Blckli ]•i 9\ic`e% K€^c`Z - Rundfunkchor Berlin

rundfunkchor.berlin.de

Blckli ]•i 9\ic`e% K€^c`Z - Rundfunkchor Berlin

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

Rundfunk Orchester und Chöre GmbH Berlin

GESELLSCHAFTER Deutschlandradio,

Bundesrepublik Deutschland, Land Berlin,

Rundfunk Berlin-Brandenburg

GESCHÄFTSFÜHRER Heinz-Dieter Sense

RUNDFUNKCHOR BERLIN

CHEFDIRIGENT Simon Halsey

CHORDIREKTOR Hans-Hermann Rehberg

TEXTE Boris Kehrmann

REDAKTION Rachel Mönnekes

LEKTORAT Kathrin Kurz

LAYOUT tableau GmbH

DRUCK druckpunkt

Druckerei und Repro GmbH

© 2012 Rundfunkchor Berlin

Änderungen vorbehalten. Fotografieren,

Ton- und Videoaufzeichnungen sind

nicht gestattet.

PREIS € 2,50

Mit freundlicher Unterstützung von

FEST DER

KULTUREN

_ PHILHARMONIE BERLIN

SA 30. JUNI 2012, 18 UHR


PHILHARMONIE BERLIN

SA 30. JUNI 2012, 18 UHR

FEST DER KULTUREN

_

OUVERTÜRE IM FOYER

GOSPELS MIT DEM SEVENOAKS

GOSPEL CHOIR

EMMA PEARS – DIRIGENTIN

DAS FEST DER KULTUREN 2012

WIRD VON DEUTSCHLANDRADIO

KULTUR MITGESCHNITTEN. DER

MITSCHNITT DER PROGRAMM-

BLÖCKE 1 UND 3 IST NUR HEUTE

IM ANSCHLUSS AN DAS KONZERT

AN DER CD-BRENNSTRASSE ZU

ERWERBEN.

2

PROGAMMBLOCK 1

COME, COLOURS RISE

CHORWERKE AUS DEUTSCHLAND, KOREA, RUSSLAND,

SÜDAFRIKA UND DER TÜRKEI

GRANT MCLACHLAN

COME, COLOURS RISE

Isabelle Voßkühler – Sopran

RUNDFUNKCHOR BERLIN

UND GASTCHÖRE

SIMON HALSEY – DIRIGENT

NYOM CHO

BORIPIRI

(Halmflöte)

Arr.: Seongju Oh

VOLKSLIED AUS DER

PROVINZ HAMGYONG

SHINGOSAN-TARYONG

(Lied vom Shingo-Berg)

Arr.: Heejo Kim

KOREANISCHE MUSIKAKADEMIE

BERLIN

SEONGJU OH – DIRIGENT

RUSSISCHE VOLKSLIEDER

POSEJU LEBEDU NA BEREGU

(Die Gans am Seeufer)

STEP, DA STEP KRUGOM

(Steppe ringsum)

CHOR INA UND ENSEMBLE

NATALIA DURNEV – DIRIGENTIN

METIN BÜKEY

SAMANYOLU

(Milchstraße)

HALIL KARADUMAN

LEYLA

(Leyla)

CHOR UND ENSEMBLE DES

KONSERVATORIUMS FÜR TÜRKISCHE

MUSIK BERLIN

NURI KARADEMIRLI – DIRIGENT

FROHLOCKET, IHR VÖLKER

Lieder aus Korea, Russland,

der Türkei und Deutschland

Arr.: Seongju Oh

RUNDFUNKCHOR BERLIN

SIMON HALSEY – DIRIGENT

PROGRAMMBLOCK 2

Zum 80. Geburtstag von

RODION SHCHEDRIN

DER VERSIEGELTE ENGEL

Drama für fünf Tänzer, Flöte, Solisten

und gemischten Chor a cappella

Barbara Kind – Sopran

Judith Simonis – Alt

Robert Franke – Tenor

Gergely Bodoky – Flöte

Solisten des Knabenchores Gütersloh

Linus Hachenberg – Sopran

Simon Borkowski – Alt

Ernst Leopold Schmid – Einstudierung

Romy Avemarg – Tänzerin

José Martinez Grau – Tänzer

Oliver Preiß – Tänzer

Tim Szczepkowski-Collins – Tänzer

Elvis Val – Tänzer

Lars Scheibner – Choreografie

Rico Heidler – Lichtdesign

Maria Dribinski – Sprachberaterin

RUNDFUNKCHOR BERLIN

STEFAN PARKMAN – DIRIGENT

PAUSE

PROGRAMMBLOCK 3

THIS IS THE DAY

AFROAMERIKANISCHE GOSPELMUSIK

RICKY DILLARD

GOD IS GREAT

BETTY B. GREEN

WE GIVE THANKS

MARCUS D. SMITH

HALLELUJAH IS THE

HIGHEST PRAISE

RAYMOND WISE

I DON’T KNOW WHAT

YOU’VE COME TO DO

Sevenoaks Gospel Choir

RICHARD SMALLWOOD

TRUST ME

WALLACE WILLIS

SWING LOW, SWEET CHARIOT /

RIDE UP IN THE CHARIOT

Arr.: Evelyn Simpson Current und

Betty Jackson King

NaGuanda Nobles – Sopran solo

ARVIS STRICKLING JONES

THIS IS THE DAY

Arr.: Raymond Wise

RICHARD SMALLWOOD

TOTAL PRAISE

Arr.: Patrick Barrett und Doreen Rao

NaGuanda Nobles – Sopran

Raymond Wise – Klavier

Claus-Dieter Bandorf – Keyboard

Andreas Walter – Bass

Jens Dohle – Drums

Philipp Kullen – Percussion

Christina Bischoff, Nicolas Fink –

Stimmgruppenproben

GOSPEL-PROJEKTCHOR DES

RUNDFUNKCHORES BERLIN

ANDRÉ J. THOMAS – DIRIGENT

PAUSE JAMSESSION IM FOYER

MIT NAGUANDA NOBLES,

ANDRÉ J. THOMAS UND RAYMOND WISE

SIMON HALSEY – KÜNSTLERISCHE LEITUNG

ANDREA THILO – MODERATION

FACEBOOK-LOUNGE IM FOYER:

POSTEN SIE IHRE EINDRÜCKE!

3


Kultur

ist

überall. ®

In Berlin auf UKW:

89,6

Konzert-Newsletter

und weitere Informationen:

Hörerservice 0221.345-1831

oder deutschlandradio.de

Einfach gute Musik …

›Konzert‹ im Deutschlandradio Kultur

Das pointierte Angebot für alle, die Abwechslunglieben.AltesundBrandneues:Sinfoniekonzerte,

Klangexperimente, Kammer- und

Klavierkonzerte. Oder: Operetten und Oratorien.Immermittwochs:Rock,Pop,Jazz,Folklive.DerSamstagistOperntag:mitausgewählten

Produktionen von renommierten

und innovativen Bühnen.

26.Juli•22:00

4 Chormusik

›Fest der Kulturen‹

Aufzeichnung vom 30. Juni 2012

mit dem Rundfunkchor Berlin

aus der Philharmonie Berlin

.

Ein Programm

von Deutschlandradio

Die Religionen

müßen alle

tolerieret werden

und muß der Fiscal

nur das Auge

darauf haben, daß

keine der anderen

Abbruch tue, denn

hier muß jeder

nach seiner Façon

selig werden.

Anordnung König

Friedrichs II. von

Preußen, 22.6. 1740

FEST DER

KULTUREN

_

Nach dem erfolgreichen Start im Januar 2011 richtet

der Rundfunkchor Berlin nun zum zweiten Mal das

Fest der Kulturen in der Berliner Philharmonie aus.

Dahinter steht der Wunsch, die unterschiedlichen

Menschen der Stadt in dem zusammenzubringen,

was sie (unter anderem) verbindet: in ihrer Leidenschaft

fürs Singen. Die Erfahrungen des Rundfunkchores

Berlin beim letzten Fest der Kulturen, bei

seinen Mitsingkonzerten und seinen vielen anderen

Angeboten für Amateure jeden Alters zeigen immer

wieder, wie begeisternd es für alle ist, mit den Profis

auf einer Bühne zu stehen, mit den charismatischsten

Chorleitern der Welt zusammenzuarbeiten und

gemeinsam über sich selbst hinauszuwachsen. Das

Erfolgsgeheimnis des Rundfunkchores Berlin heißt

auch hier: Qualität.

Darauf basiert die Programmdramaturgie des Festes

der Kulturen. Im Mittelpunkt steht diesmal aus

Anlass des 80. Geburtstages von Rodion Shchedrin

dessen großes Chorwerk Der versiegelte Engel.

Foto: Matthias Heyde

Der Rundfunkchor Berlin stellt seinen

Gästen mit dieser Produktion nicht nur

seine Klangqualität pur vor, sondern

präsentiert auch Wege einer neuen

Aufführungspraxis jenseits des traditionellen

Konzertrituals, die das Erlebnis

von Chormusik vertiefen. Die seit ihrer

Premiere im Mai 2005 in mehreren

Ländern gezeigte Inszenierung des

Berliner Choreografen Lars Scheibner

wurde mit neuen Tänzern eigens für

die Philharmonie weiterentwickelt.

5


Ganz groß geschrieben wird das Selbst-Gestalten beim

Gospel-Projektchor, der sich im dritten Programmteil präsentiert.

Die afroamerikanische Musik ist das große Erfolgsmodell

nationaler Grenzüberschreitung im 20. Jahrhundert. Die

Tatsache, dass man sie heute überall auf der Welt in vielerlei

Variationen hört, ist der beste Beweis dafür, dass Kulturen

nicht an Herkunft und Geburt gebunden sind, sondern überall

adaptiert werden können. In Berlin gibt es eine große

Gemeinde deutscher Gospelfans. Ihr hat der Rundfunkchor

Berlin zum zweiten Mal Gelegenheit gegeben, mit einem der

führenden und faszinierendsten Gospelexperten der Welt

eine Woche lang ein anspruchsvolles Programm zu erarbeiten.

6

Foto: Matthias Heyde

In den beiden flankierenden

Teilen dieses Programmtriptychons

singt der Rundfunkchor

Berlin gemeinsam mit seinen

Gästen. Simon Halsey und

sein Chor wollen Menschen

dazu verführen, ihre Kultur

nicht nur passiv, sondern auch

aktiv zu genießen. Der erste

Programmteil stellt drei der

vielen Quellländer unserer

ethnisch-kulturellen Patchwork-Gesellschaft

vor, die

eigene Ensembles in Berlin

haben. Auf diese Weise werden

sie über den Kreis ihres

angestammten Publikums

hinaus bekannt – die kulturelle

Vielfalt Berlins beginnt

zu vibrieren. Und die Musikbegeisterten

erleben, wie viel

Spaß es macht, auch einmal in

andere Kulturen hineinzuhorchen.

Alle Chöre singen

einzeln und gemeinsam.

PROGRAMM-

BLOCK 1

_

Grant McLachlans Come, Colours Rise ist

so etwas wie die Hymne einer multikulturellen

Gesellschaft. Der 1956 geborene

Südafrikaner komponierte sie 1995 auf

einen Text von Frank Barry. Den Anstoß

dazu gab die Freude über die offizielle

Beendigung der Apartheid-Politik mit

Einführung einer neuen Verfassung und

den ersten allgemeinen Wahlen im Jahr

1994.„Inspiriert“, schreibt McLachlan,

„wurde Come, Colours Rise durch Erzbischof

Desmond Tutus Charakterisierung

unserer Nation als ‚Regenbogennation‘.

Der Regenbogen und die anderen

Metaphern dieses Liedes beziehen sich

sowohl auf die Naturschönheiten

unseres Landes, die uns mit Stolz und

Liebe erfüllen, als auch auf die Schönheit

der verschiedenen Hautschattierungen

unseres Volkes.“ So wie McLachlan die

Tradition der südafrikanischen Weihnachtslieder,

in der christliche und Zulu-

Traditionen verschmelzen, als Modell

geglückter Kultursynthese aufruft, so

lässt sich der multikulturelle Anspruch

des Liedes über Südafrika hinaus verallgemeinern.

Dies hat Come, Colours Rise

zu einem der meistgesungenen Lieder

der englischsprachigen Welt gemacht.

Korea ist seit 1948 geteilt. Viele Familien

des Landes wurden getrennt. Seit 1971

wird über deren Begegnungsmöglichkeiten

verhandelt. Die beiden Lieder, die die

Koreanische Musikakademie Berlin heute

Abend singt, beziehen ihre Popularität

aus dem unterschwelligen Wunsch nach

Wiedervereinigung. Nyom Chos Halmflöte,

ein Kunstlied, handelt von der

Sehnsucht nach der Heimat. Das Lied

vom Shingo-Berg ist ein melancholisches

Liebeslied aus der nordkoreanischen

Provinz Hamgyong:„Wann werde ich

meine Liebste wie die Früchte [auf dem

Gipfel des Shingo-Bergs] umschlingen

können?“

Die Gans am Seeufer und Steppe ringsum sind zwei russische

Volkslieder, eines städtischer, eines ländlicher Herkunft. Die

flotte Gans am Seeufer ist ein spielerisches Tanz- und Werbelied:

Ein junger Kosak erklärt einem Dorfmädchen durch die

Blume (um die soziale Kontrolle zu unterlaufen) seine Liebe.

Steppe ringsum stammt von dem Bauerndichter Ivan Surikov

(1841 –1880). Die schwermütige Ballade erzählt vom Tod eines

Kutschers, der im Schnee den Weg verliert.Während er erfriert,

verteilt er in Gedanken seinen Nachlass an Frau und Familie.

Dank vieler Coverversionen in Deutschland (u. a. von Peter

Alexander: Oh Lady Mary), Frankreich und Italien stürmte

Metin Bükeys Liebeslied Samanyolu (1967) auch außerhalb der

Türkei die Pop-Charts. Im Land selbst war es so populär, dass

Orhan Aksoy einen Spielfilm drehte, in dessen Mittelpunkt

das Lied steht. Halil Karadumans Leyla entstand in den 1980er-

Jahren und greift einen der zentralen Epenstoffe aller islamischen

Literaturen auf: die Romeo-und-Julia-Geschichte von

Leyla und Mecnun (7. Jh.). Die klassische türkische Fassung

schuf der „türkische Homer“ Fuzuli (1480 –1556). Beide Lieder

werden einstimmig vorgetragen, wie in der klassischen und

Volksmusik der Türkei üblich. Mehrstimmigkeit wurde erst

unter Atatürk importiert.

Foto: Matthias Heyde

Das Finale erweist allen beteiligten

Nationen und Chören

Reverenz. Seongju Oh,Tenor

des Rundfunkchores Berlin

und Gründungsleiter der

Koreanischen Musikakademie

Berlin, hat dazu deren bekannteste

Lieder zu einem Potpourri

arrangiert. Es handelt sich um

Felix Mendelssohn Bartholdys

Frohlocket, ihr Völker auf Erden

(aus Sechs Sprüche, beim Gottesdienst

zu singen op. 79, 1848),

das nordtürkische Volkslied

Zu hohen, hohen Bergen aus

Amasya, das russische Lied

Abendglocken und das 600jährige

Volkslied Arirang, das

den mythischen Diamantenberg,

der genau auf der Grenze

zwischen Nord- und Südkorea

liegt, besingt.

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8

Foto: Matthias Heyde

PROGRAMM-

BLOCK 2

_

Rodion Shchedrins Russische Liturgie

Der versiegelte Engel für gemischten Chor

a cappella, Soli und Flöte entstand 1988

anlässlich der Tausendjahrfeier der Christianisierung

Russlands. Der Moskauer

Komponist stammt aus einer gläubigen

Familie. Als Schüler der Moskauer Chorschule

lernte er die russischen Liturgien

und Vespern des 18. und 19. Jahrhunderts

in atheistisch umgedichteten Neufassungen

kennen. International berühmt

wurde er durch seine Ballettmusiken

für seine Gattin, die Primaballerina Maja

Plissezkaja (Carmen-Suite, 1967; Anna

Karenina, 1971; Die Möwe, 1979; Die Dame

mit dem Hündchen, 1985).

Es war lange Shchedrins Wunsch, eine

orthodoxe Liturgie in der Tradition der

großen Vorbilder Tschaikowsky und

Rachmaninow zu schreiben. Im Zuge der

Perestroika schien die Zeit reif. Das Verbot

eines anderen geistlichen Werkes belehrte

ihn jedoch eines Besseren. So griff er zu

einer List und gab dem Stück einen Titel,

der nichts mit ihm zu tun hat, die Funktionäre

aber in die Irre führte: Der versiegelte

Engel nach der berühmten Erzählung

des russischen Klassikers Nikolai Leskow.

Mit diesem Titel konnte die Liturgie

am 18. Juni 1988 durch den Moskauer

Kammerchor und den Staatlichen

Akademischen Chor der UdSSR unter

Wladimir Minin uraufgeführt werden.

Das Werk besteht aus neun Sätzen, von

denen die ersten drei attacca ineinander

übergehen, also eine Einheit bilden. Dieser

Einleitungskomplex erinnert an die

dreiteilige Eröffnungsformel der katholischen

Messe: Kyrie eleison – Christe

eleison – Kyrie eleison. Er ist ein Symbol

für die Dreieinigkeit Gottes, einen der

zentralen Glaubensinhalte der orthodoxen

Kirche. Die letzten drei Sätze (VII – IX)

gehen wieder pausenlos ineinander über

und drehen den Anfangskomplex einfach

um: Sie führen in exakter Spiegelbewegung

rückwärts zum Anfang zurück. Satz

IX ist eine komprimierte Wiederholung

von Satz I.

So ergibt sich eine Makrostruktur von drei mal drei Sätzen, die

in der Mitte (V) um ein Flötensolo herum gruppiert sind. Die

Flöte ist eine Zutat Shchedrins – die orthodoxe Liturgie verbietet

jede Einbeziehung von Musikinstrumenten. Nur die von

Gott selbst geschaffene menschliche Stimme darf Gott loben.

Shchedrin erinnert die Flöte aber an die Hirtenflöten der

Nomadenvölker. Auf den ersten Dreierkomplex, der der

Anrufung Gottes gewidmet ist (I – III), folgt ein textreicher

zweiter mit der Evokation von Sündenfall (IV) und Reue (VI).

Der dritte führt über Sühne (VII) und Gebet (VIII) zurück zur

Anrufung Gottes (IX) und damit zur Gnade. Lars Scheibners

Drama für eine Frau, vier Männer und Chor folgt diesem Weg

von der Gnade zur Gnade intuitiv aus der Musik heraus und

dichtet sie nach. Es geht um die Individuation des Einzelmenschen,

der sich aus der Gemeinschaft der Schöpfung löst,

seinen Weg durch Schuld und Reue geht und am Ende wieder

Ruhe in der Gemeinschaft findet. Der Chor ist das, woher er

kommt, was ihn umgibt und wohin er geht. Durch die choreografische

Visualisierung bekommt die Musik eine Konkretheit,

die ihre Formen für den Hörer fasslicher macht.

Foto: Matthias Heyde

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Foto: Matthias Heyde

PROGRAMM-

BLOCK 3

_

Idee des dritten Programmblocks ist es,

Berliner Gospelfans in einem Projektchor

zusammenzubringen und ihnen die

Chance zu bieten, mit einem der größten

Kenner des Gospelrepertoires zu

arbeiten. Keiner könnte diese Musik

authentischer und mitreißender vermitteln

als André J. Thomas, der an

der University of Florida in Tallahassee

alle Choraktivitäten organisiert und als

gefragter Spezialist weltweit Gospelworkshops

gibt. Am heutigen Abend erklingt

das Ergebnis, das die TeilnehmerInnen

des Gospelworkshops seit vergangenem

Montag in fünf dreistündigen Abendproben

und einer Generalprobe mit

André J. Thomas erarbeitet haben. Auf

dem Programm stehen ausschließlich

zeitgenössische Gospels lebender Komponisten.

Im Grunde sind Gospels ihrem

Wesen nach immer „zeitgenössisch“,

denn sie werden nicht schriftlich,

sondern in der lebendigen Praxis weitergegeben.

Das zieht permanente

Anpassungen, Abänderungen und

Improvisationen nach sich.

Zu ihren formbildenden Einflüssen seit

Ende des 18. Jahrhunderts gehören die

Kultur der aus Afrika verschleppten

Sklaven auf den nordamerikanischen

Plantagen (Rhythmen), die englischen

Gesangsbücher (Texte) und die religiöse

Ekstase der christlichen Erweckungsbewegungen

(Spontaneität, Bewegung).

Im Rahmen des Überlieferungsprozesses

haben sich bestimmte Formteile und

Improvisationsmodelle verfestigt. Zu

ihnen gehören „Erregungstechniken“ wie

expressives shouting (Rufen), exaltiertes

sermonizing (Predigen), holy dancing

(Bewegung) und Zungenrede, die dazu

dienten, die Gemeinde mitzureißen und

in innere Ergriffenheit zu versetzen.

Weiter reichen die verschiedenen Formen des Wechselgesangs

zurück, die für Gospels und Spirituals typisch sind. Hier sind

einem Vorsänger und der Gemeinde jeweils bestimmte

Gesangsteile zugeordnet. Beim deaconing singt der Vorsänger

die Liedverse vor. Nach jedem Vers gestaltet der Chor einen

mehr oder weniger spontan und aufwendig ausgezierten

Refrain, eine Mottozeile (tagline) oder einen Lobpreis

(Hallelujah). Beim antiphonalen Wechselgesang teilen sich

Vorsänger und Chor den Vortrag. Der Vorsänger beginnt einen

Vers, der Chor führt ihn in reich ausgezierter Form zu Ende.

Erzeugt wird dadurch Gemeinschaftsgefühl und eine starke

dramatische Spannung. In späteren Formen, als Melodie und

Texte schon bekannt waren, kann der Refrain auch an den

Beginn des Liedes rücken.

Inhaltlich nehmen in der afroamerikanischen Aneignung

christlicher Heilserwartungen aus naheliegenden Gründen

biblische Befreiungsgeschichten einen breiten Raum ein.

Sprachlich sind die Texte durch Weglassen von Endlauten

sowie End- und Anfangssilben (droppings) und rhythmisch

durch das Durchbrechen der Standardbetonung (Synkopen,

Offbeats, gegenmetrisches Händeklatschen usw.) charakterisiert.

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BIOGRAFIEN


Der SEVENOAKS GOSPEL CHOIR wurde 2009 von der Sängerin,

Komponistin und Pädagogin Emma Pears gegründet und wuchs

innerhalb seines ersten Jahres von 20 auf 100 Mitglieder an. Er ist eines

von sieben Vokalensembles der Sevenoaks School in der Grafschaft

Kent in Großbritannien. An der renommierten Privatschule in Sevenoaks,

deren Wurzeln ins 15. Jahrhundert zurückreichen, wird Musik großgeschrieben.

Neben den Chören für alle Altersstufen, Stilrichtungen und

Niveaus unterhält das Internat mehrere Schul- und Kammerorchester

sowie Jazzbands. Die 1 000 Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und

19 Jahren können zwischen Lower School Choir, Choral Society, je einem

Kammerchor für Anfänger und Fortgeschrittene, Gospel Choir, Barbershop

Group und Pop-Ensembles wählen. Die Gründerin des Gospel Choir,

EMMA PEARS, erzielte als Songwriterin und Sängerin mit ihrer CD

Glimmer 2008 einen echten Erfolg auf dem Plattenmarkt.

CHOR UND ENSEMBLE DES KONSERVATORIUMS

FÜR TÜRKISCHE MUSIK BERLIN

Das Konservatorium für türkische Musik wurde

1998 von Halime und Nuri Karademirli in Kreuzberg

gegründet. Es bietet professionelle Voll- und

Teilzeitstudiengänge sowie Kurse für Amateure

und Musikalische Früherziehung in Klassischer und

Volksmusik,Tanz,Theater und Instrumentenbau an.

Zum Konservatorium gehören mehrere Ensembles,

von denen der Chor für klassische türkische Musik

das älteste ist. Er probt zweimal pro Woche und gibt

drei große sowie mehrere kleine Konzerte im Jahr.

Neben den Studierenden des Konservatoriums,

also angehenden Profis, gehören dem Chor Gäste

beliebiger Nationalität ab dem 17. Lebensjahr an.

Mehrere Schüler des Konservatoriums haben nach

ihrer Ausbildung internationale Preise gewonnen

und Solokarrieren aufgenommen.

NURI KARADEMIRLI, 1950 in Izmir geboren, ist

Komponist, Chorleiter und Dirigent. Er erhielt

Geigen- und Tanburunterricht und wurde mit 13

Jahren Mitglied des Rundfunkorchesters Izmir. Mit

19 kam er nach Berlin, wo er das Konservatorium für

türkische Musik gründete. Seit 2000 unterrichtet er

auch an der Universität der Künste, seit 2002 leitet

er die Gesellschaft für türkische Musik Berlin e.V.

Der Landesmusikrat Berlin ernannte ihn 2006 zum

Bezirksbeauftragten für Musik.

Foto: Matthias Heyde

Der CHOR INA (Integration von Aussiedlern) wurde 1994

vom Verband Jahresringe e.V. in Berlin gegründet, in dem

sich deutschstämmige Aussiedler aus Russland organisieren

und kulturell betätigen. Der Chor zählt über 40 SängerInnen

sowie erstklassige SolistInnen und wird von einer typisch

russischen Instrumentalgruppe aus Domra, Balalaika und

Bajan begleitet. Seine Mitglieder haben ihre angeborene

Musikalität und ihr Können aus ihrer alten Heimat mitgebracht

und begeistern damit mehrmals im Jahr nicht nur

das Berliner Publikum, sondern auf Tourneen auch dasjenige

vieler weiterer deutscher Städte. Das breit gefächerte

Repertoire des Chores INA umfasst russische, ukrainische

und deutsche Volks- und Kunstlieder, die temperamentvollen

Gesänge der Kuban-Kosaken sowie orthodoxe Choräle.

NATALIA DURNEV wurde 1963 in Kasachstan geboren.

Nach ihrem Studium am Staatlichen Konservatorium Saratow

arbeitete sie als Chorleiterin mit Kinder- und Jugendchören

sowie als Dozentin an der Musikhochschule Karaganda

(Kasachstan). 1999 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach

Berlin, wo sie als freischaffende Musikerin lebt und seit

zehn Jahren den Chor INA leitet.

Die KOREANISCHE MUSIKAKADEMIE

BERLIN wurde von Seongju Oh (Rundfunkchor

Berlin) ins Leben gerufen. Seine

derzeit 24 Mitglieder stammen aus Korea

und studieren an Berliner Hochschulen

oder sind überwiegend in medizinischen

Berufen in der Hauptstadt tätig. Der Chor

kommt einmal pro Woche zu Proben

zusammen und gibt in verschiedenen

Berliner Kirchen, aber auch in der Philharmonie

mehrere Konzerte pro Jahr. Zu

seinem Repertoire gehören koreanische

Volks- und Kunstlieder sowie Werke der

europäischen Klassik und Romantik.

SEONGJU OH wurde in Südkorea

geboren. Mit 16 Jahren gewann er einen

Gesangswettbewerb, mit 17 leitete er

seinen ersten eigenen Chor, für den er

auch komponierte. 1990 führte ihn sein

Studium nach Deutschland (Gesang,

Chordirigieren,Tonsatz). Seit 1998 ist

der Tenor fest beim Rundfunkchor Berlin

engagiert. Hier übernimmt er immer

wieder auch solistische Aufgaben. Im

Jahr 2000 gründete er den Kirchenchor

der Lindenkirche Wilmersdorf, mit dem

er eigene Werke aufführte (darunter

abendfüllende Kantaten), 2007 den

Koreanischen Konzertchor Berlin sowie

die 2012 Koreanische Musikakademie

Berlin.

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Foto: Sacha Eilert

BARBARA KIND absolvierte

ihr Gesangsstudium in Berlin

bei Julie Kaufmann und

schloss ihr Konzertdiplom

mit Auszeichnung ab.

Meisterkurse bei René Jacobs,

Krisztina Laki und Axel Bauni

ergänzten ihre Ausbildung.

Seit 2008 ist sie festes Mitglied

im Rundfunkchor Berlin.

JUDITH SIMONIS studierte

Gesang in Trossingen und ließ

sich in Berlin bei Anneliese

Fried ausbilden. 2004 war sie

Preisträgerin des Internationalen

Gesangswettbewerbs

der Kammeroper Schloss

Rheinsberg, im selben Jahr

wurde sie Mitglied des Rundfunkchores

Berlin.

ROBERT FRANKE, gebürtig

aus Cottbus, kam zum Gesang,

nachdem er bereits eine Ausbildung

zum Posaunisten

erfolgreich abgeschlossen

hatte. Sein Gesangsstudium

absolvierte er bei Elisabeth

Werres in Berlin, seit 2008 ist

er festes Ensemblemitglied

im Rundfunkchor Berlin.

GERGELY BODOKY wurde

1973 in Budapest geboren. Er

studierte bei Paul Meisen und

András Adorján in München,

belegte Meisterkurse bei

Aurèle Nicolet und absolvierte

von 2000 bis 2002 ein Zusatzstudium

(Traversflöte / Historische

Aufführungspraxis) bei

Benedek Csalog in Leipzig und

bei Christoph Huntgeburth in

Berlin. Bodoky ist Preisträger

u. a. des ARD-Musikwettbewerbs

und wechselte nach

einem Jahr als Soloflötist der

Ungarischen Nationalphilharmonie

1998 in gleicher

Position zum Deutschen

Symphonie-Orchester Berlin.

Er gehört seit 2005 zum

Ensemble von Der versiegelte

Engel und ist Gründungsmitglied

des Sheridan Ensembles.

ROMY AVEMARG wurde in Schmalkalden geboren

und erhielt ihre Ausbildung an der Palucca Schule

Dresden. Erste Engagements führten sie an die

Landesbühnen Sachsen und das Theater Plauen-

Zwickau. Von 2003 bis 2010 gehörte sie dem Ballett

Kiel an, wo sie auch erste choreografische Erfahrungen

sammelte. Seit 2010/11 ist sie Mitglied des

Leipziger Balletts.

JOSÉ MARTINEZ GRAU wurde in Valencia geboren.

Nach seiner Tanzausbildung bei María de Ávila in

Saragossa studierte er in Deutschland klassischen

Gesang. Erste Engagements führten den Tänzer

nach Duisburg, Schwerin und Dortmund. 2005 holte

Mario Schröder ihn als Solotänzer ans Kieler Ballett,

wo er auch in Musicals auftrat und erste eigene

Choreografien schuf. 2009 wechselte er zu Sergei

Vanaev ans Stadttheater Bremerhaven.

OLIVER PREISS wurde 1976 in Erlabrunn/Erzgebirge geboren. Nach

seiner Ausbildung an der Palucca Schule Dresden und am Konservatorium

der Stadt Wien wurde er Mitglied der Tanz-Compagnie Sphinx. Über das

Vogtlandtheater Plauen kam er 1998 zum Würzburger Ballett. Von dort

nahm ihn Mario Schröder 2001 mit nach Kiel und übertrug ihm zahlreiche

Solorollen. Seit 2010 ist Preiß Solotänzer beim Leipziger Ballett.

TIM SZCZEPKOWSKI-COLLINS wurde in Sydney geboren. Der junge

Australier absolvierte seine Ausbildung zunächst am Victorian College of

the Arts sowie anschließend an der Australian Ballet School. Seit Beginn

der Spielzeit 2011/12 ist er als Eleve am Ballett Dortmund engagiert.

Der Spanier ELVIS VAL besuchte die Ballettschule von Ion Beitia in

Bilbao sowie die John-Cranko-Schule in Stuttgart. 1999–2001 tanzte er

beim Víctor-Ullate-Ballett in Spanien, 2001 bis 2007 am Staatstheater

Wiesbaden. Seit 2007 ist er Mitglied im Ballett der Staatsoper Hannover,

wo er u.a. bereits als Pulcinella, als Prinz in Cinderella und als Neffe in

Nussknacker und Mausekönig zu sehen war.

LARS SCHEIBNER, 1976 in Leningrad

geboren, wurde nach einer Karriere als

Eiskunstläufer an der Staatlichen Ballettschule

Berlin ausgebildet. Er tanzte in

Gera, Berlin und Kiel und begann parallel

zu seiner Solistenkarriere zu choreografieren.

Seit 2002 ist er eigenständig als

Choreograf tätig (Kiel, Schwerin, Zittau,

Görlitz, Berlin,Trier, Rio de Janeiro). Für

den Rundfunkchor Berlin inszenierte er

Shchedrins Der versiegelte Engel (2005),

McMillans Johannes-Passion (2009) und

Holsts Savitri (2010).

RICO HEIDLER kam über sein Philosophie-Studium

zur Bildenden Kunst.

Erste Erfahrungen sammelte er mit

freien Gruppen bei künstlerischen

Projekten zur Erhaltung des traditionellen

Wissens indigener Völker in

Großbritannien und Lateinamerika.

Anschließend entwarf und realisierte

der Potsdamer Licht- und Multimedia-

Konzepte für Galerien, Installationen

und Bildende Künstler. Heute realisiert

Heidlers Firma Trollwerk Production

Veranstaltungen mit multimedialer

Gewichtung, u. a. Projekte der Reihe

„Broadening the Scope of Choral Music“

des Rundfunkchores Berlin.

Der KNABENCHOR GÜTERSLOH wurde

2007 durch Landesmusikdirektor Ernst

Leopold Schmid und Kirchenmusikdirektor

Sigmund Bothmann gegründet. Seine

65 Mitglieder im Alter zwischen 6 und 13

Jahren nehmen an Ensembleproben,

Probenwochenenden und Chorfahrten

teil und erhalten individuellen Gesangsunterricht.

Neben Auftritten im In- und

Ausland, in Funk und Fernsehen stellt

der Knabenchor Gütersloh regelmäßig

Knabensolisten für Konzert- und Opernprojekte.

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RUNDFUNKCHOR

BERLIN


Mit rund 50 Konzerten jährlich, CD-Einspielungen und

Gastauftritten bei allen großen Festivals zählt der

Rundfunkchor Berlin zu den profiliertesten Chören der

Welt. Ein Großteil seiner Arbeit ist der Chorsinfonik

gewidmet. Sein breit gefächertes Repertoire, ein flexibles,

reich nuanciertes Klangbild, makellose Präzision

und packende Ansprache machen ihn zum gefragten

Partner der bedeutendsten Dirigenten und Orchester.

Der Rundfunkchor Berlin ist ständiger Partner der

Berliner Philharmoniker, des Deutschen Symphonie-

Orchesters Berlin und des Rundfunk-Sinfonieorchesters

Berlin. Für seine Aufnahmen erhielt der Rundfunkchor

Berlin zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter

allein in den letzten fünf Jahren drei Grammy

Awards und zwei ECHO-Klassik-Preise.

Internationale Aufmerksamkeit erregen auch die

Projekte, die darauf abzielen, immer mehr Menschen

für Chormusik zu begeistern und aktiv in seine Arbeit

einzubeziehen, zusammengefasst in der Initiative

„Broadening the Scope of Choral Music“. In innovativen

Konzertformaten wird durch die Verbindung mit

anderen Künsten und durch die Wahl ungewöhnlicher

Aufführungsorte (wie etwa des Berliner Techno-Clubs

Berghain) ein neues Publikum für Chormusik gewonnen.

Das Fest der Kulturen ist die neueste Errungenschaft in

der Reihe der integrativen Formate – nach dem Erfolg

im Januar 2011 findet der Dialog der Chormusikkulturen

jetzt zum zweiten Mal statt. Weitere Initiativen sind

das jährliche Mitsingkonzert mit rund 1300 Sängern,

der LeaderChor Berlin für Führungskräfte und die

Liederbörse für Schulchöre, schließlich das langfristig

angelegte Projekt SING! für das Singen an Berliner

Grundschulen.

1925 in Berlin gegründet und von Dirigenten wie Helmut

Koch, Dietrich Knothe und Robin Gritton geprägt, wird

der Rundfunkchor Berlin seit 2001 von Simon Halsey

geleitet. Der Rundfunkchor Berlin ist ein Ensemble der

Rundfunk Orchester und Chöre GmbH.

RUNDFUNKCHOR BERLIN ABENDBESETZUNG SOPRAN Nora von Billerbeck · Christina Bischoff · Anne Bretschneider · Judith

Engel · Katrin Fischer · Catherine Hense · Friederike Holzhausen · Barbara Kind · Hye-Eun Lee · Petra Leipert · Gesine Nowakowski ·

Heike Peetz · Sabine Puhlmann · Uta Schwarze · Anett Taube · Beate Thiemann · Ricarda Vollprecht · Isabelle Voßkühler · Gabriele

Willert ALT Roksolana Chraniuk · Uta Damm-Kühner · Monika Degenhardt · Sabine Eyer · Annerose Hummel · Ute Kehrer · Ingrid

Lizzio · Judith Löser · Kristiina Mäkimattila · Bettina Pieck · Christina Seifert · Judith Simonis · Tatjana Sotin · Doris Zucker TENOR

Peter Ewald · Robert Franke · Mathis Gronemeyer · Jens Horenburg · Thomas Kober · Christoph Leonhardt · Holger Marks · Seongju

Oh · Jan Remmers · Norbert Sänger · Sebastian Schade · Johannes Spranger · Georg Taube · Johannes Voigt BASS Sören von

Billerbeck · Wolfgang Dersch · Joachim Fiedler · Oliver Gawlik · Sascha Glintenkamp · Young Wook Kim · Thomas Pfützner · Axel

Scheidig · Jörg Schneider · Rainer Schnös · Wilfried Staufenbiel · David Stingl · Wolfram Teßmer · Michael Timm · René Voßkühler ·

Georg Witt

Foto: Matthias Heyde

STEFAN PARKMAN, 1952 in Uppsala geboren, lehrt als Eric-Ericson-

Professor Chorleitung an der Universität seiner Heimatstadt. Nach

Studien in Uppsala und Stockholm leitete er den Knabenchor am

Dom von Uppsala, den Königlich-Philharmonischen Chor Stockholm,

den Dänischen Rundfunkchor, den Akademischen Kammerchor

Uppsala und den Schwedischen Rundfunkchor. Darüber

hinaus dirigiert Parkman alle wichtigen Ensembles und Sinfonieorchester

Skandinaviens und leitete Produktionen an der Königlichen

Oper Stockholm. Außerhalb Skandinaviens arbeitet er mit

dem Nederlands Kamerkoor, den BBC Singers, dem Chor des Bayerischen

Rundfunks und seit 1993 intensiv mit dem Rundfunkchor

Berlin zusammen. Parkman gibt Meisterklassen, Workshops und

Seminare in Schweden und Übersee. 1997 schlug ihn Königin

Margarethe II. von Dänemark zum Ritter des Dannebrog-Ordens.

Die Königlich Schwedische Musikakademie wählte ihn 1998 zu

ihrem Mitglied. Mit dem Rundfunkchor Berlin spielte Parkman

Shchedrins Der versiegelte Engel (COV 60504) und Peppings Passionsbericht

des Matthäus (COV 40801) auf CD ein.

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NAGUANDA NOBLES

wurde in Tallahassee,

Florida, geboren und studierte

an der Staatsuniversität

ihrer Heimatstadt

Gesang. 2002/03 gehörte

sie dem Young Artist’s

Program der Austin Lyric

Opera an, wo sie unter anderem

die Liù in Puccinis

Turandot sang. 2002 und

2011 war sie unter André J.

Thomas beim Rundfunkchor

Berlin zu hören.

Weitere Engagements

führten sie zum Lincoln

Center Jazz Orchestra

unter Kurt Masur sowie

an die Opernhäuser von

Pittsburgh, Pensacola,

Fremont, Dayton, Sacramento,

Stockton und

Atlanta.

ANDRÉ J. THOMAS studierte in

Wichita Musikerziehung, in Chicago

Klavier und promovierte an der University

of Illinois im Fach Chordirigieren.

Unmittelbar anschließend berief

ihn die University of Texas, Austin, in

ihren Lehrkörper. Von dort wechselte

er an die Florida State University,

Tallahassee, wo er das gesamte

Chorwesen leitet. Seine überragende

pädagogische Begabung trug ihm

zahllose Auszeichnungen und Preise

ein. Außerdem übernimmt er als

gefragter Spezialist für Gospels und

Spirituals Lehraufträge,Workshops

und Dirigierverpflichtungen auf der

ganzen Welt. 2007 erschien sein

Standardwerk Way Over in Beulah

Lan' – Understanding and Performing

the Negro Spiritual. Beim Rundfunkchor

Berlin ist er seit 2002 zu Gast.

Foto: Matthias Heyde

RAYMOND WISE, aus

Baltimore gebürtig, studierte

Musik, Musikwissenschaft,

Gesang, Schauspiel,Tanz,

Chorleitung, Germanistik,

Afroamerikanistik, Kunst-

und Operngeschichte sowie

Musikmanagement. An der

Ohio State University promovierte

er in Musikpädagogik.

Als Dirigent, Komponist, Choreograf,

Sänger,Tänzer, Pianist,

Autor, Lehrer und Vortragsredner

bereiste er die USA,

Asien und Europa. 1989

gründete er das Center for

the Gospel Arts in Columbus,

Ohio, das sich allen Aspekten

der afroamerikanischen Kunst

und Kultur verschrieben hat

und das deren Kenntnis und

Erforschung zu verbreiten

und zu vertiefen sucht.

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Der GOSPEL-PROJEKTCHOR wurde vom Rundfunkchor Berlin für diesen Abend

zusammengestellt. Er umfasst 400 Sänger und Sängerinnen: Neulinge, Fans mit

Gospel-Erfahrung, Menschen, die als Lehrer, Chorleiter, Instrumentalisten professionell

mit Musik zu tun haben. Sie kommen aus Berlin und Umgebung, zu einem kleinen Teil

auch aus England, Österreich und den Niederlanden. Seit vergangenem Montag haben

sie sich allabendlich unter André J. Thomas und Raymond Wise auf dieses Konzert

vorbereitet.

SIMON HALSEY

Begeisterungsfähigkeit,Witz, Perfektionismus und Leidenschaft

machen Simon Halsey zum weltweit gefragten Chordirigenten.

Seit 2001 leitet der 1958 geborene Londoner den Rundfunkchor

Berlin. 1983 folgte er Simon Rattles Einladung zum City of

Birmingham Symphony Chorus, wo er drei weitere Chöre

gründete, für die er bis heute verantwortlich ist. Daneben

leitete Halsey das Salisbury Festival, den Chor der Vlaamse

Opera, den Rundfunkchor Hilversum und den Northern

Sinfonia Chorus. Seit Mai dieses Jahres ist er künstlerischer

Leiter des neu zu planenden Jugendchor-Programms der

Berliner Philharmoniker. Im August übernimmt er die Position

des Chordirektors beim London Symphony Orchestra und

Chorus. Halsey ist zudem ein gefragter Pädagoge: Im Herbst

2012 tauscht er seinen Lehrstuhl in Cardiff gegen eine Professur

an der Universität von Birmingham. 2011 veröffentlichte er

sein Chorleitungslehrbuch Schott Master Class Chorleitung.

Vom Konzept zum Konzert. Für seine herausragenden Verdienste

um die Chormusik wurde er 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz

ausgezeichnet.

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ANDREA THILO, 1966 in

Frankfurt a. M. geboren, studierte

in Berlin GesellschaftsundWirtschaftskommunikation

und sammelte beim

SFB und NDR erste Funk- und

Fernseherfahrungen. Ab 1995

leitete sie gemeinsam mit

Matthias Frings die Kultsendung

Liebe Sünde und arbeitete

gleichzeitig als Reporterin

für den britischen Sender BBC

One. 1999 gründete sie mit

Thomas Grube und Uwe Dierks

die Produktionsfirma Boomtown

Media, die Filmerfolge

wie Rhythm is it,Trip to Asia

und auch The Veil of the

Temple mit dem Rundfunkchor

Berlin produzierte.

Foto: Matthias Heyde

SA 15. SEPTEMBER 2012

KREUZBERG

TRIFFT AMERIKA

_

Mit seinem neuen BROADENING THE

SCOPE OF CHORAL MUSIC-Projekt

kreiert der Rundfunkchor Berlin ein

neues Genre: Kreuzberg trifft Amerika

ist eine Mischung aus urbaner Entdeckungsreise

und Konzert. Im legendären

Berliner Szenebezirk stehen alle

Zeichen auf Anfang. Nachdem nach

1990 viele Quartiere im ehemaligen

Osten der Stadt saniert und erschlossen

wurden, geraten Verfall und Brachen im

Westteil nun ebenfalls in den Blick.

TEMPODROM BERLIN,

KLEINE ARENA, 16 UHR

WERKE FÜR GEMISCHTEN

CHOR A CAPPELLA VON

CARTER, COPLAND, KERNIS,

THOMPSON UND STUCKY

RUNDFUNKCHOR BERLIN

SIMON CARRINGTON –

DIRIGENT

Der Rundfunkchor Berlin schließt diese urbanistische Versuchsstation

mit der Entdeckung Amerikas in seiner Musik kurz.

Drei prominente Dirigenten – Simon Carrington, Paul Hillier,

Simon Halsey –, allesamt Spezialisten ihres Repertoires, stellen

an drei architektonisch ungewöhnlichen Orten einige der besten

Werke der nordamerikanischen Chormusik bis in die Gegenwart

vor. Mit dem Kühlhaus, einer Zukunftstechnologie von 1899

zur Lagerung verderblicher Waren in der Nähe des Anhalter

Güterbahnhofs, ist der Rundfunkchor Berlin wieder dabei,

neue Veranstaltungsorte mit seiner Kraft zu prägen. Und mit

dem charismatischen Cameron Carpenter ist ein Star zu hören,

der sich anschickt, die Orgelszene zu revolutionieren, indem er

seriöse Musik mit dem Glamour der Popkultur auflädt.

KÜHLHAUS BERLIN,

18 UHR

DAVID LANG

THE LITTLE MATCH GIRL

PASSION

nach Hans Christian Andersen

für Chor a cappella, Soli und

Perkussion

RUNDFUNKCHOR BERLIN

PAUL HILLIER – DIRIGENT

HEILIG-KREUZ-KIRCHE,

20 UHR

WERKE VON BERNSTEIN

UND IVES

Cameron Carpenter – Orgel

Elsie Bedleem – Harfe

Hermann Naehring – Schlagzeug

RUNDFUNKCHOR BERLIN

SIMON HALSEY – DIRIGENT

TICKETS: (030) 20 29 87 22, tickets@rundfunkchor-berlin.de

EINZELKONZERT € 20,– / 3 KONZERTE € 45,–

WWW.RUNDFUNKCHOR-BERLIN.DE

Fotos: Frank Herrmann, Kühlhaus, Stefan Erhard


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