WIKO 2026 – Das Wirtschaftsmagazin für Altmühlfranken
Der Wirtschaftskompass Altmühlfranken stellt leistungsfähige Unternehmen der Region vor und widmet sich in Reportagen, Interviews und Meinungsbeiträgen der Gegenwart und Zukunft der regionalen Wirtschaftswelt.
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WIKO Ausgabe 2025
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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
es besteht die Gefahr, dass wir Ihnen ein bisschen auf die Nerven gehen mit unserem
Willen zum Optimismus. Immerhin hatten wir uns schon in der vergangenen Ausgabe
für ein zukunftsfreudiges „Weg mit dem Grau“ als Titel für unser Heft entschieden.
Und nun kommen wir Ihnen mit dem sportlichen Slogan „Zeit, dass sich was dreht“.
Während Kriege lodern, die Arbeitslosigkeit steigt, Energie wieder Thema wird und das
Wirtschaftswachstum das vierte Jahr in Folge nicht so richtig anspringt.
Echt jetzt?! Ja, echt jetzt!
Und wir erklären auch warum. „Zeit, dass sich was dreht“ – das ist eine Situationsbeschreibung.
Wir stehen vor Veränderungen. Auf globaler, auf nationaler, auf lokaler
Ebene. Es kommen Dinge in Schwung, deren Bewegung man nicht mehr aufhalten, deren Richtung man aber
steuern kann. Es ist eine Zeit, in der sich was dreht, in der sich was bewegt.
Nun neigt der Mensch dazu, gerade den ihm bekannten Zustand der Welt als normal zu betrachten. Veränderungen
erscheinen ihm stets wie eine eher unnatürliche Abweichung von dieser Norm. An einem Punkt so großer
Dynamik tut daher eine kleine Geschichte der lokalen Veränderung gut. Denn Dinge haben sich schon immer
gewandelt, und untergegangen ist die Welt noch nie. Also zumindest bisher.
Wir haben uns Dinge angesehen, die sich in den vergangenen ein, zwei Jahrzehnten verändert haben. Wie liefen
diese Prozesse ab? Was war gut an ihnen, was war schlecht? Wir werfen auch einen Blick auf Dinge, die gerade
dabei sind, sich zu wandeln. Und wir nehmen ein paar Bereiche in den Blick, die dringend Änderungsbedarf hätten,
bei denen sich aber – zumindest auf den ersten Blick – noch nicht so viel zu tun scheint.
Gedreht hat sich auf lokaler Ebene schon politisch einiges. Zwei der drei großen Städte im Landkreis haben
nach 18 beziehungsweise zwölf Jahren neue Rathauschefs bekommen. Weißenburg ist weiter SPD-regiert und
Gunzenhausen CSU-geführt, aber mit Eva Reichstadt und Matthias Hörr sitzen jetzt deutlich jüngere Personen
an den Hebeln.
Und natürlich hat „Zeit, dass sich was dreht“ auch etwas mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu tun, die vom 11.
Juni bis zum 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada über die Bühne geht. Der Fußball ist eines der letzten Lagerfeuer,
um das sich die Weltöffentlichkeit versammelt. Und er ist sogar in der Lage, wirtschaftliche Impulse zu
geben, wie wir in diesem Heft zeigen. Im Guten wie im Schlechten.
Ein klein bisschen wird die weitere Entwicklung des Wirtschaftswachstums also auch davon abhängen, wie gut
die deutsche Nationalmannschaft in diesem Sommer performt. Die Spiele der Elf von Julian Nagelsmann beim
Public Viewing in einem Biergarten des Landkreises zu verfolgen, ist in diesem Sinne also doppelte Wirtschaftsförderung.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß in diesem Sommer und bleiben optimistisch. Bei Wirtschaft und WM!
Jan Stephan
WIKO-Redaktionsleiter
Wirtschaftsmagazin WIKO
3
HERAUSGEBER
Braun & Elbel GmbH & Co. KG,
Verlag Weißenburger Tagblatt
Wildbadstraße 16-18 | 91781 Weißenburg
Tel. 0 91 41 / 85 90 90
www.wiko-wug.de | info@wiko-wug.de
PROJEKTMANAGEMENT
Markus König
Tel. 0 91 41 / 85 90 24
koenig@wiko-wug.de
REDAKTION
Jan Stephan (Leitung) | Uwe Ritzer (Berater)
LAYOUT UND DESIGN
be media – Werbeagentur
Verlag Weißenburger Tagblatt
Sven Katheder | Tanja Meyerhöfer
Erik Körner
braun-elbel@be-media.de
LEKTORAT
Ingrid Philipp
DRUCK UND VERTEILUNG
Buch- und Offsetdruckerei
Braun & Elbel GmbH & Co. K.G.
Verlag Weißenburger Tagblatt
Wildbadstraße 16-18 | 91781 Weißenburg
Tel. 0 91 41 / 85 90 90
Erscheinung als Beilage im Weißenburger Tagblatt,
Treuchtlinger Kurier und Altmühl-Boten Gunzenhausen
Auflage: ca. 20.000 Exemplare
"Zeit, dass sich was dreht", lautet der
Titel dieses Hefts. Das bezieht sich auf
den Fußball, der mit einer WM in der
Lage ist, wirtschaftliche Impulse zu setzen.
Das bezieht sich aber auch darauf,
dass wir der Überzeugung sind, dass
sich jetzt mal grundlegend was ändern,
sich was in die richtige Richtung drehen
muss. Dafür gibt es einige Ansätze, die
wir in diesem Heft beleuchten. Von der
medizinischen Versorgung bis hin zur
Gastronomie.
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WIKO Ausgabe 2026
Inhaltsverzeichnis
Ist der altmühlfränkische
Wohntraum wirklich ausgeträumt?
Der Run auf Wohnungen ist groß 06
Von Ina Brechenmacher
Handwerk/Immobilien:
Mory, ROM Zaunbau, Bosch Gruppe,
Autohaus Neulinger,
M&B Gebäudetechnik 12
Wegducken gilt nicht!
Medizinische Versorgung macht Sorgen 16
Von Uwe Ritzer
Das Wunder von der Stücklen-Straße
Die zwei Leben des Kunststoff-Campus 18
Von Uwe Ritzer
Behörden/Industrie:
Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen,
Stadt Weißenburg, m3profile,
Franken-Schotter, Härtha-Weißenburg 24
Zwischen Wirtshaus, Kosten-
steigerungen und Bowl Bar –
eine Branche im Umbruch
Die lokale Gastro erfindet sich neu 29
Was eine Fußball-WM
für die Wirtschaft bedeutet
Bier, Wurst und die Fehltage 41
Von Jan Stephan
Dienstleistung:
Diakonie-Altenhilfe Südfranken,
Humanitas Treuchtlinger
Bestattungsinstitut,
Ingenieurbüro Stefan Ritzer,
Fiber Network WUG, be media 43
„Neue Schulden sind nicht
automatisch problematisch“
Interview mit Mr. Sondervermögen 48
Von Uwe Ritzer
Es wird mehr Raum
für Neues brauchen
Die lokale Wirtschaft muss sich ändern 52
Von Dr. Simon Amesöder
Team/Impressum 54
Die neue WIKO-Ausgabe
gibt es auch als
Online-Blätterkatalog.
Von Sina Schneider
Zwei, die gegangen sind,
um zu bleiben
Die Grenzen der Regionalbank 33
Von Jan Stephan
Einzelhandel/Dienstleistung:
Katrin , s Handarbeits-Laden,
Schmuckzeit, Ostermayr 39
Wirtschaftsmagazin WIKO
5
Ist der
altmühlfränkische
Wohntraum
wirklich ausgeträumt?
Von Ina Brechenmacher
Auf dem Papier ist Altmühlfranken
der Land gewordene
Immobilientraum.
Jede Menge Platz, Natur
ums Eck und niedrige
Mieten. Nur ist Papier geduldig,
die Realität allerdings
nicht. Unterwegs mit
Familien und Singles in einem
Wohnungsmarkt, der
längst auch auf dem Land
verrückt geworden ist.
Der Arbeitsvertrag war unterschrieben,
die alte Wohnung gekündigt: Es
geht nach Weißenburg, und die Liste
mit Wünschen an die neue Wohnung
ist lang: Hell soll sie sein, wünschen
sich mein Mann und ich – wenn es
geht ein renovierter Altbau, charmant
und verwinkelt. Ein Balkon oder ein
Gartenanteil steht in der Kategorie
„Nice-to-have“.
Nach den ersten Monaten sind wir
ernüchtert. Keine Frage: Zur Not
hätten wir etwas zum Wohnen gefunden,
aber wirklich glücklich wären wir
damit nicht geworden. In einer Mietwohnung
hing der Duschkopf unter
einer Dachschräge – mein Mann hätte
nie aufrecht duschen können. Eine
Wohnung hätten wir selbst renovieren
müssen – dass die alte Vermieterin
selbst etwas macht, sei ausgeschlossen,
meinte die Nachbarin. Eine Wohnung
lag im Hinterhof – Fenster nur auf der
Schattenseite. Früher waren die Wohnungen
mal Garagen. In einer anderen
Wohnung stand in der Badewanne
bräunlich-grünes Wasser.
Ganz klar: Mein Mann und ich haben
viele Privilegien, von denen andere nur
träumen können. Wir taten uns leicht,
Optionen zu finden, und mussten
nicht bei der ersten Wohnung zuschlagen.
Am Ende hatten wir Glück und
haben eine Wohnung gefunden – ohne
Balkon, aber ein schöner, renovierter
Altbau.
Während kein kleiner Teil auf dem
Mietmarkt nimmt, was er kriegt – dazu
später mehr – hat der andere Teil die
Suche nach dem Wohnglück noch
nicht aufgegeben – den Traum vom
perfekten Eigenheim, von der perfekten
Wohnung. Wie ist es aktuell um
das altmühlfränkische Wohnglück bestellt?
Gibt es noch Raum zum Träumen?
Und mit welchen Ideen begegnet
die Region den Herausforderungen
dieser Zeit?
Teil 1: Das Glück und das Wohnen
Die Grundvoraussetzungen zwischen
den Feuchtwiesen des Wiesmets, den
Weiten der Jura-Hochebene und dem
Kraterrand hin zum Ries sind gut. Architektinnen
und Architekten lernen
recht bald in ihrem Studium: Luft und
Licht sind zwei wesentliche Faktoren,
die im Wohnraum Glück versprechen.
Genau davon gibt es im Landkreis eigentlich
genug. Genauso wie Nähe zur
Natur, die ebenfalls als zentrale Zutat
des Immobilienglücks gilt.
Auf dem Papier ist Altmühlfranken
der Traum eines jeden lärmgeplagten
Großstädters.
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WIKO Ausgabe 2026
Davon zieht es auch immer wieder
Menschen als neue Landkreisbewohner
in die Region: „Audianer“ wohnen
gefühlt immer weiter weg vom Werk in
Ingolstadt – sie schätzen die ländliche
Idylle und die vergleichsweise günstigen
Preise: Mit ihren Familien wohnen
sie auf den grünen Wiesen von Dörfern
wie Nennslingen und Langenaltheim
und pendeln mehrmals die Woche
gen Süden.
Solche Phänomene können die lokalen
Wohnungsmärkte durchaus in
gewissen Dimensionen beeinflussen,
bestimmt wird das Wohnen in Altmühlfranken
aber von den großen bundesdeutschen
Trends: Mieten steigen,
mit den Generationen verändern sich
die Wohnbedürfnisse, und Familien
stehen für Baugrundstücke Schlange
– auch wenn man aktuell sicher nicht
von einem Bauboom sprechen kann.
Wie manövriert der Landkreis durch
diese Gemengelage?
Teil 2: Der Preis des Wohnens
Für steigende Mietpreise war man
im südlichsten Mittelfranken bislang
nicht bekannt. Im vergangenen Jahr
landete der Landkreis jedoch plötzlich
auf einem bayernweiten Spitzenplatz.
Eine kleine Anfrage der Linken-Fraktion
im Bundestag ergab, dass die Mieten
im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
in den letzten zehn Jahren
mit am stärksten gestiegen sind: Altmühlfranken
liegt auf Platz zwei aller
Landkreise und kreisfreien Städte in
Bayern. Mit dem Sprung von satten
17,7 Prozent vom Jahr 2023 auf das
Jahr 2024 liegt der Landkreis sogar
bayernweit an der Spitze. Rund 90
Euro Kaltmiete pro Monat mehr macht
das für eine 60-Quadratmeter-Wohnung
laut Statistik aus. Die Bundesregierung
beruft sich hier unter anderem
auf Inserate von über 120 Immobilienplattformen.
Vergleicht man das Jahr 2024 mit dem
Jahr 2014, landet Weißenburg-Gunzenhausen
hinter dem Oberallgäu bayernweit
auf Platz zwei. Um 6,4 Prozent
jährlich stiegen die Mieten in den letzten
zehn Jahren: 2014 lag der Quadratmeterpreis
noch bei 5,27 Euro, mittlerweile
bei 9,78 Euro.
Generell verblüfft: Nicht in großen
Städten wie München steigen die
Mieten besonders schnell, sondern in
ländlichen Regionen und in Landkreisen
im Speckgürtel großer Städte. Wie
kann das sein?
Ein Erklärungsansatz für Altmühlfranken
ist, dass der Landkreis von einem
sehr niedrigen Preisniveau kommt.
Wenn ältere Vermieter ihre Wohnungen
verkaufen oder vererben, steigt
mit den dringend notwendigen Sanierungen
die Miete auf ein „normaleres
Niveau“ – von „Luxussanierungen“
kann hier oft nicht die Rede sein.
Klar ist auch: Landesweit betrachtet
können Mieterinnen und Mieter in
Altmühlfranken noch relativ günstig
wohnen. Andere Kreise mit den höchsten
Mietpreissteigerungen haben die
Zehn-Euro-Marke bereits geknackt,
der Landkreis Freising lag 2024 bei 15
Euro pro Quadratmeter. Den Spitzenplatz
fährt München ein: Laut Zahlen
der Bundesregierung lag der Durchschnittspreis
im vergangenen Jahr hier
bei satten 21,88 Euro.
Die Jagd nach bezahlbaren und darüber
hinaus auch noch annehmbar sanierten
Wohnungen ist anspruchsvoll:
Oft gehen Wohnungen vor allem in
kleinen Städten unter der Hand weg.
Es gilt, Ohren offen und Aushänge im
Blick zu halten sowie bei Online-An-
zeigen besonders schnell zu sein. Private
Vermieter und Makler können sich
häufig vor Anfragen kaum retten.
„Das mach' ich nicht mehr“, meint der
Eigentümer einer Dreizimmerwohnung
mit 70 Quadratmetern und Balkon
in Weißenburg. Er ist frisch verheiratet
und zu seiner Frau gezogen, seine
abbezahlte „Junggesellenwohnung“ in
einem 70er-Jahre-Bau will er nun vermieten.
Nicht etwa auf öffentlichen
Portalen wie Ebay, ImmoScout und
Co. hat er seine Wohnung eingestellt –
sondern nur einen kurzen Angebotstext
ohne Bild und Preis in seinen privaten
Whatsapp-Status veröffentlicht.
Innerhalb weniger Stunden melden
sich eine Polizeibeamtin, eine Zahnärztin,
ein alleinerziehender Vater,
eine alleinerziehende Mutter, eine
alleinstehende Frau und ein junges
Pärchen aus einem Dorf im Landkreis.
Später kommt noch ein Beamter hinzu.
650 Euro will er für seine Wohnung
in einem 70er-Jahre-Bau – ob er noch
schafft, den alten Laminatboden zu
tauschen, weiß er nicht. Den ersten Interessenten
war das egal. Hauptsache
wohnen.
Teil 3: Wo nichts ist…
Wie gerne würde man manchmal hinter
Fassaden blicken können: Wie viele
Wirtschaftsmagazin WIKO
7
Stockwerke in der Weißenburger Altstadt
sind unbewohnt, wie viele Häuser
in Pappenheim und Dörfern wie
Höttingen und Dittenheim stehen leer
– ohne dass man ihnen den langsamen
Verfall schon ansieht?
Während viele händeringend nach
Wohnraum suchen, hat der Landkreis
auch ein großes Leerstandsproblem.
Im Bayern-Vergleich bleiben in Altmühlfranken
in relativ vielen Häusern
und Wohnungen die Lichter aus – ähnliche
Quoten sieht man in Bayern sonst
nur in Landkreisen an der Grenze
zu Tschechien, geht aus Zahlenmaterial
des Pestel-Forschungsinstituts
hervor. Seit dem Zensus 2011 ist die
Leerstandsquote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
von fünf auf
mittlerweile mehr als sechs Prozent gestiegen.
Wichtig zu wissen ist: Ein gewisser
Prozentsatz an leer stehendem Wohnraum
ist sogar gesund, erklärt das hannoversche
Forschungsinstitut. Drei
Prozent Leerstand sei normal und auch
wichtig als eine Art Puffer, der Mobilität
garantiert. Zu den Stichtagen der
Datenerhebung sollte ein gewisser Anteil
an Wohnungen also zufällig leer
stehen – durch kürzliche Umzüge oder
laufende Modernisierungen. Gibt es
zu wenig Leerstand, fehlt der Spielraum
für leicht versetzte Aus- und Einzüge.
Problematisch aber ist, wenn der Leerstand
deutlich über drei Prozent steigt:
Dann nämlich bauen sich Langzeitleerstände
auf, was oft zu einer Vernachlässigung
der Immobilien führt,
erklärt Pestel. Je länger Wohnraum
leer steht, desto mehr Arbeit muss in
die Immobilie fließen, um sie irgendwann
wieder vermieten zu können.
Aus den Daten des Zensus 2022 ergibt
sich, dass über die Hälfte des Leerstands
bereits seit mindestens zwölf
Monaten unbewohnt war. „Da kleinere
Reparaturen und selbst der Einbau
eines neuen Bads innerhalb
von zwölf Monaten leistbar sind,
stellt sich die Frage, ob dieser Langzeitleerstand
überhaupt am Markt angeboten
wird“, schreibt das Institut. In
Regionen mit strukturellem Leerstand
werde dieser Langzeitleerstand zum
größten Teil vermutlich nie wieder
bezogen, befürchtet Pestel. In solchen
Gegenden könne es auch passieren,
dass Vermieter die notwendigen Modernisierungen
aufgrund von niedrigen
Mieten nicht wieder refinanzieren
können.
Gleichzeitig gebe es auch Eigentümer,
die nicht mehr vermieten wollen. Gerade
in Zweifamilienhäusern bleibt die
„zweite“ Wohnung oft unvermietet,
beobachtet das Forschungsinstitut.
Die Eigentümer sind entweder nicht
auf die Miete angewiesen oder aber es
überwiegt die Angst, sich mit einem
möglichen Mieter nicht zu verstehen.
Auf einen Aufruf hin meldet sich eine
junge Familie bei der Redaktion des
Wirtschaftskompass Altmühlfranken.
Schon lange seien sie auf der Suche
nach einem Haus oder einem Grundstück.
Sehr gerne würde die Familie in
Weißenburg bleiben, immerhin arbeite
sie in der Stadt, ihre Kinder gehen vor
Ort in den Kindergarten und haben
somit auch all ihre Freunde in Weißenburg.
„Wir suchen schon seit circa
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WIKO Ausgabe 2026
zwei Jahren, aber es gibt oft nur alte,
renovierungsbedürftige Häuser, die
völlig überteuert sind“, berichtet uns
die junge Mutter. Sie hätten alte und
renovierungsbedürftige Häuser für
450.000 bis 550.000 Euro gefunden –
weiteres Geld wäre in ein neues Dach,
neue Fenster und eine neue Heizung
geflossen. Für die Familie nicht finanzierbar.
Nicht aufgegeben hat sie die Hoffnung,
dass es in Weißenburg bald
wieder Baugrundstücke gibt. Seit einigen
Jahren steht sie schon auf der
unverbindlichen Interessentenliste der
Stadt, die relativ lang ist. Weißenburg
konnte schon sehr lange keine neuen
Wohnbaugebiete mehr auswiesen –
drei sind seit mehreren Jahren in Arbeit,
die Stadt verweist immer wieder
auf Schwierigkeiten mit Grundstücksbesitzern
und die fehlenden Kapazitäten
anderer Ämter. In ihrem Umfeld
würden mittlerweile viele bauwillige
Familien in umliegende Orte wie Ellingen,
Treuchtlingen und Höttingen
„ausweichen“, berichtet die Weißenburger
Familie.
Zwischendurch hatte sie sich schon
überlegt, eine Neubauwohnung in
einer kleinen Wohnanlage zu kaufen,
die bald in Zentrumsnähe entstehen
soll. Erschrocken hätten das Paar jedoch
auch hier die Preise: Eine Dreizimmerwohnung
im Erdgeschoss mit
78 Quadratmetern wird im Portfolio
für 386.000 Euro angeboten, eine
100-Quadratmeter-Wohnung für
491.000 Euro. „Wie sollen sich das
die Familien in Weißenburg noch
leisten?“, fragt sich die Mutter. Das
Thema treibt sie um. Sie beobachtet:
Viele ältere Menschen würden alleine
große Häuser bewohnen und zahlreiche
Häuser und Grundstücke würden
ganz leer stehen und auch nicht verkauft
werden. Währenddessen erfüllt
sich der Wohntraum der jungen Familie
(noch) nicht.
Zurück zum Pestel-Institut: Laut dessen
Berechnungen müssten im Landkreis
Weißenburg-Gunzenhausen in
den nächsten fünf Jahren rund 440
neue Wohnungen gebaut werden –
und zwar pro Jahr, rechnet Matthias
Günther, Chef-Ökonom des Instituts
vor. Er war schon bei Markus Lanz in
Formaten des Bayerischen Rundfunks
zu Gast und referierte dort über den
fehlenden Wohnraum.
Wichtig zu sagen ist hier: Die Analyse
des Pestel-Instituts gab der Bundesverband
Deutsche Baustoff-Fachhandel
in Auftrag. Etwas Vorsicht ist bei den
Schlussfolgerungen also geboten. Die
herangezogenen Zahlen aus dem Zensus
und anderen Datenquellen geben
jedoch gute Anhaltspunkte auf der
Suche nach Erklärungen für die Wohnungsnot
– auch im Hinblick auf die
Lage in der Region.
Klar ist auch: Nur damit getan, neue
Wohnungen zu bauen, ist es nicht.
Auch der Bestand – der hoffentlich
noch nicht zu lange leer steht – muss
in seinem baulichen Zustand erhalten
werden, veraltete Wohnformen müssen
entsprechend umgenutzt werden.
Teil 4: Ein bisschen was geht immer
Einen Komplettstillstand in Sachen
Wohnraum gibt es nicht – so viel ist
sicher. Für den größeren Geldbeutel
werden Wohnungen in Weißenburg
und Gunzenhausen durchaus gebaut,
die Nachfrage ist da. In Weißenburg
wurde im vergangenen Jahr ein Projekt
der Sparkasse bewilligt: Auf einer
innenstädtischen Brachfläche will sie
gemeinsam mit einem Partner 17 Reihenstadthäuser
bauen – eine familienfreundliche
Vorstadtidylle mitten in
der Stadt. Ein Mehrfamilienhaus soll
auf dem Areal ebenfalls entstehen.
In Gunzenhausen sind indes die Bauprojektentwickler
Patrick und Michaela
Bosch fast schon hyperaktiv: Seit
2014 haben sie rund 180 Wohnungen
und 15 Gewerbeprojekte gebaut und
hierfür mehr als 50 Millionen Euro investiert,
bilanziert der Altmühl-Bote.
Bosch konnte damit eine Marktlücke
besetzen, denn neu gebaute Wohnungen
waren in Gunzenhausen vorher
Mangelware.
Schluss mit der Lust am Bauen ist bei
Familie Bosch noch lange nicht: Sehr
sichtbar ist aktuell das Projekt an der
Weißenburger Straße in Gunzenhausen:
Auf dem ehemaligen Areal der
Baugeräte-Union sind 56 öffentlich
geförderte, also preiswertere Mietwohnungen
entstanden. Eine Dreizimmerwohnung
mit 65 Quadratmetern kostet
684 Euro kalt.
In Sachen Baugrund tut sich in Gunzenhausen
auch etwas: Ende 2026
sollen die ersten Grundstücke des
Baugebiets „Reutberg III“ in Richtung
Oberasbach verkauft werden.
Die Nachfrage ist bereits jetzt hoch:
Für die 88 Baugrundstücke haben sich
mehr als 100 Interessenten beim Liegenschaftsamt
der Stadt registrieren
lassen. Das Besondere: Die Häuser
lässt die Stadt an ein kaltes Nahwärmenetz
anschließen, das ausschließlich
regenerativ betrieben wird.
Teil 5: Wenn Not hektisch macht
Während einige Menschen einfach
Abstriche in Sachen Wohnen machen,
bedeutet knapper Wohnraum für
andere existenzielle Sorgen. Wohin,
wenn der Vermieter wegen Eigenbedarf
kündigt und mal eben nicht eine
günstige Wohnung für eine vierköpfige
Familie mit Katze zu finden ist? Was,
wenn die nächste verfügbare barrierefreie
Wohnung 25 Kilometer entfernt
liegt? Wie wehren, wenn Wände
schimmeln und die Kapazitäten fehlen,
sich anwaltliche Hilfe zu suchen? Was,
wenn die 20 Euro mehr Miete pro Monat
für den nun vorgeschriebenen Einbau
fernablesbarer Warmwasserzähler
für die alleinstehende Mutter einfach
nicht mehr stemmbar sind – wenn das
der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen
bringt?
Wirtschaftsmagazin WIKO
9
Auch diese Bilder gibt es in Altmühlfranken:
Wohnungen in einem Zustand,
der gesundheitlich höchst bedenklich
ist. Zimmer mit mehr als vier
Matratzen auf dem Boden. Mehrmonatige
Duschverbote durch Legionellen-belastetes
Trinkwasser.
Erst jüngst hatte sich eine syrische Familie
über das Diakonische Werk Südfranken
an das Weißenburger Tagblatt
gewandt: 9800 Euro an Stromkosten
muss sie an die Stadtwerke nachzahlen,
die monatliche Vorauszahlung
stieg um 800 Euro. Für die Familie ist
das finanziell nicht stemmbar.
Der Familienvater schilderte dem Redakteur
vor Ort, wie es zu der hohen
Summe gekommen war: Die Ölheizung
im Haus sei immer wieder ausgefallen,
der Vermieter behalf sich mit
einer strombetriebenen Klimaanlage.
Ein Jahr lang hat die Familie damit
ihre Altbauwohnung geheizt und sich
so in die finanziell sehr schwierige Lage
manövriert. Mit fünf Kindern sucht sie
nun dringend eine neue Bleibe – doch
an Wohnungen in dieser Größe mangelt
es besonders. Das Diakonische
Werk versucht zu helfen und durchkämmte
zwischenzeitlich den ganzen
Landkreis nach einer neuen Unterkunft
für die Weißenburger Familie.
Teil 6: Wenn Mangel erfinderisch
macht
Es gibt zaghafte Versuche, den Wohnungsmarkt
zu entspannen. Zum ersten
Mal wird auch hier in Altmühlfranken
der von der Bundesregierung
initiierte „Bauturbo“ gezündet, um
ohne langwierige Genehmigungsverfahren
neuen Wohnraum zu schaffen:
In Weißenburg können mithilfe dieses
Gesetzes auf einem Grundstück mitten
in einem Wohngebiet anstelle eines
alten Einfamilienhauses schneller zwei
Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15
Wohnungen entstehen. In Treuchtlingen
diskutierte man unterdessen
„Viele veraltete
Wohnbedürfnisse sind in
Beton und Stein
gegossen„
zunächst, mit welchen Leitlinien man
sich an den Bauturbo wagen will.
Nicht nur auf staatlicher Ebene wird
man erfinderisch, auch in den Objekten
vor Ort: Viele veraltete Wohnbedürfnisse
sind quasi in Beton und Stein
gegossen – es gilt nun, große Wohnhäuser
in mehrere Wohnungen zu
untergliedern oder kleine Wohnungen
in Mehrparteienhäusern luftiger zu ge-
stalten und so an die aktuellen Wohnbedürfnisse
anzupassen.
In Altstadthäusern gilt es, besonders
kreativ zu werden: In vielen historisch
gewachsenen Häusern dieser Art ist es
schier unmöglich, in den engen Kellerräumen
Pellet-Tanks unterzubringen –
oder aber die Freifläche fehlt, um eine
Wärmepumpe aufzustellen. Auch für
gemeinschaftliche Lösungen, um die
Wohngebäude künftig zukunftssicher
und nachhaltig heizen zu können, fehlt
der Platz: Im Labyrinth an Leitungen
unter dem schweren Altstadtkopfsteinpflaster
ein Wärmenetz zu verlegen,
wäre irrsinnig teuer.
Aber warum die Wärmepumpe nicht
einfach denkmalgerecht ins Dach setzen?
... so geschehen in einem frisch
sanierten Weißenburger Altstadthaus,
in dem mehrere Wohnungen entstanden
sind.
Die Stadt Weißenburg hat sich auch
bei einem ihrer städtischen Wohnblocks
aus den 1950er-Jahren für neue
Wege entschieden. Das Haus mit 24
Wohnungen muss dringend saniert
werden, aber auch die Struktur des
Hauses will man in dem Zuge an die
heutigen Bedürfnisse anpassen und
gleichzeitig mehr Wohnraum schaffen:
10
WIKO Ausgabe 2026
Aus Einheitswohnungen mit kleinen
Bädern und Durchgangszimmern werden
größere barrierefreie Wohnungen
mit Balkon und Anbau auf der Südseite
und einem offenen und gemeinschaftlich
genutzten Laubengang auf
der Nordseite, um so die Treppenhäuser
auszulagern. Auch die dringend
benötigten Fünfzimmerwohnungen
soll es nach dem Umbau in dem Wohnblock
geben.
Wohnungssuchende werden ebenfalls
erfinderisch: Da vor allem in Dörfern
neben vielen großen Gehöften und
Einfamilienhäusern in den Siedlungen
kleine Wohnungen fehlen, bilden junge
und noch alleinstehende Landbewohner
kurzerhand WGs. So können
„Wir wären gerne bei
uns auf dem Jura
geblieben„
sie aus ihren Elternhäusern ausziehen,
müssen aber nicht zwangsläufig in die
nächst größere Stadt abwandern, um
geeigneten Wohnraum zu finden.
Andere haben sich einfach einen neuen
Traum zugelegt: Die Dreizimmerwohnung
aus dem Whatsapp-Status
vom Anfang des Artikels besichtigt ein
junges Paar, das aktuell noch in einer
Wohnung im Haus seiner Eltern in
Nennslingen wohnt. „Wir wären gerne
bei uns auf dem Jura geblieben“, sagt
die Endzwanzigerin, die über Ecken
von der leer stehenden Wohnung erfahren
hat. Gefunden hatten die beiden
jedoch nichts. Es gäbe zwar vereinzelt
Wohnungen, aber die gingen unter
der Hand weg – auf dem Dorf noch
einmal mehr als in der Kleinstadt. Nun
haben sie sich mit einer neuen Idee angefreundet:
nach Weißenburg ziehen –
und anstelle des Dorflebens das Kleinstadtleben
genießen.
Ob es hier ruhig ist, will das junge Paar
noch vom Vermieter wissen. Ja, meint
der. Die Hausgemeinschaft sei zudem
gut, man ist schnell in der Altstadt, und
am Abend hätte man auf dem Balkon
mit Blick auf den Stadtwald noch etwas
vom Sonnenuntergang. Gemeinschaft,
Luft, Licht und etwas stadtnahe
Natur. Warum nicht?
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„Wer sich wohlfühlt, bleibt. Als Kunde und als Mitarbeiter“, sagt
Geschäftsführer Bernd Mory. Rund 100 Mitarbeiter arbeiten in
dem Pleinfelder Betrieb für Haustechnik. Es ist eine Mischung
aus Erfahrung und Jugend: Einige Beschäftigte sind mehr als
40 Jahre dabei. Gleichzeitig ist das Team im Durchschnitt sehr
jung. Nur etwa zehn Prozent der Belegschaft sind über 50 Jahre
alt. Für Bernd Mory kein Zufall, sondern Ergebnis der Unternehmensführung.
Seit
25 Jahren bildet Mory
aus. Elektriker und
Anlagenmechaniker
starten meist als Praktikanten.
„Wir sind im
Austausch mit Schulen
und nehmen viele
Praktikanten auf. Die
meisten bleiben – erst
als Azubi und später
als Fachkräfte“, erklärt
Bernd Mory. „Auch das Image des Handwerks verändert sich.
Die Verdienstmöglichkeiten sind gestiegen. Das Handwerk ist
wieder zukunftsfähiger. Aber auch neue Technologien und die
Digitalisierung sorgen dafür, dass sich wieder mehr Menschen
für das Handwerk entscheiden. Und damit auch für Mory.“
Dafür, dass Mory ein attraktiver Arbeitgeber bleibt, hat das
Management einiges getan. Beispielsweise bietet das Unternehmen
die Vier-Tage-Woche an. Auch eine transparente Kommunikation
über die Mitarbeiter-App mit aktuellen Informationen,
Umfragen oder organisatorischen Abstimmungen sorgt
für ein gutes Betriebsklima und einen Umgang auf Augenhöhe.
Mory GmbH
Nordring 8 • 91785 Pleinfeld
Tel. 0 91 44 / 9 29 40
www.mory-haustechnik.de
info@mory-haustechnik.de
Unternehmensgründung: 1882
MitarbeiterInnen: 100
Geschäftsführer:
Bernd Mory,
Johannes Nehls und
Gerhard Schrank
Zeit, dass sich was dreht? Mory hat begriffen, dass sich nicht
nur technologisch alles weiterentwickelt, sondern auch die
Unternehmenskultur und die Art und Weise, wie Menschen arbeiten
wollen. „Tradition und Zukunft sind keine Gegensätze“,
sagt Bernd Mory. „Es geht auch beides gleichzeitig.“
12
WIKO Ausgabe 2026
Anzeige
Zu zweit –
so groß
„Ein Zaun ist nicht nur ein Element – er bietet Sicherheit, Sichtschutz
und Ästhetik für ein Grundstück“, sagt Firmeninhaber
Roma Antidze, während er stolz seine neue Brochüre der ROM
Zaunsysteme GmbH in den Händen hält.
Unter den Versprechen „Qualität und Langlebigkeit – Tempo &
Zuverlässigkeit – Regionaltiät und Fairness“ arbeitet das Unternehmen
mittlerweile von zwei Standorten – Gunzenhausen
und Nürnberg – und agiert bayernweit.
Kundenlob als
Qualitätsbeweis
Antidze hat das Unternehmen in den letzten drei Jahren mit
viel Fleiß und guten Arbeitsergebnissen aufgebaut. Echtes
Handwerk, individuelle Lösungen und Verantwortung übernehmen
seien hier ausschlaggebend gewesen sagt, Antidze.
Mit einem Mitarbeiter und einem modernen Fuhrpark realisiert
ROM Zaunbau, Tore, Schließanlagen und Briefkästen. Zum Angebotsportfolio
gehören darüber hinaus freitragende Schiebetore,
Sichtschutzzäune, Schmuckzäune und Drehtoranlagen.
„Vom ersten Aufmaß bis zur abschließenden Abnahme – wir
machen alles selbst. Das ist ein entscheidender Unterschied
zu vielen anderen. Ebenso unsere Qulität“, so Antidze im Interview.
„Wir setzen auf hochwertiges Material und präzise
Arbeit. Unsere Kunden sollen wissen, dass man sich auf uns
verlassen kann“, ergänzt er. Das Ergebnis: moderne Lösungen
und technisch saubere Ausführungen.
Auch die Terminvereinbarung läuft zeitgemäß: Der Erstkontakt
kann einfach online über die Webseite erfolgen; Beratung
und Erstgespräch sind kostenfrei. Auf die Besprechnung und
Aufmaßabnahme folgt dann ein Angebot mit Festpreisgarantie
- erst danach folgt der individuelle Zaunbau – in Zusammenarbeit
mit marktführenden Herstellern wie „VALU“ oder
„WIŚNIOWSKI“. Wurde der Zaun dann fertiggestellt, folgt die
Montage durch Roma und seinen Mitarbeiter.
Die zahlreichen Stimmen zufriendener
Kunden auf der Webseite
zeichnen ein klares Bild davon,
warum sich Roma Antidze mit der
ROM Zaunsysteme GmbH in den
vergangenen drei Jahren zu einem
der gefragtesten Zaunbauspezialisten
der Region entwickelt hat. Besonders
häufig gelobt wird die Zuverlässigkeit,
die saubere und schnelle Montage sowie
die faire Preisgestaltung. Kunden
berichten von einem reibungslosen
Ablauf – angefangen bei der transparenten
Kommunikation bis hin zur
präzisen Umsetzung. Immer wieder
fällt der Hineis, dass das Ergebnis
„genauso geworden ist, wie gewünscht“.
Mit inzwischen über 240
verifizierten Bewertungen spiegelt die
Resonanz ein durchweg konsistentes
Qualitätsniveau wider.
ROM Zaunsysteme
OM
Z A U N B A U
Mobil: 0176/311 19 365
Tel: 09144/759 31 58
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Gunzenhausen
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91710 Gunzenhausen
Mobil 01 76 / 31 11 93 65
Tel. 0 91 44 / 7 59 31 58
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www.rom-zaunbau.de
Unternehmensgründung: 2022
Geschäftsführer: Roma Antidze
info@rom-zaunbau.de
www.rom-zaunbau.de
Wirtschaftsmagazin WIKO
13
Anzeige
Qualität für
Beständigkeit
Vom Start-up zum
regionalen Player
Was 2008 mit dem Ehepaar
Michaela und Patrick Bosch als
Zwei-Personen-Start-up begann,
ist heute ein etabliertes Immobilien-
und Projektentwicklungsunternehmen
mit 17 Mitarbeitern. Mit
dem Umzug in neue Büroräume
2014 wurde nicht nur ein wichtiger
Meilenstein gesetzt, sondern auch
ein Architektenbüro übernommen.
Die Verbindung aus jahrelanger Planungskompetenz
und moderner
Projektsteuerung prägt die Bosch
Gruppe bis heute und macht sie
zu einem verlässlichen Partner für
hochwertige Immobilien.
BOSCH
GRUPPE
Bosch Gruppe
Hensoltstraße 7
91710 Gunzenhausen
Tel. 0 98 31 / 8 90 79-0
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info@bosch-holding.de
Unternehmensgründung: 2008
MitarbeiterInnen: 17
Geschäftsführer: Patrick Bosch
Das ruhige Wohngebiet entlang der Straße „Am Krautgarten“
zählt zweifellos zu den attraktivsten am Rande der Weißenburger
Altstadt. Nur wenige Fußminuten sind es von hier aus
ins Schulzentrum, zum Seeweiher, ins Freibad oder in den
Stadtkern. Kurze Wege also von hier aus zu Schulen, Geschäften,
Kindergärten, Behörden und öffentlichen Einrichtungen.
Genau dort baut das Bauträgerunternehmen Bosch ab März
2026 ein modernes, architektonisch anspruchsvolles Wohnensemble.
Vier Häuser mit 32 Wohnungen in Niedrigenergiebauweise,
darunter eine Tiefgarage. Sowohl für Eigennutzer
als auch für Kapitalanleger sind die Zwei- bis Vier-Zimmer-
Wohnungen mit ihren
bis zu 100 Quadratmetern
Wohnfläche
ein attraktives Investment.
Es ist das erste
große Bauvorhaben
der Gunzenhauser
Bosch Gruppe in Weißenburg.
Einem Unternehmen
zwischen
Tradition und Zukunft,
regionaler Verwurzelung
und moderner
Baukompetenz.
Bosch steht für nachhaltige
Projektentwicklung mit individueller
Handschrift. „Für uns steht bei
jedem Projekt die Qualität im Vordergrund
– denn nur was solide gebaut
ist, hat Bestand und schafft Vertrauen bei unseren Kunden und
Partnern“, sagt Geschäftsführer Patrick Bosch. Zwei Drittel der
Wohnungen „Am Krautgarten“ sind bereits vor dem Baubeginn
verkauft. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Ein Bauvorhaben
mit regionalem Fokus, denn die Bosch Gruppe legt
großen Wert auf verlässliche und seit Langem eingespielte Zusammenarbeit
mit einheimischen Handwerkern und anderen
Baupartnern. Mit erfolgreich realisierten Bauvorhaben in Gunzenhausen
und jenseits des Landkreises hat sich die Bosch
Gruppe einen guten Ruf erarbeitet. Das Leistungsspektrum
beschränkt sich nicht nur auf Bauträgertätigkeit, sondern umfasst
auch die architektonische Konzeption bis hin zur schlüsselfertigen
Realisierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.
Ebenso gehören Immobilienankauf, Investment und Vermietung
zum Bosch-Portfolio. Das neue Quartier in Weißenburg
ist ein nächster Schritt in die Weiterentwicklung des Unternehmens
– solide geplant, nachhaltig gebaut und regional verankert.
Getreu der Philosophie „Qualität für Beständigkeit“.
14
WIKO Ausgabe 2026
Mehr als Autos:
Ein Partner für jede Fahrt
Ein gutes Auto bringt einen von A
nach B. Ein gutes Autohaus denkt
weiter. Ob beim Weg zur Arbeit,
auf Familienausflügen oder auf
Reisen: Ein gutes Autohaus sorgt
dafür, dass jede Fahrt nicht nur sicher
und komfortabel ist, sondern
sich auch rundum gut anfühlt – von
der Beratung über den Kauf bis hin
zum Service. Genau dieses Prinzip
lebt das Autohaus Neulinger an seinen
Standorten in Weißenburg und
Gunzenhausen. Mit 17 Mitarbeitern
verbindet das familiengeführte Unternehmen
Fachexpertise mit zeitgemäßer
Mobilität. Die Geschäftsleitung
hat Stefanie Neulinger. Sie
setzt bewusst auf langfristige Beziehungen
– sowohl innerhalb des
Teams als auch zu Kunden. „Unsere
Mitarbeiter sind schon lange bei
uns. Manche Kollegen sind seit
über 30 Jahren dabei“, sagt sie. Die-
Haustechnik, die bleibt
In Treuchtlingen steht ein Name für
innovatives Handwerk und ganzheitliche
Gebäudelösungen: MB
Gebäudetechnik. Was mit Leidenschaft
für Heizlösungen begann,
hat sich zu einem Dienstleister für
Haustechnik, Sanitär und erneuerbare
Energien entwicklet. Ob klassische
Heizsysteme oder moderne
Wärmepumen, von Solarenergie
über Brennstoff-Flüssigheizungen
bis zu Holz- und Pelletanlagen
– MB Gebäudetechnik bietet umfassende
Realisierungsmöglichkeiten,
damit Wärme sinnvoll und
effizient gewonnen, verarbeitet und
eingesetzt wird. Gegründet wurde
das Unternehmen von Berat und
Miran Shala. Zwei Brüder, die aus
dem Kosovo nach Deutschland
kamen und sich mit Mut, Fleiß und
Unternehmergeist selbstständig
machten. Sie bauten den Betrieb
auf und überzeugten mit Expertise
in Heizungs- und Sanitärtechnik,
Wärmepumpensystemen und Projektmanagement
im SHK Bereich.
Weißenburg
WEISSENBURG – Das dritte hören. Im Stadtgraben Anzeige wird
Wochenende im Juli gehört unter dem Dach des Vereins
dem Altstadtfest in Weißenburg.
Historisches Weißenburg der
Das ist mittlerweile eine Biergarten mit mittelalterli-
Art Gesetz. Vom Museumsplatz
cher Musik durch die Spiel-
WEISSENBURG über die Rosenstraße,
– Das dritte hören. leute „Heiter Im Stadtgraben bis Folkig“ wird eröffcher
den Wochenende Stadtgraben im und Juli den gehört Plerrer,
unter net und dem ebenfalls Dach des bei Vereins Biergar-
dem die Luitpoldstraße Altstadtfest in Weißen-
bis hin Historisches tenbetrieb spielen Weißenburg im Rathaus-
der
zum burg. Marktplatz Das ist mittlerweile und das Rathausgärtla
Art Gesetz. zieht Vom sich das Museums-
bunte cher Neuen Musik Rathauses durch die – „Felix Spiel-anplatz
über die Rosenstraße, leute „Heiter bis Folkig“ eröff-
eine Biergarten gärtla – mit im mittelalterli-
Innenhof des
Treiben, das heute am Freitagabendrer,
die seinen Luitpoldstraße Anfang nimmt bis hin tenbetrieb spielen im Rathaus-
Friends“ (alle ab 19 Uhr).
den Stadtgraben und den Plernet
und ebenfalls bei Biergar-
und zum am Marktplatz Sonntag, 16. und Juli, das Rathausgärtla
Feuershow zieht von sich „Specta-
das bunte Neuen
mit Ritterkämpfe und Wette
gärtla – im Innenhof des
einer
se Kontinuität schafft Zuverlässigkeit
in der Firma und damit auch für abend, seinen Anfang nimmt
Höhepunkte Rathauses – am „Felix Samstag and
culum Treiben, Gauklorum“ das heute endet. am Freitag-
Friends“ sind Schaukämpfe (alle ab 19 Uhr). und Vorführungen
im
Eine offizielle Eröffnung für
und am Sonntag, 16. Juli, mit Ritterkämpfe und
Ritterlager
Wette
im
Kunden. Als etablierter Opel-Part-daner bietet das Autohaus ein breites
sind Schaukämpfe und Vorfüh-
einer Altstadtfest Feuershow gibt von es „Spectaculum
Oberbürgermeister Gauklorum“ endet. Jür-
die Mitmachaktion „Just lift
nicht, Stadtgraben (ab 11 Uhr) und
Höhepunkte am Samstag
sagte
gen Schröppel
Eine offizielle
bei
Eröffnung
der Vorstel-
das des Altstadtfest Programms. gibt Vielmehr es nicht, Stadtgraben (10.30 bis 18.30 (ab 11 Uhr): Uhr) die und Evan-
für rungen
the truck“
im Ritterlager
am Marktplatz
im
Angebot an Neu-, Jahres- und Ge-lunbrauchtfahrzeugen die an heutige
ist es sagte so, Oberbürgermeister dass am Freitag zwischegen
18.30 Schröppel und 19 bei Uhr der an Vorstel-
ver-
the hat hier truck“ eine am Wette Marktplatz gegen OB
Jür-
die gelische Mitmachaktion Jugend Weißenburg
„Just lift
Kundenanforderungen ausgerichtet schiedenen lung des Programms. Standorten Vielmehr Veranstaltungen
ist es so, dass beginnen: am Freitag Da zwi-
ist gelische nis wird Jugend um 19 Weißenburg Uhr auf der
(10.30 Schröppel bis 18.30 laufen, Uhr): deren die Evan-
Ergeb-
sind: Long-Range-Fahrzeuge, effiziente
Hybrid- und Elektroantriebe vor dem
schen 18.30 und 19 Uhr an verschiedenen
Standorten Veran-
Schröppel laufen, deren Ergeb-
hat hier eine Wette gegen OB
das Luitpoldstraßenfest, wo Marktplatzbühne bekannt gegebenstaltungen
Autohaus Cancun die „Timetravellers“
beginnen: Neulinger Da ist nis GmbH wird um & 19 Co.KG Uhr auf der
sowie neueste Motorentechnologien.
Zudem stehen auch Fahrzeu-(18.3vellers“ bis 91781 24 mit Uhr). einer Weißenburg
Auswahl der ben Auch mit der Prolog Einzug und histori-
des
das mit Luitpoldstraßenfest, einer Auswahl der wo Marktplatzbühne Auch der bekannt Einzug gegeben.
Schweppermanns im Stadtgra-
des
besten Adolph-Kolping-Straße 4
vor dem Oldies Cancun unterhalten
die „Timetra-
besten Oldies unterhalten
ge weiterer Fabrikate zur Auswahl. Das
(18.30 Tel. Marktplatzfest
bis 240 Uhr). 91 41 / 8 mit 68 00
Schweppermanns schen Tänzen, im begleitet Stadtgra-voben
der Stadtpfeiferei, mit Prolog und steht histori-
in die-
Musik von „HobNou“ beginnt
Termine lassen sich schnell und
um 18.30 Das www.auto-neulinger.de
Uhr, Marktplatzfest und auch am mit schen sem Jahr Tänzen, wieder begleitet auf dem von Programm
(15 Uhr). Und auf der
Musik von „HobNou“ beginnt der Stadtpfeiferei, steht in diesem
Jahr wieder auf dem Pro-
unkompliziert direkt über die Web-Museumsplatseite vereinbaren – praktisch für Museumsplatz
um 18.30
info@auto-neulinger.de
ist im „Römischen
Uhr, und auch am
Weingarten“
Geschäftsführer: ist
etwas
im „Römischen
Einen Weingarten“ Steinwurf etwas ent-
ge-
Bühne zeigen in die der Sportakrobaten Luitpoldstraße des
geboten.
Karl gramm
Bühne
Albert (15
in
Uhr).
der Luitpoldstraße
Neulinger Und auf der
Beratung, Werkstattbesuche oder fernt boten. ist Geschäftsleitung: im Einen Cafe Steinwurf Retiro in entfernt
der Stefanie zeigen TSV 1860 die Sportakrobaten Weißenburg Neulingerihr des Kön-
ist im „2klangwelt“ Cafe Retiro in der zu TSV nen 1860 (ab Weißenburg 15.30 Uhr). ihr Kön-
Rosenstraße
Probefahrten. Regionale Stärke
Rosenstraße „2klangwelt“ zu nen (ab 15.30 Uhr).
und technischer Fortschritt schließen
sich nicht aus. Das Autohaus
Neulinger zeigt, wie Teamgeist und AUTOHAUS
zeitgemäße Mobilitätslösungen
verlässlich, nahbar und zukunftsorientiert
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verbunden werden können.
Wir Wir reparieren ALLE Fabrikate zum günstigen Preis Preis
Heute besteht der Betrieb aus 35
Fachkräften, die dafür sorgen, dass
jedes Vorhaben präzise und termingerecht
umgesetzt wird. Klare
Projektabläufe, feste Ansprechpartner
und eine strukturierte Planung
ermöglichen es, sowohl private
Bauvorhaben als auch größere
Modernisierungsprojekte zu rea -
lisieren. Kundendienst und Wartungsangebote
sichern lanfristige
Betriebssicherheit. Digitale Tools
wie ein Heizungs-Konfigurator, ein
Budgetplaner oder ein 3D Planer
machen das geplante Vorhaben
transparent und greifbar. „Wir bauen
darauf, dass Kunden nicht nur
zufrieden, sind sondern begeistert“,
betont Miran Shala. „Viele Auftraggeber
sind dem Unternehmen
seit Jahren treu.“ Und vielleicht ist
genau das das größte Qualitätsmerkmal:
Wenn aus einem Auftrag
eine Partnerschaft wird - und aus
moderner Gebäudetechnik ein Zuhause,
das sich einfach richtig gut
anfühlt.
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14
Kein e
Altstadt
des We
Kein einem eigent T
Altstadtfests gen, ein
des Zeitung Weißenb
einem
und
Tag
He
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Zeitungsausst
Ergänze
und Jugend HeimaTe
Ergänzend und Kuc da
Jugend es ausd am K
und Kuchen. fest alsO
es ausdrückli bote ge
fest als Anla
bote genomm Das h
schule
Das hat sich
schule ebenfal Weiße
ebenfalls Tür zum
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Tür zum lernen Ausp
lernen (9.30 von biI
(9.30 dann bis 12 wiU
dann geboten wieder v
geboten
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und
im
show im Stad
Programmp
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um 11 um Uhr. 11 GU
Plerrer Plerrer das b
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werden. Natü
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rädrige Oldti
gerne rädrige gesehe
den die gerne Moto g
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Uhr treffen Richtunsi
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Treffpunkt zum gem Bl
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bis 16 Mit Uhr, z
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anlage). bis Am 16
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Mafia“; anlage) eine
staltung ab 16 der U
des Museum
Mafia“;
Clubs Weißen
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wehr Clubs Weißen W
lichtbar Währ am G
längst fests zu be ein
geworden ist
wehr W
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ZEIT geword
am S
ZE
a
Wirtschaftsmagazin WIKO
15
Wegducken gilt nicht!
Ein Essay von Uwe Ritzer
Die Gesundheitsversorgung
im Landkreis
wurde zuletzt immer
schlechter. Das System
zeigt gefährliche Risse.
Bisher ist das Engagement
der Kommunalpolitik
diesbezüglich
überschaubar. Wer aber
über Politik für junge Familien,
Daseinsvorsorge
und Standortfaktoren
spricht, muss das Thema
endlich schnell angehen.
Zeit, dass sich was dreht?
Glaubt man der Kassenärztlichen Vereinigung
Bayern (KVB), dann ist das
unnötig. Denn dann ist im Landkreis
Weißenburg-Gunzenhausen in Sachen
medizinischer Versorgung alles
bestens. Sowohl bei Haus- als auch bei
Fachärzten weist der sog. „KVB-Versorgungsatlas“
eine Überversorgung
aus. Es gebe hier, so die zusammengefasste
Botschaft, mehr Medizinerinnen
und Mediziner als nötig. 45 statt 43 in
Weißenburg und dem dazugehörigen
Altlandkreis (also, grob gesagt: von
Pleinfeld der B2 und den Schienen
entlang bis Solnhofen/Langenalt-
heim), in Gunzenhausen samt Umland
(inklusive Wolframs-Eschenbach und
Merkendorf im Landkreis Ansbach)
27 anstatt 23. Bei Fachärzten sei der
Landkreis in nahezu allen Disziplinen
überversorgt. Sagt die KVB.
Doch gegenüber deren Mathematik ist
große Skepsis angebracht. Die KVB-
Zahlen bilden nicht die Wirklichkeit
ab und schon gar nicht den Trend.
Erstens, weil Stichtag für die Zahlen
der 31. Dezember 2024 war. Seither
aber schlossen einige Praxen mit zum
Teil sehr vielen Patienten, weil ihre
Betreiber keine Nachfolger fanden.
Manche Ärzte verkauften ihre Praxen
an das Medizinische Versorgungszentrum
(MVZ), wo gerne in einer Art
und Weise Dienst nach Vorschrift und
Stechuhr geleistet wird, wie ein niedergelassener,
selbstständiger Arzt dies
allein aus wirtschaftlichen Gründen
niemals tun würde.
Zweitens: Die Ärztinnen und Ärzte
sind in Weißenburg-Gunzenhausen
älter als im bayerischen Landesdurchschnitt.
Nahezu die Hälfte
der Hausärzte in Weißenburg und
Umgebung waren bereits Ende 2024
60 Jahre oder älter, im Gunzenhausener
Land (plus Merkendorf/Wolframs-Eschenbach)
lag der Anteil dieser
Altersgruppe bei lediglich einem Drittel.
Was zum nächsten Problem führt:
die ungleiche Verteilung innerhalb
des Landkreises.
Die Arztdichte im dünner besiedelten
Altlandkreis Gunzenhausen ist
in mehreren Fachbereichen höher
als im östlichen Landkreis, wo aber
mit etwa 58 000 Menschen deutlich
mehr als die Hälfte der Kreisbevölkerung
(94 700) lebt. Bestes Beispiel
sind die Frauenärzte. Sieben waren
es Ende 2024 in Gunzenhausen, keiner
leistete Geburtshilfe. Drei waren
es in Weißenburg. Inzwischen leisten
in der Belegarztpraxis nur noch eine
Vollzeit-Ärztin und ein Teilzeit-Gynäkologe
Geburtshilfe. Obendrein ist die
Situation der Hebammen im Krankenhaus
aus verschiedenen Gründen zwischenzeitlich
schlechter, nicht besser
geworden.
Nun ist aber ausgerechnet die Geburtshilfe
eine wesentliche, vielleicht
sogar die wichtigste Lebensader, an
der das Weißenburger Kreiskrankenhaus
hängt. Zwischen 620 und 800
Kinder (im Rekordjahr 2021) kommen
dort jedes Jahr zur Welt. Fiele die Geburtshilfe
weg, müssten Frauen aus
unserer Region zur Entbindung künftig
weit fahren. Und die Klinik verlöre
ausgerechnet in Zeiten des Krankenhaussterbens
ein für ihren Fortbestand
wesentliches Alleinstellungsmerkmal.
Da im angrenzenden Umland viele
Geburtshilfestationen geschlossen ha-
16
WIKO Ausgabe 2026
ben und dank der guten Betreuung,
kommen viele Frauen von außerhalb
des Landkreises zur Entbindung nach
Weißenburg. Das bringt der Klinik Patientinnen
– und Einnahmen.
Und weil wir schon beim Thema Kinder
sind: Junge Familien brauchen
nicht nur Baugebiete, Spiel- und Kitaplätze
sowie gut ausgestattete Schulen.
Sie brauchen vor allem eine funktionierende
kinderärztliche Versorgung.
Das ist, ganz nebenbei, ein wichtiger
Standortfaktor, wenn es darum geht,
Fachkräfte oder akademisches Spitzenpersonal
anzulocken.
Die kinderärztliche Versorgung in
Weißenburg und Umgebung ist inzwischen
schlichtweg katastrophal,
ein wirklicher Notstand. Sie balanciert
am Rande des Zusammenbruchs und
funktioniert nur noch, weil längst in
die Rentenjahre gekommene Kinderärzte
aus einem mehr als vorbildlichen
Verantwortungsgefühl heraus ihre kleinen
Patienten nicht hängen lassen.
VITA UWE RITZER
Der Weißenburger Wirtschaftsjournalist
Uwe Ritzer arbeitet für
die Süddeutsche Zeitung und
als erfolgreicher Buchautor. In
seinem ersten journalistischen
Leben war er Redaktionsleiter
beim Weißenburger Tagblatt.
Dem Verlag bis heute verbunden,
unterstützt er die WIKO-Redaktion
seit einigen Jahren als
Berater und Autor. Ritzers journalistische
Arbeit wurde bereits
mehrfach mit renommierten
Preisen ausgezeichnet, darunter
dem Helmut-Schmidt-Preis und
zwei Wächterpreisen. 2023 war
er Wirtschaftsjournalist des
Jahres in der Kategorie Verbraucher/Finanzen.
Mehr als 600 Kinder kommen jedes Jahr im Weißenburger Krankenhaus zur Welt. Die
Geburtshilfe dort (hier ein Symbolbild) ist von enormer Bedeutung für den Bestand der
Klinik. Ginge sie verloren, müssten Frauen in Zukunft für Entbindungen sehr weit fahren.
Genug Gründe, um sich aktiver um das Thema zu kümmern.
Eltern erleben diesen eklatanten Missstand
jeden Tag. Den Blick in den
KVB-Versorgungsatlas empfinden sie
zu Recht als Hohn, denn dort steht
ernsthaft, dass der Landkreis kinderärztlich
mit 103 Prozent überversorgt
sei.
Damit nicht genug. Die Notarztversorgung
ist in unserem Landstrich ausgedünnt.
Viele Hausarztpraxen arbeiten
an der Oberkante, einige nehmen
keine neuen Patienten mehr auf. Der
Druck im Kessel wird umso größer mit
jeder Medizinerin und jedem Mediziner,
die/der seine Praxis schließt. Im
Facharztbereich ist es kaum anders.
Wer nicht gut sichtbar den Kopf unter
dem Arm trägt oder Privatpatient ist,
wartet zum Teil Monate auf einen
Termin. Das MVZ ist nicht die propagierte
Alternative, denn dort rät man
selbst Patienten mit akuten Beschwerden
stoisch, doch in zehn oder 20
Tagen vorbeizukommen oder sich am
besten gleich außerhalb des Landkreises
Hilfe zu suchen. Wer nachhakt,
wird genervt an die Notaufnahme des
Krankenhauses verwiesen. Als wäre
die nicht so schon chronisch überbelastet.
Diese Missstände haben sich nicht von
heute auf morgen entwickelt, sie sind
auch Folge politischer Verdrängung.
Ja, Gesundheitspolitik ist in erster Linie
Sache von Bund und Land. Aber
Kommunalpolitik ist für die kommunale
Daseinsvorsorge zuständig. Und
dabei ist die medizinische Infrastruktur
essenziell. Warum etwa kümmert sich
die politische Spitze des Landkreises
nicht längst intensiv um das Thema?
Es gibt zwar einige sehr vorbildliche
und engagierte Initiativen aus der Ärzteschaft
heraus. Das reicht aber nicht,
es braucht mehr politische Unterstützung.
Das Thema Gesundheit muss
Chefsache werden. Allein den Landkreis
zur „Gesundheitsregion“ auszurufen
reicht nichts und grenzt an Augenwischerei.
Im Landratsamt gibt es Streuobstbeauftragte
und einen Alarmkalenderbeauftragten
in Vollzeit! Es gibt eine
personell gut ausgestattete, sog. „Zukunftsinitiative
Altmühlfranken“, die
genug Zeit hat, um Wandertage und
Märkte für Regionalversorger zu organisieren,
Wanderwegkonzepte zu
erstellen und einen jährlichen Kirchweihkalender
zu erstellen. Warum
aber kümmert sich dort niemand wirklich
intensiv und wirksam um die medizinische
Infrastruktur? Ist das kein
Thema für eine „Zukunftsinitiative“?
Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf
spielte die Gesundheitsversorgung
erst gegen Ende eine Rolle. Aus
der CSU hieß es fast beleidigt, Landrat
Manuel Westphal habe doch den
Neubau des Weißenburger Klinikums,
der Gunzenhausener Krankenpflegeschule
und den Bau eines Hospizes
in Pleinfeld vorangetrieben. Das mag
sein. Aber wer die Krankenhauspolitik
nur oberflächlich verfolgt, der erkennt,
dass ein Neubau allein keinen Klinikstandort
rettet. Und eine Krankenpflegeschule
und ein Hospiz helfen keinem
Elternteil, das einen Kinderarzt
braucht, und keiner Schwangeren, die
vor Ort entbinden will.
Immerhin versprach das wahlkämpfende
Führungspersonal, sich des
Themas anzunehmen. Hoffentlich folgen
diesen Worten Taten, unbedingt
parteiübergreifend und ohne parteipolitisches
Gezänk. Der Einzug vieler
junger Männer und Frauen in die Kommunalparlamente
macht Hoffnung. Es
braucht dringend Lösungen, Ideen und
Initiativen, um mehr junge Ärzte anzulocken
und die Struktur insgesamt zu
verbessern. Wegducken gilt nicht!
Wirtschaftsmagazin WIKO
17
Das Wunder von
der Stücklen-
Straße
Von Jan Stephan
18
WIKO Ausgabe 2026
Der Kunststoffcampus
Bayern sollte die Region
mal retten. Dass
das nicht geklappt hat,
darin sind sich eigentlich
alle einig. Die Frage
ist, warum die Begeisterung
nun trotzdem so
groß ist. Bericht von einer
Revolution, die diesmal
wirklich klappen soll.
Das also ist der Kunststoffcampus 2.0,
das auf links gedrehte, einmal rundum
revolutionierte Studien- und Technologiezentrum
im Weißenburger Industriegebiet.
Um ehrlich zu sein: Es sieht
exakt so aus wie das alte. Die orange
Kunststofffassade über dem Betonbau
strahlt zwischen Fitnessstudio, Fliesenhandel
und Fruchtmosterei in die fränkische
Flur. Immer noch tritt man vor
eine Tür, die erst automatisch öffnet,
wenn man bereits ratlos vor ihr steht.
Immer noch ist das Gebäude an einem
Winternachmittag vor allem still, groß
und leer.
Hier also soll die Zukunft der Kunststoffbranche
in der Region liegen.
Hier sollen selbst leuchtende Polymere
entwickelt werden, ultraleichte
Schäume für hiebsichere Westen oder
KI-gestützte Produktionsprozesse für
Geisterschichten? Zwischen Fitness
und Fliesen internationale Spitzenforschung
eines neuen Zeitalters?
Ja, genau, das ist der Plan.
Um erneut ehrlich zu sein: Dieser
Plan ist kein anderer, als man ihn nicht
schon vor mehr als einem Jahrzehnt gehabt
hätte, als der Kunststoffcampus
mit vielen Millionen von Landkreis,
Stadt Weißenburg und dem Freistaat
aus der Taufe gehoben wurde. Nur hat
er bislang nicht wirklich funktioniert.
Als 2012 In einer Pressekonferenz verkündet
wurde, dass Weißenburg Hochschulstandort
wird, war das eine Sensation.
Man steckte in den Nachwehen
des „Prognos-Schocks.“ Ein Gutachten
hatte Weißenburg-Gunzenhausen
verheerende Zukunftsaussichten prognostiziert,
Bevölkerungsvorausberechnungen
ergaben massiv abnehmende
Einwohnerzahlen. Neben bayerischen
Boomregionen wie Ingolstadt
fühlte man sich wie brandenburgische
Landkreise im Schatten Berlins. Sollte
Weißenburg-Gunzenhausen in Zukunft
für Audi-Ingolstadt das werden,
was Ostpriegnitz-Ruppin für Berlin
ist? Stellfläche für die Wochenendhäuser
derer, die es geschafft haben, aber
die woanders schaffen?
Die altmühlfränkische Angst ging um.
Bildung und Forschung galten als
Allheilmittel. Eine Art Antibiotikum
gegen die Schwindsucht. Das Instrument,
um zu verhindern, dass die Jugend
zum Studium die Region verlässt
um nie wieder zurückzukehren. Ein
Instrument, das aber auch der Wirtschaft
vor Ort helfen sollte, innovativer
und erfolgreicher zu werden, um genau
die Arbeitsplätze zu schaffen, die
der dann gut ausgebildete Nachwuchs
brauchen würde, wenn er hier alt werden
wollte.
Die Region warf sich wild entschlossen
in den Kampf um Hochschulen. Man
holte 2010 den Adventure Campus
nach Treuchtlingen, 2015 den Kunststoffcampus
nach Weißenburg. Jetzt
konnte man im Landkreis studieren,
was sich Treuchtlingen und Weißenburg
auch eilends auf große Schilder
schrieben, die man an die Ortseingänge
schraubte.
Und tatsächlich: Die Zukunft sah bald
nicht mehr so düster aus. Das lag allerdings
weniger an den neuen Hochschulen,
sondern eher daran, dass sich
die Bevölkerungsvorausberechnungen
als haltlos erwiesen und der Rest zumindest
als nicht so schlimm wie befürchtet.
Heute sind Weißenburg und
der Landkreis in Sachen Einwohner so
groß wie noch nie in ihrer Geschichte.
Die Sache mit der Wirtschaft allerdings
ist weiter Thema.
Zwar liegen die Kennzahlen im bundesdeutschen
Durchschnitt, aber mit
Blick auf Bayern ist man damit eben
immer noch die arme Verwandtschaft.
Und aktuell hat man wieder verstärkt
Anlass zur Sorge. Das Industrieland
Deutschland darbt und mit am
schlechtesten geht es der Automobilbranche,
die über Jahrzehnte die
Kunststoffindustrie in Altmühlfranken
brummen ließ. Das wirtschaftliche
Rückgrat Weißenburg-Gunzenhausens,
es ist aus Plastik und es steckt im
Kopfgelenk der Autoindustrie.
An einer Transformation werden die
großen Arbeitgeber Altmühlfrankens
kaum vorbeikommen. Ein runderneuerter,
von sich und der Zukunft begeisterter
Kunststoffcampus kommt der
Region da gerade recht. Das Technologiezentrum
soll diesmal wirklich Teil
der Therapie sein. Es muss nicht den
ganzen Patienten retten, aber ein bisschen
Pflaster auf der offenen Wunde,
das erwartet man schon. Am Glauben
fehlt es immerhin nicht – man trifft in
der fränkischen Plastikwelt gerade niemanden,
der daran zweifelt, dass es mit
dem internationalen Lehr- und Forschungszentrum
in Weißenburg diesmal
etwas werden könnte. Selbst bei
denen, die in der Vergangenheit nicht
so arg viel gute Haare am Campus gelassen
haben. Woher aber diese Begeisterung
für die Neuaufstellung eines
Projekts, das seit rund zehn Jahren
nicht so recht aus den Puschen kommt?
„In Sachen fränkischer
Hoffnungsträger
kann er es mit Miroslav
Klose aufnehmen„
Die Euphorie hängt nicht unwesentlich
mit einem Menschen zusammen,
den man in Erlangen-Tennenlohe
trifft. Er hat seinen Arbeitsplatz im
Lehrstuhl für Kunststofftechnik. In
einer mondäneren Umgebung als
der Kunststoffcampus steht der allerdings
auch nicht. Statt Fliesen und
Fitnesscenter findet man hier eine geschlossene
Bäckerfiliale und eine geschlossene
Weinhandlung. Schicke
Nachbarschaften scheinen für Forschungszentren
keine Notwendigkeit
zu sein. Der Lehrstuhl für Kunststofftechnik
der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg jedenfalls
ist in einem Gewerbegebiet am Rande
der Stadt zu Hause. Autobahn, Felder,
Wald und Supermärkte.
Prof. Dr. Dietmar Drummer wartet im
ersten Stock dieses Gebäudes und ist
ebenso freundlich wie der hell erleuchtete
Konferenzraum, in dem er sitzt.
Der Lehrstuhlinhaber ist auf vornehmzurückhaltende
Art geschmeichelt von
den warmen Worten, die man in und
Wirtschaftsmagazin WIKO
19
um Weißenburg herum für ihn findet.
Den Umgang mit Lob scheint er
aus Gründen der Gewöhnung gut zu
beherrschen. Drummer gilt als fränkischer
Kunststoff-Papst, als „absolute
Koryphäe“. In Sachen fränkischer
Hoffnungsträger kann er es mit den Fähigkeiten
Miroslav Kloses aufnehmen,
der beim Club dafür sorgt, dass man
sich mit einer grauen Gegenwart abfindet,
weil man von einer glitzernden
Zukunft ausgeht. Das beschreibt auch
die Situation in Weißenburg ganz gut.
Drummer war der Kopf eines wissenschaftlichen
Beirats, der vor einigen
Jahren damit beauftragt worden war,
sich das Konzept des Kunststoffcampus
anzusehen. Eine Art „Team Rettung“.
Dass sich Drummer dieser Mission
anschloss, hat mehrere Gründe. „Ich
fühle mich der Region um Weißenburg
verbunden,“ erklärt er. Der gebürtige
Forchheimer
hat lange Jahre für
Oechsler gearbeitet
und viel Zeit
in Weißenburg
verbracht, bevor
er 2009 in Erlangen
zum Professor
Kunststoff-Papst: Prof. Dr. Dietmar Drummer hat den
neuen Campus miterfunden.
ernannt wurde. Er kennt die Stadt, er
kennt die Unternehmen, er kennt viele
der handelnden Personen. Das alleine
aber reichte nicht.
„Ich habe recht schnell gesagt, dass
wenn ich da mitwirke, es auch um echte
Veränderungen gehen muss,“ sagt
Drummer und lässt eine kurze Pause.
„Es hat sich dann gezeigt, dass wirklich
alle Beteiligten bereit waren, das
grundlegend anzugehen.“ Er wird das
immer wieder betonen, weil es offenbar
keine Selbstverständlichkeit ist.
Man hat dieses Forschungs- und Studienzentrum
wirklich auf links gedreht.
„Die Euphorie für die
Zukunft hat auch mit der
nicht ganz so berauschenden
Vergangenheit
zu tun„
Die Euphorie für die Zukunft hat allerdings
auch damit zu tun, dass die Vergangenheit
nicht so arg berauschend
war. „Wir waren kurz davor auszusteigen“,
sagt ein regionaler Firmenchef,
der das Projekt seit Langem begleitet,
und zuckt mit den Schultern. Zu unbeweglich,
zu unverbindlich, die
Abläufe zu langsam, kein Innovationsgeist,
zählt er auf. Die
Mängelliste bleibt eher im Allgemeinen,
aber sie ist lang. Im
Kern geht es darum, dass es
dem Campus nie gelungen ist,
ein Innovationsmotor für die
Kunststoffindustrie der Umgebung zu
werden.
Ein anderer Geschäftsführer nickt. Es
habe nicht die klaren Verfehlungen gegeben.
Eher eine Mischung aus zu wenig
Manpower und mangelnder spezifischer
Kunststoffkompetenz, gepaart
mit einer allgemeinen Unbeweglichkeit.
„Hätten da nicht die Immergleichen
gekämpft, um uns bei der Stange
zu halten, ich weiß nicht, ob es den
Campus noch gäbe“, heißt es im Gespräch.
Ein anderer Chef eines großen
Unternehmens von etwas außerhalb
findet noch deutlichere Worte.
„Ich bin kein Freund davon, wenn da
in die Jahre gekommene ältere Herren,
die ihren Zenit überschritten haben,
die Entscheidungen treffen.“ Es habe
an der Dynamik auch in der Führung
des Campus gefehlt, an der Beweglichkeit,
der Offenheit. „Der Start war
nicht gerade glücklich.“ Und er lässt
auch ein paar nicht ganz so freundliche
Worte für die Ausstattung da. „Man
läuft ja mit offenen Augen durch die
Welt und wenn man dann sieht, was
da für Equipment steht, dann muss ich
sagen: Da haben wir besseres in der
Halle.“
Prof. Drummer wiegt in seinem Tennenloher
Büro sacht den Kopf, wenn
man ihm derlei Analysen vorträgt. Er
spricht von einer „diffusen Unzufriedenheit“
rund um den Campus. Aber
er ist sehr bemüht, sich nicht in der Kritik
zu verlieren. Die Vergangenheit in-
20
WIKO
Ausgabe 2025
teressiert ihn nur insofern, als man aus
ihr für die Zukunft lernen kann. Und
das ist genau das, was man nun versucht
hat – und was nach allgemeinem
Dafürhalten gelungen ist.
„Es hat sich in den vergangenen zehn
Jahren gezeigt, dass das, was bei der
Gründung positiv gedacht war, in der
Praxis nicht ganz funktioniert,“ erklärt
Prof. Drummer. „Das war stark
politisch motiviert und wirtschaftlich
unterstützt.“ Aus seiner Sicht das größte
Problem: die Trennung von Lehre
und Forschung. Die Hochschule
Ansbach verantwortete die Lehre, die
Technische Hochschule Deggendorf
die Forschung. „Im Grunde war das
nicht schlecht gedacht, es handelt sich
ja um zwei renommierte Einrichtungen“,
erklärt der Fachmann. Aber das
Konstrukt scheiterte im Alltag. In der
Realität verhedderten sich die Hochschulen
in Zuständigkeitsfragen. Wer
darf dieses, wer muss jenes tun? Die
Dinge wurden kompliziert. „Am Ende
wusste man nicht mehr, wen man jetzt
vor den Kopf stößt, wenn man diesen
oder jenen Weg wählt“, erzählt einer,
der sich im Dickicht der Zuständigkeiten
zwischendurch mal verlaufen hat.
„Für ein funktionierendes Institut
müssen Lehre und Forschung aber
zusammenlaufen“, lässt Drummer keinen
Zweifel. „Ich brauche die guten
Studenten für die Forschung und ich
brauche die Forschung, um eine gute
Lehre zu bieten und gute Studenten
zu bekommen.“ Beide Seiten bedingen
sich – sie in verschiedene Hände
zu geben, wirkte nur auf dem Papier
wie eine gute Idee. Die doppelte Zuständigkeit
gilt mittlerweile als „Geburtsfehler“
des Campus. Einer, den
man lange aushielt, wenn man überlegt,
dass das Baby mittlerweile zehn
Jahre alt ist. „Vielleicht hat man sich zu
lange darum gekümmert, das Baby am
Laufen zu halten, und ein bisschen zu
wenig darauf geachtet, wo es hinläuft“,
merkt Prof. Drummer höflich an.
Man hat diese Ineffizienz nicht groß
nach außen getragen. Es fiel nur auf,
dass der Campus wenig in Erscheinung
trat. Zu Beginn des neuen Semesters
wurden Pressemitteilungen für die
Studieninformationsveranstaltungen
verschickt, ansonsten fanden in den
Räumlichkeiten Sitzungen von Kreisausschüssen
und anderen Gremien
statt. Der Campus war da, aber irgendwie
auch nicht.
„In der Realität
verhedderten sich die
Hochschulen in Zuständigkeitsfragen„
arbeit mit Alfmeier (jetzt Gentherm)
zu Tanksystemen. Es läuft unter dem
Titel „WärmeKunst“ ein Projekt der
Bayerischen Forschungsstiftung mit
dem Volumen von einer Million Euro.
Ein Heizungsbauer aus Heideck und
ein Nürnberger Kunststoffunternehmen
forschen mit dem Campus an einer
Verbesserung von Wärmepumpen.
Auch an der Ladungsstabilität von Filtervliesen
hat man geforscht und damit
neue Anwendungsgebiete gefunden.
Im Auftrag eines Netzbetreibers hat
man an der Entwicklung von sogenannten
„Flüsterseilen“ mitgewirkt.
Eine Beschichtung soll verhindern,
dass Stromleitungen bei Nässe die charakteristischen
Brummtöne verbreiten.
Das ist nicht nichts – aber für zehn Jahre
vielleicht doch zu wenig. Vor allem
in der Zusammenarbeit mit der regionalen
Wirtschaft.
Die Forschung aber ist ja nur die eine
Seite der versprochenen Beglückung
der Wirtschaft. Die andere ist die Ausbildung
von Fachpersonal. Am Campus
können talentierte Mitarbeiter in
berufsbegleitenden Studiengängen
Zusatzqualifizierungen bis hin zum
akademischen Abschluss draufpacken.
Eine Art hauseigenes Fortbildungsinstitut
der stärksten Industriesparte der
Region.
Die Zahlen aber sind überschaubar. In
mehr als zehn Jahren Campus haben
150 Menschen hier einen Abschluss
gemacht. Rechnerisch also 15 pro Jahr.
In den beiden Bachelor-Traditionsstudiengängen
Angewandte Kunststofftechnik
sowie Strategisches Management
sind laut Landratsamt derzeit
120 Studierende eingeschrieben. Das
wären – bei angenommenen sechs Semestern
des Bachelor-Studiums – zehn
Studierende pro Semester und Studiengang.
Eine Massenveranstaltung
Wobei man fair bleiben muss: Es ist
nicht nichts passiert. Man erinnert
sich an Forschungen in Zusammenist
das nicht.
Aber auch bei der Lehre hat man sich
grundlegend verändert. Teil des Umbaus
des Kunststoffcampus ist ein neuer,
dreisemestriger Masterstudiengang
Sustainability in Polymer Technology.
Er habe jetzt schon 34 Studierende,
berichtet das Landratsamt. Das wären
deutlich mehr als die Bachelors im Bestand.
Und man hat noch Ausbaupläne
mit dem Studiengang.
Das ist der Moment, um sich in Prof.
Dr. Marco Wackers Büro zu setzen.
Er ist der neue Leiter des Kunststoffcampus.
Ein Mann voller Energie
und Umtriebigkeit, der es geschafft
hat, Applaus zu bekommen, bevor er
überhaupt da war. Schon vor seinem
offiziellen Amtsantritt hatte er mit vielen
Unternehmern der Region Kontakt
aufgenommen. Antrittsbesuche und
-telefonate absolviert, um zerbrochens
Porzellan zu flicken, wie man hört. Wacker
hat offensichtlich Lust auf diesen
Job und er nimmt die Sache mit dem
Neustart ernst. „Der macht einen sehr
guten Eindruck. Er wirkt für mich wie
ein echter Aktivposten“, zeigt sich ein
sonst kritischer Unternehmer denn
auch gleich angetan.
Man trifft Wacker um die Mittagszeit,
mitten in einem Online-Call mit
Kollegen. Es geht um den Antrag für
ein Forschungsprojekt. Gemeinsam
grübeln sie noch an einem möglichst
schneidigen Projekttitel. Auch in der
Wissenschaft geht es nicht nur um
Zahlen, man darf seine Ideen auch
hübsch präsentieren. Die Bäckertüten
neben Wackers Tastatur zeugen davon,
dass seine Mittagspause eher nebenbei
stattgefunden hat. Während er sich
aus dem Call mit dem Hinweis auf den
am Tisch wartenden Journalisten, vereinbart
er auf der Zielgeraden gleich
noch ein paar Antrittsbesuche, die er
in seinen die nächsten Monate prall gefüllten
Terminkalender hineinstopft.
Wacker sprüht vor Energie.
Sollte Prof. Dr. Drummer der Miroslav
Klose des neuen Kunststoffcampus
sein, wäre Prof. Dr. Marco Wacker
wohl so eine Art neuer Wunderstürmer.
Einer, der die ganzen schönen
Ideen und Ansätze im Tor unterbringen
und für zählbare Erfolge sorgen
soll. Dafür hat er nicht 90 Minuten,
sondern fünf Jahre Zeit. „Das ist der
Wirtschaftsmagazin WIKO
21
Zeitraum, in dem wir das nächste Mal
evaluiert werden, da wollen die Partner
Fortschritte sehen“, sagt Wacker
und zeigt sich zuversichtlich. „Ich bin
sicher, dass wir dann besser dastehen
als jetzt.“ Auch wenn das nicht einfach
wird, weil die Zeiten schon mal besser
waren, um große Forschungsetats einzusammeln.
An dieser Stelle lohnt ein Exkurs zur
Funktionsweise moderner Hochschuleinrichtungen
der angewandten Forschung.
Sie finanzieren sich im Kern
über das jeweilige Bundesland, in
diesem Fall Bayern. „Es ist heute aber
so, dass die Standardmittel von Hochschulen
nicht mehr ausreichen, um
auf Spitzenniveau zu lehren“, erklärt
Prof. Drummer. Drittmittel sind das
Zauberwort. Gelder also, die nicht einrichtungs-,
sondern sachbezogen in ein
Institut fließen. Ohne sie kann man auf
Dauer keine erfolgreiche Lehr- und
Forschungseinrichtung aufbauen.
„Mann braucht
mindestens zwei
Drittmittelprojekte, um
sich zu finanzieren„
Der Wettbewerb um sie ist hart. In
den vergangenen 20 Jahren sind immer
mehr Forschungseinrichtungen
entstanden, aber das Geld, um das sie
konkurrieren, ist das gleiche geblieben.
Um Gelder zu bekommen, braucht
es ausführlich und kreativ konzipierte
Forschungsanträge, die bei Land,
Bund, Stiftungen und zahlreichen
anderen öffentlichen und halböffentlichen
Institutionen eingereicht werden.
Gutachter entscheiden, welche
der Projekte das Geld bekommen.
Was zählt, sind die Ideen hinter den
Projekten, aber auch das Renommee
der dahinterstehenden Institute und
natürlich die Expertise der Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler,
die darin arbeiten.
„Man braucht mindestens zwei Drittmittel-Projekte,
um sich zu finanzieren.
Um die zu kriegen, muss man aber
viel mehr Anträge schreiben“, erklärt
Drummer das Hintergrundrauschen
einer modernen Forschungseinrichtung.
„Wenn man die Projekte hat,
muss man gleich beginnen, sich um die
nächsten zu kümmern.“ Das ist auch
der Grund, warum es eine gewisse
kritische Größe für Forschungseinrichtungen
gibt. „Man kann sonst nicht
mithalten im internationalen Wettbewerb.
Weißenburg war da bisher einfach
zu klein.“
Das war eines der wesentlichsten Ergebnisse
der Campusanalyse: Drei
Professuren reichen nicht. Nun ist
es leicht, mehr Personal zu fordern,
schwer ist es, das zu bekommen. Und
das gilt dann auch als das kleine Wunder
von der Richard-Stücklen-Straße,
dass es gelungen ist, die Zahl der Professoren
zu verdoppeln. Weil man die
lokale Wirtschaft mit in die Pflicht
nahm, sie eine Professur selbst finanzieren
ließ und mit dieser Vorlage in
München anklopfte, um sich zusätzliche
Mittel für den Umbau abzuholen.
2,5 Millionen Euro will der Freistaat
in den kommenden fünf Jahren zusätzlich
in die Neustrukturierung in
Weißenburg stecken. Die Hochschule
Ansbach ließ sich ihrerseits die Allzuständigkeit
in Weißenburg etwas
kosten und verlegte den kompletten
Kunststofftechnikbereich in die Römerstadt.
Samt zweier Professuren.
In Summe bringen diese Verbesserungen
an allen Fronten einen erheblichen
personellen Ausbau mit sich. Denn die
Professuren haben einen finanzierten
Unterbau an Mitarbeitern und
betreuten Studenten im Schlepptau.
Das heißt, der Weißenburger Kunststoffcampus
wird deutlich wachsen,
erheblich an Schlagkraft gewinnen
und könnte sich damit in dem internationalen
Wettbewerb um Forschungsmittel
besser positionieren. So ließen
sich dann zusätzlich neue Mitarbeiter
finanzieren, die das Renommee des
Campus heben, was für noch bessere
Chancen auf Fördermittel sorgen würde,
mit denen man dann wieder neue
Mitarbeiter … Eine Art Perpetuum
mobile der Forschungsfinanzierung. So
hofft man zumindest.
Man wird am Kunststoffcampus aber
nicht nur mehr, man wird auch anders.
Und zwar inhaltlich. „Das Profil des
Campus gibt jetzt ein deutlich runderes
Bild ab“, stellt Drummer fest. Viel
mehr echte Kunststoff-Kompetenz ist
an Bord. Man will das Material von der
Entwicklung über die Produktion bis
zum Recycling über seinen kompletten
Zyklus fachlich begleiten können. „Die
haben uns schon manchmal auch die
falschen Leute geschickt“, beschweren
sich im Rückblick einige Beteiligte mit
Blick auf die Personalzuweisungen aus
Deggendorf.
Das soll sich nun ändern. Und mit
Blick auf den neuen Campus-Leiter
Wacker scheint das gelungen. Der
Mann hat sein Berufsleben im Kunststoff
verbracht, mit Drummer in Erlangen
studiert, bei einem Mittelständler
die Forschungsabteilung aufgebaut,
war später bei Oechsler und Uvex im
Management tätig. Er ist Vorstand
des Verbands Technischer Kunststoffprodukte,
kennt Gott und die Welt in
der Branche. Womit man wieder beim
neuen Masterstudiengang wäre, denn
die Welt wäre auch eine Idee, um mehr
Studenten nach Weißenburg zu bekommen.
„Am meisten Bewerber in den Ingenieursberufen
hat man derzeit aus Indien.
Warum nicht den Studiengang
stärker international ausrichten und
Studenten von dort nach Weißenburg
holen“, fragt Wacker. Er befindet sich
schon im Austausch mit einem indischen
Kollegen und will potenzielle
Partner in Indien für die Idee auftun.
Das ist ein neuer Ansatz. Genauso
wie die Perspektive, in Zukunft auch
Doktorarbeiten am Campus zu ermöglichen,
um Studienabsolventen gleich
vor Ort vertieft weiterforschen zu lassen.
„Warum nicht den
Studiengang stärker
international
ausrichten?„
Die Schwerpunkte dieser Forschungen
hat man neu definiert. Es soll im Kern
weiter um sogenannte Smart Materials
gehen, Kunststoffe also, die die Fähigkeit
haben, mit bestimmten Veränderungen
auf Umweltbedingungen zu
reagieren. Die etwa in Lebensmittelverpackungen
anzeigen, wie lange der
Inhalt noch haltbar ist, die Prothesen
dazu bringen, sich Körperbewegungen
anzupassen, oder Lacke mit einer
Selbstheilungsfunktion versehen. Neu
ist dagegen der Bereich Protective
Polymer Systems, in dem es um Materialien
für den Schutz von Strukturen
und Menschen geht. Wacker ist Spezialist
für solche Kunststoffe. Sie kommen
in Fahrradhelmen, Skibrillen oder
22
WIKO Ausgabe 2025
Arbeitsschutzkleidung vor, aber eben
auch in militärischen Nutzungen, die
zuletzt wieder deutlich mehr nachgefragt
werden.
Wacker sieht hier eine Wachstumsoption
für die Unternehmen. „Wir haben
da jetzt noch keine großen Firmen drin,
aber ich werde Kontakt aufnehmen, ob
sich der ein oder andere das vorstellen
kann“, erzählt er in seinem Büro. Auch
wenn die Rüstung – ebenso wenig wie
die Medizintechnik allein – den Rückgang
der Autoindustrie nicht auffangen
kann, ein Teil der Lösung können
beide sehr wohl sein.
Es ist ein schönes Beispiel, wie sich
Wacker die Zusammenarbeit mit
den Unternehmen in Zukunft vorstellt.
Er sucht nach Win-win-Lösungen
für Campus und Region. Weil er
selbst weiß, dass der Campus ohne
die Wirtschaft nicht weiterentwickelt
worden wäre und die Wirtschaft jetzt
ihn braucht, um sich selbst weiterzuentwickeln.
Wo es geht, will man den
Unternehmen mit Gerätepark, Personal
und Know-how als Dienstleister
zur Verfügung stehen. Bei Messungen,
Prüfungen und Untersuchungen. Wo
es darüber hinaus möglich ist, will man
sie gleich direkt mit ins Forschungsboot
holen.
„Eine Art Perpetuum
mobile der Forschungsfinanzierung.
So hofft
man zumindest„
Hier liegt aber auch eine der Sollbruchstellen
des neuen Campus. Denn ein
„industrielles Wünsch-Dir-Was“ dürfe
die Einrichtung nicht werden, warnt
Drummer. „Man soll und muss den
Unternehmen vor Ort helfen“, so der
Kunststoff-Papst. „Aber in den großen
Linien der Forschung darf man sich
nicht zu klar an unternehmerischen
Dingen orientieren.“ Die Sache werde
eher andersrum ein Schuh. Wenn es
dem Campus gelinge, eine renommierte
Forschungseinrichtung zu werden,
hervorragende Studenten anzuziehen,
erst dann würden auch die Unternehmen
vor Ort profitieren. Es dürfte eine
der Herausforderungen für den neuen
Mittelstürmer am Campus werden, die
ins Kraut schießenden Erwartungen
von Politik und Wirtschaft zu managen,
ohne dabei die wissenschaftliche
Exzellenz aus dem Blick zu verlieren.
„Es gibt nicht so viele, die sowas leiten
können“, sagt Prof. Drummer und zählt
ein einschüchterndes Stellenprofil auf.
„Man muss ein guter Wissenschaftler
sein, soll die Lehre beherrschen, muss
mit der Industrie gut können und am
besten auch noch die Idee des Campus
nach außen vertreten.“ Seinem ehemaligen
Kommilitonen Wacker traut
er das zu. Am Ende hänge es auch in
der Wissenschaft sehr stark an den
Personen, ob Dinge funktionieren.
Drummer: „So wie der Standort jetzt
aufgestellt ist, wird es Freude machen,
ihm beim Wachsen zuzusehen. Wenn
man das jetzt richtig angeht, wird man
etwas auf die Beine stellen, das dauerhaft
leistungsfähig ist.“
Ein bisschen Euphorie vom Kunststoff-
Papst – was will man mehr zum Start
des zweiten Lebens des Weißenburger
Campus.
Kunststoffcampus: Was ist das und was ist jetzt
eigentlich neu daran?
Den Kunststoffcampus gibt es
seit 2015. Er ist Teil einer Initiative
der Staatsregierung, die bayernweit
mit Technologiezentren die
Forschung in die Fläche bringen
wollte. Die Stadt Weißenburg hat
zusammen mit dem Landkreis
das Gebäude finanziert, die Hochschule
Ansbach und die Technische
Hochschule Deggendorf
waren zuständig für den Betrieb.
Der Kunststoffcampus ist die einzige
Einrichtung, an der man in
Weißenburg einen Hochschulabschluss
erwerben kann.
Zum zehnjährigen Jubiläum ist
der Campus auf mehreren Ebenen
grundlegend verändert worden.
1. Seit Herbst 2025 ist nur noch
die Hochschule Ansbach für die
Einrichtung verantwortlich. Deggendorf
hat sich zurückgezogen.
2. In Zukunft arbeiten fünf statt
drei Professoren am Kunststoffcampus.
Dies wurde möglich, weil
die Stadt Weißenburg, der Landkreis
und die heimische Wirtschaft
eine Stiftungsprofessur finanzieren.
Und weil die Hochschule Ansbach
ihren Kunststoffbereich nach
Weißenburg verlagert und in diesem
Zuge eine Professur für Analytik/Chemie
verlegt. Rechnet man
die in Ansbach verbleibende, aber
ebenfalls dem Kunststoffcampus
zugeordnete KI-Professur Verbundwerkstoffe
hinzu, käme man
auf sechs Professuren.
3. Neben den beiden Bachelor-Studiengängen
Angewandte Kunststofftechnik
und Strategisches
Management kann man nun auch
einen Masterabschluss in „Sustainability
in Polymer Technology“ in
Weißenburg erwerben.
4. Das Forschungsprofil der Einrichtung
wurde neu definiert.
Zum einen Smart Polymer Systems.
Also intelligente Kunststoff-Lösungen
für Medizintechnik,
Kleidung, Verpackung oder
Automotive. Zum anderen Protective
Polymer Systems. Also Kunststoff-Lösungen
für den Schutz von
Menschen etwa im Arbeitsumfeld,
aber auch in der militärischen Verteidigung
und den Schutz der Umwelt
(Recycling).
5. Mit Prof. Dr. Marco Wacker hat
der Kunststoffcampus einen neuen
Leiter. Wacker war unter anderem
Technologievorstand bei
Oechsler und zuletzt fast zehn
Jahre beim Fürther Unternehmen
Uvex, das man unter anderem von
Skihelmen und Skibrillen kennt,
das aber auch Arbeitsschutzprodukte
produziert.
Wirtschaftsmagazin WIKO
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Jahren wurde diese deshalb sowohl personell als auch inhaltlich
neu aufgestellt. Ziel ist es, möglichst vielen Unternehmen
im Landkreis einen spürbaren Benefit zu liefern – egal, ob diese
bereits hier etabliert sind oder sich neu ansiedeln wollen.
„Am wichtigsten ist dabei das enge Zusammenspiel der WiFö
Fokusbereiche – Innovation, Fachkräfte, Behörden-/Förderlotsenservice,
wirtschaftliche Nachhaltigkeit“, sagt Sabine Unterlandstaettner,
WiFö-Leiterin. „Hieraus entstehen Synergieeffekte
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Schwerpunkt ist dabei die Förderung von Innovationen sowie
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profitieren branchenübergreifend alle Unternehmen der Region
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Wohnen gelegt. Beide Wertschöpfungsketten stellen die wirtschaftlichen
Kompetenzfelder in Altmühlfranken dar. Von zentraler
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für Start-ups. Zusammen mit starken Partnern aus Wirtschaft
und Wissenschaft schafft man ein unterstützendes Umfeld für
innovative Gründungen. Ein Leitmotiv in der neu aufgestellten
WiFö ist auch das Thema wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Ziel
ist es dabei, den regionalen Erfahrungsaustausch zu fördern
und Firmen bei der Einführung und Umsetzung nachhaltiger
Prozesse zu unterstützen. Ein essenzielles Anliegen ist auch
die Unterstützung der Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung.
Die jährliche Berufsausbildungsmesse (BAM), die
digitale Berufsorientierungsplattform sowie die etablierten
Netzwerke „SchuleWirtschaft“ und „Fachkräftesicherung“ werden
von den Unternehmen sehr gut genutzt. Entscheidend für
wirtschaftlichen Erfolg sind auch finanzielle Anreize und Förderungen.
Ob etwa Beratung bei Förderanträgen oder Hilfe bei
Existenzgründung und Nachfolge, die Unternehmen können
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Weißenburg digitalisiert
Simone Heckel verantwortet seit Februar 2024 als Digitalisierungsbeauftragte
der Stadt Weißenburg die
Umsetzung der digitalen Transformation in der Stadtverwaltung.
Frau Heckel, welche Prioritäten haben Sie bislang gesetzt?
Was wurde bereits umgesetzt?
Frau Heckel: Es ging darum, neben einzelnen Projekten
die grundlegenden Strukturen für eine Digitalisierung
der Verwaltung zu schaffen. Meilenstein war die Einführung
eines Dokumentenmanagementsystems, damit
sind wir fast durch. Was wir bereits haben, ist der digitale
Rechnungsworkflow. Dadurch verkürzen wir Bearbeitungszeiten
und können die Abläufe transparenter
darstellen. Auch das Bewerbungsverfahren der Stadt
funktioniert inzwischen vollständig digital, und unsere
Mitarbeiter können eine digitale Lernangebote nutzen.
Sie sind also dabei, die digitale Kompetenz in der Verwaltung
auszubauen?
Frau Heckel: Nicht nur dort. Der Winterdienst im Bauhof
wird z. B. durch digitale Routen- und Einsatzplanung
unterstützt und die Kläranlage befindet sich im Roll-Out
eines digitalen Prüfungs- und Störungsmanagements.
Viele Kommunen kämpfen mit langsamen Verwaltungsprozessen.
Wo sehen Sie in Weißenburg das größte Potenzial
für digitale Verbesserungen?
Frau Heckel: Nicht allein bei der Einführung einer neuen
Software, sondern vor allem in der Betrachtung und
Optimierung von Arbeitsabläufen. Ziel sollte immer
sein, die Prozesse effizienter und vor allem transparenter
zu gestalten. Auch in der Stadtverwaltung arbeiten
wir noch mit Papier, E-Mail und Fachverfahren.
Wie kann die Digitalisierung konkret dazu beitragen, den
Wirtschaftsstandort Weißenburg attraktiver zu machen?
Frau Heckel: Digitale Genehmigungs- und Antragsverfahren
sparen Zeit und geben den Unternehmen
Planungssicherheit. Digitale Angebote müssen keine
Rücksicht auf Öffnungszeiten nehmen, was besonders
berufstätigen Menschen und Unternehmen einen Vorteil
verschafft. Und wenn der öffentliche Dienst selbst
digitaler wird, hilft das bei der Akquise qualifizierter
Fachkräfte.
Digitale Verwaltung bedeutet auch Kulturwandel. Wie
nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit?
stimmung mit den Sachgebieten erarbeitet werden. Die
Mitarbeitenden kennen ihre Prozesse am besten und
können wertvolle Hinweise einbringen.
Viele Bürger wünschen sich einfachere Online-Services.
Welche digitalen Angebote können Bürger in den nächsten
Jahren konkret erwarten?
Frau Heckel: Ziel ist es, noch mehr Verwaltungsleistungen
online anzubieten, sodass Anträge und Anliegen
unabhängig von Öffnungszeiten erledigt werden können.
Etwa im Meldewesen, bei Gewerbeangelegenheiten
oder im Baubereich.
Wie stellen Sie sicher, dass Digitalisierung und Sicherheit
bzw. Datenschutz Hand in Hand gehen?
Frau Heckel: Neue digitale Lösungen werden immer
in enger Abstimmung mit dem Datenschutz- und dem
Informationssicherheitsbeauftragten geprüft. Darüber
hinaus schulen und sensibilisieren wir die Mitarbeitenden,
um ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen
Umgang mit Daten und digitalen System zu schaffen.
Wenn wir in fünf Jahren wieder sprechen: Woran würden
Sie persönlich messen, dass die Digitalisierung in Weißenburg
erfolgreich war?
Frau Heckel: Für mich wäre Digitalisierung dann erfolgreich,
wenn sie im Alltag von Bürgern sowie in der Verwaltung
zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Und
wenn interne Verwaltungsprozesse deutlich effizienter
und transparenter wären, sodass die Beschäftigten sie
als hilfreich erleben. Dann würden nämlich die Mitarbeitenden,
aber auch die Bürger profitieren. Digitalisierung
ist dann erfolgreich, wenn sie den Alltag leichter macht,
Prozesse verbessert und gleichzeitig Vertrauen schafft.
Stadt Weißenburg i. Bay.
Marktplatz 19
91781 Weißenburg
Tel. 0 91 41 / 9 07 - 0
www.weissenburg.de
stadt@weissenburg.de
MitarbeiterInnen: 300
Oberbürgermeister:
Jürgen Schröppel
Frau Heckel: Uns ist es wichtig, sie frühzeitig einzubinden.
Ein zentraler Baustein ist die Qualifizierung und
Unterstützung im Arbeitsalltag. Beim Prozessmanagement
ist darauf zu achten, dass Prozesse in enger Ab-
in Bayern
Wirtschaftsmagazin WIKO
25
Anzeige
Profiltechnik
aus Franken
Klarheit statt
Kompromisse
Es ist ein klassisches Management-
Buy-out: Als 2006 der Extrusionsbereich
der Oechsler AG in ein
eigenständiges Unternehmen überführt
wurde, startete m3profile mit 11
Mitarbeitern und viel technischem
Know-how – aber auch mit einer
zentralen Grundsatzfrage: Soll das
Unternehmen weiterhin Aufträge aus
der Automobilindustrie aufnehmen –
einem Bereich, der damals noch einen
erheblichen Umsatzanteil ausmachte?
Die Antwort der Gründer war ein
bewusstes Nein. Was damals eine
pragmatische wirtschaftliche Entscheidung
war, erwies sich später als
goldrichtig. Qualität und Innovation
im Fokus – seit 20 Jahren das Erfolgsrezept
der m3profile GmbH.
m3profile GmbH
Weinstraße 1
91710 Gunzenhausen
Tel. 0 98 31 / 8 81 02 - 0
www.m3profile.com
info@m3profile.com
Unternehmensgründung: 2006
MitarbeiterInnen: 47
Geschäftsführer: Markus Rotter,
Michael Meyer
Wenn nachts in einer Fabrikhalle ein Lichtband aufleuchtet
oder ein Bahnhof in klares Licht getaucht wird, steckt dahinter
oft mehr regionale Kompetenz, als man auf den ersten Blick
ahnt. Hinter vielen dieser Lichtsysteme steht ein unscheinbarer,
aber technologisch entscheidender Bestandteil: ein
Kunststoffprofil, das nicht nur Form gibt, sondern auch Strom
führt. Und genau hier beginnt die Geschichte der m3profile
GmbH aus Gunzenhausen – ein Unternehmen, welches aus
einer Nische heraus gewachsen ist und heute global agierenden
Konzernen Kunststofflösungen bietet. m3profile setzt auf
Märkte, in denen technische Spezialisierung zählt. Die entscheidende
Innovation: die Verbindung von Kunststoffprofilen
mit integrierten Kupferleitern. Daneben fertigt das Unternehmen
Profile für Forst-, Garten- und Landschaftsbau sowie Produkte
für Wärmepumpensysteme. Die klare Leitlinie formuliert
Michael Meyer, Geschäftsführer von m3profile so: „Qualität vor
Quantität. Wachstum um jeden Preis war und ist nie das Ziel
– entscheidend ist, dass jedes Produkt und jeder Prozess den
höchst möglichen Standarts entspricht.“ Die Firma zählt etwa
50 Mitarbeiter und ist stolz auf einen starken Teamcharakter,
frei von Diskriminierung und mit Fokus auf faire Arbeitsbedingungen.
Ebenso stolz ist die Firma auf ihre im Jahr 2017
gestartete Ausbildungsarbeit: so arbeiten heute vier ehemalige
Auszubildende – drei davon Frauen – im Werkzeugbau/
Technikum. Klare Werte gehören zur Unternehmensidentität.
Zudem bietet die Firma unter anderem ein Bonussystem, unterstützt
ehrenamtliches Engagement und bietet zusätzliche
Urlaubstage. Nachhaltigkeit ist ein festes Leitprinzip zur Strategie:
der schonende Umgang mit Ressourcen, die langfristige
Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie
die Umsetzung einer verantwortungsvollen, zukunftsorientierten
Geschäftsführung. „Ziel ist es, die Produktion bis 2030
klimaneutral zu gestalten. Der Einsatz von Ökostrom soll ausgebaut
und ein effektives Energiemanagement weiterentwickelt
werden“, sagt Geschäftsführer Markus Rotter. m3profile
zeigt, wie mittelständische Innovationskraft funktioniert, wenn
technologische Spezialisierung, verantwortungsbewusstes
Wachstum und eine starke Mannschaft zusammenkommen.
26
WIKO Ausgabe 2026
Anzeige
Arbeit am
Naturprodukt
Die Franken-Schotter GmbH & Co. KG begann ihre Firmengeschichte
als regionaler Player. Gegründet wurde das Unternehmen
1970 in Dietfurt bei Treuchtlingen durch den Zusammenschluss
von fünf Firmen aus der Bauwirtschaft. Heute zählt
Franken-Schotter zu den bedeutendsten Anbietern auf dem
globalen Natursteinmarkt. Rund 500 Beschäftigte produzieren
und verkaufen jährlich zwei Millionen Tonnen Natursteinprodukte.
Von Bodenbelägen, Treppen und aufwendigen Fassadenkonstruktionen
über Produkte für den Garten- und Landschaftsbau
bis hin zu Asphalt- und Schotterware. Die Qualität
des Natursteins und der Verarbeitung zeigt sich in renommierten
Referenzen. So lieferte das Unternehmen Fassaden- und
Bodenplatten mit einer Gesamtfläche von 100.000 m 2 für
den Neubau am
Frankfurter Flughafen.
Auch im
Deutschen Bundestag
in Berlin
läuft man auf
Dietfurter Naturstein.
Abgebaut werden
die Natursteinarten
Jura Kalkstein,
Dietfurter
Kalkstein und
Wachenzeller Dolomit in vier eigenen Steinbrüchen. Die Verarbeitung
verteilt sich auf drei Natursteinwerke. Um genug
Fachkräfte zu haben, setzt Franken-Schotter auf eigene Auszubildende.
Aktuell sind es neun Berufsanfänger. Neben dem
Natursteinaufbereiter oder dem Laboranten gibt es zum Beispiel
auch den IT-Systemadministrator und Industriekaufleute.
Die Qualität der Ausbildung wurde mehrfach mit Ehrungen auf
Bundesebene ausgezeichnet.
Das Thema Nachhaltigkeit kommt bei alledem nicht zu kurz.
Franken-Schotter verwertet nahezu jeden herausgebrochenen
Stein vollständig. Darüber hinaus achtet das Unternehmen
auf energieeffiziente Prozesse, vermeidet unnötige Umweltbelastungen
und treibt schrittweise Weiterentwicklung hin zu
alternativen Energieträgern voran. Die dreiköpfige Geschäftsführung
mit Thomas Herrscher, Karl Tratz und Heinz Zierer verfolgt
dabei das erklärte Ziel, ökologische Verantwortung und
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit miteinander in Einklang zu
bringen. Die ökologische Ausrichtung ist messbar und transparent.
Franken-Schotter wird jährlich nach EMAS zertifiziert
– einem der anspruchsvollsten Umweltmanagementsysteme.
Zudem ist die Firma Teil des Umwelt- und Klimapakts Bayern
und Trägerin des MIRO Nachhaltigkeitspreises. Auch die Kooperation
mit dem Landesbund für Vogelschutz unterstreicht
Verantwortung über das eigene Werksgelände hinaus.
International
im Dialog
Franken-Schotter engagiert sich
intensiv im fachlichen Austausch.
Dazu zählen spezielle Natur -
steinworkshops für Architekten
oder die Teilnahme an internationalen
Fachmessen in Nürnberg,
Verona oder China.
Damit steht Franken-Schotter
heute für weit mehr als Gewinnung
und Verarbeitung von Naturstein.
Das Unternehmen verbindet
regionale Stärke mit internationaler
Erfahrung, handwerklicher Präzision
und modernem technologischen
Fortschritt.
Franken-Schotter GmbH & Co. KG
Hungerbachtal 1
91757 Treuchtlingen-Dietfurt
Tel. 0 91 42 / 80 20
www.franken-schotter.com
info@franken-schotter.de
Unternehmensgründung: 1970
MitarbeiterInnen: 511
Geschäftsführer: Karl Tratz,
Thomas Herrscher, Heinz Zierer
Wirtschaftsmagazin WIKO
27
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HÄRTHA:
KI im großen
Stil
Leistung und
Anspruch
Die HÄRTHA GROUP ist ein
europaweit tätiger Spezialist für
Wärmebehandlungs- und Oberflächentechnik.
Seit 1990 entwickelt
das Unternehmen Verfahren zur
Leistungssteigerung und Haltbarmachung
von Metallbauteilen für
Industrie und Maschinenbau. Zum
Angebot zählen Nitrieren, Vakuumund
Induktivhärten sowie Beschichtungsverfahren.
Dabei stehen bei
HÄRTHA Qualität, Innovation und
nachhaltige Prozesse im Mittelpunkt
der Entwicklung.
HÄRTHA – WEISSENBURG GmbH
Dettenheimer Straße 28
91781 Weißenburg
Tel. 0 91 41 / 85 89 - 0
www.haertha.de
weissenburg@haertha.de
Unternehmensgründung:1997
MitarbeiterInnen: 94
Standort Weißenburg:
Geschäftsführer: Thomas Bückert
Wer vorne mitspielt, muss schauen, dass er nicht nachlässt,
sonst wird er überholt. Während andere noch abwarten, geht
HÄRTHA einen großen Schritt in Richtung Zukunft: Das Unternehmen
aus Weißenburg, das Teil der HÄRTHA GROUP ist, beweist,
dass Innovationskraft aus den eigenen Reihen kommt
und eine Frage des Mindsets ist. Mit einem klaren Plan treibt
HÄRTHA die Einführung eines umfassenden KI-Systems voran
und positioniert sich damit als digitaler Vorreiter in der Region.
Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut IPA in Stuttgart
wurde ein Konzept entwickelt. „Wir können und wollen uns vor
künstlicher Intelligenz nicht verschließen“, betont Geschäftsführer
Thomas Bückert. „Wer sich der KI verschließt, ist mittelfristiger
Verlierer.“ Bis
Mitte April 2026 soll
die neue, nicht cloudbasierte
und damit
besonders gesicherte
KI-Lösung vollständig
integriert sein. Kern
des Projekts ist eine
intelligente Benutzeroberfläche,
die direkt
mit dem ERP-System
kommuniziert. Derzeit
werden täglich
über 500 Bestellungen und Aufträge
von 1600 aktiven Kunden händisch
bearbeitet. Künftig unterstützt hier die
KI die Dateneingabe und erstellt Teilebegleitkarten.
Bei der Prozessanalyse
wird sogar auf moderne Eye-Tracking-
Brillen zurückgegriffen. Diese Lösung
unterstützt nicht nur die Datenerfassung,
sondern auch die Produktionsplanung.
Gewachsene Strukturen werden nicht ersetzt, sondern
systematisch weiterentwickelt. Ziel: eine digitale „rote
Linie“ vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Drei Mitarbeiter
beschäftigen sich damit am Standort Weißenburg.
Insgesamt zählt das Unternehmen hier 94 Beschäftigte - und
eines ist klar: Kein Arbeitsplatz geht durch die KI verloren. Im
Gegenteil: Die neue Technologie schafft Kapazitäten, reduziert
manuellen Aufwand, beseitigt Fehlerquellen und entlastet Mitarbeiter
spürbar. Der Weißenburger Standort wird damit zum
Leuchtturm-Projekt der HÄRTHA GROUP. Wenn das System
erfolgreich implementiert ist, wird die Lösung auf weitere
Standorte übertragen. HÄRTHA zeigt eindrucksvoll: Wer bereit
ist, neue Wege zu gehen, gestaltet die Spielregeln selbst.
28
WIKO Ausgabe 2026
Zwischen Wirtshaus,
Kostensteigerungen
und Bowl Bar – eine
Branche im Umbruch
Von Sina Schneider
Die Gastronomie ist eine
der ältesten Branchen der
Welt. Gegessen wurde
schon immer, aber wie gegessen
wird, das verändert
sich stetig. Auch die Branche
im Landkreis ist gerade
mal wieder dabei, sich
neu zu erfinden. Ein Entwicklung,
bei der es Gewinner
und Verlierer gibt.
Ein kalter Mittwochnachmittag Mitte
Februar. Im Restaurant Hafner am
Hafnermarkt in Gunzenhausen klirren
Teller, doch das Geräusch verhallt
rasch im Raum. Rund 20 der 50 Plätze
sind besetzt. Zwei jüngere Männer im
Anzug sitzen am Fenster, vertieft in ein
Gespräch. „Die kommen regelmäßig“,
sagt Inhaber Markus Hofer, der neben
dem Standort in Gunzenhausen vier
weitere Betriebe führt. Stammgäste
wie sie sind verlässlich geworden –
aber seltener.
Hofer ist zufrieden. Relativ zufrieden.
Es gebe Tage, an denen mittags nur ein
oder zwei Tische besetzt seien. Auch
ein klassischer Mittagstisch – Tagesgericht
inklusive Getränk für 10,80
Euro – bringe kaum Bewegung in den
Gastraum.
Der Blick nach Treuchtlingen zeigt ein
ähnliches Bild: „Business Lunch für
10,90 Euro“, heißt es auf einer großen
schwarzen Schiefertafel vor dem Gebäude
des Goldenen LamLam – einem
asiatischen Restaurant in der Treuchtlinger
Innenstadt. Doch ein günstiger
Preis allein reicht nicht mehr. Die Mittagspause
ist anders geworden: strukturierter,
funktionaler. Das Gespräch am
Nebentisch wird oft durch den Blick
aufs Smartphone ersetzt, das schnelle
Essen durch den langen Aufenthalt.
Sowohl das Hafner als auch das
Treuchtlinger Restaurant erreichen
zur Mittagszeit nicht ansatzweise ihre
Kapazitätsgrenze.
Vom Hafner aus führt der Weg rund
25 Kilometer weiter: Im „Schwarzer
Bär“ in Weißenburg beschreibt Betreiberin
Stephanie Pröls ein ähnliches
Bild: mittags verhalten, abends häufig
voll. Die Nachfrage verlagert sich. Wer
durch die Innenstädte geht, sieht freie
Plätze, wartendes Servicepersonal –
und zugleich neue Dynamik an anderer
Stelle.
Eine Straßenecke weiter in Weißenburg,
vor dem HoB, „Home of Bowls“,
in der Friedrich-Ebert-Straße, bildet
sich eine Schlange. Schüler stehen neben
Angestellten umliegender Firmen.
Bestellt wird an der Theke, gewartet
wird rund 15 Minuten. „Das geht immer
noch schneller, als sich in ein Restaurant
zu setzen“, sagt eine Kundin.
Wirtschaftsmagazin WIKO
29
Die Mittagspause ist kalkuliert, der
Ablauf optimiert.
Im Januar 2024 eröffnete Lena Werner
gemeinsam mit ihrem Partner das Konzept.
Individuell zusammengestellte
Bowls, klar strukturierte Abläufe, Bestellung
und Bezahlung direkt an der
Theke. 85 bis 90 Prozent der Speisen
gehen zum Mitnehmen über den Tresen.
„Vor allem mittags ist der Zulauf
sehr hoch“, weiß Werner. Die Verweildauer
ist gering, trotz ausreichend
Sitzplätzen. Abends sähen die Abläufe
etwas anders aus, dann brächten
manche Gäste mehr Zeit mit. Das Geschäft
folgt dem Rhythmus des Tages –
schnell am Mittag, ruhiger am Abend.
Zwei Bilder, eine Branche
Was lange als Großstadtphänomen
galt, hat inzwischen auch die kleineren
Städte und ländlichen Regionen
erreicht: Self-Service, To-go, Systemgastronomie.
Auch der vietnamesische
Betrieb LuMiNa, der im August 2023
in Weißenburg eröffnete, profitiert
vom Mittagsgeschäft. Der Anteil der
Mitnahme-Bestellungen übersteigt
deutlich die Zahl der Gäste, die vor Ort
essen. Schnelligkeit, Planbarkeit und
ein klar umrissenes Angebot werden
zum Wettbewerbsvorteil.
Der Strukturwandel ist nicht nur gefühlt.
Das Bayerische Landesamt für
Statistik spricht von einer Verschiebung
der Konsumgewohnheiten. Während
in den Wirtschaftsgruppen „Restaurants,
Gaststätten, Imbissstuben,
Cafés“ sowie „Ausschank von Getränken“
die nominalen Umsätze steigen,
sinken real, also inflationsbereinigt,
Umsätze und Beschäftigtenzahlen.
Hinter dem scheinbaren Wachstum
verbirgt sich also eine andere Wahrheit:
Mehr Geld fließt über die Theken,
doch es kauft weniger ein.
„In den letzten zehn
Jahren haben im Landkreis
100 Gaststätten
zugesperrt„
Parallel nimmt der wirtschaftliche
Druck zu. Im ersten Halbjahr 2025
wurden im Gastgewerbe 192 Unternehmensinsolvenzen
gezählt, rund
30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Zahlen, die in Branchenkreisen
nüchtern registriert werden, aber in
den Innenstädten konkrete Spuren
hinterlassen: geschlossene Türen, verpachtete
Räume, Inserate mit dem Zusatz
„Nachfolger gesucht“.
Auch regional sind die Veränderungen
sichtbar. Im Landkreis Weißenburg-
Gunzenhausen zählte man im Dezember
2015 noch 541 Gaststätten. Im Februar
2026 sind es 444. Ein Rückgang
um rund 18 Prozent binnen zehn Jahren.
Besonders deutlich trifft es klassische
Speisegaststätten: Ihre Zahl sank
von 334 auf 247. Imbissbetriebe legten
dagegen leicht von 70 auf 80 zu. Die
Verschiebung ist kein abruptes Beben,
sondern ein schleichender Prozess.
„In 27 Jahren Gastronomie waren die
letzten sechs die anspruchsvollsten“,
erzählt Hofer aus Gunzenhausen.
Neben dem Hafner betreibt er noch
das Gorilla Biscuit (2022) in Gunzenhausen,
das Haus am See (2019) in
Absberg, das Kiosk am Hahnenkammsee
(2019) und die Gastronomie am
Altmühlsee (2022). Pandemie, Energiekrise
infolge des Ukraine-Kriegs,
Inflation, die Branche hat mehrere Belastungsproben
erlebt. Und sie wirken
nach, nicht nur in den Bilanzen, sondern
vor allem auch in der Stimmung.
Seit 2019 ist der gesetzliche Mindestlohn
von 9,19 Euro pro Stunde auf 12
Euro im Jahr 2023 gestiegen. 2026 sollen
es 13,90 Euro sein. Laut DEHO-
GA Bayern sind die Arbeitskosten seit
2022 um 34 Prozent gestiegen. Energiekosten
legten um 27 Prozent zu, Lebensmittelpreise
um 26 Prozent. „Der
Preis für Frittieröl hat sich fast verdop-
30
WIKO Ausgabe 2026
pelt“, nennt Hofer ein konkretes Beispiel
dazu. Werner vom HoB spricht
von stark gestiegenen Gemüsepreisen.
„Die größten Belastungen sind die Personalkosten“,
führt Hofer an und fügt
hinzu, er sei froh über ein funktionierendes
Team. Personallastige Betriebe
hätten es besonders schwer, weiß
Berta Jäger, die Kreisvorsitzende des
DEHOGA Bayern. Küche, Service,
Reinigung, die Gastronomie ist arbeitsintensiv.
Effizienz lässt sich dabei nicht
beliebig steigern, ohne das Produkt zu
verändern.
Die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer
für Speisen im Vor-Ort-
Verzehr von 19 auf sieben Prozent sei
„ein Strohhalm zum Überleben“ gewesen,
meint Hofer. Ein „Motivationsschub“,
nachdem die Stimmung zuvor
„drückend“ gewesen sei. Doch Spielräume
für Preissenkungen eröffne die
Maßnahme kaum. „Es ist eine Hilfe,
aber sie eröffnet mir keine Spielräume,
die Preise anzugleichen“, berichtet
Christian Kazor vom Café Retiro
in Weißenburg. Für getränkebasierte
Betriebe wie seinen greift die Entlastung
ohnehin nur eingeschränkt. Die
DEHOGA-Vorsitzende Jäger spricht
von einer notwendigen Maßnahme:
„Es geht um die Existenzsicherung für
unsere Wirtshäuser und Arbeitsplätze
in der Region.“
Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten.
Eine Befragung im Auftrag
der Deutschen Presse-Agentur mit
2.100 Teilnehmenden zeigt, 42 Prozent
der Deutschen verzichten zuerst
auf Freizeitangebote wie Kino, Konzerte
oder Restaurantbesuche, wenn
sie sparen müssen. 34 Prozent nennen
Urlaub, 32 Prozent Möbel. Essen gehen
gilt dabei zunehmend als Luxus
und nicht als alltägliche Gewohnheit,
sondern als eine bewusste Entscheidung.
In gewisser Weise ist die Gastronomie
wie ein Spiegel der Gesellschaft
– hier treffen alle aufeinander. „Geht
es der Wirtschaft gut, konsumiert der
Kunde auch mehr“, ist
sich Hofer sicher. Die
Gastronomie hänge
stark am allgemeinen
Wirtschaftsindex.
Derzeit sei einfach Zurückhaltung
spürbar.
Gäste blieben kürzer,
bestellten weniger.
Das klassische Drei-
Gänge-Menü weicht
einem einzelnen
Hauptgericht, das
Glas Wein eher
einer Schorle,
und mehrere
Getränke oder ein Aperitif für ein
schönes Essen werden eher zur Seltenheit.
Thomas Leinberger vom Kastanienhof
in Pleinfeld hat darauf reagiert. Sein
Betrieb öffnet primär abends, mittags
nur auf Anfrage. „Das klassische Mittagsgeschäft
ist tot“, ist er sich sicher.
Die Buchungen fürs Wochenende hingegen
gingen Wochen im Voraus ein.
Das Geschäft konzentriere sich zudem
„Die Frage ist nicht
mehr, ob sich die
Branche verändert,
sondern wie sie sich neu
positioniert„
auf die erlebnisorientierten Stunden
wie Hochzeiten, Feiern, Treffen oder
einfach mal bewusste Auszeiten vom
Alltag.
Gleichzeitig schließen immer wieder
Betriebe, allerdings nicht immer aus
Insolvenzgründen. Häufig fehlt die
Nachfolge. Ein Gasthof außerhalb
von Gunzenhausen steht leer. Die Betreiber
haben das Rentenalter erreicht,
und die nächste Generation führt nur
die angeschlossene Metzgerei weiter.
„Das ist kein Einzelfall“, weiß Jäger aus
ihrer Verbandstätigkeit. Auch Gastronom
Hofer bestätigt das: „Viele hören
altersbedingt auf, und dann kommt
niemand nach.“
Leinberger aus Pleinfeld sieht zudem
ein strukturelles Problem. In manchen
Häusern sei über Jahre zu wenig investiert
worden. Wer heute übernehme,
stehe erst einmal vor einer Grundsanierung.
Die Einstiegshürden sind hoch,
finanziell wie organisatorisch. Doch
zugleich steigen die Erwartungen der
Gäste: modernes Ambiente, zeitgemäße
Sanitäranlagen, digitale Bezahlmöglichkeiten,
transparente Herkunft
der Produkte. „Man muss mit der Zeit
gehen“, ist sich Leinberger sicher.
Ein weiterer Dämpfer: Kurzarbeit, die
immer wieder als Puffer in der Gastronomie
gedient hat, ist nicht mehr möglich.
Der nächste Belastungsfaktor,
so Jäger. Viele Betriebe reagieren darauf
mit reduzierten Öffnungszeiten,
schlankeren Speisekarten oder klarer
Profilierung. Weniger Vielfalt, dafür
Fokussierung.
WIKO 31
Und doch ist es weniger ein Niedergang
als eine Verschiebung. Mittags
dominieren schnelle, leicht konsumierbare
Angebote wie Bowls, Sandwiches
oder Wraps. Digital bestellt, häufig
zum Mitnehmen. Abends wird das
Restaurant wieder mehr zum Erlebnisraum,
wenn auch mit kürzerer Verweildauer
und genauerem Blick auf die
Rechnung.
Die Frage ist nicht mehr, ob sich die
Branche verändert, sondern wie sie
sich neu positioniert. Zwischen Tradition
und Tempo, zwischen Wirtshauskultur
und Systemgastronomie. Die
bayerische Gastlichkeit verschwindet
nicht, allerdings wird sie selektiver und
spezialisierter.
Zurück im Hafner in Gunzenhausen.
Die beiden Geschäftsleute haben bezahlt,
neue Gäste nehmen Platz, viele
Tische bleiben aber weiter frei. Hofer
blickt durch den Raum. Kein Zusammenbruch,
kein Stillstand, sondern
Bewegung. Die Gastronomie war stets
Spiegel ihrer Zeit. In wirtschaftlich ruhigen
Phasen floriert sie, in angespannten
muss sie ihre Anpassungsfähigkeit
unter Beweis stellen.
Vielleicht wird das Mittagessen künftig
häufiger im Büro gegessen und
der Abend dafür bewusst zelebriert.
Vielleicht werden weniger Betriebe
bestehen bleiben, dafür wirtschaftlich
stabilere. Sicher ist nur: Wer stehen
bleibt, verliert. Wer den Wandel allerdings
annimmt, kann ihn gestalten und
im besten Fall davon profitieren.
32
WIKO Ausgabe 2026
Zwei, die gegangen
sind, um zu bleiben
Von Jan Stephan
Sie waren wie Adidas und
Puma, wie Club und Greuther
Fürth – Sparkasse und
Raiffeisenbank. Ob man
bei den Roten oder Blauen
war, hatte etwas zu bedeuten.
Heute betreiben
sie gemeinsam Filialen.
Die Nähe zu den Menschen
beschwören sie, obwohl
sie sich immer weiter
zurückziehen. Ist das nun
Aufstieg oder Fall des
Systems Regionalbank?
Es gab eine Zeit, da hatte Trommetsheim
eine Bank. Keine Bankfiliale,
nein, eine ganze eigene Bank. Mit Vorstand,
Tresor, Grundsicherung und
allem, was man eben so braucht. In einem
Ort mit 400 Einwohnern. Für diese
goldenen Jahre der Dorfbank muss
man im Kalender nicht weit zurückblättern.
Ihre Geschichte endete erst
1999. Da verschwand Trommetsheim
von der Bankenlandkarte, um mit der
Raiffeisenbank in Markt Berolzheim
zusammenzugehen.
Drei Jahrzehnte, nachdem die damals
kleinste Raiffeisenbank Deutschlands
final ihre Segel streichen musste, hat
sich die regionale Bankenlandschaft so
grundlegend verändert, dass sie kaum
mehr wiederzuerkennen ist. Aus den
geschätzt an die 30 Banken und Bänkchen
auf dem heutigen Landkreisgebiet
sind vier Großanbieter geworden,
die zudem längst über den Landkreis
Weißenburg-Gunzenhausen hinausgewachsen
sind.
Die einsame Filiale der Sparda-Bank in
Treuchtlingen gehört zur Zentrale in
München, die Zuständigkeit der Volksbank-Raiffeisenbank
Bayern Mitte mit
Filiale in Weißenburg reicht immerhin
bis kurz vor den Münchner Flughafen.
Lokaler geblieben sind die Sparkasse
Mittelfranken-Süd, die aber längst
auch bis kurz vor Nürnberg Kredite
ausgibt, und die VR Bank im südlichen
Franken, in der alle Raiffeisenbanken
Wirtschaftsmagazin WIKO
33
des Landkreises verschwunden sind,
die darüber hinaus seit 2023 noch Dinkelsbühl
und Heilsbronn bedient.
Aber: Ist das noch Regionalbank, wenn
der Bankvorstand nicht mehr jeden
einzelnen Weiler im Geschäftsgebiet
kennt? Wenn der Zuständigkeitsbereich
so viele Landkreise umfasst, wie
es früher Gemeinden waren? Erlebt
man hier das Ende einer Entwicklung,
die den ländlichen Raum mit seinen
Sparvereinen und Genossenschaftsbanken
einmal groß gemacht hat? Die
Abwicklung von Banken, die ihre Geschäftsleute,
ihre Landwirte, ihre Häuslebauer
noch persönlich kennen? Oder
verteidigt hier die Peripherie endlich
mal erfolgreich ein Stück Infrastruktur
gegen die Vereinnahmung der Metropolen,
indem sie selbst über sich hinauswächst?
Wilfried Wiedemann: Vom Azubi zum
Bankvorstand bei der Raiffeisenbank.
Stellt man Wilfried Wiedemann, dem
Vorstandsvorsitzenden der VR Bank
im südlichen Franken, derlei Fragen,
wird er still. Er schaut an seinem Laptop
vorbei, nach unten, sucht Antworten
auf dem dicken Teppichboden
des Konferenzraums und in den Jahrzehnten
der Vergangenheit, die er im
Geiste gerade Revue passieren lässt.
Wiedemann ist ein Banker der wirklich
alten Schule. Er spricht jenen melodiösen
fränkischen Dialekt des Hahnenkamms,
in den sich Spuren von
Schwäbisch mischen und der maximal
weit entfernt ist von der gezwungenen
Weltläufigkeit des modernen Banker-
Denglischs.
Er erinnert sich noch an seine erste
Arbeitsstelle in der Filiale in Markt Berolzheim.
„Wir haben da jeden Abend
das Geld gezählt und die Kasse gemacht.
Die Kontokarten der Kunden
waren abgeheftet, wenn du die nicht
gefunden hast, dann wusstest du nicht,
wie viel Geld auf dem Konto war. 13
Mann waren wir da.“ Wiedemann lächelt
milde. Die Welt ist so schnell und
so viel anders geworden, wie sich das
damals kaum jemand hätte vorstellen
können. Das gilt natürlich nicht nur
für die Banken, aber das gilt schon im
Besonderen für sie.
Der Bankvorstand ist jetzt aus seiner
Nachdenklichkeit erwacht und zu
jenem zugewandt zurückhaltendem
Optimismus zurückgekehrt, der ihn
auszeichnet. „Ich kann und will nicht
sagen, wie andere die Regionalität definieren,
aber ich kann sagen, wie wir
es tun.“ Für ihn ist es nicht mehr die
Bankfiliale, nicht mehr das Gebäude,
das die Nähe zu den Kunden herstellt,
es sind die Menschen, die zur Bank gehören.
„Von der Mannschaft, von der
Qualität unserer Leute hängt alles ab“,
sagt Wiedemann, und man ist geneigt,
„Das war schwer. Das
machst du nur, wenn die
Filiale wirklich keiner
mehr braucht„
ihm das auch abzukaufen, es für mehr
als die üblichen Floskeln zu halten.
„Wir brauchen richtig gute Leute, die
hier in der Region verwurzelt sind",
sagt er.
Er persönlich hat noch die Kämpfe bei
Fusionen und Filialschließungen gefochten.
„Ich habe die Filiale in Auernheim
zugemacht, in dem Ort, in dem
Banken und ihr Einfluss auf die Wirtschaft
Sparkasse und Raiffeisenbank
sind ein Wirtschaftsfaktor
in der Region. Und
zwar auf unterschiedlichste
Art und Weise.
1. Sie sind ein wichtiger Arbeitgeber.
Die Sparkasse Mittelfranken-
Süd hat 755 Beschäftigte, bei der
VR Bank im südlichen Franken sind
es 657. In beiden Fällen die Zahl
eines großen mittelständischen
Betriebs. Allein die VR Bank überweist
knapp 30 Millionen Euro an
Löhnen.
2. Sie zahlen Steuern, die vor Ort
bleiben. Die VR Bank überwies im
Jahr 2025 rund 4,3 Millionen Euro
an die Gemeinden in ihrem Geschäftsgebiet,
bei der Sparkasse
waren es 6,4 Millionen Euro. Die
Lohnsteuer der Mitarbeitergehälter,
die bei den Kommunen blieb,
betrug bei der VR Bank weitere 4,3
Millionen Euro. Bei der Sparkasse
dürften das noch mehr sein.
3. Sie zahlen Spenden und Förderungen.
Die Raiffeisenbank überwies
2025 knapp 500.000 Euro an
soziale Projekte aller Art, die Sparkasse
reichte mehr als 700.000
Euro aus. Bei der Sparkasse ist es
sogar vorgeschrieben, dass sie
einen bestimmten Teil ihrer Einnahmen
für gemeinnützige Zwecke
spendet. Bei der genossenschaftlichen
VR Bank ist die Unterstützung
regionaler Strukturen Teil des
Selbstverständnisses.
4. Die Banken gehören der Region.
Die Sparkasse Mittelfranken-Süd
wird von einem Zweckverband
getragen, dessen Mitglieder ausschließlich
Gemeinden sind. Unter
anderem dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen,
dem Landkreis
Roth, Weißenburg, Gunzenhausen,
Treuchtlingen, Ellingen, Pappenheim,
Heidenheim oder Spalt gehört
ein Teil der Sparkasse. Die VR Bank
ist nicht im Besitz von Kommunen,
sondern von Bürgerinnen und Bürgern.
Sage und schreibe 63.289 Genossinnen
und Genossen gab es im
Jahr 2025, denen gemeinsam das
Kreditinstitut gehört.
34
WIKO Ausgabe 2026
ich wohne“, erzählt er, und man sieht
ihm die Schmerzen von damals an, als
ihn auch Nachbarn und Freunde angingen.
„Das war schwer. Das machst
du nur, wenn die Filiale wirklich keiner
mehr braucht“, erzählt der Banker
und schaut einem offen ins Gesicht.
Frequenzzahlen habe man nie veröffentlicht,
sagt Wiedemann und lässt
den Blick nicht ab. „Hätten wir es getan,
dann hätte man uns gefragt, warum
wir die Filiale nicht schon viel früher
geschlossen haben.“ Die Menschen
haben die Filiale im Grunde selbst abgeschafft.
In einer Abstimmung mit
den Füßen, weil sie nicht mehr hingegangen
sind, weil sie sie nicht mehr
gebraucht haben.
Wiedemann hat es vom Azubi bis
zum Vorstandssprecher gebracht, eine
Bankkarriere, die man so leicht heute
nicht mehr hinlegt. Er erinnert sich
auch noch daran, als in Trommetsheim
keine 20 Jahre nach dem Ende der
eigenen Bank auch noch die Filiale im
Ort geschlossen wurde. 2015 war das.
Erst zehn Jahre her, und doch eine andere
Welt. Es gab Proteste, emotionale
Versammlungen, Austritte … Die Bürger
kamen mit Trauerflor in die Informationsveranstaltung.
Man kann sich
das heute gar nicht mehr so richtig vorstellen.
All der Aufstand wegen einer
Bankfiliale, in die kaum mehr einer
ging.
Und heute? Die Bank hat die Menschen
verlassen, aber nur weil die
Menschen die Bank verlassen haben.
Also das Gebäude. Kontoauszüge,
Überweisungen, Daueraufträge, Abhebungen,
das tägliche Klein-Klein des
Bankengeschäfts wird weniger. „Da
kommt doch heute deswegen keiner
mehr in die Bank, das wird mit der App
gemacht“, sagt Wiedemann. Geld wird
inzwischen vor allem digital bewegt
und verwaltet.
Kam früher der Bankmitarbeiter einmal
die Woche mit dem schwarzen
Geldtäschchen an den Wohnzimmertisch,
sieht man ihn heute als Privatkunde
vor allem zu besonderen Gelegenheiten.
Wenn Häuser gebaut,
gekauft oder vererbt werden, wenn
Kinder finanziell abgesichert, Altersvorsorgen
geplant und wenn in regelmäßigen
Abständen größere Vermögensentscheidungen
angegangen
werden.
Der Letzte macht das Licht aus: Erwin Weißlein und Ingrid Horndasch waren die letzten
Mitarbeiter in der Trommetsheimer Raiffeisenbank.
„Wir hätten gar nichts
machen müssen, waren
wirtschaftlich nicht
gezwungen„
Diese Entwicklung ist für die Regionalbanken
ein Problem. Denn wenn es
wirklich egal wäre, ob man sein Geld
einer gesichts- und ortlosen Organisation
anvertraut oder einem Menschen,
der in der Nachbarschaft wohnt und
im gleichen Verein ist, dann gäbe es
die Regionalbanken nicht mehr. Dann
wären nur noch die Consors, ING
DiBas, die Bank of Scotlands dieser
Welt übrig. Keine Filialen, alles online,
klare Konditionen, keine persönlichen
Ansprechpartner. Eine Bank, wie das
Bestellterminal eines Fast-Food-Restaurants.
Jürgen Pfeffer: Vorstand der großfusionierten
neuen Sparkasse.
Der Rückzug aus der Fläche trifft Sparkasse,
Raiffeisenbank und Co also an
einem durchaus verwundbaren Punkt.
An der Nähe zu ihren Kunden. Klar,
die Sparkasse Mittelfranken-Süd wirbt
damit, dass für 90 Prozent der Kunden,
der nächste Geldautomat weniger als
zehn Minuten entfernt ist. Aber zehn
Minuten, das ist eben nicht mehr unbedingt
das eigene Dorf, sondern eher
das übernächste.
Und trotzdem wächst man weiter. Die
Sparkasse Mittelfranken-Süd hat sich
2025 Gunzenhausen einverleibt, die
VR Bank im südlichen Franken entstand
2023 aus der Raiffeisenbank
Weißenburg-Gunzenhausen, der VR-
Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl und
der Raiffeisenbank Heilsbronn-Windsbach.
Die jüngsten Fusionen sind aber
nicht aus der Not, sondern aus der
Überzeugung geboren.
„Wir hätten gar nichts machen müssen,
waren wirtschaftlich nicht gezwungen“,
sagt Jürgen Pfeffer, der stellvertretende
Vorsitzende der neuen Sparkasse
Mittelfranken-Süd. Das ist eine
bemerkenswerte Aussage, denn Pfeffer
war lange Vorstandsvorsitzender der
Sparkasse Gunzenhausen, die zuletzt
die zweitkleinste bayerische Sparkasse
war. Ein bisschen also wie Trommetsheim
damals, nur 30 Jahre später und
deutlich größer. Dasselbe in Rot sozusagen.
„Wir haben die Entscheidung alleine
deswegen getroffen, weil wir gesagt ha-
Wirtschaftsmagazin WIKO
35
ben, das ist die richtige für uns“, stellt
Pfeffer fest. Auch er sieht im Wachstum
eher die Perspektive, eher die Zukunft
als einen Verlust. „Es geht auch
um Spezialisierung in der Beratung.
Die Themen werden immer tiefer und
immer fordernder, da kannst du als
kleinere Bank einfach nicht mehr jedes
Thema in der inhaltlichen Tiefe vorhalten,
die optimal wäre.“ Es gehe darum,
die Qualität der Beratung durch
die Größe auf ein optimales Niveau
zu heben, ohne dabei die Vorteile des
Kleinen und der Nähe zu verlieren,
fasst er zusammen.
Die Spezialisierung ist aber nicht nur
für die Kunden der Bank gut, sie gibt
auch ein wichtiges Signal nach innen.
„Wir können den Mitarbeitern
so etwas bieten. Die Spezialthemen
bieten mehr Entwicklungs- und Karrierechancen
innerhalb der Bank.“ In einem
Arbeitsmarkt, in dem Mitarbeiter
von Raiffeisenbanken und Sparkassen
inzwischen aktiv von Headhuntern
von Großbanken angesprochen werden,
sind die Karrierechancen in der
eigenen Organisation ein
wichtiger Baustein für das
Halten und das Gewinnen
von Mitarbeitern.
Im Falle der Sparkassen-Fusion
spielte aber auch eine
Rolle, dass man damit den
Landkreis auf der roten Seite
der Bankenwelt wieder in
einem Institut zusammenbringt.
„Das hat natürlich
seinen Reiz“, betont Pfeffer.
Denn die Frage nach den
Grenzen einer Regionalbank,
die ist vielleicht nicht
(nur) mit den Kilometern
zu beantworten, die zwischen
den Rändern des Geschäftsgebiets
liegen. Sie ist
vielleicht auch mit der wirtschaftlichen
Struktur und
Mentalität einer Region zu
beantworten.
Sowohl der rote Sparkassler
Pfeffer als auch der blaue
Genossenschafts-Mann
Wiedemann betonen diesen
Punkt. „Das Wichtigste
bei einer Fusion ist,
dass die Wirtschaftsräume
zusammenpassen“, sagt
Pfeffer. „Das muss gegeben
sein, sonst macht es keinen Sinn.“ Dass
Gunzenhausen, Weißenburg und Roth
ähnlich ticken, liegt auf der Hand,
aber im Grunde ist das eben auch der
Grund für die Fusion der Raiffeisenbank
mit den Genossenschaftsbrüdern
und Schwestern in Heilsbronn und
Dinkelsbühl. Ländliche Mittelzentren
mit starkem Handwerk, mittelständischer,
oft familiengeprägter Industrie
und mittelgroßen Landwirten. Weißenburg
ist auf jeden Fall mehr Dinkelsbühl
als Nürnberg.
Grundlegend ging es bei den jüngsten
Fusionen darum, die Wachstumspartner
einzusammeln, die passen und veränderungswillig
waren. Ob jetzt die
Grenzen der Fusion, die Grenzen des
Wachstums erreicht sind? Beide Bankvorstände
antworten zurückhaltend.
Konkrete Pläne dürften aber nirgends
in der Schublade liegen, zu groß sind
die Herausforderungen der Gegenwart,
die vergleichsweise frischen Fusionen
zu verdauen. Aber wenn man als
Banker noch mit Kontokarten gearbeitet
hat und weiß, wo man heute steht,
dann ist man vermutlich vorsichtig geworden
mit finalen Prognosen für die
Zukunft.
Fakt ist aber, dass die natürlichen
Partner für Zusammenschlüsse im regionalen
Bankenwesen jetzt dann mal
alle unter der Haube sein dürften. Erweiterungen
in Richtung Norden und
Nürnberg dürften von der Wirtschaftsstruktur
nicht passen, Erweiterungen
in Richtung Süden, Osten oder Westen
stehen andere Bezirke, Mentalitä-
„Wer würde seine
Kinder schon mit C24
direkt in den Freizeitpark
fahren lassen?„
ten oder gar Bundesländer entgegen.
Zudem hat man sich in Mittelfranken
längst großfusioniert.
Die VR Bank im südlichen Franken
war 2024 im deutschlandweiten Verbund
der 670 Volks- und Raiffeisenbanken
auf einem stolzen 74 Platz zu
finden, was die Bilanzsumme
betrifft. Die Sparkasse Mittelfranken
Süd lag 2025 auf
Rang 74. von 338 deutschen
Sparkassen. Kann also
schon sein, dass man hier
noch Landbanken hat, was
ihren Raum betrifft, klein
allerdings sind sie, was ihre
wirtschaftlichen Bilanzsummen
betrifft, aber schon
lange nicht mehr.
Aber ist über all das
Wachstum nicht auch etwas
verloren gegangen?
Wiedemann denkt wieder
schweigend nach und
schüttelt nach längerem
Nachdenken schließlich
den Kopf. „Nein, ich denke
wirklich nicht, dass wir
viel verloren haben.“ Um
das zu illustrieren erzählt
er eine Geschichte.
Im Grunde besteht seine
Antwort auf die Frage
nach der Nähe seiner
Bank in elf Bussen. Er
erzählt von einer Jugendfreizeit,
die die Bank organisiert
hat, und zu der
so viele Jugendliche ge-
36
WIKO Ausgabe 2026
kommen seien, dass man
diese elf Busse gebraucht
habe. „Das muss man sich
mal vorstellen?! Das ist
ein Wahnsinn“, erzählt
Wiedemann und schüttelt
leicht den Kopf. Tatsächlich
dürfte es eine Art
ultimativer Vertrauensbeweis
sein, wenn man einer
Bank nach dem Zweitwichtigsten,
das man hat
(Geld), auch noch das
Erstwichtigste (Kinder)
anvertraut. Wer würde
seine Kinder schon mit
der C24-Bank direkt in
den nächsten Freizeitpark
fahren lassen?
Zwischenzeitlich hat
Wiedemann seine Marketingmitarbeiterin
gebeten,
auch noch die Zahlen der
Teilnehmerinnen und
Teilnehmer am Malwettbewerb
der Bank zu besorgen.
Sie kommt mit
der beachtlichen Zahl von
fast 500 Klassen zurück,
die zwischen Solnhofen
und Dietenhofen an dem
Raiba-Wettbewerb teilgenommen
haben.
„Aber ist das nicht
auch ein bisschen
Folklore?„
Mehr als 10 000 von Kindern gemalte
Bilder gingen in den Lokaljurys der
Bankfilialen ein. Dass der Vorstand
einer Bank mit einer Bilanzsumme von
4,2 Milliarden Euro, was etwa dem
Bruttinlandsprodukt des Südsudan
entspricht, sich am allermeisten über
10 000 Bilder von Schülerinnen und
Schülern freut, dürfte auch außergewöhnlich
sein.
Aber ist das nicht auch ein bisschen
Folklore? Eine Bank als Partner der
Menschen? Was macht es denn für
einen Unterschied, ob ein Unternehmer
mit seinem Unternehmenskonto
bei comdirect oder N26 ist?
Am besten fragt man einen solchen
Unternehmer nach dem Unterschied.
Der erzählt eine Geschichte aus dem
Beginn der Corona-Zeit. Da habe
eine Bankmitarbeiterin angerufen und
freundlich gebeten, das Konto doch
bitte mal beizeiten auszugleichen.
„Der habe ich gesagt, sie soll jetzt den
Scheiß-Dispo heraufsetzen und in ein
paar Wochen wieder anrufen. Wenn
das Konto dann 100 000 Euro im Minus
ist, dann sperren wir zu“, erzählt
der Geschäftsmann.
Die Bankmitarbeiterin ärgerte sich vermutlich
ein wenig über den rüden Ton,
aber sie kümmerte sich um die Sache
mit dem Dispo und rief länger nicht
mehr an. Sie wusste, dass das Geschäft
es schaffen würde. Sie kannte die Inhaber
und deren Vorgänger, die Frequenz
in normalen Zeiten, ja sie kaufte
selbst dort ein. Ein paar Wochen später
hatten sich die Dinge beruhigt. Soforthilfen
waren gezahlt, Corona-Geschäftsmodelle
aufgebaut, Kurzarbeit
eingeführt, das Geschäft hatte überlebte.
Nicht nur, aber zumindest ein bisschen
auch wegen des Dispo-Rahmens.
In außergewöhnlichen Momenten
kann eine Bank Unternehmen
zum Einsturz bringen oder sie
eben retten. Es geht dann um
Fingerspitzengefühl. „Es gibt
immer Momente, in denen
deine Zahlen mal kurzfristig
schlecht ausschauen“, weiß der
Unternehmer. „Dann gehen
in der Bank automatisch rote
Lichter an. Du brauchst dann
jemanden, der diese Lichter
auch mal ausschaltet, wenn es
gute Gründe dafür gibt. Und
dafür brauchst du jemanden,
der dich kennt und der dir zuhört.“
Einen, den man zur Not
auch mal anschreien kann,
wenn die Welt vollkommen
verrückt spielt.
Die Banken – rot wie blau
– setzen auf dieses Wissen.
Auch wenn die wilden Zeiten,
in denen Mitarbeiter bis
zu gewissen Summen sehr frei
entscheiden durften, in der
modernen Bankenwelt auch
schon länger vorbei sind. Es
gibt Spielräume, und die sollen
genutzt werden. „In einer
Bilanz sieht man vieles, aber
eben nicht alles“, weiß Wiedemann.
Das Wissen vor Ort sei
mindestens genauso wichtig.
Es geht um persönliche Einschätzungen,
die zu den blanken, nackten
Zahlen hinzukommen. „Wir leben
von den regionalen Unternehmen. Wir
„Du brauchst
jemanden, der die roten
Lichter ausschaltet„
sind die Letzten, die wollen, dass da
einer Insolvenz anmelden muss, weil
dann haben wir einen Kunden weniger“,
stellt der Bankvorstand fest. „Der
Unterschied ist der, dass die einfach
wissen, wer du bist und was du schon
geleistet hast, und dass sie dich auch
definitiv nicht hopsgehen lassen wollen.
Weil am Ende leben sie ja von uns,
sind sie abhängig von Investitionen, die
wir über sie abwickeln, und dass sich
regelmäßig immer wieder was tut“, sagt
der Geschäftsmann.
Dass es zwei große Regionalbanken im
Landkreis in der Fläche gibt, ist dabei
nicht unwichtig. Es hält das Geschäft
flexibel. „Du fragst natürlich bei gro-
Wirtschaftsmagazin WIKO
37
ßen Sachen immer beide an. Da geht
es einfach darum, wer etwas ein bisschen
mehr will. Da streckt sich dann
einer ein bisschen mehr als der andere,
und das kann dir helfen.“ Am Ende
kochen sie natürlich auch nur mit Wasser,
weiß der Unternehmer, da gebe es
keine Wahnsinnsangebote jenseits von
Gut und Böse.
Am Ende ist es also weniger das Zinszehntel
eines Darlehens, die zweite
Nachkommastelle bei den Kartenzahlungen
oder das Volumen des Überziehungsrahmens,
die die Beziehung der
Regionalbank mit ihren Unternehmen
so wichtig macht. Es ist eher der Umgang
in schwierigen Zeiten und es ist
die Beratung rundherum. „Wenn du einen
guten Berater hast, dann macht er
dir da Vorschläge, wie du umschulden
kannst, einen Betriebswechsel organisieren
oder auch wie man einen Kredit
leichter argumentiert bekommt.“
Auch dass man leicht Investitionsgeld
für neue Ideen bekommt, ist entscheidend
für die wirtschaftliche Dynamik
einer Region. „Wenn eine Bank dir
kein Geld geben will, dann tut sie das
auch nicht“, erzählt ein anderer Unternehmer.
„Will sie dir aber Geld geben,
dann findet sie dafür schon auch einen
Weg.“
„Big Business und
trotzdem Busse mit
Kindern„
Was also ist die Bilanz dieser Recherchen?
Verschwinden die Regionalbanken
oder haben sie sich in eine neue
Zukunft gewachsen? „Bei der ersten
Fusion, da war das noch der Wahnsinn.
Da hatte man den Eindruck,
der Untergang des Abendlandes steht
unmittelbar bevor“, erzählt einer, der
damals in den Wirtschaftsgremien
unterwegs war. Telefoniert man sich
heute durch die Unternehmerwelt, ist
von Untergang nicht mehr viel zu hören.
Im Gegenteil, man ist zufrieden
mit „seinen“ Banken. Noch immer ein
Name und keine Nummer, und das
bei Instituten, die ihr Geschäftsgebiet
nicht in der Mittagspause ablaufen
können, sondern die national im vorderen
Drittel der Bilanzsummen-Tabelle
mitspielen.
Big Business und trotzdem Busse mit
Kindern. Das könnte das Geheimnis,
das könnte vielleicht die Maxime für
die Zukunft sein. Für das Land dürfte
der Weiterbestand der regionalen
Banken jedenfalls von entscheidender
Bedeutung sein. So viel hat man über
die Jahrzehnte an Zentralität und Institutionen
verloren. Gerichte, Krankenhäuser,
Arbeitsagenturen, Kinos, Postfilialen
… Zeit, dass jetzt was bleibt.
Nicht zuletzt um das Neue, das dafür
kommen muss, zu finanzieren. Irgendwo
muss dieses Geld ja schließlich
auch herkommen.
38
WIKO Ausgabe 2026
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Ein Stück Handarbeitskultur
Wenn man die Tür des Weißenburger
Woll- und Handarbeitsladens
in der Weißenburger Innenstadt öffnet,
taucht man in eine eigene kleine
Welt ein. Wolle, soweit das Auge
reicht: feinste Alpaka-Merino-Qualitäten,
kuschelige Strumpfwolle mit
Aloe Vera oder Edelweiß-Extrakt,
glänzende Seide, Knöpfe in allen
Formen und Farben, dazu Bücher,
Fachmagazine, Strick- und Häkelnadeln.
Es sind sprichwörtlich Hunderte
von Kilos an Wolle und noch
mehr kreative Möglichkeiten. Seit
1. August 1991 gibt es das Fachgeschäft
in der Unteren Stadtmühlgasse
3, welches in diesem Jahr
35-jähriges Jubiläum feiert. Gegründet
und bis heute geführt von
Inhaberin Karin Schärtel. „Handarbeit
bedeutet für mich, etwas Sinnvolles
und vor allem Hochwertiges
mit den eigenen Händen zu schaffen“,
sagt sie. „Das gibt Ruhe und
Ausgleich.“ Die Kundschaft ist bunt
gemischt: Langjährige Stammkunden
treffen auf junge Menschen, die
Stricken und Häkeln neu entdecken
und lieben lernen. Besonders in der
Herbst- und Winterzeit erlebt das
Handarbeiten Hochsaison. Neben
hochwertigen Garnen und Zubehör
steht vor allem eines im Mittelpunkt:
fachkundige Beratung. Ein Angebot
und eine Qualität, die in dieser
Form in unserem Landkreis einmalig
ist. „Ich führe dieses Geschäft
seit 35 Jahren mit Leidenschaft.
Meine Hoffnung ist, dass ich einen
Nachfolger finde, der diesen Laden
mit Fachwissen und Begeisterung
weiterführt, und Weißenburg somit
seinen Woll- und Handarbeitsladen
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den hat sich das vom Ehepaar
Müller geführte Unternehmen als
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eine weitere Filiale zu eröffnen.
Schmuckzeit wächst im Frühjahr
2026 weiter und eröffnet nun
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Müller sieht darin nicht nur einen
Verkaufsstandort, sondern auch
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Auch in Gunzenhausen wird
der Fokus neben Echtgoldschmuck
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Schmuckzeit bietet eine große Auswahl
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unser Unternehmen von
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Landtechnik-Spezialist mit
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Ostermayr plant, das Team in Weißenburg
zu erweitern. Zum Leistungsportfolio
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führender Marken wie „Case IH &
Steyr“ oder „Kverneland“ sowie passende
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40
WIKO Ausgabe 2026
Was eine Fußball-WM
für die Wirtschaft
bedeutet
Von Jan Stephan
Eine Fußballweltmeisterschaft
war mal ein rein
sportliches Ereignis. Das
ist lange her. Die WM ist
längst auch wirtschaftlich
ein Phänomen. Für
den ganzen Planeten, aber
auch für die Unternehmen
vor der eigenen Haustür.
Allein Katar soll 220 Milliarden Dollar
für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft
in seinem Land investiert haben.
Bei dieser Bazooka der Sportökonomie
gibt es aber nicht nur Gewinner,
sondern auch Verlierer. Und zwar auf
globaler, nationaler und lokaler Ebene.
Wir haben uns auf die Suche nach den
Auswirkungen eines Fußballturniers
am anderen Ende der Welt begeben –
und dabei festgestellt: Es geht um die
Wurst, das Bier und Fehltage.
„Manche Leute denken, Fußball sei
eine Frage von Leben und Tod“, hat
der Liverpooler Trainer Bill Shankly
festgestellt und nachgesetzt. „Ich mag
diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen
versichern, dass es noch sehr viel
ernster ist.“ Und zumindest mit Blick
auf die Wirtschaft lässt sich feststellen,
der Mann hatte recht, es ist ernster.
Denn: Fußball beeinflusst heute alles –
zumindest, wenn es sich um das größte
Turnier auf dem Erdball handelt.
Sollte Deutschland bei diesem Turnier
mal nicht in der Vorrunde scheitern,
sondern gewinnen, weil Deniz Undav
in der zweiten Hälfte der Verlängerung
per Seitfallzieher zum Sieg gegen, sagen
wir, Argentinien trifft, wäre dieser
Schuss 55 Milliarden Euro wert. Eine
Studie hat errechnet, dass ein WM-Titel
ein Viertel Prozent Extra-Wachstum
des Bruttoinlandsprodukts im
halben Jahr nach dem Gewinn bringt.
Man kann dem Team von Bundestrainer
Julian Nagelsmann also nur Glück
wünschen. Der Titel täte der deutschen
Wirtschaft gut. Der positive Effekt
kommt im Übrigen von außen und
lässt sich psychologisch begründen.
Die 110 Milliarden Euro trinken nicht
die begeisterten Fans an den Ausschänken
des Public Viewing herein,
sie ergeben sich aus Bestellungen aus
dem Ausland. Der gut einmonatige
Auftritt einer Nationalmannschaft, die
vor den Augen der Weltöffentlichkeit
alles gewinnt, hat ein Echo, weil auf
den Entscheiderstühlen dieser Welt
eben auch nur Menschen sitzen, die
gerne Fußball schauen.
Liegen nach einer WM zwei ähnliche
Angebote für eine, sagen wir, Spritzgussmaschine
auf dem Tisch, entscheidet
der fußballbegeisterte CEO sich im
Zweifel offenbar eher für die Maschine
aus dem Weltmeisterland als für die
einer Nation, die sang- und klanglos
unter Streitereien in der Vorrunde
ausgeschieden ist. Wirtschaft ist eben
doch auch ein gerüttelt Maß Psychologie,
und Image kann Geld wert sein.
Für den Gastgeber zahlt sich eine WM
wirtschaftlich im Übrigen nicht immer
aus. Das hat vor allem damit zu tun,
wie viel neue Infrastruktur geschaffen
werden muss. In Südafrika investierte
Wirtschaftsmagazin WIKO
41
man zwar „nur“ etwa 3,6 Milliarden in
den Bau neuer Stadien und Infrastruktur
– im Vergleich zu Katar geradezu
lächerlich wenig –, aber nur ein Zehntel
dieser Summe sei durch Mehreinnahmen
im Tourismus refinanziert
worden, hieß es damals. In Brasilien
war es vier Jahre später kaum besser.
Viele der Hunderte Millionen Euro
teuren Stadien stehen heute verwaist
oder unternutzt da. In der Arena Pantanal
im brasilianischen Cuiabá übernahmen
zwischenzeitlich Obdachlose
die Umkleidekabinen des WM-Stadiums
und fungierten sie zu einer
dauerhaften Bleibe um. Immerhin eine
sinnvolle Nutzung, könnte man sagen,
allerdings hätte man für die gewaltigen
Summen des Stadionbaus eine ganze
Menge Obdachlosenunterkünfte
bauen können. Das Estádio Nacional
in Brasília wurde zwischenzeitlich als
Parkplatz für Busse genutzt, weil man
gar keine Profimannschaft hatte, die
darin hätte spielen können.
Wirtschaftlich problematisch ist eine
Fußball-WM weltweit vor allem für
Arbeitgeber. Denn in den 39 Turniertagen
mit 104 Partien ist der Fußball
König und die Arbeit wird nicht ganz
so ernst genommen. In steter Regelmäßigkeit
führen Ökonomen vor großen
Turnieren Umfragen und Studien
durch, um zu erfassen, was für ein
Produktivitätsvernichter die schönste
Nebensache der Welt ist. Rechnerisch
ging es etwa 2010 um einen Effekt
von rund 6,6 Milliarden Euro, der den
Unternehmen durch fußballbedingte
Produktivitätsverluste ihrer Mitarbeiter
entgangen sein soll.
Erklären lässt sich das ganz einfach
und durchaus alltagstauglich. Etwa 15
Minuten pro Tag wird sich pro Mitarbeiter
in diesen Wochen auf der Arbeit
mit Fußball beschäftigt. Der schnelle
Plausch über die Rote Karte am Vorabend,
die längere Analyse des Spiels
der deutschen Mannschaft, die Abgabe
des firmeninternen Tippspiels oder bei
manchem auch das Ansehen der Spiele
auf dem Bildschirm des Arbeits-PCs.
Das Turnier kostet Arbeitszeit.
2018 hatten Forscher hochgerechnet,
dass allein das entscheidende Gruppenfinale
der Deutschen gegen Südkorea
die deutsche Wirtschaft bis zu
200 Millionen Euro an Produktivitätsverlusten
gekostet haben dürfte. Der
Grund für diesen hohen Einzeleffekt:
Es fand um 16 Uhr statt, während viele
noch auf der Arbeit waren.
Immerhin, das wird bei der aktuellen
WM eher kein Problem. Die Spiele finden
zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens
statt. Ob das allerdings ein Grund
für die Arbeitgeber ist, sich zu freuen,
dürfte sich erst noch zeigen. Denn in
einer aktuellen deutschlandweiten
Umfrage haben knapp 15 Prozent der
Befragten angegeben, für ein Fußballspiel
in der Nacht den nächsten Tag
krankmachen zu wollen. Weitere fast
22 Prozent haben zumindest schonmal
darüber nachgedacht, das zu tun.
Abgesehen davon werden sich bei
Nachtspielen – die allerdings zumindest
in der Vorrunde die Deutschen
nicht betreffen – auch viele Fußballfans
übermüdet auf die Arbeit schleppen,
was ebenfalls Produktivität kostet
oder im schlimmsten Fall sogar für
Fehler mit direkten finanziellen Folgen
sorgt.
„Ohne einen WM-Titel
für die Nation kann so
eine Weltmeisterschaft
wirtschaftlich sogar ein
Schaden sein„
Man sieht: Ohne einen WM-Titel für
die Nation kann so eine Weltmeisterschaft
wirtschaftlich sogar ein Schaden
sein. Wobei es auch Branchen gibt, die
stark von einer WM profitieren. Vor
Ort sind das vor allem Gastronomen
und Wirte, die Public Viewing in ihren
Lokalitäten veranstalten. Allerdings
auch nur dann, wenn sie die passenden
Örtlichkeiten haben, das Fußballpublikum
zu ihrem sonstigen Betrieb
passt und die Deutschen möglichst
weit kommen.
Auch Brauereien können positiv punkten.
„Das kann bis zu 20 Prozent ausmachen“,
erklärt Jochen Engelhardt,
der Chef der Wettelsheimer Brauerei.
Das allerdings war die Zahl aus dem
deutschen Sommermärchen 2006, als
das ganze Land im Feiertaumel war
und die Deutschen bis ins kleine Finale
kamen. „Es hängt am Ende einfach
stark davon ab, wie weit die Deutschen
kommen. Das ist einfach so“,
erklärt Engelhardt. „Aber wir merken
es schon auch grundsätzlich, dass bei
einem Fußballturnier generell mehr
Bier abgesetzt wird.“
„Das spielt sicher eine Rolle, aber für
uns keine ganz so große“, sagt Katalin
Fürstin von Wrede, die Chefin der
Ellinger Fürst-Carl-Brauerei. „Das ist
auch nicht ganz so einfach auszurechnen,
weil das zum Beispiel auch schwer
von den Effekten eines wärmeren oder
kälteren Sommers zu trennen ist.“ Sie
selbst ist aber schon mal insofern davon
betroffen, dass während des Ellinger
Bierfests vom 3. bis zum 6. Juli das
Achtelfinale der WM über die Bühne
geht. „Wenn da die Deutschen spielen
und die Zeit passt, dann werden wir
das übertragen, und dann wird das
auch voll“, weiß die Fürstin.
Mit dem Terminplan der Weltmeisterschaft
hat sich auch der Ellinger
Festwirt Christian Gruber schon intensiv
beschäftigt, der das Treuchtlinger
Volksfest durchführt. Denn die
Treuchtlinger Festwoche fällt mitten
in die entscheidende Zeit der WM.
Die beiden Halbfinals, das Spiel um
Platz drei und das Finale finden während
dieser Zeit statt. „Wenn die Deutschen
ins Finale kommen, dann zeigen
wir das natürlich, und dann ist das
auch sehr gut für uns, aber allgemein
schreit da kein Festwirt Hurra, wenn
ein Fußballjahr ist“, erklärt er.
Man müsse vorab planen, wann die
Deutschen in der Hauptrunde spielen
könnten, und sich aber auch darauf
einrichten, wenn es nichts wird mit
dem Weiterkommen. Und selbst mit
einem Spiel der Deutschen braucht
man ein Rahmenprogramm mit Musik
am restlichen Abend im Zelt. „Dazu
kommt, dass auch die Übertragung etwas
kostet. Die Technik, aber auch bei
der GEMA muss man das beantragen.“
Einfacher haben es die Metzger der
Region. Neben Bier und Chips zählt
auch Grillfleisch zum Dreigestirn des
Fußballschauens. Bei der Sommer-
WM 2018 stiegen die Bratwurstumsätze
deutschlandweit um rund 50
Prozent. Und da schied Deutschland
ja bekanntermaßen bereits in der
Vorrunde aus. Insofern geht es vom
11. Juni bis zum 19. Juli also im wahrsten
Sinne des Wortes auch um die
Wurst.
42
WIKO Ausgabe 2026
Anzeige
Tagespflege:
Gemeinsam
statt allein
Wie wichtig ist Gemeinschaft im Alter? Und wie kann sie dabei
helfen, den Alltag selbstbestimmt und nicht in Einsamkeit zu
verbringen?
So lange wie möglich im eigenen Zuhause leben. Ein Ziel eines
jeden Einzelnen. Doch mit den Jahren wird der Alltag oft einsamer:
Wege fallen schwerer, Kontakte werden seltener und
Angehörige können nicht immer da sein und geraten bei der
Fürsorge oft an ihre Grenzen. Gerade deshalb spielt Gemeinschaft
eine wichtige Rolle für Lebensqualität im Alter. Das
Konzept der Tagespflege der Diakonie, Altenhilfe Südfranken
setzt genau hier an und verbindet Betreuung, Aktivität und Gemeinschaft
an einem Ort. In der Einrichtung verbringen Senioren
den Tag gemeinsam mit anderen, tauschen sich aus
und nehmen an verschiedenen Angeboten teil. Gespräche,
gemeinsames Singen, Bewegungsangebote und kreative Beschäftigungen
sorgen für Abwechslung und fördern gleichzeitig
geistige und körperliche Fähigkeiten. Oder anders gesagt:
Die Tagespflege schafft einen
Ort, an dem ein Tag nicht nur
betreut, sondern mit Leben gefüllt
wird. Neben der Gemeinschaft
spielt auch die pflegerische
Begleitung eine Rolle.
Fachkräfte unterstützen bei
Bedarf die Körperpflege, achten
auf die Medikamenteneinnahme
und behalten gesundheitliche
Veränderungen im
Blick. Für Angehörige bedeutet
das Entlastung und Sicherheit.
Morgens werden die Gäste gebracht
oder abgeholt, am Nachmittag kehren sie wieder in ihr
Zuhause zurück. Auch finanziell wird das Angebot durch Leistungen
der Pflegeversicherungen unterstützt. Menschen mit
anerkanntem Pflegegrad können dafür monatliche Zuschüsse
erhalten, die zusätzlich zum Pflegegeld oder den ambulanten
Pflegesachleistungen zur Verfügung stehen. Interessierte können
die Tagespflege unverbindlich kennenlernen: Ein kostenloser
Probetag bietet die Möglichkeit, den Alltag in der Einrichtung
selbst zu erleben und erste Eindrücke zu sammeln. „Wir
möchten mit diesem Angebot Lebensqualität im Alter fördern
und gleichzeitig Angehörigen im Alltag spürbar den Rücken
stärken“, sagt Sven Emmerling, Leiter der Diakonie-Altenhilfe.
Die Antwort auf die Frage vom Anfang zeigt sich damit im Alltag
der Tagespflege: Gemeinschaft schenkt Struktur, schenkt
Lebensqualität, schenkt das Gefühl, nicht allein zu sein.
Diakonie-Altenhilfe
schafft Perspektiven
Wenn Menschen im Alter Unterstützung
brauchen, ist es besonders
wichtig, ein Umfeld zu haben, das
Sicherheit, Betreuung und Selbstständigkeit
miteinander verbindet. Genau
hier setzt die Diakonie-Altenhilfe
an. Sie bietet vielfältige Unterstützungsangebote.
Dazu gehören eine
ambulante Pflege zu Hause, Betreutes
Wohnen sowie ambulant betreute
Wohngemeinschaften, zum Beispiel
für Menschen mit Demenz. Ergänzt
wird das Angebot durch weitere
Hilfen wie Tagespflege, Essen auf
Rädern, 24-Stunden-Hausnotruf und
Beratungsangebote für Pflegebedürftige
und Angehörige, mit dem Ziel, den
Alltag zu erleichtern.
Diakonie-Altenhilfe Südfranken
gGmbH
Schulhausstraße 4
91781 Weißenburg i. Bay.
Tel. 0 91 41 / 86 00 - 0
www.diakonie-sf.de
geschaeftsstelle@diakonie-sf.de
Wirtschaftsmagazin WIKO
43
Anzeige
Abschied
mit Demenz
Mit Respekt und
Menschlichkeit
Ein Abschied, der die Realität einer
Demenzerkrankung achtet, stärkt die
Würde eines Menschen dort, wo sie
am verletzlichsten ist. Humanitas
geht einen zukunftsweisenden Weg,
der zeigt, dass Demenz Abschiedsformen
braucht. Das Institut wurde
1984 gegründet. 2014 kam Nicole
Dürnberger in das Unternehmen,
welches sie von ihrem Vorgänger
Edgar Tschernach im Mai 2022
übernahm. „Ich habe die große Ehre
und Verantwortung das Unternehmen
in seinem Sinne und mit großem
Respekt vor seiner Tradition, aber
auch mit eigenen neuen Ideen und
Impulsen angepasst an die Gesellschaft
mit Herzblut weiterzuführen“,
so Nicole Dürnberger.
Treuchtlinger Bestattungsinstitut GmbH
Demenzfreundlicher Bestatter
Verständnis · Würde · Achtsamkeit
Humanitas Treuchtlinger
Bestattungsinstitut GmbH
Nicole Dürnberger
Hauptstraße 10
91757 Treuchtlingen
Tel. 0 91 42 / 36 23
www.humanitas-bestattungen.de
info@humanitas-bestattungen.de
Unternehmensgründung: 1984
Geschäftsführer:
Nicole Dürnberger
Jens Dürnberger
Ebbe im Kopf – so beschreiben manche Angehörige mit
Blick auf ihre erkrankten Lieben das schleichende Versickern
von Erinnerungen, das sich anfühlt wie ein zurückweichendes
Meer: Was eben noch da war, zieht sich unaufhaltsam
zurück, bis vertraute Orientierungspunkte kaum noch sichtbar
sind. Demenz. Rund sieben bekannte Demenzarten sind
heute medizinisch definiert, von denen die oben dargestellte
Alz heimer-Demenz, die häufigste ist. Sie betrifft längst nicht
mehr nur einzelne Personen oder Familien, sondern ganze Gemeinschaften.
Umso wichtiger ist ein würdevoller Umgang –
nicht nur im Leben,
sondern auch im
Abschied.
Seit Oktober 2025
gibt es in Treuchtlingen
einen Ort,
an dem genau
diese Haltung mit
Mitgefühl und
Sorfalt gelebt
wird: das Bestattungsinstitut
Humanitas,
das als erstes in der Region
mit viel Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein
eine demenzfreundliche
Bestattung anbietet. Das
Angebot entlastet Angehörige, würdigt
Betroffene und wird durch die Geschäftsführerin
Nicole Dürnberger und ihrem Mann Jens Dürnberger
behutsam und mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse
der Erkrankung respektvoll gestaltet. „Es geht dabei
gar nicht so sehr darum, dass der oder die demente Person
immer ,versteht', was gerade passiert, sondern
dass sie in erster Linie einfach dabei sein kann“,
so Nicole Dürnberger. Eine demenzfreundliche
Bestattung umfasst zwei unterschiedliche, aber gleichermaßen
wertvolle Leistungen. Zum einen begleitet das Institut
Familien, in denen ein demenzerkrankter Angehöriger den
Abschied eines geliebten Menschen miterleben soll. Stirb
beispielsweise die Ehefrau, während der Ehemann an Demenz
leidet, dann wird ein Konzept entwickelt, welches dem
Erkrankten eine möglichst sichere und stimmige Teilnahme an
Trauerfeier, Abschiednahme oder Beisetzung ermöglicht.
Struktur, Orientierungspunkte, Rituale – alles wird so gestaltet,
dass der Betroffene behutsam durch den Tag geführt und nicht
überfordert wird. Die zweite Form richtet sich an Menschen mit
Demenz selbst. Auch sie können frühzeitig Kontakt aufnehmen
und festhalten, wie Ihre Beerdigung aussehen soll – ein
Angebot, das durch Humanitas Orientierung schenkt und das
Leben angemessen würdigt.
44
WIKO Ausgabe 2026
Anzeige
Überregional
verwurzelt
Seit drei Jahrzehnten steht das Ingenieurbüro Ritzer in Pleinfeld
für Tragwerksplanung und Architektur, die technische
Präzision mit verantwortungsbewusstem Bauen verbindet.
Derzeit realisiert es eines der sozial bedeutsamsten Bauprojekte
im landschaftlich reizvollen Seenland: Mit dem Spatenstich
im Oktober 2025 fiel der Startschuss für ein Gebäude,
das zukünftig für Menschen ein besonderes Zuhause sein soll
– bis zum Lebensende. Das Hospiz am Brombachsee. Es soll
in zwei Jahren fertig gebaut sein – „ein Ort der Menschlichkeit,
der Würde und des Lebensabschlusses“, so Inhaber Dipl.-Ing.
Stefan Ritzer. Entworfen wurde es von einem Architekten aus
Bamberg. Die Steuerung und Ausführung liegt in den Händen
des Ingenieurteams aus Pleinfeld.
Das Ingenieurbüro hat seinen Sitz zwar im Landkreis, arbeitet
jedoch schon längst nicht nur regional. „Unser Team besteht
aus 25 Tragwerksplanern und fünf Architekten. Wir haben
deutschlandweit Aufträge, egal ob Privat- oder Firmenkunden.
Durch unser ganzheitliches Angebot in Kombination mit
jahrzehntelanger Erfahrung und dem Gebrauch von neuester
Technik können wir fachspezifisch und vor allem vollumfänglich
arbeiten – von der Auftragsanfrage, dem Entwurf über Statik
und Bauleitung bis zur endgültigen Abnahme“, sagt Ritzer.
Ganzheitliche
Baukompetenz
Das Ingenieurbüro Ritzer mit
Standort in Pleinfeld hat sich seit der
Gründung im Jahr 1994 zu einem
vielseitigen Ansprechpartner für anspruchsvolle
Bauvorhaben entwickelt.
Das Unternehmen verfügt unter anderem
über eine besondere Expertise
in der Tragwerksplanung bei Massiv-,
Stahl- und Holzbau. Parallel hierzu
bietet es ein umfassendes architektonisches
Leistungs spektrum. Der
Anspruch des Büros liegt darin, funktionale,
wirtschaftliche und zugleich
ästhetisch überzeugende Architektur
zu erschaffen. So verbindet Dipl.-Ing.
Stefan Ritzer und sein Team technische
Präzision mit Gestaltung, die
den Anforderungen
moderner Baukultur
gerecht wird, und
bündelt dies alles mit
Bauphysik und Brandschutz.
Die Drohne des Ingenieurbüros kommt als präzises Prüf- und
Dokumentationswerkzeug zum Einsatz. Sie ermöglicht es, Fassaden,
Dächer und schwer zugängliche Innenbereiche sicher
und effizient zu inspizieren – ohne Gerüst oder Hebebühne.
Dadurch können Schäden oder bauliche Veränderungen frühzeitig
erfasst und detailiert dokumentiert werden. Wie wichtig
der Einsatz neuester Technik in Kombination mit der Drohne
ist, zeigt das sogenannte „Syburg-Projekt“. „Besonders beim
Umbau von Baudenkmälern gibt es bestimmte und spezielle
Herausforderungen – so können wir durch den Einsatz einer
Drohne im Vorfeld prüfen, wo eventuell gefährliche Fehlstellungen
am Objekt liegen,“ so Andreas Obermeyer, Büroleiter.
Damit positionert sich das Ingenieurbüro als fortschritt licher
Dienstleister, der klassische Ingenieurskunst mit digitalen
Werkzeugen verbindet.
Ingenieurbüro Stefan Ritzer
Beratende Ingenieure VDI/BYIK Bau
Gewerbepark 9
91785 Pleinfeld
Tel. 0 91 44 / 92 80 - 0
www.ib-ritzer.de
info@ib-ritzer.de
Unternehmensgründung: 1994
MitarbeiterInnen: 30
Inhaber: Dipl.-Ing. Stefan Ritzer
Wirtschaftsmagazin WIKO
45
Anzeige
Aus der
Region, für
die Region
Fiber Network
WUG: Internet per
Glasfaser
Fiber Network WUG, der regionale
Partner für zukunftssichere Glasfasernetze,
konnte mit seinem breitem
Portfolio aus leistungsstarkem
Glasfaser-Internet, Telefonie, ITund
Datendiensten sowie Streaming-Angeboten
vor Kurzem seinen
tausendsten Kunden begrüßen. Das
Unternehmen versorgt sowohl Privat-,
als auch Großkunden. „Der Schwerpunkt
liegt dabei auf den ländlichen
Gebieten des Landkreises. Wo Orte
wie Theilenhofen, Dittenheim, Westheim,
Raitenbuch und Nennslingen
bereits von der digitalen Infraktruktur
profitieren, werden nun Meinheim
und Burgsalach ausgebaut.“, sagt
Geschäftsführer Marco Kleemann.
Digitalisierung ist nicht nur ein Thema in Städten. Auch auf
dem Land nehmen Menschen das Zukunfsthema in die Hand.
Bestes Beispiel: Pfofeld. Dort ist in den vergangenen Jahren
ein Unternehmen entstanden, das weit über die Ortsgrenzen
hinaus Wirkung entfaltet: die Fiber Network WUG GmbH. Gegründet
wurde es im November 2018 auf Initiative der Nahwärme
Pfofeld eG. Heute stehen sieben Genossenschaften
sowie zwei Kommunen aus dem Landkreis hinter dem Gemeinschaftsprojekt.
Sie alle verband die frühe Erkenntnis,
dass leistungsfähige, regional gesteuerte Internetversorgung
per Glasfaser ein entscheidender Baustein für Lebensqualität
und wirtschaftliche Entwicklung auch im ländlichen Bereich
ist.
Als die Pfofelder Nahwärmegenossenschaft beim Bau des
Wärmenetzes ergänzend Glasfaserleitungen zur Visualisierung
der Anlagen verlegte, war das Potenzial dieser Infrastruktur
noch nicht absehbar. Zunächst übernahm ein externer Anbieter
die Beschaltung des Glasfasernetzes in Pfofeld. Nach
dessen baldigem Rückzug standen die Pfofelder jedoch vor
einer ungewissen Zukunft. Die Antwort war konsequent: Mit
unternehmerischem Weitblick gründeten die Verantwortlichen
ihren eigenen Internetprovider und übernahmen Ausbau, Betrieb
und Beschaltung des Glasfasernetzes in Eigenregie.
Fiber Network WUG GmbH
Ringstraße 19
91738 Pfofeld
www.fiber-network.de
support@fiber-network.de
Unternehmensgründung: 2018
MitarbeiterInnen: 17
Geschäftsführer: Marco Kleemann
Ein besonderer Mehrwert liegt im Beteiligungsmodell: Bürger,
die Mitglied einer der angeschlossenen Genossenschaften,
oder Einwohner der beteiligten Kommunen sind, werden zugleich
Miteigentümer der Infrastruktur. Dieser kommunalgenossenschaftliche
Charakter prägt Fiber Network WUG
bis heute. Nicht kurzfristige Gewinnorientierung, sondern der
nachhaltige Ausbau der Netzinfrastruktur steht im Vordergrund
- insbesondere in kleineren, ländlichen Ortsteilen, die für
große Glasfaser-Anbieter oft als wenig attraktiv gelten. Damit
steht Fiber Network WUG beispielhaft für eine Entwicklung, die
in Pfofeld ihren Start hatte: Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe
- getragen von regionaler Verantwortung und dem
Ziel, die Zukunft vor Ort selbst besser zu gestalten.
46
WIKO Ausgabe 2026
Anzeige
Im Wandel der Generationen
Seit über 45 Jahren ist sie eine Größe
für fundierte steuerrechtliche
und allgemein rechtliche Beratung:
die Hüttl & Kollegen Steuerberater
und Rechtsanwälte GmbH. Eine
Kanzlei mit Hauptsitz in Gunzenhausen
und weiteren Standorten
in Ansbach, Weißenburg und Wemding.
Sie betreut Privatpersonen,
mittelständische Unternehmen
und Freiberufler. Derzeit befindet
sich die Kanzlei in einer Art Generationenwechsel:
an der Spitze der
Hüttl & Kollegen GmbH steht Geschäftsführerin
Dr. Katinka Hüttl,
welche durch ihren Kollegen Simon
Klenner in der Geschäftsführung
unterstützt wird. Durch die Zusammenarbeit
mit ihrem Vater, Werner
Hüttl, dem Senior-Chef, wird bewährte
Kompetenz mit frischen
Impulsen vereint. Mit aktuell 44
Mitarbeitern, darunter 4 Rechtsanwälte
und 9 Steuerberater, bietet
die Hüttl & Kollegen GmbH ein breit
gefächertes Leistungsspektrum.
Dieses umfasst Jahresabschlüsse,
Finanz- und Lohnbuchhaltung,
Steuererklärungen, Betreuung im
Erbschaftsfall, sowie die Begleitung
der Mandanten bei Betriebsprüfungen
und Unterstützung in
der Unternehmensberatung. Auch
die Vertretung gegenüber Finanzbehörden
wird übernommen. Im juristischen
Bereich deckt die Kanzlei
unter anderem das Gesellschafts-,
IT-, Arbeits-, Zivil-, Miet-, Verkehrs-,
Versicherungs- und Medizinrecht
ab. Die Hüttl & Kollegen GmbH hat
ihren Schwerpunkt darauf gesetzt,
ihre Mandanten fachübergreifend
zu unterstützen: rechtliche und
steuerrechtliche Fragestellungen
werden vernetzt betrachtet – sozusagen
Rechtsanwalt und Steuerberater
aus einer Hand. So können
Mandanten umfassend und ganzheitlich
begleitet werden. „Unsere
umfassende Expertise ermöglicht
es uns, als vertrauensvoller Partner
und zentrale Anlaufstelle zu dienen“,
sagt Dr. Katinka Hüttl.
Hüttl & Kollegen Steuerberater und
Rechtsanwälte GmbH
Waagstraße 3
91710 Gunzenhausen
Tel. 0 98 31 / 88 55 46
www.huettl-kollegen.de
info@huettl-steuerberater.de
Punkten durch Portfolio
Die Vorteile liegen auf der Hand:
eigener Verlag, eigene Druckerei,
eigene Werbeagentur und mittlerweile
auch eigene Großwerbeflächen.
Mit diesem Portfolio wartet
die Braun & Elbel GmbH & Co. K.G.
in Weißenburg auf, um so ihren
Kunden zahlreiche Dienstleistungen
anbieten zu können.
Anzeige
Die 2020 als eigene Abteilung
aus der Taufe gehobene Agentur
be media hat es sich deshalb zur
Aufgabe gemacht, aus dem eigenen
Unternehmensportfolio einen
Rundum-Service für ihre Kunden zu
ermöglichen. Dieser beginnt beim
persönlichen Beratungsgespräch,
um anschließend eine passgenaue
Lösung für das jeweilige Anliegen zu
finden. Da die besten Ideen oftmals
vor Ort im Unternehmen entstehen,
pflegt ein eigener Außendienst bestehende
Kundenkontakte und
steht auch bei neuen Anliegen gerne
mit Rat und Tat zur Seite. Zahlreiche
bereits umgesetzte Projekte
und namhafte Referenzen sprechen
für die langjährige Erfahrung, die
seit Gründung im Marketingbereich
gesammelt werden konnten.
Nach Festlegung der Leistungen
entsprechend der Kundenwünsche
greifen in der Umsetzung die einzelnen
Unternehmensbereiche ineinander.
Von der Gestaltung, dem
Satz und dem Druck von Produkten
aller Art reicht das Angebot bis hin
zur Veröffentlichung in den eigenen
reichweitenstarken Medien, um die
Botschaft der Kunden zu vermitteln.
Auch Großflächenwerbung auf
eigenen Bannerflächen rund um
Weißenburg gehört mittlerweile fest
be media – Werbeagentur
Wildbadstraße 16-18
91781 Weißenburg
Tel. 0 91 41 / 85 90 25
www.be-media.de
braun-elbel@be-media.de
Unternehmensgründung: 2020
Geschäftsführer: Ralf Braun
zum Leistungsumfang, wodurch
die Werbemöglichkeiten für Kunden
nochmals ausgeweitet werden.
Bei be media wird der Grundsatz
„Alles unter einem Dach“ deshalb
nicht nur gelebt, er wird durch ein
breites Portfolio auch ermöglicht.
Wirtschaftsmagazin WIKO
47
„Neue Schulden sind
nicht automatisch
problematisch“ Interview: Uwe Ritzer
Ein Anschub für Investitionen,
Innovationen und
wirtschaftlichen Aufbruch?
Oder doch nur
neue Schulden? Was hat
die Bundesregierung mit
den 500 Milliarden Euro
Sondervermögen vor?
Kommt davon auch Geld
auf dem Land an? Ein Gespräch
mit Harald Christ.
Die Sparkasse Mittelfranken-Süd bot
Unternehmern und Top-Managern
aus ihrem Einzugsbereich die Möglichkeit,
mit einem Mann zu diskutieren,
der über das Sondervermögen nicht
nur Auskunft geben kann, sondern
der bei seiner Verwendung direkt
mitredet. Der politisch exzellent vernetzte
Unternehmer Harald Christ ist
Vorsitzender des Expertengremiums,
welches das Finanzministerium bei der
Verwendung der 500 Millionen Euro
berät. Im Nachgang zum Sparkassen-
Unternehmerforum stellte er sich den
Wiko-Interviewfragen.
Herr Christ, Sie sind Vorsitzender des
siebenköpfigen Beirats, der die Bundesregierung
bei der Verwendung des
500-Milliarden-Euro-Sondervermögens
berät. Wie kommt man zu diesem
Job?
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil
hat mich damit beauftragt. Hier spielten
vermutlich mehrere Faktoren eine
Rolle: Ich bringe langjährige Erfahrungen
und Expertise mit, sowohl als Manager
und Unternehmer, aber ebenso
aus der Politik. Ich kenne die handelnden
Personen und die Komplexität der
Aufgaben.
Was konkret ist Ihre Aufgabe?
Wir treffen keine Entscheidungen, das
ist Aufgabe der politischen Akteure.
Wir entwickeln konkrete Vorschläge,
wie in Deutschland schneller und effizienter
investiert werden kann. Dafür
müssen bestehende Hürden identifiziert
und überwunden werden. Der
Beirat schlägt wachstumsfördernde
48
WIKO Ausgabe 2026
Maßnahmen vor und bringt Ideen für
die Zukunftssicherung und Weiterentwicklung
des Wirtschafts- und Innovationsstandorts
Deutschland ein.
Dazu gehören auch Konzepte, wie
Kapital optimal gehebelt werden kann.
Wichtig ist, mit einem regelmäßigen
Monitoring und Transparenz über die
Fortschritte der Investitionen zu berichten.
Wie hat man sich die Arbeit des Gremiums
praktisch vorzustellen?
Alle sieben Mitglieder bringen langjährige
Erfahrung aus unterschiedlichen
Perspektiven ein – aus Wirtschaft, Forschung,
Wissenschaft, Kommunalpolitik
und Gewerkschaften. Zugleich verfügen
alle über relevante Erfahrungen
bei der Umsetzung großer Infrastrukturprojekte
und komplexer Transformationen.
Der Beirat tagt regelmäßig,
tauscht sich mit Fachexperten aus und
erarbeitet Vorschläge, wie die Mittel
aus dem Sondervermögen erfolgreich
und zielgerichtet eingesetzt werden
können.
Wie groß ist Ihr Einfluss auf den Minister
und die Bundesregierung tatsächlich?
Haushaltsrecht ist das Königsrecht des
Parlaments. Unser Beirat ist ein unabhängiges,
ehrenamtliches Expertengremium.
Wir unterstützen und beraten,
geben Impulse und machen Vorschläge.
Die Entscheidungen trifft am Ende
der Deutsche Bundestag.
Warum arbeiten Sie (als Beiratsvorsitzender)
für die schwarz-rote Bundesregierung?
Weil unsere Demokratie keine Einladung
zur Bequemlichkeit ist. Und vor
allem kein Selbstzweck. Sie erfordert
den unermüdlichen Einsatz von uns
allen. Ich möchte meine Erfahrung
einbringen und meinen Teil dazu beitragen,
dass diese Bundesregierung erfolgreich
ist.
Wie viel von den 500 Milliarden wurden
bereits oder werden 2026 ausgegeben?
„Natürlich sind es
zusätzliche Schulden,
aber neue Schulden sind
nicht automatisch problematisch„
Das Finanzministerium informiert darüber
laufend mit einer neu eingerichteten
„Investitionsuhr“ auf der Website.
Für das laufende Jahr sind Gesamtausgaben
von fast 60 Milliarden
Euro geplant. Das beinhaltet auch den
Länderanteil und die Zuweisung an
den Klima- und Transformationsfonds.
Ist Sondervermögen nicht schlicht und
einfach ein Tarnbegriff für Schulden?
„Tarnbegriff“ trifft es nicht. Natürlich
sind es zusätzliche Schulden, aber
neue Schulden sind nicht automatisch
problematisch. Sie müssen aber auf
das gewollte Ziel einzahlen und die
gewünschten Ergebnisse zeigen. Relevant
ist die Staatsschuldenquote, also
das Verhältnis von Verschuldung zum
Bruttoinlandsprodukt. Hier stehen
wir im internationalen Vergleich gut
da. Deutschlands Staatsschuldenquote
steigt bis 2027 voraussichtlich auf
etwa 67 Prozent. Damit liegen wir weit
unter Ländern wie Belgien, den USA,
Großbritannien oder Japan. Wir haben
also die nötige Schuldentragfähigkeit.
Aber natürlich hat die wachsende
Zinslast im Bundeshaushalt einen
Preis. Daher muss das Sondervermögen
so eingesetzt werden, dass daraus
wirklich nachhaltige Wachstumsimpulse
entstehen. Das hat höchste Priorität.
Warum halten Sie es für verantwortbar,
dass der Staat sich derart verschuldet,
geht das nicht zulasten der kommenden
Generationen, der jungen Leute also?
Gegenfrage: Wäre es verantwortbarer,
wenn nicht ausreichend in Infrastruktur
oder Verteidigungsfähigkeit investiert
würde? Dann hätten kommende
Generationen zwar weniger Schulden,
aber eine marode Infrastruktur oder
ein Land, das nicht verteidigungs- oder
wettbewerbsfähig ist. In den letzten
Jahren haben wir in Deutschland mehr
verwaltet als gestaltet. Damit ist jetzt
Schluss. Die Bundesregierung investiert
auf Rekordniveau, und das ist gut
so. Klar ist aber auch, dass die jungen
Generationen mit Recht einfordern,
dass dies verantwortungsvoll geschieht.
„In den letzten Jahren
haben wir in Deutschland
mehr verwaltet als
gestaltet. Damit ist jetzt
Schluss„
Wie stehen die Chancen, dass auch in
ländlichen Räumen wie diesem Geld
aus dem Sondervermögen investiert
wird?
100 Milliarden Euro gehen aus dem
Sondervermögen direkt an die Bundesländer,
sie sind für Kommunen verantwortlich
und damit die ersten Ansprechpartner.
Einige Länder stocken
die Mittel sogar auf – beispielsweise
Rheinland-Pfalz. Friedrich Merz und
Lars Klingbeil haben den Ernst der
Lage erkannt. Investitionen müssen
in der Lebensrealität der Menschen
ankommen. Wenn die neue Schule
endlich gebaut wird, das örtliche
Schwimmbad oder das Krankenhaus
saniert werden und der ÖPNV wieder
verlässlich fährt – dann erfüllen nicht
nur die Investitionen ihren Zweck.
Wirtschaftsmagazin WIKO
49
Dann wächst auch das Vertrauen der
Bürger in die Handlungsfähigkeit des
Staats, und das stärkt unsere Demokratie.
Muss man nicht befürchten, dass das
Geld in Feuerwehrautos oder Wohltaten
fürs Volk fließt, aber nicht wirklich
für Innovationen und Zukunftsinvestitionen
ausgegeben wird?
Wenn die öffentliche Hand sich auf
ihre Kernaufgaben fokussiert – Polizei,
Feuerwehr, Krankenhäuser – dann
trägt das mittel- und langfristig zur Attraktivität
des Standorts bei. Was nicht
passieren darf, ist, dass jetzt großzügig
Verteilungspolitik oder Versprechungen
gemacht werden, wie etwa bei der
Mütterrente. Auch wenn ich jeder
Mutter mehr Rente gönne, werden da
zusätzliche Milliarden ausgegeben, die
in Forschung und Innovation effektiver
und nachhaltiger investiert wären. Am
Ende wäre das auch besser für Familien
und Mütter.
Sie sind ein bundesweit gefragter Referent,
Keynote-Speaker und Diskussionspartner
auf Foren – und werden
VITA HARALD CHRIST
dementsprechend viel eingeladen. Wie
zum Unternehmertreff der Sparkasse
Mittelfranken-Süd vor einiger Zeit in
Schwabach. Wie viel Skepsis schlägt
Ihnen auf solchen Veranstaltungen entgegen?
Wir Deutschen waren vermutlich immer
schon etwas unzufriedener als andere
Nationen – das scheint mir unser
kultureller Habitus zu sein. Die Unzufriedenheit,
die derzeit in unserem
Land herrscht, hat aber eine neue Qualität.
Das nehme ich sehr ernst, und
doch trete ich stets für konstruktiven
und optimistischen Austausch ein. Die
vielen Gespräche mit unterschiedlichsten
Menschen stimmen mich positiv.
Umgekehrt: Was nehmen Sie von Veranstaltungen
wie in Schwabach mit?
Zuversicht. Ich treffe dort Menschen,
die sich Gedanken um die Zukunft
Deutschlands machen. Die wollen
nicht morgen auswandern, sondern
ihren Beitrag einer positiven Entwicklung
leisten. Für mich sind Veranstaltungen
wie in Schwabach sehr wichtig,
weil ich aus Dialogen wie diesen
Harald Christ wurde 1972 in Worms geboren. Sein Vater arbeitete am Fließband
bei Opel, die Mutter in einer Sektkellerei. Nach Mittlerer Reife und
Ausbildung zum Industriekaufmann bei den Stadtwerken Worms startete
er beruflich durch. Er arbeitete erfolgreich im Vertrieb
der Bausparkasse BHW und absolvierte eine
berufsbegleitende Ausbildung im Bank- und Versicherungswesen.
Danach führte ihn seine insgesamt
30-jährige Karriere als Unternehmer, Manager und
Berater durch verschiedene Konzerne, Branchen
und Institutionen. Politisch engagierte
er sich zunächst in der SPD, deren Kanzlerkandidat
Frank-Walter Steinmeier ihn 2009
als designierten Wirtschaftsminister in
sein Schattenkabinett berief. Später verließ
Christ die SPD und trat in die FDP ein,
deren ehrenamtlicher Bundesschatzmeister
er von 2020 bis 2022 war. Inzwischen
hat er auch die FDP wieder
verlassen. Als Unternehmer ist er im Investment-
und Beratungsgeschäft erfolgreich, unter
anderem im Bereich KI. Mit hohen privaten
Mitteln fördert Christ Projekte für Demokratie
und Vielfalt. Seit 2025 ist er Vorsitzender des
neu gegründeten, ehrenamtlichen Investitions-
und Innovationsbeirats, dem neben ihm
Ann-Kristin Achleitner, Sabine Bendiek, Peter
Kurz, Hiltrud Dorothea Werner, Roman Zitzelsberger
sowie als assoziiertes Mitglied Jens
Südekum angehören.
enorm viel mitnehme.
Sie waren Juso, später sogar als designierter
Wirtschaftsminister im Schattenkabinett
des SPD-Kanzlerkandidaten
Frank-Walter Steinmeier. Später verließen
Sie die SPD und schlossen sich
der FDP an, aus der Sie zwischenzeitlich
auch schon wieder ausgetreten
sind. Wo ist heute ihre politische Heimat?
In der demokratischen Mitte. Ich kann
Politik machen, ohne einer Partei anzugehören.
Unsere Demokratie wird angegriffen
– von innen wie von außen.
Wenn Friedrich Merz sagt: „Deutschland
– das sind wir alle“, dann kann
ich ihm nur beipflichten. Es kommt
auf jeden und jede Einzelne in diesem
Land an. Wir alle können einen Beitrag
leisten, ob finanziell, im Ehrenamt,
„Die Bundesrepublik
ist eine einmalige
Erfolgsgeschichte. Wir
machen uns oft schlechter,
als wir sind„
im Diskurs.
Sie sind erfolgreicher Investor und beraten
zudem große Firmen wie die
Schwarz-Gruppe. Teilen Sie das Unbehagen
vieler Unternehmer über die
anhaltend schwierige Lage?
Zoomt man für einen Moment aus
dem Klein-Klein raus, stellt man fest:
Die Bundesrepublik ist eine einmalige
Erfolgsgeschichte. Ein Land, flächenmäßig
so groß wie der US-Bundesstaat
Montana und mit einer Bevölkerung,
die in etwa ein Zwanzigstel der Chinas
entspricht, wurde zur drittgrößten
Volkswirtschaft der Welt – aus eigener
Kraft. Wir machen uns oft schlechter
als wir sind. Alles, was es für den wirtschaftlichen
Turnaround braucht, haben
wir selbst in der Hand: das Knowhow,
das Kapital, die industrielle Basis,
das Unternehmertum, den Fleiß. Nein,
angesichts unserer Stärke und Potenziale
teile ich das Unbehagen mancher
nicht.
Was treibt Sie an?
Genau jene Geschichte, die ich eben
skizziert habe. Deutschland wurde
schon oft abgeschrieben, vor 20 Jahren
50
WIKO Ausgabe 2026
waren wir der „kranke Mann“ Europas.
Mit politischem Mut und Reformbereitschaft
haben wir den Turnaround
geschafft. Es folgten wirtschaftlich
enorm erfolgreiche Jahre. Das und die
Fähigkeiten unserer Menschen sollten
uns Zuversicht geben.
Was macht die Regierung falsch, warum
kommt die wirtschaftliche Entwicklung
nicht so schnell voran wie erwartet
und angekündigt, Stichwort: Herbst der
Reformen?
In Sachen Erwartungsmanagement
hat die Bundesregierung sicherlich
etwas zu ambitioniert begonnen. Wir
müssen den Menschen die Realitäten
und auch unbequemen Wahrheiten
zumuten. Aber auch konsequent aufzeigen,
was zu tun ist, und es dann
auch machen. Der Turnaround ist
eine echte Mammutaufgabe, die man
nicht über Nacht bewältigt. Sie wird einiges
an Kraft kosten, und es gibt immer
mal wieder Rückschläge. Gleichzeitig
muss man der Bundesregierung auch
die notwendige Zeit geben und Vertrauen
entgegenbringen. Die Koalition
arbeitet überwiegend konstruktiv zusammen
– das erlebe ich aus erster
Hand.
Sie engagieren sich mit viel Einsatz und
Geld für die Demokratie. Was würde
eine AfD-Regierung für Deutschland
aus wirtschaftlicher Sicht bedeuten?
Was die AfD mit diesem Land vorhat,
wäre der Abschied von unserem
Wohlstand, wie wir ihn kennen. Nur
mal einige Beispiele: Ausstieg aus der
NATO, Ausstieg aus der EU, Abkehr
vom Pariser Klimaabkommen. Allesamt
Vorschläge, die unserem rohstoffarmen
und exportorientierten Land
massiv schaden würden. Die AfD liefert
keinerlei konstruktive Beiträge.
Manche Unternehmer scheinen sich zu
wünschen, dass die Brandmauer zwischen
Union und AfD fällt. Was wären
die Konsequenzen?
Von solchen Fantasien kann ich nur
dringend abraten. Gemeinsame Sache
mit der AfD zu machen, würde bedeuten,
sie weiter salonfähig zu machen.
Die AfD denkt und handelt nicht im
„Was die AfD mit
diesem Land vorhat,
wäre der Abschied von
unserem Wohlstand, wie
wir ihn kennen„
Interesse Deutschlands. Sie macht gemeinsame
Sache mit den Trumpisten
in den USA und geht auf die Knie vor
dem Kreml. Das muss jedem klar sein.
Es wäre auch die Spaltung der Union,
weil viele Mitglieder das nicht mitgehen
würden – und viele ihrer Wählerinnen
und Wähler auch nicht.
Müssen wir alle länger arbeiten?
Dem deutschen Arbeitsmarkt gehen
aus demografischen Gründen in den
nächsten zehn Jahren effektiv sieben
Millionen Erwerbstätige ab. Allein
um unsere sozialen Sicherungssysteme
aufrechtzuerhalten, müssen wir
die Arbeitsbedingungen so gestalten,
dass Arbeit und auch Mehrarbeit attraktiver
werden und die Produktivität
wächst. Dazu gehört, die Entwicklung
der Lohnnebenkosten im Blick zu behalten,
die Steuerklassen auf ihre Aktualität
zu prüfen und KI sinnvoll und
breit im Arbeitsalltag einzusetzen. Nur
zu sagen, alle Arbeitnehmer müssten
einfach nur etwas mehr arbeiten, greift
zu kurz und wird der Komplexität
nicht gerecht.
Sie haben, bei ihrem Auftritt in Schwabach,
für Optimismus und Tatkraft plädiert.
Jammert das Land zu viel?
Die Lage ist herausfordernd und die
Aufgaben sind groß, da will ich nichts
beschönigen. Doch mit Jammern ist
noch niemand aus dem Tal gekommen.
Wir haben es selbst in der Hand. Wir
haben innovative Start-Ups und herausragende
Weltmarktführer, unsere
mittelständisch geprägte Wirtschaft
mit ihren zahlreichen Hidden Champions
ist weltweit einmalig. Wir verfügen
in Deutschland über bedeutende
Familienunternehmen, die kraftvoll in
den Standort investieren, über Exzellenzuniversitäten,
die zu den Besten
der Welt gehören, und eine exzellente
Forschungslandschaft. 2025 entstanden
täglich etwa zehn Start-Ups – damit
wird in Deutschland auf Rekordniveau
gegründet. Wir in Deutschland
müssen uns nicht verstecken, ganz im
Gegenteil.
Wirtschaftsmagazin WIKO
51
Es wird Raum für
Neues brauchen
Gastbeitrag von Dr. Simon Amesöder
Der Landkreis steht vor
Umbrüchen. Es ist offensichtlich,
dass seine
Kernwertschöpfungsketten
unter enormen
Druck geraten sind.
Neuorientierung ist keine
Wünschbarkeit mehr,
sondern ein Muss.
Allein der Wille zur Transformation
reicht nicht. Im Wettbewerb ist es
leichter gesagt als getan, neue Produkte
und Kunden zu erschließen. Herausforderungen
hängen nicht nur an
bürokratischen Anforderungen, sondern
auch an fehlenden Referenzen in
anderen Branchen oder am Preisdruck
aus dem Ausland. Die Unternehmen
brauchen in den nächsten Jahren ein
wohlmeinendes Umfeld. Das beginnt
in der Politik, setzt sich bei Verwaltung,
Bildungssystem und Finanzinstituten
fort und hört bei den Bürgerinnen und
Bürgern nicht auf.
Im Zuge der Transformation werden
Innovationen immer wieder auch neue
Geschäftsmodelle mit sich bringen.
Dienstleistung und produzierendes
Gewerbe verschmelzen in solchen.
Die neue Dynamik dürfte es mit sich
bringen, dass auch in Altmühlfranken
verstärkt Start-Up-Unternehmen als
Neu- oder Ausgründungen auf den
Plan treten. In solchen Strukturen können
Old-Economic- und New-Business-Models
zusammenkommen, um
die Produkte der Zukunft zu schaffen.
In einer Mischung aus Big-Data-Anwendung,
KI-Ressourcen und Technologietransformation.
Die ersten Ansätze sind in Altmühlfranken
bereits geschaffen. Das Ecosystem
für Start-ups zielt in diese Richtung
und will ein Umweltsystem für
Innovationen schaffen. Es führt kein
Weg daran vorbei. Die Zukunft gibt
es nur zu gewinnen, wenn man bereit
ist, bestehende Strukturen zu hinterfragen.
Insgesamt muss dem Wagnis
wieder mehr Raum und nicht zuletzt
auch Kapital gegeben werden.
Will die Region mit ihren Unternehmen
wettbewerbsfähig bleiben, müssen
Effizienz und Produktivität weiter
steigen. Das ist vor allem mit den Fähigkeiten
der Digitalisierung und der
KI möglich. Zur Umsetzung brauchen
wir unsere junge Generation, die mit
den neuen Möglichkeiten aufwächst.
Das Potenzial ist enorm. Dieses gilt es
zu fördern und zu fordern. Die Integration
junger Kolleginnen und Kollegen
in die Unternehmen erfordert Aufwand,
der sich jedoch rasch auszahlt.
Weil sich die neuen Technologien so
schnell weiterentwickeln, wird man
auch in der Aus- und Weiterbildung
neue Wege gehen müssen. Ein Schlüssel
liegt wohl in der besseren Vernetzung
von Theorie und Praxis, da es
sich im praktischen Anwenden leichter
„begreifen“ lässt – frei nach dem Motto
„Probieren geht über Studieren“.
Ein wesentlicher Baustein einer guten
wirtschaftlichen Zukunft wird die
Versorgung mit günstiger, selbst hergestellter
Energie sein. Initiativen von
Politik und Wirtschaft müssen hier
ins Ziel gebracht werden, auch
über Gemeinde- und Parteigrenzen
hinweg. Aber bevor wir in
die Lösungsstrategien gehen,
lohnt ein Blick auf den Status
quo. Wo steht der Landkreis?
Der Prognos Zukunftsatlas
ist eine aufschlussreiche Bestandsaufnahme.
Auffällig in dieser alle drei Jahre durchgeführten
Analyse der deutschen
Wirtschaftsräume ist, dass „unsere
Nachbarn“ allesamt einen „Ticken“
besser abschneiden und dass hinter
den Nachbarn schon hochinnovative
Zentren wie Erlangen, Ingolstadt und
Regensburg kommen oder entwicklungsstarke
Zentren wie Nürnberg,
Augsburg und München. Unser Landkreis
liegt in der Mitte des starken deutschen
Südens.
Die Prognos Studie von 2025 bewertet
Weißenburg-Gunzenhausen mit einem
ausgeglichenen Chancen-Risiken-
Verhältnis. Im Gesamtranking der 400
deutschen Landkreise und kreisfreien
Städte hat sich Altmühlfranken von
Rang 300 im Jahr 2022 auf Rang 195
in 2025 verbessert. Aber woher kommt
dieser Sprung und wie steht es konkret
52
WIKO Ausgabe 2026
um die wirtschaftlichen Chancen und
Risiken der Region?
Wir schneiden in der 2025er-Auswertung
in vier Kategorien erheblich besser
ab. 1. Arbeitsmarkt (von Rang 378
auf 129), 2. Wohlstand und soziale
Lage (137 auf 77), 3. Allgemeine Stärke
(250 auf 202), 4. Dynamik (379 auf
153). Dagegen verlieren wir in zwei
Kategorien deutlich. 1. Demografie
(118 auf 203), 2. Wettbewerb & Innovation
(276 auf 337).
Das ist besorgniserregend, denn bei
den letzten beiden Kategorien handelt
es sich um Bereiche, die in die Zukunft
weisen. Während die Bestandslage
stabil ist, stehen die Zeichen bei wesentlichen
Zukunftsmarkern eher auf
Gelb. Und das in einer Zeit der Krisen.
Im Kontext weiterer Kriege und globaler
Wettbewerbsherausforderungen
wie Zöllen oder einem hohen Ölpreis
ist eine positive Entwicklung fraglich.
Überregional und regional trübt sich
der Arbeitsmarkt insbesondere im produzierenden
Gewerbe deutlich ein. Es
gibt Werksschließungen und Produktionsverlagerungen
ins Ausland. Auch
in der Exportstärke sind merkliche Einbußen
zu verzeichnen.
Unbestreitbar gibt es große Herausforderungen,
aber in diesen stecken
auch große Chancen. Grundsätzlich
werden lokale Geschäftsbeziehungen
im Zuge der eingeschränkten globalen
Möglichkeiten wieder eine größere
Rolle spielen. Das gilt für die gesamte
Wirtschaft, vor allem aber für Industrieunternehmen.
Wenn Nähe aber
wieder wichtiger wird, dann ist die
Lage im starken Süden ein Vorteil.
Gezielt sollten wir die Absatzmärkte
in den dortigen Regionen beobachten
und unsere eigene Ausrichtung auch
unter dem Aspekt der Local-for-Local-
Produktion anpassen.
Im Bereich Handel und Dienstleistung
spürt man bereits einen moderaten
Trend zur Expansion in Nachbarregionen.
Händler und Dienstleister
gründen oder erwerben richtigerweise
Filialen im Umland. Dem Blick
auf und zu unseren Nachbarregionen
kommt eine hohe Bedeutung zu. Wollen
wir die Märkte im direkten Umfeld
optimal nutzen, dann geht es auch um
eine gute Anbindung. Sämtliche Möglichkeiten
zum Erhalt und Ausbau der
Infrastruktur bei Straße und Schiene,
aber auch in der Kommunikation müssen
genutzt werden.
Vor Ort war die Initiative zur Aufnahme
des Ist-Zustands des Landkreises
im Rahmen des Standortstrategieprozesses.
Mit der Auswertung ergibt
sich ein klares Bild der Wirtschaft in
der Region. Den Landkreis prägt seine
vielfältige wirtschaftliche Ausrichtung.
Es stechen aber die Wertschöpfungsketten
in der Kunststoff- und
Automobilbranche, der Steinindustrie
und dem Tourismus deutlich hervor.
Von rund 33.000 Sozialversicherungsbeschäftigten
waren im Jahr 2024 im
Gewerbe knapp 40 Prozent und im Bereich
Dienstleistungen/Handel knapp
60 Prozent (davon 20 Prozent im Gesundheitswesen)
registriert.
Ausreichend Ressourcen stehen im
Tourismus bereits zur Verfügung und
bieten auch für die Zukunft enormes
Potenzial. Die Chance Center Parcs
hat man zwar verpasst, damit aber gilt
es sich abzufinden, nun kann der Fokus
nur darauf liegen, mit einer Vielzahl
kleinerer Projekte die touristische
Attraktivität weiter zu steigern. Die
Lösung der Algenthematik ist dafür
Voraussetzung. Sie muss mit voller
Kraft von allen Beteiligten angegangen
werden. Andernfalls droht sich für
das Fränkische Seenland ein Negativ-
Image festzusetzen. Aktivitäten und
Gastronomie an den Seen können sich
nur dann nachhaltig weiterentwickeln,
wenn auch verlässlich Gäste kommen.
Dazu sind neben Privatinvestoren
auch die Zweckverbände am Zug, um
die vielerorts begonnenen Maßnahmen
abzuschließen und weitere in die
Wege zu leiten.
Gemeinsam an einem Strang gezogen
wird auch bei der Förderung der Innenstadtentwicklung.
Die Bündelung
der Kräfte in den Stadtmarketingvereinen
ermöglicht die gezielte Unterstützung
des Einzelhandels. An den
Umsatz- und Frequenzzahlen zeigt
sich allerdings, dass die bisherige
Unterstützung noch nicht ausreicht.
Weitere Ideen und Konzepte müssen
geschmiedet und umgesetzt werden,
damit unsere Innenstädte auch weiter
ein Aushängeschild bleiben. Die Wirtschafsverbände
und die Kommunalpolitik
sind sich dieser Verantwortung
bewusst. Entscheidend wird sein, dass
die Bürgerinnen und Bürger die Angebote
annehmen und in den örtlichen
Läden und Geschäften einkaufen.
Herausfordernd wird im Bereich Tourismus
sowie in den Handwerksberufen
und dem Handel die Verfügbarkeit von
Personal und Fachkräften. Für die Betriebe
wird nicht nur die Vermarktung
ihrer Produkte, sondern in Zukunft
immer mehr auch die Vermarktung
ihrer Berufs- und Arbeitsfelder über
wirtschaftlichen Erfolg entscheiden.
Die leicht steigende Anzahl von Neuverträgen
im Auszubildendenbereich
seit 2021 macht Hoffnung und zeigt,
dass Traditionsberufe wieder an Prestige
gewinnen. Wahrscheinlich hat
sich herumgesprochen, dass auch dort
gutes Geld verdient werden kann.
Ganz allgemein stellt sich die Frage,
wie Wirtschaft und Gesellschaft wieder
zusammenrücken können. Zuletzt
gab es immer wieder Fälle, in denen
Einzelinteressen das große Ganze beschädigten.
Der Appell aus der Wirtschaft
richtet sich hier an die vermeintlich
Betroffenen, mit Augenmaß im
Sinne der Allgemeinheit zu handeln.
Infrastrukturprojekte sowie Gewerbeansiedlungen
müssen auch weiterhin
möglich sein. Auch zukünftig werden
Investitionen in kleinere und größere
Projekte benötigt, um in neue Themen
zu investieren und den Anschluss
nicht zu verlieren. Darauf basiert unser
heutiger Wohlstand.
Ein Bewusstsein zu schaffen, dass florierende
Unternehmen allen Bereichen
der Gesellschaft guttun, ist eine
Aufgabe der Wirtschaft. Sie muss Bürgerinnen
und Bürgern stärker erklären,
wo die Herausforderungen liegen und
mit welchen Problemen sie zu kämpfen
haben. Wirtschaft und Gesellschaft
müssen wieder besser harmonieren.
Ganz ehrlich: ein Stück weit bedarf es
wieder mehr der deutschen Tugenden
und dem „Made in Germany“-Gedanken,
um die angespannte Ertragssituation
vor allem im Mittelstand wieder
auf gesunde Füße zu stellen. Erst dies
ermöglicht den Unternehmen Spielraum
in der Vergütung der Mitarbeitenden.
Auf diesen Pfeilern ist unser
Wohlstand mit all seinen Vorzügen
aufgebaut - darauf sollten wir uns immer
wieder Besinnen.
Wirtschaftsmagazin WIKO
53
Hinter den
WIKO-Kulissen
Hinter einem Magazin steckt immer ein
Team. Ein Blick hinter die Kulissen.
Jan Stephan
Redaktionsleitung
Markus König
Mediaberater
Impressum Team
Das WIKO geht ins sechste Jahr seines Bestehens. Es ist Tradition,
dass sich im Team Kontinuität und Wandel die Waage halten. Neue
Stimmen geben Impulse, bekannte Gesichter sorgen dafür, dass nicht
vergessen wird, warum das Alte auch mal neu war.
Mit Ina Brechenmacher kehrt eine Autorin zurück, die vor zwei
Jahren schon Teil der WIKO-Redaktion war. Diesmal sucht sie in
Weißenburg eine Wohnung. Sina Schneider ist
erstmals als Autorin Teil des WIKO. Die Tagblatt-Redakteurin
sieht sich in der Gastro-Szene
des Landkreises nach Trends um.
Ein wichtiger Neuzugang im Team ist Markus
König, der ab sofort das Projektmanagement
übernimmt und sich um die Betreuung der Anzeigenkunden
kümmert. Er macht das mit dem
Enthusiasmus, den dieses Heft verdient hat.
Und natürlich darf
Uwe Ritzer nicht fehlen,
der vielfach preisgekrönte
Wirtschaftsjournalist
der Süddeutschen
Zeitung ist ein langjähriger
Begleiter unseres
Magazins.
Celine Ritzer
Redaktion
Uwe Ritzer
Berater und Redaktion
Sven Katheder
Layout und Design
Sina Schneider
Redaktion
Felix Oeder
Projektmanagement
Tanja Meyerhöfer
Layout und Design
Ina Brechenmacher
Redaktion
Ingrid Philipp
Lektorat
Erik Körner
Layout und Design
Herausgeber/Verlag: Braun & Elbel GmbH & Co. K.G., Verlag Weißenburger Tagblatt, Wildbadstraße 16-18, 91781 Weißenburg, Tel.
0 91 41 / 85 90 90, info@wiko-wug.de; Projektmanagement: Felix Oeder (Kontakt: oeder@wiko-wug.de); Redaktionsleiter: Jan
Stephan; Layout & Design: Sven Katheder, Erik Körner, Tanja Meyerhöfer (be media); Lektorat: Ingrid Philipp; Verteilung: Beilage
im Weißenburger Tagblatt, Treuchtlinger Kurier und Altmühl-Boten; Erscheinung: 1 x jährlich (März/April); Auflage: ca. 20.000;
Druck: Buch- und Offsetdruckerei Braun & Elbel GmbH & Co. K.G., Wildbadstraße 16-18, 91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 85 90 90,
druckerei@druckinwug.de, www.druckinwug.de; Bildnachweise: Titel (Montage/Erik Körner); S. 3 Jan Stephan (Onur Alagöz);
S. 4 Envato Elements; S. 6 Ellingen (WT Archiv); S. 7 Wohnung (WT Archiv)); S. 8 Wohnblock (Ina Brechenmacher); S. 10. Envato
Elements; S. 11 Ina Brechenmacher; S. 12 Mory; S. 13 Rom Zaunbau; S. 14 Borsch Gruppe; S.15 Autohaus Neulinger/M&B
Gebäudetechnik; S.16 Envato Elements; S.17 Envato Elements, Uwe Ritzer (Fotostudio Rainer Lentz); S. 18 Walter König;
S. 20 Dietmar Drummer; S. 24 Landratsamt Weißenburg; S. 25 Stadt Weißenburg; S. 26 m3 profile; S. 27 Franken-Schotter;
S. 28 Härtha; S. 29/30 HOB (Sina Schneider); Schnitzel (Westend61/AustrianImages); S. 31 Infografik: dpa; S. 32 LamLam
(Sina Schneider); S. 33 VR-Bank (Jan Stephan), Sparkasse; S. 34 Wilfried Wiedemann (Foto Braun); S. 35 oben (Archiv Weißenburger
Tagblatt); Jürgen Pfeffer (Manuel Mauer); S. 38 Jan Stephan; S. 39 Karin's Handarbeitsladen; Schmuckzeit; S. 40
Ostermayr; S. 41 Archiv Weißenburger Tagblatt; S. 43 Diakonie; S. 44 Humanitas; s. 45 Ingenieurbüro Stefan Ritzer; S. 46 Fiber
Network WUG; s. 47 Hüttl & Kollegen/be media; S. 48 Bundesministerium der Finanzen/Photothek; S. 51 Tham Kee Chuan; s.
52 Simon Amesöder; S. 54 Portraits Uwe Ritzer/Celine Ritzer (Fotostudio Rainer Lentz).
Die mit Namen oder Zeichen versehenen Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der WIKO-Redaktion wieder. Aus Gründen
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54
WIKO Ausgabe 2025
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