktion berichtet Speranza auch weiterhin an Dirk<br />

Fischer, Director Sales Interprint Deutschland. Photo: Interprint<br />

Neuffer Nachfolger von Heeger<br />

Claus Neuffer (Photo) verantwortet seit Anfang Januar als Vorstand<br />

die Bereiche Technik und Nachhaltigkeit beim Oberflächenspezialisten<br />

Schattdecor. Er folgt damit auf Roland Heeger, der zuvor 18<br />

Jahre lang für die weltweiten Geschicke im Bereich Technik verantwortlich<br />

war. Neuffer ist seit 2000 bei Schattdecor und bringt jahrzehntelange<br />

Erfahrung in die neue Position ein. Seinen Karriereweg<br />

zeichnen langjährige Auslandsaufenthalte an Schattdecor-Standorten<br />

wie Brasilien, wo er von 2004 bis 2<strong>01</strong>0 die Geschäftsführung inne hatte. Er war neben<br />

Brasilien auch mitverantwortlich für den Bau anderer Standorte in Russland, China und<br />

Polen. Zuletzt zeichnete er in seiner Funktion als Bereichsleiter Technik verantwortlich. In der<br />

neuen Position soll Neuffer vor allem die Schwerpunkte Technologie und Nachhaltigkeit in der<br />

Gruppe ausbauen und mit einer entsprechenden strategischen Vision vorantreiben. Der<br />

Bereich IT wird dagegen künftig unter der Leitung von Dr. Derick Beitel, Vorstand Finanzen,<br />

stehen. <br />

Photo: Schattdecor<br />

Wijnbergen folgt auf Brettenthaler<br />

Ende Januar hat Martin Brettenthaler (Photo), der mehr als sieben<br />

Jahre lang CEO der Swiss Krono Group war, das Unternehmen<br />

verlassen. Brettenthaler hatte im September 2023 entschieden,<br />

sich beruflich neu zu orientieren. Auf Wunsch der Eigentümerin<br />

Ines Kaindl hat er jedoch die Geschäfte der Gruppe bis heute weitergeführt,<br />

damit die Nachfolge geregelt werden konnte. Anfang<br />

Februar hat nun Peter Wijnbergen (61) die Führung der Gruppe<br />

übernommen. Der neue CEO ist seit 2022 Mitglied des Verwaltungsrates<br />

der Swiss Krono Holding AG und blickt auf eine langjährige Karriere in der Holzwerkstoffindustrie,<br />

zuletzt als CEO von Norbord, zurück.<br />

Photo: Swiss Krono<br />

material+technik möbel <strong>01</strong>|24<br />

Igel neuer CSO<br />

Beim Dekordrucker Interprint hat zum Jahresbeginn Holger Dzeia,<br />

der seit Juli 2004 als Chief Sales Officer (CSO) der Gruppe tätig<br />

war, seine Position an Stephan Igel übergeben. Dieser hatte 2022<br />

nach fast 30 Jahren in der Dekorpapierindustrie die Aufgabe als<br />

Chief Business Development Officer der Gruppe übernommen.<br />

Dzeia wird sich auch weiterhin in seiner neuen Funktion als Director<br />

Strategic Customer Relations um wichtige vertriebliche Belange<br />

von Interprint kümmern. Photo: Interprint<br />

Bertl Widmer<br />

verstorben<br />

Bertl Widmer, der<br />

langjährige Geschäftsführer<br />

von Blum, ist<br />

in der Nacht zum 15.<br />

Januar im Alter von<br />

94 Jahren verstorben.<br />

Er war von<br />

1958 bis 2002 bei Blum tätig und gestaltete<br />

das Unternehmen in dieser Zeit maßgeblich<br />

mit. So hat Widmer als Geschäftsführer bei<br />

Blum den internationalen Vertrieb aufgebaut<br />

und war konsequenter Antreiber der Innovationsstrategie.<br />

Neben dem wirtschaftlichen<br />

Erfolg von Blum waren Bertl die Werte und<br />

soziales Handeln immer ein Herzensanliegen.<br />

Photo: Blum<br />

Dr Werner Pankoke has passed away – The longstanding<br />

Managing Partner and owner of Hymmen<br />

has passed away at the age of 85. He had retired in<br />

2002, when he handed over the management of the<br />

company to his son, Dr René Pankoke.<br />

Mourning for Bertl Widmer – The long-standing<br />

Managing Director of Blum passed away overnight at<br />

the age of 94. He worked at Blum from 1958 to 2002<br />

and, as Managing Director, built up the company´s<br />

international sales, among other things.<br />

Igel new CSO – At the decor printer Interprint, Holger<br />

Dzeia handed over his position as Chief Sales Officer<br />

(CSO) to Stephan Igel at the beginning of the year. In<br />

his new role as Director Strategic Customer Relations,<br />

Dzeia will continue to take care of important<br />

sales matters at Interprint.<br />

New Head of Sales – Nino Speranza, who has been<br />

working in sales at Interprint since April 2023, took<br />

over overall sales responsibility for Germany as Head<br />

of Sales at the beginning of the year. In his new role,<br />

Speranza will continue to report to Dirk Fischer, Director<br />

Sales Interprint Germany.<br />

Successor to Heeger – Claus Neuffer, who has been<br />

with Schattdecor since 2000, has been responsible<br />

for the areas of technology and sustainability as a<br />

member of the Management Board since the beginning<br />

of January. He succeeded Roland Heeger, who<br />

had been responsible for the technology division for<br />

18 years.<br />

Wijnbergen succeeds Brettenthaler – At the end of<br />

January, Martin Brettenthaler, who was CEO of the<br />

Swiss Krono Group for more than seven years, left the<br />

company to pursue a new career direction. Peter<br />

Wijnbergen (61) has since succeeded him. He has<br />

been a member of the Board of Directors of Swiss<br />

Krono Holding AG since 2022.

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