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Der Freie Bauer Ausgabe 02/2024

Die neue Ausgabe des Freien Bauern mit vielen neuen interessanten Themen.

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<strong>Der</strong> <strong>Freie</strong><br />

<strong>Bauer</strong><br />

LANDWIRTSCHAFTSZEITUNG FÜR OBERÖSTERREICH<br />

IM GESPRÄCH:<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

EU-Wahnsinn auch in der<br />

Landwirtschaft stoppen<br />

<br />

Österreich weiterhin<br />

hohe Teuerung<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Weniger Schadholz im<br />

Jahr 2<strong>02</strong>3<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Kampf der Konzerne gegen<br />

unsere Landwirtschaft


2 LANDWIRTSCHAFT<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG - EU WILL HANDELN:<br />

Keine Verschwendung<br />

In der EU landen pro Jahr etwa 131 kg Lebensmittel pro Person im Abfall.<br />

Daher drängt der Umweltausschuss des EU-Parlaments auf eine<br />

deutliche Verschärfung der Reduktionsziele für die Lebensmittelverschwendung.<br />

Bis 2030 soll es 20 % weniger Verschwendung geben.<br />

Die selbsternannte Umwelt-NGO<br />

Greenpeace klagt die niederländische<br />

Regierung. Man wolle<br />

damit eine Verringerung der<br />

Stickstoffemissionen gerichtlich<br />

erzwingen. Greenpeace will parallel<br />

zu der Klage einen Aktionsplan<br />

vorlegen, um bis zum Jahr<br />

In einem Mitte Februar vorgelegten<br />

Entwurf zur Novellierung der EU-<br />

Abfallrahmenrichtlinie pochen die<br />

Mitglieder des Gremiums fast einstimmig<br />

darauf, in der Lebensmittelverarbeitung<br />

und -herstellung<br />

die Verluste deutlich zu reduzieren.<br />

Die Kommission hatte in ihrem Vorschlag<br />

vom Juli 2<strong>02</strong>3 lediglich 10<br />

% vorgeschlagen. Auf Ebene des<br />

KLAGE WEGEN STICKSTOFF-EMISSIONEN:<br />

Greenpeace vs. Holland<br />

2<strong>02</strong>5 in insgesamt 40 Prozent der<br />

Gebiete auf der Roten Liste der<br />

Lebensräume und Habitate eine<br />

Obergrenze einzuführen. Geeignete<br />

Maßnahmen wären laut der<br />

NGO, den Kraftfuttereinsatz und<br />

die Zahl der Nutztiere zu verringern.<br />

VIELE LEBENSMITTEL, DIE EIGENTLICH<br />

NOCH GENIESSBAR WÄREN, LANDEN IM MIST.<br />

Bild: istockphoto.com/Sjo<br />

Einzelhandels, in Restaurants, bei<br />

Lebensmitteldienstleistern und in<br />

Haushalten fordert der Umweltausschuss<br />

bis 2030 sogar einen Rückgang<br />

der Abfallmenge um 40 %.<br />

Jedes Jahr fallen in der EU 60 Mio.<br />

to Lebensmittelabfälle an.<br />

Österreich ist verantwortlich für<br />

rund eine Million Tonnen vermeidbarer<br />

Lebensmittelabfälle im Jahr.<br />

Daher gibt es seit einigen Jahren<br />

auch hierzulande Initiativen, um<br />

die Lebensmittelabfälle zu reduzieren.<br />

Bisher setzt man seitens<br />

der Bundesregierung aber auf gutes<br />

Zureden und hehre Pläne ohne<br />

gesetzliche Maßnahmen – das hat<br />

erwartungsgemäß keine spürbaren<br />

Ergebnisse gezeigt.<br />

VORZUGSSTIMME<br />

Roman Ha<br />

kes Oberö<br />

„Eine Stimme für die FPÖ und<br />

eine Vorzugsstimme für den<br />

oberösterreichischen Kandidaten<br />

für das EU-Parlament, Roman<br />

Haider, stellt eine starke<br />

Interessenvertretung unseres<br />

Heimatlandes und auch seiner<br />

Landwirte in Brüssel und Straßburg<br />

sicher“, so der FPÖ-Landesparteisekretär<br />

Michael Gruber.<br />

„<strong>Der</strong> EU-Wahlkampf ist bereits in<br />

der intensiven Phase und als starke<br />

Landesgruppe muss es unser Anliegen<br />

sein, den oberösterreichischen<br />

Spitzenkandidaten Roman Haider<br />

mit Vorzugsstimmen zu unterstützen“,<br />

so der freiheitliche Landesparteisekretär<br />

weiter. „Es gilt Wahlen<br />

zu gewinnen und nicht Umfragen.<br />

Motivation, Mobilisierung und ein<br />

geschlossenes Auftreten sind daher<br />

das Gebot der Stunde. Besonders<br />

2<strong>02</strong>4 zählt jede Stimme für die<br />

FPÖ - egal auf welcher Ebene. Nur<br />

gemeinsam können wir Österreich<br />

und Europa in eine bessere Zukunft<br />

führen!“<br />

Auch der OÖ-Spitzenkandidat Roman<br />

Haider appelliert an die Wähler,<br />

ihm das Vertrauen zu schenken:<br />

„Am 9. Juni findet die richtungsweisende<br />

Wahl zum Europäischen<br />

Parlament statt. Bei dieser Wahl<br />

werden wichtige Weichen für die<br />

TRAURIGER SPITZENREITER ÖSTERREICH:<br />

Höchste Teuerungsrate<br />

Die Teuerungsrate in Österreich<br />

bleibt eine der höchsten in Europa.<br />

Aktuell liegt sie nur in Belgien<br />

und Kroatien über jenen 3,5 Prozent,<br />

welche die Statistik Austria<br />

für den Monat April auswirft.<br />

Dennoch ist der<br />

Unterschied zur März-<br />

Inflation, 4,1 Prozent,<br />

deutlich und der Wert<br />

so niedrig wie seit 2<strong>02</strong>1<br />

nicht mehr. Den hoch<br />

belasteten Bürgern ist<br />

Bild: istockphoto.com/Roman Mykhalchuk<br />

das aber nur ein schwacher Trost,<br />

denn die Bundesregierung bleibt<br />

Maßnahmen zur Entlastung – wie<br />

etwa Steuersenkungen – weiterhin<br />

schuldig. Stattdessen nimmt Österreich<br />

im heurigen Jahr<br />

die Rekordsumme von<br />

20 Milliarden Euro als<br />

Neuschulden auf. <strong>Der</strong><br />

Gesamtschuldenstand<br />

beläuft sich schon jetzt<br />

auf sagenhafte 374,5<br />

Mrd. Euro.<br />

Bild: pixabay.com


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

LANDWIRTSCHAFT<br />

3<br />

FÜR HAIDER IST EINE STIMME FÜR OBERÖSTERREICH:<br />

ider als Vertreter für ein starsterreich<br />

im EU-Parlament<br />

Bild: pixabay.com/geralt<br />

Zukunft gestellt, um die EU zu reformieren<br />

und den fatalen Kurs<br />

der letzten Jahre zu korrigieren.<br />

Jede Stimme zählt, um dieses Ziel<br />

zu erreichen und die Allmacht der<br />

EU-Bürokratie in unserem Alltag<br />

zurückzudrängen.“ Und weiter: „Die<br />

Freiheit, die Sicherheit, der Frieden<br />

und das Wohlergehen Österreichs<br />

und seiner Menschen sind die Leitlinien<br />

und die Maßstäbe für unser<br />

Handeln als soziale, leistungsorientierte<br />

und patriotische österreichische<br />

politische Kraft. Unsere<br />

Verwurzelung in einer reichen Geschichte<br />

und in unseren Traditionen<br />

ist untrennbar verbunden mit<br />

der daraus resultierenden Verantwortung,<br />

die Zukunft für die kommenden<br />

Generationen aktiv mitzugestalten.<br />

Wir bekennen uns zu<br />

unserem Heimatland Österreich als<br />

Teil der deutschsprachigen Sprachund<br />

Kulturgemeinschaft, zu den in<br />

unserem Land beheimateten Volksgruppen<br />

und zu einem Europa der<br />

IRLAND UND DER REGEN:<br />

<strong>Bauer</strong>n bangen um<br />

ihre Saat<br />

Die durchgehend nasse Witterung<br />

macht den irischen <strong>Bauer</strong>n Sorgen.<br />

Bereits seit dem letzten Sommer<br />

kommt es zu ausgiebigen Regenfällen,<br />

wodurch die Böden wassergesättigt<br />

sind und sowohl Viehtransporte<br />

als auch Aussaat und Pflanzarbeiten<br />

sich verzögern. Das Landwirtschaftsministerium<br />

hat Förderzusagen gemacht,<br />

um die Einbußen abzufedern.<br />

Auch die Überprüfung von Umweltauflagen<br />

soll ausgesetzt werden, um<br />

die <strong>Bauer</strong>n zu entlasten.<br />

freien Völker und Vaterländer. Wir<br />

bekennen uns zu Freiheit und Verantwortung<br />

des Einzelnen und der<br />

Gemeinschaft, zu Demokratie, Freiheit<br />

und Rechtsstaatlichkeit, zu den<br />

Prinzipien der Marktwirtschaft und<br />

zur sozialen Gerechtigkeit.“<br />

Das alles geht nur mit einer starken<br />

FPÖ in den verschiedenen europäischen<br />

Gremien und mit engagierten<br />

Vertretern dieser freiheitlichen<br />

Grundwerte.<br />

SCHWEINEHALTUNG DIREKT BETROFFEN:<br />

EU erhöht Emissionsauflagen<br />

für alle Betriebe<br />

Alle Proteste und Interventionen<br />

bei EU-Abgeordneten durch<br />

<strong>Bauer</strong>nvertreter halfen am Ende<br />

nichts. Das EU-Parlament billigte<br />

die Verschärfung der Industrieemissionsrichtlinie<br />

(IED).<br />

393 Abgeordnete stimmten dafür,<br />

173 waren dagegen und 40 enthielten<br />

sich. Österreichs Nutztierverbände<br />

warnten<br />

vorab vor den Auswirkungen.<br />

Agrarische<br />

Familienbetriebe<br />

mit dem<br />

Maßstab der Industrie<br />

zu messen, sei<br />

ein Unding, und<br />

auch die Bürokratie<br />

für die betroffenen<br />

OÖ-SPITZENKANDIDAT ROMAN HAIDER UND<br />

FPÖ-LANDESPARTEIOBMANN MANFRED HAIMBUCHNER.<br />

Betriebe steige. In Österreich sind<br />

rund 200 schweinehaltende Betriebe<br />

von der Gesetzesverschärfung<br />

betroffen. Denn Mastbetriebe ab<br />

1.166 Mastplätzen, kombinierte Betriebe<br />

ab 90 Zuchtsauen inklusive<br />

Mast sowie spezialisierte Sauenhalter<br />

ab 300 Zuchtsauen müssen sich<br />

nun mit großem bürokratischem<br />

Aufwand nachzertifizieren lassen.<br />

Einige Betriebe werden<br />

das durch eine<br />

Bestandsreduktion<br />

verhindern. Sowohl<br />

Einkommen als<br />

auch die Inlandsversorgung<br />

mit Eiern,<br />

Schweine- und Geflügelfleisch<br />

werden<br />

daher sinken.<br />

Bild: istockphoto.com/ t-lorien<br />

KOMMENTAR<br />

<br />

FEHLER IM<br />

SYSTEM<br />

Nach wie vor schließt täglich ein<br />

<strong>Bauer</strong>nhof in Oberösterreich.<br />

Die Rahmenbedingungen für<br />

eine bäuerliche Landwirtschaft<br />

wurden und werden durch die<br />

europäische Agrarpolitik katastrophal<br />

verschlechtert. Unsere<br />

<strong>Bauer</strong>n haben in einer von Klima–NGOs<br />

und Großkonzernen<br />

getriebenen Europa schlicht<br />

keinen Platz. Das System der<br />

Europäischen Union sieht einen<br />

freien <strong>Bauer</strong>nstand und unabhängige<br />

Regelungen (vor allem<br />

zu Herkunft und Qualität) in<br />

Nationalstaaten nicht vor. Im<br />

Gegenteil: Unsere <strong>Bauer</strong>n werden<br />

am Altar der europäischen<br />

Glaubensjünger geopfert. Unsere<br />

schwarzen Agrarpolitiker<br />

und Funktionäre versuchen die<br />

negativen Auswirkungen der<br />

EU-Agrarpolitik mit Gegenmaßnahmen<br />

abzufedern bzw. behaupten<br />

sie das zumindest. Unser<br />

Agrarminister äußerte denn<br />

auch anlässlich einer <strong>Bauer</strong>ndemonstration<br />

Unverständnis<br />

über an ihn gerichtete Kritik. Er<br />

tue doch ohnedies alles erdenkliche<br />

um die österreichische<br />

Landwirtschaft zu unterstützen.<br />

Er erkennt leider das Grundproblem<br />

nicht: <strong>Der</strong> Fehler liegt im<br />

System, dessen Teil er selbst ist!<br />

Alle Maßnahmen, die negativen<br />

Auswirkungen eines falschen<br />

Systems abzufedern, verzögern<br />

die negativen Auswirkungen<br />

lediglich (siehe „Sozialismus<br />

mit menschlichem Antlitz“). Sie<br />

führen aber nie zur notwendigen<br />

Systemänderung. Ohne<br />

diese wird das <strong>Bauer</strong>nsterben<br />

„munter“ weitergehen. Wir als<br />

Freiheitliche werden alles daran<br />

setzen, diese Entwicklung aufzuhalten<br />

und rückgängig zu machen.<br />

Dazu brauchen wir aber<br />

Unterstützung - nicht zuletzt in<br />

der Wahlkabine am 9. Juni bei<br />

der Europawahl!


4<br />

SCHWERPUNKT<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

WENN MAN DIE EUROKRATEN GEWÄHREN LÄSST, WIRD DI<br />

EU-Wahnsinn auch in der Lan<br />

Die Wahl zum EU-Parlament steht am 9. Juni an und es gibt gute Gründe für Landwirte, die<br />

bisherige Agrarpolitik in der Union abzuwählen: „Green Deal“, „Farm to fork“ und „Fit for<br />

55“ lauten die Namen von Programmen, die die Landwirtschaft in Europa in ihrer Existenz<br />

bedrohen – alles im Namen des angeblichen Klimaschutzes.<br />

Einige dieser Programme sind<br />

schon in Kraft getreten und sorgen<br />

aktuell für Diskussionen. Jüngst<br />

etwa die EU-Entwaldungsverordnung<br />

(EUDR), die Unternehmen<br />

und Betriebe ab dem 30.12.2<strong>02</strong>4<br />

zur „entwaldungsfreien“ Herstellung<br />

bestimmter Rohstoffe und<br />

Produkte verpflichtet. Konkret bedeutet<br />

das, dass Rohstoffe und Erzeugnisse<br />

wie bspw. Kakao, Kaffee,<br />

Ölpalmen, Kautschuk, Soja, Rinder<br />

und auch Holz nur dann importiert,<br />

exportiert oder in der EU in Verkehr<br />

gebracht werden dürfen, wenn sichergestellt<br />

ist, dass deren Produktion<br />

keine Entwaldung zu Grunde<br />

liegt. Europäische Unternehmen<br />

(jeder Marktteilnehmer und Händler)<br />

müssen im Zuge dessen über<br />

die gesamte Lieferkette hinweg<br />

durch die Abgabe einer Sorgfaltserklärung,<br />

durch Dokumentationen<br />

sowie durch die Weitergabe von Informationen<br />

nachweisen, dass die<br />

relevanten Produkte und Rohstoffe<br />

entwaldungsfrei erzeugt wurden.<br />

ENTWALDUNG?<br />

Laut der EU-Entwaldungsverordnung<br />

(EUDR) muss also ein<br />

Waldbesitzer für jeden Baum,<br />

den er umschneidet, die genauen<br />

GPS-Daten sowie den lateinischen<br />

Baumartennamen in einer<br />

EU-Datenbank eintragen. Geregelt<br />

ist dies im Artikel 9 der EUDR, der<br />

die „Informationsanforderungen“<br />

definiert. Dort ist die „Geolokalisierung“<br />

von Grundstücken festgeschrieben,<br />

auf denen die fraglichen<br />

Rohstoffe – zum Beispiel Holz – hergestellt<br />

werden. Auch der vollständige<br />

wissenschaftliche, eben der lateinische<br />

Name der Baumart muss<br />

dokumentiert werden.<br />

Um die Vorgaben der EUDR zu erfüllen<br />

ist ein enormer administrativer<br />

Aufwand für die Betriebe notwendig.<br />

Abgesehen von den praktischen<br />

Realitäten bei der Holzernte,<br />

Rückung, Zwischenlagerung und<br />

Verladung im Wald sowie Problemstellung<br />

von GPS- und Internetverfügbarkeit<br />

in entlegenen Regionen<br />

wurde zudem nicht berücksichtigt,<br />

dass durch die Vermischung am<br />

Holzlagerplatz und bei der Produktion<br />

bei den Verkaufssortimenten<br />

tausende von Referenznummern<br />

weitergegeben werden müssen.<br />

Das multipliziert sich wiederum in<br />

den nachfolgenden Bearbeitungsstufen.<br />

Analysen aus Frankreich<br />

zeigen, dass ein einzelnes Buch,<br />

das durch einen Verleger in Verkehr<br />

gebracht wird, bis zu 300.000 Referenznummern<br />

allein für Grundstücke<br />

hinterlegt hat.<br />

DIE ROLLE DER ÖVP<br />

Politisch besonders interessant ist<br />

in diesem Zusammenhang, dass<br />

die ÖVP aktuell die EUDR kritisiert,<br />

die sie selbst in der EU mitbeschlossen<br />

hat. Die EUDR ist schon im April<br />

2<strong>02</strong>3 im EU-Parlament – auch mit<br />

den Stimmen der ÖVP-Abgeordneten<br />

– angenommen worden. Im<br />

Mai 2<strong>02</strong>3 gab der Europäische Rat<br />

grünes Licht – auch die österreichische<br />

Regierung. „Wir begrüßen<br />

diese Initiative grundsätzlich. Denn<br />

das bedeutet höhere Produktionsstandards<br />

für landwirtschaftliche<br />

Einfuhrprodukte aus Drittstaaten“,<br />

WENN ES NACH DER EUROPÄISCHEN<br />

UNION GEHT, DANN STEIGT DER<br />

VERWALTUNGSAUFWAND IN DER<br />

LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT IMMER<br />

WEITER UND BELASTET UNSERE BAUERN.<br />

Bild: istockphoto.com/ grinvalds<br />

Bäume<br />

sollen bei der<br />

Fällung mit GPS-<br />

Daten erfasst<br />

werden.<br />

Die Bürokraten<br />

in den Glaspalästen<br />

der EU<br />

bestimmen unseren<br />

Alltag.


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 SCHWERPUNKT 5<br />

E EUROPÄISCHE LANDWIRTSCHAFT ZERSTÖRT:<br />

dwirtschaftspolitik abwählen<br />

sagte der EU-Abgeordnete Alexander<br />

Bernhuber, der wie Totschnig<br />

aus dem ÖVP-<strong>Bauer</strong>nbund kommt,<br />

noch im Jahr 2<strong>02</strong>2. Nun ist alles<br />

wieder ganz anders und die ÖVP<br />

war „schon immer dagegen“.<br />

Durch die verschiedenen Maßnahmen<br />

unter dem Schlagwort „Green<br />

Deal“ wird unter dem Deckmantel<br />

des Klimaschutzes eine schleichende<br />

Enteignung und Deindustrialisierung<br />

vorangetrieben. <strong>Der</strong><br />

Green Deal enthält planwirtschaftliche<br />

Elemente und dirigistische<br />

Maßnahmen, die zu schweren Belastungen<br />

für Bürger und Wirtschaft<br />

führen.<br />

Mit dem 2019 von Ursula von der<br />

Leyen präsentierten Green Deal hat<br />

sich die EU folgende rechtsverbindliche<br />

Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen<br />

gesetzt – alles<br />

im Vergleich zu 1990, welches das<br />

Basisjahr bildet, von dem aus gemessen<br />

wird: Bis 2050 sollen die<br />

Treibhausgasemissionen auf null<br />

reduziert werden („Netto-Null“,<br />

„Klimaneutralität“). Europa soll damit<br />

der erste klimaneutrale Kontinent<br />

werden. Das Zwischenziel bis<br />

2030 ist minus 55 Prozent und bis<br />

2040 minus 90 Prozent. Um diese<br />

Ziele zu erreichen, wurde und wird<br />

eine große Zahl an Gesetzen produziert,<br />

die in ihrer Gesamtheit den<br />

Green Deal bilden und in zahlreiche<br />

Wirtschafts- und Lebensbereiche<br />

eingreifen.<br />

UNREALISTISCHE ZIELE<br />

Die von der EU gesetzten Ziele sind<br />

mehr als unrealistisch. In etwas<br />

mehr als 30 Jahren – von 1990 bis<br />

2<strong>02</strong>1 – wurden die CO2-Emissionen<br />

in der EU um rund 30 Prozent verringert.<br />

Das entspricht rund ein Prozent<br />

pro Jahr. Dass das gelungen<br />

ist, hängt stark auch mit den Erneuerungsinvestitionen<br />

in Osteuropa<br />

nach dem Zusammenbrauch der<br />

kommunistischen Regime zusammen.<br />

Wenn bis 2040 wie geplant 90<br />

Bild: pixabay.com Bild: istockphoto.com/Josef Mohyla<br />

Prozent eingespart werden sollen,<br />

würde das eine Verdreifachung der<br />

jährlichen Einsparungsrate bedeuten.<br />

Dieses Ziel wäre nur mit drakonischen<br />

Maßnahmen zu erreichen,<br />

die Wirtschaft und Gesellschaft<br />

einer Zerreißprobe aussetzen würden.<br />

EU-WAHNSINN<br />

Das bisher größte Gesetzespaket<br />

zum Green Deal ist das „Fit for 55“.<br />

<strong>Der</strong> Name kommt vom Ziel, bis<br />

2030 55 Prozent der CO2-Emissionen<br />

einzusparen. Das Paket wurde<br />

2<strong>02</strong>1 von der EU-Kommission vorgeschlagen.<br />

Viele der Rechtsakte<br />

dieses Pakets sind bereits ausverhandelt,<br />

die meisten davon rechtskräftig.<br />

Unter anderem sind hier<br />

die Verordnung über Landnutzung,<br />

Forstwirtschaft und Landwirtschaft,<br />

die CO2-Emissionsnormen für Pkw<br />

und leichte Nutzfahrzeuge („Verbrenner-Verbot“),<br />

die Erneuerbare-<br />

Energien-Richtlinie, oder auch die<br />

UNSEREN HEIMISCHEN LANDWIRTEN<br />

WIRD DAS WIRTSCHAFTEN IMMER<br />

SCHWERER GEMACHT, WEIL DIE<br />

EU-BÜROKRATEN JEGLICHES GESPÜR<br />

VERLOREN HABEN.<br />

Bild:istockphoto.com/ fotografixx<br />

Verordnung über die Infrastruktur<br />

für alternative Kraftstoffe enthalten.<br />

Auch das umstrittene Paket „Farm<br />

to fork“ ist im Green Deal enthalten.<br />

Die FPÖ lehnt den Green Deal aus<br />

grundsätzlichen Erwägungen ab.<br />

Er ist ein moralgetriebenes dirigistisches<br />

Programm, welches<br />

das Klimaproblem angesichts des<br />

geringen EU-Anteils an den weltweiten<br />

CO2-Emissionen nicht im<br />

Alleingang lösen kann. Seine Auswirkungen<br />

sind dafür massive Belastungen<br />

für Europas Bürger und<br />

Wirtschaft.<br />

Die Konkurrenzfähigkeit der europäischen<br />

Industrie leidet darunter.<br />

Die Gefahr der Abwanderung von<br />

Unternehmen und ganzen Branchen<br />

aus Europa ist real. Damit verbunden<br />

sind Wohlstandsverluste<br />

und die Gefahr des Verlustes von<br />

vielen Arbeitsplätzen. <strong>Der</strong> Green<br />

Deal verteuert vieles und treibt damit<br />

die Inflation an. Eine vollständige<br />

Umsetzung führt laut Studien zu<br />

einem signifikanten Rückgang der<br />

landwirtschaftlichen Produktion<br />

(-21,4% Getreide, -20% Ölsaaten,<br />

-20% Rindfleisch, verbunden mit<br />

einem Rückgang der Tierzahlen<br />

(-45% Rinder, -13,3% Milchkühe)<br />

und entsprechenden Preissteigerungen<br />

in der EU (+58% für Rindfleisch,<br />

+48% für Schweinefleisch,<br />

+36% für Rohmilch, +15% für Obst<br />

und Gemüse, +18% für Ölsaaten<br />

und 12,5% für Getreide). Gleichzeitig<br />

erweist sich der Green Deal auch<br />

als Konjunkturprogramm für die<br />

Atomindustrie, da Kernkraft nun<br />

auf einmal als „grüne Energie“ gilt.<br />

Diese und andere Vorgänge in der<br />

EU-Politik zeigen deutlich, dass<br />

die EU-Bürokraten sämtliches Gespür<br />

verloren haben und durch<br />

Programme wie den „Green Deal“,<br />

„Fit for 55“ oder auch „Farm to fork“<br />

aktiv das <strong>Bauer</strong>nsterben in ganz Europa<br />

befeuern. Dieser EU-Bürokraten-Wasserkopf<br />

muss dringend zurückgedrängt<br />

werden. Dazu haben<br />

alle Wähler am 9. Juni bei der Wahl<br />

zum EU-Parlament die Chance.


6<br />

FELD & STALL<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR ERNÄHRUNG<br />

Kritik an Fleischverzehr<br />

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung<br />

(DGE) hat Anfang März<br />

2<strong>02</strong>4 ihre aktuellen Empfehlungen<br />

für die menschliche Ernährung<br />

vorgestellt und empfiehlt<br />

weniger Fleischverzehr.<br />

Für die jüngste Empfehlung der DGE<br />

von nur mehr rund 300g Fleisch pro<br />

Woche, erhält die Organisation aber<br />

nun scharfe Kritik, denn die Menge<br />

entspricht nur noch der Hälfte der<br />

Empfehlung des Vorjahres. Unter<br />

anderem wird etwa von dem Bundesverband<br />

Rind und Schwein<br />

kritisiert, dass die DGE nicht nachvollziehbare<br />

Indikatoren wähle.<br />

Neben einer<br />

gesunden<br />

Nährstoffversorgung<br />

sollten Umweltaspekte<br />

und Tierwohl<br />

künftig berücksichtigt<br />

werden. Die<br />

neuen Er-<br />

nährungsempfehlungen würden<br />

Lebensmittelgruppen stigmatisieren<br />

und Gesundheitsrisiken suggerieren,<br />

die wissenschaftlich nicht<br />

absicherbar wären. Die DGE verfolge<br />

offensichtlich politische Ziele.<br />

Auch die Deutsche Akademie<br />

für Präventivmedizin spricht von<br />

Fehlern und „mehr Schaden als<br />

Nutzen“ durch die Empfehlung.<br />

Die DGE würde Klimaschutz über<br />

die Gesundheit der Bevölkerung<br />

stellen. Es könne keine einheitlichen<br />

Empfehlungen für alle Menschen<br />

- etwa Übergewichtige und<br />

Schlanke, Diabetiker und Nichtdiabetiker,<br />

Sportler und Nichtsportler,<br />

Alte<br />

und Junge<br />

- geben. Dieser<br />

DGE-Vorstoss<br />

passt<br />

ins Bild zu<br />

der Vorbereitung<br />

einer<br />

allfälligen<br />

Ernährungswende.<br />

Bild: pixabay.com/RitaE<br />

IMMER MEHR LANDWIRTE STELLEN<br />

DEN BETRIEB EIN, WEIL SICH DAS<br />

WIRTSCHAFTEN NICHT MEHR LOHNT.<br />

DIE EINKOMMEN IN DER LANDWIRTSCHAFT<br />

SIND WIEDER GESUNKEN.<br />

NACH PLUS IM JAHR 2<strong>02</strong>2, NUN WIEDER AB<br />

Einkommen in der La<br />

schaft sinken wieder d<br />

Nach einem Hoch im Jahr 2<strong>02</strong>2 sind die Einkommen der Agrarbetriebe<br />

zuletzt wieder deutlich zurückgegangen. Das Faktoreinkommen pro<br />

Arbeitskraft sank 2<strong>02</strong>3 zum Vorjahr laut zweiter Vorschätzung real um<br />

21,5 Prozent, wie die Statistik Austria mitteilte. Dafür verantwortlich<br />

sei vor allem ein Rückgang der Getreidepreise.<br />

HEUMILCH IST WELT-<br />

KULTURERBE<br />

Die „traditionelle Heumilchwirtschaft<br />

im österreichischen<br />

Alpenbogen“ ist ab sofort landwirtschaftliches<br />

Weltkulturerbe.<br />

Das hat die Food and Agricultare<br />

Organization of the United<br />

Nations beschlossen und die<br />

Auszeichnung überreicht. Die<br />

jährlich 590 Mio. kg heimische<br />

Heumilch sind zu 100 % in der<br />

Vermarktung.<br />

EU: VERSPROCHEN<br />

GEBROCHEN<br />

Angesichts der <strong>Bauer</strong>nproteste<br />

verspricht die EU-Kommission,<br />

dass überbordende Vorschriften<br />

und zu enge Umweltauflagen<br />

gelockert werden sollen. Dieses<br />

Versprechen war aber zur Zeit<br />

der Veröffentlichung schon nicht<br />

ernstgemeint, wie die jüngsten<br />

Beispiele zur Emissionsreduzierung<br />

oder auch die Renaturierungsverordnung<br />

zeigen.<br />

UKRAINE-LEBENSMITTEL:<br />

Zähes Ringen um<br />

neue Zölle<br />

Unter dem Druck der <strong>Bauer</strong>nproteste<br />

will eine Mehrheit der EU-<br />

Staaten strengere Zollvorgaben für<br />

bestimmte Lebensmittel aus der<br />

Ukraine. Die Botschafter der EU-<br />

Staaten einigten sich im März auf<br />

einen neuen Kompromiss. Dieser<br />

sieht vor, dass weniger Waren als<br />

ursprünglich vorgesehen zollfrei in<br />

die EU verkauft werden dürfen. Betroffen<br />

sind z. B. Eier, Geflügel, Zucker<br />

und Mais. Weizen soll vorerst<br />

noch zollfrei bleiben. Die Einigung<br />

muss nun noch vom Europaparlament<br />

und den EU-Staaten offiziell<br />

bestätigt werden. Gelten sollen die<br />

Vorgaben dann für ein Jahr.<br />

Bild: pixabay.com/ Katharina N.<br />

<strong>Der</strong> Gesamtproduktionswert der<br />

österreichischen Landwirtschaft<br />

blieb den Statistikern zufolge mit<br />

rund 10,2 Milliarden Euro auf hohem<br />

Niveau, lag aber nominell um<br />

2,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.<br />

Während die pflanzliche<br />

Erzeugung gegenüber 2<strong>02</strong>2 Werteinbußen<br />

verzeichnete (minus<br />

13,2 Prozent), legte der Wert der<br />

tierischen Erzeugung zu (plus 5,1<br />

Prozent).<br />

Dabei fiel die Entwicklung je nach<br />

Produktionssparte unterschiedlich<br />

aus: Bei Getreide und Ölsaaten<br />

etwa sank das Preisniveau im Vergleich<br />

zum Vorjahr, was einen Einbruch<br />

der Produktionswerte zur<br />

Folge hatte. Aufgrund gesunkener<br />

Preise gingen auch die Produktionswerte<br />

von Zuckerrüben und<br />

Futterpflanzen zurück. Wegen Ernteausfällen<br />

kam es darüber hinaus<br />

im Obstbau zu einem Rückgang,<br />

der den Angaben zufolge durch<br />

Preiserhöhungen nicht kompensiert<br />

werden konnte.<br />

Bei Gemüse, Kartoffeln und Wein<br />

hingegen erhöhten sich die Erzeu-<br />

gerpreise - also jene Preise, die<br />

Produzenten für ihre Ware verlangen<br />

können - und damit auch die<br />

Produktionswerte. In der Schweineproduktion<br />

schrumpfte das Volumen<br />

im vergangenen Jahr weiter.<br />

Aufgrund starker Preisanstiege<br />

wurde dennoch ein kräftiges Plus<br />

des Produktionswerts erzielt.<br />

SCHWIERIGE LAGE<br />

Die Daten beruhen auf der Landwirtschaftlichen<br />

Gesamtrechnung<br />

(LGR), es handelt sich also um makroökonomische<br />

Berechnungen.<br />

In Bezug auf die Einkommen zeigen<br />

sie die durchschnittliche Entwicklung,<br />

in die unter anderem diverse<br />

Subventionen einfließen. Die<br />

Statistik Austria weist darauf hin,<br />

dass die Einkommensentwicklung<br />

für einzelne Regionen beziehungsweise<br />

einzelne Betriebstypen „davon<br />

erheblich abweichen“ kann.<br />

Generell unterliegen die landwirtschaftlichen<br />

Einkommen im<br />

langjährigen Vergleich starken<br />

Schwankungen. Laut „Grünem Bericht“<br />

- der die durchschnittlichen


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 FELD & STALL 7<br />

WÄRTSSPIRALE:<br />

ndwirteutlich<br />

Einkünfte der Betriebe ausweist<br />

- wurden zwischen 2012 und 2015<br />

jeweils Rückgänge im Bereich von<br />

fünf bis 15 Prozent verzeichnet, ehe<br />

die Gewinne 2016 und 2017 um<br />

etwas mehr als zehn Prozent zulegten.<br />

Nach einem neuerlichen Minus<br />

im Jahr 2018 folgte eine Phase der<br />

Stagnation, 2<strong>02</strong>1 gab es dann erstmals<br />

wieder ein Plus von 15 Prozent.<br />

Aufgrund der höheren Erzeugerpreise<br />

stand 2<strong>02</strong>2 ein kräftiges<br />

Plus von 42 Prozent zu Buche.<br />

„Das Einkommensminus für 2<strong>02</strong>3<br />

zeigt die schwierige Lage unserer<br />

bäuerlichen Familienbetriebe, die<br />

jedes Jahr aufs Neue um ein angemessenes<br />

Einkommen zittern müssen.<br />

Während die Kosten im Vorjahr<br />

weiterhin hoch waren, gingen die<br />

Erzeugerpreise wieder massiv nach<br />

unten“, kommentierte der Präsident<br />

der Landwirtschaftskammer<br />

(LKÖ), Josef Moosbrugger, die Ergebnisse<br />

in einer Aussendung. Von<br />

der EU forderte er eine Inflationsanpassung<br />

für Fördermittel, außerdem<br />

müsse den Agrarbetrieben ein<br />

höher Wertschöpfungsanteil auf<br />

den Märkten zukommen.<br />

Damit wiederholt Moosbrugger<br />

die jüngsten Forderungen der Freiheitlichen<br />

<strong>Bauer</strong>nschaft im Zusammenhang<br />

der verfehlten EU-Agrarpolitik.<br />

Bild: stock.adobe.com/ Igor Stevanovic<br />

ZU VIELE HANDWERKLICHE FEHLER:<br />

Tierschutzgesetz-Novelle<br />

zurück zum Start<br />

Minister Rauch hat ein Husch-Pfusch-Gesetzeskonstrukt auf den Weg<br />

gebracht. Die Tierschutznovelle 2<strong>02</strong>4 erhöht die Bürokratie und macht<br />

den <strong>Bauer</strong>n das Leben schwer. Den Tieren ist nicht geholfen.<br />

„Nach Abschluss des Begutachtungsverfahrens<br />

zur Tierschutzgesetznovelle<br />

2<strong>02</strong>4 steht eines<br />

fest: <strong>Der</strong> grüne Minister Rauch hat<br />

wieder einmal ein Husch-Pfusch-<br />

Gesetzeskonstrukt auf den Weg<br />

DAS JAUSENGEMÜSE WIRD NUN AUS DEM AUSLAND IMPORTIERT:<br />

Das Aus für den heimischen<br />

Jausenradi ist gekommen<br />

<strong>Der</strong> Bierrettich, auch „Radi“ bzw.<br />

„Jausenradi“ genannt, wird<br />

künftig nur noch aus dem Ausland<br />

importiert. Ein Verbot für<br />

einen Unkrautvernichter hat das<br />

Faß zum Überlaufen gebracht.<br />

Aus diesem Grund wird die Produktion,<br />

die bislang in Oberösterreich<br />

stattgefunden hat, eingestellt und<br />

künftig das Gemüse aus Deutschland<br />

oder Italien importiert, wie<br />

der ORF Oberösterreich kürzlich<br />

berichtete. In sozialen Netzwerken<br />

stößt diese Entwicklung auf Unverständnis,<br />

die Verärgerung über die<br />

weitere Verdrängung von heimischen<br />

Lebensmitteln regt auf.<br />

<strong>Der</strong> letzte landwirtschaftliche Betrieb,<br />

der im Eferdinger Becken<br />

noch Radi für den Lebensmittelhandel<br />

produziert hat, hat heuer<br />

keinen Rettich mehr angesät. Denn<br />

Bild: pixabay.com/Hans<br />

gebracht. Was wir aus den Bereichen<br />

Soziales, Gesundheit und<br />

Konsumentenschutz in den letzten<br />

beiden Jahren bereits oft erleben<br />

mussten, hat sich jetzt auch in Sachen<br />

Tierschutz manifestiert, der<br />

Bild: pixabay.com/Katharina N.<br />

grüne Ressortchef und seine engsten<br />

Berater können es sachpolitisch<br />

nicht“, so FPÖ-Generalsekretär<br />

Michael Schnedlitz. Analysiere<br />

man die Stellungnahmen aus der<br />

Fachwelt der Tierzüchter und Tierhalter,<br />

der Tierärztekammer, der<br />

Datenschutzbehörde, aber auch<br />

der Ämter der Landesregierungen<br />

oder der Wirtschaftskammer und<br />

vieler hunderter Bürger, dann ergibe<br />

sich daraus ein vernichtendes<br />

Urteil über die Tierschutzgesetznovelle<br />

2<strong>02</strong>4.<br />

Den Gesetzesentwurf durchziehe<br />

der Ansatz, dass man jene, die sich<br />

bisher bereits an die Tierwohlstandards<br />

gehalten hätten, mit einem<br />

Überwachungs- und Bürokratieregime<br />

belasten möchte, weiterhin<br />

aber gegen den illegalen Handel<br />

mit Tieren und damit dem Import<br />

aus ausländischen Qualzuchtnetzwerken<br />

in Wahrheit keine tatsächlichen<br />

Maßnahmen umsetzen<br />

möchte. „Die einzig mögliche<br />

Schlussfolgerung aus diesem Gesetzesmurks<br />

muss sein: Zurück an<br />

den Start – und das unter tatsächlicher<br />

Einbindung aller Betroffener“,<br />

so Schnedlitz abschließend.<br />

ein Unkrautvernichter ist für den<br />

Rettichanbau seit dieser Saison<br />

verboten. Das liege an neuen Rückstandshöchstgehalten<br />

im Erntegut,<br />

die aus gesundheitlichen Gründen<br />

keine Zulassung in der Kultur ermöglichen.<br />

„Rettich kann auch<br />

nicht händisch gehackt werden,<br />

das ist das Hauptproblem gewesen<br />

jetzt zum Schluss, weil ein Unkrautmittelwirkstoff<br />

weggefallen ist, der<br />

nur noch ganz eingeschränkt bei<br />

anderen Kulturen zulässig ist, nicht<br />

mehr jedoch beim Rettich“, so Stefan<br />

Hamedinger, Gemüsebaureferent<br />

der Landwirtschaftskammer<br />

Oberösterreich. Heimischer Radi<br />

wird heuer nicht mehr in den Regalen<br />

zu finden sein, er wird jetzt aus<br />

dem Ausland importiert.


8<br />

JAGD & FORST<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

BOKU - NEUE ERKENNTNISSE AUS DEN TIROLER ALPEN:<br />

Beste Wildschutzmaßnahmen?<br />

WELCHE MASSNAHMEN GEGEN<br />

VERBISS SIND AM EFFEKTIVSTEN?<br />

Grundsätzlich kommen Forstpflanzen<br />

mit Pflanzenfressern ganz gut<br />

zurecht. In den Wäldern der gemäßigten<br />

Breiten wird etwa 1 %<br />

der jährlich produzierten Pflanzenmasse<br />

von Pflanzenfressern vertilgt.<br />

Dieser Verlust geht überwiegend<br />

auf das Konto von Insekten.<br />

Vermutlich nur einen geringen<br />

Bruchteil nimmt Schalenwild auf.<br />

Die zukünftige Waldstruktur wird<br />

nach Ansicht von Wissenschaftlern<br />

dadurch kaum beeinflusst. Doch je<br />

stärker die waldbaulichen Eingriffe<br />

WILDBRET BEI UNSEREN<br />

NACHBARN IM TREND<br />

In Deutschland steigt die Nachfrage<br />

nach Wildbret von Jahr<br />

zu Jahr. 84 % der Deutschen<br />

halten laut Umfragen Wildbret<br />

für ein gesundes Lebensmittel.<br />

Vor zwei Jahrzehnten waren<br />

es noch 70 %. Mindestens einmal<br />

im Jahr essen inzwischen<br />

55 % der Deutschen Wild, etwa<br />

die Hälfte davon bereitet es<br />

auch selbst zu. Insgesamt über<br />

25.000 Tonnen Wildbret von<br />

Wildschwein, Reh, Rot- und<br />

Damhirsch haben die Deutschen<br />

2<strong>02</strong>2/23 verzehrt.<br />

Bild: pixabay.com/Katja S. Verhoeven<br />

des Menschen, je mehr neue und<br />

meist für das Wild attraktive Forstpflanzen<br />

in eine Verjüngung eingebracht<br />

werden, umso mehr müssen<br />

solche Maßnahmen unterstützt<br />

werden. Für den Schutz wirtschaftlich<br />

interessanter Arten stehen eine<br />

Reihe von passiven Mitteln zur Verfügung.<br />

Neben den Autoren eines<br />

Handbuchs der St. Galler Kantonalförster<br />

hat nun auch Marc Huber<br />

am Institut für Waldbau an der<br />

Wiener Universität für Bodenkultur<br />

gezielt in schwierigen Hang- und<br />

Die Aujeszkysche Krankheit breitet<br />

sich in Frankreich immer weiter<br />

aus. Während Frankreichs<br />

Hausschweinbestände seit einigen<br />

Jahren als aujeszkyfrei gelten,<br />

zeichnen die Meldungen von<br />

LANDESWEIT STEIGEN DIE FÄLLE DRAMATISCH AN:<br />

Aujeszky in Frankreich<br />

Bild: pixabay.com/Elsemargriet<br />

VOR ALLEM JAGDHUNDE SIND DURCH<br />

DIE KRANKHEIT BETROFFEN.<br />

befallenen Jagdhunden ein besorgniserregendes<br />

Bild. Landesweit<br />

wurden bis 2<strong>02</strong>1 jährlich<br />

rund 20 Fälle bei Jagdhunden<br />

gemeldet. Seitdem steigen die<br />

Zahlen kontinuierlich an.<br />

Bild: adobestock.com/solya96<br />

Bild: pixabay.com/Simon<br />

Berglagen der Tiroler Alpen Aufwand<br />

und Wirkung verschiedener<br />

Wildschadensverhütungsmaßnahmen<br />

untersucht.<br />

Drei Kategorien von Schutzmaßnahmen<br />

stehen zur Verfügung:<br />

Technischer Schutz, wie Drahtgitterkäfige<br />

und Stammhüllen<br />

schützen vor Verbiss, Schälen und<br />

Fegen. Chemischer Schutz aus Öl-<br />

Wasser-Gemischen mit Schaffett<br />

und Quarzsand wirken geruchsund<br />

geschmacksabweisend. Biologische<br />

Maßnahmen wie Fellreste,<br />

Schafwolle und Hanffasern bieten<br />

natürlichen Schutz. Im Versuchsaufbau<br />

von Marc Huber wurden<br />

neun verschiedene Flächen ausgewählt,<br />

die sich in Steilheit, Standorteigenschaften<br />

und Baumartenzusammensetzung<br />

unterschieden.<br />

Jede Untersuchungsfläche war<br />

mind. 3 000 m2 groß und mit mind.<br />

700 Jungbäumen mit Naturanflug<br />

bestockt. In den unterschiedlichen<br />

Gebieten wurden Schutzmaßnahmen<br />

auf ihre Effektivität getestet.<br />

Dabei zeigte sich, dass chemische<br />

Mittel die beste Schutzwirkung<br />

bieten, vorausgesetzt, sie werden<br />

fachgerecht angewendet. Technische<br />

Schutzmaßnahmen wie<br />

Drahtkörbe sind zwar effektiv, aber<br />

kostenintensiv.<br />

Fazit: Die Wahl der geeigneten<br />

Schutzmaßnahme hängt von verschiedenen<br />

Faktoren ab, darunter<br />

Geländebeschaffenheit, Wildarten<br />

und persönlicher Einsatz. Eine integrierte<br />

Strategie, die Lebensraumaufwertung<br />

und Jagdruhezeiten<br />

berücksichtigt, ist entscheidend für<br />

einen effektiven Wildschutz.<br />

WALDVERBAND:<br />

Kritik an<br />

„Green Deal“<br />

<strong>Der</strong> Waldverband kritisiert in<br />

einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin<br />

Ursula von<br />

der Leyen die überschießenden<br />

Ziele des Green Deals für Waldbesitzer.<br />

Die Vorgaben in der<br />

EU-Entwaldungsverordnung, in<br />

der RED II und RED III als auch<br />

Forderungen in Zusammenhang<br />

mit der Delegiertenverordnung<br />

zur Taxonomie und Bestrebungen<br />

Waldflächen unter strengen<br />

Schutz zu stellen, würden<br />

Wäldern und Waldbesitzern in<br />

Österreich erheblich Schaden<br />

zufügen, heißt es in dem Schreiben.<br />

Unter anderem sei die mit<br />

den Rechtsakten verbundene<br />

überbordende Bürokratie ohne<br />

Nutzen zur Erreichung der Ziele<br />

des Green Deals.<br />

<strong>Der</strong> Obmann von Waldverband<br />

Österreich, Rudolf Rosenstatter,<br />

wertet die Vorgaben als „Ausdruck<br />

von großem Misstrauen“<br />

gegenüber den Waldbesitzern<br />

und dem europäischen Rechtssystem.<br />

„Diese Politik versteht<br />

niemand mehr und ist unseren<br />

Mitgliedern auch nicht mehr erklärbar.“<br />

<strong>Der</strong> Waldverband Österreich<br />

fordert von der EU die angesprochenen<br />

Regelungen zur<br />

Gänze zurückzuziehen und auf<br />

Fachexpertise zurückzugreifen.


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 JAGD & FORST 9<br />

AUSBREITUNG DES BIRKENPRACHTKÄFERS:<br />

Stirbt die Birke aus?<br />

Schwedische Wissenschaftler warnen<br />

vor der Ausbreitung des Bronzenen<br />

Birkenprachtkäfers (Agrilus<br />

anxius). An Beobachtungen von in<br />

Nordamerika gepflanzten europäischen<br />

Birken rechnen die Schweden<br />

mit einer Sterblichkeit von fast<br />

100 %. Bislang wurde der Bronzene<br />

Birkenprachtkäfer in Europa<br />

noch nicht nachgewiesen, aber<br />

in Schweden wurde bereits jetzt<br />

eine DNA-basierte Methode zu seiner<br />

Identifizierung entwickelt. <strong>Der</strong><br />

Käfer hat in Nordamerika bereits<br />

erhebliche Schäden angerichtet.<br />

Eine rechtzeitige Identifizierung<br />

SCHWEDISCHE WISSENSCHAFTLER<br />

UNTERSUCHEN DAS BIRKENSTERBEN.<br />

der Bedrohung sowie die internationale<br />

Zusammenarbeit sehen die<br />

schwedischen Wissenschaftler als<br />

wichtige Faktoren der Schädlingsbekämpfung.<br />

Laut dem Bundesforschungszentrum<br />

für Wald (BFW) ist<br />

das Risiko der Einschleppung des<br />

Birkenprachtkäfers nach Österreich<br />

aber gering, da nur wenige Rundholzlieferungen<br />

aus Nordamerika –<br />

noch dazu Birke – nach Österreich<br />

kommen. Zu beachten seien aber<br />

„Hackschnitzel und andere Brennholzsortimente“<br />

ohne Baumartenangaben<br />

die aus den USA und Kanada<br />

importiert werden.<br />

EU-KOMMISSION WILL SCHLUPFLÖCHER SCHLIESSEN:<br />

Russland umgeht Zoll<br />

Die EU-Kommission hat festgestellt,<br />

dass die bestehenden<br />

Einfuhrzölle auf russisches Birkensperrholz<br />

umgangen werden,<br />

indem es über Kasachstan und<br />

die Türkei eingeführt wird. Hierauf<br />

will die EU nun mit neuen Zöllen<br />

reagieren. Bereits vor dem Ausbruch<br />

des Krieges in der Ukraine<br />

hat die EU die Zölle auf russisches<br />

Birkensperrholz<br />

erhöht,<br />

um den<br />

Markt vor<br />

russischen<br />

Billigprodukten<br />

zu schützen.<br />

Die Russen<br />

haben<br />

die Strategie,<br />

über Drittländer<br />

zu exportieren<br />

als<br />

Zollumgehung<br />

etabliert.<br />

Weder Kasachstan noch die<br />

Türkei war zuvor als bedeutender<br />

Exporteur dieser Art von Sperrholz<br />

bekannt. Nun soll eine Verordnung<br />

in Kraft treten, die den<br />

Zoll auf Einführen aus Kasachstan<br />

und der Türkei ausdehnt aufrechterhält.<br />

Auf Sperrholzeinfuhren<br />

aus diesen beiden Ländern<br />

werden nun dieselben Zölle in<br />

Höhe von<br />

15,8 % erhoben<br />

wie auf<br />

russisches<br />

Sperrholz,<br />

wobei die<br />

rückständigen<br />

Beträge<br />

zuzüglich<br />

der Mehrwertsteuer<br />

rückwirkend<br />

ab August<br />

2<strong>02</strong>3 erhoben<br />

werden.<br />

Bild: pixabay.com/druckfuchs Bild: pixabay.com/AndrewStrong<br />

Bild: pixabay.com/Filmbetrachter<br />

STATISTIKEN FÜR 2<strong>02</strong>3 VERFÜGBAR:<br />

Weniger Schadholz<br />

<strong>Der</strong> Schadholzanfall in Zentraleuropa<br />

verzeichnete auch im Jahr 2<strong>02</strong>3<br />

einen weiteren rückläufigen Trend.<br />

Im Vergleich zu 2<strong>02</strong>2, als Deutschland,<br />

Tschechien und Österreich<br />

zusammen 66 Millionen Festmeter<br />

(fm) verzeichneten, fiel diese Zahl<br />

im letzten Jahr auf 44 Millionen fm.<br />

In Österreich sank der Schadholzanteil<br />

im Vergleich zur Ernte von<br />

über 50 % im Jahr 2<strong>02</strong>2 auf 42 % im<br />

Vorjahr. 2019 erreichte der Schadholzanfall<br />

in Zentraleuropa mit 111<br />

Millionen fm<br />

seinen Höhepunkt,<br />

wobei<br />

93 % der Ernte<br />

schadholzbedingt<br />

waren. In<br />

Österreich verlagerten<br />

sich<br />

die käferbedingten<br />

Waldschäden<br />

in den<br />

letzten beiden<br />

Jahren<br />

von<br />

HOLZINDUSTRIE:<br />

Weniger<br />

Bürokratie<br />

<strong>Der</strong> Obmann des Fachverbandes<br />

der Holzindustrie Österreichs,<br />

Herbert Jöbstl, kritisiert<br />

die EU-Entwaldungsverordnung<br />

(EUDR) . Er fordert eine<br />

Neugestaltung, um die EUDR<br />

praxistauglicher zu machen. Er<br />

plädiert dafür, Länder mit zunehmenden<br />

Waldflächen und<br />

nachhaltiger Waldbewirtschaftung<br />

auszunehmen.<br />

Bild: pixabay.com/Michael Schwarzenberger<br />

Waldviertel nach Kärnten. Es wird<br />

geschätzt, dass die Schadenshöhe<br />

2<strong>02</strong>3 auf dem Niveau von 2<strong>02</strong>2<br />

liegt, einschließlich des Wurf- und<br />

Bruchholzes aus Sommerstürmen,<br />

insbesondere in Tirol und Kärnten.<br />

Die verringerte Holzernte in Österreich<br />

im Jahr 2<strong>02</strong>3, die um zwei<br />

Millionen fm niedriger war als 2<strong>02</strong>2,<br />

entspricht etwa 17,5 Millionen fm<br />

im Vorjahr. In Südösterreich bleibt<br />

der Käferbestand hoch, was auf<br />

einen weiteren hohen Schadholzanfall<br />

in den<br />

kommenden<br />

Jahren hinweist.<br />

Zum<br />

Management<br />

gehört neben<br />

dem proaktiven<br />

Waldumbau<br />

nicht<br />

zuletzt auch<br />

die Waldpflege<br />

und die Holzernte.<br />

FRANKREICH WILL KOR-<br />

MORAN REDUZIEREN<br />

Die traditionsreiche französische<br />

„Nationale Vereinigung<br />

zum Schutz der Gewässer und<br />

Flüsse“ fordert von der Politik<br />

ein Vorgehen gegen den Kormoran.<br />

Die Organisation warnt<br />

vor einem drastischen Verlust<br />

bei den heimischen Fischarten.<br />

Allein der Atlantische Lachs<br />

habe wegen des Kormorans<br />

in den vergangenen 20 Jahren<br />

um 23 % abgenommen.<br />

NUR 13 PROZENT GEGEN<br />

DIE JAGD EINGESTELLT<br />

Die Mehrheit der Europäer<br />

akzeptieren die Jagd und die<br />

Jägerschaft. Dies ergab eine<br />

repräsentative Umfrage des<br />

EU-Jagdverbandes. Einer der<br />

Spitzenreiter ist Österreich mit<br />

über 70 % Zustimmung. 16 %<br />

enthielten sich und 13 % sind<br />

gegen die Jagd. Maximilian<br />

Mayr-Melnhof, Obmann des<br />

Dachverband Jagd Austria:<br />

„Jagd ist eben gelebter Naturund<br />

Artenschutz.“


10<br />

IM GESPRÄCH<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

DIE ABGEHOBENE POLITIK DER EUROKRATEN IST DIE URS<br />

Die Klimafanatiker in Brüssel hab<br />

<strong>Der</strong> Aschacher Roman Haider ist Oberösterreichs<br />

Spitzenkandidat für die kommende EU-Wahl am<br />

9. Juni. „<strong>Der</strong> freie <strong>Bauer</strong>“ sprach mit ihm über<br />

seine Ziele für die EU, sein Bild von Europa und<br />

die Vertretung landwirtschaftlicher Interessen<br />

auf europäischer Ebene.<br />

Die FPÖ ist bekannterweise kritisch<br />

gegenüber den bisherigen<br />

Entwicklungen in der EU. Wie ist<br />

Ihre Diagnose des gemeinsamen<br />

Europas?<br />

Ja, es ist richtig, dass wir Freiheitlichen<br />

vielen Entwicklungen in der<br />

EU sehr kritisch gegenüberstehen.<br />

Um es auf den Punkt zu bringen:<br />

Es läuft einfach viel zu viel falsch<br />

in der EU. Gerade die Kommission<br />

und große Teile des Parlaments<br />

versuchen stetig, entgegen gültiger<br />

Verträge immer mehr Kompetenzen<br />

von den Nationalstaaten hin<br />

zur EU zu verlagern. Viele Vorhaben,<br />

insbesondere der Green Deal,<br />

stehen den Interessen der Bürger<br />

diametral entgegen. Ideologische<br />

Hirngespinste sind an die Stelle<br />

von zukunftsorientierter Sachpolitik<br />

getreten. Dieser Weg ist katastrophal<br />

und schadet Europa enorm.<br />

Wohlstandsverlust, schwindende<br />

Wirtschaftskraft und Deindustrialisierung<br />

sind die Folgen. Doch auch<br />

schon vorher hat diese EU in zunehmendem<br />

Maße ihre Glaubwürdigkeit<br />

verloren, als im Zuge der<br />

Finanzkrise 2008 lieber die Banken<br />

AM URFAHRANERMARKT RIEF HAIDER<br />

DAZU AUF, ZUR WAHL ZU GEHEN.<br />

mit dem Steuergeld der Menschen<br />

gerettet wurden, als endlich die<br />

Fehlentwicklungen in diesem Bereich<br />

anzugehen. Gleichzeitig bestraft<br />

die EU aber Staaten, die – wie<br />

Ungarn – versuchen, ihre Grenzen<br />

– und damit ihre Bürger – zu schützen.<br />

Aber auch die Bürgerferne und<br />

das eklatante Demokratiedefizit<br />

sind Probleme, die angegangen<br />

werden müssen!<br />

Es wird immer wieder gerne behauptet,<br />

die FPÖ sei eine „Anti-<br />

Europa-Partei“. Wie stehen Sie zu<br />

diesen Behauptungen?<br />

Das ist natürlich völliger Unsinn.<br />

Inzwischen wird ja jeder als „Anti-<br />

Europa“ bezeichnet, der nicht bedingungslos<br />

für einen von Brüssel<br />

gelenkten Zentralstaat ist. Die FPÖ<br />

war die erste Partei in Österreich,<br />

die sich bereits vor Jahrzehnten für<br />

den Beitritt zur EG stark gemacht<br />

hat. Ich halte die Zusammenarbeit<br />

der europäischen Nationalstaaten<br />

für sehr wichtig. „Die Völker Europas<br />

können nur bestehen, wenn sie<br />

sich zusammenschließen.“ Diesen<br />

Satz sagte der erste Obmann der<br />

FPÖ, Anton Reinthaller, bereits in<br />

seiner Antrittsrede im Jahr 1956.<br />

Doch war für die FPÖ auch immer<br />

klar, dass dieser Zusammenschluss<br />

der europäischen Völker nicht um<br />

jeden Preis stattfinden darf. Fehlentwicklungen<br />

müssen benannt<br />

und bekämpft werden. In Wahrheit<br />

sind gerade jene, die sich als Supereuropäer<br />

darstellen, die schlimmsten<br />

Feinde der europäischen<br />

Zusammenarbeit. Die Nationalstaaten<br />

sind die Eckpfeiler Europas,<br />

hat de Gaulle einmal gesagt und da<br />

stimme ich ihm zu. Wer versucht,<br />

diese Eckpfeiler zu zerstören, der<br />

bringt damit das ganze Gebäude<br />

zum Einsturz.<br />

Stichwort „Green Deal“ und<br />

Landwirtschaft: In Ihren Wahlkampfauftritten<br />

kritisieren Sie<br />

das Konzept immer wieder<br />

scharf. Was bedeutet der Green<br />

Deal für Europa und vor allem für<br />

die Landwirtschaft?<br />

Nicht nur in den Wahlkampfauftritten,<br />

in meiner gesamten parlamentarischen<br />

Tätigkeit gehöre ich<br />

zu den größten Kritikern des Green<br />

Deal. Man muss dazu verstehen,<br />

dass die EU-Kommission von der<br />

Leyen damit eine komplette Transformation<br />

aller Lebensbereiche<br />

plant. Alles soll auf Biegen und Brechen<br />

dem Ziel, Europa zum ersten<br />

klimaneutralen Kontinent zu machen,<br />

untergeordnet werden.<br />

Die Klimafanatiker in Brüssel haben<br />

dabei insbesondere die Landund<br />

Forstwirte als Feindbild auserkoren.<br />

So sollen beispielsweise<br />

mit dem Renaturierungsgesetz bis<br />

2030 zwanzig Prozent der Kultur-


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 IM GESPRÄCH 11<br />

ACHE FÜR DIE MEISTEN PROBLEME IN EUROPA:<br />

en den Landwirt im Visier<br />

flächen „renaturiert“ werden. Diese<br />

Flächen sind damit de facto nicht<br />

mehr landwirtschaftlich nutzbar.<br />

Mit der SUR-Verordnung sollte der<br />

Einsatz von Pflanzenschutz- und<br />

Düngemitteln drastisch verringert<br />

werden. Das ist zum Glück vorerst<br />

vom Tisch. Wenn alle Pläne umgesetzt<br />

werden, sinkt die Lebensmittelproduktion<br />

in Europa um zehn<br />

bis zwanzig Prozent; wir werden<br />

vom Agrarexporteur zum Importeur.<br />

Als Ersatz sollen neue Nahrungsmittelquellen<br />

wie Algen und<br />

Insekten und vor allem gentechnisch<br />

veränderte Pflanzen genutzt<br />

werden. Allein daran sieht man, wie<br />

aberwitzig dieser Green Deal ist.<br />

Eine weitere große Herausforderung<br />

ist nach wie vor die illegale<br />

Migration in die EU. Sind hier Lösungen<br />

in Sicht?<br />

Ein ganz wichtiges Thema, denn<br />

da geht es um den Erhalt unsere<br />

kulturellen Identität und um den<br />

Schutz unserer Gesellschaften.<br />

Jetzt gibt es einen neuen Asylund<br />

Migrationspakt, der aber das<br />

grundsätzliche Problem wieder<br />

nicht angeht: das ist ein effektiver<br />

Außengrenzschutz. Nicht einmal<br />

zwanzig Prozent der illegal in der<br />

EU aufhältigen Personen verlassen<br />

diese freiwillig oder mit Zwang. Wer<br />

es also einmal in die EU geschafft<br />

hat, bleibt fast immer hier. Deswegen<br />

wird einzig ein robuster und<br />

effektiver Grenzschutz den Massenansturm<br />

auf Europa beenden können.<br />

Aber genau davon sind wir mit<br />

diesem neuen Pakt genausoweit<br />

entfernt, wie vorher. In Wahrheit<br />

OÖ-SPITZENKANDIDAT ROMAN HAIDER<br />

UND FPÖ-LANDESPARTEIOBMANN<br />

MANFRED HAIMBUCHNER WOLLEN<br />

EINE STARKE VERTRETUNG FÜR<br />

OBERÖSTERREICH IN DER EU.<br />

ist es eine Beruhigungspille vor der<br />

Wahl. Viel Lärm um nichts.<br />

Abschließend noch die Frage, ob<br />

man mit dem Wahlgang überhaupt<br />

etwas verändern kann?<br />

Als überzeugter Demokrat bin ich<br />

ROMAN HAIDER WÄHREND EINER<br />

SEINER VORTRÄGE ZUM „GREEN DEAL“.<br />

durchaus der Überzeugung, dass<br />

man mit dem Wahlgang etwas<br />

verändern kann. Gleichzeitig verstehe<br />

ich natürlich den Frust vieler<br />

Bürger über diese abgehobene EU<br />

mit ihren Institutionen. Das EU-Parlament<br />

kann zwar keine eigenen<br />

Gesetze einbringen, aber Gesetze<br />

verhindern. Ich habe ja bereits auf<br />

die Irrsinnigkeiten des Green Deal<br />

hingewiesen. Da ist jede Ablehnung<br />

von Gesetzen ein Erfolg. Dazu müssen<br />

sich aber die Mehrheitsverhältnisse<br />

ändern. <strong>Der</strong>zeit gibt es einen<br />

dominanten Einheitsblock aus<br />

Christdemokraten, Sozialdemokraten,<br />

Grünen und Liberalen. Dem gilt<br />

es mit allen Mittel entgegenzuhalten.<br />

Wir stehen in der EU vor einer<br />

großen Richtungsentscheidung:<br />

Sollen wir weiterhin ideologischen<br />

Trugbildern nachjagen oder endlich<br />

wieder die Interessen der europäischen<br />

Bürger in den Mittelpunkt<br />

stellen.<br />

Eine echte Reform der EU kann<br />

nur gelingen, wenn man Parteien<br />

stärkt, die den alten EU-Filz endlich<br />

überwinden wollen. Gemeinsam<br />

mit ihren verlässlichen Partnern in<br />

Europa ist die FPÖ eine dieser Parteien.<br />

Nur mit starken patriotischen<br />

und national-freiheitlichen Parteien<br />

im EU-Parlament kann auf die<br />

Apparatschiks in den Brüsseler und<br />

Straßburger Glaspalästen Druck<br />

ausgeübt werden, damit sich endlich<br />

etwas an der desaströsen Politik<br />

ändert.


12<br />

AGRARREPORTAGE<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

AGRAR- UND LEBENSMITTELKONZERNE WELTWEIT:<br />

Kampf gegen unsere<br />

heimische Landwirtschaft<br />

Die <strong>Bauer</strong>nproteste, die Anfang des Jahres Schlagzeilen machten, sind<br />

kein deutsches Phänomen, sondern ein Symptom einer im gesamten<br />

Westen umgesetzten Politik zur Umverteilung der landwirtschaftlichen<br />

Flächen von Kleinbauern an große Konzerne. Das Ziel ist eine Lebensmittelproduktion,<br />

die abhängig ist.<br />

<strong>Bauer</strong>nproteste sind bei weitem<br />

kein deutsches Phänomen, in den<br />

letzten Jahren gab es beispielsweise<br />

massive <strong>Bauer</strong>nproteste<br />

in den Niederlanden. <strong>Der</strong> Grund<br />

dafür ist ein Plan der niederländischen<br />

Regierung, bis zu 3.000 Höfe<br />

zu schließen. Die niederländische<br />

Regierung bietet den <strong>Bauer</strong>n zwar<br />

über 100 Prozent des Wertes ihres<br />

Besitzes an, dafür müssen sie aber<br />

ein Berufsverbot in allen Ländern<br />

der EU akzeptieren. De facto ist das<br />

eine mit Geld versüßte Zwangsenteignung,<br />

gegen die die niederländischen<br />

Landwirte seit Jahren protestieren,<br />

denn wer sich weigert,<br />

der soll zwangsenteignet werden.<br />

Als Vorwand wird mal wieder der<br />

Kampf gegen den Klimawandel<br />

genannt. <strong>Bauer</strong>nhöfe seien Produzenten<br />

von klimaschädlichen Abgasen<br />

und von Stickstoff, heißt es.<br />

Auch in Belgien haben die <strong>Bauer</strong>n<br />

immer wieder gegen für sie existenzgefährdende<br />

Regelungen protestiert.<br />

Auch in Belgien gibt es<br />

ein Höfesterben, in den letzten 13<br />

Jahren ist die Zahl der Höfe um 14<br />

Prozent zurückgegangen. In den<br />

Niederlanden ist die Zahl der Höfe<br />

von 2010 bis 2<strong>02</strong>0 bereits um etwa<br />

ein Drittel zurückgegangen, was ein<br />

ähnlich starkes Höfesterben ist, wie<br />

in Deutschland und Österreich.<br />

Man könnte die Liste der Länder, in<br />

denen eine Politik umgesetzt wird,<br />

die auf eine zielgerichtete Reduzierung<br />

der <strong>Bauer</strong>nhöfe abzielt, lange<br />

fortsetzen. Die Methoden und die<br />

von den jeweiligen Regierungen<br />

vorgeschobenen Begründungen<br />

sind unterschiedlich, aber sie haben<br />

alle das gleiche Ergebnis: In<br />

westlichen Ländern sterben die<br />

kleinen <strong>Bauer</strong>nhöfe und deren<br />

BAUERNSTERBEN<br />

Land wird meist von den großen<br />

Lebensmittel- und Agrarkonzernen<br />

aufgekauft. Um dieses Ziel zu erreichen,<br />

werden die Bedingungen<br />

für die kleinen Betriebe Schritt für<br />

Schritt verschlechtert, um sie zum<br />

Verkauf ihres Landes zu drängen.<br />

Das Phänomen kann man auch in<br />

den USA beobachten, wo das Höfesterben<br />

allerdings bisher langsamer<br />

abläuft. Im Jahr 2000 gab es<br />

in den USA 2,167 Millionen Farmen.<br />

2<strong>02</strong>2 lag die Zahl der Farmen schon<br />

bei nur noch 2,003 Millionen. Das<br />

ist zwar ein langsameres Höfesterben<br />

als in Europa, aber es ist der<br />

gleiche Trend.


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 AGRARREPORTAGE 13<br />

Auch die WHO fühlt sich inzwischen<br />

berufen, über das Thema zu sprechen<br />

und natürlich ist der Vorwand<br />

wieder der Klimawandel. Die Nahrungsmittelproduktion<br />

trägt laut<br />

WHO-Chef Tedros Ghebreyesus zu<br />

über 30 Prozent der Treibhausgasemissionen<br />

bei und sei für fast ein<br />

Drittel der weltweiten Krankheitslast<br />

verantwortlich. Daher müsse<br />

die Nahrung weltweit umgestellt<br />

werden. Die Welt müsse weg vom<br />

Fleischverzehr und hin zu mehr<br />

pflanzlicher Nahrung. Außerdem<br />

wirbt die WHO für Insekten als<br />

Lebensmittel und für im Labor erzeugtes<br />

Fleisch.<br />

PLÄNE DER UNO<br />

Bild: istockphoto.com/Dieter Hawlan<br />

Bild: istockphoto.com/deepblue4you<br />

KLEINFLÄCHIGE LANDWIRT-<br />

SCHAFT UNERWÜNSCHT<br />

Es ist kein Geheimnis, dass einige<br />

Großkonzerne seit Jahren weltweit<br />

Ackerland kaufen und ihren<br />

Einfluss auf die Politik nutzen, um<br />

die Regelungen für Landwirte so<br />

unerfüllbar und kostspielig wie<br />

möglich zu gestalten, damit kleine<br />

und mittlere Betriebe früher oder<br />

später pleite gehen, oder sogar<br />

vom Staat gezwungen werden,<br />

ihren Betrieb aufzugeben. Diese<br />

Entwicklung des „Wachse oder<br />

Weiche“ kann man in ganz Europa<br />

beobachten.<br />

MARKTKONTROLLE<br />

Über die sogenannten „nachhaltige<br />

Entwicklungsziele“ der UNO<br />

(Sustainable Development Goal,<br />

SDG) wurden verschiedene Programme<br />

initiiert, wie die „C40-Städte“,<br />

ein Programm, das ein Teil der<br />

Umsetzung der SDG ist. Eine Auswahl<br />

der Ziele, die „C40“ bis 2030<br />

erreichen wollen, sind folgende<br />

verbindliche Regeln für die Bewohner<br />

der C40-Städte: Null Kilogramm<br />

Fleischkonsum, Null Kilogramm<br />

Milchprodukte, maximal drei neue<br />

Kleidungsstücke pro Person und<br />

Jahr, Null private Fahrzeuge im Besitz,<br />

ein Kurzstreckenflug (weniger<br />

als 1500 Kilometer) alle drei Jahre<br />

pro Person. Das ist kein Scherz,<br />

sondern kann in ihrer eigenen<br />

offiziellen Denkschrift „The future<br />

of urban consumption in a 1.5°C<br />

World“ nachgelesen werden. Diese<br />

Ziele passen hervorragend zu den<br />

Interessen der Lebensmittel- und<br />

Agrarkonzerne, die den Staaten die<br />

Kontrolle über die Verfügbarkeit<br />

von Nahrungsmitteln immer weiter<br />

abnehmen. Das erleben wir gerade<br />

in der EU, denn wenn die Höfe sterben<br />

und deren Land an die Agrarkonzerne<br />

geht, bekommen wenige<br />

Konzerne die Kontrolle über die<br />

Lebensmittelmittelproduktion. Die<br />

EU-Staaten begeben sich auf einem<br />

weiteren Gebiet in die Abhängigkeit<br />

des „big business“.<br />

Es ist kein Geheimnis, dass einige<br />

Großkonzerne seit Jahren weltweit<br />

Ackerland kaufen und ihren Einfluss<br />

auf die Politik nutzen, um die<br />

Regelungen für Landwirte so unerfüllbar<br />

und kostspielig wie möglich<br />

zu gestalten, damit kleine und<br />

mittlere Betriebe früher oder später<br />

pleite gehen, oder sogar vom Staat<br />

gezwungen werden, ihren Betrieb<br />

aufzugeben, siehe Niederlande.<br />

Wenn die Agrar- und Lebensmittelindustrie<br />

von kleinen und mittleren<br />

Betrieben an wenige Großkonzerne<br />

umverteilt wird, dann entsteht eine<br />

Marktmacht, die die kleinen Betriebe<br />

nie hatten. Und solche Konstellationen,<br />

in denen einige wenige<br />

Player einen Markt kontrollieren,<br />

führen bekanntlich nicht zu sinkenden<br />

Preisen, sondern zu Preisabsprachen<br />

und damit zu steigenden<br />

Preisen.<br />

Die Ukraine in der Zeit vor dem<br />

Ausbruch des Krieges gegen Russland<br />

ist ein gutes Beispiel dafür,<br />

wie solche Pläne umgesetzt werden.<br />

Wenn landwirtschaftliche Betriebe<br />

pleite gehen, kann deren<br />

Land billig aufgekauft werden. <strong>Der</strong><br />

vom US-geführten Westen kontrollierte<br />

IWF hat der Ukraine 2<strong>02</strong>0<br />

als Bedingung für weitere Kredite<br />

diktiert, sie müsse den Ausverkauf<br />

der Schwarzerde, der fruchtbarsten<br />

Böden der Welt, an Ausländer<br />

gesetzlich erlauben. Offiziell gab es<br />

diverse Beschränkungen, aber die<br />

Gesetze wurden so gemacht, dass<br />

sie über Strohleute und verschachtelte<br />

Firmenkonstruktionen leicht<br />

zu umgehen waren.<br />

„LANDGRABBING“<br />

So kam es in der Ukraine, einem<br />

der größten Getreide-Exporteure<br />

der Welt, zu einem massiven „Landgrabbing“,<br />

bei dem einige wenige,<br />

meist US-amerikanische Investoren<br />

massenhaft landwirtschaftliche<br />

Flächen zu einem Spottpreis eingekauft<br />

haben.<br />

Neben dem Großkonzern Monsanto<br />

waren auch deutsche Unternehmen<br />

am „Landgrabbing“ in der<br />

Ukraine im großen Stil beteiligt.<br />

Auch die Geflügelfleischproduktion<br />

in der Ukraine ist in der Hand internationaler<br />

Großinvestoren.<br />

RE-NATIONALISIERUNG<br />

<strong>Der</strong>en Ziel ist es, das (möglichst<br />

weltweite) Nahrungsmittelmonopol<br />

zu erlangen, indem ihnen sowohl<br />

das Ackerland gehört, als<br />

auch, indem sie (siehe Monsanto<br />

und andere Konzerne) die Kontrolle<br />

über Saatgut, Düngemittel und<br />

Pestizide erlangen. All diese Macht<br />

konzentriert sich in nur sehr wenigen<br />

Händen, denn die Politik der<br />

westlichen Regierungen befördert<br />

den Prozess der Konzentration der<br />

Aktiva, indem sie die Bedingungen<br />

für kleine und mittlere <strong>Bauer</strong>n immer<br />

mehr verschlechtert, sodass<br />

sie über kurz oder lang zum Verkauf<br />

ihrer Höfe gedrängt werden.<br />

Gegen diese Politik hilft daher nur<br />

eine Rückkehr zur nationalen Agrarpolitik<br />

und eine Re-Nationalisierung<br />

der Lebensmittelproduktion.<br />

Das geht nur gemeinsam mit anderen<br />

patriotischen Kräften in Europa<br />

und ist ein langer und steiniger<br />

Weg, der aber gegangen werden<br />

muss, wenn uns unsere Lebensmittelsicherheit<br />

und die nationale<br />

Souveränität wichtige Werte sind.<br />

Nur gemeinsam kann eine Wende<br />

in Europa erreicht werden.<br />

BAUERNPROTESTE IN<br />

GANZ EUROPA<br />

<strong>Bauer</strong>nproteste sind bei weitem<br />

kein deutsches Phänomen, in<br />

den letzten Jahren gab es massive<br />

<strong>Bauer</strong>nproteste auch in vielen<br />

anderen Ländern. Bekannt<br />

geworden sind die teils massiven<br />

Proteste der französischen<br />

<strong>Bauer</strong>n, die oftmals zu recht<br />

drastischen Protestformen greifen.<br />

Ob man damit die Politik<br />

zum Einlenken zwingt, ist auch<br />

in der <strong>Bauer</strong>nschaft umstritten.


14<br />

AUS DER KAMMER<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

17 LÄNDER FORDERN MEHR LEBENSMITTELSICHERHEIT:<br />

EU-Kampagne „Safe2Eat“<br />

Wie erkenne ich, ob ein Lebensmittel verdorben ist? Wie lagere ich<br />

Essen richtig? Diese zentralen Fragen zur Lebensmittelsicherheit und<br />

-hygiene adressiert die diesjährige, vierte <strong>Ausgabe</strong> der EU-Kampagne<br />

“Safe2Eat“, die Verbraucher unterstützen, mit Lebensmitteln richtig<br />

umzugehen.<br />

Konsumenten sollen befähigt werden,<br />

informierte Entscheidungen<br />

über ihren Lebensmittelkonsum<br />

zu treffen und dadurch Sicherheit<br />

sowie Gesundheit in ihre täglichen<br />

Entscheidungen einzubeziehen.<br />

Hierzu setzt die Kampagne auf eine<br />

Vielzahl von Kommunikations- und<br />

Informationsaktivitäten auf EUbzw.<br />

nationaler Ebene.<br />

„In ganz Europa entscheiden die<br />

Bürger jeden Tag, was sie kaufen<br />

und was sie essen, und berücksichtigen<br />

dabei verschiedene Faktoren<br />

wie Kosten, Geschmack,<br />

Nachhaltigkeit oder Herkunft der<br />

Lebensmittel. Dank der strengen<br />

Normen im Bereich der Lebensmittelsicherheit<br />

in der EU können sie<br />

sich darauf verlassen, dass, wofür<br />

auch immer sie sich entscheiden,<br />

die Lebensmittel, die sie kaufen<br />

und verzehren, sicher sind. Die<br />

Kampagne ‚Safe2Eat‘ soll eine Brücke<br />

zwischen der Wissenschaft zur<br />

Lebensmittelsicherheit und den<br />

Lebensmitteln auf unserem Teller<br />

schlagen, indem den Menschen ermöglicht<br />

wird, fundierte Entscheidungen<br />

über das, was sie essen,<br />

zu treffen“, erklärt der Österreicher<br />

Bernhard Url, geschäftsführender<br />

Direktor der EFSA.<br />

Mit 17 beteiligten Ländern sind so<br />

viele EU-Nationen wie noch nie<br />

AGES IN ÖSTERREICH<br />

DIE EU WILL MIT IHRER NEUEN<br />

KAMPAGNE DEN KONSUMENTEN<br />

HELFEN, SICH BESSER ZU ERNÄHREN.<br />

GLEICHZEITIG ERLAUBT DIE EU ABER<br />

GENTECHNIK.<br />

in die Initiative eingebunden. In<br />

Österreich ist die AGES, die Österreichische<br />

Agentur für Gesundheit<br />

und Ernährungssicherheit, erster<br />

Ansprechpartner für das Thema Lebensmittelsicherheit<br />

und beteiligt<br />

sich heuer bereits zum vierten Mal<br />

an der Kampagne.<br />

„Als die One Health-Organisation<br />

in Österreich spielen wir eine<br />

wichtige Rolle, die Gesundheit von<br />

Menschen, Tieren und Pflanzen<br />

zu erhalten. Dazu gehört natürlich<br />

auch die Lebensmittelsicherheit.<br />

Dadurch erkennen wir Probleme<br />

schon oft, bevor sie bei den Konsumenten<br />

ankommen, wie zum Beispiel<br />

Zoonose-Erreger bei Tieren<br />

oder Mykotoxine in pflanzlichen<br />

Lebensmitteln. Konsumenten können<br />

jedoch auch selbst einen Beitrag<br />

leisten, damit ihre Lebensmittel<br />

sicher bleiben. Die Einhaltung<br />

allgemeiner Küchenhygiene-Regeln<br />

zu Hause spielt eine wichtige<br />

Rolle bei der Vermeidung von lebensmittelbedingten<br />

Infektionen“,<br />

so Johannes Pleiner-Duxneuner,<br />

Geschäftsführer der AGES.<br />

HILFESTELLUNG<br />

Hierzulande wird im Zuge der Kampagne<br />

lokale Expertise fokussiert,<br />

indem Profis und Spezialisten in<br />

produzierten Kurzvideos auf tägliche<br />

Problemstellungen möglichst<br />

praxisnah eingehen. Konkret etwa<br />

lebensmittelbedingte Krankheiten,<br />

der richtige Umgang mit Lebens-<br />

DIE AGES IST IN ÖSTERREICH FÜR DIE<br />

LEBENSMITTELSICHERHEIT ZUSTÄNDIG<br />

mitteln, Orientierung im Lebensmitteletiketten-Dschungel<br />

und die<br />

Reduktion von Lebensmittelabfällen.<br />

Durch diese Herangehensweise<br />

wird eine bestehende Problematik<br />

adressiert: Zwar würden knapp<br />

70% der Menschen ein Interesse<br />

an Lebensmittelsicherheit bekunden,<br />

für mehr als 60% seien die<br />

Informationen zu Lebensmittelsicherheit<br />

allerdings zu stark durch<br />

Fachsprache geprägt und damit<br />

schwer verständlich. Zu diesem Ergebnis<br />

kommt eine von der EFSA<br />

in Zusammenarbeit mit dem internationalen<br />

Marktforschungsinstitut<br />

IPSOS im Vorjahr durchgeführte<br />

Untersuchung. Die über Social<br />

Media zu veröffentlichenden Kurzvideos<br />

sollen daher insbesondere<br />

dabei helfen, fachlich komplexe<br />

Zusammenhänge zu vereinfachen -<br />

und für Endkonsumenten Informationen<br />

zu Lebensmittelsicherheit<br />

verständlicher zu machen.<br />

Außerdem verschreibt sich die<br />

Kampagne dem Ziel, die Bedeutung<br />

einer ausgewogenen Ernährung,<br />

die Sicherheit von Nahrungsergänzungsmitteln<br />

und die<br />

Notwendigkeit, gesundheitsbezogene<br />

Angaben auf Lebensmitteln<br />

wissenschaftlich zu belegen. Darüber<br />

hinaus soll sie das Bewusstsein<br />

für die Sicherheit von Zusatzstoffen<br />

und neuartigen Lebensmitteln sowie<br />

für das Vorhandensein von Lebensmittelallergenen<br />

schärfen.<br />

Zusammengefasst könnte man sagen,<br />

dass „Safe2Eat“ ein Programm<br />

ist, das Ernährungsberatung für<br />

die Bevölkerung sicherstellen und<br />

Menschen in ihrem Konsumverhalten<br />

helfen soll.<br />

Impressum: Medieninhaber (100%) und Herausgeber: <strong>Der</strong> <strong>Freie</strong> <strong>Bauer</strong> - Freiheitliche <strong>Bauer</strong>nschaft OÖ, Blütenstraße 21/1, 4040 Linz, ZVR: 869893862,<br />

Chefredakteur: Ing Franz Graf, Kontakt und Leserbriefe: redaktion@derfreiebauer.info, www.derfreiebauer.info, Kontakt Inserate: anzeigen@derfreiebauer.info<br />

Bild: adobestock.com/Odua Images<br />

Bild: adobestoc.com/catalin


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 AUS DER KAMMER 15<br />

LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT:<br />

Einheitliches Bildungsgesetz<br />

ist auf dem Weg<br />

Die land- und forstwirtschaftliche<br />

Berufsausbildung erfolgt in<br />

Österreich zweigleisig: im Lehrbetrieb<br />

und in der Berufsschule.<br />

Um die Qualität der Ausbildung<br />

weiter auszubauen, wird die agrarische<br />

Berufsausbildung nun für<br />

ganz Österreich durch ein neues<br />

Bundesgesetz über die betriebliche<br />

Berufsausbildung<br />

in der Land- und<br />

Forstwirtschaft<br />

einheitlich geregelt.<br />

Dadurch<br />

wird die derzeitige<br />

unübersichtliche<br />

Rechtslage beseitigt,<br />

da anstatt<br />

neun unterschiedlicher<br />

Landes-<br />

VIELE STAATEN WOLLEN EIN HÖHERES SCHUTZNIVEAU:<br />

EU plant Maßnahmen gegen<br />

unfaire Handelspraktiken<br />

Im Hinblick auf unlautere Handelspraktiken (UTP) hat die Mehrheit der<br />

EU-Staaten ein höheres Schutzniveau festgelegt. Damit machten sie<br />

von der Möglichkeit Gebrauch, nationale Vorschriften zu erlassen, die<br />

über die in der UTP-Richtlinie verbotenen Praktiken hinausgehen.<br />

So heißt es in einem aktuellen Bericht<br />

der EU-Kommission über die<br />

Umsetzung der UTP-Richtlinie in<br />

der Lebensmittelversorgungskette.<br />

Im Jahr 2<strong>02</strong>3 wurden dem Bericht<br />

zufolge rund 1.500 Untersuchungen<br />

eingeleitet, von denen etwa<br />

17% zur Feststellung eines Verstoßes<br />

führten. Die am häufigsten<br />

aufgedeckten unlauteren Handelspraktiken<br />

waren demnach verspätete<br />

Zahlungen für verderbliche<br />

Agrarerzeugnisse und Lebensmittel<br />

(50% bzw. 13%), Zahlungen, die<br />

sich nicht auf einen bestimmten<br />

Vorgang bezogen (7%), vom Lieferanten<br />

verlangte Zahlungen für<br />

Marketingmaßnahmen (7%) sowie<br />

gesetze zukünftig ein einheitliches<br />

Gesetz für ganz Österreich gilt. Weitere<br />

Änderungen gibt es auch bei<br />

der Meisterausbildung: So wird die<br />

Meisterprüfung als höchste Qualifikationsstufe<br />

für land- und forstwirtschaftliche<br />

Berufe rückwirkend<br />

ab Jahresbeginn 2<strong>02</strong>4 kostenfrei.<br />

Zusätzlich wird die Eintragung des<br />

Meistertitels in Urkunden möglich<br />

sein. Außerdem<br />

soll die Meisterprüfung<br />

dem Bachelorabschluss<br />

gleichgestellt<br />

werden. Darüber<br />

hinaus wird mit<br />

der Berufsjagdwirtschaft<br />

ein<br />

neuer Lehrberuf<br />

geschaffen.<br />

für die Bevorratung, Ausstellung<br />

und Auflistung (7%). Etwa 41% der<br />

aufgedeckten unlauteren Praktiken<br />

wurden auf der Ebene des Einzelhandels<br />

festgestellt (Vorjahr: 47%),<br />

36% auf der Ebene<br />

der Lebensmittelindustrie<br />

(Vorjahr: 27%)<br />

und 22% auf der<br />

Ebene des Großhandels<br />

(Vorjahr:<br />

25%).<br />

Auf die Frage,<br />

warum sie eine<br />

unlautere Handelspraxis,<br />

die<br />

sie erlebt haben,<br />

Bild: adobestock.com/catalin<br />

ABZ WAIZENKIRCHEN:<br />

Start im Schuljahr<br />

2<strong>02</strong>6/27<br />

Spatenstich war im April 2<strong>02</strong>3,<br />

derzeit befindet sich die Fertigstellung<br />

der Bodenplatte in der<br />

finalen Phase, zudem wurden<br />

bereits zwei Drittel des Erdgeschosses<br />

gefertigt. Im nächsten<br />

Bauabschnitt werden das<br />

erste und zweite Obergeschoss<br />

als Holzbau errichtet. Durch<br />

den Zusammenschluss der bisherigen<br />

Standorte (Bergheim,<br />

Mistelbach und Waizenkirchen)<br />

wird aufgrund zahlreicher Synergien<br />

das Angebot deutlich<br />

übertroffen werden.<br />

nicht gemeldet haben, gaben die<br />

Befragten laut EU-Kommission vor<br />

allem die Angst vor Vergeltungsmaßnahmen<br />

seitens des Käufers<br />

an (30%), gefolgt von der Annahme,<br />

dass es sich um eine in der Branche<br />

übliche Praxis handelt (23%), oder<br />

der Annahme, dass die staatliche<br />

Durchsetzungsbehörde nicht in der<br />

Lage ist, damit umzugehen (17%).<br />

Bild: privat<br />

Bild: pixabay.com/Couleur<br />

KOMMENTAR<br />

<br />

TATEN STATT<br />

WORTE<br />

Wie lange will unser Landwirtschaftsminister<br />

noch passiv<br />

bleiben, während Betriebe an<br />

ihre finanziellen Grenzen stoßen?<br />

Die Herausforderungen,<br />

denen sich die Landwirtschaft<br />

gegenübersieht, erfordern eine<br />

tiefgreifende politische Antwort.<br />

Es ist an der Zeit, entschlossene<br />

Maßnahmen zu ergreifen, um<br />

diese Krise anzugehen. Unsere<br />

Entscheidungsträger scheinen<br />

die Realität der Landwirte<br />

nicht zu erkennen und können<br />

die vorherrschende Lage nicht<br />

richtig einschätzen. Dies ist ein<br />

alarmierendes Zeichen ihrer<br />

Entfremdung von den Herausforderungen<br />

der Branche. Die<br />

bevorstehenden Wahlen bringen<br />

die Dringlichkeit von politischen<br />

Handlungen hervor.<br />

Es ist an der Zeit, nicht nur Worte<br />

zu sprechen, sondern auch<br />

Taten folgen zu lassen, um die<br />

Situation der Landwirte zu verbessern.<br />

Immer mehr Landwirte<br />

erkennen die Notwendigkeit,<br />

sich gegen ungerechte Behandlung<br />

zu wehren. Sie lassen sich<br />

nicht länger für dumm verkaufen<br />

und fordern echte Veränderungen.<br />

Mit den EU-Wahlen und den<br />

bevorstehenden Nationalratswahlen<br />

müssen wir ein starkes<br />

Signal für Veränderungen setzen.<br />

Die Stimmen der Landwirte<br />

müssen gehört und ihre Bedürfnisse<br />

berücksichtigt werden.<br />

Die verfehlte Corona-Politik der<br />

Bundesregierung zeigt nun ihre<br />

Auswirkungen, indem sie Bund,<br />

Länder und Gemeinden finanziell<br />

schwächt. Dies verschärft die<br />

Situation für Landwirte weiter.<br />

Die allgemeine Stimmung unter<br />

den Landwirten ist düster, und<br />

es ist keine Besserung in Sicht.<br />

Es ist an der Zeit, konkrete Lösungen<br />

zu finden, um ihre Situation<br />

zu verbessern.


16<br />

BEI UNS DAHEIM<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

AUSSTELLUNG: DIE SPU-<br />

REN ANTON BRUCKNERS<br />

IN SIERNING<br />

<strong>Der</strong> Hausruckviertler Kunstkreis<br />

gestaltet anhand von Fotos und<br />

Dokumenten Bilder zu Anton<br />

Bruckner. Auch eine Führung<br />

durch den Ort ist vorgesehen.<br />

Die Ausstellung findet am Gemeindeamt<br />

Sierning statt. Besuchen<br />

kann man die Ausstellung<br />

an den Öffnungszeiten der<br />

Gemeinde oder durch vorherige<br />

Anmeldung.<br />

METALLGESTALTERAUS-<br />

STELLUNG IN BAD HALL<br />

Ab 13. April 2<strong>02</strong>4 werden in Bad<br />

Hall verspielte „Metallskulpturen“<br />

gezeigt. Metallgestalter<br />

und Schmiede aus ganz Europa<br />

bringen ihre fantastischen<br />

Objekte für eine Ausstellung<br />

nach Bad Hall. Bis zum 26. Oktober<br />

2<strong>02</strong>4 bei freiem Eintritt ist<br />

ein Besuch möglich. Genaue<br />

Termine sind am Gemeindeamt<br />

Bad Hall zu erfragen.<br />

AUSSTELLUNG LEOPOLD-<br />

FORSTNER-MUSEUM<br />

In Bad Leonfelden werden ab<br />

30. April täglich von 9 bis 17 Uhr<br />

Werke des wohl berühmtesten<br />

Künstlers aus Bad Leonfelden<br />

in einer Dauerausstellung<br />

im Kulturviertel LEO-Kultur<br />

gezeigt. Forster ist einer der<br />

bedeutendsten Vertreter des<br />

Wiener Jugendstils und prägte<br />

diese Kunstrichtung. Weitere<br />

Informationen und Tickets unter<br />

www.bad-leonfelden.ooe.<br />

gv.at<br />

Bild: privat<br />

GUTES AUS DER ÖSTERREICHISCHEN KÜCHE<br />

Kokosschnitte<br />

<br />

Biskuit:<br />

6 Eiweiß<br />

10 dag Zucker<br />

5 dag Kokosflocken<br />

10 dag Mehl<br />

½ P. Backpulver<br />

200 ml Milch<br />

Creme:<br />

6 Eigelb<br />

2 P. Vanillepuddingpulver<br />

3 EL Mehl<br />

7 EL Zucker<br />

1 l Milch<br />

20 dag Butter<br />

5 EL Staubzucker<br />

250 ml Schlagobers<br />

5 dag Kokosflocken<br />

<br />

» Für das Biskuit Eiklar zu Eischnee schlagen<br />

und mit Zucker ausschlagen. Dann Mehl, Kokos<br />

und Backpulver unterheben. Die Masse<br />

auf einem tiefen Backblech verteilen und bei<br />

180°C ca. 10 min backen. Das Biskuit nach<br />

dem Backen mit heißer Milch übergießen.<br />

» Für die Creme zuerst Vanillepuddingpulver,<br />

Zucker, Mehl und Eigelb in etwas Milch<br />

verrühren, dann mit der restlichen Milch vermengen<br />

und unter rühren aufkochen lassen.<br />

Anschließend die Puddingcreme auskühlen<br />

lassen.<br />

» Zimmerwarme Butter mit Staubzucker schaumig<br />

rühren und mit der ausgekühlten Puddingcreme<br />

vermengen.<br />

» Die Creme gleichmäßig auf dem Biskuit verteilen,<br />

dann kühl stellen.<br />

» Vor dem Servieren das geschlagene Schlagobers<br />

gleichmäßig auf der Creme verteilen und<br />

glatt streichen, dann mit Kokosflocken bestreuen<br />

und portionieren.<br />

WOHER KOMMT DAS BORSTIGE WORT:<br />

Das wilde Schwein<br />

Manche Fachwörter sind erstaunlich<br />

jung, obwohl man auf den<br />

ersten Blick meint, sie hätten ein<br />

hohes Alter. So ersetzte beispielsweise<br />

das heute gebräuchliche<br />

Hauptwort Keiler erst Ende des 16./<br />

Anfang des 17. Jahrhunderts<br />

das zuvor<br />

übliche Wort Eber.<br />

Und das Hauptwort<br />

„Wildschwein“ entstand<br />

im Mittelalter<br />

deswegen, um das<br />

Haus- vom Wildschwein zu unterscheiden.<br />

Statt einfach nur vom<br />

Schwein zu sprechen, wurde das<br />

Attribut „wild“ vorangestellt. Es entstand<br />

das Kompositum: „wiltswin“.<br />

Eine andere, demselben Zweck<br />

dienende Wortzusammensetzung<br />

aus<br />

dem Mittelalter, das<br />

„Waldschwein“ oder<br />

„waltswin“, geriet dagegen<br />

bald in Vergessenheit.<br />

Bild: pixabay.com/Angela<br />

MÖBELHOLZ UND VERBISSSCHUTZ:<br />

Die Vogelbeere<br />

Die Vogelbeerbäume, welche als<br />

Alleebäume und in vielen Hecken<br />

und zum Teil auch an Waldrändern<br />

zu finden sind, blühen und fruchten<br />

im Mai bis zum Juni, als sei es<br />

die letzte Möglichkeit, ihre Art zu<br />

erhalten. Schon die<br />

Blüte verschönert<br />

die Landschaft und<br />

wenn dann im Frühherbst<br />

die roten<br />

Beeren leuchten, ist<br />

dies eine Pracht und<br />

vor allem ein Äsungsreservoir für<br />

viele Vögel und andere Tiere. Sie<br />

schützt aber auch andere empfindliche<br />

Baumarten im Bestand vor<br />

Blitz und vor allem vor Verbiss. Die<br />

Vogelbeere ist aber nicht nur deswegen<br />

eine wertvolle<br />

Baumart, sondern<br />

kann auch als sehr<br />

schönes Möbelholz<br />

oder für wertvolle<br />

Drechslereien verwendet<br />

werden.<br />

Bild: pixabay.com/H. Hach


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 BEI UNS DAHEIM 17<br />

STATT DER URSACHEN WERDEN SYMPTOME BEKÄMPFT:<br />

Nächster Irrsinn der Regierung:<br />

Messertrage-Verbotsgesetz<br />

Waffenverbotszonen und „Messerverbote“<br />

sind nicht die Ursache<br />

für die Explosion der Gewalttaten,<br />

sondern die Herkunft der<br />

Täter.<br />

Diesen weißen Elefanten im<br />

Raum wagt niemand von den<br />

Regierungsparteien zu thematisieren,<br />

sondern doktert<br />

lieber an den Symptomen herum.<br />

Nachdem Innenminister<br />

Gerhard Karner (ÖVP) vor rund<br />

zwei Monaten die Ausarbeitung<br />

eines Gesetzesvorschlages<br />

für ein generelles Waffenverbot<br />

und insbesondere von<br />

Messern im öffentlichen Raum<br />

angekündigt hat, liegt nun ein<br />

entsprechender Entwurf für ein<br />

„Messertrage-Verbotsgesetz“<br />

DAS UNTERSCHÄTZTE SICHERHEITSRISIKO BEI CHINESISCHEN E-AUTOS:<br />

Vorsicht, das Auto hört jetzt mit!<br />

DIE KEHRSEITE DER MODERNEN<br />

TECHNIK: DER GLÄSERNE BÜRGER.<br />

Chinesische E-Autos könnten ein Sicherheitsrisiko werden - aber das<br />

Risikobewußtsein ist gering. <strong>Der</strong> Datenklau lauert überall, im Internet,<br />

im Handy und auf der Straße. Wir hinterlassen immer mehr Spuren und<br />

werden zum „gläsernen Bürger“.<br />

Das Smart-Zeitalter hat längst begönnen:<br />

In der durchdigitalisierten<br />

Welt des 21. Jahrhunderts ist alles<br />

irgendwie mit allem verbunden.<br />

Das kann das Leben zwar in vielen<br />

Bereichen bequemer machen, aber<br />

die Sicherheitsrisiken sind enorm.<br />

vor. Im Entwurf wird das Tragen<br />

aller Arten von Messern bis<br />

auf einige Ausnahmen im Ortsgebiet,<br />

in bebauten Gebieten,<br />

in Park- und Sportanlagen, in<br />

Freizeitparks, bei Veranstaltungen,<br />

in öffentlichen Verkehrsmitteln,<br />

in Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen<br />

verboten.<br />

Anders ist die<br />

Lage, wenn etwa<br />

ein „Knicker“ in<br />

der Trachtenlederhose<br />

getragen<br />

wird, denn in diesem<br />

Fall handle es<br />

sich um Brauchtumspflege.<br />

Die FPÖ kritisierte<br />

den Entwurf: Die<br />

<strong>Der</strong> Mensch droht zum gläsernen<br />

Bürger zu werden - und ist es meist<br />

längst. Das Auto macht da keine<br />

Ausnahme.<br />

Fahrzeuge, die nicht restlos durchdigitalisiert<br />

sind, werden immer<br />

seltener, die Rundum-Verdatung ist<br />

meist migrantischen Banden<br />

halten sich nicht an unsere<br />

geltenden Umgangsformen,<br />

haben einen anderen Zugang<br />

zur Gewalt und scheren sich<br />

auch wenig um die bei uns geltenden<br />

Gesetze – diesen Menschen<br />

wird auch ein generelles<br />

Waffenverbot egal sein.<br />

längst Standard. Immer mehr moderne<br />

Autos lassen sich per Sprache<br />

steuern, sind mit Mikrophonen,<br />

Gesichtserkennung und Innenraumkamera<br />

ausgestattet. Beim<br />

Fahren entstehen Bewegungs- und<br />

Nutzungsprofile, und alles wird irgendwo<br />

abgespeichert. Schon das<br />

ist problematisch.<br />

Vorreiter in Sachen Datenklau ist<br />

seit einigen Jahren China und Spi-<br />

Bild: adobestock.com/ Redfox1980 Bild: stock.adobe.com/ Redfox1980<br />

Bild: FPÖ OÖ<br />

STAATSBÜRGERSCHAFT:<br />

Migration und<br />

Einbürgerung<br />

FPÖ-Landesparteiobmann Manfred<br />

Haimbuchner zeigte sich besorgt<br />

über die mögliche Einbürgerungsflut<br />

in Österreich. Besonders<br />

kritisiert Haimbuchner das derzeitige<br />

Staatsbürgerschaftsrecht, das<br />

Asylberechtigten nach zehn Jahren<br />

Aufenthalt in Österreich automatisch<br />

die Staatsbürgerschaft<br />

gewährt, mit Ausnahmen, die Einbürgerungen<br />

bereits nach sechs<br />

Jahren ermöglichen. Diese Regelungen<br />

könnten laut Haimbuchner<br />

zu einer Einbürgerungsflut führen,<br />

die auf die früheren chaotischen<br />

Jahre 2015 und 2016 zurückgeht.<br />

onage ein heikles Thema. Ohnehin<br />

sind die Chinesen bei der Rundum-Digitalisierung<br />

des täglichen<br />

Lebens schon viel weiter als die<br />

westlichen Gesellschaften. Seitdem<br />

China aber in allen Sparten mit immer<br />

besseren Produkten auf die<br />

europäischen Märkte drängt, rückt<br />

das Problem auch für westliche<br />

Konsumenten zunehmend in den<br />

Mittelpunkt. Die Gefahr, dass vom<br />

Auto erfaßte Daten - bis hin zu Gesprächen<br />

und Handydaten - abgegriffen<br />

werden, schätzen Experten<br />

bei den chinesischen Smart-Gefährten<br />

als erheblich ein.<br />

Einer der Gründe dafür ist, daß<br />

chinesische Firmen routinemäßig<br />

verpflichtet sind, mit dem eigenen<br />

(also dem kommunistischen) Staat<br />

zu kooperieren. Vor allem in der<br />

Wirtschaftsspionage befürchten Experten,<br />

dass Forscher, Mitarbeiter<br />

und auch Politiker durch ihre Autos<br />

von den Chinesen abgehört werden<br />

könnten.


18<br />

BEI UNS DAHEIM<br />

DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4<br />

KOMMENTAR<br />

<br />

VERTRETER<br />

DER BAUERN?<br />

Wie viel Zeit brauchen <strong>Bauer</strong>nbund<br />

und ÖVP noch? Seit 1987<br />

sind die ÖVP und damit der <strong>Bauer</strong>nbund<br />

in der Bundesregierung<br />

und ununterbrochen stellen<br />

sie den Landwirtschaftsminister.<br />

Es scheint eine Diskrepanz<br />

zwischen den Forderungen des<br />

Volksbegehrens zur verpflichtenden<br />

Herkunftskennzeichnung<br />

und den tatsächlichen<br />

politischen Handlungen zu geben.<br />

Die führenden Funktionäre<br />

des <strong>Bauer</strong>nbundes streuen den<br />

<strong>Bauer</strong>n Sand in die Augen. Durch<br />

die Gegenstimmen von ÖVP und<br />

Grünen im Parlament bleibt die<br />

geforderte Lebensmittelkennzeichnung,<br />

die eine transparente<br />

Herkunftsangabe und Qualitätssicherung<br />

für Konsumenten<br />

gewährleisten soll, somit leider<br />

weiterhin ein unerfülltes Versprechen<br />

der ÖVP. Meine Kritik<br />

unterstreicht die wachsende Unzufriedenheit<br />

in der Bevölkerung<br />

mit der aktuellen Agrarpolitik<br />

und ich fordere den <strong>Bauer</strong>nbund<br />

sowie den Landwirtschaftsminister<br />

auf, Verantwortung zu übernehmen.<br />

Die Bürger fordern zu<br />

Recht, wie ein kürzlich stattgefundenes<br />

Volksbegehren zeigt,<br />

eine entsprechende Initiative der<br />

Politik. Leider hat die Bundesregierung<br />

– wie so oft – keinen<br />

Handlungsbedarf gesehen. Eine<br />

ordnungsgemäße Kennzeichnung<br />

der Lebensmittel ist nicht<br />

nur wichtig für die Transparenz<br />

gegenüber den Konsumenten,<br />

sondern auch von großer Bedeutung<br />

für die <strong>Bauer</strong>n. Nur mit der<br />

FPÖ wird dieses zentrale Bedürfnis<br />

der Landwirte umgesetzt. Wir<br />

wollen die Zukunft mit unseren<br />

bäuerlichen Familienbetrieben<br />

bauen und das geht nur mit der<br />

Umsetzung gezielter Maßnahmen<br />

wie der Herkunftskennzeichnung.<br />

BUNDESREGIERUNG SCHEITERT AN SACHPOLITIK:<br />

Rohrkrepierer: Wohnbaupaket<br />

der Regierung<br />

Nachdem bei der Verabschiedung des Wohnbaupakets die Länder<br />

nicht eingebunden wurden, versucht man nun seit Wochen das Chaos<br />

zu ordnen und sinnvolle Umsetzungsmöglichkeiten zu finden. Mittlerweile<br />

fanden zahlreiche Sitzungen dazu statt.<br />

Eine taugliche Lösung im Sinne der<br />

heimischen Bevölkerung ist jedoch<br />

nach wie vor ausständig. „Die Bundesländer<br />

haben geduldig und lösungsorientiert<br />

an den Gesprächen<br />

mit dem Bund teilgenommen. Das<br />

Problem besteht leider weiterhin<br />

darin, dass die von der Bundespolitik<br />

vorgegebenen Voraussetzungen<br />

in der Praxis nicht zielführend oder<br />

erfüllbar sind. Die Beamten und<br />

Vertragsbediensteten, die dies nun<br />

ausbaden müssen, sind in Wahrheit<br />

– neben den enttäuschten Bürgern<br />

– auch Leidtragende dieser inkompetenten<br />

Bundesregierung“, zeigt<br />

sich Wohnbaureferent, Landeshauptmann-Stv.<br />

Dr. Manfred Haimbuchner<br />

verärgert über die Arbeit<br />

BIBER VERDREIFACHT:<br />

Haimbuchner<br />

will Eingriffe<br />

Die Biberpopulation in Oberösterreich<br />

hat sich in den letzten<br />

15 Jahren stark vermehrt. Mit<br />

über 2.200 Exemplaren sind die<br />

Biber mittlerweile in vielen Teilen<br />

des Landes präsent. Diese<br />

Zunahme führt zu Konflikten mit<br />

der Land- und Forstwirtschaft.<br />

<strong>Der</strong> für Naturschutz zuständige<br />

Landeshauptmann-Stv. Manfred<br />

Haimbuchner sagte, dass er bereit<br />

sei, mehr Eingriffe zuzulassen.<br />

Bild: pixabay.com/Howard Walsh<br />

der Regierung. Damit die Länder<br />

die Bundesmittel abholen können,<br />

müssen sie mehr bauen, als in den<br />

vorangegangenen zwei Jahren. Für<br />

manche Länder, die in den letzten<br />

Jahren wenig bis gar nichts gebaut<br />

haben, eine zu schaffende Hürde.<br />

Oberösterreich hat allerdings<br />

mit seiner Wohnbauförderung<br />

vorausschauend<br />

und<br />

rechtzeitig gegengesteuert<br />

und somit<br />

eine stabile Bauleistung<br />

erreicht.<br />

Dafür wird man nun<br />

bestraft und soll, um<br />

Bundesmittel lukrieren<br />

zu können, weit<br />

Bild: FPÖ OÖ<br />

über den Bedarf hinaus bauen. Die<br />

länderübergreifende Kritik an der<br />

Wohnbauoffensive war absehbar.<br />

Auch deshalb, da Länderkompetenzen<br />

selbstverständlich länderspezifisch<br />

unterschiedlich geregelt<br />

werden. „Ich rate den Herrschaften<br />

der Regierung sich wieder mit<br />

zweckverfehlten Geldgeschenken,<br />

wie dem Klimabonus zu beschäftigen,<br />

denn für mehr reicht es nicht.<br />

Sie können Realpolitik schlichtweg<br />

nicht“, so Haimbuchner.<br />

IDEEN GESUCHT - MOBILITÄTSPREIS 2<strong>02</strong>4:<br />

Steinkellner: Mobilität<br />

nachhaltig verbessern!<br />

Zum zwanzigsten Mal wird vom<br />

Land OÖ, dem Verkehrsclub VCÖ<br />

und den ÖBB der Mobilitätspreis<br />

verliehen. Ideen für nachhaltige<br />

Mobilität werden gesucht.<br />

Kreative Konzepte sollen die Mobilität<br />

nachhaltig verbessern: Weniger<br />

Stau, Lärm und Abgase. Fahrgemeinschaften,<br />

Alltagswege mit<br />

Fahrrad, Öffis oder zu Fuß – es soll<br />

mehr Potenzial genutzt<br />

werden. Vorteile<br />

brinen neue<br />

und kreative Projekte<br />

für die Gesellschaft,<br />

aber auch<br />

vor allem auch für<br />

alle Einzelnen. Ziel<br />

sei die Kosten der<br />

Mobilität zu senken, was der Freiheit<br />

der Verkehrsmittelwahl mit<br />

mehr Offis und einer guten Rad-<br />

Infrastruktur gelingen kann. Infrastruktur-Landesrat<br />

Günther Steinkellner<br />

will daher mehr Anreize<br />

schaffen, um auf Oberösterreichs<br />

Straßen den Autoverkehr – wo es<br />

möglich ist – zu senken.<br />

Projekte und tragfähige Ideen können<br />

bis zum 29. Mai eingereicht<br />

werden. So sollen<br />

mittels innovativer<br />

Ideen die Oberösterreicher<br />

dazu<br />

gebracht möglichst<br />

werden, den Weg<br />

zur Arbeit per Öffi<br />

oder Rad zurückzulegen.<br />

Bild: Land OÖ


DER FREIE BAUER <strong>02</strong>/2<strong>02</strong>4 BEI UNS DAHEIM 19<br />

ERSTE BODENERKUNDUNGEN GESTARTET:<br />

Regional-Stadtbahn Linz<br />

Die Vorbereitungen für die Regional-Stadtbahn gehen in eine entscheidende<br />

Phase über. Umfassende Bodenerkundungen entlang der geplanten<br />

Trasse wurden gestartet.<br />

Seit Ende November letzten Jahres<br />

sind die ersten Bodenerkundungen<br />

entlang der <strong>Der</strong>fflingerstraße,<br />

Lederergasse, Hafenstraße, Donaudamm<br />

in Urfahr und im Bereich<br />

Auhof im Gange. Insgesamt sind<br />

27 Rammkernsondierungen und<br />

Kernbohrungen im Linzer Stadtgebiet<br />

vorgesehen. Infrastruktur-Landesrat<br />

Günther Steinkellner betont<br />

INFRASTRUKTURLANDESRAT GÜNTHER STEINKELLNER:<br />

DIE ERSTEN PROBEBOHRUNGEN FÜR DIE<br />

REGIONAL-STADTBAHN LINZ HABEN STATTGEFUNDEN.<br />

die Wichtigkeit dieser Bodenerkundungen<br />

für das Projekt: „Mit den<br />

Bodenerkundungen entlang der<br />

innerstädtischen Regional-Stadtbahn-Trasse<br />

werden die Planungen<br />

für dieses Jahrhundertprojekt erstmalig<br />

für jeden sichtbar! Die Bohrungen<br />

sind ein ganz essentieller<br />

Projektschritt. Je detaillierter wir<br />

über die Bodenbeschaffenheiten<br />

Bescheid wissen, desto besser sind<br />

wir auf die Bauphase der Regional-<br />

Stadtbahn vorbereitet.“ Es wird<br />

deutlich, dass die Bodenerkundungen<br />

einen unverzichtbaren Beitrag<br />

zur erfolgreichen Umsetzung der<br />

Regional-Stadtbahn Linz leisten<br />

und somit einen wichtigen Meilenstein<br />

in der Entwicklung der Stadt<br />

darstellen.<br />

Bild: Land OÖ/Kauder<br />

NEUE WILDE: GLOBALISIE-<br />

RUNG IN DER PFLANZEN-<br />

WELT<br />

Eine neue Ausstellung im Botanischen<br />

Garten Linz widmet<br />

sich den Neophyten, also jenen<br />

Pflanzen, die nach 1492 (Entdeckung<br />

Amerikas) in ein neues<br />

Gebiet gebracht wurden und<br />

sich dort ausgebreitet haben.<br />

Die Ausstellung wird gezeigt<br />

vom 11. Mai bis 3. November.<br />

Weitere Infos: www.botanischergarten.linz.at<br />

BIO STREUOBSTWELT<br />

VOM PANKRAZHOFER<br />

Einblick in die Bio Streuobstwelt<br />

vom Pankrazhofer gefällig? Wie<br />

entstehen Most und Essig? Wie<br />

schmeckt Qualitätsmost und<br />

echter Gärungsessig? Was wird<br />

angebaut und verarbeitet? Das<br />

und mehr erfährt man in der<br />

Bio-Streuobstwelt vom Pankrazhofer<br />

& die Bio-Essigmacherinnen.<br />

Weitere Infos unter: www.<br />

pankrazhofer.at<br />

HÖRERLEBNIS BRUCKNER-<br />

ORGEL IN ST. FLORIAN<br />

Tauchen Sie ein in die Welt der<br />

Musik mit Live-Orgelkonzerten<br />

an der berühmten „Brucknerorgel“<br />

im Stift St. Florian. Die<br />

imposanten Barockräume,<br />

die „Bruckner-Orgel“ und die<br />

160.000 Werke umfassende Bibliothek<br />

beeindrucken mehrere<br />

tausend Besucher jährlich. Führungen<br />

werden das ganze Jahr<br />

angeboten und sind ein einmaliges<br />

Erlebnis, wenn Sie in der<br />

Gegend sind. Infos: www.stift-stflorian.at<br />

FREIHEITLICHE ARBEITNEHMER AUF PLATZ ZWEI:<br />

Historische Wahl<br />

Die Freiheitlichen Arbeitnehmer,<br />

unter der Führung von Gerhard<br />

Knoll, haben bei den Arbeiterkammerwahlen<br />

in Oberösterreich<br />

einen beachtlichen Erfolg<br />

erzielt. Mit einem Stimmenzuwachs<br />

von 50 Prozent und nunmehr<br />

16 Arbeiterkammerräten<br />

setzen sie sich als zweitstärkste<br />

Kraft in der AK für die Arbeitnehmer<br />

ein. Ihr Ziel ist es, die Belange<br />

jener Menschen zu vertreten,<br />

die ihrer Arbeit nachgehen und<br />

den Sozialstaat finanzieren.<br />

Bild: pixabay.com<br />

ISLAMISMUS UND VERFASSUNGSSCHUTZ:<br />

Falsche Prioritäten<br />

Mutmaßliche islamistische Terroristen<br />

können unbehelligt in Österreich<br />

leben, während der Verfassungsschutz<br />

unter jedem Stein<br />

Rechtsextreme vermutet. Ende<br />

März wurde der im<br />

November 2<strong>02</strong>3 für tot<br />

erklärte Gründer von<br />

„GazaNow“, Mustafa<br />

Ayash, in Linz höchst<br />

lebendig angetroffen.<br />

„Dass sich derartige<br />

Personen mitten in Österreich aufhalten,<br />

ist ein Armutszeugnis für<br />

den Verfassungsschutz”, kritisiert<br />

FP-Landesparteiobmann Manfred<br />

Haimbuchner. „Statt in Extremismusberichten<br />

die gesetzestreuen<br />

Burschenschaften zu<br />

kriminalisieren, sollte<br />

man die islamischen<br />

Gefährder beobachten.“


Dr. Arthur Kroismayr<br />

Landesagrarobmann<br />

NUTZT<br />

EUER<br />

WAHLRECHT!<br />

AM 9. JUNI IST EU-WAHL:<br />

VERÄNDERUNG<br />

KANN MAN WÄHLEN!<br />

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