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Be A Butcher (Januar 2024)

Magazin für den Fleischernachwuchs im Norden

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<strong>Januar</strong> <strong>2024</strong><br />

MAGAZIN FÜR DEN FLEISCHERNACHWUCHS<br />

Arbeit, die begeistert!<br />

Fragen an die besten jungen<br />

Fachkräfte des Jahres 2023<br />

Leistung lohnt sich<br />

Wettbewerbe im<br />

Fleischerhandwerk<br />

jederzeit<br />

24/7-Laden der<br />

besonderen Art


EDITORIAL<br />

Liebe Leserin, lieber Leser,<br />

viele meinen, die sogenannte Generation Z habe keine Lust auf<br />

nichts. Wir gehören nicht dazu! Im Gegenteil. In dieser Ausgabe<br />

unseres Nachwuchsmagazins „<strong>Be</strong> a <strong>Butcher</strong>“ präsentieren wir<br />

Ihnen viele junge Menschen, die Lust aufs Handwerk haben<br />

und mit <strong>Be</strong>geisterung den <strong>Be</strong>ruf der Fleischerin/des Fleischers<br />

und der Fachverkäuferin/des Fachverkäufers erlernen.<br />

Handwerk ist Leidenschaft! Handwerk ist modern! Das zeigt sich<br />

bei Leistungswettbewerben genauso wie bei neuen Geschäftsmodellen,<br />

Unternehmensgründungen und beim Erwerb des<br />

Meistertitels. Viel Spaß beim Lesen. Und wenn Sie selbst auf der<br />

Suche nach einem <strong>Be</strong>ruf sind oder wenn Sie als Eltern, Lehrerin und<br />

Lehrer oder <strong>Be</strong>treuerin und <strong>Be</strong>treuer gute Perspektiven für junge<br />

Menschen suchen – dann sprechen Sie uns an. Wir sind für Sie da!<br />

Ihr<br />

Herbert Dohrmann<br />

Präsident Deutscher Fleischerverband<br />

Inhalt<br />

Arbeit, die begeistert!<br />

Wir haben die besten jungen Fachkräfte<br />

des Jahres 2023 befragt<br />

3<br />

Leistung lohnt sich 4<br />

Wettbewerbe im Fleischerhandwerk<br />

Jederzeit ins „jederzeit“ 8<br />

In Braunlage hat <strong>Be</strong>nni Koithahn einen<br />

24/7-Laden der besonderen Art eröffnet<br />

3 Fragen an Jonas Jessen<br />

10<br />

<strong>Be</strong>ster Meisterschüler vom 183. Meisterkurs<br />

2


FLEISCHERHANDWERK<br />

Arbeit, die begeistert!<br />

Sonja Kopf, Zweitplatzierte<br />

bei den deutschen<br />

Meisterschaften: „Ich bin<br />

Fleischerin, weil ich mit<br />

meinen Händen etwas<br />

erarbeiten kann und das<br />

Produkt am Ende des Tages<br />

nicht nur anfassen, sondern<br />

sogar essen kann.“<br />

Rudolf Jakob Kramer, Sieger bei den<br />

deutschen Meisterschaften: „Ich bin<br />

Metzger, weil mich die Arbeit im<br />

Handwerk einfach froh macht, jeden<br />

Tag mit den eigenen Händen zu<br />

arbeiten und am Ende des Tages zu<br />

sehen, was man gemacht hat.“<br />

Pascal Jung, Drittplatzierter bei<br />

den deutschen Meisterschaften:<br />

„Ich liebe es, Fleischer zu sein,<br />

weil ich viele verschiedene<br />

Aufgaben erledigen kann und<br />

meiner Kreativität freien Lauf<br />

lassen darf.“<br />

Julia Böbel, neu in der<br />

deutschen Nationalmannschaft:<br />

„Ich liebe<br />

es, Fleischerin zu sein,<br />

weil ich meiner Kreativität<br />

freien Lauf lassen<br />

und viele vielseitige<br />

Produkte herstellen<br />

kann.“<br />

Keira Ashley Brunner, neu<br />

in der deutschen Nationalmannschaft:<br />

„Ich bin<br />

Fleischereifachverkäuferin<br />

geworden, weil ich den<br />

Kontakt mit den Kunden<br />

total super finde und ich sie<br />

glücklich machen möchte.<br />

Außerdem will ich wissen,<br />

wo das Fleisch herkommt.<br />

Gute Haltung und faire<br />

<strong>Be</strong>dingungen sind mir sehr<br />

wichtig.“<br />

Immer mehr Menschen achten beim Kauf von<br />

Fleisch und Wurst auf Herkunft und Qualität.<br />

Vorreiter in dieser Hinsicht sind die Handwerksbetriebe.<br />

Im Fleischereifachgeschäft erfahren<br />

Kund*innen direkt, woher das Fleisch stammt<br />

und werden zudem individuell beraten. Doch<br />

nicht nur die Kund*innen profitieren, auch die<br />

Fleischereifachverkäufer*innen und Fleischer*­<br />

innen finden ihre Arbeit sehr bereichernd.<br />

Wir haben die besten jungen Fachkräfte des<br />

Jahres 2023 befragt, warum sie ihren <strong>Be</strong>ruf<br />

gewählt haben und was sie an ihm begeistert.<br />

Hannes Maisel, neu in<br />

der deutschen Nationalmannschaft:<br />

„Ich bin<br />

Fleischer, weil man den<br />

kompletten Weg vom<br />

Tier bis zum Lebensmittel<br />

verfolgen kann.“<br />

Linda Lindner, Siegerin bei<br />

den deutschen Meisterschaften:<br />

„Ich bin Fleischereifachverkäuferin,<br />

weil ich<br />

sehr gerne mit anderen<br />

Menschen in Kontakt<br />

komme und es liebe, sie zu<br />

beraten. Es ist toll, auf ihre<br />

individuellen Wünsche eingehen<br />

zu können.“<br />

Moritz Heinrich <strong>Be</strong>cker, neu<br />

in der deutschen Nationalmannschaft<br />

: „Ich bin Fleischer,<br />

weil es eine lange Familientradition<br />

bei uns ist und es mir<br />

Spaß macht, mit Lebensmitteln zu<br />

arbeiten.“<br />

Simon Höreth,<br />

Zweitplatzierter<br />

bei den<br />

deutschen<br />

Meisterschaften:<br />

„Ich bin Fleischereifachverkäufer,<br />

weil ich den Kontakt zu Kunden<br />

liebe und es liebe, meine Expertise<br />

beim Verkauf von Fleisch an den<br />

Mann zu bringen.“<br />

Jacqueline Knupfer,<br />

Drittplatzierte bei den<br />

deutschen Meisterschaften:<br />

„Ich bin<br />

gern Fleischereifachverkäuferin,<br />

weil ich<br />

jeden Tag mit Kunden<br />

in Kontakt bin und<br />

individuell beraten<br />

darf.“<br />

3


WETTBEWERBE<br />

Leistung lohnt sich – und mach<br />

Wettbewerbe im Fleischerhandwerk<br />

Wettbewerbe im Handwerk? So etwas gibt es?<br />

Und dann auch noch bei den Fleischer*innen?<br />

Ja! Es gibt tatsächlich eine Vielzahl an Wettbewerben<br />

und Meisterschaften, die ganz offiziell<br />

gute Leistungen auszeichnen. Gerade für Nachwuchskräfte<br />

ist es spannend, Gleichgesinnte zu<br />

treffen, sich auszutauschen und voneinander zu<br />

lernen – und am Ende vielleicht sogar auf dem<br />

Siegertreppchen zu stehen …<br />

Lies mehr über Preise und Auszeichnungen, die<br />

im Fleischerhandwerk verliehen werden und<br />

erfahre Interessantes zur Nationalmannschaft<br />

des Fleischerhandwerks.<br />

EuroSkills – Europameisterschaft der <strong>Be</strong>rufe<br />

Alle zwei Jahre treten junge Fachkräfte aus<br />

Industrie, Handwerk und dem Dienstleistungsbereich<br />

auf der Europameisterschaft<br />

der <strong>Be</strong>rufe an, um ihr Können unter <strong>Be</strong>weis zu<br />

stellen. Mit 600 Fachkräften aus 32 Nationen und<br />

43 Disziplinen sind die EuroSkills das größte<br />

Event für berufliche Bildung – und es ist ganz<br />

schön aufregend mitzumachen. Immerhin gehen<br />

hier nur die talentiertesten jungen Leute in ihren<br />

Fachgebieten an den Start. <strong>Be</strong>i den letzten Euro-<br />

Skills im Herbst 2023 in Danzig holte Franz Prostmeier<br />

(Titelfoto) von der Metzgerei Stuhlberger<br />

die Silbermedaille für das deutsche Fleischerhandwerk.<br />

Gold gewann die Schweizerin Ariane<br />

Aeschlimann. Das intensive Training vor dem<br />

Wettbewerb brachte die Sieger*innen zum Erfolg.<br />

In der Vorbereitung auf den Wettbewerb perfektionierten<br />

sie ihre Fähigkeiten im Anrichten von<br />

Roastbeef und Hähnchen, in der Zubereitung<br />

küchenfertiger Erzeugnisse und dem Herstellen<br />

von Fingerfood gemeinsam mit Coaches aus<br />

dem Fleischerhandwerk. Ist ganz schön cool, mit<br />

hochwertigen Lebensmitteln etwas zu kreieren,<br />

was ansprechend aussieht und auch noch lecker<br />

schmeckt, oder?<br />

4


WETTBEWERBE<br />

t Spaß!<br />

Leistungswettbewerb<br />

Natürlich muss man nicht gleich auf Europa-<br />

Niveau mitspielen. Um sich an die Wettbewerbssituation<br />

zu gewöhnen, kann man auch<br />

erstmal am jährlichen Leistungswettbewerb der<br />

Fleischerjugend teilnehmen. Frisch gebackene<br />

Gesell*innen sowie Fachverkäufer*innen treten<br />

im Wettkampf gegeneinander an und messen<br />

sich in verschiedenen Disziplinen. Die Gewinner*innen<br />

der Leistungswettbewerbe<br />

qualifizieren sich<br />

nicht nur unmittelbar<br />

für den folgenden<br />

Bundeswettbewerb.<br />

Sie können sich mit<br />

ihren Fähigkeiten<br />

auch direkt für eine<br />

mögliche Mitgliedschaft<br />

in der Nationalmannschaft<br />

des Fleischerhandwerks<br />

beweisen.<br />

Nicht selten fällt den Prüfer*innen bereits beim<br />

Leistungswettbewerb auf, ob bestimmte Prüflinge<br />

für die Nationalmannschaft geeignet sind.<br />

Dazu gehört übrigens nicht nur fachliche Kompetenz,<br />

es ist genauso wichtig, dass man selbstbewusst<br />

auftreten kann und das Fleischerhandwerk<br />

überzeugend vertritt.<br />

Ursprünglicher Hintergrund des Wettbewerbs<br />

ist allerdings, schul- und bundeslandübergreifend<br />

den Austausch zwischen Azubis zu fördern.<br />

Die Teilnehmenden können viel voneinander<br />

lernen und machen wichtige Erfahrungen im<br />

<strong>Be</strong>reich der Teamarbeit.<br />

5


WETTBEWERBE<br />

<strong>Be</strong>i den German Craft Skills messen sich<br />

jährlich die Absolvent*innen der <strong>Be</strong>rufsausbildungen<br />

in 130 Gewerken auf Bundesebene.<br />

Die Deutschen Meisterschaften für die Fleischer-<br />

*innen und Fleischereifachverkäufer*innen<br />

fanden im November 2023 in der <strong>Be</strong>rufsbildenden<br />

Schule 2 in Hannover statt. An den beiden<br />

Wettbewerbstagen traten die jungen Nachwuchskräfte<br />

in fünf Disziplinen gegeneinander an. Für<br />

die Fleischer* innen galt es, ein Gericht für zwei<br />

Personen zuzubereiten, das Vorderviertel eines<br />

Schweins nach DFV-Schnitt zu zerlegen und im<br />

Anschluss aus dem Fleisch eine Bratwurst herzu-<br />

German Craft Skills – Deutsche Meisterschaften<br />

stellen. Auf die Fleischereifachverkäufer*innen<br />

warteten ebenfalls anspruchsvolle Aufgaben:<br />

So bereiteten sie einen Feinkostsalat und ein<br />

vollständiges Gericht mit einem Flanksteak<br />

als Hauptbestandteil zu und stellten in einem<br />

Gespräch ihr Fachwissen in der Warenkunde<br />

unter <strong>Be</strong>weis. Alle Teilnehmenden stellten zudem<br />

Fingerfood und eine BBQ-Platte her.<br />

6


WETTBEWERBE<br />

Nationalmannschaft<br />

Nationalmannschaft? Klingt erstmal nach<br />

Fußball, oder? So eine Nationalmannschaft<br />

gibt es aber in vielen Gewerken, auch im Fleischerhandwerk.<br />

Wer in diese Mannschaft berufen wird,<br />

entscheidet sich in einem Auswahlwettbewerb.<br />

Dieser findet meist zeitgleich mit der Deutschen<br />

Meisterschaft statt. Die nominierten Fleischer*-<br />

innen und Fleischereifachverkäufer*innen stellen<br />

sich den gleichen Aufgaben wie ihre Kolleg*innen,<br />

die um den Bundestitel kämpften. Wer in die<br />

Nationalmannschaft aufgenommen werden will,<br />

muss nicht nur mit handwerklichen Fähigkeiten<br />

und Fachwissen überzeugen, sondern auch belastbar<br />

und in besonderem Maße teamfähig sein. Die<br />

aktuell 29 Nachwuchskräfte der Nationalmannschaft<br />

nehmen regelmäßig an internationalen<br />

Fleischerwettbewerben wie den EuroSkills teil.<br />

Doch als Mitglieder der Nationalmannschaft<br />

stehen die talentierten Fleischer*innen und<br />

Fleischereifachverkäufer*innen vor allem als<br />

Botschafter ihres Handwerks in der Öffentlichkeit.<br />

Als Vorbilder wollen sie Schüler*innen<br />

und Azubis für ihren vielseitigen und kreativen<br />

<strong>Be</strong>ruf begeistern und dazu beitragen, dass das<br />

Fleischerhandwerk im Ansehen junger Menschen<br />

weiterwächst. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die<br />

den Mitgliedern der Nationalmannschaft sehr am<br />

Herzen liegt und viel Spaß macht.<br />

7


24/7-LADEN<br />

Jederzeit ins „jederzeit“<br />

Lust auf das Lieblingsessen, aber nicht alle<br />

Zutaten im Haus und die Geschäfte haben<br />

schon zu? Oder spontan mit Freunden zum<br />

Kochen verabreden – am Sonntag? Wenn<br />

man in Braunlage wohnt, ist das alles kein<br />

Problem. Denn dort hat <strong>Be</strong>nni Koithahn, Mitinhaber<br />

von Koithahn's Harzer Landwurst<br />

Spezialitäten GmbH, einen 24/7-Laden der<br />

besonderen Art eröffnet. Das „jederzeit“<br />

zeichnet sich nicht nur durch den zeitlich<br />

unbegrenzten Zugang aus, sondern<br />

auch durch die angebotenen Produkte. So<br />

finden sich neben den leckeren Fleischund<br />

Wurstprodukten von Koithahns Harzer<br />

Landwurst Spezialitäten auch Milch, Eier,<br />

Brötchen, Nudeln, Getränke, Eis, Saucen,<br />

Marmeladen, Honig, Öl und vieles mehr<br />

im Sortiment. „Hier kann man kaufen, was<br />

uns Koithahns auch gut schmeckt“, erklärt<br />

<strong>Be</strong>nni Koithahn. Insgesamt stehen mehr als<br />

200 Produkte zum Verkauf.<br />

Smart hoch 10<br />

Wer das kleine Geschäft im Zentrum von Braunlage<br />

betreten will, bekommt an der Tür eine gute<br />

Anleitung. Denn um hineinzukommen, müssen<br />

zunächst ein Code gescannt, ein Konto angelegt<br />

und Zahlungsdaten hinterlegt werden. Dann<br />

wird per Mail ein individueller QR-Code zugeschickt,<br />

mit dem sich die Türen öffnen lassen.<br />

Das ist nötig, weil der Shop ganz ohne Personal<br />

auskommt und auch der gesamte <strong>Be</strong>zahl- und<br />

Check-out-Prozess smart abläuft. Dazu müssen<br />

die ausgewählten Produkte in eine Scannerwanne<br />

gelegt werden, damit sie von der Kasse<br />

erfasst werden können. Anschließend wird der zu<br />

zahlende <strong>Be</strong>trag automatisch berechnet und der<br />

Einkauf durch Scannen des individuellen Handycodes<br />

abgeschlossen. „Der gesamte Einkaufsablauf<br />

ist natürlich ein bisschen anders, als man es<br />

von einem klassischen Supermarkt gewöhnt ist“,<br />

so <strong>Be</strong>nni Koithahn. „Aber unsere Kundinnen und<br />

Kunden haben sich schnell zurechtgefunden und<br />

schätzen das unkomplizierte Einkaufserlebnis.“<br />

Touristenmagnet<br />

<strong>Be</strong>nni Koithahn richtet sich mit seinem Angebot<br />

auch an die zahlreichen Tourist*innen, die<br />

jährlich in den Harz reisen. <strong>Be</strong>i später Ankunft<br />

hatten diese bisher meist keine Möglichkeit, an<br />

die hochwertigen Produkte aus der Region zu<br />

gelangen. Mit dem 24/7-Shop ist das nun vorbei.<br />

Sogar <strong>Be</strong>stellungen können vorab aufgegeben<br />

und nach der Ankunft abgeholt werde<br />

Zwischenbilanz<br />

Doch nicht nur bei Tourist*innen kommt<br />

das „jederzeit“ gut an. Seit der Eröffnung am<br />

15. Dezember 2023 haben sich bereits mehr<br />

als 400 Kund*innen registriert. Ein Großteil<br />

von ihnen greift bereits jetzt wiederholt auf<br />

das Angebot zurück. Der durchschnittliche<br />

Einkaufswert in Höhe von 20 Euro zeigt zudem,<br />

8


RUND UM DIE UHR EINKAUFEN<br />

dass die Kund*innen mehr als ein Produkt zum<br />

Ausprobieren kaufen. Die weiteren Wochen und<br />

Monate werden zeigen, ob und welche Anpassungen<br />

noch vorgenommen werden können. Für<br />

<strong>Be</strong>nni Koithahn steht schon jetzt fest, dass er das<br />

<strong>Be</strong>zahlsystem etwas modifizieren möchte, um es<br />

seinen Kund*innen mit einem Kartenlesegerät<br />

noch einfacher zu machen.<br />

Noch mehr 24/7<br />

In „Robotik-Läden“ mit automatischer<br />

Kommissionierung kann ebenfalls rund<br />

um die Uhr eingekauft werden. Die<br />

gewünschten Produkte werden an einem<br />

Terminal bestellt und bezahlt. Anschließend<br />

kann der Roboter dabei beobachtet<br />

werden, wie die ausgesuchten Produkte<br />

ausgewählt und zur Mitnahme fertiggemacht<br />

werden. So beeindruckend das<br />

Spektakel für die Kund*innen auch sein<br />

mag, auf <strong>Be</strong>treiber*innen kommen hier<br />

besonders hohe Investitionen zu. Die<br />

laufenden Kosten sind jedoch vergleichsweise<br />

gering.<br />

"Die neue Generation der jungen Fleischer*innen<br />

wird immer affiner für digitale<br />

Angebote. In den kommenden Jahren werden<br />

wir noch viele neue Geschäftsmodelle<br />

kennenlernen."<br />

Dr. Joachim Drescher,<br />

Geschäftsführung Fleischer Verband Nord.<br />

9


INTERVIEW<br />

Definitiv die richtige Entscheidung!<br />

3 Fragen an Jonas Jessen<br />

Jonas Jessen (22) von der Fleischerei<br />

Dreymann in Ahrensburg war Kursbester<br />

des 183. Meisterkurses, der Ersten<br />

Norddeutschen Fleischerfachschule in<br />

Hamburg, der im vergangenen November<br />

abgeschlossen wurde.<br />

Warum hast du dich für das Fleischerhandwerk<br />

entschieden?<br />

Mir war klar, es soll in die handwerkliche Richtung<br />

gehen. Das körperliche Arbeiten und am<br />

Ende zu sehen, was man selbst erschaffen hat,<br />

das hat mir sehr am Fleischerhandwerk gefallen.<br />

War dein Ziel immer schon, den Meister zu<br />

machen? Und wie lief die Vorbereitung auf die<br />

Meisterprüfung?<br />

Ich wollte eigentlich reisen, aber dann hatte ich<br />

die Möglichkeit den Meisterkurs zu machen. Das<br />

war am Ende definitiv die richtige Entscheidung.<br />

Ich hatte gerade meinen Gesellen hinter mir,<br />

also war das Gelernte noch frisch im Kopf. Nach<br />

ein paar Wochen ging es dann aber Schlag auf<br />

Schlag. Die Prüfungswochen waren sehr intensiv.<br />

Prüfungsdruck ist nicht jedermanns Sache, aber<br />

wenn man sich da durchkämpft, überwiegt am<br />

Ende die Euphorie, sobald man’s geschafft hat.<br />

Was sind deine Pläne mit dem Meister in der<br />

Tasche?<br />

Der Meistertitel ist super für mich. Aber fürs erste<br />

geht es jetzt für mich darum, weiter Erfahrungen<br />

zu sammeln. Nicht stehen bleiben. Mit dem Titel<br />

habe ich dann noch viele Möglichkeiten, akademisch<br />

sowie handwerklich.<br />

Erste Norddeutsche Fleischerfachschule<br />

1962 gegründet hat die Hamburger Schule bis<br />

heute fast 6.000 Meister*innen ausgebildet. Der<br />

Fleischerverband Nord ist stolz auf diese Tradition.<br />

Aber Tradition allein macht noch keine gute Ausbildung.<br />

Hierfür braucht es vielmehr eine leistungs<br />

fähige Struktur, moderne Maschinen und Werkzeuge<br />

und – am allerwichtigsten – engagierte<br />

und fachlich hervorragende Lehrkräfte. Denn eine<br />

Schule lebt vor allem von den Menschen, die ihr<br />

Wissen und ihre <strong>Be</strong>geisterung für die Sache an die<br />

Schüler* innen weitergeben.<br />

Pädagogisches Leitungsteam: Thilo Maaßen und Anke Jacobsen<br />

10


FLEISCH IST KULTUR<br />

Meister machen!<br />

Jedes Jahr legen in Deutschland fast 400<br />

Fleischergesell*innen ihre Meisterprüfung<br />

ab. Der Meisterbrief eröffnet den<br />

engagierten Handwerksfleischer*innen<br />

vielfältige Möglichkeiten, sich beruflich<br />

weiter zu entwickeln und aufzusteigen.<br />

Größere Meisterschulen gibt es in Deutschland<br />

in Bayern, Hessen und Hamburg. Als<br />

Voraussetzung, an der Meisterprüfung teilzunehmen,<br />

gilt eine abgeschlossene Gesellenausbildung<br />

im Fleischerhandwerk. Auf die<br />

Teilnehmenden kommen eine Reihe an Fachund<br />

Praxisaufgaben zu, bei deren Lösung sie<br />

ihr Können unter <strong>Be</strong>weis stellen können.<br />

Innerhalb des 3–4 Monate langen Intensivunterrichts<br />

lernen die Teilnehmenden alles<br />

über die Aufgaben eines Fleischermeisters.<br />

Grundsätzlich sind die Ausbildungen<br />

zum*zur Meister*in in vier <strong>Be</strong>reiche aufgeteilt:<br />

Fachpraxis, Fachtheorie, <strong>Be</strong>triebswirtschaft<br />

und Arbeitspädagogik.<br />

Im Praxisteil geht es um das Auswählen,<br />

<strong>Be</strong>urteilen und Zerlegen von Schlachtkörpern,<br />

-hälften, -vierteln und sonstigen Teilstücken<br />

sowie die Herstellung von Wurst- und Fleischerzeugnissen<br />

verschiedenster Art. Darüber<br />

hinaus lernen die angehenden Meister das<br />

Erstellen von Planungs- und Kalkulationsunterlagen<br />

für Partyservice, Gastro und Catering.<br />

In der Fachtheorie stehen Lebensmitteltechnologie,<br />

Lebensmittelrecht, Auftragsabwicklung<br />

und <strong>Be</strong>triebsorganisation im Mittelpunkt.<br />

Komplettiert wird das Ausbildungsprogramm<br />

durch die Themen <strong>Be</strong>triebswirtschaft, Recht<br />

und Arbeitspäda gogik. Ein komplexes und<br />

anspruchsvolles Programm. Nicht umsonst<br />

ist der Meistertitel nicht nur in Deutschland,<br />

sondern weltweit der Ausweis hoher Handwerkskunst.<br />

11


Ausbildung im Fleischerhandwerk –<br />

Nur einen Klick entfernt!<br />

Unter www.be-a-butcher.de findest du in nur wenigen<br />

Schritten deinen Ausbildungsplatz im Fleischerhandwerk.<br />

Einfach Postleitzahl eingeben, <strong>Be</strong>trieb in der Nähe finden,<br />

Kontaktformular ausfüllen – wir freuen uns auf Dich!<br />

ERSTE NORDDEUTSCHE<br />

FLEISCHERFACHSCHULE<br />

www.fleischer-nord.de<br />

www.be-a-butcher.de<br />

Der Fleischerverband Nord ist der Dachverband der<br />

Landesverbände Schleswig-Holstein, Hamburg und<br />

Niedersachsen/Bremen. Die rund 460 Mitglieder<br />

sind selbstständige Meister im Fleischerhandwerk.<br />

Impressum<br />

Fleischerverband Nord e. V. . Marktstraße 57 . 20357 Hamburg . Tel. 040 /35 07 04-00 . info@fleischer-nord.de . www.fleischer-nord.de<br />

Fotos: Deutscher Fleischer-Verband e.V; Fleischerverband Nord e.V.; Adobe Stock, Seite: 5 (Pokal), 9 (Illustration)

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