05.04.2026 Aufrufe

WIKO 2026 – Das Wirtschaftsmagazin für Altmühlfranken

Der Wirtschaftskompass Altmühlfranken stellt leistungsfähige Unternehmen der Region vor und widmet sich in Reportagen, Interviews und Meinungsbeiträgen der Gegenwart und Zukunft der regionalen Wirtschaftswelt.

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2

WIKO Ausgabe 2025

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Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

es besteht die Gefahr, dass wir Ihnen ein bisschen auf die Nerven gehen mit unserem

Willen zum Optimismus. Immerhin hatten wir uns schon in der vergangenen Ausgabe

für ein zukunftsfreudiges „Weg mit dem Grau“ als Titel für unser Heft entschieden.

Und nun kommen wir Ihnen mit dem sportlichen Slogan „Zeit, dass sich was dreht“.

Während Kriege lodern, die Arbeitslosigkeit steigt, Energie wieder Thema wird und das

Wirtschaftswachstum das vierte Jahr in Folge nicht so richtig anspringt.

Echt jetzt?! Ja, echt jetzt!

Und wir erklären auch warum. „Zeit, dass sich was dreht“ – das ist eine Situationsbeschreibung.

Wir stehen vor Veränderungen. Auf globaler, auf nationaler, auf lokaler

Ebene. Es kommen Dinge in Schwung, deren Bewegung man nicht mehr aufhalten, deren Richtung man aber

steuern kann. Es ist eine Zeit, in der sich was dreht, in der sich was bewegt.

Nun neigt der Mensch dazu, gerade den ihm bekannten Zustand der Welt als normal zu betrachten. Veränderungen

erscheinen ihm stets wie eine eher unnatürliche Abweichung von dieser Norm. An einem Punkt so großer

Dynamik tut daher eine kleine Geschichte der lokalen Veränderung gut. Denn Dinge haben sich schon immer

gewandelt, und untergegangen ist die Welt noch nie. Also zumindest bisher.

Wir haben uns Dinge angesehen, die sich in den vergangenen ein, zwei Jahrzehnten verändert haben. Wie liefen

diese Prozesse ab? Was war gut an ihnen, was war schlecht? Wir werfen auch einen Blick auf Dinge, die gerade

dabei sind, sich zu wandeln. Und wir nehmen ein paar Bereiche in den Blick, die dringend Änderungsbedarf hätten,

bei denen sich aber – zumindest auf den ersten Blick – noch nicht so viel zu tun scheint.

Gedreht hat sich auf lokaler Ebene schon politisch einiges. Zwei der drei großen Städte im Landkreis haben

nach 18 beziehungsweise zwölf Jahren neue Rathauschefs bekommen. Weißenburg ist weiter SPD-regiert und

Gunzenhausen CSU-geführt, aber mit Eva Reichstadt und Matthias Hörr sitzen jetzt deutlich jüngere Personen

an den Hebeln.

Und natürlich hat „Zeit, dass sich was dreht“ auch etwas mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu tun, die vom 11.

Juni bis zum 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada über die Bühne geht. Der Fußball ist eines der letzten Lagerfeuer,

um das sich die Weltöffentlichkeit versammelt. Und er ist sogar in der Lage, wirtschaftliche Impulse zu

geben, wie wir in diesem Heft zeigen. Im Guten wie im Schlechten.

Ein klein bisschen wird die weitere Entwicklung des Wirtschaftswachstums also auch davon abhängen, wie gut

die deutsche Nationalmannschaft in diesem Sommer performt. Die Spiele der Elf von Julian Nagelsmann beim

Public Viewing in einem Biergarten des Landkreises zu verfolgen, ist in diesem Sinne also doppelte Wirtschaftsförderung.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß in diesem Sommer und bleiben optimistisch. Bei Wirtschaft und WM!

Jan Stephan

WIKO-Redaktionsleiter

Wirtschaftsmagazin WIKO

3


HERAUSGEBER

Braun & Elbel GmbH & Co. KG,

Verlag Weißenburger Tagblatt

Wildbadstraße 16-18 | 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 85 90 90

www.wiko-wug.de | info@wiko-wug.de

PROJEKTMANAGEMENT

Markus König

Tel. 0 91 41 / 85 90 24

koenig@wiko-wug.de

REDAKTION

Jan Stephan (Leitung) | Uwe Ritzer (Berater)

LAYOUT UND DESIGN

be media – Werbeagentur

Verlag Weißenburger Tagblatt

Sven Katheder | Tanja Meyerhöfer

Erik Körner

braun-elbel@be-media.de

LEKTORAT

Ingrid Philipp

DRUCK UND VERTEILUNG

Buch- und Offsetdruckerei

Braun & Elbel GmbH & Co. K.G.

Verlag Weißenburger Tagblatt

Wildbadstraße 16-18 | 91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 85 90 90

Erscheinung als Beilage im Weißenburger Tagblatt,

Treuchtlinger Kurier und Altmühl-Boten Gunzenhausen

Auflage: ca. 20.000 Exemplare

"Zeit, dass sich was dreht", lautet der

Titel dieses Hefts. Das bezieht sich auf

den Fußball, der mit einer WM in der

Lage ist, wirtschaftliche Impulse zu setzen.

Das bezieht sich aber auch darauf,

dass wir der Überzeugung sind, dass

sich jetzt mal grundlegend was ändern,

sich was in die richtige Richtung drehen

muss. Dafür gibt es einige Ansätze, die

wir in diesem Heft beleuchten. Von der

medizinischen Versorgung bis hin zur

Gastronomie.

4

WIKO Ausgabe 2026


Inhaltsverzeichnis

Ist der altmühlfränkische

Wohntraum wirklich ausgeträumt?

Der Run auf Wohnungen ist groß 06

Von Ina Brechenmacher

Handwerk/Immobilien:

Mory, ROM Zaunbau, Bosch Gruppe,

Autohaus Neulinger,

M&B Gebäudetechnik 12

Wegducken gilt nicht!

Medizinische Versorgung macht Sorgen 16

Von Uwe Ritzer

Das Wunder von der Stücklen-Straße

Die zwei Leben des Kunststoff-Campus 18

Von Uwe Ritzer

Behörden/Industrie:

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen,

Stadt Weißenburg, m3profile,

Franken-Schotter, Härtha-Weißenburg 24

Zwischen Wirtshaus, Kosten-

steigerungen und Bowl Bar –

eine Branche im Umbruch

Die lokale Gastro erfindet sich neu 29

Was eine Fußball-WM

für die Wirtschaft bedeutet

Bier, Wurst und die Fehltage 41

Von Jan Stephan

Dienstleistung:

Diakonie-Altenhilfe Südfranken,

Humanitas Treuchtlinger

Bestattungsinstitut,

Ingenieurbüro Stefan Ritzer,

Fiber Network WUG, be media 43

„Neue Schulden sind nicht

automatisch problematisch“

Interview mit Mr. Sondervermögen 48

Von Uwe Ritzer

Es wird mehr Raum

für Neues brauchen

Die lokale Wirtschaft muss sich ändern 52

Von Dr. Simon Amesöder

Team/Impressum 54

Die neue WIKO-Ausgabe

gibt es auch als

Online-Blätterkatalog.

Von Sina Schneider

Zwei, die gegangen sind,

um zu bleiben

Die Grenzen der Regionalbank 33

Von Jan Stephan

Einzelhandel/Dienstleistung:

Katrin , s Handarbeits-Laden,

Schmuckzeit, Ostermayr 39

Wirtschaftsmagazin WIKO

5


Ist der

altmühlfränkische

Wohntraum

wirklich ausgeträumt?

Von Ina Brechenmacher

Auf dem Papier ist Altmühlfranken

der Land gewordene

Immobilientraum.

Jede Menge Platz, Natur

ums Eck und niedrige

Mieten. Nur ist Papier geduldig,

die Realität allerdings

nicht. Unterwegs mit

Familien und Singles in einem

Wohnungsmarkt, der

längst auch auf dem Land

verrückt geworden ist.

Der Arbeitsvertrag war unterschrieben,

die alte Wohnung gekündigt: Es

geht nach Weißenburg, und die Liste

mit Wünschen an die neue Wohnung

ist lang: Hell soll sie sein, wünschen

sich mein Mann und ich – wenn es

geht ein renovierter Altbau, charmant

und verwinkelt. Ein Balkon oder ein

Gartenanteil steht in der Kategorie

„Nice-to-have“.

Nach den ersten Monaten sind wir

ernüchtert. Keine Frage: Zur Not

hätten wir etwas zum Wohnen gefunden,

aber wirklich glücklich wären wir

damit nicht geworden. In einer Mietwohnung

hing der Duschkopf unter

einer Dachschräge – mein Mann hätte

nie aufrecht duschen können. Eine

Wohnung hätten wir selbst renovieren

müssen – dass die alte Vermieterin

selbst etwas macht, sei ausgeschlossen,

meinte die Nachbarin. Eine Wohnung

lag im Hinterhof – Fenster nur auf der

Schattenseite. Früher waren die Wohnungen

mal Garagen. In einer anderen

Wohnung stand in der Badewanne

bräunlich-grünes Wasser.

Ganz klar: Mein Mann und ich haben

viele Privilegien, von denen andere nur

träumen können. Wir taten uns leicht,

Optionen zu finden, und mussten

nicht bei der ersten Wohnung zuschlagen.

Am Ende hatten wir Glück und

haben eine Wohnung gefunden – ohne

Balkon, aber ein schöner, renovierter

Altbau.

Während kein kleiner Teil auf dem

Mietmarkt nimmt, was er kriegt – dazu

später mehr – hat der andere Teil die

Suche nach dem Wohnglück noch

nicht aufgegeben – den Traum vom

perfekten Eigenheim, von der perfekten

Wohnung. Wie ist es aktuell um

das altmühlfränkische Wohnglück bestellt?

Gibt es noch Raum zum Träumen?

Und mit welchen Ideen begegnet

die Region den Herausforderungen

dieser Zeit?

Teil 1: Das Glück und das Wohnen

Die Grundvoraussetzungen zwischen

den Feuchtwiesen des Wiesmets, den

Weiten der Jura-Hochebene und dem

Kraterrand hin zum Ries sind gut. Architektinnen

und Architekten lernen

recht bald in ihrem Studium: Luft und

Licht sind zwei wesentliche Faktoren,

die im Wohnraum Glück versprechen.

Genau davon gibt es im Landkreis eigentlich

genug. Genauso wie Nähe zur

Natur, die ebenfalls als zentrale Zutat

des Immobilienglücks gilt.

Auf dem Papier ist Altmühlfranken

der Traum eines jeden lärmgeplagten

Großstädters.

6

WIKO Ausgabe 2026


Davon zieht es auch immer wieder

Menschen als neue Landkreisbewohner

in die Region: „Audianer“ wohnen

gefühlt immer weiter weg vom Werk in

Ingolstadt – sie schätzen die ländliche

Idylle und die vergleichsweise günstigen

Preise: Mit ihren Familien wohnen

sie auf den grünen Wiesen von Dörfern

wie Nennslingen und Langenaltheim

und pendeln mehrmals die Woche

gen Süden.

Solche Phänomene können die lokalen

Wohnungsmärkte durchaus in

gewissen Dimensionen beeinflussen,

bestimmt wird das Wohnen in Altmühlfranken

aber von den großen bundesdeutschen

Trends: Mieten steigen,

mit den Generationen verändern sich

die Wohnbedürfnisse, und Familien

stehen für Baugrundstücke Schlange

– auch wenn man aktuell sicher nicht

von einem Bauboom sprechen kann.

Wie manövriert der Landkreis durch

diese Gemengelage?

Teil 2: Der Preis des Wohnens

Für steigende Mietpreise war man

im südlichsten Mittelfranken bislang

nicht bekannt. Im vergangenen Jahr

landete der Landkreis jedoch plötzlich

auf einem bayernweiten Spitzenplatz.

Eine kleine Anfrage der Linken-Fraktion

im Bundestag ergab, dass die Mieten

im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

in den letzten zehn Jahren

mit am stärksten gestiegen sind: Altmühlfranken

liegt auf Platz zwei aller

Landkreise und kreisfreien Städte in

Bayern. Mit dem Sprung von satten

17,7 Prozent vom Jahr 2023 auf das

Jahr 2024 liegt der Landkreis sogar

bayernweit an der Spitze. Rund 90

Euro Kaltmiete pro Monat mehr macht

das für eine 60-Quadratmeter-Wohnung

laut Statistik aus. Die Bundesregierung

beruft sich hier unter anderem

auf Inserate von über 120 Immobilienplattformen.

Vergleicht man das Jahr 2024 mit dem

Jahr 2014, landet Weißenburg-Gunzenhausen

hinter dem Oberallgäu bayernweit

auf Platz zwei. Um 6,4 Prozent

jährlich stiegen die Mieten in den letzten

zehn Jahren: 2014 lag der Quadratmeterpreis

noch bei 5,27 Euro, mittlerweile

bei 9,78 Euro.

Generell verblüfft: Nicht in großen

Städten wie München steigen die

Mieten besonders schnell, sondern in

ländlichen Regionen und in Landkreisen

im Speckgürtel großer Städte. Wie

kann das sein?

Ein Erklärungsansatz für Altmühlfranken

ist, dass der Landkreis von einem

sehr niedrigen Preisniveau kommt.

Wenn ältere Vermieter ihre Wohnungen

verkaufen oder vererben, steigt

mit den dringend notwendigen Sanierungen

die Miete auf ein „normaleres

Niveau“ – von „Luxussanierungen“

kann hier oft nicht die Rede sein.

Klar ist auch: Landesweit betrachtet

können Mieterinnen und Mieter in

Altmühlfranken noch relativ günstig

wohnen. Andere Kreise mit den höchsten

Mietpreissteigerungen haben die

Zehn-Euro-Marke bereits geknackt,

der Landkreis Freising lag 2024 bei 15

Euro pro Quadratmeter. Den Spitzenplatz

fährt München ein: Laut Zahlen

der Bundesregierung lag der Durchschnittspreis

im vergangenen Jahr hier

bei satten 21,88 Euro.

Die Jagd nach bezahlbaren und darüber

hinaus auch noch annehmbar sanierten

Wohnungen ist anspruchsvoll:

Oft gehen Wohnungen vor allem in

kleinen Städten unter der Hand weg.

Es gilt, Ohren offen und Aushänge im

Blick zu halten sowie bei Online-An-

zeigen besonders schnell zu sein. Private

Vermieter und Makler können sich

häufig vor Anfragen kaum retten.

„Das mach' ich nicht mehr“, meint der

Eigentümer einer Dreizimmerwohnung

mit 70 Quadratmetern und Balkon

in Weißenburg. Er ist frisch verheiratet

und zu seiner Frau gezogen, seine

abbezahlte „Junggesellenwohnung“ in

einem 70er-Jahre-Bau will er nun vermieten.

Nicht etwa auf öffentlichen

Portalen wie Ebay, ImmoScout und

Co. hat er seine Wohnung eingestellt –

sondern nur einen kurzen Angebotstext

ohne Bild und Preis in seinen privaten

Whatsapp-Status veröffentlicht.

Innerhalb weniger Stunden melden

sich eine Polizeibeamtin, eine Zahnärztin,

ein alleinerziehender Vater,

eine alleinerziehende Mutter, eine

alleinstehende Frau und ein junges

Pärchen aus einem Dorf im Landkreis.

Später kommt noch ein Beamter hinzu.

650 Euro will er für seine Wohnung

in einem 70er-Jahre-Bau – ob er noch

schafft, den alten Laminatboden zu

tauschen, weiß er nicht. Den ersten Interessenten

war das egal. Hauptsache

wohnen.

Teil 3: Wo nichts ist…

Wie gerne würde man manchmal hinter

Fassaden blicken können: Wie viele

Wirtschaftsmagazin WIKO

7


Stockwerke in der Weißenburger Altstadt

sind unbewohnt, wie viele Häuser

in Pappenheim und Dörfern wie

Höttingen und Dittenheim stehen leer

– ohne dass man ihnen den langsamen

Verfall schon ansieht?

Während viele händeringend nach

Wohnraum suchen, hat der Landkreis

auch ein großes Leerstandsproblem.

Im Bayern-Vergleich bleiben in Altmühlfranken

in relativ vielen Häusern

und Wohnungen die Lichter aus – ähnliche

Quoten sieht man in Bayern sonst

nur in Landkreisen an der Grenze

zu Tschechien, geht aus Zahlenmaterial

des Pestel-Forschungsinstituts

hervor. Seit dem Zensus 2011 ist die

Leerstandsquote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

von fünf auf

mittlerweile mehr als sechs Prozent gestiegen.

Wichtig zu wissen ist: Ein gewisser

Prozentsatz an leer stehendem Wohnraum

ist sogar gesund, erklärt das hannoversche

Forschungsinstitut. Drei

Prozent Leerstand sei normal und auch

wichtig als eine Art Puffer, der Mobilität

garantiert. Zu den Stichtagen der

Datenerhebung sollte ein gewisser Anteil

an Wohnungen also zufällig leer

stehen – durch kürzliche Umzüge oder

laufende Modernisierungen. Gibt es

zu wenig Leerstand, fehlt der Spielraum

für leicht versetzte Aus- und Einzüge.

Problematisch aber ist, wenn der Leerstand

deutlich über drei Prozent steigt:

Dann nämlich bauen sich Langzeitleerstände

auf, was oft zu einer Vernachlässigung

der Immobilien führt,

erklärt Pestel. Je länger Wohnraum

leer steht, desto mehr Arbeit muss in

die Immobilie fließen, um sie irgendwann

wieder vermieten zu können.

Aus den Daten des Zensus 2022 ergibt

sich, dass über die Hälfte des Leerstands

bereits seit mindestens zwölf

Monaten unbewohnt war. „Da kleinere

Reparaturen und selbst der Einbau

eines neuen Bads innerhalb

von zwölf Monaten leistbar sind,

stellt sich die Frage, ob dieser Langzeitleerstand

überhaupt am Markt angeboten

wird“, schreibt das Institut. In

Regionen mit strukturellem Leerstand

werde dieser Langzeitleerstand zum

größten Teil vermutlich nie wieder

bezogen, befürchtet Pestel. In solchen

Gegenden könne es auch passieren,

dass Vermieter die notwendigen Modernisierungen

aufgrund von niedrigen

Mieten nicht wieder refinanzieren

können.

Gleichzeitig gebe es auch Eigentümer,

die nicht mehr vermieten wollen. Gerade

in Zweifamilienhäusern bleibt die

„zweite“ Wohnung oft unvermietet,

beobachtet das Forschungsinstitut.

Die Eigentümer sind entweder nicht

auf die Miete angewiesen oder aber es

überwiegt die Angst, sich mit einem

möglichen Mieter nicht zu verstehen.

Auf einen Aufruf hin meldet sich eine

junge Familie bei der Redaktion des

Wirtschaftskompass Altmühlfranken.

Schon lange seien sie auf der Suche

nach einem Haus oder einem Grundstück.

Sehr gerne würde die Familie in

Weißenburg bleiben, immerhin arbeite

sie in der Stadt, ihre Kinder gehen vor

Ort in den Kindergarten und haben

somit auch all ihre Freunde in Weißenburg.

„Wir suchen schon seit circa

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WIKO Ausgabe 2026


zwei Jahren, aber es gibt oft nur alte,

renovierungsbedürftige Häuser, die

völlig überteuert sind“, berichtet uns

die junge Mutter. Sie hätten alte und

renovierungsbedürftige Häuser für

450.000 bis 550.000 Euro gefunden –

weiteres Geld wäre in ein neues Dach,

neue Fenster und eine neue Heizung

geflossen. Für die Familie nicht finanzierbar.

Nicht aufgegeben hat sie die Hoffnung,

dass es in Weißenburg bald

wieder Baugrundstücke gibt. Seit einigen

Jahren steht sie schon auf der

unverbindlichen Interessentenliste der

Stadt, die relativ lang ist. Weißenburg

konnte schon sehr lange keine neuen

Wohnbaugebiete mehr auswiesen –

drei sind seit mehreren Jahren in Arbeit,

die Stadt verweist immer wieder

auf Schwierigkeiten mit Grundstücksbesitzern

und die fehlenden Kapazitäten

anderer Ämter. In ihrem Umfeld

würden mittlerweile viele bauwillige

Familien in umliegende Orte wie Ellingen,

Treuchtlingen und Höttingen

„ausweichen“, berichtet die Weißenburger

Familie.

Zwischendurch hatte sie sich schon

überlegt, eine Neubauwohnung in

einer kleinen Wohnanlage zu kaufen,

die bald in Zentrumsnähe entstehen

soll. Erschrocken hätten das Paar jedoch

auch hier die Preise: Eine Dreizimmerwohnung

im Erdgeschoss mit

78 Quadratmetern wird im Portfolio

für 386.000 Euro angeboten, eine

100-Quadratmeter-Wohnung für

491.000 Euro. „Wie sollen sich das

die Familien in Weißenburg noch

leisten?“, fragt sich die Mutter. Das

Thema treibt sie um. Sie beobachtet:

Viele ältere Menschen würden alleine

große Häuser bewohnen und zahlreiche

Häuser und Grundstücke würden

ganz leer stehen und auch nicht verkauft

werden. Währenddessen erfüllt

sich der Wohntraum der jungen Familie

(noch) nicht.

Zurück zum Pestel-Institut: Laut dessen

Berechnungen müssten im Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen in

den nächsten fünf Jahren rund 440

neue Wohnungen gebaut werden –

und zwar pro Jahr, rechnet Matthias

Günther, Chef-Ökonom des Instituts

vor. Er war schon bei Markus Lanz in

Formaten des Bayerischen Rundfunks

zu Gast und referierte dort über den

fehlenden Wohnraum.

Wichtig zu sagen ist hier: Die Analyse

des Pestel-Instituts gab der Bundesverband

Deutsche Baustoff-Fachhandel

in Auftrag. Etwas Vorsicht ist bei den

Schlussfolgerungen also geboten. Die

herangezogenen Zahlen aus dem Zensus

und anderen Datenquellen geben

jedoch gute Anhaltspunkte auf der

Suche nach Erklärungen für die Wohnungsnot

– auch im Hinblick auf die

Lage in der Region.

Klar ist auch: Nur damit getan, neue

Wohnungen zu bauen, ist es nicht.

Auch der Bestand – der hoffentlich

noch nicht zu lange leer steht – muss

in seinem baulichen Zustand erhalten

werden, veraltete Wohnformen müssen

entsprechend umgenutzt werden.

Teil 4: Ein bisschen was geht immer

Einen Komplettstillstand in Sachen

Wohnraum gibt es nicht – so viel ist

sicher. Für den größeren Geldbeutel

werden Wohnungen in Weißenburg

und Gunzenhausen durchaus gebaut,

die Nachfrage ist da. In Weißenburg

wurde im vergangenen Jahr ein Projekt

der Sparkasse bewilligt: Auf einer

innenstädtischen Brachfläche will sie

gemeinsam mit einem Partner 17 Reihenstadthäuser

bauen – eine familienfreundliche

Vorstadtidylle mitten in

der Stadt. Ein Mehrfamilienhaus soll

auf dem Areal ebenfalls entstehen.

In Gunzenhausen sind indes die Bauprojektentwickler

Patrick und Michaela

Bosch fast schon hyperaktiv: Seit

2014 haben sie rund 180 Wohnungen

und 15 Gewerbeprojekte gebaut und

hierfür mehr als 50 Millionen Euro investiert,

bilanziert der Altmühl-Bote.

Bosch konnte damit eine Marktlücke

besetzen, denn neu gebaute Wohnungen

waren in Gunzenhausen vorher

Mangelware.

Schluss mit der Lust am Bauen ist bei

Familie Bosch noch lange nicht: Sehr

sichtbar ist aktuell das Projekt an der

Weißenburger Straße in Gunzenhausen:

Auf dem ehemaligen Areal der

Baugeräte-Union sind 56 öffentlich

geförderte, also preiswertere Mietwohnungen

entstanden. Eine Dreizimmerwohnung

mit 65 Quadratmetern kostet

684 Euro kalt.

In Sachen Baugrund tut sich in Gunzenhausen

auch etwas: Ende 2026

sollen die ersten Grundstücke des

Baugebiets „Reutberg III“ in Richtung

Oberasbach verkauft werden.

Die Nachfrage ist bereits jetzt hoch:

Für die 88 Baugrundstücke haben sich

mehr als 100 Interessenten beim Liegenschaftsamt

der Stadt registrieren

lassen. Das Besondere: Die Häuser

lässt die Stadt an ein kaltes Nahwärmenetz

anschließen, das ausschließlich

regenerativ betrieben wird.

Teil 5: Wenn Not hektisch macht

Während einige Menschen einfach

Abstriche in Sachen Wohnen machen,

bedeutet knapper Wohnraum für

andere existenzielle Sorgen. Wohin,

wenn der Vermieter wegen Eigenbedarf

kündigt und mal eben nicht eine

günstige Wohnung für eine vierköpfige

Familie mit Katze zu finden ist? Was,

wenn die nächste verfügbare barrierefreie

Wohnung 25 Kilometer entfernt

liegt? Wie wehren, wenn Wände

schimmeln und die Kapazitäten fehlen,

sich anwaltliche Hilfe zu suchen? Was,

wenn die 20 Euro mehr Miete pro Monat

für den nun vorgeschriebenen Einbau

fernablesbarer Warmwasserzähler

für die alleinstehende Mutter einfach

nicht mehr stemmbar sind – wenn das

der Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen

bringt?

Wirtschaftsmagazin WIKO

9


Auch diese Bilder gibt es in Altmühlfranken:

Wohnungen in einem Zustand,

der gesundheitlich höchst bedenklich

ist. Zimmer mit mehr als vier

Matratzen auf dem Boden. Mehrmonatige

Duschverbote durch Legionellen-belastetes

Trinkwasser.

Erst jüngst hatte sich eine syrische Familie

über das Diakonische Werk Südfranken

an das Weißenburger Tagblatt

gewandt: 9800 Euro an Stromkosten

muss sie an die Stadtwerke nachzahlen,

die monatliche Vorauszahlung

stieg um 800 Euro. Für die Familie ist

das finanziell nicht stemmbar.

Der Familienvater schilderte dem Redakteur

vor Ort, wie es zu der hohen

Summe gekommen war: Die Ölheizung

im Haus sei immer wieder ausgefallen,

der Vermieter behalf sich mit

einer strombetriebenen Klimaanlage.

Ein Jahr lang hat die Familie damit

ihre Altbauwohnung geheizt und sich

so in die finanziell sehr schwierige Lage

manövriert. Mit fünf Kindern sucht sie

nun dringend eine neue Bleibe – doch

an Wohnungen in dieser Größe mangelt

es besonders. Das Diakonische

Werk versucht zu helfen und durchkämmte

zwischenzeitlich den ganzen

Landkreis nach einer neuen Unterkunft

für die Weißenburger Familie.

Teil 6: Wenn Mangel erfinderisch

macht

Es gibt zaghafte Versuche, den Wohnungsmarkt

zu entspannen. Zum ersten

Mal wird auch hier in Altmühlfranken

der von der Bundesregierung

initiierte „Bauturbo“ gezündet, um

ohne langwierige Genehmigungsverfahren

neuen Wohnraum zu schaffen:

In Weißenburg können mithilfe dieses

Gesetzes auf einem Grundstück mitten

in einem Wohngebiet anstelle eines

alten Einfamilienhauses schneller zwei

Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 15

Wohnungen entstehen. In Treuchtlingen

diskutierte man unterdessen

„Viele veraltete

Wohnbedürfnisse sind in

Beton und Stein

gegossen„

zunächst, mit welchen Leitlinien man

sich an den Bauturbo wagen will.

Nicht nur auf staatlicher Ebene wird

man erfinderisch, auch in den Objekten

vor Ort: Viele veraltete Wohnbedürfnisse

sind quasi in Beton und Stein

gegossen – es gilt nun, große Wohnhäuser

in mehrere Wohnungen zu

untergliedern oder kleine Wohnungen

in Mehrparteienhäusern luftiger zu ge-

stalten und so an die aktuellen Wohnbedürfnisse

anzupassen.

In Altstadthäusern gilt es, besonders

kreativ zu werden: In vielen historisch

gewachsenen Häusern dieser Art ist es

schier unmöglich, in den engen Kellerräumen

Pellet-Tanks unterzubringen –

oder aber die Freifläche fehlt, um eine

Wärmepumpe aufzustellen. Auch für

gemeinschaftliche Lösungen, um die

Wohngebäude künftig zukunftssicher

und nachhaltig heizen zu können, fehlt

der Platz: Im Labyrinth an Leitungen

unter dem schweren Altstadtkopfsteinpflaster

ein Wärmenetz zu verlegen,

wäre irrsinnig teuer.

Aber warum die Wärmepumpe nicht

einfach denkmalgerecht ins Dach setzen?

... so geschehen in einem frisch

sanierten Weißenburger Altstadthaus,

in dem mehrere Wohnungen entstanden

sind.

Die Stadt Weißenburg hat sich auch

bei einem ihrer städtischen Wohnblocks

aus den 1950er-Jahren für neue

Wege entschieden. Das Haus mit 24

Wohnungen muss dringend saniert

werden, aber auch die Struktur des

Hauses will man in dem Zuge an die

heutigen Bedürfnisse anpassen und

gleichzeitig mehr Wohnraum schaffen:

10

WIKO Ausgabe 2026


Aus Einheitswohnungen mit kleinen

Bädern und Durchgangszimmern werden

größere barrierefreie Wohnungen

mit Balkon und Anbau auf der Südseite

und einem offenen und gemeinschaftlich

genutzten Laubengang auf

der Nordseite, um so die Treppenhäuser

auszulagern. Auch die dringend

benötigten Fünfzimmerwohnungen

soll es nach dem Umbau in dem Wohnblock

geben.

Wohnungssuchende werden ebenfalls

erfinderisch: Da vor allem in Dörfern

neben vielen großen Gehöften und

Einfamilienhäusern in den Siedlungen

kleine Wohnungen fehlen, bilden junge

und noch alleinstehende Landbewohner

kurzerhand WGs. So können

„Wir wären gerne bei

uns auf dem Jura

geblieben„

sie aus ihren Elternhäusern ausziehen,

müssen aber nicht zwangsläufig in die

nächst größere Stadt abwandern, um

geeigneten Wohnraum zu finden.

Andere haben sich einfach einen neuen

Traum zugelegt: Die Dreizimmerwohnung

aus dem Whatsapp-Status

vom Anfang des Artikels besichtigt ein

junges Paar, das aktuell noch in einer

Wohnung im Haus seiner Eltern in

Nennslingen wohnt. „Wir wären gerne

bei uns auf dem Jura geblieben“, sagt

die Endzwanzigerin, die über Ecken

von der leer stehenden Wohnung erfahren

hat. Gefunden hatten die beiden

jedoch nichts. Es gäbe zwar vereinzelt

Wohnungen, aber die gingen unter

der Hand weg – auf dem Dorf noch

einmal mehr als in der Kleinstadt. Nun

haben sie sich mit einer neuen Idee angefreundet:

nach Weißenburg ziehen –

und anstelle des Dorflebens das Kleinstadtleben

genießen.

Ob es hier ruhig ist, will das junge Paar

noch vom Vermieter wissen. Ja, meint

der. Die Hausgemeinschaft sei zudem

gut, man ist schnell in der Altstadt, und

am Abend hätte man auf dem Balkon

mit Blick auf den Stadtwald noch etwas

vom Sonnenuntergang. Gemeinschaft,

Luft, Licht und etwas stadtnahe

Natur. Warum nicht?

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2026 3 Zimmer, 83 m 2 279.000 €

2001 3 Zimmer, 80 m 2 277.500 DM

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2001 EFH, 122m 2 Wohnfl., 933 m 2 Grund 425.600 DM

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Wirtschaftsmagazin WIKO

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GmbH steht, ist mehr als ein Werbeslogan. Es ist eine Haltung.

„Wer sich wohlfühlt, bleibt. Als Kunde und als Mitarbeiter“, sagt

Geschäftsführer Bernd Mory. Rund 100 Mitarbeiter arbeiten in

dem Pleinfelder Betrieb für Haustechnik. Es ist eine Mischung

aus Erfahrung und Jugend: Einige Beschäftigte sind mehr als

40 Jahre dabei. Gleichzeitig ist das Team im Durchschnitt sehr

jung. Nur etwa zehn Prozent der Belegschaft sind über 50 Jahre

alt. Für Bernd Mory kein Zufall, sondern Ergebnis der Unternehmensführung.

Seit

25 Jahren bildet Mory

aus. Elektriker und

Anlagenmechaniker

starten meist als Praktikanten.

„Wir sind im

Austausch mit Schulen

und nehmen viele

Praktikanten auf. Die

meisten bleiben – erst

als Azubi und später

als Fachkräfte“, erklärt

Bernd Mory. „Auch das Image des Handwerks verändert sich.

Die Verdienstmöglichkeiten sind gestiegen. Das Handwerk ist

wieder zukunftsfähiger. Aber auch neue Technologien und die

Digitalisierung sorgen dafür, dass sich wieder mehr Menschen

für das Handwerk entscheiden. Und damit auch für Mory.“

Dafür, dass Mory ein attraktiver Arbeitgeber bleibt, hat das

Management einiges getan. Beispielsweise bietet das Unternehmen

die Vier-Tage-Woche an. Auch eine transparente Kommunikation

über die Mitarbeiter-App mit aktuellen Informationen,

Umfragen oder organisatorischen Abstimmungen sorgt

für ein gutes Betriebsklima und einen Umgang auf Augenhöhe.

Mory GmbH

Nordring 8 • 91785 Pleinfeld

Tel. 0 91 44 / 9 29 40

www.mory-haustechnik.de

info@mory-haustechnik.de

Unternehmensgründung: 1882

MitarbeiterInnen: 100

Geschäftsführer:

Bernd Mory,

Johannes Nehls und

Gerhard Schrank

Zeit, dass sich was dreht? Mory hat begriffen, dass sich nicht

nur technologisch alles weiterentwickelt, sondern auch die

Unternehmenskultur und die Art und Weise, wie Menschen arbeiten

wollen. „Tradition und Zukunft sind keine Gegensätze“,

sagt Bernd Mory. „Es geht auch beides gleichzeitig.“

12

WIKO Ausgabe 2026


Anzeige

Zu zweit –

so groß

„Ein Zaun ist nicht nur ein Element – er bietet Sicherheit, Sichtschutz

und Ästhetik für ein Grundstück“, sagt Firmeninhaber

Roma Antidze, während er stolz seine neue Brochüre der ROM

Zaunsysteme GmbH in den Händen hält.

Unter den Versprechen „Qualität und Langlebigkeit – Tempo &

Zuverlässigkeit – Regionaltiät und Fairness“ arbeitet das Unternehmen

mittlerweile von zwei Standorten – Gunzenhausen

und Nürnberg – und agiert bayernweit.

Kundenlob als

Qualitätsbeweis

Antidze hat das Unternehmen in den letzten drei Jahren mit

viel Fleiß und guten Arbeitsergebnissen aufgebaut. Echtes

Handwerk, individuelle Lösungen und Verantwortung übernehmen

seien hier ausschlaggebend gewesen sagt, Antidze.

Mit einem Mitarbeiter und einem modernen Fuhrpark realisiert

ROM Zaunbau, Tore, Schließanlagen und Briefkästen. Zum Angebotsportfolio

gehören darüber hinaus freitragende Schiebetore,

Sichtschutzzäune, Schmuckzäune und Drehtoranlagen.

„Vom ersten Aufmaß bis zur abschließenden Abnahme – wir

machen alles selbst. Das ist ein entscheidender Unterschied

zu vielen anderen. Ebenso unsere Qulität“, so Antidze im Interview.

„Wir setzen auf hochwertiges Material und präzise

Arbeit. Unsere Kunden sollen wissen, dass man sich auf uns

verlassen kann“, ergänzt er. Das Ergebnis: moderne Lösungen

und technisch saubere Ausführungen.

Auch die Terminvereinbarung läuft zeitgemäß: Der Erstkontakt

kann einfach online über die Webseite erfolgen; Beratung

und Erstgespräch sind kostenfrei. Auf die Besprechnung und

Aufmaßabnahme folgt dann ein Angebot mit Festpreisgarantie

- erst danach folgt der individuelle Zaunbau – in Zusammenarbeit

mit marktführenden Herstellern wie „VALU“ oder

„WIŚNIOWSKI“. Wurde der Zaun dann fertiggestellt, folgt die

Montage durch Roma und seinen Mitarbeiter.

Die zahlreichen Stimmen zufriendener

Kunden auf der Webseite

zeichnen ein klares Bild davon,

warum sich Roma Antidze mit der

ROM Zaunsysteme GmbH in den

vergangenen drei Jahren zu einem

der gefragtesten Zaunbauspezialisten

der Region entwickelt hat. Besonders

häufig gelobt wird die Zuverlässigkeit,

die saubere und schnelle Montage sowie

die faire Preisgestaltung. Kunden

berichten von einem reibungslosen

Ablauf – angefangen bei der transparenten

Kommunikation bis hin zur

präzisen Umsetzung. Immer wieder

fällt der Hineis, dass das Ergebnis

„genauso geworden ist, wie gewünscht“.

Mit inzwischen über 240

verifizierten Bewertungen spiegelt die

Resonanz ein durchweg konsistentes

Qualitätsniveau wider.

ROM Zaunsysteme

OM

Z A U N B A U

Mobil: 0176/311 19 365

Tel: 09144/759 31 58

Fax: 09144/759 31 59

Zaunfachhandel ROM Zaunsysteme

Montageservice

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Industriestraße 7

91710 Montageservice

Gunzenhausen

Industriestraße 7

91710 Gunzenhausen

Mobil 01 76 / 31 11 93 65

Tel. 0 91 44 / 7 59 31 58

info@rom-zaunbau.de

www.rom-zaunbau.de

Unternehmensgründung: 2022

Geschäftsführer: Roma Antidze

info@rom-zaunbau.de

www.rom-zaunbau.de

Wirtschaftsmagazin WIKO

13


Anzeige

Qualität für

Beständigkeit

Vom Start-up zum

regionalen Player

Was 2008 mit dem Ehepaar

Michaela und Patrick Bosch als

Zwei-Personen-Start-up begann,

ist heute ein etabliertes Immobilien-

und Projektentwicklungsunternehmen

mit 17 Mitarbeitern. Mit

dem Umzug in neue Büroräume

2014 wurde nicht nur ein wichtiger

Meilenstein gesetzt, sondern auch

ein Architektenbüro übernommen.

Die Verbindung aus jahrelanger Planungskompetenz

und moderner

Projektsteuerung prägt die Bosch

Gruppe bis heute und macht sie

zu einem verlässlichen Partner für

hochwertige Immobilien.

BOSCH

GRUPPE

Bosch Gruppe

Hensoltstraße 7

91710 Gunzenhausen

Tel. 0 98 31 / 8 90 79-0

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info@bosch-holding.de

Unternehmensgründung: 2008

MitarbeiterInnen: 17

Geschäftsführer: Patrick Bosch

Das ruhige Wohngebiet entlang der Straße „Am Krautgarten“

zählt zweifellos zu den attraktivsten am Rande der Weißenburger

Altstadt. Nur wenige Fußminuten sind es von hier aus

ins Schulzentrum, zum Seeweiher, ins Freibad oder in den

Stadtkern. Kurze Wege also von hier aus zu Schulen, Geschäften,

Kindergärten, Behörden und öffentlichen Einrichtungen.

Genau dort baut das Bauträgerunternehmen Bosch ab März

2026 ein modernes, architektonisch anspruchsvolles Wohnensemble.

Vier Häuser mit 32 Wohnungen in Niedrigenergiebauweise,

darunter eine Tiefgarage. Sowohl für Eigennutzer

als auch für Kapitalanleger sind die Zwei- bis Vier-Zimmer-

Wohnungen mit ihren

bis zu 100 Quadratmetern

Wohnfläche

ein attraktives Investment.

Es ist das erste

große Bauvorhaben

der Gunzenhauser

Bosch Gruppe in Weißenburg.

Einem Unternehmen

zwischen

Tradition und Zukunft,

regionaler Verwurzelung

und moderner

Baukompetenz.

Bosch steht für nachhaltige

Projektentwicklung mit individueller

Handschrift. „Für uns steht bei

jedem Projekt die Qualität im Vordergrund

– denn nur was solide gebaut

ist, hat Bestand und schafft Vertrauen bei unseren Kunden und

Partnern“, sagt Geschäftsführer Patrick Bosch. Zwei Drittel der

Wohnungen „Am Krautgarten“ sind bereits vor dem Baubeginn

verkauft. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Ein Bauvorhaben

mit regionalem Fokus, denn die Bosch Gruppe legt

großen Wert auf verlässliche und seit Langem eingespielte Zusammenarbeit

mit einheimischen Handwerkern und anderen

Baupartnern. Mit erfolgreich realisierten Bauvorhaben in Gunzenhausen

und jenseits des Landkreises hat sich die Bosch

Gruppe einen guten Ruf erarbeitet. Das Leistungsspektrum

beschränkt sich nicht nur auf Bauträgertätigkeit, sondern umfasst

auch die architektonische Konzeption bis hin zur schlüsselfertigen

Realisierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Ebenso gehören Immobilienankauf, Investment und Vermietung

zum Bosch-Portfolio. Das neue Quartier in Weißenburg

ist ein nächster Schritt in die Weiterentwicklung des Unternehmens

– solide geplant, nachhaltig gebaut und regional verankert.

Getreu der Philosophie „Qualität für Beständigkeit“.

14

WIKO Ausgabe 2026


Mehr als Autos:

Ein Partner für jede Fahrt

Ein gutes Auto bringt einen von A

nach B. Ein gutes Autohaus denkt

weiter. Ob beim Weg zur Arbeit,

auf Familienausflügen oder auf

Reisen: Ein gutes Autohaus sorgt

dafür, dass jede Fahrt nicht nur sicher

und komfortabel ist, sondern

sich auch rundum gut anfühlt – von

der Beratung über den Kauf bis hin

zum Service. Genau dieses Prinzip

lebt das Autohaus Neulinger an seinen

Standorten in Weißenburg und

Gunzenhausen. Mit 17 Mitarbeitern

verbindet das familiengeführte Unternehmen

Fachexpertise mit zeitgemäßer

Mobilität. Die Geschäftsleitung

hat Stefanie Neulinger. Sie

setzt bewusst auf langfristige Beziehungen

– sowohl innerhalb des

Teams als auch zu Kunden. „Unsere

Mitarbeiter sind schon lange bei

uns. Manche Kollegen sind seit

über 30 Jahren dabei“, sagt sie. Die-

Haustechnik, die bleibt

In Treuchtlingen steht ein Name für

innovatives Handwerk und ganzheitliche

Gebäudelösungen: MB

Gebäudetechnik. Was mit Leidenschaft

für Heizlösungen begann,

hat sich zu einem Dienstleister für

Haustechnik, Sanitär und erneuerbare

Energien entwicklet. Ob klassische

Heizsysteme oder moderne

Wärmepumen, von Solarenergie

über Brennstoff-Flüssigheizungen

bis zu Holz- und Pelletanlagen

– MB Gebäudetechnik bietet umfassende

Realisierungsmöglichkeiten,

damit Wärme sinnvoll und

effizient gewonnen, verarbeitet und

eingesetzt wird. Gegründet wurde

das Unternehmen von Berat und

Miran Shala. Zwei Brüder, die aus

dem Kosovo nach Deutschland

kamen und sich mit Mut, Fleiß und

Unternehmergeist selbstständig

machten. Sie bauten den Betrieb

auf und überzeugten mit Expertise

in Heizungs- und Sanitärtechnik,

Wärmepumpensystemen und Projektmanagement

im SHK Bereich.

Weißenburg

WEISSENBURG – Das dritte hören. Im Stadtgraben Anzeige wird

Wochenende im Juli gehört unter dem Dach des Vereins

dem Altstadtfest in Weißenburg.

Historisches Weißenburg der

Das ist mittlerweile eine Biergarten mit mittelalterli-

Art Gesetz. Vom Museumsplatz

cher Musik durch die Spiel-

WEISSENBURG über die Rosenstraße,

– Das dritte hören. leute „Heiter Im Stadtgraben bis Folkig“ wird eröffcher

den Wochenende Stadtgraben im und Juli den gehört Plerrer,

unter net und dem ebenfalls Dach des bei Vereins Biergar-

dem die Luitpoldstraße Altstadtfest in Weißen-

bis hin Historisches tenbetrieb spielen Weißenburg im Rathaus-

der

zum burg. Marktplatz Das ist mittlerweile und das Rathausgärtla

Art Gesetz. zieht Vom sich das Museums-

bunte cher Neuen Musik Rathauses durch die – „Felix Spiel-anplatz

über die Rosenstraße, leute „Heiter bis Folkig“ eröff-

eine Biergarten gärtla – mit im mittelalterli-

Innenhof des

Treiben, das heute am Freitagabendrer,

die seinen Luitpoldstraße Anfang nimmt bis hin tenbetrieb spielen im Rathaus-

Friends“ (alle ab 19 Uhr).

den Stadtgraben und den Plernet

und ebenfalls bei Biergar-

und zum am Marktplatz Sonntag, 16. und Juli, das Rathausgärtla

Feuershow zieht von sich „Specta-

das bunte Neuen

mit Ritterkämpfe und Wette

gärtla – im Innenhof des

einer

se Kontinuität schafft Zuverlässigkeit

in der Firma und damit auch für abend, seinen Anfang nimmt

Höhepunkte Rathauses – am „Felix Samstag and

culum Treiben, Gauklorum“ das heute endet. am Freitag-

Friends“ sind Schaukämpfe (alle ab 19 Uhr). und Vorführungen

im

Eine offizielle Eröffnung für

und am Sonntag, 16. Juli, mit Ritterkämpfe und

Ritterlager

Wette

im

Kunden. Als etablierter Opel-Part-daner bietet das Autohaus ein breites

sind Schaukämpfe und Vorfüh-

einer Altstadtfest Feuershow gibt von es „Spectaculum

Oberbürgermeister Gauklorum“ endet. Jür-

die Mitmachaktion „Just lift

nicht, Stadtgraben (ab 11 Uhr) und

Höhepunkte am Samstag

sagte

gen Schröppel

Eine offizielle

bei

Eröffnung

der Vorstel-

das des Altstadtfest Programms. gibt Vielmehr es nicht, Stadtgraben (10.30 bis 18.30 (ab 11 Uhr): Uhr) die und Evan-

für rungen

the truck“

im Ritterlager

am Marktplatz

im

Angebot an Neu-, Jahres- und Ge-lunbrauchtfahrzeugen die an heutige

ist es sagte so, Oberbürgermeister dass am Freitag zwischegen

18.30 Schröppel und 19 bei Uhr der an Vorstel-

ver-

the hat hier truck“ eine am Wette Marktplatz gegen OB

Jür-

die gelische Mitmachaktion Jugend Weißenburg

„Just lift

Kundenanforderungen ausgerichtet schiedenen lung des Programms. Standorten Vielmehr Veranstaltungen

ist es so, dass beginnen: am Freitag Da zwi-

ist gelische nis wird Jugend um 19 Weißenburg Uhr auf der

(10.30 Schröppel bis 18.30 laufen, Uhr): deren die Evan-

Ergeb-

sind: Long-Range-Fahrzeuge, effiziente

Hybrid- und Elektroantriebe vor dem

schen 18.30 und 19 Uhr an verschiedenen

Standorten Veran-

Schröppel laufen, deren Ergeb-

hat hier eine Wette gegen OB

das Luitpoldstraßenfest, wo Marktplatzbühne bekannt gegebenstaltungen

Autohaus Cancun die „Timetravellers“

beginnen: Neulinger Da ist nis GmbH wird um & 19 Co.KG Uhr auf der

sowie neueste Motorentechnologien.

Zudem stehen auch Fahrzeu-(18.3vellers“ bis 91781 24 mit Uhr). einer Weißenburg

Auswahl der ben Auch mit der Prolog Einzug und histori-

des

das mit Luitpoldstraßenfest, einer Auswahl der wo Marktplatzbühne Auch der bekannt Einzug gegeben.

Schweppermanns im Stadtgra-

des

besten Adolph-Kolping-Straße 4

vor dem Oldies Cancun unterhalten

die „Timetra-

besten Oldies unterhalten

ge weiterer Fabrikate zur Auswahl. Das

(18.30 Tel. Marktplatzfest

bis 240 Uhr). 91 41 / 8 mit 68 00

Schweppermanns schen Tänzen, im begleitet Stadtgra-voben

der Stadtpfeiferei, mit Prolog und steht histori-

in die-

Musik von „HobNou“ beginnt

Termine lassen sich schnell und

um 18.30 Das www.auto-neulinger.de

Uhr, Marktplatzfest und auch am mit schen sem Jahr Tänzen, wieder begleitet auf dem von Programm

(15 Uhr). Und auf der

Musik von „HobNou“ beginnt der Stadtpfeiferei, steht in diesem

Jahr wieder auf dem Pro-

unkompliziert direkt über die Web-Museumsplatseite vereinbaren – praktisch für Museumsplatz

um 18.30

info@auto-neulinger.de

ist im „Römischen

Uhr, und auch am

Weingarten“

Geschäftsführer: ist

etwas

im „Römischen

Einen Weingarten“ Steinwurf etwas ent-

ge-

Bühne zeigen in die der Sportakrobaten Luitpoldstraße des

geboten.

Karl gramm

Bühne

Albert (15

in

Uhr).

der Luitpoldstraße

Neulinger Und auf der

Beratung, Werkstattbesuche oder fernt boten. ist Geschäftsleitung: im Einen Cafe Steinwurf Retiro in entfernt

der Stefanie zeigen TSV 1860 die Sportakrobaten Weißenburg Neulingerihr des Kön-

ist im „2klangwelt“ Cafe Retiro in der zu TSV nen 1860 (ab Weißenburg 15.30 Uhr). ihr Kön-

Rosenstraße

Probefahrten. Regionale Stärke

Rosenstraße „2klangwelt“ zu nen (ab 15.30 Uhr).

und technischer Fortschritt schließen

sich nicht aus. Das Autohaus

Neulinger zeigt, wie Teamgeist und AUTOHAUS

zeitgemäße Mobilitätslösungen

verlässlich, nahbar und zukunftsorientiert

NEULINGER

verbunden werden können.

Wir Wir reparieren ALLE Fabrikate zum günstigen Preis Preis

Heute besteht der Betrieb aus 35

Fachkräften, die dafür sorgen, dass

jedes Vorhaben präzise und termingerecht

umgesetzt wird. Klare

Projektabläufe, feste Ansprechpartner

und eine strukturierte Planung

ermöglichen es, sowohl private

Bauvorhaben als auch größere

Modernisierungsprojekte zu rea -

lisieren. Kundendienst und Wartungsangebote

sichern lanfristige

Betriebssicherheit. Digitale Tools

wie ein Heizungs-Konfigurator, ein

Budgetplaner oder ein 3D Planer

machen das geplante Vorhaben

transparent und greifbar. „Wir bauen

darauf, dass Kunden nicht nur

zufrieden, sind sondern begeistert“,

betont Miran Shala. „Viele Auftraggeber

sind dem Unternehmen

seit Jahren treu.“ Und vielleicht ist

genau das das größte Qualitätsmerkmal:

Wenn aus einem Auftrag

eine Partnerschaft wird - und aus

moderner Gebäudetechnik ein Zuhause,

das sich einfach richtig gut

anfühlt.

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lernen (9.30 von biI

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ZEIT geword

am S

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a

Wirtschaftsmagazin WIKO

15


Wegducken gilt nicht!

Ein Essay von Uwe Ritzer

Die Gesundheitsversorgung

im Landkreis

wurde zuletzt immer

schlechter. Das System

zeigt gefährliche Risse.

Bisher ist das Engagement

der Kommunalpolitik

diesbezüglich

überschaubar. Wer aber

über Politik für junge Familien,

Daseinsvorsorge

und Standortfaktoren

spricht, muss das Thema

endlich schnell angehen.

Zeit, dass sich was dreht?

Glaubt man der Kassenärztlichen Vereinigung

Bayern (KVB), dann ist das

unnötig. Denn dann ist im Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen in Sachen

medizinischer Versorgung alles

bestens. Sowohl bei Haus- als auch bei

Fachärzten weist der sog. „KVB-Versorgungsatlas“

eine Überversorgung

aus. Es gebe hier, so die zusammengefasste

Botschaft, mehr Medizinerinnen

und Mediziner als nötig. 45 statt 43 in

Weißenburg und dem dazugehörigen

Altlandkreis (also, grob gesagt: von

Pleinfeld der B2 und den Schienen

entlang bis Solnhofen/Langenalt-

heim), in Gunzenhausen samt Umland

(inklusive Wolframs-Eschenbach und

Merkendorf im Landkreis Ansbach)

27 anstatt 23. Bei Fachärzten sei der

Landkreis in nahezu allen Disziplinen

überversorgt. Sagt die KVB.

Doch gegenüber deren Mathematik ist

große Skepsis angebracht. Die KVB-

Zahlen bilden nicht die Wirklichkeit

ab und schon gar nicht den Trend.

Erstens, weil Stichtag für die Zahlen

der 31. Dezember 2024 war. Seither

aber schlossen einige Praxen mit zum

Teil sehr vielen Patienten, weil ihre

Betreiber keine Nachfolger fanden.

Manche Ärzte verkauften ihre Praxen

an das Medizinische Versorgungszentrum

(MVZ), wo gerne in einer Art

und Weise Dienst nach Vorschrift und

Stechuhr geleistet wird, wie ein niedergelassener,

selbstständiger Arzt dies

allein aus wirtschaftlichen Gründen

niemals tun würde.

Zweitens: Die Ärztinnen und Ärzte

sind in Weißenburg-Gunzenhausen

älter als im bayerischen Landesdurchschnitt.

Nahezu die Hälfte

der Hausärzte in Weißenburg und

Umgebung waren bereits Ende 2024

60 Jahre oder älter, im Gunzenhausener

Land (plus Merkendorf/Wolframs-Eschenbach)

lag der Anteil dieser

Altersgruppe bei lediglich einem Drittel.

Was zum nächsten Problem führt:

die ungleiche Verteilung innerhalb

des Landkreises.

Die Arztdichte im dünner besiedelten

Altlandkreis Gunzenhausen ist

in mehreren Fachbereichen höher

als im östlichen Landkreis, wo aber

mit etwa 58 000 Menschen deutlich

mehr als die Hälfte der Kreisbevölkerung

(94 700) lebt. Bestes Beispiel

sind die Frauenärzte. Sieben waren

es Ende 2024 in Gunzenhausen, keiner

leistete Geburtshilfe. Drei waren

es in Weißenburg. Inzwischen leisten

in der Belegarztpraxis nur noch eine

Vollzeit-Ärztin und ein Teilzeit-Gynäkologe

Geburtshilfe. Obendrein ist die

Situation der Hebammen im Krankenhaus

aus verschiedenen Gründen zwischenzeitlich

schlechter, nicht besser

geworden.

Nun ist aber ausgerechnet die Geburtshilfe

eine wesentliche, vielleicht

sogar die wichtigste Lebensader, an

der das Weißenburger Kreiskrankenhaus

hängt. Zwischen 620 und 800

Kinder (im Rekordjahr 2021) kommen

dort jedes Jahr zur Welt. Fiele die Geburtshilfe

weg, müssten Frauen aus

unserer Region zur Entbindung künftig

weit fahren. Und die Klinik verlöre

ausgerechnet in Zeiten des Krankenhaussterbens

ein für ihren Fortbestand

wesentliches Alleinstellungsmerkmal.

Da im angrenzenden Umland viele

Geburtshilfestationen geschlossen ha-

16

WIKO Ausgabe 2026


ben und dank der guten Betreuung,

kommen viele Frauen von außerhalb

des Landkreises zur Entbindung nach

Weißenburg. Das bringt der Klinik Patientinnen

– und Einnahmen.

Und weil wir schon beim Thema Kinder

sind: Junge Familien brauchen

nicht nur Baugebiete, Spiel- und Kitaplätze

sowie gut ausgestattete Schulen.

Sie brauchen vor allem eine funktionierende

kinderärztliche Versorgung.

Das ist, ganz nebenbei, ein wichtiger

Standortfaktor, wenn es darum geht,

Fachkräfte oder akademisches Spitzenpersonal

anzulocken.

Die kinderärztliche Versorgung in

Weißenburg und Umgebung ist inzwischen

schlichtweg katastrophal,

ein wirklicher Notstand. Sie balanciert

am Rande des Zusammenbruchs und

funktioniert nur noch, weil längst in

die Rentenjahre gekommene Kinderärzte

aus einem mehr als vorbildlichen

Verantwortungsgefühl heraus ihre kleinen

Patienten nicht hängen lassen.

VITA UWE RITZER

Der Weißenburger Wirtschaftsjournalist

Uwe Ritzer arbeitet für

die Süddeutsche Zeitung und

als erfolgreicher Buchautor. In

seinem ersten journalistischen

Leben war er Redaktionsleiter

beim Weißenburger Tagblatt.

Dem Verlag bis heute verbunden,

unterstützt er die WIKO-Redaktion

seit einigen Jahren als

Berater und Autor. Ritzers journalistische

Arbeit wurde bereits

mehrfach mit renommierten

Preisen ausgezeichnet, darunter

dem Helmut-Schmidt-Preis und

zwei Wächterpreisen. 2023 war

er Wirtschaftsjournalist des

Jahres in der Kategorie Verbraucher/Finanzen.

Mehr als 600 Kinder kommen jedes Jahr im Weißenburger Krankenhaus zur Welt. Die

Geburtshilfe dort (hier ein Symbolbild) ist von enormer Bedeutung für den Bestand der

Klinik. Ginge sie verloren, müssten Frauen in Zukunft für Entbindungen sehr weit fahren.

Genug Gründe, um sich aktiver um das Thema zu kümmern.

Eltern erleben diesen eklatanten Missstand

jeden Tag. Den Blick in den

KVB-Versorgungsatlas empfinden sie

zu Recht als Hohn, denn dort steht

ernsthaft, dass der Landkreis kinderärztlich

mit 103 Prozent überversorgt

sei.

Damit nicht genug. Die Notarztversorgung

ist in unserem Landstrich ausgedünnt.

Viele Hausarztpraxen arbeiten

an der Oberkante, einige nehmen

keine neuen Patienten mehr auf. Der

Druck im Kessel wird umso größer mit

jeder Medizinerin und jedem Mediziner,

die/der seine Praxis schließt. Im

Facharztbereich ist es kaum anders.

Wer nicht gut sichtbar den Kopf unter

dem Arm trägt oder Privatpatient ist,

wartet zum Teil Monate auf einen

Termin. Das MVZ ist nicht die propagierte

Alternative, denn dort rät man

selbst Patienten mit akuten Beschwerden

stoisch, doch in zehn oder 20

Tagen vorbeizukommen oder sich am

besten gleich außerhalb des Landkreises

Hilfe zu suchen. Wer nachhakt,

wird genervt an die Notaufnahme des

Krankenhauses verwiesen. Als wäre

die nicht so schon chronisch überbelastet.

Diese Missstände haben sich nicht von

heute auf morgen entwickelt, sie sind

auch Folge politischer Verdrängung.

Ja, Gesundheitspolitik ist in erster Linie

Sache von Bund und Land. Aber

Kommunalpolitik ist für die kommunale

Daseinsvorsorge zuständig. Und

dabei ist die medizinische Infrastruktur

essenziell. Warum etwa kümmert sich

die politische Spitze des Landkreises

nicht längst intensiv um das Thema?

Es gibt zwar einige sehr vorbildliche

und engagierte Initiativen aus der Ärzteschaft

heraus. Das reicht aber nicht,

es braucht mehr politische Unterstützung.

Das Thema Gesundheit muss

Chefsache werden. Allein den Landkreis

zur „Gesundheitsregion“ auszurufen

reicht nichts und grenzt an Augenwischerei.

Im Landratsamt gibt es Streuobstbeauftragte

und einen Alarmkalenderbeauftragten

in Vollzeit! Es gibt eine

personell gut ausgestattete, sog. „Zukunftsinitiative

Altmühlfranken“, die

genug Zeit hat, um Wandertage und

Märkte für Regionalversorger zu organisieren,

Wanderwegkonzepte zu

erstellen und einen jährlichen Kirchweihkalender

zu erstellen. Warum

aber kümmert sich dort niemand wirklich

intensiv und wirksam um die medizinische

Infrastruktur? Ist das kein

Thema für eine „Zukunftsinitiative“?

Im zurückliegenden Kommunalwahlkampf

spielte die Gesundheitsversorgung

erst gegen Ende eine Rolle. Aus

der CSU hieß es fast beleidigt, Landrat

Manuel Westphal habe doch den

Neubau des Weißenburger Klinikums,

der Gunzenhausener Krankenpflegeschule

und den Bau eines Hospizes

in Pleinfeld vorangetrieben. Das mag

sein. Aber wer die Krankenhauspolitik

nur oberflächlich verfolgt, der erkennt,

dass ein Neubau allein keinen Klinikstandort

rettet. Und eine Krankenpflegeschule

und ein Hospiz helfen keinem

Elternteil, das einen Kinderarzt

braucht, und keiner Schwangeren, die

vor Ort entbinden will.

Immerhin versprach das wahlkämpfende

Führungspersonal, sich des

Themas anzunehmen. Hoffentlich folgen

diesen Worten Taten, unbedingt

parteiübergreifend und ohne parteipolitisches

Gezänk. Der Einzug vieler

junger Männer und Frauen in die Kommunalparlamente

macht Hoffnung. Es

braucht dringend Lösungen, Ideen und

Initiativen, um mehr junge Ärzte anzulocken

und die Struktur insgesamt zu

verbessern. Wegducken gilt nicht!

Wirtschaftsmagazin WIKO

17


Das Wunder von

der Stücklen-

Straße

Von Jan Stephan

18

WIKO Ausgabe 2026


Der Kunststoffcampus

Bayern sollte die Region

mal retten. Dass

das nicht geklappt hat,

darin sind sich eigentlich

alle einig. Die Frage

ist, warum die Begeisterung

nun trotzdem so

groß ist. Bericht von einer

Revolution, die diesmal

wirklich klappen soll.

Das also ist der Kunststoffcampus 2.0,

das auf links gedrehte, einmal rundum

revolutionierte Studien- und Technologiezentrum

im Weißenburger Industriegebiet.

Um ehrlich zu sein: Es sieht

exakt so aus wie das alte. Die orange

Kunststofffassade über dem Betonbau

strahlt zwischen Fitnessstudio, Fliesenhandel

und Fruchtmosterei in die fränkische

Flur. Immer noch tritt man vor

eine Tür, die erst automatisch öffnet,

wenn man bereits ratlos vor ihr steht.

Immer noch ist das Gebäude an einem

Winternachmittag vor allem still, groß

und leer.

Hier also soll die Zukunft der Kunststoffbranche

in der Region liegen.

Hier sollen selbst leuchtende Polymere

entwickelt werden, ultraleichte

Schäume für hiebsichere Westen oder

KI-gestützte Produktionsprozesse für

Geisterschichten? Zwischen Fitness

und Fliesen internationale Spitzenforschung

eines neuen Zeitalters?

Ja, genau, das ist der Plan.

Um erneut ehrlich zu sein: Dieser

Plan ist kein anderer, als man ihn nicht

schon vor mehr als einem Jahrzehnt gehabt

hätte, als der Kunststoffcampus

mit vielen Millionen von Landkreis,

Stadt Weißenburg und dem Freistaat

aus der Taufe gehoben wurde. Nur hat

er bislang nicht wirklich funktioniert.

Als 2012 In einer Pressekonferenz verkündet

wurde, dass Weißenburg Hochschulstandort

wird, war das eine Sensation.

Man steckte in den Nachwehen

des „Prognos-Schocks.“ Ein Gutachten

hatte Weißenburg-Gunzenhausen

verheerende Zukunftsaussichten prognostiziert,

Bevölkerungsvorausberechnungen

ergaben massiv abnehmende

Einwohnerzahlen. Neben bayerischen

Boomregionen wie Ingolstadt

fühlte man sich wie brandenburgische

Landkreise im Schatten Berlins. Sollte

Weißenburg-Gunzenhausen in Zukunft

für Audi-Ingolstadt das werden,

was Ostpriegnitz-Ruppin für Berlin

ist? Stellfläche für die Wochenendhäuser

derer, die es geschafft haben, aber

die woanders schaffen?

Die altmühlfränkische Angst ging um.

Bildung und Forschung galten als

Allheilmittel. Eine Art Antibiotikum

gegen die Schwindsucht. Das Instrument,

um zu verhindern, dass die Jugend

zum Studium die Region verlässt

um nie wieder zurückzukehren. Ein

Instrument, das aber auch der Wirtschaft

vor Ort helfen sollte, innovativer

und erfolgreicher zu werden, um genau

die Arbeitsplätze zu schaffen, die

der dann gut ausgebildete Nachwuchs

brauchen würde, wenn er hier alt werden

wollte.

Die Region warf sich wild entschlossen

in den Kampf um Hochschulen. Man

holte 2010 den Adventure Campus

nach Treuchtlingen, 2015 den Kunststoffcampus

nach Weißenburg. Jetzt

konnte man im Landkreis studieren,

was sich Treuchtlingen und Weißenburg

auch eilends auf große Schilder

schrieben, die man an die Ortseingänge

schraubte.

Und tatsächlich: Die Zukunft sah bald

nicht mehr so düster aus. Das lag allerdings

weniger an den neuen Hochschulen,

sondern eher daran, dass sich

die Bevölkerungsvorausberechnungen

als haltlos erwiesen und der Rest zumindest

als nicht so schlimm wie befürchtet.

Heute sind Weißenburg und

der Landkreis in Sachen Einwohner so

groß wie noch nie in ihrer Geschichte.

Die Sache mit der Wirtschaft allerdings

ist weiter Thema.

Zwar liegen die Kennzahlen im bundesdeutschen

Durchschnitt, aber mit

Blick auf Bayern ist man damit eben

immer noch die arme Verwandtschaft.

Und aktuell hat man wieder verstärkt

Anlass zur Sorge. Das Industrieland

Deutschland darbt und mit am

schlechtesten geht es der Automobilbranche,

die über Jahrzehnte die

Kunststoffindustrie in Altmühlfranken

brummen ließ. Das wirtschaftliche

Rückgrat Weißenburg-Gunzenhausens,

es ist aus Plastik und es steckt im

Kopfgelenk der Autoindustrie.

An einer Transformation werden die

großen Arbeitgeber Altmühlfrankens

kaum vorbeikommen. Ein runderneuerter,

von sich und der Zukunft begeisterter

Kunststoffcampus kommt der

Region da gerade recht. Das Technologiezentrum

soll diesmal wirklich Teil

der Therapie sein. Es muss nicht den

ganzen Patienten retten, aber ein bisschen

Pflaster auf der offenen Wunde,

das erwartet man schon. Am Glauben

fehlt es immerhin nicht – man trifft in

der fränkischen Plastikwelt gerade niemanden,

der daran zweifelt, dass es mit

dem internationalen Lehr- und Forschungszentrum

in Weißenburg diesmal

etwas werden könnte. Selbst bei

denen, die in der Vergangenheit nicht

so arg viel gute Haare am Campus gelassen

haben. Woher aber diese Begeisterung

für die Neuaufstellung eines

Projekts, das seit rund zehn Jahren

nicht so recht aus den Puschen kommt?

„In Sachen fränkischer

Hoffnungsträger

kann er es mit Miroslav

Klose aufnehmen„

Die Euphorie hängt nicht unwesentlich

mit einem Menschen zusammen,

den man in Erlangen-Tennenlohe

trifft. Er hat seinen Arbeitsplatz im

Lehrstuhl für Kunststofftechnik. In

einer mondäneren Umgebung als

der Kunststoffcampus steht der allerdings

auch nicht. Statt Fliesen und

Fitnesscenter findet man hier eine geschlossene

Bäckerfiliale und eine geschlossene

Weinhandlung. Schicke

Nachbarschaften scheinen für Forschungszentren

keine Notwendigkeit

zu sein. Der Lehrstuhl für Kunststofftechnik

der Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg jedenfalls

ist in einem Gewerbegebiet am Rande

der Stadt zu Hause. Autobahn, Felder,

Wald und Supermärkte.

Prof. Dr. Dietmar Drummer wartet im

ersten Stock dieses Gebäudes und ist

ebenso freundlich wie der hell erleuchtete

Konferenzraum, in dem er sitzt.

Der Lehrstuhlinhaber ist auf vornehmzurückhaltende

Art geschmeichelt von

den warmen Worten, die man in und

Wirtschaftsmagazin WIKO

19


um Weißenburg herum für ihn findet.

Den Umgang mit Lob scheint er

aus Gründen der Gewöhnung gut zu

beherrschen. Drummer gilt als fränkischer

Kunststoff-Papst, als „absolute

Koryphäe“. In Sachen fränkischer

Hoffnungsträger kann er es mit den Fähigkeiten

Miroslav Kloses aufnehmen,

der beim Club dafür sorgt, dass man

sich mit einer grauen Gegenwart abfindet,

weil man von einer glitzernden

Zukunft ausgeht. Das beschreibt auch

die Situation in Weißenburg ganz gut.

Drummer war der Kopf eines wissenschaftlichen

Beirats, der vor einigen

Jahren damit beauftragt worden war,

sich das Konzept des Kunststoffcampus

anzusehen. Eine Art „Team Rettung“.

Dass sich Drummer dieser Mission

anschloss, hat mehrere Gründe. „Ich

fühle mich der Region um Weißenburg

verbunden,“ erklärt er. Der gebürtige

Forchheimer

hat lange Jahre für

Oechsler gearbeitet

und viel Zeit

in Weißenburg

verbracht, bevor

er 2009 in Erlangen

zum Professor

Kunststoff-Papst: Prof. Dr. Dietmar Drummer hat den

neuen Campus miterfunden.

ernannt wurde. Er kennt die Stadt, er

kennt die Unternehmen, er kennt viele

der handelnden Personen. Das alleine

aber reichte nicht.

„Ich habe recht schnell gesagt, dass

wenn ich da mitwirke, es auch um echte

Veränderungen gehen muss,“ sagt

Drummer und lässt eine kurze Pause.

„Es hat sich dann gezeigt, dass wirklich

alle Beteiligten bereit waren, das

grundlegend anzugehen.“ Er wird das

immer wieder betonen, weil es offenbar

keine Selbstverständlichkeit ist.

Man hat dieses Forschungs- und Studienzentrum

wirklich auf links gedreht.

„Die Euphorie für die

Zukunft hat auch mit der

nicht ganz so berauschenden

Vergangenheit

zu tun„

Die Euphorie für die Zukunft hat allerdings

auch damit zu tun, dass die Vergangenheit

nicht so arg berauschend

war. „Wir waren kurz davor auszusteigen“,

sagt ein regionaler Firmenchef,

der das Projekt seit Langem begleitet,

und zuckt mit den Schultern. Zu unbeweglich,

zu unverbindlich, die

Abläufe zu langsam, kein Innovationsgeist,

zählt er auf. Die

Mängelliste bleibt eher im Allgemeinen,

aber sie ist lang. Im

Kern geht es darum, dass es

dem Campus nie gelungen ist,

ein Innovationsmotor für die

Kunststoffindustrie der Umgebung zu

werden.

Ein anderer Geschäftsführer nickt. Es

habe nicht die klaren Verfehlungen gegeben.

Eher eine Mischung aus zu wenig

Manpower und mangelnder spezifischer

Kunststoffkompetenz, gepaart

mit einer allgemeinen Unbeweglichkeit.

„Hätten da nicht die Immergleichen

gekämpft, um uns bei der Stange

zu halten, ich weiß nicht, ob es den

Campus noch gäbe“, heißt es im Gespräch.

Ein anderer Chef eines großen

Unternehmens von etwas außerhalb

findet noch deutlichere Worte.

„Ich bin kein Freund davon, wenn da

in die Jahre gekommene ältere Herren,

die ihren Zenit überschritten haben,

die Entscheidungen treffen.“ Es habe

an der Dynamik auch in der Führung

des Campus gefehlt, an der Beweglichkeit,

der Offenheit. „Der Start war

nicht gerade glücklich.“ Und er lässt

auch ein paar nicht ganz so freundliche

Worte für die Ausstattung da. „Man

läuft ja mit offenen Augen durch die

Welt und wenn man dann sieht, was

da für Equipment steht, dann muss ich

sagen: Da haben wir besseres in der

Halle.“

Prof. Drummer wiegt in seinem Tennenloher

Büro sacht den Kopf, wenn

man ihm derlei Analysen vorträgt. Er

spricht von einer „diffusen Unzufriedenheit“

rund um den Campus. Aber

er ist sehr bemüht, sich nicht in der Kritik

zu verlieren. Die Vergangenheit in-

20

WIKO

Ausgabe 2025


teressiert ihn nur insofern, als man aus

ihr für die Zukunft lernen kann. Und

das ist genau das, was man nun versucht

hat – und was nach allgemeinem

Dafürhalten gelungen ist.

„Es hat sich in den vergangenen zehn

Jahren gezeigt, dass das, was bei der

Gründung positiv gedacht war, in der

Praxis nicht ganz funktioniert,“ erklärt

Prof. Drummer. „Das war stark

politisch motiviert und wirtschaftlich

unterstützt.“ Aus seiner Sicht das größte

Problem: die Trennung von Lehre

und Forschung. Die Hochschule

Ansbach verantwortete die Lehre, die

Technische Hochschule Deggendorf

die Forschung. „Im Grunde war das

nicht schlecht gedacht, es handelt sich

ja um zwei renommierte Einrichtungen“,

erklärt der Fachmann. Aber das

Konstrukt scheiterte im Alltag. In der

Realität verhedderten sich die Hochschulen

in Zuständigkeitsfragen. Wer

darf dieses, wer muss jenes tun? Die

Dinge wurden kompliziert. „Am Ende

wusste man nicht mehr, wen man jetzt

vor den Kopf stößt, wenn man diesen

oder jenen Weg wählt“, erzählt einer,

der sich im Dickicht der Zuständigkeiten

zwischendurch mal verlaufen hat.

„Für ein funktionierendes Institut

müssen Lehre und Forschung aber

zusammenlaufen“, lässt Drummer keinen

Zweifel. „Ich brauche die guten

Studenten für die Forschung und ich

brauche die Forschung, um eine gute

Lehre zu bieten und gute Studenten

zu bekommen.“ Beide Seiten bedingen

sich – sie in verschiedene Hände

zu geben, wirkte nur auf dem Papier

wie eine gute Idee. Die doppelte Zuständigkeit

gilt mittlerweile als „Geburtsfehler“

des Campus. Einer, den

man lange aushielt, wenn man überlegt,

dass das Baby mittlerweile zehn

Jahre alt ist. „Vielleicht hat man sich zu

lange darum gekümmert, das Baby am

Laufen zu halten, und ein bisschen zu

wenig darauf geachtet, wo es hinläuft“,

merkt Prof. Drummer höflich an.

Man hat diese Ineffizienz nicht groß

nach außen getragen. Es fiel nur auf,

dass der Campus wenig in Erscheinung

trat. Zu Beginn des neuen Semesters

wurden Pressemitteilungen für die

Studieninformationsveranstaltungen

verschickt, ansonsten fanden in den

Räumlichkeiten Sitzungen von Kreisausschüssen

und anderen Gremien

statt. Der Campus war da, aber irgendwie

auch nicht.

„In der Realität

verhedderten sich die

Hochschulen in Zuständigkeitsfragen„

arbeit mit Alfmeier (jetzt Gentherm)

zu Tanksystemen. Es läuft unter dem

Titel „WärmeKunst“ ein Projekt der

Bayerischen Forschungsstiftung mit

dem Volumen von einer Million Euro.

Ein Heizungsbauer aus Heideck und

ein Nürnberger Kunststoffunternehmen

forschen mit dem Campus an einer

Verbesserung von Wärmepumpen.

Auch an der Ladungsstabilität von Filtervliesen

hat man geforscht und damit

neue Anwendungsgebiete gefunden.

Im Auftrag eines Netzbetreibers hat

man an der Entwicklung von sogenannten

„Flüsterseilen“ mitgewirkt.

Eine Beschichtung soll verhindern,

dass Stromleitungen bei Nässe die charakteristischen

Brummtöne verbreiten.

Das ist nicht nichts – aber für zehn Jahre

vielleicht doch zu wenig. Vor allem

in der Zusammenarbeit mit der regionalen

Wirtschaft.

Die Forschung aber ist ja nur die eine

Seite der versprochenen Beglückung

der Wirtschaft. Die andere ist die Ausbildung

von Fachpersonal. Am Campus

können talentierte Mitarbeiter in

berufsbegleitenden Studiengängen

Zusatzqualifizierungen bis hin zum

akademischen Abschluss draufpacken.

Eine Art hauseigenes Fortbildungsinstitut

der stärksten Industriesparte der

Region.

Die Zahlen aber sind überschaubar. In

mehr als zehn Jahren Campus haben

150 Menschen hier einen Abschluss

gemacht. Rechnerisch also 15 pro Jahr.

In den beiden Bachelor-Traditionsstudiengängen

Angewandte Kunststofftechnik

sowie Strategisches Management

sind laut Landratsamt derzeit

120 Studierende eingeschrieben. Das

wären – bei angenommenen sechs Semestern

des Bachelor-Studiums – zehn

Studierende pro Semester und Studiengang.

Eine Massenveranstaltung

Wobei man fair bleiben muss: Es ist

nicht nichts passiert. Man erinnert

sich an Forschungen in Zusammenist

das nicht.

Aber auch bei der Lehre hat man sich

grundlegend verändert. Teil des Umbaus

des Kunststoffcampus ist ein neuer,

dreisemestriger Masterstudiengang

Sustainability in Polymer Technology.

Er habe jetzt schon 34 Studierende,

berichtet das Landratsamt. Das wären

deutlich mehr als die Bachelors im Bestand.

Und man hat noch Ausbaupläne

mit dem Studiengang.

Das ist der Moment, um sich in Prof.

Dr. Marco Wackers Büro zu setzen.

Er ist der neue Leiter des Kunststoffcampus.

Ein Mann voller Energie

und Umtriebigkeit, der es geschafft

hat, Applaus zu bekommen, bevor er

überhaupt da war. Schon vor seinem

offiziellen Amtsantritt hatte er mit vielen

Unternehmern der Region Kontakt

aufgenommen. Antrittsbesuche und

-telefonate absolviert, um zerbrochens

Porzellan zu flicken, wie man hört. Wacker

hat offensichtlich Lust auf diesen

Job und er nimmt die Sache mit dem

Neustart ernst. „Der macht einen sehr

guten Eindruck. Er wirkt für mich wie

ein echter Aktivposten“, zeigt sich ein

sonst kritischer Unternehmer denn

auch gleich angetan.

Man trifft Wacker um die Mittagszeit,

mitten in einem Online-Call mit

Kollegen. Es geht um den Antrag für

ein Forschungsprojekt. Gemeinsam

grübeln sie noch an einem möglichst

schneidigen Projekttitel. Auch in der

Wissenschaft geht es nicht nur um

Zahlen, man darf seine Ideen auch

hübsch präsentieren. Die Bäckertüten

neben Wackers Tastatur zeugen davon,

dass seine Mittagspause eher nebenbei

stattgefunden hat. Während er sich

aus dem Call mit dem Hinweis auf den

am Tisch wartenden Journalisten, vereinbart

er auf der Zielgeraden gleich

noch ein paar Antrittsbesuche, die er

in seinen die nächsten Monate prall gefüllten

Terminkalender hineinstopft.

Wacker sprüht vor Energie.

Sollte Prof. Dr. Drummer der Miroslav

Klose des neuen Kunststoffcampus

sein, wäre Prof. Dr. Marco Wacker

wohl so eine Art neuer Wunderstürmer.

Einer, der die ganzen schönen

Ideen und Ansätze im Tor unterbringen

und für zählbare Erfolge sorgen

soll. Dafür hat er nicht 90 Minuten,

sondern fünf Jahre Zeit. „Das ist der

Wirtschaftsmagazin WIKO

21


Zeitraum, in dem wir das nächste Mal

evaluiert werden, da wollen die Partner

Fortschritte sehen“, sagt Wacker

und zeigt sich zuversichtlich. „Ich bin

sicher, dass wir dann besser dastehen

als jetzt.“ Auch wenn das nicht einfach

wird, weil die Zeiten schon mal besser

waren, um große Forschungsetats einzusammeln.

An dieser Stelle lohnt ein Exkurs zur

Funktionsweise moderner Hochschuleinrichtungen

der angewandten Forschung.

Sie finanzieren sich im Kern

über das jeweilige Bundesland, in

diesem Fall Bayern. „Es ist heute aber

so, dass die Standardmittel von Hochschulen

nicht mehr ausreichen, um

auf Spitzenniveau zu lehren“, erklärt

Prof. Drummer. Drittmittel sind das

Zauberwort. Gelder also, die nicht einrichtungs-,

sondern sachbezogen in ein

Institut fließen. Ohne sie kann man auf

Dauer keine erfolgreiche Lehr- und

Forschungseinrichtung aufbauen.

„Mann braucht

mindestens zwei

Drittmittelprojekte, um

sich zu finanzieren„

Der Wettbewerb um sie ist hart. In

den vergangenen 20 Jahren sind immer

mehr Forschungseinrichtungen

entstanden, aber das Geld, um das sie

konkurrieren, ist das gleiche geblieben.

Um Gelder zu bekommen, braucht

es ausführlich und kreativ konzipierte

Forschungsanträge, die bei Land,

Bund, Stiftungen und zahlreichen

anderen öffentlichen und halböffentlichen

Institutionen eingereicht werden.

Gutachter entscheiden, welche

der Projekte das Geld bekommen.

Was zählt, sind die Ideen hinter den

Projekten, aber auch das Renommee

der dahinterstehenden Institute und

natürlich die Expertise der Wissenschaftlerinnen

und Wissenschaftler,

die darin arbeiten.

„Man braucht mindestens zwei Drittmittel-Projekte,

um sich zu finanzieren.

Um die zu kriegen, muss man aber

viel mehr Anträge schreiben“, erklärt

Drummer das Hintergrundrauschen

einer modernen Forschungseinrichtung.

„Wenn man die Projekte hat,

muss man gleich beginnen, sich um die

nächsten zu kümmern.“ Das ist auch

der Grund, warum es eine gewisse

kritische Größe für Forschungseinrichtungen

gibt. „Man kann sonst nicht

mithalten im internationalen Wettbewerb.

Weißenburg war da bisher einfach

zu klein.“

Das war eines der wesentlichsten Ergebnisse

der Campusanalyse: Drei

Professuren reichen nicht. Nun ist

es leicht, mehr Personal zu fordern,

schwer ist es, das zu bekommen. Und

das gilt dann auch als das kleine Wunder

von der Richard-Stücklen-Straße,

dass es gelungen ist, die Zahl der Professoren

zu verdoppeln. Weil man die

lokale Wirtschaft mit in die Pflicht

nahm, sie eine Professur selbst finanzieren

ließ und mit dieser Vorlage in

München anklopfte, um sich zusätzliche

Mittel für den Umbau abzuholen.

2,5 Millionen Euro will der Freistaat

in den kommenden fünf Jahren zusätzlich

in die Neustrukturierung in

Weißenburg stecken. Die Hochschule

Ansbach ließ sich ihrerseits die Allzuständigkeit

in Weißenburg etwas

kosten und verlegte den kompletten

Kunststofftechnikbereich in die Römerstadt.

Samt zweier Professuren.

In Summe bringen diese Verbesserungen

an allen Fronten einen erheblichen

personellen Ausbau mit sich. Denn die

Professuren haben einen finanzierten

Unterbau an Mitarbeitern und

betreuten Studenten im Schlepptau.

Das heißt, der Weißenburger Kunststoffcampus

wird deutlich wachsen,

erheblich an Schlagkraft gewinnen

und könnte sich damit in dem internationalen

Wettbewerb um Forschungsmittel

besser positionieren. So ließen

sich dann zusätzlich neue Mitarbeiter

finanzieren, die das Renommee des

Campus heben, was für noch bessere

Chancen auf Fördermittel sorgen würde,

mit denen man dann wieder neue

Mitarbeiter … Eine Art Perpetuum

mobile der Forschungsfinanzierung. So

hofft man zumindest.

Man wird am Kunststoffcampus aber

nicht nur mehr, man wird auch anders.

Und zwar inhaltlich. „Das Profil des

Campus gibt jetzt ein deutlich runderes

Bild ab“, stellt Drummer fest. Viel

mehr echte Kunststoff-Kompetenz ist

an Bord. Man will das Material von der

Entwicklung über die Produktion bis

zum Recycling über seinen kompletten

Zyklus fachlich begleiten können. „Die

haben uns schon manchmal auch die

falschen Leute geschickt“, beschweren

sich im Rückblick einige Beteiligte mit

Blick auf die Personalzuweisungen aus

Deggendorf.

Das soll sich nun ändern. Und mit

Blick auf den neuen Campus-Leiter

Wacker scheint das gelungen. Der

Mann hat sein Berufsleben im Kunststoff

verbracht, mit Drummer in Erlangen

studiert, bei einem Mittelständler

die Forschungsabteilung aufgebaut,

war später bei Oechsler und Uvex im

Management tätig. Er ist Vorstand

des Verbands Technischer Kunststoffprodukte,

kennt Gott und die Welt in

der Branche. Womit man wieder beim

neuen Masterstudiengang wäre, denn

die Welt wäre auch eine Idee, um mehr

Studenten nach Weißenburg zu bekommen.

„Am meisten Bewerber in den Ingenieursberufen

hat man derzeit aus Indien.

Warum nicht den Studiengang

stärker international ausrichten und

Studenten von dort nach Weißenburg

holen“, fragt Wacker. Er befindet sich

schon im Austausch mit einem indischen

Kollegen und will potenzielle

Partner in Indien für die Idee auftun.

Das ist ein neuer Ansatz. Genauso

wie die Perspektive, in Zukunft auch

Doktorarbeiten am Campus zu ermöglichen,

um Studienabsolventen gleich

vor Ort vertieft weiterforschen zu lassen.

„Warum nicht den

Studiengang stärker

international

ausrichten?„

Die Schwerpunkte dieser Forschungen

hat man neu definiert. Es soll im Kern

weiter um sogenannte Smart Materials

gehen, Kunststoffe also, die die Fähigkeit

haben, mit bestimmten Veränderungen

auf Umweltbedingungen zu

reagieren. Die etwa in Lebensmittelverpackungen

anzeigen, wie lange der

Inhalt noch haltbar ist, die Prothesen

dazu bringen, sich Körperbewegungen

anzupassen, oder Lacke mit einer

Selbstheilungsfunktion versehen. Neu

ist dagegen der Bereich Protective

Polymer Systems, in dem es um Materialien

für den Schutz von Strukturen

und Menschen geht. Wacker ist Spezialist

für solche Kunststoffe. Sie kommen

in Fahrradhelmen, Skibrillen oder

22

WIKO Ausgabe 2025


Arbeitsschutzkleidung vor, aber eben

auch in militärischen Nutzungen, die

zuletzt wieder deutlich mehr nachgefragt

werden.

Wacker sieht hier eine Wachstumsoption

für die Unternehmen. „Wir haben

da jetzt noch keine großen Firmen drin,

aber ich werde Kontakt aufnehmen, ob

sich der ein oder andere das vorstellen

kann“, erzählt er in seinem Büro. Auch

wenn die Rüstung – ebenso wenig wie

die Medizintechnik allein – den Rückgang

der Autoindustrie nicht auffangen

kann, ein Teil der Lösung können

beide sehr wohl sein.

Es ist ein schönes Beispiel, wie sich

Wacker die Zusammenarbeit mit

den Unternehmen in Zukunft vorstellt.

Er sucht nach Win-win-Lösungen

für Campus und Region. Weil er

selbst weiß, dass der Campus ohne

die Wirtschaft nicht weiterentwickelt

worden wäre und die Wirtschaft jetzt

ihn braucht, um sich selbst weiterzuentwickeln.

Wo es geht, will man den

Unternehmen mit Gerätepark, Personal

und Know-how als Dienstleister

zur Verfügung stehen. Bei Messungen,

Prüfungen und Untersuchungen. Wo

es darüber hinaus möglich ist, will man

sie gleich direkt mit ins Forschungsboot

holen.

„Eine Art Perpetuum

mobile der Forschungsfinanzierung.

So hofft

man zumindest„

Hier liegt aber auch eine der Sollbruchstellen

des neuen Campus. Denn ein

„industrielles Wünsch-Dir-Was“ dürfe

die Einrichtung nicht werden, warnt

Drummer. „Man soll und muss den

Unternehmen vor Ort helfen“, so der

Kunststoff-Papst. „Aber in den großen

Linien der Forschung darf man sich

nicht zu klar an unternehmerischen

Dingen orientieren.“ Die Sache werde

eher andersrum ein Schuh. Wenn es

dem Campus gelinge, eine renommierte

Forschungseinrichtung zu werden,

hervorragende Studenten anzuziehen,

erst dann würden auch die Unternehmen

vor Ort profitieren. Es dürfte eine

der Herausforderungen für den neuen

Mittelstürmer am Campus werden, die

ins Kraut schießenden Erwartungen

von Politik und Wirtschaft zu managen,

ohne dabei die wissenschaftliche

Exzellenz aus dem Blick zu verlieren.

„Es gibt nicht so viele, die sowas leiten

können“, sagt Prof. Drummer und zählt

ein einschüchterndes Stellenprofil auf.

„Man muss ein guter Wissenschaftler

sein, soll die Lehre beherrschen, muss

mit der Industrie gut können und am

besten auch noch die Idee des Campus

nach außen vertreten.“ Seinem ehemaligen

Kommilitonen Wacker traut

er das zu. Am Ende hänge es auch in

der Wissenschaft sehr stark an den

Personen, ob Dinge funktionieren.

Drummer: „So wie der Standort jetzt

aufgestellt ist, wird es Freude machen,

ihm beim Wachsen zuzusehen. Wenn

man das jetzt richtig angeht, wird man

etwas auf die Beine stellen, das dauerhaft

leistungsfähig ist.“

Ein bisschen Euphorie vom Kunststoff-

Papst – was will man mehr zum Start

des zweiten Lebens des Weißenburger

Campus.

Kunststoffcampus: Was ist das und was ist jetzt

eigentlich neu daran?

Den Kunststoffcampus gibt es

seit 2015. Er ist Teil einer Initiative

der Staatsregierung, die bayernweit

mit Technologiezentren die

Forschung in die Fläche bringen

wollte. Die Stadt Weißenburg hat

zusammen mit dem Landkreis

das Gebäude finanziert, die Hochschule

Ansbach und die Technische

Hochschule Deggendorf

waren zuständig für den Betrieb.

Der Kunststoffcampus ist die einzige

Einrichtung, an der man in

Weißenburg einen Hochschulabschluss

erwerben kann.

Zum zehnjährigen Jubiläum ist

der Campus auf mehreren Ebenen

grundlegend verändert worden.

1. Seit Herbst 2025 ist nur noch

die Hochschule Ansbach für die

Einrichtung verantwortlich. Deggendorf

hat sich zurückgezogen.

2. In Zukunft arbeiten fünf statt

drei Professoren am Kunststoffcampus.

Dies wurde möglich, weil

die Stadt Weißenburg, der Landkreis

und die heimische Wirtschaft

eine Stiftungsprofessur finanzieren.

Und weil die Hochschule Ansbach

ihren Kunststoffbereich nach

Weißenburg verlagert und in diesem

Zuge eine Professur für Analytik/Chemie

verlegt. Rechnet man

die in Ansbach verbleibende, aber

ebenfalls dem Kunststoffcampus

zugeordnete KI-Professur Verbundwerkstoffe

hinzu, käme man

auf sechs Professuren.

3. Neben den beiden Bachelor-Studiengängen

Angewandte Kunststofftechnik

und Strategisches

Management kann man nun auch

einen Masterabschluss in „Sustainability

in Polymer Technology“ in

Weißenburg erwerben.

4. Das Forschungsprofil der Einrichtung

wurde neu definiert.

Zum einen Smart Polymer Systems.

Also intelligente Kunststoff-Lösungen

für Medizintechnik,

Kleidung, Verpackung oder

Automotive. Zum anderen Protective

Polymer Systems. Also Kunststoff-Lösungen

für den Schutz von

Menschen etwa im Arbeitsumfeld,

aber auch in der militärischen Verteidigung

und den Schutz der Umwelt

(Recycling).

5. Mit Prof. Dr. Marco Wacker hat

der Kunststoffcampus einen neuen

Leiter. Wacker war unter anderem

Technologievorstand bei

Oechsler und zuletzt fast zehn

Jahre beim Fürther Unternehmen

Uvex, das man unter anderem von

Skihelmen und Skibrillen kennt,

das aber auch Arbeitsschutzprodukte

produziert.

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Weißenburg digitalisiert

Simone Heckel verantwortet seit Februar 2024 als Digitalisierungsbeauftragte

der Stadt Weißenburg die

Umsetzung der digitalen Transformation in der Stadtverwaltung.

Frau Heckel, welche Prioritäten haben Sie bislang gesetzt?

Was wurde bereits umgesetzt?

Frau Heckel: Es ging darum, neben einzelnen Projekten

die grundlegenden Strukturen für eine Digitalisierung

der Verwaltung zu schaffen. Meilenstein war die Einführung

eines Dokumentenmanagementsystems, damit

sind wir fast durch. Was wir bereits haben, ist der digitale

Rechnungsworkflow. Dadurch verkürzen wir Bearbeitungszeiten

und können die Abläufe transparenter

darstellen. Auch das Bewerbungsverfahren der Stadt

funktioniert inzwischen vollständig digital, und unsere

Mitarbeiter können eine digitale Lernangebote nutzen.

Sie sind also dabei, die digitale Kompetenz in der Verwaltung

auszubauen?

Frau Heckel: Nicht nur dort. Der Winterdienst im Bauhof

wird z. B. durch digitale Routen- und Einsatzplanung

unterstützt und die Kläranlage befindet sich im Roll-Out

eines digitalen Prüfungs- und Störungsmanagements.

Viele Kommunen kämpfen mit langsamen Verwaltungsprozessen.

Wo sehen Sie in Weißenburg das größte Potenzial

für digitale Verbesserungen?

Frau Heckel: Nicht allein bei der Einführung einer neuen

Software, sondern vor allem in der Betrachtung und

Optimierung von Arbeitsabläufen. Ziel sollte immer

sein, die Prozesse effizienter und vor allem transparenter

zu gestalten. Auch in der Stadtverwaltung arbeiten

wir noch mit Papier, E-Mail und Fachverfahren.

Wie kann die Digitalisierung konkret dazu beitragen, den

Wirtschaftsstandort Weißenburg attraktiver zu machen?

Frau Heckel: Digitale Genehmigungs- und Antragsverfahren

sparen Zeit und geben den Unternehmen

Planungssicherheit. Digitale Angebote müssen keine

Rücksicht auf Öffnungszeiten nehmen, was besonders

berufstätigen Menschen und Unternehmen einen Vorteil

verschafft. Und wenn der öffentliche Dienst selbst

digitaler wird, hilft das bei der Akquise qualifizierter

Fachkräfte.

Digitale Verwaltung bedeutet auch Kulturwandel. Wie

nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit?

stimmung mit den Sachgebieten erarbeitet werden. Die

Mitarbeitenden kennen ihre Prozesse am besten und

können wertvolle Hinweise einbringen.

Viele Bürger wünschen sich einfachere Online-Services.

Welche digitalen Angebote können Bürger in den nächsten

Jahren konkret erwarten?

Frau Heckel: Ziel ist es, noch mehr Verwaltungsleistungen

online anzubieten, sodass Anträge und Anliegen

unabhängig von Öffnungszeiten erledigt werden können.

Etwa im Meldewesen, bei Gewerbeangelegenheiten

oder im Baubereich.

Wie stellen Sie sicher, dass Digitalisierung und Sicherheit

bzw. Datenschutz Hand in Hand gehen?

Frau Heckel: Neue digitale Lösungen werden immer

in enger Abstimmung mit dem Datenschutz- und dem

Informationssicherheitsbeauftragten geprüft. Darüber

hinaus schulen und sensibilisieren wir die Mitarbeitenden,

um ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen

Umgang mit Daten und digitalen System zu schaffen.

Wenn wir in fünf Jahren wieder sprechen: Woran würden

Sie persönlich messen, dass die Digitalisierung in Weißenburg

erfolgreich war?

Frau Heckel: Für mich wäre Digitalisierung dann erfolgreich,

wenn sie im Alltag von Bürgern sowie in der Verwaltung

zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Und

wenn interne Verwaltungsprozesse deutlich effizienter

und transparenter wären, sodass die Beschäftigten sie

als hilfreich erleben. Dann würden nämlich die Mitarbeitenden,

aber auch die Bürger profitieren. Digitalisierung

ist dann erfolgreich, wenn sie den Alltag leichter macht,

Prozesse verbessert und gleichzeitig Vertrauen schafft.

Stadt Weißenburg i. Bay.

Marktplatz 19

91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 9 07 - 0

www.weissenburg.de

stadt@weissenburg.de

MitarbeiterInnen: 300

Oberbürgermeister:

Jürgen Schröppel

Frau Heckel: Uns ist es wichtig, sie frühzeitig einzubinden.

Ein zentraler Baustein ist die Qualifizierung und

Unterstützung im Arbeitsalltag. Beim Prozessmanagement

ist darauf zu achten, dass Prozesse in enger Ab-

in Bayern

Wirtschaftsmagazin WIKO

25


Anzeige

Profiltechnik

aus Franken

Klarheit statt

Kompromisse

Es ist ein klassisches Management-

Buy-out: Als 2006 der Extrusionsbereich

der Oechsler AG in ein

eigenständiges Unternehmen überführt

wurde, startete m3profile mit 11

Mitarbeitern und viel technischem

Know-how – aber auch mit einer

zentralen Grundsatzfrage: Soll das

Unternehmen weiterhin Aufträge aus

der Automobilindustrie aufnehmen –

einem Bereich, der damals noch einen

erheblichen Umsatzanteil ausmachte?

Die Antwort der Gründer war ein

bewusstes Nein. Was damals eine

pragmatische wirtschaftliche Entscheidung

war, erwies sich später als

goldrichtig. Qualität und Innovation

im Fokus – seit 20 Jahren das Erfolgsrezept

der m3profile GmbH.

m3profile GmbH

Weinstraße 1

91710 Gunzenhausen

Tel. 0 98 31 / 8 81 02 - 0

www.m3profile.com

info@m3profile.com

Unternehmensgründung: 2006

MitarbeiterInnen: 47

Geschäftsführer: Markus Rotter,

Michael Meyer

Wenn nachts in einer Fabrikhalle ein Lichtband aufleuchtet

oder ein Bahnhof in klares Licht getaucht wird, steckt dahinter

oft mehr regionale Kompetenz, als man auf den ersten Blick

ahnt. Hinter vielen dieser Lichtsysteme steht ein unscheinbarer,

aber technologisch entscheidender Bestandteil: ein

Kunststoffprofil, das nicht nur Form gibt, sondern auch Strom

führt. Und genau hier beginnt die Geschichte der m3profile

GmbH aus Gunzenhausen – ein Unternehmen, welches aus

einer Nische heraus gewachsen ist und heute global agierenden

Konzernen Kunststofflösungen bietet. m3profile setzt auf

Märkte, in denen technische Spezialisierung zählt. Die entscheidende

Innovation: die Verbindung von Kunststoffprofilen

mit integrierten Kupferleitern. Daneben fertigt das Unternehmen

Profile für Forst-, Garten- und Landschaftsbau sowie Produkte

für Wärmepumpensysteme. Die klare Leitlinie formuliert

Michael Meyer, Geschäftsführer von m3profile so: „Qualität vor

Quantität. Wachstum um jeden Preis war und ist nie das Ziel

– entscheidend ist, dass jedes Produkt und jeder Prozess den

höchst möglichen Standarts entspricht.“ Die Firma zählt etwa

50 Mitarbeiter und ist stolz auf einen starken Teamcharakter,

frei von Diskriminierung und mit Fokus auf faire Arbeitsbedingungen.

Ebenso stolz ist die Firma auf ihre im Jahr 2017

gestartete Ausbildungsarbeit: so arbeiten heute vier ehemalige

Auszubildende – drei davon Frauen – im Werkzeugbau/

Technikum. Klare Werte gehören zur Unternehmensidentität.

Zudem bietet die Firma unter anderem ein Bonussystem, unterstützt

ehrenamtliches Engagement und bietet zusätzliche

Urlaubstage. Nachhaltigkeit ist ein festes Leitprinzip zur Strategie:

der schonende Umgang mit Ressourcen, die langfristige

Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie

die Umsetzung einer verantwortungsvollen, zukunftsorientierten

Geschäftsführung. „Ziel ist es, die Produktion bis 2030

klimaneutral zu gestalten. Der Einsatz von Ökostrom soll ausgebaut

und ein effektives Energiemanagement weiterentwickelt

werden“, sagt Geschäftsführer Markus Rotter. m3profile

zeigt, wie mittelständische Innovationskraft funktioniert, wenn

technologische Spezialisierung, verantwortungsbewusstes

Wachstum und eine starke Mannschaft zusammenkommen.

26

WIKO Ausgabe 2026


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Arbeit am

Naturprodukt

Die Franken-Schotter GmbH & Co. KG begann ihre Firmengeschichte

als regionaler Player. Gegründet wurde das Unternehmen

1970 in Dietfurt bei Treuchtlingen durch den Zusammenschluss

von fünf Firmen aus der Bauwirtschaft. Heute zählt

Franken-Schotter zu den bedeutendsten Anbietern auf dem

globalen Natursteinmarkt. Rund 500 Beschäftigte produzieren

und verkaufen jährlich zwei Millionen Tonnen Natursteinprodukte.

Von Bodenbelägen, Treppen und aufwendigen Fassadenkonstruktionen

über Produkte für den Garten- und Landschaftsbau

bis hin zu Asphalt- und Schotterware. Die Qualität

des Natursteins und der Verarbeitung zeigt sich in renommierten

Referenzen. So lieferte das Unternehmen Fassaden- und

Bodenplatten mit einer Gesamtfläche von 100.000 m 2 für

den Neubau am

Frankfurter Flughafen.

Auch im

Deutschen Bundestag

in Berlin

läuft man auf

Dietfurter Naturstein.

Abgebaut werden

die Natursteinarten

Jura Kalkstein,

Dietfurter

Kalkstein und

Wachenzeller Dolomit in vier eigenen Steinbrüchen. Die Verarbeitung

verteilt sich auf drei Natursteinwerke. Um genug

Fachkräfte zu haben, setzt Franken-Schotter auf eigene Auszubildende.

Aktuell sind es neun Berufsanfänger. Neben dem

Natursteinaufbereiter oder dem Laboranten gibt es zum Beispiel

auch den IT-Systemadministrator und Industriekaufleute.

Die Qualität der Ausbildung wurde mehrfach mit Ehrungen auf

Bundesebene ausgezeichnet.

Das Thema Nachhaltigkeit kommt bei alledem nicht zu kurz.

Franken-Schotter verwertet nahezu jeden herausgebrochenen

Stein vollständig. Darüber hinaus achtet das Unternehmen

auf energieeffiziente Prozesse, vermeidet unnötige Umweltbelastungen

und treibt schrittweise Weiterentwicklung hin zu

alternativen Energieträgern voran. Die dreiköpfige Geschäftsführung

mit Thomas Herrscher, Karl Tratz und Heinz Zierer verfolgt

dabei das erklärte Ziel, ökologische Verantwortung und

wirtschaftliche Leistungsfähigkeit miteinander in Einklang zu

bringen. Die ökologische Ausrichtung ist messbar und transparent.

Franken-Schotter wird jährlich nach EMAS zertifiziert

– einem der anspruchsvollsten Umweltmanagementsysteme.

Zudem ist die Firma Teil des Umwelt- und Klimapakts Bayern

und Trägerin des MIRO Nachhaltigkeitspreises. Auch die Kooperation

mit dem Landesbund für Vogelschutz unterstreicht

Verantwortung über das eigene Werksgelände hinaus.

International

im Dialog

Franken-Schotter engagiert sich

intensiv im fachlichen Austausch.

Dazu zählen spezielle Natur -

steinworkshops für Architekten

oder die Teilnahme an internationalen

Fachmessen in Nürnberg,

Verona oder China.

Damit steht Franken-Schotter

heute für weit mehr als Gewinnung

und Verarbeitung von Naturstein.

Das Unternehmen verbindet

regionale Stärke mit internationaler

Erfahrung, handwerklicher Präzision

und modernem technologischen

Fortschritt.

Franken-Schotter GmbH & Co. KG

Hungerbachtal 1

91757 Treuchtlingen-Dietfurt

Tel. 0 91 42 / 80 20

www.franken-schotter.com

info@franken-schotter.de

Unternehmensgründung: 1970

MitarbeiterInnen: 511

Geschäftsführer: Karl Tratz,

Thomas Herrscher, Heinz Zierer

Wirtschaftsmagazin WIKO

27


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HÄRTHA:

KI im großen

Stil

Leistung und

Anspruch

Die HÄRTHA GROUP ist ein

europaweit tätiger Spezialist für

Wärmebehandlungs- und Oberflächentechnik.

Seit 1990 entwickelt

das Unternehmen Verfahren zur

Leistungssteigerung und Haltbarmachung

von Metallbauteilen für

Industrie und Maschinenbau. Zum

Angebot zählen Nitrieren, Vakuumund

Induktivhärten sowie Beschichtungsverfahren.

Dabei stehen bei

HÄRTHA Qualität, Innovation und

nachhaltige Prozesse im Mittelpunkt

der Entwicklung.

HÄRTHA – WEISSENBURG GmbH

Dettenheimer Straße 28

91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 85 89 - 0

www.haertha.de

weissenburg@haertha.de

Unternehmensgründung:1997

MitarbeiterInnen: 94

Standort Weißenburg:

Geschäftsführer: Thomas Bückert

Wer vorne mitspielt, muss schauen, dass er nicht nachlässt,

sonst wird er überholt. Während andere noch abwarten, geht

HÄRTHA einen großen Schritt in Richtung Zukunft: Das Unternehmen

aus Weißenburg, das Teil der HÄRTHA GROUP ist, beweist,

dass Innovationskraft aus den eigenen Reihen kommt

und eine Frage des Mindsets ist. Mit einem klaren Plan treibt

HÄRTHA die Einführung eines umfassenden KI-Systems voran

und positioniert sich damit als digitaler Vorreiter in der Region.

Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut IPA in Stuttgart

wurde ein Konzept entwickelt. „Wir können und wollen uns vor

künstlicher Intelligenz nicht verschließen“, betont Geschäftsführer

Thomas Bückert. „Wer sich der KI verschließt, ist mittelfristiger

Verlierer.“ Bis

Mitte April 2026 soll

die neue, nicht cloudbasierte

und damit

besonders gesicherte

KI-Lösung vollständig

integriert sein. Kern

des Projekts ist eine

intelligente Benutzeroberfläche,

die direkt

mit dem ERP-System

kommuniziert. Derzeit

werden täglich

über 500 Bestellungen und Aufträge

von 1600 aktiven Kunden händisch

bearbeitet. Künftig unterstützt hier die

KI die Dateneingabe und erstellt Teilebegleitkarten.

Bei der Prozessanalyse

wird sogar auf moderne Eye-Tracking-

Brillen zurückgegriffen. Diese Lösung

unterstützt nicht nur die Datenerfassung,

sondern auch die Produktionsplanung.

Gewachsene Strukturen werden nicht ersetzt, sondern

systematisch weiterentwickelt. Ziel: eine digitale „rote

Linie“ vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Drei Mitarbeiter

beschäftigen sich damit am Standort Weißenburg.

Insgesamt zählt das Unternehmen hier 94 Beschäftigte - und

eines ist klar: Kein Arbeitsplatz geht durch die KI verloren. Im

Gegenteil: Die neue Technologie schafft Kapazitäten, reduziert

manuellen Aufwand, beseitigt Fehlerquellen und entlastet Mitarbeiter

spürbar. Der Weißenburger Standort wird damit zum

Leuchtturm-Projekt der HÄRTHA GROUP. Wenn das System

erfolgreich implementiert ist, wird die Lösung auf weitere

Standorte übertragen. HÄRTHA zeigt eindrucksvoll: Wer bereit

ist, neue Wege zu gehen, gestaltet die Spielregeln selbst.

28

WIKO Ausgabe 2026


Zwischen Wirtshaus,

Kostensteigerungen

und Bowl Bar – eine

Branche im Umbruch

Von Sina Schneider

Die Gastronomie ist eine

der ältesten Branchen der

Welt. Gegessen wurde

schon immer, aber wie gegessen

wird, das verändert

sich stetig. Auch die Branche

im Landkreis ist gerade

mal wieder dabei, sich

neu zu erfinden. Ein Entwicklung,

bei der es Gewinner

und Verlierer gibt.

Ein kalter Mittwochnachmittag Mitte

Februar. Im Restaurant Hafner am

Hafnermarkt in Gunzenhausen klirren

Teller, doch das Geräusch verhallt

rasch im Raum. Rund 20 der 50 Plätze

sind besetzt. Zwei jüngere Männer im

Anzug sitzen am Fenster, vertieft in ein

Gespräch. „Die kommen regelmäßig“,

sagt Inhaber Markus Hofer, der neben

dem Standort in Gunzenhausen vier

weitere Betriebe führt. Stammgäste

wie sie sind verlässlich geworden –

aber seltener.

Hofer ist zufrieden. Relativ zufrieden.

Es gebe Tage, an denen mittags nur ein

oder zwei Tische besetzt seien. Auch

ein klassischer Mittagstisch – Tagesgericht

inklusive Getränk für 10,80

Euro – bringe kaum Bewegung in den

Gastraum.

Der Blick nach Treuchtlingen zeigt ein

ähnliches Bild: „Business Lunch für

10,90 Euro“, heißt es auf einer großen

schwarzen Schiefertafel vor dem Gebäude

des Goldenen LamLam – einem

asiatischen Restaurant in der Treuchtlinger

Innenstadt. Doch ein günstiger

Preis allein reicht nicht mehr. Die Mittagspause

ist anders geworden: strukturierter,

funktionaler. Das Gespräch am

Nebentisch wird oft durch den Blick

aufs Smartphone ersetzt, das schnelle

Essen durch den langen Aufenthalt.

Sowohl das Hafner als auch das

Treuchtlinger Restaurant erreichen

zur Mittagszeit nicht ansatzweise ihre

Kapazitätsgrenze.

Vom Hafner aus führt der Weg rund

25 Kilometer weiter: Im „Schwarzer

Bär“ in Weißenburg beschreibt Betreiberin

Stephanie Pröls ein ähnliches

Bild: mittags verhalten, abends häufig

voll. Die Nachfrage verlagert sich. Wer

durch die Innenstädte geht, sieht freie

Plätze, wartendes Servicepersonal –

und zugleich neue Dynamik an anderer

Stelle.

Eine Straßenecke weiter in Weißenburg,

vor dem HoB, „Home of Bowls“,

in der Friedrich-Ebert-Straße, bildet

sich eine Schlange. Schüler stehen neben

Angestellten umliegender Firmen.

Bestellt wird an der Theke, gewartet

wird rund 15 Minuten. „Das geht immer

noch schneller, als sich in ein Restaurant

zu setzen“, sagt eine Kundin.

Wirtschaftsmagazin WIKO

29


Die Mittagspause ist kalkuliert, der

Ablauf optimiert.

Im Januar 2024 eröffnete Lena Werner

gemeinsam mit ihrem Partner das Konzept.

Individuell zusammengestellte

Bowls, klar strukturierte Abläufe, Bestellung

und Bezahlung direkt an der

Theke. 85 bis 90 Prozent der Speisen

gehen zum Mitnehmen über den Tresen.

„Vor allem mittags ist der Zulauf

sehr hoch“, weiß Werner. Die Verweildauer

ist gering, trotz ausreichend

Sitzplätzen. Abends sähen die Abläufe

etwas anders aus, dann brächten

manche Gäste mehr Zeit mit. Das Geschäft

folgt dem Rhythmus des Tages –

schnell am Mittag, ruhiger am Abend.

Zwei Bilder, eine Branche

Was lange als Großstadtphänomen

galt, hat inzwischen auch die kleineren

Städte und ländlichen Regionen

erreicht: Self-Service, To-go, Systemgastronomie.

Auch der vietnamesische

Betrieb LuMiNa, der im August 2023

in Weißenburg eröffnete, profitiert

vom Mittagsgeschäft. Der Anteil der

Mitnahme-Bestellungen übersteigt

deutlich die Zahl der Gäste, die vor Ort

essen. Schnelligkeit, Planbarkeit und

ein klar umrissenes Angebot werden

zum Wettbewerbsvorteil.

Der Strukturwandel ist nicht nur gefühlt.

Das Bayerische Landesamt für

Statistik spricht von einer Verschiebung

der Konsumgewohnheiten. Während

in den Wirtschaftsgruppen „Restaurants,

Gaststätten, Imbissstuben,

Cafés“ sowie „Ausschank von Getränken“

die nominalen Umsätze steigen,

sinken real, also inflationsbereinigt,

Umsätze und Beschäftigtenzahlen.

Hinter dem scheinbaren Wachstum

verbirgt sich also eine andere Wahrheit:

Mehr Geld fließt über die Theken,

doch es kauft weniger ein.

„In den letzten zehn

Jahren haben im Landkreis

100 Gaststätten

zugesperrt„

Parallel nimmt der wirtschaftliche

Druck zu. Im ersten Halbjahr 2025

wurden im Gastgewerbe 192 Unternehmensinsolvenzen

gezählt, rund

30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zahlen, die in Branchenkreisen

nüchtern registriert werden, aber in

den Innenstädten konkrete Spuren

hinterlassen: geschlossene Türen, verpachtete

Räume, Inserate mit dem Zusatz

„Nachfolger gesucht“.

Auch regional sind die Veränderungen

sichtbar. Im Landkreis Weißenburg-

Gunzenhausen zählte man im Dezember

2015 noch 541 Gaststätten. Im Februar

2026 sind es 444. Ein Rückgang

um rund 18 Prozent binnen zehn Jahren.

Besonders deutlich trifft es klassische

Speisegaststätten: Ihre Zahl sank

von 334 auf 247. Imbissbetriebe legten

dagegen leicht von 70 auf 80 zu. Die

Verschiebung ist kein abruptes Beben,

sondern ein schleichender Prozess.

„In 27 Jahren Gastronomie waren die

letzten sechs die anspruchsvollsten“,

erzählt Hofer aus Gunzenhausen.

Neben dem Hafner betreibt er noch

das Gorilla Biscuit (2022) in Gunzenhausen,

das Haus am See (2019) in

Absberg, das Kiosk am Hahnenkammsee

(2019) und die Gastronomie am

Altmühlsee (2022). Pandemie, Energiekrise

infolge des Ukraine-Kriegs,

Inflation, die Branche hat mehrere Belastungsproben

erlebt. Und sie wirken

nach, nicht nur in den Bilanzen, sondern

vor allem auch in der Stimmung.

Seit 2019 ist der gesetzliche Mindestlohn

von 9,19 Euro pro Stunde auf 12

Euro im Jahr 2023 gestiegen. 2026 sollen

es 13,90 Euro sein. Laut DEHO-

GA Bayern sind die Arbeitskosten seit

2022 um 34 Prozent gestiegen. Energiekosten

legten um 27 Prozent zu, Lebensmittelpreise

um 26 Prozent. „Der

Preis für Frittieröl hat sich fast verdop-

30

WIKO Ausgabe 2026


pelt“, nennt Hofer ein konkretes Beispiel

dazu. Werner vom HoB spricht

von stark gestiegenen Gemüsepreisen.

„Die größten Belastungen sind die Personalkosten“,

führt Hofer an und fügt

hinzu, er sei froh über ein funktionierendes

Team. Personallastige Betriebe

hätten es besonders schwer, weiß

Berta Jäger, die Kreisvorsitzende des

DEHOGA Bayern. Küche, Service,

Reinigung, die Gastronomie ist arbeitsintensiv.

Effizienz lässt sich dabei nicht

beliebig steigern, ohne das Produkt zu

verändern.

Die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer

für Speisen im Vor-Ort-

Verzehr von 19 auf sieben Prozent sei

„ein Strohhalm zum Überleben“ gewesen,

meint Hofer. Ein „Motivationsschub“,

nachdem die Stimmung zuvor

„drückend“ gewesen sei. Doch Spielräume

für Preissenkungen eröffne die

Maßnahme kaum. „Es ist eine Hilfe,

aber sie eröffnet mir keine Spielräume,

die Preise anzugleichen“, berichtet

Christian Kazor vom Café Retiro

in Weißenburg. Für getränkebasierte

Betriebe wie seinen greift die Entlastung

ohnehin nur eingeschränkt. Die

DEHOGA-Vorsitzende Jäger spricht

von einer notwendigen Maßnahme:

„Es geht um die Existenzsicherung für

unsere Wirtshäuser und Arbeitsplätze

in der Region.“

Gleichzeitig verändert sich das Konsumverhalten.

Eine Befragung im Auftrag

der Deutschen Presse-Agentur mit

2.100 Teilnehmenden zeigt, 42 Prozent

der Deutschen verzichten zuerst

auf Freizeitangebote wie Kino, Konzerte

oder Restaurantbesuche, wenn

sie sparen müssen. 34 Prozent nennen

Urlaub, 32 Prozent Möbel. Essen gehen

gilt dabei zunehmend als Luxus

und nicht als alltägliche Gewohnheit,

sondern als eine bewusste Entscheidung.

In gewisser Weise ist die Gastronomie

wie ein Spiegel der Gesellschaft

– hier treffen alle aufeinander. „Geht

es der Wirtschaft gut, konsumiert der

Kunde auch mehr“, ist

sich Hofer sicher. Die

Gastronomie hänge

stark am allgemeinen

Wirtschaftsindex.

Derzeit sei einfach Zurückhaltung

spürbar.

Gäste blieben kürzer,

bestellten weniger.

Das klassische Drei-

Gänge-Menü weicht

einem einzelnen

Hauptgericht, das

Glas Wein eher

einer Schorle,

und mehrere

Getränke oder ein Aperitif für ein

schönes Essen werden eher zur Seltenheit.

Thomas Leinberger vom Kastanienhof

in Pleinfeld hat darauf reagiert. Sein

Betrieb öffnet primär abends, mittags

nur auf Anfrage. „Das klassische Mittagsgeschäft

ist tot“, ist er sich sicher.

Die Buchungen fürs Wochenende hingegen

gingen Wochen im Voraus ein.

Das Geschäft konzentriere sich zudem

„Die Frage ist nicht

mehr, ob sich die

Branche verändert,

sondern wie sie sich neu

positioniert„

auf die erlebnisorientierten Stunden

wie Hochzeiten, Feiern, Treffen oder

einfach mal bewusste Auszeiten vom

Alltag.

Gleichzeitig schließen immer wieder

Betriebe, allerdings nicht immer aus

Insolvenzgründen. Häufig fehlt die

Nachfolge. Ein Gasthof außerhalb

von Gunzenhausen steht leer. Die Betreiber

haben das Rentenalter erreicht,

und die nächste Generation führt nur

die angeschlossene Metzgerei weiter.

„Das ist kein Einzelfall“, weiß Jäger aus

ihrer Verbandstätigkeit. Auch Gastronom

Hofer bestätigt das: „Viele hören

altersbedingt auf, und dann kommt

niemand nach.“

Leinberger aus Pleinfeld sieht zudem

ein strukturelles Problem. In manchen

Häusern sei über Jahre zu wenig investiert

worden. Wer heute übernehme,

stehe erst einmal vor einer Grundsanierung.

Die Einstiegshürden sind hoch,

finanziell wie organisatorisch. Doch

zugleich steigen die Erwartungen der

Gäste: modernes Ambiente, zeitgemäße

Sanitäranlagen, digitale Bezahlmöglichkeiten,

transparente Herkunft

der Produkte. „Man muss mit der Zeit

gehen“, ist sich Leinberger sicher.

Ein weiterer Dämpfer: Kurzarbeit, die

immer wieder als Puffer in der Gastronomie

gedient hat, ist nicht mehr möglich.

Der nächste Belastungsfaktor,

so Jäger. Viele Betriebe reagieren darauf

mit reduzierten Öffnungszeiten,

schlankeren Speisekarten oder klarer

Profilierung. Weniger Vielfalt, dafür

Fokussierung.

WIKO 31


Und doch ist es weniger ein Niedergang

als eine Verschiebung. Mittags

dominieren schnelle, leicht konsumierbare

Angebote wie Bowls, Sandwiches

oder Wraps. Digital bestellt, häufig

zum Mitnehmen. Abends wird das

Restaurant wieder mehr zum Erlebnisraum,

wenn auch mit kürzerer Verweildauer

und genauerem Blick auf die

Rechnung.

Die Frage ist nicht mehr, ob sich die

Branche verändert, sondern wie sie

sich neu positioniert. Zwischen Tradition

und Tempo, zwischen Wirtshauskultur

und Systemgastronomie. Die

bayerische Gastlichkeit verschwindet

nicht, allerdings wird sie selektiver und

spezialisierter.

Zurück im Hafner in Gunzenhausen.

Die beiden Geschäftsleute haben bezahlt,

neue Gäste nehmen Platz, viele

Tische bleiben aber weiter frei. Hofer

blickt durch den Raum. Kein Zusammenbruch,

kein Stillstand, sondern

Bewegung. Die Gastronomie war stets

Spiegel ihrer Zeit. In wirtschaftlich ruhigen

Phasen floriert sie, in angespannten

muss sie ihre Anpassungsfähigkeit

unter Beweis stellen.

Vielleicht wird das Mittagessen künftig

häufiger im Büro gegessen und

der Abend dafür bewusst zelebriert.

Vielleicht werden weniger Betriebe

bestehen bleiben, dafür wirtschaftlich

stabilere. Sicher ist nur: Wer stehen

bleibt, verliert. Wer den Wandel allerdings

annimmt, kann ihn gestalten und

im besten Fall davon profitieren.

32

WIKO Ausgabe 2026


Zwei, die gegangen

sind, um zu bleiben

Von Jan Stephan

Sie waren wie Adidas und

Puma, wie Club und Greuther

Fürth – Sparkasse und

Raiffeisenbank. Ob man

bei den Roten oder Blauen

war, hatte etwas zu bedeuten.

Heute betreiben

sie gemeinsam Filialen.

Die Nähe zu den Menschen

beschwören sie, obwohl

sie sich immer weiter

zurückziehen. Ist das nun

Aufstieg oder Fall des

Systems Regionalbank?

Es gab eine Zeit, da hatte Trommetsheim

eine Bank. Keine Bankfiliale,

nein, eine ganze eigene Bank. Mit Vorstand,

Tresor, Grundsicherung und

allem, was man eben so braucht. In einem

Ort mit 400 Einwohnern. Für diese

goldenen Jahre der Dorfbank muss

man im Kalender nicht weit zurückblättern.

Ihre Geschichte endete erst

1999. Da verschwand Trommetsheim

von der Bankenlandkarte, um mit der

Raiffeisenbank in Markt Berolzheim

zusammenzugehen.

Drei Jahrzehnte, nachdem die damals

kleinste Raiffeisenbank Deutschlands

final ihre Segel streichen musste, hat

sich die regionale Bankenlandschaft so

grundlegend verändert, dass sie kaum

mehr wiederzuerkennen ist. Aus den

geschätzt an die 30 Banken und Bänkchen

auf dem heutigen Landkreisgebiet

sind vier Großanbieter geworden,

die zudem längst über den Landkreis

Weißenburg-Gunzenhausen hinausgewachsen

sind.

Die einsame Filiale der Sparda-Bank in

Treuchtlingen gehört zur Zentrale in

München, die Zuständigkeit der Volksbank-Raiffeisenbank

Bayern Mitte mit

Filiale in Weißenburg reicht immerhin

bis kurz vor den Münchner Flughafen.

Lokaler geblieben sind die Sparkasse

Mittelfranken-Süd, die aber längst

auch bis kurz vor Nürnberg Kredite

ausgibt, und die VR Bank im südlichen

Franken, in der alle Raiffeisenbanken

Wirtschaftsmagazin WIKO

33


des Landkreises verschwunden sind,

die darüber hinaus seit 2023 noch Dinkelsbühl

und Heilsbronn bedient.

Aber: Ist das noch Regionalbank, wenn

der Bankvorstand nicht mehr jeden

einzelnen Weiler im Geschäftsgebiet

kennt? Wenn der Zuständigkeitsbereich

so viele Landkreise umfasst, wie

es früher Gemeinden waren? Erlebt

man hier das Ende einer Entwicklung,

die den ländlichen Raum mit seinen

Sparvereinen und Genossenschaftsbanken

einmal groß gemacht hat? Die

Abwicklung von Banken, die ihre Geschäftsleute,

ihre Landwirte, ihre Häuslebauer

noch persönlich kennen? Oder

verteidigt hier die Peripherie endlich

mal erfolgreich ein Stück Infrastruktur

gegen die Vereinnahmung der Metropolen,

indem sie selbst über sich hinauswächst?

Wilfried Wiedemann: Vom Azubi zum

Bankvorstand bei der Raiffeisenbank.

Stellt man Wilfried Wiedemann, dem

Vorstandsvorsitzenden der VR Bank

im südlichen Franken, derlei Fragen,

wird er still. Er schaut an seinem Laptop

vorbei, nach unten, sucht Antworten

auf dem dicken Teppichboden

des Konferenzraums und in den Jahrzehnten

der Vergangenheit, die er im

Geiste gerade Revue passieren lässt.

Wiedemann ist ein Banker der wirklich

alten Schule. Er spricht jenen melodiösen

fränkischen Dialekt des Hahnenkamms,

in den sich Spuren von

Schwäbisch mischen und der maximal

weit entfernt ist von der gezwungenen

Weltläufigkeit des modernen Banker-

Denglischs.

Er erinnert sich noch an seine erste

Arbeitsstelle in der Filiale in Markt Berolzheim.

„Wir haben da jeden Abend

das Geld gezählt und die Kasse gemacht.

Die Kontokarten der Kunden

waren abgeheftet, wenn du die nicht

gefunden hast, dann wusstest du nicht,

wie viel Geld auf dem Konto war. 13

Mann waren wir da.“ Wiedemann lächelt

milde. Die Welt ist so schnell und

so viel anders geworden, wie sich das

damals kaum jemand hätte vorstellen

können. Das gilt natürlich nicht nur

für die Banken, aber das gilt schon im

Besonderen für sie.

Der Bankvorstand ist jetzt aus seiner

Nachdenklichkeit erwacht und zu

jenem zugewandt zurückhaltendem

Optimismus zurückgekehrt, der ihn

auszeichnet. „Ich kann und will nicht

sagen, wie andere die Regionalität definieren,

aber ich kann sagen, wie wir

es tun.“ Für ihn ist es nicht mehr die

Bankfiliale, nicht mehr das Gebäude,

das die Nähe zu den Kunden herstellt,

es sind die Menschen, die zur Bank gehören.

„Von der Mannschaft, von der

Qualität unserer Leute hängt alles ab“,

sagt Wiedemann, und man ist geneigt,

„Das war schwer. Das

machst du nur, wenn die

Filiale wirklich keiner

mehr braucht„

ihm das auch abzukaufen, es für mehr

als die üblichen Floskeln zu halten.

„Wir brauchen richtig gute Leute, die

hier in der Region verwurzelt sind",

sagt er.

Er persönlich hat noch die Kämpfe bei

Fusionen und Filialschließungen gefochten.

„Ich habe die Filiale in Auernheim

zugemacht, in dem Ort, in dem

Banken und ihr Einfluss auf die Wirtschaft

Sparkasse und Raiffeisenbank

sind ein Wirtschaftsfaktor

in der Region. Und

zwar auf unterschiedlichste

Art und Weise.

1. Sie sind ein wichtiger Arbeitgeber.

Die Sparkasse Mittelfranken-

Süd hat 755 Beschäftigte, bei der

VR Bank im südlichen Franken sind

es 657. In beiden Fällen die Zahl

eines großen mittelständischen

Betriebs. Allein die VR Bank überweist

knapp 30 Millionen Euro an

Löhnen.

2. Sie zahlen Steuern, die vor Ort

bleiben. Die VR Bank überwies im

Jahr 2025 rund 4,3 Millionen Euro

an die Gemeinden in ihrem Geschäftsgebiet,

bei der Sparkasse

waren es 6,4 Millionen Euro. Die

Lohnsteuer der Mitarbeitergehälter,

die bei den Kommunen blieb,

betrug bei der VR Bank weitere 4,3

Millionen Euro. Bei der Sparkasse

dürften das noch mehr sein.

3. Sie zahlen Spenden und Förderungen.

Die Raiffeisenbank überwies

2025 knapp 500.000 Euro an

soziale Projekte aller Art, die Sparkasse

reichte mehr als 700.000

Euro aus. Bei der Sparkasse ist es

sogar vorgeschrieben, dass sie

einen bestimmten Teil ihrer Einnahmen

für gemeinnützige Zwecke

spendet. Bei der genossenschaftlichen

VR Bank ist die Unterstützung

regionaler Strukturen Teil des

Selbstverständnisses.

4. Die Banken gehören der Region.

Die Sparkasse Mittelfranken-Süd

wird von einem Zweckverband

getragen, dessen Mitglieder ausschließlich

Gemeinden sind. Unter

anderem dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen,

dem Landkreis

Roth, Weißenburg, Gunzenhausen,

Treuchtlingen, Ellingen, Pappenheim,

Heidenheim oder Spalt gehört

ein Teil der Sparkasse. Die VR Bank

ist nicht im Besitz von Kommunen,

sondern von Bürgerinnen und Bürgern.

Sage und schreibe 63.289 Genossinnen

und Genossen gab es im

Jahr 2025, denen gemeinsam das

Kreditinstitut gehört.

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WIKO Ausgabe 2026


ich wohne“, erzählt er, und man sieht

ihm die Schmerzen von damals an, als

ihn auch Nachbarn und Freunde angingen.

„Das war schwer. Das machst

du nur, wenn die Filiale wirklich keiner

mehr braucht“, erzählt der Banker

und schaut einem offen ins Gesicht.

Frequenzzahlen habe man nie veröffentlicht,

sagt Wiedemann und lässt

den Blick nicht ab. „Hätten wir es getan,

dann hätte man uns gefragt, warum

wir die Filiale nicht schon viel früher

geschlossen haben.“ Die Menschen

haben die Filiale im Grunde selbst abgeschafft.

In einer Abstimmung mit

den Füßen, weil sie nicht mehr hingegangen

sind, weil sie sie nicht mehr

gebraucht haben.

Wiedemann hat es vom Azubi bis

zum Vorstandssprecher gebracht, eine

Bankkarriere, die man so leicht heute

nicht mehr hinlegt. Er erinnert sich

auch noch daran, als in Trommetsheim

keine 20 Jahre nach dem Ende der

eigenen Bank auch noch die Filiale im

Ort geschlossen wurde. 2015 war das.

Erst zehn Jahre her, und doch eine andere

Welt. Es gab Proteste, emotionale

Versammlungen, Austritte … Die Bürger

kamen mit Trauerflor in die Informationsveranstaltung.

Man kann sich

das heute gar nicht mehr so richtig vorstellen.

All der Aufstand wegen einer

Bankfiliale, in die kaum mehr einer

ging.

Und heute? Die Bank hat die Menschen

verlassen, aber nur weil die

Menschen die Bank verlassen haben.

Also das Gebäude. Kontoauszüge,

Überweisungen, Daueraufträge, Abhebungen,

das tägliche Klein-Klein des

Bankengeschäfts wird weniger. „Da

kommt doch heute deswegen keiner

mehr in die Bank, das wird mit der App

gemacht“, sagt Wiedemann. Geld wird

inzwischen vor allem digital bewegt

und verwaltet.

Kam früher der Bankmitarbeiter einmal

die Woche mit dem schwarzen

Geldtäschchen an den Wohnzimmertisch,

sieht man ihn heute als Privatkunde

vor allem zu besonderen Gelegenheiten.

Wenn Häuser gebaut,

gekauft oder vererbt werden, wenn

Kinder finanziell abgesichert, Altersvorsorgen

geplant und wenn in regelmäßigen

Abständen größere Vermögensentscheidungen

angegangen

werden.

Der Letzte macht das Licht aus: Erwin Weißlein und Ingrid Horndasch waren die letzten

Mitarbeiter in der Trommetsheimer Raiffeisenbank.

„Wir hätten gar nichts

machen müssen, waren

wirtschaftlich nicht

gezwungen„

Diese Entwicklung ist für die Regionalbanken

ein Problem. Denn wenn es

wirklich egal wäre, ob man sein Geld

einer gesichts- und ortlosen Organisation

anvertraut oder einem Menschen,

der in der Nachbarschaft wohnt und

im gleichen Verein ist, dann gäbe es

die Regionalbanken nicht mehr. Dann

wären nur noch die Consors, ING

DiBas, die Bank of Scotlands dieser

Welt übrig. Keine Filialen, alles online,

klare Konditionen, keine persönlichen

Ansprechpartner. Eine Bank, wie das

Bestellterminal eines Fast-Food-Restaurants.

Jürgen Pfeffer: Vorstand der großfusionierten

neuen Sparkasse.

Der Rückzug aus der Fläche trifft Sparkasse,

Raiffeisenbank und Co also an

einem durchaus verwundbaren Punkt.

An der Nähe zu ihren Kunden. Klar,

die Sparkasse Mittelfranken-Süd wirbt

damit, dass für 90 Prozent der Kunden,

der nächste Geldautomat weniger als

zehn Minuten entfernt ist. Aber zehn

Minuten, das ist eben nicht mehr unbedingt

das eigene Dorf, sondern eher

das übernächste.

Und trotzdem wächst man weiter. Die

Sparkasse Mittelfranken-Süd hat sich

2025 Gunzenhausen einverleibt, die

VR Bank im südlichen Franken entstand

2023 aus der Raiffeisenbank

Weißenburg-Gunzenhausen, der VR-

Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl und

der Raiffeisenbank Heilsbronn-Windsbach.

Die jüngsten Fusionen sind aber

nicht aus der Not, sondern aus der

Überzeugung geboren.

„Wir hätten gar nichts machen müssen,

waren wirtschaftlich nicht gezwungen“,

sagt Jürgen Pfeffer, der stellvertretende

Vorsitzende der neuen Sparkasse

Mittelfranken-Süd. Das ist eine

bemerkenswerte Aussage, denn Pfeffer

war lange Vorstandsvorsitzender der

Sparkasse Gunzenhausen, die zuletzt

die zweitkleinste bayerische Sparkasse

war. Ein bisschen also wie Trommetsheim

damals, nur 30 Jahre später und

deutlich größer. Dasselbe in Rot sozusagen.

„Wir haben die Entscheidung alleine

deswegen getroffen, weil wir gesagt ha-

Wirtschaftsmagazin WIKO

35


ben, das ist die richtige für uns“, stellt

Pfeffer fest. Auch er sieht im Wachstum

eher die Perspektive, eher die Zukunft

als einen Verlust. „Es geht auch

um Spezialisierung in der Beratung.

Die Themen werden immer tiefer und

immer fordernder, da kannst du als

kleinere Bank einfach nicht mehr jedes

Thema in der inhaltlichen Tiefe vorhalten,

die optimal wäre.“ Es gehe darum,

die Qualität der Beratung durch

die Größe auf ein optimales Niveau

zu heben, ohne dabei die Vorteile des

Kleinen und der Nähe zu verlieren,

fasst er zusammen.

Die Spezialisierung ist aber nicht nur

für die Kunden der Bank gut, sie gibt

auch ein wichtiges Signal nach innen.

„Wir können den Mitarbeitern

so etwas bieten. Die Spezialthemen

bieten mehr Entwicklungs- und Karrierechancen

innerhalb der Bank.“ In einem

Arbeitsmarkt, in dem Mitarbeiter

von Raiffeisenbanken und Sparkassen

inzwischen aktiv von Headhuntern

von Großbanken angesprochen werden,

sind die Karrierechancen in der

eigenen Organisation ein

wichtiger Baustein für das

Halten und das Gewinnen

von Mitarbeitern.

Im Falle der Sparkassen-Fusion

spielte aber auch eine

Rolle, dass man damit den

Landkreis auf der roten Seite

der Bankenwelt wieder in

einem Institut zusammenbringt.

„Das hat natürlich

seinen Reiz“, betont Pfeffer.

Denn die Frage nach den

Grenzen einer Regionalbank,

die ist vielleicht nicht

(nur) mit den Kilometern

zu beantworten, die zwischen

den Rändern des Geschäftsgebiets

liegen. Sie ist

vielleicht auch mit der wirtschaftlichen

Struktur und

Mentalität einer Region zu

beantworten.

Sowohl der rote Sparkassler

Pfeffer als auch der blaue

Genossenschafts-Mann

Wiedemann betonen diesen

Punkt. „Das Wichtigste

bei einer Fusion ist,

dass die Wirtschaftsräume

zusammenpassen“, sagt

Pfeffer. „Das muss gegeben

sein, sonst macht es keinen Sinn.“ Dass

Gunzenhausen, Weißenburg und Roth

ähnlich ticken, liegt auf der Hand,

aber im Grunde ist das eben auch der

Grund für die Fusion der Raiffeisenbank

mit den Genossenschaftsbrüdern

und Schwestern in Heilsbronn und

Dinkelsbühl. Ländliche Mittelzentren

mit starkem Handwerk, mittelständischer,

oft familiengeprägter Industrie

und mittelgroßen Landwirten. Weißenburg

ist auf jeden Fall mehr Dinkelsbühl

als Nürnberg.

Grundlegend ging es bei den jüngsten

Fusionen darum, die Wachstumspartner

einzusammeln, die passen und veränderungswillig

waren. Ob jetzt die

Grenzen der Fusion, die Grenzen des

Wachstums erreicht sind? Beide Bankvorstände

antworten zurückhaltend.

Konkrete Pläne dürften aber nirgends

in der Schublade liegen, zu groß sind

die Herausforderungen der Gegenwart,

die vergleichsweise frischen Fusionen

zu verdauen. Aber wenn man als

Banker noch mit Kontokarten gearbeitet

hat und weiß, wo man heute steht,

dann ist man vermutlich vorsichtig geworden

mit finalen Prognosen für die

Zukunft.

Fakt ist aber, dass die natürlichen

Partner für Zusammenschlüsse im regionalen

Bankenwesen jetzt dann mal

alle unter der Haube sein dürften. Erweiterungen

in Richtung Norden und

Nürnberg dürften von der Wirtschaftsstruktur

nicht passen, Erweiterungen

in Richtung Süden, Osten oder Westen

stehen andere Bezirke, Mentalitä-

„Wer würde seine

Kinder schon mit C24

direkt in den Freizeitpark

fahren lassen?„

ten oder gar Bundesländer entgegen.

Zudem hat man sich in Mittelfranken

längst großfusioniert.

Die VR Bank im südlichen Franken

war 2024 im deutschlandweiten Verbund

der 670 Volks- und Raiffeisenbanken

auf einem stolzen 74 Platz zu

finden, was die Bilanzsumme

betrifft. Die Sparkasse Mittelfranken

Süd lag 2025 auf

Rang 74. von 338 deutschen

Sparkassen. Kann also

schon sein, dass man hier

noch Landbanken hat, was

ihren Raum betrifft, klein

allerdings sind sie, was ihre

wirtschaftlichen Bilanzsummen

betrifft, aber schon

lange nicht mehr.

Aber ist über all das

Wachstum nicht auch etwas

verloren gegangen?

Wiedemann denkt wieder

schweigend nach und

schüttelt nach längerem

Nachdenken schließlich

den Kopf. „Nein, ich denke

wirklich nicht, dass wir

viel verloren haben.“ Um

das zu illustrieren erzählt

er eine Geschichte.

Im Grunde besteht seine

Antwort auf die Frage

nach der Nähe seiner

Bank in elf Bussen. Er

erzählt von einer Jugendfreizeit,

die die Bank organisiert

hat, und zu der

so viele Jugendliche ge-

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WIKO Ausgabe 2026


kommen seien, dass man

diese elf Busse gebraucht

habe. „Das muss man sich

mal vorstellen?! Das ist

ein Wahnsinn“, erzählt

Wiedemann und schüttelt

leicht den Kopf. Tatsächlich

dürfte es eine Art

ultimativer Vertrauensbeweis

sein, wenn man einer

Bank nach dem Zweitwichtigsten,

das man hat

(Geld), auch noch das

Erstwichtigste (Kinder)

anvertraut. Wer würde

seine Kinder schon mit

der C24-Bank direkt in

den nächsten Freizeitpark

fahren lassen?

Zwischenzeitlich hat

Wiedemann seine Marketingmitarbeiterin

gebeten,

auch noch die Zahlen der

Teilnehmerinnen und

Teilnehmer am Malwettbewerb

der Bank zu besorgen.

Sie kommt mit

der beachtlichen Zahl von

fast 500 Klassen zurück,

die zwischen Solnhofen

und Dietenhofen an dem

Raiba-Wettbewerb teilgenommen

haben.

„Aber ist das nicht

auch ein bisschen

Folklore?„

Mehr als 10 000 von Kindern gemalte

Bilder gingen in den Lokaljurys der

Bankfilialen ein. Dass der Vorstand

einer Bank mit einer Bilanzsumme von

4,2 Milliarden Euro, was etwa dem

Bruttinlandsprodukt des Südsudan

entspricht, sich am allermeisten über

10 000 Bilder von Schülerinnen und

Schülern freut, dürfte auch außergewöhnlich

sein.

Aber ist das nicht auch ein bisschen

Folklore? Eine Bank als Partner der

Menschen? Was macht es denn für

einen Unterschied, ob ein Unternehmer

mit seinem Unternehmenskonto

bei comdirect oder N26 ist?

Am besten fragt man einen solchen

Unternehmer nach dem Unterschied.

Der erzählt eine Geschichte aus dem

Beginn der Corona-Zeit. Da habe

eine Bankmitarbeiterin angerufen und

freundlich gebeten, das Konto doch

bitte mal beizeiten auszugleichen.

„Der habe ich gesagt, sie soll jetzt den

Scheiß-Dispo heraufsetzen und in ein

paar Wochen wieder anrufen. Wenn

das Konto dann 100 000 Euro im Minus

ist, dann sperren wir zu“, erzählt

der Geschäftsmann.

Die Bankmitarbeiterin ärgerte sich vermutlich

ein wenig über den rüden Ton,

aber sie kümmerte sich um die Sache

mit dem Dispo und rief länger nicht

mehr an. Sie wusste, dass das Geschäft

es schaffen würde. Sie kannte die Inhaber

und deren Vorgänger, die Frequenz

in normalen Zeiten, ja sie kaufte

selbst dort ein. Ein paar Wochen später

hatten sich die Dinge beruhigt. Soforthilfen

waren gezahlt, Corona-Geschäftsmodelle

aufgebaut, Kurzarbeit

eingeführt, das Geschäft hatte überlebte.

Nicht nur, aber zumindest ein bisschen

auch wegen des Dispo-Rahmens.

In außergewöhnlichen Momenten

kann eine Bank Unternehmen

zum Einsturz bringen oder sie

eben retten. Es geht dann um

Fingerspitzengefühl. „Es gibt

immer Momente, in denen

deine Zahlen mal kurzfristig

schlecht ausschauen“, weiß der

Unternehmer. „Dann gehen

in der Bank automatisch rote

Lichter an. Du brauchst dann

jemanden, der diese Lichter

auch mal ausschaltet, wenn es

gute Gründe dafür gibt. Und

dafür brauchst du jemanden,

der dich kennt und der dir zuhört.“

Einen, den man zur Not

auch mal anschreien kann,

wenn die Welt vollkommen

verrückt spielt.

Die Banken – rot wie blau

– setzen auf dieses Wissen.

Auch wenn die wilden Zeiten,

in denen Mitarbeiter bis

zu gewissen Summen sehr frei

entscheiden durften, in der

modernen Bankenwelt auch

schon länger vorbei sind. Es

gibt Spielräume, und die sollen

genutzt werden. „In einer

Bilanz sieht man vieles, aber

eben nicht alles“, weiß Wiedemann.

Das Wissen vor Ort sei

mindestens genauso wichtig.

Es geht um persönliche Einschätzungen,

die zu den blanken, nackten

Zahlen hinzukommen. „Wir leben

von den regionalen Unternehmen. Wir

„Du brauchst

jemanden, der die roten

Lichter ausschaltet„

sind die Letzten, die wollen, dass da

einer Insolvenz anmelden muss, weil

dann haben wir einen Kunden weniger“,

stellt der Bankvorstand fest. „Der

Unterschied ist der, dass die einfach

wissen, wer du bist und was du schon

geleistet hast, und dass sie dich auch

definitiv nicht hopsgehen lassen wollen.

Weil am Ende leben sie ja von uns,

sind sie abhängig von Investitionen, die

wir über sie abwickeln, und dass sich

regelmäßig immer wieder was tut“, sagt

der Geschäftsmann.

Dass es zwei große Regionalbanken im

Landkreis in der Fläche gibt, ist dabei

nicht unwichtig. Es hält das Geschäft

flexibel. „Du fragst natürlich bei gro-

Wirtschaftsmagazin WIKO

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ßen Sachen immer beide an. Da geht

es einfach darum, wer etwas ein bisschen

mehr will. Da streckt sich dann

einer ein bisschen mehr als der andere,

und das kann dir helfen.“ Am Ende

kochen sie natürlich auch nur mit Wasser,

weiß der Unternehmer, da gebe es

keine Wahnsinnsangebote jenseits von

Gut und Böse.

Am Ende ist es also weniger das Zinszehntel

eines Darlehens, die zweite

Nachkommastelle bei den Kartenzahlungen

oder das Volumen des Überziehungsrahmens,

die die Beziehung der

Regionalbank mit ihren Unternehmen

so wichtig macht. Es ist eher der Umgang

in schwierigen Zeiten und es ist

die Beratung rundherum. „Wenn du einen

guten Berater hast, dann macht er

dir da Vorschläge, wie du umschulden

kannst, einen Betriebswechsel organisieren

oder auch wie man einen Kredit

leichter argumentiert bekommt.“

Auch dass man leicht Investitionsgeld

für neue Ideen bekommt, ist entscheidend

für die wirtschaftliche Dynamik

einer Region. „Wenn eine Bank dir

kein Geld geben will, dann tut sie das

auch nicht“, erzählt ein anderer Unternehmer.

„Will sie dir aber Geld geben,

dann findet sie dafür schon auch einen

Weg.“

„Big Business und

trotzdem Busse mit

Kindern„

Was also ist die Bilanz dieser Recherchen?

Verschwinden die Regionalbanken

oder haben sie sich in eine neue

Zukunft gewachsen? „Bei der ersten

Fusion, da war das noch der Wahnsinn.

Da hatte man den Eindruck,

der Untergang des Abendlandes steht

unmittelbar bevor“, erzählt einer, der

damals in den Wirtschaftsgremien

unterwegs war. Telefoniert man sich

heute durch die Unternehmerwelt, ist

von Untergang nicht mehr viel zu hören.

Im Gegenteil, man ist zufrieden

mit „seinen“ Banken. Noch immer ein

Name und keine Nummer, und das

bei Instituten, die ihr Geschäftsgebiet

nicht in der Mittagspause ablaufen

können, sondern die national im vorderen

Drittel der Bilanzsummen-Tabelle

mitspielen.

Big Business und trotzdem Busse mit

Kindern. Das könnte das Geheimnis,

das könnte vielleicht die Maxime für

die Zukunft sein. Für das Land dürfte

der Weiterbestand der regionalen

Banken jedenfalls von entscheidender

Bedeutung sein. So viel hat man über

die Jahrzehnte an Zentralität und Institutionen

verloren. Gerichte, Krankenhäuser,

Arbeitsagenturen, Kinos, Postfilialen

… Zeit, dass jetzt was bleibt.

Nicht zuletzt um das Neue, das dafür

kommen muss, zu finanzieren. Irgendwo

muss dieses Geld ja schließlich

auch herkommen.

38

WIKO Ausgabe 2026


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Wenn man die Tür des Weißenburger

Woll- und Handarbeitsladens

in der Weißenburger Innenstadt öffnet,

taucht man in eine eigene kleine

Welt ein. Wolle, soweit das Auge

reicht: feinste Alpaka-Merino-Qualitäten,

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Formen und Farben, dazu Bücher,

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in der Unteren Stadtmühlgasse

3, welches in diesem Jahr

35-jähriges Jubiläum feiert. Gegründet

und bis heute geführt von

Inhaberin Karin Schärtel. „Handarbeit

bedeutet für mich, etwas Sinnvolles

und vor allem Hochwertiges

mit den eigenen Händen zu schaffen“,

sagt sie. „Das gibt Ruhe und

Ausgleich.“ Die Kundschaft ist bunt

gemischt: Langjährige Stammkunden

treffen auf junge Menschen, die

Stricken und Häkeln neu entdecken

und lieben lernen. Besonders in der

Herbst- und Winterzeit erlebt das

Handarbeiten Hochsaison. Neben

hochwertigen Garnen und Zubehör

steht vor allem eines im Mittelpunkt:

fachkundige Beratung. Ein Angebot

und eine Qualität, die in dieser

Form in unserem Landkreis einmalig

ist. „Ich führe dieses Geschäft

seit 35 Jahren mit Leidenschaft.

Meine Hoffnung ist, dass ich einen

Nachfolger finde, der diesen Laden

mit Fachwissen und Begeisterung

weiterführt, und Weißenburg somit

seinen Woll- und Handarbeitsladen

behält.“

Karin‘s Handarbeitsladen

Untere Stadtmühlgasse 3

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Tel. 0 91 41 / 38 73

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Mitarbeiter: 1

Geschäftsführer: Karin Schärtel

SCHMUCKZEIT nimmt sich für Schmuck Zeit

Seit der Eröffnung des Weißenburger

Standorts im Jahr 2009

hat sich der Juwelier Schmuckzeit

einen erstklassigen Namen

für Qualität und persönliche Beratung

gemacht. Mit sechs Mitarbeiten

den hat sich das vom Ehepaar

Müller geführte Unternehmen als

feste Größe im Landkreis etabliert.

Erfolg und Kundenzufriedenheit

waren die Basis, um 2021 in Donauwörth

eine weitere Filiale zu eröffnen.

Schmuckzeit wächst im Frühjahr

2026 weiter und eröffnet nun

einen dritten Standort in der Gerberstraße

2 in Gunzenhausen. Daniela

Müller sieht darin nicht nur einen

Verkaufsstandort, sondern auch

eine Investition in regionale Präsenz.

Auch in Gunzenhausen wird

der Fokus neben Echtgoldschmuck

auf einem besonderen Segment

liegen: Trauringe, die so individuell

sind wie das Paar, das sie trägt.

Schmuckzeit bietet eine große Auswahl

von 2.500 Trauringpaaren, die

vor Ort präsentiert werden. Kunden

können in entspanntem

Ambiente ihren Traumring

was Materialien,

Farben, Legierungen,

Oberfläche und Steinbesatz

angeht persönlich

gestalten. „Dieser

hohe Grad an Individualisierung

in Kombination

mit persönlicher

Beratung unterscheidet

unser Unternehmen von

anderen“, sagt Müller.

„Bei uns gilt die Regel,

dass Paare ab Hochzeitsdatum

vier Wochen Probetragezeit in Anspruch

nehmen können. In diesem

Zeitraum kann die Ringgröße oder

etwas an der Oberfläche verändert

werden. Dies ist in unserem Service

mit enthalten.“ Schmuckzeit zeigt,

wie sich handwerkliche Spezialisierung,

Serviceorientierung

und Wachstum

erfolgreich kombinieren

und verbinden

lassen.

Schmuckzeit Weißenburg

Luitpoldstraße 6

91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 8 74 77 80

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Ostermayr weiß, wie Kundennähe

geht. Denn 2025 zeichnete der renommierte

Hersteller „Case IH &

Steyr“ das Landmaschinenunternehmen

im Rahmen eines Kundenzufriedenheitswettbewerbs

mit der Bestplatzierung aus. Die

Prämierung würdigt u. a. Servicequalität,

Beratungskompetenz und

Verlässlichkeit. Pünktlich zu dieser

Auszeichnung setzt die in Rohr in

Niederbayern beheimatete Firma

Ostermayr den nächsten Wachstumsschritt

und eröffnete im September

2025 einen Standort in Weißenburg.

Was einst als regionaler

Betrieb begann, ist heute ein moderner

Landtechnik-Spezialist mit

mehreren Standorten, unter anderem

auch in Hemau und Straubing.

Derzeit sind in Weißenburg zwei Mitarbeiter

tätig: Ein Ansprechpartner

verantwortet den Bereich Service

und Reparaturen, ein weiterer Mitarbeiter

ist für den Vertrieb zuständig.

Ostermayr plant, das Team in Weißenburg

zu erweitern. Zum Leistungsportfolio

gehören der Vertrieb

von Neu- und Gebrauchtmaschinen

führender Marken wie „Case IH &

Steyr“ oder „Kverneland“ sowie passende

Lösungen für Transporttechnik

und die richtigen Grünlandpflege.

Das Unternehmen verfügt auch

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bietet technische Beratung, Ersatzteilversorgung

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„Wartungen und

Kundendienste gehen auch direkt

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WIKO Ausgabe 2026


Was eine Fußball-WM

für die Wirtschaft

bedeutet

Von Jan Stephan

Eine Fußballweltmeisterschaft

war mal ein rein

sportliches Ereignis. Das

ist lange her. Die WM ist

längst auch wirtschaftlich

ein Phänomen. Für

den ganzen Planeten, aber

auch für die Unternehmen

vor der eigenen Haustür.

Allein Katar soll 220 Milliarden Dollar

für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft

in seinem Land investiert haben.

Bei dieser Bazooka der Sportökonomie

gibt es aber nicht nur Gewinner,

sondern auch Verlierer. Und zwar auf

globaler, nationaler und lokaler Ebene.

Wir haben uns auf die Suche nach den

Auswirkungen eines Fußballturniers

am anderen Ende der Welt begeben –

und dabei festgestellt: Es geht um die

Wurst, das Bier und Fehltage.

„Manche Leute denken, Fußball sei

eine Frage von Leben und Tod“, hat

der Liverpooler Trainer Bill Shankly

festgestellt und nachgesetzt. „Ich mag

diese Einstellung nicht. Ich kann Ihnen

versichern, dass es noch sehr viel

ernster ist.“ Und zumindest mit Blick

auf die Wirtschaft lässt sich feststellen,

der Mann hatte recht, es ist ernster.

Denn: Fußball beeinflusst heute alles –

zumindest, wenn es sich um das größte

Turnier auf dem Erdball handelt.

Sollte Deutschland bei diesem Turnier

mal nicht in der Vorrunde scheitern,

sondern gewinnen, weil Deniz Undav

in der zweiten Hälfte der Verlängerung

per Seitfallzieher zum Sieg gegen, sagen

wir, Argentinien trifft, wäre dieser

Schuss 55 Milliarden Euro wert. Eine

Studie hat errechnet, dass ein WM-Titel

ein Viertel Prozent Extra-Wachstum

des Bruttoinlandsprodukts im

halben Jahr nach dem Gewinn bringt.

Man kann dem Team von Bundestrainer

Julian Nagelsmann also nur Glück

wünschen. Der Titel täte der deutschen

Wirtschaft gut. Der positive Effekt

kommt im Übrigen von außen und

lässt sich psychologisch begründen.

Die 110 Milliarden Euro trinken nicht

die begeisterten Fans an den Ausschänken

des Public Viewing herein,

sie ergeben sich aus Bestellungen aus

dem Ausland. Der gut einmonatige

Auftritt einer Nationalmannschaft, die

vor den Augen der Weltöffentlichkeit

alles gewinnt, hat ein Echo, weil auf

den Entscheiderstühlen dieser Welt

eben auch nur Menschen sitzen, die

gerne Fußball schauen.

Liegen nach einer WM zwei ähnliche

Angebote für eine, sagen wir, Spritzgussmaschine

auf dem Tisch, entscheidet

der fußballbegeisterte CEO sich im

Zweifel offenbar eher für die Maschine

aus dem Weltmeisterland als für die

einer Nation, die sang- und klanglos

unter Streitereien in der Vorrunde

ausgeschieden ist. Wirtschaft ist eben

doch auch ein gerüttelt Maß Psychologie,

und Image kann Geld wert sein.

Für den Gastgeber zahlt sich eine WM

wirtschaftlich im Übrigen nicht immer

aus. Das hat vor allem damit zu tun,

wie viel neue Infrastruktur geschaffen

werden muss. In Südafrika investierte

Wirtschaftsmagazin WIKO

41


man zwar „nur“ etwa 3,6 Milliarden in

den Bau neuer Stadien und Infrastruktur

– im Vergleich zu Katar geradezu

lächerlich wenig –, aber nur ein Zehntel

dieser Summe sei durch Mehreinnahmen

im Tourismus refinanziert

worden, hieß es damals. In Brasilien

war es vier Jahre später kaum besser.

Viele der Hunderte Millionen Euro

teuren Stadien stehen heute verwaist

oder unternutzt da. In der Arena Pantanal

im brasilianischen Cuiabá übernahmen

zwischenzeitlich Obdachlose

die Umkleidekabinen des WM-Stadiums

und fungierten sie zu einer

dauerhaften Bleibe um. Immerhin eine

sinnvolle Nutzung, könnte man sagen,

allerdings hätte man für die gewaltigen

Summen des Stadionbaus eine ganze

Menge Obdachlosenunterkünfte

bauen können. Das Estádio Nacional

in Brasília wurde zwischenzeitlich als

Parkplatz für Busse genutzt, weil man

gar keine Profimannschaft hatte, die

darin hätte spielen können.

Wirtschaftlich problematisch ist eine

Fußball-WM weltweit vor allem für

Arbeitgeber. Denn in den 39 Turniertagen

mit 104 Partien ist der Fußball

König und die Arbeit wird nicht ganz

so ernst genommen. In steter Regelmäßigkeit

führen Ökonomen vor großen

Turnieren Umfragen und Studien

durch, um zu erfassen, was für ein

Produktivitätsvernichter die schönste

Nebensache der Welt ist. Rechnerisch

ging es etwa 2010 um einen Effekt

von rund 6,6 Milliarden Euro, der den

Unternehmen durch fußballbedingte

Produktivitätsverluste ihrer Mitarbeiter

entgangen sein soll.

Erklären lässt sich das ganz einfach

und durchaus alltagstauglich. Etwa 15

Minuten pro Tag wird sich pro Mitarbeiter

in diesen Wochen auf der Arbeit

mit Fußball beschäftigt. Der schnelle

Plausch über die Rote Karte am Vorabend,

die längere Analyse des Spiels

der deutschen Mannschaft, die Abgabe

des firmeninternen Tippspiels oder bei

manchem auch das Ansehen der Spiele

auf dem Bildschirm des Arbeits-PCs.

Das Turnier kostet Arbeitszeit.

2018 hatten Forscher hochgerechnet,

dass allein das entscheidende Gruppenfinale

der Deutschen gegen Südkorea

die deutsche Wirtschaft bis zu

200 Millionen Euro an Produktivitätsverlusten

gekostet haben dürfte. Der

Grund für diesen hohen Einzeleffekt:

Es fand um 16 Uhr statt, während viele

noch auf der Arbeit waren.

Immerhin, das wird bei der aktuellen

WM eher kein Problem. Die Spiele finden

zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens

statt. Ob das allerdings ein Grund

für die Arbeitgeber ist, sich zu freuen,

dürfte sich erst noch zeigen. Denn in

einer aktuellen deutschlandweiten

Umfrage haben knapp 15 Prozent der

Befragten angegeben, für ein Fußballspiel

in der Nacht den nächsten Tag

krankmachen zu wollen. Weitere fast

22 Prozent haben zumindest schonmal

darüber nachgedacht, das zu tun.

Abgesehen davon werden sich bei

Nachtspielen – die allerdings zumindest

in der Vorrunde die Deutschen

nicht betreffen – auch viele Fußballfans

übermüdet auf die Arbeit schleppen,

was ebenfalls Produktivität kostet

oder im schlimmsten Fall sogar für

Fehler mit direkten finanziellen Folgen

sorgt.

„Ohne einen WM-Titel

für die Nation kann so

eine Weltmeisterschaft

wirtschaftlich sogar ein

Schaden sein„

Man sieht: Ohne einen WM-Titel für

die Nation kann so eine Weltmeisterschaft

wirtschaftlich sogar ein Schaden

sein. Wobei es auch Branchen gibt, die

stark von einer WM profitieren. Vor

Ort sind das vor allem Gastronomen

und Wirte, die Public Viewing in ihren

Lokalitäten veranstalten. Allerdings

auch nur dann, wenn sie die passenden

Örtlichkeiten haben, das Fußballpublikum

zu ihrem sonstigen Betrieb

passt und die Deutschen möglichst

weit kommen.

Auch Brauereien können positiv punkten.

„Das kann bis zu 20 Prozent ausmachen“,

erklärt Jochen Engelhardt,

der Chef der Wettelsheimer Brauerei.

Das allerdings war die Zahl aus dem

deutschen Sommermärchen 2006, als

das ganze Land im Feiertaumel war

und die Deutschen bis ins kleine Finale

kamen. „Es hängt am Ende einfach

stark davon ab, wie weit die Deutschen

kommen. Das ist einfach so“,

erklärt Engelhardt. „Aber wir merken

es schon auch grundsätzlich, dass bei

einem Fußballturnier generell mehr

Bier abgesetzt wird.“

„Das spielt sicher eine Rolle, aber für

uns keine ganz so große“, sagt Katalin

Fürstin von Wrede, die Chefin der

Ellinger Fürst-Carl-Brauerei. „Das ist

auch nicht ganz so einfach auszurechnen,

weil das zum Beispiel auch schwer

von den Effekten eines wärmeren oder

kälteren Sommers zu trennen ist.“ Sie

selbst ist aber schon mal insofern davon

betroffen, dass während des Ellinger

Bierfests vom 3. bis zum 6. Juli das

Achtelfinale der WM über die Bühne

geht. „Wenn da die Deutschen spielen

und die Zeit passt, dann werden wir

das übertragen, und dann wird das

auch voll“, weiß die Fürstin.

Mit dem Terminplan der Weltmeisterschaft

hat sich auch der Ellinger

Festwirt Christian Gruber schon intensiv

beschäftigt, der das Treuchtlinger

Volksfest durchführt. Denn die

Treuchtlinger Festwoche fällt mitten

in die entscheidende Zeit der WM.

Die beiden Halbfinals, das Spiel um

Platz drei und das Finale finden während

dieser Zeit statt. „Wenn die Deutschen

ins Finale kommen, dann zeigen

wir das natürlich, und dann ist das

auch sehr gut für uns, aber allgemein

schreit da kein Festwirt Hurra, wenn

ein Fußballjahr ist“, erklärt er.

Man müsse vorab planen, wann die

Deutschen in der Hauptrunde spielen

könnten, und sich aber auch darauf

einrichten, wenn es nichts wird mit

dem Weiterkommen. Und selbst mit

einem Spiel der Deutschen braucht

man ein Rahmenprogramm mit Musik

am restlichen Abend im Zelt. „Dazu

kommt, dass auch die Übertragung etwas

kostet. Die Technik, aber auch bei

der GEMA muss man das beantragen.“

Einfacher haben es die Metzger der

Region. Neben Bier und Chips zählt

auch Grillfleisch zum Dreigestirn des

Fußballschauens. Bei der Sommer-

WM 2018 stiegen die Bratwurstumsätze

deutschlandweit um rund 50

Prozent. Und da schied Deutschland

ja bekanntermaßen bereits in der

Vorrunde aus. Insofern geht es vom

11. Juni bis zum 19. Juli also im wahrsten

Sinne des Wortes auch um die

Wurst.

42

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Tagespflege:

Gemeinsam

statt allein

Wie wichtig ist Gemeinschaft im Alter? Und wie kann sie dabei

helfen, den Alltag selbstbestimmt und nicht in Einsamkeit zu

verbringen?

So lange wie möglich im eigenen Zuhause leben. Ein Ziel eines

jeden Einzelnen. Doch mit den Jahren wird der Alltag oft einsamer:

Wege fallen schwerer, Kontakte werden seltener und

Angehörige können nicht immer da sein und geraten bei der

Fürsorge oft an ihre Grenzen. Gerade deshalb spielt Gemeinschaft

eine wichtige Rolle für Lebensqualität im Alter. Das

Konzept der Tagespflege der Diakonie, Altenhilfe Südfranken

setzt genau hier an und verbindet Betreuung, Aktivität und Gemeinschaft

an einem Ort. In der Einrichtung verbringen Senioren

den Tag gemeinsam mit anderen, tauschen sich aus

und nehmen an verschiedenen Angeboten teil. Gespräche,

gemeinsames Singen, Bewegungsangebote und kreative Beschäftigungen

sorgen für Abwechslung und fördern gleichzeitig

geistige und körperliche Fähigkeiten. Oder anders gesagt:

Die Tagespflege schafft einen

Ort, an dem ein Tag nicht nur

betreut, sondern mit Leben gefüllt

wird. Neben der Gemeinschaft

spielt auch die pflegerische

Begleitung eine Rolle.

Fachkräfte unterstützen bei

Bedarf die Körperpflege, achten

auf die Medikamenteneinnahme

und behalten gesundheitliche

Veränderungen im

Blick. Für Angehörige bedeutet

das Entlastung und Sicherheit.

Morgens werden die Gäste gebracht

oder abgeholt, am Nachmittag kehren sie wieder in ihr

Zuhause zurück. Auch finanziell wird das Angebot durch Leistungen

der Pflegeversicherungen unterstützt. Menschen mit

anerkanntem Pflegegrad können dafür monatliche Zuschüsse

erhalten, die zusätzlich zum Pflegegeld oder den ambulanten

Pflegesachleistungen zur Verfügung stehen. Interessierte können

die Tagespflege unverbindlich kennenlernen: Ein kostenloser

Probetag bietet die Möglichkeit, den Alltag in der Einrichtung

selbst zu erleben und erste Eindrücke zu sammeln. „Wir

möchten mit diesem Angebot Lebensqualität im Alter fördern

und gleichzeitig Angehörigen im Alltag spürbar den Rücken

stärken“, sagt Sven Emmerling, Leiter der Diakonie-Altenhilfe.

Die Antwort auf die Frage vom Anfang zeigt sich damit im Alltag

der Tagespflege: Gemeinschaft schenkt Struktur, schenkt

Lebensqualität, schenkt das Gefühl, nicht allein zu sein.

Diakonie-Altenhilfe

schafft Perspektiven

Wenn Menschen im Alter Unterstützung

brauchen, ist es besonders

wichtig, ein Umfeld zu haben, das

Sicherheit, Betreuung und Selbstständigkeit

miteinander verbindet. Genau

hier setzt die Diakonie-Altenhilfe

an. Sie bietet vielfältige Unterstützungsangebote.

Dazu gehören eine

ambulante Pflege zu Hause, Betreutes

Wohnen sowie ambulant betreute

Wohngemeinschaften, zum Beispiel

für Menschen mit Demenz. Ergänzt

wird das Angebot durch weitere

Hilfen wie Tagespflege, Essen auf

Rädern, 24-Stunden-Hausnotruf und

Beratungsangebote für Pflegebedürftige

und Angehörige, mit dem Ziel, den

Alltag zu erleichtern.

Diakonie-Altenhilfe Südfranken

gGmbH

Schulhausstraße 4

91781 Weißenburg i. Bay.

Tel. 0 91 41 / 86 00 - 0

www.diakonie-sf.de

geschaeftsstelle@diakonie-sf.de

Wirtschaftsmagazin WIKO

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Abschied

mit Demenz

Mit Respekt und

Menschlichkeit

Ein Abschied, der die Realität einer

Demenzerkrankung achtet, stärkt die

Würde eines Menschen dort, wo sie

am verletzlichsten ist. Humanitas

geht einen zukunftsweisenden Weg,

der zeigt, dass Demenz Abschiedsformen

braucht. Das Institut wurde

1984 gegründet. 2014 kam Nicole

Dürnberger in das Unternehmen,

welches sie von ihrem Vorgänger

Edgar Tschernach im Mai 2022

übernahm. „Ich habe die große Ehre

und Verantwortung das Unternehmen

in seinem Sinne und mit großem

Respekt vor seiner Tradition, aber

auch mit eigenen neuen Ideen und

Impulsen angepasst an die Gesellschaft

mit Herzblut weiterzuführen“,

so Nicole Dürnberger.

Treuchtlinger Bestattungsinstitut GmbH

Demenzfreundlicher Bestatter

Verständnis · Würde · Achtsamkeit

Humanitas Treuchtlinger

Bestattungsinstitut GmbH

Nicole Dürnberger

Hauptstraße 10

91757 Treuchtlingen

Tel. 0 91 42 / 36 23

www.humanitas-bestattungen.de

info@humanitas-bestattungen.de

Unternehmensgründung: 1984

Geschäftsführer:

Nicole Dürnberger

Jens Dürnberger

Ebbe im Kopf – so beschreiben manche Angehörige mit

Blick auf ihre erkrankten Lieben das schleichende Versickern

von Erinnerungen, das sich anfühlt wie ein zurückweichendes

Meer: Was eben noch da war, zieht sich unaufhaltsam

zurück, bis vertraute Orientierungspunkte kaum noch sichtbar

sind. Demenz. Rund sieben bekannte Demenzarten sind

heute medizinisch definiert, von denen die oben dargestellte

Alz heimer-Demenz, die häufigste ist. Sie betrifft längst nicht

mehr nur einzelne Personen oder Familien, sondern ganze Gemeinschaften.

Umso wichtiger ist ein würdevoller Umgang –

nicht nur im Leben,

sondern auch im

Abschied.

Seit Oktober 2025

gibt es in Treuchtlingen

einen Ort,

an dem genau

diese Haltung mit

Mitgefühl und

Sorfalt gelebt

wird: das Bestattungsinstitut

Humanitas,

das als erstes in der Region

mit viel Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein

eine demenzfreundliche

Bestattung anbietet. Das

Angebot entlastet Angehörige, würdigt

Betroffene und wird durch die Geschäftsführerin

Nicole Dürnberger und ihrem Mann Jens Dürnberger

behutsam und mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse

der Erkrankung respektvoll gestaltet. „Es geht dabei

gar nicht so sehr darum, dass der oder die demente Person

immer ,versteht', was gerade passiert, sondern

dass sie in erster Linie einfach dabei sein kann“,

so Nicole Dürnberger. Eine demenzfreundliche

Bestattung umfasst zwei unterschiedliche, aber gleichermaßen

wertvolle Leistungen. Zum einen begleitet das Institut

Familien, in denen ein demenzerkrankter Angehöriger den

Abschied eines geliebten Menschen miterleben soll. Stirb

beispielsweise die Ehefrau, während der Ehemann an Demenz

leidet, dann wird ein Konzept entwickelt, welches dem

Erkrankten eine möglichst sichere und stimmige Teilnahme an

Trauerfeier, Abschiednahme oder Beisetzung ermöglicht.

Struktur, Orientierungspunkte, Rituale – alles wird so gestaltet,

dass der Betroffene behutsam durch den Tag geführt und nicht

überfordert wird. Die zweite Form richtet sich an Menschen mit

Demenz selbst. Auch sie können frühzeitig Kontakt aufnehmen

und festhalten, wie Ihre Beerdigung aussehen soll – ein

Angebot, das durch Humanitas Orientierung schenkt und das

Leben angemessen würdigt.

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WIKO Ausgabe 2026


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Überregional

verwurzelt

Seit drei Jahrzehnten steht das Ingenieurbüro Ritzer in Pleinfeld

für Tragwerksplanung und Architektur, die technische

Präzision mit verantwortungsbewusstem Bauen verbindet.

Derzeit realisiert es eines der sozial bedeutsamsten Bauprojekte

im landschaftlich reizvollen Seenland: Mit dem Spatenstich

im Oktober 2025 fiel der Startschuss für ein Gebäude,

das zukünftig für Menschen ein besonderes Zuhause sein soll

– bis zum Lebensende. Das Hospiz am Brombachsee. Es soll

in zwei Jahren fertig gebaut sein – „ein Ort der Menschlichkeit,

der Würde und des Lebensabschlusses“, so Inhaber Dipl.-Ing.

Stefan Ritzer. Entworfen wurde es von einem Architekten aus

Bamberg. Die Steuerung und Ausführung liegt in den Händen

des Ingenieurteams aus Pleinfeld.

Das Ingenieurbüro hat seinen Sitz zwar im Landkreis, arbeitet

jedoch schon längst nicht nur regional. „Unser Team besteht

aus 25 Tragwerksplanern und fünf Architekten. Wir haben

deutschlandweit Aufträge, egal ob Privat- oder Firmenkunden.

Durch unser ganzheitliches Angebot in Kombination mit

jahrzehntelanger Erfahrung und dem Gebrauch von neuester

Technik können wir fachspezifisch und vor allem vollumfänglich

arbeiten – von der Auftragsanfrage, dem Entwurf über Statik

und Bauleitung bis zur endgültigen Abnahme“, sagt Ritzer.

Ganzheitliche

Baukompetenz

Das Ingenieurbüro Ritzer mit

Standort in Pleinfeld hat sich seit der

Gründung im Jahr 1994 zu einem

vielseitigen Ansprechpartner für anspruchsvolle

Bauvorhaben entwickelt.

Das Unternehmen verfügt unter anderem

über eine besondere Expertise

in der Tragwerksplanung bei Massiv-,

Stahl- und Holzbau. Parallel hierzu

bietet es ein umfassendes architektonisches

Leistungs spektrum. Der

Anspruch des Büros liegt darin, funktionale,

wirtschaftliche und zugleich

ästhetisch überzeugende Architektur

zu erschaffen. So verbindet Dipl.-Ing.

Stefan Ritzer und sein Team technische

Präzision mit Gestaltung, die

den Anforderungen

moderner Baukultur

gerecht wird, und

bündelt dies alles mit

Bauphysik und Brandschutz.

Die Drohne des Ingenieurbüros kommt als präzises Prüf- und

Dokumentationswerkzeug zum Einsatz. Sie ermöglicht es, Fassaden,

Dächer und schwer zugängliche Innenbereiche sicher

und effizient zu inspizieren – ohne Gerüst oder Hebebühne.

Dadurch können Schäden oder bauliche Veränderungen frühzeitig

erfasst und detailiert dokumentiert werden. Wie wichtig

der Einsatz neuester Technik in Kombination mit der Drohne

ist, zeigt das sogenannte „Syburg-Projekt“. „Besonders beim

Umbau von Baudenkmälern gibt es bestimmte und spezielle

Herausforderungen – so können wir durch den Einsatz einer

Drohne im Vorfeld prüfen, wo eventuell gefährliche Fehlstellungen

am Objekt liegen,“ so Andreas Obermeyer, Büroleiter.

Damit positionert sich das Ingenieurbüro als fortschritt licher

Dienstleister, der klassische Ingenieurskunst mit digitalen

Werkzeugen verbindet.

Ingenieurbüro Stefan Ritzer

Beratende Ingenieure VDI/BYIK Bau

Gewerbepark 9

91785 Pleinfeld

Tel. 0 91 44 / 92 80 - 0

www.ib-ritzer.de

info@ib-ritzer.de

Unternehmensgründung: 1994

MitarbeiterInnen: 30

Inhaber: Dipl.-Ing. Stefan Ritzer

Wirtschaftsmagazin WIKO

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Aus der

Region, für

die Region

Fiber Network

WUG: Internet per

Glasfaser

Fiber Network WUG, der regionale

Partner für zukunftssichere Glasfasernetze,

konnte mit seinem breitem

Portfolio aus leistungsstarkem

Glasfaser-Internet, Telefonie, ITund

Datendiensten sowie Streaming-Angeboten

vor Kurzem seinen

tausendsten Kunden begrüßen. Das

Unternehmen versorgt sowohl Privat-,

als auch Großkunden. „Der Schwerpunkt

liegt dabei auf den ländlichen

Gebieten des Landkreises. Wo Orte

wie Theilenhofen, Dittenheim, Westheim,

Raitenbuch und Nennslingen

bereits von der digitalen Infraktruktur

profitieren, werden nun Meinheim

und Burgsalach ausgebaut.“, sagt

Geschäftsführer Marco Kleemann.

Digitalisierung ist nicht nur ein Thema in Städten. Auch auf

dem Land nehmen Menschen das Zukunfsthema in die Hand.

Bestes Beispiel: Pfofeld. Dort ist in den vergangenen Jahren

ein Unternehmen entstanden, das weit über die Ortsgrenzen

hinaus Wirkung entfaltet: die Fiber Network WUG GmbH. Gegründet

wurde es im November 2018 auf Initiative der Nahwärme

Pfofeld eG. Heute stehen sieben Genossenschaften

sowie zwei Kommunen aus dem Landkreis hinter dem Gemeinschaftsprojekt.

Sie alle verband die frühe Erkenntnis,

dass leistungsfähige, regional gesteuerte Internetversorgung

per Glasfaser ein entscheidender Baustein für Lebensqualität

und wirtschaftliche Entwicklung auch im ländlichen Bereich

ist.

Als die Pfofelder Nahwärmegenossenschaft beim Bau des

Wärmenetzes ergänzend Glasfaserleitungen zur Visualisierung

der Anlagen verlegte, war das Potenzial dieser Infrastruktur

noch nicht absehbar. Zunächst übernahm ein externer Anbieter

die Beschaltung des Glasfasernetzes in Pfofeld. Nach

dessen baldigem Rückzug standen die Pfofelder jedoch vor

einer ungewissen Zukunft. Die Antwort war konsequent: Mit

unternehmerischem Weitblick gründeten die Verantwortlichen

ihren eigenen Internetprovider und übernahmen Ausbau, Betrieb

und Beschaltung des Glasfasernetzes in Eigenregie.

Fiber Network WUG GmbH

Ringstraße 19

91738 Pfofeld

www.fiber-network.de

support@fiber-network.de

Unternehmensgründung: 2018

MitarbeiterInnen: 17

Geschäftsführer: Marco Kleemann

Ein besonderer Mehrwert liegt im Beteiligungsmodell: Bürger,

die Mitglied einer der angeschlossenen Genossenschaften,

oder Einwohner der beteiligten Kommunen sind, werden zugleich

Miteigentümer der Infrastruktur. Dieser kommunalgenossenschaftliche

Charakter prägt Fiber Network WUG

bis heute. Nicht kurzfristige Gewinnorientierung, sondern der

nachhaltige Ausbau der Netzinfrastruktur steht im Vordergrund

- insbesondere in kleineren, ländlichen Ortsteilen, die für

große Glasfaser-Anbieter oft als wenig attraktiv gelten. Damit

steht Fiber Network WUG beispielhaft für eine Entwicklung, die

in Pfofeld ihren Start hatte: Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe

- getragen von regionaler Verantwortung und dem

Ziel, die Zukunft vor Ort selbst besser zu gestalten.

46

WIKO Ausgabe 2026


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Im Wandel der Generationen

Seit über 45 Jahren ist sie eine Größe

für fundierte steuerrechtliche

und allgemein rechtliche Beratung:

die Hüttl & Kollegen Steuerberater

und Rechtsanwälte GmbH. Eine

Kanzlei mit Hauptsitz in Gunzenhausen

und weiteren Standorten

in Ansbach, Weißenburg und Wemding.

Sie betreut Privatpersonen,

mittelständische Unternehmen

und Freiberufler. Derzeit befindet

sich die Kanzlei in einer Art Generationenwechsel:

an der Spitze der

Hüttl & Kollegen GmbH steht Geschäftsführerin

Dr. Katinka Hüttl,

welche durch ihren Kollegen Simon

Klenner in der Geschäftsführung

unterstützt wird. Durch die Zusammenarbeit

mit ihrem Vater, Werner

Hüttl, dem Senior-Chef, wird bewährte

Kompetenz mit frischen

Impulsen vereint. Mit aktuell 44

Mitarbeitern, darunter 4 Rechtsanwälte

und 9 Steuerberater, bietet

die Hüttl & Kollegen GmbH ein breit

gefächertes Leistungsspektrum.

Dieses umfasst Jahresabschlüsse,

Finanz- und Lohnbuchhaltung,

Steuererklärungen, Betreuung im

Erbschaftsfall, sowie die Begleitung

der Mandanten bei Betriebsprüfungen

und Unterstützung in

der Unternehmensberatung. Auch

die Vertretung gegenüber Finanzbehörden

wird übernommen. Im juristischen

Bereich deckt die Kanzlei

unter anderem das Gesellschafts-,

IT-, Arbeits-, Zivil-, Miet-, Verkehrs-,

Versicherungs- und Medizinrecht

ab. Die Hüttl & Kollegen GmbH hat

ihren Schwerpunkt darauf gesetzt,

ihre Mandanten fachübergreifend

zu unterstützen: rechtliche und

steuerrechtliche Fragestellungen

werden vernetzt betrachtet – sozusagen

Rechtsanwalt und Steuerberater

aus einer Hand. So können

Mandanten umfassend und ganzheitlich

begleitet werden. „Unsere

umfassende Expertise ermöglicht

es uns, als vertrauensvoller Partner

und zentrale Anlaufstelle zu dienen“,

sagt Dr. Katinka Hüttl.

Hüttl & Kollegen Steuerberater und

Rechtsanwälte GmbH

Waagstraße 3

91710 Gunzenhausen

Tel. 0 98 31 / 88 55 46

www.huettl-kollegen.de

info@huettl-steuerberater.de

Punkten durch Portfolio

Die Vorteile liegen auf der Hand:

eigener Verlag, eigene Druckerei,

eigene Werbeagentur und mittlerweile

auch eigene Großwerbeflächen.

Mit diesem Portfolio wartet

die Braun & Elbel GmbH & Co. K.G.

in Weißenburg auf, um so ihren

Kunden zahlreiche Dienstleistungen

anbieten zu können.

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Die 2020 als eigene Abteilung

aus der Taufe gehobene Agentur

be media hat es sich deshalb zur

Aufgabe gemacht, aus dem eigenen

Unternehmensportfolio einen

Rundum-Service für ihre Kunden zu

ermöglichen. Dieser beginnt beim

persönlichen Beratungsgespräch,

um anschließend eine passgenaue

Lösung für das jeweilige Anliegen zu

finden. Da die besten Ideen oftmals

vor Ort im Unternehmen entstehen,

pflegt ein eigener Außendienst bestehende

Kundenkontakte und

steht auch bei neuen Anliegen gerne

mit Rat und Tat zur Seite. Zahlreiche

bereits umgesetzte Projekte

und namhafte Referenzen sprechen

für die langjährige Erfahrung, die

seit Gründung im Marketingbereich

gesammelt werden konnten.

Nach Festlegung der Leistungen

entsprechend der Kundenwünsche

greifen in der Umsetzung die einzelnen

Unternehmensbereiche ineinander.

Von der Gestaltung, dem

Satz und dem Druck von Produkten

aller Art reicht das Angebot bis hin

zur Veröffentlichung in den eigenen

reichweitenstarken Medien, um die

Botschaft der Kunden zu vermitteln.

Auch Großflächenwerbung auf

eigenen Bannerflächen rund um

Weißenburg gehört mittlerweile fest

be media – Werbeagentur

Wildbadstraße 16-18

91781 Weißenburg

Tel. 0 91 41 / 85 90 25

www.be-media.de

braun-elbel@be-media.de

Unternehmensgründung: 2020

Geschäftsführer: Ralf Braun

zum Leistungsumfang, wodurch

die Werbemöglichkeiten für Kunden

nochmals ausgeweitet werden.

Bei be media wird der Grundsatz

„Alles unter einem Dach“ deshalb

nicht nur gelebt, er wird durch ein

breites Portfolio auch ermöglicht.

Wirtschaftsmagazin WIKO

47


„Neue Schulden sind

nicht automatisch

problematisch“ Interview: Uwe Ritzer

Ein Anschub für Investitionen,

Innovationen und

wirtschaftlichen Aufbruch?

Oder doch nur

neue Schulden? Was hat

die Bundesregierung mit

den 500 Milliarden Euro

Sondervermögen vor?

Kommt davon auch Geld

auf dem Land an? Ein Gespräch

mit Harald Christ.

Die Sparkasse Mittelfranken-Süd bot

Unternehmern und Top-Managern

aus ihrem Einzugsbereich die Möglichkeit,

mit einem Mann zu diskutieren,

der über das Sondervermögen nicht

nur Auskunft geben kann, sondern

der bei seiner Verwendung direkt

mitredet. Der politisch exzellent vernetzte

Unternehmer Harald Christ ist

Vorsitzender des Expertengremiums,

welches das Finanzministerium bei der

Verwendung der 500 Millionen Euro

berät. Im Nachgang zum Sparkassen-

Unternehmerforum stellte er sich den

Wiko-Interviewfragen.

Herr Christ, Sie sind Vorsitzender des

siebenköpfigen Beirats, der die Bundesregierung

bei der Verwendung des

500-Milliarden-Euro-Sondervermögens

berät. Wie kommt man zu diesem

Job?

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil

hat mich damit beauftragt. Hier spielten

vermutlich mehrere Faktoren eine

Rolle: Ich bringe langjährige Erfahrungen

und Expertise mit, sowohl als Manager

und Unternehmer, aber ebenso

aus der Politik. Ich kenne die handelnden

Personen und die Komplexität der

Aufgaben.

Was konkret ist Ihre Aufgabe?

Wir treffen keine Entscheidungen, das

ist Aufgabe der politischen Akteure.

Wir entwickeln konkrete Vorschläge,

wie in Deutschland schneller und effizienter

investiert werden kann. Dafür

müssen bestehende Hürden identifiziert

und überwunden werden. Der

Beirat schlägt wachstumsfördernde

48

WIKO Ausgabe 2026


Maßnahmen vor und bringt Ideen für

die Zukunftssicherung und Weiterentwicklung

des Wirtschafts- und Innovationsstandorts

Deutschland ein.

Dazu gehören auch Konzepte, wie

Kapital optimal gehebelt werden kann.

Wichtig ist, mit einem regelmäßigen

Monitoring und Transparenz über die

Fortschritte der Investitionen zu berichten.

Wie hat man sich die Arbeit des Gremiums

praktisch vorzustellen?

Alle sieben Mitglieder bringen langjährige

Erfahrung aus unterschiedlichen

Perspektiven ein – aus Wirtschaft, Forschung,

Wissenschaft, Kommunalpolitik

und Gewerkschaften. Zugleich verfügen

alle über relevante Erfahrungen

bei der Umsetzung großer Infrastrukturprojekte

und komplexer Transformationen.

Der Beirat tagt regelmäßig,

tauscht sich mit Fachexperten aus und

erarbeitet Vorschläge, wie die Mittel

aus dem Sondervermögen erfolgreich

und zielgerichtet eingesetzt werden

können.

Wie groß ist Ihr Einfluss auf den Minister

und die Bundesregierung tatsächlich?

Haushaltsrecht ist das Königsrecht des

Parlaments. Unser Beirat ist ein unabhängiges,

ehrenamtliches Expertengremium.

Wir unterstützen und beraten,

geben Impulse und machen Vorschläge.

Die Entscheidungen trifft am Ende

der Deutsche Bundestag.

Warum arbeiten Sie (als Beiratsvorsitzender)

für die schwarz-rote Bundesregierung?

Weil unsere Demokratie keine Einladung

zur Bequemlichkeit ist. Und vor

allem kein Selbstzweck. Sie erfordert

den unermüdlichen Einsatz von uns

allen. Ich möchte meine Erfahrung

einbringen und meinen Teil dazu beitragen,

dass diese Bundesregierung erfolgreich

ist.

Wie viel von den 500 Milliarden wurden

bereits oder werden 2026 ausgegeben?

„Natürlich sind es

zusätzliche Schulden,

aber neue Schulden sind

nicht automatisch problematisch„

Das Finanzministerium informiert darüber

laufend mit einer neu eingerichteten

„Investitionsuhr“ auf der Website.

Für das laufende Jahr sind Gesamtausgaben

von fast 60 Milliarden

Euro geplant. Das beinhaltet auch den

Länderanteil und die Zuweisung an

den Klima- und Transformationsfonds.

Ist Sondervermögen nicht schlicht und

einfach ein Tarnbegriff für Schulden?

„Tarnbegriff“ trifft es nicht. Natürlich

sind es zusätzliche Schulden, aber

neue Schulden sind nicht automatisch

problematisch. Sie müssen aber auf

das gewollte Ziel einzahlen und die

gewünschten Ergebnisse zeigen. Relevant

ist die Staatsschuldenquote, also

das Verhältnis von Verschuldung zum

Bruttoinlandsprodukt. Hier stehen

wir im internationalen Vergleich gut

da. Deutschlands Staatsschuldenquote

steigt bis 2027 voraussichtlich auf

etwa 67 Prozent. Damit liegen wir weit

unter Ländern wie Belgien, den USA,

Großbritannien oder Japan. Wir haben

also die nötige Schuldentragfähigkeit.

Aber natürlich hat die wachsende

Zinslast im Bundeshaushalt einen

Preis. Daher muss das Sondervermögen

so eingesetzt werden, dass daraus

wirklich nachhaltige Wachstumsimpulse

entstehen. Das hat höchste Priorität.

Warum halten Sie es für verantwortbar,

dass der Staat sich derart verschuldet,

geht das nicht zulasten der kommenden

Generationen, der jungen Leute also?

Gegenfrage: Wäre es verantwortbarer,

wenn nicht ausreichend in Infrastruktur

oder Verteidigungsfähigkeit investiert

würde? Dann hätten kommende

Generationen zwar weniger Schulden,

aber eine marode Infrastruktur oder

ein Land, das nicht verteidigungs- oder

wettbewerbsfähig ist. In den letzten

Jahren haben wir in Deutschland mehr

verwaltet als gestaltet. Damit ist jetzt

Schluss. Die Bundesregierung investiert

auf Rekordniveau, und das ist gut

so. Klar ist aber auch, dass die jungen

Generationen mit Recht einfordern,

dass dies verantwortungsvoll geschieht.

„In den letzten Jahren

haben wir in Deutschland

mehr verwaltet als

gestaltet. Damit ist jetzt

Schluss„

Wie stehen die Chancen, dass auch in

ländlichen Räumen wie diesem Geld

aus dem Sondervermögen investiert

wird?

100 Milliarden Euro gehen aus dem

Sondervermögen direkt an die Bundesländer,

sie sind für Kommunen verantwortlich

und damit die ersten Ansprechpartner.

Einige Länder stocken

die Mittel sogar auf – beispielsweise

Rheinland-Pfalz. Friedrich Merz und

Lars Klingbeil haben den Ernst der

Lage erkannt. Investitionen müssen

in der Lebensrealität der Menschen

ankommen. Wenn die neue Schule

endlich gebaut wird, das örtliche

Schwimmbad oder das Krankenhaus

saniert werden und der ÖPNV wieder

verlässlich fährt – dann erfüllen nicht

nur die Investitionen ihren Zweck.

Wirtschaftsmagazin WIKO

49


Dann wächst auch das Vertrauen der

Bürger in die Handlungsfähigkeit des

Staats, und das stärkt unsere Demokratie.

Muss man nicht befürchten, dass das

Geld in Feuerwehrautos oder Wohltaten

fürs Volk fließt, aber nicht wirklich

für Innovationen und Zukunftsinvestitionen

ausgegeben wird?

Wenn die öffentliche Hand sich auf

ihre Kernaufgaben fokussiert – Polizei,

Feuerwehr, Krankenhäuser – dann

trägt das mittel- und langfristig zur Attraktivität

des Standorts bei. Was nicht

passieren darf, ist, dass jetzt großzügig

Verteilungspolitik oder Versprechungen

gemacht werden, wie etwa bei der

Mütterrente. Auch wenn ich jeder

Mutter mehr Rente gönne, werden da

zusätzliche Milliarden ausgegeben, die

in Forschung und Innovation effektiver

und nachhaltiger investiert wären. Am

Ende wäre das auch besser für Familien

und Mütter.

Sie sind ein bundesweit gefragter Referent,

Keynote-Speaker und Diskussionspartner

auf Foren – und werden

VITA HARALD CHRIST

dementsprechend viel eingeladen. Wie

zum Unternehmertreff der Sparkasse

Mittelfranken-Süd vor einiger Zeit in

Schwabach. Wie viel Skepsis schlägt

Ihnen auf solchen Veranstaltungen entgegen?

Wir Deutschen waren vermutlich immer

schon etwas unzufriedener als andere

Nationen – das scheint mir unser

kultureller Habitus zu sein. Die Unzufriedenheit,

die derzeit in unserem

Land herrscht, hat aber eine neue Qualität.

Das nehme ich sehr ernst, und

doch trete ich stets für konstruktiven

und optimistischen Austausch ein. Die

vielen Gespräche mit unterschiedlichsten

Menschen stimmen mich positiv.

Umgekehrt: Was nehmen Sie von Veranstaltungen

wie in Schwabach mit?

Zuversicht. Ich treffe dort Menschen,

die sich Gedanken um die Zukunft

Deutschlands machen. Die wollen

nicht morgen auswandern, sondern

ihren Beitrag einer positiven Entwicklung

leisten. Für mich sind Veranstaltungen

wie in Schwabach sehr wichtig,

weil ich aus Dialogen wie diesen

Harald Christ wurde 1972 in Worms geboren. Sein Vater arbeitete am Fließband

bei Opel, die Mutter in einer Sektkellerei. Nach Mittlerer Reife und

Ausbildung zum Industriekaufmann bei den Stadtwerken Worms startete

er beruflich durch. Er arbeitete erfolgreich im Vertrieb

der Bausparkasse BHW und absolvierte eine

berufsbegleitende Ausbildung im Bank- und Versicherungswesen.

Danach führte ihn seine insgesamt

30-jährige Karriere als Unternehmer, Manager und

Berater durch verschiedene Konzerne, Branchen

und Institutionen. Politisch engagierte

er sich zunächst in der SPD, deren Kanzlerkandidat

Frank-Walter Steinmeier ihn 2009

als designierten Wirtschaftsminister in

sein Schattenkabinett berief. Später verließ

Christ die SPD und trat in die FDP ein,

deren ehrenamtlicher Bundesschatzmeister

er von 2020 bis 2022 war. Inzwischen

hat er auch die FDP wieder

verlassen. Als Unternehmer ist er im Investment-

und Beratungsgeschäft erfolgreich, unter

anderem im Bereich KI. Mit hohen privaten

Mitteln fördert Christ Projekte für Demokratie

und Vielfalt. Seit 2025 ist er Vorsitzender des

neu gegründeten, ehrenamtlichen Investitions-

und Innovationsbeirats, dem neben ihm

Ann-Kristin Achleitner, Sabine Bendiek, Peter

Kurz, Hiltrud Dorothea Werner, Roman Zitzelsberger

sowie als assoziiertes Mitglied Jens

Südekum angehören.

enorm viel mitnehme.

Sie waren Juso, später sogar als designierter

Wirtschaftsminister im Schattenkabinett

des SPD-Kanzlerkandidaten

Frank-Walter Steinmeier. Später verließen

Sie die SPD und schlossen sich

der FDP an, aus der Sie zwischenzeitlich

auch schon wieder ausgetreten

sind. Wo ist heute ihre politische Heimat?

In der demokratischen Mitte. Ich kann

Politik machen, ohne einer Partei anzugehören.

Unsere Demokratie wird angegriffen

– von innen wie von außen.

Wenn Friedrich Merz sagt: „Deutschland

– das sind wir alle“, dann kann

ich ihm nur beipflichten. Es kommt

auf jeden und jede Einzelne in diesem

Land an. Wir alle können einen Beitrag

leisten, ob finanziell, im Ehrenamt,

„Die Bundesrepublik

ist eine einmalige

Erfolgsgeschichte. Wir

machen uns oft schlechter,

als wir sind„

im Diskurs.

Sie sind erfolgreicher Investor und beraten

zudem große Firmen wie die

Schwarz-Gruppe. Teilen Sie das Unbehagen

vieler Unternehmer über die

anhaltend schwierige Lage?

Zoomt man für einen Moment aus

dem Klein-Klein raus, stellt man fest:

Die Bundesrepublik ist eine einmalige

Erfolgsgeschichte. Ein Land, flächenmäßig

so groß wie der US-Bundesstaat

Montana und mit einer Bevölkerung,

die in etwa ein Zwanzigstel der Chinas

entspricht, wurde zur drittgrößten

Volkswirtschaft der Welt – aus eigener

Kraft. Wir machen uns oft schlechter

als wir sind. Alles, was es für den wirtschaftlichen

Turnaround braucht, haben

wir selbst in der Hand: das Knowhow,

das Kapital, die industrielle Basis,

das Unternehmertum, den Fleiß. Nein,

angesichts unserer Stärke und Potenziale

teile ich das Unbehagen mancher

nicht.

Was treibt Sie an?

Genau jene Geschichte, die ich eben

skizziert habe. Deutschland wurde

schon oft abgeschrieben, vor 20 Jahren

50

WIKO Ausgabe 2026


waren wir der „kranke Mann“ Europas.

Mit politischem Mut und Reformbereitschaft

haben wir den Turnaround

geschafft. Es folgten wirtschaftlich

enorm erfolgreiche Jahre. Das und die

Fähigkeiten unserer Menschen sollten

uns Zuversicht geben.

Was macht die Regierung falsch, warum

kommt die wirtschaftliche Entwicklung

nicht so schnell voran wie erwartet

und angekündigt, Stichwort: Herbst der

Reformen?

In Sachen Erwartungsmanagement

hat die Bundesregierung sicherlich

etwas zu ambitioniert begonnen. Wir

müssen den Menschen die Realitäten

und auch unbequemen Wahrheiten

zumuten. Aber auch konsequent aufzeigen,

was zu tun ist, und es dann

auch machen. Der Turnaround ist

eine echte Mammutaufgabe, die man

nicht über Nacht bewältigt. Sie wird einiges

an Kraft kosten, und es gibt immer

mal wieder Rückschläge. Gleichzeitig

muss man der Bundesregierung auch

die notwendige Zeit geben und Vertrauen

entgegenbringen. Die Koalition

arbeitet überwiegend konstruktiv zusammen

– das erlebe ich aus erster

Hand.

Sie engagieren sich mit viel Einsatz und

Geld für die Demokratie. Was würde

eine AfD-Regierung für Deutschland

aus wirtschaftlicher Sicht bedeuten?

Was die AfD mit diesem Land vorhat,

wäre der Abschied von unserem

Wohlstand, wie wir ihn kennen. Nur

mal einige Beispiele: Ausstieg aus der

NATO, Ausstieg aus der EU, Abkehr

vom Pariser Klimaabkommen. Allesamt

Vorschläge, die unserem rohstoffarmen

und exportorientierten Land

massiv schaden würden. Die AfD liefert

keinerlei konstruktive Beiträge.

Manche Unternehmer scheinen sich zu

wünschen, dass die Brandmauer zwischen

Union und AfD fällt. Was wären

die Konsequenzen?

Von solchen Fantasien kann ich nur

dringend abraten. Gemeinsame Sache

mit der AfD zu machen, würde bedeuten,

sie weiter salonfähig zu machen.

Die AfD denkt und handelt nicht im

„Was die AfD mit

diesem Land vorhat,

wäre der Abschied von

unserem Wohlstand, wie

wir ihn kennen„

Interesse Deutschlands. Sie macht gemeinsame

Sache mit den Trumpisten

in den USA und geht auf die Knie vor

dem Kreml. Das muss jedem klar sein.

Es wäre auch die Spaltung der Union,

weil viele Mitglieder das nicht mitgehen

würden – und viele ihrer Wählerinnen

und Wähler auch nicht.

Müssen wir alle länger arbeiten?

Dem deutschen Arbeitsmarkt gehen

aus demografischen Gründen in den

nächsten zehn Jahren effektiv sieben

Millionen Erwerbstätige ab. Allein

um unsere sozialen Sicherungssysteme

aufrechtzuerhalten, müssen wir

die Arbeitsbedingungen so gestalten,

dass Arbeit und auch Mehrarbeit attraktiver

werden und die Produktivität

wächst. Dazu gehört, die Entwicklung

der Lohnnebenkosten im Blick zu behalten,

die Steuerklassen auf ihre Aktualität

zu prüfen und KI sinnvoll und

breit im Arbeitsalltag einzusetzen. Nur

zu sagen, alle Arbeitnehmer müssten

einfach nur etwas mehr arbeiten, greift

zu kurz und wird der Komplexität

nicht gerecht.

Sie haben, bei ihrem Auftritt in Schwabach,

für Optimismus und Tatkraft plädiert.

Jammert das Land zu viel?

Die Lage ist herausfordernd und die

Aufgaben sind groß, da will ich nichts

beschönigen. Doch mit Jammern ist

noch niemand aus dem Tal gekommen.

Wir haben es selbst in der Hand. Wir

haben innovative Start-Ups und herausragende

Weltmarktführer, unsere

mittelständisch geprägte Wirtschaft

mit ihren zahlreichen Hidden Champions

ist weltweit einmalig. Wir verfügen

in Deutschland über bedeutende

Familienunternehmen, die kraftvoll in

den Standort investieren, über Exzellenzuniversitäten,

die zu den Besten

der Welt gehören, und eine exzellente

Forschungslandschaft. 2025 entstanden

täglich etwa zehn Start-Ups – damit

wird in Deutschland auf Rekordniveau

gegründet. Wir in Deutschland

müssen uns nicht verstecken, ganz im

Gegenteil.

Wirtschaftsmagazin WIKO

51


Es wird Raum für

Neues brauchen

Gastbeitrag von Dr. Simon Amesöder

Der Landkreis steht vor

Umbrüchen. Es ist offensichtlich,

dass seine

Kernwertschöpfungsketten

unter enormen

Druck geraten sind.

Neuorientierung ist keine

Wünschbarkeit mehr,

sondern ein Muss.

Allein der Wille zur Transformation

reicht nicht. Im Wettbewerb ist es

leichter gesagt als getan, neue Produkte

und Kunden zu erschließen. Herausforderungen

hängen nicht nur an

bürokratischen Anforderungen, sondern

auch an fehlenden Referenzen in

anderen Branchen oder am Preisdruck

aus dem Ausland. Die Unternehmen

brauchen in den nächsten Jahren ein

wohlmeinendes Umfeld. Das beginnt

in der Politik, setzt sich bei Verwaltung,

Bildungssystem und Finanzinstituten

fort und hört bei den Bürgerinnen und

Bürgern nicht auf.

Im Zuge der Transformation werden

Innovationen immer wieder auch neue

Geschäftsmodelle mit sich bringen.

Dienstleistung und produzierendes

Gewerbe verschmelzen in solchen.

Die neue Dynamik dürfte es mit sich

bringen, dass auch in Altmühlfranken

verstärkt Start-Up-Unternehmen als

Neu- oder Ausgründungen auf den

Plan treten. In solchen Strukturen können

Old-Economic- und New-Business-Models

zusammenkommen, um

die Produkte der Zukunft zu schaffen.

In einer Mischung aus Big-Data-Anwendung,

KI-Ressourcen und Technologietransformation.

Die ersten Ansätze sind in Altmühlfranken

bereits geschaffen. Das Ecosystem

für Start-ups zielt in diese Richtung

und will ein Umweltsystem für

Innovationen schaffen. Es führt kein

Weg daran vorbei. Die Zukunft gibt

es nur zu gewinnen, wenn man bereit

ist, bestehende Strukturen zu hinterfragen.

Insgesamt muss dem Wagnis

wieder mehr Raum und nicht zuletzt

auch Kapital gegeben werden.

Will die Region mit ihren Unternehmen

wettbewerbsfähig bleiben, müssen

Effizienz und Produktivität weiter

steigen. Das ist vor allem mit den Fähigkeiten

der Digitalisierung und der

KI möglich. Zur Umsetzung brauchen

wir unsere junge Generation, die mit

den neuen Möglichkeiten aufwächst.

Das Potenzial ist enorm. Dieses gilt es

zu fördern und zu fordern. Die Integration

junger Kolleginnen und Kollegen

in die Unternehmen erfordert Aufwand,

der sich jedoch rasch auszahlt.

Weil sich die neuen Technologien so

schnell weiterentwickeln, wird man

auch in der Aus- und Weiterbildung

neue Wege gehen müssen. Ein Schlüssel

liegt wohl in der besseren Vernetzung

von Theorie und Praxis, da es

sich im praktischen Anwenden leichter

„begreifen“ lässt – frei nach dem Motto

„Probieren geht über Studieren“.

Ein wesentlicher Baustein einer guten

wirtschaftlichen Zukunft wird die

Versorgung mit günstiger, selbst hergestellter

Energie sein. Initiativen von

Politik und Wirtschaft müssen hier

ins Ziel gebracht werden, auch

über Gemeinde- und Parteigrenzen

hinweg. Aber bevor wir in

die Lösungsstrategien gehen,

lohnt ein Blick auf den Status

quo. Wo steht der Landkreis?

Der Prognos Zukunftsatlas

ist eine aufschlussreiche Bestandsaufnahme.

Auffällig in dieser alle drei Jahre durchgeführten

Analyse der deutschen

Wirtschaftsräume ist, dass „unsere

Nachbarn“ allesamt einen „Ticken“

besser abschneiden und dass hinter

den Nachbarn schon hochinnovative

Zentren wie Erlangen, Ingolstadt und

Regensburg kommen oder entwicklungsstarke

Zentren wie Nürnberg,

Augsburg und München. Unser Landkreis

liegt in der Mitte des starken deutschen

Südens.

Die Prognos Studie von 2025 bewertet

Weißenburg-Gunzenhausen mit einem

ausgeglichenen Chancen-Risiken-

Verhältnis. Im Gesamtranking der 400

deutschen Landkreise und kreisfreien

Städte hat sich Altmühlfranken von

Rang 300 im Jahr 2022 auf Rang 195

in 2025 verbessert. Aber woher kommt

dieser Sprung und wie steht es konkret

52

WIKO Ausgabe 2026


um die wirtschaftlichen Chancen und

Risiken der Region?

Wir schneiden in der 2025er-Auswertung

in vier Kategorien erheblich besser

ab. 1. Arbeitsmarkt (von Rang 378

auf 129), 2. Wohlstand und soziale

Lage (137 auf 77), 3. Allgemeine Stärke

(250 auf 202), 4. Dynamik (379 auf

153). Dagegen verlieren wir in zwei

Kategorien deutlich. 1. Demografie

(118 auf 203), 2. Wettbewerb & Innovation

(276 auf 337).

Das ist besorgniserregend, denn bei

den letzten beiden Kategorien handelt

es sich um Bereiche, die in die Zukunft

weisen. Während die Bestandslage

stabil ist, stehen die Zeichen bei wesentlichen

Zukunftsmarkern eher auf

Gelb. Und das in einer Zeit der Krisen.

Im Kontext weiterer Kriege und globaler

Wettbewerbsherausforderungen

wie Zöllen oder einem hohen Ölpreis

ist eine positive Entwicklung fraglich.

Überregional und regional trübt sich

der Arbeitsmarkt insbesondere im produzierenden

Gewerbe deutlich ein. Es

gibt Werksschließungen und Produktionsverlagerungen

ins Ausland. Auch

in der Exportstärke sind merkliche Einbußen

zu verzeichnen.

Unbestreitbar gibt es große Herausforderungen,

aber in diesen stecken

auch große Chancen. Grundsätzlich

werden lokale Geschäftsbeziehungen

im Zuge der eingeschränkten globalen

Möglichkeiten wieder eine größere

Rolle spielen. Das gilt für die gesamte

Wirtschaft, vor allem aber für Industrieunternehmen.

Wenn Nähe aber

wieder wichtiger wird, dann ist die

Lage im starken Süden ein Vorteil.

Gezielt sollten wir die Absatzmärkte

in den dortigen Regionen beobachten

und unsere eigene Ausrichtung auch

unter dem Aspekt der Local-for-Local-

Produktion anpassen.

Im Bereich Handel und Dienstleistung

spürt man bereits einen moderaten

Trend zur Expansion in Nachbarregionen.

Händler und Dienstleister

gründen oder erwerben richtigerweise

Filialen im Umland. Dem Blick

auf und zu unseren Nachbarregionen

kommt eine hohe Bedeutung zu. Wollen

wir die Märkte im direkten Umfeld

optimal nutzen, dann geht es auch um

eine gute Anbindung. Sämtliche Möglichkeiten

zum Erhalt und Ausbau der

Infrastruktur bei Straße und Schiene,

aber auch in der Kommunikation müssen

genutzt werden.

Vor Ort war die Initiative zur Aufnahme

des Ist-Zustands des Landkreises

im Rahmen des Standortstrategieprozesses.

Mit der Auswertung ergibt

sich ein klares Bild der Wirtschaft in

der Region. Den Landkreis prägt seine

vielfältige wirtschaftliche Ausrichtung.

Es stechen aber die Wertschöpfungsketten

in der Kunststoff- und

Automobilbranche, der Steinindustrie

und dem Tourismus deutlich hervor.

Von rund 33.000 Sozialversicherungsbeschäftigten

waren im Jahr 2024 im

Gewerbe knapp 40 Prozent und im Bereich

Dienstleistungen/Handel knapp

60 Prozent (davon 20 Prozent im Gesundheitswesen)

registriert.

Ausreichend Ressourcen stehen im

Tourismus bereits zur Verfügung und

bieten auch für die Zukunft enormes

Potenzial. Die Chance Center Parcs

hat man zwar verpasst, damit aber gilt

es sich abzufinden, nun kann der Fokus

nur darauf liegen, mit einer Vielzahl

kleinerer Projekte die touristische

Attraktivität weiter zu steigern. Die

Lösung der Algenthematik ist dafür

Voraussetzung. Sie muss mit voller

Kraft von allen Beteiligten angegangen

werden. Andernfalls droht sich für

das Fränkische Seenland ein Negativ-

Image festzusetzen. Aktivitäten und

Gastronomie an den Seen können sich

nur dann nachhaltig weiterentwickeln,

wenn auch verlässlich Gäste kommen.

Dazu sind neben Privatinvestoren

auch die Zweckverbände am Zug, um

die vielerorts begonnenen Maßnahmen

abzuschließen und weitere in die

Wege zu leiten.

Gemeinsam an einem Strang gezogen

wird auch bei der Förderung der Innenstadtentwicklung.

Die Bündelung

der Kräfte in den Stadtmarketingvereinen

ermöglicht die gezielte Unterstützung

des Einzelhandels. An den

Umsatz- und Frequenzzahlen zeigt

sich allerdings, dass die bisherige

Unterstützung noch nicht ausreicht.

Weitere Ideen und Konzepte müssen

geschmiedet und umgesetzt werden,

damit unsere Innenstädte auch weiter

ein Aushängeschild bleiben. Die Wirtschafsverbände

und die Kommunalpolitik

sind sich dieser Verantwortung

bewusst. Entscheidend wird sein, dass

die Bürgerinnen und Bürger die Angebote

annehmen und in den örtlichen

Läden und Geschäften einkaufen.

Herausfordernd wird im Bereich Tourismus

sowie in den Handwerksberufen

und dem Handel die Verfügbarkeit von

Personal und Fachkräften. Für die Betriebe

wird nicht nur die Vermarktung

ihrer Produkte, sondern in Zukunft

immer mehr auch die Vermarktung

ihrer Berufs- und Arbeitsfelder über

wirtschaftlichen Erfolg entscheiden.

Die leicht steigende Anzahl von Neuverträgen

im Auszubildendenbereich

seit 2021 macht Hoffnung und zeigt,

dass Traditionsberufe wieder an Prestige

gewinnen. Wahrscheinlich hat

sich herumgesprochen, dass auch dort

gutes Geld verdient werden kann.

Ganz allgemein stellt sich die Frage,

wie Wirtschaft und Gesellschaft wieder

zusammenrücken können. Zuletzt

gab es immer wieder Fälle, in denen

Einzelinteressen das große Ganze beschädigten.

Der Appell aus der Wirtschaft

richtet sich hier an die vermeintlich

Betroffenen, mit Augenmaß im

Sinne der Allgemeinheit zu handeln.

Infrastrukturprojekte sowie Gewerbeansiedlungen

müssen auch weiterhin

möglich sein. Auch zukünftig werden

Investitionen in kleinere und größere

Projekte benötigt, um in neue Themen

zu investieren und den Anschluss

nicht zu verlieren. Darauf basiert unser

heutiger Wohlstand.

Ein Bewusstsein zu schaffen, dass florierende

Unternehmen allen Bereichen

der Gesellschaft guttun, ist eine

Aufgabe der Wirtschaft. Sie muss Bürgerinnen

und Bürgern stärker erklären,

wo die Herausforderungen liegen und

mit welchen Problemen sie zu kämpfen

haben. Wirtschaft und Gesellschaft

müssen wieder besser harmonieren.

Ganz ehrlich: ein Stück weit bedarf es

wieder mehr der deutschen Tugenden

und dem „Made in Germany“-Gedanken,

um die angespannte Ertragssituation

vor allem im Mittelstand wieder

auf gesunde Füße zu stellen. Erst dies

ermöglicht den Unternehmen Spielraum

in der Vergütung der Mitarbeitenden.

Auf diesen Pfeilern ist unser

Wohlstand mit all seinen Vorzügen

aufgebaut - darauf sollten wir uns immer

wieder Besinnen.

Wirtschaftsmagazin WIKO

53


Hinter den

WIKO-Kulissen

Hinter einem Magazin steckt immer ein

Team. Ein Blick hinter die Kulissen.

Jan Stephan

Redaktionsleitung

Markus König

Mediaberater

Impressum Team

Das WIKO geht ins sechste Jahr seines Bestehens. Es ist Tradition,

dass sich im Team Kontinuität und Wandel die Waage halten. Neue

Stimmen geben Impulse, bekannte Gesichter sorgen dafür, dass nicht

vergessen wird, warum das Alte auch mal neu war.

Mit Ina Brechenmacher kehrt eine Autorin zurück, die vor zwei

Jahren schon Teil der WIKO-Redaktion war. Diesmal sucht sie in

Weißenburg eine Wohnung. Sina Schneider ist

erstmals als Autorin Teil des WIKO. Die Tagblatt-Redakteurin

sieht sich in der Gastro-Szene

des Landkreises nach Trends um.

Ein wichtiger Neuzugang im Team ist Markus

König, der ab sofort das Projektmanagement

übernimmt und sich um die Betreuung der Anzeigenkunden

kümmert. Er macht das mit dem

Enthusiasmus, den dieses Heft verdient hat.

Und natürlich darf

Uwe Ritzer nicht fehlen,

der vielfach preisgekrönte

Wirtschaftsjournalist

der Süddeutschen

Zeitung ist ein langjähriger

Begleiter unseres

Magazins.

Celine Ritzer

Redaktion

Uwe Ritzer

Berater und Redaktion

Sven Katheder

Layout und Design

Sina Schneider

Redaktion

Felix Oeder

Projektmanagement

Tanja Meyerhöfer

Layout und Design

Ina Brechenmacher

Redaktion

Ingrid Philipp

Lektorat

Erik Körner

Layout und Design

Herausgeber/Verlag: Braun & Elbel GmbH & Co. K.G., Verlag Weißenburger Tagblatt, Wildbadstraße 16-18, 91781 Weißenburg, Tel.

0 91 41 / 85 90 90, info@wiko-wug.de; Projektmanagement: Felix Oeder (Kontakt: oeder@wiko-wug.de); Redaktionsleiter: Jan

Stephan; Layout & Design: Sven Katheder, Erik Körner, Tanja Meyerhöfer (be media); Lektorat: Ingrid Philipp; Verteilung: Beilage

im Weißenburger Tagblatt, Treuchtlinger Kurier und Altmühl-Boten; Erscheinung: 1 x jährlich (März/April); Auflage: ca. 20.000;

Druck: Buch- und Offsetdruckerei Braun & Elbel GmbH & Co. K.G., Wildbadstraße 16-18, 91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 85 90 90,

druckerei@druckinwug.de, www.druckinwug.de; Bildnachweise: Titel (Montage/Erik Körner); S. 3 Jan Stephan (Onur Alagöz);

S. 4 Envato Elements; S. 6 Ellingen (WT Archiv); S. 7 Wohnung (WT Archiv)); S. 8 Wohnblock (Ina Brechenmacher); S. 10. Envato

Elements; S. 11 Ina Brechenmacher; S. 12 Mory; S. 13 Rom Zaunbau; S. 14 Borsch Gruppe; S.15 Autohaus Neulinger/M&B

Gebäudetechnik; S.16 Envato Elements; S.17 Envato Elements, Uwe Ritzer (Fotostudio Rainer Lentz); S. 18 Walter König;

S. 20 Dietmar Drummer; S. 24 Landratsamt Weißenburg; S. 25 Stadt Weißenburg; S. 26 m3 profile; S. 27 Franken-Schotter;

S. 28 Härtha; S. 29/30 HOB (Sina Schneider); Schnitzel (Westend61/AustrianImages); S. 31 Infografik: dpa; S. 32 LamLam

(Sina Schneider); S. 33 VR-Bank (Jan Stephan), Sparkasse; S. 34 Wilfried Wiedemann (Foto Braun); S. 35 oben (Archiv Weißenburger

Tagblatt); Jürgen Pfeffer (Manuel Mauer); S. 38 Jan Stephan; S. 39 Karin's Handarbeitsladen; Schmuckzeit; S. 40

Ostermayr; S. 41 Archiv Weißenburger Tagblatt; S. 43 Diakonie; S. 44 Humanitas; s. 45 Ingenieurbüro Stefan Ritzer; S. 46 Fiber

Network WUG; s. 47 Hüttl & Kollegen/be media; S. 48 Bundesministerium der Finanzen/Photothek; S. 51 Tham Kee Chuan; s.

52 Simon Amesöder; S. 54 Portraits Uwe Ritzer/Celine Ritzer (Fotostudio Rainer Lentz).

Die mit Namen oder Zeichen versehenen Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der WIKO-Redaktion wieder. Aus Gründen

der einfacheren Lesbarkeit wird auf die geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Sämtliche Rollenbezeichnungen

gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Nachdruck nur mit Genehmigung des Verlags

gestattet. Datenschutzhinweis nach DSGVO. Das Magazin und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

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oder in Maschinen, insbesondere Datenverarbeitungsanlagen, übertragen werden. Auch die Rechte der Wiedergabe

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keine Haftung übernommen. Der Verlag Weißenburger Tagblatt übernimmt keinerlei Garantie und Haftung für die Richtigkeit,

Aktualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

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WIKO Ausgabe 2025


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