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architektur FACHMAGAZIN Ausgabe 2 2024

Was macht gute Fassaden aus? Die Frage nach der Qualität von Fassaden scheint in der Architekturwelt keine eindeutige Antwort zu finden. Gegensätze wie High-Tech versus Low-Tech oder formaler Aufwand im Kontrast zu schlichtem Design prägen die Diskussion. Dazwischen existiert eine breite Grauzone, vertieft durch vielfältige Materialien, Ideologien und wirtschaftliche Überlegungen, die jeweils in den Kontext der Standorte mit ihren individuellen architektonischen, klimatischen, historischen und gesellschaftlichen Hintergründen eingebettet sind. Am Ende führen viele Wege zum Ziel, wenn es letztlich darum geht, Gebäude funktional, ästhetisch ansprechend und widerstandsfähig zu gestalten. Sie müssen Identität und Wert verkörpern und die dauerhafte Akzeptanz der Bevölkerung sicherstellen. Die Fassade ist dabei lediglich ein, wenn auch sehr prominentes, Element beim Bau hochwertiger Architektur. Die Projektberichte in dieser Ausgabe betonen deshalb unterschiedliche Aspekte der Fassadengestaltung und untersuchen deren Einfluss auf das gesamte Gebäude und seine Umgebung.

Was macht gute Fassaden aus?

Die Frage nach der Qualität von Fassaden scheint in der Architekturwelt keine eindeutige Antwort zu finden. Gegensätze wie High-Tech versus Low-Tech oder formaler Aufwand im Kontrast zu schlichtem Design prägen die Diskussion. Dazwischen existiert eine breite Grauzone, vertieft durch vielfältige Materialien, Ideologien und wirtschaftliche Überlegungen, die jeweils in den Kontext der Standorte mit ihren individuellen architektonischen, klimatischen, historischen und gesellschaftlichen Hintergründen eingebettet sind.

Am Ende führen viele Wege zum Ziel, wenn es letztlich darum geht, Gebäude funktional, ästhetisch ansprechend und widerstandsfähig zu gestalten. Sie müssen Identität und Wert verkörpern und die dauerhafte Akzeptanz der Bevölkerung sicherstellen. Die Fassade ist dabei lediglich ein, wenn auch sehr prominentes, Element beim Bau hochwertiger Architektur. Die Projektberichte in dieser Ausgabe betonen deshalb unterschiedliche Aspekte der Fassadengestaltung und untersuchen deren Einfluss auf das gesamte Gebäude und seine Umgebung.

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02<br />

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März/Apr. <strong>2024</strong><br />

Fassaden<br />

© Brett Boardman


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3<br />

Editorial<br />

Was macht gute Fassaden aus?<br />

Die Frage nach der Qualität von Fassaden scheint in der Architekturwelt keine<br />

eindeutige Antwort zu finden. Gegensätze wie High-Tech versus Low-Tech oder<br />

formaler Aufwand im Kontrast zu schlichtem Design prägen die Diskussion.<br />

Dazwischen existiert eine breite Grauzone, vertieft durch vielfältige Materialien,<br />

Ideologien und wirtschaftliche Überlegungen, die jeweils in den Kontext der<br />

Standorte mit ihren individuellen architektonischen, klimatischen, historischen<br />

und gesellschaftlichen Hintergründen eingebettet sind.<br />

Am Ende führen viele Wege zum Ziel,<br />

wenn es letztlich darum geht, Gebäude<br />

funktional, ästhetisch ansprechend und<br />

widerstandsfähig zu gestalten. Sie müssen<br />

Identität und Wert verkörpern und<br />

die dauerhafte Akzeptanz der Bevölkerung<br />

sicherstellen. Die Fassade ist dabei<br />

lediglich ein, wenn auch sehr prominentes,<br />

Element beim Bau hochwertiger Architektur.<br />

Die Projektberichte in dieser<br />

<strong>Ausgabe</strong> betonen deshalb unterschiedliche<br />

Aspekte der Fassadengestaltung<br />

und untersuchen deren Einfluss auf das<br />

gesamte Gebäude und seine Umgebung.<br />

Innauer Matt haben beispielsweise mit<br />

dem Kunstraum Kassel eine sensible und<br />

eigenständige Ergänzung zur örtlichen<br />

Kunsthochschule geschaffen, indem sie<br />

einen schwarzen, hölzernen Pavillon mit<br />

einer außergewöhnlichen Lichtlinsenfassade<br />

im Innenhof eines denkmalgeschützten<br />

Gebäudes errichteten. Sigurd<br />

Larsens Entwurf für das Haus am See<br />

zeigt ebenfalls, wie ein großvolumiges<br />

Gebäude harmonisch in seine Umgebung<br />

integriert werden kann, indem er die Fassade<br />

als Fenster zur Natur inszeniert und<br />

bewusst mit Tageslicht umgeht. Ein ganz<br />

anderer Ansatz wurde vom [Y/N] Studio<br />

aus London verfolgt, das den Bradbury<br />

Works-Komplex im Nordosten der Stadt<br />

revitalisierte, indem es ihn um eine Aufstockung<br />

mit auffälliger Aluminium- und<br />

Polycarbonat-Fassade erweiterte. Das<br />

Architekturbüro Oslotre demonstriert mit<br />

Lumber 4 in Kristiansand seine Expertise<br />

in Holzkonstruktionen und verdeutlicht<br />

die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger<br />

Gebäude durch eine grüne, subtil beschwingte<br />

Fassade. Zwei Projekte außerhalb<br />

Europas zeigen eine deutlich expressivere<br />

Gestaltung. Manuelle Gautrand<br />

setzt mit dem Bürgerzentrum Phive in<br />

Parramatta, Australien, auf das Zusammenspiel<br />

kräftiger Farben und markanter<br />

Geometrien. Das Civic Art Centre von<br />

Zaha Hadid Architekten (ZHA) vermittelt<br />

das Bild einer fliegenden Architektur und<br />

regt die Fantasie der Betrachter an.<br />

Das Themengebiet wird neben vielen<br />

kleineren, aber nicht minder interessanten<br />

Projektvorstellungen durch das Interview<br />

mit Universitätsprofessor Brian<br />

Cody abgerundet, das ich Ihnen sehr ans<br />

Herz legen möchte.<br />

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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

4<br />

Inhalt<br />

Editorial 03<br />

Start 06<br />

#BauwendeJetzt.<br />

Architects 4 Future<br />

Magazin 12<br />

Eine enorme Herausforderung 22<br />

Interview mit Universitätsprofessor<br />

Brian Cody<br />

Black Box 26<br />

Kunstraum Kassel /<br />

Kassel, Deutschland /<br />

Innauer Matt Architekten<br />

Haus am See 32<br />

The Lake House / Berlin, Deutschland /<br />

Sigurd Larsen<br />

(Un-)durch schaubar 38<br />

Bradbury Works / Dalston, London /<br />

[Y/N] Studio<br />

Grün auf ganzer Linie 44<br />

Lumber 4 / Kristiansand, Norwegen /<br />

Oslotre<br />

Dem Himmel entgegen 50<br />

Phive Civic Center /<br />

Parramatta, Greater Sydney /<br />

Manuelle Gautrand Architecture<br />

Architektur, die fliegt 58<br />

Zhuhai Jinwan Civic Art Centre /<br />

Zhuhai, China / Zaha Hadid Architects<br />

RETAIL<strong>architektur</strong> 64<br />

Produkt News 72<br />

edv 94<br />

DigitalBAU <strong>2024</strong>:<br />

Smarte Büros und Baustellen<br />

26<br />

38<br />

50<br />

32<br />

44<br />

58<br />

MEDIENINHABER UND HERAUSGEBER Laser Verlag GmbH; Ortsstraße 212/2/5, 2331 Vösendorf, Österreich<br />

CHEFREDAKTION Andreas Laser (andreas.laser@laserverlag.at) n REDAKTION DI Linda Pezzei, Edina Obermoser, Roland Kanfer, DI Marian Behaneck<br />

LTG. PRODUKTREDAKTION Nicolas Paga (nicolas.paga@laserverlag.at) Tel.: +43-1-869 5829-14 n MEDIASERVICE Manuel Katsikopoulos (manuel.k@laserverlag.at)<br />

GRAFISCHE GESTALTUNG & WEB Andreas Laser n LEKTORAT Mag. Heidrun Schwinger n DRUCK Bauer Medien & Handels GmbH<br />

GESCHÄFTSLEITUNG Silvia Laser (silvia.laser@laserverlag.at)<br />

ABONNEMENTS Abonnement (jeweils 8 <strong>Ausgabe</strong>n/Jahr): € 109,- / Ausland: € 133,-, bei Vorauszahlung direkt ab Verlag n Studentenabonnement (geg. Vorlage einer gültigen Inskriptionsbestätigung):<br />

€ 75,- / Ausland: € 105,- (Das Abonnement verlängert sich automatisch, sofern nicht mind. 6 Wochen vor Erscheinen der letzten <strong>Ausgabe</strong> eine schriftliche Kündigung bei uns einlangt.)<br />

EINZELHEFTPREIS € 15,- / Ausland € 20,- n ABOSERVICE office@laserverlag.at<br />

BANKVERBINDUNG BAWAG Mödling, Konto Nr. 22610710917, BLZ 14000, IBAN AT 87 1400022610710917, BIC BAWAATWW n Bank Austria, Konto Nr. 51524477801, BLZ 12000<br />

IBAN AT 231200051524477801, BIC BKAUTWW; UID-Nr. ATU52668304; DVR 0947 270; FN 199813 v; n ISSN: 1606-4550<br />

Mit ++ gekennzeichnete Beiträge und Fotos sind entgeltliche Einschaltungen. Die Redaktion haftet nicht für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos. Berichte, die nicht von einem Mitglied<br />

der Redaktion gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.


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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

6<br />

Start<br />

#BauwendeJetzt.<br />

Architects 4 Future<br />

Im Sommer 2019 haben Luisa Ropelato, Caroline Thaler, Elisabeth<br />

Thaler und Judith Ottich als Antwort auf den immensen Einfluss der<br />

Bauwirtschaft auf unser Klima Architects 4 Future ins Leben gerufen.<br />

Seit 2020 agiert das Bündnis als Verein und umfasst mehr als<br />

50 Ortsgruppen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Niederlande<br />

sowie Dänemark und Pakistan.<br />

Text: Linda Pezzei Fotos: Luisa Ropelato, Isabel Dietsch, Jan Rottler, Ortsgruppe Stuttgart<br />

Am Puls der Zeit<br />

Dass Bewegungen wie Architects 4 Future gesellschaftlich<br />

relevant sind, beweist die stetig wachsende<br />

Anhängerschaft von knapp 22.000 Followern<br />

in den sozialen Medien. Dank des regen Zuspruchs<br />

teilen sich im virtuellen Bauwendebüro daher mittlerweile<br />

drei Hauptamtliche eine Stelle. Die Motivation<br />

für ihr Engagement ziehen die vier Gründerinnen<br />

und ihre Mitstreiter:innen aus der Tatsache, dass<br />

die Bauwirtschaft weltweit für über 40 % der Emissionen,<br />

die größten Güterbewegungen, den höchsten<br />

Ressourcen- und einen enormen Flächenverbrauch<br />

verantwortlich zeichnet. Dabei geht es Architects 4<br />

Future weniger um das Anprangern von Missständen<br />

als vielmehr um das Aufzeigen von Potenzialen: Die<br />

Branche birgt für den Verein enorme Stellschrauben,<br />

um Energie und Ressourcen einzusparen: „Wir haben<br />

Architects 4 Future gegründet, um den Einfluss<br />

der Baubranche aufzuzeigen, sodass alle Beteiligten<br />

endlich Verantwortung übernehmen.“<br />

u<br />

„Anlass der Gründung von Architects 4 Future war und ist die dringende Notwendigkeit<br />

einer Bauwende und ein nachhaltiges Umdenken in der Baubranche.”<br />

Luisa Ropelato, Caroline Thaler, Elisabeth Thaler, Judith Ottich<br />

Gründerinnen Architects 4 Future


Das Licht, das<br />

zur Skulptur wird<br />

Nicht nur als Leuchte, auch als skulpturales Wandobjekt fasziniert der<br />

Lichtspiegel durch seine Form, Materialität und Gestaltungsmöglichkeiten.<br />

In unterschiedlichen Formaten und Farbtönen verfügbar, erlaubt<br />

er attraktive Kombinationen – ob im privaten oder öffentlichen Raum.<br />

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Das gute Licht.


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

8<br />

Start<br />

Den dringendsten Handlungsbedarf<br />

sieht der Verein<br />

• in der Etablierung der Kreislaufwirtschaft auf der<br />

einen Seite, um den ungeheuren Müllanfall der Bauwirtschaft<br />

zu reduzieren. (rund 229 Millionen Tonnen<br />

jährlich allein in Deutschland)<br />

• und in der Rezyklierung der Bauabfälle zu neuen<br />

Rohstoffen im Sinne des Urban Mining auf der anderen<br />

Seite,<br />

• in der Einführung einer verbindlichen Abrissgenehmigung,<br />

um zu verhindern, dass wertvolle Graue<br />

Energie vernichtet wird,<br />

• in der Vermeidung neuer Baulandausweisungen,<br />

um Flächenversiegelung in der Größe von rund 58<br />

Fußballfeldern pro Tag in Deutschland zu verhindern.<br />

• und nicht zuletzt darin, den Schwerpunkt der Ausbildung<br />

auf Bauen im Bestand und Kreislaufwirtschaft<br />

zu setzen.<br />

Die Tätigkeitsschwerpunkte<br />

Um einen nachhaltigen Wandel in der Baubranche<br />

voranzutreiben, setzt der Verein auf den Diskurs<br />

und die Kommunikation innerhalb und außerhalb<br />

der Branche. Dies spiegelt sich unter anderem in bis<br />

dato über 30 offenen Briefen und Stellungnahmen<br />

zur EU-, Bundes- und Lokalpolitik sowie in mehr als<br />

140 öffentlichen Auftritten in diversen Medien oder<br />

auf Kongressen wider. Beim A4F Bauwende Festival<br />

2022 in Berlin konnten rund um die Frage „Wie können<br />

wir klima- und sozialgerecht (um)bauen?“ 400<br />

Gäste und 50 Vortragende begrüßt werden. Davon<br />

abgesehen bietet Architects 4 Future Gleichgesinnten<br />

und Interessierten ein offenes Netzwerk, das<br />

auch Wissen vermitteln und veraltete Standards hinterfragen<br />

möchte.<br />

u<br />

Architects 4 Future<br />

Der Verein Architects 4 Future steht solidarisch zur<br />

Fridays 4 Future Bewegung und setzt sich für die Einhaltung<br />

der Ziele des Pariser Klimaabkommens und<br />

die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 °C<br />

ein. Die Mitglieder sind im Bereich der Baubranche beschäftigt,<br />

arbeiten ehrenamtlich und gemeinnützig in<br />

der Bewegung sowie auf Vereinsebene und setzen sich<br />

für einen nachhaltigen Wandel im Bauwesen ein. Die<br />

Organisation erfolgt international, überparteilich, autonom<br />

und demokratisch. Adressaten sind sowohl die<br />

Baubranche als auch die gesamte Gesellschaft. Ziel<br />

von Architects 4 Future ist es, kooperativ auf allen Ebenen<br />

zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten und einen<br />

nachhaltigen Wandel in die Wege zu leiten.<br />

Gründungsjahr: 2019, seit 2020 als Verein<br />

Vorstand: Luisa Ropelato, Caroline Thaler,<br />

Elisabeth Thaler, Judith Ottich, Bodo Schanzenberger<br />

www.architects4future.de


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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

10<br />

Start<br />

Wie kann eine nachhaltige<br />

Bauwende gelingen?<br />

Dieser Frage geht Architects 4 Future in dem laufenden<br />

Forschungsverbundprojekt gemeinsam mit<br />

der System Logics T.T. GmbH auf den Grund. Dabei<br />

beschäftigt sich das interdisziplinäre Forschungsteam<br />

im Workshopverfahren mit einem Beirat aus<br />

Wissenschaft und Praxis mit der Durchführung einer<br />

ganzheitlichen Systemanalyse nach Frederic<br />

Vester. Die zentrale Fragestellung lautet dabei: „Wo<br />

liegen die wirksamsten Wirkungskreise, Stellhebel<br />

und Handlungspotenziale der relevanten Akteur:innen<br />

des Bau- und Gebäudebereichs zur nachhaltigen<br />

Transformation, orientiert an den 10 Forderungen<br />

der A4F?“ Nachdem der erste Schritt der Definition<br />

der zentralen Fragestellung sowie der Beschreibung<br />

der Systemebenen nun abgeschlossen ist, geht es in<br />

Folge an die Definition der Variablen, also der veränderlichen,<br />

„variablen“, beweglichen (Einfluss)Größen<br />

des betrachteten Systems. Hoffen wir also im besten<br />

Sinne auf eine baldige, Hoffnung gebende Antwort<br />

auf die drängende Frage, wie eine nachhaltige Bauwende<br />

endlich gelingen kann.<br />

3 Fragen an Architects 4 Future<br />

Wer sind institutionelle Mitstreiter:innen<br />

von Architects 4 Future?<br />

Wir haben eine Gastprofessur an der TU Berlin<br />

und pflegen engen Austausch mit anderen For-Future-Bewegungen.<br />

Wie lautet eure Agenda?<br />

Wir arbeiten ständig neue Ideen und Konzepte aus,<br />

die wir in Zukunft anwenden wollen, um noch mehr<br />

Wissen zu streuen und die Bauwende voranzubringen.<br />

Da wir ein rein auf Spenden basierender Verein sind,<br />

beteiligen wir uns bei verschiedensten Kampagnen,<br />

um unsere Ziele bestmöglich erreichen zu können.<br />

Ein Wunsch für die (gebaute) Zukunft?<br />

Das wäre natürlich die Umsetzung unserer Forderungen<br />

und dass wir Vertreter:innen der Baubranche<br />

und Politik sowie die Gesellschaft nachhaltig erreichen<br />

können.<br />

•<br />

Die 10 Forderungen von Architects 4 Future<br />

Überdenkt Bedarfe<br />

Hinterfragt Abriss kritisch<br />

Beschleunigt die Energiewende<br />

Entwerft zukunftsfähige Qualität<br />

Konstruiert kreislauffähig und klimapositiv<br />

Fördert eine gesunde gebaute Umwelt<br />

Stärkt die Klimaresilienz<br />

Erhaltet und schafft Raum für Biodiversität<br />

Übernehmt soziale Verantwortung<br />

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Gute Raumakustik ist insbesondere im Office ein wesentliches<br />

Kriterium. Moderne Akustik-Baffeln können eine<br />

störende Geräuschkulisse abmildern, die das Arbeiten<br />

negativ beeinflusst. Molto Luce hat gemeinsam mit<br />

dem Interieur-Designer Ben Elmecker designorientierte,<br />

schallabsorbierende Elemente entwickelt und diese mit<br />

innovativen Lichtlösungen vereint. LOG 50 für lineares<br />

Licht oder der Strahler MOVA als Möglichkeit zur Akzentuierung,<br />

bringen die passende Lichtstimmung ins Büro, die<br />

Baffeln reduzieren die akustische Belastung.<br />

ROGGA TRACK<br />

mit X-Change Technologie<br />

als nachhaltige Lösung<br />

LED, Adapter und Optiken<br />

werkzeuglos wechselbar<br />

ROGGA TURN R LFO<br />

Dreh- und schwenkbarer Einbaustrahler<br />

mit montagefreundlichem<br />

Klick-System<br />

Bei Molto Luce steht Licht in all seinen Facetten<br />

im Mittelpunkt. Das beginnt schon beim Entwicklungsprozess.<br />

Im fertigen Produkt vereint<br />

sich smartes Design mit Funktionalität und Effizienz.<br />

Ergänzt um den wesentlichen Aspekt der<br />

Nachhaltigkeit und einer, auf die menschlichen<br />

Bedürfnisse abgestimmten, emotionalen Wirkung<br />

erfüllt Licht somit weit mehr als eine einzige<br />

Funktion. Im Ergebnis entstehen Räume mit<br />

echtem, spürbarem Mehrwert.<br />

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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

12<br />

Magazin<br />

Frisches Grün<br />

Das Zentrum der niederländischen Stadt Groningen erhält mit der Fertigstellung<br />

von Mercado und der Neugestaltung der Rode Weeshuisstraat frischen Wind. Das<br />

Design und der städtebauliche Plan beruht auf der architektonischen Zusammenarbeit<br />

von De Zwarte Hond und Loer Architecten, die im Auftrag der Entwickler<br />

MWPO und Beauvast in Aktion traten.<br />

Fotos: Sebastian van Damme<br />

Im neuen städtebaulichen Entwicklungsplan wird die<br />

Rode Weeshuisstraat nicht länger als die Rückseite<br />

des Grote Markts betrachtet, sondern als die Vorderseite<br />

des nördlichen Stadtzentrums. Autos wurden<br />

zugunsten von Fußgängern zurückgedrängt, und<br />

Mercado – als Ersatz für ein ehemaliges Lagerhaus<br />

– schafft mit einem kompakteren Grundriss Raum für<br />

einen neuen Stadtplatz. Die Umgestaltung der Straße<br />

wurde durch einen großzügigen, 6 Meter hohen<br />

transparenten Sockel ergänzt, der zusammen mit<br />

dem neuen Platz das Herzstück des Viertels bildet.<br />

Das Erdgeschoss wurde variabel und einladend gestaltet,<br />

indem die Erschließung neben dem Gebäude<br />

platziert wurde. Das ermöglichte einen großzügigen<br />

Saal, der flexibel für öffentliche Veranstaltungen konfiguriert<br />

werden kann. Darüber liegen 41 nachhaltige<br />

Wohneinheiten für die neuen Bewohner des aufblühenden<br />

Viertels. Die abgestufte Silhouette nimmt Bezug<br />

zur unterschiedlichen Höhe der angrenzenden<br />

Bebauung und integriert Mercado so harmonisch in<br />

seine Umgebung.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

13<br />

Magazin<br />

Die Fassade von Mercado besteht aus keramischen<br />

Elementen, die in enger Zusammenarbeit mit dem<br />

Keramikhersteller NBK und dem Fassadenbauer<br />

Bijlbouw entwickelt wurden. Um die perfekte<br />

blau-grüne Glasur für die Fassade mit ihren maßgefertigten<br />

Details zu finden, waren einige Proben und<br />

Mock-ups notwendig – doch der Aufwand scheint<br />

sich bezahlt gemacht zu haben. Dank dieser erscheint<br />

das Gebäude bei jedem Wetter in einer anderen<br />

Farbe, und eine Schichtung von Reflexionen<br />

und Formen verleiht ihm eine künstlerische Note.<br />

Abgerundet wird die Gestaltung durch einen vertikalen<br />

Garten entlang der Fassade, der das Gebäude<br />

mit 3.800 Pflanzen schmückt und zur Biodiversität<br />

beiträgt. An der Südfassade bedecken Kletterpflanzen<br />

die Balkone wie grüne Sichtschutzwände. Der<br />

gestufte Bau des Gebäudes bietet außerdem Platz<br />

für Dachterrassen, auf denen ebenfalls farbenfrohe<br />

Pflanzen und Bäume Teil des Gestaltungskonzeptes<br />

sind. Dafür wurden spezielle Pflanzgefäße entworfen,<br />

die farblich perfekt zur Gebäudefassade passen. Sowohl<br />

die Dachterrassen als auch die Fassadengärten<br />

werden von einem computergesteuerten System<br />

automatisch bewässert. Unter dem Gebäude befinden<br />

sich Brunnen, die auch für das thermische Energiesystem<br />

auf Basis von Wärmepumpen Verwendung<br />

finden und es so – passend zur grünen Erscheinung<br />

– unabhängig von fossilen Energieträgern machen.<br />

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für die nachträgliche Fassadenbegrünung<br />

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14<br />

Magazin


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15<br />

Magazin<br />

Gedruckte Fassade<br />

Das jüngste Projekt des renommierten Architekturbüros Studio RAP setzt seine eigens<br />

entwickelte maßgeschneiderte 3D-Drucktechnologie ein, um die Fassade einer exklusiven<br />

Boutique entlang der Amsterdamer Prachtstraße P.C. Hooftstraat zu transformieren.<br />

Fotos: Riccardo De Vecchi, Studio RAP<br />

Die Architekten griffen die klassische Silhouette der<br />

Originalfassade auf und betrachteten sie als Ausgangspunkt<br />

für ihre Gestaltung. Die charakteristische<br />

dreiteilige Struktur wurde bewahrt, um den<br />

Gesamtcharakter des Standorts zu erhalten. Die organische,<br />

wellenartige Optik des Designs ändert sich<br />

je nach Betrachtungswinkel und wurde von textilen<br />

Elementen wie eleganten Falten, verschlungenen<br />

Garnen und Strickmustern inspiriert. Dabei wurden<br />

Skalierung, Größe, Art und Farbe der Ornamente und<br />

Materialien sorgfältig auf die umliegende Architektur<br />

abgestimmt, um eine nahtlose Integration von Tradition<br />

und Moderne zu gewährleisten.<br />

Die Fassade auf Straßenebene ist mit großformatigen<br />

3D-gedruckten Keramikfliesen versehen, jeweils<br />

etwa 40x20 cm groß und in Perlweiß mit einem dezenten<br />

Hauch von Gelb glasiert. Diese Fliesen sind<br />

darauf ausgelegt, auf Augenhöhe eine visuelle Wirkung<br />

zu erzielen, und gehen nahtlos in eine bündige<br />

Ausrichtung über, wenn sie den Boden erreichen. Auf<br />

den oberen Etagen präsentiert sich die Gebäudefassade<br />

mit 3D-gedruckten Ziegeln, die in drei verschiedenen<br />

Rottönen glasiert sind. Diese Ziegel sind<br />

neben dem originalen Mauerwerks-Kreuzverband<br />

angeordnet und weisen abstrakte Verzierungen auf,<br />

die mit zunehmender Höhe verblassen. Sie werden in<br />

laser-geschnittenen Edelstahlkassetten platziert, die<br />

an die Stelle der ursprünglichen Mörtelfugen treten.<br />

Das Team von Studio RAP setzt dabei konsequent<br />

seine eigene umfangreiche 3D-Drucktechnologie ein,<br />

um hochdifferenzierte und algorithmisch gestaltete<br />

Details zu realisieren. Über mehrere Jahre hinweg<br />

haben sie diesen Fertigungsprozess kontinuierlich<br />

verfeinert, um immer komplexere architektonische<br />

Details zu erschaffen. Das Ergebnis ist eine bemerkenswerte<br />

Fassade, die sich harmonisch in ihre historische<br />

Umgebung einfügt und gleichzeitig unter den<br />

umliegenden Gebäuden hervorsticht.


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

16<br />

Magazin<br />

Der schlichte Charme<br />

der Bohemien<br />

Begonnen hat alles 1991: 315.000 Wienerinnen und Wiener – die Mehrheit der abgegebenen<br />

Stimmen – votierten in einer Volksbefragung gegen die geplante Weltausstellung,<br />

die 1995 gemeinsam mit Budapest veranstaltet hätte werden sollen.<br />

Wien hatte dafür ein Areal am linken Donauufer vor der Reichsbrücke gewählt.<br />

Nachdem die dort vorhandene Mülldeponie dafür schon abgegraben worden war,<br />

entstand nun statt der abgesagten Expo die „Donauplatte“, eine Überbauung des<br />

Geländes, und auf ihr wuchs bald die Donaucity in den Himmel, ein multifunktionaler<br />

Stadtteil zwischen Vienna International Center, Austria Center Vienna und<br />

dem Hubertusdamm.<br />

Text: Roland Kanfer Fotos: Kurt Hoerbst, Greystar Europe Holdings


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17<br />

Magazin<br />

2007 beschloss der Wiener Gemeinderat die Widmung<br />

für drei Hochhäuser in der Donaucity, die „DC<br />

Towers“. Der höchste Turm, DC 1, wurde 2013 nach<br />

einem Entwurf des französischen Architekten Dominique<br />

Perrault fertiggestellt. Der zweite, DC 2, von<br />

Perrault ursprünglich als optisches Gegenstück zu<br />

DC 1 gedacht, ist nach einigen Redimensionierungen<br />

und Umplanungen in Bau. Statt sich dem ersten Turm<br />

mit seiner gewellten Fassade anzugleichen, orientiert<br />

sich der von Hoffmann-Janz Architekten geplante,<br />

vereinfachte DC Tower 2 nun am Dritten im Bunde,<br />

dem DC Tower 3, der seit 2022 fertiggestellt ist.<br />

DC 3 ist ein 100 Meter hohes Gebäude auf einem<br />

extrem schmalen, tropfenförmigen Flecken Land<br />

zwischen Wagramerstraße, Autobahnauffahrt und<br />

U-Bahnlinie, geplant vom international tätigen, Bregenzer<br />

Architekturbüro Dietrich I Untertrifaller. Auf<br />

mehreren Ebenen wird der Turm mit öffentlichen<br />

Plätzen und Wegen fußläufig an die Donaucity und<br />

das Verkehrsnetz angebunden und bildet den Abschluss<br />

der Carl-Auböck-Promenade, die bis zur<br />

Wagramerstraße erweitert wurde. Eine Brücke über<br />

der U-Bahn überwindet den Höhenunterschied von<br />

sechs Metern und öffnet sich mit Sitzstufen auf die<br />

Plaza auf Erdgeschoßniveau.<br />

u<br />

Bis zu 42.000 €<br />

Sanierungsbonus sichern<br />

Jetzt thermisch sanieren<br />

und Energiekosten einsparen<br />

und Energieverbrauch reduzieren<br />

und Wohlfühlklima erhöhen<br />

Alles auf einen Blick –<br />

von der Planung<br />

bis zur Förderung!<br />

Baumit. Ideen mit Zukunft.


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

18<br />

Magazin<br />

Geometrischer Riegel<br />

Das Gebäude ruht auf 535 meterdicken, bis zu 35<br />

Meter tiefen Piloten und ist als streng geometrischer<br />

rechteckiger Riegel konzipiert, von dessen zentralem<br />

Stiegenhauskern aus die Stahlbeton-Skelettkonstruktion<br />

mit Flachdecken in Längsrichtung und über<br />

Wände in Querrichtung ausgesteift wird. An den<br />

Außenseiten des Gebäudes reihen sich auf 32 Geschossen<br />

832 Ein- und Zweizimmerwohnungen für<br />

temporäres Wohnen, also in erster Linie gedacht für<br />

Studenten oder kurzfristige Aufenthalte. Darüber<br />

befindet sich eine windgeschützte Dachterrasse. Im<br />

Sockelbereich liegen Veranstaltungs- und Fitnessbereiche,<br />

Aufenthalts- und Lernzonen sowie ein begrüntes<br />

Atrium.<br />

Entwickelt wurde das Wohnhochhaus von der<br />

S + B-Gruppe, die das baubewilligte Projekt an den<br />

US-Investor Greystar verkaufte. Dieser betreibt auch<br />

die Apartments mit Größen zwischen 15 und 46 m 2 .<br />

Wer sich für einen Mietpreis von rund 40 Euro pro m 2<br />

– inklusive Möblierung und Internet – Luxusausstattung<br />

im „District Living“ genannten Wohnhaus<br />

erwartet, wird enttäuscht. Entworfen von BEHF Architekten,<br />

vermittelt das Interior mit vorgefertigter<br />

Sanitärzelle, einer Fensterbank zum Sitzen, einem<br />

Arbeitsplatz und einer kleinen Kochnische auf Vinylboden<br />

sowie unverkleideten, unverputzten Decken<br />

den minimalistischen, unprätentiösen Charme der<br />

Bohemien. Vinyl, versiegelter Estrich und rohe Decken<br />

prägen ebenso die Gemeinschaftsräume.


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19<br />

Magazin<br />

Ausgeklappt<br />

Charme versprüht auch die Ausbildung der Fenster.<br />

Auf der Fensterbank sitzend, lässt sich von dort ein<br />

guter Ausblick über die Donau genießen. Denn während<br />

die Ansicht der Sockelgeschosse durch rechtwinklig<br />

zur Fassade angeordnete Aluminiumlamellen<br />

gegliedert wird, besteht die Fassade vor den Wohnungen<br />

in den Obergeschossen aus kleinen Erkern,<br />

die im stumpfen Winkel aus der 12.000 m 2 großen<br />

Fassadenebene ragen. Verkleidet sind diese im Werk<br />

vorgefertigten Elemente mit Aluminiumplatten. In<br />

den Elementen sitzen je ein schmales und ein breites<br />

Fenster, die viel Licht ins Rauminnere bringen. Die<br />

Elemente sind geschoßweise abwechselnd immer<br />

einmal links, einmal rechts nach außen geklappt. Von<br />

außen betrachtet, erweckt das Fassadenbild in seiner<br />

Gesamtheit so einen strukturierten und disziplinierten<br />

Eindruck.<br />


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

20<br />

Magazin<br />

Wiederbelebtes<br />

Stadtquartier<br />

Im Jahr 2015 wurde ein Konzept für ein neues Büroquartier am Standort des lange<br />

Zeit leerstehenden Bonn Center gesucht, das sich am Schnittpunkt der viel befahrenen<br />

Bundesstraße und dem breiten Eisenbahn-Gleiskörper am Bundeskanzlerplatz<br />

in Bonn befindet. JSWD erhielt gemeinsam mit Art-Invest Real Estate den<br />

Zuschlag für das Projekt.<br />

Fotos: HG Esch<br />

Der Neubau fügt sich nahtlos in den bestehenden<br />

Hochhaus-Ring ein, der den Posttower, den „Langen<br />

Eugen“ (ehemaliges Abgeordnetenhaus des<br />

Deutschen Bundestages) und andere UN-Gebäude<br />

umfasst. Er befindet sich am Übergang von der<br />

Südlichen Innenstadt zum ehemaligen Bundesviertel<br />

und zur Museumsmeile. Die drei Gebäude bilden eine<br />

gestalterische Einheit mit einer durchgängigen Fassadenstruktur.<br />

Ein schlanker Hochpunkt erhebt sich<br />

aus einem der Gebäude und verankert das Büroquartier<br />

mit seinen 28 Geschossen und über 100 Metern<br />

Höhe im städtischen Gefüge.<br />

Besonderes Augenmerk wurde auf die Lösung der<br />

städtebaulichen Barriere gelegt, die das ehemalige<br />

18-stöckige Bonn Center darstellte und fast 50 Jahre<br />

lang Wege und Sichtachsen blockierte. Die drei neuen<br />

Gebäude schmiegen sich mit ihrem unregelmäßigen<br />

Grundriss in die Ecken des dreieckigen Grundstücks<br />

und schaffen in der Mitte einen öffentlichen Freiraum,<br />

der eine Durchwegung und somit die Verbindung<br />

zum benachbarten Wohngebiet, dem Rhein und dem<br />

UN-Viertel ermöglicht. Der Campus bietet variable<br />

und vielseitige Arbeitswelten, die interdisziplinäre<br />

Kommunikation und Begegnungen fördern, während<br />

Gastronomieangebote den Mitarbeitern und der<br />

Nachbarschaft einen zusätzlichen Mehrwert bieten.


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21<br />

Magazin<br />

Bei Haus 2 und Haus 3 bilden tragende Betonfertigteile<br />

das weiße Fassadenraster, während im Hochhaus<br />

ein tragendes Stahlbetonskelett integriert ist.<br />

Die äußere Fassadenstruktur wird hier durch gedämmte<br />

Vorsatzschalen aus glasfaserverstärktem<br />

Beton erzeugt. Das Fassaden-Grid aus cremeweißem<br />

Architekturbeton verbindet alle drei Gebäude zu einem<br />

harmonischen Ensemble und durch die perfekte<br />

Abstimmung der verschiedenen Beton-Rezepturen<br />

konnte eine identische Oberfläche gewährleistet<br />

werden. Die Geometrie der Fassadenstruktur wirkt je<br />

nach Blickwinkel mal dichter, mal offener und betont<br />

das Vertikale des Gebäudes. Einzig in den Foyers der<br />

drei Gebäude tritt die Betonfassade hinter die Glasfronten<br />

zurück. Deren Gestaltungsidee setzt sich<br />

auch im Inneren fort: Dreieckige Glasfaserbetonelemente<br />

schmücken Decke und Rückwand. Im dreigeschossigen<br />

Foyer des Hochhauses sind sie bis zu<br />

11 Meter lang. Hier tragen außerdem vier schlanke<br />

Pendelstützen die Last der Obergeschosse, die über<br />

das Foyer auskragen und den Eindruck erwecken,<br />

über diesem zu schweben.<br />

Das Büroquartier wurde unter Berücksichtigung vieler<br />

Nachhaltigkeitsaspekte geplant, darunter extensiv<br />

begrünte Dachflächen, eine Photovoltaik-Anlage,<br />

Fernwärme und Betonkerntemperierung zur Beheizung<br />

sowie LED-Leuchtmittel und Wasserspar-Armaturen.<br />

Alle Gebäude sind mit dem Nachhaltigkeitslabel<br />

LEED in Gold vorzertifiziert.<br />

SKYFOLD<br />

Das vertikale Trennwandsystem öffnet sich<br />

komplett in den Deckenbereich. Es ist platzsparend,<br />

benötigt keine Führungs- oder<br />

Laufschienen und bietet Schalldämmung<br />

bis zu Rw 59 dB. Die elegante, stabile<br />

Trennwand lässt sich per Knopfdruck schnell<br />

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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

22<br />

Fassaden<br />

Eine enorme<br />

Herausforderung<br />

Interview mit Universitätsprofessor Brian Cody<br />

Interview: Roland Kanfer<br />

Brian Cody lehrt Energy Design an der Technischen Universität<br />

Graz. Warum seiner Meinung nach der Entwurfsparameter Energieeffizienz<br />

die Kreativität der Architekten fördern kann, Low-Tech als<br />

Dogma in der Architektur kontraproduktiv ist und welche gesellschaftliche<br />

Herausforderung eine klimaneutrale Stadt bedeutet:<br />

Ihr Leitmotiv lautet „Form follows<br />

energy“. Wird sich die Formensprache<br />

unserer Gebäude durch Energiedesign<br />

grundlegend verändern?<br />

Die Projekte der letzten 35 Jahre<br />

zeigen eindeutig, dass der Energy-<br />

Design-Ansatz keineswegs deterministisch<br />

ist. Er basiert einerseits<br />

auf Physik und anderseits erfordert<br />

er Kreativität, damit für die jeweilige<br />

spezifische Aufgabe eine geeignete<br />

Lösung gefunden wird. Mit dem gleichen<br />

physikbasierten Ansatz kommt<br />

man in Abhängigkeit der Konstellation<br />

der beteiligten Akteure, vor allem<br />

Architekten, Bauherren, und der<br />

Aufgabe zu ganz unterschiedlichen<br />

Lösungen. Zweifellos wird die Architektur<br />

dabei beeinflusst und mitgeprägt<br />

– aber, dass man da zu einer<br />

einheitlichen Formensprache kommt,<br />

davon kann nicht die Rede sein.<br />

Man könnte auch sagen, durch diese<br />

Maxime unterwirft sich die Architektur<br />

ganz dem Diktat der Energieeffizienz.<br />

Wo bleibt da noch Raum für<br />

Kreativität?<br />

Wie gesagt, dem ist eindeutig nicht so.<br />

Mit Energie als weiterem Entwurfsparameter<br />

wird eine zusätzliche<br />

Schicht an Komplexität aufgeworfen,<br />

womit die Kreativität vielmehr gefordert<br />

und gefördert wird. Dies führt<br />

meines Erachtens auch zu besseren<br />

architektonischen Lösungen.


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23<br />

Brian Cody<br />

EZB-Gebäude Frankfurt (Coop Himmelb(l)au, 2014):<br />

Die Gebäudehülle adaptiert ihre physikalischen und chemischen<br />

Eigenschaften und nimmt den optimalen Zustand ein.<br />

© Pexels/Masood Aslami<br />

Die Fassade ist ein wesentlicher<br />

Faktor bei der Energieeffizienz<br />

eines Gebäudes. Wie ist eine smarte<br />

Fassade beschaffen und welches<br />

Potenzial steckt darin?<br />

Der Begriff Smart Skin geht auf ein<br />

Forschungsprojekt an unserem Institut<br />

an der TU Graz zurück, bei dem<br />

es um anpassungsfähige Gebäudehüllen<br />

geht, die ihre physikalischen<br />

und chemischen Eigenschaften<br />

wechseln, um auf innere und äußere<br />

Zustandsänderungen zu reagieren,<br />

sich zu adaptieren und somit<br />

den jeweiligen optimalen Zustand<br />

einnehmen. Die Hülle ist dabei als<br />

anpassungsfähiger Filter zwischen<br />

den außenklimatischen und den innenklimatischen<br />

Bedingungen zu<br />

verstehen. In der Praxis verwenden<br />

wir diesen Ansatz bereits seit vielen<br />

Jahren und entwickeln Fassaden, die<br />

in diese Richtung gehen, beispielsweise<br />

die Braun Hauptverwaltung in<br />

Kronberg mit Schneider + Schumacher<br />

Architekten 2000 oder die Europäische<br />

Zentralbank in Frankfurt<br />

mit Coop Himmelb(l)au 2014.<br />

Gibt es Baustoffe, die sich Ihrer<br />

Meinung nach eher zur Realisierung<br />

von Energiedesign einsetzen lassen<br />

als andere?<br />

Es geht immer um eine Beziehung<br />

zwischen Nutzen und Aufwand beziehungsweise<br />

Output und Input.<br />

Das hat mit einer Reduzierung auf<br />

Zahlen und Quantitäten aber nichts<br />

zu tun. Es geht dabei um die erreichten<br />

Qualitäten – Raumklima,<br />

Lichtqualität, Luftqualität, räumliche<br />

Qualität, Lebensqualität. Und auf der<br />

anderen Seite steht der zur Erreichung<br />

dieser Qualitäten erforderliche<br />

Aufwand an Ressourcen. Bei einem<br />

Baustoff geht es um Fragen wie<br />

„Was leistet das Material und welche<br />

Qualitäten werden damit erreicht?“<br />

Diese sind dann in ein Verhältnis mit<br />

dem dafür notwendigen Aufwand zu<br />

setzen. Wir haben vor vielen Jahren<br />

ein Evaluierungssystem BEEP (steht<br />

für Building Energy and Environmental<br />

Performance, Anm.) entwickelt.<br />

Anhand dessen wird nicht nur der<br />

Energiebedarf festgestellt, sondern<br />

die tatsächliche Energieperformance<br />

– als Verhältnis zwischen der<br />

Qualität des erreichten Raumklimas<br />

und des dafür notwendigen energetischen<br />

Aufwands.<br />

u<br />

Hauptverwaltung Braun, Kronberg<br />

(Schneider + Schumacher Architekten, 2000):<br />

Smart-Skin-Fassade als anpassungsfähiger<br />

Filter zwischen Außen-und Innenklima<br />

© CCA-SA 2.5


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

24<br />

Fassaden<br />

© NEOM © NEOM<br />

The Line: Die Planstadt in der Wüste Saudi-Arabiens soll nach Codys Konzept HyperBuilding-City energieautark werden.<br />

Sie arbeiten an einer Klassifizierung<br />

der Gebäudetechnologien. Ist der<br />

Trend zur Low-Tech-Gebäudehülle<br />

ein wirksames und nachhaltiges<br />

Instrument zur Reduktion des<br />

Energieverbrauchs oder bloß eine<br />

Architekturmodeerscheinung?<br />

Die Frage der Modeerscheinung ist<br />

tatsächlich meines Erachtens nicht<br />

von der Hand zu weisen. Bei der aktuell<br />

zu beobachtenden Tendenz zu<br />

Low-Tech habe ich den Eindruck, dass<br />

es häufig mehr um Stil als Substanz<br />

geht. Uns interessieren bei diesem<br />

Thema die Fragen: Kann mehr mit<br />

weniger erreicht werden und was ist<br />

das richtige Maß an Technik? Grundsätzlich<br />

finde ich jedoch Dogmen wie<br />

Low-Tech eher kontraproduktiv.<br />

Sie haben sich auch mit der Modernisierung<br />

von Bestandswohnbauten<br />

befasst. Welches energierelevante<br />

Potenzial liegt in der Sanierung?<br />

Weil für die Atmosphäre nicht nur<br />

die Menge, sondern auch der Zeitpunkt<br />

der CO 2 -Emissionen entscheidend<br />

ist, ist der Umgang mit dem<br />

Bestand hinsichtlich der Frage der<br />

grauen Energie beziehungsweise die<br />

CO 2 -Emissionen während der Errichtungs-<br />

und Herstellungsphase eines<br />

Gebäudes äußerst wichtig. Unsere<br />

Forschungen zeigen eindeutig, dass<br />

die mit der Herstellung eines Ersatzneubaus<br />

einhergehenden zusätzli-<br />

chen Emissionen durch eine erhöhte<br />

Energieeffizienz im Betrieb häufig<br />

nicht kompensiert werden können –<br />

verglichen mit einer Sanierung des<br />

Bestands. Wie gesagt, das hat vor<br />

allem mit dem Zeitpunkt der Emissionen<br />

und nicht unbedingt mit der<br />

Menge an sich zu tun.<br />

Was ist unter Parametric Energy<br />

Design zu verstehen und wie würde<br />

sich eine konsequente Umsetzung<br />

auf die Stadtplanung auswirken?<br />

Es geht dabei um einen computergestützten<br />

Formfindungsprozess, bei<br />

dem unter Berücksichtigung vieler<br />

energetischer Einflussparameter<br />

eine volumetrische Umschließungshülle<br />

entwickelt wird. Innerhalb<br />

dieser Hülle kann man dann das zu<br />

planende Gebäude optimal entwerfen.<br />

Zu diesen Parametern zählen<br />

beispielsweise die Nutzung passiver<br />

und aktiver Solarenergie, die Beschattung<br />

der umgebenden Gebäude,<br />

Windeinflüsse, Kompaktheit und<br />

die Tageslichtnutzung.<br />

Könnten unsere Städte unter<br />

Berücksichtigung dieser Parameter<br />

künftig anders aussehen?<br />

Das richtige Verb ist, glaube ich, nicht<br />

können, sondern müssen. Unsere Forschung<br />

und unsere Erfahrung haben<br />

deutlich gezeigt, dass der notwendige<br />

Wandel hin zu einer nachhaltigen<br />

CO 2 -emissionsfreien Zukunft nicht<br />

durch die Optimierung bestehender<br />

Formen, Strukturen oder Denkweisen<br />

erreicht werden kann, sondern einen<br />

Paradigmenwechsel im Denken und<br />

in der Gestaltung von Formen und<br />

Strukturen erfordert.<br />

Brian Cody ist Universitätsprofessor an der technischen<br />

Universität Graz und leitet dort seit 2004 das<br />

Institut für Gebäude und Energie. Sein Schwerpunkt<br />

in Forschung, Lehre und Praxis gilt der Maximierung<br />

der Energieperformance von Gebäuden und Städten.<br />

Davor war er Associate Director des weltweit tätigen<br />

Ingenieurbüros Arup. Er ist Gründer des Beratungsunternehmens<br />

Energy Design Cody, das an der Entwicklung<br />

von innovativen Klima- und Energiekonzepten<br />

für Bauprojekte beteiligt ist, zum Teil mit österreichischen<br />

Architekturbüros wie Delugan Meissl, Coop<br />

Himmelb(l)au oder Riegler Riewe. Professor Cody ist<br />

außerdem Gastprofessor an der Universität für Angewandte<br />

Kunst in Wien.<br />

Ausgewählte Projekte: Hauptquartier EZB Frankfurt<br />

mit Coop Himmelb(l)au, Med Campus Graz mit<br />

Riegler Riewe, Bank Austria Campus Wien mit Atelier<br />

Podrecca, Hyundai Motorstudio Goyang Seoul, Südkorea,<br />

mit Delugan Meissl. Sein Buch „Form follows<br />

Energy” ist 2017 erschienen (Birkhäuser Verlag, Basel,<br />

ISBN 978-3035614053).<br />

www.tugraz.at/institute/ige/home/institut/ige<br />

energydesign-cody.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Brian Cody<br />

Mit Ihrem Hyperbuildingkonzept<br />

haben Sie die autarke, klimaneutrale<br />

Stadt skizziert. Was müsste auf politischer<br />

und gesellschaftlicher Ebene<br />

passieren, damit eine solche Stadt<br />

ein in absehbarer Zukunft realistisches<br />

Szenario werden kann?<br />

Unsere Forschungen zur HyperBuilding-City<br />

stammen aus dem Jahr<br />

2010. Mittlerweile gibt es einige solche<br />

Planstädte in der Umsetzung,<br />

zumindest vom Ansatz her. Das Bekannteste<br />

ist Neom, The Line in Saudi-Arabien.<br />

In den nächsten 25 Jahren<br />

müssen wir adäquaten Wohnraum<br />

für zusätzliche zwei Milliarden Menschen<br />

bauen. Gleichzeitig müssen wir<br />

die globalen CO 2 -Emissionen auf null<br />

reduzieren. Die Herausforderung ist<br />

enorm. Es braucht einen politischen<br />

Willen, welcher auf einen breiten gesellschaftlichen<br />

Konsens fußt. Diese<br />

Voraussetzungen zu schaffen sind<br />

dabei mindestens so herausfordernd,<br />

wie die technischen Lösungen.<br />

Die Menschen, die dringend Wohnraum<br />

brauchen, werden mit The<br />

Line wahrscheinlich eher nicht angesprochen.<br />

Wie kann man abseits<br />

solcher Prestigeprojekte tatsächlich<br />

adäquaten Wohnraum schaffen, der<br />

von der Errichtung bis zur Nutzung<br />

klimaneutral ist?<br />

Am Anfang steht die Frage, was wird<br />

wo wirklich benötigt? Der anschließende<br />

Entwurf ist als interdisziplinärer<br />

komplexer iterativer Prozess<br />

zu begreifen, begleitet von einer<br />

kontinuierlichen Bewertung der erreichten<br />

Performance und des ausgelösten<br />

Impakts auf die Umwelt.<br />

Die CO 2 -Emissionen während der<br />

Herstellungs- und Errichtungsphase<br />

und der späteren Entsorgung werden<br />

primär durch die physischen Dimensionen,<br />

die Materialienauswahl und<br />

die gewählte Konstruktionsmethode<br />

beeinflusst. Die CO 2 -Emissionen<br />

während der Nutzung werden in erster<br />

Linie durch die Konzeptionierung<br />

der Form, der Hülle, der Gebäudetechnik<br />

und der Energieversorgung<br />

bestimmt. Neben Energie sind Themen<br />

wie Wasser und Abfall ebenfalls<br />

zu berücksichtigen. Weitere wichtige<br />

Faktoren sind die Integration von<br />

Vegetation und Landschaft und die<br />

möglichen Auswirkungen hinsichtlich<br />

Kohlenstoffbindung, Mikroklima<br />

und Artenvielfalt.<br />

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Fassaden<br />

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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

26<br />

Fassaden<br />

Black Box<br />

Kunstraum Kassel / Kassel, Deutschland / Innauer Matt Architekten<br />

Text: Linda Pezzei Fotos: Nicolas Wefers<br />

Mit dem Kunstraum<br />

Kassel ist Markus Innauer<br />

und Sven Matt eine<br />

feinfühlige und dennoch<br />

selbstbewusst für sich<br />

stehende Ergänzung der<br />

hiesigen Kunsthochschule<br />

gelungen. Den Neubau<br />

setzten die Architekten<br />

als hölzernen Pavillon in<br />

den Innenhof des denkmalgeschützten<br />

Baus von<br />

Paul Friedrich Posenenske<br />

aus dem Jahre 1962 – eine<br />

Entscheidung im Sinne<br />

des Vorgängers, der just<br />

an dieser Stelle bereits<br />

eine Erweiterung vorgesehen<br />

hatte.<br />

Beinahe könnte man achtlos an ihr vorbei spazieren,<br />

so selbstverständlich und zurückhaltend passt sich<br />

die schwarze Box – als wäre sie schon immer da gewesen<br />

– in das Gesamtgefüge der Kunsthochschule<br />

Kassel ein. Dabei erscheint das Gebäude keineswegs<br />

befangen und trotz seiner geschlossenen Fassade<br />

noch nicht einmal verschlossen. Schlank und anmutig<br />

definiert das Tragwerk die Struktur und Gestalt des<br />

Objekts, das ein umlaufender Dachüberstand mit klarer<br />

Kante in der Vertikalen begrenzt. Die dunkel gehaltene<br />

Fassadengestaltung distanziert den Neubau<br />

dabei einerseits vom umgebenden Bestand, rezitiert<br />

andererseits den Farbton und die Formensprache der<br />

außen liegenden Stahlstruktur des Posenenske-Baus.<br />

Die jugendliche Leichtigkeit und Frische des Ausstellungspavillons<br />

offenbart sich bei genauerer Betrachtung<br />

in der Materialwahl – Innauer Matt Architekten<br />

entschieden sich für Holz anstelle von Stahl. u


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27<br />

Innauer Matt Architekten


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

28<br />

Fassaden<br />

Respektvoller Neuzugang<br />

So zurückhaltend das rechteckige Volumen auf den<br />

ersten Blick erscheinen mag, desto überraschender<br />

die Erkenntnis, dass der Baukörper zu allen Seiten<br />

hin mit seiner Umgebung gleichwertig kommuniziert.<br />

Mit dieser Geste zollen die Architekten dem Bestandsgebäude<br />

nicht nur den gebührenden Respekt,<br />

sondern bieten den Nutzer:innen durch die konzentrische<br />

Verortung im Hof auch qualitätsvolle Außenräume<br />

von unterschiedlichem Charakter. Diese umfassen<br />

unter anderem einen großzügigen Vorplatz<br />

sowie einen zurückgezogenen Grünraum mit sieben<br />

Beuys-Bäumen.<br />

Die flächigen Glasportale eröffnen erste Einblicke auf<br />

den gut 450 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsraum<br />

im Inneren, der ebenso als studentisches<br />

„Ausstellungslabor“ wie zur Herstellung von großformatigen<br />

Kunstwerken dienen soll. Um auch die Zwischenräume<br />

in Form von Expositionsflächen nutzbar<br />

machen zu können, lässt sich die Halle zu allen Seiten<br />

hin öffnen. Dank der klaren, inneren Struktur ermöglicht<br />

der Kunstraum flexible Nutzungsvarianten<br />

von grenzenlos bis räumlich zoniert, wobei sich die<br />

einzelnen Fassaden bei Bedarf abdunkeln lassen. Die<br />

Atmosphäre rührt neben der Licht- und Akustikstimmung<br />

allen voran von den rohen und unbehandelten<br />

Holzoberflächen, die ganz subtil Anklänge an die sägerau<br />

geschalten Sichtbetonwände der Bestandsgebäude<br />

wecken sollen.


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29<br />

Innauer Matt Architekten<br />

Handwerkskunst & Innovationsgeist<br />

Was von außen ein wenig futuristisch und spacig<br />

anmutet, entpuppt sich im Innenraum als diffuser<br />

Lichtspender. Um gleichmäßig ungerichtetes Licht<br />

in den Raum zu holen, entwickelten die Architekten<br />

für den oberen Wandbereich der Kunsthalle spezielle<br />

Lichtlinsen. 864 Stück dieser gewölbten Glaselemente<br />

prägen das äußere Antlitz nicht nur in grafischer<br />

Hinsicht, sondern verleihen dem Gebäude auch die<br />

gewünschte Sonderstellung im Ensemble, ohne dabei<br />

ein aufdringliches Zeichen zu setzen.<br />

Ein Statement ist auch die Entscheidung der Bauherrschaft,<br />

das Gebäude als reinen Holzbau zu<br />

konzipieren, der die aktuellen energetischen und<br />

ökologischen Anforderungen insbesondere bezüglich<br />

der Thematik der Nachhaltigkeit erfüllt. Für die<br />

stabförmigen Bauteile wie Stützen, Balken und Riegel<br />

kam Brettschichtholz zum Einsatz. Die flächigen<br />

Bauteile wie Dachschalung und Wandplatten wurden<br />

mit Brettsperrholz ausgeführt. Das Handwerk spielte<br />

– typisch für den Bregenzerwald, die Heimat der<br />

Architekten – in diesem Zusammenhang eine ausschlaggebende<br />

Rolle, sodass für Innauer und Matt<br />

Tragwerk und Gestalt, Funktion und Wirtschaftlichkeit<br />

auch beim Projekt des Kunstraums Kassel im<br />

Einklang stehen.<br />

u


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

30<br />

Fassaden<br />

Nachgefragt bei Markus Innauer<br />

und Sven Matt<br />

Wie ist das Projekt zustande gekommen, wie lautete<br />

das Briefing und wo lagen die größten Herausforderungen?<br />

Im Jahr 2017 wurde ein Wettbewerb ausgelobt, bei<br />

dem wir als junges Büro teilnehmen durften und<br />

glücklicherweise den 1. Preis gewinnen konnten. Die<br />

Herausforderung bestand darin, in den recht engen<br />

Innenhof ein eigenständiges Gebäude zu setzen, das<br />

gleichzeitig den wertvollen, denkmalgeschützten Bestandsbau<br />

von Posenenske respektiert.<br />

Warum fiel die Entscheidung, was Material und die<br />

Konstruktion anbelangt, auf den Werkstoff Holz?<br />

Wir wollten ein Gebäude schaffen, das dem heutigen<br />

Zeitgeist in Bezug auf Nachhaltigkeit entspricht.<br />

Die Abmessungen des Gebäudes sowie die flexible<br />

Nutzung waren für einen Holzbau prädestiniert. Die<br />

Materialien im Innenraum sind roh und unbehandelt.<br />

Was hat es mit den Glasaugen auf sich?<br />

Die Lichtlinsen sind eigens für das Projekt entwickelt<br />

worden. Glücklicherweise hatten wir mit Glas Marte<br />

den richtigen Partner an der Seite und etwas Zeit, um<br />

Prototypen zu entwickeln. Wir haben unterschiedliche<br />

Formen und Reflektoren getestet und den Lichteinfall<br />

über mehrere Monate beobachtet. Die Wahl<br />

der Form haben wir in Abstimmung mit dem Auftraggeber<br />

getroffen.<br />

Welchen Anforderungen muss ein Raum gerecht<br />

werden, der ebenso als studentisches Ausstellungslabor<br />

wie zur Herstellung großformatiger Kunstwerke<br />

dienen soll?<br />

Der Raum muss flexibel sein und unterschiedlichste<br />

Nutzungen zulassen. Das Gebäude basiert auf einem<br />

Raster, entlang dessen sich Trennwände verschieben<br />

lassen. So können sich Studierende und Lehrende<br />

selbst die Räume schaffen, die sie brauchen – die<br />

Wandelemente können zu geschlossenen Räumen,<br />

aber auch als große Aufhängungsfläche frei arrangiert<br />

werden.<br />


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31<br />

Innauer Matt Architekten<br />

Ansicht Nord<br />

Ansicht West<br />

Kunstraum Kassel<br />

Kassel, Deutschland<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Projektleiter:<br />

Statik:<br />

Universität Kassel, Abteilung V<br />

(Bau, Technik und Liegenschaften)<br />

Innauer Matt Architekten<br />

Tobias Franz<br />

Merz Kley Partner, Dornbirn, AT<br />

Grundstücksfläche: 22.400 m 2<br />

Nutzfläche: 450 m 2<br />

Baufläche: 440 m 2<br />

Planungsbeginn: 02/2017<br />

Bauzeit: 02/2020 - 02 / 2022<br />

Baukosten:<br />

3,6 Mio. Euro<br />

www.innauer-matt.com<br />

© Christian Anwander<br />

„Die klare Rasterung der Fassade ist der prägnanten<br />

Stahlkonstruktion des Bestandsgebäudes entlehnt.<br />

Eine Besonderheit des Baus sind aber die im oberen<br />

Wandbereich angeordneten Lichtlinsen. Diese<br />

864 eigens für das Projekt entwickelten, gewölbten<br />

Glaselemente bringen umlaufend gleichmäßiges,<br />

diffuses Licht in den Innenraum. Grafisch und identitätsstiftend<br />

verleihen sie der Ausstellungshalle die<br />

gewünschte Sonderstellung im Ensemble.“<br />

Markus Innauer und Sven Matt


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

32<br />

Fassaden<br />

Haus am See<br />

The Lake House / Berlin, Deutschland / Sigurd Larsen<br />

Text: Linda Pezzei Fotos: Kkrom Services<br />

Der Entwurf für das Haus am See ist die Antwort von<br />

Sigurd Larsen auf die Fragestellung, wie sich ein eher<br />

großvolumiges Gebäude in den Kontext der Umgebung<br />

aus Wäldern und Seen des Berliner Umlandes setzen<br />

lässt. Dabei spielten für den aus Dänemark stammenden<br />

Architekten vor allem die Inszenierung der Fassade als<br />

Fenster zur Natur und der bewusste Umgang mit dem<br />

Tageslicht eine tragende Rolle.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

33<br />

Sigurd Larsen<br />

Die umgebende Landschaft, die vornehmlich kleinstrukturierte<br />

Nachbarbebauung aus Villen und Schrebergärten<br />

und der Wunsch des privaten Bauherren<br />

nach einem vielfältig nutzbaren Sport- und Gesundheits-Retreat<br />

waren die bestimmenden Faktoren für<br />

Larsens architektonisches Konzept dieser ambitionierten<br />

Einrichtung für Veranstaltungen, Sport und<br />

Bewegung. Umgeben von Wasser und Wald und auf<br />

einer kleinen Halbinsel im Westen Berlins gelegen,<br />

verteilt sich das Raumprogramm auf fünf hintereinander<br />

gestaffelte Bauteile, die mit ihren Schrägdächern<br />

Bootshäusern nachempfunden sind. Damit fügt sich<br />

das Ensemble einerseits in seinem Maßstab harmonisch<br />

in den Bestand entlang des Seeufers ein, andererseits<br />

sorgen die Giebel – jeder für sich mit einem<br />

eigenen, einzigartigen Profil – vom Wasser aus für ein<br />

spielerisches und anmutiges Erscheinungsbild.<br />

Die unterschiedlich ausgeformten Baukörper und ihre<br />

Ausrichtung hin zur Umgebung und zum Sonnenlauf<br />

ermöglichen im Inneren eine Reihe verschiedener Aktivitäten<br />

von Tagungen, Workshops, Therapieanwendungen<br />

oder Coachings bis hin zu Meditations- oder<br />

Outdoor-Workshops und sportlichen Aktivitäten am<br />

Wasser. „Zu Beginn des Projektes gab es nur eine<br />

Baugenehmigung für eine Sport- und Freizeitnutzung,<br />

der Bauherr wünschte sich jedoch ein flexibles<br />

Raumprogramm, das auch Seminare, Yoga-Sessions,<br />

Meetings, Kunstausstellungen oder Konzerte ermöglichen<br />

würde“, erinnert sich Larsen an das Briefing<br />

zum Start des Projekts. In diesem Sinne entschied<br />

sich Larsen für das Konzept ineinander verschachtelter<br />

Häuser, die individuelle Funktionen bergen und<br />

dadurch auch separat genutzt werden können. u


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

34<br />

Fassaden<br />

Im Laufe des Tages<br />

Die Leidenschaft, clever mit den Themen Licht und<br />

Natur umzugehen, mag in den skandinavischen Wurzeln<br />

Larsens begründet liegen. Der Architekt jedenfalls<br />

versteht Kunstlicht nicht als die eine Lösung für<br />

alles, gerade das gedimmte Abendlicht verleihe dem<br />

Raum doch Stimmung und Atmosphäre: „Licht ist für<br />

mich generell eines meiner Lieblingsthemen im Kontext<br />

der Architektur – richtig inszeniert entsteht so<br />

jeden Tag eine spezielle Raumsituation.“ Das Raumprogramm<br />

des Hauses am See folgt dementsprechend<br />

in Korrelation zu den Aktivitäten dem Lauf der<br />

Sonne und den Tageszeiten.<br />

Von Süden aus betrachtet, beherbergt das erste Haus<br />

auf zwei Ebenen Gästeappartements mit Blick und<br />

Zugang zur umgebenden Natur. Daran angrenzend<br />

befindet sich eine großzügig gestaltete Open-Space-Küche,<br />

die sich über eine von der Morgensonne<br />

erwärmte Terrasse nach Osten hin öffnet und durch<br />

die auskragende Gebäudeecke gleichzeitig vor dem<br />

Wind geschützt ist. In Richtung Westen fällt der Blick<br />

auf den See und eine alte Buche im Vordergrund. Der<br />

markanteste und höchste Giebel befindet sich im<br />

Zentrum der Einheit und bietet unter seinem Dach<br />

bei einer großzügigen Deckenhöhe von bis zu 8,5<br />

Metern reichlich Raum in Form eines großen Saals, in<br />

dem dank flexibler Möblierung je nach Wunsch Ausstellungen,<br />

sportliche Aktivitäten oder Veranstaltungen<br />

stattfinden können.


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35<br />

Sigurd Larsen<br />

In der kalten Jahreszeit lässt sich der Sonnenuntergang<br />

über dem See von hier aus mit Blick auf ein<br />

knisterndes Feuer im schwebenden Kamin vor dem<br />

Panoramafenster betrachten. Durch die Verzahnung<br />

mit dem angrenzenden Gebäudetrakt entsteht außerdem<br />

ein Haus im Haus, sodass der Raum unter<br />

dem Innendach durch Schiebeelemente bei kleineren<br />

Zusammenkünften auch geteilt werden kann. Der<br />

Wellnessbereich samt Sauna ist in Richtung Nordwesten<br />

ausgerichtet und bietet neben einem beruhigenden<br />

Blick ins Grüne auch die direkte Nähe zum<br />

Wasser. Im Obergeschoss befindet sich ein Meditationsraum<br />

in ruhiger Atmosphäre. Das neutrale Tageslicht<br />

des fünften, nach Norden orientierten Bauteils<br />

sorgt für optimale Bedingungen zum Arbeiten in den<br />

Ateliers und umfasst auch private Therapieräume. u<br />

Die Art, wie das Lichtspiel im Laufe<br />

des Tages und der Jahreszeiten<br />

die Atmosphäre eines Raumes<br />

bestimmen kann, spielt bei allen<br />

Projekten des Architekten Sigurd<br />

Larsen eine wichtige Rolle.


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

36<br />

Fassaden<br />

Natürliche, warme und haptische<br />

Oberflächen im Innenraum bilden einen<br />

stimmungsvollen Rahmen für den Blick<br />

in die umgebende Naturlandschaft.<br />

Inspiriert vom Licht und den Bäumen<br />

Im Zuge des Entwurfs zog Larsen seine Inspiration<br />

hauptsächlich aus der Umgebung im Wandel der<br />

Tages- und Jahreszeit: „Morgens scheint die Sonne<br />

hier wunderschön durch die Bäume, abends taucht<br />

sie den See in ein warmes Licht – das Haus am See<br />

funktioniert daher auch als eine Art Sonnenuhr.“ Und<br />

es scheint nahtlos in die Landschaft überzugehen:<br />

Naturbelassene Holzsäulen vor der Glasfassade<br />

spiegeln die schlanken und leicht geneigten Baumstämme<br />

der umliegenden Kiefern wider, während<br />

sich im Glas selbst die Baumkronen, das Wasser und<br />

das Blau des Himmels reflektieren. Das Spiel mit dem<br />

natürlichen Licht, das durch die Baumkronen fällt,<br />

bildet eine atmosphärische Brücke zur nahen Großstadt<br />

und soll Anklänge an die warmen Strahlen der<br />

Abendsonne wecken, deren Strahlen durch das Blätterdach<br />

blitzen und hübsche Schattenbilder auf dem<br />

Boden zeichnen.<br />

Die Gestalt der Fassade selbst spielt in diesem Zusammenhang<br />

eine tragende Rolle – in Form von großformatigen<br />

Schaufenstern öffnet sich der Raum in<br />

eine Richtung wie ein Fernrohr hin zur Umgebung, an<br />

den verbleibenden Seiten bleibt der Blick nach außen<br />

wie innen hingegen verborgen. Die Holzkonstruktion<br />

ließ Larsen von Partnern aus der Schweiz in Form<br />

von vorgefertigten Elementen eigens für das Haus<br />

am See produzieren: „Wir haben die Technik hier<br />

bis zum Extrem ausgereizt und mit den Geometrien<br />

experimentiert.“ Ergänzt wird der nachhaltige und<br />

nachwachsende Baustoff Holz um ein Material, das in<br />

Larsens Augen besonders schön altert: gelbe Ziegelsteine,<br />

die ebenso wie das Holz das Bild der Region<br />

prägen. „In Kombination verbindet die Fassade damit<br />

eine zukunftsgerichtete Technik und Denkweise mit<br />

einem Sinn für Tradition und Beständigkeit.“ •


T<br />

www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

37<br />

Sigurd Larsen<br />

VT<br />

BMA<br />

T<br />

VT<br />

BMA T<br />

The Lake House<br />

Berlin, Deutschland<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Planungsteam:<br />

Statik:<br />

Privat<br />

SIGURD LARSEN Design & Architecture<br />

Sigurd Larsen mit Simon Jendreizik,<br />

Lukas Benz, Gresa Morina<br />

Ingenieurbüro Glosch (Gründung)<br />

Josef Kolb AG (Holzbau)<br />

Grundstücksfläche: 510 m 2<br />

Nutzfläche: 433.5 m 2<br />

Baufläche: 390 m 2<br />

Planungsbeginn: 2020<br />

Bauzeit:<br />

3.2 Jahre<br />

Fertigstellung: <strong>2024</strong><br />

www.sigurdlarsen.com<br />

„Für die Fassade haben wir einen Mix aus<br />

Ziegeln und Holzelementen gewählt –<br />

Ziegel aufgrund der schönen Patina und<br />

der Langlebigkeit des Materials und Holz<br />

als nachwachsenden Naturbaustoff im<br />

Sinne der Nachhaltigkeit. In diesem Zuge<br />

haben wir uns selbst die knifflige Aufgabe<br />

gestellt, mit vorgefertigten Holzelementen<br />

auf komplexe Art zu bauen.“<br />

Sigurd Larsen


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

38<br />

Fassaden<br />

(Un-)durchschaubar<br />

Bradbury Works / Dalston, London / [Y/N] Studio<br />

Text: Edina Obermoser Fotos: French and Tye<br />

Wie baut man einen gemeinschaftlichen Treffpunkt<br />

um, ohne ihm seine charakteristischen Eigenschaften<br />

zu nehmen? Dieser Frage stellte sich das Londoner<br />

[Y/N] Studio im Nordosten der britischen Hauptstadt<br />

bei der Revitalisierung eines Bestandsgebäudes. Unter<br />

dem Titel Bradbury Works sanierten die Architekten<br />

den Komplex am Gillet Square, erweiterten ihn um eine<br />

Aufstockung mit auffälliger Aluminium- und Polycarbonat-Fassade<br />

und schufen zugleich dringend benötigte<br />

Einzelhandels- und Büroflächen.


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39<br />

[Y/N] Studio<br />

Community trifft Co-Working<br />

Mit einem bunt gemischten Angebot an Gastronomie,<br />

Gewerbe, Kultur und Nachtleben ist der Stadtteil<br />

Dalston eine der angesagtesten Gegenden nordöstlich<br />

des Zentrums von London. Im Herzen des Quartiers<br />

gibt es mit dem Gillet Square einen einstigen<br />

Parkplatz, der sich in den letzten 20 Jahren sukzessive<br />

in einen öffentlichen Platz und zugleich wichtigen<br />

Gemeinschaftsort für die Bewohner verwandelte.<br />

Im Norden wird der Gillet Square von einstigen<br />

Lagerhallen und im Westen vom 2004 errichteten<br />

Dalston Culture House eingefasst. An der Südseite<br />

befindet sich parallel zur Bradbury Street eine Reihenhauszeile.<br />

Diese ergänzte man um die Jahrtausendwende<br />

um eine Laubengangerschließung und<br />

eine Rotunde und nutzte sie zu Arbeitsräumen und<br />

Einzelhandelsflächen um. Im Auftrag von Hackney<br />

Co-operative Developments – einer Agentur, die<br />

sich für die soziale Belebung des Viertels, die Förderung<br />

lokaler Unternehmen und die Schaffung von<br />

leistbaren Büroflächen einsetzt – galt es, das Bestandsgebäude<br />

nun erneut zu transformieren. Unter<br />

dem Titel Bradbury Works sollte der Komplex künftig<br />

noch mehr Raum für lokale Unternehmen bieten.<br />

Gleichzeitig wollte man eine Alternativlösung für die<br />

mitten auf dem Platz positionierten Container-Kioske<br />

finden.<br />

u


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

40<br />

Fassaden<br />

Altes sanieren, Neues ergänzen<br />

Der Entwurf für die Umgestaltung stammt von [Y/N]<br />

Studio und umfasst neben der Renovierung von rund<br />

600 m 2 auch eine Aufstockung mit 500 m 2 zusätzlicher<br />

Nutzfläche. Im ersten Schritt wurde die Reihenhauszeile<br />

teilweise zurückgebaut und das alte Dach<br />

und die außenliegenden Laubengänge durch einen<br />

zweistöckigen An- bzw. Aufbau ersetzt. Die Erweiterung<br />

beinhaltet zehn neue Einzelhandelsflächen<br />

im Miniformat im Erdgeschoss. In den beiden darüberliegenden<br />

Ebenen folgt zunächst eine Erschließungs-<br />

und Aufenthaltszone, die an den Bestand andockt,<br />

und schließlich ein neuer Dachaufbau.<br />

Öffentlicher Raum, Bestand & Anbau<br />

Im Sockelbereich wurde beim Umbau von Bradbury<br />

Works die künftige Nutzung des angrenzenden Platzes<br />

mitbedacht. Dafür planten die Architekten Mikro-Shops<br />

mit je 10 m 2 ein. Diese lassen sich individuell<br />

bespielen und können dank großer Tore zum<br />

Gillet Square hin geöffnet werden. Im geschlossenen<br />

Zustand gewährleisten die mobilen Wände Schutz<br />

und Sicherheit. Die Reihenhäuser sanierte man umfassend<br />

und passte sie an neue Anforderungen an.<br />

Dabei blieb an der zur Bradbury Street gewandten<br />

Südseite das ursprüngliche Aussehen der charakteristischen<br />

Backsteinfassaden im viktorianischen Stil<br />

bestehen. Auf Straßenniveau wurden die Geschäfte,<br />

Bars und Restaurants – wie auch die Rotunde in<br />

östlicher Richtung – von den Planern behutsam revitalisiert<br />

und ins neue Konzept integriert. Die oberen<br />

Stockwerke unterteilte man im Zuge des Umbaus in<br />

10 bis 36 m 2 große Büroeinheiten.


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41<br />

[Y/N] Studio<br />

Der neu hinzugefügte Gebäudeteil liegt straßenseitig<br />

leicht zurückversetzt auf dem vorhandenen Komplex<br />

auf. Wo sich entlang des Gillet Square zuvor die Zugänge<br />

zu den einzelnen Ebenen befanden, legt sich<br />

nun der vier Meter tiefe Anbau vor die renovierte<br />

Häuserzeile. Als Stahlrahmenstruktur ausgeführt,<br />

fungiert er als vorgelagerter Pausenbereich bzw.<br />

Erschließung. Mit Blick auf den öffentlichen Platz,<br />

Sitzgelegenheiten und Begrünung können die unterschiedlichen<br />

Mieter auf den geschützten Außenterrassen<br />

zusammenkommen und sich austauschen.<br />

Unter dem neuen Satteldach umfasst die Aufstockung<br />

ein Vollgeschoss mit größeren Arbeitsbereichen von<br />

40 bis 65 m 2 sowie eine weitere, galerieartige Ebene.<br />

Beide sind als Holzkonstruktion konzipiert und im Inneren<br />

ganz in Weiß gehalten. Im Dachraum gibt der<br />

außen gedämmte Aufbau mit den innen unverkleideten<br />

Balken Einblick in die Tragstruktur. Dank nichttragender<br />

Zwischenwände lassen sich in dem neuen<br />

Gebäudeteil sämtliche Bereiche beliebig unterteilen<br />

und somit flexibel an verschiedenste Anforderungen<br />

anpassen. Ganz oben zog hier nach dem Umbau unter<br />

anderem das Architekturbüro selbst ein.<br />

u<br />

Anstelle der Laubengänge<br />

befindet sich an der zum<br />

Platz gewandten Seite der<br />

Häuserzeile nun – geschützt,<br />

aber nicht vollkommen<br />

abgeschirmt durch die<br />

Polycarbonat-Fassade – ein<br />

kommunikativer Gemeinschaftsraum.


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

42<br />

Fassaden<br />

„Bradbury Works ist ein einzigartiger neuer Arbeitsplatz im Herzen von Dalston. Mit lichtdurchlässigem Polycarbonat konnten wir die<br />

bestehenden Verkehrsflächen in nutzbare Terrassen umwandeln und so die Interaktion mit dem Platz verstärken. Gleichzeitig bleibt das<br />

bestehende Gebäude vom Gillett Square aus sichtbar und seine Qualitäten erhalten.“<br />

[Y/N] Studio, Architekten und Mieter von Bradbury Works<br />

Der ganz in Weiß gestaltete<br />

Dachraum ermöglicht<br />

eine flexible Unterteilung.<br />

Hier befinden<br />

sich auch die Arbeitsbereiche<br />

des Architekturbüros<br />

selbst, das nach dem<br />

Umbau als neuer Mieter<br />

eingezogen ist.


Disabled Refuge<br />

RWP<br />

RWP<br />

RWP<br />

RWP<br />

RWP<br />

RWP<br />

Disabled Refuge<br />

RWP<br />

352<br />

www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

43<br />

[Y/N] Studio<br />

OG 4<br />

OG 3<br />

Vielschichtige Gebäudehülle<br />

Der neue An- bzw. Aufbau fällt vor allem durch seine<br />

Materialität auf. Mit Metall und Polycarbonat<br />

wollten die Architekten nach eigenen Angaben die<br />

unterschiedlichen Zeitschichten des Bestands modern<br />

interpretieren und so an vergangene Tage er-<br />

Scale (m)<br />

innern. Das Eingangsniveau ist – aufgrund seiner<br />

0 2 4 6<br />

8<br />

Widerstandsfähigkeit – in profiliertes Aluminiumblech<br />

gehüllt. Eine natürliche Patina soll die Optik<br />

des silbrig schimmernden Sockelbereichs mit der<br />

Zeit verändern. Die darüberliegenden Stockwerke<br />

erhalten durch transluzente Polycarbonatpaneele<br />

einen einheitlichen Look. Als geschosshohe<br />

Platten mit je 50 cm Breite bilden sie einen witterungsbeständigen,<br />

äußeren Abschluss. Die isolierenden<br />

Multiwall-Stegplatten setzen sich jeweils<br />

aus mehreren, dünnen Thermoplast-Schichten zusammen<br />

und garantieren eine optimale, thermische<br />

Performance des Gebäudes. Außerdem verfügt das<br />

Material über gute Brandschutzeigenschaften und<br />

lässt sich vollständig recyceln. Als Unterbau für die<br />

leichte Polycarbonat-Fassade dient eine vorgefer-<br />

Scale (m)<br />

tigte Struktur aus verzinkten Stahlrahmen. Je nach<br />

0 2 4 6<br />

8<br />

Tageszeit reflektieren die semitransparenten Oberflächen<br />

das einfallende Licht, lassen subtile Einblicke<br />

in die Konstruktion und die dahinterliegenden Funktionen<br />

zu, oder machen Bradbury Works bei Dunkelheit<br />

selbst zum diffusen Leuchtkörper. In den Innenräumen<br />

sorgen die Paneele den ganzen Tag über für<br />

ein helles und freundliches Ambiente. Fensterbänke<br />

und Einfassungen aus Aluminium sowie Geländer aus<br />

pulverbeschichteten Stahlrohrprofilen komplettieren<br />

die funktionale Außenhülle und verleihen dem Einzelhandels-<br />

und Bürogebäude inmitten von London<br />

einen industriellen, zeitgemäßen Charakter.<br />

•<br />

EG<br />

Bradbury Works<br />

Dalston, London<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Statik:<br />

TGA:<br />

Hackney Co-operative Developments<br />

[Y/N] Studio<br />

Engenuiti<br />

Thornley and Lumb<br />

Gesamtfläche: 1.578 m 2<br />

Planungsbeginn: 2017<br />

Bauzeit: 3 Jahre<br />

Fertigstellung: 2022<br />

Baukosten: £ 3.1 Mio.<br />

www.ynstudio.eu


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44<br />

Fassaden<br />

Grün auf<br />

ganzer Linie<br />

Lumber 4 / Kristiansand, Norwegen / Oslotre<br />

Text: Edina Obermoser Fotos: Kyrre Sundal<br />

Von der Natur inspiriert<br />

Was die Architekten von Oslotre antreibt, wird schon<br />

bei einem Besuch auf der Website des Studios klar:<br />

Vogelgezwitscher und andere Naturgeräusche untermalen<br />

den Onlineauftritt und nehmen Besucher<br />

mit auf einen virtuellen Waldspaziergang. Die Gebäude<br />

von Oslotre sollen diesen Fokus auch ins tägliche<br />

Leben übersetzen und den Nutzern die Natur näherbringen.<br />

Im Falle von Lumber 4 übernahm das Büro<br />

nicht nur die Planungsleistungen, sondern trat auch<br />

als Innenarchitekt und Holzbauingenieur auf.<br />

Gemischtes Nutzungskonzept<br />

Lumber 4 kombiniert in einem Gewerbegebiet am Rande<br />

der Hafenstadt an der Südküste Norwegens Büround<br />

Geschäftsflächen, die sich über sechs Stockwerke<br />

verteilen. Das – für eine gewerblichen Nutzung<br />

vorgesehene – Erdgeschoss ist zurückversetzt und<br />

an den Ecken abgerundet. Rundum von diagonalen<br />

Stützen gesäumt, erweckt es den Eindruck, als würde<br />

der darüberliegende Baukörper auf ihm schweben.<br />

Die Anordnung der Streben ergibt sich aus der Form<br />

des Grundstücks. Ihre Position soll dem Gebäude eine<br />

gewisse Leichtigkeit verleihen und eine optimale Erschließung<br />

ermöglichen. In den fünf oberen Etagen<br />

sind vielfältige Arbeitsbereiche untergebracht. u<br />

Das Architekturbüro<br />

Oslotre ist auf Holzkonstruktionen<br />

spezialisiert<br />

und bekannt dafür,<br />

sich seine Inspiration<br />

hauptsächlich aus der<br />

Natur zu holen. Mit<br />

Lumber 4 – einem Büround<br />

Geschäftsgebäude<br />

– stellten die Planer<br />

aus Oslo ihre Expertise<br />

in Kristiansand einmal<br />

mehr unter Beweis. Das<br />

Massivholz-Projekt erhält<br />

durch eine grüne, subtil<br />

beschwingte Fassade<br />

ein charakteristisches<br />

Äußeres und verdeutlicht<br />

darüber hinaus einmal<br />

mehr, wie wettbewerbsfähig<br />

nachhaltige Bauten<br />

dieser Art sind.


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45<br />

Oslotre


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

46<br />

Fassaden<br />

3D-Fassaden als Eyecatcher<br />

Auffällig zeigen sich vor allem die Fassaden des<br />

Oberbaus. Diese setzen sich abwechselnd aus vorgefertigten<br />

Holzelementen in auffälligem Grün und<br />

großflächigen Fenstern zusammen. Letztere reflektieren<br />

die Umgebung und zaubern so ein dreidimensionales,<br />

schachbrettartiges Muster auf die Ansichten.<br />

Die einzelnen Module sind gewölbt und aus<br />

heimischer Kiefer gefertigt. Oben schließen die farbigen<br />

Paneele jeweils mit einem geraden Traufblech<br />

ab. Dadurch entsteht auf den konkav gebogenen<br />

Holzflächen der dreidimensionalen Gebäudehülle ein<br />

spannendes Schattenspiel, das sich je nach Tageszeit<br />

und Sonnen einstrahlung ändert.<br />

Die gewölbten Holzelemente aus Kiefernholzlatten<br />

sind mit grünem Teer gestrichen. Sie verleihen der<br />

Fassade eine spannende Tiefe und lassen sie je<br />

nach Licht und Schatten anders aussehen.


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47<br />

Oslotre<br />

Intelligenter Low-Tech-Ansatz<br />

Bei der grünen Färbung der Elemente handelt es sich<br />

nicht nur um eine designtechnische Entscheidung,<br />

sondern vielmehr um eine – von Mutter Natur inspirierte<br />

– Schutzschicht. Um die Holzlatten vor Schimmel<br />

und Fäulnis zu bewahren, behandelte man die<br />

Module mit grünem Teer. Dieser Anstrich hat feuerfeste<br />

Eigenschaften, lässt das Material aber trotzdem<br />

atmen. Als Imprägnierung verhindert der pigmentierte<br />

Naturwerkstoff sowohl das Eindringen von Feuchtigkeit<br />

als auch das Austrocknen des Holzes. So wird<br />

Rissen vorgebeugt und zugleich die Langlebigkeit<br />

und ökologische Nachhaltigkeit des Neubaus sichergestellt.<br />

Ebenfalls mit einkalkuliert wurde, dass Witterungseinflüsse<br />

den Bau mit der Zeit verändern: Die<br />

Fassadenflächen sollen durch eine natürliche Patina<br />

künftig noch mehr Lebendigkeit erhalten.<br />

Alles Holz<br />

Das Tragwerk des Neubaus beruht auf einer Massivholzstruktur<br />

mit Stützen und Trägern aus Brettschichtholz.<br />

Bei den Geschossdecken handelt es<br />

sich um eine schlanke Verbundkonstruktion aus<br />

Holz und Beton. Sie ermöglicht große Spannweiten<br />

und wird zudem den Anforderungen an Brand- und<br />

Schallschutz gerecht. In südwestlicher Richtung<br />

dockt Lumber 4 an das massive Treppenhaus eines<br />

Nachbargebäudes an. Dieses garantiert die seitliche<br />

Aussteifung und erschließt außerdem die einzelnen<br />

Büroetagen. Im Herzen des Hauses sorgt ein zweigeschossiges<br />

Atrium für Auflockerung. Eine CLT-Treppe<br />

verbindet hier die dritte und vierte Ebene miteinander<br />

und wird wie ein gemütliches Wohnzimmer mit<br />

offener Galerie zum kommunikativen Treffpunkt für<br />

die Nutzer. Rundherum unterteilen – wie auch in den<br />

übrigen Geschossen – leichte Trennwände aus Holz<br />

und Glas die Arbeitslandschaften in private Besprechungsräume<br />

und Offices sowie Open-Space-Flächen<br />

und gemeinschaftliche Zonen. Die raumhohen<br />

Fenster lassen in allen Bereichen reichlich Tageslicht<br />

ins Innere und geben in Küstenrichtung den Blick bis<br />

aufs Meer frei.<br />

u


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48<br />

Fassaden<br />

Die Innenräume prägen weiß pigmentiertes Fichtenholz und<br />

Akustikplatten aus Holzwolle. Selbst die Installationen fügen<br />

sich beige lackiert sichtbar in das Interior-Konzept ein.


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49<br />

Oslotre<br />

Rundum natürliches Design<br />

Bei der Dämmung des Büro- und Geschäftsgebäudes<br />

kamen mit Holzfaserplatten ebenfalls ausschließlich<br />

Naturmaterialien zum Einsatz. Auch im Haus<br />

setzt sich der ökologische Materialkanon fort: Die<br />

Wahl von Holz soll nicht nur aus ökologischer Sicht<br />

einen positiven Effekt haben, sondern auch Wohlbefinden<br />

und Arbeitseffizienz optimieren. Der natürliche<br />

Werkstoff strahlt im Winter Wärme aus, wirkt im<br />

Sommer kühlend und gewährleistet so ganzjährig<br />

ein angenehmes Raumklima. Für den Ausbau nutzte<br />

das Planerteam deshalb helles, feuerfestes Fichtenholz.<br />

Sämtliche Konstruktionshölzer und tragenden<br />

Elemente wurden bewusst in das Interior Design<br />

integriert und auf unnötige Verkleidungen gänzlich<br />

verzichtet. Selbst die freiliegenden Installationen und<br />

Rohre strich man in einem hellem Beigeton und bezog<br />

sie gezielt in das schlichte Konzept mit ein. Die<br />

Deckenuntersichten der hohen Räume kleiden Holzwolle-Paneele,<br />

die zugleich die Akustik regulieren.<br />

Teppichböden in schlichtem Grau komplettieren die<br />

Gestaltung der Office-Bereiche.<br />

Errichtung in Rekordzeit<br />

Besonders stolz sind die Architekten auch auf die<br />

kurze Bauzeit von Lumber 4: Von der Detailplanung<br />

bis hin zur endgültigen Fertigstellung des Gebäudes<br />

vergingen lediglich 12 Monate. Damit bewiesen die<br />

Planer von Oslotre im Süden von Norwegen einmal<br />

mehr die Wirtschaftlichkeit von Holzkonstruktionen<br />

im Vergleich zu herkömmlichen Stahlbetonprojekten.<br />

Auch in Hinblick auf technische Standards braucht<br />

sich das Projekt keinesfalls zu verstecken – zum<br />

Glück, denn das könnte mit der markanten, grünen<br />

Gebäudehülle ohnehin schwierig werden. •<br />

OG 2<br />

Lumber 4<br />

Kristiansand, Norwegen<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Statik:<br />

TGA & Akustik:<br />

Brandschutz:<br />

Skeie Eiendom<br />

Oslotre<br />

Oslotre (Holzbau)<br />

Multiconsult (Beton)<br />

Sweco<br />

Rambøll<br />

Bruttogeschossfläche: 3.106 m 2<br />

Fertigstellung: 2023<br />

www.oslotre.no<br />

„Unser Schwerpunkt liegt auf einer gesunden und<br />

langlebigen Architektur aus Holz. Die weitgehende<br />

Verwendung des Naturmaterials sorgt für ein<br />

gesundes Raumklima, führt zu Gebäuden mit guter<br />

Akustik und Feuerbeständigkeit und bietet die<br />

Möglichkeit einer natürlichen Belüftung, indem die<br />

thermischen und hygroskopischen Eigenschaften<br />

der Holzstruktur optimal genutzt werden.“<br />

Jørgen Tycho, Oslotre


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50<br />

Fassaden<br />

Dem Himmel<br />

entgegen<br />

Phive Civic Center / Parramatta, Greater Sydney / Manuelle Gautrand Architecture<br />

Text: Edina Obermoser Fotos: Nils Koening / Sara Vita / Brett Boardman<br />

Expressive Farben und markante Geometrien sind das<br />

Markenzeichen von Manuelle Gautrand und den Entwürfen<br />

ihres gleichnamigen Büros. Diesem Ruf machte<br />

die französische Architektin mit dem Bürgerzentrum<br />

Phive im australischen Parramatta einmal mehr alle<br />

Ehre. Der auffällige Neubau ist nicht nur durch seine<br />

Form, sondern vor allem aufgrund der mosaikartigen,<br />

roten Fassade ein echter Eyecatcher.


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51<br />

Manuelle Gautrand Architecture


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52<br />

Fassaden


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53<br />

Manuelle Gautrand Architecture<br />

20 km westlich von Sydney fügt sich das neue Gemeinschaftszentrum<br />

am Parramatta Square mitten<br />

in das Geschäftsviertel der Kleinstadt in das urbane<br />

Gefüge ein. Anstatt es behutsam in die Umgebung zu<br />

integrieren, setzte das Planerteam auf ein plakatives<br />

Design. Das Phive Civic Center verfügt über einen<br />

annähernd dreieckigen Querschnitt und streckt sich<br />

wie eine gigantische Welle dem Himmel entgegen.<br />

Den krönenden Abschluss bildet eine Gebäudehülle<br />

in verschiedenen Rottönen.<br />

Zwischen Bürogebäuden und Gewerbeflächen sowie<br />

dem Western Sydney University Campus ist das Projekt<br />

darauf ausgerichtet, neues Leben in das Viertel<br />

zu bringen und als kommunales und kulturelles Zentrum<br />

einen neuen Gemeinschaftsort zu schaffen. Wesentlich<br />

dazu beitragen soll das offene Erdgeschoss<br />

des Hauses, welches in westlicher Richtung direkt<br />

an das bestehende Rathaus andockt und mit diesem<br />

verbunden ist. Die außergewöhnliche Geometrie<br />

des Baukörpers ist nicht nur optisch begründet.<br />

Vielmehr antworteten die Architekten dadurch auf<br />

diverse Vorgaben: Zum einen ging es darum, den urbanen<br />

Kontext optimal miteinzubinden, zum anderen<br />

den öffentlichen Platz an der Südseite des Gebäudes<br />

nicht zu sehr zu verschatten. Zusätzlich reagiert<br />

der Entwurf auf die Nachbarbebauung im Osten und<br />

bezieht neben der Sonne auch andere Faktoren wie<br />

Wind und Klima sowie Blickbezüge zwischen dem Innen-<br />

und dem Stadtraum in die Planung mit ein. u


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54<br />

Fassaden<br />

Design mit Mehrwert<br />

Sowohl der Sockelbereich als auch die östliche Front<br />

des Phive Civic Center lassen komplett verglast tiefe<br />

Ein- und Ausblicke zu. Sie machen Lust auf mehr<br />

und laden Passanten nach drinnen ein. Über das<br />

transparente Erdgeschoss legt sich die – in zahlreichen<br />

Simulationen hinsichtlich diverser Planungsparameter<br />

optimierte – Dachfassade. In Abstimmung<br />

mit dem Sonnenverlauf steigt diese nach Nordosten<br />

hin an und senkt sich zum Parramatta Square ab.<br />

Hinter dieser Planungsentscheidung steckt aber<br />

noch mehr: Die durchdachte Form des Baukörpers<br />

trägt zur passiven Raumkonditionierung bei, indem<br />

sie sich den Kamineffekt zu Nutze macht. Dabei wird<br />

die warme Luft auf natürliche Weise nach oben gelenkt<br />

und die Abluft dort aus dem Gebäude geleitet.<br />

Gleichzeitig strömt in den unteren Bereichen durch<br />

bewegliche Glaslamellen kühle Frischluft nach. So<br />

gelingt es, den Einsatz von Klimaanlagen das ganze<br />

Jahr über weitgehend zu vermeiden, die Kosten zu<br />

senken und den Bau sogar komplett CO 2 -neutral zu<br />

betreiben. Lediglich zu Spitzenzeiten im Hochsommer<br />

und Winter ist eine ergänzende Klimatisierung<br />

bzw. Heizung nötig. Auch sonst wurde über den<br />

gesamten Entwurfs- und Ausführungsprozess hinweg<br />

auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung<br />

geachtet und bestmöglich auf umweltfreundliche<br />

Quellen zurückgegriffen.<br />

Gefaltete Gebäudehülle in Rot<br />

Halb Dach, halb Fassade, setzt sich die charakteristische<br />

Gebäudehülle des multifunktionalen Bürgerzentrums<br />

aus hunderten, gefalteten Metallpaneelen zusammen.<br />

Jedes von ihnen ist quadratisch und entlang<br />

der Diagonale einmal nach außen, einmal nach innen<br />

gefaltet. Im Zwischenraum der Faltungen befindet<br />

sich jeweils ein kleines Fenster. So filtern die Elemente<br />

das Licht und fungieren als Sonnenschutz, lenken den<br />

Blick aber gleichzeitig auch gezielt nach draußen. Inmitten<br />

der grün-grauen Ansichten der benachbarten<br />

Bauten entschied sich das Planerteam von Manuelle<br />

Gautrand Architecture bei der Gestaltung der dreidimensionalen<br />

Fassaden- bzw. Dachstruktur für plakatives<br />

Rot. Der Farbton ist von der australischen Pflanzenwelt<br />

inspiriert und soll das Gemeinschaftszentrum<br />

klar hervorheben. Die Färbung der gefalzten Paneele<br />

changiert mit zunehmender Höhe von dunkel zu hell<br />

und verstärkt so den Eindruck, als wolle sich der Bau<br />

bis in den Himmel strecken.<br />

u


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55<br />

Manuelle Gautrand Architecture<br />

Die öffentliche Bibliothek<br />

erstreckt sich über mehrere<br />

der treppenartigen<br />

Geschosse und bildet das<br />

Herzstück des Gemeinschaftszentrums.<br />

Ausstellungsflächen,<br />

Archiv und<br />

Forschung komplettieren<br />

das kulturelle Programm.


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56<br />

Fassaden<br />

Mit ihren integrierten<br />

Fenstern prägen die<br />

schuppenartigen Metallpaneele<br />

der Dachfassade<br />

nicht nur die Ansichten,<br />

sondern auch die Innenräume.<br />

Sie reduzieren<br />

den solaren Eintrag und<br />

lenken den Blick nach<br />

draußen.<br />

Multifunktionales Raumprogramm<br />

Im Inneren des Phive Civic Center sind die einzelnen<br />

Niveaus zum Platz und der vorgelagerten Promenade<br />

hin gestaffelt angeordnet. Jede der Ebenen springt<br />

etwas weiter zurück, überblickt das darunterliegende<br />

Stockwerk und rückt die Verbindung zwischen dem<br />

Bau und seiner Umgebung in den Mittelpunkt. Das<br />

Erdgeschoss ist als offener Gemeinschaftsort mit einem<br />

Café und Veranstaltungsbereichen konzipiert und<br />

wird von den Architekten selbst als „urbanes Wohnzimmer“<br />

bezeichnet. Weiter oben werden die Räume<br />

zunehmend kleiner und auch die Atmosphäre intimer.<br />

Hier befinden sich zunächst die Räumlichkeiten der<br />

Stadtverwaltung sowie großzügige Ausstellungsflächen<br />

und Besprechungsräume und schließlich die<br />

öffentliche Bibliothek – das Herzstück des multifunktionalen<br />

Neubaus. Den Abschluss bilden in der letzten<br />

Etage die Büros und Sitzungssäle des Stadtrats von<br />

Parramatta. Sie öffnen sich zum alten Rathaus hin und<br />

kragen über den Bestand aus. Modulare Grundrisse<br />

sollen im gesamten Gebäude zukünftig flexible Nutzungsanpassungen<br />

möglich machen und das Projekt<br />

an der Ostküste Australiens stimmig abrunden. •


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57<br />

Manuelle Gautrand Architecture<br />

OG 4<br />

OG 1<br />

Phive Civic Center<br />

Parramatta, Greater Sydney<br />

Bauherr:<br />

Planung:<br />

Projektpartner:<br />

Gesamtfläche: 15.000 m 2<br />

Planungsbeginn: 2016<br />

Baubeginn: 2020<br />

Fertigstellung: 2023<br />

Baukosten: € 83 Mio.<br />

www.manuelle-gautrand.com<br />

Stadtrat Parramatta<br />

Manuelle Gautrand Architecture<br />

Design INC, Lacoste+Stevenson<br />

„Die Hülle – sowohl Dach als auch Fassade<br />

– wirkt wie eine prachtvolle Schutzhaut.<br />

Jedes gefaltete Element der geneigten<br />

Hauptansicht enthält ein verglastes Oberlicht.<br />

In südöstlicher Richtung wird so das<br />

direkte Eindringen der Sonne vermieden.<br />

Die nach Südwesten ausgerichteten Paneele<br />

geben den Blick auf die Kathedrale frei.“<br />

Manuelle Gautrand Architecture


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58<br />

Fassaden<br />

Architektur,<br />

die fliegt<br />

Zhuhai Jinwan Civic Art Centre / Zhuhai, China / Zaha Hadid Architects<br />

Text: Roland Kanfer Fotos: Virgile Simon Bertrand, Seilao Jiong, Cat Optogram Studio


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59<br />

Zaha Hadid Architects<br />

Schon wieder ist ein UFO gelandet! Oder bereitet sich<br />

ein Vogelschwarm auf den Abflug vor? Es liegt an der<br />

Fantasie der Betrachter, welche Assoziationen das<br />

„Civic Art Centre“ von Zaha Hadid Architekten (ZHA)<br />

hervorruft. Architektur, die fliegt – dafür ist das Büro<br />

bekannt und das ist in jedem Fall das Bild, welches das<br />

im Vorjahr in der südchinesischen Provinz Guangdong<br />

eröffnete Kulturzentrum vermitteln soll.


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60<br />

Fassaden<br />

Mitten in einer Bucht liegt das Civic Art Centre,<br />

umringt von einem vor vier Jahren geschaffenen<br />

Stadtviertel, das der 2,4-Millionenstadt Zhuhai im<br />

Bezirk Jinwan zusätzlichen Platz für 100.000 Bewohner<br />

samt notwendiger kommerzieller Infrastruktur<br />

schafft. Mit dem der Allgemeinheit zur Verfügung<br />

stehenden Kunst- und Kulturzentrum (so könnte<br />

man den Begriff „Civic Art Centre“ übersetzen) hat<br />

die dynamisch wachsende Region nun auch kulturell<br />

etwas zu bieten.<br />

Formalistische Architektur<br />

Architektur als Bildsprache – das ist immer schon<br />

ein Wesensmerkmal der verstorbenen irakisch-englischen<br />

Architektin Zaha Hadid gewesen. Und auch<br />

ihr Büropartner und Nachfolger Patrik Schumacher<br />

hat mit puristischem Funktionalismus wenig am Hut.<br />

„Form delivers function“ lautet sein Motto – die gewählte<br />

Figur bestimmt also erst die Funktion innerhalb<br />

eines Gebäudes, im bewussten Gegensatz zu<br />

„Form follows function“, dem Mantra der klassischen<br />

Moderne, postuliert von Louis Sullivan, das die Form<br />

eines Gebäudes ausschließlich als Resultat aus dessen<br />

Zweck und Funktion erlaubt.<br />

Formalistische Architektur, vor allem wenn sie mit<br />

spektakulären, am Computer generierten dynamischen<br />

Formen daherkommt, erregt öffentliches<br />

Aufsehen und bringt dem Bauherrn Publicity. Potente<br />

Auftraggeber – und auch zweifelhafte Regime<br />

– schmücken sich gerne mit „Stararchitekten“ und deren<br />

aufsehenerregenden Bauten. Büros wie ZHA oder<br />

Coop Himmelb(l)au stehen immer wieder in der Kritik,<br />

wenn sie für Katar, die Arabischen Emirate, Aserbeidschan<br />

und Russland bauen. Oder eben für China. u


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61<br />

Zaha Hadid Architects


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62<br />

Fassaden<br />

Entlang einer Mittelachse<br />

erstrecken sich das<br />

„Grand Theatre“ (oben),<br />

die „Blackbox“ (unten),<br />

ein interaktives Wissenschaftszentrum<br />

sowie ein<br />

Kunstmuseum.<br />

Funktionell durchdacht<br />

Abseits <strong>architektur</strong>theoretischer und moralischer<br />

Betrachtungen präsentiert sich das Civic Art Centre<br />

von ZHA als ein seiner Funktion entsprechendes und<br />

auch funktionell durchdachtes Gebäudeensemble.<br />

Es vereint auf einer Geschoßfläche von 100.000 m 2 ,<br />

symmetrisch entlang einer Mittelachse angeordnet,<br />

über eine Spannweite von 170 mal 270 Metern ein in<br />

Betonbauweise errichtetes Zentrum für darstellende<br />

Kunst samt „Grand Theatre“ mit 1.200 Sitzplätzen,<br />

eine multifunktionale „Blackbox“ mit 500 Sitzen, ein<br />

interaktives Wissenschaftszentrum sowie ein Kunstmuseum.<br />

Erschlossen werden die nach innen und außen<br />

voll verglasten einzelnen Bereiche über ein gemeinsames<br />

externes Foyer, das über zwei Brücken zu<br />

erreichen ist. Von dort führen Rampen und Stiegen zu<br />

den einzelnen Veranstaltungsorten. Dieses Element<br />

setzt sich in Form von seitlich weiß verkleideten, an<br />

der Untersicht schwarz gehaltenen Stiegenläufen in<br />

der internen Erschließung fort.<br />

Flügelpaare<br />

Soweit die funktionelle Ebene des Projekts. Den formalen<br />

Part als „Eye Catcher“ übernimmt das Flugdach,<br />

welches das gesamte Ensemble nicht nur überspannt,<br />

sondern in einer dramatischen Geste dieses<br />

so weit und hoch überragt, dass beim Betrachter<br />

tatsächlich die beabsichtigte Assoziation sich in die<br />

Lüfte erhebender Flügelpaare hervorgerufen wird. Es<br />

handelt sich dabei um eine Stahl-Glaskonstruktion<br />

auf 22 Stützen. Die einzelnen Glasmodule, aus denen<br />

sich die fünf selbsttragenden Dachkonstruktionen<br />

zusammensetzen, sind jedes für sich planeben, bilden<br />

aber gemeinsam mehrfach gekrümmte, freie Flächen<br />

entlang isoparametrischer Kurven.<br />

Das Gitterdach mit doppelt isolierter Verglasung ist<br />

zum Schutz vor der Sonneneinstrahlung im subtropischen<br />

Klima an der Küste Südchinas außen mit perforierten<br />

Metallpaneelen verkleidet. Die Paneele haben<br />

unterschiedlich große Löcher und lassen so das<br />

Sonnenlicht differenziert nach Bedarf in die darunterliegenden<br />

Räume. In der Nacht wird das Licht der<br />

künstlichen Beleuchtung von der Dachabdeckung in<br />

den Raum reflektiert.<br />

Ökologie<br />

Das Projekt ist nach dem „Schwammstadt“-Prinzip<br />

konzipiert: Mindestens 70 Prozent des Regenwassers<br />

werden auf natürliche Weise gespeichert,<br />

wobei Schadstoffe und Verunreinigungen mithilfe<br />

von Wasserpflanzen und -tieren gefiltert werden.<br />

Feuchtigkeits- und Bodensensoren steuern und senken<br />

zusätzlich den Frischwasserbedarf. Energieverbrauch<br />

und Raumluftqualität des Zentrums lassen<br />

sich mithilfe intelligenter Steuerung anpassen und<br />

der Warmwasserbedarf wird mithilfe von Abwärme-Rückgewinnung<br />

gedeckt. Die Konstruktion der<br />

Überdachung wurde zudem vollständig aus recyceltem<br />

Stahl realisiert.<br />


Alto 8/16<br />

Alto 8/16<br />

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63<br />

Zaha Hadid Architects<br />

1<br />

Schnitt A-A<br />

SECTION AA'<br />

Scale: 1/800<br />

A<br />

2<br />

SECTION BB'<br />

Scale: 1/800<br />

中 心 河<br />

N<br />

0 5 10 20<br />

50<br />

中 心 河<br />

A<br />

EG<br />

F4 PLAN 1/1000<br />

0 20 50 100m<br />

ZHUHAI JINWAN AVIATION CITY CIVIC ART CENTER<br />

N<br />

Zhuhai Jinwan Civic Art Centre<br />

Zhuhai, 1/1000 China<br />

F4 PLAN 0 20 50 100m<br />

ZHUHAI JINWAN AVIATION CITY CIVIC ART CENTER<br />

Bauherr:<br />

Zhuhai Huajin Development and Construction<br />

Planung:<br />

Zaha Hadid Architects<br />

Leitung Designteam: Zaha Hadid (†2016), Patrik Schumacher<br />

Generalunternehmer: MCC City Investment Holding<br />

Landschaftsplanung/Statik: Beijing Institute of Architecture & Design South China Centre<br />

BIM-Planung:<br />

Beijing BIMTechnologie<br />

Fassadenplanung: Zhuhai City Honghai Curtain Wall<br />

Lichtplanung:<br />

Shenzhen Global Lighting Technology<br />

Theaterplanung:<br />

Shanghai DeYi Engineering Technology<br />

N<br />

Bruttogeschoßfläche: 48.432 m 2 ober Niveau, 51.646 m 2 unter Niveau<br />

Höhe:<br />

35 m<br />

Baubeginn: 2017<br />

Fertigstellung: 2023<br />

www.zaha-hadid.com


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64<br />

RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Dunkel, rau<br />

und immersiv<br />

Die renommierte Stadt St. Moritz, eingebettet 1.800 Meter über dem Meeresspiegel<br />

im faszinierenden Engadin-Tal der Schweiz, ist der perfekte Standort für das<br />

neueste Retail Projekt von Küchel Architects. Die neue Moncler-Boutique erstreckt<br />

sich an prominenter Lage im ersten Stock entlang der Via Maistra, der belebten<br />

Hauptstraße, und über eine Fläche von etwa 300 m².<br />

Fotos: Küchel Architects<br />

Ziel der Architekten war es, ein immersives Erlebnis<br />

zu schaffen, das die konventionellen Grenzen von<br />

Einzelhandelsräumen überschreitet. Inspiriert von<br />

der atemberaubenden Landschaft der Bergwelt war<br />

die Idee, die Essenz der Natur nach innen zu bringen<br />

und die Raffinesse der High-End-Mode mit der rohen<br />

Schönheit der alpinen Landschaft zu verbinden.<br />

Das zentrale Thema dreht sich um die Vorstellung,<br />

durch einen Winterwald zu wandern. Bäume, Symbol<br />

für Stärke und Leben, werden integraler Bestandteil<br />

des Raumes. Um die organische Qualität der Natur<br />

einzufangen, wurde Holz als primäres Material eingeführt,<br />

um dem Raum Wärme und Textur zu verleihen.<br />

Komplementär dazu dienen künstliche Bäume aus<br />

Metall, sei es in Form von filigranen Stämmen oder<br />

abstrakten Interpretationen, als funktionale Skulpturen,<br />

die die Grenze zwischen Kunst und Design verschwimmen<br />

lassen.


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65<br />

RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Der Besucher betritt das Gebäude durch einen überdachten<br />

Außenbereich mit Tonnengewölbe. Die Außenseite<br />

des Eingangs ist mit einem hellgrauen Ton<br />

verziert, der mit der Fassade des Hauses und der umliegenden<br />

Straße harmoniert. Als subtile Vorschau<br />

auf das Innere des Ladens flankieren zwei massive<br />

Wände, die von einem Steinmetz kunstvoll geschnitzt<br />

wurden, die vertikalen Seiten des Eingangs.<br />

Die Innenwände sind aus verbranntem und gebürstetem<br />

Eichenholzmosaik, einem Markenzeichen von Küchel<br />

Architects, gefertigt. Diese japanische Methode<br />

der Holzbehandlung verleiht dem Holz nicht nur eine<br />

dunkle Farbe, sondern ermöglicht auch eine vielseitige<br />

Anpassung seines Aussehens. Der Boden besteht<br />

ebenfalls aus dunklem Eichenholz – diesmal jedoch<br />

in Stirnholzoptik quer zur Faserrichtung geschnitten.<br />

In Kombination mit dem Verlegemuster aus vier<br />

verschiedenen Größen ergibt sich so ein lebendiges<br />

Muster, das sich ständig verändert und zur natürlichen<br />

Identität des Ladens beiträgt. Die Decke ist mit<br />

vier faszinierenden, durch Lärchenschindeln eingerahmte<br />

Lichtkuppeln ausgestattet, die strategisch<br />

platziert sind, um den Raum zu beleuchten, die Decke<br />

abzugrenzen und vor allem die Wahrnehmung des<br />

doppelten Höhenbereichs des Ladens zu erhöhen. u


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66<br />

RETAIL<strong>architektur</strong>


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RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Die tragenden Gewölbestützen sind ebenfalls mit<br />

Holz verkleidet und dienen als rhythmisches Rückgrat<br />

des Ladens, welche die räumliche Zusammensetzung<br />

in fünf verschiedene Abschnitte orchestriert.<br />

Metallwände und handgeschmiedete Eisenbaumzweige<br />

dienen als kunstvolle Installationen und bieten<br />

gleichzeitig eine Lösung zum Aufhängen von<br />

Kleidung. Passend zum einzigartigen Design wurden<br />

dazu maßgeschneiderte Metallregale gefertigt, die<br />

sich an die Enden der Tragstützen anlehnen und die<br />

organischen Konturen widerspiegeln. Diese abgerundeten<br />

Regale verfügen über integrierte Lichtschienen,<br />

die Produkte optimal präsentieren, ohne den<br />

Raum mit übermäßiger Helligkeit zu überfluten.<br />

Im Eingangsbereich dient ein massiver Granitblock<br />

sowohl als Tisch als auch als Präsentationsfläche.<br />

Dieser Steinbock wurde ursprünglich in rechteckiger<br />

Form im Laden platziert, und durch einen gemeinschaftlichen<br />

Prozess, der den Architekten und den<br />

Steinmetz einschloss, langsam in die gewünschte organische<br />

Form gebracht. Die massiven Bänke, ebenfalls<br />

aus Granitstein aus dem Maggiatal gehauen,<br />

wurden absichtlich rau belassen, um eine wuchtige<br />

und robuste Präsenz zu schaffen, die nicht nur den<br />

Raum definiert, sondern auch als dekoratives Gestaltungselement<br />

dient. In ihrer Konzeption fungieren<br />

die Bänke geschickt auch als Präsentationsflächen<br />

für Schaufensterpuppen, strategisch konzipiert, um<br />

Aufmerksamkeit zu erregen. In bestimmten Bereichen<br />

wurden durch sorgfältiges Meißeln Vertiefungen<br />

geschaffen, um gepolsterte Sitzgelegenheiten<br />

unterzubringen und so eine gewisse Gemütlichkeit<br />

inmitten der natürlichen Rauheit des Steins zu schaffen.<br />

Verschiedene organisch geformte Spiegel sind<br />

sorgfältig im gesamten Geschäft verteilt. Die bemerkenswertesten<br />

sind jedoch jene, die kunstvoll in weitere<br />

2,5 Meter hohe Granitblöcke geschnitzt sind. Auf<br />

der Rückseite wurden verschiedene kleine Löcher<br />

sorgfältig ausgehöhlt, um als Präsentationsregale zu<br />

dienen. Diese Spiegel, von denen jeder mehrere Tonnen<br />

wiegt, sind robust verankert und verleihen dem<br />

Raum eine weitere imposante und fesselnde Note. •


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68<br />

RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Kulturelle Fusion<br />

Das renommierte Berliner Büro COORDINATION hat kürzlich den ersten Flagship-<br />

Store der spanischen Brillenmarke MILLER & MARC in Deutschland gestaltet.<br />

Die Eröffnung dieses besonderen Geschäftslokals markiert einen bedeutenden<br />

Schritt für die Marke und bietet den Besuchern ein einladendes und authentisches<br />

Einkaufserlebnis.<br />

Fotos: Christoph Musiol<br />

Das Geschäft befindet sich in einem zentralen Eckladen<br />

an der trendigen Auguststraße in Berlin Mitte.<br />

Diese Lage, die für ihre Vielfalt an Kunstgalerien,<br />

Geschäften und Restaurants bekannt ist, bietet die<br />

ideale Umgebung für das Zusammenspiel von Kultur<br />

und Handel. Schon von außen fällt der Blick durch die<br />

großen Fensterfronten auf das beeindruckende Interior<br />

des Ladens. Das Designkonzept des Geschäfts<br />

wurde sorgfältig entwickelt, um die Markenidentität<br />

von MILLER & MARC widerzuspiegeln und gleichzeitig<br />

Elemente des Berliner Brutalismus der 1970erund<br />

1980er-Jahre zu integrieren. Das Ergebnis ist<br />

ein einzigartiger Raum, der die spanischen Wurzeln<br />

der Marke mit dem kulturellen Erbe Berlins verbindet.<br />

Kernstück der Inneneinrichtung sind die eigens<br />

entworfenen, terracotta-farbenen Retail Möbel, deren<br />

ovale Form beinahe skulptural anmutet. Sie dienen<br />

der Präsentation der aktuellen Kollektionen und<br />

stehen zentral in dem offenen Verkaufsraum. Die<br />

filigranen, weißen Brillendisplays heben sich durch<br />

gezielt gesetzte Beleuchtungselemente von dem<br />

raumbildenden sandfarbenen Vorhangband ab. Die<br />

geschickte Zonierung mit freistehenden Möbeln<br />

schafft offene Blickachsen. Weitere Details, wie die<br />

kobaltblauen Pflanzenhänger, Sitzmöbel und strategisch<br />

klug positionierte, raumhohe Spiegel schaffen<br />

ein schlüssiges Einkaufserlebnis. Durch einen kontrollierten<br />

Mix aus taktilen und textilen Oberflächen<br />

und die satten Farbkontraste entsteht ein minimalistischer,<br />

eleganter Raumeindruck. Flip Sellin, Projektleiter<br />

und Creative Director von COORDINATION,<br />

erklärt: „Unser Ziel war es, mit wenigen Mitteln eine<br />

Atmosphäre zu schaffen, die die spanische Herkunft<br />

von MILLER & MARC mit Berlin in einen spannenden<br />

Dialog treten lässt.“ Das Ergebnis ist ein einladender<br />

Raum, der nicht nur die Produkte, sondern auch die<br />

Besucher in den Mittelpunkt stellt und ein unvergessliches<br />

Einkaufserlebnis bietet.


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69<br />

RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Ein wichtiger Aspekt des Designs war zudem der Fokus<br />

auf nachhaltige Materialien und lokale Produktion.<br />

So wurde ein Großteil des maßgefertigten Mobiliars<br />

lokal in Berlin produziert. Außerdem wurde der<br />

Fokus auch auf die Wiederverwendung von Materialien<br />

gelegt. Die filigranen Brillendisplays stammen<br />

z.B. aus einer ehemaligen Filiale in Spanien und wurden<br />

für den Flagship-Store lediglich neu lackiert. Der<br />

nachhaltige Designansatz von MILLER & MARC spiegelt<br />

die Unternehmensphilosophie perfekt wider. Seit<br />

der Gründung setzt die Brillenmarke konsequent auf<br />

recycelte Materialien, kurze Lieferketten und Produkte,<br />

die für Langlebigkeit stehen. Die Zertifizierung als<br />

B-Corp im Jahr 2022 unterstreicht ihr Engagement<br />

für soziale und ökologische Verantwortung.


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70<br />

RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Frisch aus<br />

dem Markt<br />

In einer Zeit, in der die Forderungen nach Nachhaltigkeit und lokaler Wertschöpfung<br />

lauter werden, ist der neue REWE Green Farming Markt in Wiesbaden<br />

ein wegweisendes Projekt, das diesen Anforderungen gerecht wird.<br />

In Zusammenarbeit mit dem renommierten Planungsteam von ACME wurde<br />

eine Vision verwirklicht: ein nachhaltiger Marktplatz, der lokale Frische<br />

und Transparenz in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig den Weg für eine<br />

neue Ära im Lebensmitteleinzelhandel ebnen soll.<br />

Fotos: Jeva Griskjane, ACME<br />

Die letzten 100 Jahre haben eine drastische Veränderung<br />

in der Lebensmittelproduktion und im<br />

Konsumverhalten gebracht. Mit dem Aufkommen<br />

von Supermärkten und dem Wachstum des Online-Handels<br />

haben viele Menschen den Bezug zu<br />

saisonalen und frischen Produkten verloren. Dem<br />

setzt der neue REWE Green Farming Markt ein beeindruckendes<br />

Konzept entgegen. Die großzügige<br />

Markthalle aus Holz ist nicht nur ein architektonisches<br />

Statement, sondern auch eine Hommage an<br />

lokale Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion.<br />

Hier werden lokal angebaute Produkte in Szene gesetzt<br />

und durch eine transparente Gestaltung der<br />

Produktionsprozesse gefeiert.<br />

Ein zentrales Element dieses Konzepts ist die Integration<br />

einer aquaponischen Farm in das Gebäude.<br />

Diese innovative Methode der Lebensmittelproduktion<br />

kombiniert Fischzucht mit Pflanzenanbau in ei-<br />

nem geschlossenen Kreislaufsystem und ermöglicht<br />

vor Ort die Produktion von jährlich rund 10 Tonnen<br />

Barsch/Tilapia und 800.000 Töpfen Basilikum. Durch<br />

die Nutzung von aquaponischen Kreislaufanlagen<br />

werden optimale Bedingungen für Fisch- und Pflanzenproduktion<br />

geschaffen, wobei Wasserressourcen<br />

effizient genutzt und Umweltbelastungen minimiert<br />

werden. Die Fische und Pflanzen gedeihen in optimalen<br />

Bedingungen, ohne den Einsatz von Hormonen,<br />

Pestiziden oder Antibiotika.<br />

Ein weiteres Highlight des Marktes ist das modulare<br />

Gewächshaus, in dem eine Vielzahl von Produkten das<br />

ganze Jahr über angebaut werden können. Dank innovativer<br />

Anbausysteme und automatisierter Bewässerung<br />

ist eine nachhaltige und ertragreiche Produktion<br />

gewährleistet. Die Besucher des Marktes können die<br />

Herstellung der Lebensmittel live miterleben und bekommen<br />

so wieder mehr Bezug zu ihrer Nahrung.


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71<br />

RETAIL<strong>architektur</strong><br />

Doch der REWE Green Farming Markt ist nicht nur<br />

ein Ort der Lebensmittelproduktion und des Handels,<br />

sondern auch der Begegnung und des Austauschs.<br />

Die großzügige Holzstruktur schafft eine einladende<br />

Atmosphäre und lädt die Besucher dazu ein, sich Zeit<br />

zu nehmen und zu verweilen. Lokale Produkte werden<br />

auf Marktständen im geschützten Außenbereich<br />

präsentiert, während das zentrale Atrium Einblicke in<br />

das Gewächshaus im Dachbereich ermöglicht.<br />

Aber nicht nur im Gebäude selbst, auch in der umgebenden<br />

Landschaft wurden nachhaltige Maßnahmen<br />

umgesetzt. Unversiegelte Grünflächen tragen zur<br />

ökologischen Vielfalt bei und sorgen für eine natürliche<br />

Versickerung von Regenwasser. Darüber hinaus<br />

wurden zahlreiche heimische Pflanzenarten gesetzt,<br />

um Insekten und Vögeln Rückzugsmöglichkeiten und<br />

Nahrungsquellen zu bieten.


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

72<br />

Produkt News<br />

Optimale Arbeitsbedingungen<br />

Mit dem Wandel der Arbeitswelt und der Art, wie sich das Zusammenarbeiten verändert<br />

hat, muss auch die Gestaltung der Räumlichkeiten Schritt halten. Moderne<br />

Büros schaffen Umgebungen, die kreativen und innovativen Austausch fördern.<br />

In diesem Kontext präsentiert der Objekteinrichter<br />

Selmer, als exklusiver Partner der Brunner GmbH in<br />

Österreich, mit dem neuen Bürostuhl „ray work“ eine<br />

Innovation: Durch seine intuitive Zusammenarbeit<br />

mit dem Benutzer schafft er optimale Arbeitsbedingungen,<br />

lediglich bei der stufenlosen Höheneinstellung<br />

ist ein leichter Druck auf den Hebel erforderlich,<br />

ansonsten passt sich der elegante Bürodrehstuhl<br />

mühelos und äußerst dynamisch an – ohne aktives<br />

Zutun des Nutzers.<br />

Dieses beeindruckende Feature wird durch ein fein<br />

ausbalanciertes Zusammenspiel von clever kombinierten<br />

Materialien und einer innovativen Synchronmechanik<br />

mit automatischer Gewichtsanpassung<br />

erreicht. Die Rückenlehne passt ihren Widerstand<br />

automatisch dem Gewicht des Nutzers an und richtet<br />

ihren Winkel zur Sitzfläche ergonomisch aus,<br />

entsprechend der individuellen Neigung. Die geschlossenen<br />

Armlehnen und der kaum spürbare<br />

Kunststoffrahmen folgen den Bewegungen des Nutzers,<br />

ebenso wie die sanft federnde ray Mesh-Bespannung.<br />

Das atmungsaktive, zart-transparente<br />

Hochleistungsnetz ist elastisch und dennoch formbeständig.<br />

In optischer Hinsicht überzeugt es in<br />

sieben eigens entwickelten Farben mit einem wohnlichen<br />

Melange-Effekt, perfekt abgestimmt auf die<br />

sechs verfügbaren Kunststofffarben für Stuhlrahmen<br />

und Fußkreuz. Die Auswahl schließt mit offenen Rollen<br />

oder optionalen Gleitern ab. Zudem stehen Modelle<br />

mit Stoff- oder Lederbezügen zur Verfügung,<br />

die den Zugang zur klassischen Farbwelt eröffnen<br />

und wahlweise mit bequemer Sitz- oder Vollpolsterung<br />

erhältlich sind.<br />

Selmer GmbH<br />

T +43 (0)6216 20210<br />

info@selmer.at<br />

www.selmer.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Luxuriöse und<br />

natürliche Ästhetik<br />

Mitten in Berlin eröffnete im Sommer 2023 das dritte deutsche<br />

DoubleTree by Hilton: Im Rahmen des 16-monatigen<br />

Umbaus wurde die Gebäudestruktur des ehemaligen Steigenberger-Hotels<br />

verändert und 22 weitere Zimmer und<br />

Suiten errichtet. Insgesamt stehen nun über 420 Zimmer,<br />

davon 15 Suiten zur Verfügung, die sich auf die erste bis<br />

sechste Etage verteilen. Mit einer Veranstaltungsfläche<br />

von über 800 Quadratmetern gehört das neue Haus zu<br />

einem der größten Tagungshotels in der City.<br />

Bei der Innen<strong>architektur</strong> im gesamten Gebäude, entwickelt<br />

vom New Yorker Designbüro Virserius, findet sich die<br />

Natur als gestalterisches Element wieder. So gibt es etwa<br />

zwei „lebende“ Wände mit Grünpflanzen und auch die<br />

Gästezimmer wurden in hellen, natürlichen Farben gestaltet.<br />

Für den Boden wählten die Designer eine helle Holzoptik,<br />

die sich perfekt in das natürliche Farbenspektrum<br />

der Räume einfügt. Eine authentische Nachbildung, denn<br />

bei dem Boden in Chevron-Verlegung, auch französisches<br />

Parkett genannt, handelt sich nicht um Echtholzparkett.<br />

Das verwendete PROJECT FLOORS Dekor PW 3220/FP<br />

gehört zu den Topsellern: Der helle Vinylboden bietet eine<br />

wunderbare Grundlage für freundliche, natürliche und<br />

skandinavisch geprägte Raumlayouts.<br />

73<br />

PROJECT FLOORS GmbH<br />

T +49 (0)2233 9687-0<br />

info@project-floors.com<br />

www.project-floors.com<br />

Produkt News<br />

By<br />

0.5<br />

kg CO 2<br />

e pro kg Aluminium<br />

CO2<br />

BILANZ<br />

Der neue Maßstab für Nachhaltigkeit!<br />

Wir treiben unser Engagement für das nachhaltige Bauen konsequent weiter voran und führen<br />

als erstes Aluminiumsystemhaus hochwertige Tür-, Fenster- und Fassadenprofile aus 100 %<br />

recyceltem End-of-Life-Aluminium im Markt ein. Der CO 2<br />

-Fußabdruck der Aluminiumlegierung<br />

Hydro CIRCAL 100R gehört mit durchschnittlich 0,5 kg CO 2<br />

e pro kg Aluminium zu den geringsten<br />

weltweit. Ein entscheidender Schritt in Richtung einer echten Kreislaufwirtschaft.<br />

www.wicona.at


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

74<br />

Produkt News<br />

Schwarz und trendig<br />

Große Glasflächen und schwarze Fensterrahmen sind nicht nur das Aushängeschild<br />

moderner Architektur, sondern auch ein Trend, der immer beliebter wird. Mit der<br />

Produktfamilie ONE von Josko zieht High-End-Design aus schwarzem Aluminium<br />

ins Zuhause ein.<br />

ONE Alu ist innen sowie außen schlicht und elegant<br />

in RAL 9005 tiefschwarz matt erhältlich. ONE App<br />

hingegen bietet die volle Freiheit in Material und Stil:<br />

Außen immer in Alu, erstrahlen die extrem schmalen<br />

Fensterrahmen innen entweder in schwarzem Glas,<br />

in schwarz lackierten oder in schwarz geölten Holzoberflächen.<br />

Fenstergriffe in Tiefschwarz sowie die<br />

barrierefreie Bodenschwelle bei ONE Terrassen- und<br />

Schiebetüren vervollständigen den Look bis ins Detail.<br />

Und mit seinen Kunststoff/Alu-Fenstern bietet Josko<br />

die preislich attraktivste Möglichkeit, um schwarze<br />

Fenster ins Zuhause zu bringen. Bei den Produktfamilien<br />

„Safir“ und „Topas“ ist eine innen hochwertige,<br />

schwarze Dekorfolie mit besonders matter Haptik<br />

verfügbar, die Aluminiumschale außen ist in verschiedenen<br />

RAL Schwarztönen erhältlich.<br />

Josko Fenster & Türen GmbH<br />

T +43 (0)7763 2241-0<br />

office@josko.at<br />

www.josko.at<br />

Extrem schmale, schwarze Rahmen. Der markante<br />

Kontrast zwischen den schwarzen Fenstern und dem<br />

Innenraum sorgt für Wow-Effekte. Am Bild die Produktfamilie<br />

ONE, innen und außen Alu in RAL 9005 schwarz.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

75<br />

Produkt News<br />

Architektonischer<br />

Eyecatcher<br />

Das neue Bürogebäude des Sägewerks Ortner in<br />

Tragwein/Oberösterreich präsentiert sich mit außergewöhnlicher<br />

Architektur: Architekt Norbert<br />

Haderer aus Linz orientierte sich an dem Slogan<br />

des Bauherrn „Immer einen Schnitt voraus“ und<br />

entwickelte daraus eine dynamische Gebäudeform<br />

für das Büro.<br />

Wie für einen Holz-Betrieb nicht anders zu erwarten,<br />

kam hauptsächlich der Baustoff Holz zum Einsatz.<br />

Ausgeführt wurde eine sichtbare Retrotimber-Leimholzkonstruktion<br />

mit Wandverglasung und<br />

Aluprofilen. Diese Kombination sorgt für eine sichtbare<br />

Wand-Holz-Glas-Konstruktion und ergibt den<br />

einzigartigen Charakter des Gebäudes. Die hinterlüftete<br />

Holzfassade wurde mit dem Synthesa-Produkt<br />

DANSKE Aqua Holzöl Greywood behandelt,<br />

ein transparent pigmentiertes, wässriges Holzöl auf<br />

Basis modifizierter Naturöle mit UV-Schutz und Filmkonservierung.<br />

Das Erzeugnis aus der Reihe „Natürlich<br />

inspiriert“ nimmt den Prozess der natürlichen<br />

Vergrauung vorweg, der Grau-Ton mit einem kühlen<br />

Granit-Einschlag (Farbton Greywood Island 03) unterstreicht<br />

die Schlichtheit der Fassade und erzeugt<br />

den Eindruck einer gleichmäßig grauen Patina.<br />

Synthesa Chemie Gesellschaft m. b. H.<br />

T +43 (0)7262 560-0<br />

office@synthesa.at<br />

www.synthesa.at


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76<br />

Produkt News<br />

Echte Kreislaufwirtschaft<br />

Das Bürogebäude des renommierten Metallbauunternehmens Lenderoth in<br />

Bremen erstrahlt in neuem Glanz – und das nicht nur aufgrund einer ästhetischen<br />

Modernisierung, sondern vor allem dank eines wegweisenden Schritts in Richtung<br />

echter Kreislaufwirtschaft. In Zusammenarbeit mit den Partnern WICONA und<br />

Saint-Gobain Glass wurde erstmalig eine komplette Aluminium-Glas-Fassade zurückgebaut,<br />

recycelt und wieder montiert. Dieses wegweisende Projekt dient als<br />

Paradebeispiel für die praktische Umsetzung nachhaltiger Bauprinzipien.<br />

Die Entscheidung zur Sanierung der Bestandsfassade<br />

des Büro- und Produktionsgebäudes<br />

wurde getroffen, da diese aus<br />

den 1970er-Jahren stammend nicht mehr<br />

den aktuellen Standards in Bezug auf Wärmeschutz<br />

und Energieeffizienz entsprach.<br />

Christophe Lenderoth betont: „Die Nachhaltigkeit<br />

ist für uns ein zentraler Bestandteil<br />

unserer täglichen Arbeit. Wir wollten<br />

daher nicht nur eine energieeffiziente Fassade<br />

errichten, sondern auch Materialien<br />

verwenden, die besonders CO 2 -sparend<br />

hergestellt werden. Der Gedanke der Kreislaufwirtschaft<br />

stand dabei im Fokus.“<br />

Die Realisierung des Projekts erfolgte in enger<br />

Zusammenarbeit mit den langjährigen<br />

Partnern WICONA und Saint-Gobain. Zunächst<br />

wurde die alte Fassade demontiert<br />

und die Materialien vor Ort entsprechend<br />

sortiert um die Wiederverwertung zu ermöglichen.<br />

Die Aluminiumelemente wurden<br />

anschießend ins Hydro Werk nach Dormagen<br />

transportiert, im Rahmen eines Recyclingprozesses<br />

wieder aufbereitet und dann<br />

in einem nächsten Schritt zu neuen Aluminiumprofilen<br />

gepresst. Das gesammelte<br />

Glas wurde dem Recyclingwerk zugeführt,<br />

zu Scherben aufbereitet, in der Float-Anlage<br />

eingeschmolzen und schließlich wieder<br />

zu neuen Isoliergläsern verarbeitet.<br />

Die neue Fassade mit einer Fläche von rund<br />

370 m² wurde mit einer WICONA Pfosten-Riegel-Konstruktion<br />

vom Typ WICTEC 50<br />

realisiert, die aus der Aluminiumlegierung<br />

Hydro CIRCAL 100R besteht. Diese besteht<br />

zu 100 % aus End-of-Life-Material und weist<br />

einen äußerst geringen CO 2 -Fußabdruck<br />

auf. Die Verglasung erfolgte mit ORAÉ-Glas<br />

von Saint-Gobain Glass, das einen hohen<br />

Anteil an recyceltem Glas aufweist und<br />

durch die Verwendung erneuerbarer Energien<br />

bei der Herstellung einen niedrigen<br />

CO 2 -Fußabdruck erzielt.<br />

Insgesamt konnte durch das innovative Konzept<br />

eine CO 2 -Einsparung von 24,6 Tonnen<br />

erreicht werden. Christophe Lenderoth zieht<br />

eine positive Bilanz: „Mit diesem Pionierprojekt<br />

haben wir neue Maßstäbe gesetzt und<br />

gezeigt, dass eine echte Kreislaufwirtschaft<br />

in der Baubranche möglich ist.“<br />

Die Partner sind überzeugt, dass kreislauffähige<br />

Fassaden zukünftig zum Standard<br />

beim Bauen werden. Die Reduzierung von<br />

CO 2 -Emissionen und die systematische<br />

Wiederverwertung von Rohstoffen sind<br />

dabei von entscheidender Bedeutung. Die<br />

Kreislaufwirtschaft wird als Schlüssel zur<br />

Eindämmung des weltweiten Ressourcenverbrauchs<br />

betrachtet, und die Technologien<br />

dafür stehen bereits zur Verfügung. Es<br />

bedarf jedoch der gemeinsamen Anstrengungen<br />

von Unternehmen und Industrie,<br />

um diesen Wandel aktiv voranzutreiben.<br />

Hydro Building Systems<br />

Austria GmbH<br />

T +43 (0)6212 20000<br />

info@wicona.at<br />

www.wicona.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

Produkt News<br />

Energie aus<br />

der Fassade<br />

Doppelt nachhaltig:<br />

Das Fassadendämmsystem<br />

StoVentec Photovoltaics Inlay HC<br />

ist Stromlieferant und energiesparender<br />

Wärmeschutz<br />

in einem.<br />

Harmonische<br />

Sonnenschutz-Integration<br />

Aus Liebe zum Bauen.<br />

Bewusst bauen.<br />

Damit Innenräume trotz großflächiger Glasfassaden vor einem<br />

Überhitzen geschützt sind, bietet heroal das außenliegende<br />

Zip-Screen-System heroal VS Z CS für effektiven Sonnen- und<br />

Wärmeschutz an. Dank stabiler Reißverschlusstechnologie ist<br />

das System auch für große Beschattungsflächen von bis zu<br />

6 m Breite und 18 m² Fläche geeignet. Durch das neu entwickelte<br />

Integrationsprofil liegt der Sonnenschutz dabei<br />

besonders nah am Fassadenelement an, wodurch die hohe<br />

Windstabilität von bis zu 145 km/h erreicht wird. Auch im heruntergefahrenen<br />

Zustand ist die neue Lösung besonders ästhetisch,<br />

denn mit 25 mm Ansichtsbreite ergibt sich bei der<br />

Verwendung zweier Führungsschienen heroal GR 25 exakt die<br />

Ansichtsbreite des Fassadensystems heroal C 50 von 50 mm.<br />

Da heroal GR 25 über die gesamte Länge des Fassadenprofils<br />

eingesetzt werden kann, lassen sich auch Fassaden von bis zu<br />

5 m Höhe mit dem teilintegrierten heroal VS Z CS verschatten.<br />

heroal – Johann Henkenjohann GmbH & Co. KG<br />

T +49 (0)5246 507-0<br />

info@heroal.de<br />

www.heroal.de/architekten<br />

Jetzt<br />

425 Wp<br />

Module<br />

Mit neuester<br />

TOPCon-Halbzellen<br />

Technologie<br />

QR-Code mit<br />

der Fotofunktion<br />

Ihres Handys<br />

scannen und<br />

informieren!


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

78<br />

Produkt News<br />

Fotos: Ulrich Schwarz<br />

Kasernengelände transformiert<br />

Im belgischen Hasselt wurde ein altes Kasernengelände zu neuem Leben erweckt.<br />

Im Jahr 2015 gewann das Planungsteam um Abscis architecten, UAU Collectiv<br />

LAND landschapsarchitecten und dem Atelier Kempe Thill architects and planners<br />

gemeinsam mit den lokalen Bauträgern Kolmont und Vestio den geladenen Wettbewerb<br />

für die Entwicklung der historischen Herkenrodekaserne im Stadtteil Refuga.<br />

Das Konzept überzeugte insbesondere durch den Umbau<br />

und die Nachverdichtung der innerstädtischen<br />

Blockrandbebauung. Der Entwurf folgt zwar dem historischen<br />

Leitbild der mittelalterlichen Stadt, ergänzt es<br />

jedoch um zeitgemäße räumliche, soziale und ökologische<br />

Aspekte. Kernstück ist ein öffentlich zugänglicher<br />

Park im Blockinneren, der über drei neue Durchgänge<br />

mit der Stadt verbunden wurde.<br />

Im begrünten und ruhigen Innenhof entstand ein mit<br />

Glas ummanteltes „Wintergartenhaus“ durch Kempe<br />

Thill architects and planners. Zusätzliche Wohnqualität<br />

schufen die Planer hier über das neu gedachte Verhältnis<br />

von Wohnfläche zu Außenraum, indem sie konservative<br />

Grundrisse mit sehr großen Balkonen kombinierten. Die<br />

rund 50 Apartments mit Wohnflächen zwischen 47 und<br />

190 Quadratmetern verfügen über Freisitze, die sich mit<br />

gläsernen Schiebelementen in Wintergärten mit all seinen<br />

Vorzügen verwandeln lassen.<br />

Als hochwertiges Schiebeelement mit geschosshoher<br />

Verglasung fiel die Wahl der Architekten dabei auf das<br />

Aluminiumsystem SL 23 von Solarlux. Das Schiebesystem<br />

wird grundsätzlich vor die Absturzsicherung montiert<br />

und lässt sich trotz relativ schwerer Einzelelemente<br />

einfach öffnen und schließen. Dazu tragen die vereinfachte<br />

Selbstöffnung und ein Softclose-Verschluss bei.<br />

Durch die integrierte Aushebe- und Ausfallsicherung<br />

werden außerdem die Sicherheitsanforderungen selbst<br />

bei hoher Windlast zuverlässig erfüllt.<br />

Solarlux Austria GmbH<br />

T +43 (0)512 209023<br />

info.at@solarlux.com<br />

www.solarlux.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

79<br />

Produkt News<br />

Für lichtdurchflutete Architektur<br />

Fließender Übergang zwischen Innen- und Außenräumen durch barrierefreie Öffnung<br />

ganzer Fensterfronten auf bis zu 50 m Länge, bei bis zu 6 m Bauhöhe, bietet<br />

die gänzlich neu entwickelte Schiebesystemlösung Next Generation Slider von<br />

Keller minimal windows®.<br />

4 Modulvarianten – NG S4, NG S5, NG S6, NG S7 - ermöglichen<br />

es, bis zu 74 mm Isolierglaseinheiten aufzunehmen,<br />

oder Modul unabhängig bis zu 1500 kg<br />

wiegende Flügel zu öffnen. Bei optionaler Integration<br />

sämtlicher Rahmen- und Flügelansichten in den<br />

Baukörper bleiben nun lediglich Profilansichtsbreiten<br />

von 26 mm vertikal sichtbar.<br />

Für die vertikale Rahmung sowie die Griffe stehen<br />

von Holzfurnier bis zu Glasschwert-Lösungen und<br />

von Aluminium, Edelstahl über Cortenstahl bis hin zu<br />

Messing zur Auswahl. Optional ist auch eine integrierte<br />

LED-Ambientebeleuchtung möglich. Herausragende<br />

Leistungseigenschaften weisen die Neuentwicklungen<br />

auch in den Bereichen Luft-, Wind- und<br />

Wasserdichtigkeit auf, thermische Gesamtlösungen<br />

sind bis zum Passivhaus-Niveau verfügbar. Ob gerade,<br />

über Eck oder gebogen, manuell oder motorisch,<br />

öffenbar oder als Festfeld, bietet das neueste Schiebetürsystem<br />

Next Generation Slider nahezu grenzenlose<br />

Gestaltungsfreiheit.<br />

Keller minimal<br />

windows s.a.<br />

Route de Wilwerdange 38-40<br />

L-9911 Troisvierges<br />

www.minimal-windows.com<br />

Partner in Ihrer Nähe:<br />

Livingglas GmbH<br />

T +43 (0)2253 22300<br />

office@livingglas.at<br />

www.livingglas.at


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

80<br />

Produkt News<br />

Die Zukunft des urbanen Wohnens<br />

Architekt Ben van Berkel vom Architekturbüro UNStudio hat in München einen<br />

wegweisenden Wohnbau-Prototypen namens „Van B – very urban living“ entworfen.<br />

Direkt neben dem zukünftigen „Kreativquartier“ gelegen, besticht der<br />

Komplex durch hochflexible Apartments, Außenbereiche sowie gemeinschaftlich<br />

genutzte Räume.<br />

Bei der Gestaltung der beeindruckenden Fassade<br />

setzte der Architekt auf Großformatpaneele von<br />

Rieder: 2.350 m 2 concrete skin Platten aus Glasfaserbeton<br />

verkleiden die dynamische Gebäudehülle<br />

mit asymmetrischen Vorsprüngen und spannendem<br />

Materialmix. Die 13 mm dünnen Betonplatten sind in<br />

Form, Farbe, Oberfläche, Textur und Format frei gestaltbar<br />

und eröffnen Planenden neue Möglichkeiten<br />

im Umgang mit Beton. In München lebt die Gebäudehülle<br />

zudem durch die geschickte Kombination von<br />

unterschiedlichen Materialien: Kupferfarbenes Metall<br />

und raue concrete skin Elemente erweisen sich bei<br />

„Van B“ als unschlagbares Team in der Fassadengestaltung.<br />

Der Mix aus verschiedenen Nuancen und<br />

Strukturen hebt das Fassadenprodukt aus Glasfaserbeton<br />

– hier in der Farbe ivory – speziell hervor. Die<br />

witterungsunabhängige Vormontage der concrete<br />

skin Fassade im Werk sowie der hohe Grad an Vorfertigung<br />

gewährleisten einen hohen Qualitätsstandard,<br />

eine rasche Montage bauseits sowie einen effizienten<br />

Bauablauf. Die so vorgefertigten Module werden<br />

auf der Baustelle einfach eingehängt und feinjustiert.<br />

Rieder Facades GmbH<br />

T +43 (0)6542 690-844<br />

office@rieder.cc<br />

www.rieder.cc


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

81<br />

Produkt News<br />

Fotos: Michael Hetzmannseder<br />

Alt trifft auf nachhaltig Neu<br />

Seit 1867 ist der traditionsreiche Grottenhof im Westen von Graz die führende Ausbildungsstätte<br />

der Land- und forstwirtschaftlichen Fachschule (LFS) Grottenhof.<br />

Im Zuge der großen Investitionsoffensive des Landes Steiermark für das landwirtschaftliche<br />

Schulwesen wurde die Schule nachhaltig modernisiert und erweitert.<br />

Das von der ARGE Grottenhof – bestehend aus<br />

Caspar Wichert Architektur ZT GmbH und OSNAP<br />

Open South North Architecture Practice ZT GmbH –<br />

entworfene moderne Konzept bietet großzügig Platz<br />

für 250 Schülerinnen und Schüler: Der historische<br />

Gebäudeteil wurde zum reinen Internatsgebäude mit<br />

76 Betten umgebaut und der 4.000 Quadratmeter<br />

große Neubau umfasst alle weiteren Räumlichkeiten<br />

wie z. B. Lehrsäle, Verwaltung, Küche, Turnsaal etc.<br />

Beim Trockenausbau setzten die Planer auf Qualitätsprodukte<br />

und ließen insgesamt 5.000 m 2 RIGIPS<br />

Standardplatten sowie 400 m 2 ISOVER TDPT 30<br />

Trittschalldämmung verbauen. Aufgrund der erhöhten<br />

Luftfeuchtigkeit im Küchen- und Sanitärbereich<br />

sowie in den Umkleideräumen wurde dort Glasroc X<br />

eingesetzt: Die für mäßige bis hohe Feuchtebeanspruchung<br />

geeignete Gipsplatte ist mit einem stark<br />

hydrophobierten Gipskern sowie einem imprägnierten,<br />

UV-beständigen Glasvlies ausgestattet.<br />

Saint-Gobain Austria GmbH<br />

ISOVER Austria<br />

T +43 (0)2266 6060<br />

isover-at.marketing@saint-gobain.com<br />

www.isover.at<br />

RIGIPS Austria<br />

T +43 (0)3622 505-0<br />

rigips.austria@saint-gobain.com<br />

www.rigips.at


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

82<br />

Produkt News<br />

Fotos: Koy + Winkel<br />

Neu geformtes<br />

Stadt Quartier<br />

Mit dem Neubauquartier „Am Tacheles“ wird eine<br />

jahrzehntelang brachliegende Lücke in Berlin-Mitte<br />

geschlossen. Die städtebauliche Entwicklung des Areals<br />

erfolgt seit Mitte der 2010er-Jahre auf Basis eines<br />

Masterplans des Basler Architekturbüros Herzog & de<br />

Meuron: Wohnen, Arbeiten, Gastronomie, Einzelhandel<br />

sowie Kunst und Kultur verteilen sich auf die zehn<br />

Neubauten mit rund 85.000 m 2 Nutzfläche und mehr<br />

als 45.000 m 2 Bruttogrundfläche in einem gemeinsamen,<br />

unterirdischen Sockelbau.<br />

Das einzige Relikt der historischen Bebauung, das berühmte<br />

ehemalige Kunsthaus an der Oranienburger Straße, formten<br />

die Architekten von Herzog & de Meuron in das Herzstück<br />

des Areals um und gestalteten zudem auch die Hälfte der<br />

insgesamt zehn Projekte im umgebenden Neubauensemble.<br />

Für die Fassaden der Gebäude SCAPE, ORO und FRAME sowie<br />

die öffentlichen Zwischenräume wählten die Architekten<br />

dabei GIMA-Klinkerfassaden und -Pflastersteinen in speziell<br />

entwickelten Ausführungen.<br />

So fällt das achtstöckige Wohngebäude ORO nicht nur aufgrund<br />

seiner außergewöhnlichen, trapezoiden Grundform,<br />

sondern auch aufgrund der Fassadengestaltung aus hellen<br />

Ziegeln und allseitig von Rundbögen gerahmten Fenstern<br />

oder Loggien auf. Die Fassaden von SCAPE prägt eine filigrane<br />

Rasterstruktur aus hellen Klinkern, die als Lisenen aus dem<br />

Volumen hervortreten und das Vertikale zusätzlich betonen.


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

83<br />

Produkt News<br />

Insgesamt wurden mehr als 300 verschiedene Steinformen<br />

teils in Handarbeit sowie mithilfe von Presswerkzeugen im<br />

GIMA-Werk produziert und die Klinkerriemchen für die Fertigteile<br />

auf das korrekte Maß geschnitten. So setzen sich letztlich<br />

alle Einzelteile im Ensemble gemäß dem Konzept von Herzog<br />

& de Meuron zu einem harmonischen Abbild zeitgenössischer<br />

Großstadt<strong>architektur</strong> zusammen.<br />

GIMA Girnghuber GmbH<br />

T +49 (0)8732 24-0<br />

info@gima-ziegel.de<br />

www.gima-ziegel.de<br />

Nachhaltige Stadtentwicklung<br />

mit Begrünungssystemen vom Marktführer<br />

Zunehmender Flächenversiegelung<br />

entgegenwirken, Regenwasser<br />

regulieren, die Kanalisation entlasten,<br />

das Stadtklima verbessern und<br />

Aufenthaltsorte zum Wohlfühlen<br />

schaffen.<br />

OPTIGRÜN macht’s möglich!<br />

Optigrün international AG | optigruen.at


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

84<br />

Produkt News<br />

Fotos: Ingenhoven Associates / HGEsch<br />

Grünere, urbane Zukunft<br />

Ein wegweisendes Beispiel dafür ist die Calwer Passage in Stuttgart. Der 133 Meter<br />

lange, sieben geschossige und weitflächig verglaste Bürokomplex mit Wohnungen<br />

und Gewerbeflächen hinterlässt einen bleibenden, und vor allem visionären Eindruck.<br />

Beeindruckend ist vor allem auch das umfangreiche Begrünungskonzept, das<br />

unter der Leitung des Architekturbüro Ingenhoven Associates und mit Systemlösungen<br />

vom Dach- und Gebäudebegrünungsspezialisten Optigrün realisiert wurde.<br />

Das Gebäude ist jetzt Lebensraum von 40 großen<br />

Bäumen, die auf und um den Bau gepflanzt wurden.<br />

In der Fassadenkonstruktion fanden ca. 11.000 Setzlinge<br />

in 2.000 Pflanzgefäßen ihren Platz und das<br />

prägendste Element ist ein kleiner Mischwald aus<br />

Schwarzkiefern, Stieleichen, schwedischen Mehlbeeren<br />

und Hainbuchen auf dem sechsten Geschoss der<br />

Passage. Die Bäume wurden mit einer Höhe von acht<br />

bis zehn Metern angepflanzt und können bis zu fünfzehn<br />

Meter hoch werden. Bereits jetzt sind sie von<br />

der Straße aus zu erkennen und erwecken den Eindruck<br />

einer grünen Oase mitten in der Stadt.<br />

Das weitläufige Landschaftsdach bietet neben dem<br />

Wäldchen auch Platz für Kräuterwiesen und Beete,<br />

sowie Orte zum Verweilen. Und auch für das Stadtklima<br />

entstehen durch die vielseitige Begrünung der<br />

Passage zahlreiche Vorteile: Neben der gesteigerten<br />

Biodiversität absorbieren die Pflanzen Schall &<br />

Schadstoffe und steigern so wesentlich die städtische<br />

Lebensqualität. Durch den Rückhalt von Regenwasser<br />

wird die Kanalisation entlastet und die Verdunstung<br />

von Regenwasser kühlt an heißen Tagen die<br />

Umgebungstemperatur ab. Inspiriert von modernsten<br />

städtebaulichen Konzepten ist die Calwer Passage<br />

aus diesen Gründen nicht nur schön fürs Auge, sondern<br />

vor allem auch gut für das Klima der Stadt.<br />

Optigrün international AG<br />

T +43 (0)7 20111-310<br />

info@optigruen.at<br />

www.optigruen.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

85<br />

Produkt News<br />

Fotos: Loxone<br />

Perfekt gedämmt<br />

In zweieinhalb Jahren Bauzeit schuf Loxone, Pionier für intelligente Gebäudeautomation,<br />

auf einer Fläche von elf Fußballfeldern im Mühlviertel seinen visionären<br />

Loxone Campus mit Seminarbereich, Auditorium, Hotel, Restaurant,<br />

Lagerlogistik und Büros. Rund 70 Mio. Euro wurden dabei in zukunftsweisende<br />

Technologien und höchste ökologische Standards investiert. Allein 78 Prozent der<br />

Gesamtfläche sind Grünflächen in Form von begrünten Dächern, Parks und Höfen.<br />

Einen wichtigen Part nimmt bei diesem Leuchtturmprojekt<br />

die professionelle Dämmung ein. Für<br />

die optimale Gefälledämmung im Dach lieferte<br />

Tirols Dämmstoffspezialist Steinbacher ca. 1.520 m 3<br />

steinopor®-EPS-W-25-Dämmplatten, die mit hoher<br />

Druckfestigkeit und Langlebigkeit punkten. Die be-<br />

sondere technische Herausforderung bei diesem<br />

Projekt bestand für die Experten von Steinbacher<br />

in der komplizierten Gefälleplanung. Für die exakte<br />

Berechnung der teils sehr großen Dachflächen waren<br />

ihr umfassendes Know-how und die langjährige<br />

Erfahrung gefragt.<br />

Steinbacher<br />

Dämmstoff GmbH<br />

T +43 (0)5352 700-0<br />

office@steinbacher.at<br />

www.steinbacher.at


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

86<br />

Produkt News<br />

Kubisch, modern, elegant<br />

Die neu errichtete Vino.Take der Winzerfamilie Wolfgang und Ursula Kowald in Bad<br />

Loipersdorf wurde von der Architektur Baukooperative als Skulptur angelegt. Das<br />

Reizvolle an der Aufgabe für die Architekten war es, dem Gebäude einen Mehrwert<br />

zu verleihen: Die Idee, eine begehbare Skulptur zu errichten, war geboren.<br />

Drei bauliche Vorgaben flossen in die Ideenfindung<br />

mit ein: das lange schmale Grundstück in Hanglage,<br />

der Wunsch des Bauherrn nach einer Aussichtsterrasse<br />

sowie die Bedingung der farblichen und baulichen<br />

Harmonie mit der Umgebung. Die Entscheidung,<br />

erdige Farbtöne vom Putz über die Cortenstahl-Verkleidungen<br />

bis zum gestockten Beton zu ziehen,<br />

wurde dabei farblich zur Herausforderung. Erst ein<br />

Baumit Sonderfarbton und das Auftragen von Baumit<br />

CreativTop mittels Besenstrichoptik führten nach<br />

zahlreichen Versuchen zur gewünschten Putzstruktur.<br />

Die Oberflächenstruktur der Fassade wurde in<br />

die Innenraumwandflächen in feinerer Struktur weitergeführt.<br />

Und so ist bereits der Eingangsbereich<br />

des „geerdeten“ Gebäudes in schlichter, formschöner<br />

Eleganz auf einer Cortenstahl-Stele mit dezenter<br />

Hintergrundbeleuchtung eine Einladung, einen<br />

Schritt näher zu treten, um edle Weine und regionale<br />

Schmankerl zu verkosten.<br />

Baumit GmbH<br />

T +43 (0)501 888-0<br />

www.baumit.com<br />

Mehr Infos zum Objekt


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

87<br />

Produkt News<br />

Spielort findet<br />

neues Zuhause<br />

Zum 1. März <strong>2024</strong> konnte STAUSBERG,<br />

seit über 50 Jahren verlässlicher Partner<br />

von Planern, Architekten und Bauherren<br />

und bekannt für hochwertige Stadtmöblierung<br />

und kreative Spielplatzausstattung,<br />

die in Oberösterreich ansässige<br />

Firma Spielort übernehmen. Im Zuge<br />

dieser Übernahme werden nicht nur alle<br />

Geschäftsaktivitäten fortgeführt, es<br />

wurden auch sämtliche Mitarbeitenden<br />

von Spielort übernommen. Der bisherige<br />

Standort von Spielort in Pucking wird<br />

geschlossen. Verwaltung und Fertigung<br />

werden vollumfänglich an den Firmensitz<br />

von STAUSBERG in Kematen an der<br />

Krems verlegt. Mit dieser strategischen<br />

Entscheidung baut STAUSBERG Stadtmöbel<br />

seine Marktposition in Österreich<br />

weiter aus und erweitert das Service-Angebot<br />

insbesondere im Bereich<br />

der Freizeit mit Sport- und Spielanlagen.<br />

Stausberg Stadtmöbel GmbH<br />

T +43 (0)7258 5711<br />

info@stausberg.at<br />

www.stausberg.at<br />

Groß denken<br />

bis ins Detail.<br />

Sonnenschutz heroal VS Z Ecklösung<br />

und Hebe-Schiebetür heroal S 77 SL:<br />

+ Hebe-Schiebesystem mit Ganzglasecke<br />

(Cradle to Cradle Certified ® )<br />

+ Sonnenschutz für Glasecken mit<br />

Edelstahl-Seilführung<br />

+ Steuerung der Textilscreens gemeinsam<br />

oder separat<br />

+ Wärmeschutz bis 18 m 2<br />

Rollläden | Sonnenschutz | Rolltore<br />

Fenster | Schiebetüren | Türen<br />

Fassaden | Überdachungen heroal.de


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

88<br />

Produkt News<br />

Maßgeschneiderte<br />

Beschattungslösung<br />

In Tschagguns in Vorarlberg eröffnete Falkensteiner Mitte Dezember 2022 das<br />

5-Sterne-Familienhotel Montafon. In Zusammenarbeit mit dem Falkensteiner<br />

Designteam, dem Mailändischen Planungsteam Vudafieri Saverino Partners für<br />

Innen<strong>architektur</strong> und Snohetta aus Innsbruck für Architektur entstand ein Projekt<br />

in zeitgenössischer Optik, das Wohlfühlambiente für die Gäste verspricht.<br />

Wie alle Häuser der Gruppe ist auch das<br />

neue Hotel mit den hochwertigen Sonnenschirmen<br />

von Glatz ausgestattet. Bei der<br />

Falkensteiner-Gruppe werden schon seit<br />

einigen Jahren Sonnenschirme des Schweizer<br />

Herstellers eingesetzt, da sie hochwertig<br />

verarbeitet und langlebig sind. Zudem<br />

halten die Qualitätsprodukte auch extremen<br />

Wetterbedingungen stand.<br />

Im Spa-Bereich sind vierundzwanzig kleinere<br />

Schirmmodelle Alu-Smart variabel<br />

im Einsatz, um die Liegen zu beschatten.<br />

Sechs Großschirme Palazzo Royal sorgen<br />

für Schatten auf der Terrasse von Bar und<br />

Lounge. Wenn immer möglich, wurde eine<br />

feste Bodenverankerung für die Schirme gewählt,<br />

damit keine oberirdischen Sockel für<br />

das Servicepersonal zur Stolperfalle werden.<br />

Glatz AG<br />

T +41 (0)52 723 64 64<br />

info@glatz.com<br />

www.glatz.com


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

89<br />

Produkt News<br />

Intelligenter Sonnenschutz<br />

Mit ONYX.HOME für Privatkunden und ONYX.PRO für größere Wohn- oder Bürokomplexe<br />

hat HELLA ein Smart-Home-System speziell für die Bedienung von Sonnenschutzprodukten<br />

entwickelt: Jalousien, Raffstores, Markisen sowie Rollläden<br />

lassen sich damit bequem per Smartphone, Tablet oder vollautomatisch steuern.<br />

ONYX.HOME ist dabei die perfekte Wahl für das Eigenheim.<br />

Sei es ein lichtdurchfluteter Raum im Winter<br />

oder eine beschattete Terrasse an einem heißen<br />

Sommertag – mit dieser Steuerung ist es ganz einfach,<br />

Tageslicht zu lenken und optimal in den eigenen<br />

vier Wänden zu nutzen.<br />

ONYX.PRO sorgt dank der zentralen Steuerung und<br />

Automatisierung bei Mehrparteienhäusern oder Office-Komplexen<br />

für ein einheitliches Fassadenbild<br />

und schützt den Sonnenschutz vor Wettereinflüssen.<br />

Zusätzlich kann die Beschattung automatisch dem<br />

Sonnenstand folgen, so das Tageslicht effizient nutzen<br />

und im Falle eines Feueralarms automatisch in<br />

eine Sicherheitsposition gebracht werden. Zusätzlich<br />

bietet das System Fernwartungsfunktionen für eine<br />

effiziente Überwachung und Wartung der Anlagen.<br />

In Abstimmung mit dem Elektroplaner übernimmt<br />

HELLA zudem die Vorkonfiguration und die Inbetriebnahme<br />

der Sonnenschutzsysteme.<br />

HELLA Sonnen- und<br />

Wetterschutztechnik GmbH<br />

T +43 (0)4846 6555-0<br />

office@hella.info<br />

www.hella.info


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

90<br />

Produkt News<br />

CO 2 -reduziertes Aluminium<br />

Mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie hat sich der Sonnenschutz-Spezialist<br />

Warema ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2030 will das Unternehmen unter<br />

anderem die CO 2 -Emissionen seiner Produkte um 30 Prozent senken.<br />

Als Grundlage dafür hat das Unternehmen den<br />

CO 2 -Fußabdruck seiner drei gängigsten Sonnenschutz-Lösungen<br />

analysiert: den Fenster-System<br />

Raffstore, den Vorbau-Rollladen und die Vorbau-Markise,<br />

jeweils in mittlerer, handelsüblicher Produktgröße<br />

und Ausführungsvariante. Analysiert wurde dabei<br />

die gesamte produktbezogene Wertschöpfungskette,<br />

vom Rohstoff bis zur Entsorgung. Die CO 2 -Emissionen<br />

der Sonnenschutz-Produkte liegen zwischen<br />

265 und 293 kg CO 2 e, wobei der Löwenanteil der<br />

CO 2 -Emissionen (bis zu 90 Prozent) den zugekauften<br />

Rohstoffen, und hier vor allem dem Werkstoff<br />

Aluminium zuzuordnen sind. Aus diesem Grund wird<br />

Warema künftig vermehrt CO 2 -reduziertes Aluminium<br />

einkaufen und weiter auf den Einsatz erneuerbarer<br />

Energien setzen.<br />

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Den erhobenen<br />

CO 2 -Emissionen der betrachteten Produkte steht<br />

das Einsparpotenzial während der Nutzungsphase<br />

gegenüber, das bis zu 28-mal höher ist.<br />

WAREMA Austria GmbH<br />

T +43 (0)662 853015-0<br />

info@warema.at<br />

www.warema.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

91<br />

Produkt News<br />

Nachhaltige und smarte Beschattung<br />

Mit Renobloc Solar, Solozip Solar und Soloscreen Solar präsentiert Griesser einen<br />

Rollladen und zwei Fassadenmarkisen mit Solarantrieb. Die hochleistungsfähigen<br />

und dezenten Solarpanels speisen die neuesten Sonnenschutzlösungen mit kostenloser<br />

Sonnenenergie und sorgen damit für eine stromnetzunabhängige Nutzung.<br />

Zentrales Element aller drei Produkte ist das Solarkit,<br />

mit dem die Solarprodukte serienmäßig ausgestattet<br />

sind. Das vorverkabelte Komplettsystem umfasst<br />

einen Funkmotor, einen Akku, sowie ein Solarpanel<br />

und ist komplett vorverdrahtet. Der Vorbaurollladen<br />

Renobloc Solar lässt sich bei Umbauten und Renovierungen<br />

optimal unter bestehende Stürze oder direkt<br />

auf die Fassade aufbauen. Solozip Solar ist die solarbetriebene<br />

Fassadenmarkise mit Zip. Der mit dem<br />

Tuch verschweißte Reißverschluss hält das Tuch<br />

über die gesamte Höhe in den Führungen und hält<br />

so besonders hohen Windstärken von fast 100 km/h<br />

stand. Die Fassadenmarkise Soloscreen Solar ist in<br />

zahlreichen Varianten und breitem Farbangebot erhältlich.<br />

Genauso wie die Solozip Solar-Fassadenmarkise<br />

eignet sie sich für Flächen von bis zu 12 m 2 .<br />

Griesser AST GmbH<br />

T +43 (0)5525 64222-0<br />

info@griesser.at<br />

www.griesser.at


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

92<br />

Produkt News<br />

Perfekt in Szene gesetzt<br />

Besonders gelungen ist die Renovierung der Innenräume eines in den Hang gebauten<br />

Anwesens in Kitzbühel. Bereits von außen präsentiert sich das Einfamilienhaus<br />

eindrucksvoll mit seiner rustikalen Holz- und Natursteinfassade.<br />

Große Fenster sorgen für viel Licht in den Innenräumen,<br />

in denen ebenfalls die Materialien Holz und<br />

Stein attraktiv in Szene gesetzt sind. Vor allem die<br />

Kombination mit den in warmen, hellen Farbtönen<br />

gestrichenen Wänden und Decken entfaltet dabei<br />

einen besonderen Reiz: Die Farbwahl fiel dabei auf<br />

die seidenmatte Innendispersion Brillux Sedashine<br />

991, die ideal für Decken- und Wandanstriche ge-<br />

eignet und gut reinigungsfähig ist. Zudem ist der<br />

Anstrich emissionsarm, lösemittel- und weichmacherfrei,<br />

also optimal für alle Wohnbereiche geeignet<br />

und sehr leicht zu verarbeiten. Für den Wandaufbau<br />

kamen Briplast Powerfill 1891 und Lacryl Tiefgrund<br />

595 zum Einsatz. Am Ende wurden die Flächen mit<br />

Sedashine in den von der Innenarchitektin vorgegebenen<br />

Farbtönen gestrichen.<br />

Brillux Farben GmbH<br />

T +43 (0)732 370740-0<br />

info@brillux.at<br />

www.brillux.at


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

93<br />

Produkt News<br />

Sichere Rankhilfen<br />

für WDVS-Fassaden<br />

Begrünte Fassaden setzen in dicht bebauten<br />

Städten nicht nur einen lebendigen<br />

Kontrast zum Grau-in-Grau, sie sorgen für<br />

bessere Luft, kühlen im Sommer, reduzieren<br />

Lärm, bauen Schadstoffe ab, schützen<br />

die Fauna (vor allem Vögel) und setzen architektonische<br />

Akzente. Um den Pflanzen<br />

zuverlässig und langfristig Halt zu geben,<br />

bietet Sto mit dem Ranksystem StoFix Iso-<br />

Bar ECO eine bauaufsichtlich zugelassene<br />

Lösung für Fassadenbegrünungen auf Wärmedämm-Verbundsystemen<br />

an, die auch<br />

nachträglich montiert werden kann.<br />

Um Wärmebrücken zu minimieren, bestehen<br />

die Anker aus glasfaserverstärktem<br />

Kunststoff. So sind Ranksystem und Ankergrund<br />

weitestgehend thermisch getrennt.<br />

Das witterungs- und UV-beständige Montagesystem<br />

wird direkt auf der Baustelle<br />

abgelängt und bietet durch verschiedene<br />

Seilführungen und Rastergeometrien Gestaltungsfreiheit.<br />

In Beton oder Mauerwerk<br />

lässt sich das System bei Dämmstoffdicken<br />

bis zu 300 Millimetern mit dem Injektionsmörtel<br />

Multifix USF befestigen, spezielle<br />

Adapter halten das Ranksystem sicher.<br />

Sto Ges.m.b.H.<br />

T +43 (0)4242 33 133-0<br />

info.at@sto.com<br />

www.sto.at<br />

das Organisations- und Führungstool<br />

der Architekten und Ingenieure<br />

untermStrich® X4 software<br />

MAXIMALER<br />

ÜBERBLICK ÜBER…<br />

… erbrachte Leistungen<br />

... abrechenbare Stunden<br />

... Kosten & Honorare<br />

... wichtige Projektinformationen<br />

Damit du untermStrich noch mehr Erfolg hast!<br />

„untermStrich ist eine perfekte Lösung für Zeiterfassung und Auswertung, Abrechnung und Projektmanagement.<br />

Vor allem Zeiterfassung muss nebenher funktionieren – einfach, logisch und schnell!“<br />

Zitat von DI Carlo Chiavistrelli<br />

untermStrich® software GmbH,<br />

Mittergasse 11 - 15, A-8600 Bruck/Mur<br />

Kernhofer Straße 9, D-10317 Berlin<br />

DI Carlo CHIAVISTRELLI GmbH<br />

HANEL Ingenieure<br />

T. +43 3862 58106<br />

untermstrich.com


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

94<br />

edv<br />

DigitalBAU <strong>2024</strong><br />

Smarte Büros und Baustellen<br />

Neben neuen Programmen für das digitale Planen und Bauen wurden vom<br />

20. bis 22. Februar auf der Bausoftware-Fachmesse DigitalBAU <strong>2024</strong> auch<br />

neueste Technologie-Trends vorgestellt. Was war neu und wo steht der<br />

Trendsetter KI aktuell?<br />

Text: Marian Behaneck<br />

Rund 280 Aussteller aus 16 Ländern, darunter<br />

auch einige aus Österreich, präsentierten<br />

den rund 10.000 Besuchern auf der<br />

DigitalBAU in Köln ihre Software- und Hardware-Neuerungen.<br />

Neben BIM und mobilen<br />

Cloudlösungen für das Projekt- und Baustellenmanagement<br />

stand vor allem die<br />

Künstliche Intelligenz (KI) im Fokus. Wo sie<br />

schon eingesetzt wird und welche Potenziale<br />

in der KI stecken, haben mehrere Vorträge<br />

in verschiedenen Foren, teilweise aber<br />

auch schon konkrete Produkte im Ausstellungsbereich<br />

gezeigt. Das waren beispielsweise<br />

KI-gestützte Scan to BIM-Lösungen<br />

für die Bestandserfassung, in CAD-Programmen<br />

integrierte KI-Bildgeneratoren für<br />

erste Entwurfskonzepte oder maschinelle<br />

Bildauswertungssysteme zur Baumängeloder<br />

Bauschadenserkennung. Mit Hilti,<br />

Würth, Faro oder Leica Geosystems haben<br />

auch prominente Hardware-Anbieter neue<br />

Entwicklungen präsentiert. Innovative Produkte<br />

und Ideen zu virtuellen und erweiterten<br />

Realitäten (VR/AR), 3D-Druck, KI, Robotik<br />

oder dem nachhaltigen, emissionsarmen<br />

und zirkulären Bauen wurden auch von den<br />

insgesamt rund 40 Start-up-Unternehmen<br />

in einem separaten Ausstellungsbereich<br />

präsentiert. Die nächste digitalBAU findet<br />

im Frühjahr 2026 statt. Neues aus dem<br />

BAU-IT-Bereich kann man aber auch schon<br />

vorher auf der BAU 2025 in der Halle C3<br />

sehen, die vom 13. bis 17. Januar 2025 in<br />

München stattfindet. (www.digital-bau.com,<br />

www.bau-muenchen.com)<br />

CAD & Co: Besser planen mit BIM<br />

Viele Neuerungen im Bereich CAD drehten<br />

sich um die Themen BIM-Planung,<br />

Kooperation, Bestandserfassung und Visualisierung.<br />

Auch erste KI-Anwendungen<br />

Rund 280 Aussteller präsentierten den etwa 10.000 Besuchern der DigitalBAU in Köln<br />

Neuheiten und Trends für das digitale Planen und Bauen. © Messe München<br />

waren zu sehen. So verfügt die neue Version<br />

von Archicad über einen so genannten<br />

Text-zu-Bild-Generator. Dieser kann<br />

anhand eines mehr oder weniger ausführlichen,<br />

beschreibenden Textes erste<br />

Konzeptmodelle für das Interieur oder ein<br />

komplettes Gebäude generieren und diese<br />

anschließend auch variieren. Verbessert<br />

und erweitert wurde auch die Projektkommunikations-Plattform<br />

BIMcloud, das interaktive<br />

Präsentationswerkzeug BIMx und die<br />

TGA-Fachplanungssoftware DDScad (www.<br />

graphisoft.com). Die BIM-Planungssoftware<br />

Allplan <strong>2024</strong> erhielt einen cloudbasierten<br />

GIS-Connector. Er ermöglicht den Zugriff<br />

auf Daten offener GIS-Plattformen, mit dem<br />

Geländedaten, Gebäude und Straßennetze<br />

importiert werden können. Darüber hinaus<br />

verfügt das Programm jetzt auch über eine<br />

integrierte Kollisionsprüfung sowie ein erweitertes<br />

Fassadenmodul (www.allplan.<br />

com). Mit dem BIM-Webviewer BIMcollab<br />

Nexus erweitert BIMcollab seine Kollisionsmanagement-Plattform<br />

BIMcollab Cloud.<br />

Damit werden Informationen zu BIM-Projektanforderungen,<br />

zur Modellkoordination,<br />

zum Kollisions-Management oder zur Fortschrittskontrolle<br />

in der Cloud bereitgestellt<br />

(www.bimcollab.de). Zu den vielen Neuerungen<br />

von Elitecad Architektur 16 gehören<br />

eine automatische Wandabwicklung, Funktionen<br />

für die Konstruktion von Treppen<br />

und Geländern oder Türen, automatische<br />

Objektbemaßungen und Gefälleberechnungen,<br />

parametrische Raumbeschriftungen<br />

in Schnitten oder neue Funktionen für die


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

95<br />

edv<br />

Neu in Archicad 27 ist unter anderem ein KI-Visualisierer, der Konzeptmodelle anhand beschreibender Wörter generiert. © Graphisoft<br />

Konzeptionelles Modell Text-Eingabeaufforderung AI-generiertes Bild Neue Aufforderung: Holz Neue Aufforderung: Ziegel<br />

BIM-Objektbeschreibung (www.xeometric.<br />

com). Die Visualisierungs-Software Enscape<br />

von Chaos ist jetzt auch für die Programme<br />

Archicad, SketchUp und andere<br />

verfügbar, die auf Mac-Rechnern von Apple<br />

laufen. Zu den Besonderheiten zählen virtuelle<br />

Begehungen in Echtzeit, zahlreiche<br />

Accessoires, Material-, Renderstil- und Belichtungs-Einstellungen<br />

(www.chaos.com).<br />

Mit der Modellprüfungssoftware Solibri<br />

Office lassen sich mithilfe der mitgelieferten<br />

und individuell anpassbaren Standardregeln<br />

Raum- und Gebäudemodelle prüfen.<br />

So können etwa geöffnete Fensterflügel<br />

automatisiert auf mögliche Kollisionen mit<br />

Dachschrägen kontrolliert werden (www.<br />

solibri.com). Vectorworks <strong>2024</strong> unterstützt<br />

BIM-Arbeitsprozesse durch neue Funktionen,<br />

wie etwa die Parameter-Eingabe<br />

von BIM-Komponenten. Damit können<br />

beispielsweise Fenster einfacher modelliert<br />

werden. Das neue Geländerwerkzeug<br />

ermöglicht ferner eine individuelle Konfigurierung<br />

parametrischer Handläufe und<br />

Geländer (www.vectorworks<strong>2024</strong>.eu). Auch<br />

digitale Erfassungssysteme zogen viele Planer<br />

an. Messgeräte-Hersteller Leica Geosystems<br />

präsentierte beispielsweise mit<br />

der neuen Generation des Leica BLK360 einen<br />

sehr kompakten 3D-Laserscanner, der<br />

360 Grad-Scans in nur zwanzig Sekunden<br />

erfasst. Der integrierte Lidar-Sensor misst<br />

680.000 Punkte pro Sekunde mit einer<br />

Reichweite bis 45 Meter dreidimensional<br />

auf (www.leica-geosystems.com). Der neue<br />

3D-Laserscanner Focus Core wurde von<br />

Faro vorgestellt. Er verspricht Erfassungseffizienz,<br />

Datenqualität und Genauigkeit<br />

für professionelle Anwendungen mit einer<br />

Scanreichweite von bis zu 70 Metern und<br />

einer Abstandsgenauigkeit von 2 Millimetern<br />

(www.faro.com).<br />

u<br />

Die integrierte Kollisionsprüfung in Allplan <strong>2024</strong> soll die Kollisionsprüfung<br />

und das Issue Management vereinfachen. © Allplan<br />

Das neue Vectorworks-Geländerwerkzeug ermöglicht eine individuelle<br />

Konfigurierung parametrischer Handläufe und Geländer. © Computerworks


<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

96<br />

edv<br />

Neben neuen Programmen wurden auf der DigitalBAU <strong>2024</strong> auch<br />

neueste Technologie-Trends vorgestellt. © Messe München<br />

Die neue Generation des Leica BLK360 erfasst 360-Grad-Scans in nur<br />

zwanzig Sekunden. © Leica Geosystems<br />

AVA: Modellbasiert ausschreiben<br />

Der Fokus bei AVA-Programmen lag erneut<br />

auf der BIM-AVA-Verknüpfung, der Optimierung<br />

des IFC-Imports oder der Anbindung<br />

an das dynamische Textsystem DBD-<br />

BIM für die automatisierte Generierung von<br />

Leistungspositionen aus BIM-Bauteilen.<br />

So wurde beispielsweise das BIM-Importmodul<br />

BIM2AVA des AVA- und Kostenmanagementsystems<br />

CaliforniaX um eine interaktive<br />

Importfunktion ergänzt, die den<br />

bestehenden automatischen IFC-Import<br />

erweitert. Damit kann CaliforniaX mit allen<br />

gängigen bauspezifischen CAD-Systemen<br />

kommunizieren. Der interaktive Import<br />

kann in Echtzeit auf individuelle Rahmenbedingungen<br />

und Modellinhalte reagieren<br />

und der Anwender kann steuernd eingreifen<br />

(www.gw-software.at). Die AVA- und<br />

Kalkulationssoftware Nevaris Build <strong>2024</strong>.1<br />

ermöglicht einen modellbasierten Datenaustausch<br />

gemäß openBIM-Standard. Nach<br />

dem IFC-Import und der Bemusterung wird<br />

Das BIM-Importmodul BIM2AVA von CaliforniaX wurde um eine interaktive Importfunktion ergänzt.<br />

© G&W Software<br />

ein BIM-Datencontainer für Mengenermittlungen,<br />

Leistungsbeschreibungen und Kalkulationen<br />

erstellt. Mit der aktuellen Version<br />

können jetzt auch Materialien aus der<br />

Kalkulation mit den Produkten aus der Ökokennwertdatenbank<br />

baubook verknüpft<br />

und in Nevaris Build in Form eines Berichts<br />

ausgewertet werden (www.nevaris.com).<br />

Nova Building IT erweitert seinen Cloudservice<br />

Nova AVA durch eine neue BIM-Funktion<br />

des Kalkulationsmoduls. Diese ermöglicht<br />

es, fertige Kalkulationen in das<br />

BIM-Modell zu übertragen und sämtliche<br />

Kostenkomponenten zu visualisieren. So<br />

können Teilleistungen über Kostenarten<br />

an jedem Bauteil des BIM-Modells sichtbar<br />

gemacht werden, was unter anderem die<br />

Kalkulation und Bauleitung vereinfachen<br />

soll (www.avanova.de). Orca AVA wird Teil<br />

der neuen Produktfamilie Orca Solutions,<br />

die auch Themen wie openBIM, Modulbau,<br />

Nachhaltigkeit sowie eine zentrale Datenhaltung<br />

integrieren soll. Mit der neuen<br />

Version Orca AVA 26 können Anwender<br />

jetzt beispielsweise Etagen- und Raumstrukturen<br />

direkt aus der IFC-Datei importieren<br />

und für die Kostengliederung nutzen.<br />

Das ermöglicht Kostengliederungen<br />

nach Bauelementen, Räumen oder Etagen<br />

(www.orca-software.com).<br />

BMSP & Co.: Büro- und<br />

Bauabläufe optimieren<br />

Für neue Impulse in der Büro- und Management-Software<br />

für Planungsbüros (BMSP)<br />

sorgen gestiegene Anforderungen an die<br />

Mobilität und Flexibilität, an die interne und<br />

externe Kommunikation, aber auch an die<br />

Anbindung an BIM-Planungsprozesse. Um<br />

diese Anforderungen noch besser erfüllen<br />

zu können, schließen sich der BMSP-Anbieter<br />

ProjektPRO und der CAD- und AVA-Softwarehersteller<br />

Softtech innerhalb einer<br />

Unternehmensgruppe zusammen. Damit<br />

soll das Know-how einer administrativ und<br />

wirtschaftlich orientierten Softwarelösung<br />

mit dem Know-how planerischer Werkzeuge<br />

vereint werden (www.projektpro.com).<br />

Beim österreichischen Bausoftware-, Schulungs-<br />

und Consulting-Anbieter A-Null<br />

stand vor allem die BIM-Schulung in Form<br />

von Online-Kursen und Hybridschulungen<br />

im Vordergrund. Angeboten werden Basis-,<br />

Vertiefungs- und Spezialisierungskurse<br />

sowie Individualschulungen gemäß den<br />

Vorgaben von BuildingSmart und Austrian<br />

Standards (www.a-null.com). Auch Werkzeuge<br />

zur Verbesserung von Baustellenabläufen<br />

waren auf der DigitalBAU zahlreich<br />

vertreten, wie etwa BauMaster. Das Programm<br />

erfasst und verwaltet alle für die<br />

Bauausführung relevanten Informationen<br />

und Dokumente zentral. Mit der BauMaster-App<br />

haben Planer mobilen Zugriff auf<br />

Bauprojekte. Zu den weiteren Funktionen<br />

zählen die Projektverwaltung, Aufgabener-


www.<strong>architektur</strong>-online.com<br />

97<br />

edv<br />

Werden mit Helmkameras aufgenommene 360-Grad-Fotopanoramen<br />

mit Punktwolkendaten überlagert, lassen sich Abweichungen maschinell<br />

erkennen. © OpenSpace<br />

Jaibot kann Bohrungen für Dübel-Befestigungen auf der Grundlage<br />

digitaler Planungsdaten sehr präzise selbstständig ausführen. © Hilti<br />

fassung, Bautagebuch-, Kosten- und Bauzeitenplan-Erstellung<br />

(www.bau-master.com).<br />

Clone:IT verspricht sogar „den Beginn einer<br />

neuen Ära in der Bauaufsicht“. Mit der<br />

Baustellen-App für BIM-basiertes 3D-Projektmanagement<br />

lässt sich Geplantes mit<br />

Gebautem automatisiert vergleichen. KI-Algorithmen<br />

unterstützen Bauleiter bei der<br />

Fehlererkennung und geben Vorschläge zu<br />

deren Behebung (www.cloneit.at). Miviso<br />

erstellt im Auftrag 2D-Pläne sowie 3D- oder<br />

BIM-Modelle für die Planung und den Betrieb<br />

von Gebäuden und reichert sie gegebenenfalls<br />

mit Attributen an. Auch Punktwolkendaten<br />

werden BIM-konform ausgewertet.<br />

Übergeben werden die Daten in nativen<br />

Formaten wie zum Beispiel Revit oder Archicad<br />

sowie als IFC-Datei (www.mivisio.com).<br />

OpenSpace BIM+ will mithilfe der KI die<br />

Koordination zwischen der BIM-Planung<br />

und der Bauausführung verbessern. Dabei<br />

werden 360-Grad-Fotopanoramen mit<br />

Punktwolkendaten überlagert und mit<br />

BIM-Modellen maschinell verglichen. Erkannte<br />

Abweichungen können in Form von<br />

BCF-Notizen an das BIM-Modell angeheftet<br />

und mit Projektbeteiligten geteilt werden<br />

(www.openspace.ai). SitePlan bietet<br />

Lösungen für die digitale Navigation und<br />

Vermessung von Infrastrukturprojekten.<br />

Mit einer GPS-Navigation in Bauplänen und<br />

Satellitenkarten, georeferenzierten Fotos<br />

und einer zentimetergenauen Bestandsdokumentation<br />

rationalisiert SitePlan Baustellenabläufe<br />

(www.siteplan.at). Mit Revizto<br />

wurde eine Online-Kollaborationsplattform<br />

für die gemeinsame, gewerkübergreifende<br />

Zusammenarbeit an BIM-Projekten vorge-<br />

stellt. Sie kann für Echtzeit-Koordinationen,<br />

automatisierte Kollisionserkennungen und<br />

die Verfolgung von Problemen und Mängeln<br />

im gesamten Gebäude-Lebenszyklus eingesetzt<br />

werden (www.revizto.com). Für viel<br />

Aufmerksamkeit sorgten neben kamerabestückten<br />

Bauhelmen und einigen Laufrobotern<br />

von Boston Dynamics und Unitree<br />

Robotics auch der semi-autonome Bohrroboter<br />

Jaibot von Hilti. Er kann Bohrungen<br />

für Dübel-Befestigungen auf der Grundlage<br />

digitaler Planungsdaten selbstständig ausführen.<br />

Jaibot bohrt Löcher in Beton- und<br />

Metallverbunddecken sowie seitlich in vertikalen<br />

Betonwänden ermüdungsfrei und<br />

sehr präzise in einem Höhenbereich von 1,2<br />

bis 4,8 Metern (www.hilti.at).<br />

•<br />

BAUMANAGEMENTSOFTWARE | AVA | BAUDATEN<br />

ABK. Software, die begeistert.<br />

Ausschreibung, Angebotsprüfung,<br />

Abrechnung - wir haben die<br />

passende Lösung für Sie!<br />

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<strong>architektur</strong> <strong>FACHMAGAZIN</strong><br />

98<br />

edv<br />

Viele neue Features<br />

Die Anwender des ABK-Jahresrelease <strong>2024</strong><br />

profitieren nicht nur von Optimierungen in<br />

der Benutzeroberfläche und Performance,<br />

sondern auch von zahlreichen Neuheiten.<br />

Im Bereich Bauabrechnung wurde die Darstellung<br />

der Belege Hauptauftrag, Zusatzangebot/Vertragsanpassung<br />

und Rechnung<br />

überarbeitet und erweitert. Bei der<br />

BIM-Schnittstelle können mit einer neuen<br />

Funktion AVA-Elemente automatisiert zugeordnet<br />

werden, wenn in der IFC-Datei<br />

Informationen zu AVA-Elementkatalog und<br />

AVA-Element vorhanden sind oder in der<br />

Parameterliste diese Kennwerte ergänzt<br />

wurden. Ebenso wurde die ABK-Parameterliste<br />

aktualisiert. Für eine verbesserte Bearbeitung<br />

kann die Anzeige der Parameter<br />

nach möglichen Kennwerten, die beispielsweise<br />

in Auswahllisten vorhanden sind, eingegrenzt<br />

werden. Die Übernahme von Mengenberechnung<br />

in das Leistungsverzeichnis<br />

wurde überarbeitet und enthält nun Details.<br />

Für Kalkulationen und Angebotslegungen<br />

werden in der neuen Version die Artikelwartungen<br />

mit einem Excel-Import für Artikel<br />

und für die Preiswartung vereinfacht. Und in<br />

der verbesserten Preiseingabe/Kalkulation<br />

werden Summenpreise für Unterleistungsgruppen<br />

und Leistungsgruppen dargestellt,<br />

um eine genauere und transparentere Kalkulationsübersicht<br />

zu ermöglichen.<br />

ib-data GmbH | ABK Bausoftware<br />

T +43 (0)1 492 5570-0<br />

abkinfo@abk.at<br />

www.abk.at<br />

Optimales Energiemanagement<br />

Moderne Nichtwohngebäude stellen in vielerlei<br />

Hinsicht hohe Anforderungen an die<br />

Gebäudeautomation. Energieeffizienter und<br />

nachhaltiger Gebäudebetrieb, umfassendes<br />

Energiemanagement bis hin zur Ladeinfrastruktur<br />

für die Elektromobilität sowie<br />

neue gesetzliche Vorgabe zur Erfassung<br />

der Energie- und Verbrauchsdaten sind nur<br />

einige Beispiele dafür. Optimal umsetzen<br />

lässt sich dies mit der EtherCAT-basierten<br />

Steuerungstechnik von Beckhoff, die durch<br />

die ultraschnelle Datenkommunikation eine<br />

effiziente zentrale Automatisierungs<strong>architektur</strong><br />

ermöglicht.<br />

EtherCAT bietet die technologische Basis,<br />

um alle Feldbussysteme der Gebäudeautomation<br />

zu integrieren. Nahtlos einbinden<br />

lassen sich über die entsprechenden Ether-<br />

CAT-Klemmen und Busklemmen beispielsweise<br />

BACnet/IP, BACnet-MS/TP, DALI,<br />

DMX, EnOcean, KNX/EIB, Modbus, M-Bus,<br />

MP-Bus und SMI. So lassen sich alle etablierten<br />

Subbussysteme, dazu zählen z.<br />

B. Raumklimatisierung, Beleuchtung und<br />

Beschattung, Technikzentralen für versorgungstechnische<br />

Anlagen, Veranstaltungstechnik<br />

sowie Messtechnik in Energieverteilungen<br />

mit hoher Datenübertragungsrate in<br />

die zentrale Automation integrieren.<br />

Beckhoff Automation GmbH<br />

T +43 (0)5552 68813-0<br />

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Und wie sieht das mit Ihren Werbebotschaften aus?<br />

Die Fachmedien des ÖZV werden von Entscheidungsträgern<br />

genutzt und geschätzt: Sie sind für über 90 % der Entscheider<br />

als Informationsquellen unerlässlich, wenn es um Marktentwicklungen<br />

geht. Sie bieten somit entscheidende Informationen und<br />

Ihrer Marke ein hochwertiges Werbeumfeld.<br />

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