Falstaff LIVING Nr. 3/2024
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<strong>LIVING</strong>JUBILÄUM<br />
GARTEN-SPEZIAL ARTY WEEKEND<br />
BEST OF PLANUNG,<br />
STILE UND TRENDS<br />
KUNSTTRIP NACH<br />
VALENCIA<br />
MOLTENI FEIERT<br />
90 JAHRE DESIGN<br />
3/<strong>2024</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 7,–<br />
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GARTENPRACHT<br />
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Rufen Sie uns an! Wir besuchen Sie gerne und geben Ihnen direkt vor<br />
Ort einen Eindruck davon, was Sie von uns und Ihrem neuen Garten<br />
erwarten können. Ganz unverbindlich.<br />
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sich tausendfach inspirieren lassen.<br />
Wir freuen uns auf Sie und unseren gemeinsamen Termin!<br />
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Während unseres Erstgesprächs im Atelier entwickeln wir<br />
gemeinsam Ideen nach Ihren Vorstellungen.<br />
Bei Bedarf besichtigen wir Ihr Grundstück, um ein umfassendes<br />
Verständnis Ihrer Wünsche zu gewinnen.<br />
Wir erstellen einen Planungsentwurf, besprechen Materialien,<br />
Aufwand und Grobkosten.<br />
Sie beauftragen uns und erteilen die Freigabe. Wir planen den<br />
Garten nun im Detail.<br />
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gibt der Welt ihren Bestand,<br />
das Außergewöhnliche ihren Wert.”<br />
Oscar Wilde
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EDITORIAL<br />
<strong>LIVING</strong><br />
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Andrea Daum-Hübner<br />
Ich stecke mitten in der Neugestaltung meines Gartens.<br />
Rosensträucher sollen neu gepflanzt, ein relativ<br />
unspektakuläres Gräsergeflecht einer großzügigen<br />
Liegefläche weichen. Dort, zwischen einer noch immer<br />
verwunschenen und lieb gewonnenen Vegetation, bietet<br />
dieser Platz genug Raum für ein gemütliches Loungeareal.<br />
Mit modernen Holzpaneelen geebnet und aufgepeppt<br />
mit einer fantasievollen Hortensienbepflanzung<br />
oder immergrünem Magnoliensolitär, könnte dieses<br />
neugewonnene Eck fraglos zu einem charmanten Rückzugsort<br />
avancieren, um die Lebenslust hochzujazzen.<br />
Bleibt die Suche nach der idealen Fachkraft für die perfekte<br />
Realisierung: Wie viel Planung steht hinter so einer<br />
mühelos wirkenden Outdoor-Zone? Welche konkreten<br />
Überlegungen müssen angestellt werden, um das Leben<br />
und die damit verbundenen individuellen Bedürfnisse<br />
nach draußen zu verlegen? Die Antworten finden Sie in<br />
unserem aktuellen <strong>LIVING</strong>, wo wir uns mit viel Liebe<br />
zum Detail inmitten der vielseitigen Welt des Gartens<br />
und seinen Möglichkeiten ausgetobt haben. (Lesen Sie<br />
alles über Trends, Neuheiten, Stile und Planungsmöglichkeiten<br />
in unserem großen Garten-Spezial ab S. 63.)<br />
Angelika Rosam<br />
Herausgeberin und Chefredakteurin<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong><br />
Fabergé x James Bond 007<br />
Heritage Tsarskoye Selo Green<br />
Vitreous Surprise Octopussy<br />
ALLES OUTDOOR ODER WAS?<br />
Mit welchen Inszenierungsmöglichkeiten die Natur auch<br />
in unseren beruflichen Alltag integriert werden kann –<br />
damit geht es in der neuen Ausgabe gleich weiter. Wir<br />
berichten etwa über minimalistische Zen-Würfel oder<br />
geräumige Iglu-Häuser, die auf freiem Feld neuerdings<br />
als Homeoffice fungieren. Vertikale Gärten wiederum<br />
erweisen sich mittlerweile europaweit als Verbesserer für<br />
die Luftqualität in Büros und dienen zugleich als Blickfang<br />
für grüne Kunst im Indoor- und Outdoorbereich.<br />
Und sollten Sie nach neuen kulinarischen Design-Spots<br />
suchen, die auf spektakulären Rooftops oder Terrassen<br />
ihre Neueröffnung zelebrieren, so können Sie bei uns aus<br />
dem Vollen schöpfen. Ich wünsche Ihnen viel Freude<br />
beim Genießen!<br />
Herzlichst Ihre<br />
»Die Natur befindet<br />
sich im ständigen<br />
Wandel. Deshalb<br />
muss der Garten<br />
bereits im Vorfeld bis<br />
ins kleinste Detail<br />
durchdacht werden.«<br />
Colours of Love Rainbow<br />
Multicoloured Eternity Cosmic Curve<br />
Foto: Rafaela Pröll<br />
ANGELIKA ROSAM<br />
angelika.rosam@falstaff-living.com<br />
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3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
17
03<br />
03<br />
INHALT<br />
3/<strong>2024</strong><br />
64<br />
Bei der Gartengestaltung ist die<br />
richtige Planung das A und O.<br />
17 EDITORIAL<br />
20 ICONS<br />
22 EXHIBITION-TIPP<br />
30 BRANCHENTELEGRAMM<br />
32 MY TASTE<br />
58 ICONOMY<br />
60 ART FIVE<br />
192 MY FAVORITE PROJECTS<br />
200 DATES TO KNOW<br />
202 EVENTS<br />
204 BEZUGSQUELLEN<br />
206 IMPRESSUM<br />
COVER<br />
FOTO: © KERRYN FISCHER<br />
PHOTOGRAPHS: GREG COX/<br />
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<strong>LIVING</strong>JUBILÄUM<br />
GARTEN-SPEZIAL ARTY WEEKEND<br />
BEST OF PLANUNG, KUNSTTRIP NACH MOLTENI FEIERT<br />
STILE UND TRENDS VALENCIA 90 JAHRE DESIGN<br />
HALLO FRÜHLING!<br />
MIT KREATIVER INSZENIERUNG OUTDOORWELTEN SCHAFFEN<br />
140<br />
In diesen Gourmettempeln<br />
genießt man<br />
in beeindruckendem<br />
Ambiente.<br />
174<br />
Die Architektin Jeanne Gang und ihre<br />
geheimnisvollen Kreationen.<br />
TRENDS<br />
24 EDITOR’S NOTEBOOK<br />
Die originellsten News und Highlights<br />
aus dem Design-Kosmos.<br />
28 DESIGNERS TO WATCH<br />
Zwei Designduos aus Belgien<br />
verschönern mit ihren bunten Entwürfen<br />
den Alltag.<br />
34 »AM WICHTIGSTEN IST ES, DIE<br />
FAMILIE ZUSAMMENZUHALTEN«<br />
Die italienische Möbel-Kultmarke Molteni<br />
feiert ihr 90-jähriges Jubiläum. <strong>LIVING</strong><br />
traf Giulia Molteni zum Interview.<br />
38 DER NORDEN STEHT KOPF<br />
Neben Bad Ischl sind auch die beiden<br />
Kulturhauptstädte Bodø und<br />
Tartu eine Reise wert.<br />
44 KUNSTTRIP VALENCIA<br />
In der südlichen spanischen Metropole<br />
ist die Kunst allgegenwärtig.<br />
GARTEN-SPEZIAL<br />
64 DIE ARCHITEKTUR DES GARTENS<br />
Für viele Menschen ist der Garten Kraftort<br />
und Vorzeigeprojekt. Doch wie sieht die<br />
perfekte Grünoase aus? <strong>LIVING</strong> hat bei<br />
Österreichs Gartenprofis nachgefragt.<br />
72 OUTDOORMÖBEL<br />
Die schönsten Sofas, Loungesessel, Essbereiche<br />
und Daybeds für jeden Geschmack.<br />
80 DURCH DIE BANK STYLISH<br />
Bereits im 19. Jahrhundert war die<br />
Gartenbank der heiß umkämpfte<br />
Mittelpunkt in den grünen Oasen.<br />
86 STADTGEMÜSE<br />
Mit ein bisschen Know-how fühlen sich<br />
Tomaten, Radieschen und Co. auch im<br />
urbanen Raum pudelwohl.<br />
90 ONLY THE SKY IS THE LIMIT<br />
Wie vertikale Gärten das globale Klima<br />
weltweit positiv beeinflussen.<br />
98 LUST AUF FREILUFTKINO<br />
Diese Wunder der Technik verwandeln<br />
jeden Garten in ein privates<br />
Open-Air-Kino.<br />
102 SOUNDCHECK<br />
Die besten Sound-Boxen für<br />
glasklaren Klang.<br />
104 DIE SMARTEN KOMMEN<br />
IN DEN GARTEN<br />
Weniger Arbeit und mehr Komfort sind<br />
mit diesen intelligenten Helfern garantiert.<br />
DESIGN<br />
110 EIN MAGISCHES ZUHAUSE<br />
In den Weinbergen Südafrikas liegt dieses<br />
zauberhafte Domizil voller Wunder.<br />
118 DRAUSSEN IM BÜRO<br />
So wird der eigene Garten zum<br />
stylishen Homeoffice.<br />
122 WAS MACHT EIGENTLICH …<br />
Die raffinierten Entwürfe der<br />
schwedischen Designerin<br />
Monica Förster.<br />
124 FÜR DIE SINNE<br />
Das malerische französische Weingut<br />
Château La Coste ist ein Kunstzentrum<br />
der Superlative.<br />
Fotos: © katsey, © Nikolas Koenig, Ismail Ferdous/Agence Vu/picturedesk.com, beigestellt<br />
18 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
128 KULTSTÜCK<br />
Der »Paris Chair« von Arne Jacobsen.<br />
130 INNOVATION OHNE TABU<br />
Das WC und seine Gestaltung sind wichtig<br />
für das Wohlbefinden. Guido<br />
Salentinig von Geberit im Interview.<br />
134 ZEITMESSER MIT TIEFGANG<br />
Taucheruhren sind sowohl im Wasser<br />
als auch an Land elegante Begleiter. Wir<br />
präsentieren die schönsten Modelle.<br />
136 HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Das neue Luxushotel »Janu Tokyo« vereint<br />
gekonnt asiatische und europäische<br />
Einflüsse.<br />
KULINARIK<br />
140 GENUSS GOES AL FRESCO<br />
Bei diesen Luxusrestaurants überzeugen<br />
Kulinarik und Design gleichermaßen.<br />
148 MATCHA ALL OVER<br />
Trend-Alert: Japanische Bäckereien und<br />
Cafés erobern mit ihren Konzepten die<br />
Großstädte Europas.<br />
152 FRÜHLING IN FERNOST<br />
Zurückhaltende Accessoires im<br />
japanischen Stil.<br />
154 DIE LEBENSMITTELZENTRALE<br />
Die altehrwürdige Speisekammer feiert<br />
ihr formschönes Comeback.<br />
158 AUSWÄRTS ESSEN<br />
Harald Hatschenberger von destilat<br />
verrät <strong>LIVING</strong> seine liebsten Kulinarik-<br />
Hotspots.<br />
RESIDENCES<br />
162 AB INS EIGENTUM!<br />
Urlaub in der eigenen Ferienimmobilie<br />
boomt dank innovativer Konzepte.<br />
170 »TRANSPARENZ IN FORM UND<br />
PHILOSOPHIE«<br />
Der Pritzker-Preisträger <strong>2024</strong><br />
Riken Yamamoto im Porträt.<br />
174 MIT DER KRAFT VON<br />
MUTTER NATUR<br />
Die beeindruckenden Kreationen des<br />
Architekturbüros Studio Gang prägen<br />
das Stadtbild der USA.<br />
178 DESIGN MIT JEDER FASER<br />
Biologisch abbaubare Materialien<br />
und ihre vielfältigen Möglichkeiten.<br />
184 MY CITY<br />
Architekturhighlights in Gent.<br />
72<br />
Diese Outdoormöbel machen<br />
Lust auf Sommer.<br />
186 WAS MACHE ICH MIT<br />
MEINEM ZINSHAUS?<br />
Ein Architekt, ein Immobilienentwickler<br />
und eine Kunsthistorikerin<br />
im Talk.<br />
INSPIRATION<br />
196 SCHACHMATT!<br />
Das klassische Schachbrettmuster<br />
bringt Abwechslung in jedes Zuhause.<br />
208 MY PERSONAL ROOM<br />
Das Designstudio Mezza–Maiso.<br />
Stress raus,<br />
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architektur / ICONS<br />
Foto: © Foster + Partner<br />
20 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
OFFICE TOWER »THE STAR«, LOS ANGELES<br />
Wie übersetzt man den »Spirit von Hollywood« in ein Hochhaus? Diese<br />
Frage stellten sich Foster & Partners unter der Leitung von Norman<br />
Foster gerade bei der Arbeit an den Entwürfen zu »The Star«. Der Office<br />
Tower, der direkt am Sunset Boulevard in Los Angeles entsteht, wurde<br />
von den Architekt:innen dabei als »vertikaler, kreativer Bürocampus«<br />
für die Filmbranche gedacht. Die detaillierten Pläne wurden nun veröffentlicht:<br />
Mit einem 360-Grad-Blick auf Hollywood und die Pazifikküste<br />
entsteht der Turm, der in ganzer Höhe von aufsehenerregenden,<br />
spiralförmigen Gärten umgeben sein wird. Raumhohe Fenster sollen<br />
Innen- und Außenräume dabei bestmöglich verschränken. Restaurants,<br />
Galerien und ein Vorführtheater erlauben darüber hinaus die öffentliche<br />
Nutzung im Erdgeschoss und sollen den Komplex, auch über die Büronutzung<br />
hinaus, als Treffpunkt für die Kreativbranche etablieren. »Das<br />
Gebäude ist ein wahres Spiegelbild des Arbeitsplatzes der Zukunft,<br />
der die Gemeinschaft, das Wohlbefinden und die Zusammenarbeit<br />
mit grünen sozialen Terrassen fördert und die unglaubliche kreative<br />
Industrie der Stadt belebt«, so Norman Foster zu dem eine Milliarde<br />
schweren Bauvorhaben. thestaronsunset.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
21
exhibition-tipp / AUSSTELLUNG<br />
MÖBELMUSEUM WIEN: »HERE WE ARE!<br />
FRAUEN IM DESIGN 1900 – HEUTE«<br />
120 Jahre Designgeschichte werden in dieser umfassenden Sonderausstellung<br />
aus der Perspektive von Frauen erzählt – ein Blickwinkel,<br />
der auch heute noch vergleichsweise selten eingenommen wird. »Here<br />
We Are!« widmet sich also dem Schaffen von 80 wichtigen Gestalterinnen<br />
der Moderne – unter ihnen etwa Eileen Gray, Charlotte Perriand<br />
(im Bild), Lilly Reich oder Clara Porset, aber auch zeitgenössische Positionen<br />
von Matali Crasset, Patricia Urquiola oder Julia Lohmann. Dabei<br />
wird die Designgeschichte vor dem Hintergrund des Kampfes um<br />
Gleichberechtigung inspirierend, vielstimmig und vor allem eben weiblich<br />
geschrieben. Im Rahmen eines begleitenden Programms wagt man<br />
außerdem den Blick in die Zukunft des Designs.<br />
Bis 30. Juni, Möbelmuseum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien,<br />
moebelmuseumwien.at<br />
Foto: © Bild-Kunst. Bonn 2021, Le Corbusier _ F.L.C.VG Bild -Kunst, Bonn 2022<br />
22 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
WEITERE AUSSTELLUNGSTIPPS:<br />
MAK WIEN: »Protest/Architektur. Barrikaden, Camps, Sekundenkleber«.<br />
Die Schau geht den räumlichen Aspekten von Protestkulturen<br />
nach. Bis 25. 8. <strong>2024</strong>, mak.at<br />
KÜNSTLERHAUS WIEN: »Auf den Schultern von Riesinnen«. Die<br />
Gruppenschau zeigt 14 Installationen und Werkgruppen von Wegbereiterinnen<br />
und Role Models. Bis 9. 6. <strong>2024</strong>, kuenstlerhaus.at<br />
ARNOLD SCHÖNBERG CENTER: »Arnold Schönberg & Karl<br />
Kraus«. Jubiläumsausstellung zu den 150. Geburtstagen von<br />
Schönberg und Kraus. Mit Manuskripten, Schriften, Zeichnungen,<br />
Briefen. Bis 10. 5. <strong>2024</strong>, schoenberg.at<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
23
editor’s notebook<br />
Champagne your life!<br />
Dieser Bamboo-Eiskübel<br />
für Champagner von<br />
Lorenzi Milano ist im<br />
Mailänder Atelier der<br />
Marke gefertigt, aus<br />
mundgeblasenem Glas<br />
und mit verchromtem<br />
Messing umrandet.<br />
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Flechtspiel<br />
Die aus Chuspata-Fasern handgewebte »Waje-<br />
Kollektion« von Comuna Mx bezieht sich auf die<br />
Traditionen der südlichen Bundesstaaten Mexikos.<br />
Die von Sebastian De Los Angeles, dem Kreativ-Kopf<br />
der Marke, entworfenen Stücke werden von Andrea<br />
Ramirez (AD2) mit handwerklichen Techniken aus<br />
der Region Pátzcuaro hergestellt. lacomuna.mx<br />
One of a kind<br />
Flos unverwechselbarer<br />
Wiggly-Stil ist auffallend,<br />
farbenfroh und frech.<br />
Der »Fox & Furb«-Barstuhl<br />
ist deshalb perfekt für<br />
entspannte Gespräche bei<br />
Longdrinks.<br />
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Die originellsten News<br />
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Design-Kosmos – was<br />
uns gefällt, was uns<br />
bewegt und welche<br />
Objekte Kultcharakter<br />
garantieren.<br />
Bunter Eycatcher<br />
Der bunt-fröhliche stoffverkleidete<br />
»Schrank 522« wurde in<br />
den Jahren 1934–1935 von Josef<br />
Frank kreiert und schmückt<br />
vorzugsweise Schlafzimmer oder<br />
Entree. Klasisch und zeitlos<br />
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Sind Sie ein Maximalist? Dann ist die Sitzmöbelkollektion<br />
»Zigzag« des Bangkoker Designstudios Touchable<br />
genau das Richtige für Sie. Die Stühle werden aus Garnresten<br />
hergestellt, die einzigartigen Silhouetten und<br />
lebhaften Farben ergeben eine wunderschöne<br />
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Versilbert oder vermessingt, mit<br />
geprägtem Kleeblatt- oder Schlangenmotiv;<br />
die Designs der Streichholzschachteln<br />
von Matilda Goad &<br />
Co können mit dem angebotenen<br />
Gravurservice ganz individuell<br />
kreiert werden. matildagoad.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
24 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Die eigenen<br />
Erwartungen überholen.<br />
Q6Der neue,<br />
rein elektrische<br />
e-tron<br />
Audi Vorsprung durch Technik<br />
Mehr unter audi.at<br />
Stromverbrauch (kombiniert) in kWh/100 km: 17,0-19,4 (WLTP); CO₂-Emissionen (kombiniert) in g/km: 0. Angaben zu den Stromverbräuchen<br />
und CO₂-Emissionen bei Spannbreiten in Abhängigkeit von der gewählten Ausstattung des Fahrzeugs. Symbolfoto.<br />
Stand 03/<strong>2024</strong>.
Exzellenz erfordert Disziplin, gesunden Menschenverstand<br />
und Besessenheit im Detail. Und Weitblick. Das ist<br />
die Basis jedes erfolgreichen Investments. Wir wollen<br />
Qualität Ihres Wunschhauses daher nicht nur im Sinn<br />
einer rein sachlichen Definition verstanden wissen.<br />
Dann würden wir das Ergebnis als gut empfinden, bloß<br />
weil wir heute damit zufrieden sind. Verstehen Sie uns<br />
nicht falsch: Natürlich schafft Qualität die Voraussetzung<br />
dafür, dass das Notwendige zum Vergnügen wird.<br />
Ihre ganze Wirkung offenbart sie jedoch erst über Zeit.<br />
Und zwar in jeder Hinsicht. Als perfektes Umfeld heute<br />
und als stabile Wertanlage im Lauf der Zeit.<br />
Wie bei allen Klassikern.<br />
YOUR<br />
LEGACY<br />
Eine Initiative von WUNSCHHAUS<br />
www.wunschhaus.at
<strong>LIVING</strong><br />
TRENDS<br />
58<br />
38<br />
34<br />
IM <strong>LIVING</strong>-TALK<br />
Giulia Molteni im Gespräch über<br />
Designtraditionen und den Stellenwert<br />
von Familie. (S. 34)<br />
DER NORDEN STEHT KOPF<br />
Zu Besuch in den Kulturhauptstädten<br />
des Nordens – Bodø in Norwegen und<br />
Tartu in Estland (S. 38)<br />
KUNSTTRIP VALENCIA<br />
Spaniens Mittelmeermetropole hat<br />
kulturell einiges zu bieten. (S. 44)<br />
ALESSIS KÜKEN<br />
Mit dem Mokkamacher »Pulcina«<br />
dachte Michele De Lucchi den<br />
Kaffeekocher radikal neu. (S. 58)<br />
Fotos: Abinieks/Shutterstock, beigestellt<br />
44
trends / PORTRÄTS<br />
Hochwertig Die farbenfrohen Objekte<br />
der »Blow Up Collection« wirken wie<br />
aufgeblasen. Tatsächlich aber werden<br />
die hochwertigen Keramiken in<br />
Portugal aus Ton handgefertigt.<br />
SPIELTRIEB<br />
Eine Reise zurück in die unbeschwerten Tage<br />
der Kindheit – die »Blow Up Collection« des<br />
Home Studyo bringt diese in Form von Vasen,<br />
Pflanzentöpfen, Karaffen und Spiegeln auf<br />
charmante Art und Weise ins Zuhause von<br />
Designaficionados. Die belgische Designmarke<br />
Home Studyo wurde von Mathieu Van<br />
Damme und Esther Noben gegründet, und<br />
beide waren schon davor bekannte Namen in<br />
der Branche: Van Damme als Begründer von<br />
Case Studyo, das als Herausgeber und<br />
Produzent von Werken zeitgenössischer<br />
Künstler:innen fungiert, und Esther Noben<br />
mit ihrem multidisziplinären Designstudio<br />
Toykyo. Mit ihrer neuen gemeinsamen Marke<br />
möchten die beiden Kreativen Dinge entwerfen,<br />
die jedem Raum den persönlichen<br />
Stempel der Bewohner:innen aufdrücken und<br />
dabei die Lücke zwischen hochwertigen, exklusiven<br />
Sammelstücken und unpersönlichen<br />
Massenprodukten schließen. Das Vorhaben,<br />
Alltagsgegenstände in etwas ganz Besonderes<br />
zu verwandeln, ist den beiden mit ihrer<br />
Kollektion »Blow Up« gelungen.<br />
DESIGNERS<br />
TO WATCH<br />
Diese beiden belgischen<br />
Duos verwandeln in<br />
ihren Entwürfen<br />
Alltagsgegenstände in<br />
überzeugend fröhliche<br />
Designstücke.<br />
TEXT ANJA KLEINSCHUSTER<br />
Home Studyo<br />
Das Designstudio von<br />
Esther Noben und<br />
Mathieu Van Damme<br />
mit Hauptsitz in Gent<br />
hat sich hochwertigen<br />
und zeitgleich<br />
erschwinglichen<br />
Alltagsgegenständen<br />
verschrieben. Zukünftig<br />
sollen neben den<br />
eigenen Entwürfen<br />
Kollaborationen mit<br />
Künstler:innen folgen.<br />
homestudyo.be<br />
Optische Täuschung Besonders beeindruckend<br />
sind die sorgfältig ausgearbeiteten<br />
Details, etwa die scheinbar gekräuselten Nähte<br />
an diesem Spiegel. Die Farbpalette beinhaltet<br />
u. a. den schönen kräftigen Blauton Indigo.<br />
Fotos: courtesy of Home Studyo, © Hay, beigestellt<br />
28 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Muller Van Severen<br />
Fien Muller und Hannes Van Severen verbindet die<br />
gemeinsame Leidenschaft für Kunst, Architektur<br />
und Materialien. Ihre Entwürfe sind stets von einer<br />
einnehmenden Leichtigkeit geprägt.<br />
mullervanseveren.be<br />
CHARAKTERSTÜCKE<br />
Handwerkszeug<br />
Die Besteckserie »MSV»<br />
zeichnet sich durch ihre<br />
minimalistische Ästhetik<br />
und durchdachte Farbgebung<br />
aus. Sie besteht<br />
aus gebürstetem Edelstahl<br />
sowie einem lackierten Griff<br />
und umfasst Messer, Gabel,<br />
Löffel und Teelöffel.<br />
Fien Muller und Hannes Van Severen sind<br />
nicht nur Designer:innen, sondern auch<br />
Künstler:innen. Es verwundert also kaum,<br />
dass sie sich auch bei ihren Kollektionen fließend<br />
zwischen diesen beiden Polen bewegen.<br />
Die Besonderheiten des jeweils dafür verwendeten<br />
Materials arbeiten sie dabei besonders<br />
aufmerksam heraus: »Wir suchen ständig nach<br />
neuen Wegen, um die natürliche Schönheit<br />
unserer Materialien zur Geltung zu bringen,<br />
und bemühen uns, diese für sich selbst sprechen<br />
zu lassen, ohne etwas zu verbergen«, so<br />
das Duo. Und weiter: »Wir arbeiten mit einer<br />
Vielzahl sorgfältig ausgewählter Materialien,<br />
von denen jedes seine eigenen einzigartigen<br />
Eigenschaften hat. Die Techniken, mit denen<br />
wir unsere Objekte herstellen, die Art und<br />
Weise, wie die Materialien mit der Zeit altern,<br />
und das haptische Erlebnis, das sie bieten,<br />
sind allesamt bewusste Entscheidungen.«<br />
Ihre Entwürfe werden allesamt von kleinen<br />
Manufakturen und Kunsthandwerker:innen<br />
per Hand gefertigt, um den einzigartigen<br />
Charakter zu bewahren.<br />
Runde Sache Die Vasen »Arcs« bestehen aus einer<br />
einheitlichen Kette von vertikalen Bögen, was ihnen<br />
eine elegante Silhouette verleiht. Der »Ceramic<br />
Table« (r) ist für den Outdoorbereich gedacht und<br />
besteht aus Porzellan, Stahl und Beton.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
29
trends / NEWS-TICKER<br />
+++ BRANCHEN-<br />
TELEGRAMM<br />
Was kommt? Was ist en vogue?<br />
Wer designt mit wem und warum?<br />
Ein kurzer Newsflash aus der Welt<br />
des Designs und der Architektur.<br />
+++ KULTIG. Die »Bentel’s Box Bag« ist das neueste Meisterstück von Designer Nik Bentel.<br />
Inspiriert wurde er beim Entwerfen des aus Leder gefertigten und<br />
mit zarten blauen Bändern versehenen Accessoires in poppigem Bubblegum-Rosa von den<br />
Filmen des Kultregisseurs Wes Anderson, genauer gesagt von dessen bildgewaltigem<br />
Meisterwerk »The Grand Budapest Hotel«. Schnell sein lohnt sich, die Auflage<br />
ist auf 300 Stück limitiert! +++<br />
+++ BITTE ZU TISCH. Mit dem »Como Pet Table« des südkoreanischen Designers Yongsik Kim wird<br />
für Hunde jede Mahlzeit zum Galadinner. Das verwendete Silikon produziert keine<br />
Schadstoffe oder Umwelthormone, verursacht keine Geräusche, wenn es mit Geschirr in<br />
Berührung kommt, und ist widerstandsfähig gegenüber Hitze und Wasser. +++<br />
+++ ZURÜCK ZUR NATUR. Bei ihrer neuen Kollektion »Echo« bezieht sich<br />
Innenarchitektin Kelly Wearstler auf die architektonische Form des Bogens, die sich in Tischen, Bänken,<br />
Hockern und Skulpturen wiederfindet. Die Einrichtungsgegenstände bestehen aus natürlichem<br />
Douglasienholz, weißem Gesso und ebonisiertem Douglasienholz und bilden so<br />
gekonnt eine Brücke zwischen Natur und Design. +++<br />
+++ COLOURFUL. Schon seit Langem arbeitet Swatch mit Kunstinstitutionen wie dem<br />
MoMA oder dem Louvre zusammen und entwirft Uhren, die besondere Werke aus<br />
den jeweiligen Sammlungen zitieren. Die neue »Swatch x Tate Gallery Collection« besteht nun<br />
aus sieben Uhren, die u. a. Marc Chagalls »Blue Circus« oder »Women and Bird<br />
in the Moonlight« von Joan Miró schmücken. +++<br />
+++ SCHÖNE SILHOUETTE. Die Kollektion »Liz« ist die erste Kollaboration<br />
der italienischen High-End-Designmarke Giorgetti und der Designerin Silvia<br />
Musetti. Sie umfasst den »Liz-Valet«-Ständer«, die »Liz-Bank« und die »Liz-Konsole«,<br />
allesamt vielseitig einsetzbar und aus Canaletto-Nussbaumholz, Leder, Metall,<br />
edlen Stoffen, Zinn und Onyx gefertigt. +++<br />
Fotos: beigestellt<br />
30 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
my taste<br />
KLAUS<br />
MÜHLBAUER<br />
KLAUS MÜHLBAUER<br />
Hüte können ein Statement sein. Sie<br />
wirken identitätsstiftend und wärmen den<br />
Kopf, haben das Potenzial zum modischen<br />
Markenzeichen und dennoch praktischen<br />
Nutzen. In diesem Spannungsfeld hält sich<br />
Klaus Mühlbauer von Berufs wegen auf. In<br />
vierter Generation leitet der Hutmacher<br />
das heimische Traditionsunternehmen<br />
und positioniert es dabei auch international<br />
sehr erfolgreich. Gemeinsam mit den<br />
Designerinnen Nora Berger und Selma<br />
Klima setzt er dabei auf traditionelles<br />
Handwerk und außergewöhnliche Entwürfe,<br />
genauso wie auf Künstlerkollaborationen.<br />
So gelangt das geschwungene »M«<br />
in die renommiertesten Läden der Welt<br />
sowie auf die Köpfe von Weltstars wie<br />
Meryl Streep, Madonna oder Yoko Ono.<br />
Was lieben designaffine Menschen<br />
privat? Mit welchen Stücken<br />
umgeben sie sich, was hinterlässt<br />
Eindruck? Klaus Mühlbauer hat<br />
uns seine fünf Favoriten verraten.<br />
»Manhartsberg« 2023<br />
»Landschaften haben es mir angetan. Ich habe<br />
auf meinem Handy – sozusagen immer bei mir –<br />
eine kleine Sammlung von Landschaftsfotos, die<br />
ich selbst mit dem Handy gemacht habe. Fotos,<br />
die ich mir immer wieder, manchmal mehrmals<br />
täglich ansehe. Das beruhigt mich. Dieses nahm<br />
ich im August 2023 am Manhartsberg auf.«<br />
»Burkahut« von Werner Reiterer<br />
»Den ›Burkahut‹ ließ der Künstler Werner<br />
Reiterer für eine Ausstellung im Jahr 2016<br />
bei uns anfertigen. Ein Hut, mit dem man<br />
sein Gesicht verhüllen kann. Ein Exemplar<br />
davon schmückt mein Büro.«<br />
»Lederarbeit« von<br />
Richard Fleissner, 1998<br />
»Zu meinen absoluten Lieblingsstücken<br />
gehört diese Lederarbeit<br />
des Künstlers Richard Fleissner<br />
aus dem Jahr 1998 – ein tolles<br />
Landschaftsbild, finde ich.«<br />
»Espressotasse«,<br />
Gmundner Keramik<br />
»Etwas Profaneres, aber einer<br />
meiner Lieblinge im Alltag. In<br />
dieser Tasse schmeckt mir der<br />
Espresso einfach am besten,<br />
deshalb benütze ich sie auch<br />
mehrmals täglich.«<br />
»Mühlbauer-Kampagnenbild«<br />
von Songül Boyraz<br />
»Die Künstlerin nahm einen<br />
Schnappschuss von unserer<br />
Modisterei am Schwedenplatz<br />
als Ausgangspunkt für ihre<br />
Arbeit. Das Original hängt in<br />
meiner Wohnung und gehört zu<br />
meinen Lieblingsbildern.«<br />
Fotos: © Maria Ziegelboeck, beigestellt<br />
32 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Wetscher<br />
Wohngalerien<br />
im Zillertal.<br />
Wir freuen uns auf Ihren Besuch<br />
in den Wetscher Wohngalerien in Fügen!<br />
Wetscher-Film<br />
Scan me!<br />
Die Wetscher Wohngalerien sind einzigartig in Österreich.<br />
Hier vereint sich internationales Spitzendesign mit Arbeiten<br />
aus den eigenen Meisterwerkstätten. Besuchen Sie uns<br />
und erleben Sie persönlich, was Wetscher heute zu einem<br />
der führenden Einrichtungshäuser in Österreich macht.<br />
Seit 1912.<br />
PLANUNG. WERKSTÄTTEN. WOHNGALERIEN.<br />
Fügen, Zillertal / Tirol • www.wetscher.com I f
trends / INTERVIEW<br />
»AM WICHTIGSTEN<br />
IST ES, DIE FAMILIE<br />
ZUSAMMENZUHALTEN«<br />
Die Möbelmanufaktur Molteni feiert heuer ihr 90-jähriges Jubiläum. Im <strong>LIVING</strong>-Interview<br />
reflektiert Giulia Molteni, wie sich das Unternehmen zum modernen Betrieb entwickelte,<br />
worauf es heute ankommt und warum Designkooperationen so wichtig sind.<br />
INTERVIEW FLORENTINA WELLEY<br />
In der Nähe von Mailand, der traditionellen<br />
Drehscheibe für Mode und Mobiliar,<br />
liegt die Brianza. Hier siedelten sich seit<br />
jeher Handwerker:innen an. Schon im<br />
18. Jahrhundert fertigten sie besondere Möbel,<br />
etwa für die Villa Reale in Monza. Dass die<br />
Brianza auch heute noch als ein Zentrum für<br />
weltbekannte Möbelmarken gilt, ist Unternehmer:innen<br />
wie Angelo und Giuseppina<br />
Molteni zu verdanken. Als sie 1934 den<br />
Handwerksbetrieb Molteni & C in Giussano<br />
gründeten, hätten sie nicht gedacht, dass er<br />
90 Jahre später zu den führenden internationalen<br />
Möbelproduzenten zählen würde.<br />
Angelo Molteni, Großvater von Giulia Molteni,<br />
die heute als Head of Marketing des Unternehmens<br />
agiert, gehörte 1961 u. a. mit Franco<br />
Cassina auch zum Gründerausschuss des<br />
ersten Salone del Mobile und machte den<br />
Begriff Design erstmals bekannt. Heute<br />
produziert Molteni & C hochwertige Möbelkollektionen,<br />
steckt Geld in Nachhaltigkeit<br />
und Forschung und arbeitet mit den besten<br />
Designer:innen der Welt. Und auch die<br />
Enkelin Giulia weiß genau, was sie tut. Nahe<br />
des Firmensitzes in Brianza aufgewachsen,<br />
begann sie bereits im Alter von zwölf Jahren,<br />
beim jährlichen Salone del Mobile auszuhelfen<br />
und Kataloge an die Besucher:innen des<br />
Molteni-Stands zu verteilen. Als sie 20 war,<br />
wusste sie, dass sie in das Unternehmen<br />
einsteigen würde. »Designunternehmen sind<br />
sehr oft in Familienbesitz, weil es eine Art<br />
Tradition ist, die vom Vater an die Tochter<br />
oder den Sohn weitergegeben wird. Es ist eine<br />
Philosophie«, weiß die Marketingchefin zu<br />
berichten und holt zum 90-jährigen Jubiläum<br />
im <strong>LIVING</strong>-Interview noch intensiver aus.<br />
<strong>LIVING</strong> Molteni feiert heuer 90 Jahre! Wie sehr<br />
hat sich der Betrieb im Laufe der Zeit verändert?<br />
GIULIA MOLTENI Es hat sich unglaublich<br />
viel verändert! Früher stellten wir Möbel von<br />
Hand her, heute ist die Produktion industriell.<br />
Wir haben einen internationalen Vertrieb<br />
und investieren laufend in Forschung und<br />
Entwicklung.<br />
Welche Veränderungen waren eklatant?<br />
Das war, als mein Vater Carlo die Produktion<br />
von klassischen Möbeln in den 1960er-Jahren<br />
auf moderne Designmöbel umstellte. Wir<br />
machten das auf Anraten seines Freundes, des<br />
Architekten Luca Meda, bei dem er selbst<br />
Designunterricht nahm. Denn wir entdeckten,<br />
dass sich unsere Firmengeschichte mit der<br />
Entwicklung des italienischen Designs deckt.<br />
Beides begann 1955 in der Brianza mit der<br />
ersten Selettiva di Cantù, die von meinem<br />
Großvater gegründet wurde. Die Ausstellung<br />
machte Design in der Region schlagartig<br />
bekannt. In der Jury saßen Architekten wie<br />
Gio Ponti, Alvar Aalto und Carlo De Carli.<br />
Ist auch etwas unverändert geblieben?<br />
Ja, die Qualität, die seit drei Generationen das<br />
Unternehmen zu einem der Weltmarktführer<br />
im Möbel- und Designsektor macht<br />
><br />
Foto: © Tiziano Sartorio<br />
34 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Giulia Molteni<br />
Die Enkelin von Angelo Molteni<br />
und Head of Marketing im<br />
Unternehmen hält das kulturelle<br />
Erbe im Betrieb hoch und setzt<br />
sich für Frauenrechte ein.<br />
molteni.it<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
35
trends / INTERVIEW<br />
><br />
und heute »Made in Italy« in über 100 Ländern<br />
garantiert.<br />
Sie stehen als Frau an der Spitze des Unternehmens.<br />
Ist es schwierig, im Team mit der eigenen<br />
Familie zu agieren?<br />
Eigentlich nicht. Ich folgte einfach dem<br />
Beispiel meines Vaters. Wir wollen unser<br />
Wissen und die Besessenheit vom Schönen<br />
an die folgenden Generationen weitergeben.<br />
Unsere Tradition ist zur Mission geworden,<br />
die uns immer weiter vorantreibt.<br />
Stabil<br />
Afra und Tobia Scarpa setzten<br />
schon 1973 bei der Stuhlserie<br />
»Monk« auf hochwertige<br />
Qualität mit massiven Beinen<br />
aus Nussholz und einer Lehne<br />
aus Rindsleder.<br />
moltenimuseum.com<br />
Molteni & C ist bis heute ein Familienbetrieb, der<br />
wächst. Wie wichtig sind soziale und kulturelle<br />
Verantwortung?<br />
Wir halten das künstlerische und kulturelle<br />
Erbe großer Meister wie Gio Ponti oder Aldo<br />
Rossi hoch und machen es zukunftsfit. Für<br />
mich persönlich steht aber eine Aufgabe an<br />
erster Stelle: die Gleichstellung von Frauen. Ich<br />
möchte das ganz konkret umsetzen, deswegen<br />
beschäftigen wir auch bewusst viele Frauen.<br />
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Gio Ponti?<br />
Gio Ponti war ein enger Freund meines<br />
Groß vaters. In unserer »Heritage Collection«<br />
würdigen wir Meisterstücke der »Casa Ponti«<br />
Ikonisch<br />
Der Indoorstuhl »D.154.2«<br />
von Gio Ponti wurde als<br />
Outdoormodell 1952 für<br />
das Kreuzfahrtschiff<br />
»Andrea Doria« geplant.<br />
Jetzt wurde er neu aufgelegt.<br />
und andere Projekte, die zwischen 1935 und<br />
1970 entstanden sind. Dazu haben wir eng mit<br />
Kurator Salvatore Licitra, der die Archive mit<br />
den Ponti-Erb:innen durchstöberte, zusammengearbeitet.<br />
So kam es zur Neuauflage<br />
historischer Entwürfe.<br />
Gio Pontis Stuhl, den er 1954 für die Villa des<br />
Sammlers Planchart in Caracas entwarf, wurde<br />
letztes Jahr als Neuauflage zum Outdoor-Sessel.<br />
Ist heuer Ähnliches geplant?<br />
Die Outdoorkollektion ist ein echtes Testfeld<br />
für uns, auf dem technisches Know-how und<br />
handwerkliches Können zum Einsatz kommen.<br />
In unserer neuen Outdoorkollektion wurden<br />
Materialien wie massives Teakholz in natürlichen<br />
Farben, Aluminiumprofile in Merlotrot<br />
und handgeflochtene Polypropylenseile vom<br />
kanadischen Designerduo Yabu Pushelberg<br />
bei ihrem modularen Sofasystem »Sway«<br />
eingesetzt. Neu ist auch der Couchtisch »Picea«<br />
aus Keramik.<br />
Molteni & C hat auch eine Abteilung für Nachhaltigkeit.<br />
Sie legen darauf einen großen Wert …<br />
Es wird immer wichtiger. Ökologische Nach-<br />
Fotos: beigestellt<br />
36 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
haltigkeit liegt seit jeher in der DNA von<br />
Molteni. Wir haben über vierzig Möbel im<br />
Museum, die fünfzig Jahre alt und immer noch<br />
perfekt sind. Praktisch setzt das Molteni Vernici<br />
etwa beim Outdoor-Couchtisch »Regent« um.<br />
Die Farben der Lavasteinoberflächen stammen<br />
aus recyceltem Glas von TV- und PC-Monitoren.<br />
Das Utopia-Leder wird metall- und<br />
chromfrei gefärbt, ist zu 94 Prozent biologisch<br />
abbaubar und mit reduzierter CO 2<br />
-Emission<br />
produziert.<br />
Was möchte das Unternehmen in Zukunft<br />
kommunizieren?<br />
Besonders heuer ist es uns wichtig, das Gespür<br />
für Wohnen mit hochwertigem Interior in der<br />
Welt zu verbreiten.<br />
Beim Salone del Mobile haben Sie gerade die neue<br />
Kollektion mit dem Mailänder Architekten Piero<br />
Portaluppi präsentiert. Wie wichtig ist<br />
die regel mäßige Zusammenarbeit mit neuen<br />
Designer:in nen und Architekt:innen für das<br />
Unternehmen?<br />
Genau. Vincent Van Duysen hat für die<br />
»Molteni & C«-Kollektion mit Portaluppi<br />
zusammengearbeitet. Sie verschmilzt Tradition<br />
und Moderne, Emotionen und Funktion. Ich<br />
denke, wenn wir Wohnkultur verstehen und<br />
zeitlose Produkte herstellen möchten, sind es vor<br />
allem Designer:innen, die aktuelle soziale<br />
Tendenzen und Lebensstile neu interpretieren.<br />
Deshalb sind Kooperationen wie diese oder etwa<br />
mit Herzog & de Meuron, Naoto Fukasawa, Yabu<br />
Pushelberg und anderen so wichtig für uns.<br />
Welche Design-Lieblingsstücke findet man<br />
bei Ihnen zu Hause?<br />
Ein Stück, das mir sehr am Herzen liegt, ist der<br />
von Aldo Rossi entworfene »Carteggio«, ein<br />
hölzerner Sekretär mit Schubladen. Auch<br />
»Monk«, ein Stuhl von Afra und Tobia Scarpa,<br />
ist ein Lieblingsteil.<br />
Was wünschen Sie sich noch für die Zukunft?<br />
Wir müssen als Unternehmen mit der Region<br />
weiterhin eng verbunden bleiben, die Familie<br />
zusammenhalten und gleichzeitig Innovationen<br />
schaffen. Und die Lebensqualität für die Menschen<br />
und unseren Planeten verbessern.<br />
Klassisch<br />
Architekt Aldo Rossi entwarf<br />
diesen modernen Aktenschrank<br />
mit Schubladen aus<br />
Holz für Molteni & C 1987. <<br />
Vielseitig<br />
In der neuen Outdoorkollektion<br />
von Molteni & C vereint<br />
Vincent Van Duysen den Spirit von<br />
In- und Outdoor und kombiniert<br />
solides Teakholz mit nachhaltig<br />
produziertem Geflecht aus<br />
Polypropylen. Der Beistelltisch<br />
»Picea« ist aus Keramik.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
37
trends / KULTURHAUPTSTÄDTE<br />
DER NORDEN<br />
STEHT KOPF<br />
Neben dem Salzkammergut sind derzeit Bodø in Norwegen<br />
und Tartu in Estland Kulturhauptstadt. Eine arktische<br />
Food-Roadshow, ein Konzert in einer Unterwasserhöhle<br />
und nackte Wahrheiten sind nur einige Highlights.<br />
TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Mutig<br />
Das Upside Down House hat<br />
schon lange vor dem Titel der<br />
Kulturhauptstadt gezeigt,<br />
dass Tartu bereit ist, anders<br />
zu denken.<br />
Fotos: Abinieks/Shutterstock, beigestellt<br />
38 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
In Estland geht’s ans Eingemachte: Ein<br />
Massenkuss-Event steht ebenso am Programm<br />
wie ein Sauna-Debattierclub und ein<br />
Theaterstück über den Geldwäscheskandal<br />
rund um die Danske Bank – und das alles<br />
garantiert ohne Franz-Joseph- und Sisi-Kitsch.<br />
RUSSISCHE BEDROHUNG<br />
Tartu ist mit 1,2 Mio. Einwohner:innen Estlands<br />
zweitgrößte Stadt. Das wahrscheinlich beeindruckendste<br />
Gebäude des Landes befindet sich<br />
justament in dieser Secondary City, auf einem<br />
ehemaligen sowjetischen Militärflughafen,<br />
unweit der heutigen Grenze zu Russland. Mitten<br />
auf der Startbahn stülpt sich das vom japanischen<br />
Architekten Tsuyoshi Tane geplante<br />
Gebäude gleichsam einer Startrampe in die<br />
Zukunft aus dem Boden heraus und verwehrt<br />
damit der alten Zeit den Weg. Ein Teil der<br />
permanenten Ausstellung, die sich rund um das<br />
indigene Volk dreht, ist die versuchte Russifizierung<br />
des estnischen Volkes. Dass das Nationalmuseum<br />
nicht in der Hauptstadt Tallinn,<br />
sondern Tartu zu finden ist, ist kein Zufall. Das<br />
Städtchen ist das kulturelle und geistige Zentrum<br />
Estlands. Straßenkunst, Literatur, Musik<br />
sind in Tartu zuhause und spiegeln sich<br />
natürlich im Programm der Kulturhauptstadt<br />
wider. Es gibt aber auch viel Kritisches wie beim<br />
Projekt »Kaleidoscope of Emotions«. Dabei<br />
werden die Eindrücke und Gefühle von in Tartu<br />
lebenden ukrainischen Kriegsflüchtlingen<br />
künstlerisch dargestellt. Wer mit Kindern<br />
kommt und auf einer weniger dramatischen<br />
Weise Wissen vermitteln will, der ist im<br />
AHHAA bestens aufgehoben – einem Wissenschaftszentrum<br />
mit einer formidablen Mischung<br />
aus Wissensvermittlung, Spannung,<br />
Abenteuer und Ausprobieren. Rockt!<br />
BILDSCHIRMSCHONER IN ECHT<br />
Die dritte Kulturhauptstadt des heurigen Jahres<br />
liegt im hohen Norden Norwegens, wo der<br />
Himmel die Menschen mit Polarlichtern<br />
hypnotisiert. Wie ein Apple-Bildschirmschoner<br />
– nur in echt. Bodøs erklärtes Ziel ist es, die<br />
bislang nachhaltigste europäische Kulturhauptstadt<br />
zu sein. Mehr als 1.000 einzelne Veranstaltungen<br />
werden abgehalten. Highlights sind<br />
mitunter Europas einzige Land-Art-Biennale<br />
und ein Symposium, auf dem nachgedacht wird,<br />
wie sich Europa mit wenig Ressourcenverbrauch<br />
ernähren kann – inklusive einer arktischen<br />
Food-Roadshow. Eine Weltneuheit wird ein<br />
Startbahn in die Zukunft<br />
Das estnische Nationalmuseum<br />
befindet sich nicht in der Hauptstadt,<br />
sondern in der zweitgrößten<br />
Stadt des Landes – und<br />
justament auf einem ehemaligen<br />
Sowjet-Flughafen.<br />
Konzert in einer Unterwasserhöhle sein, bei<br />
dem alle Musiker:innen, Techniker:innen und<br />
das auf 50 Menschen begrenzte Publikum<br />
akkreditierte Höhlentaucher sein müssen. Auch<br />
dieses Event ist Teil des »Leave Nothing but<br />
Footprints«-Konzepts zur Erkundung von Kunst<br />
und Performances an gefährdeten Orten. Der<br />
teilnehmende Saxophonist Håkon Skog<br />
Erlandsen hat bereits an mehreren extremen<br />
Orten gespielt, etwa auf dem Gipfel des Mount<br />
Everest. Das Konzert wird über eine Multikamera-Produktion<br />
gestreamt, sodass es ein<br />
weltweites Publikum erreichen kann.<br />
NEBENDARSTELLER NATUR<br />
Bodø hat lediglich rund 53.000<br />
Einwohner:innen. Zum gar nicht so explizit<br />
programmierten Teil der Kultur gehört die<br />
atemberaubende Natur der Region. Rund<br />
><br />
Wissbegierig<br />
Ob mit Theateraufführungen oder<br />
einem Kugelplanetarium – das AHHAA<br />
will Wissenschaft erlebbar machen<br />
und ist das größte Science Center<br />
seiner Art in den baltischen Staaten.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
39
trends / KULTURHAUPTSTÄDTE<br />
Gefühlvoll<br />
Behutsam gliedern sich neue<br />
Gebäude wie das »Hotel<br />
Lydia« in die Altstadt Tartus<br />
ein. Die Stadt ist die älteste<br />
des Baltikums.<br />
Fotos: © Hans Markus Antson, © Manshausen<br />
><br />
um die Stadt gibt es die weltweit größten<br />
Bestände von Seeadlern, mittels eigenen<br />
Wildtiersafaris können sie entdeckt werden.<br />
Zirka zehn Kilometer Luftlinie von Bodø<br />
entfernt lässt sich die Gewalt der Natur in Form<br />
des stärksten Gezeitenstroms der Welt bewundern:<br />
Da strömen, angetrieben durch die<br />
Gezeiten, 400 Millionen Kubikmeter Wasser<br />
durch eine 2,5 Kilometer lange und 150 Meter<br />
breite Meeresenge. Hin und her, hin und her. Es<br />
bilden sich mächtige Strudel und das Wasser<br />
erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h.<br />
Das schaffen weder die Traun noch die Ischl.<br />
Die beiden nicht-österreichischen Städtchen<br />
können also mit Bad Ischl allemal mithalten, sie<br />
konkurrenzieren das Salzkammergut-Programm<br />
aber auch gar nicht. In puncto Erreichbarkeit<br />
hat Bad Ischl sogar einen dicken<br />
Pluspunkt in der Vergleichsbilanz. Immerhin<br />
fliegt eine Billigairline nach Tallinn, mit eben so<br />
wenig Budget kommt man dann per Zwei-Stunden-Zugfahrt<br />
nach Tartu. Bodø eignet sich<br />
kaum für ein verlängertes Wochenende, zu<br />
mühsam sind die schlechten Verbindungen.<br />
Umso lohnender ist ein längerer Aufenthalt, der<br />
auch die Erkundung der Fjorde und der rauen<br />
Umgebung zulässt.<br />
><br />
Überwältigend<br />
16 alleinstehende, spektakuläre<br />
Bungalows mit atemberaubendem<br />
Ausblick – in Manshausen bei Bodø<br />
findet sich die vielleicht schönste<br />
Übernachtungsmöglichkeit aller<br />
Kulturhauptstädte.<br />
40 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Für eine Welt,<br />
in der ein Alltag<br />
nicht alltäglich ist.<br />
Um Welten besser wohnen.<br />
Entdecken Sie<br />
unsere einzigartige<br />
Wohnwelt in Linz!<br />
manzenreiter.at<br />
Schon in dritter Generation wird sie bei Manzenreiter geteilt und weitergegeben: die Liebe<br />
zu Besonderem. Hier vereint sich echte Handwerkskunst mit High-End-Designermarken<br />
zu einzigartigen Wohnwelten. Weil Wohnen immer etwas Hochpersönliches ist, entstehen<br />
in der hauseigenen Holzmanufaktur handgefertigte Unikate. Premiumeinrichtung, aber<br />
bodenständig, zuverlässig und familiär: das ist eben „typisch Manzenreiter“.
trends / KULTURHAUPTSTÄDTE<br />
Umwelt und Diversität<br />
Vielfältig und naturnahe soll das<br />
Programm von Bodø sein,<br />
vor allem will die muntere<br />
Minimetropole aber die<br />
bislang nachhaltigste<br />
Kulturhauptstadt sein.<br />
LOCKER, ABER POLITISCH<br />
Trotz aktueller politischer Spannungen und der<br />
Nähe zu Russland gehen die Est:innen ihr<br />
Programm erheiternd locker an. »Naked<br />
Truth« nennt sich etwa das Sauna-Debattierprogramm,<br />
bei dem man um fünf Euro auch<br />
ohne gute Argumente die anderen zum<br />
Schwitzen bringen kann. Bunt geht’s dann auch<br />
am 18. Mai zu, wenn es im Herzen der Stadt zu<br />
einem Konzert mit Reminiszenzen an den<br />
Eurovision Song Contest kommen wird.<br />
Conchita Wurst wird ebenfalls singen. Die<br />
Themen dahinter sind ernst: Diskussionsthemen<br />
in der Sauna sind Tradition, Nachhaltigkeit<br />
und Frieden. Und die musikalische<br />
Eurovisions-Kulisse soll in einem beispiellosen<br />
Massenkuss-Event gipfeln. Liebe statt Krieg –<br />
ein letztlich doch politisches Statement.<br />
<<br />
Kulturkathedrale<br />
Das ikonische »Stormen« beheimatet<br />
eine Bibliothek mit Blick über den Hafen<br />
und einen 11.200 m² großen Konzertbereich<br />
mit drei Sälen. Die Architektur<br />
stammt von DRDH Architects.<br />
Fotos: Nowaczyk/Shutterstock, © Dan Mariner<br />
42 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Ohlinda<br />
Interior Innovation Award Winner<br />
Headquarter: Alexander - Bretz - Straße 2 D-55457 Gensingen<br />
Tel. 0049-6727-895-0 info@bretz.de bretz.de
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
KUNST-<br />
T R I P<br />
VALENCIA<br />
Gut, Bilbao hat das Guggenheim, Frank<br />
Gehry und den Bilbao-Effekt. Doch<br />
Valencia hat nicht nur mehr Sonne,<br />
sondern auch den Calatrava-Effekt.<br />
Dieser hat in der stolzen Stadt so atemberaubende<br />
wie blendend weiße Bauten im XL-Format<br />
in das ehemalige Flussbett des Turia gesetzt.<br />
Eigentlich sollte der breite Streifen, der sich um<br />
die Innenstadt schlängelt, eine Stadtautobahn<br />
werden, doch daraus wurde zum Glück nichts.<br />
Zwar wurde Calatrava auch hier seinem Ruf<br />
gerecht, seine ohnehin schon astronomischen<br />
Budgets locker zu sprengen, doch für die<br />
Besucher:innen ist das zweitrangig. Sie können<br />
sich an den futuristischen Schwüngen erfreuen,<br />
die den Weg Richtung Kulturgenuss weisen.<br />
Aber auch in der Altstadt von Valencia finden<br />
sich Schätze der Kunstgeschichte und Art Spaces<br />
für Zeitgenössisches, mal prachtvoll und<br />
unübersehbar, mal versteckt in einem Innenhof.<br />
Foto: Trabantos/Shutterstock<br />
44 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Sie ist Spaniens drittgrößte Stadt und kombiniert südliche<br />
Lebensfreude mit dem Sinn fürs Dramatische. In<br />
Valencia, der vibrierenden Metropole am Mittelmeer,<br />
ist alles Kunst: Stadt, Plätze, Parks und natürlich die<br />
zahlreichen Museen und Galerien. TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Valencianer:innen ver stehen es ganz besonders,<br />
zu feiern. Das zwei wöchige Festival Las Fallas,<br />
das jedes Jahr im März stattfindet, ist heute<br />
UNESCO-Weltkulturerbe. In diesen wilden Tagen<br />
explodiert die Stadt förmlich in Farben und Formen,<br />
die oft grotesken Figuren aus Papier, Holz<br />
und Schaumstoff sind mehrere Meter hoch und<br />
werden in monatelanger Arbeit handgefertigt, ein<br />
ganzes Stadtviertel wird zur Ciutat Fallera. Also:<br />
mit Lebensfreude ins lange Wochenende! ><br />
Schwereloser Schwung<br />
Die Ciutat de les<br />
Arts i les Ciències, von<br />
Architekt Santiago Calatrava<br />
mit großer Geste inszeniert.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
45
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
><br />
>>> FREITAG<br />
Für eine Stadt, die sich einer überreichen<br />
Kunstgeschichte rühmen darf, steht Valencia mit<br />
beiden Beinen erstaunlich fest im Heute, mit<br />
dem Blick nach vorne. Denn der spektakulärste<br />
Kulturbau der letzten Jahrzehnte ist der Kunst<br />
und Wissenschaft gewidmet. Die opulente<br />
Ciutat de les Arts i les Ciències besteht aus den<br />
Teilen Hemisfèric, Umbracle, Museu de les<br />
Ciències, Oceanogràfic, Palau de les Arts und<br />
Àgora – die Namen erklären sich von selbst. Das<br />
inkludiert viel bombastisches IMAX-Techno-<br />
Wunderland, ist aber auch ein Statement, dass<br />
sich Wissenschaft und Kultur gegenseitig<br />
befruchten – ein Beispiel von vielen ist die<br />
Installation »Chromosome Forest«.<br />
DIGITAL UND ANALOG<br />
Ein Spaziergang durch den Park im alten<br />
Flussbett des Turia bringt uns ins Stadtviertel<br />
Mitten hinein in Gegenwart und Zukunft an einem<br />
Tag voller Hightech-Wunderwelten.<br />
Türen der Wahrnehmung<br />
Immersive Kunsterfahrung im<br />
Kulturzentrum Bombas Gens.<br />
Fotos: © Bombas Gens Centre D’Arts, Jorge Fraile, Brester Irina/Shutterstock, Juan García<br />
Bombas Gens<br />
Die erste Adresse für<br />
digitale Kunst in Valencia.<br />
46 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Marxalenes und zum Kulturzentrum Bombas<br />
Gens, das sich ganz der digitalen Kunst und der<br />
Fotografie verschrieben hat. In den riesigen<br />
Räumen kann man in aufwendigen immersiven<br />
Installationen versinken, als Ausgleich dafür<br />
darf man ganz analog die Art-déco-Räumlichkeiten<br />
der ehemaligen Pumpenfabrik bewundern,<br />
in denen das Bombas Gens zu Hause ist.<br />
Die Nummer eins für zeitgenössische Kunst<br />
ist zweifellos das IVAM, und das nicht nur in<br />
Valencia, denn es war das erste Museum für<br />
Gegenwartskunst in Spanien überhaupt. Seit<br />
1989 ist es im Carmen-Viertel in der Altstadt<br />
angesiedelt und umfasst acht Galerien, darunter<br />
Dauerausstellungen zu den Malern Julio<br />
González und Ignacio Pinazo. Unter den<br />
10.000 Werken der Sammlung finden sich<br />
praktisch alle großen Namen des 20. Jahrhunderts<br />
von der Pop-Art über die abstrakte Kunst<br />
bis zu Rauminstallation und Fotografie.<br />
><br />
Kristalline Welten<br />
Kunst trifft Wissenschaft<br />
im Museu de les<br />
Ciències.<br />
MUSEU DE LES CIÈNCIES<br />
»Terra Extraordinària«, bis 18. 2. 2025<br />
cac.es<br />
BOMBAS GENS (DIGITAL ARTS)<br />
»Dalí Cibernètic«, ab 23. 3. <strong>2024</strong><br />
bombasgens.com<br />
IVAM<br />
»Scene I. Making Landscape«, bis 19. 5. <strong>2024</strong><br />
ivam.es<br />
Tiefgreifend<br />
Installation »Making Landscape«<br />
im IVAM.<br />
Raumgreifend<br />
Installation im IVAM,<br />
dem Museum für<br />
zeitgenössische Kunst.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
47
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
>>> SAMSTAG<br />
Die kulturelle Energie<br />
Valencias verdankt sich<br />
einem breit gefächerten<br />
Engagement.<br />
><br />
Jeder Kunsttrip ist nicht nur eine Reise<br />
durch den Reichtum der Kultur, sondern<br />
auch Spiegel des öffentlichen und privaten<br />
Engagements einer Gesellschaft. Ersteres hat<br />
sich in Valencia ein Aushängeschild in Form<br />
des Centre del Carme Cultura Contemporània<br />
(CCCC) geschaffen, das 2017 in den Räumen<br />
eines ehemaligen Klosters eröffnet wurde.<br />
Kultur wird im CCCC bewusst weit gefasst:<br />
Kunst, Performance, Musik, Design, Medien,<br />
Soziologie und vieles mehr. Besonders lohnt<br />
der Besuch während des Fallas-Festivals,<br />
das jedes Jahr mit einer Sonderausstellung<br />
begleitet wird.<br />
Stattliches Stadthaus<br />
Das CAHH ist einem Gebäude zu<br />
Hause, dessen älteste Teile aus der<br />
Römerzeit stammen.<br />
Geschichten aus Schichten<br />
Ausstellung<br />
»Landline Heat« von<br />
Sean Scully im CAHH.<br />
Fotos: Centro de Arte Hortensia, © CAHH, © Centre del Carme Cultura Contemporánia<br />
48 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Grazile Gestalten<br />
Skulpturen von<br />
Monique Bastiaans<br />
im CCCC.<br />
Ruhiger Rahmen<br />
Das CCCC ist in einem<br />
ehemaligen Kloster<br />
beheimatet.<br />
GRACIAS, SEÑORA<br />
Wenn es um privates Engagement in großem<br />
Maßstab geht, steht in Valencia ein Name<br />
ganz oben: Hortensia Herrero. Die glamouröse<br />
Supermarktketten-Milliardärin und Tochter<br />
der Stadt hat ihrer Heimat die Hortensia<br />
Herrero Foundation geschenkt, die als<br />
Magnet für herausragende zeitgenössische<br />
Kunst dient, mit Namen wie Andreas Gursky,<br />
Anselm Kiefer, Georg Baselitz oder Anish<br />
Kapoor. Dafür wurde der Palacio Valeriola,<br />
dessen älteste Bauteile noch aus römischen<br />
Zeiten stammen, aufwendig restauriert.<br />
Etwas jünger, aber ebenso beeindruckend<br />
sind die beiden Bauten, in denen die<br />
Fundación Bancaja ihre Kunst zeigt. Die von<br />
der Region Valencia unterstützte Privatstiftung<br />
widmet sich mit hohem Anspruch der<br />
spanischen Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.<br />
Hier gibt es einiges zu entdecken, allen<br />
voran den Maler Joaquín Sorolla, der sein<br />
Heimatland in lebendigen Farben festhielt<br />
und dessen Werk in mehreren Ausstellungen<br />
in der Fundación Bancaja immer wieder neu<br />
beleuchtet wird.<br />
><br />
CCCC – CENTRE DEL CARME<br />
CULTURA CONTEMPORÁNIA<br />
»Monique Bastiaans«, bis 5. 5. <strong>2024</strong><br />
consorcimuseus.gva.es<br />
Bewegte Begegnung<br />
Ausstellung von Nassio Bayarri<br />
in der Fundación Bancaja.<br />
CAHH – CENTRO DE ARTE<br />
HORTENSIA HERRERO<br />
»Sean Scully: Landline Heat«<br />
cahh.es<br />
FUNDACIÓN BANCAJA<br />
»Nassio Bayarri«, bis 16. 6. <strong>2024</strong><br />
fundacionbancaja.es<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
49
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Prächtiger Palast<br />
Das Museu de Belles<br />
Arts, das älteste<br />
Museum der Stadt.<br />
>>> SONNTAG<br />
Alte Meister und neue<br />
Ideen. Ein Sonntag voller<br />
inspirierender Gegensätze.<br />
><br />
Nach zwei Tagen voller Gegenwart<br />
ist es Zeit, den Ursprüngen des spanischvalencianischen<br />
Stolzes auf den Grund zu<br />
gehen. Der zweifellos beste Ort dafür ist das<br />
Museu de Belles Arts, das mit seinem Gründungsjahr<br />
1837 selbst ein Teil der Nationalgeschichte<br />
und zudem in einem stattlichen<br />
Palacio zu Hause ist. Mit Diego Velázquez, El<br />
Greco und Francisco Goya sind die Heroen<br />
der spanischen Malerei vertreten, die den<br />
Schwerpunkt der beeindruckenden Sammlung<br />
bildet – doch dieser wird in regelmäßigen<br />
Abständen mit Ausstellungen mit<br />
zeitgenössischer Kunst bereichert.<br />
METAMUSEUM<br />
Wohl eines der eigenartigsten Museen<br />
Valencias ist das MuVIM, das sich gleichzeitig<br />
Es werde Licht<br />
Im Innenhof des<br />
Museu de Belles<br />
Arts.<br />
Auf Augenhöhe<br />
Ausstellung »Fieramente<br />
Humanos« im Museu de<br />
Belles Arts.<br />
Fotos: © Museu de Belles Artes, © Duccio Malagamba, beigestellt<br />
50 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Schräge Sache<br />
Das MuVIM, ein Museum<br />
zum Nachdenken.<br />
der Moderne, der Illustration und der Aufklärung<br />
widmet. Was diese drei Begriffe miteinander<br />
zu tun haben? Wer darüber nachdenkt,<br />
ist bereits mittendrin in der wundersamen<br />
Welt des MuVIM, dessen drei Dauerausstellungen<br />
intellektuelle und sinnliche Erfahrungen<br />
zu verschmelzen suchen. Ein Museum<br />
der Ideen und ein Museum, das darüber<br />
reflektiert, warum es Museen gibt (Führungen<br />
sollten im Voraus gebucht werden).<br />
Schwere Kost, schwerer Kopf? Keine Sorge,<br />
wir beenden unser Kunst-Wochenende in<br />
entspanntem Rahmen in der Galería Ana<br />
Serratosa, deren Hauptquartier sich in einem<br />
Dachgeschoß in der Altstadt befindet, die<br />
sich aber vor allem der Kunst im öffentlichen<br />
Raum und der Land-Art widmet, die unter<br />
anderem rund um die Ciutat de les Arts i les<br />
Ciències zu sehen sind. Mit einem Spaziergang<br />
dorthin schließt sich der Kreis – wir<br />
holen tief Luft und dürfen jetzt feiern gehen,<br />
hinein in die lange valencianische Nacht.<br />
<<br />
MUSEU DE BELLES ARTS<br />
»Fieramente Humanos«, bis 9. 6. <strong>2024</strong><br />
museobellasartesvalencia.gva.es<br />
MUVIM<br />
»Felicitat/Infelicitat«, bis 21. 4. <strong>2024</strong><br />
muvim.es<br />
GALERÍA ANA SERRATOSA<br />
»Esto Nos Salvará«<br />
anaserratosa.com<br />
Musische Verlockung<br />
Die Galería Ana<br />
Serratosa im Zentrum<br />
der Altstadt.<br />
Naturnah<br />
»Esto Nos Salvara«, Land-<br />
Art, kuratiert von der<br />
Galería Ana Serratosa.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
51
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
KULTURSCHÄTZE<br />
UND BEACH-BARS<br />
Ana Ortells Miralles ist seit 2023 Direktorin der Ciutat de les Arts i les Ciències<br />
in Valencia. Im Interview erklärt sie, was Kunst und Wissenschaft miteinander zu tun<br />
haben und warum die Kombination aus Strand und Kunst Valencia so einzigartig macht.<br />
INTERVIEW MAIK NOVOTNY<br />
<strong>LIVING</strong> Die Ciutat de les Arts i les Ciències ist<br />
einer der zwölf Schätze Spaniens. Hat sie das<br />
Bild von Valencia geprägt, wie das Guggenheim<br />
von Frank Gehry das Bild von Bilbao?<br />
ANA ORTELLS MIRALLES Die Errichtung<br />
der Ciutat de les Arts i les Ciències war zweifellos<br />
eine Revolution für Valencia und hatte<br />
einen sehr positiven Effekt für die internationale<br />
Rolle der Stadt. Die kraftvolle Silhouette<br />
ist ein Wahrzeichen der Metropole am Fluss<br />
Turia im 21. Jahrhundert. Ein neues Valencia,<br />
eine moderne Stadt inmitten der alten Stadt.<br />
Woher kommen die Besucher:innen der CAC?<br />
Wie international sind sie?<br />
Das Jahr 2023 war ein Rekordjahr für uns mit<br />
mehr als drei Millionen Ticketverkäufen.<br />
Von den Besucher:innen kamen 82 Prozent<br />
von außerhalb von Valencia, und davon wiederum<br />
knapp die Hälfte aus dem Ausland.<br />
Die meisten aus Italien, Frankreich und<br />
Deutschland. Aber bei allen ist die gesamte<br />
Altersspanne dabei, von Schulklassen bis zu<br />
Senior:innen und Familien.<br />
Die CAC kombiniert Kunst und Wissenschaft.<br />
Inwiefern können diese beiden Sparten sich<br />
gegenseitig beeinflussen und bereichern?<br />
Die Ciutat de les Arts i les Ciències besteht<br />
aus unterschiedlichen Bauten, deren Programm<br />
aus Kunst und Wissenschaft sich<br />
gegenseitig ergänzt. Es gibt ein Opernhaus<br />
im Palau de les Arts, einen Wissenschaftsworkshop<br />
im Museu de les Ciències, ein<br />
Planetarium im Hemisfèric und Kunstausstellungen<br />
im Freiraum.<br />
Der Skulpturengarten und die Landschaft<br />
spielen eine große Rolle im Konzept der CAC.<br />
Welche Bedeutung haben sie für die Stadt?<br />
Die Promenade der Kunst ist ein frei zugänglicher<br />
Raum, in dem große Kunstausstellungen,<br />
vor allem zur Bildhauerei, stattfinden.<br />
Sie ist die perfekte Ergänzung zu den großartigen<br />
Panoramaaussichten, die der ganze<br />
Komplex bietet. Wir fühlen uns sehr der Idee<br />
verpflichtet, Kunst allen Menschen zur<br />
Verfügung zu stellen, und das leisten wir mit<br />
unseren vielen Aktivitäten in den Gärten und<br />
auf den Plazas der CAC.<br />
Was macht Valencia kulturell so besonders,<br />
im Vergleich zu anderen spanischen<br />
Großstädten?<br />
Die Ciutat de les Arts i les Ciències natürlich!<br />
Wir sind in Spanien wirklich einzigartig.<br />
Aber Valencia ist in mehrerer Hinsicht<br />
bedeutsam und besonders. Nur hier gibt es<br />
diese Kombination von kulturellem Erbe<br />
aus Jahrhunderten und mediterranem<br />
Strandtourismus mit sehr viel Sonne!<br />
Szene-Insiderin<br />
Ana Ortells Miralles<br />
ist seit September<br />
2023 Generaldirektorin<br />
der Ciutat de les Arts i<br />
les Ciències.<br />
Fotos: Wirestock Creators/Shutterstock, beigestellt<br />
52 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Auf der Sonnenseite<br />
Erholung in luxuriöser<br />
Umgebung verspricht das<br />
»The Westin Valencia«.<br />
TIPPS & ADRESSEN<br />
Die Möglichkeiten, in Valencia sinnvoll seine<br />
Zeit zu verbringen, sind unendlich. Wir können<br />
gar nicht genug bekommen vom spanischen<br />
Lifestyle. Das beginnt bei der Kulinarik und<br />
endet – wo sonst? – beim Shopping!<br />
HOTELS<br />
THE WESTIN VALENCIA*****<br />
Das »The Westin Valencia« liegt nahe der Altstadt<br />
und verfügt über 135 elegante Zimmer und Suiten<br />
im Art-déco-Stil sowie über zwei Restaurants und<br />
Bars. Mit besonders großzügigem Wellnessbereich<br />
zur Entspannung nach Sightseeing-Tagen.<br />
Amadeo de Saboya 16, 46010 Valencia<br />
T: +34 963 625900, marriott.com<br />
ONLY YOU HOTEL VALENCIA*****<br />
Dank seiner zentralen Lage ist das Luxushotel<br />
der ideale Startpunkt, um die Stadt zu erkunden.<br />
Im Hotel selbst sorgen die eleganten Zimmer<br />
sowie die internationalen Restaurants für<br />
kosmopolitisches Flair.<br />
Plaza Rodrigo Botet 5, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 981000, onlyyouhotels.com<br />
HOSPES PALAU DE LA MAR*****<br />
Der Stadtpalast aus dem 19. Jahrhundert ist ein<br />
wahrhaft herrschaftliches Anwesen mit großzügigen<br />
Zimmern und exquisiter Gastronomie.<br />
Avenida Navarro Reverter 14–16, 46004 Valencia<br />
T: +34 963 162884, hospes.com<br />
MYR HOTEL PALACIO VALLIER*****<br />
In dem Luxushotel warten 31 Zimmer, die sich<br />
durch eine Mischung aus Barock und Art déco auszeichnen.<br />
Besonderes Highlight: die Dachterrasse.<br />
Plaza de Manises 7, 46003 Valencia<br />
T: +34 960 661306, myrhotels.com<br />
Majestätisch<br />
Herrschaftliches Flair<br />
umgibt die Gäste im<br />
»Hospes Palau de la Mar«.<br />
CARO HOTEL*****<br />
Unweit der Kathedrale von Valencia liegt das architektonisch<br />
einzigartige »Caro Hotel«. Teile der Fassade<br />
sind bis zu 2.000 Jahre alt, dazu gehört u. a. ein<br />
römisches Mosaik aus dem zweiten Jahrhundert.<br />
Almirall 14, 46003 Valencia<br />
T: +34 963 059000, carohotel.com<br />
MELIÁ VALENCIA****<br />
Das »Meliá Valencia« ist nicht nur ein elegantes<br />
Hotel, sondern gleichzeitig das höchste Gebäude<br />
der Stadt, umgeben von einer großen Auswahl an<br />
Restaurants und Freizeitmöglichkeiten.<br />
Avenida de las Cortes Valencianas 52<br />
46015 Valencia<br />
T: +34 963 030000, melia.com<br />
NH VALENCIA LAS ARTES****<br />
Tolle Lage und 174 stylishe Zimmer in Grau-,<br />
Grün- und Brauntönen. Das Restaurant serviert<br />
authentische valencianische Küche. Sogar<br />
Haustiere sind erlaubt.<br />
Avenida Instituto Obrero 28, 46013 Valencia<br />
T: +34 963 351310, nh-hotels.com<br />
PALACIO SANTA CLARA****<br />
Das Gebäude, in dem sich das Boutiquehotel<br />
befindet, wurde 1916 vom berühmten Architekten<br />
Francisco Javier Görlich entworfen und verzaubert<br />
mit ästhetischem detailreichem Design.<br />
Calle de Pascual y Genís 22, 46002 Valencia<br />
T: +34 960 131000, marriott.com<br />
HOTEL DIMAR****<br />
Vom »Hotel Dimar« aus sind Sehenswürdigkeiten<br />
wie die Kathedrale, der Rathausplatz oder die<br />
Playa de la Malvarrosa nur einen Katzensprung<br />
entfernt.<br />
Gran Via del Marqués del Túria 80, 46005 Valencia<br />
T: +34 963 951030, hoteldimar.es<br />
HOTEL HELEN BERGER****<br />
Traumhaftes Design und kompromissloser Komfort<br />
zeichnen die Zimmer des Vier-Sterne-Boutiquehotels<br />
aus. Im hoteleigenen Restaurant genießt<br />
man Gerichte aus saisonalen Zutaten.<br />
Comedias 22–24, 46003 Valencia<br />
T: +34 960 479136, hotelhelenberger.com<br />
VINCCI LYS****<br />
Eleganz, Komfort und Design – das alles bietet das<br />
Hotel im Zentrum der Stadt. Die ideale Unterkunft<br />
für einen kulturellen oder romantischen Kurztrip in<br />
den sonnigen Süden.<br />
Calle Martínez Cubells 5, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 509550, de.vinccilys.com<br />
CATALONIA EXCELSIOR****<br />
Charmantes Hotel mit großzügigen Zimmern, von<br />
denen zwei sogar über einen privaten Pool verfügen.<br />
Typische Speisen aus der Region werden im<br />
Restaurant »Espolín« serviert.<br />
Barcelonina 5, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 514612, cataloniahotels.com<br />
RESTAURANTS<br />
& CAFÉS<br />
EL POBLET<br />
Im mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten<br />
Fine-Dining-Restaurant präsentiert Luis Valls eine<br />
Verschmelzung von Innovation und moderner<br />
regionaler Küche, die ihresgleichen sucht.<br />
Correus 8, 46002 Valencia<br />
T: +34 961 111106, elpobletrestaurante.com<br />
RICARD CAMARENA<br />
Im Jahr 2023 gehörte das Lokal des gleichnamigen<br />
Küchenchefs zu den 50 besten Restaurants der<br />
Welt. Besonders Produkte aus dem Mittelmeer<br />
werden hier in bester Qualität serviert.<br />
Avenida de Burjassot 54, 46009 Valencia<br />
T: +34 963 355418, ricardcamarena.com<br />
RESTAURANTE LIENZO<br />
In der ehemaligen Kunstgalerie hängen<br />
auch heute noch Werke herausragender<br />
Künstler:innen an den Wänden. Kulinarisch<br />
werden Gäste von Küchen chefin María José<br />
Martínez bestens versorgt.<br />
Plaça de Tetuan 18, 46003 Valencia<br />
T: +34 963 521081, restaurantelienzo.com<br />
RIFF<br />
Das »Riff« ist bekannt für seine mediterrane<br />
Küche, die auf Meeresfrüchten und Gemüse<br />
basiert. Auch die umfangreiche Weinkarte<br />
lässt keine Wünsche offen.<br />
Conde de Altea 18, 46005 Valencia<br />
T: +34 963 353178, restaurante-riff.com<br />
FIERRO<br />
Gleich neben dem Ruzafa-Markt liegt dieses mit<br />
einem Michelin-Stern prämierte Restaurant,<br />
dessen Mittelpunkt ein einziges fantastisches<br />
Degustationsmenü plus Weinbegleitung ist.<br />
Doctor Serrano 4, 46006 Valencia<br />
T: +34 963 305244, fierrovlc.com<br />
LA SALITA<br />
Hohe Decken, eierschalenfarbene Wände<br />
und farbenfrohe Kacheln dominieren den<br />
Speisesaal des »La Salita«. Die verschiedenen<br />
Degustationsmenüs sind von globalen Einflüssen<br />
geprägt.<br />
Pere III El Gran 11, 46005 Valencia<br />
T: +34 609 330760, anarkiagroup.com<br />
KAIDO SUSHI BAR<br />
Das Lokal wurde von Mikiya Kobayashi<br />
entworfen, der sich von der natürlichen<br />
Umgebung Valencias inspirieren ließ. Für<br />
die Kulinarik zeichnet der renommierte<br />
Koch Yoshikazu Yanome verantwortlich.<br />
Carrer de Xile 3, 46021 Valencia<br />
T: +34 687 000696, kaidosushi.es<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
54 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Cheers!<br />
Kreative Cocktailkreationen<br />
werden im »Trotamundos«<br />
serviert.<br />
VUELVE CAROLINA<br />
In dem auf Fusionsküche spezialisierten Restaurant<br />
wird man mit jedem Gang auf eine kulinarische<br />
Weltreise entführt. Die skulpturale Bar fügt sich<br />
nahtlos in das Ambiente ein. Unbedingt die<br />
Cocktails probieren!<br />
Correos 8, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 218686, vuelvecarolina.com<br />
KARAK<br />
In ihrem Lokal im Herzen Valencias zaubert die<br />
junge Topköchin Rakel Cernicharo Mediterranes<br />
sowie Fusionsküche auf höchstem Niveau.<br />
Carrer del Músic Peydró 9, 46001 Valencia<br />
T: +34 637 291606, restaurantekarak.com<br />
LLISA NEGRA<br />
Hochwertige Produkte sind die Zutaten für die<br />
Eintöpfe, Reisgerichte u. v. m. im »Llisa Negra«.<br />
Die Grillgerichte sind die Spezialität des Hauses.<br />
Pascual y Genís 10, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 946079, llisanegra.com<br />
Kunstvolle Kulinarik<br />
Im »Lienzo« speist<br />
man umgeben von<br />
erlesenen Kunstwerken.<br />
LAVOE<br />
Reis, ein Grundprodukt der mediterranen Küche,<br />
war schon immer das Lieblingsgericht von Toni<br />
Boix. In seinem Lokal würdigt er diesen zusammen<br />
mit Meeresfrüchten in tollen Gerichten.<br />
Carrer de la Creu Nova 4, 46002 Valencia<br />
T: +34 663 776425, lavoearrozymar.com<br />
ENTREVINS<br />
Traditionelle Küche, modern interpretiert – im<br />
»Entrevins« wird von Besitzer und Sommelier<br />
Guillaume Glories zu jeder Speise der perfekte<br />
Wein gereicht.<br />
Carrer de la Pau 7, 46003 Valencia<br />
T: +34 963 333523, entrevins.es<br />
XANGLOT<br />
Im familiengeführten »Xanglot« stehen Moderne<br />
und Kreativität im Vordergrund. Zur Auswahl<br />
gibt es die drei Degustationsmenüs »Xanglot«,<br />
» Degusta« und »Sentits«.<br />
Carrer de les Avellanes 9, 46003 Valencia<br />
T: +34 960 692381, xanglotrestaurant.com<br />
HABITUAL<br />
Das »Habitual« ist eines der vier Restaurants von<br />
Topchef Ricard Camarena und liegt im Mercado<br />
Colón. Hier steht die Küche des Mittelmeers im<br />
Fokus, die Umsetzung ist modern und kreativ.<br />
Carrer de Jorge Juan 19, 46004 Valencia<br />
T: +34 963 445631, habitual.es<br />
FORASTERA<br />
Das einladende Lokal wird von Txisku Nuévales und<br />
seiner Ehefrau Laura geführt. Gäste haben die<br />
Wahl zwischen ausgewählten Spezialitäten sowie<br />
zwei großartigen Überraschungsmenüs.<br />
Carrer del Pintor Domingo 40, 46001 Valencia<br />
T: +34 963 558915, forasterarestaurant.es<br />
TALLAT COFFEE<br />
Die Spezialitäten-Kaffeerösterei liegt in der Nähe<br />
des Yachthafens und bietet hochwertigen Kaffee,<br />
der direkt von Bauernhöfen bezogen und vor Ort<br />
geröstet wird.<br />
Carrer de la Barraca 25, 46011 Valencia<br />
T: +34 960 836446, tallatcoffee.com<br />
FRAN CAFÉ<br />
Gemütliches Café im Zentrum von Valencia, in dem<br />
man in entspannter Atmosphäre köstlichen Kaffee<br />
und stadtbekanntes Gebäck genießt.<br />
Carrer de Puerto Rico 29, 46004 Valencia<br />
instagram.com/francafe_es/<br />
FLYING BEAN COFFE<br />
Das Design des Cafés ist im industriellen Stil<br />
gehalten. Der Kaffee wird direkt von Produzenten<br />
aus der Umgebung bezogen.<br />
Carrer del Doctor Vila Barberà, 46007 Valencia<br />
flyingbeancoffee.com<br />
UBIK CAFÉ<br />
Bücherliebhaber:innen sei dieses Kaffeehaus<br />
wärmstens ans Herz gelegt. Neben erstklassigen<br />
Kaffeespezialitäten verfügt das »Ubik Café« auch<br />
über eine umfangreiche Büchersammlung. Der<br />
ideale Ort für einen entspannten Nachmittag.<br />
Carrer del Literat Azorín 13, 46003 Valencia<br />
T: +34 963 741255, ubikcafe.blogspot.com<br />
BARS & NIGHTLIFE<br />
TROTAMUNDOS<br />
Die Bar in der Lobby des »Only You Hotel Valencia«<br />
besticht durch kreative und interessante Cocktails,<br />
die von Iván Taléns und seinem Team zusammengestellt<br />
werden.<br />
Plaza Rodrigo Botet 5, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 981000, onlyyouhotels.com<br />
CAFÉ DE LAS HORAS<br />
Das »Café de las horas« ist eine verrückte<br />
Mischung aus einem klassischen literarischen<br />
Café des frühen 20. Jahrhunderts, einem Pariser<br />
Café, einem englischen Tea Room und einer<br />
amerikanischen Cocktailbar.<br />
Carrer del Comte d’Almodóvar 1, 46003 Valencia<br />
T: +34 963 917336, cafedelashoras.com<br />
CAFÉ MADRID<br />
Hier wurde angeblich der Inbegriff des<br />
valencianischen Cocktails geboren, das »Agua de<br />
Valencia«. Neben diesem gibt es viele weitere<br />
Cocktailkreationen, die es zu probieren gilt.<br />
Carrer de l’Abadia de Sant Martí 10, 46002 Valencia<br />
T: +34 960 660507, myrhotels.com<br />
BAR RICARDO<br />
In der traditionellen Bar werden neben einfachem,<br />
aber köstlichem Essen erstklassige spanische<br />
Weine kredenzt.<br />
Carrer del Doctor Zamenhof 16, 46008 Valencia<br />
T: +34 963 823789, barricardo.com<br />
BAR TONYINA<br />
Ruhiges Ambiente und das schöne Dekor machen<br />
die »Bar Tonyina« zu einem Must-Stop. Die umfangreiche<br />
Weinkarte hält für jede:n etwas bereit.<br />
Carrer de Xile 3, 46021 Valencia<br />
T: +34 963 259171, bartonyina.es<br />
BLANQ CARMEN’S ROOFTOP<br />
Die Rooftop-Bar im »Blanq Carmen Hotel« befindet<br />
sich auf der Dachterrasse und ist mit bequemen<br />
Liegestühlen und Möbeln ausgestattet.<br />
Carrer de la Blanqueria 11, 46003 Valencia<br />
T: +34 674 666309, blanqhotels.com<br />
L&H GRAN VÍA VALÈNCIA ROOFTOP<br />
Auf der modernen und stilvollen Dachterrasse des<br />
»L&H Gran Vía València« gibt es eine Sonnenterrasse,<br />
einen Pool sowie eine Sky-Bar mit<br />
erfrischenden Cocktails und Snacks.<br />
Gran Via de Ferran el Catòlic 63, 46008 Valencia<br />
T: +34 960 105643, lhhoteles.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
55
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
DESIGN & SHOPPING<br />
MUSEEN & GALERIEN<br />
LLADRÓ BOUTIQUE VALENCIA<br />
Die spanische Kultmarke Lladró wurde 1953<br />
gegründet und zählt zu den weltweit führenden<br />
Anbietern von luxuriösem Kunstporzellan. In<br />
der Boutique gibt es eine große Auswahl der<br />
handgefertigten Arbeiten.<br />
Calle del Poeta Querol 9, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 511625, lladro.com<br />
VICENTE GRACIA JOYAS<br />
In der Werkstatt seines Vaters entdeckte Vicente<br />
Gracia Joyas die Magie der Edelsteine. Sein<br />
Schmuckgeschäft in einem Gebäude von 1898<br />
bildet den idealen Rahmen für seine außergewöhnlichen<br />
Stücke.<br />
Calle de la Paz 4, 46003 Valencia<br />
T: +34 963 510618, vicentegraciajoyas.com<br />
PLAZA REDONDA<br />
Auf dem historischen Markt im Zentrum der<br />
Altstadt findet man Läden mit traditionellem<br />
Kunsthandwerk, Antiquitäten und Souvenirs.<br />
Plaza Redonda, 46001 Valencia<br />
SANTO SPIRITO VINTAGE<br />
Der geräumige Laden im hippen Industrie-Look<br />
zählt zu den bekanntesten Vinage-Hotspots der<br />
Stadt. Neben Kleidung und Accessoires bietet<br />
Santo Spirito auch eine eigene Bekleidungs marke<br />
an.<br />
Carrer de Dalt 22, 46003 Valencia<br />
T: +34 961 146344, santospiritovintage.com<br />
ATELIER HOME VALENCIA<br />
Wer seine Wohnung nach den neuesten Trends<br />
einrichten möchte, der ist hier genau richtig, um<br />
charmante Elemente mit dem gewissen Etwas für<br />
Schlafzimmer, Küche und Co. zu finden.<br />
Carrer de Ciril Amorós 77, 46004 Valencia<br />
T: +34 963 256067, atelierhomevalencia.com<br />
LA POSTALERA<br />
Toller Shop für authentische Souvenirs wie<br />
handgefertigte Keramik, Schmuck, Postkarten<br />
und Dekorationsartikel von vielen nationalen<br />
Künstler:innen.<br />
Calle Danzas 3, 46001 Valencia<br />
T: +34 672 625329, lapostalera.es<br />
ISABEL SANCHÍS BOUTIQUE<br />
Isabel Sanchís ist eine angesehene Designerin von<br />
Couturekleidern, ihre eleganten Abendkleider sind<br />
die perfekte Wahl für verschiedene Anlässe und<br />
Gelegenheiten.<br />
Carrer del Poeta Querol 5, 46002 Valencia<br />
T: +34 960 454045, isabelsanchis.com<br />
Sehenswert<br />
Eine Vielzahl zeitgenössischer<br />
Werke vereint das Hortensia<br />
Herrero Art Centre.<br />
MADAME MIM<br />
Besonderes kleines Vintage-Geschäft, in dem es<br />
tolle Secondhandartikel wie Kleidungsstücke und<br />
Schmuck zu erstehen gibt.<br />
Carrer de Puerto Rico 30, 46006 Valencia<br />
T: +34 963 255941<br />
instagram.com/madame.mim.shop/<br />
SOMBREROS ALBERO VALÈNCIA<br />
Das ehrwürdige Hutgeschäft wurde 1820 gegründet<br />
und zählt zu den ältesten Unternehmen<br />
Valencias. Das Sortiment umfasst Hüte und andere<br />
Kopfbedeckungen für Herren jeden Alters.<br />
Calle Xátiva, 21 46002 València<br />
T: +34 963 512245, sombrerosalbero.es<br />
REALLY NICE THINGS<br />
Bei Really Nice Things findet man Vintage-, Industrie-<br />
und Designmöbel sowie Dekorationsartikel, die<br />
sich nach den neuesten Trends richten.<br />
Calle Creu Roja 1, 46014 Valencia<br />
T: +34 960 001209, reallynicethings.es<br />
SISTER BIRKIN<br />
Von zwei Schwestern gegründet, ist Sister Birkin<br />
eine Fundgrube für Kleidung, Schmuck und Schuhe.<br />
Alle Artikel sind auch im Onlineshop zu erstehen.<br />
Carrer de les Mantes 10, 46001 Valencia<br />
T: +34 961 154765, sisterbirkin.com<br />
TRUFAS MARTÍNEZ<br />
Ein wahres Paradies für Naschkatzen ist der Laden<br />
Trufas Martínez, wo es erstklassige Schokoladenpralinen<br />
in verschiedensten Sorten gibt.<br />
Calle Ruzafa 12, 46004 Valencia<br />
T: +34 963 516289, trufasmartinez.com<br />
ARCHITEKTUR<br />
MUSEU BELLES ARTS<br />
Besucher:innen erwarten Kunstwerke aus dem<br />
15. bis 19. Jahrhundert, darunter große Meister wie<br />
Joaquín Sorolla und Francisco de Goya. Weiters<br />
gibt es eine große Renaissancebildersammlung.<br />
Carrer de Sant Pius V 9, 46010 Valencia<br />
T: +34 963 870300, museobellasartesvalencia.gva.es<br />
HORTENSIA HERRERO ART CENTRE<br />
Über 50 zeitgenössische Künstler:innen wie Anselm<br />
Kiefer, Anish Kapoor und Andreas Gursky zeigt die<br />
Privatsammlung der Mäzenin und Vizepräsidentin<br />
der gleichnamigen Stiftung Hortensia Herrero.<br />
Calle del Mar 31, 46003 Valencia<br />
T: +34 689 303010, cahh.es<br />
MUSEO DE LA SEDA<br />
In dem Museum wird die reiche Seidengeschichte<br />
Valencias in drei Räumen erzählt. Antike Webstühle,<br />
Seidengewebemuster, alte Trachten und<br />
historische Dokumente zeigen das große Erbe.<br />
Hospital 7, 46001 Valencia<br />
T: +34 963 511951, museodelasedavalencia.com<br />
GALERÍA DEL TOSSAL<br />
Direkt unter der Plaza del Tossal befindet sich die<br />
beeindruckende Galerie, in der gut erhaltene<br />
Überreste einer arabischen Verteidigungsmauer<br />
aus dem Jahr 1000 n. Chr. gezeigt werden.<br />
Plaza del Tossal, 46001 Valencia<br />
T: +34 962 084403<br />
GALERÍA ANA SERRATOSA<br />
Auf einem großzügigen Dachboden eines Hauses<br />
im Zentrum der Stadt liegt die Galería Ana<br />
Serratosa mit einer sehr persönlichen Auswahl<br />
zeitgenössischer Künstler:innen.<br />
Calle de Pascual y Genís 19, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 509000, anaserratosa.com<br />
GALERÍA DE ARTE MAIKA SÁNCHEZ<br />
Die 1999 von Kuratorin Maika Sánchez gegründete<br />
Galerie bietet ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm<br />
mit Malerei, Skulpturen und<br />
Fotografie.<br />
Carrer de Moratín 15, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 343664, galeriamaikasanchez.com<br />
Imposant<br />
Der Mercado Central<br />
beherbergt überbordenden<br />
Genuss in Jugendstilambiente.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
MERCADO CENTRAL<br />
Das Jugendstilgebäude von 1916 ist ein architektonisches<br />
Juwel und wartet mit vielen sehenswerten<br />
Details wie Kacheln und Glasmalereien auf.<br />
Plaça Ciutat de Bruges, 46001 Valencia<br />
T: +34 963 829100, mercadocentralvalencia.es<br />
PALACIO DEL MARQUÉS DE DOS AGUAS<br />
Der Palast ist dank jahrhundertelanger Erweiterungen<br />
eine eklektische Mischung aus Rokoko sowie<br />
neokaiserlichen und chinesischen Motiven.<br />
Poeta Querol 2, 46002 Valencia<br />
T: +34 963 516392<br />
Keramik-Kult<br />
Stücke für die Ewigkeit<br />
gibt es in der Lladró<br />
Boutique Valencia.<br />
L’HEMISFÈRIC<br />
Das einzigartige Bauwerk wurde von Santiago<br />
Calatrava entworfen und stellt ein großes<br />
menschliches Auge dar: das Auge der Weisheit.<br />
Avenida Professor López Piñero 7, 46013 Valenica<br />
T: +34 961 974686, cac.es<br />
56 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
factor.partners<br />
JALIS<br />
Jehs + Laub, 2010<br />
Seit 70 Jahren schafft COR in<br />
Rheda-Wiedenbrück Lieblingsplätze,<br />
an denen man sich zuhause fühlt.<br />
Das ist auch für Sie ein Grund zum<br />
Jubilieren. Denn zur Feier des<br />
Anlasses gibt es bei uns ein ganzes<br />
Jahr lang ausgewählte Leder- und<br />
Stoffbezüge zum Geburtstagspreis.<br />
Ganz egal, welches Möbelstück Sie<br />
damit einkleiden wollen.<br />
CORDIA LOUNGE<br />
Jehs + Laub, 2016<br />
CONSETA<br />
F.W. Möller, 1964<br />
SHRIMP<br />
Jehs + Laub, 2011<br />
MELL LOUNGE<br />
Jehs + Laub, 2015<br />
Weil wir möchten, dass auch Sie anlässlich unseres Geburtstags etwas zu feiern haben, gibt es<br />
auch für Sie ein Geschenk. Schauen Sie doch mal unter cor.de/geburtstagspreis<br />
COR interlübke Studio Wien, Tuchlauben 21, 1010 Wien, cor-interluebke.at | Einrichtungshaus Schwarzott, Wienerstraße 13-21, 2500 Baden, schwarzott.at<br />
DOSTAL Innenarchitektur, Salzburgerstraße 205, 4030 Linz, dostal.at | Schiffer & Sams, Salzburger Straße 152, 4820 Bad Ischl, sams.at<br />
Sendlhofer Design, Hellbrunner Straße 7b, 5020 Salzburg, m-sendlhofer.at | Joes Möbelboutique, Grabenweg 12, 6020 Innsbruck, joesmoebel.at<br />
Hutle – Einrichten.Tischlerei.Innenarchitektur, Lustenauerstraße 87, 6850 Dornbirn, hutle.com | Knittelfelder Einrichtungshaus & Tischlerei, Pirching 41,<br />
8200 Gleisdorf, knittelfelder.at | Die Einrichtung, Pischeldorfer Straße 90, 9020 Klagenfurt, die-einrichtung.at
iconomy<br />
DESIGN-ICONS<br />
UNTER 100<br />
Pulcina<br />
Alessi<br />
Jahr: 2015<br />
Design: Michele De Lucchi<br />
Hersteller: Alessi<br />
Preis: ab 64 Euro<br />
Pipsi<br />
Der Mokkakocher<br />
»Pulcina« (dt. Küken)<br />
von Michele De Lucchi hat<br />
ein innovatives Äußeres<br />
wie Inneres.<br />
alessi.com<br />
Mit dem Mokkamacher »Pulcina« wurde das<br />
Erscheinungsbild von Kaffeekochern radikal<br />
verändert. Zudem macht sie auch noch besseren<br />
Kaffee. Ein guter Grund, der Kanne genauer<br />
auf den Schnabel zu schauen … TEXT MANFRED GRAM<br />
Es gibt Gegenstände, die in<br />
ihrer Formgebung tief im<br />
kollektiven Gedächtnis<br />
verankert sind. Die achteckige<br />
Mokkakanne von Alfonso<br />
Bialetti, bekannt unter dem<br />
Namen »Moka Express«, etwa.<br />
Die ikonische Form dieses kleinen<br />
Espressoreaktors wurde derart oft<br />
kopiert, dass es eigentlich an<br />
Frevelei grenzt, wenn man sich<br />
daransetzt, die ganze Angelegenheit<br />
neu zu denken. Ein aberwitziges<br />
Designparadoxon und<br />
Wagnis zugleich. Und genau<br />
deswegen ein Fall für Memphis-<br />
Legende und Design-Haudegen<br />
Michele De Lucchi. »Pulcina«<br />
heißt sein Espressokocher, an<br />
dem er mehr als 15 Jahre lang in<br />
enger Abstimmung mit dem italienischen<br />
Kaffeekonzern Illy und<br />
im Auftrag von Alessi tüftelte.<br />
Und was soll man dazu noch groß<br />
sagen? Man sieht ohnehin auf den<br />
ersten Blick, dass man es hier mit<br />
einem herausragenden und<br />
unverwechselbaren Stück Design<br />
zu tun hat. Einem, das mit<br />
verspieltem Übermut lustvoll in<br />
Richtung skulpturale Gestaltung<br />
abbiegt.<br />
Und auch noch Witz mitbringt.<br />
»Pulcina« ist das italienische Wort<br />
für Küken, und es braucht nicht<br />
viel Fantasie, um in der Silhouette<br />
der Kanne mit ihrem Henkel und<br />
ihrem Schnabelausguss ein kleines<br />
Pipihendl zu erkennen. Möchte<br />
man meinen. Denn als die<br />
»Pulcina« 2015 bei der London<br />
Design Week vorgestellt wurde,<br />
gab De Lucchi, der alte Anarcho,<br />
zu Protokoll: »Der Name bezieht<br />
sich auf die Form des Innenraums.<br />
Also den Teil, der nicht<br />
sichtbar ist.« Vielleicht eine Finte<br />
des Designgenies. Jedenfalls lenkt<br />
es die Aufmerksamkeit auf das<br />
Innenleben der Herdkanne. Denn<br />
hinter den horizontalen Aluminiumringen,<br />
die das abgestufte und<br />
einprägsame Profil der »Pulcina«<br />
bilden, stecken zwei miteinander<br />
verbundene Kugeln.<br />
Zu Recht fragt man sich, warum<br />
denn die Tüftelei daran 15 Jahre<br />
gedauert hat. Aber es dauert eben<br />
seine Zeit, bis Thermodynamiken,<br />
die beim Kaffeebrühen entstehen,<br />
genau analysiert sind und die perfekte<br />
Form des Kessels, also des<br />
unteren Teils der Mokkakanne, in<br />
dem das Wasser kocht, ermittelt<br />
ist. Das Resultat der Studien: Die<br />
»Pulcina« liefert Kaffee ohne<br />
verbrannten, bitteren Nachgeschmack,<br />
wie man ihn vielleicht<br />
von anderen Mokkakannen<br />
kennt. Die Forschung hat sich<br />
also ausgezahlt und eine weitere<br />
Erkenntnis gebracht. Wenn man<br />
die Formensprache bei Alltagsgegenständen<br />
schon komplett auf<br />
den Kopf stellt, ist es ratsam, auch<br />
gleich innovative Verbesserungen<br />
mitzuliefern, sonst hat man nichts<br />
weiter als eine unbrauchbare<br />
Küchenskulptur im Regal stehen.<br />
MICHELE DE LUCCHI (73),<br />
visionärer Architekt und Designer,<br />
war u. a. Mitbegründer der radikalen<br />
Designbewegung Memphis. Designs<br />
wie seine ikonische »Tolomeo«-<br />
Lampe haben Kultstatus erreicht<br />
und be einflussen Generationen von<br />
Designer:innen. Einer seiner wichtigsten<br />
Zugänge beim Gestalten ist<br />
es, Objekten nicht nur praktischen<br />
Nutzen, sondern auch inneren<br />
Wert zu verleihen. Das sorgt für<br />
Relevanz und Spannung.<br />
micheledelucchi.it<br />
Gesehen bei:<br />
connox.at<br />
kulina.at<br />
Fotos: beigestellt<br />
58 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
art five<br />
1<br />
1. »Desire« von Kiki<br />
Kogelnik, 1981<br />
»Die Pop-Art-Motive der<br />
›Woman‹-Serie von Kiki<br />
Kogelnik begleiten mich<br />
seit meiner Jugend.«<br />
2<br />
KATHARINA<br />
ZETTER-KARNER<br />
Exklusiv in <strong>LIVING</strong>:<br />
Persönlichkeiten<br />
und Kenner:innen der<br />
Kunstszene verraten<br />
ihre Must-haves fürs<br />
Zuhause. Katharina<br />
Zetter-Karner zeigt<br />
uns ihre Design- und<br />
Kunst-Favoriten.<br />
2. »Frauenkopf mit oranger Blume«<br />
von Vally Wieselthier, 1928<br />
»Die frechen, expressiven<br />
Keramikköpfe von Vally Wieselthier<br />
waren für mich immer Sinnbild für<br />
die Emanzipation der Frau.«<br />
4 5<br />
3. »Serie der Türme«<br />
von Karl Prantl, 2008<br />
»Ein Wunsch, den ich mir noch zu<br />
erfüllen hoffe: Die Meditationssteine<br />
von Karl Prantl faszinieren mich –<br />
man muss sie erfühlen.«<br />
4. »Spieltisch« von Josef Hoffmann<br />
und Carl Otto Czeschka, 1905<br />
»Es ist ein besonderes Privileg, auf<br />
diesem seltenen Josef-Hoffmann-<br />
Tisch Tarock zu spielen.«<br />
5. »Drei Tiger« von<br />
Norbertine Bresslern-Roth, 1923<br />
»Die wunderbar stilisierten Linolschnitte<br />
der wichtigsten Tiermalerin<br />
Österreichs sind ein herrliches<br />
Sammelgebiet.«<br />
KATHARINA ZETTER-KARNER<br />
Seit 2003 leitet Zetter-Karner die<br />
Galerie bei der Albertina und legt den<br />
Fokus auf österreichische Kunst des<br />
19. und 20. Jahrhunderts. Nun eröffnet<br />
sie den neuen Kunstraum Zetter<br />
Projects mit einer Schau über Karl<br />
Prantl und Hans Bischoffshausen (ab<br />
15. April), Lobkowitzplatz 1, 1010 Wien.<br />
Fotos: © Galerie bei der Albertina, beigestellt<br />
60 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
GARTEN UND TERRASSE ALS WOHNZIMMER IM FREIEN<br />
Markisen und Pergolen spenden kühlen Schatten und sorgen für das ideale Mikroklima an sonnigen Tagen.<br />
Perfektion lässt sich in jedem technischen Detail sehen und fühlen. Das ist Outdoor-Living made by HELLA!<br />
WE<br />
DESIGN<br />
COOL<br />
SHADOWS
<strong>LIVING</strong><br />
GARTEN-SPEZIAL<br />
80<br />
64<br />
72<br />
DIE ARCHITEKTUR DES GARTENS<br />
Solitäre und Sträucher verbinden sich<br />
in der Gartenarchitektur zu einer<br />
natürlichen Gesamtkomposition. (S. 64)<br />
WOHNEN, ABER OUTDOOR!<br />
Daybeds, Essbereiche und Loungemöbel:<br />
Das sind die aufregendsten<br />
Neuheiten für den Garten (S. 72)<br />
DURCH DIE BANK STYLISH<br />
Gartenbänke sind Oasen der Ruhe<br />
inmitten eines hektischen Alltags. (S. 80)<br />
LUST AUF FREILUFTKINO<br />
Leinwand oder Outdoor-TV – das sind<br />
die besten Screens für das private<br />
Freiluftkino. (S. 98)<br />
98<br />
Fotos: www.twrichardson.co.uk, beigestellt
outdoor / GARTENPLANUNG<br />
DIE ARCHITEKTUR<br />
DES GARTENS<br />
Der Garten ist die Brücke des Menschen in die Natur. Wenn es wärmer wird,<br />
wird das Leben nach draußen verlegt. Doch wie sieht der ideale Garten<br />
eigentlich aus? Wieviel Planung und welche Überlegungen stehen hinter<br />
einer mühelos wirkenden Outdoor-Zone? <strong>LIVING</strong> hat bei den führenden<br />
Gartenprofis Österreichs nachgefragt. TEXT MARLENE MAYER<br />
Foto: © katsey<br />
64 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Rückzug mit Gegenwind<br />
Freiflächen bieten Raum für<br />
Erholung. Diesen Dachgarten<br />
setzten die Landschaftsplaner<br />
von Kramer und Kramer um.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
65
outdoor / GARTENPLANUNG<br />
Allerorts, vor allem aber dort, wo<br />
es besonders dicht verbaut und<br />
belebt ist, wird der Garten zum<br />
Sehnsuchtsort. Schließlich wirkt<br />
sich der Zugang zu einer Freifläche direkt<br />
auf das Befinden ihrer Bewohner:innen<br />
aus. Denn das Leben im urbanen Raum<br />
und der Wunsch nach Naturverbundenheit<br />
schließen sich nicht aus, sie bedingen<br />
einander vielmehr.<br />
Dass der Garten und das Glück etwas<br />
miteinander zu tun haben – diese These ist<br />
nicht neu und wurde auch schon in einer<br />
ganzen Reihe von Studien verhandelt.<br />
»Gartenarbeit ist nicht nur ein Hobby oder<br />
eine Aufgabe, die dazu dient, sich körperlich<br />
zu betätigen oder den Geist zu beschäftigen.<br />
Es ist die Zusammenarbeit<br />
zwischen Natur und Mensch, die durch<br />
Erfahrung und Pflege verfeinert wird. Gartenarbeit<br />
bringt Alter und Weisheit«, findet<br />
man dazu etwa auch im Forschungsband<br />
»Green Care« der Hochschule für Agrar-<br />
»Die Natur befindet sich im<br />
ständigen Wandel. Deshalb<br />
muss der Garten schon im<br />
Vorfeld bis ins kleinste<br />
Detail durchdacht werden.«<br />
CHRISTIANE & JÖRG ZECHA von »Begründer«<br />
Mediterranes Ambiente<br />
Dieser kleine Vorgarten wurde von<br />
Callwey als einer der schönsten 50<br />
Gärten des Jahres ausgezeichnet.<br />
Zedern, Olivenbäume und Palmlilien<br />
sorgen für mediterranen Flair.<br />
Geplant von begruender.at<br />
und Umweltpädagogik Wien große Worte.<br />
Dabei ist es aber wohl nicht nur der Anlass<br />
zur Tätigkeit, der den Reiz der geordneten<br />
Landschaftszone ausmacht. Die Kultivierung<br />
der Natur reizt den Menschen jedenfalls<br />
schon seit jeher. »Seit dem Aufkommen<br />
der Garten- und Landschaftsarchitektur,<br />
deren Ursprung in Frankreich und England<br />
liegt, basiert die Gestaltung auf einer<br />
Philosophie der Ordnung, übertriebenen<br />
Sauberkeit und der Beherrschung des ›wilden<br />
Paradieses‹ um uns herum«, weiß etwa<br />
der niederländische Gartenarchitekt Nico<br />
Wissing, der gerade den Callwey-Band<br />
»Gärten des Jahres <strong>2024</strong>« herausgegeben<br />
hat. Diese historischen Wurzeln sieht man<br />
auch heute noch deutlich. »Die klassischen<br />
Fotos: © MW-Architekturfotografie, beigestellt<br />
66 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Gartenstile sind immer noch sehr wichtig,<br />
weil viele Gärten so gemacht sind, und die<br />
ganzen Bücher, die schönen Fotos und Motive,<br />
die wir alle kennen, dem entsprechen«,<br />
sagt dazu etwa der Tullner Landschaftsprofi<br />
Wolfgang Praskac, der sich neben vielen<br />
anderen Schwerpunkten besonders auf die<br />
Zucht Englischer Rosen konzentriert. Die<br />
Zeiten, in denen man dem strikten Reglement<br />
eines bestimmten Gartenstils penibel<br />
folgte, sind aber vorbei – da sind sich die<br />
Profis durch die Bank einig. Vielmehr werden<br />
fröhlich Anleihen gemacht, miteinander<br />
kombiniert und es wird auf die individuellen<br />
Bedürfnisse der Bewohner:innen Rücksicht<br />
genommen. Welche Gärten überzeugen also<br />
aktuell? Und wie plant man einen Garten<br />
nun nachhaltig und richtig?<br />
Blühende Landschaft<br />
Bei diesem Projekt von Lederleitner<br />
lag der Fokus darauf,<br />
die Pflanzungen mit den<br />
bestehenden Strukturen zu<br />
verweben. lederleitner.at<br />
GESCHICHTEN AUS DEM GARTEN<br />
Für Jörg Zecha, der gemeinsam mit seiner<br />
Frau Christiane das Gartenplanungsbüro<br />
Begründer führt, lässt sich die Qualität<br />
eines Gartens jedenfalls nicht allein über<br />
die Stilfrage klären: »Österreich ist ein Land<br />
der Gärten. Und wie seine Menschen haben<br />
auch ihre Gärten Eigenheiten, sind beseelt<br />
und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten.<br />
Von ehrwürdigen Bäumen, die sich<br />
über Jahrhunderte entwickeln konnten,<br />
während Generationen von Eigentümern<br />
kamen und wieder verschwanden. Von<br />
Igeln, Schmetterlingen und Bienen, und<br />
vielem anderen Getier, ohne welche ein<br />
Garten nicht denkbar wäre. Sie erzählen<br />
von Menschen, die sie errichtet haben,<br />
darin lebten und arbeiteten, genauso wie<br />
von Epochen und Stilen.«<br />
DER GRÜNE LEBENSRAUM<br />
Wie man so eine grüne Oase neu anlegt,<br />
zeigte Zecha mit seinem Team, zuletzt ><br />
»Das Wichtigste ist, dass<br />
sich der Garten in das Landschaftsbild<br />
einschmiegt und<br />
gleichzeitig eine Einheit mit<br />
dem Haus bildet.«<br />
HUBERTUS LEDERLEITNER von Lederleitner<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
67
outdoor / GARTENPLANUNG<br />
><br />
etwa mit einem kleinen Nutzgarten, der<br />
als persönlicher Rückzugsort für seine<br />
Bewohner:innen gestaltet wurde. Diese<br />
Arbeit wurde nun im Callwey-Ranking als<br />
einer der schönsten Gärten <strong>2024</strong> prämiert.<br />
Auf einer relativ kleinen Fläche findet hier<br />
allerlei Platz: neben vielfältigem Lebensraum<br />
mit unterschiedlichen Pflanzenarten,<br />
einer Natursteinmauer mit angrenzendem<br />
Bachlauf, Wasserfall und Holzsteg sind das<br />
etwa auch bewusst eingerichtete Ruheorte<br />
zum Sitzen und Genießen, aber auch ein<br />
Obst- und Gemüsegarten. Das Besondere<br />
ist: Obwohl hier sehr stark und detailliert<br />
planerisch eingegriffen wurde und jeder<br />
Quadratmeter einem bestimmten Zweck<br />
unterliegt, hat der Garten eine sehr natürliche<br />
Anmutung.<br />
BLÜHENDER GESAMTEINDRUCK<br />
Für Hubertus Lederleitner sind Traditionen<br />
in der Gestaltung durchaus wichtig, vor<br />
»Stauden, Wildkräuter, Natürlichkeit.<br />
Was vor ein paar<br />
Jahren noch als Unkraut angesehen<br />
worden wäre, wird<br />
jetzt wieder nachgefragt.«<br />
BERNHARD KRAMER von Kramer und Kramer<br />
allem dann, wenn sie neuen Ideen den passenden<br />
Rahmen geben: »Der Gartenstil ist<br />
immer von der umgebenden Landschaft<br />
und Architektur abhängig. Klassische Gärten<br />
haben nach wie vor ihre Berechtigung<br />
in unserer Zeit, sie können aber auch mit<br />
modernen Kontrastelementen spannende<br />
und ausdrucksstarke Lösungen hervorbringen.<br />
Das Wichtigste ist, dass sich der Garten<br />
in das Landschaftsbild einschmiegt und<br />
gleichzeitig eine Einheit mit dem Haus bildet«,<br />
ist Lederleitner überzeugt. Um das<br />
große Ganze von Anfang an im Auge zu<br />
behalten, legt der Experte besonderen Wert<br />
auf Entwurfszeichnungen. »Das ist eine<br />
Tradition, die wir wirklich bewusst pflegen«,<br />
sagt er. Dabei werden also alle Entwürfe<br />
handgezeichnet und koloriert, weil<br />
Malerisch<br />
»In der Gartenplanung<br />
komponieren wir im<br />
Grunde eine Situation«,<br />
sagt Bernhard Kramer.<br />
kramerundkramer.at<br />
Fotos: © katsey, © Thomas Zinner, beigestellt<br />
68 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Gesamtkomposition<br />
Je besser der Garten geplant<br />
ist, desto weniger Arbeit<br />
macht er in weiterer Folge, ist<br />
Wolfgang Praskac überzeugt.<br />
praskac.at<br />
»das die ausdrucksstärkste und kreativste<br />
Form der Gartenarchitektur darstellt«.<br />
ROMANTISCHE SICHTACHSEN<br />
Der Blick für den Gesamteindruck, die<br />
gelungene Komposition aus Sträuchern,<br />
Bäumen und Gehölzen, die Einteilung der<br />
Grünzone in ihre verschiedenen Nutzungsbereiche<br />
und der vorausschauende Blick<br />
darauf, wie sich der Eindruck des Gartens<br />
im Verlauf der Jahreszeiten verändern wird,<br />
sind dann auch die Kernaufgaben der<br />
Landschaftsarchitektur. Lederleitner: »Es<br />
spielen wirklich alle diese Elemente eine<br />
wichtige Rolle. Im Garten gibt es erst dann<br />
eine Harmonie, wenn die Blicke durch Bepflanzungen<br />
in die richtige Richtung geleitet<br />
werden, die Gestaltung des Gartens<br />
zur Architektur des Hauses passt und das<br />
gesamte Grundstück stimmig in der Landschaft<br />
liegt.«<br />
VON WEGEN UNKRAUT<br />
Bei aller Wertschätzung für historische<br />
Bezüge und Traditionen ist die Gestaltung<br />
von Gärten natürlich auch gewissen Trends<br />
unterlegen. Wolfgang Praskac geht hier<br />
mit seinen Kolleg:innen ganz d’accord und<br />
attestiert dem Thema »Natürlichkeit« besondere<br />
Relevanz: »Landschaftsgärten, die<br />
eher nicht sehr formal sind, werden stark<br />
nachgefragt.« Durchdachtes Durcheinander<br />
fungiert hier als eine Art Gegenbewegung<br />
zu einer Funktionalität, die lange genug<br />
formgebend war.<br />
»Was wirklich auffällig ist, ist das unfassbare<br />
Interesse der Menschen am Thema<br />
><br />
»Momentan geht alles in<br />
Richtung natürliche Gärten.<br />
Die Leute wünschen sich<br />
Landschaftsgärten, die<br />
nicht sehr formal sind.«<br />
WOLFGANG PRASKAC von Praskac<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
69
outdoor / GARTENPLANUNG<br />
Einzigartige Gewächse<br />
Der Trend geht eindeutig in Richtung<br />
Solitärgewächse, viele Menschen<br />
wollen ein besonderes Highlight im<br />
Garten, beobachtet man auch bei<br />
Starkl. starkl.at<br />
STAUDEN UND SOLITÄRE<br />
><br />
und dass sich viele sehr intensiv mit der<br />
Gartenarbeit beschäftigen, viel Zeit in Gärtnereien<br />
verbringen und wirklich Knowhow<br />
aufbauen«, beschreibt Bernhard<br />
Kramer vom Gartenarchitekturbüro Kramer<br />
und Kramer den für ihn augenscheinlichsten<br />
Trend der Saison. »Das Gärtnern<br />
ist einfach ein ganzheitliches, wunderschönes<br />
Thema. Und dafür braucht man nicht<br />
unbedingt ein riesiges Anwesen, das kann<br />
schon mit drei Tomatenstauden am Balkon<br />
anfangen – die Freude ist die gleiche.« Die<br />
Kund:innen von Kramer sind also verstärkt<br />
daran interessiert, im Garten Hand anzulegen,<br />
ein gewisser Aufwand ist durchaus<br />
erwünscht. Kramer: »Heute darf es wieder<br />
mehr sein. Mehr Vielfalt, aber auch mehr<br />
Arbeit. Mehr Stauden, Wildkräuter und<br />
Natürlichkeit. Pflanzen, die noch vor ein<br />
paar Jahren als Unkraut angesehen worden<br />
wären, sind jetzt nachgefragt.«<br />
» Einen Garten zu pflegen,<br />
heißt an morgen zu glauben.<br />
Wer einen Garten besitzt,<br />
weiß, wie erfüllend das Beobachten<br />
der wachsenden<br />
Blüten und Blätter ist.«<br />
THERESIA STARKL, Marketingchefin von Starkl<br />
Apropos Pflanzen. Jeder Garten braucht die<br />
zu ihm passenden Stauden, Sträucher und Gehölze.<br />
Dabei können die Landschaftsprofis<br />
allesamt einen deutlichen Trend zum Solitärgewächs<br />
ausmachen. »Der Wunsch zur Einzigartigkeit<br />
ist definitiv zu spüren«, erzählt<br />
etwa Theresia Starkl von der gleichnamigen<br />
Traditionsgärtnerei. »Viele Kunden wünschen<br />
sich etwa einen Big Bonsai.« Auch Oldschool-<br />
Gehölze, wie Magnolien und andere blühende<br />
Bäume, haben längst wieder Wurzeln geschlagen,<br />
erzählt Kramer. Wichtig sind insektenfreundliche<br />
Bepflanzungen – denn wer sich<br />
intensiv mit seinem Garten auseinandersetzt,<br />
bekommt automatisch ein Bewusstsein für<br />
Veränderungen in der Natur und die eigene<br />
Verantwortung dafür. »Ein Garten bedeutet<br />
eine lebenslange Auseinandersetzung«, sagt<br />
Lederleitner dazu. Und weiter: »Es entsteht<br />
ein Gefühl der Freude und Entspannung,<br />
wenn man den Garten durch die vier Jahreszeiten<br />
erlebt, ihn betrachtet, ihn bearbeitet<br />
und darin lebt. Dann entsteht Glück!«<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
70 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
photo © Christian Redtenbacher | project: Star--Roll Sun Shade Trading GmbH<br />
ZERTIFIZIERTE SUNSQUARE ® -FACHHÄNDLER IN IHRER NÄHE:<br />
STAR-ROLL SUN SHADE TRADING GMBH<br />
Traunuferstraße 261 | 4053 ANSFELDEN<br />
w w w . s t a r - r o l l . a t<br />
Ziehrerstraße 73 | 8041 GRAZ<br />
www.konrad-sonnensegel.at
outdoor / OUTDOORMÖBEL<br />
Rock ’n’ Roll<br />
Die Rückenlehne des komfortablen<br />
Gartensofas »Big Roll« erinnert an<br />
aufgeblasene Schwimmreifen und<br />
lädt zum Verweilen ein. sifas.com<br />
DAS OPEN-AIR-<br />
WOHNZIMMER<br />
Möbel rausstellen ist schnell arrangiert. Die tatsächliche Kunst besteht aber<br />
darin, Ensembles zu schaffen. Mit den neuen Outdoorsofas und Loungesesseln<br />
fangen wir gleich mal an und richten uns rund um den Pool und Terrassen<br />
wohnlich ein. <strong>LIVING</strong> ist ein Best-of Probe gesessen.<br />
Ästhetisch<br />
Das Sofa »Torii Nest Outdoor«<br />
besticht durch seine optische<br />
Leichtigkeit und den harmonischen<br />
Materialmix.<br />
minotti.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
72 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
WOHNEN<br />
Helle Freude<br />
Das Sofa »Esosoft Outdoor«<br />
wurde von Antonio Citterio<br />
für Cassina entworfen.<br />
cassina.com<br />
Gut kombiniert<br />
Das Zweiersofa »Vimini« von<br />
Kettal besteht u. a. aus<br />
elegantem Teakholz.<br />
brandstores-kettal.de<br />
Exzentrisch<br />
Ein absoluter Hingucker ist der<br />
Stuhl »Reina Cocoon« aus der<br />
»Cartagenas«-Kollektion von<br />
Sebastian Herkner.<br />
amesliving.de<br />
Zuckersüß<br />
Die Linie »Bombom« von Joana Vasconcelos<br />
ist jetzt auch für den<br />
Outdoorbereich erhältlich.<br />
roche-bobois.com<br />
Vielseitig<br />
Das Modulsofa »Orlando« kann<br />
nach Belieben angeordnet<br />
werden. Der ideale Ort zum<br />
Entspannen an warmen Tagen.<br />
bolia.com<br />
Komfortabel<br />
Ob tagsüber oder zu später<br />
Stunde: der »Oda Lounge<br />
Chair« ist immer eine<br />
sichere Wahl.<br />
vincentsheppard.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
73
outdoor / OUTDOORMÖBEL<br />
DRAUSSEN<br />
GENIESSEN<br />
Mit dem passenden Essbereich wird der Aufenthalt im<br />
Freien zum Gesamterlebnis. Ob beim Morgenkaffee, beim<br />
Sonntagsbrunch oder beim geselligen Barbecue – verwandeln<br />
Sie mit diesen neuen Modellen die Gartenzeit in einen Kurzurlaub.<br />
Zeitgenössisch<br />
Mit der »Oxford«-Kollektion<br />
denkt Sifas klassische<br />
Outdoormöbel neu und verleiht<br />
ihnen einen modernen Touch.<br />
brandstores-sifas.de<br />
New Kid on the Block<br />
Francesco Meda und David<br />
Lopez Quincoces haben die<br />
beerenfarbene Kollektion<br />
»Naca« für Fast entworfen.<br />
fastspa.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
74 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
ESSEN<br />
Pretty in Pink<br />
Mit der farbenfrohen Outdoorkollektion<br />
»IVY« ist gute<br />
Laune garantiert.<br />
objekteunserertage.com<br />
Tafelrunde<br />
Der Draenert-Klassiker »Adler«<br />
wurde nun in einer Outdoorvariante<br />
lanciert. Die Platte kann aus<br />
150 Natursteinsorten gewählt werden.<br />
draenert.de<br />
Romantisch<br />
Die Tische und Stühle der Serie<br />
»Thorvald« fügen sich mit ihrer<br />
zarten Erscheinung perfekt in<br />
üppig grüne Gärten ein.<br />
andtradition.com<br />
Bistro-Flair<br />
Für entspannte Lounge-<br />
Bar-Atmosphäre sorgen<br />
die Stücke der Kollektion<br />
»Thierry XXL« von Kartell.<br />
kartell.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
75
outdoor / OUTDOORMÖBEL<br />
Wohlfühloase<br />
Doppelsonnenliege von Maisons<br />
du Monde aus Metall und<br />
recyceltem Polyester.<br />
maisonsdumonde.com<br />
Gute Lage<br />
Die neue Outdoorkollektion<br />
von Baxter wurde von Paola<br />
Navone entworfen und<br />
versprüht Urlaubsflair.<br />
baxter.it<br />
Im Doppelpack<br />
Erholsames Zusammensein<br />
verspricht der »Double<br />
Sunlounger Mieke« von<br />
Gommaire.<br />
gommaire.com<br />
FREILUFTBETTEN<br />
ZUM TRÄUMEN<br />
Wir wissen: Im Liegen kommen die besten Ideen. Von diesen Outdoor-Daybeds<br />
aus kann man die Gedanken bestimmt besonders gut schweifen lassen. <strong>LIVING</strong><br />
hat die schönsten Neuheiten aus Holz, Geflecht oder Aluminium gefunden.<br />
Fotos: beigestellt<br />
76 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Einfach mal abhängen<br />
Die luxuriösen Daybeds von<br />
TiiPii verfügen über Makramee-Verarbeitungen<br />
und ein<br />
luftiges weißes Netz.<br />
tiipiibed.com<br />
SCHLAFEN<br />
Allroundtalent<br />
Die Chaiselongue »Traveler«<br />
wurde von Stephen Burks<br />
designt und eignet sich<br />
wunderbar zum Lesen, Essen<br />
oder Faulenzen.<br />
roche-bobois.com<br />
Love is in the Air<br />
Die Sitzschale des<br />
»Lovebed« erinnert dank<br />
ihrer Komplexität an antike<br />
Korbflechterei.<br />
cassina.com<br />
Sanfter Riese<br />
Für die Produktion des<br />
»Whale Noche Daybed« wird<br />
unter anderem zertifiziertes<br />
Teakholz verwendet.<br />
snoc-eu.com<br />
Quadratisch, praktisch, gut<br />
Das Daybed »Cube« funktioniert<br />
als gemütliche Ruheinsel in der<br />
Gartenlandschaft.<br />
skyline-design.eu<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
77
outdoor / DIE GARTENBANK<br />
Organische Form<br />
Die australische Firma<br />
DesignByThem sorgt mit<br />
ihrer »Ribs Bench« für<br />
einen Hingucker.<br />
designbythem.com<br />
80 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
DURCH<br />
DIE BANK<br />
STYLISH<br />
Gartenbänke sind Oasen der Ruhe inmitten eines hektischen<br />
Alltags. Sie laden zum Verweilen und zum Träumen ein.<br />
Zugleich erzählen sie viel davon, wie wir den öffentlichen Raum<br />
strukturieren: Im 19. Jahrhundert waren sie in den Parks der<br />
Bourgeoisie vorbehalten. TEXT KARIN CERNY<br />
Fotos: © DesignByThem, © INDOOR & OUTDOOR DESIGN<br />
Der deutsche Schriftsteller Theodor<br />
Fontane flanierte gern. Als begeisterter<br />
Wanderer erkundete er<br />
Brandenburg, fütterte die Enten im<br />
Teich und beobachtete die Menschen. Heute<br />
würde man sagen, er entschleunigte, um<br />
kreativen Input zu tanken. Fontane selbst<br />
schrieb: »Ich bin immer, auch im Leben, für<br />
Ruhepunkte. Parks ohne Bänke können<br />
mir gestohlen bleiben.« Auch die<br />
Impressionisten liebten Gartenbänke,<br />
Claude Monet verewigte seine erste<br />
Frau Camille in einem flirrenden<br />
Sommergemälde in einem Garten in<br />
einem Pariser Vorort.<br />
URBANE ERFINDUNG<br />
So unscheinbar und selbstverständlich die<br />
Gartenbank auf den ersten Blick wirkt, so<br />
umkämpft ist sie doch. Bereits im Mittelalter<br />
durften nur sozial Gleichgestellte nebeneinander<br />
auf einer Bank sitzen. Auch später<br />
blieben die Parks zunächst der Bourgeoisie<br />
vorbehalten, das gemeine Volk war ausgeschlossen<br />
– und hatte ohnehin kaum<br />
><br />
Nachhaltig bequem<br />
Eine elegante Holzbank aus<br />
Kasachstan, die an ein<br />
Walskelett erinnert.<br />
parametrica.org<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
81
outdoor / DIE GARTENBANK<br />
Harte Realität<br />
»Soft Seat« nennt sich der<br />
Betonhocker des belgischen<br />
Designers Roel Vandebeek.<br />
roelvandebeek.com<br />
><br />
Farbe in den Garten<br />
Der französische Anbieter<br />
Fermob setzt auf<br />
langlebige Gartenmöbel<br />
aus Metall.<br />
fermob.com<br />
Freizeit, sich im<br />
Grünen zu erholen.<br />
Die Parkbank ist eine<br />
urbane Erfindung der<br />
Reichen: Mitte des<br />
19. Jahrhunderts erst<br />
wurden in öffentlichen<br />
Grünanlagen Sitzbänke installiert.<br />
Diese sozialen Barrieren sind<br />
mittlerweile zwar gefallen, aber trotzdem<br />
ist die Parkbank ein Streitobjekt geblieben.<br />
Nach wie vor stellt sich die Frage: Wem gehört<br />
der öffentliche Raum? In jüngster Zeit macht<br />
die »defensive Architektur« von sich reden,<br />
man versucht, unerwünschte Gruppe zu<br />
vertreiben. Bänke eigenen sich nicht mehr für<br />
Obdachlose, um darauf zu übernachten. Der<br />
französische Philosoph Mickaël Labbé spricht<br />
in seinem Buch »Platz nehmen« von einem<br />
»Signal der Verachtung«.<br />
Minimalismus-Trend<br />
Reduziertes Design und<br />
robustes Material, an dem<br />
Regenwasser gut ablaufen kann.<br />
benkert.info<br />
Menschen in ihre eigenen vier Wände zurück.<br />
Dabei geht aber auch etwas verloren:<br />
Nostalgisch blickt man in den Süden, wo ältere<br />
Menschen sich zum täglichen Austausch im<br />
Freien treffen. Wo man, auf Bänken sitzend,<br />
den neuesten Tratsch und Rezepte austauscht –<br />
und dabei jung bleibt. Die Parkbank hat eine<br />
lebensverlängernde Funktion: Sie macht uns zu<br />
sozialen Wesen. Sie hilft, gerade im Alter nicht<br />
zu vereinzeln und zu vereinsamen. Die Gartenbank<br />
ist ein Ort des Dialogs und Austausches.<br />
Geradezu erschreckend ist in<br />
diesem Kontext eine Beobachtung<br />
der Autorinnen Antje und Susann<br />
Rittermann, die in ihrem 2019 erschienen<br />
Buch »Bänke aus Holz« beschreiben,<br />
dass in Berlin die um<br />
Straßenbäume gebauten<br />
Bänke dann verschwinden,<br />
wenn die<br />
umliegenden Mietwohnungen<br />
in<br />
Eigentumswohnungen<br />
umgewandelt worden<br />
sind. Dann ist Schluss<br />
damit, den öffentlichen<br />
Raum gemeinsam<br />
zu nutzen.<br />
GEMEINSAMER RAUM<br />
Je mehr der Gemeinschaftsraum in den Städten<br />
verloren geht, desto häufiger ziehen sich<br />
Fotos: beigestellt<br />
82 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Gartenbänke haben symbolischen Charakter.<br />
An ihnen zeigt sich, wie offen, neugierig und<br />
kommunikativ eine Gesellschaft ist.<br />
Künstler:innen und Designer:innen haben<br />
sich bereits mit dem Thema beschäftigt –<br />
und utopische Bänke entworfen. Wetterfestes<br />
Holz ist nach wie vor ein zentrales Baumaterial,<br />
aber Bänke müssen nicht langweilig<br />
aussehen, wie die organisch geschwungenen<br />
Bänke »Parametrica« von Satikov Design<br />
beweisen, die an Wellen oder an Walskelette<br />
erinnern. Bänke im öffent lichen Raum<br />
können überraschen, sie sind nicht nur<br />
funktionale Outdoor-Sitzmöbel, sondern<br />
haben Erlebnischarakter. »Soft Seat« nennt<br />
sich der Hocker des belgischen Designers<br />
Roel Vandebeek, der allerdings aus massivem<br />
Beton besteht. Form und Funktion stehen in<br />
einem ironischen Dialog. Ein weicher Hocker<br />
scheint Wind und Wetter zu trotzen, erst auf<br />
den zweiten Blick erkennt man das feste<br />
Material.<br />
FRÖHLICHE POPKULTUR<br />
Aber auch die schlichte, klassische Gartenbank<br />
feiert ein Revival, allerdings in buntem<br />
Gewand. Der französische Anbieter Fermob<br />
setzt auf langlebige Gartenmöbel aus Metall,<br />
die in zahlreichen Farben erhältlich sind,<br />
um draußen farbenfrohe Akzente zu setzen.<br />
Der deutsche Anbieter Benkert geht in<br />
seiner Vollstahlbankserie ähnliche Wege:<br />
reduziertes Design, robustes Material, an<br />
dem Regenwasser gut ablaufen kann. So<br />
trocknen die Bänke und Tische schnell und<br />
sind gerade in Parks nach einem Wolkenbruch<br />
gleich wieder benutzbar. Eine Parkbank<br />
kann ein Stück fröhliche Popkultur<br />
sein, die einfach Spaß macht. Die japanische<br />
Designerin Kazuko Okamoto hat ihre Bank<br />
aus Polyethylen »WOW« genannt, umgedreht<br />
gelesen steht dann »MOM«.<br />
Schicht für Schicht<br />
Eine Bank aus dem 3D-Drucker,<br />
die von der Vorarlberger<br />
Landschaft inspiriert ist.<br />
hagenhinderdael.com<br />
Pop-Art-Hocker<br />
»WOW«-Bank der japanischen<br />
Designerin Kazuko Okamoto<br />
aus Polyethylen.<br />
slidedesign.it<br />
ACHTUNG, DRUCKFRISCH!<br />
Die Parkbank kann aber auch direkt aus dem<br />
Drucker kommen. »Contour« von Sofia<br />
Hagen und Lisa Hinderdael ist von der<br />
Vorarlberger Landschaft inspiriert. Die<br />
organischen Rundungen werden Schicht für<br />
Schicht im Drucker aufgetragen und sollen<br />
an die topografischen Schichten der Berglandschaft<br />
erinnern. Die unterschiedlichen<br />
Grauabstufungen verstärken diesen gewachsenen,<br />
organischen Eindruck. So wirkt die<br />
Bank, als ob sie schon ewig hier stehen<br />
würde, wie ein Statement gegen die Vergänglichkeit.<br />
Und zugleich als dezentes Kunstwerk,<br />
das uns daran erinnert, dass die<br />
Gartenbänke noch immer da sein werden,<br />
auch wenn wir schon längst abgedankt<br />
haben.<br />
<<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
83
outdoor / DIE GARTENBANK<br />
»MEINE BÄNKE SIND UNTRAGBAR<br />
UND UNERTRÄGLICH«<br />
Die in Wien lebende Künstlerin Maruša Sagadin hat gerade in der Kunsthalle Schirn<br />
in Frankfurt eine Ausstellung mit fantasievollen Skulpturen zum Verweilen kreiert.<br />
<strong>LIVING</strong> Warum sind Parkbänke wichtig für<br />
eine funktionierende Gesellschaft?<br />
MARUŠA SAGADIN Ich glaube stark an<br />
eine Öffentlichkeit, in der wir uns begegnen<br />
können. Und dafür brauchen wir Orte –<br />
es können Treppen, Plätze, Bänke oder<br />
Brunnen sein. Auch undefinierte Räume, die<br />
erst durch Zufälle verwendet oder entwendet<br />
werden.<br />
Wie könnten utopische Parkbänke Ihrer<br />
Meinung nach aussehen?<br />
Sie sollen lang sein, möglichst breit, bunt, am<br />
besten etwas geschützt vor Einblicken.<br />
Was interessiert Sie als Kunstschaffende an<br />
öffentlichen Sitzgelegenheiten?<br />
Meine künstlerische Arbeit beinhaltet oft den<br />
Charakter des Benutzbaren. Es sind skulpturale<br />
Objekte, die man als Bars, Tische, Bänke<br />
verwenden kann. Meine regelmäßigen<br />
Beobachtungen der Stadträume und der<br />
Architektur inspirieren mich dazu. Dabei<br />
interessiert mich sowohl der öffentliche als<br />
auch der Ausstellungsraum – und wie wir<br />
uns darin aufhalten können ohne zu viele<br />
Einschränkungen. Im öffentlichen Raum gibt<br />
Bank mit Stiefeln<br />
Schuhe dienen als Stützen:<br />
Skulptur aus der Ausstellung<br />
»Luv Birds in toten Winkeln«<br />
in Frankfurt. schirn.de<br />
Grundfarben<br />
Die Hit inctorit, ut est preiur?<br />
Ovitior as verrornimu scilique<br />
voluptatem es dus ilita corruntur?<br />
Qui blanis etur, non<br />
www.de<br />
es immer weniger Orte, an denen wir nichts<br />
konsumieren müssen. Spannend ist auch<br />
die Frage: Wie kann sich die individuelle<br />
Kontemplation eines Ausstellungsraumes mit<br />
der sozialen Konversation des Öffentlichen<br />
austauschen und vermischen?<br />
Ihre ausgestellten Bänke sind nicht nur Orte<br />
zum Verweilen, sie erzählen auch spielerischsubversiv<br />
Geschichten und sollen zum<br />
Nachdenken anregen. Das Modell »Doris«<br />
etwa erinnert stark an die Form eines<br />
weiblichen Körpers …<br />
Alle Arbeiten tragen Titel, die Erzählungen<br />
innehaben: »Stress in Texas« oder »Schlechte<br />
Laune ohne Kiosk und Küche«. Sie spielen<br />
einerseits auf den Wunsch an, den öffentlichen<br />
Raum zu aktivieren, aber auch auf die<br />
Architekturgeschichte und deren Säulen-<br />
Rangordnungen und auf die soziale Komponente<br />
dieser Infrastrukturen, die ja immer<br />
auch aus- oder einschließen.<br />
Wie wichtig ist Humor für Ihre Arbeit?<br />
Die Ausstellung in der Schirn Kunsthalle mit<br />
dem Titel »Luv Birds in toten Winkeln«<br />
beschäftigt sich mit dem öffentlichen Raum<br />
Maruša Sagadin<br />
Die slowenisch-österreichische Künstlerin ist<br />
stark von der Architektur und ihren Ein- und<br />
Ausschlussmechanismen geprägt. sagadin.at<br />
und wie dieser auch für Intimitäten und<br />
Unbeobachtetes genutzt werden kann. Es<br />
gibt Säulen, die fragmentarische Körperteile<br />
wie Nasen, Zungen und Bäuche tragen.<br />
Die Arbeit »Schlechter Witz« soll an eine<br />
Straßenlaterne erinnern, aber es hängen fünf<br />
gelbe Birnen daran. Mir ist wichtig, meine<br />
kritischen Überlegungen zum öffentlichen<br />
Raum nicht mit zu viel Anstrengung und<br />
Härte zu vermitteln.<br />
Was erzählen Ihre Bänke über Geschlechterrollenbilder?<br />
Meine Objekte werden von Körperteilen<br />
wie Brüsten, aber auch High Heels und<br />
ornamentalen Architekturfragmenten wie<br />
Voluten und Säulenbäuchen getragen. Das<br />
verwendete Material ist pigmentierter<br />
Beton, der nicht verrückbar ist. Als Lehnen<br />
dienen Herzen, Lippenstifte und Halsketten.<br />
Alle Arbeiten werden mit Accessoires<br />
behangen. Meine Bänke sind untragbar und<br />
unerträglich.<br />
Fotos: beigestellt<br />
84 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
SPOERKS OUTDOOR MÖBEL<br />
CHIC IN DEN FRÜHLING<br />
Sobald die Temperaturen steigen, lockt es uns nach draußen. Die eleganten Möbelserien von<br />
spoerks outdoor möbel laden zum gemütlichen Relaxen ein und<br />
versprühen an jedem Tag Urlaubsfeeling pur.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
Bei spoerks outdoor möbel gibt es<br />
für jeden Geschmack garantiert<br />
das Passende, um den Frühling<br />
gebührend willkommen zu<br />
heißen. Das breit gefächerte Sortiment an<br />
Möbeln für den Außenbereich bietet viele<br />
Auswahlmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen<br />
Designs. Ob Stühle, Tische<br />
oder ein komplettes Lounge-Set, hier gibt es<br />
das passende Möbelstück für die diversesten<br />
Outdoor-Bereiche. Die Möbel sind aus<br />
hochwertigen Materialien gefertigt, um<br />
jedem Wetter standzuhalten. Die Outdoor-<br />
Stoffe von Sunbrella® haben schmutz- und<br />
wasserabstoßende Eigenschaften. Jedes<br />
Element hat einen Wasserablauf und ist mit<br />
Quick-Dry-Foam für einen einzigartigen<br />
Sitzkomfort und Ergonomie ausgestattet.<br />
Diese Technik bewirkt, dass die Lounge<br />
innerhalb kürzester Zeit wieder trocken ist<br />
und uneingeschränkt genutzt werden kann.<br />
Der Stoff wird aus 100 Prozent Acryl<br />
gewebt, ist farbecht, UV-beständig und<br />
dazu noch leicht zu reinigen.<br />
AUF DER SONNENSEITE<br />
Mit den vielfältigen Kollektionen von<br />
spoerks outdoor möbel ist Entspannung<br />
garantiert. Die preisgekrönte »Dotty-Kollektion«<br />
beispielsweise wurde mit dem<br />
renommierten deutschen Red Dot Award<br />
ausgezeichnet und besteht aus 100 % dünn<br />
gesponnenem und UV-stabilisiertem Polypropylen.<br />
Die mehrfarbigen Garne geben<br />
der Kollektion einen besonderen Touch.<br />
Ab dem 4. April gibt es jede Woche freitags<br />
von 12 bis 18 Uhr und samstags von 10<br />
bis 16 Uhr einen Pop-up-Store im »Parkhotel<br />
Schönbrunn«, Durchgang durch die Parkgarage<br />
Hietzing »Parkhotel Schönbrunn«,<br />
Hietzinger Hauptstraße 10, zu entdecken.<br />
Weitere Informationen unter<br />
spoerks.at<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
85
outdoor / KÜCHENGARTEN<br />
Knackiges Gemüse<br />
Frische Kräuter und Wurzelgemüse<br />
sät man idealerweise<br />
im Blumenkasten aus. Bereits<br />
nach wenigen Wochen kann<br />
geerntet werden.<br />
Fotos: living4media / Eising Studio - Food Photo & Video, © Sabine Gudath<br />
86 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
STADTGEMÜSE<br />
Sich mit Pflanzen zu beschäftigen,<br />
bedeutet immer mit der Natur in<br />
Berührung zu kommen. Es ist eine<br />
weitverbreitete und tiefe Sehnsucht,<br />
die sich auch mit nachhaltigem Bewusstsein<br />
bestens versteht und dafür sorgt, dass<br />
Gemüseknollen, Setzlinge und Samen immer<br />
wieder dann Hochkonjunktur haben, wenn<br />
die Kargheit und Kälte des Winters in den<br />
Hintergrund rückt. Eine Sehnsucht dieser Art<br />
empfand auch Patrick Vernuccio, als seine<br />
Auseinandersetzung mit der Nutz gemüse-<br />
Aufzucht seinen Anfang nahm: Der Frühling<br />
stand in den Startlöchern und Vernuccio<br />
begab sich zum Spontankauf von Tontöpfen,<br />
Saatgut und Co. in ein Gartencenter: »Bereits<br />
wenige Tage später keimten einige meiner<br />
Salatsamen, und ich sah einen zarten Stiel<br />
und erste kleine Blättchen. Was für ein<br />
Triumph! Ich war so ergriffen, als hätte ich<br />
gerade das Feuer erfunden«, erzählt Vernuccio,<br />
der mittlerweile als »The Frenchie<br />
Erdhaufen, Wurzelwerk und Gießroutine – die Lust zum Garteln<br />
erwacht auch im urbanen Raum. Das kann man längst allerorts<br />
sehen. Denn mit ein wenig Know-how und Mut zur Improvisation<br />
erblüht der Küchengarten auch auf der kleinsten Fensterbank.<br />
TEXT MARLENE MAYER<br />
Gardener« auf Instagram und rundherum<br />
enorm erfolgreich ist, von diesem Initiationserlebnis.<br />
Heute teilt er das Wissen, das er sich<br />
im Trial-and-Error-Verfahren angeeignet hat,<br />
kurzweilig und verständlich via Social Media<br />
mit mehr als einer Million Menschen.<br />
ERNTE VOR DEM FENSTER<br />
Das erstarkte Interesse an Tipps und Tricks<br />
zur Gemüseaufzucht kommt nicht von<br />
ungefähr. Gerade im dicht verbauten,<br />
urbanen Gebiet grassiert die Lust am Säen,<br />
Pflegen, Ernten – fehlende Freiflächen<br />
machen die Sache zwar nicht leichter, aber bei<br />
Weitem nicht unmöglich. »Aus so ziemlich<br />
jedem Fensterbrett lässt sich ein kleiner<br />
Nutzgarten machen«, sagt etwa Gemüse-<br />
Influencerin Deike Haßler (@kuestenbalkon).<br />
Sie sagt auch: »Der kleinste Garten ist ein<br />
Topf«, was natürlich stimmt, und vor allem<br />
die Hemmungen nehmen soll, einfach einmal<br />
anzufangen. Denn – und auch das ist eine<br />
wichtige Botschaft – das Gärtnern ist keine<br />
Geheimwissenschaft und einfache Kenntnisse<br />
rund um Aussaat, Pflege und Bewässerung<br />
führen in der Regel recht zügig zum Erfolg.<br />
Hilfestellung geben zur Zeit gleich eine ganze<br />
Reihe an »Urban Farmers«, die ihr Know-how<br />
anfängerfreundlich und kompakt in Buchform<br />
aufbereitet haben.<br />
KONTEMPLATION AM GEMÜSEBEET<br />
Vernuccio konzentriert sich dabei, wie Haßler,<br />
auf die effektive Gemüseaufzucht: »Es ist<br />
höchste Zeit, wieder mit der Natur und dem<br />
Essen auf unseren Tellern in Verbindung zu<br />
treten«, sagt er. Einen besonders hilfreichen<br />
Rat hat er überdies für all jene, die frustriert<br />
sind, weil ihnen schon wieder das Basilikum<br />
eingegangen ist: »Das im Supermarkt gekaufte<br />
Topfbasilikum ist nicht dafür gedacht, lange zu<br />
überdauern und weiterzuwachsen.<br />
><br />
Garten-Influencer<br />
Als »The Frenchie Gardener«<br />
teilt Patrick Vernuccio sein<br />
Gärtner-Know-how mit einem<br />
Millionenpublikum.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
87
outdoor / KÜCHENGARTEN<br />
><br />
Es wurde schnell hochgezogen, um<br />
verkauft und verbraucht zu werden.« Damit es<br />
kaufanregend aussieht, werden die Pflänzchen<br />
zu eng in den Topf gepflanzt. Topft man aber<br />
um und teilt den Basilikum dabei platzmäßig<br />
auf, kann man ihn leicht retten. Schnelle<br />
Erfolgserlebnisse fahren Anfänger:innen auch<br />
mit Radieschen oder Salat unkompliziert ein.<br />
Paradeiser gedeihen, wenn es sonnig ist, sogar<br />
am Innen-Fensterbrett und mit einer stabilen<br />
Sicherung lässt sich selbst Kürbis vom<br />
Küchenfenster aus ernten.<br />
Duftende Kräuter<br />
Andrew Perry verkaufte bereits<br />
Pflanzen, um einen Teil seiner<br />
Studien gebühren zu finanzieren.<br />
Sein Wissen teilt er nun in seinem<br />
Buch »Kräuter, Kräuter, Kräuter«.<br />
Auch der Engländer Andrew Perry<br />
beschäftigt sich berufswegen mit Nutzpflanzen.<br />
Dabei lässt er das Gemüsesortiment<br />
links liegen und konzentriert sich gezielt auf<br />
Kräuter – eine Faszination, die ihn übrigens<br />
schon während seines Studiums begleitete<br />
und es sogar ein Stück weit finanzierte. Denn<br />
Perry verkaufte seine selbstaufgezogenen<br />
Pflanzen, 2013 professionalisierte er den<br />
Nebenerwerb und gründete »Urban Herbs«.<br />
In seinem aktuellen Buch »Kräuter, Kräuter,<br />
Kräuter« teilt er nun sein Fachwissen und<br />
sagt: »Kräuter sind wunderbare Pflanzen, die<br />
die Kraft haben, eine Mahlzeit zu verändern,<br />
die Sinne anzuregen und die Stimmung<br />
aufzuhellen.« Und da lohnt es sich doch, sich<br />
die Hände schmutzig zu machen.<br />
<<br />
BUCHTIPPS<br />
Für urbane Selbstversorger<br />
»The Frenchie Gardener« Patrick<br />
Vernuccio teilt sein Know-how für Gemüse<br />
mit mehr als einer Million Instagram-<br />
User:innen. Die Highlights gibt es jetzt<br />
auch in Buchform. ZS Verlag, € 23,99<br />
Kleine Kräuterkunde<br />
Der Engländer Andrew Perry teilt in<br />
»Kräuter, Kräuter, Kräuter« seine<br />
besten Tipps und Tricks zum Anbau<br />
von Kräutern für Pizza, Salat und Tee.<br />
Knesebeck, € 17,–<br />
Urbane Anbaugebiete<br />
Um zeitgemäße und praktische Tipps zur<br />
Selbstversorgung mit Obst und Gemüse<br />
geht es in dem schönen Band »Urban<br />
Farmers« von Robert Klanten und Valery<br />
Rizzo. Gestalten, € 35,–<br />
Gärtnern auf kleinstem Raum<br />
Dass man für eine erfolgreiche Ernte<br />
nicht unbedingt viel Platz braucht, zeigt<br />
Deike Haßler in ihrem neuen Ratgeber<br />
»Fensterbrettgarten«.<br />
Löwenzahn Verlag, € 24,99<br />
Fotos: beigestellt<br />
88 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
URLAUB AM BAUERNHOF<br />
DAS ABENTEUER RUFT!<br />
Wohlfühlen wie »Daham« oder noch besser. Hier ist bio nicht nur ein Wort, sondern<br />
Lebensweise. Bei einem Urlaub am Bauernhof in Kärnten lernt man Loslassen,<br />
Entspannen und Erholen. Weil die einfachen Dinge glücklich machen.<br />
FOTOS: DANIEL GOLLNER<br />
Ein Bauernhof in Kärnten ist eine<br />
Welt der Ursprünglichkeit und<br />
Einfachheit, nach der man sich<br />
schon immer gesehnt hat. Hier<br />
werden Augenblicke zu kleinen Kostbarkeiten,<br />
weil sie selten geworden sind. Wo sonst<br />
kann man sich sein Frühstücksei aus dem<br />
Hühnernest holen, die Preiselbeeren für das<br />
Grantnschleck (eine Kärntner Süßspeise aus<br />
Schlagobers und Preiselbeeren) selbst klauben,<br />
die Forellen für den Grillabend aus<br />
dem Teich fangen oder unterm Apfelbaum<br />
in der Hängematte ein Nickerchen machen?<br />
Träumen kann man später im weichen Bett<br />
mit Zirbenpolster oder Kräuterkissen<br />
unterm Kopf und mit kühler, würziger Luft<br />
als Schlafbeschleuniger. Man entdeckt den<br />
ursprünglichen Genuss in Form der vielfältigen<br />
bäuerlichen Betriebe und ihrer Produkte<br />
sowie dank der zahlreichen Mitmach-Erlebnisse.<br />
Das Handy, den Nintendo<br />
zum Beispiel, die Sorgen und vor allem den<br />
Stress kann man getrost zu Hause lassen.<br />
Dafür kann man sich am Bauernhof fühlen<br />
wie »Daham«.<br />
DIE NATUR HAUTNAH ERLEBEN<br />
Der Familienurlaub ist ausgefüllt mit Hühnerfüttern,<br />
Hasenstreicheln, Kühemelken,<br />
Beerensammeln. Das Brot vom eigenen<br />
Getreide wird im Holzofen knusprig braun<br />
gebacken, die Marmelade wurde nach<br />
Omas Rezept gerührt, Schinken, Würste<br />
und Speck stammen aus der eigenen Bio-<br />
Landwirtschaft. Am Kinderbauernhof<br />
gewinnt die Familie wieder an Bedeutung.<br />
Der Geruch der gebratenen Erdäpfel, der<br />
Klang der Gitarre, die helle Mondnacht<br />
versetzen Erwachsene wieder zurück in eine<br />
Zeit, als man selbst Kind war. Willkommen<br />
zurück!<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
urlaubambauernhof.com<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
89
outdoor / VERTIKALE GÄRTEN<br />
Lebende Wände<br />
Von Dubai über Barcelona bis<br />
Stockholm – von Restaurants über<br />
Hotels bis hin zu Büros: Die Projekte<br />
von Vertical Garden Design<br />
umranken unzählige Wände und<br />
Stockwerke auf der ganzen Welt.<br />
verticalgardendesign.com<br />
Foto: beigestellt<br />
90 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Sie erobern die Wände dieser Welt: Vertikale Gärten begrünen<br />
Innen- und Außenräume gleichermaßen, egal, ob in Europa,<br />
Asien oder Amerika. Die lebenden Wände bieten zahlreiche<br />
Vorteile, bringen aber auch Herausforderungen mit sich.<br />
TEXT CHRISTINA HORN<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
91
outdoor / VERTIKALE GÄRTEN<br />
Blickfang<br />
Pflanzenwände in Büros<br />
entspannen, verbessern<br />
die Luftqualität und dienen<br />
zugleich als grüne Kunst.<br />
greenwalls.com<br />
Blanc war entscheidend: Er erfand den<br />
vertikalen Garten, wie wir ihn heute kennen,<br />
bereits in den 1980er-Jahren – aufbauend auf<br />
jahrelanger Forschung und der Erkenntnis,<br />
dass Pflanzen ohne Erdboden gedeihen<br />
können.<br />
Mittlerweile beweisen Vertical-Wall-<br />
Spezialist:innen allerorts ihre Gartenkunstfertigkeit.<br />
So sorgen sowohl die haushohe<br />
grüne Fassade im Changi Airport als auch<br />
der Mailänder Bosco Verticale von Boeri<br />
Studio nach wie vor für ehrfürchtiges<br />
Staunen – sie stehen sinnbildlich für die<br />
urbane Begrünung der Zukunft. Die<br />
Kollaboration zwischen Architekt:innen und<br />
Landschaftsgärtner:innen ist hierbei entscheidend:<br />
»Wann immer man eine vegetative<br />
Oberfläche hat, hat man die Möglichkeit,<br />
Biodiversität und Lebensraum zu schaffen«,<br />
so David Hertz, Gründer des gleichnamigen<br />
Studios – als Pionier für Environmental<br />
Architecture arbeitet er, wie viele andere<br />
><br />
Sie nimmt die gesamte Wand ein:<br />
eine fließende Kaskade aus Grün,<br />
Bergenien, Farne und Gräser<br />
ergießen sich über die Vertikale.<br />
Davor sitzen Antoine Nerval und Chih-Wei<br />
Chang, Landschaftsarchitekten und Gründer<br />
des Vertikal-Green-Unternehmens Mingzhu<br />
Nerval. Sie beschäftigen sich seit 14 Jahren<br />
mit Gärten, die sich dem Himmel (oder der<br />
Zimmerdecke) entgegenrecken – und sind<br />
mit ihrer Passion für grüne Wände nicht<br />
allein: Überall auf der Welt, von Paris bis<br />
Shanghai, begrünen Spezialist:innen für<br />
»Living Walls« Fassaden und Wände. Was<br />
früher als einzigartiger Blickfang galt – man<br />
denke nur an die Hängenden Gärten der<br />
Semiramis, die als eines der sieben Weltwunder<br />
die antiken Zeitgenossen beeindruckten –<br />
ist heute beinahe allgegenwärtig. Ein Grund<br />
dafür ist im verstärkten Bewusstsein für das<br />
globale Klima zu finden. Auch die Arbeit des<br />
Botanikers und Gartenarchitekten Patrick<br />
Überflieger<br />
115.000 Pflanzen, 50 Arten, fünf<br />
Stockwerke hoch und 300 Meter lang:<br />
Der vertikale Garten im Changi Airport<br />
ist ein grünes Meisterwerk.<br />
tierradesign.com.sg<br />
Fotos: Tang Yan Song/Shutterstock, beigestellt<br />
92 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
was macht<br />
edelstahlpools<br />
so besonders?<br />
Es ist das elitäre Material, das elegante Erscheinungsbild,<br />
die lange Lebensdauer und die Nachhaltigkeit.<br />
Ausgezeichnet mit dem Oscar der Schwimmbadindustrie<br />
Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin!<br />
POOLKOMPETENZZENTRUM<br />
pools in edelstahl<br />
Polytherm GmbH | A-4675 Weibern | Pesendorf 10 | T +43 7732-3811 | office@polytherm.at<br />
www.polytherm.at
outdoor / VERTIKALE GÄRTEN<br />
><br />
Architekturbüros auch, häufig und eng<br />
mit Green-Wall-Spezialist:innen (etwa<br />
Habitat Horticulture aus Kalifornien)<br />
zusammen.<br />
ES GRÜNT SO GRÜN<br />
Eine grüne Vertikale tut nachweislich gut:<br />
Studien belegen, dass der Blick auf die<br />
Vegetation Stress, Angst und Anspannung<br />
deutlich reduzieren kann. Im urbanen Raum,<br />
der oft knapp bemessen ist, dient die platzsparende<br />
Fassadenbegrünung neben ästhetischen<br />
Zwecken darüber hinaus als biodiverser<br />
Lebensraum, sie reinigt die Luft und sorgt<br />
sogar für eine ruhigere Umgebung, da laute<br />
Geräusche absorbiert werden. »Üppige Green<br />
Walls bieten Nahrung und Lebensraum für<br />
Vögel, Insekten und fördern so die gesamte<br />
städtische Artenvielfalt«, ergänzt Antoine<br />
Nerval von Mingzhu Nerval. Im Eigenheim<br />
kann die Begrünung nicht nur das Raumklima<br />
aufbessern, sondern auch platzsparend visuelle<br />
Schwerpunkte im Raum setzen.<br />
Greenhouse<br />
LifeWall macht Outdoor bereiche<br />
ganzheitlich nutzbar –<br />
etwa durch kunstvolle<br />
Begrünung über ganze<br />
Fassaden hinweg.<br />
lifewall.in<br />
Blühende Lobby<br />
Die Lobby des »Shangri-La<br />
Singapore« wurde 2017 mit einer<br />
imposanten grünen Wand<br />
versehen, die dem Raum eine<br />
alpine Aura verleiht.<br />
shangri-la.com<br />
Die Palette an Gestaltungsmöglichkeiten,<br />
um Pflanzen in die senkrechte Richtung zu<br />
kultivieren, ist vielfältig. Patrick Blancs »Mur<br />
Végétal« etwa baut auf einem Hydroponik-<br />
System mit PVC-Platten als Trägerstruktur<br />
auf, Filzmaterial erleichtert hierbei die<br />
Wasser- und Nährstoffzufuhr der Pflanzen.<br />
Daneben hat sich die Befestigung spezieller<br />
Behälter oder Taschen direkt an Wänden<br />
oder Gittern etabliert. Eine der größten<br />
Herausforderungen? Die Selektion der<br />
Pflanzen: Vor allem jene, die außen wachsen,<br />
wählt man möglichst sorgfältig nach Mikroklima,<br />
Wachstumsraten und Lichtverhältnissen,<br />
aber auch Blütezeiten und Saison<br />
aus – dies alles muss übereinstimmen, um<br />
den Pflegeaufwand zu minimieren und eine<br />
lange Lebensdauer zu ermöglichen. Im<br />
Innenraum können auch nicht heimische<br />
Pflanzen gedeihen, erklärt Antoine Nerval:<br />
»Die Lichtverhältnisse müssen angepasst<br />
werden – zugleich muss man darauf achten,<br />
nicht zu viel Energie zu verschwenden.« In<br />
beiden Fällen wird zu spezieller Erde<br />
gegriffen, die besonders nährstoffreich ist.<br />
Die Kunst bestehe den Expert:innen zufolge<br />
immer darin, zahlreiche Faktoren einzuberechnen<br />
– egal, ob im Innen- oder im Außenraum.<br />
So kommt man bei der Planung und<br />
Instandhaltung einer großen grünen Vertikalen<br />
im Eigenheim nicht umhin, die Profis ans<br />
Werk und an die Wand zu lassen.<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
94 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Design<br />
Neuheit<br />
Minimalismus gedacht.<br />
Großschattig gemacht.<br />
markilux Designmarkisen made in Germany.<br />
Das konsequent eckige Design der neuen pergola style steht klar im Fokus,<br />
verleiht es diesem Sonnenschutzsystem doch eine moderne Leichtigkeit.<br />
Konsequent, herzerwärmend, cool – bei Tag und Nacht. markilux.com<br />
Mehr Infos?<br />
| Marke | z.B. markilux MX-4
outdoor / VERTIKALE GÄRTEN<br />
»WIR ALLE PROFITIEREN VON<br />
VERTIKALEM GRÜN«<br />
David Brenner, Gründer von Habitat Horticulture, ist einer der Pioniere im Bereich der<br />
Green Walls: Seit 2010 errichtet er weltweit imposante Vertikalgärten. INTERVIEW CHRISTINA HORN<br />
<strong>LIVING</strong> Was hat Sie dazu bewogen, sich auf<br />
vertikale Gärten zu spezialisieren?<br />
DAVID BRENNER Ich habe Gartenbau und<br />
Psychologie studiert, weil mich die Verbindung<br />
zwischen Pflanzen und Menschen<br />
interessierte. Es gibt so viele Studien, die<br />
zeigen, dass wir weniger Stress haben und<br />
kreativer sind, wenn wir uns mit Pflanzen<br />
befassen. Während ich an der Cal Poly war,<br />
ging ich in die Royal Botanic Gardens in<br />
London: In den Kew Gardens habe ich mit<br />
Pflanzen gearbeitet, die natürlicherweise auf<br />
Bäumen und Felswänden wachsen, und in<br />
Europa erstaunliche Beispiele vertikaler<br />
Gärten gesehen. Als ich zurück in die USA<br />
kam, begann ich mit der Entwicklung eines<br />
Systems, das wir heute verwenden, um<br />
Pflanzen vertikal zu züchten.<br />
Können Sie etwas näher auf die Systeme selbst<br />
eingehen, die verwendet werden?<br />
DAVID BRENNER Anders als bei Weinreben,<br />
die an einer Wand wachsen, schafft man bei<br />
vertikalen Gärten ein System, das es Pflanzen<br />
ermöglicht, aus der Wand herauszuwachsen.<br />
Es gibt etwa hydroponische, erdlose Strukturen,<br />
die synthetisches Substrat wie Steinwolle<br />
oder PET-Filz verwenden. Oder auch<br />
Pflanzengefäße, die an der Wand gestapelt<br />
sind. Wir verwenden zudem gern Grow Pro,<br />
ein System mit feuerfester Steinwolle für<br />
Hochhausanwendungen, oder Grow-tec,<br />
hergestellt aus filzartigem Material aus<br />
recycelten Plastikflaschen, eine der Schichten<br />
ermöglicht den Wurzeln das Einwachsen und<br />
schafft ein Substrat, das sie an der Wand hält.<br />
Was sind die größten Herausforderungen<br />
vertikaler Gärten?<br />
DAVID BRENNER Zum einen ist der<br />
Wartungsaufwand höher – damit müssen die<br />
Eigentümer:innen immer rechnen. Wenn es<br />
eine tote Pflanze gibt, fällt das wirklich auf,<br />
weil man alles in einer Ebene sieht. Meist<br />
liegt es an der fehlenden Wasserverteilung<br />
an der Wand, oder es gibt Schädlinge und<br />
Krankheiten, die die Oberhand gewonnen<br />
haben. Ein Bewässerungssystem mit Sensor,<br />
das dabei hilft, die Mauer zu erhalten und sie<br />
wirklich zu automatisieren, ist essenziell.<br />
Auch die Zugänglichkeit ist je nach Installation<br />
ein Thema. Zudem gibt es unterschiedliche<br />
Herausforderungen für Outdoor- und<br />
Indoorgärten: Draußen gibt es Jahreszeiten,<br />
es herrschen diverse, unkontrollierbare<br />
Licht-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen.<br />
Im Innenraum hingegen<br />
kann man eine statischere Umgebung<br />
einrichten – etwa bezogen auf das Licht –,<br />
zugleich gehen damit andere Bedingungen<br />
einher, etwa trockene Raumluft, die<br />
bestimmte Schädlinge wie Spinnmilben<br />
begünstigen können.<br />
HABITAT HORTICULTURE<br />
Seit 2010 erschaffen David Brenner<br />
und sein Team kunstvolle, oft mehrere<br />
Stockwerke hohe Green Walls, wie etwa<br />
am San Francisco Museum of Modern Art.<br />
habitathorticulture.com<br />
»Green Walls wie die<br />
lebende Wand des SFMOMA<br />
in San Francisco können<br />
die Artenvielfalt fördern<br />
und dazu beitragen, ein<br />
gesünderes Ökosystem<br />
zu schaffen.«<br />
DAVID BRENNER Habitat Horticulture<br />
Wie steht es um die Nachhaltigkeit der Green<br />
Walls?<br />
DAVID BRENNER Green Walls wie die<br />
lebende Wand des SFMOMA in San Francisco<br />
können die Artenvielfalt fördern und dazu<br />
beitragen, ein gesünderes Ökosystem zu<br />
schaffen. Und es gibt mehrere Studien, die<br />
belegen, dass grüne Fassaden Gebäude<br />
isolieren, kühlen und so den Energieverbrauch<br />
um etwa 20 Prozent reduzieren können.<br />
Auch die psychologische Komponente ist<br />
wichtig: Allein die Möglichkeit, Pflanzen in<br />
einer Stadt zu betrachten, ist gut für den<br />
Geist. Green-Wall-Systeme sollten so<br />
gestaltet werden, dass sie klimagerecht sind,<br />
mit dürretoleranten Pflanzen und einem<br />
funktionierenden Wasserkreislaufsystem.<br />
Fotos: Garry Belinsky, beigestellt<br />
96 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Träumen Sie<br />
VON EINEM GARTEN, DER SIE GLÜCKLICH MACHT.<br />
Terrassenplatte LIV im Farbton Quarzit, für die<br />
Poolumrandung mit gerader & gefaster Kante veredelt<br />
Entdecken Sie unsere Vielfalt an edlen Terrassenplatten, modernen<br />
Pflastersteinen und herausragenden Zaun- & Mauersteinen auch für<br />
Ihr Gartenprojekt. Hier sind die schönsten Ideen zu Hause:<br />
WWW.STEINWERKE.AT
outdoor / SCREENS UND BEAMER<br />
LUST AUF<br />
FREILUFTKINO<br />
Leinwand oder TV-Gerät? Fix installiert oder doch portabel?<br />
Der Wunsch, den Garten in ein privates Open-Air-Kino zu<br />
verwandeln, stellt uns vor die »Qual« der Wahl in Sachen<br />
Screens – und vor Herausforderungen durch Wind,<br />
Wetter und mehr. TEXT CHRISTINA HORN<br />
Fotos: www.twrichardson.co.uk, beigestellt<br />
Emma Stone tanzt als Bella Baxter über<br />
die Leinwand, rundum singen die<br />
Zikaden, über den Köpfen der<br />
sternenklare Himmel: Das private<br />
Outdoorkino zählt wohl zu den schönsten<br />
Annehmlichkeiten im Eigenheim, stellt aber<br />
auch Herausforderungen dar. Denn die Anlage<br />
soll nicht nur optisch ansprechend, sondern<br />
vor allem funktional sein. Mehrere Lösungsansätze<br />
bieten sich an – von simpel bis hin zu<br />
extravagant, je nach Budget und Vorlieben.<br />
Kostengünstige TV-Anlagen auf einer überdachten<br />
Terrasse sind wohl der einfachste Weg<br />
zum Open-Air-Viewing; dass diese meist eine<br />
unzulängliche Bildqualität im Tageslicht<br />
aufweisen und nicht allzu lange haltbar sind,<br />
sollte klar sein. Etwas mehr Stabilität versprechen<br />
speziell für den Außenbereich konzipierte<br />
Geräte, erklärt Thomas Chuchlik, Gründer der<br />
HeimkinoWelt. Er beschäftigt sich seit über<br />
25 Jahren mit dem Kino fürs Eigenheim –<br />
und weiß auch um die exklusivste<br />
><br />
Leinwand mit Stil<br />
Der solar- oder strombetriebene,<br />
robuste »Solo 3 Outdoor« von SI,<br />
motorisiert oder als fixe Leinwand<br />
verfügbar, punktet mit<br />
unauf fälligem, modernem Design.<br />
screeninnovations.com<br />
98 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Luxus-Hightech auf Knopfdruck<br />
C Seed produziert Outdoor-<br />
TV-Geräte mit exzellentem Sound,<br />
die sich elegant entfalten – mit<br />
bis zu 4.000 Nits Helligkeit.<br />
cseed.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
99
outdoor / SCREENS UND BEAMER<br />
><br />
Bildschirm variante, die sich etwa in Dubai<br />
großer Beliebtheit erfreut: »Es gibt faltbare<br />
TV-Geräte, die aus dem Boden herausfahren,<br />
diese befinden sich aber schon in der Preisklasse<br />
ab 500.000 Euro.« Angeboten werden<br />
die Hightech-Lösungen von C Seed aus Wien:<br />
Der Screen versteckt sich hierbei im Boden<br />
oder in einer skulpturähnlichen Säule, aktiviert<br />
fährt er aus und entfaltet Micro-LED-Panels.<br />
Etwas preiswerter ist der wetterfeste Samsung-<br />
»The Terrace«: Solche speziellen Outdoor-<br />
Screens werden möglichst geschlossen und fix<br />
verbaut, verfügen über Antireflexbeschichtungen<br />
und sind mit einer Helligkeit ab etwa<br />
2.000 Nits besonders leuchtstark. So können<br />
sie auch bei ambientem Sonnenlicht noch gute<br />
Bildqualität garantieren – ganz im Gegensatz<br />
zu Projektoren, die ausschließlich nachts<br />
verwendet werden können. Ein weiterer<br />
Vorteil der Outdoor-TV-Geräte: Meist ist die<br />
Tonanlage bereits eingebaut oder kann als<br />
passende Soundbar ergänzt werden.<br />
AUF DER KLEINEN LEINWAND<br />
Weniger permanent, dafür umso stimmungsvoller:<br />
portable Projektoren, die Filme auf eine<br />
Leinwand oder die Hausmauer projizieren.<br />
Was viele nicht wissen: »Fixe Installationen im<br />
Außenbereich mit einem Projektor sind<br />
unüblich, weil das Gerät aufgrund der Witterung<br />
kaputtgehen würde«, verrät Thomas<br />
Chuchlik. Darüber hinaus fühlen sich Insekten<br />
von Licht und Wärme der Beamer angezogen<br />
Outdoorheld<br />
Mit »The Terrace Outdoor« hat<br />
Samsung einen wetterfesten<br />
Smart-TV kreiert, der dank extrahoher<br />
Leuchtkraft auch bei Sonnenschein<br />
top Bildqualität bietet.<br />
samsung.com<br />
Kinobox<br />
Echt chic: BenQs »GS50« mit<br />
Android TV präsentiert sich als Outdoor-<br />
Beamer, der mit rundem Soundbild<br />
und hervorragender Bildqualität aufwartet.<br />
benq.eu<br />
Cine-Feeling<br />
Der robuste, portable »Mars 3«<br />
mit Outdoor-Sound, fünf Stunden<br />
Akkuleistung und Android TV passt<br />
dank AI-Technologie die Bildqualität<br />
automatisch an die Umwelt an.<br />
seenebula.com<br />
und beschleunigen deren Abnützung. Möglich<br />
wäre jedoch der Schutz mittels Klimagehäuse.<br />
Auch sollte darauf geachtet werden, dass das<br />
Gerät ein Betriebssystem wie Android<br />
enthält – so kann es TV- und Streamingdienste<br />
ohne Anschluss eines Laptops abspielen. Das<br />
bringt einen zusätzlichen Pluspunkt: »Diese<br />
Art von Projektoren hat meist auch Lautsprecher<br />
eingebaut.« Neuere Modelle wie der<br />
»GS50« von BenQ punkten bereits mit hoher<br />
Tonqualität; weitere Soundlösungen im Garten<br />
reichen von hochwertigen Bluetooth-Boxen bis<br />
hin zu Beschallungslautsprechern, die schon in<br />
der Bauphase eingeplant werden. Wichtig sei<br />
dabei immer, dass sich die Tonquelle möglichst<br />
nahe am Publikum befände, so Chuchlik. Von<br />
motorisierten Leinwänden rät der Heimkinospezialist<br />
– ebenso aufgrund der Insekten, die<br />
sich in diesen gerne verfangen – ab, dennoch<br />
bieten hochwertige, fix installierte Screens,<br />
etwa von SI, den Vorteil einer stabilen,<br />
knitterfreien Projektionsoberfläche.<br />
Wichtig zu betonen ist bei der Wahl der<br />
Outdoor-Screens also: Auch robuste Lösungen<br />
können der Umwelt nicht ewig standhalten.<br />
Wer aber auf die richtige Installation sowie<br />
Schutz vor Wetter, Wind und Ungeziefer<br />
achtet, profitiert in jedem Fall länger vom<br />
Open-Air-Kino.<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
100 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
outdoor / SOUND<br />
4.<br />
1.<br />
2.<br />
3.<br />
SOUND<br />
CHECK<br />
Ob auf der Gartenparty, beim Grillabend, am Strand oder auf<br />
der Dachterrasse: Diese praktischen, kleinen Begleiter garantieren<br />
einen Soundtrack des Sommers mit glasklarem Klang.<br />
5.<br />
7.<br />
6.<br />
8.<br />
1. Klangstark Die mobilen Bluetooth-Lautsprecher »Epic« von Boom überzeugen mit raumfüllendem 360-Grad-Sound – ein effizienter Tieftöner und zwei hochfrequente<br />
Transducer sorgen für das Outdoor-Klangerlebnis. Steuerbar via App. ultimateears.com 2. Puristisches Design In vier verschiedenen Designs kommt das Modell »A5«<br />
von Bang & Olufsen daher. In allen Varianten dringt der Sound durch 3.500 Punkte durchs leichte Aluminiumgehäuse. bang-olufsen.com 3. Praktischer Begleiter Der<br />
» Soundlink« von Bose ist besonders anpassungsfähig. Er passt in jeden Rucksack, kann stehen, liegen und hängen und sorgt dabei stets für beeindruckenden Klang. In<br />
verschiedenen Farben erhältlich. bose.de 4. Handgefertigt Landschaftsarchitekt Vladimir Djurovic entwarf diesen Außenlautsprecher für den italienischen Hersteller<br />
Architettura Sonora. architetturasonora.com 5. Tonware Die Outdoorboxen von Mapu werden aus Naturmaterialien gefertigt. Dieses Modell besteht aus Keramik. mapuspeakers.com<br />
6. Handlich Staub- und wasserdichter Outdoor-Speaker von Porsche Design mit Wechseltragering. Bis zu zehn Stunden Akkulaufzeit. porsche-design.com<br />
7. Würfelbox »Poet Zero« ist ein High-End-Lautsprecher mit kristallklarem 50-Watt-Verstärker. poetsoundsystems.com 8. Stereosound Sonos bringt seinen Erfolgs speaker<br />
in einer neuen Auflage heraus: »Move 2« verfügt über raumfüllenden Stereosound und ein extrem robustes Gehäuse. Wasserfest und schmutzabweisend. sonos.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
102 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
WWW.RETAIL-GROUP.AT<br />
WWW.RETAIL-GROUP.AT
outdoor / TECHNIK IM GARTEN<br />
DIE SMARTEN<br />
KOMMEN IN<br />
DEN GARTEN<br />
Fotos: Virrage Images/Shutterstock, beigestellt<br />
104 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Der grüne Daumen bekommt intelligente Verstärkung:<br />
Ob automatisierte Bewässerungssysteme oder Mähroboter,<br />
smarte Gärten reduzieren Zeit- sowie Arbeitsaufwand,<br />
sorgen für mehr Komfort im Freien – und erfreuen sich<br />
verstärkt großer Beliebtheit. TEXT CHRISTINA HORN<br />
Vom Kühlschrank, der Einkäufe<br />
organisiert, bis hin zum selbst regulierenden<br />
Thermostat: Bereits jede<br />
fünfte Person in Österreich nutzt<br />
Smart-Home-Systeme – Tendenz steigend.<br />
Nun bewegt sich die intelligente Technologie<br />
verstärkt in den Außenbereich: Im smarten<br />
Garten greifen Sensoren, Mikrocontroller<br />
und drahtlose Kommunikation ineinander,<br />
um diverse Bereiche zentral zu überwachen,<br />
zu optimieren und zu automatisieren. So<br />
mäht sich der Rasen von selbst und die<br />
Blumen werden bedarfsgerecht von der<br />
Bewässerungsanlage gegossen, während man<br />
selbst im Liegestuhl in der Sonne entspannt.<br />
VERNETZTER GARTEN<br />
Aller Anfang muss im smarten Garten<br />
keinesfalls schwer sein. »Der beste Weg für<br />
komplette Neulinge ist ein Starterpaket«,<br />
erklärt Eva Weigl, Head of Marketing bei<br />
Gardena. »Dieses enthält genaue Anleitungen<br />
zur Installation oder zur Integration in<br />
bestehende Systeme wie ›Apple Home‹.« Wer<br />
es professionell angehen möchte, sollte vorab<br />
genau planen, welche Geräte und Bereiche<br />
»smart« werden sollen – hilfreich sind hier<br />
Gesamt lösungen. Verbunden werden die<br />
einzelnen Geräte über eine zentrale Stelle,<br />
welche die Anwendungen vor Ort in einem<br />
stabilen Funknetzwerk miteinander verknüpft<br />
und für die App-Kommunikation mit dem<br />
hauseigenen (W)LAN-Netzwerk verbindet.<br />
Dies ermöglicht es Nutzer:innen, den Garten<br />
auf dem Smartphone zu kontrollieren und zu<br />
steuern – unabhängig davon, ob sie sich gerade<br />
im Haus oder auf Korfu befinden. Um zu<br />
verhindern, dass sich Fremde in das System<br />
hacken, gilt es zudem, starke Passwörter zu<br />
erstellen sowie die Software regelmäßig zu<br />
aktualisieren.<br />
><br />
Wasser marsch …<br />
… aber smart: App-gesteuerte<br />
Systeme, etwa von Gardena,<br />
ermöglichen eine geregelte<br />
und optimierte Bewässerung<br />
des Gartens. gardena.com<br />
Garten mit Köpfchen<br />
Automatisierte Systeme ermöglichen<br />
es, Bewässerung, Licht, Mähroboter<br />
und mehr zentral zu überwachen,<br />
zu optimieren und zu automatisieren.<br />
apdecoration.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
105
outdoor / TECHNIK IM GARTEN<br />
GERÄTE MIT KÖPFCHEN<br />
Es werde Licht<br />
Mit dem »Philips Hue«-<br />
Lichtsystem können Outdoorleuchten<br />
ganz einfach<br />
gesteuert werden – etwa<br />
die Sockelleuchte »Nyro«.<br />
philips-hue.com<br />
Diverse Smart-Garden-Geräte können Zeit<br />
und Arbeitsaufwand im Grünen immens<br />
reduzieren: Mähroboter trimmen etwa den<br />
Rasen selbstständig – wie kurz der Schnitt sein<br />
soll und wie oft der Roboter fährt, wird<br />
bequem via App geregelt. Die derzeit gängigen<br />
Modelle halten sich bei ihrer Route an ein<br />
Begrenzungskabel, weiß Alexandra Seifert,<br />
Marketingleiterin von Husqvarna: »Hierbei<br />
wird ein Suchkabel und um dieses das Begrenzungskabel<br />
in einer Grasnarbe versenkt –<br />
aufgrund dieser Technik weiß der Roboter, in<br />
welchem Bereich er sich bewegen kann und<br />
soll.« Die neueste Generation an Mährobotern<br />
»erfährt« den Garten bereits mittels GPS,<br />
ergänzt sie: »Die Geräte verfügen über eine<br />
SIM-Karte. Mittels der App am Smartphone,<br />
die mit dem Gerät verbunden ist, kann man<br />
quasi virtuelle Grenzen selbst festlegen.«<br />
Nach der ersten angeleiteten Fahrt führt der<br />
Mähroboter seine Tätigkeit autonom aus.<br />
Und: Er ist dabei leise und hinterlässt zudem<br />
Rasendünger in Form feinen Grasschnitts.<br />
Auch aufwendiges Gießen gehört der<br />
Vergangenheit an: Automatische Bewässerungssysteme<br />
erkennen dank spezieller Bodensensoren<br />
selbst, wann es an der Zeit ist, welche<br />
Pflanze zu gießen. Sie optimieren die Wasserzufuhr,<br />
sparen so Zeit und Ressourcen. Eine<br />
Wetterstation teilt zusätzlich Daten wie Temperatur,<br />
Luftfeuchtigkeit und Niederschlagsvorhersagen,<br />
wodurch der Bewässerungszeitplan<br />
Grün und getrimmt<br />
Der Mähroboter<br />
»Aspire« von Husqvarna<br />
trimmt Rasen flächen effizient<br />
– und kann dabei<br />
aus der Ferne gesteuert<br />
und überwacht werden.<br />
husqvarna.com<br />
Daten für den Garten<br />
Eine Wetterstation hilft<br />
Gärtner:innen durch Messung<br />
von Umgebungsdaten zu<br />
Regen und Sonnenschein<br />
bei der Grünpflege.<br />
netatmo.com<br />
entsprechend angepasst werden kann, so Eva<br />
Weigl: »Hier wird wieder Wasser eingespart, da<br />
das System erkennt, wann es bewässern muss<br />
und wann nicht, etwa weil Regen angesagt ist.«<br />
Nicht nur der Pool, von der Pumpensteuerung<br />
über die Wassererwärmung bis hin zur<br />
Poolbeleuchtung, kann aus der Ferne gesteuert<br />
werden – bewährt haben sich auch smarte<br />
Zwischenstecker. Sie tragen dazu bei, Griller,<br />
Sonnenschutzsysteme, Lichtsysteme, kurz: all<br />
jene Geräte, die über Strom laufen, ins System<br />
zu integrieren.<br />
Die smarte Technologie ermöglicht also<br />
eine optimierte Pflege des Gartens, spart<br />
Zeit und Energie – und sorgt überdies dafür,<br />
dass der Garten immer nur einen Knopfdruck<br />
in der App entfernt ist, egal, wo man sich<br />
gerade befindet. <<br />
Grüne Abfallwirtschaft<br />
Mit dem »Lomi Smart<br />
Waste«-Kompostierer<br />
lassen sich Lebensmittelabfälle<br />
in nur<br />
wenigen Stunden<br />
kompostieren.<br />
eu.lomi.com<br />
Hier hat Unkraut<br />
keine Chance<br />
Der kleine Roboter<br />
» Tertill« mäht nicht, er verhindert<br />
das Wachstum von<br />
Gräsern prophylaktisch.<br />
tertill.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
106 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
WWW.RETAIL-GROUP.AT<br />
WWW.RETAIL-GROUP.AT<br />
WWW.RETAIL-GROUP.AT
<strong>LIVING</strong><br />
DESIGN<br />
118<br />
110<br />
Fotos: © Niemeyer, © Greg Cox/Frank Features/Living Inside, beigestellt<br />
124<br />
136<br />
EIN MAGISCHES ZUHAUSE<br />
Rundgang durch ein zauberhaftes<br />
Domizil im südafrikanischen<br />
Stellenbosch (S. 110)<br />
DRAUSSEN IM BÜRO<br />
Warum in ein Büro gehen, wenn man<br />
inmitten der Natur arbeiten kann?<br />
(S. 118)<br />
FÜR DIE SINNE<br />
Auf dem Weingut Château La Coste<br />
gehen Natur, Kunst und Genuss eine<br />
spektakuläre Symbiose ein. (S. 124)<br />
HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Sensationelle Neueröffnung in den<br />
Azabudai Hills in Tokio. (S. 136)
design / COVER<br />
110 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Üppige und magische Gärten umgeben das kapholländische<br />
Herrenhaus »Le Grand Jardin« in den Weinbergen von<br />
Stellenbosch, das Seltenheitswert genießt. Damit hat sich<br />
die Familie Fontannaz den Wunsch erfüllt, einen Ort in Südafrika<br />
zu schaffen, der Wunder und Abenteuer verspricht.<br />
TEXT KERRYN FISCHER<br />
FOTOS GREG COX/FRANK FEATURES/<strong>LIVING</strong> INSIDE<br />
Wundergarten<br />
Eine eigene, zauberhafte Welt<br />
gibt es im südafrikanischen<br />
Stellenbosch zu entdecken.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
111
design / COVER<br />
Blindtext<br />
Die Hit inctorit, ut est preiur?<br />
Ovitior as verrornimu scilique<br />
voluptatem es dus ilita corruntur?<br />
Qui blanis etur, non<br />
www.de<br />
Ein Garten hat das Potenzial, ganz<br />
besondere Erinnerungen entstehen<br />
zu lassen. Diesen Gedanken hatten<br />
auch Sue und Bernard Fontannaz, als<br />
sie vor mehr als 20 Jahren »Le Grand Jardin«<br />
in der südafrikanischen Weinregion Stellenbosch<br />
erwarben – ihr Sohn Arnaud war<br />
damals gerade ein paar Monate alt war. »Für<br />
uns beide waren die besten Erinnerungen an<br />
unsere Kindheit mit der Freiheit großer,<br />
weitläufiger Außenanlagen verbunden«,<br />
erklärt Sue, die aus einer kleinen Bauerngemeinde<br />
im Ostkap stammt, während der<br />
in der Schweiz geborene Bernard aus einer<br />
Walliser Winzerfamilie kommt. Als Winzer<br />
setzte er sich dann auch intensiv mit dieser<br />
südafrikanischen Region auseinander, bald<br />
gründete er sein Unternehmen »Origin<br />
Wine«, einen spezialisierten Anbieter von<br />
kommerziellen südafrikanischen Weinen für<br />
den Offshore-Markt. Wenig später erwarb er<br />
das Weingut »Le Grand Domaine«. Die<br />
Begeisterung für den üppigen Garten hält<br />
seither an – für die riesigen Himalaya-<br />
Zedern, die uralten Eichen, den Magnolienbaum<br />
mit riesigen Blüten in der Farbe von<br />
geronnener Sahne, Aberhunderte von<br />
Rosenexemplaren, die zahllosen Obst- und<br />
Nussbäume und den überwucherten Weg, der<br />
zu einem Damm am Ende des Gartens führt.<br />
Das Devon Valley liegt im Hinterland von<br />
Stellenbosch, gleich hinter dem Papegaaiberg<br />
(Papageienberg, nach den Tonpapageien, die<br />
die frühen Siedler dort schossen). Die Landschaft<br />
ist üppig und reizvoll. Dennoch ist dies<br />
kein Ort, an dem man bei einem Südafrikabesuch<br />
automatisch vorbeikommt. Als Sue<br />
»Unsere Idee, einen magischen<br />
Ort voller Wunder<br />
und Abenteuer zu schaffen,<br />
hat sich verselbstständigt.«<br />
Landgut-Atmosphäre<br />
Das kapholländische<br />
Herrenhaus stammt aus den<br />
1930-Jahren und liegt<br />
malerisch über einem Tal.<br />
und Bernard »Le Grand Jardin« in den späten<br />
90er-Jahren kauften, war das alte kapholländische<br />
Herrenhaus, das 1934 von einem<br />
Schüler von Sir Herbert Baker entworfen<br />
wurde und einen Blick über das Tal bietet, in<br />
einem charmanten, dabei aber dennoch dringend<br />
modernisierungsbedürftigen Zustand.<br />
Das Paar nahm sich der Aufgabe an, das<br />
Haus zu restaurieren und legte dabei Wert<br />
darauf, die traditionelle H-Struktur wiederherzustellen.<br />
Angespornt durch das Potenzial<br />
von Haus und Garten bauten sie einen Weinkeller<br />
sowie einen Wintergarten an, wenig<br />
später folgte der Poolpavillon und ein Öko-<br />
Pool im Damm.<br />
»Unsere Idee, einen magischen Ort voller<br />
Wunder und Abenteuer zu schaffen, hat sich<br />
von da an verselbstständigt«, sagt Sue, wenn<br />
sie über die Ausstattung von Haus und Garten<br />
spricht. Sie bezieht sich auf das origi<br />
SUE FONTANNAZ Eigentümerin ><br />
112 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Florale Originale<br />
Auch im Inneren des Hauses<br />
versuchten Sue und Bernard<br />
Fontannaz eine Welt der<br />
Wunder zu kreieren.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
113
design / COVER<br />
><br />
nale antike Jahrmarktskarussell aus den<br />
1940er-Jahren mit Lichtern und Musik, den<br />
Schaustellerwagen, die Rikscha, das riesige<br />
Tipi, das Baumhaus, das Trampolin und die<br />
Außensauna mit Whirlpool.<br />
Riesige Outdoor-Kronleuchter, eine thematische<br />
»Alice im Wunderland«-Schatzsuche<br />
sowie ein Piratenausguck auf dem<br />
Pizzadeck, eine Seilrutsche über dem Wasser,<br />
eine Wasserrutsche in den Damm und eine<br />
Hängebrücke wirken dabei mit, den Garten<br />
in einen magischen Ort für Erwachsene und<br />
Kinder zu verwandeln. Für die Zukunft ist<br />
der Bau einer Blumenkapelle in der Nähe der<br />
Staumauer geplant, die im gleichen Stil wie<br />
das Glashaus errichtet werden soll. Die Idee<br />
ist, dabei beide Seiten offen zu halten und die<br />
gesamte Struktur mit Blauregen zu bedecken,<br />
»Ich glaube nicht, dass es<br />
albern ist, kindlich zu sein,<br />
sondern dass das der richtige<br />
Weg ist, um lebendig und<br />
lebenslustig zu bleiben.«<br />
SUE FONTANNAZ Eigentümerin<br />
so dass man »das Gefühl hat, inmitten von<br />
Blumen zu heiraten«, lacht Sue und freut sich<br />
sichtlich.<br />
Sue und Bernard sind generell sehr abenteuerlustig,<br />
und in vielerlei Hinsicht ist das<br />
Haus eine Erweiterung ihrer Persönlichkeit.<br />
»Ich habe ein heiß geliebtes T-Shirt mit dem<br />
Aufdruck: ›Stay young, stay foolish‹, das ist<br />
zu meinem Lebensmotto geworden«, sagt<br />
Sue. Und weiter: »Ich glaube nicht, dass es<br />
albern ist, kindlich zu sein, sondern dass das<br />
genau der richtige Weg ist, um lebendig und<br />
lebenslustig zu bleiben.« Das klingt glaubwürdig<br />
aus dem Mund einer Person, die den<br />
Abenteuerzone<br />
Auf Kinder wartet in diesem<br />
Anwesen eine Überraschung<br />
nach der anderen.<br />
Kilimandscharo bestiegen hat, 37 Kilometer<br />
über den schottischen See Loch Ness gerudert<br />
und von Rio nach Kapstadt gesegelt ist.<br />
Auch das Energielevel von Bernard ist beeindruckend:<br />
Er absolvierte das historische Militärskirennen<br />
»Patrouille de Glaciers« und<br />
plant für das kommende Jahr, mit dem Land<br />
Rover von Kairo nach Kapstadt zu fahren.<br />
EIN ZUHAUSE AUF ZEIT<br />
Kunstvolles Kabinett<br />
Farbakzente und ausgewählte<br />
Möbel sorgen für eine<br />
stimmungsvolle Atmosphäre.<br />
Als die Familie vor zehn Jahren schließlich<br />
nach Großbritannien auswanderte, entschied<br />
sie sich, das Haus als Basis zu behalten. Ab<br />
diesem Zeitpunkt machten sie es auch<br />
anderen Familien zugänglich, die auf der<br />
Suche nach einem Familienvilla-Erlebnis in<br />
den südafrikanischen Weinregionen waren.<br />
114 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Im Blumendschungel<br />
Auch im Masterbedroom wirkt<br />
der Garten als entscheidendes<br />
Momentum: Die florale<br />
Wand gestaltung zieht sich<br />
nahtlos über die Vorhänge.<br />
Das Konzept war erfolgreich und Sue und<br />
Bernard spezialisierten sich mit ihrem<br />
Unternehmen »Wonderland Escapes« darauf,<br />
besondere Orte, die mit ihrer natürlichen<br />
Schönheit und außergewöhnlichen Energie<br />
überzeugen, Reisenden zugänglich zu<br />
machen. Neben »Le Grand Domaine Wines«<br />
und »Bungalow 52« (einem Strandbungalow<br />
an Kapstadts berühmtem Clifton 4th Beach)<br />
haben sie auch die »Finca La Anita« in der<br />
argentinischen Region Mendoza und das<br />
»Refuge du Lac de Derborence«, eine<br />
Wanderhütte in der Schweiz, in ihr Immobilienportfolio<br />
aufgenommen. Ihr jüngster<br />
Neuzugang, die »Lince Lodge« in Großbritannien,<br />
liegt auf dem Gelände des Blenheim<br />
Palace in den Cotswolds.<br />
Das »Le Grand Jardin« bleibt dabei ihr<br />
Flaggschiff und der Ort, an den sie so oft wie<br />
möglich zurückkehren. »Für uns ist es<br />
><br />
Vergnügungspark<br />
Das Nostalgische ist hier<br />
allerorts spürbar, zentral<br />
ist es vor allem rund ums<br />
historische Karussel.<br />
><br />
»Volorrume como lum voles<br />
sunt molupta quatem acum<br />
enimolest faccust acerum<br />
est, utamo luptae. Nam aut<br />
Ovitaques nulla.«<br />
VORNAME NAME Titel Beruf Funktion<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
115
design / COVER<br />
><br />
immer noch unser Zuhause und eine<br />
Erinnerung an einige unserer glücklichsten<br />
Zeiten als Familie«, sagt Sue. In der Eingangshalle<br />
stehen unter der Treppe aus<br />
burmesischem Teakholz (die in einem<br />
Antiquitätengeschäft in Johannesburg<br />
aufgespürt wurde) zwei von Arnauds blauen<br />
alten Austin-J40-Spielzeugautos, die zu den<br />
handbemalten »de Gournay«-Tapeten aus<br />
dem Amazonas passen, während die lederbezogenen<br />
Wände im Barbereich mit verschiedenen<br />
Zitaten von Oscar Wilde über dem<br />
Bartresen erstanden hat. Ohne Maßangaben,<br />
nur um festzustellen, dass er perfekt passt.<br />
Hier ist einfach nichts zu viel und alles hat<br />
eine Geschichte.<br />
FANTASTISCHES INTERIOR<br />
Das gilt auch für jedes der sechs Schlafzimmer,<br />
die jeweils über ein eigenes Bad verfügen<br />
(drei im Haupthaus und drei im<br />
Poolpavillon), denen jeweils ein bestimmtes<br />
Thema zugeordnet wurde, das sich in einer<br />
Fülle von Farben, Mustern und liebevollen<br />
Details niederschlägt. Vor allem im Hauptschlafzimmer<br />
werden die von Henri Rousseau<br />
inspirierten Dschungelszenen an den<br />
Wänden lebendig, dank der Kunstfertigkeit<br />
Pool-Landschaft<br />
Vom Gartenpavillon aus<br />
überblickt man den Pool mit<br />
Art-déco-Elementen.<br />
von African Sketchbooks, einem lokalen<br />
Kollektiv, das von Sue beauftragt wurde und<br />
das wiederum mit lokalen Künstler:innen aus<br />
den benachbarten Townships zusammengearbeitet<br />
hat. Meisterflorist:innen haben um<br />
den Kamin herum eine atemberaubende<br />
Installation aus Seerosenblättern angefertigt.<br />
Sie wurden aus dem Teich gepflückt und<br />
passen perfekt zu den Wänden. Bei einem<br />
Rundgang durch das Anwesen kommt einem<br />
ganz unweigerlich ein bestimmtes Zitat in<br />
den Sinn. Es stammt aus dem Klassiker »Der<br />
geheime Garten« und lautet: »Solange du<br />
einen Garten hast, hast du eine Zukunft, und<br />
solange du eine Zukunft hast, bist du<br />
lebendig.«<br />
<<br />
Spielerische Szenerie<br />
Ein riesiger Kronleuchter<br />
verwandelt den Damm<br />
zur Abenteuerkulisse.<br />
116 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
design / GARDEN OFFICE<br />
Zen-Oase im Grünen<br />
Die »Studypods« des<br />
norwegischen Designstudios<br />
Livit setzen auf Minimalismus:<br />
ob als flexibles Büro, Yogaraum<br />
oder winziges Gäste zimmer<br />
mit Bett. Sie werden<br />
schlüsselfertig geliefert.<br />
studypod.no<br />
Fotos: beigestellt<br />
118 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
DRAUSSEN<br />
IM BÜRO<br />
Warum in ein Büro gehen, wenn man inmitten der Natur<br />
arbeiten kann? Die Homeoffice-Angebote für den Garten<br />
werden immer stylisher: von minimalistischen Zen-Würfeln<br />
bis zu geräumigen Igluhäusern oder spacigen Rieseneiern,<br />
die ihren eigenen Strom erzeugen.<br />
TEXT KARIN CERNY<br />
Wenn uns die Pandemie etwas<br />
gelehrt hat, dann, dass jeder<br />
Mensch anders tickt. Besonders<br />
deutlich zeigt sich das beim<br />
Arbeiten. Die einen haben sich schon wieder<br />
darauf gefreut, ihre Kolleg:innen im Büro zu<br />
treffen. Die anderen haben entdeckt, dass sie<br />
sich daheim besser konzentrieren können.<br />
Aber auch Homeoffice ist nicht gleich<br />
Homeoffice: Während manche die Kunst der<br />
Improvisation geliebt haben und gerne mit<br />
Laptop am Küchentisch sitzen, brauchen<br />
andere einen Schreibtisch, der allein der<br />
Arbeit gewidmet ist. Die Herausforderung,<br />
Office und Freizeit zu trennen, wird zu<br />
Hause jedenfalls nicht einfacher.<br />
ZEN-OFFICE<br />
In den letzten Jahren sind zahlreiche<br />
durchdachte Lösungen entstanden,<br />
das Homeoffice in die Natur auszulagern.<br />
Mit Blick ins Grüne lässt es<br />
sich entspannter und motivierter<br />
><br />
Stylisher Rückzugsort<br />
Die Mikrohäuser von Gartana<br />
gibt es in den Größen S, M<br />
und L. Fenster und Türen<br />
lassen sich individuell auswählen,<br />
um möglichst viel<br />
vom Garten, der gerade blüht,<br />
sehen zu können. gartana.de<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
119
design / GARDEN OFFICE<br />
Spacige Wohnkapsel<br />
Das slowakische Architektenbüro<br />
Nice Architects hat ein<br />
futuristisches Minihaus<br />
entworfen, das wie aus einem<br />
anderen Universum wirkt.<br />
Es versorgt sich auch selbst<br />
mit Wasser und Strom.<br />
ecocapsule.sk<br />
><br />
arbeiten. Tiny Houses boomen ohnehin.<br />
Warum also nicht ein Büro daraus machen?<br />
Die »Studypods« des norwegischen Designstudios<br />
Livit sind minimalistische Zen-Zentren,<br />
die sich auf das absolut Notwendigste beschränken:<br />
einen Schreibtisch, eine Yogamatte<br />
oder ein Bett. Die Kabine wird schlüsselfertig<br />
geliefert, mit oder ohne abnehmbaren Tisch.<br />
Die Innenmaße betragen etwas mehr als zwei<br />
mal 1,8 Meter, notfalls kann das flexible Büro<br />
auch als Gästezimmer fungieren, weil gerade<br />
ein kleines Bett hineinpasst. »Wir wollen den<br />
Menschen eine Atempause ohne Ablenkungen<br />
bieten, in der sie sich konzentrieren und der<br />
Natur nahe sein können«, sagt Designer<br />
Torstein Aa.<br />
Komfortabler sind die Outdoor-Offices von<br />
Gartana, obwohl sie sich auch Mikrohäuser<br />
nennen. Es gibt sie in den Größen S, M und L,<br />
aber auch Fenster und Türen (Schwing- oder<br />
Schiebetür) lassen sich individuell auswählen<br />
und platzieren. So kann man entscheiden, wie<br />
viel Tageslicht man haben möchte, wo es<br />
Stellwände braucht, aber auch, wohin der Blick<br />
im Garten schweifen soll.<br />
SPACIGES EI<br />
mit Wasser und Strom – auf dem acht<br />
Quadratmeter großen Dach befinden sich<br />
Solarzellen, der eigene Strom wird mit einer<br />
ein- und ausfahrbaren Windturbine erzeugt.<br />
Für Abenteurer:innen ein Traum: Aufgrund<br />
der Eiform fließt das Regenwasser ab, es<br />
kann gesammelt und als Trinkwasser gefiltert<br />
werden. Der einzige Haken: Um es malerisch<br />
in einsame Gegenden zu stellen, benötigt<br />
Sauna-Inspiration<br />
Auch ein Iglu kann als<br />
Büro dienen. Der estnische<br />
Anbieter Iglucraft setzt auf<br />
Handwerk und natürliche<br />
Materialien. Die Iglus<br />
sind geräumig inklusive<br />
Besprechungsraum und Bad.<br />
iglucraft.com<br />
man einen Schlepper, der das hochpreisige<br />
Office-Ei transportiert. Modelle mit Rädern<br />
gibt es leider nach wie vor keine.<br />
Auch das Iglu-Office ist ein echter Hingucker.<br />
Ursprünglich tatsächlich als Saunamodel<br />
gedacht, hat der estnische Anbieter<br />
Iglucraft seine Hütten auch als Office ausgestattet.<br />
Sie sind erstaunlich geräumig, mit<br />
Arbeitsbereich, Besprechungsraum, Küchenecke<br />
und Badezimmer. Die Farben der<br />
Außenfassaden sind wählbar, ebenso die<br />
Innenausstattung der handgefertigten Hütten<br />
mit Schindeldach, die sich perfekt in die<br />
Landschaft fügen. In Tallinn steht die Saunalandschaft<br />
Iglupark direkt im Hafen, dort<br />
kann man die Häuschen ausprobieren.<br />
IGLU IM GARTEN<br />
Iglucraft hat erkannt, dass die Menschen<br />
etwas Besonderes haben wollen. In einem<br />
ungewöhnlichen und inspirierenden Umfeld<br />
fällt alles gleich viel leichter. Oder wie sagt<br />
Iglucraft: »In einer Welt, die immer stärker<br />
reguliert und nach Effizienz und Zweckmäßigkeit<br />
strukturiert ist, braucht man einen<br />
Ort, an dem man mit der natürlichen<br />
Ordnung der Dinge in Kontakt kommt.« Und<br />
sei es nur das eigene kleine Büro im Garten,<br />
in dem man zur Ruhe kommt. Die größte<br />
Herausforderung für Familien bleibt dabei<br />
dann bloß, dass die Kinder das Büro nicht als<br />
Abenteuerspielplatz umfunktionieren.<br />
<<br />
Ein Office wie aus einer anderen Welt hat das<br />
slowakische Architektenbüro Nice Architects<br />
entworfen. Eigentlich ist das spacige Minihaus<br />
inklusive Bett, Bad und Küche nicht<br />
nur als Büro, sondern auch als nachhaltige<br />
Wohnkapsel geeignet. Sie versorgt sich selbst<br />
Fotos: beigestellt<br />
120 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
leidenfrost.at<br />
ENDLICH<br />
ANGEKOMMEN<br />
Der Garten als Erholungsoase.<br />
Erfrischende Momente ganz privat.<br />
Mit einem Pool von Leidenfrost.
design / NACHGEFRAGT<br />
Die schwedische Designerin zählt mit ihren<br />
raffinierten wie eleganten Entwürfen mittlerweile<br />
zur ersten Garde der Kreativen. Auch weil ihr das<br />
Kunststück gelingt, Scandi-Chic in andere Designsprachen<br />
zu übersetzen. TEXT MANFRED GRAM<br />
arum eine Mini-Biografie über<br />
eine der wichtigsten und erfolgreichsten<br />
Designerinnen der<br />
Gegenwart nicht in ihrer Kindheit<br />
beginnen? Immerhin prägen diese Jahre ein<br />
Leben ja ungemein – auch das von Monica<br />
Förster. Die ist nämlich mit neun Jahren von<br />
Stockholm, ihrer Geburtsstadt, weggezogen.<br />
Und zwar nach Lappland. Also in den Teil<br />
von Schweden, in dem man auch ohne guten<br />
Willen den Polarkreis schon sehr gut winken<br />
sieht. Ihre Eltern übernahmen dort ein Hotel.<br />
»Wo ich aufgewachsen bin, sorgt ein sehr<br />
raues Klima für eine schwierige Lebensumgebung.<br />
Es kann sehr kalt sein. Es gibt nicht<br />
viele Menschen, die dort leben – es gibt mehr<br />
Natur als Menschen. Das bedeutet, dass man<br />
gut darin werden muss, Probleme zu lösen«,<br />
erinnert sich Förster. Und ja, die 58-Jährige<br />
ist eine Problemlöserin für gestalterische<br />
Fragen aller Art geworden. Allerdings<br />
keine, die laut herumschreit, wenn<br />
wieder einmal ein Lösungsweg erfolgreich<br />
zu Ende gegangen wurde.<br />
Wie das in der Praxis aussieht, ließ<br />
die Absolventin der Konstfack und des<br />
Beckmans College of Design – es ging<br />
also wieder zurück nach Stockholm, wo sie<br />
heute noch lebt und arbeitet – bereits in<br />
ihrer Abschlussarbeit aufblitzen: ein leuchtender<br />
Toilettensitz, der für das Gesundheitswesen<br />
gedacht war. Er sollte Patient:innen in<br />
der Dunkelheit die Orientierung erleichtern.<br />
Verbringt man viel Zeit in Lappland, wo es<br />
die Hälfte des Jahres nur finster ist, kann<br />
einem so eine Idee schon einmal kommen.<br />
Heiter bis wolkig<br />
Der Zeit voraus war das aufblasbare und<br />
mobile Raum-in-Raum-Konzept »Cloud«<br />
für Offecct, hier noch im zusammengefalteten<br />
Urzustand zu sehen.<br />
Implantiert<br />
Die Lampe »Silicone« für David<br />
Design wurde aus einem<br />
Brustimplantat (Größe: D+)<br />
gefertigt und markiert Försters<br />
Durchbruch in der Design-Szene.<br />
AM ANFANG WAR DAS LICHT<br />
Jedenfalls gründete Förster 1999 ihr<br />
Design-Studio. Und die erste kommerzielle<br />
Arbeit schlug gleich ein: Die<br />
Leuchte »Silicone«, gemacht aus<br />
Brustimplantaten der Größe D+, war ihr<br />
internationaler Durchbruch. Für Aufsehen<br />
sorgte auch Försters aufblasbares Zelt<br />
»Cloud«, das als mobiler Raum im Raum<br />
vor allem in Büros gedacht war. Für Rückzug,<br />
Besprechungen, Pausen. Das war 2003 und,<br />
wenn man sich aktuelle New-Work-Trends<br />
mit ihren wie Schwammerl aus dem Boden<br />
schießenden Office-Pods vors innere Auge<br />
holt, schon ziemlich visionär.<br />
Försters Portfolio ist jedenfalls in den<br />
Fotos: Camilla Lindqvist, beigestellt<br />
122 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Locker am Hocker<br />
Für den Pouf »Esedra«<br />
war alte Handwerkskunst<br />
aus Lappland die<br />
Inspirationsquelle.<br />
poltronafrau.com<br />
Breitenwirksam<br />
Der Armsessel »Glide« ist elegant in die<br />
Breite gezogen und wirkt ein bisschen,<br />
als hätten Regie- und Campingstuhl ein<br />
hochbegabtes Kind. tacchini.it<br />
letzten 25 Jahren ordentlich angewachsen<br />
und umfasst alle Bereiche zwischen Möbeln,<br />
Beleuchtung und Haushaltsgegenständen.<br />
Kunden wie Wittmann, Cappellini, Poltrona<br />
Frau oder De Padova schätzen ihre raffinierten<br />
Entwürfe, die von schlichter Eleganz und<br />
unaufgeregtem Minimalismus getragen<br />
werden. Und wohl auch die Harmonie, die<br />
entsteht, wenn Förster eine ausgewogene<br />
Balance zwischen Form und Funktion sucht<br />
und findet. Eines ihrer Erfolgsrezepte dabei:<br />
»Ich passe mich immer der Marke an, für die<br />
ich arbeite. Es macht natürlich einen Unterschied,<br />
ob ich mit einem skandinavischen<br />
oder einem italienischen Unternehmen<br />
zusammenarbeite. Typisch skandinavisch ist<br />
wohl auch, dass Nachhaltigkeit in meinen<br />
Projekten immer eine wichtige Rolle spielt.«<br />
Kaffeetisch<br />
Der »Melange Stool Table« ist<br />
entweder Tisch oder Stuhl.<br />
Multifunktionalität so simpel<br />
wie schön. wittmann.at<br />
Monica Förster beweist damit<br />
nebenbei, dass sich auch<br />
Designsprachen übersetzen<br />
lassen. Und sie legt bei diesen<br />
Übersetzungsarbeiten höchsten Wert<br />
auf Materialien und Handwerkskunst.<br />
Diese Seite lebt die Kreative<br />
aktuell auch als Art Director des<br />
bosnischen Labels Zanat aus.<br />
Seit 2015 ist sie bei diesem Familienbetrieb,<br />
der auf traditionelles<br />
Handwerk und lokale Schnitzkunst<br />
setzt, engagiert. Dabei entstehen<br />
»Teile zum Darüberstreichen«, wie<br />
sie einmal erklärte. Und wirtschaftliche<br />
Erfolgsgeschichten, denn unter<br />
ihrer Kreativ-Ägide ist die Belegschaft<br />
von Zanat von 15 auf rund<br />
70 Mitarbeiter:innen gewachsen.<br />
Zauberei<br />
Die »Wonder Box« schaut aus<br />
wie eine Schachtel, verwandelt<br />
sich aber – simsalabim – in<br />
eine Bank mit Tisch. Design<br />
fürs Kinderzimmer.<br />
richard-lampert.de<br />
Tower of Power<br />
Försters Messbecher, die<br />
sowohl ineinander als auch zu<br />
einem Turm stapelbar sind,<br />
entstanden für alessi.com<br />
Mein Freund, der Baum<br />
Seit 2015 leitet Förster die<br />
Geschicke bei Zanat. Aktuelle<br />
Arbeit: Der Kleiderständer<br />
»Nest«, der an einen Baum<br />
mit – logisch – einem Nest<br />
erinnern soll. zanat.org<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
123
design / CHÂTEAU LA COSTE<br />
Das Château La Coste ist ein Ort der spektakulär-stillen<br />
Inszenierung und gilt als Symbiose von Genuss und<br />
Inspiration, vereint auf Hunderten Hektar französischem<br />
Land. Ein Eindruck des vielseitigen Weinguts. TEXT ELISABETH KLOKAR<br />
Foto: © Richard Haughton<br />
124 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
ut fünfzehn Kilometer im Norden<br />
von Aix-en-Provence findet sich<br />
ein Quartett de luxe aus Wein,<br />
Kunst, Kulinarik und Architektur<br />
in sanfte Olivenhaine und Weinberge gebettet,<br />
umgeben von Zypressen, Pinien und Eichen:<br />
das Château La Coste. Das 1682 ursprünglich<br />
im palladianischen Stil erbaute Landhaus<br />
strahlt besonderen Charme aus und verfügt<br />
über drei der renommiertesten Weinberge im<br />
Herzen der provenzalischen Landschaft. Edle<br />
Tropfen waren damit schon immer die Essenz<br />
dieses Ortes: Seit den 1960er-Jahren kelterte<br />
die Familie Bordonado hier ihre Reben, 2002<br />
erwarb der irische Investor Patrick McKillen<br />
Weinstöcke und Räumlichkeiten und stellte<br />
kontinuierlich auf einen ökologischen,<br />
demeterbetriebenen Landbau um. Seit 2009<br />
sind die Weine biozertifiziert und reichen von<br />
einfach und fruchtig bis hin zu dezent und<br />
komplex. Die Rebsorten: Cabernet Sauvignon,<br />
Cinsault, Grenache Noir, Syrah und Clairette,<br />
Grenache Blanc, Vermentino, Sauvignon Blanc<br />
und Ugni.<br />
><br />
»Crouching Spider«, 2003<br />
Die Spinnenplastik aus Bronze von<br />
Louise Bourgeois schwebt fast<br />
über dem reflektierenden Wasserbecken,<br />
als Erweiterung des Kunstzentrums<br />
von Tadao Ando. Im<br />
Kontrast dahinter: die halbrunden<br />
Weinkeller von Jean Nouvel.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
125
design / CHÂTEAU LA COSTE<br />
Kunstzentrum von Tadao Ando<br />
Der japanische Architekt schuf »Räume, die<br />
das Zusammenspiel von Natur, Geschichte<br />
und Kunst betonen«. Markante, schmale Gebäuderiegel<br />
und Beton suchen ihr Gleichgewicht.<br />
Alexander Calders »Small Crinkly« (1976)<br />
durchbricht im Außenbereich die Geometrie.<br />
SCHÖNE KÜNSTE<br />
McKillen investierte aber nicht nur in gustatorische<br />
Reize, sondern auch in seine Kunstsammlung<br />
und vereinte über die Jahre hinweg eine<br />
Elite in Le Puy-Sainte-Réparade: Über vierzig<br />
international renommierte Künstler:innen wie<br />
Richard Serra, Louise Bourgeois, Alexander<br />
Calder, Sophie Calle, Tracey Emin, Liam Gillick,<br />
Jenny Holzer, Yoko Ono, Tom Shannon, Franz<br />
West und viele mehr hinterließen bisher ihre<br />
Spur in Form von Skulpturen und Installationen<br />
auf den rund 500 Hektar, zusätzliche Wechselausstellungen<br />
verteilen sich auf fünf Galeriegebäude,<br />
darunter »La Galerie de Richard<br />
Rogers« oder »Le Pavillon de Renzo Piano«.<br />
Eingefasst wird die kreative Symbiose von<br />
moderner Architektur. Integriert in die natürliche<br />
Umgebung, erzeugt das Gesamtbild ein<br />
durchdachtes Zusammenspiel zwischen Flora,<br />
Fauna und menschlicher Schaffenskraft.<br />
Aktuellster Coup: die erste Take-over-Show<br />
»The Light That Shines« von Damien Hirst. Auf<br />
dem gesamten Gelände sind bis Juni <strong>2024</strong> einige<br />
seiner ikonischsten Serien, wie »The Empress<br />
Paintings« oder »Natural History« zu sehen.<br />
Die Serien »Meteorites« und »Satellites«<br />
Panoramaausblick<br />
Der Rhythmus des von<br />
Oscar Niemeyers geplanten und<br />
postum realisierten Baus (2022)<br />
wurde so konzipiert, dass das Auge<br />
mit einem Blick Kunst und<br />
Weinbau vereint.<br />
präsentiert Hirst hier das erste Mal. »Ich bin so<br />
glücklich, ein Teil von Paddys Vision zu sein«,<br />
so der Künstler. Paddy McKillen über das<br />
Projekt: »Diese großartige Show ist eine Idee, die<br />
seit vielen Jahren besteht. Damien hat die Show<br />
bis zur Perfektion geplant. Er hat jedes Element<br />
so konzipiert, dass es sowohl die Kunst als auch<br />
die Architektur ergänzt, alles inmitten der<br />
Landschaft von Cézanne.«<br />
KÜHNE ARCHITEKTUR<br />
Im Oscar-Niemeyer-Auditorium werden<br />
derzeit Hirsts Skulpturen und Leuchtkästen<br />
aus der Werkserie »Treasures from the Wreck<br />
of the Unbelievable« ausgestellt, die 2017<br />
erstmals in der Punta della Dogana und im<br />
Palazzo Grassi in Venedig gezeigt wurden.<br />
Das Gebäude gilt als besonderes Geschenk: Es<br />
Fotos: © Stéphane ABOUDARAM | WE ARE CONTENT(S), © Andrew Pattman, © Vincent AGNES,<br />
126 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
»Drop«, Tom Shannon, 2009<br />
Der Tropfen aus poliertem<br />
Stahl mit vier Metern Durchmesser<br />
befindet sich unweit<br />
des Gehry-Musikpavillons.<br />
»Treasures from the Wreck<br />
of the Unbelievable«, 2017<br />
Damien Hirst zeigt diese und<br />
weitere Werkserien sowie Skulpturen<br />
auf dem gesamten La-Coste-Gelände.<br />
Es ist die erste Take-over-Show<br />
eines Künstlers.<br />
wurde posthum im Jahr 2022, zehn Jahre nach<br />
dem Tod des Architekten, eröffnet. Damit ist es<br />
das letzte entworfene Gebäude des Brasilianers.<br />
Der zwischen 2010 und 2013 konzipierte<br />
Ausstellungspavillon ist die Quint essenz seines<br />
gestalterischen Schaffens und spiegelt mit<br />
seinem organischen, geschwun genen Formenkanon<br />
Niemeyers unverwechselbaren dynamischen<br />
Stil wider. Raumhohe, rahmenlose<br />
Glasfassaden holen die umliegenden Vermentino-Reben<br />
in den strahlend weißen Baukörper<br />
hinein, was eine stimmungsvolle Durchlässigkeit<br />
erzeugt. Der flache Pool am Eingang<br />
versammelt das Zusammenspiel von Natur,<br />
Licht und Reflexion noch einmal. Oscar Ribeiro<br />
de Almeida Niemeyer Soares Filho selbst sagte<br />
noch: »Es war eine absolute Freude, an diesem<br />
Projekt zu arbeiten. Der Pavillon muss eine<br />
leichte Konstruktion sein, sich an die Landschaft<br />
und die Vegetation anpassen. Es wird ein<br />
Genuss sein, dort spazieren zu gehen.« Und<br />
nicht nur dort:<br />
Der französische Stararchitekt Jean Nouvel,<br />
bekannt für die Cartier-Stiftung oder die<br />
Louvre-Dependance in Abu Dhabi, baute 2008<br />
die Gebäude für die Weinproduktion. Die zehn<br />
Meter hohen Halbkreise reichen siebzehn Meter<br />
unter die Erde, eine ideale Umgebung für die<br />
Weinlagerung. Durch die Aluminiumstruktur-<br />
Ummantelung wird das Licht reflektiert, was<br />
hilft, innen die Temperatur zu regulieren. Auch<br />
der Pritzker-Preisträger Tadao Ando hinterließ<br />
auf dem Gelände seine markante Handschrift<br />
aus Minimalismus und Beton, darunter 2011<br />
das Kunstzentrum und im selben Jahr das<br />
Haupttor zur Domäne. Als Kontrast dazu steht<br />
der dekonstruktivistische Musikpavillon, ein<br />
Entwurf von Frank O. Gehry.<br />
Die Spielwiese aus Kunst, Wein und Architektur<br />
ist »ein Traumland für jeden, der Kunst<br />
liebt und Architektur verehrt«, schreibt etwa der<br />
»Guide Michelin«. Oder anders gesagt: Es ist ein<br />
Ort für die Sinne und eine Hommage an das<br />
Ästhetische wie Authentische.<br />
<<br />
Komplexes Netzwerk<br />
Hier scheint Statik keine Rolle zu spielen. Als Teil<br />
des weitläufigen Architektur- und Kunstparks prägt<br />
die spektakuläre Formation des Musikpavillons von<br />
Frank Gehry seit 2008 die natürliche Umgebung des<br />
Weinguts. Das Projekt erfolgte in Zusammenarbeit<br />
mit der Serpentine Gallery in London.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
127
design / INTERIOR-KULT<br />
KULT STÜCK<br />
Schwungvolle Premiere<br />
Der »Paris Chair« war Arne<br />
Jacobsens erster Entwurf. Er ist<br />
längst ein Klassiker und offenbart<br />
Jacobsens Wurzeln im Art déco.<br />
sika-design.de<br />
GARTENGEFLECHT<br />
Versucht man, die Entwürfe von<br />
Arne Jacobsen mit wenigen<br />
Worten zu beschreiben, gehören<br />
Funktionalität und Fortschritt<br />
jedenfalls dazu. Dies sieht man seinem ersten<br />
Entwurf – dem »Paris Chair« – deutlich an.<br />
Jacobsen schickte ihn 1929 als Beitrag für<br />
einen Wettbewerb ins Rennen und legte<br />
sogleich den Grundstein für seine Karriere.<br />
Mit seinen runden Formen und organischen<br />
Linien entsprach der »Paris Chair« zwar<br />
ziemlich genau der zeitgenössischen Ästhetik<br />
des Art déco, doch die Wahl des Materials<br />
war visionär. Das kostengünstigere und<br />
leichtere Geflecht stellte eine überraschende<br />
Alternative zu den bis dato üblichen schweren<br />
und kostspieligen Tischlereimöbeln dar.<br />
Neben der Indoor-Ausführung aus Rattan ist<br />
das Modell heute auch aus Aluminium und<br />
Kunststoff für den Außeneinsatz erhältlich.<br />
ARNE JACOBSEN<br />
Der dänische Ausnahmedesigner gehörte zu den<br />
wichtigsten Protagonisten der Bauhaus-Gruppe.<br />
Er ist berühmt für einen modernistischen Stil, ikonisch<br />
wurden etwa Entwürfe wie der »Egg Chair«<br />
oder der »Swan Chair«. Sein vielseitiges Werk<br />
umfasst aber auch Besteck, Geschirr und Textilien.<br />
Fotos: beigestellt<br />
128 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
STUHL<br />
FAYE CASUAL<br />
TISCH ASCO<br />
LAMELLO ROUND<br />
+<br />
Generalvertretung Österreich und Südtirol | wertstücke MÖBELAGENTUR | info@wertstuecke.at
design / SANITÄRBEREICH<br />
Verlässlichkeit<br />
Für Managing Director Guido<br />
Salentinig sind echte Werte,<br />
wie Verlässlichkeit, Bescheidenheit<br />
und Qualitätsbewusstsein, die<br />
wichtigsten Maßstäbe fürs<br />
Unternehmen.<br />
Foto: © Anna Stöcher<br />
130 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
INNOVATION<br />
OHNE TABU<br />
Der Badezimmerbereich und seine Gestaltung hat beträchtlichen<br />
Anteil an unserem Wohlbefinden. Grund genug, sich auch diesen<br />
Raum einmal genauer anzusehen. Vor allem, wenn man ein<br />
150-jähriges Jubiläum zelebriert. Der <strong>LIVING</strong>-Talk mit Geberit-<br />
Managing-Director Guido Salentinig.<br />
TEXT MARLENE MAYER<br />
Was 1875 als Ein-Mann-Betrieb<br />
begann, ist heute ein<br />
Unternehmen mit 10.000<br />
Mitarbeiter:innen – der Schweizer<br />
Sanitärexperte Geberit begeht nun sein<br />
150-jähriges Jubiläum. Dabei liegt der Fokus<br />
traditionell auf Fortschritt, schließlich hat die<br />
Toilette einen »enormen Einfluss auf unser<br />
Wohlbefinden«, so Guido Salentinig,<br />
Managing Director für Österreich. Im<br />
<strong>LIVING</strong>-Gespräch erzählt Salentinig, wie<br />
Nachhaltigkeit bei Geberit gedacht wird,<br />
warum Innovationen auch am WC wichtig<br />
sind und dass wahre Werte für ein Traditionsunternehmen<br />
essenziell sind.<br />
<strong>LIVING</strong> Geberit besteht seit 150 Jahren. Welche<br />
Eigenschaften gehören für Sie zur DNA des<br />
Unternehmens?<br />
GUIDO SALENTINIG Die Werte und Ziele<br />
blieben in den vergangenen 150 Jahren<br />
größtenteils unverändert: Bodenständigkeit,<br />
Qualitätsbewusstsein und das Streben nach<br />
Spitzenleistungen prägen unsere Unternehmenskultur.<br />
Dabei hat Geberit eine klare<br />
Mission: Wir wollen die Lebensqualität der<br />
Menschen nachhaltig verbessern. Unser Denken<br />
und Handeln ist auf Langfristigkeit<br />
ausgerichtet und der sorgsame Umgang mit<br />
natürlichen Ressourcen ist für uns Pflicht.<br />
Von Rapperswil-Jona aus agiert Geberit längst<br />
global und ist in Europa Marktführer. Wie<br />
wichtig ist die Balance von Verlässlichkeit<br />
und Weiterentwicklung dabei?<br />
Beides ist für Geberit äußerst wichtig. Und<br />
die Kombination und richtige Balance<br />
dieser – nur scheinbar gegensätzlichen– Werte<br />
hat in all den Jahren sicher zum Erfolg des<br />
Unternehmens beigetragen. Denn nur wer<br />
verlässlich ist, dem vertraut man auch.<br />
Sie betonen vor allem bestimmte Werte.<br />
Warum sind die wichtig?<br />
Je tiefer man in die Vergangenheit eintaucht,<br />
desto klarer wird erkennbar: Unser wahres<br />
Erbe beruht eben nicht nur auf den Produkten,<br />
sondern auch auf den Werten, die uns<br />
als Unternehmen definieren und leiten.<br />
Geberit wird seit der Gründung maßgeblich<br />
geprägt von Bescheidenheit und einem<br />
ausgeprägten Qualitätsbewusstsein. Aber<br />
auch vom Bestreben, stets zuverlässig und<br />
vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.<br />
Wie wichtig sind dabei auch nachhaltige<br />
Überlegungen?<br />
Bereits 1990 hat Geberit eine erste Umweltstrategie<br />
erstellt und konkrete Maßnahmen<br />
umgesetzt. Diese Strategie wurde mit<br />
den Jahren schrittweise zu einer umfas- ><br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
131
design / SANITÄRBEREICH<br />
Historische Spülung<br />
1905 brachte Geberit den<br />
Holzspülkasten »Phönix« mit<br />
patentierter Spülgarnitur auf<br />
den Markt. Für die damalige<br />
Zeit eine Revolution am WC.<br />
><br />
senden Nachhaltigkeitsstrategie ausgebaut.<br />
Sie ist heute fester Bestandteil der<br />
Unternehmenskultur. Das Thema wird nicht<br />
bloß auf die Zahl der Treibhausgasemissionen<br />
reduziert betrachtet.<br />
Was bedeutet das im Detail?<br />
Bei uns werden etwa Kreislaufwirtschaft,<br />
»Ecodesign« und der sparsame Umgang mit<br />
der Ressource Wasser hervorgehoben. Ziel<br />
der Kreislaufwirtschaft ist es, einen Wirtschaftskreislauf<br />
möglichst ressourcen- und<br />
umweltschonend zu betreiben. Der größte<br />
Hebel ist dabei die Lebensdauer eines<br />
Produkts. Je länger ein Produkt genutzt<br />
werden kann, desto geringer der Ressourceneinsatz<br />
pro Nutzung.<br />
Was bedeutet Ecodesign?<br />
Jedes neue Produkt soll ökologisch besser als<br />
Das WC der Zukunft<br />
Eine saubere Sache. Die<br />
»AquaClean«-Funktion ist<br />
besonders hygienisch und der<br />
reduzierte Papierverbrauch ist<br />
umweltfreundlich.<br />
sein Vorgänger sein – ohne Einbußen bei der<br />
Qualität, Funktionalität oder Langlebigkeit.<br />
Pünktlich zum Jubiläumsjahr haben Sie mit<br />
dem »AquaClean Alba« ein neues Dusch-WC<br />
auf den Markt gebracht. Warum?<br />
Wasser, die sanfteste und gründlichste Art<br />
der Reinigung, spielt prinzipiell die Hauptrolle<br />
in unserem Streben nach Sauberkeit.<br />
Und die WC-Hygiene mit Wasser ist eben<br />
einfach gründlicher als mit Papier. Zudem<br />
hinterlässt sie keine Spuren und ist sanft zur<br />
Haut. Sie fühlen sich danach rundum wohl<br />
und sauber. Mit unserem neuen Dusch-WC<br />
»AquaClean Alba« bringen wir diese Funktion<br />
jetzt in jedes Bad. Denn: Im Vergleich zu<br />
einer hochwertigen klassischen WC-Keramik<br />
ist der Aufpreis für die Duschfunktion von<br />
»AquaClean Alba« gering. Der attraktive<br />
Preis wird möglich durch die Konzentration<br />
auf die wichtigste Funktion eines Dusch-<br />
WCs: die gründliche und schonende Reinigung<br />
mit Wasser. <<br />
Wie frisch geduscht<br />
In vielen Hotels sind Duschklos<br />
schon Standard. Mit dem<br />
neuen »AquaClean Alba» gibt<br />
es diese Funktion auch für<br />
Zuhause. geberit.at<br />
Fotos: © Hotel Edelweiss, beigestellt<br />
132 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
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design / WATCH-LIST<br />
Legendär<br />
Die »Pelagos FXD US Navy« ist eine<br />
Hommage an jene Taucheruhren, die<br />
in den 1980er-Jahren bei der US Navy<br />
zum Einsatz kamen. Das satinierte<br />
Titan gehäuse kann an einem zweifarbigen<br />
Textilband mit Klettverschluss<br />
oder an einem schwarzen Kautschukband<br />
(Abb.) getragen werden.<br />
tudorwatch.com<br />
ZEITMESSER<br />
MIT TIEFGANG<br />
Taucheruhren umgibt eine besondere Aura – ein Hauch von<br />
Tiefseeabenteuer und von Sommer, Sonne, Urlaubsfeeling. Hier sind die<br />
neuesten potenziellen Begleiter für das nasse Element, die natürlich<br />
auch an Land eine gute Figur machen. TEXT INES B. KASPAREK<br />
Mit einer Taucheruhr am<br />
Handgelenk fühlt man<br />
sich wie ein:e Tiefseeforscher:in.<br />
Ihre Optik<br />
weckt Abenteuerlust. Doch hinter<br />
der coolen Optik stecken überlebenswichtige<br />
Features, wie jede:r<br />
aktive Taucher:in weiß. Die einseitig<br />
drehbare Tauchlünette mit<br />
60-Minuten-Skalierung, Leuchtzei-<br />
ger und Leuchtindizes garantiert<br />
bei eingeschränkter Sicht die Ablesbarkeit<br />
wichtiger Informationen.<br />
Massive Gehäuse aus Edelstahl<br />
oder Titan sowie widerstandsfähige,<br />
oft weitenverstellbare Armbänder<br />
haben funktionelle Gründe:<br />
Über dem Taucheranzug getragen,<br />
werden die Uhren starken Belastungen<br />
ausgesetzt.<br />
Viele Markenhistorien sind eng<br />
mit professionellen Einsätzen militärischer<br />
Einheiten verknüpft. Die<br />
Geschichte von Tudor beispielsweise<br />
begann mit der 1954 vorgestellten<br />
»Referenz 7922«, der ersten einer<br />
langen Reihe von Taucheruhren,<br />
die damals schon bis zu einer<br />
Tiefe von 100 Metern wasserdicht<br />
waren. Die »Referenz 7922« etablierte<br />
sich rasch als erschwingliche,<br />
robuste, zuverlässige und präzise<br />
Sportuhr und durfte sich als Teil<br />
der Ausrüstung bedeutender Seemächte<br />
bewähren. Nach ausgiebigen<br />
Tests wurden Modelle dieser<br />
Bauart 1958 offiziell von der Navy<br />
erworben, um Taucher verschiedener<br />
Einheiten damit auszustatten.<br />
Mit diesem Ritterschlag waren<br />
strenge Vorgaben verbunden, darunter<br />
die im Gehäuse integrierten<br />
Bandstege oder die ergonomische,<br />
einseitig drehbare Lünette mit 60<br />
Einkerbungen und phosphoreszierender<br />
Beschichtung, die der ISO-<br />
Norm für Taucheruhren entspricht.<br />
All dies fusioniert in der<br />
Fotos: beigestellt<br />
134 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Seegrasgrün<br />
Einer der schönsten Vertreter<br />
der Trendfarbe Grün: »SeaQ<br />
Panoramadatum Reed Green« aus<br />
der Manufaktur Glashütte Original.<br />
glashütte-original.com<br />
neuen Generation »Pelagos FXD«,<br />
mit der Tudor 2021 ein neues Kapitel<br />
als Ausstatter privater und professioneller<br />
Taucher eröffnete.<br />
SPANNENDES SPEKTRUM<br />
Die optischen Parameter, die durch<br />
die technischen Ansprüche vorgegeben<br />
sind, machen Taucheruhren<br />
auf den ersten Blick erkennbar. Innerhalb<br />
der Uhrenszene ist das<br />
Spektrum der Interpretationen zu<br />
diesem Thema dennoch sehr groß<br />
und reicht von tiefseetauglichen,<br />
ultrasportlichen Tauchinstrumenten<br />
bis hin zu relativ schlank und<br />
elegant wirkenden Versionen – wie<br />
beispielsweise der Ebel »1911 Marine<br />
Edition«. Diesem Diver-Modell,<br />
bei dem hochkarätige Details auf<br />
INNOVATIV<br />
Omega »Seamaster Planet Ocean<br />
Dark Grey« aus Siliziumnitrid-Keramik<br />
und Titan Grade 5 mit Kautschukgefüttertem<br />
Textilarmband.<br />
omega-watches.com<br />
gen, die DIN 8306 und ISO 6425 an<br />
professionelle Taucheruhren stellen,<br />
und durchläuft mit dem hauseigenen<br />
»Excellence-Test« noch ein zusätzliches<br />
24-tägiges Testverfahren.<br />
Ebenso als Taucheruhr zertifiziert<br />
und mit antimagnetischer Silizium-<br />
Spiralfeder ausgestattet ist die Longines<br />
»Legend Diver«, deren Geschichte<br />
bis in die 1950er-Jahre zurückreicht<br />
und deren unverwechselbare<br />
Optik mit zwei Kronen und<br />
dezentem Retro-Touch nicht nur<br />
Taucheruhren-Liebhaber:innen dahinschmelzen<br />
lässt. On top wird<br />
die gesamte, fertig montierte Uhr<br />
(nicht nur das Werk) von der<br />
COSC als Chronometer zertifiziert.<br />
INNOVATIONSGEIST<br />
Um den hohen Anforderungen an<br />
Sportuhren gerecht zu werden, entwickeln<br />
die Manufakturen immer<br />
wieder neue Materialien. Das Gehäuse<br />
der Omega »Seamaster Planet<br />
Ocean Dark Grey« besteht aus<br />
Siliziumnitrid-Keramik, einem<br />
Werkstoff, der sowohl durch seine<br />
Leichtigkeit als auch durch seine<br />
Robustheit überzeugt. Korrespondierend<br />
kommt für etliche Details<br />
Titan Grade 5 zum Einsatz: Für<br />
Lünette, Faltschließe, Zifferblatt,<br />
Zeiger und sogar für das<br />
Co-Axial Master Chronometer<br />
Kaliber 8906. Mit einer<br />
Wasserdichtheit von bis zu 600<br />
Metern Tiefe beweist die Marke<br />
jahrzehntelange Erfahrung auf<br />
diesem Gebiet. Immerhin entstand<br />
die erste Omega Taucheruhr<br />
bereits 1932, die erste »Seamaster«<br />
1948 – auf Basis einiger für die<br />
British Royal Navy entworfener<br />
Uhren. Sie hielt bereits einem<br />
Druck von 5 bar (50 Meter) Stand.<br />
Die Kompetenz, wasserdichte Gehäusekonstruktionen<br />
zu bauen,<br />
gipfelte 2019 in der Teilnahme<br />
eines Omega Zeitmessers – der<br />
»Seamaster Planet Ocean Ultra<br />
Deep Professional« – am tiefsten<br />
Tauchgang aller Zeiten, der Expedition<br />
von Victor Vescovo zum<br />
tiefsten Punkt der Erde, dem<br />
Marianengraben. Sein Tauchboot<br />
und damit auch die an der Tauchkapsel<br />
angebrachte Omega erreichten<br />
unbeschadet eine Tiefe<br />
von 10.925 Metern.<br />
Ob Rekord-Zeitmesser, Retro-Diver<br />
oder Klassiker – der attraktivste<br />
Begleiter liegt stets im Auge des<br />
Betrachters.<br />
Kontrastreich<br />
Ebel »1911 Marine Edition« in Edelstahl<br />
und 18 Karat Gelbgold, mit<br />
schwarz galvanisiertem Zifferblatt und<br />
Armband aus recyceltem Kunststoff.<br />
ebel.com<br />
Stahlgehäuse und Zifferblatt für<br />
edle Akzente sorgen, genügt eine<br />
Wasserdichtheit von 200 Metern<br />
vollkommen. Dafür ist sie definitiv<br />
als businesstauglich einzustufen.<br />
Bei der Glashütte Original »SeaQ<br />
Panoramadatum« bildet die Kombination<br />
aus grünem Zifferblatt,<br />
kratzfester, grüner Keramiklünette<br />
und grauem Synthetikband eine<br />
fast »trendige« Hülle für ein beachtliches<br />
Innenleben: Das Manufakturkaliber<br />
36-13 ist dank Bajonett-Aufhängung<br />
besonders stoßsicher<br />
im (bis zu 300 Meter wasserdichten)<br />
Edelstahlgehäuse verankert,<br />
dank Silizium-Spiralfeder<br />
antimagnetisch und bietet eine<br />
Gangreserve von 100 Stunden. Der<br />
Zeitmesser erfüllt alle Anforderun-<br />
Tiefseeblau<br />
Longines »Legend Diver« in Edelstahl –<br />
wahlweise mit farblich abgestimmtem<br />
Natoband oder feingliedrigem<br />
Edelstahlband.<br />
longines.com<br />
ANDREAS DAUM<br />
(UHRMACHERMEISTER HÜBNER)<br />
ZUR LONGINES LEGEND DIVER:<br />
»Ich tauche gerne, natürlich mit<br />
Tauchcomputer, dennoch – eine mechanische<br />
Taucheruhr ist immer dabei.<br />
So begleitet die ‹Legend Diver› auch<br />
mich. Ich liebe den eigenständigen<br />
klassischen Look mit zwei Kronen, die<br />
innenliegende Taucherlünette und das<br />
tiefe Blau des Zifferblattes. Die Zuverlässigkeit<br />
des Automatikwerks, das mit<br />
modernster Siliziumtechnik ausgestattet<br />
ist und chronometergenau läuft, tut<br />
ein Übriges, um diese sportliche Uhr zu<br />
einer perfekten Begleiterin im Alltag<br />
und beim Wassersport zu machen.«<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
135
design / HOTSPOT<br />
HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Im Herzen der Azabudai Hills hat mit dem »Janu Tokyo«<br />
das erste Haus der neuen Marke der Aman Group eröffnet.<br />
Das Luxushotel läutet mit seinem glanzvoll-modernen Design,<br />
den acht trendigen Restaurants und dem riesigen Wellness-<br />
Bereich eine neue Hotel-Ära ein. TEXT ANJA KLEINSCHUSTER<br />
Spirits<br />
Anhand einer Vielzahl von Cocktails können<br />
Gäste in der »Janu Bar« die japanische Kultur<br />
in flüssiger Form erleben, dank Zutaten wie<br />
Sake, Shochu und Tee. Kleine, aber feine<br />
Speisen runden das Erlebnis ab.<br />
Platzhirsch<br />
Das »Janu Tokyo« liegt mitten im<br />
neuen, aufregenden Viertel Azabudai<br />
Hills, in dem es vor Natur, Kunst und<br />
Kultur nur so wimmelt. Das einzige<br />
Hotel der Siedlung thront im<br />
Residence A Tower, der von den<br />
Architekten Pelli Clarke & Partners<br />
entworfen wurde.<br />
East meets West<br />
Die bis zu 519 Quadratmeter<br />
großen Zimmer<br />
und Suiten gehören zu<br />
den großzügigsten in<br />
ganz Tokio. Das Interieur<br />
ist eine gekonnte<br />
Mischung aus zeitlosem<br />
asiatischem Design und<br />
modernen europäischen<br />
Akzenten.<br />
Paradies für die Sinne<br />
Das beeindruckende<br />
Wellness-Center<br />
umfasst u. a. das<br />
größte Fitnessstudio<br />
der Stadt, einen<br />
25-Meter-Pool sowie<br />
zwei Spa-Häuser.<br />
Eldorado am Gaumen<br />
In insgesamt acht Restaurants genießt<br />
man verschiedenste Konzepte, die von<br />
traditionellen asiatischen Gerichten über<br />
italienische Küche bis hin zu<br />
außergewöhnlicher Patisserie reichen.<br />
Auf gute Nachbarschaft<br />
An die Azabudai Hills grenzt das<br />
flippige Ausgehviertel Roppongi.<br />
Die vielen dort angebotenen<br />
Vergnügungs möglichkeiten lassen<br />
die Nacht zum Tag werden.<br />
Design-Adel<br />
Für das Design-Konzept des Interieurs<br />
zeichnete der preisgekrönte international<br />
anerkannte Architekt Jean-Michel Gathy<br />
verantwortlich, der bereits Luxushotels und<br />
-resorts auf der ganzen Welt gestaltet hat.<br />
»Janu Tokyo«<br />
1-2-2 Azabudai Minato-ku<br />
106-0041 Tokyo<br />
janu.com<br />
Fotos: © Robert Rieger<br />
136 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
So prickelnd<br />
wie unser<br />
300 km – Ausblick<br />
ERLEBEN SIE UNSERE SCHACHNER-WOHLFÜHL ATMOSPHÄRE IN<br />
UNSEREN NEUEN HIMMELBETTEN.<br />
Mit #FALSTAFF_<strong>2024</strong> wartet 1 Flasche Champagner<br />
„Nicolas Feuillatte“ als WILLKOMMENSGESCHENK<br />
in Ihrem Zimmer auf Sie.<br />
(gültig bis 26.05.<strong>2024</strong> ab 2 Nächte bei Onlinebuchung in den<br />
Kategorien Wachauf SPA Suite & Family Suite)<br />
www.hotel-schachner.at
<strong>LIVING</strong><br />
KULINARIK<br />
152<br />
140<br />
148<br />
GENUSS GOES AL FRESCO<br />
Ein Überblick über die neuen<br />
internationalen Restaurants mit<br />
spektakulären Outdoorflächen. (S. 140)<br />
MATCHA ALL OVER<br />
Mit ihrer besonderen Ästhetik erobern<br />
japanische Bäckereien die Großstädte<br />
Europas. (S. 148)<br />
FRÜHLING IN FERNOST<br />
Diese Accessoires sorgen für ein<br />
entspannt japanisches Ambiente auf<br />
dem Esstisch. (S. 152)<br />
DIE LEBENSMITTELZENTRALE<br />
Geht es um Funktionalität in der Küche,<br />
spielt das Thema Aufbewahrung eine<br />
große Rolle. (S. 154)<br />
Fotos: Tomooki Kengaku Photography, beigestellt<br />
154
kulinarik / RESTAURANTS<br />
Zahlreiche Restaurants haben auch dieses Jahr wieder<br />
die kulinarische Landkarte der Gourmets für sich erobert.<br />
Neben prämierter Cuisine überzeugen die besten Adressen<br />
mit durchdachtem Design – sowohl im Innen- als auch<br />
im Außenbereich. TEXT CHRISTINA HORN<br />
Dinner an der Ägäis<br />
Chef Osman Sezeners Rooftop-<br />
Restaurant »Kitchen« im »The Bodrum<br />
Edition« wurde von Christophe Pillet<br />
in Zusammenarbeit mit Ian Schrager<br />
Architects gestaltet: Die Kreativköpfe<br />
ließen sich dabei vom türkischen Lokalkolorit<br />
inspirieren und haben dieses mit<br />
modernem Feel versehen – so blickt das<br />
Restaurant als mediterrane Oase auf<br />
die Ägäis. editionhotels.com<br />
Foto: © Nikolas Koenig<br />
140 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
141
kulinarik / RESTAURANTS<br />
Alle Jahre wieder: Im Hospitality-<br />
Kalender tut sich <strong>2024</strong> so einiges –<br />
angefangen von altbekannten<br />
Gourmettempeln, die mit neuen<br />
Teams wieder frischen Wind in ihre Küche<br />
bringen, über Expansionen beliebter Restaurants<br />
in verschiedene Städte und Länder bis<br />
hin zu spannenden neuen Projekten, die die<br />
Gaumen dieser Welt mit Innovationsgeist zu<br />
überzeugen wissen. Auch dieses Jahr finden<br />
wieder zahlreiche hochkarätige Adressen ihren<br />
Weg auf die kulinarische Landkarte. All jene,<br />
die der Gastroszene ihre Aufmerksamkeit<br />
schenken, werden schnell bemerken: Die<br />
Restaurant-Highlights <strong>2024</strong> finden, sowohl in<br />
Bezug auf Kulinarik als auch auf Design, nicht<br />
nur im Innenraum statt – sondern auch<br />
draußen an der frischen Luft.<br />
DINING OUT<br />
Die Veränderungen und Herausforderungen<br />
der letzten vier Jahre waren groß, brachten der<br />
Gastronomiebranche aber auch viele Neuerungen<br />
– etwa dass Al-fresco-Angebote verstärkt<br />
an Popularität gewannen. So verzeichnete<br />
OpenTable 2023 zum wiederholten Mal Zuwachs<br />
in der Nachfrage zum Outdoor-Dining –<br />
ganze 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein<br />
Trend, den die National Restaurant Association<br />
bestätigt: 69 Prozent der Gäste wissen Al-fresco-<br />
Optionen zu schätzen. Die Szene hat die Lust<br />
ihrer Gäste, an der frischen Luft zu dinieren,<br />
erkannt und bietet tolle Außenbereiche an – sei<br />
dies nun eine Dachterrasse mit spektakulärem<br />
Ausblick, wie man sie im »Il Ristorante – Niko<br />
Romito« in Tokio vorfindet, oder ein lichtdurchfluteter<br />
Patio, etwa in der »L’Orangerie« in Paris.<br />
Kulinarischer Hotspot ist auch dieses Jahr<br />
wieder Frankreich: Das Vorreiterland in Sachen<br />
Cuisine führt <strong>2024</strong> abermals die Liste der<br />
Topadressen weltweit an. Wen es diesen<br />
Sommer an die Côte d’Azur verschlägt, der sollte<br />
unbedingt einen Tisch im »Table du Castellet«<br />
im Luxusresort »Hôtel du Castellet« reservieren,<br />
um Chef Fabien Ferrés Interpretation der<br />
Sportliche Ästhetik<br />
Das »Brooklands« ist das Highlight-<br />
Restaurant des neuen »The Peninsula<br />
London« unter der Leitung von Chef<br />
Claude Bosi. Die Räumlichkeiten<br />
zollen den Epochen der britischen<br />
Aviation und des Motorsports Tribut,<br />
etwa mit einem maßstabsgetreuen<br />
Concorde-Modell. Sehenswert ist die<br />
Terrasse mit Blick auf die Skyline<br />
Londons. peninsula.com<br />
provenzalischen Küche auf der großzügigen<br />
Terrasse zu genießen. Einige Hundert Kilometer<br />
nördlich, in Paris, finden Gourmetreisende zig<br />
grüne Oasen im urbanen Raum vor. Eugénie<br />
Béziats Kreationen im »Espadon« werden im<br />
Grand Jardin des »Ritz« kredenzt, das 2016 von<br />
Designlegende Thierry Despont sorgsam<br />
überarbeitet wurde. Weiter westlich, in der<br />
von Pierre-Yves Rochon gestalteten, intimen<br />
»L’Orangerie« im »Four Seasons Hotel<br />
George V«, speist man unter Lalique-Lampen<br />
an der sieben Meter hohen Glas-Stahl-Struktur<br />
im berühmten Marmorpatio. Jenseits des<br />
Ärmelkanals zieht im »The Peninsula« in<br />
London das »Brooklands by Claude Bosi« – eine<br />
Hommage an die britische Aviation sowie den<br />
Fotos: © Will Pryce, beigestellt<br />
142 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Entspannte Eleganz<br />
Fabien Ferrés kreativ-provenzalische<br />
Kreationen im »La Table du Castellet«<br />
landen auch <strong>2024</strong> wieder auf der<br />
Landkarte. Designt wurde das<br />
Restaurant im zeitgenössischeleganten<br />
Stil: Helle Farben<br />
komplimentieren Holz und Schiefer,<br />
und auf der weitläufigen Terrasse wird<br />
unter der Laube mit Blick auf die<br />
umliegende Landschaft diniert.<br />
hotelducastellet.net<br />
Motorsport durch Archer Humphryes<br />
Architects – die Aufmerksamkeit auf sich.<br />
VON INTIM BIS IMPOSANT<br />
Wer stilvoll al fresco speisen möchte, steht<br />
weltweit vor einer ganzen Reihe an Möglichkeiten.<br />
Im europäischen Süden zelebrieren<br />
Restaurants intimes Open-Air-Ambiente –<br />
etwa in Monaco: Für das 2023 eröffnete »Les<br />
Ambassadeurs by Christophe Cussac« hat<br />
Jacques Garcia ein lebensfrohes Medley aus<br />
Bronze, Gelb, Gold und Elfenbein kreiert, das<br />
sich nahtlos in die Belle-Époque-Eleganz des<br />
»Métropole Monte-Carlo«-Hotels einfügt. In<br />
Barcelona macht nach wie vor das »Disfrutar« –<br />
dank innovativ-kreativer Gerichte – von sich<br />
reden, gespeist wird im modern-urbanen Innenraum<br />
oder im Patio mit vertikalem Garten.<br />
><br />
Luxus über Tokio<br />
40 Stockwerke über Tokio: Im »Bulgari<br />
Hotel« mit Blick auf die einzigartige<br />
Skyline der Millionenstadt überzeugt die<br />
authentische italienische Küche des »Il<br />
Ristorante – Niko Romito« auf ganzer<br />
Linie. Optisch haben ACPV Architects<br />
klassischen italienischen Luxus mit<br />
japanischen Elementen, etwa der<br />
geschwungenen hölzernen Decke,<br />
vermählt. bulgarihotels.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
143
kulinarik / RESTAURANTS<br />
Belle Époque<br />
Erst 2023 eröffnet, hat das<br />
»Les Ambassadeurs by Christophe<br />
Cussac«, eine Hommage an das<br />
ursprüngliche Restaurant des Hotels<br />
»Métropole Monte-Carlo«, bereits<br />
den Ruf einer Topadresse errungen.<br />
Gestaltet wurde es von Jacques<br />
Garcia, der das mediterrane Flair<br />
goldener, warmer Farben mit dem<br />
luxuriösen Belle-Époque-Ambiente<br />
des Hauses vereint. metropole.com<br />
Außergewöhnlich exquisit<br />
Das »Four Seasons Hotel George V«<br />
in Paris zählt zweifellos zu den besten<br />
kulinarischen Adressen der Welt:<br />
Eines der Glanzstücke des Wahrzeichens<br />
ist hierbei die mehrfach<br />
prämierte »L’Orangerie«. Das Interior-<br />
Design von Pierre-Yves Rochon mit<br />
Lalique-Lampen und floralem<br />
Bodenmosaik wird von Jeff Leathams<br />
Couture-Dekoration im Marble<br />
Courtyard ergänzt. fourseasons.com<br />
><br />
Auf der anderen Seite des Mittelmeers,<br />
unweit der Trenddestination Bodrum,<br />
trifft im »Kitchen« – dessen internationaltürkische<br />
Cuisine allein die Reise wert ist –<br />
lokales Flair auf Minimalismus aus der Feder<br />
von Christophe Pillet und Ian Schrager<br />
Company, Ausblick auf die Bucht inklusive.<br />
Unter den Neuzugängen weltweit finden sich<br />
zudem schicke Rooftop-Restaurants, die nicht<br />
nur Top-Cuisine und Design, sondern auch<br />
spektakuläre Panoramablicke über ihre<br />
respektiven Städte gewähren. Neben dem<br />
bereits erwähnten »Brooklands« und dem »Il<br />
Ristorante – Niko Romito« im »Bulgari Hotel«,<br />
dessen japanisch inspirierte, dennoch zeitgenössisch<br />
gehaltene Räumlichkeiten über Tokios<br />
Skyline ragen, ist das etwa auch das luxuriöse<br />
»Xin Rong Ji« im Großstadtdschungel der<br />
Millionenmetropole Chengdu, designt von<br />
Cheng Chung Design.<br />
Eines ist klar: Wohin auch immer es Gourmets<br />
<strong>2024</strong> verschlagen mag, die Genusstempel<br />
versprechen Vielfalt für jeden Geschmack –<br />
sowohl in Sachen Kulinarik als auch beim<br />
Design, sowohl im Innenbereich als auch an<br />
der frischen Luft.<br />
<<br />
Fotos: © Studio Phenix, Romain Ricard, beigestellt<br />
144 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
»WIR SCHAFFEN EINE ATMOSPHÄRE, DIE DAS<br />
WESEN DER STADT DER LICHTER EINFÄNGT«<br />
Luxus-Dining – al fresco: Alexandra de La Brosse, Head of Communication bei Paris Society,<br />
sieht Outdoor-Restaurants als wichtigen Bestandteil der Pariser Gastronomiekultur.<br />
<strong>LIVING</strong> Warum werden Outdoor-Restaurants<br />
Ihrer Meinung nach immer wichtiger für das<br />
kulinarische Gesamterlebnis in Paris?<br />
ALEXANDRA DE LA BROSSE Aufgrund der<br />
globalen Erwärmung beginnt die Sommersaison<br />
heutzutage immer früher – und erstreckt sich<br />
bereits bis Ende Oktober. Sobald das Wetter<br />
schön ist, bieten wir unseren Kund:innen daher<br />
die Möglichkeit, unsere symbolträchtigen<br />
Terrassen in Paris zu besuchen und sich<br />
hochwertige Küche servieren zu lassen. Das<br />
Sommer-Feeling kann dank der Outdoor-<br />
Restaurants also bis in den Herbst hinein<br />
verlängert werden.<br />
Welche einzigartigen Merkmale oder Konzepte<br />
unterscheiden das Al-fresco-Angebot in Paris von<br />
jenem in anderen Städten?<br />
Besonders bei Paris Society liegt die Einzigartigkeit<br />
in unserer Fähigkeit, wirklich exklusive<br />
Erlebnisse durch unsere Signatur bieten zu<br />
können – das sind: spektakuläre Ausblicke und<br />
exklusive Außenbereiche. In Paris, wo die<br />
Haussmann-Architektur dominiert, sind<br />
Rooftops aufgrund ihrer Unvereinbarkeit mit<br />
dieser Ästhetik eher selten. Gerade diese<br />
Seltenheit ist aber unsere Stärke, denn unsere<br />
Orte bieten außergewöhnliche Panoramen, die<br />
das Wesen der Stadt der Lichter einfangen.<br />
Indem wir dieses charakteristische Merkmal<br />
nutzen, schaffen wir unvergleichliche Atmosphären,<br />
die unsere Gäste begeistern und sie<br />
mitten in die Geschichte von Paris versetzen.<br />
Wie hat sich die Außengastronomie in den<br />
letzten Jahren entwickelt?<br />
Zum einen passen wir uns im Verlauf der<br />
Jahreszeiten konstant den sich ändernden<br />
Bedürfnissen der Kund:innen an. Zum anderen<br />
hat die Pandemie den zunehmenden Wunsch,<br />
das Leben im Freien zu genießen – und somit<br />
auch unser Engagement für die Kreation<br />
einzigartiger Erlebnisse an der frischen Luft –,<br />
verstärkt. Unsere Orte sind heute zu urbanen<br />
Rückzugsorten geworden, an denen man sich<br />
entspannen und die Küche genießen kann, ganz<br />
egal, bei welchem Wetter.<br />
Mit welchen Herausforderungen sehen sich<br />
Outdoor-Restaurants konfrontiert?<br />
Das Wetter stellt sicherlich eine der größten<br />
Herausforderungen für Restaurants im Freien<br />
dar. Dank Einrichtungen, wie jene der Paris<br />
Society, die eine gleichwertige Kapazität drinnen<br />
und draußen bieten, gewährleisten wir jedoch<br />
ein kompromissloses Erlebnis, unabhängig von<br />
Alexandra de La Brosse …<br />
… ist Head of Communication bei<br />
Paris Society: Mit über 70 Venues –<br />
etwa dem »Girafe« oder dem »Maxim’s« –<br />
zählt der französische Anbieter zur<br />
Spitze der Luxus-Hospitality.<br />
Über den Dächern von Paris<br />
Inmitten der Cité de l’Architecture et du<br />
Patrimoine in Paris gelegen, wird der<br />
Besuch im »Girafe« zum Gesamterlebnis.<br />
den Bedingungen. Flexible Räume stellen also<br />
sicher, dass jede:r Besucher:in das gastronomische<br />
Angebot genießen kann, auch wenn das<br />
Wetter nicht mitspielt.<br />
Wie sieht die Zukunft der Outdoor-Gastronomie<br />
in Paris aus?<br />
Ich sehe die Zukunft der Außengastronomie in<br />
Paris als eine Huldigung an das Kundenerlebnis.<br />
Bei Paris Society haben wir die Absicht, aber<br />
auch den Ehrgeiz, für unsere Gäste immer einen<br />
Schritt weiter zu gehen. Wir werden weiterhin<br />
außergewöhnliches Exterior-Design schaffen,<br />
ergänzt von Livemusik, um unsere Abende zu<br />
beleben. Die Einführung eigener Bar-Bereiche<br />
ermöglicht es den Gästen, Rosé und Cocktails<br />
zu jeder Tageszeit zu genießen. Indem wir uns<br />
diese Innovationen zu eigen machen, zeigen wir:<br />
Wir sind weiterhin bestrebt, an der Spitze der<br />
Outdoor-Dining-Szene in Paris zu stehen!<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
145
FRÜHJAHRS-<br />
WEINAUKTION<br />
DOROTHEUM<br />
& FALSTAFF<br />
go.falstaff.com/fruehjahr-weinauktion
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5. April bis 26. April <strong>2024</strong><br />
go.falstaff.com/fruehjahr-weinauktion<br />
Das sollten Sie keinesfalls versäumen!
kulinarik / JAPANESE BAKERIES<br />
Kaffeehaus mit<br />
Matcha-Kultur<br />
Auch in Wien zieht der Trend<br />
zum japanischen Gebäck ein:<br />
Im »Shodai« sind auch die<br />
Desserts ansprechend in Rosa<br />
und Grün geformt. shodai.at<br />
MATCHA ALL OVER<br />
Fast unbemerkt hat sich ein neuer Trend in den Großstädten Europas etabliert:<br />
japanische Bäckereien und Cafés. Mit den schönen und gesunden Backwaren kamen<br />
auch stylishe preisgekrönte Shopkonzepte zu uns. <strong>LIVING</strong> hat die interessantesten<br />
japanischen Bäckereien zwischen Mailand, London und Berlin aufgespürt.<br />
TEXT FLORENTINA WELLEY<br />
Fotos: © Dan Dennison, © Magnus Aspelin<br />
148 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Ein aktueller Trend beschert immer<br />
mehr Großstädter:innen neue<br />
kulinarische Erlebnisse – schließlich<br />
entwickelt er sich rund um<br />
japanische Backwaren. Denn die asiatische<br />
Küche boomt nach wie vor und neue<br />
japanische Bäckereien, Cafés und Take-aways<br />
eröffnen weltweit. In Europa sind die kleinen,<br />
in der Regel detailverliebt gestalteten<br />
Geschäfte meist in gentrifizierten, jungen<br />
Stadtvierteln zwischen London, Berlin und<br />
Mailand angesiedelt. Speisen, die nach<br />
Zeitgeist schmecken, sind angesagt.<br />
NATÜRLICHE ZUTATEN BEI BROT<br />
UND INTERIOR<br />
Laut einer Umfrage der belgischen Puratos<br />
Group sind gut 85 Prozent jener<br />
Konsument:innen, die sich intensiv mit den<br />
Themen Essen und Gastro nomie beschäftigen,<br />
an nachhaltigen Lebensmitteln interessiert,<br />
Biozutaten und ein gewisser Gesundheitseffekt<br />
sind daher besonders wichtig. Gerade Matcha<br />
soll ja gesund für Körper und Seele sein – in<br />
einer japanischen Bäckerei gehört er wiederum<br />
zu den Grundzutaten: vom Tee bis zum<br />
Natürliche Zutaten<br />
Das »kame« in Berlin ist<br />
äußerst beliebt. Natürliche<br />
Farben stehen hier im<br />
Vordergrund. kame.berlin<br />
Pistazien- und Matchagrün<br />
Das Interior von Atelier<br />
Baulier im »Kova« in London<br />
spiegelt einen Mix aus<br />
japanischem und britischem<br />
Lifestyle.<br />
kovapatisserie.com<br />
Tiramisu. Vom Eis bis zum Brot. Backwaren,<br />
die die Seele, den Magen und das Auge<br />
erfreuen, sind Bestseller. Vorbilder für die<br />
Backwaren – und nicht zuletzt für das Interior-<br />
Design – sind preisgekrönte Shops in Asien.<br />
Ein Shoppingkonzept, das nicht nur<br />
Back waren anbietet, sondern den Konsument:innen<br />
auch Gemütlichkeit vermitteln<br />
will, hat etwa das Architekturbüro ONDO für<br />
ein Gassenlokal im chinesischen Nanjing<br />
entwickelt. Das »Re x Sugar« liegt versteckt im<br />
engen Gassengewirr, die Süßigkeiten der<br />
Bäckerei ziehen vor allem Kinder und ihre<br />
Mütter an. Deshalb sorgten die Architekten für<br />
ein helles Ambiente. Die Naturmaterialien, wie<br />
Steinsitze und eine Lounge aus Holzbrettern,<br />
dienen Kund:innen als Freizeitplätze und<br />
spiegeln den Bio-Gedanken der Kulinarik.<br />
BROT IM ZENTRUM<br />
Auch die preisgekrönte Bäckerei »Pinocchio«<br />
in Yokohama könnte als Vorbild für die<br />
Bäckereien in Europa gedient haben. Die<br />
Fassade des Minigeschäfts beim Bahnhof<br />
Ōguchi , wurde von den in Tokio ansässigen<br />
Architekten I IN in der Farbe von gebackenem<br />
Brot gestrichen. Im Innenraum reduzierten sie<br />
das Interior auf ein Minimum, ergänzten es<br />
mit Holz und holten weiches Licht herein. Das<br />
Brot platzierten sie als kostbares Produkt<br />
einzeln auf Holzregalen und schufen damit ein<br />
neues Bäckerei-Image.<br />
In Wien möchte das »Shodai Matcha«<br />
japanische Kultur, fusioniert mit Wiener<br />
Kaffeehaustradition, vermitteln. Mit Matcha<br />
gefärbte Pancakes, Cheesecakes, Eiscreme oder<br />
Bubble Teas können im farbenfroh gestalteten<br />
Ambiente verkostet werden. Hier sind nicht<br />
nur die Desserts geschmackvoll, sondern auch<br />
das Café, das mit fliederfarbenen Wänden und<br />
einem beigen Interior an Schlagobers und<br />
Schneeeis erinnert.<br />
><br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
149
kulinarik / JAPANESE BAKERIES<br />
Schlicht und schön.<br />
Das schicke »Pan« in Mailand<br />
ist ein Hotspot für Kulinarik<br />
und minimalistisches<br />
Interior-Design.<br />
panmilano.com<br />
Purismus<br />
Vorbild für die Bakerys in<br />
Europa: das »Re x Sugar«<br />
des Studios ONDO in China.<br />
ondostudio.cn<br />
><br />
Auch die Patisserie »Kova« in Kensington<br />
setzt auf Fusion bei Interior und Backwaren. Die<br />
Möblierung von Atelier Baulier spiegelt einen<br />
Mix aus japanischem und britischem Lifestyle.<br />
Die Architekt:innen ließen sich dabei von<br />
traditionellen japanischen Gärten inspirieren.<br />
Die Betreiber servieren Matcha-Shortcakes und<br />
-Tarts. Eine Mohair-Samt-Polsterung, Wollvorhänge<br />
und PET-Filz-Wandpaneele bringen<br />
Komfort. Und das satte Rosa der Konditorei soll<br />
das leuchtende Grün der Matcha-Brownies<br />
kontrastieren. Denn eines verbindet alle<br />
japanischen Bäckereien: Matcha.<br />
»Unsere Bestseller sind Matcha-Kuchen,<br />
Matcha-Tiramisu und Matcha-Cookies«, erzählt<br />
Machiko Yamashita. Mit sechs Mitarbeiter:innen<br />
rockt die Chefin der ersten japanischen<br />
Bäckerei in Berlin heute bereits zwei Lokale.<br />
Das »kame« ist ein Café und Take-away. »Auch<br />
Yuzu, ein Zitronenkuchen, ist Bestseller. Frische<br />
Backwaren machen wir nur am Wochenende,<br />
der Matcha-Käsekuchen ist dabei der Renner.«<br />
Das Lokal, das anfangs ein einfaches DIY-<br />
Interior hatte, wurde nach der Pandemie mit<br />
dem flotten Design einer spanischen Interior-<br />
Marke erneuert.<br />
Preisgekrönt<br />
Das Shopkonzept der<br />
Architekten I IN für das<br />
»Pinocchio« mitten in<br />
Yokohama ist bewusst<br />
reduziert gehalten. i-in.jp<br />
DIRTY MATCHA IM MODE-MAILAND<br />
Auch im schicken Modeviertel rund um die<br />
Mailänder Via Montenapoleone avancierte<br />
zuletzt eine japanische Bäckerei zum Hotspot.<br />
Das »Pan« ist dabei Bäckerei, Küche, Weinbar,<br />
vor allem aber beliebter Treffpunkt der Nachbarschaft.<br />
Entstanden ist das Lokal in Zusammenarbeit<br />
des japanischen Kochs Yoji<br />
Tokuyoshi, der Gastronomin Alice Yamada und<br />
des Mailänder Designstudios Wok. Blasses<br />
Erbsengrün ist industriellem Glasfasergitter<br />
nachempfunden und symbolisiert – was<br />
sonst – Matcha. Gleichfärbige Ombré-Stoffbahnen<br />
hängen seriell von der Decke und erinnern<br />
an Noren – die traditionellen japanischen<br />
Vorhangtrennwände. Ein minimalistischer<br />
Interior-Stil, der wiederum perfekt mit den<br />
aufwendig dekorierten Backwaren matcht. <<br />
Fotos: Tomooki Kengaku Photography, beigestellt<br />
150 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
d.signwerk.com
kulinarik / JAPANESE STYLE<br />
Natürlich<br />
Das Tafelservice »Coppa<br />
Nori« vermittelt Ruhe<br />
und Beständigkeit. Mit<br />
seidenmatter Effektglasur.<br />
asa-selection.com<br />
Romantisch<br />
Die Teller aus der »Rinka«-<br />
Kollektion werden nach alten<br />
Handwerkstechniken in Japan<br />
gefertigt und bringen Blumenformen<br />
auf den Tisch.<br />
katiefischer.de<br />
Praktisch Die »Corniches«-<br />
Schalen der Gebrüder<br />
Bouroullec folgen einer<br />
japanischen Formensprache.<br />
vitra.com<br />
Natürliche Materialien, harmonische Formen, sanfte<br />
Romantik. Diese Accessoires sorgen für ein entspannt<br />
japanisches Ambiente auf dem Esstisch.<br />
Kraftvoll<br />
Mit der farbenprächtigen Serviette<br />
»Kiiruna« bringt Marimekko<br />
Artenvielfalt auf den Tisch.<br />
marimekko.com<br />
Strahlend<br />
Die »Hashira«-Tischleuchte<br />
von Audo ist eine moderne<br />
Version der traditionellen<br />
Reispapierlaternen aus Japan.<br />
connox.de<br />
Handlich<br />
Die Akazienholzschalen von<br />
Muji sind handgearbeitet und<br />
eignen sich sowohl als Trinkals<br />
auch als Müslischale.<br />
muji.eu<br />
Zart<br />
Das zarte Teeporzellan<br />
» Sakura« mit Kirschblütendekor<br />
trifft auf Untersetzter<br />
aus Akazienholz.<br />
edelgut.eu<br />
Fotos: beigestellt<br />
152 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
GESUNDHEITSHOTEL SPANBERGER<br />
GESUNDHEIT<br />
WACHSEN LASSEN<br />
»Der Darm ist die Wurzel der Pflanze Mensch« war der Leitspruch des berühmten<br />
Kurarztes Dr. F. X. Mayr. Sein Geburtshaus verbindet heute die moderne »Mayr-Kur«<br />
mit dem Charme eines familiären Boutiquehotels.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
So wie die Kraft des Baumes aus<br />
den Wurzeln kommt, ist der Darm<br />
verantwortlich für unsere Gesundheit.<br />
Dr. F. X. Mayr erkannte das<br />
schon vor 100 Jahren. Seine »Mayr-Kur«<br />
hat sich mit der Forschung stetig weiterentwickelt<br />
und wird als moderne Mayr-<br />
Medizin von zahlreichen Ärzt:innen<br />
praktiziert.<br />
Der Ursprung liegt in der steirischen<br />
Berglandschaft, im kleinen Kurort<br />
Gröbming: Das »Gesundheitshotel<br />
Spanberger« ist nicht nur das Geburtshaus<br />
von F. X. Mayr, es ist auch nach wie vor<br />
seine Familie, die das historische Gebäude<br />
als modernes Mayr-Kurhotel führt.<br />
Mit viel Liebe zum Detail wurde das<br />
Haus, das aus dem 500 Jahre alten Familiensitz<br />
und einem 1913 erbauten Jugend-<br />
stilhotel besteht, zu einem gemütlichen Boutiquehotel<br />
umgebaut. Stoffe von Josef Frank,<br />
Élitis- und Pierre-Frey-Tapeten, Occhio-Lampen,<br />
moderne Designmöbel und Antiquitäten,<br />
manche sogar aus dem legendären »Ritz<br />
Paris«, werden in einen gekonnten Mix aus<br />
Alt und Neu gesetzt und schaffen statt einer<br />
kühlen Klinik einen Ort zum Wohlfühlen.<br />
Im Fokus steht der Mensch: Das gesamte<br />
Kurprogramm wird individuell erstellt, maximal<br />
27 Gäste werden ärztlich und therapeutisch<br />
begleitet. Modernste medizinische<br />
Methoden verbinden sich mit traditioneller<br />
Naturheilkunde und einem fundierten Wissen<br />
über gesunde basische Ernährung, insbesondere<br />
wie man diese schmackhaft zubereitet.<br />
Letzteres wird in Kochkursen an die<br />
Gäste weitergegeben, damit der Kurerfolg<br />
auch zu Hause bestehen bleibt.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
spanberger.at<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
153
kulinarik / AUFBEWAHRUNG<br />
Moderne Speis<br />
Das Möbelwerk Schüller hat<br />
sich auf schlaue Stauraumlösungen<br />
spezialisiert.<br />
schueller.de<br />
Fotos: beigestellt<br />
154 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Die Lebensmittelzentrale<br />
Geht es um Funktionalität in der Küche, spielt das Thema<br />
Aufbewahrung eine große Rolle. Kein Wunder also, dass rund<br />
um die Vorratskammer mit großer Lust sortiert, organisiert<br />
und nach passenden Designlösungen gesucht wird.<br />
TEXT MARLENE MAYER<br />
Bewahren, verwahren, verwalten. Die<br />
Speisekammer vermittelt immer<br />
schon Sicherheit. Sie steht für<br />
Ordnung und Planbarkeit, hat mit<br />
Genuss ebenso viel zu tun wie mit Grundversorgung,<br />
verströmt eine beruhigende<br />
Wirkung und spielt dabei doch mit Erwartungen.<br />
Da ist es nur konsequent, dass das<br />
Thema Vorrat gerade in Krisenzeiten<br />
verstärkt in den Fokus rückt. Weil das<br />
Weckglas immer auch ein Versprechen an<br />
die Zukunft abgibt und Themen wie Sauerteigaufzucht<br />
und Fermentierungstechnik mit<br />
der Verschiebung ins Private (ja, Corona!)<br />
zuletzt eben besonders interessant wurden.<br />
In dieser Gemengelage wird die Speisekammer<br />
nun zu einem neuen alten Sehnsuchtsort<br />
– wo der Gärtopf seinen Platz neben den<br />
Getränke kisten hat und Konserven und<br />
Vorratsbehälter fein säuberlich und akkurat<br />
aufgestapelt sind.<br />
ORDNUNG AUF 4 QUADRATMETERN<br />
Wer selbst baut, plant daher in der Regel<br />
bereits im Vorfeld eine Vorratskammer, wer<br />
mit bereits vorhandenem Grundriss konfrontiert<br />
ist, sucht häufig nach Möglichkeiten den<br />
Lebensmittelstauraum zu optimieren. »Die<br />
Speisekammer bekommt von Bewohner:innen<br />
entweder sehr viel oder überhaupt gar keine<br />
Aufmerksamkeit«, weiß der amerikanische<br />
Architekt Bob Borson, der von Berufs wegen<br />
einen Schwerpunkt auf »Pantry-Design« legt.<br />
Mit der richtigen Planung stehen die Chancen<br />
auf nachhaltig geordnete Verhältnisse<br />
jedenfalls deutlich besser, da sind wohl alle<br />
Raumplaner:innen mit Borson einer Meinung.<br />
Es sind bestimmte Parameter, die sich<br />
hier etabliert haben – Größe, Temperaturund<br />
Lichtverhältnisse, Ordnungssysteme sind<br />
die Schlagworte, die dabei relevant sind. Die<br />
optimale Quadratmeteranzahl wird mit vier<br />
kolportiert, der Raum sollte idealerweise<br />
direkt an die Küche anschließen und an<br />
><br />
Versteckte Vorräte<br />
Steht keine separate Speisekammer<br />
zur Verfügung, verhelfen<br />
tiefe Schränke, hohe Laden und<br />
Sortierhilfen zu mehr Ordnung.<br />
next125.com<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
155
kulinarik / AUFBEWAHRUNG<br />
Luftige Lagerung<br />
Beste Bedingungen für Zwiebeln<br />
und Kartoffeln bieten die<br />
stapelbaren Keramikbehälter<br />
von Rehau für Manufactum.<br />
manufactum.at<br />
><br />
einer Außenwand liegen. Empfohlen<br />
werden Temperaturen von konstant kühlen<br />
15 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit um<br />
die 70 Prozent. Was diese Eckdaten angeht,<br />
unterscheidet sich die moderne Vorratskammer<br />
nicht grundlegend von der traditionellen<br />
bäuerlichen Landhausspeis längst vergangener<br />
Tage. Doch selbst wo heute noch der<br />
Speck von der Decke hängt und die Kartoffeln<br />
in der Erde liegen, haben mittlerweile<br />
moderne und praktische Ordnungs- und<br />
Lagerungssysteme Einzug gehalten.<br />
VON FLEX-BOX BIS KREUZECK<br />
So hat sich eine ganze Reihe an Herstellern<br />
auf Regalsysteme spezialisiert, die flexibel<br />
und modular an die unterschiedlichen<br />
Bedürfnissen der lagernden und sammelnden<br />
Bewohner:innen angepasst werden<br />
können. Schüller entwickelte etwa ein<br />
Ordnungssystem, das darauf angelegt ist,<br />
jeden vorhandenen Zentimeter optimal<br />
Nach Farbe sortiert<br />
Das Küchenmanagementsystem<br />
»Truehomeware« von<br />
dottings für Riess gibt es in<br />
sechs verschiedenen Farben.<br />
riess.at<br />
auszunutzen. Man denkt also in die Höhe<br />
und in alle Ecken hinein, kippt Regalbretter<br />
(für Getränkekisten), setzt Kreuze in<br />
Schub laden (für allgemeine Ordnung), nutzt<br />
stapelbare und größenverstellbare Flex-Boxen.<br />
AUFGERÄUMTE VERHÄLTNISSE<br />
Auch der deutsche Küchenhersteller next125<br />
legt den Fokus auf das Verstauen und<br />
Sortieren und hat sich des kleinteiligen<br />
Innenlebens von Schränken und Laden<br />
angenommen. Herausgekommen ist das<br />
Ordnungssystem »Primus«, bei dem Chaos<br />
im Grunde keine Chance mehr hat. Individuellere<br />
Gestaltungsmöglichkeiten bietet der<br />
Einsatz der vielen Dosen, Kisten und Gläser<br />
nahezu aller großen Designhersteller. Die<br />
Serie »Truehomeware« von dottings für Riess<br />
ist dabei etwa längst zu einem modernen<br />
Klassiker geworden, aber auch die Borosilikatgläser<br />
von Hay bringen Farbe in die Speis.<br />
Und bunt ist Ordnung doch gleich noch<br />
etwas schöner.<br />
<<br />
Gut verwahrt<br />
Der Deckel des Brotkastens<br />
von Kira Usbeck für Andersen<br />
Furniture ist gleichzeitig auch<br />
ein Schneidebrett.<br />
connox.de<br />
Fotos: beigestellt<br />
156 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
CULLIGAN<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
KÜCHENWUNDER:<br />
ZIP HYDROTAP<br />
Entdecken Sie die Multifunktionsarmaturen von Zip:<br />
die Zukunft der Küche mit Heiß-, Kalt- und Sodawasser auf<br />
Knopfdruck. Einfachheit und Eleganz vereint.<br />
Eine Armatur, die alles kann – zu<br />
schön, um wahr zu sein? Nein,<br />
die Küche der Zukunft setzt auf<br />
Multifunktionsarmaturen, die<br />
Heißwasser, gekühltes gefiltertes oder<br />
prickelndes Wasser zubereiten können.<br />
Zuhause die Lieblingspasta schneller zubereiten<br />
mit Heißwasser, oder das prickelnde<br />
Sodawasser für einen spritzigen Cocktail auf<br />
Knopfdruck zur Verfügung haben, das macht<br />
Freude und das Leben eine Spur einfacher.<br />
Entwickelt mit führender Technologie aus<br />
UK und unterstützt durch den erstklassigen<br />
Service von Culligan Austria, bieten die »Zip<br />
HydroTap«-Armaturen sorgenfreies Küchenfeeling.<br />
Mit dieser Kombination haben Sie<br />
die Zutaten für ein erfolgreiches Gericht.<br />
Der Unterschied liegt in der Technik: Während<br />
andere Multifunktionsarmaturen regelrechte<br />
Dampfkessel sind, bei denen durch<br />
Druck Heißwasser erzeugt wird, wird bei<br />
den Zip-Armaturen das Wasser bereits unter<br />
der Spüle aufbereitet, erhitzt und kommt in<br />
einem geordneten Strahl – ohne Dampf – aus<br />
der Armatur.<br />
STILVOLLE AUSWAHL<br />
Für den komfortablen Einsatz der Armaturen<br />
können Sie zwischen einer Hauptarma<br />
tur beim Waschbecken oder einer freistehenden<br />
Armatur wählen. Die richtige<br />
Farbe darf natürlich ebenfalls nicht fehlen,<br />
hier gibt es von Chrom über Roségold bis<br />
Schwarz alles, was das Herz begehrt.<br />
Durch Filtersysteme werden bei Bedarf<br />
Kalk und mit dem Aktivkohlefilter<br />
Schwebstoffe und Chlor aus dem Leitungswasser<br />
gefiltert. Das veredelte Leitungswasser<br />
kann nun perfekt für alle möglichen<br />
Getränke und Gerichte verwendet<br />
werden.<br />
Die Multifunktionsarmaturen von<br />
Culligan bieten somit nicht nur Komfort,<br />
sondern auch Sicherheit und Qualität in<br />
der Küche, die den Ansprüchen moderner<br />
Haushalte und Gastronomiebetriebe<br />
gerecht werden. Mit ihrem eleganten<br />
Design und ihrer innovativen Technologie<br />
sind sie eine Bereicherung für jede Küche<br />
und tragen dazu bei, das Kocherlebnis zu<br />
verbessern und den Alltag zu erleichtern.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
culligan.at/fur-zuhause/armaturen/<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
157
kulinarik / LOCATIONS<br />
»Das Restaurant<br />
›Rossbarth‹ in Linz<br />
wird von zwei super<br />
energiegeladenen jungen<br />
Haubenköchen geführt, die<br />
immer wieder auf der Suche<br />
nach neuen Ideen und<br />
Herausforderungen<br />
sind.«<br />
»Im ›Torre Vella‹ ist das Setting besonders urig, bäuerlich, fast<br />
schon karg. Aber in seiner Reduktion aufs Ursprüngliche wird das<br />
Gesamterlebnis stimmungsmäßig auf den Punkt gebracht. Als<br />
wäre Wabi-Sabi eine menorquinische Erfindung.«<br />
»Rossbarth«, Linz, rossbarth.at<br />
»Torre Vella«, Menorca, lesdomainesdefontenille.com<br />
AUSWÄRTS ESSEN …<br />
Wo trifft Design auf gemütliches Ambiente, Kunst auf<br />
kulinarisches Konzept? Innenarchitekt Harald Hatschenberger<br />
verrät seine Lieblingslokale und was sie auszeichnet.<br />
Gastronomie und Genuss spielen für<br />
den Innenarchitekten Harald<br />
Hatschenberger eine wichtige Rolle –<br />
immerhin hat er als einer der kreativen<br />
Köpfe des Designbüros destilat schon eine<br />
ganze Reihe an Hotels und Lokalen gestaltet.<br />
Besonderen Stellenwert hat dabei gerade auch<br />
die spanische Küche – immerhin hat<br />
Hatschenberger gemeinsam mit seiner Frau<br />
gerade ein Ferienhaus auf Menorca umgebaut.<br />
Gestärkt hat sich das Paar in dieser Zeit etwa<br />
im »Menorca Experimental«: »Wir haben dort<br />
Fleisch direkt auf einem Rinderknochen<br />
serviert bekommen – ganz reduziert, aber<br />
geschmacklich so auf den Punkt gebracht. Für<br />
mich ist das die perfekte kulinarische Entsprechung<br />
meines persönlichen minimalistischen<br />
Gestaltungsansatzes.«<br />
»Ein<br />
unglaublich<br />
stimmungsvolles<br />
Ambiente in einem<br />
restaurierten alten<br />
Gutshof mitten am Land<br />
im Nirgendwo – und<br />
das Essen ist<br />
sensationell.«<br />
Harald Hatschenberger<br />
Gemeinsam mit Thomas<br />
Neuber und Henning<br />
Weimer bildet<br />
Hatschenberger destilat –<br />
ein Architektur- und De -<br />
signbüro, das sich einer<br />
klaren, minimalistischen<br />
Formensprache verpflichtet<br />
hat und sowohl national<br />
wie international operiert.<br />
Zu ihren Projekten<br />
gehören u. a. die Ritz-<br />
Carlton-Hotels in Wien,<br />
Moskau und Wolfsburg.<br />
destilat.at<br />
»Kulinarik und<br />
Ambiente werden<br />
hier auch durch die<br />
Innenarchitektur von Tzou<br />
Lubroth, einem absoluten<br />
Spezialisten, zu einem<br />
außergewöhnlichen<br />
Gesamterlebnis.«<br />
»Sang Sang«, Wien, sangsang.at<br />
Pizzeria »22k«, Linz, 22k.pizza<br />
»Experimental«, Menorca, es.menorcaexperimental.com<br />
158 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24<br />
»Hier in der Linzer<br />
Tabakfabrik wird die Pizza<br />
auf ein neues kulinarisches<br />
Niveau gebracht.«<br />
Fotos: beigestellt
DR. HAMZA<br />
DR. HAMZA SMILE<br />
Wo Innovation, Präzision und Schönheit Hand in Hand gehen.<br />
PASSION FÜR ZAHNMEDIZIN SEIT 2014<br />
In der Welt der ästhetischen Zahnheilkunde<br />
ist Dr. Hamza in seinen jungen Jahren<br />
bereits eine echte Koryphäe und ein Spezialist<br />
auf dem Gebiet der Implantologie. Mit<br />
seiner Leidenschaft für Perfektion und einem<br />
Auge für Details hat sich Dr. Hamza als<br />
einer der Vorreiter für ästhetische Zahnbehandlungen<br />
etabliert. »Schöne Zähne<br />
sind nicht nur ein Zeichen von Gesundheit,<br />
sondern auch ein Symbol für Selbstbewusstsein<br />
und Wohlbefinden«, so Dr. Hamza.<br />
In seiner modernen Praxis im Herzen von<br />
Wien, in der Marxergasse 7/13 im dritten<br />
Bezirk, empfängt der charismatische Zahnarzt<br />
seine Patient:innen aus aller Welt.<br />
Sein Fachgebiet erstreckt sich über eine<br />
breite Palette ästhetischer Verfahren,<br />
darunter unter anderem die berühmten<br />
Hollywood-Smile-Behandlungen.<br />
Es ist ein ästhetisches Ideal, das durch<br />
verschiedene kosmetische Zahnbehandlungen<br />
erreicht wird, wie zum Beispiel<br />
Bleaching, Veneers, Zahnspangen und<br />
andere Verfahren der Zahnkorrektur.<br />
Ein Hollywood-Smile zeichnet sich durch<br />
perfekt ausgerichtete weiße Zähne aus,<br />
die gleichmäßig und natürlich wirken.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
DR. HAMZA MEETS DUBAI<br />
Dr. Hamza legt großen Wert auf einen<br />
ganzheitlichen Ansatz in seinen Behandlungen.<br />
Ein schönes Lächeln bedeutet für ihn<br />
mehr als nur perfekte Zähne – es ist das<br />
Zusammenspiel von Zähnen, Zahnfleisch<br />
und Gesichtszügen, das ein ästhetisches<br />
Ergebnis schafft. Er plant und führt jeden<br />
ästhetischen Aspekt sorgfältig aus und<br />
investiert in Innovationen und Materialien,<br />
um seinen Patient:innen die bestmögliche<br />
Behandlung zu bieten. Mit seinem Partnerlabor<br />
in Dubai bleibt er stets auf dem neuesten<br />
Stand der Technologie. Dr. Hamza ist<br />
bekannt für seine einfühlsame Art und<br />
arbeitet eng mit seinen Patient:innen<br />
zusammen, um ihre individuellen Ziele zu<br />
erreichen. Während Bleaching-Behandlungen<br />
können Patient:innen sogar ihre Lieblingsserie<br />
auf Netflix anschauen.<br />
Vereinbaren Sie Ihren Termin für ein strahlendes<br />
Lächeln und ein Leben voller Selbstvertrauen<br />
bei Dr. Hamza.<br />
Marxergasse 7/13, 1030 Wien<br />
T: +43 1 8901325, +43 660 7526162<br />
info@ihre-zahnarztpraxis.at<br />
IG: dr.mh.hamza<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
159
SPEKTAKULÄRES NEUBAUPROJEKT<br />
LIFESTYLE APARTMENTS<br />
IBIZA<br />
CREO – LIFESTYLE APARTMENTS IBIZA<br />
PREISE AB 630.000 €<br />
• 5 Minuten von Ibiza-Stadt, 10 Minuten vom Flughafen und 50 Meter<br />
vom Strand Ses Figueretes entfernt<br />
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• Community Sunset Dachterrasse<br />
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sowie Tiefgarage und Abstellraum<br />
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INFO@DV-GROUP.DE<br />
WWW.CREO-IBIZA.COM<br />
BALEARIC LUXURY. MADE IN GERMANY.
<strong>LIVING</strong><br />
RESIDENCES<br />
184<br />
162<br />
Fotos: © Iwan Baan, Mutsumi Morita/AP/picturedesk.com, beigestellt<br />
174<br />
170<br />
AB INS EIGENTUM!<br />
Die Reise führt heuer in exklusive<br />
Ferienimmobilien. (S. 162)<br />
FORM UND PHILOSOPHIE<br />
Pritzker-Preisträger Riken<br />
Yamamoto im Porträt. (S. 170)<br />
NATÜRLICH BAUEN<br />
Mit biologisch abbaubaren Materialien<br />
lassen sich auch Häuser und<br />
Autos bauen. (S. 174)<br />
MY CITY<br />
Robbrecht en Daem Architecten<br />
führen durch Gent. (S. 184)
esidences / FERIENIMMOBILIEN<br />
162 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
AB INS<br />
EIGENTUM!<br />
Zitrone und Rosmarin in der Nase, das Salz des Meeres auf<br />
der Zunge. Wir machen wieder Urlaub – am liebsten in der<br />
eigenen Immobilie. Neue Modelle von Mit-Eigentum<br />
ermöglichen es nun auch kleineren Budgets, noble<br />
Ferienimmobilien zu kaufen. TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Montenegro<br />
Das Erfolgsmodell Porto Montenegro geht weiter.<br />
Synchro Yards ist das neue Premium-Viertel mit zwei<br />
von Woods Bagot entworfenen Luxusresidenzen. »Aeris«<br />
heißt das eine – etwas hochwertigere –, »Ivo« das andere<br />
Gebäude. Ab 770.000 Euro ist man dabei. Das Herz und<br />
die Seele von Synchro Yards wird ein geschickt umgebautes<br />
ehemaliges Werftgebäude sein, das ganzjährig kulturell<br />
bespielt werden soll. Fertigstellung: 2026.<br />
portomontenegro.com<br />
Foto: © Porto Montenegro<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
163
esidences / FERIENIMMOBILIEN<br />
Sommer, Sonne, Eigentum – warum<br />
sollte man sich mit ein, zwei Wochen<br />
Urlaub am Meer zufriedengeben,<br />
wenn man eine Ferienimmobilie<br />
kaufen kann? Sicher, die Betonung liegt auf<br />
dem Können. Wer über ausreichend Kapital<br />
verfügt und nicht zu hoch oder auch gar<br />
nicht fremdfinanzieren muss, der hat aus<br />
Käufersicht derzeit gute Karten, erklären<br />
Ex pert:innen. Er oder sie kommt jedoch nicht<br />
um die essenzielle Frage herum, wo das Geld<br />
investiert wird. Was ist zukunftsfähig in<br />
Zeiten der bevorstehenden Klimakatastrophe?<br />
MALEDIVEN IM MITTELMEER<br />
Wer sich darüber Gedanken macht, ist wohl<br />
tatsächlich besser im Mietsegment aufgehoben<br />
und könnte sein Geld ja auch in anderen –<br />
etwa urbanen oder eben auch rein renditeorientierten<br />
touristischen – Immobilien anlegen.<br />
Wer wirklich an die nächsten 100 Jahre<br />
denkt, der muss ehrlich und radikal sein. Die<br />
aktuelle und ganz hervorragende Ausstellung<br />
»Über Tourismus« im Architekturzentrum<br />
Wien skizziert in einem Zukunftsbild für das<br />
Jahr 2100 die Situation an der nördlichen<br />
Adria etwa so: Der Küstenabschnitt von<br />
Grado bis Ravenna ist nach dem Steigen des<br />
Meeresspiegels ganz verschwunden. Anfangs<br />
habe die Regierung noch versucht, mit<br />
einzelnen Maßnahmen gegenzusteuern,<br />
irgendwann musste sie aber hilflos aufgeben.<br />
Schließlich entstand aus einzelnen, den<br />
Meeresspiegel noch überragenden Orten eine<br />
luxuriöse Inselwelt mit Blick auf die nun<br />
renaturierte und nicht mehr neu verbaute<br />
Küste. Architektonisch habe man sich bei den<br />
neuen Häusern von den einstigen Malediven<br />
inspirieren lassen. Neue und lästige Krankheiten<br />
wie Malaria und Denguefieber ertrage<br />
man eben so gut es geht.<br />
Klar, diese Vorstellung ist frei erfunden,<br />
aber sie gibt eine Idee davon, was uns alles<br />
erwarten kann. Beeinflusst das die Investitionsentscheidung<br />
von heute? Kaum, meinen<br />
Immobilienexpert:innen und auch<br />
Verhaltensforscher:innen. Bemerkbar sei,<br />
dass klassische Mittelmeerländer ihre Saison<br />
nach vorne und nach hinten hin ausdehnen,<br />
um Alternativen für die heißer werdenden<br />
Sommermonate zu bieten. Die Buchungen<br />
Gardasee<br />
Es soll ein avantgardistisches Vorzeigeprojekt<br />
werden, in dem die Natur die wesentliche<br />
Rolle spielt und sich bis ins Innere der Gebäude<br />
hineinzieht: »Falkensteiner Park Resort Lake<br />
Garda« in Salò wurde von Matteo Thun entworfen.<br />
Neben einem Hotel wird es auch Apartments<br />
geben, die unter dem bereits etablierten<br />
Premium Living von Falkensteiner verkauft und<br />
serviciert werden. falkensteiner.com<br />
gehen nicht zurück. Neue Destinationen –<br />
etwa im Norden oder in den Alpen – gewinnen<br />
zusätzlich an Bedeutung.<br />
NEUE FINANZIERUNGSMODELLE<br />
Frischen Wind für Käufer:innen und<br />
Eigentümer:innen bringen Start-ups wie<br />
Myne, bei dem man online einen Anteil an<br />
einem Ferienhaus kaufen kann. Das Objekt,<br />
den Kaufpreis und die laufenden Kosten teilt<br />
man sich mit bis zu sieben anderen<br />
Miteigentümer:innen, im besten Fall ergänzen<br />
sich deren Nutzungsbedürfnisse, also die<br />
einen mit Kinder, die anderen pensioniert<br />
etc., sodass nicht alle zugleich die Immobilie<br />
nutzen wollen. Aktuell sind auf der Website<br />
Objekte in Italien, auf den Balearen, aber<br />
auch in Tirol zu finden. Eine andere Art,<br />
><br />
Foto: Falkensteiner<br />
164 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
WIR HABEN DEN<br />
GRUND FÜR IHRE<br />
VORSTELLUNGEN.<br />
www.aure-immobilien.at
esidences / FERIENIMMOBILIEN<br />
><br />
sich trotz prall gefüllter Bankkonten<br />
Kosten zu teilen ist StayOne. Dabei handelt<br />
es sich um eine kuratierte Gemeinschaft von<br />
Eigentümer:innen und Mieter:innen »der<br />
besten ein Prozent aller Villen, Chalets und<br />
Herrenhäuser«, so der O-Ton. Innerhalb der<br />
Marbella<br />
Bestlage im spanischen Marbella: Das Ensemble<br />
aus fünf Villen wurde von einem Expertenteam des<br />
Modehauses Elie Saab entworfen und spielt alle<br />
Stückerl. Die Kosten aber auch. Zwischen 8,3 und<br />
9,6 Mio. Euro seien es, verrät das Maklerhaus Engel<br />
und Völkers. Geboten werden dafür rund 1.000 m 2<br />
Wohnfläche und mehr als doppelt so viel Outdoor-<br />
Spielwiese mit Pool, Mittelmeer-Blick und<br />
Conciergeservice. marbella-ev.com<br />
Community werden die Nobelherbergen zur<br />
Vermietung angeboten – so kann man zwar<br />
Geld in Eigentum anlegen, ist aber nicht<br />
immer auf die eigene Destination angewiesen.<br />
Aktuell zählt die Ferienhaussammlung<br />
von StayOne rund 4.000 Immobilien an über<br />
250 Orten. Darunter befindet sich beispielsweise<br />
auch das atemberaubende »Château de<br />
la Croix des Gardes« an der Côte d’Azur, das<br />
»Mandarin Oriental Exclusive Homes« im<br />
heurigen Frühjahr gekauft hat und über<br />
StayOne vermarktet. Das Chalet mit 16<br />
Schlafzimmern ist in einen 25 Hektar großen<br />
Dubai<br />
Trendmetropole, Wirtschaftsmotor und Ferienparadies:<br />
Investments in Dubai florieren wieder.<br />
Der weltweit einzigartige »Cavalli Tower« ist die<br />
prestigeträchtige Ergänzung der Marina und C&P<br />
bietet Ferienwohnung in ihm an. Eine fast 84 m 2<br />
große Wohnung kommt auf 597.500 Euro, man<br />
kann sie auch vollmöbliert und mit Vermietungsservice<br />
erwerben – die Nettorendite bei Vermietung<br />
würde jedenfalls 6 % übersteigen. cp-ag.at<br />
italienischen Park eingebettet, hat einen<br />
Panoramablick übers Mittelmeer und diente<br />
1955 als Kulisse für Alfred Hitchcocks Film<br />
»Über den Dächern von Nizza«.<br />
THE BOOM IS BACK<br />
Wer die Ferienwohnung mit dem Taschenrechner<br />
kauft und sich für den Nahen<br />
><br />
Fotos: Engel & Völkers Marbella, beigestellt<br />
166 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
LUXURY <strong>LIVING</strong><br />
LUXURY <strong>LIVING</strong><br />
AM MONDSEE<br />
ELEGANTE APARTMENTS DIREKT AM WASSER<br />
Vier-Zimmer-Gartenapartment – 150qm Wohnfläche – Terrasse – Garten – Hobbyraum/ Wellness – Kaufpreis: EUR 3.580.000,00<br />
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Zwei-Zimmer-Gartenapartment – 75qm Wohnfläche – Terrasse – Garten – Kaufpreis: EUR 1.890.000,00<br />
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esidences / FERIENIMMOBILIEN<br />
Istanbul<br />
Eine solche Bleibe im Herzen der pulsierenden Urbanität<br />
Istanbuls bleibt immer etwas Spezielles und<br />
die sieben Meter hohen Decken und der Ausblick<br />
auf die Skyline der Stadt machen diese Penthäuser<br />
weiters außergewöhnlich. Ein eigener Kinosaal mit<br />
Ledersofas, ein Indoorpool und eine Amenity<br />
Lounge sorgen auch während kühlerer Tage für<br />
gute Unterhaltung. Es muss ja nicht immer Strand<br />
sein, schon gar nicht, wenn man das Service dieser<br />
»Four Seasons Privat Residences« genießen kann.<br />
fourseasons.com/residences<br />
><br />
Osten interessiert, der hat in Dubai aktuell<br />
wieder gute Karten. Immerhin ist der dortige<br />
Immobilienmarkt letztes Jahr weltweit am<br />
drittstärksten gewachsen (+18 %) und für<br />
<strong>2024</strong> erwarten Experten ein Wachstum von 7<br />
bis 9 % – und auch die Wirtschaft wächst<br />
gesund, wie aus dem aktuellen »Global<br />
Residential Cities Index« von Knight Frank<br />
ersichtlich wird. Das Emirat macht keine<br />
großen Vorgaben, was Käufer:innen mit<br />
ihren Wohnungen genau tun müssen – sie<br />
können selbst genutzt und/oder vermietet<br />
werden. Das bringt Flexibilität. Wer sie auch<br />
vermieten will, sollte aufgrund des starken<br />
Angebots auf Airbnb und Co besonders auf<br />
die Lage achten.<br />
In Dubai, aber auch anderswo rund um<br />
den Globus, zeigt sich ein klarer Trend zu<br />
Luxusmarken – ob nun einfach nur die<br />
Wohnhäuser, Türme oder Anlagen mit einer<br />
Brand wie Armani, Cavalli, Bugatti, Jacob &<br />
Co, ja zuletzt sogar Mercedes-Benz versehen<br />
sind, oder ob die um die Nobelbedürfnisse<br />
wissenden Hotelbetreiber:innen einen<br />
Blumenstrauß an Services anbieten – die<br />
Brands sind ein Versprechen, auf höchstem<br />
Niveau zu residieren und steigern im besten<br />
Falle sogar den Wert der Immobilie – das<br />
freut die Eigentümer:innen dann doppelt.<br />
<<br />
Kroatien<br />
Nicht täuschen lassen! Hinter der pittoresken<br />
Steinfassade dieses Häuschens in Istrien<br />
verbirgt sich ein herrschaftliches Anwesen<br />
mit sieben Schlafzimmern. 2017 wurde das<br />
Gut restauriert. In der Mitte des Innenhofs –<br />
unweit des Pools – befindet sich eine großzügige<br />
Terrassenlandschaft aus lokalem<br />
Kanfanar-Stein, die mit Lavendel und Rosmarin<br />
bepflanzt ist. muhr-immobilien.com<br />
Fotos: Muhr Immobilien, beigestellt<br />
168 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
UNIQA<br />
SICHERHEIT OHNE<br />
KOMPROMISSE<br />
Zu Hause besser »wohnfühlen«: Eine stilvolle Außenwohnwelt macht dem<br />
Interior-Bereich echte Konkurrenz. Immer öfter wird diese auch als zusätzlicher<br />
Lebensraum genutzt. Darum gilt es, sie vor möglichen Gefahren zu schützen.<br />
FOTO: BEIGESTELLT<br />
Ihr Außenbereich ist noch im Winterschlaf?<br />
Jetzt wird es höchste Zeit, ihn zu<br />
wecken und dabei gleich Ihre aktuelle<br />
Versicherungspolizze zu überprüfen.<br />
Denn der Winterschlaf neigt sich dem Ende zu,<br />
die Sonne gewinnt an Strahlkraft und auch die<br />
Tage werden wieder länger – Die Outdoorsaison<br />
ist damit offiziell eröffnet! Ob Balkon,<br />
Terrasse oder Garten, was im Interior-Bereich<br />
möglich ist, kann ebenso gut im Outdoorbereich<br />
verwirklicht werden. Denn unter<br />
freiem Himmel lässt es sich optimal wohnen.<br />
Sicherheit ohne Kompromisse: Trotz robuster<br />
und wetterbeständiger Eigenschaften vieler<br />
Outdoormöbel und -gerätschaften können<br />
Wetterspitzen dennoch Schäden an der geliebten<br />
Außenwohnwelt verursachen und den<br />
Wohntraum unter freiem Himmel gefährden.<br />
Ein durch einen Sturm abgebrochener Ast<br />
kann beispielsweise schnell die Auskleidung<br />
Ihres betonierten Pools beschädigen. Sturmschäden<br />
sind in der Grunddeckung der<br />
»UNIQA Eigenheimversicherung« enthalten.<br />
Die Zusatzprodukte wie »Pool- & Wellnesstechnik«<br />
oder »Haus- & Wohntechnik«<br />
sichern den Outdoorbereich optimal ab und<br />
schützen Pooloasen, Gartenmöbel sowie<br />
Gartenhütten, Solar- und Photovoltaikanlagen.<br />
Design und Schutz am Puls der Zeit: Veränderungen<br />
in unserem Leben gehen oftmals<br />
auch mit Anpassungen unserer Wohnwelt einher.<br />
Von der Anschaffung neuer Gartenmöbel<br />
bis hin zur Errichtung der eigenen Pool- und<br />
Wellnessoase. Dann kann es erforderlich sein,<br />
auch den Versicherungsschutz anzupassen.<br />
Die »UNIQA Haushalts- und Eigenheimversicherung«<br />
ist flexibel wie das Leben. Sie<br />
passt sich individuellen Bedürfnissen an und<br />
ist monatlich kündbar.<br />
Modularität – ein Trend nicht nur im<br />
Outdoorbereich. Dass modulare Gartenmöbel<br />
bereits bei immer mehr Garten- und Balkonbesitzer:innen<br />
Einzug gehalten haben, ist<br />
längst keine Seltenheit mehr. Schlagwörter wie<br />
Flexibilität, Langlebigkeit und Multifunktionalität<br />
kennzeichnen diesen Designtrend. Auch<br />
die Produktlinie »Privatschutz Wohnen &<br />
Freizeit« von UNIQA basiert auf einem<br />
innovativen und modularen Konzept nach<br />
Baukastenprinzip.<br />
Einzelne Bausteine, wie beispielsweise<br />
»Haus- & Wohntechnik inklusive Solartechnik«<br />
oder »Pool- & Wellnesstechnik«<br />
Versicherung, können somit je nach Bedarf<br />
flexibel gewählt und auch wieder abgewählt<br />
werden. Modularität hat als Trendbewegung<br />
also nicht nur in der Designwelt Einzug<br />
gehalten, sondern auch bei dem individuellen<br />
Versicherungsschutz von UNIQA.<br />
Outdoor-Living ist somit ein Trend, der ohne<br />
Zweifel bleibt, und der passende Versicherungsschutz<br />
ein unerlässliches Pendant dazu.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
uniqa.at<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
169
esidences / PRITZKER-PREIS<br />
Verbindung im Alltag<br />
Vor allem in seinen Wohngebäuden<br />
greift Riken Yamamoto Einflüsse aus<br />
traditionellen japanischen Machiyaund<br />
griechischen Oikos-Wohnungen<br />
auf, die in enger Verbindung mit<br />
Städten existierten und wo<br />
Konnektivität und Handel für jede<br />
Familie von entscheidender<br />
Bedeutung waren.<br />
Der Pritzker-Preisträger<br />
Mit seiner Architektur fungiert<br />
Riken Yamamoto als eine Art<br />
sozialer Fürsprecher, indem<br />
seine Bauten Verbindungen<br />
zwischen öffentlichen und<br />
privaten Bereichen herstellen.<br />
Foto: Mutsumi Morita / AP / picturedesk.com<br />
170 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
»TRANSPARENZ<br />
IN FORM UND<br />
PHILOSOPHIE«<br />
Riken Yamamoto ist der neue Pritzker-Preisträger <strong>2024</strong>. Die<br />
höchste internationale Auszeichnung in der Architektur erhielt<br />
der Japaner aber nicht nur für seine Bauwerke, sondern auch<br />
als sozialer Aktivist. Wodurch zeichnet er sich aus und was<br />
inspiriert den unermüdlichen Gebäudedesigner?<br />
TEXT SUSANNA PIKHART<br />
In Interviews wirkt er bescheiden, trägt<br />
gerne bequeme Kleidung, spricht eher<br />
langsam und bedacht, wenn notwendig auf<br />
Englisch, am liebsten jedoch auf Japanisch.<br />
Riken Yamamoto ist zwar schon ein Mann<br />
älteren Semesters, geht aber nach wie vor mit<br />
der Zeit. Und so gehört er auch heute noch<br />
zu den Vorreitern, wenn es um neue Perspektiven<br />
in der Architektur und innovative<br />
bauliche Konzepte geht.<br />
Im März erhielt der 79-jährige Japaner den<br />
begehrten Pritzker-Architekturpreis <strong>2024</strong>, der<br />
mit 100.000 Dollar dotiert ist und international<br />
als höchste Ehre der Architektur angesehen<br />
wird. Ein weltweit bedeutender Architekt sei<br />
er, so die Jury, aber auch ein maßgebender<br />
sozialer Aktivist. Denn mit seinen beeindruckenden<br />
Werken schaffe Riken Yamamoto<br />
immer wieder eine Verbindung zwischen<br />
öffentlichem und privatem Raum und<br />
inspiriere so zu harmonischen, lebenswerten<br />
Gesellschaften im urbanen Kontext. Trotz<br />
einer Vielfalt von Identitäten, trotz mannigfaltiger<br />
wirtschaftlicher und politischer<br />
Strukturen, trotz unterschiedlicher Infrastrukturen,<br />
Kulturen und Wohnsysteme.<br />
Und für genau diesen Zugang zur Architektur,<br />
für seinen städtebaulichen Ansatz, seinen<br />
baukünstlerischen Blick für das große Ganze<br />
und seine ebenso vielfältigen wie faszinierenden<br />
Gebäude – darunter Wohnquartiere<br />
und Hochhäuser, aber auch Villen, urbane<br />
Institutionen oder Bildungsstätten – wurde<br />
er nun in den Architektur-Olymp gehoben.<br />
AUTHENTISCH SOZIAL<br />
Yamamoto definiert Gemeinschaft als »ein<br />
Gefühl des Teilens eines Raumes«, dekons -<br />
tru iert traditionelle Vorstellungen von Freiheit<br />
und Privatsphäre und lehnt Bedingungen ab,<br />
»die Wohnen zu einer Ware machen ohne<br />
Bezug zu Mitmenschen«. Authentisch, wie er<br />
ist, lebt er in Yokohama selbst in Gemeinschaft<br />
mit den Nachbarn. Sein Zuhause, das 1986<br />
entworfene »Gazebo«, fördert die zwischenmenschliche<br />
Interaktion über viele begrünte<br />
Terrassen, Dächer und Einschnitte. ><br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
171
esidences / PRITZKER-PREIS<br />
Taoyuan Museum of Art<br />
Das jüngste Projekt des Pritzker-Preisträgers ist das<br />
Taoyuan Museum of Art in Taiwan, das Yamamoto<br />
gemeinsam mit Joe Shih Architects entworfen hat und<br />
das 2025 fertiggestellt werden soll. Das großteils<br />
transparente Gebäudepaar mit begrünten Dächern<br />
und zahlreichen Einschnitten soll zum »symbolischen<br />
Tor und Zentrum« der Stadt Taoyuan werden.<br />
><br />
Die Jury des Pritzker-Architekturpreises<br />
<strong>2024</strong>, der seit 1979 von der Hyatt Foundation<br />
gesponsert wird, hat Yamamoto ausgewählt,<br />
»weil er ein Bewusstsein dafür geschaffen hat,<br />
was die Verantwortung der sozialen Forderung<br />
ist, und vor allem, weil er daran<br />
erinnert, dass in der Architektur, wie in der<br />
Demokratie, Räume durch den Willen der<br />
Menschen geschaffen werden müssen«.<br />
Zudem würdige Yamamoto »durch die starke,<br />
konsistente Qualität seiner Gebäude das<br />
Leben der Menschen – von Kindern bis zu<br />
den Ältesten – und verbessert und bereichert<br />
ihre zwischenmenschlichen Verbindungen«.<br />
Und »er tut dies durch eine selbst erklärende,<br />
aber bescheidene und relevante Architektur,<br />
mit struktureller Ehrlichkeit und präziser<br />
Skalierung sowie mit sorgfältiger Beachtung<br />
der umgebenden Landschaft«.<br />
RIKEN YAMAMOTO IN SEINEN<br />
EIGENEN WORTEN<br />
Ein- und Ausblicke<br />
Transparenz in Form, Material und<br />
Philosophie ist ein wesentliches<br />
Element der Werke von Riken<br />
Yamamoto, wie hier bei der 2022<br />
erbauten Nagoya Zokei<br />
University in Japan.<br />
»Riken Yamamotos<br />
Werke sind immer mit der<br />
Gesellschaft verbunden,<br />
kultivieren Großzügigkeit<br />
im Geist und ehren den<br />
menschlichen Moment.«<br />
TOM PRITZKER Vorsitzender der Hyatt Foundation<br />
… darüber, warum Gemeinschaft und<br />
persönliche Freiheit kein Widerspruch sind:<br />
»Für mich bedeutet das Anerkennen von<br />
Raum, eine ganze Gemeinschaft anzuerkennen.<br />
Der gegenwärtige architektonische<br />
Ansatz betont die Privatsphäre und verneint<br />
die Notwendigkeit gesellschaftlicher Beziehungen.<br />
Mein Weg ist nach wie vor ein<br />
anderer. Wir können immer noch die<br />
Freiheit jedes Einzelnen ehren, während wir<br />
gemeinsam in einem architektonischen Raum<br />
als Republik leben und dabei die Harmonie<br />
zwischen Kulturen und Lebensphasen<br />
fördern.«<br />
Fotos: © Shinkenchiku Sha, courtesy of Flughafen Zürich AG, photo courtesy of Sergio Pirrone, beigestellt<br />
172 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Megaprojekt zum Abheben<br />
Fünf Jahre lang wurde am »Circle«, dem neuen<br />
Quartier am Schweizer Flughafen Zürich, gebaut,<br />
Ende 2020 wurde es eröffnet. Nicht nur mit seiner<br />
Größe (Büros, Shops, Restaurants, Kliniken,<br />
Eventräume, zwei Hotels, Park etc.), auch im Bereich<br />
Nachhaltigkeit setzt es neue Maßstäbe.<br />
… über seine frühe Begeisterung für Architektur:<br />
»Mit 17 besuchte ich den Kōfuku-ji-Tempel<br />
in Nara, der 730 erbaut und 1426 neu<br />
errichtet wurde. Ich war von der fünfstöckigen<br />
Pagode völlig fasziniert. In dem Moment,<br />
als ich den hölzernen Turm im Licht des<br />
Mondes sah, fand ich meine erste Erfahrung<br />
mit Architektur. Zudem prägte mich wohl<br />
das Leben in einem japanischen Machiya<br />
(Stadthaus), in dem ich aufwuchs. Es ist<br />
immer zweigeteilt – die Schwelle auf der<br />
einen Seite war der Wohnbereich für die<br />
Familie, jene auf der anderen Seite hin zur<br />
Straße für die Gemeinschaft, wo sich bei uns<br />
die Apotheke meiner Mutter befand. Nicht<br />
zuletzt war mein Vater, der leider starb, als<br />
ich fünf Jahre alt war, Ingenieur. Ich wollte<br />
wohl ein bisschen wie er werden.«<br />
Gelebte Volksnähe<br />
Das Fussa-Rathaus in Tokio hat Yamamoto<br />
2008 als zwei Mittelhochhäuser konzipiert.<br />
Konkave Basen laden Besucher:innen zum<br />
Ausruhen ein, während grüne öffentliche<br />
Dachterrassen und untere Ebenen für flexible<br />
öffentliche Programme vorgesehen sind.<br />
»Der gegenwärtige architektonische<br />
Ansatz betont die<br />
Privatsphäre und verneint<br />
die Notwendigkeit gesellschaftlicher<br />
Beziehungen.<br />
Mein Weg ist ein anderer.«<br />
RIKEN YAMAMOTO Architekt & Pritzker-Preisträger<br />
… warum in der Architektur Respekt vor der<br />
Landschaft und der Umgebung notwendig ist:<br />
»Es ist wichtig, dass das Innere und das<br />
Äußere eines Gebäudes mit der Umgebung<br />
harmonieren und immer auch zusammenwirken.<br />
Daher nutze ich die Transparenz in<br />
allen meinen Projekten, um die Beziehung<br />
zwischen den Innenräumen und der Landschaft<br />
herzustellen. Aluminium und Glas sind<br />
die dafür interessantesten Materialien.«<br />
<<br />
RIKEN YAMAMOTO<br />
Riken Yamamoto ist der 53. Preisträger<br />
des Pritzker-Architekturpreises und der<br />
neunte, der aus Japan stammt. Er wurde<br />
1945 in Peking, Volksrepublik China,<br />
geboren und lebt seit seiner Kindheit in<br />
Yokohama, Japan. Sein Architekturstudium<br />
absolvierte er an der Nihon-Universität,<br />
College of Science and Technology, seinen<br />
Master of Arts in Architektur erhielt er von<br />
der Tokyo University of Arts 1971. Bereits<br />
zwei Jahre später gründete er sein eigenes<br />
Büro, Riken Yamamoto & Field Shop, das<br />
heute noch besteht. Zeit seines Lebens<br />
reist er ausgiebig, um berühmte Bauwerke<br />
zu besuchen, aber auch, um die Kultur und<br />
das tägliche Leben von Gemeinschaften<br />
auf anderen Kontinenten zu erleben. Seine<br />
zahlreichen Bauwerke finden sich in ganz<br />
Japan, in China, Korea und in der Schweiz.<br />
riken-yamamoto.co.jp<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
173
esidences / ARCHITEKTURPORTRÄT<br />
Foto: Iwan Baan<br />
174 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
MIT DER KRAFT VON<br />
MUTTER NATUR<br />
Die Chicagoer Architektin Jeanne Gang hat 1997 ihr eigenes Studio<br />
Gang gegründet – und verzaubert seitdem die Skylines sowie Kunstund<br />
Kultur räume US-amerikanischer Städte mit geheimnisvollen<br />
Kreationen zwischen Design, Architektur und Naturwissenschaften.<br />
TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
Sandsteinhöhle oder Architektur?<br />
Beim neuen Richard Gilder Center for Science<br />
kann man das nicht so genau sagen.<br />
Vorbild für den 465 Millionen US-Dollar<br />
teuren Erweiterungsbau des<br />
American Museum of Natural History war der<br />
Antelope Canyon in Arizona.<br />
amnh.org<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
175
esidences / ARCHITEKTURPORTRÄT<br />
Ein Raumfluss bis hinauf in den fünften<br />
Stock, mit anschmiegsamen Wänden<br />
und organisch geformten Fenstern<br />
und Brüstungsöffnungen, mit rauen,<br />
grob verputzten Spritzbetonwänden. Mit von<br />
oben vertikal einfallendem Licht, als stünde<br />
man in einer von Mutter Natur geformten<br />
Tuffsteinhöhle irgendwo im mexikanischen<br />
Yucatán oder auf der Sohle des 60 Millionen<br />
Jahre Antelope Canyon in Arizona, der für<br />
dieses Projekt Pate stand, mit seinen bauchigweichen<br />
Sandsteinwänden, die den sonnigen<br />
Himmel umtanzen. Unruhig wartet man<br />
darauf, bis einem gleich eine hungrige<br />
Fledermaus um die Ohren flattert, doch nein,<br />
stattdessen bloß Unmengen von Menschen,<br />
Menschen, Menschen.<br />
Erwartet werden rund fünf Millionen<br />
Besucher:innen pro Jahr. Und das scheint auch<br />
realistisch zu sein. Bislang war das American<br />
Museum of Natural History (AMNH)<br />
schon weltberühmt, nicht zuletzt durch die<br />
Hollywood-Filmreihe »Nachts im Museum«<br />
»Populus«-Hotel, Denver<br />
Das neue Hotel in Downtown<br />
Denver nimmt Anleihen an<br />
der Formensprache der Natur:<br />
Die Fensteröffnungen in den<br />
265 Hotelzimmern sind den<br />
Astlöchern der Zitterpappel<br />
nachempfunden. Angestrebt<br />
ist eine Zertifizierung in<br />
LEED Gold.<br />
populusdenver.com<br />
Mutter Naturs Seelenverwandte<br />
Jeanne Gang, geboren 1964 in<br />
Illinois, hat sich getraut, ein Tabu zu<br />
brechen. Ihre biomorphen Entwürfe<br />
an der Schnittstelle zwischen Natur<br />
und Architektur sind der Beweis,<br />
dass die weiche Linie mehr als<br />
großstadttauglich ist. Seit 2017 ist<br />
sie Mitglied der American<br />
Academy of Arts and Sciences.<br />
studiogang.com<br />
mit einem nachtaktiven Ben Stiller in der<br />
Hauptrolle. Doch nun, mit dem Zubau des<br />
sogenannten Richard Gilder Center for Science<br />
mitsamt Terrarien, Insektarium und sogar<br />
eigenem Schmetterlingsvivarium, hat das<br />
AMNH ein Schaustück mehr – und zwar sich<br />
selbst. Zu verdanken ist dies der Chicagoer<br />
Architektin Jeanne Gang und ihrem 1997<br />
gegründeten Architekturbüro Studio Gang.<br />
NATÜRLICH DIGITAL<br />
»Wir wollten ein Gebäude schaffen, das nicht<br />
nur als Hülle für Naturkunde fungiert, sondern<br />
mit seiner Architektur selbst zum Exponat<br />
wird«, sagt Gang, die sich mit ihrem Entwurf<br />
an einflussreiche Meister des 20. Jahrhunderts<br />
anlehnt, an Antoni Gaudí, an Le Corbusier, an<br />
den Anthroposophen Rudolf Steiner. Vor der<br />
Entwicklung digitaler Planungstools wäre ein<br />
solches Gebäude nach heutigen technischen<br />
Anforderungen nur schwer umsetzbar<br />
gewesen, doch dank 3D-Programmen und<br />
neuester BIM-Technologie ist biomorphe<br />
Architektur, die sich an den Formen der Natur<br />
orientiert, nun endlich realisierbar.<br />
»Der Innenraum greift den Wunsch nach<br />
Erkundung und Entdeckung auf, der so typisch<br />
für die Wissenschaft ist und auch einen großen<br />
Teil des Menschseins ausmacht«, sagt Gang.<br />
»Auf diese Weise weckt das Museum eine<br />
Fotos: © Studio Gang, Ismail Ferdous/Agence Vu/picturedesk.com, © Tom Harris<br />
176 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Aqua Tower, Chicago<br />
Der Turm, der die zeitgenössische<br />
Chicagoer Skyline so stark beeinflusst<br />
hat wie kein anderer. Mit seinen<br />
86 Stockwerken und 262 Metern ist<br />
dies der höchste US-Wolkenkratzer,<br />
der je von einer Frau gebaut wurde.<br />
gewisse Neugierde in uns, es lädt auf eine Reise<br />
in Vergangenes und Verborgenes ein und hilft<br />
dabei, kleinste und älteste Organismen zu<br />
verstehen.« Während das Richard Gilder Center<br />
innen mit grobem, zähflüssigem Beton ausgespritzt<br />
wurde, wurde es an der Außenseite<br />
mit Milford-Pink-Granit verkleidet, mit<br />
4.500 Steinen, um genau zu sein, jeder einzelne<br />
davon in Form und Größe ein Unikat. Steinmetzmeister<br />
Johannes Georg Hofmann<br />
bezeichnet die Fassade als »die höchste<br />
Bergsteigerklasse in der Natursteinfertigung«.<br />
DIE WELLE EN VOGUE<br />
Es ist nicht das erste Mal, dass Jeanne Gang der<br />
harten, abweisenden Großstadt einen weichen,<br />
fließenden, organischen Touch verpasst hat.<br />
Ihren internationalen Durchbruch hatte sie 2009<br />
mit dem 86-stöckigen, 262 Meter hohen Aqua<br />
Tower in ihrer Heimatstadt Chicago. Während<br />
es sich bei der thermischen Hülle um einen<br />
eckigen, schmucklosen Quader mit glatter,<br />
günstig herzustellender Glasfassade handelt, ist<br />
der Baukörper rundherum mit weich hinausragenden<br />
Balkonplatten aus Beton geschmückt.<br />
Das an einen poetischen, im Moment eingefrorenen<br />
Wasserfall erinnernde Designmotto<br />
11 Hoyt, Brooklyn, New York<br />
Hinter den wie Wellen und Wogen<br />
geformten Erkern verbergen sich<br />
insgesamt 490 Wohnungen.<br />
In den Stockwerken 48 bis 56<br />
sind noch insgesamt elf<br />
Wohnungen zu haben.<br />
Kaufpreise zwischen<br />
1,7 und 3,9 Millionen<br />
US-Dollar.<br />
11hoytbrooklyn.com<br />
verpasste dem Haus schließlich seinen unverwechselbaren<br />
Namen – sowie viele internationale<br />
Preise, unter anderem den Emporis<br />
Skyscraper Award.<br />
Nicht nur Höhlen und Wasser dienen Jeanne<br />
Gang, die an der Graduate School of Design in<br />
Harvard unterrichtet und 2016 zur Architektin<br />
des Jahres gekürt wurde, als Inspiration, sondern<br />
auch viele andere natürliche Erscheinungen wie<br />
etwa Wind, Licht, Pilze, Blätter und Baumrinden.<br />
Beim neuen »Populus«-Hotel in Denver,<br />
Colorado, das sich derzeit in Bau befindet,<br />
analysierte sie die Rinde der Zitterpappel<br />
(Populus tremuloides), jenes Baumes also,<br />
der in den Rocky Mountains am häufigsten<br />
anzutreffen ist. Die Fenster in den insgesamt<br />
265 Hotelzimmern folgen der Morphologie<br />
von Fasern, Schuppen und Astlöchern und<br />
verleihen dem Haus an der Kreuzung von 14th<br />
Street und Colfax Avenue seine unverwechselbare<br />
Fassade. Aus den obersten Zimmern, wie<br />
könnte es anders sein, reicht der Blick bis zu den<br />
Rockies. Jeanne Gang ist, so gesehen, eine<br />
Vernetzerin zwischen Design, Architektur und<br />
Naturwissenschaften.<br />
<<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
177
esidences / WERKSTOFF NATUR<br />
Die Zeit der fossilen Verschwendung muss zu Ende gehen. Doch die Alternative<br />
heißt nicht freudloser Verzicht. Im Gegenteil: Mit biologisch abbaubaren<br />
Materialien lassen sich Handtaschen und Kleidung fertigen und sogar Häuser<br />
und Autos bauen. Auf in die Designwelt des erneuerbaren Kohlenstoffs!<br />
TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Nicht zum Rauchen!<br />
Bau mir ein Haus aus Hanf –<br />
mit Ziegeln aus diesem<br />
Material lässt es sich<br />
entspannt wohnen.<br />
hanftopia.at<br />
Fotos: © Maren krings, beigestellt<br />
178 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Garantiert staubfrei<br />
Wandmuster aus skelettierten<br />
Gummibaumblättern von<br />
Organoid aus Tirol.<br />
organoids.com<br />
trumpfhosen aus Chicorée,<br />
Socken aus CO 2<br />
, Kredit karten<br />
aus Holz, Möbel aus Popcorn,<br />
Sneakers aus Hundehaaren.<br />
Klingt ausgedacht? Ist es aber nicht. Denn<br />
dies sind nur fünf von 101 Bei spielen für<br />
Produkte aus erneuer barem Kohlenstoff, die<br />
Markus Petruch und Dominik Walcher in<br />
ihrem Buch »Der Stoff, aus dem die Zukunft<br />
ist« versammelt haben. Die beiden Forscher<br />
an der FH Salzburg – Markus Petruch ist<br />
Diplomingenieur für Holztechnologie,<br />
Dominik Walcher Professor für Marketing<br />
und Innovationsmanagement – beschäftigen<br />
sich schon länger mit Bioökonomie und mit<br />
Möglichkeiten für die Materialwende im<br />
Industriedesign und in der Architektur.<br />
Einige der Beispiele stammen von Studierenden<br />
am FH-Campus, so zum Beispiel die<br />
äußerst elegant aussehende Handtasche aus<br />
Orangenschalen, entworfen von der<br />
brasilianischen Studentin Maíra Petrick.<br />
KLIMAPOTENZIAL<br />
Bioökonomie – das klingt nach etwas<br />
Neuem, ist es aber nicht. Regionale Ressourcen<br />
und erneuerbare Energien wurden schon<br />
früher ganz selbstverständlich genutzt: Bauen<br />
mit Holz, Dämmen mit Stroh, Kleidung aus<br />
Schafwolle. Bier aus Hefe. Dann kamen die<br />
fossilen Energien und übernahmen die<br />
Macht. Nicht nur in der Industrie und im<br />
Alltag, auch im Produktdesign brach die Ära<br />
der nicht erneuerbaren Kohlenstoffe an. Die<br />
katastrophalen Folgen dieser Zeit sind längst<br />
><br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
179
esidences / WERKSTOFF NATUR<br />
Almwiese zu Hause<br />
Vor den Organoid-<br />
Wandpaneelen aus duftenden<br />
Heublumen lässt es sich<br />
von Tirol träumen.<br />
organoids.com<br />
man das Möbel aus Pilzmycel schon mit ganz<br />
anderen Augen.<br />
Für Einsteiger:innen in die Welt der<br />
Bio ökonomie bietet sich eine Produktlinie an,<br />
gegen die niemand etwas haben kann: Wandpaneele<br />
aus Heublumenwiesen, wie von der<br />
2012 gegründeten Firma Organoid aus Fließ in<br />
Tirol. Sie entwickelt Oberflächen, die mit<br />
biologischen Bindemitteln mit Almheu, Moos,<br />
Gewürzen, Baumrinde oder getrockneten<br />
Früchten beschichtet werden. Neben Haptik<br />
und Optik steht hier auch der Geruch im<br />
Vordergrund – hier wird der Duft der Natur<br />
ganz unaufdringlich im Innenraum verbreitet,<br />
bei Rosenknospen und Vanilleschoten sogar<br />
über mehrere Jahrzehnte.<br />
BIOREGIONALES DESIGN<br />
In noch größerem Maßstab entwickelt man<br />
natürliche Materialien im Atelier Luma im<br />
französischen Arles. Das neue Areal, das durch<br />
den spektakulären Turm von Frank Gehry<br />
berühmt wurde, beherbergt ein Forschungsund<br />
Entwicklungslabor für bioregionales<br />
Design. Der Name erklärt sich von selbst:<br />
><br />
sichtbar. Die Bioökonomie soll zur Materialwende<br />
aufrufen: in die Zukunft, mit dem<br />
Wissen der Vergangenheit.<br />
Algen, Pflanzen, Holz, Tiere, Pilze, Bakterien<br />
und Reststoffe: Das gehört für uns ins Reich<br />
der Biologie, und viele würden sich wohl nicht<br />
daran stören, wenn es auch dort bliebe. Doch<br />
trotz mancher imaginierter Ekelschwelle<br />
bergen organische Materialien ein immenses<br />
Potenzial für ein Umdenken und Umlenken in<br />
Richtung klimagerechter Kreislaufwirtschaft.<br />
Denn Forscher:innen wie die deutsche<br />
Cradle-to-Cradle-Koryphäe Michael Braungart<br />
weisen seit Jahren unermüdlich darauf hin,<br />
beim Schlagwort Recycling genau hinzuschauen.<br />
Denn oft enden wertvolle Reste als<br />
Straßenbelag, wofür man sich dann auch noch<br />
Lob erwartet. Dabei handelt es sich hier um<br />
Downcycling, während die Möglichkeiten<br />
echter Wiederverwertung ungenutzt bleiben.<br />
Also: Re-Use statt Recycling!<br />
Nicht nur das: Anstatt nur den Schaden<br />
durch die Verschwendung von Material und<br />
Energie zu begrenzen, könnten Produkte die<br />
Umweltbilanz sogar ins Positive verschieben,<br />
etwa wenn sie als Nährstoff in die Natur<br />
zurückgeführt werden. So betrachtet, sieht<br />
Tropenteller<br />
Das Palmblattgeschirr ist<br />
nicht nur schön zum<br />
Anfassen, sondern auch<br />
komplett biologisch abbaubar.<br />
bio-einweggeschirr.at<br />
Fotos: beigestellt<br />
180 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Ab durch die Wiese!<br />
Der Gummi für diese<br />
Continental-Fahrradreifen<br />
wurde aus Löwenzahn<br />
gewonnen.<br />
continental-reifen.de<br />
Ohne schlechtes Gewissen<br />
Dieser von Sophia Moeschlin<br />
und Lya Rennhard konzipierte<br />
Pelz ist vegan und wurde aus<br />
Rohrkolben gefertigt.<br />
lyarennhard.ch<br />
Ein Team aus über 30 Forscher:innen untersucht<br />
hier, was sich aus Flora der Camargue<br />
verwerten lässt, ohne globale Transportketten<br />
mit hohem CO 2<br />
-Ausstoß bemühen zu müssen.<br />
Die ersten Ergebnisse: Farben aus Algen, Leder<br />
aus Sonnenblumen, Verpackung für Champagnerflaschen<br />
aus Traubenresten. Wenn Vincent<br />
van Gogh das noch erlebt hätte!<br />
Doch nicht nur Produkte, sondern auch<br />
Häuser können von den bioökonomischen<br />
Ideen profitieren. Das ist auch dringend nötig,<br />
denn immer noch ist die Bauindustrie für rund<br />
40 Prozent der globalen CO 2<br />
-Emissionen<br />
verantwortlich. In Arles wurde die Werkstatt<br />
von Atelier Luma von BC Architects aus<br />
Brüssel und dem britischen Kollektiv Assemble<br />
ebenfalls aus Materialien der Umgebung<br />
errichtet: alte Dachziegel, Lehmwände aus<br />
Bauschutt. Das sieht auch noch gut und keineswegs<br />
ärmlich aus. Denn die Materialwende,<br />
sagen Markus Petruch und Dominik Walcher<br />
(siehe Interview), bringt auch eine neue Art<br />
von Ästhetik mit sich: wärmer, griffiger,<br />
freundlicher. Da stört auch die eine oder<br />
andere Unebenheit nicht, denn solche gehören<br />
ganz natürlich dazu.<br />
HAUS AUS MÜLL<br />
Weiteres Beispiel dafür: die in Österreich<br />
hergestellten Ziegelsteine aus Hanf, die mit<br />
dem auf der Hand liegenden Slogan »Designed<br />
to build, not to smoke« beworben werden.<br />
Dafür wird Hanf mit Naturkalk verpresst und<br />
dadurch steinhart. Als Baustoff bestens<br />
geeignet, denn der Ziegel ist nicht brennbar,<br />
komplett recycelbar und schimmelt nicht.<br />
Noch dazu hat er eine gute Isolierfähigkeit<br />
und könnte dadurch sogar fossile Dämmstoffe<br />
überflüssig machen. Und: Der Herstellungsprozess<br />
des Hanfziegels bindet mehr CO 2<br />
,<br />
als er abgibt.<br />
Wem die nach Porridge aussehenden bio -<br />
ökonomischen Ziegel zu grau sind, dem sei ein<br />
Ausflug nach Brighton empfohlen. Auf dem<br />
Campus der dortigen Universität steht das<br />
Waste House, das zu fast 90 Prozent aus Müll<br />
besteht. Holz und Farbe von anderen Baustellen,<br />
eine Fassade aus umgedrehten Teppichfliesen<br />
und als Isoliermaterial versammelter<br />
Haushaltsabfall. Das ist zwar streng genommen<br />
nicht biologisch, aber ein weiterer Wegweiser<br />
in eine klimaneutrale Zukunft ist es jedenfalls.<br />
Mit alter Frische<br />
Hier lässt sich Orangenhaut<br />
selbstbewusst zu Markte tragen:<br />
Handtasche aus Orangenschalen<br />
von Maíra Petrick.<br />
t1p.de/orangenleder<br />
<<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
181
esidences / WERKSTOFF NATUR<br />
»WENIGER HOCHGLANZ,<br />
MEHR TEXTUREN!«<br />
Markus Petruch und Dominik Walcher forschen an der FH Salzburg und haben für das Buch<br />
»Der Stoff, aus dem die Zukunft ist« 101 coole Ideen für Materialien aus erneuerbarem<br />
Kohlenstoff gesammelt. Im Interview erklären sie, warum die Materialwende auch Spaß<br />
machen und schön aussehen kann.<br />
<strong>LIVING</strong> Wie kam es zur Idee, ein Buch über<br />
Produkte aus Naturstoffen zu machen?<br />
MARKUS PETRUCH Ich habe mich in meiner<br />
Masterarbeit mit der Wahrnehmung der<br />
Forst- und Holzwirtschaft bei jungen Millennials<br />
beschäftigt und bin dabei auf das Thema<br />
Bioökonomie gestoßen. Das hat mich beschäftigt,<br />
und ich habe Dominik Walcher gleich mit<br />
hineingezogen. Mit nachwachsenden Rohstoffen<br />
beschäftigen wir uns am FH-Campus<br />
Kuchl schon lange. Denn beim Design geht es<br />
nicht nur um schöne Oberflächen, sondern<br />
um ganzheitliches Denken in Prozessen und<br />
Lebenszyklen. Wir wollen zeigen, dass man im<br />
Industriedesign große Hebel hat, um weg von<br />
der Materialverschwendung und hin zu einer<br />
Kreislaufwirtschaft zu kommen.<br />
Was waren die Kriterien für die Auswahl der<br />
101 Beispiele?<br />
DOMINIK WALCHER Es ist definitiv ein<br />
Sachbuch und kein Fachbuch. Es soll eine<br />
positive Haltung vermitteln, denn die Studierenden<br />
wissen sowieso schon, wie schlimm<br />
es um das Klima steht, und sie wollen etwas<br />
tun. Wir haben es uns bei der Auswahl nicht<br />
leicht gemacht. Manche Beispiele sind eher<br />
spekulativ oder im Kunstbereich angesiedelt,<br />
andere sind ganz pragmatisch. Es gibt sogar<br />
einen Porsche mit einer Karosserie aus<br />
Hanffasern – über den haben wir lange<br />
diskutiert!<br />
MARKUS PETRUCH Wir sind nicht dogmatisch<br />
vorgegangen, wir haben spannende<br />
Storys gesucht, die man gut erzählen kann.<br />
Interessant ist, dass es viele Ideen früher schon<br />
einmal gab, bevor die Industrie von Erdölprodukten<br />
dominiert wurde. Biokunststoffe<br />
gab es etwa schon Mitte des 19. Jahrhunderts.<br />
Es lohnt sich, dieses vergessene Wissen<br />
wiederzuentdecken.<br />
Welche Rolle spielt die Ästhetik der Produkte?<br />
DOMINIK WALCHER Bis vor Kurzem noch<br />
galt für Architekt:innen das »Everything<br />
goes«, und wo das Material herkam, war<br />
egal. Heute sehen wir, dass Einschränkungen<br />
auch kreativ machen können. Das kann in<br />
Richtung einer Bricolage-Ästhetik aus<br />
wiederverwerteten Teilen gehen oder der<br />
Schönheit des Unperfekten. Weniger<br />
Hochglanz, mehr Texturen.<br />
Das Buch widmet sich dem erneuerbaren<br />
Kohlenstoff. Was unterscheidet ihn vom<br />
fossilen?<br />
MARKUS PETRUCH Der Zeithorizont.<br />
Kohlenstoff aus nachwachsenden Rohstoffen,<br />
wie beispielsweise Pflanzen, erneuert sich in<br />
schnellen Zyklen, im Gegensatz zu fossilen<br />
Freundliche Handreichung:<br />
Markus Petruch, Diplomingenieur<br />
für Holztechnologie, und Dominik<br />
Walcher, Professor im Studiengang<br />
Design und Produktmanagement der<br />
FH Salzburg, präsentieren ihr Buch.<br />
fh-salzburg.ac.at<br />
Ressourcen, die Millionen von Jahren für<br />
ihre Neubildung brauchen. Wenn wir sie<br />
nach kurzer Zeit als Treibstoff oder Plastikverpackung<br />
verbrennen, bringen sie das<br />
Kohlenstoffgleichgewicht der Atmosphäre<br />
weiter aus der Balance. Beim Plastik werden<br />
gerade mal 14 Prozent wieder in den Kreislauf<br />
eingespeist, das ist ein großes Problem.<br />
DOMINIK WALCHER Man hört heute oft das<br />
Schlagwort Dekarbonisierung, aber im<br />
Grunde geht es um Defossilisierung. Denn es<br />
gibt auch den guten Kohlenstoff.<br />
Fotos: beigestellt<br />
182 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Thermoesche<br />
DER WELLNESSLIEGEN-SPEZIALIST<br />
Liege auf<br />
den ersten<br />
Blick.<br />
LIEGE- & SITZPOSITION<br />
STUFENLOS<br />
EINSTELLBAR<br />
HOLZARTEN<br />
Accoya<br />
Weißtanne<br />
FIRST CLASS HOLZ<br />
QUALITÄT AUS ÖSTERREICH<br />
I am from Austria.<br />
www.hamminger.com
my city<br />
GENT<br />
Belgien gilt schon seit<br />
Jahren als eines der<br />
spannendsten Ideenlabore<br />
für Architektur.<br />
Der städtische Reichtum früherer<br />
Jahrhunderte, die avantgardistischen<br />
Impulse der Modeindustrie<br />
von heute treffen hier auf den<br />
belgischen Hang zum Surrealismus<br />
und zum unerwarteten<br />
Nebeneinander. Während Brüssel<br />
die gewichtige Hauptstadt,<br />
Antwerpen die harte Hafenmetropole<br />
und Brügge die niedliche<br />
Puppenstube ist, stehen in Gent<br />
Alt und Neu in produktivem<br />
Gleichgewicht. Hier leben und<br />
arbeiten auch die Pionier:innen<br />
der flämischen Architekturszene<br />
Paul Robbrecht und Hilde Daem,<br />
die ihr 1975 gegründetes Büro<br />
inzwischen mit Sohn Johannes<br />
führen. »Gent ist eine historische<br />
Stadt, und diese Geschichte ist<br />
deutlich spürbar«, erzählen sie.<br />
»Gleichzeitig ist es vor allem dank<br />
der Hochschulen eine sehr aktive<br />
und junge Stadt. Diese Konfrontation<br />
zwischen Geschichte und<br />
Jugend macht Gent zu einem<br />
fruchtbaren Boden für Denken<br />
und Handeln. Hier entsteht eine<br />
starke Kultur, die wirklich typisch<br />
Gent ist. Genau deswegen lieben<br />
wir es, hier zu leben und zu<br />
arbeiten.« Das gebaute Ergebnis<br />
dieser Liebe lässt sich unter anderem<br />
mitten in der Stadt neben<br />
den berühmten drei Kirchtürmen<br />
besichtigen: die mehrfach preisgekrönte<br />
neue Markthalle, die<br />
Robbrecht en Daem passgenau<br />
in die Altstadt setzten. Die<br />
Bürger:innen haben sie sofort ins<br />
offene Herz geschlossen. Kein<br />
Wunder, denn: »Wenn man Gent<br />
aus der Distanz betrachtet, erkennt<br />
man, dass es eine unmittelbare<br />
Nähe zu Metropolen wie<br />
Paris, London und Köln hat, und<br />
das macht die Stadt so offen für<br />
Anregungen von außen.«<br />
»Hier entsteht eine<br />
starke Kultur, die<br />
typisch Gent ist.<br />
Deswegen lieben wir<br />
es, hier zu leben und<br />
zu arbeiten.«<br />
ROBBRECHT EN DAEM ARCHITECTEN<br />
Seit der Bürogründung 1975 haben<br />
Paul Robbrecht und Hilde Daem ein<br />
beeindruckendes Werk aufgebaut<br />
und sind sich dabei treu geblieben:<br />
Sie suchen und finden das Besondere,<br />
sind nie vorhersehbar und pflegen<br />
eine innige Nähe zur bildenden Kunst.<br />
Seit 2012 ist Sohn Johannes als<br />
Partner dabei.<br />
robbrechtendaem.com<br />
LANDMARKS<br />
Heyvaert Residence<br />
René Heyvaert, 1958<br />
»Das Wohnhaus baute<br />
Heyvaert für seinen Bruder<br />
mit sparsamen Mitteln, wiederverwerteten<br />
Materialien<br />
und einem Sinn für Raum.<br />
Dadurch wurde es zu einem<br />
Beispiel für Kreislaufwirtschaft<br />
avant la lettre.«<br />
Die drei Türme<br />
13.–19. Jahrhundert<br />
»Diese Kirchen, St. Nikolaus,<br />
St. Bavo, und der Belfried<br />
sind die Wahrzeichen der<br />
Stadt und definieren ihre<br />
Skyline mit einer einzigartigen<br />
Parade gotischer<br />
Geschichte.«<br />
Markthalle<br />
Robbrecht en Daem und<br />
Marie-José Van Hee, 2012<br />
»Eine neue Landmark in der<br />
Altstadt. Ein über dachter<br />
Außenraum mit offenem<br />
Kamin und neuem Café. Ein<br />
Treffpunkt, der mit den historischen<br />
Bauten kommuniziert<br />
und ihre Silhouette ergänzt.«<br />
Boekentoren<br />
Henry van de Velde, 1942<br />
»Als Gegenstück zu den<br />
sakralen Türmen hier ein Turm<br />
der Weisheit. Dieser ikonisch<br />
moderne Bau zeigt van de<br />
Veldes Spiel mit Volumen,<br />
Horizontalen und Vertikalen,<br />
als Krone auf den höchsten<br />
Punkt der Stadt platziert.«<br />
Fotos: Brecht Van Maele, Claudine Van Massenhove/Shutterstock, beigestellt<br />
184 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
BAMBERGER IMMOBILIEN<br />
HERZLICH WILLKOMMEN<br />
IM »THE HAY«<br />
Wohnen in unmittelbarer Nähe zur Festspielstadt Salzburg –<br />
auch als Zweitwohnsitz möglich!<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
Inmitten der natürlichen Pracht Salzburgs<br />
erwartet Sie ein harmonisches Zusammenspiel<br />
aus zeitgenössischer Architektur<br />
und entspanntem Lebensstil. »The HAY«<br />
präsentiert sich als Vorzeigeobjekt, das moderne<br />
Wohnkonzepte und Nachhaltigkeit mit<br />
der Ruhe und Schönheit der umliegenden<br />
Natur verbindet.<br />
Diese einzigartigen Architektenhäuser<br />
dürfen auch als Zweitwohnsitz genutzt werden,<br />
was für Sie die perfekte Möglichkeit bietet,<br />
in Salzburg Ihre Freizeit zu verbringen und<br />
gleichzeitig von umwerfender Natur umgeben<br />
zu sein.<br />
Am Heuberg vor den Toren Salzburgs mit<br />
wunderschönem Blick auf die umliegende<br />
Natur stehen drei exklusive Häuser zum<br />
Verkauf. Zum luxuriösen Wohnkomfort<br />
zählen unter anderem ein großzügiger Wohnund<br />
Essbereich, High-End-Swimmingpool<br />
sowie Terrassen mit sensationellem Ausblick.<br />
Sie können das traumhafte Bergpanorama<br />
genießen, während der Fokus auf Nachhaltigkeit<br />
durch Maßnahmen wie Erdwärmepumpen<br />
und Photovoltaikanlagen für eine ökologisch<br />
bewusste Lebensweise steht. Hier können<br />
Sie nicht nur in Ihrem Traumhaus leben,<br />
sondern auch aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz<br />
leisten.<br />
Genießen Sie die Vorzüge des Landlebens,<br />
ohne auf die Annehmlichkeiten der Stadt<br />
verzichten zu müssen. Die pulsierende<br />
Kultur metropole Salzburg ist nur einen<br />
Katzensprung entfernt. Genauso können<br />
Sie aber auch die Natur mit einer Vielzahl<br />
von Seen im Salzkammergut genießen!<br />
Entfliehen Sie dem Trubel des Alltags<br />
und finden Sie Ihre persönliche Oase der<br />
Ruhe und Erholung vor den Toren Salzburgs.<br />
Mit »The HAY« erwartet Sie ein exklusives<br />
Wohn konzept, das keine Wünsche offenlässt<br />
und Ihnen und Ihrer Familie ein Leben im<br />
Einklang mit der Natur ermöglicht. Die<br />
Objekte sind einzugsbereit.<br />
»THE HAY« FACTS<br />
Insgesamt 3 Einheiten<br />
Wohnfläche: 124–125 m 2<br />
Schlafzimmer: 2<br />
Zimmer: 3<br />
Badezimmer: 2<br />
Separates WC: 1<br />
Terrassen: 2<br />
Preis: ab 1.470.000 €<br />
INFO<br />
BAMBERGER IMMOBILIEN Consulting GmbH<br />
Neutorstraße 9 a, 5020 Salzburg<br />
T: +43 662 423420<br />
office@bamberger-immobilien.at<br />
bamberger-immobilien.at<br />
ADVERTORIAL<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
185
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
Der Gründerzeit auf der Spur<br />
Marion Krammer, Architekturhistorikerin und<br />
Geschäftsführerin der Agentur wesearch, Daniel<br />
Jelitzka, Geschäftsführer von JP Immobilien, und<br />
Daniel Hora, Gründer von Megatabs Architekten,<br />
im Stiegenhaus des Telegraf 7.<br />
186 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Was mache<br />
ich mit meinem<br />
Zinshaus?<br />
Für viele Menschen sind sie eine<br />
alte, unattraktive Bürde. Doch mit<br />
etwas Kenntnis und Feingespür<br />
ergeben sich viele Möglichkeiten<br />
im Umgang mit Zinshäusern – von<br />
Verkauf über Sanierung bis hin zu<br />
Contracting-Modellen. Architekt<br />
Daniel Hora, Immobilienentwickler<br />
Daniel Jelitzka und Kunsthistorikerin<br />
Marion Krammer sprechen über die<br />
Vielfalt der Handlungsspielräume.<br />
MODERATION UND TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
FOTOS JOHANNES KERNMAYER<br />
<strong>LIVING</strong> Wie ist denn Ihre persönliche<br />
Wohnsituation?<br />
MARION KRAMMER Ich wohne<br />
in einem Neubau im 15. Bezirk,<br />
und zwar in einem Dachgeschoß<br />
von Coop Himmelb(l)au. Ich mag die<br />
Räume, die Atmosphäre, den Blick auf die<br />
Wiener Dachlandschaft.<br />
DANIEL JELITZKA Ich wohne an genau dieser<br />
Schnittstelle von Alt und Neu. Unter mir<br />
ein klassisches Zinshaus, wir wohnen in einem<br />
Dachgeschoß mit 3,30 Meter Raumhöhe. Ich<br />
bin ein bekennender Altbau-Aficionado, und<br />
ich habe mich sehr darum bemüht, die ganz<br />
spezifischen Altbau-Qualitäten wie etwa<br />
Raumhöhe, Atmosphäre und Grundriss-<br />
Flexibilität im Dachgeschoß fortzusetzen.<br />
DANIEL HORA Ich wohne in einem Altbau,<br />
und zwar in einem offenen, loftartigen<br />
Grundriss, einfach großartig! Ich mag den<br />
Charme, die Patina, den ganz besonderen<br />
Geruch, den ein Altbau verströmt. Das vermisse<br />
ich in Neubauten.<br />
Es gibt auch tolle, hochwertige Neubauten!<br />
HORA Natürlich! Das ist unser Job.<br />
KRAMMER Es gibt wirklich großartige Neubauten,<br />
die alles andere als minderwertig und<br />
gesichtslos sind. Ich bin ein großer Fan zeitgenössischer<br />
Architektur. Auf den klassischen<br />
Wohnbau gewerblicher Bauträger –<br />
vollgepfercht mit Anlagewohnungen – trifft<br />
das meist nicht zu.<br />
HORA Manchmal hilft es schon, den Eingangsbereich<br />
großzügig zu gestalten und in<br />
den öffentlichen Allgemeinräumen schöne,<br />
hochwertige Materialien einzusetzen, um den<br />
Menschen eines Hauses mit Respekt zu<br />
begegnen.<br />
JELITZKA Das machen wir in unseren Projekten<br />
fast immer. Zweigeschoßige Lobby,<br />
Stein, Kacheln, Spiegel, Luster, eine Sitz- ><br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
187
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
><br />
möglichkeit. Es braucht so wenig, und<br />
schon hat man Schönheit geschaffen. Man<br />
braucht halt nur ein Sensorium dafür.<br />
Die meisten Städter:innen wohnen in einem<br />
klassischen Zinshaus. Was genau versteht man<br />
eigentlich darunter?<br />
KRAMMER Architekturgeschichtlich verstehen<br />
wir Historiker:innen darunter Altbauten,<br />
erbaut zwischen Mitte des 19. Jahrhunderts<br />
und Erstem Weltkrieg. Wien wuchs in dieser<br />
Zeit enorm. Mit den Zinshausbesitzer:innen<br />
veränderten sich die immobilienwirtschaftlichen<br />
Strukturen komplett.<br />
Die Forscherin<br />
Marion Krammer ist Architekturhistorikerin und<br />
beschreibt ihre Tätigkeit als History Marketing.<br />
Im Auftrag von Bauträgern und Immobilien <br />
entwick ler:innen erkundet sie die Geschichte<br />
gründerzeit licher Zinshäuser – und befördert so<br />
manch exotisches Detail an die Oberfläche.<br />
wesearch-agentur.at<br />
Inwiefern?<br />
KRAMMER Im Rückblick kann man sagen:<br />
Ohne das Zinshaus würde es die Großstadt in<br />
ihrer heutigen Form nicht geben. 90 Prozent<br />
aller Wiener:innen haben damals zur Miete<br />
gewohnt. Das Zinshaus war so gesehen –<br />
erstmal in der Geschichte – ein rein privatwirtschaftlich<br />
errichtetes Objekt, das einzig<br />
und allein auf Vermietung ausgerichtet war.<br />
Dieses ganz spezifische Modell konnte einen<br />
Großteil des Wohnungsbedarfs abfedern.<br />
HORA Es ging aber nicht nur ums Wohnen,<br />
sondern auch um Gewerbe, um Verkauf, um<br />
Kleinindustrie aller Art. Dadurch hat das<br />
Zinshaus massiv zur Belebung und funktionalen<br />
Durchmischung der Stadt beigetragen.<br />
Im Laufe der Geschichte, denke ich, gab es<br />
keine andere Bautypologie, die so flexibel<br />
und funktionsoffen war wie das Zinshaus.<br />
Herr Jelitzka, mit Ihrem Unternehmen JP<br />
Immobilien sind Sie unter anderem auf das<br />
Aufkaufen und Aufwerten von Zinshäusern<br />
spezialisiert. Wie groß ist der Zinshaus-Anteil<br />
in Ihrem Portfolio?<br />
JELITZKA In all den Jahren, seitdem wir<br />
tätig sind, ist unser Zinshaus-Portfolio auf<br />
zwischendurch rund 150 Häuser angewachsen.<br />
Das ist sehr viel. Man muss aber auch<br />
bedenken: Laut aktuellem Zinshausreport<br />
gibt es in Wien an die 13.000 Zinshäuser.<br />
Zinshäuser zu halten, zu pflegen und zu<br />
ertüchtigen – und das bei gedeckelten Mieten,<br />
die dem Richtwertmietzins unterliegen<br />
–, ist ein hartes Geschäft und braucht<br />
Profis. Nur dann macht es wirtschaftlich<br />
auch wirklich Sinn.<br />
Welche Möglichkeiten der Substanzerhaltung<br />
und Substanzverbesserung gibt es denn?<br />
JELITZKA Sanieren, umbauen, aufstocken,<br />
erweitern und so weiter. JP Immobilien tritt<br />
immer öfter auch als Generalunternehmer<br />
auf, um im Auftrag eines Eigentümers Zinshauswohnungen<br />
umzubauen und zu sanieren.<br />
Oder aber wir fungieren als Generalübernehmer<br />
und bauen das ganze Zinshaus<br />
um – meist inklusive Dachgeschoßausbau<br />
und Tiefgarage.<br />
Der Sanierer<br />
Im Laufe der letzten 28 Jahre hat Daniel<br />
Jelitzka schon Unmengen von Zinshäusern<br />
saniert und aufgewertet. Inzwischen ist das<br />
Zinshaus-Portfolio auf 150 Objekte in Wien<br />
angewachsen. In rund fünf Prozent der Fälle<br />
entscheide er sich für Abbruch und Neubau,<br />
sagt er. jpi.at<br />
Eine Ihrer Werbe-Kampagnen, die in Wien<br />
häufig zu finden sind, lautet: »Wir kaufen Ihre<br />
Immobilie! Sie genießen Ihr Leben!«<br />
JELITZKA Die Anforderungen an ein gutes<br />
Immobilienmanagement werden immer<br />
höher. Für viele Grundstückseigentümer:innen<br />
ist das Halten von Zinshäusern<br />
zur Belastung geworden. Genau hier<br />
kommen wir ins Spiel: Wir steigen genau<br />
dort ein, wo der ehemalige Eigentümer ausstiegen<br />
will.<br />
»Nur die Wenigsten wissen, dass in gründerzeitlichen Häusern<br />
die Wohnungen und Gänge bunt ausgemalt waren. Und doppelflügelige<br />
Türen waren meist unlackiert oder dunkel gebeizt.«<br />
MARION KRAMMER Architekturhistorikerin und Geschäftsführerin der Agentur wesearch<br />
188 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
»Die Anforderungen an ein gutes Immobilien management<br />
werden immer höher. Für viele Grundstückseigen tümer:innen<br />
ist das Halten von Zinshäusern zur Belastung geworden.«<br />
DANIEL JELITZKA Geschäftsführer von JP Immobilien<br />
Ist die Kampagne erfolgreich?<br />
JELITZKA Ja, wir nehmen das Thema sehr<br />
ernst. In normalen Jahren erwerben wir im<br />
Schnitt rund 30 Zinshäuer pro Jahr, derzeit<br />
jedoch deutlich weniger.<br />
KRAMMER Mich würde interessieren, nach<br />
welchen Kriterien Sie an eine Sanierung herangehen.<br />
Wo bekommen Sie die Infos her,<br />
wie recherchieren Sie die Details zum Haus?<br />
JELITZKA Wir schauen uns Pläne und Fotografien<br />
an und begeben uns auf die Suche<br />
nach alten Türen, Lustern, Plaketten,<br />
Zementfliesen und Bassena-Becken, die wir<br />
in die Häuser einbauen.<br />
HORA Gerade, wenn man ein historisches<br />
Zinshaus saniert, sind es oft diese kleinen,<br />
feinen Details, die es ausmachen. Ein bisschen<br />
Patina, ein bisschen Geschichte, ein<br />
paar authentische Versatzstücke von damals<br />
helfen dabei, den Charme eines alten Zinshauses<br />
trotz Sanierung zu bewahren.<br />
Was wir bis jetzt ausgespart haben, ist das<br />
Thema Abbruch und Neubau.<br />
JELITZKA Von 100 Projekten, die wir angehen,<br />
sind es vielleicht fünf, bei denen wir uns<br />
für einen Abriss entscheiden – und das auch<br />
nur dann, wenn die Substanz schwächelt,<br />
wenn das Haus mehr oder weniger leer und<br />
ohne Mietverträge ist, und wenn die Bebauungsbestimmungen<br />
vor Ort mit einer Neubebauung<br />
eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit<br />
erwarten lassen.<br />
Wie geht es Ihnen beiden, wenn Sie in der<br />
Stadt wieder einmal eine Baulücke sehen?<br />
KRAMMER Eigentlich gut! Baulücken und<br />
permanente Erneuerung sind Teil einer städtischen<br />
Identität. Karl Kraus meinte damals:<br />
»Wien wird zur Großstadt demoliert.« Auch<br />
die gründerzeitliche Stadt, die wir heute so<br />
schätzen, ist letztendlich Resultat von<br />
Abbruch und Neubau.<br />
HORA Die Stadt darf keine Käseglocke sein.<br />
Veränderung, Austausch der Bausubstanz<br />
und ein sich wandelndes Bild im Laufe der<br />
Jahre und Jahrzehnte sind wichtige Parameter<br />
für städtische Lebendigkeit. Wenn diese<br />
Veränderung nicht passiert, dann wird die<br />
Stadt zu einem toten Museum. Beispiele<br />
dafür gibt es in Europa zur Genüge. Das will<br />
niemand.<br />
Worauf ist zu achten, wenn man abbricht<br />
und neu baut?<br />
HORA Dass die Qualität, die nachkommt,<br />
mindestens der Qualität des abgebrochenen<br />
Hauses entspricht. Im Idealfall sollte die<br />
Qualität deutlich steigen. Aber ich gebe zu:<br />
Das ist leider nicht immer der Fall. Gerade<br />
im kostengünstigen Wohnbau, wo man einer<br />
großen Zahl an Gesetzen, Vorschriften und<br />
technischen Anforderungen gerecht werden<br />
muss, mangelt es oft an finanziellen Ressourcen,<br />
um gute, hochwertige Neubauten zu<br />
errichten.<br />
»Zinshaus-Sanierung ist<br />
per se eine sehr klassische,<br />
traditionelle Bauaufgabe.<br />
Ich würde mir auf diesem<br />
Gebiet etwas mehr<br />
Innovation wünschen.«<br />
DANIEL HORA Gründer von Megatabs Architekten<br />
Passiert Ihnen das auch?<br />
HORA Ich hoffe nicht! Wir haben das Glück,<br />
dass wir in der Regel mit sehr kompetenten<br />
Bauherren zu tun haben, die um die Wichtigkeit<br />
von Architektur und Baukultur Bescheid wissen.<br />
JELITZKA Gerade im Altbau lauern manchmal<br />
große Überraschungen: morsche Dippelbäume,<br />
kaputte Steigleitungen, Badewannen,<br />
Der Gestalter<br />
Architekt Daniel Hora hat eine Liebe fürs Detail.<br />
Oft sind es die kleinen Dinge, die den Charme<br />
und die Atmosphäre eines Zinshauses ausmachen.<br />
Und sie helfen dabei, die Identifizierung mit<br />
dem Wohnhaus zu steigern und Verschmutzung<br />
und Vandalismus zu verhindern.<br />
megatabs.com<br />
die vom letzten Stock bis ins Erdgeschoß durchkrachen<br />
– alles schon erlebt! Die Sanierung<br />
eines Zinshauses kann ein Abenteuer sein.<br />
HORA Aber es passieren auch gute Dinge!<br />
Einmal haben wir hinter einer Deckenverkleidung<br />
plötzlich 20 alte, zwischengelagerte Altbautüren<br />
in einem einwandfreien Zustand entdeckt.<br />
Großartig!<br />
Frau Krammer, gemeinsam mit ihrer Partnerin<br />
Margarethe Szeless betreiben Sie die Agentur<br />
wesearch und sind dabei auf History Marketing<br />
spezialisiert. Was heißt das?<br />
KRAMMER Wir suchen, forschen und recherchieren,<br />
und zwar nicht nur im Gebäude<br />
selbst, sondern auch in der Geschichte. Wir<br />
sind auf der Baupolizei, heben alte Bauakte<br />
heraus, wir suchen in Archiven, Grundbüchern,<br />
Bezirksmuseen, historischen Adressbüchern,<br />
in der Österreichischen Nationalbibliothek,<br />
in diversen Nachlässen, und so<br />
weiter. Meist machen wir dies im Auftrag von<br />
Bau trägern und Immobilien entwickler:innen,<br />
wir arbeiten aber auch für Privatpersonen. ><br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
189
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
><br />
Was kommt dabei heraus?<br />
KRAMMER Viele spannende Details! Beispielsweise<br />
wissen nur die Wenigsten, dass in<br />
gründerzeitlichen Häusern nicht nur die Wohnungen,<br />
sondern auch die Gänge selbst polychrom,<br />
also sehr bunt ausgemalt waren. Und<br />
doppelflügelige Türen waren meist unlackiert<br />
oder dunkel gebeizt.<br />
HORA Das haben wir auch bei unseren Projekten<br />
immer wieder gesehen. In exklusiven<br />
Innenstadtpalais ist es durchaus vorgekommen,<br />
dass Fenster und Türen weiß lackiert<br />
waren, wie wir das heute kennen. In der Regel<br />
war das aber nicht der Fall.<br />
JELITZKA Das mit den Wänden und Decken<br />
wusste ich. Das mit den Türen ist mir neu!<br />
KRAMMER Weiße Wände und weiße doppelflügelige<br />
Türen sind nicht das Produkt der<br />
Gründerzeit, sondern vor allem ein Produkt<br />
des heutigen Immobilienmarkts.<br />
Frage an den Immobilienmenschen: Könnten<br />
Sie sich vorstellen, ein saniertes Zinshaus mit<br />
bunten Decken und braunen oder unlackierten<br />
Türen zu übergeben?<br />
JELITZKA Das wäre aus heutiger Sicht in der<br />
Tat sehr ungewöhnlich, denn wir haben uns an<br />
ein ganz bestimmtes, tradiertes Bild gewöhnt.<br />
Aber ich denke, wenn man das geschichtlich<br />
argumentieren kann, dann wären die Leute<br />
dafür durchaus aufgeschlossen.<br />
Was haben Sie im Zuge Ihrer Gebäudeforschung<br />
sonst noch ans Tageslicht gefördert?<br />
KRAMMER Es findet sich fast in jedem Haus<br />
irgendeine Überraschung. Häufig waren es<br />
damals auch Frauen, die ein Zinshaus beim<br />
Architekten in Auftrag gegeben haben – ein<br />
spannendes gesellschaftliches Detail, das noch<br />
viel zu wenig erforscht ist! Man erfährt, welche<br />
prominenten Persönlichkeiten an einem Ort<br />
gelebt haben. Man erfährt, wie ein historisches<br />
Zinshaus im nationalsozialistischen Regime<br />
genutzt wurde. Und man erfährt beispielsweise,<br />
dass sich in den Räumlichkeiten eines Zinshauses<br />
in Wien-Neubau eine der größten<br />
Straußenfedernfabriken Europas befunden<br />
hat – mit riesigen Farbbecken im Keller.<br />
DIE GESPRÄCHS-<br />
PARTNER:INNEN<br />
Herr Hora, Herr Jelitzka, haben Sie mit<br />
wesearch oder einer anderen Forschungsinstitution<br />
dieser Art schon mal zusammengearbeitet?<br />
JELITZKA Nein, noch nicht, und das ist ein<br />
Fehler!<br />
HORA Ich finde diese Art der Gebäudeforschung<br />
faszinierend. Das würde mich sehr<br />
interessieren! Ich denke, die Geschichte eines<br />
Hauses zu kennen, hebt ja auch den ideellen<br />
»Um 1900 ist Wien enorm gewachsen. 90 Prozent aller<br />
Wiener:innen haben damals zur Miete gewohnt. Im Rückblick<br />
kann man sagen: Ohne das Zinshaus würde es die Großstadt<br />
in ihrer heutigen Form nicht geben.«<br />
MARION KRAMMER Architekturhistorikerin und Geschäftsführerin der Agentur wesearch<br />
Daniel Hora (46) studierte Architektur und<br />
Bauingenieurwesen an der TU Wien. 2003<br />
gründete er sein Büro Megatabs Architekten<br />
in Wien. Das Büro ist u. a. auf Interior Design,<br />
öffentliche Neubauten sowie auf Sanierung<br />
und Refurbishments von Altbauten spezialisiert.<br />
2022 plante er für JP Immobilien<br />
das Boutique-Hotel »Josefine« in Wien-<br />
Mariahilf.<br />
megatabs.com<br />
Daniel Jelitzka (54) studierte Jus und<br />
Immobilienökonomie. 1996 gründete er<br />
gemeinsam mit seinem Partner Reza Akhavan<br />
das Unternehmen JP Immobilien, das<br />
auf die Bereiche Maklerei, Bauträgergeschäft,<br />
Zinshaus-Investment und Hospitality<br />
spezialisiert ist. Zuletzt baute er das ehemaligen<br />
Gewerbehaus der WKO zum »Hoxton<br />
Hotel« um. Eröffnung war am 1. April <strong>2024</strong>.<br />
jpi.at<br />
Marion Krammer (43) studierte Russisch,<br />
Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaften.<br />
2013 gründete sie mit Margarethe<br />
Szeless die wesearch Agentur für<br />
Geschichte und Kommunikation, spezialisiert<br />
auf History Marketing im Immobilienbereich.<br />
Zuletzt erschien im Residenz Verlag »Das<br />
Wiener Zinshaus. Bauen für die Metropole«.<br />
wesearch-agentur.at<br />
»Die Stadt darf keine Käseglocke<br />
sein. Veränderung,<br />
Austausch der Bausubstanz<br />
und ein sich wandelndes Bild<br />
im Laufe der Jahrzehnte<br />
sind wichtig für städtische<br />
Lebendigkeit.«<br />
DANIEL HORA Gründer von Megatabs Architekten<br />
und monetären Wert einer Immobilie. Außerdem<br />
wissen wir aus Erfahrung: Wer sich mit<br />
einem Gebäude identifizieren kann, der gibt<br />
auch besser acht darauf und verhindert auf<br />
diese Weise Verschmutzung und Vandalismus.<br />
KRAMMER Ich sage Ihnen: Ich kann in Wien<br />
kaum noch an einem Zinshaus oder einer<br />
Baulücke vorbeilaufen, ohne dass mein Forscherinnenhirn<br />
gleich zu rattern beginnt. Das<br />
ist Fluch und Segen zugleich!<br />
Ein Ausblick in die Zukunft: Welche Zinshaus-<br />
Trends sehen Sie auf uns zukommen?<br />
JELITZKA Das Zinshaus ist ein architektonischer<br />
Klassiker, der heute so nicht mehr gebaut<br />
werden kann, und wird daher immer rarer,<br />
immer seltener. Ich bin daher überzeugt, dass<br />
die Attraktivität weiterhin steigen wird. Ich<br />
mache heute schon die Beobachtung, dass Zinshäuser<br />
seltener gekauft und gleich weiterverkauft<br />
werden, sondern stattdessen eher länger<br />
im Portfolio gehalten werden.<br />
HORA Zinshaus-Sanierung ist per se eine sehr<br />
klassische, traditionelle Bauaufgabe. Ich würde<br />
mir auf diesem Gebiet etwas mehr Innovation<br />
wünschen. Auch im Umgang mit der Erdgeschoßzone<br />
– was etwa Geschäftslokale und<br />
tote Garageneinfahrten betrifft – braucht es<br />
dringend neue Konzepte.<br />
Von welchem Zinshaus träumen Sie?<br />
JELITZKA Wir haben ein Zinshaus in San<br />
Sebastian, das wir nun zu einem Boutique-<br />
Hotel mit 20 exklusiven Zimmern ausbauen<br />
werden. Jeden Tag Blick aufs Meer und gutes<br />
Essen, das ist mein Traum.<br />
HORA Ich wünsche mir ein Zinshaus mit<br />
großen, attraktiven öffentlichen Zonen, wo<br />
man mit Nachbarn ins Gespräch kommen<br />
kann. So wie früher an der Bassena.<br />
KRAMMER Ich wünsche mir ein modulares,<br />
flexibel anpassbares Zinshaus mitten in der<br />
Stadt – und das zu leistbaren Preisen!<br />
<<br />
190 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
DER BRICK AWARD IST<br />
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Landstraße entstehen im, mit dem Luxury<br />
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»The Legacy« 26 hochwertige Eigentumswohnungen,<br />
darunter fünf Einheiten im großzügig<br />
ausgebauten Dachgeschoß. Das 1900 erbaute<br />
Gründerzeithaus wird bis Ende <strong>2024</strong> von der<br />
3SI Immogroup revitalisiert. »The Legacy« bietet<br />
ein- bis vier-Zimmerwohnungen mit Wohnflächen<br />
zwischen 32 und 187 m². Die Auswahl<br />
reicht in der Landstraßer Hauptstraße 144 von<br />
einge schoßigen Eigentumswohnungen über<br />
Maisonette-Rooftop-Suites bis hin zu einem<br />
atemberaubenden Maisonette-Penthouse mit<br />
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über die Stadt. Nachhaltige Wärmeversorgung<br />
wird durch den Anschluss an das Fernwärmenetz<br />
gewährleistet. Die luxuriösen Rooftop-Suites und<br />
das opulente Penthouse bieten höchsten Wohnkomfort<br />
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und ein innovatives Smart-Home-System.<br />
ING. MICHAEL SCHMIDT<br />
Geschäftsführer<br />
3SI Immogroup<br />
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Faszination Immobilien:<br />
Drei Branchenprofis erzählen<br />
in <strong>LIVING</strong>, welche Projekte<br />
ihnen in Österreich besonders<br />
am Herzen liegen.<br />
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Design und Nachhaltigkeit schätzen.<br />
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mit der Natur gebaut wird. Ihr Zuhause<br />
ist unsere Herzensangelegenheit vom Anfang<br />
bis zum Ende. Wir sind stolz darauf, jedes<br />
einzelne Detail Ihres exklusiven Hauses zu<br />
kennen, denn wir nehmen uns die Zeit, Ihre<br />
Wünsche und Vorstellungen zu verstehen.<br />
Von der ersten Begegnung an stehen wir Ihnen<br />
zur Seite und sorgen für kurze Wege und<br />
schnelle Ergebnisse. Die Zielsetzung von<br />
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Lebensräume zu schaffen, die an die<br />
unterschiedlichen Persönlichkeiten und Bedürfnisse<br />
der unterschiedlichen Bewohner:innen<br />
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jedes gewünschte Hausdesign ist machbar.<br />
Die Raumaufteilung kann völlig frei erfolgen.<br />
VOLKER HÖLLINGER<br />
Geschäftsführer<br />
Magnum<br />
Vollholzdesign GmbH<br />
vollholzdesign.at<br />
Fotos: © 3SI Immogroup | stefanjoham.com, © 3SI Immogroup | JAMJAM, Felix Büchele, Felixfoto, beigestellt<br />
192 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
BELETAGE AM RUCKERLBERG<br />
Die schöne Etage – die Beletage – war<br />
immer schon der Inbegriff von Luxus.<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
INSPIRATION<br />
202<br />
200<br />
Fotos: eSeL.at - Joanna Pianka, @ herzundblut Jules Villbrandt, beigestellt<br />
202<br />
SCHACHMATT!<br />
Das klassische Schachbrettmuster<br />
macht auch in Farbe einen guten<br />
Eindruck. (S. 196)<br />
DATES TO KNOW<br />
Die wichtigsten Ausstellungen,<br />
Messen und Events der nächsten<br />
Wochen. (S. 200)<br />
EVENTS<br />
Charity-Event mit Hollywood-<br />
Glamour, großes Opening der<br />
ersten Klima-Biennale und<br />
Vorfreude auf die Design Days<br />
Grafenegg. (S. 202)<br />
196
inspiration / SCHACHBRETTMUSTER<br />
SCHACH<br />
MATT!<br />
Das Schachbrettmuster ist längst ein<br />
Klassiker, satt sieht man sich daran dennoch<br />
nicht so schnell. In dieser Saison erobert es<br />
Wände, Böden und Wohntextilien und setzt<br />
auch in Farbe starke Kontraste.<br />
1.<br />
TEXT ANJA KLEINSCHUSTER<br />
Fotos: beigestellt<br />
196 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
2. 3.<br />
1. Flächendeckend Die lebhafte Tapete »Checkmate« wird dank des<br />
sanften Fliedertons auf weißem Hintergrund zum absoluten Hingucker<br />
in jedem Raum. sorbetdreams.com<br />
4.<br />
6.<br />
5.<br />
2. Coole Kombi Äußerst originell ist das Design der Tischlampe »Check«<br />
aus Steingut und Baumwolle von &klevering, die sowohl im Wohnzimmer<br />
als auch im Büro eine gute Figur macht. trouva.com<br />
3. Do it yourself Mit ein bisschen künstlerischem Geschick gelingt der<br />
angesagte Mustermix auch ganz leicht in den eigenen vier Wänden.<br />
solebich.de<br />
4. All-over-Look Beinahe skulptural wirkt der Beistelltisch von Moooi.<br />
Das Schachbrettmuster beschränkt sich nicht nur auf die Tischplatte,<br />
sondern zieht sich über das gesamte Objekt. connox.at<br />
5. Ordnung muss sein Die Aufbewahrungskörbe von Baini bestehen aus<br />
nachhaltig gewonnenem Sisal und sind in zwei verschiedenen Größen<br />
erhältlich. thebasketroom.com<br />
6. Auf dem Teppich bleiben Aufgrund seines zurückhaltenden grünweißen<br />
Musters ist der Teppich »Marta« auch auf großen Flächen<br />
einsetzbar. benuta.at<br />
7. Zuckersüß Designobjekte in bonbonfarbenen Pastelltönen versprühen<br />
eine gehörige Portion Nostalgie und Optimismus. desenio.com<br />
6. 7.<br />
3 / 24<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
197
inspiration / SCHACHBRETTMUSTER<br />
8. 9.<br />
8. Abstrakt Das Leinwandbild »Opposites Attract«<br />
besticht durch sein Blockmuster in creme- und<br />
beigefarbenen Tönen. greenlili.com<br />
9. Standfest Die runde Basis der Schachbrett-Tischlampe<br />
von Dekorfine wurde aus Glas gefertigt und<br />
fungiert wunderbar als Farbtupfer. dekorfine.com<br />
10. Mustergültig Für das Verzieren von hellen Möbeln<br />
eignet sich die Farbe »Honfleur«. Das intensive<br />
Braun kommt z. B. neben dunklem Grün besonders<br />
gut zur Geltung. anniesloan.com<br />
11. Kunstfertig Aus der Kunstkooperation von Tom<br />
Tailor Home mit der Berliner Künstlerin Fabienne<br />
Meyer aka Bings ist u. a. die Designdecke »Check<br />
Mate« aus hundert Prozent recyceltem Polyester<br />
entstanden. wayfair.de<br />
10.<br />
11.<br />
Fotos: beigestellt<br />
198 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
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Zum<br />
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inspiration / TERMINE<br />
DATES TO KNOW<br />
Was kann die Stadt? Welche Termine sollten notiert werden? Ein kurzer Überblick<br />
über die wichtigsten Ausstellungen, Messen und Events in den kommenden Wochen.<br />
1.<br />
Art Brussels<br />
3.<br />
25.–28. 4. <strong>2024</strong><br />
Zu ihrem 40. Geburtstag trumpft die Art Brussels groß<br />
auf! Bereits seit ihrer Gründung im Jahr 1968 zählt<br />
sie zu den führenden Messen für zeitgenössische<br />
Kunst in Europa. Die Jubiläumsausgabe verspricht, mit<br />
176 Galerien aus 31 Ländern ein ganz besonderes<br />
Ereignis zu werden. Das Programm ist eine gelungene<br />
Mischung aus etablierten Künstler:innen und aufstrebenden<br />
Talenten. Der Schwerpunkt liegt diesmal auf<br />
Innovation, Vielfalt und Inklusivität. Spezielle künstlerische<br />
Projekte und eine Skulpturenausstellung im<br />
Freien runden das Angebot ab.<br />
Brussels Expo, Hallen 5 & 6, Place de la Belgique 1,<br />
1020 Brüssel, artbrussels.com<br />
5.<br />
APRIL<br />
Triennale Brügge<br />
1.<br />
13. 4.–1. 9. <strong>2024</strong><br />
Die vierte Ausgabe der Triennale Brügge steht unter<br />
dem Motto »Spaces of Possibility« und zeigt, wie zeitgenössische<br />
Kunst und Architektur ausschlag gebend<br />
für den nachhaltigen Wandel einer historischen Stadt<br />
sein können. Zu den zwölf teilnehmenden Künstler:innen<br />
und Architekt:innen gehören Iván Argote, Mariana<br />
Castillo Deball und das Studio Ossidiana. Die Entwürfe<br />
und Installationen konzentrieren sich auf die Wiederbelebung<br />
vernachlässigter Orte in Brügge.<br />
Diverse Locations in ganz Brügge, triennalebrugge.be<br />
3.<br />
London Craft Week <strong>2024</strong><br />
5.<br />
13.–19. 5. <strong>2024</strong><br />
Auch <strong>2024</strong> kehrt die London Craft Week zurück und<br />
verwandelt die britische Metropole in einen Schauplatz<br />
für mehr als 750 aufstrebende und etablierte Marken,<br />
Designer:innen, Galerien und Kreative aus aller Welt.<br />
Wie schon bei den bisherigen Ausgaben wird es ein<br />
Programm mit Ausstellungen, Vorträgen, Workshops<br />
und Führungen in den Bereichen Mode, Schmuck,<br />
Keramik und Möbel geben. Zu den zahlreichen Side<br />
Events gehört u. a. der Park Royal Open Workshop,<br />
eine gemeinnützige, frei zugängliche Werkstatt in Park<br />
Royal, wo man zum Beispiel an Möbeln arbeiten kann.<br />
Diverse Locations in ganz London<br />
londoncraftweek.com<br />
2.<br />
MAI<br />
Frieze New York <strong>2024</strong><br />
4.<br />
1.–5. 5. <strong>2024</strong><br />
Die Frieze <strong>2024</strong> wird erneut im The Shed stattfinden,<br />
einem Kulturzentrum in Manhattan, und 60 Galerien<br />
aus 25 Ländern umfassen. Gemeinsam feiert man New<br />
York als Kulturhauptstadt und führendes Zentrum des<br />
internationalen Kunstmarkts. Auch Aktivitäten und<br />
gemeinsame Projekte mit einigen der wichtigsten<br />
gemeinnützigen Kunstorganisationen der Stadt sind<br />
geplant.<br />
The Shed, 545 West 30th Street, New York City,<br />
New York 10001, USA<br />
frieze.com/fairs/frieze-new-york<br />
6.<br />
DesignMarch <strong>2024</strong><br />
2.<br />
24.–28. 4. <strong>2024</strong><br />
Bereits zum 16. Mal verwandelt der DesignMarch die<br />
nördlichste Hauptstadt der Welt fünf Tage lang in einen<br />
Schauplatz für über hundert Events, die von Eröffnungen<br />
über Präsentationen bis hin zu Ausstellungen<br />
und Partys reichen und einen Einblick in die bunte<br />
Designszene Reykjavíks geben. Neben den besten lokalen<br />
Designer:innen werden auch internationale Namen<br />
vertreten sein, die ihre Innovationen in den Bereichen<br />
Mode, Möbel, Lebensmittel, Architektur, digitales<br />
Design und Produktdesign präsentieren. Zusätzlich<br />
finden am 24. April die berühmten DesignTalks statt.<br />
Diverse Locations in ganz Reykjavík<br />
designmarch.is<br />
4.<br />
Design Miami Los Angeles <strong>2024</strong><br />
6.<br />
16.–20. 5. <strong>2024</strong><br />
Designliebhaber:innen aufgepasst! Zum ersten Mal<br />
findet die Design Miami in Los Angeles statt und präsentiert<br />
dort in einem glanzvollen historischen Anwesen<br />
in Holmby Hills fünf Tage lang Sammelstücke aus<br />
internationalen Galerien. Henrik Purienne, ein in Los<br />
Angeles und Paris lebender bildender Künstler und<br />
Gründer des »Mirage Magazine«, wird als Global<br />
Creative Director für die Design Miami in Los Angeles<br />
fungieren. Ashlee Harrison, Beraterin für den Sammler:innen-Designmarkt<br />
und Kunstkennerin, wurde zur<br />
kuratorischen Leiterin der Messe ernannt.<br />
Azria Estate, 10250 Sunset Boulevard, Los Angeles,<br />
Kalifornien 90077, USA, designmiami.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
200 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
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Die Presse<br />
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Gedruckt. Digital. Audio. Video. Events.<br />
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Ausland<br />
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Gesundheitsmagazin<br />
Die Presse im Ersten<br />
UniLive<br />
Private Banking<br />
Luxury Estate<br />
Luxury Living<br />
Luxury Times
inspiration / REVIEW<br />
EVENT-CLIPPINGS<br />
Events, Messen, Präsentationen – <strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-Happenings aus der Szene.<br />
GLAMOUR FÜR DEN GUTEN ZWECK<br />
Ein Zeichen für den Umweltschutz mit Hollywoodstar Patricia Arquette im Wiener Stadtpalais.<br />
review<br />
Genussmenschen »Planter’s Club«-<br />
Chef Robert Glock und Winzer<br />
Gerhard Kracher.<br />
Star-Appeal<br />
Schauspielerin<br />
Patricia Arquette<br />
unterwegs für die<br />
gute Sache.<br />
Gute Gespräche Modedesi<br />
gner Atil Kutoglu und<br />
Teppichmogul Ali Rahimi.<br />
Illustre Runde Filmproduzent Niki<br />
Klingohr und die ehemalige US-<br />
Botschafterin Helene von Damm.<br />
Carina und Ali Rahimi luden zum Charityevent in<br />
das Wiener Stadtpalais Szechenyi. Gemeinsam mit<br />
Hollywoodstar Patricia Arquette und ihrer Organisation<br />
»Give Love« nutze man an diesem Abend die Gelegenheit,<br />
die Aufmerksamkeit der prominenten Gäste (u. a.<br />
Daniel Serafin, Robert Glock, Ernst Minar, Maria Happel)<br />
auf die globale Wasserkrise zu lenken und nicht zuletzt zur<br />
aktiven Unterstützung für umweltfreundliche Sanitärprojekte<br />
zu animieren. Nussyy-Gründerin Carina Rahimi und<br />
Arquette betonten dabei die Relevanz von gesellschaftlichem<br />
Zusammenhalt und gegenseitiger Inspiration.<br />
Entspannte Runde Interspot-CEO<br />
Nils Klingohr und Opernintendant<br />
Daniel Serafin.<br />
OPENING DER KLIMA BIENNALE<br />
Im Kunst Haus Wien und auf dem Nordwestbahnhof eröffnete die erste Klima Biennale.<br />
Immerhin 100 Tage dauert die erste Klima Biennale in Wien,<br />
die Eröffnung feierte man nun bei einem Doppelevent im<br />
Kunst Haus Wien und auf dem Areal des Nordwestbahnhofs.<br />
In der Festivalzentrale im Kunst Haus war die von Sophie<br />
Haslinger kuratierte Gruppenausstellung »Into the Woods« zu<br />
sehen, das Festivalareal wurde vom StudioVlayStreeruwitz gestaltet.<br />
Das intensive Programm soll vor allem die Verbindung<br />
von aktuellen ökologischen Herausforderungen und Positionen<br />
aus Kunst, Design, Architektur und Wissenschaft in den Vordergrund<br />
rücken. Mit dabei sind u. a. etablierte Kunstinstitutionen<br />
und Festivals wie das Belvedere 21, das Weltmuseum,<br />
die Vienna Design Week oder die Wiener Festwochen.<br />
Sommerabend. Im Hof des<br />
Kunst Hauses Wien fiel der<br />
Startschuss für 100 Tage<br />
Klima-Programm.<br />
Fotos: © Christian Jobst, eSeL.at - Joanna Pianka, © Design Days<br />
202 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
preview<br />
DESIGN VOR SCHLOSSKULISSE<br />
Während der Design Days wird Grafenegg vom 3. bis 5. Mai zum Schauplatz für Interior-Festspiele.<br />
Schlossbesuch<br />
Design zum Erleben.<br />
Frühlingshafte Temperaturen und eine herrschaftliche Kulisse sorgen für das passende Ambiente,<br />
wenn das Areal vor dem Schloss Grafenegg am ersten Maiwochenende wieder zum<br />
Festivalgelände für die Design Days wird. Rund 300 Marken gastieren bei der Living- und<br />
Lifestylemesse auf 15.000 Quadratmetern, darunter etwa Polestar, Bene, Domus und Cubic.<br />
Flankiert wird die Designmesse von einem musikalischen Rahmenprogramm – mit Livekonzerten<br />
im Wolkenturm von Josh. (»Cordula Grün«) und der Italo-Formation Pino Barone Band.<br />
Musikalisch Highlight des Rahmenprogramms<br />
wird das Konzert des<br />
heimischen Sängers Josh.<br />
Ausstellungsfläche Auf insgesamt<br />
15.000 Quadratmetern<br />
zeigen namhafte Hersteller<br />
ihre Neuheiten.<br />
Design-Spaziergang Das<br />
Schloss gelände wird zum Areal<br />
des Schönen und Feinen.<br />
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SIKA DESIGN sika-design.de<br />
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SLIDE slidedesign.it<br />
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SO LEB ICH solebich.com<br />
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STARKL starkl.at<br />
STUDIO GANG studiogang.com<br />
STUDYPOD studypod.no<br />
SVENSKT TENN svenskttenn.com<br />
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TACCHINI tacchini.it<br />
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THE BASKET ROOM<br />
thebasketroom.com<br />
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WAYFAIR wayfair.de<br />
WESEARCH wesearch-agentur.at<br />
WITTMANN wittmann.at<br />
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ZANAT zanat.org<br />
ZHU OHMU zhuohmu.com<br />
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IMPRESSUM<br />
3/<strong>2024</strong><br />
ZEITSCHRIFT FÜR INTERIEUR<br />
UND ARCHITEKTUR<br />
Die in dieser Ausgabe veröffentlichten<br />
Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />
Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung<br />
und Speicherung in Datenverarbeitungs -<br />
anlagen nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />
des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser<br />
Ausgabe sind ausschließlich mit Angabe<br />
der Quelle gestattet.<br />
MEDIENINHABER<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong> Verlags GmbH<br />
REDAKTIONSORT<br />
DES MEDIENINHABERS<br />
Schottenring 2–6, 1010 Wien<br />
T: +43 1 9042141<br />
F: +43 1 9042141-450<br />
hello@falstaff-living.com<br />
www.falstaff-living.com<br />
Gegenstand des Unternehmens<br />
ist die Heraus gabe, der Verlag<br />
und der Vertrieb von Zeitschriften<br />
und Druckwerken aller Art unter<br />
der Bezeichnung »<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong>«.<br />
GESELLSCHAFTER DER<br />
FALSTAFF <strong>LIVING</strong> VERLAGS GMBH<br />
<strong>Falstaff</strong> Verlags-Ges.m.b.H. (Anteil 51 %)<br />
Angelika Rosam (Anteil 39 %)<br />
Mag. Michaela König (Anteil 10 %)<br />
HERAUSGEBERIN<br />
Angelika Rosam<br />
CHEFREDAKTION<br />
Angelika Rosam<br />
CHEFREDAKTION (Stv.)<br />
Marlene Mayer<br />
CHEFIN VOM DIENST<br />
Anja Kleinschuster<br />
ART DIRECTOR<br />
Klaus Rauch<br />
PHOTO DIRECTOR<br />
Thomas Hopferwieser<br />
PRODUKTION/LITHO<br />
Konstantin Riemerschmid<br />
MITARBEITER:INNEN DIESER AUSGABE<br />
Karin Cerny, Wojciech Czaja, Manfred Gram,<br />
Christina Horn, Ines Kasparek, Elisabeth Klokar,<br />
Maik Novotny, Susanna Pikhart, Heimo Rollett,<br />
Florentina Welley<br />
LEKTORAT<br />
Angelika Hierzenberger-Gokesch, Sabine Till<br />
GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
Angelika Rosam<br />
RECHNUNGSWESEN<br />
Sommer & Zarits Steuerberatung GmbH<br />
Robert Graf Platz 1, 7000 Eisenstadt<br />
MEDIA SALES UND KOOPERATIONEN<br />
Ronald Tomandl (Leitung Sales), Patrick Jamöck<br />
(stv. Leitung Sales), Aleksandra Kosanin, BA.<br />
(Leitung Marketing & Sales Koordination),<br />
Magdalena Eser (Marketing Sales & Koordination)<br />
anzeigen@falstaff-living.com<br />
DIRECT SALES<br />
Timotheus Lamberg (Leitung)<br />
Wilhelm Amann (stv. Leitung)<br />
VERTRIEB, LESER- UND ABOSERVICE<br />
Kornelia Pirker (Leitung Vertrieb und Abo)<br />
HERSTELLER<br />
Druckerei Berger<br />
Wiener Straße 80, 3580 Horn<br />
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Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH<br />
St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif<br />
www.pgvaustria.at<br />
DVR-Nummer: 06a9192<br />
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202223021<br />
POLIFORM: NEUES KÜCHEN<br />
STUDIO BEI WETSCHER<br />
Auf 300 Quadratmetern präsentiert Wetscher die<br />
Küchenhighlights der italienischen Spitzenmarke Poliform.<br />
ADVERTORIAL<br />
Am 6. April feierte man in den<br />
Wetscher Wohngalerien das<br />
exklusive Opening des neuen<br />
Poliform-Küchenstudios. Neben zeitloser<br />
italienischer Eleganz, echten Design-Highlights<br />
und kreativen Innovationen aus der<br />
Poliform-Küchenwelt erwartete die zahlreichen<br />
Eröffnungsgäste ein Treffen mit<br />
Starkoch Toni Mörwald, der im Gespräch<br />
mit Martin Wetscher aus dem Kochtopf<br />
plauderte – und anschließend live mit<br />
seinem Team kulinarische Köstlichkeiten<br />
auf die Teller zauberte.<br />
Für alle, die gerade ihr Zuhause neu<br />
gestalten, liegt hier das Eldorado: Im neuen<br />
Poliform-Küchenstudio präsentiert Wetscher<br />
nahezu alle aktuellen Modelle, darunter<br />
natürlich die »Artex Pro« sowie die Linien<br />
»Alea Pro«, »Twelve«, »Phoenix« und viele<br />
weitere. Der gestalterischen Vielseitigkeit<br />
sind dank der Vielfalt an Materialien und<br />
Oberflächen praktisch keine Grenzen<br />
gesetzt. Die Einsicht in die Küche selbst ist<br />
Teil eines gesamten Farb- und Materialkonzepts.<br />
Die Küche längst nicht mehr isolierte<br />
Zelle im Irgendwo. Und genau deshalb werden<br />
die Planung, die technische Umsetzung,<br />
die Materialien, die Farbabstimmung, die<br />
Atmosphäre so wesentlich. Eine komplexe<br />
Aufgabenstellung, die das Herzstück der<br />
eigenen vier Wände betrifft und die die<br />
Wetscher-Innenarchitek:innen mit ihrer jahrelangen<br />
Erfahrung perfekt beherrschen.<br />
INFO<br />
Wetscher<br />
Zillertal Str. 30, 6263 Fügen<br />
Mo. bis Fr. 9 bis 18 Uhr und Sa. 9 bis 14 Uhr<br />
wetscher.com<br />
Hausherr Martin Wetscher und Stargast<br />
Vier-Hauben-Koch Toni Mörwald.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
206 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
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F. A. Porsche haben alles Bekannte hinterfragt und etwas vollkommen Neues erschaffen.<br />
Das Ergebnis ist ein einzigartiger Raum, der Sie mit seinem revolutionären<br />
Licht- und Klangkonzept in magische Welten der Entspannung entführt: Erleben<br />
Sie, wie Sonnenstrahlen in den Baumkronen schimmern, oder tauchen Sie ein in<br />
die Weiten der Ozeane. Ein Design-Statement, das die Sinne begeistert – immer<br />
und immer wieder.<br />
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Entdecken Sie die Sauna S11.
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MEZZA—MAISO<br />
Wie wohnen designaffine Personen, welche Objekte verwandeln<br />
das Zuhause in ihren Lieblingsraum? Aktuell hat uns das<br />
Designstudio Mezza–Maiso verraten, welche Stücke ihr Projekt<br />
Haute–Étage zu etwas ganz Besonderem machen.<br />
2.<br />
3.<br />
1. Kreativ Die Küche ist ein Eigenentwurf<br />
von Mezza–Maiso. Das edle Parkett im<br />
Farbton Mooreiche naturell Portofino<br />
stammt von Trapa, die Barhocker<br />
»Series 430 Bar Stool« sind ein Entwurf<br />
von Verpan.<br />
2. Erleuchtend Für genügend Licht sorgt<br />
unter anderem die Esstischleuchte<br />
»Flamingo 1530« von Vibia in Graphit.<br />
3. Gemütlich Der wunderschöne Kamin<br />
im grün-schimmernden Farbton Verde<br />
Borgogna wurde von Mandl & Bauer<br />
gefertigt und bewusst im Raum in<br />
Szene gesetzt, dem er dadurch eine<br />
ganz besondere Atmosphäre verleiht.<br />
In reizvollem Kontrast dazu steht die<br />
Wandspachtelung im neutralen Beigeton<br />
Rue Bottero von St. Leo, der für die<br />
Wände ausgewählt wurde.<br />
4. Design-Reigen Im Wohnzimmer treffen<br />
nahmhafte internationale Marken aufeinander.<br />
Die drehbaren Stühle von<br />
Minotti aus der Serie »Torii Dining«<br />
harmonieren perfekt mit dem Tisch »Clay<br />
Canvas« in der Farbe Carruba aus dem<br />
Hause Desalto.<br />
4.<br />
1.<br />
… gehört zu den Projekten von<br />
Mezza–Maiso, einem interdisziplinären<br />
Bureau für Innenarchitektur, Interieur<br />
und Design im Herzen von Wien. 2021<br />
gründeten Verena Wohlkönig und Jürgen<br />
Hamberger ihr eigenes Designstudio<br />
mit dem Ehrgeiz, die Welt durch Design<br />
schöner zu machen. Zusammen mit<br />
ihrem Team arbeiten sie Tag für Tag<br />
daran, die Vision von Mezza–Maiso zum<br />
Ausdruck zu bringen, getreu dem Motto:<br />
»Creating a beautiful world – one place<br />
at a time«. mezza-maiso.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
208 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
Von der Vision bis zur Vollendung.<br />
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inspiration / PREVIEW<br />
<strong>LIVING</strong> 4/<strong>2024</strong><br />
Was erwartet Sie in der nächsten Ausgabe von <strong>LIVING</strong>? Welche Trends erobern den Markt,<br />
welche Designer:innen sind am Puls der Zeit, und was tut sich Neues in der Immobilienbranche?<br />
Eine kleine Vorschau, worauf Sie sich im kommenden Magazin freuen können.<br />
design<br />
<strong>LIVING</strong> Family!<br />
In dieser Ausgabe dreht sich alles<br />
um die Familie: Welche Designlösungen<br />
überzeugen im Kinderzimmer?<br />
Wie gestaltet man eigentlich<br />
erfolgreiches Spielzeug? Und wie<br />
wollen wir künftig gemeinsam<br />
wohnen? In unserem Themenspezial<br />
betrachten wir Design gezielt aus der<br />
Familienperspektive.<br />
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Splish, Splash<br />
Klare Linien, kluge Lichtinstallationen.<br />
Für die richtige<br />
Abkühlung sorgen heuer innovative<br />
Poollösungen.<br />
Wohnen für viele<br />
Die Frage, wie Leben in<br />
Gemeinschaft am besten<br />
funktionieren kann, ist in der<br />
Architektur zentral. Wir<br />
zeigen, wie Gestaltung<br />
generationenübergreifend<br />
klug gedacht werden kann.<br />
residences<br />
<strong>LIVING</strong> 4/<strong>2024</strong><br />
erscheint am<br />
24. 5. <strong>2024</strong><br />
Kulinarische Abkühlung<br />
Gelati, gelati! Jede Metropole braucht<br />
ihre angesagten Eissalons, damit sich<br />
davor bei Höchsttemperaturen<br />
Menschentrauben bilden können. Wir<br />
zeigen jene mit den besten Designs.<br />
Fotos: © Vitra, © Talenti, © Ivan Baan, © Little Sky<br />
210 falstaff <strong>LIVING</strong> 3 / 24
ANLAGE MIT PHANTASTISCHER RENDITE<br />
jeden Tag.<br />
GARTEN & POOL – ALLES AUS EINER HAND<br />
Ein Ihrem individuellen Lebensstil entsprechendes Gartendesign<br />
ist die Grundlage für eine liebevolle Umsetzung in jedem Detail.<br />
Damit Sie sich in Ihrem Garten nicht nur wohlfühlen, sondern<br />
sich auch bei jedem Blick hinaus daran erfreuen können.<br />
Eine Wirkung, die wir Ihnen gerne garantieren.<br />
48 Seiten Garteninspiration:<br />
www.begründer.at
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