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der mPflastermaler

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Der Pflastermaler von Renate Anna Becker<br />

Kapitel 1<br />

Karl erreichte gegen Abend die große Stadt. Langsam ging er durch die Straßen. Je weiter er sich in die Häuserschluchten begab,<br />

desto trauriger wurde er. Was geschah an diesem Platz? Wohin er auch blickte, war die ganze Stadt grau. Er hatte plötzlich einen<br />

seltsamen Gedanken in seinem Kopf.<br />

„Ich werde die Straßen und Plätze mit meinen Kreidefarben anmalen. Sie soll bunt und lustig sein.“<br />

Gleich am nächsten Morgen wollte er damit beginnen. In einem preiswerten Hotel fand er eine Unterkunft für die Nacht. Vielleicht<br />

wäre es ihm möglich, eine längere Zeit zu bleiben, vielleicht jedoch nicht. In manchen Städten wurde er wegen seiner Tätigkeit als<br />

Pflastermaler beschimpft. Er legte sich mit unbestimmten Empfindungen auf die harte Matratze und schloss die Augen.<br />

Er startete früh am Morgen, nahm seine Kreidefarben und verließ das Hotel und suchte den Marktplatz des Ortes auf und suchte<br />

nach einer Stelle, die glatt genug war, um darauf zu malen. Niemand schien Notiz von ihm zu nehmen. Sie gingen mit auf den<br />

Boden gerichteten Blicken an ihm vorbei. Karl verwendete die Farben des Frühlings und malte Blumen in den schönsten Frühlingsfarben:<br />

Narzissen.<br />

Krokus.<br />

Tulpen.<br />

Primeln.<br />

Schneeglöckchen.<br />

Spanisches Hasenglöckchen.<br />

Hyazinthe.<br />

Ranunkel<br />

Immer weiter arbeitet er sich vor und es dauerte nicht lange, da erstrahlte die graue Stadt in den schönsten Farben. Nun waren die<br />

Frühlingsfarben ausgegangen.


Kapitel 2<br />

Er trat am nächsten Morgen vor das Hotel und war überrascht, dass die Menschen viel freundlicher waren. Sie verän<strong>der</strong>te sich in<br />

<strong>der</strong> Stadt. Einige Leute waren in bunten Farben gekleidet. Der Frühling wurde von einem Straßenmusiker mit Lie<strong>der</strong>n besungen.<br />

Fröhlich ging Karl durch die Straßen. Er fand es so schön, dass er an einem an<strong>der</strong>en Platz die Farben des Sommers wählte. Er<br />

malte die Blumen, die dieser Jahreszeit ihr Gesicht verliehen.<br />

Gänseblümchen<br />

Löwenmäulchen<br />

Sonnenblume<br />

Stockmalve<br />

Vergissmeinnicht<br />

Dahlie<br />

Er hatte einen großen Platz gewählt. Karl zeichnete einen See, <strong>der</strong> viele bunte Fische beherbergt. Kin<strong>der</strong> spielten am Ufer, bauten<br />

Sandburgen und planschten im Wasser. Junge und ältere Menschen saßen in den Straßencafés und unterhielten sich miteinan<strong>der</strong>.<br />

Nun waren auch die Farben des Sommers verbraucht.


Kapitel 3<br />

Karl verließ am Morgen sein Hotel. Die Verän<strong>der</strong>ungen<br />

waren deutlich zu sehen. Er brachte <strong>der</strong> Stadt den<br />

Frühling und den Sommer. Karl setzte sich an einen<br />

sonnigen Platz und malte die Früchte, die auf den<br />

Bäumen und Äckern wuchsen. In seinen Bil<strong>der</strong>n wurde<br />

<strong>der</strong> Herbst in die Stadt hineingetragen.<br />

Äpfel.<br />

Birnen.<br />

Erdbeeren.<br />

Quitten.<br />

Weintrauben.<br />

Zwetschgen.<br />

Blumenkohl.<br />

Rote Bete. ...<br />

Wirsingkohl. ...<br />

Kürbis. ...<br />

Steckrüben. ...<br />

Esskastanien. ...<br />

Topinambur. ...<br />

Weißkohl.<br />

Er malte die Bauern bei <strong>der</strong> Ernte. Kin<strong>der</strong>, die in den Bäumen saßen und süße Äpfel naschten. Er malte den Wald mit bunten<br />

Farben. Eichhörnchen sammelten Haselnüsse, um sie für den Winter zu verstecken. Nun gingen auch die Farben des Herbstes zu<br />

Ende.


Kapitel 4<br />

Jetzt malte er den Winter. Der Schnee, <strong>der</strong> dick und weiß auf den Dächern von Häusern war. Die Fel<strong>der</strong>, die mit Schnee bedeckt<br />

waren und die Fruchtbarkeit des Ackers sicherten. Kin<strong>der</strong>, die auf ihren Schlitten in wil<strong>der</strong> Fahrt einen Abhang hinuntersausten.<br />

Die Frauen füllten die Früchte <strong>der</strong> Fel<strong>der</strong> in Gläser, um sie einzukochen. Männer, die sich um die Instandhaltung ihrer Werkzeuge<br />

kümmerten. Die alten Frauen saßen in den Stuben und strickten Strümpfe und dicke Pullover.<br />

Nun hatte Karl seinen Traum verwirklicht. Die vier Jahreszeiten waren in <strong>der</strong> Stadt angekommen. Die Leute waren nett zu ihm und<br />

baten ihn, in <strong>der</strong> Stadt zu bleiben.<br />

Wäre es möglich, dass er das tatsächlich getan hat?<br />

O<strong>der</strong> zog er weiter, um in <strong>der</strong> nächsten grauen Stadt seine Farben auszupacken.<br />

Ende

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