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Der Harz_06_24_I

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Schutzgebühr 2,00 € | Ausgabe <strong>06</strong>_20<strong>24</strong><br />

Erhaltungszuchtprogramm<br />

für Luchse<br />

Seite 13<br />

Klöster laden zum<br />

16. <strong>Harz</strong>er Klostersommer<br />

Seite 15<br />

Geführte Wanderungen<br />

im Juni und Juli<br />

Seiten 20 und 21<br />

www.harzklub.de


Erstes<br />

Köhlereimuseum<br />

Deutschlands!<br />

GUT BRAND!<br />

Köhlerei Köhlerei live erleben<br />

Köhlerei-Museum Tradition & Entwicklungsgeschichte<br />

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10:15 Uhr; 11:30 Uhr; 12:45 Uhr;<br />

14:00 Uhr; 15:15 Uhr<br />

Ruhetag: Montag<br />

1. November – 20. Dezember<br />

Sonntags 10:15 Uhr; 11:30 Uhr<br />

27. Dezember – 31. März<br />

10:15 Uhr; 11:30 Uhr; 12:45 Uhr<br />

Ruhetage: Montag und Freitag


EDITORIAL<br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub e.V.<br />

Heimat-, Wander- und<br />

Naturschutzbund<br />

Am Alten Bahnhof 5a<br />

38678 Clausthal-Zellerfeld<br />

Telefon 05323 81758<br />

info@harzklub.de<br />

www.harzklub.de<br />

Redaktion:<br />

Christoph Steingaß (CS)<br />

Redaktionskollegium:<br />

David Rügner (Hauptpressewart),<br />

Christine Eggers (stellv. Hauptpressewartin),<br />

Michael Rudolph<br />

(stellv. Hauptpressewart), Marion<br />

Schmidt (Hauptschriftwartin), Klaus<br />

Dumeier (stellv. Präsident).<br />

Beiträge, die nicht ausdrücklich<br />

als Stellungnahme der genannten<br />

Institutionen gekennzeichnet sind,<br />

stellen die persönliche Meinung<br />

des Verfassers dar. Für unverlangt<br />

eingesandte Manuskripte und Fotos<br />

übernimmt der Verlag keine Gewähr.<br />

<strong>Der</strong> auszugsweise oder vollständige<br />

Abdruck von Beiträgen ist nur<br />

mit Genehmigung des Verlages<br />

gestattet.<br />

Redaktions- und Anzeigenschluss:<br />

Jeweils zum 15. des Vormonats.<br />

Verlag und Druck:<br />

(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)<br />

<strong>Harz</strong>druckerei GmbH<br />

Max-Planck-Straße 12/14<br />

38855 Wernigerode<br />

Telefon: 03943 54<strong>24</strong>-0<br />

Telefax: 03943 54<strong>24</strong>-99<br />

info@harzdruckerei.de<br />

www.harzdruckerei.de<br />

Layout:<br />

E. Köhler, Telefon: 03943 54<strong>24</strong>-46<br />

e.koehler@harzdruckerei.de<br />

Anzeigenverkauf:<br />

W. Schilling, Telefon: 03943 54<strong>24</strong>-26<br />

R. Harms, Telefon: 03943 54<strong>24</strong>-27<br />

Abo-Hotline:<br />

Telefon: 03943 54<strong>24</strong>-0<br />

DER HARZ erscheint Anfang des<br />

Monats. Jahresabonnementpreis:<br />

31,57 € inkl. Versandkosten und<br />

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30. September des laufenden Jahres<br />

für das Folgejahr.<br />

Titelseite:<br />

Blaue Lupine<br />

Foto: CS<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub ist beinahe im gesamten Mittelgebirge und<br />

sogar drumherum tätig. Aber weiß das Jeder und Jede? Ist<br />

das allen bewusst?<br />

Eher nein!<br />

Denn so fleißig die Mitglieder in der Fläche, in der freien Landschaft, tätig sind, so<br />

wenig machen wir auf uns aufmerksam!<br />

„Tue Gutes und schweige darüber!“,<br />

so oder so ähnlich gestalten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit und sind in den Medien<br />

jeglicher Art nur schwach oder gar nicht vertreten. (Diese Zeitschrift ist natürlich die<br />

löbliche Ausnahme!) Selbst unsere großen Veranstaltungen haben wir in der Vergangenheit<br />

so abgehalten, dass nur die Mitglieder Zugang fanden. Nichtmitglieder<br />

blieben weitgehend außen vor!<br />

Wir sind dabei das zu ändern, uns zu öffnen!<br />

Nur ein paar nicht abgestimmte Vorschläge:<br />

„Sternwanderung“ – findet die eigentlich auch statt, wenn der Himmel bewölkt ist<br />

und man gar keine Sterne sehen kann? Vielleicht besser: „Tag der offenen (Wander-)<br />

Tür!“ Oder anstatt „<strong>Harz</strong>er Heimattag“, dessen namentliche Bedeutung kaum jemand<br />

versteht, besser: <strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub präsentiert Folklore aus unseren Bergen!“<br />

Was wir dringend benötigen, sind neue Ideen von Mitgliedern oder Vorschläge von<br />

denen, die noch nicht den Weg in den <strong>Harz</strong>klub gefunden haben. Bebilderte Vorträge<br />

von Wanderungen – auch in fernen Landen – können interessant sein. Auch die<br />

<strong>Harz</strong>er Geschichte ist prallvoll von unglaublich interessanten Vorgängen. Oder! Oder!<br />

Oder! Schreibt doch einfach einmal an den <strong>Harz</strong>klub, worauf ihr „Bock“ hättet. Ich<br />

bin sicher, da lässt sich etwas machen!<br />

Glück Auf!<br />

CS<br />

INHALT<br />

Zweigverein Friedrichsbrunn: Baumpflanzaktion ein voller Erfolg 4<br />

Wandergruppe Königslutter: Sehnsuchtswanderung zur Plessenburg 5<br />

Zweigverein Bad Suderode: Heija Walpurgisnacht 6<br />

Die Jugendwanderwege: Einstieg in die Wegearbeit 7<br />

Nachruf auf Dr. Albrecht von Kortzfleisch 9<br />

Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz:<br />

Ernennung von fast 40 Zwergen Rangern 10<br />

Ferienexkursion nach Thüringen 10<br />

Hotspot, Hanf und Hufabdrücke – beim Hoffest gab es viel zu erleben! 11<br />

Neue Broschüre zum Karstwanderweg um Neuhof 11<br />

<strong>Harz</strong>er Schmalspurbahnen: Dampfzug der <strong>Harz</strong>er Schmalspurbahnen<br />

fährt vom Bahnhofsplatz in Nordhausen ab 12<br />

Nationalpark <strong>Harz</strong>: Internationales Erhaltungszuchtprogramm für Luchse 13<br />

Landesforsten errichten Bauwerk aus heimischem Eichen- und Douglasienholz 14<br />

HTV: Die <strong>Harz</strong>er Klöster laden zum 16. <strong>Harz</strong>er Klostersommer 15<br />

Regionalverband <strong>Harz</strong>:<br />

Dein Blick auf den Geopark 16<br />

Weltumwelttag – „Wald Zeit“ beim Umweltfest im Ökogarten 16<br />

Die Unterwelt im Geopark 17<br />

Wanderung durch das Leine- und das Einetal 18<br />

KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge – Sandhöhle – Börnecke – Tönningstein 19<br />

Geführte Wanderungen Juni / Juli 20<strong>24</strong> 20/21<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong> 3


HARZ AKTUELL<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Friedrichsbrunn<br />

Baumpflanzaktion ein voller Erfolg<br />

Für Nora Puhl wird ihr 10. Geburtstag in<br />

ewiger Erinnerung bleiben. Ihre Eltern<br />

und der <strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Friedrichsbrunn<br />

hatten sich für sie eine ganz<br />

besondere Überraschung auserwählt.<br />

Im Rahmen einer gut vorbereiteten Baupflanzaktion<br />

nahe Friedrichsbrunn, am 05.<br />

Mai, gab es für Nora ein Bäumchen extra.<br />

Unter fachlicher Anleitung durch den Revierleiter,<br />

Steffen Grießbach, setzte sie ein<br />

kleines Mammutbäumchen in den Waldboden.<br />

Ob der Setzling in ein paar Jahren<br />

mal den Namen „Nora-Baum“ tragen soll,<br />

darüber war man sich noch nicht ganz einig.<br />

Für den <strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Friedrichsbrunn<br />

war die Pflanzaktion ein voller Erfolg.<br />

In Gemeinsamkeit mit dem Staatlichen<br />

Forstbetrieb Ostharz war der Tag perfekt<br />

vorbereitet. Revierleiter Grießbach hatte<br />

vorab mit seinen Leuten die zu bepflanzenden<br />

Flächen im Bereich Uhlenstein<br />

bedarfsgerecht abgesteckt. Hölzer mit<br />

den Markierungen in rot, blau und gelb<br />

wiesen den 69 beteiligten Pflanzhelfern<br />

die Richtung.<br />

In Zweierteams, „bewaffnet“ mit Spaten<br />

oder Pflanzhacke, Eimern, bestückt mit<br />

Douglasien- Setzlingen, ging es ans Werk.<br />

Es galt an diesem Sonntagvormittag ca.<br />

2000 dieser kleinen Bäumchen in die Erde<br />

einzubringen.<br />

Unser Wald soll bunt werden, so Steffen<br />

Grießbach bei der Einweisung in die<br />

Pflanzaktion. Keine Monokulturen mehr.<br />

Aus diesem Grund werden am Rand der<br />

entstehenden Douglasienschonung auch<br />

Laubbäume gepflanzt. Akazien, Vogelkirsche,<br />

Baumhasel und Esskastanien geben<br />

dem heranwachsenden Wald zukünftig ein<br />

buntes Aussehen.<br />

Nach etwas mehr als zwei Stunden hatten<br />

die fleißigen Helfer das bereitgestellte<br />

Pflanzgut verarbeitet. <strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub-Zweigverein<br />

Friedrichsbrunn bedankte sich bei<br />

allen „Pflanzern“ für den erbrachten Einsatz.<br />

<strong>Der</strong> Lohn… Würstchen vom Grill und<br />

hausgebackener Kuchen.<br />

Text und Fotos: Axel Seiler<br />

4 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZ AKTUELL<br />

Wandergruppe Königslutter<br />

Sehnsuchtswanderung zur Plessenburg<br />

In der nun bereits 3. Generation mit toller Gastfreundlichkeit<br />

haben Lars und Anja und das gesamte<br />

Team alles bestens im Griff. Nach etwas<br />

Relaxen ging es dann an den Paternosterklippen<br />

weiter zum Ilsestein. Einige kamen mit, um ein<br />

Foto zu machen. Erzählend von den nun schon<br />

29 Nachtwanderungen in der Vergangenheit<br />

ging es dann talwärts zum Großparkplatz im<br />

Ilsetal.<br />

Für alle Teilnehmer war es ein schönes Erlebnis<br />

und eine große Freude, die Familie Dickehut von<br />

der Plessenburg mal wieder zu sehen.<br />

Dieter Hauschild<br />

Die Wandergruppe an der Plessenburg (Foto: privat)<br />

Die Liebe zur Plessenburg entstand 1993 bei der ersten Brockennachtwanderung<br />

der Wandergruppe Königslutter. Nach<br />

20 km anstrengender Wanderung über den Brocken und die<br />

Zeterklippen war die Frühstückseinkehr auf der Plessenburg<br />

immer wieder ein Highlight des nächtlichen Wandererlebnisses,<br />

besonders die stets freundliche Aufnahme durch die<br />

Familien Krebs/Dickehut.<br />

Pünktlich um 9 Uhr hatte das Team der Plessenburg das Frühstück<br />

für meist 50 Teilnehmer gut und vielseitig parat, der Renner war<br />

meistens das „Rührei“. Im Jahr 2013 schien das nächtliche Erlebnis<br />

zu scheitern, die Gesamtstrecke über 25 km wurde vielen zu<br />

viel, aber dann gab es doch das Verlangen, die Nachtwanderung<br />

fortzusetzen und so gab es dann 2016 mit der abgespeckten Tour<br />

von Oderbrück zum Brocken und zurück, auch immerhin 16 km,<br />

die Fortsetzung der Nachtwanderungen.<br />

Nachdem die „Nachtschwärmer“ 2013 das letzte Mal auf der<br />

Plessenburg waren, lag der Wunsch nahe, dieses schöne idyllische<br />

Wanderziel abermals zu besuchen. Daher machte sich ein<br />

überschaubarer Trupp der Nachtwanderer von Ilsenburg aus<br />

durch das schöne Ilsetal zur Plessenburg. Nicht alle kannten die<br />

nun kahlen Flächen um das Gebiet der Plessenburg, kannten sie<br />

doch noch die einst von grünen Tannen umgebene Fläche, die zum<br />

Verweilen und zur Erholung einlud. Dennoch war der Aufenthalt<br />

auf der Plessenburg im Kreise der gastfreundlichen Großfamilie<br />

Dickehut mehr als angenehm, oder besser gesagt, man fühlte<br />

sich wie zu Hause.<br />

Die ganz Unentwegten am Ilsestein (Foto: privat)<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

5


HARZ AKTUELL<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Bad Suderode<br />

Heija Walpurgisnacht<br />

Wie schnell doch so ein Hexenjahr vorbei<br />

ist…<br />

…dachte sich die Hexe Kathi beim Schaben<br />

der gelben Rüben früh um sieben.<br />

Ruck zuck ist doch wieder Walpurgisnacht,<br />

der allergrößte Tag für kleine<br />

Hexen. Also um acht schnell noch einen<br />

Kaffee gemacht, schick angezogen und<br />

den Besen auf Flugtauglichkeit geprüft.<br />

Pünktlich abends um sieben ging es also<br />

zum Behringer Brunnen in Bad Suderode,<br />

wo bereits die anderen kleinen Hexen warteten.<br />

Auf dem Plan standen einige Stunden<br />

Hexenschule und natürlich die Walpurgisfeier.<br />

Also nichts wie hin zum Felsenkeller<br />

und auf den Weg gemacht. <strong>Der</strong> Teufel und<br />

ein freundlicher Dudelsackspieler waren<br />

auch dabei und so wurde der Weg mit zünftiger<br />

Musik auch gar nicht so weit.<br />

oder andere Würstchen verspeist. Auch<br />

der ein oder andere Cocktail und natürlich<br />

Fassbier wechselten den Besitzer.<br />

Wieder vor Ort war auch das Jugendwarteteam<br />

des <strong>Harz</strong>klub e.V., welche verschieden<br />

Spiele mit dabei hatten, in denen man sich<br />

ausprobieren konnte.<br />

Und alle die dem Glück etwas auf die Sprünge<br />

helfen wollten, konnten bei der Tombola<br />

ordentlich abräumen, sofern sie denn die<br />

Baumfackeln auch selber tragen konnten.<br />

Endlich oben angekommen ging’s los. Die<br />

Hexe Kathi und ihre Gehilfin Christina legten<br />

richtig los und so konnten die kleinen<br />

Hexen alles lernen, was sie noch für ihre<br />

Zaubereien so bräuchten.<br />

Tja, wer meint, der hat’se doch nicht mehr<br />

alle, könnte fast Recht haben. Natürlich<br />

habe ich nicht alle Bücher von Ottfried<br />

Preußler, aber „Die kleine Hexe“ auf jeden<br />

Fall und die ist mir besonders in Erinnerung<br />

geblieben.<br />

Nachdem nun also die kleinen Hexen ihren<br />

Hexenunterricht beendet hatten, kamen<br />

auch die großen auf ihre Kosten. Es wurde<br />

das Tanzbein geschwungen und das ein<br />

Dankeschön an unsere Unterstützer für<br />

die tollen Tombolapreise: u.a. Kurhotel<br />

Bad Suderode, Restaurant Felsenkeller<br />

Bad Suderode, Luchsberg, Floristikfachgeschäft<br />

Böse, QTM, <strong>Harz</strong>er Volksbank<br />

eG, Quedlinburger Senf, Bowling am<br />

Schloß Quedlinburg, Goldmännchen Tee,<br />

mensch*maschine Software, Pullmann<br />

City <strong>Harz</strong>, Maya mare, FLAIR Quedlinburg,<br />

Seilbahnen Thale Erlebniswelt, Tiergarten<br />

Halberstadt, …<br />

Und natürlich ein herzliches Dankeschön<br />

an alle fleißigen Helfer, Organisatoren, Mitwirkende<br />

und Gäste!<br />

Selbstverständlich möchte ich auch noch<br />

die Oberhexe vernünftig grüßen, die im<br />

Übrigen nicht die einzige Prominenz an<br />

diesem Abend war!<br />

Es war wieder eine schöne Feier und wir<br />

sehen uns im nächsten Jahr.<br />

Euer <strong>Harz</strong>klub Zweigverein Bad Suderode e.V.<br />

David Rügner – Pressewart<br />

6 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


JUGEND<br />

Die Jugendwanderwege:<br />

Einstieg in die Wegearbeit<br />

Die Jugendwanderwege sind ein Konzept<br />

der Deutschen Wanderjugend (DWJ) für<br />

die Wandervereine in ganz Deutschland<br />

und mittlerweile auch darüber hinaus.<br />

Unter Jugendwanderwegen verstehen<br />

sich spezielle Wege, die Kriterien unterliegen,<br />

um besonders attraktiv für Jugendliche<br />

zu sein.<br />

Zielgruppe sind die 14- bis 27-jährigen, die zu<br />

Beginn des Projektes Jugendwanderwege<br />

im Frühjahr 2015 nach ihren Bedürfnissen<br />

gefragt wurden und im Projektbeirat mitarbeiten<br />

konnten. Die Ausgangslage war,<br />

dass viele Jugendliche eher ablehnend aufs<br />

Wandern reagieren, da sie dies oft als sonntägliches<br />

Zwangserlebnis erfahren mussten,<br />

was nicht ihren Bedürfnissen entspricht.<br />

Also fragte die DWJ, was denn genau diese<br />

Bedürfnisse sind.<br />

Heraus kam, dass die meisten Jugendlichen<br />

unter Wandern auch eine gewisse<br />

Streckenentfernung verstehen und nicht<br />

nur einen Spaziergang. Schnell war klar, die<br />

Mindeststrecke von 12 Kilometern ist eine<br />

gute Ausgangslage bis hin zu <strong>24</strong> Kilometern<br />

pro Tag. Ob Rund- oder Streckenweg ist<br />

dabei nicht so entscheidend, wichtig ist vor<br />

allem, dass die Start- und Endpunkte der<br />

Jugendwanderwege gut mit Zug oder Bus<br />

zu erreichen sind. Jugendliche möchten<br />

gern unabhängig zu ihrer Wanderung reisen<br />

und nicht auf Fahrdienste der Eltern<br />

angewiesen sein.<br />

Abwechslung war ein Kernthema, was<br />

das Wandern für Jugendliche interessant<br />

macht oder auch Herausforderungen. Die<br />

Abwechslung wird vor allem durch Höhepunkte<br />

am Wegesrand erreicht. Was das<br />

für Höhepunkte sind, dafür gab es eine Vielzahl<br />

an Vorschlägen, die die Jugendlichen<br />

in sechs Kategorien teilten. Spannend ist<br />

dabei, viele Höhepunkte sind Dinge, die Erwachsene<br />

Wandersleute auch als reizvoll<br />

empfinden, es also eine große gemeinsame<br />

Schnittmenge gibt.<br />

Es gibt die Kategorien Natur und Wildnis<br />

(Bspw. Felsformationen, Schluchten, Kammwege),<br />

Sport und Action (Bspw. Hochseilgarten,<br />

Sommerrodelbahn, Geocaches), Wasser<br />

und Chillen (Bspw. Badestellen, Stauseen,<br />

Tretbootfahrten), Lager und Feuer (Bspw.<br />

Grillplätze, Trekkingplätze, Feuerstellen),<br />

Abenteuer und Herausforderung (Bspw. Burgen,<br />

Wanderstempeln, Bergbauanlagen)<br />

und Wahrnehmen und Erleben (Bspw. Barfußpfad,<br />

Museen, Parkanlagen). Im Schnitt<br />

bieten Jugendwanderwege alle 4 Kilometer<br />

einen Höhepunkt aus diesen Kategorien und<br />

haben vom Untergrund her einen hohen<br />

Pfadanteil.<br />

Es gibt zwar Deutschlandweit (und einen in<br />

Österreich) bisher schon über 80 Jugendwanderwege,<br />

teilweise sind das sogar Mehrtagestouren;<br />

aber die wenigsten Wege sind<br />

markiert. Im Projektteam war klar, dass<br />

nicht Wege baulich neu geschaffen werden,<br />

Wegemarkierung<br />

sondern die Jugendwanderwege auf bestehenden<br />

Wegen so geführt werden, dass sie<br />

den gewählten Kriterien entsprechen. Es<br />

gibt auch ein eigenes Markierungszeichen<br />

für den Weg, was als digitale Vorlage, wetterfest<br />

gedruckte Aufkleber oder Malschablone<br />

in der Bundesgeschäftsstelle der DWJ erhältlich<br />

ist. In vielen Gegenden möchten aber<br />

die Wegewarte keine zusätzlichen Zeichen<br />

im Wald haben, deshalb kann man die Wege<br />

vor allem digital finden.<br />

Auf www.wanderjugend.de und bei den Tourenportalen<br />

Komoot und outdooractive sind<br />

alle Wege gelistet; es gibt Beschreibungen,<br />

Karten zum Runterladen, sowie GPX-Tracks<br />

fürs Smartphone oder GPS-Gerät. Digital<br />

sind die Jugendwanderwege bestens zu<br />

finden, im Wald sind rund 10% der Wege<br />

fortlaufend markiert. Manche verfügen auch<br />

über spezielle Informationstafeln, Hinweisschilder<br />

oder Wegpunkten mit Informationen,<br />

die online mit Hilfe von QR-Codes<br />

abrufbar sind.<br />

Die Markierungs- und Wegpflege ist etwas,<br />

was oftmals als Hürde gesehen wird, denn<br />

wer kümmert sich kontinuierlich um den<br />

Erhalt des Weges. Aber genau darin liegt<br />

die Chance. Eine der Kernideen des Projektes<br />

Jugendwanderwege ist die Stärkung<br />

des ländlichen Raumes. Viele Jugendliche<br />

/ junge Erwachsene ziehen in Städte, da sind<br />

dort bessere Ausbildungsmöglichkeiten und<br />

vielfältigere kulturelle Angebote finden. Aber<br />

der ländliche Raum besticht durch seine<br />

Naturnähe und schöne Landschaft. Genau<br />

dafür können Jugendliche durch das Anlegen<br />

eines Jugendwanderweges stärker<br />

begeistert werden und durch die Pflege ihres<br />

Weges eine noch stärkere Bindung zu ihrer<br />

Heimatregion aufbauen. Wandern können<br />

sie auch alleine und mit anderen Gruppen,<br />

das Alleinstellungsmerkmal der Wandervereine<br />

ist die Wegemarkierungsarbeit. Dafür<br />

können die Markierung der Jugendwege den<br />

Jugendlichen einen Zugang verschaffen und<br />

nicht wenige Vereine suchen nach Personen,<br />

die ihnen bei der Markierungsarbeit helfen.<br />

Auch Jugendliche und junge Erwachsene<br />

lassen sich für die Wegezeichnung begeistern<br />

und sind in aller Regel eine zuverlässige<br />

Unterstützung, wenn man ihnen als Erwachsenenstruktur<br />

den notwendigen Freiraum<br />

und entsprechende Anerkennung zu Teil<br />

werden lässt.<br />

Die Einrichtung eines Jugendwanderweges<br />

erfolgt im besten Fall eigenständig durch<br />

eine Jugendgruppe oder zumindest mit intensiver<br />

Einbeziehung einer solchen. Die Jugendlichen<br />

überlegen sich selbst, was für sie<br />

interessant ist, laufen den Weg ab, um festzustellen,<br />

ob ihre theoretische Planung auch<br />

in der Praxis stand hält und bestenfalls bringen<br />

sie sich weiter ein durch Markierungsarbeiten,<br />

Konzipieren und Aufstellen von<br />

Infotafeln, Einrichtung einer Raststelle etc.<br />

Die Jugendwanderwege sind bereits seit<br />

über sieben Jahren eine Erfolgsgeschichte<br />

und entwickeln sich ständig weiter. Es gibt<br />

viele Gruppen, die neue Ideen kreieren und<br />

sich gemeinsam Gedanken machen, wie sie<br />

anderen Jugendlichen ihre Heimatregion<br />

nahebringen können und selbst im Vereinsleben<br />

aktiv werden. Zukunftsfähigkeit im<br />

Vereinswesen bedeutet immer Aufgeschlossenheit<br />

und Geduld der Jugend gegenüber,<br />

die beeindruckende Projekte entwickeln<br />

und umsetzen kann, wenn man sie denn<br />

lässt. Von daher sind alle eingeladen, sich<br />

dem Projekt Jugendwanderwege anzuschließen<br />

und selbst Wege zu konzipieren.<br />

Weitere Infos zu den Jugendwanderwegen<br />

gibt es auf www.wanderjugend.de im Reiter<br />

Jugendwanderwege.<br />

Text/Foto Torsten Flader, Geschäftsführer DWJ-<br />

Bundesverband, Querallee 41, 34119 Kassel,<br />

Telefon: 0561 400498-3, E-Mail: torsten.flader@<br />

wanderjugend.de<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

7


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wir immer an deiner Seite und unterstützen dich mit<br />

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HARZKLUB<br />

NACHRUF<br />

Dr. Albrecht von Kortzfleisch –<br />

Ehrenvorsitzender des <strong>Harz</strong>klub e.V.<br />

* 18. Juli 1935 in Deutsch-Eylau † 22. Mai 20<strong>24</strong> in Gießen<br />

Dr. Albrecht von Kortzfleisch<br />

trat bereits<br />

1968 dem <strong>Harz</strong>klub<br />

e.V. – Zweigverein<br />

Lautenthal bei. Er war<br />

dort von 1970 bis 1990<br />

Vorsitzender, und bis<br />

heute Ehrenmitglied.<br />

Seit 1972 arbeitete<br />

Herr Dr. von Kortzfleisch<br />

im Hauptvorstand<br />

des <strong>Harz</strong>klubs<br />

mit, dessen Vorsitzender<br />

er von 1983 bis<br />

1995 war. Dies forderte<br />

unzählige Stunden<br />

Freizeit, viel Engagement,<br />

Heimatliebe und<br />

Naturverbundenheit.<br />

Dr. Albrecht von Kortzfleisch entwarf viele wichtige Richtlinien<br />

und Merkblätter für Heimatgruppen, Ehrungen,<br />

Naturschutz, Kulturdenkmalpflege und Naturpark <strong>Harz</strong>.<br />

Des Weiteren verfasste er mehrere Bücher, Broschüren<br />

und Festschriften. So gab er das Buch „<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub -<br />

Bürgerinitiative mit Tradition“ heraus, welches Tradition,<br />

Aufgaben und Wirken des <strong>Harz</strong>klubs sowie seine Zweigvereine<br />

umfangreich darstellt. 2013 erschien unter seiner<br />

Mitwirkung die aktualisierte <strong>Harz</strong>klub-Chronik.<br />

Die Wanderkarten des <strong>Harz</strong>klubs waren ein weiterer<br />

Schwerpunkt seiner Arbeit. Nicht nur die ständigen Überarbeitungen<br />

der Karten gehörten dazu, sondern auch die<br />

Verträge mit den Verlagen zum Nutzen des <strong>Harz</strong>klubs.<br />

<strong>Der</strong> Aufbau einer modernen <strong>Harz</strong>klub-Geschäftsstelle<br />

mit effizienter Arbeitsweise, die heute für einen so großen<br />

Verein überlebenswichtig ist, hat er mit Nachdruck<br />

vorangetrieben.<br />

Gleichzeitig begründete er ein Archiv zur Geschichte<br />

unseres Vereins in Clausthal-Zellerfeld und leitete eine<br />

Erweiterung in Wernigerode ein.<br />

Nach außen vertrat er den <strong>Harz</strong>klub e.V im Beirat des<br />

Naturparks und des Nationalparks <strong>Harz</strong>, im damaligen<br />

<strong>Harz</strong>er Verkehrsverband sowie bei Rundtischgesprächen<br />

bei den Ministerpräsidenten in Hannover und Magdeburg.<br />

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands hat Dr. von<br />

Kortzfleisch maßgeblich den <strong>Harz</strong>klub-Gedanken in<br />

den Ostharz getragen und dabei keine Mühe gescheut.<br />

33 Zweigvereine in Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden<br />

unter seiner aktiven Mitwirkung wieder neu gegründet,<br />

Patenschaften zwischen den Zweigvereinen aufgebaut<br />

und dabei viele menschliche Kontakte hergestellt.<br />

Gegen Ende seiner beruflichen Tätigkeit konnte die lange<br />

von Dr. von Kortzfleisch vorbereitete Kooperationsvereinbarung<br />

zwischen dem <strong>Harz</strong>klub e.V. und den Niedersächsischen<br />

Landesforsten unterzeichnet werden. 1997 wurde<br />

er nach 29 Jahren Forstamtsleitertätigkeit in Lautenthal<br />

pensioniert und lebte seitdem in Goslar.<br />

Seine besondere Aufmerksamkeit galt der Zeitschrift<br />

„Unser <strong>Harz</strong>“, ihrem Redaktionskonzept und ihrer Verbreitung.<br />

Im Jahre 1995 hat Wanderfreund Kortzfleisch<br />

die Wiedergründung der Zeitschrift „<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>“ betrieben.<br />

Mit zahlreichen Veröffentlichungen, zum großen Teil in<br />

den Zeitschriften „Unser <strong>Harz</strong>“ und „<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>“ machte<br />

er sich in der Heimatliteratur einen Namen.<br />

Im Jahre 1994 regte er die Bewerbung des <strong>Harz</strong>klubs für<br />

die Ausrichtung des Deutschen Wandertages von 1996 in<br />

Wernigerode an und stellte die dazu notwendigen Anträge<br />

beim Dachverband. Auch formulierte er das Motto dieses<br />

ersten großen Wandertages auf dem Gebiet der neuen<br />

Bundesländer: Wandern zum Schutz der Natur.<br />

Im Jahre 1996 wählte die Mitgliederversammlung Dr.<br />

Albrecht von Kortzfleisch zum Ehrenvorsitzenden des<br />

<strong>Harz</strong>klubs. Während des Deutschen Wandertages in Wernigerode<br />

erhielt er die silberne Ehrennadel des Deutschen<br />

Wanderverbandes; ihr folgte im Jahr 2001 die goldene<br />

Ehrennadel.<br />

Lange Jahre war Dr. Albrecht von Kortzfleisch geschäftsführender<br />

Vorsitzender der Hermann-Reddersen-Stiftung<br />

und der Pötzschner-Stiftung. Auf seine Anregung hin wurde<br />

2001 erstmalig ein Naturschutz-Förderpreis an die<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigvereine verliehen, den es noch heute<br />

beim jährlichen Naturschutztag gibt.<br />

2003 wurde Dr. von Kortzfleisch das Bundesverdienstkreuz<br />

am Bande verliehen. Er hat unseren <strong>Harz</strong>klub e.V.<br />

viele Jahrzehnte unterstützt und geprägt.<br />

<strong>Der</strong> gesamte <strong>Harz</strong>klub wird Dr. Albrecht von Kortzfleisch<br />

in dankbarer Erinnerung behalten.<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong> 9


BIOSPHÄRENRESERVAT<br />

Was war los im Biosphärenreservat?<br />

Ernennung von fast 40 Zwergen Rangern<br />

„April, April, der weiß nicht was er will.<br />

Mal Regen und mal Sonnenschein, dann<br />

schneits auch wieder zwischendrein….“<br />

<strong>Der</strong> Schriftsteller Heinrich Seidel beschrieb<br />

in seinem Gedicht (hier nur ein<br />

kurzer Auszug) ganz gut die drei Tage in<br />

der letzten Aprilwoche.<br />

Während die meisten Obstbäume schon in<br />

voller Blüte standen, die Täler rund um Questenberg<br />

mit Bärlauch und Buschwindröschen<br />

bedeckt waren und aus vielen Knospen<br />

das frische Grün erwachte, machten sich an<br />

drei verschiedenen Tagen angehende Grundschüler<br />

auf den Weg zur Queste. Begleitet<br />

wurden sie dabei von ihren Erziehern, Eltern<br />

und Großeltern sowie den Rangern des Biosphärenreservats<br />

Karstlandschaft Südharz.<br />

Viele von ihnen waren schon „unzählige“<br />

Male hoch über dem Ort Questenberg, für<br />

einige war es aber auch das erste Mal, dass<br />

sie diesen symbolträchtigen Ort besuchten.<br />

Auf dem Weg dorthin entdeckten die angehenden<br />

Grundschüler verschiedenste Frühblüher<br />

und unzählige Insekten, welche sich<br />

an den ersten Blüten erfreuten, und konnten<br />

den mitwandernden „Erwachsenen“ stolz<br />

berichten, um was es sich dabei handelt,<br />

welche Bäume uns umgaben und welche<br />

Tiere im Wald wohnen. So staunten einige<br />

Eltern und Großeltern, was die Vorschüler<br />

in dem Jahr als angehende Zwergen Ranger<br />

über unsere Natur gelernt haben. Viele Veranstaltungen<br />

zu verschiedensten Themen<br />

lagen hinter ihnen und in etwa genauso<br />

viele Hausaufgaben galt es zu erledigen, in<br />

denen viel Kreativität, spielerisch erlerntes<br />

Wissen und Geschicklichkeit gefragt waren.<br />

Regelmäßig wurde die Ausbildungsmappe<br />

kontrolliert und mit einem eifrig erwarteten<br />

Stempel honoriert.<br />

Da die kleinen Entdecker diese Hefter so<br />

wundervoll und vollständig ausgefüllt hatten,<br />

stand einer Ernennung nichts mehr im<br />

Wege. Insgesamt 39 Zwergen Ranger der Kindertagesstätten<br />

in Roßla, Bennungen und<br />

Rottleberode konnten an dem ehrwürdigen<br />

Ort mit dem trockenen Eichenstamm, welcher<br />

jährlich zu Pfingsten frisch geschmückt<br />

wird, ernannt werden. Groß war das Interesse<br />

aller an der vorgetragenen Sage zur<br />

Entstehung des uralten Brauches sowie der<br />

regionalen Besonderheit. Mit Blick auf die<br />

gegenüberliegende Questenburg wurden<br />

durch die Ranger des Biosphärenreservats<br />

eine Ernennungsurkunde sowie ein Basecap<br />

mit dem Logo des Biosphärenreservats feierlich<br />

übergeben.<br />

Da für alle mit Beginn der Grundschule im<br />

Sommer auch ein neuer Lebensabschnitt<br />

beginnt, können die Zwergen Ranger nun<br />

im Rahmen von Umweltbildungs- und Freizeitangeboten<br />

engagiert daran arbeiten,<br />

Junior Ranger zu werden. Das Junior Ranger<br />

Programm wird bundesweit durch die<br />

Nationalen Naturlandschaften e.V., vertreten<br />

durch Nationalparke, Biosphärenreservate<br />

und Naturparke, angeboten. Es bietet Kindern<br />

die Möglichkeit, zunächst ihre „eigene“<br />

Nationale Naturlandschaft kennen zu<br />

lernen, sich aktiv für Natur- und Umweltschutz<br />

einzusetzen und darüber hinaus in<br />

einem deutschlandweiten Junior-Ranger-<br />

Netzwerk zusammenzuarbeiten. Das Team<br />

für Umweltbildung des Biosphärenreservats<br />

Karstlandschaft Südharz freut sich nun auf<br />

den nächsten Jahrgang der zukünftigen Junior<br />

Ranger und hofft, wieder viele Kinder<br />

begeistern zu können.<br />

Text und Fotos: Felix Findeisen<br />

Ferienexkursion nach Thüringen<br />

Einen erlebnisreichen Ausflug bei herrlichstem<br />

Wetter konnten die Junior Ranger<br />

des Biosphärenreservats Karstlandschaft<br />

Südharz in den Pfingstferien verbringen.<br />

Um auch Schutzgebiete in anderen Bundesländern<br />

zu besuchen, machten wir uns auf<br />

den Weg zur Hohen Schrecke bei Braunsroda,<br />

um einen der 16 Thüringer Urwaldpfade<br />

zu entdecken. Neben dem größten Highlight<br />

des Tages, der Hängebrücke im Bärental,<br />

bestach die Hohe Schrecke auf unserer 14<br />

km langen Wanderung durch ihre Waldwildnis,<br />

die schafbeweideten Streuobstwiesen<br />

und traumhafte Ausblicke in das Offenland<br />

mit kreativ gestalteten Rastplätzen. Für unsere<br />

Junior Ranger stand fest, dass sie baldmöglichst<br />

diesen tollen Ort nochmal mit<br />

ihren Eltern und Geschwistern besuchen.<br />

Autor und Fotos: Felix Findeisen<br />

10 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


BIOSPHÄRENRESERVAT<br />

Mit uns Vielfalt (er)leben<br />

Hotspot, Hanf und Hufabdrücke –<br />

viele Erlebnisse beim Hoffest<br />

Am 04.05.20<strong>24</strong> war es endlich soweit:<br />

Unser erstes Großes Hoffest startete<br />

pünktlich um 10 Uhr.<br />

Nach Wochen der Vorbereitung waren<br />

alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des<br />

Biosphärenreservats schon früh auf den<br />

Beinen und mehr als aufgeregt. Das Wetter<br />

sollte bestens passen und zusätzlich für<br />

gute Laune sorgen. Den ganzen Tag über<br />

gab es verschiedene Mitmach-Angebote für<br />

Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Und<br />

diese gingen weit über das Thema Natur<br />

hinaus. So sorgten eine Hüpfburg und ein<br />

gratis Kinderkarussell für regen Andrang<br />

auf unserem Hof. Verschiedene Info- und<br />

Verkaufsstände, Führungen zum Junior-<br />

Ranger-Garten und zum phänologischen<br />

Garten und mehrere Vorträge sorgten für<br />

reichlich Abwechslung. Für die Besucher<br />

gab es Herzhaftes vom Grill, selbstgemachte<br />

Kräuter-, Holunder- und Waldmeisterlimonade,<br />

selbstgebackenen Kuchen vom<br />

Heimat- und Naturschutzverein Hainrode<br />

und leckeren Kaffee von Blatt und Bohne,<br />

Zuckerwatte und Popcorn.<br />

Im Hof und auch im Gebäude konnten die<br />

Kinder basteln und das Hotspot-Mobil des<br />

Projekts „Gipskarst Südharz – Artenvielfalt<br />

erhalten und erleben“ war vor Ort. Es gab<br />

Interessantes über den Rohstoff Hanf und<br />

seine Nutzung zu erfahren, eine Kunstausstellung,<br />

Blumen und mehr, Deko by Netti,<br />

wo liebevoll selbstgemachte Dinge für den<br />

bevorstehenden Vater- und Muttertag erworben<br />

werden konnten, und auch einen<br />

Infostand über Fledermäuse.<br />

<strong>Der</strong> Förderverein der Kindertagesstätte<br />

„Zwergenpalais“ lud zum Kinderschminken<br />

ein und hatte alle Hände voll zu tun.<br />

Geschichten für Kinder aus der Reihe „Hufabdrücke<br />

im Südharz“ wurden im Saal vorgestellt<br />

und die Bücher dazu konnten direkt<br />

erworben werden. In der Wichtelhöhle<br />

konnten die Besucher unter Anleitung von<br />

Lutz Seeber von der Ökologiestation e.V.<br />

Sangerhausen selbst Kräutersalz herstellen.<br />

Auch hier war der Andrang so groß, dass<br />

kein Krümel Salz an diesem Tag übrigblieb.<br />

Des Weiteren gab es Spannendes unterm<br />

Mikroskop zu entdecken. Wie man selbst<br />

Naturkosmetik herstellen kann, konnten<br />

die Besucher ebenfalls unter Anleitung im<br />

Seminarraum ausprobieren. Hier wurden<br />

fleißig Badebomben, Lippenpflegestifte<br />

und Bodylotion hergestellt. Großen Andrang<br />

gab es auch in unserer Ausstellung<br />

„Natur, Mensch, Vielfalt – hier im Südharz,<br />

weltweit einmalig!“. Diese gibt interessante<br />

Einblicke in geologische Besonderheiten,<br />

kulturhistorische Raritäten und die<br />

äußerst vielfältige Flora und Fauna. Hier<br />

konnten Quizfragen beantwortet und Preise<br />

gewonnen werden. Zum Abschluss des<br />

Hoffestes wurde der Kinofilm „Willi und die<br />

Wunderkröte“ gezeigt. Wie es sich für einen<br />

standesgemäßen Kinoabend gehört, haben<br />

sich die Kinder natürlich am Popcorn-Stand<br />

mit ausreichend Popcorn eingedeckt. Am<br />

Schloss Roßla fand dann von 20 bis 22 Uhr<br />

die Fledermausnacht statt. Hier wurden mit<br />

den Kindern Fledermäuse abgefangen und<br />

auch die ein oder andere besondere Art<br />

konnte an diesem Abend bestaunt werden.<br />

Für uns war es ein sehr gelungenes Fest mit<br />

vielen Besuchern und tollen Gesprächen.<br />

Wir möchten uns noch einmal bei allen Mitwirkenden<br />

bedanken und freuen uns schon<br />

jetzt auf ein nächstes Mal!<br />

Text: Luisa Bleek, Fotos: Fabio Kümmel<br />

FÖRDERVEREIN DEUTSCHES GIPSMUSEUM UND KARSTWANDERWEG E.V.<br />

Neue Broschüre zum Karstwanderweg um Neuhof<br />

<strong>Der</strong> Förderverein Deutsches Gipsmuseum<br />

und Karstwanderweg e.V. hat entlang<br />

des durchgehenden Karstwanderweg<br />

mehrere Rundwege rund um die besonderen<br />

Highlights der Gipskarstlandschaft<br />

Südharz eingerichtet und ausgeschildert.<br />

Dazu sind sieben einzelne Broschüren<br />

erschienen. Jetzt hat der Autor,<br />

Dipl.-Geologe Firouz Vladi aus Osterode,<br />

daraus eine Zusammenfassung verfasst.<br />

Das neue 154-seitige Werk ist im Verlag Papierflieger,<br />

Clausthal-Zellerfeld, erschienen<br />

und im Buchhandel (ISBN 978 3 86948 985<br />

8) ab sofort für 25 Euro erhältlich.<br />

Das Werk beschreibt all diese spannenden<br />

Teile des Karstwanderweges zwischen Bad<br />

Grund im Westen und Walkenried im Osten<br />

des Südharzes im Landkreis Göttingen bis<br />

nach Ellrich; als da sind: Iberg, Lichtenstein,<br />

Hainholz, Herzberg, Scharzfeld, Wasserscheide<br />

Elbe-Weser, Kranichstein-Sachsenstein<br />

und Walkenried bis Ellrich. Themen<br />

sind die Rundwege mit ihren geologischen<br />

und botanischen Besonderheiten, das<br />

Karstgrundwasser, die Wälder und ihre Tierwelt<br />

sowie die Kulturgeschichte der Region<br />

vom Bergbau über die Rohstoffgewinnung,<br />

die Burgen mit ihrer Territorialgeschichte,<br />

die Erforschung der Höhlen, die Kirchen und<br />

die Nutzung von Land und Wald.<br />

Förderverein Deutsches Gipsmuseum und<br />

Karstwanderweg e.V. Firouz Vladi<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

11


HARZER SCHMALSPURBAHNEN<br />

„Nordhäuser Modell“ wird 20 Jahre<br />

Dampfzug der <strong>Harz</strong>er Schmalspurbahnen fährt<br />

vom Bahnhofsplatz in Nordhausen ab<br />

Seit nunmehr 20 Jahren fahren Dampfzüge<br />

und Straßenbahnen zwischen Nordhausen<br />

Nord und Ilfeld auf den Gleisen<br />

der <strong>Harz</strong>er Schmalspurbahnen GmbH<br />

(HSB) im so genannten „Nordhäuser Modell“.<br />

Im Rahmen des Nordhäuser Bahnhofsfestes<br />

fuhr zur Würdigung des Jubiläums<br />

am 11. Mai der tägliche Dampfzug<br />

nicht vom bekannten Bahnsteig im<br />

Bahnhof Nordhausen Nord ab, sondern<br />

umjubelt von hunderten begeisterten<br />

Nordhäusern und Gästen direkt vom<br />

Bahnhofsplatz. Zusätzlich gab es an diesem<br />

Tag eine kleine Feierstunde mit Zeitzeugen,<br />

die maßgeblich am Gelingen des<br />

„Nordhäuser Modells“ beteiligt waren.<br />

Bereits in den frühen 1990er Jahren waren<br />

sich der Freistaat Thüringen und die <strong>Harz</strong>er<br />

Schmalspurbahnen einig, den Schienenpersonennahverkehr<br />

im Raum Nordhausen<br />

gemeinsam attraktiver zu gestalten. So<br />

wurde neben dem Ländervertrag (1994)<br />

auch ein Vertrag zur Erbringung von Nahverkehrsleitungen<br />

(1996) unterzeichnet und<br />

das Angebot in der Region schrittweise mit<br />

finanzieller Unterstützung des Freistaates<br />

ausgebaut. Es wurden nicht nur neue<br />

Haltepunkte in Betrieb genommen, neue<br />

Triebwagen bestellt und ein elektronisches<br />

Stellwerk installiert, sondern auch an eine<br />

Erweiterung des Netzes gedacht.<br />

Nicht nur die Züge der HSB fahren auf<br />

schmaler Spur, auch die Straßenbahn in<br />

Nordhausen weist eine Spurweite von 1.000<br />

mm auf. Die Gleise der Straßenbahn auf<br />

dem Bahnhofsplatz und die Gleise der HSB<br />

am Bahnhof Nordhausen Nord trennten<br />

damals nur etwa 120 Meter. Im Mai 2000<br />

erfolgte der Spatenstich zur Umgestaltung<br />

des Bahnhofsplatzes zu einer modernen<br />

Drehscheibe für den Nahverkehr. Bereits<br />

ein Jahr später begannen die Bauarbeiten<br />

zur Verlängerung der Gleise der HSB bis auf<br />

den Bahnhofsplatz. Das erste Rendezvous<br />

auf den neu gestalteten Bahnhofsplatz gab<br />

es am 27. April 2002 – unter dem Jubel hunderter<br />

Fans fuhr erstmals und von nun an<br />

auch planmäßig ein Triebwagen der HSB<br />

vom Bahnhofsplatz ab – die Dampfzüge<br />

starten nach wie vor vom Bahnsteig am<br />

Bahnhof Nordhausen Nord.<br />

Im Februar 2004 begannen Probefahrten<br />

für die von den Verkehrsbetrieben Nordhausen<br />

insgesamt drei neu beschafften<br />

„Combino Duo“ – Straßenbahnen, die im<br />

Netz der Straßenbahn mit Strom aus der<br />

Oberleitung fahren und auf dem Streckennetz<br />

der HSB bis Ilfeld Neanderklinik dieselelektrisch<br />

fahren können.<br />

Bereits seit dem 1. Mai 2004 wird das<br />

„Nordhäuser Modell“ nun erfolgreich in<br />

die Praxis umgesetzt. „Combino Duos“ fahren<br />

im Wechsel mit Triebwagen der HSB<br />

ein attraktives Verkehrsangebot zwischen<br />

Nordhausen und Ilfeld Neanderklinik. Zusätzlich<br />

verkehrt einmal am Tag auch ein<br />

historischer Dampfzug ab Nordhausen bis<br />

auf den Brocken.<br />

Ein sehr seltenes Bild: <strong>Der</strong> planmäßige Dampfzug der HSB startet anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Nordhäuser Modell“ ausnahmsweise<br />

vom Bahnhofsplatz. Seine Fahrt zum Brocken. (Foto: HSB)<br />

12 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


NATIONALPARK HARZ<br />

Nationalpark <strong>Harz</strong> beteiligt sich<br />

Internationales Erhaltungszuchtprogramm<br />

für Luchse<br />

Nationalparkverwaltung stellt großes<br />

und naturnahes Gehege an der Rabenklippe<br />

bei Bad <strong>Harz</strong>burg zur Verfügung.<br />

Die Nationalparkverwaltung <strong>Harz</strong> wird sich<br />

an einem internationalen Erhaltungszuchtprogramm<br />

für Luchse beteiligen und stellt<br />

dafür ihr großes und naturnahes Gehege an<br />

der Rabenklippe bei Bad <strong>Harz</strong>burg zur Verfügung.<br />

Im Rahmen dieses sogenannten Exsitu-Programms<br />

werden vom Europäischen<br />

Zooverband EAZA – koordiniert durch die<br />

Zuchtbuchführerin im Tierpark Bern – geeignete<br />

Zuchtpaare zusammengestellt. Ein<br />

solches Zuchtpaar wird dann auch im Gehege<br />

des Nationalparks gehalten. <strong>Der</strong> Luchs-<br />

Nachwuchs soll an Artenschutzprojekte zur<br />

Auswilderung abgegeben oder innerhalb<br />

des Zuchtprogramms weiter verpaart werden.<br />

Auch der Deutsche Wildgehegeverband<br />

e.V., die IUCN Cat Specialist Group<br />

und zahlreiche Luchsexperten aus dem<br />

In- und Ausland haben ihre Erfahrungen<br />

zusammengetragen, um Anforderungen<br />

an die Aufzuchtbedingungen solcher Tiere<br />

zu formulieren.<br />

Im September 2022 musste die 17-jährige<br />

Luchsin Pamina, die im Freigehege des<br />

Nationalparks <strong>Harz</strong> an der Rabenklippe<br />

gelebt hat, eingeschläfert werden. Seither<br />

stand deren Gehege leer oder wurde von<br />

den drei übrigen Luchsen Alice, Ellen und<br />

Paul mitgenutzt. Die drei werden sich nun<br />

wieder einschränken müssen: Sie werden<br />

einen neuen Nachbarn erhalten. Es zieht<br />

nämlich ein junges Luchsmännchen aus<br />

dem Tiergarten Nürnberg in Paminas früheres<br />

Gehege ein. <strong>Der</strong> junge Kuder ist für die<br />

Zucht vorgesehen. Bald soll dann auch ein<br />

Weibchen folgen. Ein passendes Tier steht<br />

aktuell noch nicht zur Verfügung, es wird<br />

vermutlich erst in diesem Mai oder Juni in<br />

einem Zoo oder Wildpark zur Welt kommen.<br />

Wiederansiedlungsprojekt im <strong>Harz</strong> ist<br />

Basis einer vitalen Luchspopulation<br />

Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch ist<br />

hoch erfreut über die Möglichkeit, dass sich<br />

das <strong>Harz</strong>er Großschutzgebiet als Ursprung<br />

des so erfolgreichen Wiederansiedelungsprojektes<br />

nun an dem europäischen Erhaltungszuchtprogramm<br />

beteiligen kann:<br />

„Das Wiederansiedlungsprojekt im <strong>Harz</strong> ist<br />

Basis einer vitalen Luchspopulation, die<br />

sich inzwischen weit über den <strong>Harz</strong> hinaus<br />

ausgebreitet hat. Doch dieser Erfolg kann<br />

kein Grund sein, sich zurückzulehnen – im<br />

Gegenteil: <strong>Der</strong> Luchs braucht weitere Unterstützung.<br />

Um den Erfolg der Wiederansiedlung<br />

im <strong>Harz</strong> und ähnlicher Projekte<br />

in West- und Mitteleuropa zu sichern, sind<br />

Maßnahmen erforderlich. Das Zuchtprogramm<br />

kann ein überlebenswichtiger<br />

Beitrag sein, um diese herrlichen Katzen<br />

dauerhaft in Mitteleuropa zu erhalten. Denn<br />

dadurch kann deren erneutes Aussterben<br />

infolge von Inzucht verhindert werden.“<br />

Lange Zeit hat der Nationalpark <strong>Harz</strong> ganz<br />

bewusst auf die Nachzucht von Luchsen<br />

verzichtet, um nicht gezwungen zu sein, in<br />

jedem Jahr überzählige Tiere in gute Hände<br />

vermitteln zu müssen. Im vergangenen Mai<br />

zeigten die Ergebnisse einer mehrtägigen<br />

Konferenz in Wöltigerode am <strong>Harz</strong>, an der<br />

sich Luchsexperten aus zahlreichen europäischen<br />

Ländern beteiligten, jedoch sehr<br />

deutlich, dass dringender Handlungsbedarf<br />

besteht, wenn man den Luchs in Mitteleuropa<br />

über die kommenden Jahrzehnte<br />

hinaus erhalten will. „Artenschutz ist eine<br />

der Aufgaben moderner Zoos. Umso mehr<br />

freuen wir uns, dass wir einen der bei uns im<br />

Tiergarten Nürnberg geborenen Kuder jetzt<br />

zur Zucht an den Nationalpark <strong>Harz</strong> abgeben<br />

und wir so einen weiteren Beitrag zum<br />

Erhalt Europas größter Katzenart leisten<br />

können“, sagt Jörg Beckmann, Biologischer<br />

Leiter und stellvertretender Direktor des<br />

Tiergartens Nürnberg, der den Luchs selbst<br />

in den Nationalpark <strong>Harz</strong> bringen wird.<br />

Genetische Verbindung der Luchspopulationen<br />

erforderlich<br />

Die allesamt relativ kleinen und isolierten<br />

mitteleuropäischen Luchspopulationen<br />

sind derzeit vor allem durch fortschreitende<br />

Inzuchtprozesse gefährdet. Die noch recht<br />

junge <strong>Harz</strong>er Luchspopulation weist zwar<br />

derzeit noch unkritische Inzuchtparameter<br />

auf, eine sinkende genetische Variabilität ist<br />

aber bereits nachweisbar. Dem könnte vor<br />

allem eine genetische Verbindung der <strong>Harz</strong>luchse<br />

mit anderen Luchspopulationen entgegenwirken.<br />

<strong>Der</strong>zeit plant Thüringen ein<br />

Ein junges Luchsmännchen aus dem Tiergarten<br />

Nürnberg zieht in das große Freigehege<br />

des Nationalparks <strong>Harz</strong> an der Rabenklippe<br />

ein. (Foto: Tom Burger, TGN)<br />

Wiederansiedlungsprojekt für den Luchs im<br />

Thüringer Wald. Im Rahmen eines weiteren<br />

Projektes wurden bereits die ersten drei<br />

Individuen im Westerzgebirge (Sachsen)<br />

ausgewildert. Beide Gebiete bieten aufgrund<br />

der geografischen Nähe ein hohes<br />

Potenzial für eine absehbare Vernetzung<br />

der neu entstehenden Vorkommen mit der<br />

<strong>Harz</strong>er Luchspopulation.<br />

Auch wenn in Slowenien, Kroatien und<br />

Italien ein Bestandstützungsprojekt der<br />

Dinarischen Luchspopulation gerade erfolgreich<br />

abgeschlossen wurde, ist absehbar,<br />

dass auch in anderen Ländern in der<br />

Zukunft Bedarf an Luchsen besteht, die für<br />

Auswilderungen geeignet sind.<br />

Die Beschaffung solcher Tiere ist jedoch<br />

nicht einfach, da sie entweder im Freiland<br />

gefangen oder in großen Gehegen mit möglichst<br />

wenig direktem Kontakt zu Menschen<br />

aufwachsen müssen. Nur wenige Tierparks<br />

und Zoos wie der Tiergarten Nürnberg haben<br />

entsprechende Gehegeanlagen zur Verfügung.<br />

<strong>Der</strong> Nationalpark <strong>Harz</strong> hat eines der<br />

größten derartigen Gehege in Deutschland.<br />

Einige notwendige Ergänzungen an der <strong>Harz</strong>er<br />

Gehegeanlage werden voraussichtlich<br />

im Sommer / Herbst 20<strong>24</strong> fertiggestellt.<br />

Vorbereitende Planungen der Arbeiten sind<br />

im Gange.<br />

Weitere Informationen zum <strong>Harz</strong>er<br />

Luchsprojekt gibt es auf der<br />

Internetseite des Nationalparks <strong>Harz</strong><br />

unter www.luchsprojekt-harz.de/<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

13


NIEDERSÄCHSISCHE LANDESFORSTEN<br />

<strong>Harz</strong>klub und Forstamt Lauterberg geben Wanderbrücke<br />

über die Krumme Lutter frei<br />

Landesforsten errichten Bauwerk aus<br />

heimischem Eichen- und Douglasienholz<br />

Trockenen und sicheren Fußes die Krumme<br />

Lutter überwinden – das können Wanderer<br />

nach längerer Unterbrechung seit<br />

diesem Frühjahr wieder. Denn der Weg<br />

über den Bach bei Bad Lauterberg hat<br />

eine neue Holzbrücke erhalten. Unweit<br />

des Forstamtes Lauterberg ist der bestehende<br />

<strong>Harz</strong>klub-Wanderweg in Richtung<br />

Bismarckturm lückenlos begehbar.<br />

Möglich gemacht haben das die Niedersächsischen<br />

Landesforsten, die die mit Holz<br />

aus heimischem Revier und technischem<br />

Knowhow gebaute Brücke jüngst an den<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Bad Lauterberg<br />

übergeben haben. Kai Schimansky und sein<br />

Kollege Korbinian Lang vom Forstamt Lauterberg<br />

waren die Baumeister. Die beiden<br />

Forstwirtschaftsmeister hatten mit einem<br />

mobilen Sägewerk das Eichenholz vor Ort<br />

eingeschnitten und aus dem Hartholz die<br />

Unterleger für die Brückenkonstruktion<br />

gefertigt. Auch das Geländer stellten sie<br />

aus Eichen-Kernholz her, weil es besonders<br />

haltbar und witterungsbeständig ist. „Die<br />

Douglasienbäume stammen aus eigenem<br />

Bestand und wurden in der Revierförsterei<br />

Wer dem <strong>Harz</strong>-Wald helfen möchte, kann bei den<br />

Niedersächsischen Landesforsten eine Klima-Aktie-Wald<br />

erwerben. Das Geld fließt unmittelbar in die Wiederaufforstung<br />

zerstörter Wälder.<br />

https://www.klima-aktion-wald.de/<br />

Knollen geerntet. Daraus haben wir vier<br />

Zentimeter starke Bohlen gesägt, über die<br />

die Wanderer ans andere Bachufer gelangen“,<br />

beschreibt Forstwirtschaftsmeister<br />

Schimansky die Konstruktion.<br />

Forstamt übergibt das Bauwerk in die<br />

Obhut des <strong>Harz</strong>klubs<br />

Vorsitzender Klaus Wiedemann und sein<br />

Team von <strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Bad Lauterberg<br />

mit Wander- und Schilderwart<br />

Wilhelm Diekmann und Wegewart Harald<br />

Neuber nahmen die neue Brücke in ihren<br />

Bestand der <strong>Harz</strong>klub- Wandereinrichtungen<br />

auf. Gemeinsam mit Forstamtsleiter<br />

Stefan Fenner, Revierleiter Peter Laumann<br />

und Christian Schäfer vom Bauausschuss<br />

der Stadt Bad Lauterberg eröffneten alle<br />

Beteiligten die Krumme Lutter Brücke und<br />

wünschten dem Bauwerk eine lange und<br />

hohe Tragfähigkeit.<br />

Michael Rudolph<br />

Niedersächsische Landesforsten<br />

Regionaler Pressesprecher Niedersachsen-<br />

Süd<br />

von links nach rechts: Kai Schimansky, Peter<br />

Laumann, Korbinian Lang und Stefan Fenner<br />

vom Forstamt Lauterberg sowie vom<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein den Wander- und<br />

Schilderwart Wilhelm Diekmann und den<br />

Vorsitzenden Klaus Wiedemann. Daneben<br />

stehen Christian Schäfer als Vorsitzender des<br />

Bauausschusses der Stadt Bad Lauterberg<br />

und Zweigverein-Wegewart Harald Neuber.<br />

14<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZER TOURISMUSVERBAND<br />

Die <strong>Harz</strong>er Klöster laden<br />

zum 16. <strong>Harz</strong>er Klostersommer<br />

<strong>Harz</strong>er Tourismusverband<br />

Seit vielen Jahren arbeiten die <strong>Harz</strong>er Klöster zusammen und<br />

bilden seit nunmehr fünf Jahren unter dem Dach des <strong>Harz</strong>er<br />

Tourismusverbandes die Abteilung <strong>Harz</strong>er Klöster. Zu den<br />

Veranstaltungshighlights dieser Gemeinschaft gehört der<br />

<strong>Harz</strong>er Klostersommer, der in 20<strong>24</strong> zum 16. Mal mit einem<br />

abwechslungsreichen Programm aufwartet.<br />

Von Juni bis September laden die Klosteranlagen Wöltingerode,<br />

Brunshausen (Bad Gandersheim), Walkenried sowie Drübeck,<br />

Michaelstein (Blankenburg) und Burchardi (Halberstadt) zu besonderen<br />

Events ein. Die Klosterfeste und -märkte sind überregionale<br />

Ereignisse, die Klostergäste erwarten Orte der Besinnung und<br />

Spiritualität sowie attraktive Veranstaltungen.<br />

Gegründet im Jahre 1174 blickt das Kloster Wöltingerode 20<strong>24</strong> auf<br />

850 Jahre ebenso lebendige wie stürmische Klostergeschichte zurück.<br />

Am 21. Juli lockt das Kloster mit Alpaka-Führungen auf dem<br />

Klosterrundweg nach Vienenburg und am 11. August verwöhnt<br />

es seine Gäste mit einem Sommerpicknick im Kräutergarten.<br />

Gartenfreunden seien die herrlichen Kräuter-, Blumen- und Gemüsegärten<br />

des Klosters Michaelstein empfohlen. Sie werden mit<br />

zahlreichen Führungen, Workshops, Gartenseminaren und Kinderferienprogrammen<br />

erlebbar. Zu den „Blauen Stunden“ am 12.<br />

Juli und 9. August bietet das Kloster seinen Gästen einen Cocktail<br />

aus Live-Musik, historischer Kulisse und prickelnden Getränken.<br />

Führung im ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried<br />

(Foto: © ZisterzienserMuseum Kloster Walkenried)<br />

Die in blaues Licht getauchten Klosterräume sorgen dabei für<br />

ein außergewöhnliches Ambiente. Musikalisch hochkarätig wird<br />

es in diesem Sommer auch im Kloster Walkenried – zahlreiche<br />

Konzerte bieten garantierten Hörgenuss im mittelalterlichen<br />

Kreuzgang des Klosters.<br />

Eine ungebrochen hohe Anziehungskraft versprühen die Klosterfeste<br />

jeden Sommer. Unter freiem Himmel und mit bester<br />

Verbindung nach oben feiert das Kloster Drübeck am 22. Juni<br />

mit der Erinnerung an die Geburt Johannes des Täufers einen<br />

bunten Tag mit Musik, Tanz und Speis. Das Michaelsteiner Klosterfest<br />

findet am 25. August, der Walkenrieder Klostermarkt am<br />

21. und 22. September und das Hoffest in Wöltingerode am 7. und<br />

8. September statt.<br />

<strong>Der</strong> Tag des offenen Denkmals am 8. September wird im Kloster<br />

Burchardi mit einem großen Klosterfest begangen. Ab 10.00 Uhr<br />

erleben Gäste einen bunten Kulturtag mit Musik, Gesang, Tanz,<br />

leckerer Verpflegung und thematischen Führungen durch das<br />

Klostergelände. Bekannt ist das Kloster auch durch seine Open-<br />

Air Opernveranstaltungen, deshalb sollten sich Freunde dieses<br />

Musikgenres unbedingt die Operettengala am 26. Juli und die<br />

Operngala „Italienische Nacht“ am 23. August jeweils mit den<br />

<strong>Harz</strong>er Sinfonikern vormerken.<br />

Klosterfest im Kloster Michaelstein<br />

(Foto: © <strong>Harz</strong>er Klöster, M. Krilleke)<br />

An einem einzigen Tag drei Millionen Jahre durchreisen? Mit dem<br />

Tourenguide des Klosters Brunshausen und dem eigenen Rad ist<br />

diese spannende Reise am 25. August buchbar. Tiefe Einblicke<br />

in Naturdenkmale, alte Geschichte und viel Landschaftsgenuss<br />

erradelt man sich auf moderaten 35 Kilometern und lernt zudem<br />

das Kloster Brunshausen und das Portal zur Geschichte kennen.<br />

Alle Programme, Infos und Buchungsmöglichkeiten unter www.harzerklostersommer.de<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

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REGIONALVERBAND HARZ<br />

Wettbewerb<br />

Dein Blick auf den Geopark<br />

In diesem Jahr feiert das Globale Geopark Netzwerk (GGN) 20-jähriges Bestehen.<br />

Dieses Jubiläum feiern weltweit 213 UNESCO Global Geoparks und<br />

schreiben gemeinsam einen internationalen Foto- und Schreibwettbewerb<br />

zum Thema „Geoparks und Du“ aus. Foto- und Textbeiträge können zu drei<br />

unterschiedlichen Themen eingereicht werden.<br />

1. Visuelle Odyssee der Erde<br />

Dein Foto ist ein Kapitel in der Geschichte der Erde.<br />

2. Geschichten von Steinen<br />

Dein Text spricht für die stillen Erzähler der Erdgeschichte.<br />

3. Die 5 Sinne Deines Geoparks (für Jugendliche von 12 – 18 Jahren)<br />

Sehen, riechen, fühlen, hören, schmecken: Deine Erfahrungen sind eine Reise<br />

durch die Erde.<br />

Wer Beiträge für den Geopark <strong>Harz</strong> . Braunschweiger Land . Ostfalen leisten möchte,<br />

kann diese auf der eigens angelegten Website des GGN einreichen. Die besten<br />

Beiträge aus unserem Geopark gehen ins Rennen für den nationalen Sieger. Die<br />

Gewinner-Beiträge aller deutschen Geoparks wiederum haben<br />

die Chance auf den internationalen Gesamtsieg. Teilnahmeschluss<br />

ist der 31.12.20<strong>24</strong>.<br />

Detaillierte Beschreibungen zu allen Kategorien, Teilnahmebedingungen<br />

sowie die Anmeldeformulare gibt es unter:<br />

ggn20anniversary.com<br />

Text: Esther Czymoch<br />

Wald-Rucksack im Einsatz<br />

Weltumwelttag – „Wald Zeit“<br />

beim Umweltfest im Ökogarten<br />

Am 5. Juni findet als jährlicher Aktionstag<br />

der Weltumwelttag statt. <strong>Der</strong> Naturpark<br />

<strong>Harz</strong> begleitet an diesem Tag mit seinem<br />

BNE-Rucksack zum Thema Waldboden<br />

das Umweltfest des Ökogartens in Quedlinburg.<br />

Unser Rucksack wird hierbei das<br />

erste Mal bei einer Veranstaltung der Öffentlichkeit<br />

präsentiert. Auf dem Gelände<br />

des Ökogartens findet das Umweltfest 20<strong>24</strong><br />

unter dem Motto „Wald Zeit“ statt.<br />

Zu dieser Waldreise werden große und kleine<br />

Menschen eingeladen. <strong>Der</strong> Wald wird als<br />

Rohstofflieferant, Lebensraum und Ort der<br />

Geschichte für die Teilnehmenden erlebbar.<br />

Kinder und Jugendliche haben an verschiedenen<br />

Stationen die Möglichkeit zu forschen,<br />

zu bauen und zu experimentieren.<br />

An unserer Forschungsstation können zum<br />

Beispiel verschiedene Aspekte des Lebens<br />

im Waldboden untersucht werden. Unter<br />

anderem wird auch das Nachhaltigkeitsziel<br />

12: „Nachhaltiger Konsum und Produktion“<br />

unter die Lupe genommen.<br />

Das erwartet euch darüber hinaus: Das<br />

Julius-Kühn-Institut zeigt Borkenkäfer in<br />

Aktion, die Abteilung Mykologie<br />

des Kultur- und<br />

Heimatverein stellt Pilzarten<br />

vor, Baumfrüchte<br />

werden verkostet, an<br />

der Getränkebar warten<br />

verschiedene Waldfruchtgetränke auf die<br />

Teilnehmenden, Fotohalter mit Botschaften<br />

können gestaltet werden, der Baumlehrpfad<br />

kann erkundet werden, Waldkunst<br />

wird es geben und unterschiedliche Tiere<br />

werden vorgestellt. Ein Quiz sowie verschiedene<br />

Spiele zur Thematik sorgen für Spaß<br />

und Spannung. Besucher jeden Alters sind<br />

herzlich willkommen, Gruppen werden gebeten,<br />

sich vorher anzumelden.<br />

Text: Christoph Diedicke<br />

Die Öffentlichkeitsarbeit des<br />

Regionalverbands <strong>Harz</strong> wird<br />

gefördert aus Mitteln des Ministeriums<br />

für Wissenschaft, Energie,<br />

Klimaschutz und Umwelt<br />

des Landes Sachsen-Anhalt.<br />

16 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


REGIONALVERBAND HARZ<br />

Internationaler Höhlentag<br />

Die Unterwelt im Geopark<br />

Die schönen Landschaften fallen jedem im Geopark sofort ins Auge. Doch auch, wer einen Blick unter die Erdoberfläche wagt,<br />

findet in der Region spannendes Terrain. Neben etlichen aus Menschenhand geformten Bergwerken, treten im Geopark einige<br />

natürliche Höhlen auf. <strong>Der</strong> internationale Höhlentag am 6. Juni ehrt eben diese verborgenen Welten, die die Menschen schon<br />

seit Urzeiten faszinieren. Anlass genug, ein paar unterirdische Ausflugsziele im Geopark vorzustellen.<br />

Einhornhöhle, Herzberg am <strong>Harz</strong><br />

Die Höhle mit diesem märchenhaften Namen ist die größte<br />

Höhle im Westharz und befindet sich beim Ortsteil Scharzfeld.<br />

Knochen von Einhörnern waren im 16. Jahrhundert beliebte<br />

Heilmittel und die Höhle eine beliebte Fundstätte für Überreste<br />

des sagenumwobenen Wesens. In Wirklichkeit handelte es sich<br />

jedoch um Knochen anderer Großsäuger, wie z. B. den Höhlenbären<br />

– der Mythos bleibt dennoch. Bewiesen ist außerdem,<br />

dass die Höhle vor über 100.000 Jahren von Neandertalern<br />

besiedelt war. Wer eine Führung bucht, spaziert durch große<br />

Hallen und niedrige Gänge, die aus 270 Mio. Jahre altem Dolomit<br />

der Permzeit bestehen. Im Anschluss an die Führung lohnt sich<br />

ein Besuch der Ausstellung im Geopark-Informationszentrum<br />

„Haus Einhorn“ direkt neben der Höhle.<br />

Iberger Tropfsteinhöhle, Bad Grund<br />

Wie viele Orte im <strong>Harz</strong> umhüllt auch den Iberg eine Sage. So<br />

soll der Zwergenkönig Hübich hier mit seinem Volk Bergbau<br />

betrieben haben. Einzigartig ist die tatsächliche Entstehungsgeschichte<br />

der Höhle. <strong>Der</strong> Iberg ist ein 380 Mio. Jahre altes Riff,<br />

welches von metallhaltigen Lösungen durchzogen wurde. Dies<br />

war der Grundstein für die Erzlagerstätte am Iberg. Sicker- und<br />

Grundwasser ließen das Eisenerz verwittern und trieben so die<br />

Höhlenbildung an. Die unterschiedlichen Erzminerale im Iberg<br />

sorgen für verschiedenfarbige Tropfsteine. Im HöhlenErlebnis-<br />

Zentrum lohnt sich neben einer Tour durch die Höhle auch ein<br />

Besuch der Ausstellung.<br />

Höhepunkt der Besichtigung ist die Blaue Grotte (Foto: R. Nielbock)<br />

In der Baumannshöhle (Foto: J. Reichel/Rübeländer Tropfsteinhöhle) ▶<br />

Text: Esther Czymoch<br />

Heimkehle, Südharz<br />

Die Heimkehle (spätmittelhochdeutsch für „geheimer Keller“)<br />

ist eine große Höhle im Gipskarst bei Uftrungen. Große Räume<br />

durchziehen den Hohlraum. <strong>Der</strong> größte, der „Große Dom“, ist<br />

22 m hoch und hat einen Durchmesser von 65 m. Im Zweiten<br />

Weltkrieg machten die Nazis sich dies zu Nutzen und bauten<br />

hier Werkhallen, in denen Inhaftierte des KZ-Außenlagers Dora<br />

zur Arbeit gezwungen wurden. Die Heimkehle ist daher auch<br />

Gedenkstätte. Wasser hat die Höhle geformt und beeinflusst<br />

sie noch heute. Besonders im Frühjahr ist nicht auszuschließen,<br />

dass Überflutungen der malerischen Seen zur kurzfristigen<br />

Schließung der Besucherhöhle führen.<br />

Baumannshöhle und Hermannshöhle, Rübeland<br />

Als das Bodetal entstand, bildeten sich in den 370-400 Mio.<br />

Jahre alten Riffkalken rund um Rübeland gleich zwei außerordentlich<br />

sehenswerte Höhlen. Die Baumannshöhle ist die älteste<br />

Schauhöhle Deutschlands, in der Hermannshöhle finden sich<br />

die einzigen in Deutschland lebenden Grottenolme. Die Höhlen<br />

bestechen durch faszinierende Tropfsteine, die von der Decke<br />

herabwachsen (Stalaktiten) oder sich vom Boden nach oben<br />

türmen (Stalagmiten) sowie funkelnde Kristalle. Im größten<br />

Hohlraum der Baumannshöhle, dem Goethesaal, finden sogar<br />

Theaterstücke und Konzerte statt. Beide Höhlen lassen sich<br />

einzeln im Rahmen einer Führung besichtigen.<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

17


HARZ WANDERN<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Quedlinburg<br />

Wanderung durch das Leine- und das Einetal<br />

Zu einer Wanderung durch das Leine- und das Einetal hatte<br />

der Wanderführer des <strong>Harz</strong>klub Zweigvereins Quedlinburg,<br />

Manfred Böhm, nach dem <strong>Harz</strong>ort Schielo eingeladen. Schielo<br />

ist ein Ortsteil von <strong>Harz</strong>gerode im Landkreis <strong>Harz</strong> in Sachsen-<br />

Anhalt. Schielo befindet sich auf einem Hochplateau im Unterharz.<br />

Leine – Brandbergeiche<br />

Über einen Feldweg in nördlicher Richtung erreichten wir den<br />

Waldrand des Leinetales. Am Waldrand entlang wanderten wir auf<br />

einem Wiesenweg in östlicher Richtung weiter. Bald trafen wir auf<br />

den, von Molmerswende kommenden, Feldweg. Diesem folgten<br />

wir in nördlicher Richtung. Er führte uns hinunter in das Leinetal.<br />

<strong>Der</strong> kleine <strong>Harz</strong>bach Leine mündet etwa in ca. 15 km Entfernung<br />

im Ort Stangerode in die Eine. Wir durchquerten das Leinetal um<br />

zu einer Sehenswürdigkeit, der Brandbergeiche, zu gelangen.<br />

Zuvor kamen wir an einem, immer noch gepflegten, Soldatengrab<br />

aus dem 2. Weltkrieg vorbei. An der imposanten Brandbergeiche<br />

wurden bis ins 18. Jahrhundert Todesurteile vollstreckt. An dem<br />

dort angelegten Rastplatz legten wir eine Pause ein. So gestärkt,<br />

konnten wir den bevorstehenden Aufstieg aus dem Leinetal zur<br />

Hochebene mühelos bewältigen.<br />

Molmerswende – Steinbrücken – Einetal – Schielo<br />

Über einen Feldweg erreichten wir den Ortsteil Molmerswende<br />

der Stadt Mansfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz. <strong>Der</strong> Ort Molmerswende<br />

ist durch den Dichter und Lyriker Gottfried August<br />

Bürger bekannt geworden. Er wurde am 31. Dezember 1747 im<br />

dortigen Pfarrhaus geboren. Sein Geburtshaus wurde im Jahre<br />

1968 zu einem Museum ausgebaut. Sein bekanntestes Werk ist<br />

„Die Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen“.<br />

Unser nächstes Ziel war der Kunsthof in Molmerswende. Zum 19.<br />

Tag der offenen Töpferei besuchten wir die, auf dem Kunsthof<br />

ansässige Töpferei.<br />

Nach Besuch der Töpferei und der dazugehörigen Galerie wanderten<br />

wir weiter nach dem kleinem <strong>Harz</strong>ort Steinbrücken.<br />

Steinbrücken ist ein Ortsteil von Abberode. Abberode selbst ist<br />

wiederum ein Ortsteil der Stadt Mansfeld. Nach einem kleinen<br />

Anstieg erreichten wir das Einetal. <strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>fluss Eine entspringt<br />

in der Nähe von <strong>Harz</strong>gerode beim Forsthaus Kirchenholz und<br />

mündet, nachdem er mehrere <strong>Harz</strong>dörfer und auch meine Heimatstadt<br />

Aschersleben durchflossen hat, nach knapp 40 km vor<br />

dem Ascherslebener Ortsteil Groß Schierstedt in den <strong>Harz</strong>fluss<br />

Wipper. Auf einem Wiesenweg links der Eine wanderten wir flussaufwärts<br />

nach Schielo.<br />

Kurz vor Schielo kamen wir an der ehemaligen Lungenklinik vorbei.<br />

Heute bietet das Haus Einetal, als eine sozialtherapeutische<br />

Einrichtung, 114 Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung<br />

und auch Suchtkranken eine entsprechende Betreuung<br />

und Unterkunft. Nach knapp 13 km bei ca. 300 Höhenmetern<br />

endete die Wanderung in Schielo. Für die interessante Wanderung,<br />

besonders für den integrierten Besuch des Kunsthofes in<br />

Molmerswende, möchte ich mich bei dem Wanderführer Manfred<br />

Böhm recht herzlich bedanken.<br />

Text und Fotos: Gerd Horenburg<br />

18 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZ WANDERN<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Falkenstein<br />

KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge –<br />

Sandhöhle – Börnecke – Tönningstein<br />

Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge<br />

stand auf dem Programm<br />

des <strong>Harz</strong>klub-Zweigvereins Falkenstein.<br />

Dankenswerterweise ist der Wanderfreund<br />

Manfred Müller für den erkrankten Vorsitzenden<br />

des Zweigvereins Falkenstein, Udo<br />

Münnich, eingesprungen und hat diese<br />

doch teilweise emotionale Wanderung<br />

geleitet.<br />

Das KZ Langenstein-Zwieberge war eine<br />

Außenstelle des KZ Buchenwald bei Weimar.<br />

Das Gelände des von uns besuchten<br />

KZ befindet sich im nördlichen Vorharz<br />

zwischen Blankenburg und Halberstadt.<br />

Das KZ-Lager wurde im April 1944 bei Langenstein<br />

eingerichtet. Neben Juden waren<br />

es Sozialdemokraten, Kommunisten und<br />

vor allem Kriegsgefangene aus insgesamt<br />

22 Nationen, die in der Außenstelle gefangen<br />

gehalten wurden. <strong>Der</strong> größte Teil<br />

der Häftlinge musste im nahe gelegenen<br />

Halberstädter Thekenberg arbeiten. Hier<br />

sollte eine riesige unterirdische Rüstungsproduktionsanlage<br />

entstehen. Und dies<br />

unter unmenschlichen Arbeits- und Lagerbedingungen.<br />

Von den ca. 7.000 Häftlingen<br />

verloren etwa 1.900<br />

Häftlinge hierbei ihr<br />

Leben. In dem KZ-<br />

Lager gab es auch<br />

ein sogenanntes<br />

Junkerslager. Hier<br />

waren Häftlinge<br />

untergebracht, die<br />

in verschiedenen<br />

Junkerswerken<br />

(Flugzeugwerke) arbeiten<br />

mussten. So<br />

haben auch Häftlinge<br />

in den Junkerswerken<br />

Aschersleben<br />

gearbeitet. Bei<br />

der Evakuierung des<br />

Außenlagers im April 1945 verloren weitere<br />

2.500 Häftlinge, bei den über 100 km langen<br />

Todesmärschen, ihr Leben. Ein Besuch<br />

dieses KZ ist immer wieder sehr beeindruckend.<br />

Es verpflichtet uns alle, alles zu<br />

unternehmen damit sich die Geschichte<br />

nicht wiederholen kann.<br />

Nach dem Besuch des Außengelände des<br />

KZ wanderten wir zu dem nahe gelegenen<br />

Dorf Börnecke. Auf dem Weg dahin kamen<br />

wir auch an einer Sandhöhle vorbei,<br />

sie wird auch als Schutzhöhle bezeichnet.<br />

Es kann davon ausgegangen werden,<br />

dass dort früher Stubensand abgebaut<br />

wurde. Am nordwestlichen Ortsrand von<br />

Börnecke befindet sich eine Schwefelquelle.<br />

Schon vor hunderten von Jahren wurde<br />

diese Quelle zu Heilzwecken benutzt.<br />

Heute fließt das schwefelhaltige Wasser<br />

ungenutzt in einen kleinen Teich. Von der<br />

Schwefelquelle, wo wir eine Pause einlegten,<br />

ging es durch den Ort Börnecke um zu<br />

dem, am südöstlichen Teil von Börnecke<br />

befindlichen Prinzenstein zu gelangen.<br />

Dort angekommen, informierte uns unser<br />

Wanderleiter über die Entstehung dieses<br />

Gedenksteines. Er wurde, zum Andenken<br />

des im Jahr 1631 im 30-jährigen Krieg<br />

ums Leben gekommenen, brandenburgischen<br />

Prinzen Christian Wilhelm, auf der<br />

Prinzenhöhe aufgestellt. An der St. Petri<br />

Kirche vorbei führte uns unser Weg über<br />

die Rahle, einem kleinen Bach, hinauf zu<br />

einer Anhöhe, dem Seeberg. Am Fuße dieser<br />

Erhebung wanderten wir auf dem Feldweg<br />

in nordwestlicher Richtung weiter, bis<br />

wir auf den, zur DB-Haltestelle Börnecke<br />

hinführenden Feldweg trafen. Wir folgten<br />

diesem Feldweg aber in der entgegengesetzten<br />

Richtung. Dieser Feldweg, der auch<br />

als <strong>Harz</strong>klub-Wanderweg gekennzeichnet<br />

ist, führte uns hinauf zum Kammweg des<br />

Tönnigsberges. Auf diesem Kammweg<br />

erreichten wir nach ein paar hundert Metern<br />

– in östlicher Richtung – den Tönnigsstein.<br />

Hier sollen sich im Jahre 1537 zwei<br />

Schafhirten um einen Weideplatz gestritten<br />

haben. Dabei kam einer der Schäfer ums<br />

Leben. Nach der Begutachtung des Steines<br />

wanderten wir auf dem Kammweg wieder<br />

zurück. Da wir die Bergkuppe bereits<br />

erreicht hatten, ging es nun in südlicher<br />

Richtung bergab. Vom Rande des Tönnigsberges<br />

konnten wir einen Blick auf die Halberstädter<br />

Thekenberge werfen. Oben<br />

am Bergkamm war der Gläserne Mönch<br />

schwach zu erkennen. Unterhalb dieses<br />

Gläsernen Mönches haben bzw. mussten<br />

die KZ-Häftlinge innerhalb von nur 10 Monaten<br />

in dem Thekenberg ein 13 km langes<br />

unterirdisches Stollensystem mit einer<br />

Gesamtfläche von 67.000 m² unter dem<br />

Decknamen Malachit schaffen. Wir aber<br />

wanderten am Südrand des Tönnigsberges<br />

zurück zum KZ-Gelände. Bis zum Parkplatz<br />

an der Gedenkstätte waren es nun nur noch<br />

wenige Meter. Für die gute Wanderführung<br />

möchte ich mich beim Wanderfreud Manfred<br />

Müller recht herzlich bedanken. Die<br />

Wanderstrecke betrug ca. 10 km bei etwa<br />

200 Höhenmetern.<br />

Text und Fotos: Gerd Horenburg<br />

<strong>06</strong> | 20<strong>24</strong><br />

19


HARZKLUB<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub wandert wieder, wandern Sie mit!<br />

Geführte Wanderungen Juni / Juli 20<strong>24</strong><br />

Bitte beachten Sie: Um Anmeldung zu den Wanderungen wird gebeten, wir empfehlen Rucksackverpflegung!!<br />

Samstag, 15.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Wilhelm-Raabe-Warte“<br />

(Zweigverein Blankenburg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: vom Wasserweg zur Warte<br />

(Besichtigung möglich), zurück über Bungalowsiedlung Eichenberg,<br />

ca. 5 km, Rückkehr gegen 15.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 9.00 Uhr Blankenburg, Parkplatz Theaterstraße.<br />

Anmeldung erforderlich und Führung:<br />

Werner Binkau, 0157 36518256.<br />

Samstag, 15.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Carl Preen und Rübeland“<br />

(Zweigverein Tanne)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: Ortsrundgang durch Rübeland<br />

zum Hohen Kleef, mit Besichtigung der Kirche, ca. 5 km,<br />

Rückkehr gegen 16.30 Uhr.<br />

Treffpunkt: 10.00 Uhr Tanne, Wandertreff Lindenwarte.<br />

Anmeldung und Führung: Christian Resow, 0151 65185858<br />

Sonntag, 16.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Um den Goslarer Herzberg“<br />

(Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: vom Rammelsberg über<br />

Ramseck, Fastweg und Herzberger Teich, ca. 17 km, Rückkehr<br />

gegen 17.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.15 Uhr, Bad <strong>Harz</strong>burg, Parkplatz TEDI.<br />

Anmeldung und Führung: Uwe Siebels, 01575 5571609<br />

Sonntag, 16.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Von Ilsenburg zur Plessenburg“<br />

(Zweigverein Braunschweig)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften (Mitfahrkosten 10,00 €). Wanderung:<br />

von Bad Helmstedt nach Beendorf, ca. 14 km, Rückkehr gegen<br />

17.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 08.30 Uhr Braunschweig, Thüringen Platz.<br />

Anmeldung und Führung: Albert Wallum, 0174 8938256<br />

Sonntag, 16.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Tausend Jahre Waldgeschichte“<br />

(Zweigverein Neuekrug-Hahausen)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: im Forstrevier Wolfshagen<br />

mit dem Revierleiter, ca. 10 km, Rückkehr gegen 15.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.30 Uhr Neuekrug-Hahausen, Parkplatz Neiletal.<br />

Anmeldung und Führung: Rainer Hoffmeister, 05383 1440<br />

Sonntag, 16.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Wanderung durch das schöne Grumbachtal“<br />

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)<br />

Treffen: Sonntag, 10.30 Uhr Wandertreff Kurhaus Hahnenklee.<br />

Wanderstrecke: Hahnenklee – Waldseebad – Grumbachtalweg<br />

– Unterer Grumbacher Teich – Hahnenklee. Streckenlänge: ca. 6<br />

km. Einkehr: bei Rückkehr wer möchte, in Hahnenklee in Marnie‘s<br />

Bergbar. Rückkehr: ca. 13.00 Uhr<br />

Wanderführung: Uwe Janssen<br />

Anmeldung: bis Samstag, 15.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong> Uwe Janssen 0157 79<strong>06</strong>0301<br />

oder Claudia Janssen 0151 54822636<br />

Im Juni und Juli immer Mittwoch-Vormittag ab 10.30 Uhr<br />

Mi, 19.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong> Mi, 26.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong> Mi, 03.07.20<strong>24</strong> Mi, 10.07.20<strong>24</strong><br />

„Wandern für Jedermann“<br />

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)<br />

Wir bieten eine leichte Wanderung an, die 1 bis 1,5 Stunden dauert.<br />

Treffen: Mi, 10.30 Uhr Wandertreff Kurhaus Hahnenklee.<br />

Rückkehr: ca. 12.00 Uhr<br />

Anmeldung und Führung:<br />

Hildegard Steffens Tel. 05325 2059 steffenshilde@gmail.com<br />

Sonntag, 23.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Rund um <strong>Harz</strong>burg“<br />

(Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg)<br />

Wanderung: über Burgberg, Rabenklippe, Molkenhaus und<br />

Ettersklippe, ca. 13 km, Rückkehr gegen 16.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.15 Uhr, Bad <strong>Harz</strong>burg, Parkplatz TEDI.<br />

Anmeldung und Führung: Detlef Hohlbein, 01511 5230<strong>06</strong>8<br />

Samstag, 29.<strong>06</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Zwischen Hexentanzplatz und Bodetal“<br />

(Zweigverein Thale)<br />

Fahrt mit der Seilbahn. Wanderung: ab Bergstation über Prinzensicht<br />

und Pfeilsdenkmal, durch das Dammbachtal und das<br />

Bodetal, ca. 15 km, Rückkehr gegen 16.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.00 Uhr Thale, Seilbahn Talstation.<br />

Anmeldung und Führung: Wolfgang Hannusch, 03947 64552<br />

Donnerstag, 04.07.20<strong>24</strong><br />

„Liebesbankweg“<br />

(Zweigverein Blankenburg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften (Mitfahrkosten 12,00 €). Wanderung:<br />

vom Auerhahn über den Liebesbankweg zur Gustav-Adolf-Stabkirche<br />

Hahnenklee, ca. 9 km, Rückkehr gegen 16.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 9.00 Uhr Blankenburg, Parkplatz Theaterstraße.<br />

Anmeldung erforderlich und Führung:<br />

Werner Binkau, 0157 36518256.<br />

Sonntag, 07.07.20<strong>24</strong><br />

„Sommerlicher Wald und stimmungsvoller See“<br />

(Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: von Bad Grund über Kaysereiche<br />

und Stiller See, ca. 14 km, Rückkehr gegen 17.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 08.15 Uhr, Bad <strong>Harz</strong>burg, Parkplatz TEDI.<br />

Anmeldung und Führung: Christoph Cless, 0174 3914863<br />

Sonntag, 07.07.20<strong>24</strong><br />

„Vom Schultaler zum Schatzkammer Gangzug“<br />

(Zweigverein Clausthal-Zellerfeld)<br />

Busfahrt nach Altenau. Wanderung: Schultal, Schneidwassertal,<br />

Förster-Ludwig-Platz,Dammgraben, Große Oker zur Schatzkammer,<br />

Rückfahrt mit dem Bus, ca. 9 km, Rückkehr gegen 14.30 Uhr<br />

Treffpunkt: 8.45 Uhr Clausthal-Zellerfeld, Adolf-Roemer-Straße.<br />

Anmeldung und Führung: Axel Pfannkuche, 05323 9828767<br />

Rarität im Brockengarten:<br />

die Darwin-Pantoffelblume Calceolaria uniflora Lam.<br />

(Foto: W. Schilling)<br />

20 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZKLUB<br />

Sonntag, 07.07.20<strong>24</strong><br />

„Waldschäden erkennen und bewerten“<br />

(Zweigverein Neuekrug-Hahausen)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: zusammen mit dem<br />

<strong>Harz</strong>klub Seesen im Bereich Eickmuhl und Brautannenplatz,<br />

mit Erläuterung forstwirtschaftlicher Aspekte, ca. 4 km, Rückkehr<br />

gegen 13.00 Uhr.<br />

Treffpunkte: 09.30 Uhr Neuekrug-Hahausen, Parkplatz Neiletal,<br />

09.45 Uhr Seesen, Parkplatz Steinway-Park<br />

Anmeldung und Führung: Hans-Ulrich Arnold, 05381 47899<br />

Sonntag, 07.07.20<strong>24</strong><br />

„Lost Place Viktorshöhe“<br />

(Zweigverein Wolfshagen)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: um den Ramberg, mit<br />

Bergrat-Müller-Teich und Laubtalblick, ca. 13 km.<br />

Treffpunkt: 09.00 Uhr, Wildemann, Kiosk am Eck<br />

Anmeldung erforderlich und Führung:<br />

Uwe Brennecke, 0151 6<strong>24</strong>28452<br />

Samstag, 13.07.20<strong>24</strong><br />

„Gipfelstürmer“ Die drei höchsten Gipfel des <strong>Harz</strong>es<br />

(Zweigverein Hahnenklee-Bockswiese)<br />

1. Treffen: Samstag, 07.30 Uhr Wandertreff Kurhaus Hahnenklee<br />

(Fahrgemeinschaften). 2. Treffen: Samstag, 08.15 Uhr Parkplatz<br />

Oderbrück. Wanderstrecke: Oderbrück-Brocken (1.141 m) – Wurmberg<br />

(971 m) – Achtermannshöhe (925 m) – Oderbrück<br />

anspruchsvoll, gute Kondition erforderlich. Ausrüstung: festes<br />

Schuhwerk, wetterfeste Kleidung. Streckenlänge: ca. <strong>24</strong> km<br />

Einkehr: Rucksackverpflegung erforderlich, Einkehr auf dem<br />

Wurmberg. Rückkehr: ca. 16.30 Uhr<br />

Wanderführung: Uwe Janssen<br />

Anmeldung: bis Freitag, 12.07.20<strong>24</strong> Uwe Janssen 0157 79<strong>06</strong>0301<br />

oder Claudia Janssen 0151 54822636<br />

Sonntag, 14.07.20<strong>24</strong><br />

„Natur pur rund um Torfhaus“<br />

(Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: von Torfhaus über Hopfensäcke,<br />

Bodemoor, Oderteich und Märchenweg, ca. 16 km,<br />

Rückkehr gegen 17.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 08.15 Uhr, Bad <strong>Harz</strong>burg, Parkplatz TEDI.<br />

Anmeldung und Führung: Sabine Barnert, 0160 96664561<br />

Sonntag, 14.07.20<strong>24</strong><br />

„Friedrichsbrunn am Ramberg“<br />

(Zweigverein Herzberg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung (mit Einkehr): von Friedrichsbrunn<br />

über Laubtalblick, Forsthaus Uhlenstein, Ruine Erichsburg<br />

zum Bergrat Müller Teich und Bärendenkmal, ca. 15 km,<br />

Rückkehr gegen 17.30 Uhr.<br />

Treffpunkt: 08.00 Uhr Herzberg, Busbahnhof.<br />

Anmeldung und Führung: Frank Lange, 0177 2585293


Schutzgebühr 2,00 € | Ausgabe <strong>06</strong>_20<strong>24</strong><br />

HARZKLUB<br />

✂<br />

Beitrittserklärung<br />

Zutreffendes bitte ankreuzen:<br />

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des <strong>Harz</strong>klubs unterstützen<br />

und erkläre hiermit meinen Beitritt als:<br />

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind<br />

Familie<br />

Vorname/Name:<br />

Geburtsdatum:<br />

Straße:<br />

PLZ /Ort:<br />

E-Mail:<br />

Beitritt zum <strong>Harz</strong>klub-Hauptverein/Zweigverein:<br />

<strong>Der</strong> Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €<br />

Ort, Datum<br />

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:<br />

Ort, Datum<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong> (-er Wald)<br />

geht nicht ohne uns<br />

<strong>Harz</strong>klub hilft!<br />

Hier geht es zur großen Pflanzaktion:<br />

https://harzklub.de/harzklub-hilft/<br />

Aktiv für den Naturschutz<br />

im <strong>Harz</strong>!<br />

Unterschrift<br />

Bei Minderjährigen, Unterschrift<br />

eines Erziehungsberechtigten.<br />

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«<br />

(Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).<br />

Unterschrift<br />

Erhaltungszuchtprogramm<br />

für Luchse<br />

Seite 13<br />

Klöster laden zum<br />

16. <strong>Harz</strong>er Klostersommer<br />

Seite 15<br />

Geführte Wanderungen<br />

im Juni und Juli<br />

Seiten 20 und 21<br />

www.harzklub.de<br />

Vorteile der Mitgliedschaft<br />

im <strong>Harz</strong>klub e.V.<br />

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung<br />

von Wanderheimen z.B. beim Kauf<br />

von Wanderkarten, Übernachtungen in den<br />

Wanderheimen<br />

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher<br />

Wanderverband): Vergünstigungen regional<br />

und deutschlandweit bei vielen Partnern<br />

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme<br />

an Veranstaltungen des <strong>Harz</strong>klub e.V., z.B.<br />

<strong>Harz</strong>er Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,<br />

Brockenveranstaltungen, den<br />

Veranstaltungen der Zweigvereine und an<br />

den geführten Wanderungen und Ausflügen<br />

des <strong>Harz</strong>klubs<br />

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit<br />

der Teilnahme an den Lehrgängen,<br />

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,<br />

Wegebeschilderung, Naturschutz,<br />

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,<br />

Klöppeln)<br />

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im<br />

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:<br />

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten<br />

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,<br />

Basteln, <strong>Harz</strong>er Brauchtum und Lagerfeuer,<br />

Ausflüge zum Weltwald <strong>Harz</strong>, auf den Brocken,<br />

in Höhlen oder Bergwerke<br />

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund<br />

der hohen Mitgliederzahl im <strong>Harz</strong>klub-<br />

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-<br />

Musikinstrumente)<br />

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft<br />

im Deutschen Wanderverband<br />

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte<br />

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im<br />

Landestrachtenverband<br />

✔ Vermarktung und Werbung für die<br />

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für<br />

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen<br />

über die Geschäftsstelle, das Internet,<br />

Rundschreiben und Presseinformationen<br />

✔ Information sämtlicher Zweigvereine<br />

zu den Geschehnissen im <strong>Harz</strong>klub und im<br />

gesamten <strong>Harz</strong> z.B. durch Rundschreiben,<br />

Vereinszeitschrift „<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>“, Versammlungen,<br />

Internet, Presse<br />

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen<br />

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,<br />

Internet<br />

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander<br />

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),<br />

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.<br />

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller<br />

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien<br />

für besondere Projekte der Zweigvereine<br />

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch<br />

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,<br />

Veranstaltungen usw.<br />

✔ Beratung durch den Hauptverein über<br />

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,<br />

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,<br />

Datenschutz usw.<br />

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder<br />

im gesamten <strong>Harz</strong>klub können sich viel besser<br />

Gehör verschaffen, als einzeln agierende<br />

„Ortsvereine“<br />

✔ Aktive Mitwirkung in der großen<br />

<strong>Harz</strong>klub-Familie: Umsetzung gemeinsamer<br />

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns<br />

22 <strong>06</strong> | 20<strong>24</strong>


ührernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausparamilitärischen<br />

Internatsschulen nicht nur das Abitur,<br />

at, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle<br />

etzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen<br />

ngsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwann<br />

Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung<br />

en Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau<br />

igantomanischen Architektur heute befremdet und einer<br />

n im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafals<br />

„Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos<br />

NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder<br />

nd die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen<br />

er Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausie<br />

auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüssel-<br />

II. Weltkrieg ihr Leben ließen.<br />

hstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg<br />

rschaft erhellt.<br />

Wie alles begann: Es nahte<br />

der 250. Geburtstag von Johann<br />

Wolfgang von Goethe<br />

und so dachte ich, würden im<br />

<strong>Harz</strong> diverse Publikationen<br />

an den Mann erinnern, der<br />

den <strong>Harz</strong> mit seinen faszinierenden<br />

Landschaftsformen<br />

weltberühmt gemacht hat.<br />

Das Elendstal und den Brocken<br />

im »Faust«, das Bodetal,<br />

das er als »gewaltigstes Felsental<br />

nördlich der Alpen«<br />

pries. Doch fast nichts geschah.<br />

So kam die Idee einer<br />

Zeitung für die <strong>Harz</strong>reisen<br />

des Dichters auf, zu der mich<br />

der legendäre »Windbeutelkönig«<br />

Dieter Friedrich Holste<br />

aus Schulenberg ermunterte.<br />

Die karge Bebauung zu Goethes Winterreise 1777 wird auf diesem<br />

Bild angedeutet. Nur das Wolkenhäuschen gab minimalen<br />

Schutz vor Witterungsunbilden.<br />

Goethefans lesen in der Jahresausgabe<br />

Bei einer Wanderung über<br />

Umwege auf den Brocken<br />

reifte der Entschluss, diese<br />

Reisen für heutige Besucher<br />

darzustellen. Viel Literatur<br />

wurde gewälzt, Fotos an den<br />

Örtlichkeiten gesammelt und<br />

zum Geburtstag 1999 war sie<br />

fertig. Tiefer und tiefer in die<br />

Welt des Dichterfürsten einzusteigen,<br />

das war der Plan.<br />

Schnell fanden sich Verbündete.<br />

Über viele Jahre gehörte<br />

der Goslarer Rammelsberg<br />

dazu. Nicht in den kühnsten<br />

Gedanken hatte ich diesem<br />

Blatt für Literatur- und Kulturtouristen<br />

eine so lange<br />

Lebensdauer prophezeit. Es<br />

kam anders – wie öfter im<br />

Leben. Immer neue Personen<br />

aus dem Dunstkreis des<br />

Aufgehübschte Darstellung von Brockenreisenden um 1839, die wohl so fein gekleidet den Brocken 62 Jahre nach Goethe eher<br />

nicht erreichten.<br />

Dichters fanden in den Folgejahren<br />

Platz im Blatt.<br />

Christlob Mylius, der weithin<br />

unbekannte frühe Bezwinger<br />

des Brockens, der schon<br />

1753 den unwegsamen Gipfel<br />

im Winter erreichte, sei<br />

genannt. Hans Christian Andersen,<br />

Theodor Fontane, der<br />

geniale Braunschweiger Maler<br />

Pascha Johann Friedrich<br />

Weitsch, der Quedlinburger<br />

Friedrich Gottlieb Klopstock,<br />

Johann Wilhelm Ludwig<br />

Gleim und sein heute ihn ehrendes<br />

Halberstädter Literaturzentrum<br />

wurden treue Begleiter.<br />

Maria Antonia<br />

Pessina von Branconi, die<br />

schöne Gräfin von Langenstein,<br />

inspirierte nicht nur<br />

Goethe, auch Bernd Wolff<br />

fand »Im Labyrinth der Täler«<br />

seinen Spielraum wie in<br />

weiteren Romanen rund um<br />

Goethes <strong>Harz</strong>reisen. Unvergessen,<br />

wie wir mit dem<br />

Heinrich Heine Spezial irrend<br />

vorwärtsstolperten und<br />

immer weiter ging es. Die<br />

Rockoper »Faust«, deren Gesamtkonzept<br />

in Kombination<br />

von Dampfbahnromantik<br />

mit Rockmusik und geschickter<br />

Literaturbearbeitung<br />

auf dem Brocken reüssierte,<br />

faszinierte uns, das<br />

Engagement Einzelner wie<br />

Achim Kapelle, der das Hotel<br />

Rathaus in Altenau buchstäblich<br />

vor dem Ruin rettete,<br />

ist aller Ehren wert!<br />

Allen, die dieses Projekt gefördert<br />

haben, sei hier ausdrücklich<br />

Dank gesagt, auch<br />

wenn sie namentlich nicht<br />

erwähnt worden sind.<br />

Aber so, wie jede Serie an ihr<br />

Ende kommt, soll diese<br />

Schutzgebühr: 1 €<br />

◗ 1. HARZREISE: 1777 – Winterbesteigung des Brockens<br />

von Nordhausen über Ilfeld, Elbingerode, Wernigerode,<br />

Goslar, Clausthal, Altenau, Brocken, St. Andreasberg,<br />

Duderstadt nach Mühlhausen S. 2–6<br />

◗ 2. HARZREISE: 1783 – mit geologischen Studien<br />

von Langenstein über Blankenburg, Rübeland, Halberstadt,<br />

Zellerfeld, Brocken, Schierke, Elend, St. Andreasberg nach<br />

Göttingen S. 7<br />

3. HARZREISE: 1784 – mit zeichnerischen Studien<br />

von Lauterberg über Osterode, Clausthal-Zellerfeld,<br />

Wildemann, Goslar, Brocken, Elbingerode, Thale,<br />

Blankenburg nach Langenstein S. 10–11<br />

◗ 4. HARZREISE: 1805 – »Wallfahrt nach dem Roßtrapp«<br />

von Halberstadt über Thale, Bodetal, Gernrode, Ballenstedt<br />

nach Aschersleben S. 14<br />

Weltkulturerbe<br />

25. Ausgabe das Vierteljahrhundert<br />

der Begleitung von<br />

Kulturreisenden im <strong>Harz</strong> nun<br />

beschließen, auch wenn es so<br />

etwas angeblich deutschlandweit<br />

nicht noch einmal<br />

gibt. Jede Ausgabe veranschaulicht<br />

eine anstrengende<br />

und schöne Zeit, die ich nicht<br />

missen möchte. Bleiben Sie<br />

munter und weiter neugierig<br />

auf die Spuren, die Goethe<br />

uns im <strong>Harz</strong> hinterlassen hat!<br />

WolfgangSchilling<br />

Hotel & Veranstaltungshof<br />

Schlossmühle<br />

Kaiser-Otto-Straße 28<br />

D-<strong>06</strong>484 Quedlinburg<br />

Tel.: +49(0)3946.787-0<br />

info@schlossmuehle.de<br />

Arrangements buchbar unter: www.schlossmuehle.de<br />

Napola Verführte Elite im <strong>Harz</strong><br />

Napola<br />

Verführte Elite im <strong>Harz</strong><br />

Ballenstedt<br />

Ilfeld<br />

<strong>Harz</strong>reisen im Lichte<br />

Goethes<br />

Seit 1999 gibt es nun bereits den 25. Sonderdruck „Goethe<br />

im <strong>Harz</strong>“ als Edition der <strong>Harz</strong>druckerei Wernigerode aus der<br />

„Historischen Reihe“. Das Blatt beschäftigt sich mit des<br />

Dichters <strong>Harz</strong>reisen, seinen Intentionen, Gefühlen, Hoffnungen,<br />

wissenschaftlichen Forschungen und seinem Faible<br />

für diese einmalige Landschaft sowie die ihn umgebenden<br />

historischen Persönlichkeiten. Nach einem Vierteljahrhundert<br />

ist dieses Projekt nun in der finalen Phase. Es ist die<br />

abschließende Ausgabe für ein deutschlandweit einmalige<br />

Schriftenreihe, wie uns Goethekenner bescheinigten.<br />

Im Vordergrund steht<br />

dabei nicht so sehr der<br />

literarische Ertrag, sondern<br />

eher die ursächlichen<br />

Antriebe für die<br />

verhältnismäßig häufigen<br />

Visiten am und um<br />

den Blocksberg.<br />

In der Jahresausgabe<br />

2023/<strong>24</strong> beschäftigen wir<br />

uns u. a. mit der Wiederaufführung<br />

der Erfolgs-<br />

Rockoper „Faust“. Außerdem<br />

gibt es eine Information<br />

zum neuen Buch<br />

zum Bodetal und Thale,<br />

der Walpurgishalle auf<br />

dem Hexentanzplatz und<br />

NS-Eliteschulen gab es im <strong>Harz</strong> in Ballenstedt<br />

und Ilfeld. Erstmals befasst sich<br />

ein vierköpfiges Autorenteam umfassend<br />

mit diesem lange tabuisierten Thema. Im Internat<br />

sollten die Jungs nach sieben Jahren<br />

Konditionierung und ideologischer Schulung<br />

in einer paramilitärisch geführten Einrichtung<br />

das Abitur erreichen. Danach war<br />

ihnen die Berufswahl freigestellt. Kriegsbedingt<br />

gingen viele von ihnen zur Wehrmacht<br />

oder SS.<br />

Auf 304 Seiten mit 950 Fotos wird ein außergewöhnlich intensiver<br />

Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-Zeit möglich.<br />

Informationen und Bestellung<br />

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2<br />

Goethe<br />

Die historische Reihe aus der<br />

im <strong>Harz</strong><br />

<br />

Auf den Spuren des großen deutschen Dichters 2023|20<strong>24</strong><br />

<strong>Harz</strong>reisen mit literarischem Ertrag<br />

25JahreaufdenSpurendesMalersWeberdurchsGebirge<br />

GOETHES HARZREISEN<br />

Quedlinburg<br />

Weltkulturerbe<br />

trifft Mittelalter<br />

und Fachwerk<br />

Faszination<br />

Romanik<br />

zu einem neu benannten Wanderweg unterhalb des<br />

Brockens – dem Benno Schmidt Weg. Die Veränderungen<br />

auf dem Teufelsstieg werden erneut beleuchtet. Nicht<br />

zuletzt bleibt der Brocken selbst ein zu jeder Jahreszeit<br />

sehr empfehlenswertes Ziel und damit natürlich auch<br />

Thema in der aktuellen Jahresausgabe. „Man muß oft<br />

etwas Tolles unternehmen, um nur wieder eine Zeitlang<br />

leben zu können. In meiner Jugend habe ich es nicht<br />

besser gemacht, und doch bin ich noch mit ziemlich heiler<br />

Haut davongekommen.“ Soweit der Sprachmagier selbst<br />

über seine jungen Jahre, in denen es ihn im <strong>Harz</strong> auf<br />

unwegsamen Pfaden zu neuen Einsichten trieb.<br />

Diese 25. Goethezeitung ist jetzt in vielen Touristinformationen<br />

des gesamten <strong>Harz</strong>es erhältlich.<br />

Sonderausgabe Nr. 25<br />

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