07.05.2024 Aufrufe

GRENZENLOS Sommer 2024

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

<strong>GRENZENLOS</strong><br />

Gästemagazin für Garmisch-Partenkirchen, Grainau und die Tiroler Zugspitz Arena<br />

SOMMER <strong>2024</strong> · zugspitze.com<br />

Zurück zu den<br />

Ursprüngen<br />

der<br />

Natur<br />

GRATIS<br />

zum<br />

Mitnehma!<br />

12 ZUGSPITZ-8<br />

112 Kilometer langes,<br />

grenzenloses Radvergnügen<br />

44 KRÄUTERWANDERUNG<br />

Entschleunigung mit<br />

Rotklee und Dost<br />

58 ALPENKLIMAGIPFEL<br />

Expertentalk auf der<br />

Zugspitze


EDITORIAL 03<br />

DAS IST<br />

ZUGSPITZE<br />

NATUR<br />

ERLEBEN<br />

LIEBE LESERIN,<br />

LIEBER LESER,<br />

…auf den höchsten Berg Deutschlands mit der barrierefreien<br />

Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald – nur 10 Minuten bis zum Gipfel<br />

„Faszination Zugspitze“ – Erlebniswelt mit höchstgelegener<br />

3D-Show Europas und Sonderausstellung zur Erstbesteigung<br />

Der Schneekristall: Europas erste kleine Schneekristall-Welt<br />

Romantische Fondue-Abende<br />

Sonnenaufgangsfahrten für Frühaufsteher<br />

Panorama-Gipfelrestaurant mit 4-Länder-Panoramablick<br />

Kostenlose Gipfelführungen<br />

Kostenlose Audioguide-App „Hearonymus“<br />

BAHNORAMA anno 1926 an der Talstation<br />

Betriebszeiten: 09.05.–03.11.<strong>2024</strong>, täglich von 8:40–16:40 Uhr<br />

Tiroler Zugspitzbahn<br />

6632 Ehrwald/Tirol<br />

Tel. +43 5673 2309<br />

info@zugspitze.at<br />

www.zugspitze.tirol<br />

8er-Kabinenbahn ins Wander- und Mountainbikeparadies<br />

Top-Berggastronomie Tirolerhaus mit Bedienungsrestaurant,<br />

großer Sonnenterrasse, Café-Lounge, Kinderspielplatz,<br />

Kinderspielraum – frei zugänglich und Seminarraum<br />

Touren verschiedener Längen und Schwierigkeitsgrade<br />

Bergseen wie z. B. der bekannte Seebensee<br />

Kinderwagentauglicher Wander-Spiel-Weg „Almsee-Runde“<br />

Kostenloser Kinderwagen- und Bollerwagenverleih<br />

04.08.<strong>2024</strong>: DIDIs Kinderspielfest<br />

01.09.<strong>2024</strong>: Country Sunday<br />

12.10.<strong>2024</strong>: Weinfest<br />

Betriebszeiten: 09.05.–03.11.<strong>2024</strong>, täglich von 8:30–16:30 Uhr,<br />

im Juli, August & September von 8:00–17:30 Uhr<br />

Ehrwalder Almbahn<br />

6632 Ehrwald/Tirol<br />

Tel. +43 5673 2468<br />

info@zugspitze.at<br />

www.almbahn.tirol<br />

IMPRESSUM<br />

in diesem <strong>Sommer</strong> erwarten dich wieder<br />

spannende neue Highlights in der Zugspitz<br />

Arena Bayern-Tirol. Hast du gewusst, dass<br />

es das Grenzenlos Magazin schon eine Weile<br />

gibt? Und zwar seit 2009, also noch bevor<br />

die Zugspitz Arena Bayern-Tirol eigentlich<br />

existierte. Sie ist eine grenzüberschreitende<br />

Kooperation, bestehend aus den drei Destinationen<br />

Tiroler Zugspitz Arena, Garmisch-<br />

Partenkirchen sowie dem Zugspitzdorf<br />

Grainau. 2012 hatten die Geschäftsführer der<br />

jeweiligen Tourismus verbände nach einer<br />

Veranstaltung die Idee, zukünftig gemeinsam<br />

den Aufenthalt der Urlaubsgäste mit<br />

neuen Highlights zu verschönern. So wurde<br />

schließlich das erste INTERREG Förderprojekt<br />

aus dem Programm Österreich beantragt,<br />

nach dessen erfolgreichem Abschluss<br />

die Zugspitz Arena Bayern-Tirol mit Sitz in<br />

Ehrwald gegründet wurde.<br />

Das Grenzenlos Magazin vereint Geschichten<br />

von Menschen, die durch ihr<br />

Tun die Region einzigartig machen. Jede<br />

Destination hat ein eigenes Flair mit<br />

TYPISCHEN BRÄUCHEN (ab Seite 60) und<br />

Traditionen, wie beispielsweise DAS HEUEN<br />

(ab Seite 48). Seien es heimische Geschäfte<br />

wie „ KLEIN ABER FEIN“ mit seinen regionalen<br />

Produkten (ab Seite 40), köstliche Leckereien<br />

aus dem CAFÉ „DER LADEN“ (ab Seite 38)<br />

oder eine zauberhafte KRÄUTERWANDERUNG<br />

(ab Seite 44): 365 Tage im Jahr werden bei<br />

Outdoor aktivitäten – wie der RADTOUR ZUG-<br />

SPITZ-8 (ab Seite 12) oder gleich einer ganzen<br />

BESTEIGUNG DER ZUGSPITZE (ab Seite 6) –<br />

Urlaubsträume wahr.<br />

Die Tiroler Zugspitz Arena besteht aus<br />

sieben Gemeinden: Ehrwald, Lermoos,<br />

Berwang, Biberwier, Bichlbach, Heiterwang<br />

am See und Namlos. In der Tiroler Zugspitz<br />

Arena warten auf Radfahrer viele gemütliche<br />

Talstrecken oder PANO RAMAREICHE SOWIE<br />

ANSPRUCHSVOLLE SINGLETRAILS (ab Seite 16).<br />

Als Familien urlaubsregion können Jung und<br />

Alt bei den ESCAPE TRAILS (ab Seite 20) richtige<br />

Abenteuer erleben. Oder sie begeben<br />

sich über die ERLEBNISWEGE auf die Spuren<br />

des antiken Augustus (ab Seite 30). Darüber<br />

hinaus spielen Natur, Nachhaltigkeit und<br />

Klima wandel beim Veranstaltungsformat<br />

„ ALPENKLIMAGIPFEL“ auf der Zugspitze eine<br />

ganz besondere Rolle (ab Seite 58).<br />

Nirgendwo sind Gäste näher am höchsten<br />

Berg Deutschlands dran als im Zugspitzdorf<br />

Grainau. Das lässt sich zusammen mit der<br />

GÄSTEFÜHRERIN ZSOFIA LIEBSCH bei einer<br />

Themenwanderung erkunden (ab Seite 28).<br />

Auch ein Abstecher zur HÖLLENTALKLAMM<br />

lohnt sich (ab Seite 54), um die Sorgen des<br />

Alltags zu vergessen. Das gelingt zudem<br />

bei den ALPHORN-SCHNUPPERKURSEN von<br />

Elisabeth Heilmann-Reimche (ab Seite 62).<br />

Egal, ob ein neuer Pächter mit frischem<br />

Konzept beim WANKHAUS (ab Seite 22) oder<br />

ein neu gestalteter MICHAEL-ENDE-KURPARK<br />

(ab Seite 36) – Garmisch-Partenkirchen setzt<br />

dieses Jahr alle Zeichen auf Veränderung. Das<br />

erleben Gäste und Einheimische ebenfalls<br />

bei dem EVENT „GAPA LIVE“, ehemals „Musik<br />

im Park“, (ab Seite 64), das erstmals im ganzen<br />

Ort und nicht nur im Kurpark stattfinden<br />

wird.<br />

Drei Destinationen, ein grenzüberschreitendes<br />

Vergnügen – du wählst, wohin dich<br />

deine Reise tragen wird. Klar ist auf jeden<br />

Fall, dass dir ein unvergesslicher Urlaub<br />

bevorsteht. Wir wünschen dir viel Spaß bei<br />

deinem Aufenthalt!<br />

DEIN AUFENTHALT<br />

HAT DIR GEFALLEN?<br />

Deine Meinung ist uns wichtig,<br />

also gib uns bitte dein<br />

Feedback zum Urlaub in der<br />

Tiroler Zugspitz Arena!<br />

Herausgeber Zugspitz Arena Bayern-Tirol, www.zugspitze.com; Tiroler Zugspitz Arena, Schmiede 15, 6632 Ehrwald, Tel.: +43 5673 200 00, info@zugspitzarena.com, www.zugspitzarena.com;<br />

GaPa Tourismus GmbH, Richard-Strauss-Platz 1a, 82467 Garmisch-Partenkirchen, Tel.: +49 8821 180 700, www.gapa-tourismus.de; Tourist-Information Zugspitzdorf Grainau, Parkweg 8, 82491 Grainau,<br />

Tel.: +49 8821 9818 50, www.grainau.de V. i. S. d. P. Petra Fraune Verlag VMM MEDIENAGENTUR, VMM Wirtschaftsverlag GmbH & Co. KG, Kleine Grottenau 1, 86150 Augsburg, Tel.: +49 821 4405-0,<br />

grenzenlos@vmm-medien.de, www.vmm-medien.de Product Owner Lisa Graf Redaktion Angelo Arabia, Nicole Eidinger (verantw.), Lucia Glahn, Lisa Graf, Ulrich Pfaffenberger, Diana Schneider, Clara<br />

Schwab, Marion Trutter, Fiona Wiedemann, Dagmar Zimmermann Art Director Markus Ableitner Layout Anne Gierlich Titelbild Zugspitzdorf Grainau/Wolfgang Ehn Bildbearbeitung Adnan Badnjévic<br />

Lektorat Gaby Feldmann Objekt leitung/Media Hans Peter Engel, Tel.: +49 821 4405-420, hanspeter.engel@vmm-medien.de Druck ADV SCHODER, Augsburger Druck- und Verlagshaus GmbH, Aindlinger<br />

Straße 17-19, 86167 Augsburg Urheberrecht Der Inhalt dieses Heftes wurde sorgfäl tig er ar bei tet. Dennoch über neh men Autoren, Heraus geber, Redaktion und Verlag für die Richtigkeit von An ga ben,<br />

Hinweisen und Ratschlägen sowie für even tuelle Druckfehler keine Haftung. Alle in <strong>GRENZENLOS</strong> abgedruckten Beiträge sind urheberrechtlich ge schützt. Nachdruck oder ander weitige Ver wen dung sind<br />

nur mit vorheriger Genehmigung des Herausgebers gestattet.<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


04 INHALT 05<br />

INHALT<br />

44<br />

06<br />

AKTIV DURCH DIE REGION<br />

Schnoi naus – back mas *<br />

06<br />

TOUR ZUGSPITZE Mit diesen Routen gelingt der<br />

Aufstieg auf den höchsten Berg Deutschlands<br />

12<br />

ZUGSPITZ-8 Mit der bayerisch-tirolerischen<br />

Radtour die malerische Region erkunden<br />

16<br />

RADSPORT Die Highlights für Radfahrer in der<br />

Tiroler Zugspitz Arena<br />

FAMILIE<br />

Mit Kloane und Groase uma nand *<br />

20<br />

22<br />

28<br />

30<br />

36<br />

ESCAPE TRAILS In Berwang warten drei neue<br />

Escape Trails auf Jung und Alt<br />

WANK Für das Wankhaus beginnt mit dem neuen<br />

Pächter Florian Krempl die nächste Ära<br />

GÄSTEFÜHRERIN Zsofia Liebsch begeistert Gäste<br />

mit ihren (Themen-)Wanderungen in Grainau<br />

REGIONALE ERLEBNISWEGE Mit Themenpfaden<br />

eine Reise in die (Römer-)Vergangenheit antreten<br />

MICHAEL-ENDE-KURPARK In diesem Jahr erstrahlt<br />

der Kurpark in neuem Glanz<br />

30<br />

KULINARIK<br />

Schmankerl und Mongdratza *<br />

38<br />

40<br />

DER LADEN Im Traditionscafé werden Speisen und<br />

Getränke mit ganz viel Liebe zubereitet<br />

KLEIN ABER FEIN Ein kulinarischer Ausflug in den<br />

Genussladen von Anton Sprenger<br />

40<br />

LAND & LEUTE<br />

Vo ins Dahoam *<br />

42<br />

44<br />

48<br />

54<br />

58<br />

JAGD Robert Hörbst serviert in seinem Gasthof kulinarische<br />

Spezialitäten, die er selbst erlegt hat<br />

KRAUT & LISL Bei Kräuterwanderungen gelingt mit Rotklee<br />

und Dost die Entschleunigung im Urlaub<br />

MITTEREGG Egal, ob Heuen oder die alte Schule: In Mitteregg<br />

ist hier und da die Zeit einfach stehen geblieben<br />

HÖLLENTALKLAMM Zurück zu den Ursrpüngen: die rasante<br />

Entwicklung des Höllentals und der Höllentalklamm<br />

ALPENKLIMAGIPFEL Bei einem neuen Eventformat tauschen<br />

sich Experten über den Klimawandel aus<br />

INSIDERTIPPS<br />

Des muast wissn *<br />

60<br />

62<br />

64<br />

BRAUCHTUM Bei den Heimatabenden im Zugspitzdorf<br />

Grainau ist altes Brauchtum wieder ganz lebendig<br />

ALPHORN In speziellen Alphorn-Schnupperkursen<br />

gibt es exklusive Einblicke in das Instrument der Bergwelt<br />

GAPA LIVE Eine beliebte Veranstaltungsreihe geht <strong>2024</strong><br />

mit einem neuen Konzept an den Start<br />

* Das ist Bayerisch!<br />

Heidi Ostler aus Grainau kennt den Dialekt<br />

so gut wie keine andere.<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


06 TOUR ZUGSPITZE<br />

RUBRIK 07<br />

ABENTEUER ZUGSPITZE:<br />

AUFFI GEHT’S!<br />

Egal, ob von deutscher oder österreichischer Seite aus: Für den Aufstieg<br />

auf den höchsten Berg Deutschlands stehen erfahrenen Bergsportlern<br />

verschiedene Routen zur Auswahl. Damit die Tour auf die Zugspitze<br />

ein voller Erfolg wird, gibt es vorab wichtige Aspekte zu beachten.<br />

Bilder: Roadtrip the World; Tiroler Zugspitz Arena/K. Perktold, C. Jorda; Nicky Fischer;<br />

Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Thomas Marzusch<br />

Mit 2.962 Metern Höhe ist die Zugspitze als<br />

höchster Gipfel des Wettersteingebirges<br />

und Deutschlands eine Herausforderung<br />

für alle Wander begeisterten. Aus eigener<br />

Kraft am Gipfelkreuz ankommen, ist das große Ziel von<br />

vielen Bergfexen – das aber auch scheitern kann. Eine<br />

gründ liche Planung des Aufstiegs ist essenziell, denn<br />

das Risiko am Berg sollte nicht unterschätzt werden.<br />

Eine sportliche Grundkondition und Erfahrungen im<br />

alpinen Wandern sind Grundvoraussetzungen. Um die<br />

eigene Sicherheit zu gewährleisten, ist eine Besteigung<br />

als Gruppe gemeinsam mit einem Bergführer die beste<br />

Lösung. Angehörige und Hüttenpächter sollten über<br />

Aufstiegspläne und Abweichungen Bescheid wissen.<br />

Kleidung und Schuhe sollten für schlechtes Wetter<br />

geeignet sein.<br />

Vorab gilt es, sich gründlich über die geplante Route<br />

zu informieren und sich diese einzuprägen. Die Gegebenheiten<br />

am Berg können sich schnell und unerwartet<br />

ändern. Neben der Hauptroute sollten daher Alternativen<br />

bekannt sein. Sie werden genutzt, wenn die<br />

Strecke nicht den Vorstellungen entspricht. Auch bei<br />

unerwarteten Ereignissen – wie beispielsweise Wetterumschwünge<br />

oder anderweitige Schwierigkeiten –<br />

ist Umsicht gefragt. Die Entscheidung zur Umkehr<br />

ist manchmal der sicherste Weg. Schließlich können<br />

dichter Nebel und rasch aufziehende Wolken die Sicht<br />

beeinträchtigen und die Orientierung einschränken.<br />

Regen und Schnee erschweren das Begehen von Bergwegen,<br />

sodass die Rutsch- und Sturzgefahr steigt –<br />

selbst im <strong>Sommer</strong> sind Schneefall und eisiger Wind<br />

möglich. Aufziehende Gewitter müssen Alpinisten<br />

ebenso ernst nehmen, denn es besteht Lebensgefahr.<br />

Kluge Voraussicht<br />

Bei Wegbeschädigungen und kniffligen Passagen sollte<br />

kritisch hinterfragt werden, ob man dieser Herausforderung<br />

gewachsen ist. Dabei sollte bedacht werden,<br />

wie der Weg nach der Passage weitergehen könnte,<br />

und ob eine Rückkehr möglich ist. Keinesfalls sollten<br />

Wanderer versuchen, sich durch unbekanntes Gelände<br />

abseits der ausgeschilderten Wege zu bewegen. Wer sich<br />

unsicher ist, geht einfach zum letzten bekannten Punkt<br />

zurück und orientiert sich neu.<br />

Neben Verhaltensregeln spielt das Gepäck eine wichtige<br />

Rolle. Man darf nicht zu voll beladen sein, denn ein<br />

schwerer Rucksack kann zum Sicherheitsrisiko werden.<br />

Ein Erste-Hilfe-Set gehört genauso zur Grundausstattung<br />

dazu wie Wetterschutz, Wechselkleidung und<br />

Verpflegung. Je nach anvisierter Tour muss zudem die<br />

Kletterausrüstung eingepackt werden.<br />

Wenn die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann<br />

das Abenteuer Zugspitze beginnen. Insgesamt stehen<br />

vier Wege zur Auswahl: ab Garmisch-Partenkirchen<br />

durch das Reintal, ab Hammersbach durch das<br />

Höllental, ab Ehrwald über das Gatterl und vom Eibsee<br />

oder Obermoos aus über das Österreichische Schneekar<br />

und den „Stopselzieher“. Bei einer zweitägigen<br />

Wander tour können Bergsteiger in den Alpenvereinshütten<br />

übernachten – auf der Höllentaleingangshütte<br />

ist das jedoch nicht möglich. Aufgrund der hohen<br />

Nachfrage an Wochenenden und in den Ferien ist eine<br />

früh zeitige telefonische Reservierung bei den Hüttenwirten<br />

empfohlen.<br />

Zurück zu den Ursprüngen<br />

Im Jahr 1820 bestieg Leutnant Joseph Naus den Zugspitzgipfel<br />

als Erster. Um auf seinen historischen Spuren zu<br />

wandern, nehmen Wanderer von Juni bis September die<br />

Reintalroute. Sie ist die einfachste, mit 21,4 Kilo metern<br />

auch die längste Variante. Innerhalb von zehn Stunden<br />

werden 2.266 Höhenmeter bergauf und 85 Höhenmeter<br />

bergab überwunden. Eine gute Kondi tion ist<br />

entscheidend, denn die Entfernung zum nächsten Ort<br />

ist weit. Der Schlussanstieg stellt eine Herausforderung<br />

dar. Wer die Tour an einem Tag wandert, sollte um circa<br />

6:00 Uhr früh losstarten, um beim Abstieg die letzte<br />

Gondel nach unten zu erwischen. Dank der Einkehr- und<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


08 TOUR ZUGSPITZE<br />

09<br />

Übernachtungs möglichkeiten auf der Reintalangerhütte<br />

und der Knorrhütte lässt sich diese Tour über zwei Tage<br />

strecken.<br />

Startpunkt ist am Olympia Skistadion in Garmisch-<br />

Partenkirchen. Die Wildenauer Straße führt Bergsteiger<br />

zunächst zur Partnachklamm, bevor mit einer<br />

Brücke der Ferchenbach überquert wird. Diesem folgen<br />

Naturliebhaber in Richtung der Beschilderung Reintal/<br />

Zugspitze. Vorbei an der Bockhütte, der Quelle an<br />

den sieben Sprüngen und der Blauen Gumpe geht es<br />

zur Reintalangerhütte. Von hier aus ist es nicht mehr<br />

weit bis zum Partnachursprung. Ein steiler Steig zieht<br />

sich vorbei am Veitlbrünnl bis hinauf zur Knorrhütte.<br />

Danach warten die Geröllfelder des Zugspitzplatts,<br />

die bis zum Sonnalpin und der Zugspitzbahn durchlaufen<br />

werden. Alternativ kann ab dem Zugspitzplatt<br />

die Gletscherseilbahn genutzt werden. Nachdem zu<br />

Fuß das Schneefernerhaus passiert wurde, ist bereits<br />

das Ziel in Sicht. Bei der Gipfelterrasse befindet sich<br />

ein schmaler Klettersteig, mit dessen Hilfe man zum<br />

Gipfelkreuz der Zugspitze gelangt.<br />

Perfekt für Profis<br />

dem Tirolerhaus. Nach diesen Einkehrmöglich keiten<br />

ist der nächste Halt die Pestkapelle. Von da an führt der<br />

Max-Klotz-Steig zur Hochfeldern Alm. Alpinisten schlagen<br />

die Route zum Joch „Am Brand“ ein, bevor der Weg<br />

in Richtung Feldernhöchl leicht abfällt. Schließlich geht<br />

es wieder steil bergauf auf dem versicherten Steig zum<br />

„Gatterl“. Über den „Plattsteig“ gerät die Knorrhütte in<br />

Sichtweite. Nun folgt der Aufstieg über das Zugspitzplatt<br />

zum Sonnalpin, um bis zur Bergspitze zu gelangen.<br />

Kurz und knackig<br />

Der kürzeste Aufstieg startet ab dem Eibsee in Grainau<br />

oder ab Obermoos in Ehrwald. Die Route ist acht<br />

bezieh ungsweise fünf Kilometer lang und es werden<br />

2.015 beziehungsweise 1.735 Höhenmeter zurückgelegt.<br />

Beide Wege führen erst einmal steil bergauf zur<br />

Wiener-Neustädter Hütte. Sie ist eine Schutzhütte des<br />

Österreichischen Touristen klubs (ÖTK) und das erste<br />

erbaute Schutzhaus auf der Zugspitze. Vom Eibsee<br />

aus dauert es zu ihr rund vier Stunden, von Obermoos<br />

Abwechslungsreich und äußerst beliebt ist der Anstieg<br />

über das Höllental. Auf einer Strecke von neun Kilometern<br />

überwinden Gipfelstürmer innerhalb von rund<br />

9,5 Stunden etwa 2.200 Höhenmeter. Klettersteigset,<br />

Gurt und Helm dürfen bei dieser Erkundungstour nicht<br />

fehlen. Los geht es in Hammersbach. Der Weg führt<br />

durch die spektakuläre Höllentalklamm – wer mag,<br />

kann diese auch auf dem Stangensteig umgehen. Ab der<br />

Höllentalangerhütte (mit Übernachtungsmöglichkeit)<br />

laufen Wanderbegeisterte über den Höllentalanger bis<br />

zum ersten Steilaufschwung an der „Leiter“. Oberhalb<br />

davon wird das „Brett“ mit Stahlstiften in einer Felswand<br />

überquert. Über den „Grünen Buckel“ erreicht man den<br />

Höllentalferner, für dessen Überquerung Steigeisen<br />

unerlässlich sind. Hier ist zudem Vorsicht geboten bei<br />

der Randkluft, denn das Eis entfernt sich beim Schmelzen<br />

weiter vom Felsen. Anschließend wartet nur noch<br />

ein mittelschwerer Klettersteig, mit dem der Gipfel<br />

erreicht wird.<br />

Sightseeing pur<br />

Die Gatterltour erstreckt sich über 14 Kilometer und<br />

dauert rund acht Stunden. Dabei werden 2.075 Höhenmeter<br />

bergauf und 283 Höhenmeter bergab über wunden.<br />

Daher ist sie für geübte, trittsichere und schwindelfreie<br />

Personen geeignet. Eine Kletterausrüstung ist nur für<br />

den Aufstieg zum Gipfelkreuz nötig. Die Tour beginnt an<br />

der Talstation der Ehrwalder Almbahn, die sich bei Bedarf<br />

für eine Abkürzung nutzen lässt. Wer lieber zu Fuß losmarschiert,<br />

läuft über den Wiesenweg vorbei an der<br />

BrentAlm, der Gang hofer Hütte, der Ehrwalder Alm und<br />

HOCHFELDERN ALM<br />

Obermieming 230<br />

6414 Mieming<br />

+43 664 1563339<br />

info@hochfeldern-alm.at<br />

hochfeldern-alm.at<br />

Öffnungszeiten:<br />

Ende Mai bis Ende September <strong>2024</strong><br />

HÖLLENTALANGERHÜTTE<br />

Im Höllental<br />

82491 Grainau<br />

+49 8821 9438548<br />

info@hoellentalangerhuette.de<br />

alpenverein-muenchen-oberland.<br />

de/huetten/alpenvereinshuetten/<br />

hoellentalangerhuette<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mitte Mai bis Oktober <strong>2024</strong><br />

KNORRHÜTTE<br />

Am Zugspitzplatt 1<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 151 14443496<br />

info@knorrhuette.de<br />

alpenverein-muenchen-oberland.<br />

de/huetten/alpenvereinshuetten/<br />

knorrhuette<br />

Öffnungszeiten:<br />

Ende Mai bis Oktober <strong>2024</strong><br />

REINTALANGERHÜTTE<br />

Reintalanger 1<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 160 97503090<br />

(nur für dringende Fälle)<br />

info@reintalangerhuette.de<br />

alpenverein-muenchen-oberland.de/<br />

huetten/alpenvereinshuetten/<br />

reintalangerhuette<br />

Öffnungszeiten:<br />

17. Mai bis 6. Oktober <strong>2024</strong><br />

WIENER-NEUSTÄDTER-HÜTTE<br />

Wiener-Neustädter Hütte 1<br />

6632 Ehrwald<br />

+43 676 7304405<br />

wiener.neustaedterhuette@oetk.at<br />

wiener-neustaedter.com<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mitte Juni bis<br />

Anfang/Mitte Oktober <strong>2024</strong><br />

MÜNCHNER HAUS<br />

Auf der Zugspitze<br />

82475 Zugspitze<br />

+49 8821 2901<br />

alpenverein-muenchen-oberland.de/<br />

huetten/alpenvereinshuetten/<br />

muenchner-haus<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mai bis September <strong>2024</strong><br />

FAHRT MIT DER BAHN<br />

Tiroler Zugspitzbahn<br />

mit Talstation in Ehrwald Obermoos: 8:40 – 16:40 Uhr<br />

im 20 Minuten-Takt<br />

Seilbahn Zugspitze mit Talstation im Zugspitzdorf Grainau<br />

am Eibsee: 8:30 – 16:45 Uhr; Juli und August bis 17:45 Uhr<br />

Mehrere Haltestellen mit der Zugspitzbahn Zahnradbahn<br />

erreichbar, Talstation beim Zugspitzbahn-Bahnhof<br />

in Garmisch-Partenkirchen: 8:15 – 16:30 Uhr<br />

Gletscherseilbahn pendelt im 15-Minuten-Takt zwischen<br />

Zugspitzplatt und Gipfel<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


10 TOUR ZUGSPITZE<br />

PROMOTION RUBRIK 11<br />

Welche Route dich auf die<br />

Zugspitze bringt? Das siehst du<br />

IN DER KOSTEN LOSEN<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> APP.<br />

Weitere Informationen zur Zugspitze<br />

gibt es unter<br />

zugspitze.de und<br />

zugspitze.at<br />

über den Binderweg rund drei Stunden. Von Mitte Juni<br />

bis Anfang/Mitte Oktober stehen dort 60 Schlafplätze<br />

inklusive Notlager zur Verfügung. Anschließend durchqueren<br />

Alpinisten das Österreich ische Schneekar. Am<br />

Ende angekommen, treffen sie auf einen einfachen<br />

Klettersteig, der sich über die gesamte Nordwestflanke<br />

erstreckt. Zu Beginn wird der „Stopselzieher“ – eine<br />

natürliche Auswaschungshöhle – durchquert. Es handelt<br />

sich um einen leichten Klettersteig, der von Juli bis<br />

September begehbar ist. Wanderer steigen nun hinauf<br />

zum Südwestgrat, über den sie nach gut sechs Stunden<br />

am Zugspitzgipfel ankommen.<br />

Auf der Zugspitze ist eine Übernachtung im<br />

Münchner Haus für Bergsteiger möglich. Da es<br />

nur wenige Schlafplätze gibt, ist eine Reservierung<br />

notwendig. Die Rückkehr ins Tal sollte somit rechtzeitig<br />

erfolgen, sodass genug Reservezeit bis zum Einbruch<br />

der Dunkelheit übrig bleibt. Daher prägt man<br />

sich die Fahrzeiten der Seilbahn besser ein. Wer mag,<br />

steigt auf deutscher oder österreichischer Seite nach<br />

oben und fährt dann auf der anderen Seite wieder<br />

gemütlich runter. So lässt sich die gesamte Pracht der<br />

Zugspitz Arena Bayern-Tirol entdecken. <br />

NATURSTEIG<br />

OSTERFELDER<br />

NEU AB SOMMER <strong>2024</strong>:<br />

ALPINER THEMENWEG<br />

NATUR & BEWEGUNG<br />

Bilder: Bayerische Zugspitzbahn/Matthias Fend<br />

Zwischen Alpspitze, Kreuzeck und Hausberg erstreckt<br />

sich das abwechslungsreiche Wandergebiet<br />

Garmisch-Classic. Im <strong>Sommer</strong> <strong>2024</strong> entsteht<br />

in der wildromantischen Alpenlandschaft am<br />

Fuße der Alpspitze ein neues Highlight für die ganze Familie:<br />

der Natursteig Osterfelder. Der vom Bayerischen<br />

Staatsministerium für Umwelt geförderte Themenweg<br />

verläuft zwischen der Bergstation der Alpspitzbahn<br />

am Osterfelderkopf und der Bergstation der Kreuzeckbahn.<br />

In Zusammenarbeit mit der Initiative „Beweg<br />

dich schlau!“ von Felix Neureuther und GaPa Tourismus<br />

wurden über 30 interaktive Stationen erstellt, an denen<br />

Naturwissen rund um die heimische Bergwelt mit Bewegungselemente<br />

kombiniert werden.<br />

Der Weg kann ideal mit der Seilbahn-Rundfahrt im<br />

Garmisch-Classic ergänzt werden. Je nach Wanderlust,<br />

kann man mit der Hochalmbahn den anspruchsvollsten<br />

Wegabschnitt überspringen und selbst entscheiden,<br />

ob man bergauf oder bergab wandern möchte. Wer<br />

mit der Alpspitzbahn zu Berg fährt, beginnt den Weg<br />

am Osterfelderkopf und legt die Strecke ans Kreuzeck<br />

bergab zurück. Alternativ ist es möglich, die Kreuzeckbahn<br />

für die Bergfahrt zu nutzen. In diesem Fall folgt<br />

man dem Weg in entgegengesetzter Richtung bergauf<br />

zum Osterfelderkopf. Die passende Stärkung gibt es im<br />

Osterfelder 2000 an der Alpspitzbahn-Bergstation oder<br />

im Kandahar 2 an der Talstation.<br />

ETAPPE 1: RUND UM DEN OSTERFELDERKOPF<br />

8 Stationen und die Aussichtsplattform AlpspiX<br />

500 Meter | 30 Minuten<br />

Einkehrmöglichkeit im Osterfelder 2000<br />

ETAPPE 2: BERGSTATION ALPSPITZBAHN – HOCHALM<br />

Kann mit der Hochalmbahn übersprungen werden<br />

16 Stationen<br />

2,5 km | 350 Höhenmeter |<br />

Bergab 75 Minuten | Bergauf 90 Minuten<br />

Einkehrmöglichkeit im Osterfelder 2000<br />

ETAPPE 3: HOCHALM – BERGSTATION KREUZECKBAHN<br />

7 Stationen<br />

1,5 km | 100 Höhenmeter |<br />

Bergab 55 Minuten | Bergauf 60 Minuten<br />

Einkehrmöglichkeit im Kandahar 2<br />

(Talstation Kreuzeckbahn)<br />

BAYERISCHE ZUGSPITZBAHN<br />

BERGBAHN AG<br />

+49 8821 797 0<br />

zugspitzbahn@zugspitze.de<br />

zugspitze.de<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong><br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


12 RUBRIK<br />

ZUGSPITZ-8 13<br />

EIN BEISPIEL FÜR EINE MEHRTÄGIGE TOURENPLANUNG.<br />

EINZELNE ETAPPEN KÖNNEN NACH BELIEBEN<br />

ZUSAMMENGEFASST WERDEN. DIE GESAMTE TOUR<br />

DAUERT NICHT LÄNGER ALS DREI TAGE.<br />

<br />

Hinweis: Die Angaben zu<br />

Wegstrecken, Höhenmetern und<br />

Fahrzeiten sind Richtwerte und<br />

können je nach Etappenplanung<br />

leicht variieren.<br />

ERSTE ETAPPE:<br />

GRIESEN – PLANSEE – HEITERWANGER SEE<br />

Die Reise beginnt in Griesen und führt durch das Neidernachtal zum<br />

Plansee. Dort lädt der Badestrand beim Campingplatz Sennalpe zu<br />

einem kühlen Sprung ins Nass ein, bevor das Essen im Hotel Forelle<br />

auf einen wartet. Die Schaukäserei Musteralpe ist ebenfalls ein beliebtes<br />

Ausflugziel und bekannt für sein cremiges Käsefondue. Frisch<br />

gestärkt geht es dann weiter zum Heiterwanger See. Von Ende Mai bis<br />

Ende Oktober können Gäste dort beispielsweise die Schifffahrt mit<br />

Start ab dem Hotel Fischer am See nutzen.<br />

Wanderparkplatz am<br />

Ortsausgang Griesen<br />

16,3 Kilometer<br />

207 Meter bergauf,<br />

50 Meter bergab<br />

1 Stunde 50 Minuten<br />

<strong>GRENZENLOS</strong>ES<br />

RADVERGNÜGEN<br />

Hier gibt’s noch mehr Infos<br />

zur Zugspitz-8 und Tourdaten<br />

zum Download:<br />

zugspitze.com/zugspitz-8<br />

Die bayerisch-tirolerische Radtour Zugspitz-8<br />

führt Biker vorbei am Wettersteingebirge und<br />

dem markanten Berg Daniel. Umrundet wird<br />

zudem das verbindende Herzstück der Zugspitz<br />

Arena Bayern-Tirol: die Zugspitze als höchster<br />

Berg Deutschlands.<br />

<strong>Sommer</strong>zeit ist Radlzeit! Wer als Bike-Liebhaber<br />

ein Abenteuer mit abwechslungsreichen<br />

Strecken und einem eindrucksvollen Naturschauspiel<br />

sucht, ist von Ende April bis Ende<br />

Oktober in der Zugspitz Arena Bayern-Tirol an der<br />

richtigen Adresse. Vorbei an kristallklaren Gebirgsseen,<br />

mitten durch naturbelassene Mischwälder und hautnah<br />

an hochalpinen Felsmassiven vorbei: Die grenzüberschreitende<br />

Radtour Zugspitz-8 ist ein Erlebnis,<br />

das seinesgleichen sucht. Geografisch ergibt die Tour<br />

eine liegende Acht – daraus entstand auch ihr Name.<br />

Das Besondere an ihr ist, dass Radfahrer sowohl die<br />

bayerische als auch die österreichische Seite der Region<br />

kennenlernen.<br />

Die Zugspitz-8 ist 112 Kilometer lang, das meiste<br />

davon führt auf Talebene entlang. Der Einstieg ist<br />

von mehreren Ausgangspunkten möglich. Die Strecke<br />

eignet sich perfekt für eine mehrtägige Radtour, denn<br />

in jedem Ort gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Für<br />

die Verpflegung ist durch zahlreiche Hütten und Gasthöfe<br />

gesorgt, bevor es wieder ans Entdecken der kulturellen<br />

und historischen Sehenswürdigkeiten geht.<br />

Also heißt es nun: Mountainbike, E-Mountainbike<br />

oder Gravelbike geschnappt und los geht die Fahrt!<br />

Ein einfaches Citybike ist hier fehl am Platz. Immerhin<br />

geht es nicht nur über geteerte Radwege, sondern auch<br />

über geschotterte Forstwege und steinige Bergwege.<br />

Ausrüstung und Können einschätzen<br />

Wer aktiver Radfahrer mit einer sehr guten Kondition ist,<br />

radelt die Tour in einem einzigen Tag. Wer hingegen über<br />

eine mittlere Kondition verfügt, sollte rund zwei Tage einplanen.<br />

Aber auch Familien mit älteren Kindern werden<br />

in gut vier Tagen ihre Freude an der Zugspitz-8 finden. Als<br />

absoluter Neuling im Gebirge sollte man sich langsam an<br />

diese anspruchsvolle Strecke rantasten. Ein paar steinige<br />

und steile Passagen erfordern einen geübten Umgang<br />

mit dem Fahrrad und ein gutes Gleichgewichtsgefühl.<br />

Beachte zudem, dass die Radwege in den Wintermonaten<br />

nicht geräumt werden und daher nicht befahrbar sind.<br />

Bilder: Zugspitzdorf Grainau/Ehn; Klaus Listl; ZABT/Joe Hölzl; N. Fischer<br />

ZWEITE ETAPPE:<br />

HEITERWANGER SEE – BICHLBACH –<br />

LÄHN/WENGLE – LERMOOS – EHRWALD –<br />

EHRWALDER ALM<br />

Ab der Brücke zwischen Heiterwanger See und Plansee führt ein<br />

Schotter weg das flache Seeufer entlang. Über den Panoramaweg<br />

wird die Tour in Richtung Bichlbach eingeschlagen.<br />

Dort angekommen, sollten Familien einen Abstecher in den<br />

Sport- und Freizeitpark Bichlbach machen. Erlebniswege und<br />

Minigolf lassen Kinderherzen höherschlagen. Die Zugspitz-8<br />

führt hingegen weiter nach Lermoos. Biker können die Seele<br />

hier beispielsweise im Panorama bad Lermoos baumeln lassen.<br />

Über das Ehrwalder Becken gelangen sie im Anschluss zum<br />

Ortseingang Ehrwald. Danach geht es entlang des Gaisbach zur<br />

Talstation der Ehrwalder Almbahn. Unterhalb dieser können<br />

sich Radfahrer selbst gemachte Käsesorten als Mitbringsel<br />

im BieZu Hof & Laden ergattern oder im Café entspannen. An<br />

diesem Haltepunkt lässt sich die Route verkürzen, denn in der<br />

Gondel kann das Rad mitgenommen werden – das ist leichter als<br />

die steile Auffahrt. E-Biker fahren wiederum mühelos auf den<br />

Berg und können oben den Akku voll laden. Dort warten darüber<br />

hinaus zwei Einkehrmöglichkeiten: das urige „The Eatery“ und<br />

das moderne „Tiroler Haus“.<br />

Brücke beim Übergang<br />

vom Plansee zum<br />

Heiterwanger See<br />

26,5 Kilometer<br />

701 Meter bergauf,<br />

203 Meter bergab<br />

3 Stunden<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


14 RUBRIK<br />

ZUGSPITZ-8 15<br />

Die Zugspitz Arena Bayern-Tirol hat sich mit ihren<br />

Partnerregionen Garmisch-Partenkirchen, dem Zugspitzdorf<br />

Grainau und den sieben Orten der Tiroler Zugspitz Arena als<br />

erste deutsch-österreichische Kooperation zusammengeschlossen<br />

und bietet 360 Grad grenzenlose und ganzjährige<br />

Urlaubsangebote rund um die Zugspitze. Als INTERREG-<br />

Projekt werden die Maßnahmen mit Mitteln des Europäischen<br />

Fonds für Regionale Entwicklung gefördert.<br />

Lust aufs Radeln bekommen? Einen<br />

Überblick über die Zugspitz-8 gibt’s<br />

IN DER KOSTEN LOSEN<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> APP.<br />

biking<br />

DRITTE ETAPPE:<br />

EHRWALDER ALM – HOCHFELDERN ALM<br />

Ab der Ehrwalder Alm folgen Radsportler der stetig leicht<br />

ansteigenden Forststraße. Sie treffen auf die Pestkapelle, an deren<br />

Brunnen Flaschen aufgefüllt werden können. Die letzten 500 Meter<br />

muss noch einmal ordentlich in die Pedale getreten werden, bevor man<br />

sich auf der Hochfeldern Alm beispielsweise über einen Granta Spritz<br />

freuen darf. Das Ambiente lässt sich auch bei einer Übernachtung<br />

in vollen Zügen genießen. Für Shimano- und Bosch-Motoren stehen<br />

außerdem E-Bike-Ladestationen zur Verfügung.<br />

<br />

Ehrwalder Alm<br />

5,3 Kilometer<br />

314 Meter bergauf,<br />

88 Meter bergab<br />

50 Minuten<br />

biking<br />

VIERTE ETAPPE:<br />

GAISTAL – LEUTASCH –<br />

MITTENWALD – ELMAU<br />

Entspannung für die Füße macht sich ab<br />

der Hochfeldern Alm bereit, denn jetzt wird<br />

bergab durch das Gaistal auf die andere Seite<br />

des Zugspitzmassivs geradelt. Der Pfad führt<br />

vorbei an der österreichischen Tillfussalm<br />

sowie der Gaistalalm und mündet im Leutaschtal.<br />

Die Leutascher Geisterklamm beherbergt<br />

eine Erlebniswelt aus Wasser und Stein, die sich<br />

durch Geschichten und Spiele erkunden lässt.<br />

In Leutasch kann zudem das E-Bike geladen<br />

werden. Danach wird die bayerische Grenze<br />

überquert, um über Mittenwald zum kleinen<br />

Lautersee und dem Ferchensee loszustarten.<br />

Nach dichten Wäldern öffnet sich der Weg und<br />

der Ort Elmau mit seinem prachtvollen Schloss<br />

präsentiert sich vor einem.<br />

<br />

Hochfeldern Alm<br />

FÜNFTE ETAPPE:<br />

SCHLOSS ELMAU – KIRCHDORF WAMBERG –<br />

GARMISCH-PARTENKIRCHEN<br />

Ab dem Wegekreuz Elmau, kurz vor dem Wanderparkplatz, ist wieder<br />

Auspowern angesagt. Nächster Halt ist das höchstgelegene Kirchdorf<br />

Deutschlands: Wamberg. Das kleine Dorf steht unter Denkmalschutz<br />

und besticht durch seine alten Bauernhäuser und Höfe aus dem 18. und<br />

19. Jahrhundert. Wer eine Pause benötigt, ist im Berggasthof Wamberg<br />

bestens aufgehoben. Über einen teils sehr steilen, geschotterten<br />

Fahrweg geht es im Anschluss bergab bis zum Klinikum und dem<br />

Naturfreibad Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen. Am Kainzenbad<br />

gibt es nicht nur eine <strong>Sommer</strong>rodelbahn, sondern direkt dahinter<br />

befindet sich das weltbekannte Olympia Skistadion. Es wurde für die<br />

Olympischen Spiele 1936 als Sportstätte für das Skispringen erbaut.<br />

Schloss Elmau<br />

8,3 Kilometer<br />

223 Meter bergauf,<br />

504 Meter bergab<br />

1 Stunde 15 Minuten<br />

SECHSTE ETAPPE:<br />

GARMISCH-PARTENKIRCHEN – ZUGSPITZ-<br />

DORF GRAINAU – GRIESEN<br />

Die letzte Etappe der Zugspitz-8 steht bevor. Vom Olympia Skistadion<br />

radeln Biker auf dem Weg am Bahngleis entlang Richtung Kreuzeck<br />

und Grainau. In Grainau können Besucher an der Talstation der<br />

Alpspitzbahn in der Toni Alm schlemmen oder sich zur Aussichtsplattform<br />

AlpSpix bringen lassen und den spektakulären Ausblick<br />

genießen. Wer sich lieber entspannen möchte, besucht die Sauna im<br />

Zugspitzbad Grainau. Ein Abstecher zum Eibsee, der nicht direkt auf<br />

der Strecke liegt, lohnt sich gleichfalls. Er lädt zum Baden, Bootfahren<br />

und Stand-up-Paddeln ein. Sobald die Energie zurück ist, fahren Biker<br />

über die Waxensteinstraße zum Höhenrainweg und zur Kriegergedächtniskapelle.<br />

Hier ist die ideale Möglichkeit für einen Fotostopp,<br />

um die Zugspitze und Grainau auf Bild zu verewigen, bevor der<br />

Radweg zurück zum Ausgangspunkt Griesen führt.<br />

37,2 Kilometer<br />

194 Meter bergauf,<br />

926 Meter bergab<br />

2 Stunden 30 Minuten<br />

Parkplatz am Olympia<br />

Skistadion Garmisch-<br />

Partenkirchen<br />

16,3 Kilometer<br />

164 Meter bergauf,<br />

75 Meter bergab<br />

1 Stunde 20 Minuten<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


16 RADSPORT<br />

RUBRIK 17<br />

ÜBER STOCK UND STEIN:<br />

ABWECHSLUNGSREICHES<br />

RADERLEBNIS<br />

IN DER TIROLER ZUGSPITZ ARENA<br />

Von gemütlichen Talstrecken über panoramareiche Mountainbike-<br />

Routen bis hin zu anspruchsvollen Singletrails: Headshaper Christian<br />

Heitmann verrät die ganz besonderen Highlights der Tiroler<br />

Zugspitz Arena.<br />

Mit dem Tourenplaner<br />

der Tiroler Zugspitz Arena<br />

kann das individuelle<br />

Radvergnügen starten:<br />

is auf vereinzeltes Vogelzwitschern herrscht Stille<br />

im Lermooser Wald. Doch wie aus dem Nichts<br />

ertönt in der Ferne aufgeregtes Jauchzen. Breite<br />

Reifen knirschen über den verwurzelten Boden,<br />

das Rad wird konzentriert Kurve für Kurve bergab gelenkt.<br />

Immer schneller geht es mit action reichen Sprüngen<br />

Richtung Tal – und dann: Geschafft! Was für ein<br />

adrenalinreiches Abenteuer. Dabei ist es kaum zu glauben,<br />

dass Christian Heitermann dieses Vergnügen täglich<br />

erleben darf. Denn als Headshaper in der Tiroler Zugspitz<br />

Arena ist er für alle Trails der Region zuständig – von<br />

deren Organisation über den Infrastrukturausbau bis hin<br />

zum Marketing. „Als Headshaper bin ich quasi der Abteilungsleiter<br />

unserer Trailshaper-Crew. Und die wiederum<br />

kümmert sich generell um die Erhaltung unserer Trails<br />

und um die ganze Feinarbeit“, erklärt er.<br />

Die Qual der Wahl<br />

Der „Via Claudia Augusta“-Radweg<br />

erstreckt sich über 700 Kilometer –<br />

von Donauwörth bis nach Venezia.<br />

Bilder: Frozen Lights; Matej Kurzweil; Bianca McCarty<br />

„Das Besondere an unseren Radtouren? Sie besitzen die<br />

unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade – so lassen sich<br />

auf jedem Niveau unvergessliche Ausflüge erleben“, verspricht<br />

Christian. Was alle Strecken vereint? „Ganz klar<br />

die traumhafte Natur“, macht der Headshaper deutlich.<br />

„Bei uns in der Voralpenregion kann man dichte Wälder<br />

befahren oder den weiten Ausblick Richtung Flachland<br />

genießen – alles ganz nach den persönlichen Vorlieben.“<br />

Wer Lust hat, das Ehrwalder Becken näher zu entdecken,<br />

kann den Loisachtalradweg ausprobieren. Er gehört<br />

zusammen mit dem „Via Claudia Augusta“ Radweg zu<br />

den zwei „normalen“ Radwegen, die mit dem Trekkingrad<br />

befahrbar sind. Dabei führt der Loisachtalradweg<br />

als entspannte Tour von den wunderschönen Loisachquellen<br />

in Biberwier direkt am Fluss entlang. Nach etwa<br />

einer Stunde und rund 15 Kilometern erreichen Biker das<br />

Ziel Griesen.<br />

Aber auch der „Via Claudia Augusta“ Radweg kann<br />

sich sehen lassen: Der 700 Kilometer lange ehemalige<br />

Römerweg führt von Donauwörth bis Venezia – und für<br />

56 Kilometer eben durch die TZA. „Die Strecke ist größtenteils<br />

asphaltiert und befindet sich mit 700 Höhenmetern<br />

relativ in Talnähe – sie ist also perfekt für das<br />

Trekkingrad. Und manchmal ist es sogar möglich, auf<br />

den 700 Strecken kilometern durch die wechselnden<br />

Natureindrücke drei verschiedene ‚Jahreszeiten‘ zu erleben“,<br />

garantiert Christian. Nach vier Stunden und einer<br />

zurückgelegten Distanz von 56 Kilometern gelangen<br />

Radfreunde vom Startpunkt Reutte nach Imst.<br />

Spezialisiert auf Bikegäste<br />

Auch Gravelbikes sind in der TZA willkommen: Hier<br />

zeichnet sich die Region als Mitglied von Gravel Tirol<br />

aus, der größten zusammenhängenden Gravelbike-Area<br />

Tirols. „Für Gravelbiker besitzen wir fünf eigene Routen<br />

auf etwa 250 Kilometern. Durch unsere Zusammen arbeit<br />

mit Gravel Tirol können wir unseren Gästen aber weitere<br />

18 Gravelbike-Routen mit über 1.000 Streckenkilo metern<br />

bieten, wovon sich zwölf direkt in oder um die Region<br />

befinden“, erläutert Christian. Ein zusätzliches Highlight?<br />

„58 verifizierte Unterkunftspartner innerhalb<br />

der 18 Gravelbike-Routen, die alle auf Biker spezialisiert<br />

sind – über die Hälfte dieser Hotels sind bei uns<br />

in der Destination“, sagt Christian. Eine der Strecken<br />

führt beispielsweise durch den Naturpark Tiroler Lech.<br />

Start- und Zielpunkt für diese schwierige Tour ist<br />

der Waldrastlift Ehenbichl. Auf 83 Kilometer geht es<br />

etwa sieben Stunden lang durch die Natur – ob direkt<br />

am Lech, zu malerischen Bergpanoramen, durch den<br />

mystischen Klausewald oder zur Burgenwelt Ehrenberg.<br />

Der wohl spektakulärste Abschnitt der Tour: die 2014<br />

von Guinness World Records als weltlängste Fußgängerhängebrücke<br />

im Tibet-Style ausgezeichnete highline179.<br />

Mountainbike mit oder ohne E:<br />

die MTB-Touren der TZA<br />

„Unsere MTB-Touren verlaufen überwiegend über<br />

Forst- und Schotterwege in Bergesnähe. Es sind<br />

gemütliche Touren, um den ganzen Tag auf Achse sein<br />

zu können“, erklärt Christian. „Wir haben 30 eigene<br />

Routen mit 700 Kilometern Strecke, plus Etappen von<br />

Die Tiroler Zugspitz Arena<br />

ist auf Gravelbiker bestens<br />

eingestellt, um ihnen ein<br />

unvergessliches Erlebnis<br />

zu bieten.<br />

Christians Lieblingsstrecke?<br />

Der Grubigalm Trail:<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


18 RUBRIK RUBRIK 19<br />

GENUG GEÜBT? DANN AB ZUM<br />

EVENT-HIGHLIGHT FÜR ALLE<br />

MOUNTAINBIKER:<br />

Mit dem Mountainbike<br />

geht es rasant den<br />

Grubigstein runter –<br />

Action und Spaß sind<br />

garantiert!<br />

der Bikeschaukel und dem Bike Trail Tirol.“ Bei der<br />

Bikeschaukel lassen sich die Hälfte der Höhenmeter mit<br />

der Bergbahn zurücklegen. Der Bike Trail Tirol gilt als<br />

längster zusammenhängender MTB-Kurs der Alpen, der<br />

viel seitigen Fahrspaß garantiert.<br />

Ein regionales Highlight für Fortgeschrittene ist<br />

dagegen der Blindsee Trail: Mit herrlichem Panorama<br />

und dem türkisblauen Wasser verspricht diese<br />

Route Abwechslung pur. Gestartet wird an der Grubigalm.<br />

Über einen flowigen Trailverlauf geht es direkt<br />

zum Abkühlen ins Nass des Blindsees. Jedoch setzen<br />

schwierige Schlüsselstellen und viel Geröll eine sichere<br />

Fahrtechnik voraus. Nach etwa einer Stunde und acht<br />

Kilometern erreicht dieser Trail sein Ende. Und wer dem<br />

Ganzen etwas zusätzliche Energie verleihen möchte:<br />

„Fast alle unsere MTB-Touren sind auch mit dem E-Bike<br />

befahrbar“, berichtet Christian. „Wir haben fast überall<br />

Ladestationen, man muss sich also keine Sorgen machen,<br />

dass einem der Strom ausgeht.“<br />

TransAlp <strong>2024</strong><br />

14. Juli bis 20. Juli <strong>2024</strong><br />

Sieben Tage auf sieben Etappen:<br />

Start der ersten Etappe in Ehrwald<br />

Schwieriger ist dagegen der Schlägle Trail, wie<br />

Christian verspricht: „Er ist einer unserer ältesten – und<br />

hat nach einem Neuaufbau, der Re-Shape genannt wird,<br />

noch einmal deutlich an Qualität gewonnen.“ Einige<br />

Meter oberhalb der Mittelstation und der Brettlalm<br />

beginnt er: „Schneller, steiler, anspruchs voller“ lautet<br />

hier das Motto. Nach etwa 20 Minuten und 2,8 Kilometern<br />

ist die Grubigsteinbahn erreicht. Wer mit der<br />

ganzen Familie unterwegs ist, findet die passenden Trails<br />

in Lermoos und Biberwier. <br />

Auf dem Bachtl Trail können Anfänger<br />

und Fortgeschrittene ihr Können<br />

weiter ausbauen und trainieren.<br />

Öffnungszeiten <strong>Sommer</strong> <strong>2024</strong>:<br />

Bergbahnen Berwang<br />

Saisonstart 18.05.<strong>2024</strong><br />

Saisonende 13.10.<strong>2024</strong><br />

18. Mai – 3. Juli <strong>2024</strong><br />

(Info: Bahnbetrieb Sonnalmbahn<br />

erst ab 22. Juni <strong>2024</strong>)<br />

DO, FR, SA & SO<br />

4. Juli – 15. September <strong>2024</strong><br />

MI, DO, FR, SA & SO<br />

16. September – 13. Oktober <strong>2024</strong><br />

DO, FR, SA & SO<br />

GRATIS TAGES-<br />

PARKPLÄTZE<br />

AN DEN<br />

TALSTATIONEN<br />

Urlaubsregion<br />

Berwang-<br />

Bichlbach<br />

Abseits vom Trubel die besten Aussichten<br />

auf die Tiroler Zugspitze genießen: Die<br />

idyllischen Orte Berwang und Bichlbach<br />

in der Tiroler Zugspitz Arena sind im<br />

<strong>Sommer</strong> der perfekte Ausgangspunkt für<br />

Wanderungen und Mountainbiketouren.<br />

Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Auf den<br />

Bergstationen befindet sich das Bergrestaurant<br />

Hochalm mit großer Sonnenterrasse.<br />

Bergbahnen<br />

Traumhafte Panoramablicke auf Zugspitze<br />

und Lechtaler Alpen: Die ersten<br />

Höhenmeter beim Wandern und Biken<br />

sind spielend leicht mit der Almkopfbahn<br />

in Bichlbach und der Sonnalmbahn in<br />

Berwang gemacht.<br />

Auf zwei Rädern im Trailparadies<br />

„Unsere zwölf Singletrails sind aufs Bergabfahren mit<br />

Mountainbikes spezialisiert“, sagt der Headshaper.<br />

Davon sind fast alle mit den Bergbahnen erreichbar.<br />

Die insgesamt 32 Kilometer Trailstrecke in der TZA sind<br />

meist in Handarbeit gefertigt oder aus alten Wanderwegen<br />

gebaut, um das Biken nachhaltig zu gestalten.<br />

„Einer der interessantesten Trails ist der Bachtltrail. Er<br />

zählt zu unseren neuesten Flowtrails, der für Anfänger<br />

und Fortgeschrittene geeignet ist“, ergänzt er. Von der<br />

Mittelstation Grubigsteinbahn führt er innerhalb<br />

von 25 Minuten durch grüne Wälder und Wiesen zum<br />

Wachtersteig – dabei ist die 2,8 Kilometer lange Strecke<br />

vor allem mit Kurven, Jumpelementen, Holzstegen und<br />

Tables ausgestattet.<br />

jeweils 09:00 – 16:30 Uhr<br />

Aktivurlaub<br />

Erleben Sie Singletrails, Genusstouren<br />

oder Offroad-Passagen in der Tiroler<br />

Zugspitz Arena. Die familienfreundlichen<br />

Wanderwege & Erlebnispfade sind dagegen<br />

ideal für einen Wanderurlaub mit Kindern.<br />

Bergroller<br />

10 km und 500 Höhenmeter Downhill: Bequem<br />

geht’s mit den Bergbahnen hinauf<br />

und mit dem flotten Bergroller rasant<br />

über Forst- und Asphaltwege durchs wunderschöne<br />

Berwangertal zurück ins Tal.<br />

Bergbahnen Berwang Ges.m.b.H. & Co. KG<br />

6622 Berwang 120 · Telefon +43 5674 8124 · info@berwang.tirol www.berwang.tirol<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


20 ESCAPE TRAILS 21<br />

MIT DEN ESCAPE TRAILS<br />

ZUM ENTDECKER WERDEN<br />

Eine tolle Attraktion für Familien und Freunde sind die drei neuen<br />

Escape Trails in Berwang. Das Tourismusbüro Berwang stellt hierfür<br />

die Ausrüstung bereit. Damit geht es im Team auf eine geheimnisvolle<br />

Reise. Jeder Escape Trail bietet eine andere spannende Geschichte<br />

und viele Rätsel. Die an verschiedenen Stellen des Berges versteckten<br />

Rätsel müssen in detektivischer Teamarbeit gelöst werden, um<br />

zum nächsten Rätselort zu gelangen. So werden Spiel und Spaß auf<br />

anregende Weise in die Natur integriert. Zwei Routen, der Kinderund<br />

der Familienweg – der auch für ältere Kinder und Erwachsene<br />

spannende Rätsel bereithält – sind bereits fertiggestellt.<br />

Der dritte Weg wird ab Herbst <strong>2024</strong> begehbar sein.<br />

Bild: Berggeheimnis


22 WANK<br />

RUBRIK 23<br />

GIPFELGLÜCK<br />

WANK AM<br />

FÜR SPORTLER<br />

UND FAMILIEN<br />

Für das Wankhaus beginnt mit dem neuen Pächter<br />

Florian Krempl die nächste Ära. Er ermöglicht Gästen nicht<br />

nur Übernachtungen vor einer einmaligen Kulisse, sondern<br />

besticht darüber hinaus mit einer Küche, in der regionale<br />

und saisonale Schmankerl serviert werden.<br />

Malerische Sonnenaufgänge, familienfreundliche<br />

Wanderwege und obendrauf noch ein<br />

genüsslicher Aperol Spritz: Das Leben kann<br />

so schön einfach sein! Besonders dann, wenn<br />

der Alltag hinter sich gelassen werden kann, um einen<br />

Rückzugsort in den heimischen Berglandschaften zu<br />

finden.<br />

Einen Neustart brauchen alle doch mal. Nur so können<br />

wir wieder mit kreativen Ideen und ansteckender<br />

Energie durchstarten. Dem Wankhaus gelingt<br />

dies nun mit dem neuen Pächter Florian Krempl.<br />

Mit dem Garmisch-Partenkirchner dürfen sich Gäste<br />

sowie Wanderer auf selbst gemachte Kuchen, besondere<br />

Gerichte, Wanderempfehlungen und neuerdings<br />

auch wieder auf ruhige Nächte am Berg freuen. „Das<br />

Wankhaus ist eine sehr alte Hütte“, erklärt Florian<br />

Krempl. „Wir sind gerade dabei, zu schauen und zu<br />

planen, wie man das Haus renovieren kann und welche<br />

Möglichkeiten es dafür gibt.“ Ziel ist es, das Wankhaus<br />

noch einladender und gemütlicher als zuvor zu<br />

gestalten.<br />

Vom gemeinsamen Weg zum eigenen Traum<br />

Bevor Krempl aber alleine das Wankhaus auf sich nahm,<br />

führte er zusammen mit seiner Schwester Katrin Rödel<br />

das Kreuzeckhaus über Garmisch-Partenkirchen. Dann<br />

wollte er aber etwas Eigenes probieren und entdeckte das<br />

Wankhaus für sich. Jetzt setzt Krempl alles daran, seine<br />

Ideen für das Wankhaus umzusetzen, um den wunderschönen<br />

Wank noch attraktiver zu gestalten. Was Florian<br />

besonders hierher zog, war die Landschaft, wie er selbst<br />

berichtet: „Es ist total schön hier! Vor allem, wenn die<br />

Bergbahn ausgeschalten ist. Dann kann ich mich in Ruhe<br />

auf die Terrasse hocken und bei einem kühlen Getränk<br />

den herrlichen Ausblick genießen. Es ist einfach so<br />

gewaltig und hat gleichzeitig etwas total Beruhigendes,<br />

Bilder: Nicky Fischer; Florian Krempl<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


24 WANK<br />

WANK 25<br />

Tolle Trailrunning- und Bike-Tipps<br />

auf dem Wank gibt es<br />

IN DER KOSTENLOSEN<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> APP<br />

nachzulesen.<br />

WANKHAUS<br />

Wank 1<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 8821 56201<br />

info@wankhaus.de<br />

alpenverein-gapa.de/berghuetten/<br />

wankhaus<br />

@wankhaus<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mai bis Oktober <strong>2024</strong><br />

täglich von 9:30 – 17:00 Uhr<br />

Wenn Gruppen hochkommen, bin ich offen für alles.<br />

Da können wir gerne ein paar Wünsche erfüllen.<br />

Florian Krempl<br />

Deswegen sollte man diese beliebte Nachspeise keineswegs<br />

missen. An die kleinen Gäste wird selbstverständlich<br />

auch gedacht, sodass Klassiker wie Pommes<br />

und Schnitzel ein dauerhafter Favorit auf der Speisekarte<br />

sind. Ein kleiner Geheimtipp sind darüber hinaus die<br />

deftigen Knödel. Sie werden mit extra viel Liebe zubereitet<br />

und das spürt man gleich ab dem ersten Bissen.<br />

Wer die Zeit beim Wandern ein bisschen aus den Augen<br />

verloren hat und noch spät unterwegs ist, geht nicht leer<br />

aus, wie Krempl betont: „Für eine kleine Brotzeit sind<br />

wir immer da. Es muss keiner bei uns hungrig bleiben.“<br />

Bei den Gerichten wird großer Wert auf Nachhaltigkeit<br />

und Regionalität gelegt. „Viele Waren hole<br />

ich von einheimischen Leuten. Auf sie bin ich angewiesen,<br />

was die regionalen Produkte betrifft“, berichtet<br />

Krempl. „Ich bin sogar selbst Jäger und vermarkte deswegen<br />

mein eigenes Wild – diese Fleischerzeugnisse<br />

sind wiederum ebenfalls von der Saison sowie der<br />

Abschussliste abhängig.“ Garantiert ist jedenfalls:<br />

Egal, welches Gericht die Gäste anspricht, es schmeckt!<br />

Hochfahren, wandern und austoben auf dem Wank<br />

Der Wank eignet sich außerdem fantastisch für einen<br />

Besuch mit der ganzen Familie. Von groß bis klein<br />

und von jung bis alt wird hier jeder fündig werden.<br />

wenn man dasitzt und einfach nur den Sonnenuntergang<br />

beobachten kann.“<br />

Hüttengaudi auch für Gruppen<br />

Entscheidend ist für Krempl, dass jetzt endlich wieder<br />

zahlreiche Gäste im Wankhaus übernachten können.<br />

„Es ist wirklich schade, dass es hier so lange keine Übernachtungsmöglichkeiten<br />

gab“, sagt der Pächter. Er sah<br />

also die Chance, um die Hütte „ wieder ins Leben zu<br />

rufen“. Insgesamt stehen den Besuchern somit 29 Betten<br />

zur Verfügung, wobei es zwei Lager- und drei Dreier-<br />

Zimmer gibt. Genug Platz also, um auch als größere<br />

Gruppe anzureisen. Selbst Unter nehmen nutzen dieses<br />

Angebot, um gemeinsam mit den Mitarbeitenden neue<br />

Erinnerungen zu schaffen und den Zusammenhalt zu<br />

stärken. „Anfragen nehmen wir jederzeit per E-Mail<br />

entgegen – egal, ob spontan oder weit im Voraus. Wir<br />

schauen dann, ob wir noch ein Plätzchen frei haben“, sagt<br />

er. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte,<br />

reserviert lieber rechtzeitig, damit dem Traumurlaub<br />

nichts im Wege steht.<br />

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen<br />

Eins darf dabei natürlich auf keinen Fall fehlen: Die<br />

Rede ist natürlich von der Kulinarik! Dazu hat sich der<br />

neue Pächter bereits Gedanken gemacht. Die Speisekarte<br />

variiert immer ein wenig – abhängig von Saison und<br />

Publikum. Allerdings ist immer darauf Verlass, dass die<br />

Gerichte selbst gemacht sind. „Wenn Gruppen hochkommen,<br />

bin ich offen für alles. Da können wir gerne ein<br />

paar Wünsche erfüllen“, berichtet Krempl. Im Herbst<br />

kommen viele ältere Leute, deswegen bieten er und sein<br />

Team da gerne Kaffee, Kuchen und Süßes an. Krempl<br />

verrät: „Kaiserschmarrn geht bei uns sehr, sehr gut!“<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


26 WANK<br />

RUBRIK 27<br />

Die Eckbauer Bahn<br />

∙ Familienfreundlich ∙ Barrierefrei ∙ Leichte Wanderungen<br />

∙ Einfache Fahrrad-Mitnahme ∙ Abenteuer- Spielplatz<br />

∙ Rundweg zur Partnachklamm ∙ und viel mehr<br />

Abenteuer- Spielpla<br />

Weißwurstessen in der Gondel<br />

WANKBAHN<br />

Wankbahnstraße 2<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 8821 7970<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mai bis Oktober <strong>2024</strong><br />

täglich von 8:45 – 17:00 Uhr<br />

Als Wandertour ist der Höhenrundweg um den Gipfel<br />

beliebt. Die etwa einstündige Tour bietet einen beeindruckenden<br />

Rundblick auf die umliegende Bergwelt.<br />

Die gute Beschilderung führt vom Wank aus entweder<br />

in die nördliche Richtung des benachbarten Ameisbergs<br />

oder in die südöstliche Richtung des Roßwanks. Das<br />

Perfekte an dieser Route ist, dass sie für Familien mit<br />

Kindern oder ältere Paare geeignet ist, da sie aus einer<br />

relativ flachen Strecke besteht. „Das Schöne ist der 360<br />

Grad-Rundblick in alle Himmelsrichtungen. Es lässt sich<br />

bis nach München blicken“, verrät Krempl. Die Strecke<br />

bietet auch Einkehrmöglichkeiten zum Essen und Erholen.<br />

Darunter natürlich das Wankhaus sowie die Sonnenalm<br />

und im Tal direkt an der Bahn das Wankstüberl. Im<br />

<strong>Sommer</strong> sind zahlreiche Kühe und Pferde am Berg – für<br />

Kinder also ein wahrhaftes Entdeckererlebnis.<br />

Schnell hoch und runter<br />

Die Wankbahn erspart Familien mit Kindern den etwas<br />

anstrengenderen Weg nach oben, damit die Kids die<br />

geplante Rundwegtour meistern können. Schließlich<br />

gibt es beim Aufstieg keine Einkehrmöglichkeiten, erst<br />

oben warten das Wankhaus und die Sonnenalm. Der<br />

Weg nach oben kann auch nur zur Hälfte bezwungen<br />

werden, denn auf knapp 1.200 Metern wartet zudem die<br />

Wankbahn-Mittelstation. „Das Auto kann direkt bei der<br />

Tal station geparkt werden“, sagt Krempl. „Die Wankbahn<br />

ist eine ältere, historische Bahn. Die Fahrt nach<br />

oben dauert ungefähr 20 Minuten. Von der Bergstation<br />

aus sind es nur noch fünf Minuten bis zu mir.“ In der<br />

<strong>Sommer</strong> saison <strong>2024</strong>, also von Mai bis Oktober, fährt die<br />

Wankbahn täglich von 8:45 Uhr bis 17:00 Uhr.<br />

Rauf auf den Kletterturm und rein ins Abenteuer<br />

Von der Rundwegtour und der Bergstation aus lässt<br />

sich zudem ein Spielplatz erreichen. Kids jeden Alters<br />

können sich dort so richtig austoben, denn hier warten<br />

wilde Holztiere als Spielkameraden wie beispielsweise<br />

ein Krokodil und ein Wal. Krempl verrät, dass die Eltern<br />

sich gerne davor noch einen Aperol Spritz bei ihm oder<br />

der Sonnenalm holen. Sie liegen dann gemütlich in der<br />

Sonne und genießen ihr kühles Getränk, während ihre<br />

Sprösslinge sich beim Spielen vergnügen. „So schauen<br />

zufriedene Gesichter aus!“, stellt der Hüttenpächter fest.<br />

Egal, ob beim Wandern und anschließenden Toben<br />

auf dem Spielplatz mit Ausblick oder bei einer leckeren<br />

Mahlzeit: Bei einem gemeinsamen Familienausflug auf<br />

den Wank lassen sich unvergessliche Erinnerungen<br />

schaffen, die nicht nur Kinderherzen höherschlagen<br />

lassen. <br />

www.eckbauerbahn.de<br />

Eckbauer 1236 m ∙ Karl-und-Martin-Neuner-Platz 2 ∙ Garmisch-Partenkirchen<br />

∙ direkt am Olympia-Skistadion ∙ Tel 08821 34 69 ∙ info@eckbauerbahn.de<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong><br />

Platz für bis zu 4 Personen pro Gondel ∙ wettergeschützt<br />

∙ Preis p. P. inkl. je 15 Minuten Berg- u. Talfahrt € 40,– ∙ nur auf<br />

Voranmeldung, (bei 2-16 P. 24 Std. / bis 100 P. 4 Tage vor Termin)<br />

∙ Sonder- und Zusatzfahrten mit Brotzeit, Weinverkostung etc. mögl.


28 GÄSTEFÜHRERIN<br />

RUBRIK 29<br />

SCHATZSUCHE<br />

IN DER<br />

BÄRENHOAMAT<br />

Mit ihren Touren begeistert Zsofia Liebsch die ganze<br />

Familie. Die Grainauer Gästeführerin kennt jeden<br />

Winkel und weiß, was Körper und Seele guttut. Die<br />

Wanderungen sind mit einer Gästekarte gratis.<br />

WANDERUNGEN<br />

MIT ZSOFIA LIEBSCH<br />

Grainauer Kurhaus/<br />

Tourist-Information<br />

Parkweg 8<br />

82491 Grainau<br />

+49 8821 981850<br />

info@grainau.de<br />

Programm von Juli bis September<br />

Die Anmeldung erfolgt vor Ort.<br />

Die Teilnahme ist mit einer<br />

Gästekarte kostenlos.<br />

WEITERE WANDERUNGEN<br />

Themenwanderung<br />

Bergbaugeschichte: eine<br />

Wanderung von Grainau aus<br />

durch die Höllentalklamm zur<br />

Anger hütte mit circa<br />

700 Höhenmetern.<br />

Partnachklamm-Eckbauer-<br />

Runde: eine Wanderung für<br />

die ganze Familie mit circa<br />

400 Höhenmetern.<br />

Eibseeblick, Themenwanderung<br />

Vorgeschichte<br />

und Bau der Zugspitzbahn:<br />

sechsstündige Wanderung mit<br />

Einkehr in der Hochtörlehütte in<br />

Tirol; der Weg mit Blick auf den<br />

herrlichen Eibsee führt entlang<br />

der Grenzsteine.<br />

Mit federnden Schritten kommt Zsofia Liebsch<br />

zum Treffpunkt in Grainau. „Das Wandern<br />

mit den Urlaubern macht mir großen Spaß“,<br />

sagt Liebsch und strahlt. Wie selbstverständlich<br />

passt sich die ehemalige Ultratrail-Meisterin<br />

dem Tempo ihrer Gruppe an. Dabei zeigt die Gäste führerin<br />

immer auf Besonderheiten, etwa einen Fischreiher auf<br />

einer Tannenspitze, erklärt die Natur oder Geschichte.<br />

Liebschs Begeisterung ist ansteckend: „Hier draußen in<br />

der Natur zu sein, ist einfach herrlich. Bei jedem Wetter!“<br />

Bei einem Trainingslager kam die ungarische Ultratrail-Meisterin,<br />

die auch den 80 Kilometer langen<br />

Ehrwalder Trail beim Zugspitz Ultratrail gewann, nach<br />

Grainau. Hier verliebte sich die Sportlerin in die Landschaft<br />

und in ihren jetzigen Ehemann und Trailläufer<br />

Thomas – und blieb. „Ich sehe vieles mit anderem Blick,<br />

bin täglich draußen unterwegs und entdecke immer<br />

wieder Neues für die Gäste“, erzählt die studierte<br />

Historikerin und Politikwissenschaftlerin, die auch<br />

ausgebildete Sporttrainerin und Masseurin ist. Auch<br />

Sohn Simon (5) macht bei den Familienwanderungen<br />

oder Themenwegen gerne mit.<br />

Brotzeit mit dem Waxl<br />

Besonders beliebt bei Jung und Alt: die Themenwanderung<br />

„der sagenhafte Bergwald“, eine etwa<br />

zweistündige Rundtour mit 14 liebevoll gestalteten Spielstationen<br />

oberhalb von Grainau. Start des „ Waxlwegs“<br />

ist der Wanderparkplatz Hammersbach gegenüber der<br />

Höllentalstraße, Ziel die Hammersbacher Marienkapelle.<br />

„Da können schon Dreijährige mit ihren Eltern mitgehen“,<br />

sagt Liebsch. Die untere Etappe der zwei Kilometer<br />

langen Rundtour ist auch mit dem Kinder wagen<br />

gut machbar. Oft überrascht die Wanderleiterin die<br />

jungen Gäste mit einer Schatzsuche im Zauberwald, bei<br />

der sie funkelnde Kristalle finden können. „Besonders<br />

gut gefallen den Kindern die Zwerge, die arbeiten hier<br />

im Wald“, verrät Liebsch. Auf der Strecke durch den<br />

Bergwald ist der Waxlbär als Maskottchen immer mit<br />

dabei. Auch er erklärt den jungen Gästen viel über die<br />

einheimischen Tiere und die Natur. „Ihm gefiel es hier<br />

so gut, dass er in der Bärenhoamat blieb“, weiß Liebsch.<br />

„Ich erzähle auch die heimischen Sagen, zum Beispiel<br />

vom Zuggeist. Aber so, dass niemand Angst bekommt.“<br />

Ein echtes Schmankerl für die Buben und Mädchen ist<br />

zum Beispiel der Kletterfels. Auch das „Schoatnhüpfn“<br />

kommt bestens an. „Könnt ihr springen wie ein Frosch<br />

oder ein Reh?“, fragt die Gäste führerin und hüpft<br />

gleich mit. Am Geschichtenplatz ist Zwischenstopp,<br />

Zeit zum Erzählen und für eine Brotzeit. „Das ist ein<br />

super Aussichtsort mit Blick auf Grainau, die Ammergauer<br />

Alpen und dahinter die Waxlstoa“, schwärmt<br />

Liebsch. Für die Kinder gibt es zum Abschluss ein<br />

Heft mit einigen Übungen und Aufgaben, die Jüngsten<br />

bekommen eine Broschüre. Liebsch: „So haben sie<br />

eine schöne Erinnerung und sind stolz, dass sie alles<br />

geschafft haben.“<br />

Die Auswahl der geführten Familienwanderungen ist<br />

groß. Beliebt ist beispielsweise die Themen wanderung<br />

über den Kramerplateau-Weg zur Burgruine Werdenfels,<br />

bei der Liebsch über die Geschichte der Ruine<br />

berichtet.<br />

Ein Herz für die Stepbergalm<br />

Zu den leichteren Routen zählt die Drei-Seen­ Wanderung<br />

vom Bader- über den Rosen- bis hin zum Eibsee, die<br />

gleich in Grainau startet. Der Klassiker ist der Rundweg<br />

um den Eibsee mit idealen Fotospots auf das Zugspitzmassiv,<br />

bei der es viel über das Gestein zu erzählen gibt.<br />

Die Runde ist auch für den Kinderwagen geeignet. Hier<br />

möchte die Sportlerin auch für Frauen eine gemeinsame<br />

Joggingrunde rund um den See anbieten. Außerdem<br />

findet einmal wöchentlich ein „Grainauer Lauftreff“ mit<br />

Liebsch statt.<br />

Etwas anstrengender und länger ist die ebenfalls<br />

beliebte Stepbergwanderung. Die etwa sechsstündige<br />

Tour führt von Grainau aus über den Kreuzweg hoch<br />

zur Stepbergalm und zurück über das „Gelbes Gwänd“<br />

nach Grainau. Für Zsofia Liebsch hat die Hütte mit dem<br />

Blick auf den Kramer eine besondere Bedeutung. „Hier<br />

habe ich meinen Mann kennengelernt. Deswegen heißt<br />

unsere Ferienwohnung nun auch ‚das Stepberg‘“, sagt<br />

die Gästeführerin und lacht. Außerdem gebe es dort<br />

zum Beispiel einen köstlichen Kaiserschmarrn. Eine<br />

gemeinsame Einkehr ist bei jeder Wanderung eingeplant.<br />

„Beim Essen können wir uns kennenlernen und<br />

ich habe Zeit zu erzählen“, erklärt Liebsch, „schließlich<br />

soll es ja Spaß machen.“ <br />

Bilder: Zsofia Liebsch; Zugspitzdorf Grainau/Ostler<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


30 REGIONALE ERLEBNISWEGE<br />

31<br />

Die digitalen Erlebniswege in der Tiroler Zugspitz Arena<br />

haben ihre eigenen Leitfiguren erhalten.<br />

Dieser Weg heißt „Auf den Spuren des Augustus“.<br />

GUT ZU FUSS<br />

MIT DEN ROMERN<br />

Auf den Spuren des antiken Augustus<br />

führt ein neuer, digitaler Wanderweg<br />

bei Lermoos. Zusammen mit fünf anderen<br />

Themenpfaden erlaubt er Zeitreisen und<br />

spannende Entdeckungen.<br />

Was sind schon 2.000 Jahre? Gerade in den<br />

Bergen ist das ein winziger Zeitraum. Allein<br />

das „Auffalten“ der Alpen zieht sich seit<br />

Millionen von Jahren hin, in denen zwei<br />

Erdplatten gegeneinander drücken und die Felsmassen<br />

nach oben schieben. Durchschnittlich eineinhalb Millimeter<br />

im Jahr wachsen die Berge in die Höhe. Von den<br />

2.962 Metern, die sich der Gipfel der Zugspitze in den<br />

Himmel reckt, sind also in diesen 2.000 Jahren nur drei<br />

Meter hinzugekommen. Kaum wahr nehmbar, wenn man<br />

von Ehrwald oder Lermoos aus hinaufblickt.<br />

Zu Fuß über die Alpen<br />

So gesehen genießen wir heute den gleichen Anblick<br />

wie einst die Römer. Moment: Römer? Tatsächlich<br />

sind Angehörige der antiken Großmacht über eine<br />

lange Zeit durch diese Gegend marschiert. Was wir<br />

insofern wörtlich nehmen dürfen, als die meisten davon<br />

Soldaten waren. Sie wurden aus ihrer Heimat nach<br />

Norden entsandt, um zuerst neue Länder und Regionen<br />

zu erobern und diese dann auch zu sichern. Das<br />

Römische Reich in seiner Blütezeit erstreckte sich weit<br />

über die Alpen hinaus, zuerst bis zur Donau, dann nach<br />

Germanien und Gallien – wir erinnern uns: Asterix und<br />

Obelix! – und nach Britannien.<br />

Woher der „Pass“ seinen Namen hat<br />

Später folgten ihnen dann Händler und Siedler, die<br />

sich in den neuen Ländern niederließen. Wenn die<br />

damaligen Verkehrswege auch nicht die Dimension<br />

von Auto bahnen hatten, so entwickelten die Römer<br />

doch ein regelrechtes System von Straßen durch ihr<br />

Land, mit Militärlagern und kleinen Siedlungen entlang<br />

der Strecke. Sie nutzten dabei vorteilhaft das Gelände,<br />

um die raue Topografie in den Alpen zu überwinden.<br />

Ihr wichtigster Helfer dabei war die Natur: Bestimmte<br />

Senken und Ebenen boten sich für die Wegführung<br />

an. Heute nennen wir sie „Pass“, abgeleitet vom Lateinischen<br />

„ passus“, der „Schritt“, dem Substantiv zu<br />

„ passare“, gehen.<br />

Einer dieser Pässe, damals wie heute ein gefragter<br />

Übergang für den Verkehr, ist der Fernpass. Vom<br />

Reschenpass her kommend, dem Oberen Inntal folgend,<br />

über den Fernpass zum Lech und dann ins Alpenvorland<br />

strebend waren hier die Römer nach Norden unterwegs.<br />

Spuren dieser Ereignisse finden Archäologen<br />

Bilder: Wunderweg GmbH<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


32 REGIONALE ERLEBNISWEGE<br />

33<br />

In Berwang lädt der Erlebnisweg „Meditation<br />

mit Mia“ zu entspannten Familienmomenten ein,<br />

die noch lange in Erinnerung bleiben werden.<br />

Mit der mutigen Löwin erleben Jung und Alt<br />

bei der „Jagd nach Cora“ die wunderschöne<br />

Atmosphäre, die Ehrwald auszeichnet.<br />

Mit dem Erlebnisweg „Die Reise von Johann“<br />

entdecken Wissensjäger spielerisch spannende<br />

Fakten und Informationen in Bichlbach.<br />

deshalb bis heute in der Tiroler Zugspitz Arena, vor<br />

allem in der Gegend um Lermoos. Gern erzählt wird die<br />

Geschichte, dass früher Bauern auf ihren Äckern sozusagen<br />

über alte Römer-Münzen stolperten wie über<br />

Steine. So viele davon hätten sie gefunden, dass sie<br />

das wertlos erscheinende Metall sogar im Opferstock<br />

der Kirche „entsorgt“ hätten. Bekannt wurde auch die<br />

„Pferdesandale“, eine Vorgängerin der Hufeisen, die<br />

ein Bauer in Lermoos beim Ausheben eines Wassergrabens<br />

fand.<br />

Die ersten Ortschaften<br />

Orte in der Region haben zwar ihre Wurzeln in der Vorzeit.<br />

Schon die Kelten durchquerten das damals noch<br />

namenlose Ehrwalder Becken auf ihren Reisen von<br />

Nord nach Süd. Siedlungen dürften sich aber, so sagt<br />

die Forschung, in jener Zeit in kleinem Maßstab entwickelt<br />

haben, weil sich Menschen niederließen, die mit<br />

ihrer Arbeit dort Chancen sahen. Funde von typischen<br />

Einzelteilen wie Achsnägeln und Bremshaken lassen<br />

die Wissenschaft vermuten, dass es bei Biberwier sogar<br />

eine römische Raststation gegeben haben müsste. Vom<br />

regen Betrieb auf der Route zeugen unter anderem Grabfunde<br />

bei Ehrwald, vermutlich die letzte Ruhestätte von<br />

Römern, die den Weg nicht überlebt haben.<br />

Wo die „Via Claudia“ verlief<br />

Die Schätzungen, wann sich die Ereignisse zuge tragen<br />

haben, spannen sich über zwei, drei Jahr hunderte.<br />

Landkarten, Urkunden oder Dokumente wurden damals<br />

nur für die wirklich großen „Oppida“ ausgestellt, wie<br />

befestigte Lager und Städte hießen. Augusta Vindelicum<br />

war eine davon, damals Hauptstadt der Provinz Rätien<br />

und heute als Aug(ustu)sburg bekannt. Dorthin führte<br />

auch die Straße, die in Rom begann und über den Fernpass<br />

führte: die „Via Claudia Augusta“, benannt nach<br />

dem Kaiser Augustus und dem Patriziergeschlecht der<br />

Claudier, einer herrschenden Familie im alten Rom.<br />

Sein Nachfolger Claudius gilt als der erste „Straßenbaumeister“<br />

Europas.<br />

Unterwegs mit Fantasie<br />

Wer sich eine alte Römerstraße genau ansieht, wie sie im<br />

Alpenraum noch öfter zu finden ist, könnte glatt auf den<br />

Gedanken kommen: „Als wäre es gestern gewesen …“<br />

Ob sich die Römer unterwegs wohl auch ein paar Beeren<br />

oder Kräuter am Wegesrand gepflückt haben? Ob sie<br />

den einen oder anderen Schluck Wasser aus einem<br />

klaren Gebirgsbach zur Erfrischung genossen? Ob sie<br />

vielleicht diesen Kieselstein – oder jenen dort drüben<br />

– mit dem Fuß weggekickt haben? Ob ihre Zeltlager<br />

etwas mit unserem Campingplatz gemeinsam haben?<br />

SECHSMAL DIGITAL AUF ENTDECKUNGSTOUR<br />

Mit einem halben Dutzend neuer Erlebniswege steht Gästen der Tiroler<br />

Zugspitz Arena eine spannende Auswahl zur Verfügung. Ob allein, zu<br />

zweit oder als Familie – für jedes Interesse ist etwas dabei. Alle Wege sind<br />

digital begleitet: Auf einer eigenen App gibt es Information, Spiele und<br />

Unterhaltendes. Die Nutzung ist kostenlos.<br />

Zurück in die Antike geht es in Lermoos. „Auf den Spuren des<br />

Augustus“ heißt der Weg. Hier kommen vor allem<br />

Wissensjäger auf ihre Kosten.<br />

Besonders auf das Miteinander in der Familie ausgelegt ist die<br />

„Schatzsuche mit Finn“. Sie hat Start und Ziel in Heiterwang.<br />

Ausgehend von Berwang lädt ein Weg ein zur „Meditation mit<br />

Mia“ – ein entspannendes Angebot für Genießer.<br />

Rätselhaft geht es zu bei der Suche nach „Das Versteck von<br />

Castor“. Dieser Weg beginnt in Biberwier.<br />

Spannende Fragen und Antworten verspricht auch die „Jagd nach<br />

Cora“, einer Löwin. Dieser Weg führt in die Landschaft um Ehrwald.<br />

In Bichlbach sind wiederum die Wissensjäger gefordert. Ihr Thema<br />

lautet: „Die Reise von Johann“.<br />

Die Wege sind zwischen vier und fünf Kilometer lang, das entspricht<br />

1,5 bis 2 Stunden. Sie stellen keine besonderen Herausforderungen an<br />

die Kondition, sind also auch für Kinder (oder mit Kinderwagen) mühelos<br />

zu meistern. Für jeden absolvierten Weg lässt sich eine digitale Sammelmarke<br />

abspeichern – für die es dann auch eine pfiffige Belohnung gibt.<br />

Tipp: Der Zugang zu allen sechs Wegen ist direkt in „Loisl“ integrierbar,<br />

den digitalen Reise- und Ausflugsassistenten der Zugspitz Arena Bayern-<br />

Tirol.<br />

Starte jetzt mit deinem digitalen<br />

Urlaubsbegleiter in ein neues Abenteuer.<br />

Alle Informationen hierzu gibt es unter<br />

gapa-tourismus.de/loisl<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


34 REGIONALE ERLEBNISWEGE<br />

PROMOTION RUBRIK 35<br />

Besonders Familien mit Kindern<br />

werden von der „Schatzsuche mit<br />

Finn“ in Heiterwang begeistert sein.<br />

Genau werden wir das nie erfahren, aber wir können<br />

unsere Fantasie spielen lassen.<br />

Damit das etwas leichter fällt, lädt nun ein neuer<br />

Erlebnisweg zu einer Zeitreise ein. Von Lermoos aus<br />

geht es über den Weg „Auf den Spuren des Augustus“<br />

zurück in jene Epoche, als die Zuspitze noch drei Meter<br />

niedriger war. Rund viereinhalb Kilometer lang ist der<br />

Weg, der am ehemaligen Salzstadel beginnt. Der Name<br />

deutet es an: Schon zu Zeiten der Römer war das kostbare<br />

Salz ein wichtiges Handelsgut. Der Stadel selbst<br />

ist inzwischen nicht mehr dort zu sehen; er wurde bei<br />

der Klause Ehrenberg als Teil der Burgwelt wieder aufgebaut.<br />

Aber die Geschichte vom Salz – sie lebt weiter,<br />

auch in der virtuellen Darstellung auf dem digitalen<br />

Routenbegleiter.<br />

Natur bleibt unberührt<br />

AKRAM’S<br />

ALPENHOF<br />

Wer auf knifflige Rätsel steht, ist beim Erlebnisweg<br />

„Das Versteck von Castor“ in Biberwier genau an<br />

der richtigen Adresse.<br />

Das Erzählen via Display, bei dem Informationen und<br />

Bilder in die Natur „eingeblendet“ werden, ist für Laura<br />

Berk mann, Assistenz der Geschäftsführung bei der Tiroler<br />

Zugspitz Arena, der besondere Vorteil der digitalen Form.<br />

„Da braucht man keine Eingriffe in die Natur mehr vorzunehmen,<br />

um Info-Tafeln aufzustellen oder Kulissen<br />

aufzubauen“, sagt sie. „Alles kann so bleiben, wie es ist<br />

– und trotzdem können alle sich authentisch durch die<br />

Zeit und die Geschichte bewegen und sich ein Bild davon<br />

machen, wie es damals war.“ Außerdem ist das Angebot<br />

jederzeit und zu jedem Wetter verfügbar. Aus ihrer Sicht<br />

eine Antwort auf den Wunsch vieler, ihre Zeit in der<br />

Tiroler Zugspitz Arena nach Lust und Laune zu gestalten.<br />

„Prügelweg“ durchs Moor<br />

Wie am Salzstadel verhält es sich auch dort, wo noch<br />

feine Spuren der historischen „Via Claudia Augusta“<br />

zu sehen sind oder auf dem „Prügelweg“. Das hört<br />

sich jetzt schlimmer an, als es ist: Die Römer bauten<br />

ihre Straße auf dem Stück bei Lermoos geradewegs<br />

mitten durchs Moor. Damit Füße und Räder nicht<br />

im weichen Untergrund stecken blieben, haben sie<br />

hölzerne Planken – sprich: „Prügel“ – zu Tausenden<br />

wie eine schwimmende Brücke aufs Moor gelegt.<br />

Wie dies funktionieren konnte und woher wir davon<br />

wissen, lässt sich an der zweiten Station des Weges mit<br />

digitaler Hilfe entdecken und erleben. Genauso verhält<br />

es sich mit dem Leben in der Römersiedlung oder bei<br />

einem Aufenthalt an der „Ortswärme Lermoos“, wo es<br />

um die Unterschiede von Heizung einst und jetzt geht.<br />

Die Runde endet mit einem (Ein-)Blick darauf, wie<br />

sich die Führung und Gestaltung von Verkehrswegen<br />

im Lauf der Jahrtausende verändert hat. Vielleicht löst<br />

sich dabei auch, woher die Redewendung kommt, dass<br />

alle Wege nach Rom führen. <br />

Bilder: Raphael Buchberger; Spielbank Garmisch-Partenkirchen<br />

In der Spielbank Garmisch-Partenkirchen setzt<br />

ein neuer Spieler alles auf eine Karte: Gastronom<br />

Mohammad Akram verwöhnt die Gäste im neu<br />

eröffneten Restaurant mit einer kulinarischen Reise<br />

voller edler Überraschungen.<br />

Haben Spielerinnen und Spieler der Spielbank<br />

Garmisch-Partenkirchen ihren Siegeshunger gestillt,<br />

sehnen sie sich nach einer kulinarischen Belohnung für<br />

Leib und Seele: im brandneuen „Akram’s Alpenhof“<br />

warten köstliche Speisen und exotische Aromen.<br />

Kreativer Mix an edlen Genussgerichten<br />

Besucher genießen ein echtes Kontrastprogramm<br />

zur traditionellen Küche: Der in Garmisch bekannte<br />

Gastronom Mohammad Akram übernimmt den traditionsreichen<br />

„Alpenhof“. Der 60-jährige Pakistaner lebt<br />

und arbeitet seit rund 30 Jahren in Garmisch und hat sich<br />

unter anderem an der Zugspitze einen ausgezeichneten<br />

Ruf erarbeitet. Mit seinem kreativen Mix aus arabischindischer,<br />

mediterraner und alpenländischer Küche<br />

möchte er bei den Gästen punkten: „Die Spielbankgäste<br />

sind international, so wie Garmisch international ist.<br />

Dementsprechend gestalte ich meine Küche so, dass alle<br />

Besuchenden sich wohlfühlen werden“, verspricht er.<br />

Neben ayurvedischen Gerichten und deliziös<br />

angerichtetem Fingerfood stehen auch traditionelle<br />

Gerichte wie Zwiebelrostbraten oder weitere<br />

bayerische Spezialitäten auf seiner Karte. „Wer glaubt,<br />

Neueröffnung in der Spielbank<br />

Garmisch-Partenkirchen: Vielfältige<br />

Genussgerichte für flinke Spielhände!<br />

bei uns ein rein indisches Ambiente vorzufinden, hat<br />

falsche Vorstellungen. Dank meiner jahrelangen Erfahrung<br />

werde ich den Gästen beweisen, dass sie exquisite<br />

Gerichte und ein weltoffenes Menü genießen können.“<br />

Neueröffnung großer Erfolg<br />

Neben dem Alpenhof-Restaurant betreut Akram auch<br />

die beiden Bars in der Spielbank. Spielbank-Direktor<br />

Peter Eursch ist sehr glücklich: „Der Umbau und die<br />

Sanierung unserer Gastronomie haben angedauert.<br />

Umso glücklicher sind wir, eine derart mit Garmisch-<br />

Partenkirchen verwurzelte Persönlichkeit für unseren<br />

Alpenhof gewonnen zu haben.“ Nun können sich Spielbankgäste<br />

nicht nur im exklusiven Restaurant im Erdgeschoss,<br />

sondern auch im Automatenbereich sowie im<br />

großen Spielsaal im Obergeschoss verwöhnen lassen.<br />

Spielbank Garmisch-Partenkirchen<br />

Am Kurpark 10<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 8821 95990<br />

garmisch.partenkirchen@<br />

spielbanken-bayern.de<br />

Glücksspiel kann süchtig machen.<br />

Spielteilnahme ab 21 Jahren.<br />

Informationen und Hilfe unter<br />

www.spielbanken-bayern.de<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


36 RUBRIK<br />

MICHAEL-ENDE-KURPARK 37<br />

Die ergonomisch geformten Sonnenliegen<br />

sind ab Mai <strong>2024</strong> im neu gestalteten<br />

Michael-Ende-Kurpark zu finden.<br />

Der Michael-Ende-Kurpark<br />

ist ein zentraler Erholungsraum<br />

für Einheimische und Gäste in<br />

Garmisch-Partenkirchen.<br />

Simone Reiter<br />

WO<br />

ERHOLUNG<br />

GREIFBAR GEMACHT<br />

WIRD<br />

Im Michael-Ende-Kurpark in<br />

Garmisch-Partenkirchen, der<br />

bei Einheimischen wie Gästen<br />

sehr beliebt ist, gibt es Neues zu<br />

entdecken. Welche Neuerungen<br />

die Besucher hier zukünftig<br />

finden, erklärt Simone Reiter von<br />

der GaPa Tourismus GmbH.<br />

FRAU REITER, WELCHE BEDEUTUNG HAT DER MICHAEL-ENDE-<br />

KURPARK FÜR GARMISCH-PARTENKIRCHEN?<br />

SIMONE REITER: Garmisch-Partenkirchen ist seit 1954<br />

ein heilklimatischer Kurort. Deshalb steht bei uns<br />

immer im Vordergrund, dass unsere Einheimischen<br />

wie auch unsere Gäste sich hier wohlfühlen und von<br />

der guten Luft, die wir hier atmen, profitieren können.<br />

Ein Ort, an dem das besonders gut geht, ist unser Kurpark.<br />

Allerdings ist der ein wenig in die Jahre gekommen.<br />

Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde und der<br />

fantastischen Gesellschaft, die die Interessen Michael<br />

Endes vertritt, haben wir uns dazu entschlossen, den<br />

Kurpark Schritt für Schritt neu zu gestalten und ihn<br />

somit in Zukunft noch attraktiver für seine Besucher<br />

zu machen.<br />

WOHER DER KURPARK<br />

SEINEN NAMEN HAT<br />

Der weltberühmte Kinderbuchautor<br />

Michael Ende wurde in<br />

Garmisch-Partenkirchen geboren.<br />

Ihm zu Ehren wurde der Park<br />

„Michael-Ende-Kurpark“ benannt.<br />

Bilder: GaPa Tourismus GmbH; Fotografie Dietmar Denger; Bernd Jaufmann<br />

WELCHE NEUERUNGEN FINDET MAN HIER AB DIESEM SOMMER?<br />

SIMONE REITER: Ein echtes Highlight sind im sogenannten<br />

„Ruhebereich“ drei speziell für uns konzipierte Sonnenliegen.<br />

Das sind verhältnismäßig große Doppelliegen<br />

und echte Eyecatcher. Hier liegt man sich nämlich<br />

gegenüber, sodass man sich anschauen kann. Außerdem<br />

sind sie ergonomisch geformt und um 360 Grad drehbar<br />

– man kann sich also immer nach der Sonne ausrichten.<br />

Daneben gibt es eine Infotafel dazu, wie das Sonnenlicht<br />

unsere Gesundheit beeinflusst. Im Aktivbereich, in dem<br />

das beliebte Kneippbecken und der Barfußpfad zu finden<br />

sind, wird es einen neuen Slackline-Parcours geben.<br />

Und ein Gradierwerk wird aufgestellt. Damit möchten<br />

wir unser Klima besser erlebbar machen.<br />

WIE PASST DAS GRADIERWERK IN DAS NEUE KONZEPT?<br />

SIMONE REITER: Das Gradierwerk ergänzt die bereits nachgewiesenen<br />

heilklimatischen Effekte von Garmisch-<br />

Partenkirchen. Durch die Verrieselung des Salzwassers<br />

entsteht ein einzigartiges Klima. Aerosole entstehen,<br />

welche wertvolle mineralische Wirkstoffe enthalten.<br />

Ähnlich wie die Meeresluft hat das Inhalieren der salzhaltigen<br />

Luft positive Auswirkungen auf Menschen mit<br />

Pollenallergien und Asthma und trägt zur Prävention<br />

und Heilung von Atemwegserkrankungen bei.<br />

WIRD ES AUCH WEITERHIN VERANSTALTUNGEN IM KURPARK<br />

GEBEN?<br />

SIMONE REITER: Auf jeden Fall. Wir hatten in der Vergan -<br />

g enheit zum Beispiel ein Yoga Festival oder nutzten den<br />

Park bei größeren Kongressen, die hier stattgefunden<br />

haben. Das ist auch zukünftig geplant. Eine unserer<br />

größten Veranstaltungen, die jedes Jahr im Kurpark<br />

stattfindet, ist „Musik im Park“. Die wird es weiterhin<br />

geben – auch wenn ihr Konzept und der Name ebenfalls<br />

etwas angepasst werden. Dazu verrate ich aber noch<br />

nicht mehr. (Anm. d. Red.: Ab Seite 64 im Magazin gibt es<br />

einen Einblick in die Neuausrichtung der Veranstaltung.)<br />

GAB ES HERAUSFORDERUNGEN BEI DER NEUGESTALTUNG?<br />

SIMONE REITER: Bei unserer Recherche sind wir schnell<br />

darauf gestoßen, dass es eine Grünanlagensatzung für<br />

den ganzen Markt Garmisch-Partenkirchen gibt. Diese<br />

Satzung hat es verboten, dass die Wiesen im Einzugsgebiet<br />

– und damit auch im Kurpark – betreten werden. Das<br />

war in einer Zeit, in der ein Park lediglich von Kurgästen<br />

zu Spaziergängen genutzt wurde, völlig angemessen.<br />

Heute steht es aber in einem vollkommenen Gegensatz<br />

zu dem, was wir uns unter einem neuen Kurparkkonzept<br />

vorstellen. Vielmehr möchten wir die Besucher dazu<br />

einladen, in ihrer Mittagspause das Gras unter ihren<br />

Füßen zu spüren, sich am Nachmittag dort in die Sonne<br />

zu legen oder Gruppenaktivitäten nachzugehen, die hier<br />

zukünftig angeboten werden sollen. Und auch die Kinder<br />

sollen Spaß an einem Besuch im Park haben – und das<br />

nicht nur auf den ausgewiesenen Wegen. Deshalb wurde<br />

die Satzung für den Michael-Ende-Kurpark angepasst.<br />

WER IST AN DER UMSETZUNG BETEILIGT?<br />

SIMONE REITER: Zum einen natürlich unser Projektteam<br />

bei der GaPa Tourismus GmbH. Zum anderen aber auch<br />

die Gemeinde – allen voran der Bauhof, mit dem wir<br />

wirklich schon viel gemeinsam umsetzen durften und<br />

mit dessen Team die Zusammenarbeit immer wunderbar<br />

funktioniert. Dafür sind wir sehr dankbar. <br />

Alle aktuellen Infos zur<br />

Neugestaltung des Michael-<br />

Ende-Kurparks und zu weiteren<br />

Attraktionen, die dort angeboten<br />

werden, finden sich online unter<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


38 DER LADEN 39<br />

EIN ORT, AN DEM SICH<br />

MENSCHEN WOHLFÜHLEN<br />

Hatem Ibn Said übernahm Anfang <strong>2024</strong> das Traditions-<br />

Café „DER LADEN“ in Garmisch-Partenkirchen. Er wollte<br />

einen Ort schaffen, an dem seine Gäste gute Gespräche<br />

führen können und den sie mit einem Lächeln im<br />

Gesicht wieder verlassen. Untermalt wird die moderne<br />

und gemütliche Atmosphäre vom Duft hochwertigen<br />

Kaffees der lokalen Rösterei Wildkaffee. Der Pächter<br />

legt besonderen Wert auf hochwertige, lokal bezogene<br />

Produkte und auf Liebe zum Detail bei der Zubereitung der<br />

Speisen und Getränke. Ob zum Frühstück, für einen kleinen<br />

Mittagssnack oder zu Kaffee und Kuchen: Das Team von<br />

DER LADEN verwöhnt seine Gäste mit leckeren Schmankerln.<br />

Besonders wichtig war dem Familienvater eine Spielecke für<br />

Kinder: „Wir möchten auch Familien die Möglichkeit geben,<br />

eine entspannte Zeit bei uns zu verbringen.“<br />

DER LADEN<br />

Chamonixstraße 12<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 8821 9453040<br />

info@derladengap.de<br />

derladengap.de<br />

@derladengap<br />

/derladengap<br />

Öffnungszeiten:<br />

Montag bis Freitag<br />

Samstag bis Sonntag<br />

8:00 – 17:00 Uhr<br />

9:00 – 17:00 Uhr<br />

Wie sieht der perfekte Nachmittag im<br />

Café DER LADEN für Pächter Hatem Ibn<br />

Said aus? Das und mehr verrät er I N D E R<br />

KOSTENLOSEN <strong>GRENZENLOS</strong> APP.<br />

Bild: Bernd Jaufmann


40 RUBRIK<br />

KLEIN ABER FEIN 41<br />

Verkäuferin Gabi (l.) und das Inhaberpaar<br />

Anton und Christa Sprenger.<br />

Austauschs entwickelt – ein echter Treffpunkt für<br />

Genießende“, schildert er mit leuchtenden Augen.<br />

„KLEIN ABER FEIN“ – WO JED’S<br />

SCHMANKERL<br />

S’GMIAT<br />

Die Qualität der Auswahl überzeugt Besuchende<br />

Eine Besonderheit des Ladens werden künftig üppige<br />

Brotzeitenplatten sein, die vor Ort verkostet oder als<br />

Mitbringsel mitgenommen werden können. Dabei<br />

werden Gaumenfreuden regelrecht zelebriert – von<br />

herz haftem Leberkäse über delikaten Speck bis hin zu<br />

regionalen Weinen und edlem Schnaps. „Meine Ladenverkäuferin<br />

Gabi stellt unsere Kartoffelsalate und diverse<br />

Aufstriche noch selbst her – und zwar himmlisch und<br />

nach jahrzehntealter Tradition!“, schwärmt Sprenger.<br />

„Als kleines Geschäft investieren wir so viel Liebe<br />

und Leidenschaft in die Auswahl unserer Produkte.<br />

Das werden Gäste auch schmecken – und jedes dieser<br />

Schmankerl wird das Gemüt erhellen!“ <br />

ERHELLT!<br />

Im Zugspitzdorf Grainau zeigt sich das herzliche Gefühl<br />

liebevoller Beratung an der Essenstheke: Der Genussladen<br />

von Anton Sprenger verwöhnt mit heimischen Qualitätsprodukten<br />

und himmlischer Brotzeit – ein Ausflug in das<br />

kulinarische Juwel.<br />

KLEIN ABER FEIN<br />

Waxensteinstraße 8<br />

82491 Grainau<br />

+49 8821 7302837<br />

Wer rechnet schon damit, dass eine kulinarische<br />

Wunderreise am Fuße der Zugspitze<br />

im Wettersteingebirge beginnt und sich<br />

auf knapp 50 Quadratmetern abspielt? Im<br />

malerischen Zugspitzdorf Grainau, umgeben von majestätischen<br />

Bergen, blitzt das runderneuerte „Klein aber<br />

fein“ hervor. Seit über einem Jahr entfaltet sich hier eine<br />

zauberhafte Welt des Genusses.<br />

Nicht nur hungrige Reisende, sondern auch die<br />

Einheimischen lädt der Inhaber Anton Sprenger zur<br />

gemütlichen Einkehr ein. Im charmanten Laden vereinen<br />

sich Tradition und Moderne harmonisch. Die<br />

komplette Einrichtung wurde vom Neffen des Ladenbesitzers<br />

selbst geschreinert. Mit Stolz präsentiert<br />

der bald 65-jährige gebürtige Mittenwalder die Palette<br />

seiner regionalen Schmankerl: von verpackten Wurstund<br />

Käsewaren über frische Nudeln hin zu Freilandeiern<br />

und heimischen Bieren. „Wir haben zudem Produkte<br />

von der Off-Mühle aus Sindelsdorf, feine Öle<br />

aus dem Allgäu oder leckere Reh- und Hirschprodukte<br />

aus Kleinweil“, betont der gelernte Braumeister seine<br />

Verbundenheit zur Region.<br />

Mit Herzblut für die Ortschaft<br />

In einer Zeit, in der viele Orte ihre traditionellen Geschäfte<br />

verlieren, hat „Klein aber fein“ einen herausragenden<br />

Stellenwert für das Zugspitzdorf Grainau. Nach der<br />

Schließung des örtlichen Metzgers übernahm Sprenger.<br />

Der Laden bleibt ein wichtiges Bindeglied zu den Wurzeln<br />

der Gemeinschaft. „Für mich war es wichtig, der Ortschaft<br />

etwas Traditionelles zu erhalten. Die Einheimischen<br />

verdienen und danken es“, sagt der seit Jahren im Zugspitzdorf<br />

Grainau verwurzelte Unternehmer.<br />

Besuchende schätzen nicht nur die exquisite Auswahl,<br />

sondern auch die herzliche Atmosphäre. „Es<br />

hat sich zu einem Ort des Einkaufs, Verweilens und<br />

Bilder: Bernd Jaufmann<br />

SPORTLICHE<br />

TREKKING- UND<br />

BERGSCHUHE<br />

FÜR HÖCHSTE ANSPRÜCHE<br />

Die robusten Allrounder bieten sehr<br />

guten Halt und zeichnen sich durch<br />

Material und Passform aus. Die Schuhe<br />

sind mit Bio-Futterleder ausgestattet.<br />

Ein Leder aus deutscher Produktion,<br />

wo verstärkt auf Umwelt, Komfort,<br />

Gesundheit und Verträglichkeit geachtet wird.<br />

Sicher und bequem auf jedem Terrain.<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong><br />

Pfarrgasse 3 • 82467 GaPa • Telefon:<br />

<strong>GRENZENLOS</strong><br />

+49(0)<br />

·<br />

8821<br />

SOMMER<br />

943<br />

<strong>2024</strong><br />

62 18 • www.zollnergarmisch.de


42 JAGD<br />

RUBRIK 43<br />

„OHNE JAGD<br />

Auch auf der Tuftl Alm geht es<br />

kulinarisch hoch her,<br />

wie DIE KOSTEN LOSE<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> APP zeigt.<br />

FUNKTIONIERT ES NICHT!“<br />

Robert Hörbst betreibt den Gasthof Roter Stein in Kleinstockach. Als waschechter Jäger<br />

serviert er seinen Gästen unter anderem kulinarische Spezialitäten, die er selbst erlegt hat.<br />

Schon als junger Bub ging Robert Hörbst mit<br />

seinem Vater zur Jagd mit. Schießen darf aber<br />

nicht jeder, wie er will und was er will, wie Robert<br />

weiß: „Mit Anfang 20 habe ich die Jagdprüfung<br />

abgelegt und meine Jagdkarte erhalten. Diese berechtigt<br />

mich dazu, in unserem Jagdrevier mit einzusteigen.<br />

Die Jagd sorgt für einen ausgeglichenen Wildstand – ohne<br />

sie funktioniert es heutzutage einfach nicht mehr.“ Gibt<br />

es etwa zu viele Rehe oder Rotwild, sind Schutzwälder wie<br />

in Tirol durch Verbiss oder Schälschäden der Pflanzen in<br />

Gefahr. Das oberste Ziel ist, die Ausgewogenheit zwischen<br />

Wald und Wild zu erreichen und beizubehalten.<br />

Gemeinsam mit drei weiteren Jagdpächtern teilt sich<br />

Robert ein Revier. „Im Winter zählen wir dort die Tiere<br />

an den Futterstellen“, erzählt er. „Wir dokumentieren<br />

Anzahl, Geschlecht und Alter. Anhand dessen wird in<br />

Zusammenarbeit mit der Jagdbehörde ein Abschussplan<br />

für das Revier erstellt.“ Die Jagdsaison geht von Juni bis<br />

Dezember.<br />

Eine hohe Verantwortung<br />

„Oberste Priorität hat das weidgerechte Jagen“, stellt<br />

Robert klar. Die Weidgerechtigkeit ist der Ethikkodex der<br />

Jäger. Er umfasst Regeln, die während der Jagdausübung<br />

und darüber hinaus eingehalten werden sollten. „Dazu<br />

gehört beispielsweise, dass Tiere beim Schuss nicht<br />

leiden sollten. Man sollte vor dem Abschuss nicht hudeln.<br />

Eine Anspannung des Wilds wirkt sich auf die Qualität<br />

des Wildbrets aus“, ergänzt er.<br />

Die Gäste im Gasthof Roter Stein erfreuen sich nicht<br />

nur an der deftigen Kost, sondern an einem besonderen<br />

Ausstellungsstück: ein ausgestopfter Perückenbock. Das<br />

männliche Reh litt an einer seltenen Störung, welche die<br />

Ausschüttung von Testosteron hemmt. Dadurch beginnt<br />

die Knochensubstanz des Geweihs zu wuchern – das sieht<br />

aus wie eine lockige, turm artige Perücke. „Die Perücke<br />

wäre immer weiter gewachsen und hätte ihm die Sehkraft<br />

geraubt. Hinzukommt, dass er zeugungsunfähig war,<br />

sodass er für mich zum Abschuss freigegeben wurde“,<br />

sagt der Gasthofb esitzer. Mit seiner Jagdleidenschaft hat<br />

er sogar seine Frau Petra angesteckt. „Sie ist genauso<br />

vernarrt wie ich“, schmunzelt er. <br />

GASTHOF ROTER STEIN<br />

Kleinstockach 3<br />

6622 Berwang<br />

+43 5674 8235<br />

info@roterstein.at<br />

roterstein.at<br />

Öffnungszeiten:<br />

Dienstag bis Sonntag<br />

10:00 – 24:00 Uhr<br />

Warme Küche:<br />

11:30 – 14:30 Uhr und<br />

16:30 – 20:30 Uhr<br />

Bilder: Tiroler Zugspitz Arena / Jasmin Fröhlich; Petra Hörbst<br />

BAHNHOFSTRASSE 20<br />

82467 GARMISCH-PARTENKIRCHEN<br />

+49 8821 4726<br />

MARKUS-JOCHER@HOTMAIL.DE<br />

WWW.JOCHER-GAP.DE<br />

Auf Maß gefertigte Westen und Strickjanker<br />

aus hauseigener Schafwolle, einzigartig bestickte<br />

Hosenträger als Zierde für jede Tracht und folklo -<br />

r istische Kleidung, kunstvoll gehäkelte Werke, nahezu<br />

jeden feinsten Wollfaden. Mit Liebe ausgesucht.<br />

BESUCHEN SIE UNS.<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


44 KRAUT & LISL<br />

45<br />

ENTSCHLEUNIGUNG<br />

MIT<br />

UND<br />

ROTKLEE<br />

DOST<br />

Die Kräuterpädagogin Lisa Strakeljahn<br />

entführt ihre Gäste durch die Wälder und<br />

Wiesen rund um Garmisch-Partenkirchen.<br />

Auch Junggesellinnenabschiede und<br />

Firmen events stehen bei ihr ganz im Zeichen<br />

heimischer Blüten und Blätter.<br />

Bilder: nmelnychuk/stoack.adobe.com; Lisa Strakeljahn<br />

Was blüht und duftet und schmeckt denn da?<br />

Um 10:30 Uhr am Samstagvormittag steht<br />

ein buntes Grüppchen von Wanderern am<br />

Rand einer Wiese. Die Leute zerreiben etwas<br />

Grünes zwischen ihren Fingern, riechen vorsichtig daran.<br />

Dann bei vielen ein erkennendes Nicken: Ja, diesen<br />

Geruch kennen sie – zumindest die meisten. „Das ist der<br />

Gewöhnliche Dost, unser wilder Oregano“, erklärt eine<br />

blonde Frau in Jeans und Karohemd. Lisa Strakeljahn,<br />

genannt Lisl, bezeichnet sich selbst gern als Kräuterhexe.<br />

Den ganzen <strong>Sommer</strong> über begleitet sie Gäste bei Kräuterwanderungen<br />

rund um Garmisch-Partenkirchen, lässt<br />

sie mit allen Sinnen die Welt der heimischen Pflanzen<br />

erkunden. Der wilde Oregano etwa betört nicht nur die<br />

Nase: „Spürt mal: Die Blätter sind ganz weich, so richtig<br />

flaumig behaart“, animiert Lisl ihre Gäste „Und schaut<br />

euch mal die Blüten genauer an: Wie winzig die sind!<br />

Innen haben sie eine hellrosa Farbe, außen die Kelchblätter<br />

sind fast schon dunkelrot.“<br />

Die Kräuter und Blumen des Voralpenlandes gehören<br />

für Lisl seit frühester Kindheit zum Leben: „Ich<br />

bin direkt am Waldrand aufgewachsen und war schon<br />

als Kind gerne draußen in der Natur. Da kannte man<br />

schon viele Pflanzen wie Löwenzahn, Gänseblümchen<br />

und so.“ Das Interesse wuchs immer mehr und als sie<br />

zum 30. Geburtstag eine Kräuterwanderung geschenkt<br />

bekam, war es um Lisl geschehen: „Ich war total begeistert:<br />

Das sind ja nicht nur wunderschöne blühende<br />

Wiesen vor unserer Haustür, sondern da wächst vieles,<br />

was die Menschen auch verwenden und essen können.“<br />

Lisl entschied sich für eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin<br />

an der Gundermannschule in Bad Heilbrunn,<br />

die im Rahmen der UNESCO-Kampagne „Bildung für<br />

Auf der Suche nach<br />

Kräutern erblickt<br />

die Wandergruppe<br />

beispielsweise<br />

Löwenzahn und<br />

blühenden Dost.<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


46 KRAUT & LISL 47<br />

KRAUT & LISL –<br />

KRÄUTERWANDERUNGEN<br />

Lisa Strakeljahn<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 176 63200948<br />

hallo@krautundlisl.de<br />

krautundlisl.de<br />

krautundlisl<br />

kraut_und_lisl<br />

Termine: Ende Mai bis Mitte<br />

September samstags, genaue<br />

Termine auf der Website;<br />

maßgeschneiderte Events nach<br />

Vereinbarung<br />

Preise: Die Kräuterwanderung<br />

inklusive Kräutersnack und<br />

Getränk kostet 39 Euro pro Person,<br />

der Kräuterspaziergang im Tal<br />

29 Euro. Junggesellinnenabschiede,<br />

Firmenevents und andere<br />

Erlebnisse je nach Programm und<br />

Teilnehmerzahl.<br />

Ein leckeres Rezept wartet<br />

IN DER KOSTEN LOSEN<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> APP.<br />

nachhaltige Entwicklung“ (BNE)<br />

zertifiziert ist. Anschließend konnte<br />

sie ihre Leidenschaft zum Beruf<br />

machen, denn die passt perfekt zu<br />

ihrem Hauptjob: Im Winter arbeitet<br />

Lisl Vollzeit im Büro der Skischule Garmisch-<br />

Partenkirchen, wo sie in den <strong>Sommer</strong>monaten nur<br />

einen Tag pro Woche gebraucht wird. Perfekt also, um<br />

sich im <strong>Sommer</strong> ganz den Kräutern zu widmen.<br />

Vielfalt der Natur hautnah erleben<br />

Seit sechs Jahren führt Lisl nun Gäste und Einheimische<br />

direkt hinein in die Pflanzenwelt der Zugspitz-Region.<br />

Bei den Kräuterwanderungen geht es meist vom Floriansbrunnen<br />

in Partenkirchen hinauf zur Tannenhütte am<br />

Wank. Eineinhalb bis zwei Stunden spaziert man gemütlich<br />

bergauf durch offene Wiesen und hinein in den<br />

Wald. Mit normaler Kondition und gutem Schuhwerk ist<br />

die Tour leicht zu bewältigen. Immer wieder präsentiert<br />

Lisl ein neues Schätzchen: silbern glitzernde Tropfen<br />

im Blatt des Frauenmantels, die Schafgarbe mit ihren<br />

fiedrigen Blättern oder eine Hummel auf der Löwenzahnblüte.<br />

„Mir geht es nicht darum, auf einer Tour<br />

50 Pflanzen zu erklären“, betont die Kräuterpädagogin,<br />

„das kann sich kein Mensch merken. Viel wichtiger<br />

ist mir die Rückbesinnung auf die Natur und dass die<br />

Leute aus ihrem schnelllebigen Alltag rauskommen und<br />

entschleunigen. Es hat wirklich etwas Meditatives, sich<br />

die Natur mal etwas näher anzuschauen.“<br />

Ganz nebenbei vermittelt die Kräuterpädagogin auch<br />

noch den achtsamen Umgang mit der Natur. Von Ostern<br />

bis Oktober ist nämlich Hegezeit. Das heißt, dass die<br />

Wiesen zum Schutz der Tiere und Pflanzen nicht betreten<br />

werden dürfen, wie sie erklärt: „Ich möchte mit<br />

meinen Wanderungen nicht dazu animieren, dass jeder<br />

wahllos auf Wiesen rennt und alles Mögliche abreißt.<br />

Vor allem mag ich den Leuten mitgeben, dass man die<br />

Natur achtet.“<br />

Brennnesselsamen: das Viagra des Mittelalters<br />

Am Ende der sinnlichen Erkundung steht bei jedem<br />

Kräutlein natürlich der Geschmack: „Wenn ich mir zu<br />

100 Prozent sicher bin, dass ich eine essbare Pflanze<br />

vor mir habe, dann kann ich sie auch probieren“, sagt<br />

Lisl. Immer wieder staunen die Gäste, wie viele der teils<br />

unscheinbaren Pflanzen man tatsächlich in der Küche<br />

verwenden kann: Schafgarbe und Gundermann, Rotklee<br />

und Kornblume sowie natürlich die Brennnessel, die<br />

heute bei vielen gesundheitsbewussten Menschen wieder<br />

auf dem Speisezettel steht. Im Mittelalter allerdings<br />

war das Kraut für Kirchenleute tabu, wie Lisl erzählt:<br />

„Die Pflanze galt innerlich und äußerlich angewendet<br />

Es hat wirklich etwas<br />

Meditatives, sich die Natur<br />

mal näher anzuschauen.<br />

Lisa Strakeljahn<br />

als Mittel, um die Liebesfähigkeit<br />

zu steigern – quasi das grüne Viagra<br />

des Mittelalters. Es heißt, dass vor<br />

allem die Brennnesselsamen deswegen<br />

für Mönche verboten waren,<br />

weil ihr Genuss im Ruf stand, ‚Begierde und Unkeuschheit‘<br />

zu fördern.“ Heute genießt man die jungen Brennnesselblätter<br />

vor allem als gesundes Frühlingsgemüse,<br />

und natürlich liefert Lisl auch jede Menge praktische<br />

Tipps für zu Hause. Sie erzählt, wie man eine Spitzwegerichsalbe<br />

zubereitet oder mit bunten Blüten leckere<br />

Cracker backt – am besten noch ergänzt durch einen<br />

Frischkäse mit selbst gesammelten Kräutern. Als Alternative<br />

zur Wanderung am Berg bietet Lisl einen Kräuterspaziergang<br />

in der Ebene an. Die Erkundung der Pflanzen<br />

und ihrer Geschichten ist hier genauso spannend<br />

wie am Berg – allerdings noch weniger anstrengend.<br />

Vergnügliches mit frischen Kräutern:<br />

Junggesellinnenabschiede und Firmenevents<br />

Außerdem organisiert die Kräuterhexe auch maßgeschneiderte<br />

Veranstaltungen für Gruppen. Bei Firmenevents<br />

gibt’s die Kräuterwanderung je nach Wunsch<br />

inklusive Herstellung von Kräuterschnaps, Einkehr<br />

in einer Hütte oder Essen im Restaurant. Der Mädelstag<br />

wendet sich ausschließlich an Frauen, etwa für<br />

Geburtstage oder als kleine Auszeit unter Freundinnen.<br />

„Da beschäftigen wir uns vor allem mit Kräutern, die<br />

uns Frauen gesundheitlich guttun“, erklärt Lisl. „Zum<br />

Beispiel kann der Frauenmantel bei Zyklusproblemen<br />

unterstützen. Er begleitet uns Frauen von der ersten Periode<br />

bis in die Wechseljahre mit seiner ausgleichenden<br />

Wirkung. Außerdem soll er entzündungshemmend und<br />

krampflindernd wirken.“<br />

Lisls absolutes Lieblingsevent sind jedoch die etwas<br />

anderen Junggesellinnenabschiede: Statt mit Bier<br />

und Bauchladen durch die Stadt zu ziehen, wandern<br />

die Braut und ihre Freundinnen auf grünen Pfaden<br />

in die Berge. Unterwegs sammeln sie frische Kräuter<br />

und Blumen, aus denen sie später unter Lisls Anleitung<br />

bunte Haarkränze binden und für die Braut einen<br />

Hochzeitsschnaps ansetzen – es sei denn, die Braut ist<br />

schwanger oder mag keinen Alkohol. Dann mischen<br />

die Mädels einen Frauentee oder ein Räucherbündel,<br />

das bei der Hochzeit abgebrannt wird – für Glück in der<br />

Liebe und eine lange Ehe. Auch Schafgarbe im Brautstrauß<br />

soll Glück bringen, und für die Hochzeitsnacht<br />

hat Lisl ebenfalls einen Tipp parat: „Wenn man sich ein<br />

Sträußchen Schafgarbe übers Bett hängt, soll das die<br />

Liebe für zwei Jahre frisch halten. Danach kann man es<br />

ja wieder austauschen. Aber bitte das Sträußchen – und<br />

nicht den Mann.“ <br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


48 MITTEREGG<br />

49<br />

Die Sonne geht auf, ein neuer Morgen beginnt.<br />

Schon dieser Einstieg in den Tag wird für viele<br />

bereits von lauten Geräuschen und brummenden<br />

Autos begleitet. Da macht das Aufstehen<br />

oft nicht so viel Spaß. Ganz anders sieht es in<br />

Mitteregg aus! Wenn hier die ersten Sonnenstrahlen die<br />

Berggipfel streifen, werden die Bewohner der winzigen<br />

Ortschaft nicht von lautstarkem Großstadtlärm geweckt,<br />

sondern von sanftem Vogelzwitschern. Statt Abgasen<br />

liegt der Duft von frischem Heu, bunten Wiesenblumen<br />

und Tannennadeln in der Luft. Keine Autos weit und<br />

breit, nichts als klare Bergluft, sanfte Wiesen und<br />

Wälder. Ab und an schmiegt sich ein Bauernhaus an die<br />

Hügel, auf dessen Weiden Kühe und Ziegen grasen. Auch<br />

eine kleine Kapelle gibt es im Dorf. Es fühlt sich fast ein<br />

bisschen so an, als wäre die Zeit stehen geblieben.<br />

Im dorfeigenen Gasthof versorgt Inhaberin Anita<br />

Haritzer-Wechner Gäste und Einheimische mit ihrer<br />

selbst gemachten Hausmannskost. Sie ist eine von<br />

insgesamt 17 Einwohnern in Mitteregg. Jeder kennt<br />

hier jeden am Ende der Welt – und alle kümmern sich<br />

gemeinsam darum, dass dieses kleine Stück Idylle auch<br />

erhalten bleibt.<br />

berichtet Haritzer-Wechner. „Während anderswo der<br />

erste Schnitt meistens im Frühling stattfindet, ist es bei<br />

einer Höhenlage von 1.349 Metern wie hier meist erst<br />

im Juni so weit.“ Dabei wird das sogenannte „Feldheu“<br />

geschnitten. Im späten August oder frühen September<br />

ist dann die Zeit für den zweiten Schnitt gekommen.<br />

Abgesehen von Wild kräutern wächst zu dieser Jahreszeit<br />

gar nicht mehr so viel, deshalb ist der zweite Schnitt<br />

manchmal gar nicht notwendig. Ganz nach langjähriger<br />

Tradition bewirtschaften alle Dorfbewohner ihre umliegenden<br />

Felder selbst. „Gefragt sind daher Ausdauer und<br />

Teamwork, denn Heuen ist seit jeher eine anstrengende<br />

Arbeit“, resümiert sie.<br />

Früher, als die Einwohnerzahl noch etwas größer<br />

war, packten die ortsansässigen Familien die Sensen<br />

und Rechen aus und machten sich damit an die Arbeit.<br />

Von moderner Technik fehlte jede Spur, aber weil jeder<br />

ausgiebig mithalf, verging die Zeit oft schneller als<br />

gedacht. Das hat sich heutzutage nicht geändert – das<br />

Heuen ist immer noch eine gemeinschaftliche Aufgabe<br />

für die Mitteregger. Bei nur 17 Einwohnern ist die<br />

Egal, ob Bauernhofoder<br />

Wildtier: Die<br />

Vierbeiner freuen sich<br />

auf das frische Heu.<br />

MITTEREGG –<br />

WILLKOMMEN AM SCHÖNSTEN<br />

ENDE<br />

DER<br />

WELT!<br />

Grüne Wiesen, hohe Gipfel, nur hier und da<br />

mal ein Bauernhaus – in Mitteregg ist von<br />

Großstadttrubel oder Alltagslärm nichts zu<br />

spüren. Wie lebt es sich so am idyllischsten<br />

Ende der Welt?<br />

Bilder: Tiroler Zugspitz Arena/Bianca McCarty; Anita Haritzer-Wechner<br />

Teil der Heimatpflege: das Heuen<br />

Besucher Mittereggs können die Natur nicht nur aus<br />

nächster Nähe erleben, sondern auch ihre große Vielfalt<br />

bestaunen. In den umgebenden Feldern, Wiesen und<br />

Wäldern tummeln sich nicht nur zahlreiche Wildtiere,<br />

sondern auch die verschiedensten Pflanzenarten. „Diese<br />

Flora zählt zu den artenreichsten in den gesamten<br />

Westalpen – und das hat auch seinen Grund!“, sagt<br />

Gasthofinhaberin Anita Haritzer-Wechner. „ Chemische<br />

Düngemittel gibt es hier nicht, alles geht seinen natürlichen<br />

Gang.“ Seltene Blumenarten erstrahlen im <strong>Sommer</strong><br />

in ihrer ganzen farbenfrohen Pracht. Da summt<br />

und brummt es nur so von den zahlreichen Insekten.<br />

Auch das ein oder andere Reh oder ein neugieriger Hase<br />

schauen im Dorf gerne vorbei.<br />

Dass sich Tiere und Pflanzen in Mitteregg so wohlfühlen,<br />

liegt aber nicht nur am Dünger. Das Heuen<br />

spielt eine besonders wichtige Rolle bei der Pflege und<br />

Kultivierung der Landschaft. „Ohne das Heuen wäre die<br />

Flora eingeengt“, erklärt Haritzer-Wechner. Nicht nur<br />

der private Garten wird ohne regelmäßiges Mähen von<br />

Unkraut überwuchert, sondern auch Felder und Wiesen<br />

benötigen die richtige Pflege und Zuwendung. Nur so<br />

können sich die heimischen Arten entfalten.<br />

Wie wird geheut?<br />

„Im Laufe des Jahres wird in Mitteregg zweimal geheut,<br />

beim sogenannten ,ersten und zweiten Schnitt‘“,<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


50 MITTEREGG<br />

PROMOTION RUBRIK 51<br />

Manche Felder sind so steil,<br />

dass das Heu mit speziellen<br />

Schlitten ins Tal befördert wird.<br />

Anita Haritzer-Wechner<br />

bepflanzt werden, bieten den Gebäuden dadurch einen<br />

gewissen Schutz hiervor“, erklärt Haritzer-Wechner.<br />

Ein Hauch Ortsgeschichte<br />

EINZIGARTIGERIST<br />

GESCHMACK<br />

UNS NICHT<br />

GUT GENUG!<br />

Durch das Heuen kann<br />

sich die Flora und Fauna<br />

wieder frei entfalten und<br />

erblühen.<br />

ALPENGASTHAUS<br />

JAUSENSTATION WECHNER<br />

Mitteregg 5<br />

6622 Berwang<br />

+43 5674 8294<br />

jausenstation@mitteregg.at<br />

mitteregg.at<br />

Öffnungszeiten:<br />

Dienstag bis Sonntag<br />

10:00 – 18:00 Uhr<br />

Zahl der Hände, die mit anpacken können, natürlich<br />

begrenzt. So kümmern sie sich heutzutage meist nur zu<br />

zweit oder allein um ein einzelnes Feld. „Mittlerweile<br />

hält allerdings die Technik Einzug, denn zum Einsatz<br />

kommen Motormäher“, sagt die Gasthofbesitzerin.<br />

„Für die Arbeit mit großen Traktoren ist es zu steil.“<br />

Damit ist es trotzdem noch nicht getan! Sind die Felder<br />

erst einmal gemäht, nehmen die Dorfbewohner ganz<br />

klassisch Rechen und Heugabel in die Hand. „Manche<br />

Felder sind so steil, dass das Heu mit speziellen Schlitten<br />

ins Tal befördert wird“, schildert Haritzer-Wechner.<br />

Der Tisch ist gedeckt<br />

Nach getaner Arbeit dürfen sich die vierbeinigen<br />

Bewohner Mittereggs über die Heuernte hermachen.<br />

Da nur zwei Bauernhöfe noch aktive Viehwirtschaft<br />

betreiben, wird der größte Teil des Heus für die Wildfütterung<br />

genutzt. Vor allem die Wildkräuter aus dem zweiten<br />

Schnitt stehen bei Rehen und Hasen gerne auf der<br />

Speisekarte. Der Rest wird an Großbauern aus der Umgebung<br />

verkauft. Nebenbei erfüllt das verbliebene Heu<br />

auch im Winter einen Zweck. Wenn die kalte Jahreszeit<br />

hereinbricht und die Berggipfel schneeweiß färbt, kann<br />

es an den umgebenden steilen Hängen gerne mal zu<br />

Schneerutschen kommen. „Aufgestellte Holzböcke, die<br />

Während der ganze Ort ein wenig das Gefühl vermittelt,<br />

als sei man durch die Zeit gereist, ist vor allem<br />

ein Gebäude in Mitteregg ganz besonders geschichtsträchtig:<br />

die alte Schule Mitteregg. „Obwohl sie schon<br />

seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr aktiv als Schule<br />

genutzt wird, sieht alles noch genauso aus wie damals“,<br />

beschreibt Haritzer-Wechner. Die rustikalen Holztische<br />

und -bänke stehen noch im Klassenzimmer, Tafeln und<br />

Landkarten schmücken die Wände – fast als würden<br />

die Schüler jeden Augenblick zurück in den Klassenraum<br />

strömen, nachdem sie sich in der Pause ordentlich<br />

ausgetobt haben. Auf dem Stundenplan stand Rechnen,<br />

Lesen, Schreiben, Sport und Sachunterricht – gar nicht<br />

so anders als heute also! Eine Turnhalle oder einen<br />

Sportplatz gab es zwar nicht, aber draußen in der Natur<br />

war genug Platz, um sich ordentlich zu verausgaben.<br />

„Auch Wandertage gab es für die Kinder und Jugendlichen<br />

– die konnten aber gut und gerne den gesamten<br />

Tag dauern und hatten es ganz schön in sich!“, erinnert<br />

sich Haritzer-Wechner zurück. „Im Gegensatz zu heute,<br />

wo sich Wandertage meist auf Ausflüge in den Zoo oder<br />

ins Kino beschränken, wurden hier echte Wanderungen<br />

wie etwa zum Heiterwanger See unternommen.“ Sie<br />

waren anstrengend und zeitintensiv, aber auch spaßig.<br />

Von den Anfängen bis zum Ende<br />

Bevor es die Schule gab, fand der Unterricht in einem der<br />

Bauernhäuser statt. „1926 bekam die Ortschaft ihr eigenes<br />

Schulgebäude – das ebenfalls in Gemeinschafts arbeit<br />

errichtet wurde“, erzählt Haritzer-Wechner. „Trotzdem<br />

wurden alle zusammen in einem Klassenzimmer unterrichtet,<br />

von der ersten bis zur achten Jahrgangsstufe.“<br />

Wenn die Klassen besonders klein waren, kamen Kinder<br />

Neben höchster Qualität hat auch Nachhaltigkeit<br />

in unserer Schokoladenmanufaktur oberste<br />

Priorität. Seit 2019 beziehen wir deshalb unsere<br />

Schokolade aus dem Cacao-Trace-Programm,<br />

welches eine transparente und nachhaltige Lieferkette<br />

garantiert. Ziel ist es, die Lebensumstände der Kakaobauern<br />

langfristig zu verbessern. Mit diesem Schritt sind<br />

wir die erste Chocolaterie in Deutschland, die sich komplett<br />

der CT-Philosophie verschrieben hat und setzen<br />

damit ein wichtiges Zeichen für die Zukunft. Besuchen<br />

Sie gerne die Cacao-Trace Seite, um weitere Informationen<br />

über dieses besondere Programm zu erhalten.<br />

Nougat aus eigener Herstellung<br />

Neben unseren Schokoladenspezialitäten<br />

und Pralinen stellen wir seit Neuestem<br />

auch über 10 verschiedene Sorten Nougat<br />

selbst her. Selbstverständlich auch in bester<br />

Cacao-Trace-Qualität: Nougat Gugelhupf,<br />

veganer Nougat, extra herb, Milchkaramell,<br />

Voll-Nuss, Mandelnougat, Pecannussnougat.<br />

Mehr Auswahl gibt es nirgends!<br />

Sie finden uns in Partenkirchen<br />

in der Ludwigstraße 37 (mit<br />

gläserner Manufaktur) und<br />

in Garmisch Am Kurpark 3.<br />

Besuchen Sie auch unseren<br />

Onlineshop unter<br />

chocolaterie-amelie.de<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


52 MITTEREGG<br />

<br />

<br />

<br />

RUBRIK 53<br />

<br />

<br />

Daniel Wechner (r.)<br />

gemeinsam mit<br />

Bernhard Sprenger (l.).<br />

Sprenger ist der letzte<br />

Schüler von dieser<br />

Schule und wohnt noch<br />

in Mitteregg.<br />

aus den benachbarten Dörfern dazu. So bewahrte man<br />

die Schule viele Jahre lang vor der Auflösung. 1974 war<br />

es dennoch so weit: Nur noch drei Schüler gab es im Ort.<br />

Das war nicht genug, um die Schule regulär geöffnet<br />

zu halten. „Einer von ihnen lebt sogar immer noch in<br />

Mitteregg“, ergänzt Haritzer-Wechner.<br />

Heute besuchen die ortsansässigen Kinder zwar<br />

die Schule in Berwang, aber das alte Gebäude bleibt<br />

weiter bestehen. Die Mitteregger sind stolz auf ihre<br />

alte Schule und kümmern sich liebe voll darum, dass<br />

sie so gut erhalten bleibt. So wird etwa regelmäßig<br />

das Dach auf undichte Stellen überprüft, damit es<br />

nicht zu Wasser schäden kommt. „Das ist unsere Zeitgeschichte“,<br />

betont Haritzer-Wechner. Tatsächlich hat<br />

die Schule schon einiges erlebt – das wurde damals<br />

vom Lehr personal in der Schulchronik festgehalten.<br />

„Diese ist in tadellosem Zustand erhalten, ebenso wie<br />

zahl reiche Hefte und Aufzeichnungen. Die Lehrer hielten<br />

in der Chronik alles fest, was das Dorf bewegte: Wer<br />

geboren wurde, wer verstarb, wer neu herzog“, rekapituliert<br />

sie. Auch von geschichtlichen Meilensteinen<br />

erzählen diese Aufzeichnungen, wie etwa vom Erdbeben<br />

in Namlos in den 1930er-Jahren oder von den<br />

Heimkehrern aus dem Zweiten Weltkrieg.<br />

Das Lehrpersonal bestand ausschließlich aus jungen<br />

Menschen, die in Mitteregg ihre ersten Arbeitserfahrungen<br />

sammelten. Wie es damals üblich war, blieb<br />

jede Lehrkraft maximal zwei Jahre im Ort, bevor sie an<br />

andere Schulen versetzt wurde. Viele wären laut den<br />

Aufzeichnungen aber gerne länger geblieben – das ist<br />

nur verständlich, denn in Mitteregg blüht das Herz so<br />

richtig auf !<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


54 HÖLLENTALKLAMM<br />

1905: Fertigstellung der<br />

Bogenbrücke in der Klamm.<br />

55<br />

EINE REISE<br />

DURCH<br />

DIE ZEIT<br />

Die Sorgen und Probleme des Alltags einfach mal hinter sich lassen<br />

und abschalten: Das gelingt mit einem Besuch in der Höllentalklamm.<br />

Dabei haben sie und das Höllental eine rasante Entwicklung hinter sich,<br />

bis sie zu dem Touristen-Hotspot im Zugspitzdorf Grainau wurden.<br />

In mühevoller Arbeit wurde<br />

die Klamm erschlossen.<br />

Vom Wanderparkplatz vor dem Grainauer Ortsteil<br />

Hammersbach geht es zu Fuß 2,1 Kilometer<br />

durch das saftige Grün des Waldes. Naturliebhaber<br />

überwinden dabei 259 Höhenmeter, aber<br />

jeder Schritt lohnt sich. Schließlich wird das Tosen des<br />

Wassers immer lauter, die massiven Felswände ragen<br />

steil nach oben. Hier hat sich die Natur ihren Platz<br />

erobert. Sie ist wild und unbändig – genau dafür steht<br />

auch die Höllentalklamm, die das Ziel der Wanderung<br />

ist. Auf den verschlungenen Pfaden, über Brücken und<br />

durch beleuchtete Tunnel lassen sich auf einer Strecke<br />

von einem Kilometer zahlreiche Wasserfälle in der<br />

Klamm erkunden. Gut 100 Höhenmeter legen Besucher<br />

in ihr zurück, während wenige Meter unter ihnen der<br />

Hammersbach vorbeirauscht.<br />

Dabei hat der Name des Höllentals, das zwischen<br />

Alpspitze und Waxensteinkamm liegt, gar nichts mit<br />

der Hölle zu tun. Er bezieht sich vielmehr auf die Worte<br />

„höhlen“ beziehungsweise „aushöhlen“. Vor rund<br />

240 Millionen Jahren zur mittleren Triaszeit setzten<br />

sich harte Wettersteinkalkschichten am Meeres boden<br />

ab, die später während der Alpenbildung gefaltet wurden.<br />

Das durchfließende Regen- und Schmelz wasser<br />

des Hammersbachs sorgte im Laufe der Zeit dafür,<br />

dass das Gelände ausgehöhlt wurde – so entstand die<br />

typische Klammform. „Die Höllentalklamm ist eine<br />

Stufen klamm. Einst gab es dort einen riesigen Wasserfall.<br />

Bei einem Felsriegel aus Wettersteinkalk hat sich<br />

der Hammersbach dann immer weiter eingetieft. So<br />

formte er bis zu 150 Meter tiefe Schluchten ins Hochgebirge“,<br />

erklärt Peter Schwarz, Mitglied des Heimatund<br />

Geschichtsvereins „Bär und Lilie“. Dieser hat<br />

sich seit seiner Gründung 1986 darauf spezialisiert,<br />

die Geschichte und Entwicklung des Ortes Grainau zu<br />

erforschen und zu erhalten.<br />

Auf den Spuren der Vergangenheit<br />

1902: Erkundung der Klamm durch<br />

Mitglieder der Alpenvereinssektion<br />

Garmisch-Partenkirchen.<br />

1903: Wegebau im mittleren<br />

Bereich der Klamm.<br />

Wer die Höllentalklamm besucht, bemerkt am Wanderweg<br />

vom Kreuzeck zur Höllentalangerhütte eine alte<br />

Grube und die Reste eines Elektrizitätswerks. „Es handelt<br />

sich hierbei um Teile des ehemaligen Bergwerks, das 1827<br />

entstand“, berichtet Schwarz. „In den heute noch sichtbaren<br />

Knappenhäusern waren die Bergarbeiter untergebracht.<br />

Im Höllental gab es zwei Abbau perioden: Im<br />

19. Jahrhundert wurden Bleierze und ab 1905 Wulfenit,<br />

also Molybdän-Bleierz, abgebaut.“ Ab dem 20. Jahrhundert<br />

erleichterte eine Erztransportbahn den Abtransport<br />

der Rohstoffe. Sie reichte von den Knappenhäusern bis<br />

nach Hammersbach. Auch ein Elektrizitätswerk wurde<br />

hierfür auf dem Berg errichtet. „Das Mineral Wulfenit<br />

war besonders im Ersten Weltkrieg ein wertvoller Rohstoff.<br />

Im Deutschen Reich gab es nur wenige andere<br />

Fundstellen“, ergänzt Schwarz. Es dient – auch heute<br />

noch – der Stahlhärtung und wurde früher beispielsweise<br />

zur Herstellung der Gewehre und Einrichtungen<br />

der Artillerie herangezogen.<br />

Bilder: AV-Sektion Garmisch-Partenkirchen; Archiv P. Schwarz<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


56 HÖLLENTALKLAMM<br />

RUBRIK 57<br />

Badespass mit<br />

1904:<br />

Klammeingangshütte<br />

nach der Fertigstellung.<br />

Das Bergwerk entwickelte sich rasant weiter: Innerhalb<br />

von vier Jahren wuchs die Belegschaft während<br />

des Ersten Weltkriegs auf gut 600 Personen an. Eine<br />

Kompanie von Pioniersoldaten war für die Ausspreng<br />

ung der Stollen zuständig. „Gerade weil alles so<br />

schnell gehen musste, hat man die geologischen Untersuchungen<br />

anfangs vernachlässigt“, berichtet der Heimatforscher.<br />

„Sonst wäre erkennbar geworden, dass<br />

diese Lagerstätte keine Wurzeln hat – wie man im<br />

Bergbau so sagt.“ Das bedeutet, dass sich das Mineralvorkommen<br />

der Lagerstätte nicht wie üblich nach<br />

unten fortsetzt, sondern es hat sich hierbei nur um<br />

eine oberflächliche Vererzung gehandelt. „Nachdem<br />

die Oberfläche gut 300 Meter tief abgebaut war, wurde<br />

nach Kriegsende nichts mehr gefunden. Die Grube war<br />

bis zum letzten Stück Blei geleert worden“, erläutert<br />

Schwarz. Daraufhin wurden der Bergbau eingestellt<br />

und das Bergwerk der Gewerkschaft Werdenfels mit den<br />

Knappenhäusern im März 1925 zwangsversteigert.<br />

Rein ins Naturwunder<br />

Parallel zum Bergbau fand die Erschließung der Höllentalklamm<br />

statt. Der Deutsche Alpenverein (DAV),<br />

Sektion Garmisch-Partenkirchen, hat unter der Leitung<br />

des Ingenieurs Adolf Zoeppritz und mehrerer einheimischer<br />

Bergführer von 1902 bis 1905 den Klammweg<br />

für Touristen zugänglich gemacht. Zunächst haben<br />

sie die Klamm erkundet und vermessen. Als der Plan<br />

stand, gingen die Arbeiten erst richtig los, wie Schwarz<br />

beschreibt: „An schwierigen Stellen haben sie Tunnel in<br />

die Felsen gesprengt. Der Weg durch die Schlucht wurde<br />

mit Brücken und Stegen passierbar gemacht.“ Nach vier<br />

Jahren fand im August 1905 die Einweihung statt.<br />

Selbst heute ist die Erhaltung der Klamm mit einem<br />

hohen Aufwand verbunden. Schließlich müssen die<br />

Wege beispielsweise von enormen Schneemassen<br />

befreit werden. Daher ist das Naturhighlight je nach<br />

Schnee- und Wetterlage nur von Ende Mai bis Mitte<br />

Oktober zugänglich – aber dann rund um die Uhr.<br />

Mehr als nur die Klamm<br />

Wer noch mehr über die Geschichte des Höllentals, der<br />

Höllentalklamm und der Sektion Garmisch-Partenkirchen<br />

erfahren möchte, schaut einfach im Höllentalklamm-Museum<br />

neben dem Klammeingang vorbei. Hier<br />

werden anschauliche und spannende Einblicke geliefert.<br />

Der Besuch ist im Eintrittspreis zur Klamm inbegriffen.<br />

Die Eingangspforte zur Höllentalklamm ist zugleich<br />

auch eine Einkehrmöglichkeit: Die Höllentaleingangshütte<br />

gehört der DAV Sektion Garmisch-Partenkirchen.<br />

Am oberen Ende der Klamm befindet sich hingegen<br />

die Höllentalangerhütte der DAV Sektion<br />

München-Oberland. Sie besticht mit einer reichhaltigen<br />

Speisekarte und regionalen Spezialitäten.<br />

Sogar eine Übernachtung ist hier möglich, damit der<br />

abenteuerliche Tag erholsam ausklingen kann.<br />

Sportlich schwimmen oder planschen, alleine oder mit<br />

der ganzen Familie – das Zugspitzbad Grainau ist immer<br />

einen Besuch wert. Allein der einmalige Ausblick auf das<br />

Zugspitzmassiv lohnt schon einen Besuch. Das lichtdurchflutete<br />

Hallenbad ist fast das ganze Jahr über geöffnet.<br />

Dort befinden sich ein 25-Meter-Schwimmerbecken mit<br />

abgeteilten Kinderbecken, separates Babybecken, ein Solebecken<br />

mit Massagedüsen, Infrarotkabine sowie ein Dampfbad.<br />

In der abgeteilten Saunalandschaft mit regelmäßigen<br />

Aufgüssen, gibt es eine Blockhaussauna, Bio Sauna mit<br />

Aufgüssen und einer Infrarotkabine.<br />

ZugspitZbad grainau<br />

Parkweg 8 Tel. +49 (0) 88 21-98 18 26<br />

82491 Grainau info@grainau.de<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong><br />

Im <strong>Sommer</strong> erwartet die Gäste zusätzlich das Freibad<br />

mit seinem großzügigen Außenbereich. Dort kann man<br />

sich im 50-Meter-Sportbecken oder im Nichtschwimmerbecken<br />

mit der großen Wasserrutsche und einem<br />

Babyplanschbecken austoben. Auch ein Spielplatz und<br />

Tischtennisplatte ist vorhanden.<br />

Auf geht‘s – tauchen Sie ein ins Badevergnügen<br />

für Groß und Klein!<br />

www.grainau.de


58 ALPENKLIMAGIPFEL 59<br />

KLEINE SCHRITTE<br />

FUHREN<br />

ZUM ZIEL<br />

Beim<br />

FRAU FRAUNE, WELCHE ROLLE SPIELT NACHHALTIG-<br />

KEIT FÜR DIE TIROLER ZUGSPITZ ARENA?<br />

PETRA FRAUNE: Das Thema liegt uns sehr<br />

am Herzen. Es ist Teil der Landestourismusstrategie<br />

„Der Tiroler Weg – Perspektiven für eine<br />

verantwortungsvolle Tourismusentwicklung“. Erst<br />

kürzlich wurde die Entscheidung gefällt, dass wir<br />

für den Bezirk Reutte das österreichische Umweltzeichen<br />

beantragen werden. Seit letztem Jahr haben<br />

wir sogar eine Nachhaltigkeits koordinatorin, die sich<br />

um solche Belange kümmert. Eine solche Position<br />

ist nun verpflichtend für alle Tourismusverbände<br />

(TVB) in Tirol. Die TVBs Lechtal, Naturparkregion<br />

Reutte, Tann heimer Tal und Tiroler Zugspitz<br />

Arena haben das gemeinsam umgesetzt, da wir vor<br />

vergleich baren Heraus forderungen im Hinblick auf die<br />

Nachhaltigkeit stehen. Das bezieht sich beispielsweise<br />

AlpenKlimaGipfel auf dem<br />

höchsten Berg Deutschlands<br />

tauschten sich Experten über den<br />

Klimawandel aus. Petra Fraune,<br />

Geschäftsführerin der Tiroler Zugspitz<br />

Arena, gewährt einen Einblick in das<br />

neue Veranstaltungsformat.<br />

auf Mobilitätsaspekte, wie die Anreise der Gäste. Derzeit<br />

arbeiten wir außerdem an einem Strategie- und Leitbildprozess<br />

für unseren Tourismusverband. In diesem werden<br />

die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Umweltschonung<br />

sowie Digitalisierung verankert sein.<br />

2023 FAND DIE PROLOGVERANSTALTUNG ZUM NEUEN ALPEN-<br />

KLIMAGIPFEL AUF DER ZUGSPITZE STATT. WIE ENTSTAND DIE IDEE<br />

HIERFÜR, UND WORUM GEHT ES DABEI?<br />

PETRA FRAUNE: Wir haben uns die grundsätzliche Frage<br />

gestellt, warum wir nicht dezidierter über Klimawandel<br />

und Nachhaltigkeit reden sollten – so entstand die Idee<br />

für eine Gesprächsrunde auf der Zugspitze, dem Grenzort<br />

zwischen Bayern und Tirol. Auf der Tiroler Seite<br />

der Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands,<br />

diskutierten Expertinnen und Experten über die aktuell<br />

größte Herausforderung unserer Zeit im höchsten<br />

Bilder: ProMedia<br />

TV-Studio der Alpen auf knapp 3.000 Metern. Die<br />

Agentur, mit der das ins Leben gerufen wurde, ist die<br />

ProMedia Kommunikation GmbH in Innsbruck. Bei der<br />

Kooperation waren ebenfalls die Lebensraum Tirol<br />

Holding mit Tirol Werbung, die Standortagentur Tirol<br />

und das Agrarmarketing Tirol beteiligt. Wir möchten der<br />

Bevölkerung vermitteln, dass wir den Schutz unserer<br />

Erde bei unserer Destinationsentwicklung sehr ernst<br />

nehmen. Beim AlpenKlimaGipfel kommen Fachleute<br />

aus Meteorologie, Tourismus, Wirtschaft, Politik und<br />

Autoren von wissenschaftlichen Leitmedien zusammen,<br />

um sich zu vernetzen und auszutauschen. Jeder<br />

bringt seine individuelle Sichtweise mit ein, sodass<br />

dem Ganzen eine globale Perspektive verliehen wird.<br />

WELCHE INNOVATIVEN LÖSUNGSANSÄTZE STELLTEN DIE<br />

TEILNEHMER ZUM BEISPIEL VOR?<br />

PETRA FRAUNE: Patricio Hetfleisch, Prokurist der Tirol<br />

Werbung, zeigte die neue Anreise-Informations-<br />

Plattform „GRETA“ – das steht für Green Travel<br />

Alternatives. Schon bei der Urlaubsbuchung sehen<br />

Nutzer dadurch, welche Anreiseroute mit dem geringsten<br />

ökologischen Fußabdruck verbunden ist. Marcus<br />

Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol,<br />

präsentierte das EU-Projekt „MountResilience“, bei<br />

dem sich das Land Tirol, die Universität Innsbruck<br />

und unter anderem die Energieagentur Tirol beteiligen.<br />

Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, welche die Resi lienz<br />

– also Widerstandsfähigkeit – der euro päischen Gebirgsregionen<br />

gegenüber dem Klimawandel steigern. Tirol<br />

punktet hier etwa mit umweltfreundlichen Ideen für<br />

die Zukunft der Skigebiete. Das Start-up- Unternehmen<br />

Terawind entwickelt Windenergie anlagen speziell für<br />

Starkwinde, wie sie auch in den Alpen vorkommen, um<br />

diese in Strom umzuwandeln.<br />

WER NICHT VOR ORT WAR, KONNTE DAS EVENT ÜBER DEN<br />

HEIMISCHEN BILDSCHIRM VERFOLGEN ...<br />

PETRA FRAUNE: ... Genau. Starmoderator Thore Schölermann<br />

moderierte den ProSieben-Talk, der im Rahmen der<br />

15. Green Seven Week im Fernsehen und im Livestream<br />

ausgestrahlt wurde. Verena Schneider hat ein ähnliches<br />

Format im Rahmen von Gamechanger abgehalten, das in<br />

der Vimeo-Mediathek verfügbar ist. Wir konnten dadurch<br />

das Bewusstsein der Zuschauer sensibilisieren und<br />

verdeutlichen: Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern wirklich<br />

zwölf. Diese Herausforderung betrifft uns alle, sodass<br />

wir an einem Strang ziehen müssen.<br />

WELCHES FAZIT ZIEHEN SIE AUS DER DISKUSSIONSRUNDE?<br />

PETRA FRAUNE: Für uns war entscheidend, Ansatzpunkte<br />

zu finden, mit denen wir aktive Veränderungen<br />

an stoßen können – das ist uns durch die neuen Impulse<br />

definitiv gelungen. Die gab uns auch Gabriel Baunach,<br />

Buchautor von „Hoch die Hände, Klimawende!“,<br />

der nicht vom ökologischen Fußabdruck, sondern<br />

vom ökologischen Handabdruck spricht. Ersteres ist<br />

laut ihm mit Verzicht verbunden und dadurch negativ<br />

konnotiert. Wenn wir es jedoch schaffen, uns mit -<br />

ei nander zu vernetzen und uns zu engagieren, können<br />

wir das Ganze in eine positive Normalität überführen.<br />

Das gelingt jedoch nur, wenn wir im täglichen Leben<br />

selbst „Hand anlegen“.<br />

DER ALPENKLIMAGIPFEL SOLL AB JETZT JEDES JAHR STATTFINDEN.<br />

WAS IST FÜR <strong>2024</strong> GEPLANT?<br />

PETRA FRAUNE: Vom 27. bis zum 28. Juni <strong>2024</strong> wird die<br />

Veranstaltung erstmals in vollem Umfang stattfinden.<br />

Neben dem medial begleiteten Expertentalk<br />

auf der Zugspitze wird es kleinere Diskussionsforen<br />

geben. Auch Einheimische sind herzlich willkommen.<br />

Interessierte können sich auf ein ein buntes Potpourri<br />

an Themen und Teilnehmern freuen. Alle Teilnehmer<br />

des Prologs haben ihr Interesse bekundet, beim jetzigen<br />

Event dabei zu sein – allein das zeigt schon, wie wichtig<br />

diese Fragestellungen für uns alle sind. <br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


60 BRAUCHTUM 61<br />

HEIMATABEND IM ZUGSPITZDORF GRAINAU<br />

Grüne Trachtenhüte, karierte Trachtenstrümpfe und klassische<br />

Lederhosen: So erscheinen die Mitglieder des Volkstrachtenvereins<br />

„D‘Höllentaler“. Sie haben sich am Dorfplatz im Zugspitzdorf Grainau<br />

versammelt – genauso wie Gäste und Einheimische. Mit Fahnen in der<br />

Hand marschieren die Männer als Festzug in Richtung Musikpavillon.<br />

Begleitet wird dies von rhythmischen Trommelschlägen und der<br />

Musikkapelle Grainau. Bei den Heimatabenden steht das authentische<br />

Brauchtum im Fokus. Die Besucher bekommen einen Einblick in den<br />

Schuhplattler und andere Volkstänze. Hinzu kommen Gesangs- und<br />

Jodeleinlagen, die Jung und Alt ansprechen. Auch für die Verpflegung<br />

während des Events ist gesorgt: Es gibt beispielsweise Bier direkt vom<br />

Fass oder Brotzeiten vom heißen Grill.<br />

Weitere spannende Brauchtumsveranstaltungen<br />

gibt es hier zu entdecken:<br />

Bild: Zugspitzdorf Grainau/Mönch


62 ALPHORN<br />

63<br />

SO KLINGT<br />

DAS<br />

ALPHORN-SCHNUPPERKURS<br />

Samweberstraße 16<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 8821 948522<br />

info@alphorn-zugspitze.de<br />

@WerdenfelserAlphornblaeserinnen<br />

ALPHORN<br />

Wie bläst man eigentlich ein Alphorn? Wie reagieren<br />

Tiere auf seinen Klang? Und was haben Hohlräume<br />

im Boden mit dem Instrument zu tun? Diese und<br />

noch mehr Fragen beantwortet Elisabeth Heilmann-<br />

Reimche in ihren Alphorn-Schnupperkursen, die<br />

unter anderem im Zugspitzdorf Grainau stattfinden.<br />

DER BERGWELT<br />

Bilder: Heinrich Reimche<br />

Tiefe Töne, aufgeregte Stimmen, konzentriertes<br />

Atmen und ab und zu freudiges Gelächter: So<br />

klingen etwa die Schnupperkurse von Elisabeth<br />

Heimann-Reimche. Ein Satz, der währenddessen<br />

immer fällt? „Gehirn ausschalten und nach<br />

Gefühl machen – denn das ist mein Tipp für alle, die<br />

das Alphorn spielen lernen wollen“, erklärt die leidenschaftliche<br />

Alphornbläserin.<br />

Eine musikalische Vergangenheit – und Zukunft<br />

Elisabeth Heimann-Reimche weiß, wovon sie spricht:<br />

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie voller<br />

„Bläser“, wie sie es nennt, lässt der erste Kontakt mit dem<br />

Alphorn nicht lange auf sich warten. Nach ihrem Musikstudium<br />

und ihrer Tätigkeit an der Südwest deutschen<br />

Philharmonie in Konstanz bekommt sie schließlich<br />

selbst Kinder. Doch das Alphorn ist ihr die ganze Zeit<br />

über ein treuer Begleiter – als Hobby, das sie begeistert<br />

mit ihren Mitmenschen teilt. So gründet sie 1997 die<br />

Werdenfelser Alphornbläserinnen, um jungen Mädchen<br />

das Instrument näherzubringen. „Bei den Veranstaltungen<br />

mit meinen Werdenfelser Alphornbläserinnen<br />

wurden wir dann immer öfter von den Zuschauern<br />

gefragt, ob sie nicht auch mal an das Instrument dürften.<br />

Und da ich es liebe, andere Leute für Musik generell und<br />

das Alphorn zu begeistern, entstand so die Idee der<br />

Schnupperkurse“, erinnert sie sich zurück.<br />

Die Schnupperkurse im Zugspitzdorf Grainau<br />

Egal, ob Anfänger oder Profi, Mann, Frau oder Kind:<br />

An den Schnupperkursen kann jeder ab zehn Jahren<br />

teil nehmen. „Mein Ziel ist es, dass im Laufe des Kurses<br />

jeder mindestens einen Ton auf dem Alphorn blasen<br />

kann“, erzählt die Kursleiterin. „Dabei ist es wichtig,<br />

sich nicht zu verkopfen. Interessanterweise gelingt das<br />

Kindern oft besser als Erwachsenen. Aber wer wirklich<br />

Lust auf das Instrument hat, schafft das so oder so. Denn<br />

einen Mund und etwas Luft zum Atmen hat schließlich<br />

jeder – und mehr braucht es nicht.“<br />

In einer Gruppe von bis zu zehn Personen können<br />

sich Musikbegeisterte an den elf Alphörnern von<br />

Heilmann-Reimche probieren. „Egal, ob Fichte, Ahorn<br />

oder Linde: Meine Alphörner sind alle aus bestem Holz<br />

gefertigt. Und wenn meine Kursteilnehmer es dann<br />

schaffen, dem Instrument Töne zu entlocken, ist die<br />

Freude immer groß“, betont sie. Und wer nach den<br />

Schnupperkursen noch nicht genug von dem Instrument<br />

bekommen hat, kann bei der leidenschaftlichen<br />

Musikerin ebenfalls Privatstunden nehmen – ein paar<br />

ihrer Schüler durften Heilmann-Reimche sogar schon<br />

zu Fernsehauftritten begleiten, wie beispielsweise zu<br />

Stefan Raab.<br />

Dass die Schnupperkurse bei den Gästen so gut<br />

ankommen, freut Heilmann-Reimche jedes Mal. „So<br />

bleibt die Relevanz des Alphorns für unsere Bergwelt<br />

weiterhin zu einem kleinen Teil erhalten“, erklärt<br />

sie begeistert. Denn ursprünglich wurde das Alphorn<br />

als Verständigungsinstrument in den Bergen genutzt:<br />

„Wenn sich die Hirten über längere Distanzen gegenseitig<br />

verständigen wollten, mussten sie nur das<br />

Alphorn spielen“, erinnert sich Heilmann-Reimche.<br />

Neben der Verwendung als Meditations- und Therapieinstrument<br />

ist das Alphorn auch zwischen Mensch und<br />

Tier ein Mittel zur Kommunikation. Die Alphörner sind<br />

nämlich ein Lockmittel für das eigene Vieh. Dass das<br />

funktioniert, kann die Musikerin selbst bezeugen. „Wir<br />

Alphornbläserinnen sollten einmal im Auftrag testen,<br />

wie wohl Wasserbüffel auf das Instrument reagieren.<br />

Und tatsächlich: Die Tiere waren ganz angetan von<br />

dem warmen Klang des Holzes und kamen geradewegs<br />

zu uns“, lacht sie.<br />

Alphorn spielen leicht gemacht<br />

Aber wie funktioniert nun so ein Alphorn? „ Eigentlich<br />

nur durch unterschiedliches Reinblasen“, erklärt<br />

Heilmann- Reimche. „Aber das ist leichter gesagt, als<br />

getan. Schließlich müssen Lippenstellung und Atemtechnik<br />

auch genau ausgeführt werden.“ Außerdem<br />

verleihen die verschiedenen Größen, Formen und<br />

Bauarten aus unterschiedlichsten Ländern jedem Alphorn<br />

einen einzigartigen Klang. „Egal, ob Norwegen,<br />

Türkei oder Schweiz: Alphörner gibt es auf der ganzen<br />

Welt“, erklärt sie.<br />

Allerdings ist das Alphorn, das zu den Blechblasinstrumenten<br />

gehört, in Deutschland meistens 3,68 Meter<br />

lang und in F gestimmt. „Somit können<br />

wir etwa nicht mit den Schweizern<br />

zusammen spielen. Denn ihr<br />

Alphorn ist 30 Zenti meter kürzer<br />

(Ges-Stimmung) – und für einen<br />

schönen gemeinsamen Klang müssen<br />

die Alphörner alle gleich lang sein.“ Das<br />

ist aber bei den Schnupper kursen im<br />

Zugspitzdorf Grainau genau der Fall:<br />

Und so erklingen dann harmo nische<br />

Tonleitern aus den Instrumenten.<br />

„Das nötige Know-how dafür erkläre<br />

ich im Schnupperkurs, an dem Besitzer<br />

der Grainauer Gästekarte für 50 Euro pro Person teilnehmen<br />

können“, garantiert sie. „Und wer neben der<br />

richtigen Technik ein bestimmtes Gespür besitzt, kann<br />

beim Spielen sogar die Hohlräume im Boden ausfindig<br />

machen, da diese wie Resonanzkörper wirken“, verspricht<br />

sie mit einem Augenzwinkern.<br />

Termine und Veranstaltungsorte<br />

unter alphornkurs.de<br />

Kosten: 60 Euro, mit Grainauer Gästekarte 50 Euro<br />

Ziel ist es, dass jeder<br />

mindestens einen Ton auf dem<br />

Alphorn blasen kann.<br />

Elisabeth Heimann-Reimche<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


64 GAPA LIVE 65<br />

GaPa<br />

Live<br />

Der Organisator von<br />

GaPa Live:<br />

Korbinian Saller.<br />

„WIR BRINGEN<br />

DIE MUSIK<br />

ZU DEN MENSCHEN“<br />

Organisator Korbinian Saller bringt frischen<br />

Wind in die beliebte Garmisch-Partenkirchener<br />

Eventreihe „Musik im Park“, die seit vielen<br />

Jahren Gäste und Einheimische begeistert.<br />

Er verspricht viele Überraschungen und<br />

Neuerungen für <strong>2024</strong>.<br />

KÜNSTLERISCHE LEITUNG<br />

„GAPA LIVE”<br />

TonArt Agentur<br />

Korbinian Saller<br />

Badgasse 28<br />

82467 Garmisch-Partenkirchen<br />

+49 176 41119756<br />

info@tonart-agentur.de<br />

Einen Veranstaltungsüberblick<br />

gibt es im<br />

Veranstaltungskalender unter<br />

gapa-tourismus.de<br />

Noch mehr Veranstaltungen,<br />

die in Garmisch-Partenkirchen<br />

stattfinden, gibt’s<br />

IN DER KOSTENLOSEN<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> APP.<br />

Wenn Korbinian Saller über „Musik im Park“<br />

spricht, kommt er direkt ins Schwärmen.<br />

An einen Programmpunkt aus dem vergangenen<br />

Jahr kann er sich besonders gut<br />

erinnern: „Das war das Kinderkonzert mit ,Rodscha aus<br />

Kambodscha und Tom Palme‘ im Kurpark. 700 Kinder,<br />

die tanzen, bestes Wetter, eine tolle, ungezwungene<br />

Stimmung. Einfach ein toller Tag!“, sagt Korbinian<br />

Saller, der selbst Vater einer kleinen Tochter ist. Wen<br />

wundert es da, dass er solche Momente, die für immer<br />

in Erinnerung bleiben, auch in diesem Jahr kreieren<br />

möchte. 2023 hatte Saller die Eventserie recht kurzfristig<br />

von Edi Schönach übernommen, nachdem dieser überraschend<br />

verstorben war.<br />

Bereits im vergangenen Jahr habe Saller seine Ideen<br />

einfließen lassen, erklärt der gebürtige Garmischer.<br />

„Dieses Jahr möchte ich das noch mehr tun“, sagt er. Der<br />

Name und das Konzept der diesjährigen Veranstaltung<br />

waren lange ein gut gehütetes Geheimnis. Nun steht<br />

fest: „Musik im Park“ wird zu „GaPa Live“. Und über<br />

das Konzept erzählt uns Saller: „Wir bringen die Musik<br />

dahin, wo die Menschen sind – und nicht die Menschen<br />

dahin, wo die Musik ist.“ Bedeutet konkret: Während<br />

sich „Musik im Park“ mit seinen Veranstaltungen in<br />

den vergangenen Jahrzehnten – bis auf einige Ausnahmen<br />

– auf den Kurpark konzentriert hatte, soll<br />

nun sprichwörtlich an unterschiedlichen Orten die<br />

Musik spielen: „Latin Nights“ am Richard-Strauss-<br />

Platz, Jazz und Swing in Bars, Konzerte auf dem Wank,<br />

um nur drei Beispiele zu nennen. Was es braucht, um<br />

ein gutes Programm zusammenzustellen? „Wissen,<br />

musikalisches Gespür und ein gutes Netzwerk“, sagt<br />

Saller. „Wir wollen jeden Musikgeschmack und jedes<br />

Alter ansprechen.“<br />

Ein Gedanke und ein Ansatz, den Saller pflegt, weil<br />

er Musik in all ihren Facetten liebt! Bereits mit sechs<br />

Jahren fing er an, Klavier zu spielen. Nach und nach<br />

kamen andere Instrumente dazu. Heute spielt er zwölf<br />

Instrumente – „manche ein bisschen besser, manche<br />

ein bisschen schlechter“, meint er mit einem Augenzwinkern<br />

und erzählt weiter: „Meine Hauptinstrumente<br />

waren Klarinette und Saxofon, die Musik habe<br />

ich mit Auftritten semi-professionell betrieben und<br />

damit Geld verdient.“ Irgendwann habe er am Scheideweg<br />

gestanden: „Musik studieren, ja oder nein?“<br />

Er entschied sich gegen ein Studium – und für eine<br />

Ausbildung als Metallblasinstrumentenmacher an der<br />

Instrumentenbauschule Mittenwald.<br />

Das Hobby zum Beruf machen<br />

Die Musik begleitet den Weg von Korbinian Saller.<br />

Nach seiner Lehre arbeitet er zunächst als Angestellter<br />

in Bad Tölz und legt seine Meisterprüfung im Metallblas<br />

instrumentenmacherhandwerk ab – als Jahres-<br />

Bilder: Korbinian Saller; Bernd Jaufmann<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong>


66 GAPA LIVE<br />

RUBRIK 67<br />

BERGBAHNEN LERMOOS/ BIBERWIER 1.000 - 2.100M WWW.BERGBAHNEN-LANGES.AT<br />

TIPP!<br />

ONLINE-TICKETSHOP &<br />

GUTSCHEINWELT<br />

bergbahnen-langes.at<br />

bestmeister! Zwei weitere Meilensteine in seiner Vita<br />

folgen im Oktober 2016: die Eröffnung seiner eigenen<br />

Werkstatt in Garmisch und seine Lehrtätigkeit an der<br />

Instrumenten bauschule Mittenwald, die er bis heute ausübt.<br />

„Es gehört viel Idealismus zu dem Beruf. Niemand<br />

macht das wegen des Geldes. Aber es ist ein sehr schöner<br />

Beruf. Wenn ein Instrument fertig ist und jemand spielt<br />

zum ersten Mal darauf, ist das unbeschreiblich und<br />

schön“, sagt Saller.<br />

Er kommt nicht mehr oft dazu, selbst seine Instrumente<br />

zu spielen. „Mit der Schule und mit ,Musik im<br />

Park‘ bin ich schon recht eingespannt.“ Wie er dennoch<br />

alles unter einen Hut bekommt? „Meine Frau hält<br />

mir da den Rücken frei, sonst ginge es nicht“, erklärt<br />

er. Und: „Ich habe in Markus Schneider einen starken<br />

Unterstützer gefunden, der mich bei ,Musik im Park‘<br />

gut berät und seit vielen Jahren erfahren ist.“ Künstler<br />

buchen, Verträge aushandeln – „das war ja bis jetzt<br />

nicht mein Geschäft.“ Auch die gute Zusammenarbeit<br />

mit GaPa Tourismus betont er: „Die Unterstützung des<br />

Teams ist sehr groß. Es ist nicht selbstverständlich für<br />

eine Marktgemeinde, so eine Fülle an Veranstaltungen<br />

zur Verfügung zu stellen.“ Eine Fülle, von der sich<br />

schon bald Einheimische und Gäste live überzeugen<br />

können. Der Eintritt ist frei, Korbian Saller freut sich<br />

darüber, wenn die gastronomischen Betriebe, in denen<br />

Konzerte stattfinden, mit dem Kauf von Speisen und<br />

Getränken unterstützt werden. <br />

VERANSTALTUNGSÜBERBLICK „GAPA LIVE“<br />

IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN<br />

11. Mai <strong>2024</strong>: Oberkrainermusik mit den Kathreinern im Biergarten<br />

beim Klammhaus an der Partnach<br />

Weitere Termine: 23. Juni <strong>2024</strong>, 14. Juli <strong>2024</strong><br />

12. Mai <strong>2024</strong>: Oberkrainermusik mit den Kathreinern im Kurpark<br />

Weitere Termine: 22. Juni <strong>2024</strong>, 13. Juli <strong>2024</strong><br />

Tanzmusik mit der RS-Tanzcombo<br />

Weitere Termine: 21. Mai <strong>2024</strong>, 18. Juni <strong>2024</strong>, 16. Juli <strong>2024</strong>,<br />

20. August <strong>2024</strong>, 17. September <strong>2024</strong><br />

17. Juni <strong>2024</strong>: Offenes Chorsingen<br />

Weiterer Termin: 5. August <strong>2024</strong><br />

20. Juni <strong>2024</strong>: Start der „Special Nights“-Reihe mit der<br />

„Edelweiß Bluegrass Band“<br />

24. Juni <strong>2024</strong>: Start der „Latin Nights“ am Richard-Strauss-Platz<br />

Weitere Termine: 8. Juli <strong>2024</strong>, 22. Juli <strong>2024</strong>,<br />

19. August <strong>2024</strong>, 2. September <strong>2024</strong><br />

28. Juni <strong>2024</strong>: Ab ins Wochenende mit den Grainauer Musikanten in der<br />

Ludwigstraße<br />

Weitere Termine: 26. Juli <strong>2024</strong>, 30. August <strong>2024</strong>, 27. September <strong>2024</strong><br />

4. Juli <strong>2024</strong>: Special Night mit Lisa Wahlandt<br />

11. Juli <strong>2024</strong>: Party im Kurpark, gemeinsames Bandjubiläum Dreisam + Deerisch<br />

18. Juli <strong>2024</strong>: Special Night im Rahmen des Kulturfestivals GAP.beinand.<br />

mit der John Blow Marching Brass Band<br />

25. Juli <strong>2024</strong>: Special Night mit Vera Klima und Band<br />

28. Juli <strong>2024</strong>: Start der Konzerte am Wank mit der Waxlstoana Tanzlmusi<br />

Weitere Termine: 11. August <strong>2024</strong>, 25. August <strong>2024</strong>, 8. September <strong>2024</strong><br />

8. August <strong>2024</strong>: Special Night mit Hansi Zeller & Finni Melchior<br />

10. August <strong>2024</strong>: Bar Jazz mit dem Jarek Haber Trio in der Werdenfelserei<br />

Weiterer Termin: 14. September <strong>2024</strong><br />

22. August <strong>2024</strong>: Special Night mit Stefan Nölle<br />

29. August <strong>2024</strong>: Special Night mit Christian Maier<br />

31. August <strong>2024</strong>: Buenas Horas mit Joe Bawelino in der Cuatro Hombres Bar<br />

5. September <strong>2024</strong>: Special Night mit Siiri & Ban<br />

AUSSICHTSBERGE // PARAGLEITEN // WANDERN // BIKEN // SOMMERRODELN // FUNSPORT<br />

›› 4 <strong>Sommer</strong>-Bergbahnen mit TOP-Aussicht zur Zugspitze<br />

›› Themenwanderwege + Höhenwanderungen<br />

am Grubigstein und Marienberg<br />

›› <strong>Sommer</strong>rodelbahn + Mountaincart-Rollerstrecken<br />

›› Abendrodeln bei der <strong>Sommer</strong>rodelbahn, Grillabende<br />

auf der Hütte und Seilbahnfrühstück mit Zugspitzblick<br />

›› Top-Bikedestination und Geheimtipp für Paragleiter<br />

›› <strong>Sommer</strong>betrieb 09.05. bis 03.11.<strong>2024</strong> - täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr<br />

(in Biberwier im Juli + August bei Schönwetter - täglich bis 18:00 Uhr)<br />

›› Winterbetrieb 06.12.<strong>2024</strong> bis 21.04.2025 - täglich von 8:30 bis 16:30 Uhr<br />

BERGLIFTE GISELHER LANGES GESMBH & COKG<br />

A-6631 LERMOOS // TELEFON +43/ (0)5673/ 2323<br />

www.bergbahnen-langes.at<br />

<strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong> <strong>GRENZENLOS</strong> · SOMMER <strong>2024</strong><br />

Scan me


ICH BIN EIN<br />

SCHLECHTER VERLIERER.<br />

ALSO GEWINNE ICH.<br />

VERSCHENKEN<br />

SIE GLÜCK:<br />

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielteilnahme ab 21 Jahren. Informationen und Hilfe unter www.spielbanken-bayern.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!