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GRILLZEIT 2024 1 - Grillen, BBQ & Outdoor-Lifestyle

Grillen, BBQ & Outdoor-Lifestyle

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PROJEKT<br />

KISTENSAU<br />

FOODPAIRING<br />

AUF DER PLANCHA<br />

DIE NEUEN PORK CUTS<br />

ROTISSERIE:<br />

RUNDUM GLÜCKLICH


EIN GROSSER SCHRITT<br />

FÜRS GRILLEN<br />

Ein kleiner Schritt zu gutem Essen<br />

Smarte Grills von Weber. Nie mehr Hoffen und Bangen, sondern leckeres Essen - jedes Mal.<br />

Finde deinen Grill auf weber.com


14<br />

26<br />

38<br />

83<br />

32 74<br />

news & stories<br />

06 Die Championships<br />

08 Snow & Beef <strong>2024</strong><br />

44 AMA Grillclub<br />

essen & trinken<br />

14 Very special Pork Steaks<br />

26 Projekt Kistensau<br />

38 Der Chicken Contest<br />

62 Beste Freunde<br />

74 Foodpairing<br />

auf der Plancha<br />

62<br />

10<br />

besser grillen<br />

32 Praxistests<br />

56 Praxistests<br />

78 Rundum glücklich<br />

86 Taste the Grill<br />

92 <strong>Grillen</strong> lesen<br />

94 Produktfeatures<br />

106 Neue Produkte<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 3


editorial<br />

61<br />

86<br />

59<br />

Wegwerfgesellschaft<br />

Unvorstellbare 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel<br />

landen weltweit jedes Jahr im Müll. In<br />

Österreich sind dies im Schnitt 43 Kilogramm<br />

Lebensmittel und Speisereste pro Privathaushalt,<br />

in Deutschland sogar 75 Kilogramm pro Jahr, wie<br />

die Verbraucherzentrale unserer Nachbarn errechnet.<br />

Vielleicht zählt man dort aber auch nur<br />

genauer nach.<br />

Ungefähr 35 Prozent der Lebensmittelabfälle<br />

im Privathaushalt entfallen jedenfalls auf (nicht<br />

mehr so) frisches Obst und Gemüse, 13 Prozent<br />

machen Brot und Backwaren aus, gefolgt von<br />

Getränken (12 Prozent) und Milchprodukten (9<br />

Prozent). Das restliche Drittel dürften sich Fleisch<br />

und Wurst mit Fetten, Saucen, Eiern, Halbkonserven<br />

und anderen verderblichen Inhalten des<br />

Kühlschranks teilen.<br />

Das ist nicht nur im Sinne der Welternährung<br />

ethisch verwerflich, sondern auch für den Klimaschutz<br />

äußerst relevant. Eine aktuelle Studie des<br />

„UN Environment Programme“ kommt nämlich<br />

zu dem Ergebnis, dass acht bis zehn Prozent der<br />

weltweiten Treibhausgasemissionen auf Lebensmittel<br />

zurückgehen, die nicht verzehrt, sondern<br />

entsorgt wurden. Und ungefähr ein Drittel davon<br />

geht auf das Konto der privaten Haushalte – das<br />

alleine entspricht in etwa dem Anteil des gesamten<br />

Flugverkehrs an den globalen Treibhausgasemissionen!<br />

Ein einziger Flug nach New York und retour wiederum<br />

produziert pro Passagiernase 2,7 Tonnen<br />

CO2, das entspricht 20.000 Jahreskilometern<br />

in einem schweren SUV – bei Alleinbenützung<br />

wohlgemerkt. Das wiederum ist fast genau jener<br />

CO2-Ausstoß, den „Statista“ uns für den Konsum<br />

von 200 Kilogramm Rindfleisch vorrechnet.<br />

Was wieder eine unsinnige Tagesration von über<br />

einem halben Kilogramm Rindfleisch ergeben<br />

würde. Wir sehen: Alles ist relativ.<br />

In diesem Sinn wünschen wir Ihnen eine schöne,<br />

abfallarme Grillsaison<br />

Ihre <strong>GRILLZEIT</strong> Redaktion<br />

15<br />

Impressum<br />

Medieninhaber & Produktion: produktiv pr+produktion GmbH<br />

Herausgeber: Michael Schubert<br />

Redaktion: Michael Schubert, Leslie Shott<br />

Alle: 2100 Korneuburg, Anton-Lorenzstraße 32<br />

Tel.: 0043/2262/20400, Email: redaktion@grillzeit.at<br />

Druck: Walstead Leykam Druck<br />

Gestaltung: Daniela Pfeiffer<br />

Bildbearbeitung: Rudolf Koch<br />

Redaktionelle Abbildungen und Fotos: Adobe Stock, Johannes Brunnbauer,<br />

<strong>GRILLZEIT</strong>, Stefan Hobel, ÖHG, Michael Schubert, shutterstock,<br />

Rudolf Stückler, Gerald Toifl.<br />

4 <strong>GRILLZEIT</strong>


VOM KENNER ZUM<br />

KÖNNER<br />

PRAKTISCHE INFOS & TIPPS<br />

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des AMA-Grillclubs.<br />

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essen & trinken<br />

Die Grill<br />

Championships <strong>2024</strong><br />

Österreich ist nicht nur ein Land mit etlichen waschechten Grillweltmeistern und World-Champions,<br />

sondern hat auch in den Bundesländern eine immer lebhaftere Grillsportler-Szene. Eine<br />

gute Gelegenheit, die Wettkampf-Teams persönlich zu sehen und ihre Produkte zu verkosten,<br />

sind die Meisterschaften auf den unterschiedlichsten Ebenen und in verschiedenen Regionen des<br />

Landes.<br />

Niederösterreich. Am 6. April <strong>2024</strong> ging in<br />

Wieselburg beispielsweise das „Niederösterreichische<br />

Grill Open“ über die Bühne. Unter<br />

diesem Themendach fanden im Rahmen der<br />

<strong>Outdoor</strong>-Erlebnistage am 6. und 7. April <strong>2024</strong> unter<br />

anderem die „9. NÖ Landesgrillmeisterschaften“ und<br />

die „10. NÖ Ripperlchallenge“ statt. Landesmeister<br />

wurde das Team „Thunder <strong>BBQ</strong>“, die sich gegen elf<br />

weitere Bewerber durchsetzen konnten. Die „Ripperlchallenge“<br />

gewann das Team „Mostgetiere“.<br />

Organisiert wird das NÖ Grill Open übrigens vom<br />

Niederösterreichischen Grillverband unter der Leitung<br />

von Adi Matzek sowie der Messe Wieselburg. Zu den<br />

Sponsoren des gut besuchten Bewerbes zählten unter<br />

anderem die kanadischen Premiumgrills von Napoleon<br />

und die niederösterreichische Qualitätsfleischmarke<br />

„donauland“.<br />

6 GrillZeit


01 24<br />

essen & trinken<br />

GRILL<br />

ZEIT<br />

NEWS<br />

Burgenland. Am 22.06.<strong>2024</strong><br />

ab 11 Uhr findet in der Gernot<br />

Arena in Jennersdorf das „2. Grill<br />

Open Burgenland“ statt. Die<br />

Grillteams arbeiten im Rahmen<br />

der Landesmeisterschaft ebenfalls<br />

mit besonderen AMA-Gütesiegel<br />

Fleischqualitäten.<br />

So wird für den 2. Gang AMA-Gütesiegel Schweinefleisch<br />

„donauland Schwein“ (Bauch) und für den 3. Gang AMA-<br />

Gütesiegel Rindfleisch vom Jungstier „donauland Rind“<br />

(Oberschale) von den Teams zubereitet. Beide werden<br />

von Bauern der Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf in<br />

Niederösterreich produziert.<br />

Als ganz besonderes Highlight erwartet die Besucher ein<br />

eigener AMA-Gütesiegel Fleisch Info- und Produktverkostungsstand,<br />

auf dem Haubenkoch und Grillweltmeister<br />

Adi Bittermann die besten Grill- und Zubereitungsmethoden<br />

ausgewählter Master- und Special-Cuts präsentiert<br />

und verkosten lässt.<br />

Steiermark. Am 23. und 24. Juni 2023 finden im steirischen<br />

Kaindorf/Steiermark im Rahmen der „26. Austrian<br />

Grill Open“ die heurigen Grill-Staatsmeisterschaften<br />

statt. Die Grillteams stellen sich auch hier mehreren<br />

Herausforderungen und Disziplinen. AMA-Gütesiegel<br />

Schweinefleisch „donauland Schwein“ und AMA-Gütesiegel<br />

Rindfleisch vom Jungstier „donauland Rind“<br />

kommen auch hier zum Einsatz und ausgewählte Special-Cuts<br />

werden am eigens dafür eingerichteten AMA-<br />

Gütesiegel Fleisch Info- und Produktverkostungsstand<br />

angeboten. Zubereitet von Adi Matzek, seines Zeichens<br />

Fleischermeister, Grillweltmeister und Genussbotschafter.<br />

Grill WM. Die Grill-Weltmeisterschaft findet <strong>2024</strong> vom<br />

27. bis 28. Juli quasi in Reichweite statt – nämlich in<br />

Stuttgart. Bei dieser WBQA Grillweltmeisterschaft werden<br />

bis zu 100 Teams aus aller Welt erwartet – davon<br />

mindestens 8 aus Österreich. Standort ist wieder das<br />

Messegelände in Stuttgart, wo im Vorjahr auch die Deutsche<br />

Grillmeisterschaft stattgefunden hat.<br />

GrillZeit 7


essen & trinken<br />

Snow & Beef<br />

<strong>2024</strong><br />

Erstmals im Jahr 2014 von der ARGE Rind gemeinsam<br />

mit dem AMA-GrillClub und dem<br />

Skicircus Saalbach-Hinterglemm gestartet, entwickelte<br />

sich Snow & Beef bis heute zur wohl<br />

genüsslichsten Qualitätsrindfleisch-Initiative auf den<br />

Pisten unseres Landes. Die Idee dahinter ist, den Wintersportgästen<br />

die landestypisch österreichische Rindfleischkultur<br />

näherzubringen. Am Berg gleichermaßen<br />

wie im Tal.<br />

Unter dem Titel „Snow & Beef“ fanden auch im zehnten<br />

Jahr des Bestehens dieses Projektes in den teilnehmenden<br />

Urlaubsregionen in Österreich sogenannte<br />

„Wintergrillshows“ mit echten Grillprofis bzw. zertifizierten<br />

AMA-Grilltrainern statt, welche Special-Cuts<br />

und Top-Qualitäten vom AMA-Gütesiegel Rind vor den<br />

Augen der Besucher vor- und zubereiteten.<br />

Die teilnehmenden Urlaubsregionen <strong>2024</strong>:<br />

03.02.<strong>2024</strong>: Stuhleck<br />

10.02.<strong>2024</strong>: Raxalpe<br />

17.-18.02.<strong>2024</strong>: Saalbach-Hinterglemm-<br />

Leogang-Fieberbrunn<br />

24.02.<strong>2024</strong>: Hochkar<br />

09.03.<strong>2024</strong>: Hauser Kaibling<br />

Bei diesen „Snow & Beef Wintergrillshows“ wurde oft<br />

auch vor den Portalen der teilnehmenden Betriebe von<br />

Grillprofis ausgezeichnetes Rindfleisch mit AMA-Gütesiegel<br />

zubereitet. Nach allen Regeln der Grillkunst und<br />

vor den Augen der Gäste. Bei diesem „front end grilling“<br />

im Schnee gab es daher nicht nur delikate Rindfleischspezialitäten<br />

zu verkosten, sondern auch einiges für die<br />

eigene Grillkarriere zu lernen.<br />

Die besonderen Fleischqualitäten für die genussreichen<br />

Wochen stammten allesamt von den Qualitätsfleischprogrammen<br />

der ARGE Rind, einem Zusammenschluss<br />

von rund 30.000 österreichischen Rinderbauern. Für die<br />

Initiatoren des schmackhaften Festivals stehen bei der<br />

Organisation vor allem das Thema Nachhaltigkeit im<br />

Vordergrund. Schließlich sind es überwiegend Landwirte,<br />

die Wiesen und Almen für den Skitourismus zur Verfügung<br />

stellen, auf denen im Sommer Rinder grasen.<br />

Ziel von „Snow & Beef“ ist es seit 10 Jahren, den Gästen<br />

höchste AMA-Gütesiegel Rindfleisch-Produktqualität<br />

näherzubringen. Zudem wird mit dieser Initiative die<br />

positive Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft<br />

unterstrichen.<br />

8 GrillZeit


essen & trinken<br />

Das ultimative<br />

Beef-Kompendium<br />

Die moderne Rindfleischküche reicht „from nose<br />

to tail“ und in Wahrheit gibt es keine edlen und<br />

unedlen Teilstücke vom Rind, sondern lediglich<br />

die richtige und falsche Wahl für den jeweiligen<br />

Verwendungszweck. Das beste Steak eignet sich nicht für<br />

ein saftiges Gulasch – und umgekehrt der schönste Wadschinken<br />

nicht für den Grill. Aber natürlich gibt es jeweils<br />

weniger gute, durchschnittliche, gute und hervorragende<br />

Qualitäten am Markt. Und diese zu erkennen, ist für den<br />

Laien oft gar nicht so einfach.<br />

Navigation statt Blindflug. Rindfleischkauf ist also<br />

eine Frage des Durchblicks – den man mit diesem Handbuch<br />

„AMA-Gütesiegel Rindfleisch Knowhow“ erhält.<br />

Denn nicht immer ist ein Fachmann zur Hand, und wer<br />

sich auskennt, bekommt deutlich mehr für sein Geld. Auf<br />

über 300 Seiten, mit einem Farbleitsystem übersichtlich<br />

in sechs Abschnitte strukturiert, informiert es über<br />

alle wichtigen Aspekte der Rindfleischqualität. Von den<br />

Anfängen der Rinderzucht über die Genetik bis hin zu<br />

weiteren bestimmenden Qualitätsfaktoren wie Kategorie,<br />

Haltung, Futter und Reifung. Von den Eigenschaften der<br />

unterschiedlichen Teilstücke bis zu den optimalen Zubereitungsmethoden,<br />

Garstufen und Küchentricks. Und<br />

für jeden der Cuts, Steaks und Klassiker gibt es auch ein<br />

passendes Rezept.<br />

Kategorien. Fleisch von der Kalbin hat nichts mit Kalbfleisch<br />

zu tun und ein Jungstier ist kein Jungrind. Den<br />

wenigsten Konsumenten ist klar, dass der umfassende<br />

Begriff „Rindfleisch“ eigentlich ein sehr breites Spektrum<br />

recht unterschiedlicher Produkttypen und -qualitäten<br />

umfasst, was sehr unterschiedliche Fleischsorten ergibt.<br />

Genetik. Wagyu, Angus, Hereford, Simmentaler... In den<br />

Online-Katalogen der Steak-Versandhäuser und Theken<br />

der Edelfleischer findet sich eine unüberschaubare Rassenvielfalt<br />

im Angebot. Denn in den unterschiedlichen<br />

Weltregionen und Kulturzonen entstanden im Laufe der<br />

Jahrtausende auch sehr unterschiedliche Rinderrassen,<br />

die jeweils für besondere Eigenschaften stehen.<br />

Futter und Haltung. Das Rind ist, was es isst. Deshalb<br />

ist sein Speiseplan eines der Hauptkriterien für die<br />

Beschaffenheit und den Geschmack des Fleisches. Im<br />

Fachchinesisch der Steak-Community haben sich deshalb<br />

für Rindfleisch der Premiumliga die Begriffe „Grass fed“<br />

für jenes von Weidetieren und „Grain fed“ für Fleisch aus<br />

der Intensivmast etabliert.<br />

Reifung. Frischfleisch ist eigentlich erst dann wirklich<br />

ein Genuss, wenn es nicht mehr ganz so frisch ist. Denn<br />

vorausgesetzt es altert in Würde und unter optimalen<br />

Bedingungen, entwickeln sich gerade bei Rindfleisch<br />

frühestens nach einer Woche im Kühlhaus Zartheit und<br />

Aroma.<br />

Teilstücke. In diesem umfangreichen Kapitel finden<br />

Sie auf 68 Seiten nicht nur die Details zu sämtlichen<br />

Teilstücken vom Rind, die sich aus der klassischen österreichischen<br />

Teilung ergeben, sondern auch internationale<br />

Special Cuts, Geheimtipps und Second Cuts, die Experten<br />

in aller Welt in den letzten Jahren in der Rinder-Anatomie<br />

„gefunden“ haben.<br />

Laden Sie sich dieses Buch kostenlos als<br />

eBook herunter oder lesen Sie es einfach<br />

online: https://fleischknowhow.at/rind<br />

Küche und Rezepte. Das Kapitel „Küche“ beschäftigt<br />

sich mit sämtlichen aktuellen Vorbereitungs- und Gartechniken<br />

der extrem diversifizierten Rindfleischküche<br />

und ist daher mit 78 Seiten ebenfalls eines der umfangreichsten<br />

in diesem Handbuch. Denn das Spektrum der<br />

Optionen ist extrem breit und reicht vom Grillsteak<br />

über die Wiener Rindfleischküche bis zum <strong>BBQ</strong> im<br />

Smoker und anderen Niedertemperatur-Garmethoden.<br />

Die Wahl der richtigen Gartechnik und der richtigen<br />

Gartemperatur ist nämlich für das Gelingen eines Rindfleischgerichtes<br />

fast ebenso wichtig wie die des richtigen<br />

Rohstoffes.<br />

GrillZeit 9


essen & trinken<br />

Weber,<br />

Winter,<br />

Planai!<br />

Webers „Wintergrillen“ mit Johann Lafer auf<br />

der Planai ist bereits ein Fixpunkt im Kalender<br />

der Ski-und Grill-Nation. Auch am 23. März<br />

dieses Jahres kamen wieder über 250 Fans<br />

auf die 1.800 Meter hoch gelegene Schafalm –<br />

sowie eine Extraportion Schnee.<br />

Von den tatsächlich winterlichen Verhältnissen ließen<br />

sich die zahlenden Gäste aber nicht die Laune<br />

verderben, hatte doch Starkoch Johann Lafer<br />

zusammen mit Yulia Haybäck und dem Weber-<br />

Team wieder für kurzweiligen Know-how-Transfer gesorgt.<br />

In einem extra aufgestellten Zelt wurde die Gästeschar in<br />

8er Teams aufgeteilt, die jeweils einen eigenen Grillprofi<br />

als Coach zur Seite gestellt bekamen und so gemeinsam<br />

ein Dreigangmenü der Extraklasse vom Grill fabrizierten.<br />

Und am Schluss natürlich gemeinsam mit der passenden<br />

Getränkebegleitung aufaßen.<br />

Nach dem kulinarischen Event kam die Charity. Die hochwertigen,<br />

speziellen Weber Grills (70th Anniversary Edition<br />

Kettle) und das Equipment, auf dem gewerkt worden war,<br />

sowie Bücher von Johann Lafer wurden verkauft, der Erlös<br />

von € 10.195,- ging an den Fonds „Schladming hilft“. Dieser<br />

von der Stadtgemeinde Schladming eingerichtete Fonds<br />

hilft unschuldig in Not geratenen Schladminger Bürgern.<br />

10 GrillZeit


essen & trinken<br />

Smoke on the Water ‘24<br />

Remmidemmi<br />

im Stillen Tal<br />

Auch in diesem Sommer lädt Grillweltmeister Leo Gradl wieder zu seinem <strong>BBQ</strong>-Festival „Smoke on<br />

the Water“ in seine idyllisch gelegene Grillschule – die historische Schurzmühle im „Stillen Tal“ bei<br />

Pabneukirchen. Zwei Tage lang – von 10. bis 11. August – geht es dort kulinarisch richtig rund.<br />

So werden gesmokte Beefribs, Brisket, Steaks<br />

und Burger angeboten, hauptsächlich über<br />

offenem Feuer sowie mit Holzkohle und auf<br />

Feuertischen gegrillt. Bei gutem Wetter ist auch<br />

ein waschechtes „Asado“ am Bach der Mühle geplant.<br />

Grill-Klassiker wie Hendl vom Drehspieß und Kaiserschmarrn<br />

von der Plancha sind auch vertreten. Auf der<br />

Wokstation wird hausgemachte Pasta mit knackigem<br />

Gemüse im Asiastyle zubereitet, es gibt aber auch eine<br />

rein vegane Grillstation!<br />

Alle Portionen sind klein gehalten und werden als<br />

Streetfood zu € 5,- angeboten, damit man sich auch<br />

richtig durchkosten kann. Dazu gibt es eine Verkostung<br />

von Whiskyspezialitäten, eine Weinbar sowie Kaffeespezialitäten<br />

von Leos Hofrösterei aus Waldausen.<br />

GrillZeit 11


essen & trinken<br />

Als Familyevent taugt dieses <strong>BBQ</strong>-<br />

Event nicht nur wegen der speziellen<br />

Lage mitten in der Natur, sondern<br />

auch wegen seines umfangreichen<br />

Programmes. So gibt es für Kinder die<br />

„Kids <strong>BBQ</strong> Academy“-Schnupperkurse,<br />

ein Schätzspiel mit tollen Preisen<br />

sowie einen Lehmofenworkshop mit<br />

Lehmtoni, der den Bau eines traditionellen<br />

Brotbackofens aus Lehm, Stroh,<br />

Ziegel und Weiden zeigt. Ein kleiner<br />

Kohlenmeiler wird von der Köhlerei<br />

Hochegger demonstriert. Auch das Räuchern<br />

von frischem Rohmilchkäse wird<br />

gezeigt und erklärt, ein Messerschmied<br />

stellt seine rustikalen Messer aus, die<br />

Smokerbauer Wieshofer aus Goldegg<br />

sind ebenfalls vertreten.<br />

Weitere Infos zu diesem <strong>BBQ</strong>-Festival<br />

findet man unter<br />

www.bbq-grill-akademie.at.<br />

Die Adresse lautet 4362 Pabneukirchen,<br />

Thomastal 10. Geparkt wird allerdings<br />

etwas abseits, denn an diesen Tagen ist<br />

autofreie Zone im Stillen Tal, da gleichzeitig<br />

auch die „Genusswandertage“<br />

stattfinden.<br />

Burger-Kult<br />

Der brandneue CULT BEEF Guide widmet sich samt und sonders dem Thema Burger<br />

- von der Warenkunde und speziellen Tipps angefangen, bis hin zu den angesagtesten<br />

Rezepten der Pitmaster und Küchenchefs. Denn die Burger von Cult Beef sind nicht<br />

nur in der Gastronomie hochgeschätzt, sondern finden auch bei der Grill-Community<br />

immer mehr Fans. Hier stimmen nämlich Biss, Fettanteil (exakt 18%) und der perfekte<br />

Rindfleischgeschmack. Die Marke CULT BEEF steht für garantiert österreichisches<br />

Kalbinenfleisch und zusätzlich noch für eine besonder strenge Selektion bei<br />

der Auswahl der Tiere und Teilstücke. Sowie für perfekte Reifung. Erhältlich sind<br />

die Cuts und Burger von Cult Beef bei Transgourmet in ganz Österreich, sowie bei<br />

Neurauter*frisch.<br />

Weitere Infos und die Broschüre zum Download gibt es ab Juli auf www.cultbeef.at.<br />

12 GrillZeit


DIE WEBER HIGHLIGHTS<br />

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den Balkon – hier bekommst du die beste Beratung, Service und<br />

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1210 Wien<br />

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8054 Seiersberg<br />

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GrillZeit 13


essen & trinken<br />

Very<br />

Special<br />

Pork<br />

Steaks<br />

Neue Cuts vom Duroc-Schwein<br />

Diese allerneuesten Special Cuts vom<br />

Schwein haben wir wirklich nicht<br />

auf die leichte Schulter genommen.<br />

Unser Exemplar war – samt Fuß und<br />

Schwarte – vielmehr rund acht Kilogramm<br />

schwer und stammte von einem<br />

wohlgenährten Duroc-Mix des Qualitäts-Labels<br />

„Natürlich Niederösterreich“,<br />

das unter anderem im Webshop<br />

der Fleischspezialisten von wiesbauergourmet.at<br />

erhältlich ist.<br />

14 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Auf dem Grill<br />

Diese schöne Schulter hat uns dann Erich Stiefsohn,<br />

der Fleischexperte des Hauses, anatomisch<br />

dekonstruiert. Soll heißen: so fachmännisch in<br />

seine Muskelpartien feinzerlegt, dass wir aus dem<br />

ansonsten gerne als Schmorfleisch unterbewerteten Teilstück<br />

etliche von jenen hochinteressanten Cuts für den Grill<br />

erhielten, die derzeit nicht nur in den USA und in Spanien<br />

Furore machen.<br />

Die Zerteilung ist mit dieser Gebrauchsanweisung künftig<br />

auch für unsereiner und andere ambitionierte Feuerköche<br />

unschwer nachvollziehbar – und so eine ganze Schulter ist<br />

(im Gegensatz zu den Special Cuts daraus) ja auch relativ<br />

einfach aufzutreiben. Es muss ja nicht wirklich eine mit Fuß<br />

daran sein, sehr wohl aber eine „wie gewachsen“, also mit<br />

dem Schulterblatt darin. Auf, an und unter diesem flachen<br />

Knochen sitzen nämlich einige der sehr speziellen und empfehlenswerten<br />

Cuts, die wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen.<br />

Dafür haben wir sie nicht nur einzeln roh und mit etwas<br />

Salz und viel Geduld zubereitet porträtiert, sondern auch<br />

anschließend in redaktioneller Runde sensorisch analysiert.<br />

Sprich: aufgegessen. Unsere daraus resultierenden Erkenntnisse<br />

zu den kulinarischen Eigenschaften der Cuts finden Sie<br />

bei der jeweiligen Teilstückbeschreibung.<br />

Für alle neuen Special Cuts aus der Schulter gilt<br />

als Zubereitungstipp folgende Vorgangsweise:<br />

Bei lebhafter Hitze von allen Seiten angrillen.<br />

Wir haben das auf einem Gusseisenrost bei<br />

etwa 280°C erledigt und dabei die Kerntemperatur<br />

der Steaks stets mit einem Stichthermometer<br />

im Auge behalten. Bei etwa 46°C im<br />

Kern geht es dann runter vom Rost und in einen<br />

auf rund 80°C vorgeheizten Ofen oder Grill,<br />

wo das Fleisch dann langsam bis zum richtigen<br />

Garpunkt nachzieht. Unserer Meinung nach sind<br />

hier 58-60°C Kerntemperatur gerade recht, um<br />

Geschmack und Safthaltigkeit zu optimieren,<br />

ohne das Fleisch zu übergaren. Was nämlich unweigerlich<br />

zu einer Verhärtung führen würde.<br />

Alternativ bietet sich auch die Methode des<br />

„Rückwärtsgarens“ an. Dafür wird das Fleisch<br />

bei Niedertemperatur (z.B. sous vide) langsam<br />

in die Nähe der gewünschten Kerntemperatur<br />

gebracht. Dann kurz etwas abkühlen lassen und<br />

anschließend auf dem Grill oder in der Pfanne<br />

flott beidseitig bräunen.


essen & trinken<br />

Der Masseverlust der Cuts durch den<br />

Garprozess war optisch fast noch<br />

markanter als auf der Waage. Während<br />

das Gewicht des gegrillten Steaks<br />

hier um rund 25% niedriger liegt<br />

als zuvor roh, sieht es im Größenvergleich<br />

noch kompakter aus. Was auch<br />

damit zu tun hat, dass das Fleisch<br />

durch die Hitzeeinwirkung „aufgeht“,<br />

also höher wird.<br />

DIE NEUEN CUTS IM DETAIL<br />

Der Brustmuskel Pectoralis wirkte roh sehr fest, war aber nach dem <strong>Grillen</strong> ganz im Gegenteil<br />

wunderbar zart. Während der Zubereitung zieht sich das Fleisch deutlich zusammen (läuft auf),<br />

verliert dabei aber wenig Gewicht (163 gegenüber 183 Gramm). Also ein ideales Portionssteak.<br />

16 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Das Pecho (spanisch für Brust) ist einer der ersten Cuts,<br />

die sich unschwer von der Schulter lösen lassen. Mit einem<br />

Gewicht von etwa 330 Gramm zählte es zu den größeren<br />

Partien und brachte auch nach dem <strong>Grillen</strong> noch 285<br />

Gramm auf die Waage, was im Normalfall für zwei Personen<br />

reicht. Optisch ähnelt es einem kleinen Flank Steak.<br />

Gegart wird der Cut am besten im Ganzen und wie beschrieben,<br />

nach einer kurzen Rastphase dann quer zur<br />

Faser in Tranchen geschnitten. Das Fleisch dieses Cuts ist<br />

etwas kernig, aber angenehm im Biss. Das kräftige Aroma<br />

erinnert ein wenig an Kalbfleisch.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 17


essen & trinken<br />

18 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Die kleine Tender Flat Shoulder<br />

war mit 110 Gramm Rohgewicht<br />

(gegrillt 100 Gramm)<br />

einer der kleinsten Cuts – und<br />

verdient ihren Namen völlig<br />

zu Recht. Sie ist ausgesprochen<br />

zart, geschmacklich<br />

erinnert sie ein wenig an das<br />

dunkle Fleisch der Nuss. Unter<br />

diesem Teilstück liegt übrigens<br />

noch das wiederum kleinere<br />

Piece of Shoulder verborgen,<br />

das sich ebenfalls gut zum<br />

<strong>Grillen</strong> eignet.<br />

Teres Major<br />

Das Teres Major, spanisch auch Tira genannt, sitzt zwischen dem Schulterblatt<br />

und der Dicken Schulter. Es war mit 122 Gramm einer der kleineren<br />

Cuts aus unserer Schulter, lohnt die Mühe aber ganz besonders. Denn es ist<br />

sehr zart im Biss, hat eine gute Struktur und ein ausgezeichnetes Fleischaroma.<br />

Einer unserer Favoriten!<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 19


essen & trinken<br />

Dicke Schulter<br />

Die Dicke Schulter wird am besten noch einmal in zwei recht unterschiedliche Muskeln geteilt – das<br />

Kleine Schulterstück und das eigentliche Bugstück: Dessen zugeputztes Herzstück wird als Heart of<br />

Shoulder bezeichnet und brachte bei uns roh 327 Gramm auf die Waage. Gegrillt war dieses Herzstück<br />

trotz langer Nachgarphase eher kernig im Biss und auch der etwas lebrige Geschmack nicht jedermanns<br />

Sache.<br />

Dafür war das Kleine Schulterstück (171 Gramm roh, 124 gegrillt) eine positive Überraschung. Mit<br />

60°C Kerntemperatur schmeckte dieser Cut fast wie ein Rindersteak.<br />

20 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

HERKUNFT. QUALITÄT. KONTROLLE.<br />

DAS HAT EINEN WERT.<br />

amainfo.at haltung.at<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 21


essen & trinken<br />

Unterhalb des Schulterblatts findet man das Chingolo, mit vollem Namen Chingolo de palete genannt,<br />

was gerne als Schulterfilet übersetzt wird, was aber etwas hoch gegriffen ist. Mit 432 Gramm roh und<br />

343 Gramm Gewicht nach dem <strong>Grillen</strong> war dies der größte unserer neuen Special Cuts vom Schwein.<br />

Sein Fleisch ist gut marmoriert und roh recht weich in der Struktur. Man sollte es aber auf keinen Fall<br />

übergaren, da es sonst sehr elastisch im Biss wird.<br />

22 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Diese „Kette“, nicht zu verwechseln mit jener am Rücken (Karree) entlang, liegt neben dem Chingolo<br />

(falschen Filet) und brachte bei unserer Zerlegung roh 140 Gramm auf die Waage, gegrillt waren es noch<br />

109 Gramm. Im Gegensatz zu ihrer Namensvetterin am Kotelettstrang hat uns diese Kette aber nicht<br />

100%ig überzeugt. Sie geriet doch recht bissfest und kam auch geschmacklich nicht ganz an die anderen<br />

Cuts aus der Schulter heran.<br />

Auf dem schaufelförmigen Schulterblatt-Knochen<br />

liegt ein kleiner<br />

Cut, für den sich aufgrund seiner<br />

Form der Name Cuscino eingebürgert<br />

hat und der anatomisch dem<br />

Kavalierspitz beim Rind entspricht.<br />

Er hatte bei unserer Zerlegung roh<br />

130 Gramm, nach dem <strong>Grillen</strong><br />

blieben 116 Gramm. Also eher ein<br />

sogenannter „Lady Cut“, aber von<br />

hervorragender Qualität. Etwas<br />

gallertig, aber sehr zart und geschmackvoll.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 23


essen & trinken<br />

Das Flat Iron Steak vom Schwein wird in Spanien Marucha genannt und ist tatsächlich ähnlich<br />

zu zerlegen wie jenes vom Rind – nur eben ein paar Nummern kleiner. Also wird das Schulterscherzel<br />

entlang der Sehne getrennt, was in unserem Fall zwei Cuts mit zusammen 172 Gramm<br />

Rohgewicht erbrachte. Interessanterweise erreichten diese Steaks trotz langer Nachgarphase<br />

lediglich 56°C Kerntemperatur, die ihnen aber sehr zu Gesicht standen.<br />

Zart und delikat zählten die Maruchas eindeutig zu unseren Topfavoriten.<br />

24 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Kampf um<br />

die Krone<br />

Strohschwein<br />

Ein schöner Rücken kann entzücken, besonders<br />

am Grill. Die Krone vom Duroc-Strohschwein<br />

ist das beste Stück vom Karree,<br />

mit sauber zugeputzten Knochen, die dem<br />

begehrten Teilstück seinen Namen gaben. Zirka 3,5<br />

Kilogramm bringt so eine Krone mit ca. 9 Rippenknochen<br />

und ohne Schwarte auf die Waage. Ob im<br />

Ganzen als Braten zubereitet oder in dicke Koteletts<br />

geschnitten, reicht das für mindestens 10 Personen.<br />

Dieses spezielle Teilstück stammt aus der Qualitätsproduktion<br />

der Marke „Natürlich Niederösterreich<br />

Duroc“, die auf einer besonderen Kreuzung zwischen<br />

Duroc-Schweinen mit der Deutschen Landrasse<br />

x Edelschwein basiert. Die regionale Marke<br />

unterliegt den Richtlinien des AMA-Gütesiegels +<br />

Mehr Tierwohl, was auch der Qualität des Fleisches<br />

sehr zugutekommt.<br />

Es zeichnet sich durch besonders zarte Fasern und<br />

eine gute Fettmarmorierung aus – ist also wie<br />

geschaffen für den Grill, ausgesprochen saftig, angenehm<br />

im Biss, leicht nussig und aromatisch im<br />

Geschmack. Erreicht wird das einerseits durch die<br />

besondere Genetik und Haltung, aber auch durch<br />

eine spezielle gentechnikfreie Fütterung mit Mais<br />

und Weizen sowie 7 Tage kontrollierter Mindest-<br />

Fleischreifung für jeden der Steak- und Bratencuts.<br />

Gewinne Deine Duroc-Krone<br />

aus Niederösterreich<br />

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Gewinne 1 von 30 Duroc Kronen<br />

(je ca. 3,5kg) im Wert von € 45,-<br />

inklusive Grill Info&Zubehör-Paket<br />

30 solche Prachtstücke im Wert von je € 45,- aus<br />

dem Sortiment des Online-Stores der Fleischexperten<br />

von Wiesbauer Gourmet verlosen wir Anfang<br />

Juli unter allen Teilnehmern dieses Gewinnspieles.<br />

Dazu gibt es jeweils ein Grill-Info&Zubehör-Paket<br />

mit Grillschürze, Grillzange und Infomaterial.<br />

Die Teilnahme ist sehr einfach: per Klick auf der<br />

Website www.duroc-strohschwein.at oder per<br />

Postkarte mit Kennwort „Duroc Strohschwein“<br />

und Angabe der Versandadresse an<br />

Redaktion <strong>GRILLZEIT</strong><br />

Anton Lorenz-Str. 32, 2100 Korneuburg<br />

Teilnahmeschluss ist der 30. Juni <strong>2024</strong>, die Ziehung<br />

erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.<br />

Der Versand des Fleisches erfolgt durch die Kühllogistik<br />

der Fa. Wiesbauer Gourmet.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 25


essen & trinken<br />

Die<br />

wohltemperierte<br />

Kiste<br />

Was dem Hawaiianer sein „Imu“ und dem Südamerikaner<br />

seine „Caja China“, ist dem Österreicher<br />

seine „Kistensau“. Das ist kein Schwein,<br />

sondern vielmehr jener kastenförmige Ofen, in<br />

dem selbiges über viele Stunden butterweich<br />

gegart wird. Ausschließlich bei konstanter, eher<br />

mäßiger Oberhitze, die von der glühenden Kohle<br />

auf dem Deckel auf das Innere abstrahlt und<br />

so gleichermaßen für saftiges Fleisch und eine<br />

knusprige Kruste sorgt.<br />

Konstruktionsdetail ist dieser feuerfeste Metalldeckel mit<br />

gebördeltem Rand, auf dem die glühende Kohle verteilt<br />

wird, die selbst einige hundert Grad Hitze erzeugt. Im Inneren<br />

der Kiste sollten 120 Grad aber nicht überschritten<br />

werden, besser sind sogar nur 80 bis 100 Grad. Sonst geht<br />

der Garvorgang zu schnell und das Fleisch trocknet aus.<br />

Bei einfacheren Modellen ist Nachsehen zwischendurch<br />

eigentlich nicht vorgesehen. Denn der Deckel bleibt besser<br />

zu, und außerdem ist er mit der Glut darauf ohnehin<br />

verdammt heiß. Doch es gibt auch Gerätschaft für eine<br />

anspruchsvollere Klientel, wie unsere Story „Projekt Kistensau“<br />

beweist, wo man diese Art der Zubereitung auf<br />

einem professionellen Niveau mitverfolgen kann.<br />

Diese archaische Grillmethode ist wohl so alt wie die<br />

Nutzung des Feuers an sich, aber heute für Feste<br />

aller Art populärer denn je. Denn das gemeinsame,<br />

geduldige Warten auf den Braten unter der Gluthaube<br />

verbindet die Menschen rund um die heiße Kiste und<br />

auch die schiere Menge des Inhaltes ist nichts für Singlehaushalte<br />

und Kleinfamilien. Selbst in kleineren Formaten dieses<br />

Ofentypus finden einige große Braten gleichzeitig Platz, in<br />

den größeren auch ganze Spanferkel und mehr. Daher kommt<br />

wohl auch der Name „Kistensau“. Catering-Profis garen in so<br />

einer Kiste schon einmal über 100 Portionen Fleisch und Gemüse.<br />

Die Kistensau ist also unbedingt ein Gesellschaftsspiel, was<br />

auch am erheblichen Aufwand an Zeit und Brennstoff liegt,<br />

um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Sechs Stunden sind<br />

es netto im Minimum, die Vorbereitung des Fleisches und das<br />

Anheizen noch gar nicht gerechnet. Und um die Glut über<br />

diesen Zeitraum möglichst konstant und gleichmäßig zu erhalten,<br />

muss man etliche Kilogramm Holzkohle investieren<br />

– oder aber fast drei große Körbe Buchenscheiter wie bei unserem<br />

aktuellen Projekt. Das rechnet sich nicht für ein Hendl<br />

oder eine Stelze. Besser sind da schon zehn.<br />

Konstruktiv ist die Kistensau alias Schweinekiste nichts anderes<br />

als eine große, stabile Holzbox, die gerne mit Edelstahlblech<br />

ausgeschlagen wird. In diese wird das Gargut<br />

geschlichtet, dann kommt der Deckel drauf. Das wichtigste<br />

26 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 27


essen & trinken<br />

Karree vom Duroc-Schwein<br />

Schulter vom Duroc-Schwein<br />

Stelze vom Duroc-Schwein<br />

Bauch vom Duroc-Schwein<br />

28 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Mit Patrick, Maximilian und Hannelore Planer vom<br />

gleichnamigen Landgasthaus im niederösterreichischen<br />

Rammersdorf haben wir eine Wirts-<br />

Familie gefunden, denen die Kistensau ganz<br />

besonders gut ins gastronomische Konzept passt. In der ehemaligen<br />

Raststation an der B 29 wird Gastfreundschaft nämlich<br />

auch oft und gerne im XL-Format praktiziert. Für richtig<br />

große Hochzeiten hat man dort ebenso Platz wie für Betriebsfeiern<br />

und Kulturveranstaltungen. Zwei- bis dreihundert Gäste<br />

sind hier ganz normal, bei fünfhundert wirds dann allerdings<br />

eng. Und alle kommen auch wegen des guten Essens besonders<br />

gerne, für das die Planers bereits seit den 70ern des vorigen<br />

Jahrhunderts bekannt sind.<br />

Wir haben die Familie Ende April einen ganzen „Kistensau“-<br />

Tag lang begleitet, um diese spezielle Zubereitung und ihre<br />

Gerätschaft Schritt für Schritt zu dokumentieren. Beginnend<br />

um 8 Uhr früh mit dem ersten Anheizen des Buchenholzes bis<br />

zum Servieren der Braten am späten Nachmittag.<br />

Jene Kiste, die Familie Planer bei einem Spezialisten als Sonderanfertigung<br />

in Auftrag gegeben hat, spielt allerdings in<br />

einer ganz anderen Liga als die Billigangebote im Internet.<br />

Das massive Teil hat einen Korpus aus Edelstahl, ist gut 200<br />

Kilogramm schwer und ist wie ein großer Smoker auf drei Ebenen<br />

horizontal zu befüllen, die großen Roste im Format 55<br />

x 105 Zentimeter können auch während des Garvorgangs in<br />

verschiedenen Höhen platziert werden. Das erleichtert die Regulierung<br />

der Strahlungshitze, die ja von der Glut auf der Deckelwanne<br />

an das Gargut abgegeben wird. Und diese massive<br />

Kohlewanne aus 5 Millimeter starkem Gusseisen hat ihrerseits<br />

wieder einen massiven Metalldeckel, wodurch die Brenndauer<br />

und -intensität der Kohle gegenüber einer offenen Glut deutlich<br />

verbessert wird. Vier große, stabile Industrierollen und<br />

starke Griffe machen diese Edel-Kiste mobil – auch bei voller<br />

Hitze kann so problemlos der Standort gewechselt werden.<br />

Die Munition. Was in die Kiste kommt, definieren die Gäste<br />

und der Anlass, für den die Kistensau gebucht wird. Bis zu 120<br />

Portionen hat sie bereits bei Festen im Garten des Landgasthauses<br />

und Caterings außer Haus ganz allein produziert. Und<br />

das kann natürlich (auch) Gemüse sein oder Kartoffeln, Krautköpfe,<br />

ganze Zwiebeln, Geflügel oder Rindfleisch. In den meisten<br />

Fällen ist es dann aber doch das Schweinefleisch, das dem<br />

Gerät seinen Namen gegeben hat und sich für diese Art der<br />

Zubereitung besonders gut eignet. Denn durch den langsamen<br />

Garprozess bei relativ niedrigen Temperaturen wird – ähnlich<br />

wie beim <strong>BBQ</strong> – das Kollagen im Bindegewebe geknackt und<br />

die Fleischfasern werden sehr zart. Zugleich tritt aber durch<br />

die Strahlungshitze von oben auch eine attraktive Bräunung<br />

der Schwarte ein, ohne dass hier je etwas verkokeln kann.<br />

Als Kistenfleisch eignen sich am besten große Fleischstücke,<br />

die im Idealfall auch gut mit Fett durchzogen sind. Für unsere<br />

Reportage wurden eine ganze Schulter samt Schwarte, ein<br />

paar Stelzen, ein Karree mit Schwarte (das sogenannte Jungschweinerne)<br />

und ein Bauchfleisch in die Kiste geschickt. Allesamt<br />

vom „Natürlich Niederösterreich Duroc Strohschwein“,<br />

das eine besonders gute Marmorierung und Fettqualität liefert.<br />

Und um die Bratverluste einschätzen zu können, haben<br />

wir über das Gewicht jedes einzelnen Teilstücks vor und nach<br />

dem Garen Buch geführt.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 29


essen & trinken<br />

Das<br />

Kistensau-<br />

Protokoll<br />

Angezündet wurde mit Holzspänen in der Glutwanne,<br />

auf die ganze Buchenscheiter geschlichtet<br />

wurden, die auf dem Dach der Kiste schon nach wenigen<br />

Minuten ein lebhaftes Feuer lieferten. Aber erst<br />

nachdem dieses Hartholz zu weißer Glut verkohlt<br />

war, wurde es flächig in der Wanne verteilt – später<br />

nach und nach mit Buchenscheitern nachgelegt. Das<br />

Ziel dabei war wie immer, die Lufttemperatur innerhalb<br />

der Kiste möglichst konstant im gewünschten<br />

Bereich von 80 bis 100°C zu bringen bzw. zu halten.<br />

Ein wenig einfacher geht das natürlich mit Holzkohle,<br />

noch etwas einfacher mit Kohlebriketts.<br />

Das Fleisch wurde inzwischen gut mit Salz, Knoblauch<br />

und Kümmel eingerieben, dann mit der Schwarte<br />

nach unten in große Bräter gelegt, die fingerhoch<br />

mit Wasser gefüllt waren. Zwischen die Teilstücke<br />

kamen noch geviertelte Zwiebeln, Wacholderbeeren,<br />

Pfefferkörner und Rosmarinzweige als Würzung des<br />

Sudes, bevor die Bräter in den Ofen geschoben wurden.<br />

Auf diese Weise wurden die Schwarten nun gut<br />

zwei Stunden weich geschmort und dann herausgehoben<br />

sowie umgedreht.<br />

Mit einem scharfen Messer wurden nun die Schwarten<br />

rautenförmig eingeschnitten, wie man das vom<br />

Schweinsbraten kennt. Nun wird noch einmal gewürzt<br />

und jedes Fleischstück separat mit einer Sonde<br />

ausgestattet, die ihre Daten nicht nur an das Display<br />

an der Kiste, sondern auch an die App sendet, die Patrick<br />

auf seinem Handy installiert hat. Denn bei der<br />

Temperaturführung überlässt er nichts dem Zufall,<br />

auch der Innenraum der Kiste wird permanent per<br />

Sonde überwacht.<br />

So waren die Feuerköche jederzeit über den Stand<br />

der Dinge informiert und konnten beizeiten Holz<br />

nachlegen oder das Gargut umschlichten. Die Steuerung<br />

der Luftzufuhr, um die Hitze zu regulieren,<br />

funktioniert hingegen auch bei diesem Kisten-Spezialmodell<br />

noch ausgesprochen analog – nämlich<br />

durch verschieden dicke Holzkeile, die Patrick Planer<br />

bei Bedarf unter den Rand des Deckels schiebt.<br />

So ausgestattet ging es für weitere 4,5 Stunden zurück<br />

in die heiße Kiste, wo das Fleisch allmählich<br />

seiner idealen Kerntemperatur von mindestens 80°C<br />

30 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

entgegengarte. Dass diese so lange dauert, liegt auch<br />

daran, dass diese Temperatur im Inneren des Fleisches<br />

nach einem anfangs steilen Anstieg bei etwa<br />

75°C oft scheinbar ewig stagniert. Das liegt an der<br />

sogenannten „Plateauphase“, die man beim <strong>BBQ</strong> nur<br />

allzu gut kennt und die – je nach Teilstück, Außentemperatur<br />

und Luftfeuchtigkeit – manchmal auch<br />

stundenlang dauern kann. Und noch dazu nie wirklich<br />

genau zu prognostizieren ist. Schon deswegen ist<br />

die permanente Messung des Fleischinneren mittels<br />

Sonde auch Profis dringend zu empfehlen.<br />

Nach insgesamt 6,5 Stunden erreichten die ersten<br />

Teile die gewünschte Garstufe, wurden deshalb herausgenommen<br />

und erst einmal warm gestellt. Bis<br />

dann auch die Kerntemperatur der ganzen Schulter<br />

die 80-Grad-Marke überschritt, kostete das noch<br />

eine weitere Stunde, wobei auch die Stelzen so lange<br />

brauchten, damit das Fleisch buchstäblich vom Knochen<br />

fiel.<br />

Bevor die Bratenstücke schließlich auf den Teller<br />

kamen, ging es noch einmal auf die Waage. Rund 20-<br />

25% waren die durchschnittlichen Bratverluste nach<br />

bis zu 7,5 Stunden Garzeit. „Anteil der Engel“ nennt<br />

sich dieser Verlust in der Cognac-Produktion, wenn<br />

während der Reifung ein Teil des kostbaren Nasses<br />

verdunstet. Im Fall der Kistensau klingt das aber nach<br />

mehr, als es ist – denn bei klassischen Ofenbraten<br />

liegt dieser Wert oft deutlich höher, da dort mehr<br />

Fleischsaft verloren geht.<br />

Uns ließen die Engel jedenfalls mit insgesamt 28 Kilogramm<br />

Bratenfleisch vom Duroc-Schwein immer<br />

noch genug über, um die hervorragenden kulinarischen<br />

Möglichkeiten dieser Kombination von Top-<br />

Fleischqualität und gehobener Kistensau-Technik<br />

ausgiebig in illustrer Runde zu verkosten. Und wer<br />

jetzt Appetit bekommen hat, weil die nächste Familienfeier<br />

ohnehin ansteht, kann schon einmal die<br />

Einladungen vorbereiten: So ein Kistensau-Event für<br />

30 Gäste mit Fleisch und sämtlichen Beilagen ist im<br />

Landgasthaus Planer um 600 bis 700 Euro zu haben.<br />

Informationen: Gasthaus Planer<br />

Rammersdorf 5, 3231 St. Margarethen<br />

+43 676 / 615 48 47, gasthaus.planer@aon.at<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 31


praxistest<br />

Pit Boss Memphis Ultimate<br />

DER<br />

TAUSENDSASSA<br />

Pit Boss ist eine Tochtergesellschaft des Familienunternehmens Dansons Inc, das am <strong>BBQ</strong>-Sektor<br />

weltweit u.a. auch mit Louisiana Grills und Country Smokers vertreten ist. Im Jahr 2020 war<br />

Pit Boss eine der meistverkauften Marken der Branche in den Vereinigten Staaten. War Pit Boss<br />

anfangs vor allem für seine Pelletsmoker bekannt, bietet die Brand heute ein breites Portfolio für<br />

Grillfans bis hin zu Zubehör und Gewürzen.<br />

Mit dem „Pit Boss Memphis Ultimate“<br />

stellte das US-Unternehmen ein<br />

Kombinationsgerät aus einem Gasgrill,<br />

einem Holzkohlegrill und einem<br />

elektrischen Smoker mit Glastür vor, das auch in<br />

Österreich (z.B. bei <strong>BBQ</strong> Point) zu einem Kampfpreis<br />

von unter 1.000 Euro zu haben ist.<br />

Dieses grilltechnische Multitalent verfügt als<br />

erster seiner Art insgesamt über 11.960 Quadratzentimeter<br />

Grillfläche mit den unterschiedlichsten<br />

Talenten. Auf dem Gasgrill mit drei<br />

Edelstahlbrennern (8,79 kW) kann man also<br />

gleichzeitig Burger grillen, während auf dem<br />

Holzkohlegrill Spieße brutzeln. Dieser verfügt<br />

über eine 6-stufige Höheneinstellung, einen<br />

vorderen Lufteinlass und einen hinteren Schornsteinabzug.<br />

Die Konstruktion des Memphis Ultimate<br />

ermöglicht es, zugleich dann auch noch den<br />

Rauch aus dem 1.500-Watt-Elektro-Smoker auf<br />

beide Seiten des Grills zu leiten, um dem Grillgut<br />

eine zusätzliche Rauchnote zu verleihen. Er bietet<br />

außerdem porzellanbeschichtete Gusseisen-<br />

Grillflächen und Roste, zwei Schubladen, Werkzeughaken,<br />

eine seitliche Ablage und feststellbare<br />

Lenkrollen.<br />

Im Praxistest. Bei Grillweltmeister Adi Bitterman<br />

in Göttlesbrunn hatten wir Gelegenheit, das<br />

Gerät in seiner ganzen Pracht und Vielfalt kennenzulernen.<br />

Quasi „Nose to Tail“. Und das war<br />

auch das Motto der Gerichte vom Tullnerfelder<br />

Schwein, die Adi auf dem Memphis Ultimate im<br />

Praxistest des Gerätes zubereitete. Also in diesem<br />

Fall die Füße, Stelze und Zunge sowie Steaks von<br />

der Leber als unterschätzte Geheimtipps für die<br />

Fleischküche im Freien.<br />

32 <strong>GRILLZEIT</strong>


praxistest<br />

Der uralte französische Brauch, verschiedene<br />

Innereien und sogenannte unedle Fleischstücke<br />

zusammen mit Wurzelwerk, einem Schuss Essig<br />

und Gewürzen als „Pot a Feu“ zuzubereiten, findet<br />

seine Entsprechung als Kesselgericht im Dutch<br />

Oven, den Adi direkt auf die Glut einer Handvoll<br />

Kohlebriketts setzte. Wo dann einige Stunden ins<br />

Land gehen, denn die Zungen sollten ganz weich<br />

werden und das Fleisch regelrecht vom Knochen<br />

fallen, bevor es an die Weiterverarbeitung geht.<br />

Denn das ist der ideale Rohstoff für:<br />

Adis gebackene Haxlsulz<br />

Zutaten:<br />

2 Schweinsfüße<br />

1 Vordere Stelze<br />

2 Schweinszungen<br />

4 Karotten<br />

4 gelbe Rüben<br />

1/4 Sellerieknolle<br />

6 Lorbeerblätter<br />

15 Pfefferkörner<br />

10 Wacholderbeeren<br />

1/8 l Essig<br />

Ich grill, wie ich will<br />

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Die größte Inspiration kommt direkt aus der Natur.<br />

Egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse mit dem natürlichen Gewürzen von<br />

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<strong>GRILLZEIT</strong> 33


praxistest<br />

Den Dutch Oven oder Topf mit 3 Liter Wasser aufstellen,<br />

den Essig dazugeben. Die Gewürze in der Pfanne<br />

trocken rösten und anschließend ins Wasser geben. Die<br />

Schweinshaxn, die Stelze und die Zungen dazugeben<br />

und mindestens 1 ½ Stunden langsam kochen. Den<br />

Schaum abschöpfen und dann das geschälte Wurzelgemüse<br />

dazugeben, ca. 30-35 Minuten kernweich kochen.<br />

Dann das Wurzelgemüse herausnehmen, überkühlen<br />

lassen und in kleine Würfel schneiden, anschließend<br />

beiseitestellen.<br />

Schweinshaxn, Stelze und Zungen herausnehmen,<br />

wenn sie weich sind, dann die Haut von den Zungen<br />

abziehen. Zungenfleisch, Schwarten und Fleisch grobwürfelig<br />

schneiden.<br />

Den Fond weiter auf der Glut (oder kleiner Flamme am<br />

Herd) einreduzieren lassen, bis nur mehr ungefähr 500<br />

ml übrig bleiben. Das Fleisch mit dem Gemüse in einer<br />

Schüssel vermischen, den Fond durch ein feines Sieb<br />

hineinschütten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />

Anschließend die Masse in kleine Formen pressen und<br />

kalt stellen. Wenn die Haxlsulz fest geworden ist, in<br />

Scheiben schneiden, in Gewürzbrösel panieren und auf<br />

der Grillplatte knusprig braten.<br />

Dazu bereitete Adi uns auch eine frische Schweinsleber,<br />

die er in dicke Scheiben schnitt und auf dem Rost<br />

neben dem Dutch Oven bei kräftiger Hitze auf beiden<br />

Seiten gut angrillte, dann erst salzte und bei geringer<br />

Hitze am Rand des Rostes gar ziehen ließ. Die<br />

Schweinsleber sollte nie zu fest werden und im Kern<br />

immer noch halbroh wirken, um perfekt zu schmecken.<br />

Dann ist sie von einer Kalbsleber nur schwer zu unterscheiden.<br />

34 <strong>GRILLZEIT</strong>


praxistest<br />

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<strong>GRILLZEIT</strong> 35


essen & trinken<br />

36 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

War es noch bei unseren Großeltern<br />

nur am Sonntagstisch<br />

zu finden, zählt das Brathendl<br />

aufgrund züchterischer Spezialisierung<br />

und hochskalierter<br />

Betriebsgrößen heute oft schon zu<br />

den Okkasionen im Fleischregal.<br />

Wobei diese Preise mit höheren<br />

Ansprüchen an Kulinarik, Tierwohl,<br />

Fütterung und Alter des<br />

Federviehs andererseits auch gehörig<br />

nach oben klettern können.<br />

Das Masthuhn wurde in den vergangenen sechs Jahrzehnten<br />

nicht nur international demokratisiert,<br />

sondern auch züchterisch optimiert. Und heute<br />

ist es trotz des erstaunlich niedrigen Preisniveaus<br />

gar nicht so leicht, im österreichischen Lebensmittelhandel<br />

schlechte Ware zu bekommen. Die meisten heimischen Hendl<br />

dort sind ja inzwischen mit dem AMA-Gütesiegel ausgestattet,<br />

manche sogar mit Zusatzmodulen wie „mehr Tierwohl“,<br />

„regionale Herkunft“ oder „besondere Rassen“ – immer also<br />

aus heimischer Produktion mit gentechnikfreier Fütterung.<br />

Aber selbst die Importware aus der Aktionstruhe ist nach<br />

einem Aufenthalt auf dem Grillrost oft nur schwer von einheimischem<br />

Federvieh zu unterscheiden.<br />

Denn in ganz Europa kommt meist die gleiche genetische<br />

Basis als Küken zu den Mästern. Die Einbürgerung startet also<br />

meist mit der Fütterung, die sich natürlich an den regionalen<br />

Gegebenheiten orientiert. So ist in der Steiermark etwa der<br />

Kukuruz in sehr guter Qualität und rauen Mengen verfügbar,<br />

der aus jedem genetisch eher blassen Huhn ein gelbhäutiges<br />

„Maishendl“ macht. Wobei sich die Zusammensetzung des<br />

Futters mit zunehmendem Alter allmählich ändert. Küken<br />

brauchen mehr Eiweiß, ältere Tiere mehr Stärke.<br />

Waren noch bis in die 1950er Jahre auf österreichischen<br />

Bauernhöfen eine Vielzahl sogenannter, oft regionaler<br />

„Zweinutzungsrassen“ anzutreffen, die gleichermaßen für die<br />

Eierproduktion wie auch als Festtagsbraten zuständig waren,<br />

startete in den 60ern die Karriere der Spezialisten und die<br />

Trennung in Lege- und Masthühner.<br />

„Ross 308“ heißt heute die populärste Rasse, die von einem<br />

deutschen Konzern weltweit erfolgreich vermarktet wird und<br />

Hendl<br />

3.0<br />

Generation Alpha<br />

deren Küken von den Mastbetrieben zugekauft werden. Die<br />

Tiere wachsen wesentlich schneller, haben große, fleischige<br />

Brüste, sind früh schlachtreif und aufgrund ihrer Jugend auch<br />

sehr zart im Fleisch sowie mild im Geschmack.<br />

Neue Hendi-Rechnung. Moderne Masthuhnrassen ermöglichen<br />

eine Futterverwertung mit dem Faktor 1:1,6. Ein Huhn<br />

der Rasse „Ross 308“ muss also nur 1,3 bis 1,6 Kilogramm<br />

Futter aufnehmen, um ein Kilogramm an Gewicht zuzulegen,<br />

und ist im Alter von rund einem Monat bereits schlachtreif.<br />

Das ist um ein Vielfaches effizienter als bei Witwe Polte, deren<br />

Hühner einige Jahre alt werden durften – und auch deutlich<br />

wirtschaftlicher als am Bio-Sektor. Zwar werden auch dort<br />

moderne „Hybrid-Rassen“ eingesetzt (die Küken sind hier übrigens<br />

meist Franzosen), aber sie wachsen spürbar langsamer<br />

als „Ross 308“ und Konsorten. Bio-Hühner müssen über zwei<br />

Kilogramm Futter fressen, um ein Kilo zuzulegen, und werden<br />

daher erst mit dem etwa doppelten Alter geschlachtet als ihre<br />

konventionellen Kollegen.<br />

Aktuell gibt es bei Bio-Hühnern, aber auch bei konventionell<br />

gefütterten Hühnern in der Premium-Liga einen deutlichen<br />

Trend zu neuen, langsamer wachsenden Hybrid-Rassen, wie<br />

„JA 757“ von Hubbard oder „Cobb Sasso“. Das liegt vor allem<br />

daran, dass von der gehobenen Gastronomie – aber auch von<br />

immer mehr anspruchsvollen Konsumenten – verstärkt wieder<br />

Hühner mit intensiverem Eigengeschmack und etwas festerem<br />

Biss nachgefragt werden.<br />

Und auch das „Hendl wie damals“, also alte Zweinutzungsrassen<br />

wie das berühmte „Sulmtaler“, finden nach wie vor<br />

Zuspruch, verlangen aber eine gewisse Kennerschaft und<br />

Kaufkraft. Denn die Zubereitung dieses ursprünglichen und<br />

meist auch deutlich älteren Geflügels ist nicht ganz so einfach,<br />

der Preis dafür aber meist um ein Vielfaches höher als<br />

bei Hybrid-Hühnern.<br />

Da vielen Verbrauchern ethische Qualitätskomponenten auch<br />

immer wichtiger werden, noch ein paar Infos zur Haltung:<br />

Während in österreichischen Mastbetrieben die Bestandsdichte<br />

mit 30 kg pro Quadratmeter limitiert ist, dürfen es in<br />

Italien und Slowenien schon etwa 40 kg sein. Beim AMA-Bio-<br />

Huhn sollten es nicht mehr als 21 kg/m 2 sein, bei besonders<br />

extensiven Projekten wie dem Krusdorfer Weidehuhn mit<br />

seinen mobilen Stallungen sind es sogar nur 3-4 kg pro Quadratmeter.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 37


essen & trinken<br />

Der<br />

Chicken<br />

Contest<br />

Eine besonders spannende Vergleichsverkostung<br />

des AMA Grillclub lockte Anfang April die<br />

gesamte heimische Branchenprominenz nach<br />

Ilz an der steirischen „Route 66“. Österreichs<br />

Geflügelproduzenten, zahlreiche Experten, die<br />

Topeinkäufer des Handels sowie die <strong>GRILLZEIT</strong><br />

hatten Gelegenheit, 14 heimische und internationale<br />

Hendl-Qualitäten zu vergleichen – die<br />

Mehrheit davon aus der obersten Liga.<br />

So umfassend und repräsentativ konnten wir allererste<br />

Hendl-Qualitäten im direkten kulinarischen Vergleich<br />

vorher noch nie kennenlernen. Fachgerecht<br />

zubereitet auf dem Grill der Drei-Hauben-Küche des<br />

Edel-Gasthauses Haberl-Fink, das in Ilz auch einen hochwertigen<br />

Online-Shop und eine gut besuchte Grillschule<br />

betreibt. Dieser Event diente aber nicht nur der Standortbestimmung<br />

der heimischen Geflügelwirtschaft, sondern<br />

bescherte uns auch einige Aha-Effekte. Auch weil diese<br />

Verkostung von Anfang an kein simples Ranking zum Ziel<br />

hatte – vielmehr detaillierte und nachvollziehbare Informationen<br />

zu Charakteristiken und Stärken bzw. Schwächen der<br />

jeweiligen Kandidaten.<br />

Brust oder Keule. Verkostet wurden 14 verschiedene<br />

Hühner in sieben Durchgängen, wobei von jedem Tier die<br />

ausgelöste Brust und die Keule separat zubereitet und angerichtet<br />

wurden. Um dem breiten Teilnehmerfeld möglichst<br />

gerecht zu werden, wurden die Kandidaten in drei<br />

Cluster eingeteilt: Die Einstiegsgruppe umfasste gute Basisqualitäten<br />

bis hin zum AMA-Gütesiegel Hendl (1-3), die<br />

zweite vor allem Vertreter der neuen Generation langsam<br />

wachsender Rassen (4-9) und die dritte Gruppe die Fraktion<br />

der sogenannten alten und speziellen Hühnerrassen<br />

(10-14).<br />

Als Zubereitungsmethode wählten Gastgeber Hans Peter<br />

Fink und sein Küchenchef Bernhard Steflitsch trotzdem<br />

für alle Kandidaten ganz bewusst gleichermaßen den Flächengrill,<br />

um die Unterschiede zwischen den einzelnen<br />

Qualitäten und Texturen besonders deutlich zu machen.<br />

Wiewohl die dritte Gruppe – und hier insbesondere das<br />

Sulmtaler – an sich eher für „Low&slow“-Gartechniken<br />

ausgelegt ist. Was aber auch bei der Bewertung entsprechend<br />

berücksichtigt werden musste.<br />

Kandidaten + Einkaufsquellen im Überblick<br />

Nr. 1 | AMA-Gütesiegel Maishendl<br />

Das klassische Brat-, Back- und Grillhendl von Titz, wie<br />

man es in Österreich schätzt. Die Haut wird durch die<br />

Maisfütterung appetitlich gelb, das Fleisch der jungen<br />

Tiere der Rasse Ross 308 (36-38 Tage) ist sehr zart und<br />

mild im Geschmack.<br />

Kilopreis ca. € 5,-<br />

Nr. 2 | AiA Hendl / Italien<br />

Die preisgünstigen Hühner des größten italienischen<br />

Produzenten sind öfters am österreichischen Markt zu<br />

finden. In der Genetik unterscheiden sie sich wenig von<br />

der heimischen Ware, wohl aber in der Fütterung und<br />

(höheren) Bestandsdichte. Unser Exemplar war eine<br />

schwere Poularde.<br />

Kilopreis ca. € 5,-<br />

Nr. 3 | Perutnina / Slowenien<br />

Perutnina Ptuj ist ein Geflügelproduzent aus Slowenien<br />

mit Sitz in Ptuj, das im Eigentum eines ukrainischen<br />

Agrarkonzerns steht. Das Unternehmen beschäftigt rund<br />

3.700 Mitarbeiter an sieben Produktionsstätten und ist<br />

unter anderem beim größten C&C-Markt des Landes<br />

gelistet. Die Grillhendl aus Slowenien haben fütterungsbedingt<br />

eine eher blasse Haut.<br />

Kilopreis ca. € 4,- bis 5,-<br />

Nr. 4 | Weide-Hendl / Spar Premium<br />

Diese Hühner der langsamer wachsenden Rasse „Redbro“<br />

produziert Lugitsch für die Marke Spar Premium.<br />

Der hohe Maisanteil im Futter sorgt für die appetitlich<br />

gelbe Hautfarbe und das etwas höhere Schlachtalter<br />

von bis zu 45 Tagen für den typischen Geschmack.<br />

Kilopreis ca. € 8,-<br />

Nr. 5 | MEHRwohl Hendl / Billa<br />

Für die Rewe-Marke Hofstädter wird die langsam wachsende<br />

Rasse - FzT (Ranger classic) von Wech bis zu 50<br />

Tage lang gemästet. Das „Fair zum Tier“-Siegel steht bei<br />

diesen Hühnern u.a. für ein Plus an Bewegungsspielraum<br />

und Beschäftigungsmaterial im Stall.<br />

Kilopreis ca. € 7,-<br />

Nr. 6 | Freilandhendl / Waldland<br />

Diese „Wildmasthendl“ der Rasse „JA57“ werden im<br />

Waldviertel mit hofeigenen Getreidemischungen gemästet<br />

und sind im Alter von ca. 8 Wochen schlachtreif.<br />

Da die Futtermischungen meist von den eigenen Höfen<br />

der Mäster stammen und keinen Mais, sondern Getreide<br />

beinhalten, ist die Haut eher blass.<br />

Kilopreis ca. € 8,50<br />

Nr. 7 | Krusdorfer Weidehuhn / Hütter<br />

Auch das Krusdorfer Bio-Hendl von Hütter zählte zu den<br />

schwereren Kalibern in diesem Bewerb. Es hat die genetische<br />

Basis JA 757, wächst aber mit 22 Wochen dreimal<br />

so lange wie konventionell produzierte Hühner und darf<br />

jeden Tag auf die Weide. Um das zu ermöglichen, hat<br />

Hütter eigene mobile Weidestallungen entwickelt.<br />

38 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Bio-Steirerhuhn / Lugitsch<br />

Weide-Hendl / Spar Premium<br />

MEHRwohl Hendl / Billa<br />

AMA-Gütesiegel Maishendl<br />

Sulmtaler Huhn<br />

Pintade / Meinl am Graben<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 39


essen & trinken<br />

AiA Hendl / Italien<br />

Moosdorfer Bio-Mini-Gockel<br />

Freilandhendl / Waldland<br />

Perutnina / Slowenien<br />

Label Rouge / Metro<br />

Schwarzfederhuhn / Meinl am Graben<br />

40 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Perlhuhn / Birkl<br />

Krusdorfer Weidehuhn / Hütter<br />

Nr. 8 | Bio-Steirerhuhn / Lugitsch<br />

Mit 56 Tagen Schlachtalter haben diese nach BioAustria-<br />

Richtlinien in Freilandhaltung produzierten Hühner der Rasse<br />

„Color Yield“ (JA 57) ein zartes, blassrosa Fleisch und einen<br />

intensiven Geschmack.<br />

Kilopreis ca. € 14,-<br />

Nr. 9 | Moosdorfer Bio-Mini-Gockel<br />

Dieser nur 600-700g schwere Gockel ist der kleine Bruder<br />

eierlegender Bio-Hennen und stammt als einziger Tasting-<br />

Teilnehmer nicht aus einer Masthuhnzucht. Genau wie seine<br />

Schwestern erhält der Bio-Gockel hochwertiges Bio-Futter<br />

und Freilauf in der Natur.<br />

Kilopreis ca. € 8,-<br />

Nr. 10 | Sulmtaler Huhn<br />

Das südsteirische Sulmtaler Huhn wurde im 19. Jahrhundert<br />

zur Kapaunisierung gezüchtet und erst später zum wetterharten<br />

Zweinutzungshuhn. Mit einem Schlachtalter von 26 bis<br />

30 Wochen wird es um ein Vielfaches älter als ein modernes<br />

Masthuhn und ist daher auch fester im Fleisch und intensiver<br />

im Geschmack.<br />

Nr. 11 | Pintade / Meinl am Graben<br />

Das ursprünglich aus Afrika stammende Perlhuhn erfreut sich<br />

in Frankreich besonderer Beliebtheit und wird dort „Pintade“<br />

genannt. Unsere Kostmuster waren prächtige Exemplare dieser<br />

Franzosen, die sich vom österreichischen Perlhuhn in diesem<br />

Bewerb schon optisch deutlich unterschieden.<br />

Kilopreis ca. € 20,-<br />

Nr. 12 | Label Rouge / Metro<br />

Unter dem staatlichen, französischen Gütesiegel „Label<br />

Rouge“ dürfen nur besonders hochwertige Hühner angeboten<br />

werden. Sie müssen einer langsam wachsenden Rasse angehören<br />

und in kleinen Gruppen freilaufend oder im Freien gehalten<br />

werden. Die Tiere werden auch erst nach dem Einsetzen<br />

der Geschlechtsreife nach 80 bis 110 Tagen geschlachtet.<br />

Nr. 13 | Schwarzfederhuhn / Meinl am Graben<br />

Auch das ursprüngliche Schwarzfederhuhn – alias „Poulet<br />

Noir“ – ist so gut wie immer ein Freilandhuhn, wird aber<br />

gegen Ende der Mastdauer meist besonders intensiv mit Getreide<br />

und Milch gefüttert. Das ergibt eine besondere Fleischqualität<br />

und einen typischen, intensiven Geschmack.<br />

Kilopreis ca. € 20,-<br />

Nr. 14 | Perlhuhn / Birkl<br />

Aus dem steirischen Ort Petersdorf (bei Fehring) stammt diese<br />

wie Wild anmutende Geflügelspezialität, die Katharina und<br />

Patrick Birkl neben anderem feinen Bio-Geflügel wie Bresse-<br />

Gauloise und Marans-Hühnern anbieten. Die Tiere wachsen<br />

dort stressfrei und langsam im Freiland auf und werden mit<br />

einem Gewicht von ca. 1,4 kg vermarktet.<br />

Kilopreis ca. € 35,-<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 41


essen & trinken<br />

Bewertung & Jury<br />

Angelegt war dieses Tasting grundsätzlich als Blindverkostung<br />

– wurde aber mit voller Absicht nur<br />

„halbblind“ realisiert. Denn nach jeder Cluster-Runde<br />

gab es eine Auflösung zu den Ergebnissen, Informationen<br />

zu den einzelnen Produkten sowie einen fachlichen Austausch<br />

der 24 geladenen Experten. So konnten auch wir die<br />

resultierenden Feedbacks und Eindrücke ofenfrisch notieren.<br />

Das Bewertungsschema an sich orientierte sich an den aus<br />

der Weinwelt hinlänglich bekannten „Parker-Punkten“, die<br />

sich wiederum an das US-Schulnotensystem anlehnen. 100<br />

Punkte stehen hier für das absolute, kaum erreichbare Maximum,<br />

50 Punkte sind der Bewertungskeller.<br />

Tip Top. Gleich vorweg: Auch wenn hier ein paar wirklich<br />

günstige Qualitäten mit am Start waren, gab es keinen einzigen<br />

Ausreißer nach unten. Ganz im Gegenteil waren auch<br />

bei den Topscorern Hühner aus dem Einstiegs-Cluster mit<br />

dabei. Und obwohl es hier nicht um Ranglisten ging, war es<br />

doch sehr interessant zu sehen, wie die Fachwelt das Teilnehmerfeld<br />

individuell beurteilte:<br />

Von den 24 Experten, die an dieser Verkostung teilnahmen,<br />

hatten sechs das Perlhuhn von Birkl auf Platz 1, vier das<br />

Waldland Freilandhendl und drei das Weidehendl von Lugitsch.<br />

Erweitert man diesen Favoriten-Pool auf das klassische<br />

Siegerstockerl – also die Top 3 jedes Jurors – liegt hier das<br />

Krusdorfer Weidehuhn voran (9 Topplatzierungen), dahinter<br />

folgen das Birkl’sche Perlhuhn (8) und gleichauf mit 7 Stockerlplätzen<br />

das Freilandhendl von Waldland, das Mehrwohlhendl<br />

von Hofstädter, das Weidehendl von Lugitsch und der<br />

Moosdorfer Bio-Gockel. Dicht gefolgt vom Bio-Steirerhuhn (6<br />

Platzierungen) und dem Schwarzfederhuhn (5 Stockerlplätze).<br />

42 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

von Haubenkoch<br />

Hans Peter Fink<br />

Gusto und Ohrfeigen sind aber offensichtlich<br />

auch bei Hendlfleisch mitunter<br />

recht verschieden. Gerade bei den<br />

Siegertypen aus dem zweiten und dritten<br />

Cluster war deutlich merkbar, dass<br />

das dunklere Fleisch der Keulen, der<br />

etwas festere Biss und der intensivere,<br />

manchmal sogar etwas an Wildgeflügel<br />

erinnernde Geschmack mancher Proben<br />

nicht nur begeisterte Anhänger hatte.<br />

Hingegen waren die handelstypischen,<br />

besonders jungen Grillhendl mit ausgeprägtem<br />

Filetanteil vielleicht nicht so<br />

topplatziert wie ihre langbeinigeren Kollegen,<br />

in Summe jedoch genauso mehrheitsfähig.<br />

Überhaupt kam nur ein einziger Kandidat<br />

im Schnitt knapp unter die 80-Punkte-<br />

Marke, über die 90-Punkte-Marke scorte<br />

(mit 91,2 Punkten) wiederum nur das<br />

„Krusdorfer Weidehuhn“. Alles in allem<br />

war also eigentlich jeder der Teilnehmer<br />

rein kulinarisch gesehen eine klare<br />

Kaufempfehlung. Ethische und ökologische<br />

Qualitätskriterien wie besonders<br />

tierfreundliche Haltung, Nachhaltigkeit<br />

und Regionalität waren bei der Blindverkostung<br />

dagegen kein Thema, sind aber<br />

im Premiumsegment natürlich wichtige<br />

Verkaufsargumente.<br />

Fazit. Die Preisspanne der Kandidaten<br />

spreizt jedoch deutlich weiter, als die<br />

Bewertung der sensorischen Qualitäten<br />

durch die Fachjury vermuten ließe. So<br />

liegt der Kilopreis des teuersten Huhnes<br />

dieser Verkostung (das rare Sulmtaler)<br />

im Handel theoretisch fast zehnmal<br />

so hoch wie die Einstiegsklasse aus<br />

dem Supermarkt. Theoretisch deswegen,<br />

weil diese gesuchte Hühnerrasse<br />

zum Zeitpunkt der Verkostung ohnehin<br />

so gut wie vergriffen war und wir uns<br />

mit einem tiefgekühlten Exemplar bescheiden<br />

mussten. Andere Tarife in der<br />

Hendl-Oberliga fanden wir wiederum<br />

erstaunlich günstig für den immensen<br />

Aufwand, der hinter den extensiven<br />

Produktionen steht. Deshalb ist vielen<br />

Feinschmeckern das gewisse Etwas an<br />

Geschmack und Charakter den etwas<br />

tieferen Griff in die Tasche wert.<br />

Der Gasthof der Familie<br />

Fink-Haberl ist ein steirischer<br />

Traditionsbetrieb,<br />

der heuer bereits sein<br />

100-jähriges Bestandsjubiläum<br />

in durchgängigem<br />

Familienbesitz feiert und<br />

von Gault&Millau inzwischen<br />

bereits die dritte<br />

Haube verliehen bekommen<br />

hat. Hans Peter Fink, den die<br />

Wiener noch als Küchenchef des<br />

Hotel Sacher kennen, kocht dort<br />

nicht nur Bodenständiges auf Topniveau,<br />

sondern veranstaltet auch sehr erfolgreich anspruchsvolle<br />

Grillkurse. Nicht zuletzt deswegen waren er und<br />

seine fesche Ehe- sowie Geschäftspartnerin Bettina Fink-Haberl<br />

auch die idealen Gastgeber der aktuellen Geflügelverkostung<br />

des AMA Grillclub.<br />

Zum Thema Huhn am Grill hat der Kochweltmeister aus<br />

Riegersburg (Kanada 1999) einige besondere Kniffe auf<br />

Lager:<br />

Alte Hühnerrassen wie das Sulmtaler oder das Altsteirer sind<br />

keine Kandidaten für den Grillspieß, sondern mögen eher verhaltene<br />

Gartemperaturen und längere Garzeiten, um saftig<br />

und zart zu werden. Auch sind Brust und Keule nicht nur in der<br />

Fleischfarbe, sondern auch in der Textur völlig verschieden.<br />

Also löst H.P. Fink die Filets immer aus und pariert die Keulen.<br />

Die Karkassen hingegen ergeben angeröstet und geduldig<br />

gekocht einen hocharomatischen Geflügelfond.<br />

Die zugeschnittenen Hühnerteile mariniert er dann gerne<br />

über Nacht in gesalzenem Joghurt oder Buttermilch. Das<br />

macht das Geflügelfleisch saftig und mürbe und sorgt außerdem<br />

für eine schöne Karamellisierung am Grill.<br />

Das <strong>Grillen</strong> selbst passiert am besten in zwei Stufen. Erst wird<br />

das Fleisch bei lebhafter Temperatur am Rost oder der Plancha<br />

auf der Hautseite gut angebraten, bis es Farbe genommen<br />

hat, dann auch auf der anderen Seite kurz geröstet. Anschließend<br />

geht es in einen auf 80-100°C vorgeheizten Grill, wo die<br />

Hühnerteile auf einem Rost indirekt bis zum idealen Garpunkt<br />

langsam nachziehen können. Das kann bis zu einer Stunde<br />

dauern, doch die Mühe lohnt!<br />

Weitere Informationen:<br />

Gasthof Haberl & Finks Delikatessen<br />

8262 Ilz, Walkersdorf 23<br />

Tel.: 03385/260, www.finks-haberl.at<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 43


VOM KENNER ZUM KÖNNER!<br />

Eine gemeinsame Leidenschaft teilen und von Profis und voneinander<br />

lernen – dafür steht der AMA-Grillclub. Rund 10.000 Mitglieder<br />

nutzen diese Möglichkeit bereits und erfreuen sich der zahlreichen<br />

Vorteile, die der AMA-Grillclub zu bieten hat.<br />

Scannen und<br />

anmelden!<br />

Wer unsere Grillprofis wie Jenny Gruber und<br />

Patrick Bayer hautnah erleben möchte, hat<br />

die Möglichkeit, sich mit ihnen über unsere<br />

neu geschaffene Facebook-Plattform<br />

auszutauschen! <strong>Grillen</strong> ist mehr als nur gutes Essen in<br />

seiner ursprünglichsten Form, es ist auch Lebensgefühl<br />

und Lebensart. Beim <strong>Grillen</strong>, sei es im Freundes- oder<br />

Familienkreis, ist die gemeinsame Zubereitung der<br />

Speisen fast genauso wichtig wie das kulinarische<br />

Ergebnis. Die ursprüngliche Kraft des Feuers macht<br />

<strong>Grillen</strong> zu einem Erlebnis abseits des alltäglichen Küchenherdes.<br />

Deshalb an alle, die sich gerne übers <strong>Grillen</strong> austauschen<br />

möchten: Machen Sie mit im AMA-Grillclub und<br />

profitieren Sie ganz nach dem Motto „Vom Kenner zum<br />

Könner“. Die kostenlose und unverbindliche Mitgliedschaft<br />

bietet ein vielfältiges Angebot. Es gibt nicht nur<br />

zahlreiche Grill-Rezepte, viele Tipps und Tricks von<br />

Grillexperten, sondern es werden auch Videos, Warenkunde,<br />

Produkt-Tests, Infos über Neuentwicklungen,<br />

Trends sowie Grillkurse allen Mitgliedern regelmäßig<br />

zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus findet man auf<br />

der Website ein Verzeichnis sämtlicher AMA-Grilltrainer<br />

und AMA-Grillschulen im gesamten Bundesgebiet<br />

mit einem jeweiligen Portrait und Kursangebot. Außerdem<br />

erhält jedes Clubmitglied die digitale Ausgabe<br />

des beliebten und begehrten Magazins „<strong>GRILLZEIT</strong>“<br />

kostenlos.<br />

Die Anmeldung unter https://amagrillclub.at/abo ist<br />

jederzeit – kostenfrei und unverbindlich – möglich.<br />

<strong>Grillen</strong> lebt vor allem vom Miteinander und vom Voneinander.<br />

Deshalb haben wir eine interaktive Plattform<br />

geschaffen, die allen Grillbegeisterten einen einfachen<br />

und unterhaltsamen Austausch ermöglicht – die Facebook-Gruppe<br />

„AMA-Grillclub“, die bereits über 900<br />

Mitglieder umfasst.<br />

Die Hauptrolle in der Gruppe übernehmen unsere<br />

charismatischen Grilltrainer Jenny Gruber und Patrick<br />

Bayer. Sie geben Tipps und Tricks, verraten ihre Lieblingsrezepte<br />

und stehen auch jederzeit für Fragen rund<br />

ums <strong>Grillen</strong> zur Verfügung. Jeder unserer Grillprofis<br />

hat sein Steckenpferd: Jenny hat die Kunst des Brotbackens<br />

am Grill perfektioniert, Patrick ist der Explorer,<br />

dessen Herz vor allem bei perfekt gegrillten Steaks höherschlägt.<br />

Mitmachen und profitieren<br />

Treten auch Sie unter https://www.facebook.<br />

com/groups/amagrillclub/ bei und lassen Sie<br />

sich für die bevorstehende Grillsaison von<br />

tollen und oft außergewöhnlichen Grillideen<br />

inspirieren. Ganz nach dem Grillclub-Motto:<br />

„Vom Kenner zum Könner!“<br />

44 <strong>GRILLZEIT</strong>


GIPFELTREFFEN<br />

DER COACHES<br />

Bei den Grilltrainer-Treffen des AMA-Grillclubs<br />

im heurigen Frühjahr war fast die ganze Elite<br />

der Zunft präsent. Denn an den beiden Treffpunkten<br />

– dem Weber Original Store in Wien<br />

Süd und Adi Matzeks Grillschule im niederösterreichischen<br />

Burgerwiesen – gab es neben ausgezeichneter<br />

Verpflegung vom Grill auch News von den Branchen-<br />

Marktführern, der aktuellen <strong>GRILLZEIT</strong> und vor allem<br />

dem AMA-Grillclub zu berichten.<br />

Aktueller Stand der Dinge bei den geprüften AMA-<br />

Grilltrainern: Bisher wurden 301 Trainer ausgebildet,<br />

davon sind 101 aktiv tätig, etliche davon in den 18<br />

AMA-geprüften Grillschulen in ganz Österreich. Eine<br />

Übersicht über alle Standorte und die dort gebotenen<br />

Kurse und Termine sind auf der Website amagrillclub.<br />

at zu finden. Und bald auch die Porträts, die Jenny<br />

Gruber als AMA-Beauftragte heuer von den wichtigsten<br />

Grillschulen Österreichs produzieren wird. In Zukunft<br />

noch mehr eingebunden werden aber auch die 163 Absolventen<br />

der aufwendigen Ausbildung zum „Diplom-<br />

Fleischsommelier“, die vom Wifi in Kooperation mit der<br />

AMA-Marketing angeboten wird.<br />

Holen Sie sich ihre<br />

GarStufenkarte<br />

Für Know-how-Transfer im Lesezeichenformat<br />

sorgt <strong>2024</strong> eine<br />

Neuauflage der begehrten Garstufen-Karte,<br />

die im österreichischen<br />

Lebensmittelhandel an<br />

den Fleischtheken aufliegt.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 45


ama grillclub<br />

Food Saving in Österreich<br />

Verwenden statt verschwenden<br />

Weltweit werden pro Jahr über 900 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle<br />

produziert, in der EU lag diese Zahl 2021 einer Studie von Statista zufolge<br />

bei über 58 Millionen Tonnen.<br />

Herstellung, Einzelhandel, Restaurants und private<br />

Haushalte mit eingerechnet. Die allermeisten<br />

Lebensmittelabfälle fallen aber tatsächlich<br />

im Haushalt an. Laut einer weiteren Studie der<br />

Universität für Bodenkultur in Wien sind das in Österreich<br />

satte 47%. Im Durchschnitt wirft also jeder von uns<br />

somit 26 Kilogramm Nahrung pro Jahr persönlich weg<br />

– diese Menge entspricht in einem durchschnittlichen<br />

Haushalt einem Warenwert von rund 400 Euro. Und<br />

würde andernorts dringend gebraucht.<br />

Lebensmittelverschwendung ist aber nicht nur ein ethisches<br />

Problem, sondern auch eine Belastung für die Umwelt.<br />

Eine Vielzahl von Ressourcen werden auf diese Art<br />

verschwendet. Von unnötigen Transportwegen über die<br />

aufgewandten Energien, das verbrauchte Trinkwasser,<br />

der Blockierung von Anbau- bzw. Viehnutzflächen bis<br />

hin zu Pflanzenschutz- oder Düngemittel, die nicht nur<br />

ökologisch belastend sind, sondern auch einen großen<br />

Produktionsaufwand haben. Damit verbunden sind<br />

daher auch entsprechende CO2-Emissionen. Und nicht<br />

zuletzt wird auch der enorme menschliche Einsatz, der<br />

für die Produktion der Nahrung geleistet wird, sinnlos<br />

vergeudet.<br />

Das Ablaufdatum. In privaten Haushalten entstehen<br />

Abfälle durch den falschen Einkauf von Lebensmitteln,<br />

schlechte Lagerung und vor allem durch die Entsorgung<br />

von Produkten, die das Ablaufdatum bereits überschritten<br />

haben. Das Mindesthaltbarkeitsdatum, auch MHD<br />

genannt, steht dafür, dass die Ware bis zu dem angegebenen<br />

Datum ungeöffnet und bei richtiger Lagerung<br />

seinen Geschmack, Geruch und Nährstoffgehalt behält.<br />

In Wahrheit jedoch oft weit darüber hinaus, wie wir<br />

eigentlich unschwer sensorisch prüfen könnten. Der Aufdruck<br />

„zu verbrauchen bis“ erscheint hingegen auf leicht<br />

verderblicher Ware.<br />

Ob ein Lebensmittel noch nach dem Ablaufdatum genießbar<br />

ist, verraten uns schon Geruch und Optik eines<br />

Produktes, denn wir sind mit treffsicheren Sinnen ausgestattet.<br />

Wenn uns also der Geruch bereits anwidert,<br />

ist das ein guter Grund, das Lebensmittel erst gar nicht<br />

mehr zu kosten. Riecht es gut, wird es auch in Ordnung<br />

sein. Bei einigen tierischen Produkten jedoch, wie bei<br />

Frischfleisch, aber auch bei Rohmilch, ist es allerdings<br />

besser, sich weitgehend an das angegebene Ablaufdatum<br />

zu halten.<br />

46 <strong>GRILLZEIT</strong>


ama grillclub<br />

Ausnahmen sind etwa SB-verpackte Fleisch-Teile<br />

oder auch unter Vakuum oder Schutzgas abgepackte<br />

Schinken- und Wurstwaren, die in ihren hermetisch<br />

geschlossenen Packungen sehr langlebig sind. Größere,<br />

vorabgepackte Rindfleisch-Stücke und Steaks können<br />

ebenfalls noch ohne weiteres ein paar weitere Tage im<br />

Kühlschrank nachreifen.<br />

Fast 60% der Lebensmittelabfälle in Österreich stammen<br />

aus den Kategorien Obst und Gemüse, gefolgt von Brot<br />

und Gebäck, an dritter Stelle stehen Milch und Milchprodukte.<br />

Diese Abfälle sind eigentlich vermeidbar. Brot<br />

kann eingefroren oder für Semmelwürfel und Croutons<br />

verwendet werden, Obst kann auch im überreifen Zustand<br />

zu Smoothies, Fruchtsaucen oder Marmeladen und<br />

Kompotten verarbeitet werden. Milch, Joghurt und Käse<br />

ist zumeist noch weit über das MHD hinaus haltbar,<br />

auch hier lassen sich Desserts herstellen oder z.B. Käse<br />

als Gratin gerieben, eingefroren werden.<br />

In der Außer-Haus-Verpflegung werden hierzulande<br />

insgesamt 14% des gesamten Lebensmittelabfalls produziert,<br />

das entspricht ca. 151.500 Tonnen. Das entspricht<br />

7.575 Müllautos. Im Lebensmittelhandel werden etwa<br />

9% des gesamten Lebensmittelabfalls verursacht, etwa<br />

die Hälfte dieser Abfälle sind Obst und Gemüse, gefolgt<br />

von Brot und Gebäck sowie Milchprodukten und<br />

Wurst. Der Handel kann aber immerhin 20% davon an<br />

gemeinnützige Einrichtungen weitergeben und 10% zur<br />

Tierverfütterung verwenden: Dennoch werden 70% entsorgt.<br />

Insgesamt 30% Lebensmittelabfall entstehen in der<br />

Landwirtschaft und Produktion.<br />

Es gibt also viele Ursachen für Lebensmittelverschwendung.<br />

Daher ist es besonders wichtig, Bewusstsein und<br />

Wertschätzung für Lebensmittel zu schaffen. Wie können<br />

wir persönlich dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung<br />

zu reduzieren? In erster Linie geht es um den bewussten<br />

Umgang und die entsprechende Wertschätzung<br />

gegenüber Lebensmitteln. Durch bewusstes Einkaufen,<br />

Reste-Verwertung und die angstfreie Verwendung von<br />

Lebensmitteln, die abgelaufen sind, kann man bereits<br />

einen wesentlichen Beitrag leisten.<br />

Tipps gegen<br />

LebensmittelverschwenDung<br />

Besser nicht einkaufen gehen, wenn der Magen<br />

knurrt… denn dann kaufen wir automatisch<br />

zu viel.<br />

Nur die Mengen einkaufen, die auch tatsächlich<br />

benötigt werden. Einkaufslisten und Wochenpläne<br />

helfen dabei, sich nicht zu sehr von<br />

Lockangeboten verführen zu lassen.<br />

Etliche Supermärkte bieten Lebensmittel, die<br />

kurz davor sind abzulaufen, wesentlich günstiger<br />

an. Mit diesen kann man Verschwendung<br />

reduzieren und gleichzeitig einiges<br />

sparen.<br />

Geplante Resteverwertung. Dazu genügt oft<br />

schon vor dem Einkauf ein längerer Blick in<br />

den Kühlschrank.<br />

Das Bundesministerium für Klimaschutz hat<br />

im Zuge seiner Aktion „Lebensmittel sind kostbar“<br />

eine Broschüre „Die besten Restl-Rezepte“<br />

herausgebracht.<br />

Moderne Kühltechnik. Das ist nicht nur viel<br />

energieeffizienter, sondern verlängert auch die<br />

Verwendbarkeit von frischem Gemüse, Fleisch<br />

und sogar Fisch oft um ein Vielfaches.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 47


features<br />

Pacemaker Miele<br />

CLEVERE<br />

INNOVATIONEN<br />

Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten ist ebenso<br />

Klimaschutz wie die Senkung der Verbrauchswerte von<br />

Elektrogeräten durch bessere Effizienz. Für Miele sind das<br />

daher zentrale Themen für die Entwicklung neuer Technologien.<br />

Das Feature Freeze&Cool.<br />

Dank flexibler Temperatureinstellung<br />

können die Schubladen wahlweise<br />

zum Gefrieren oder zum Kühlen verwendet<br />

werden.<br />

D<br />

ie durchwegs englisch getauften neuen technischen<br />

Features sind daher keine Marketing-<br />

Gags, sondern stehen bei Miele für echte<br />

Innovationen, die den Alltag erleichtern – und<br />

vor allem Abfall und Verschwendung vermeiden.<br />

King of Cool. Aktuell wird ein Großteil der Kühl- und<br />

Gefriergeräte des Premiumherstellers um eine ganze<br />

Energieeffizienzklasse verbessert, einige sogar gleich<br />

um zwei Klassen. Highlight im Miele-Portfolio ist eine<br />

neue Kühl-Gefrierkombination (KFN 4898 A), die dank<br />

zusätzlicher Isolationspaneele sogar noch um 10 Prozent<br />

sparsamer ist als die bisher höchste erreichbare Energieeffizienzklasse<br />

A. Dazu kommen eine Reihe von neuen<br />

Features für die neuen Gerätegenerationen.<br />

Mit dem Frischesystem PerfectFresh Pro bleiben<br />

Lebensmittel z. B. bis zu fünfmal länger frisch als im<br />

klassischen Gemüsefach. Der Temperaturbereich zwischen<br />

0°C und +3°C bietet ideale Bedingungen, um die<br />

Haltbarkeit von Fleisch, Fisch oder Milchprodukten zu<br />

verlängern.<br />

PerfectFresh Active geht noch einen Schritt weiter:<br />

Alle 90 Minuten und bei jeder Türöffnung wird ein feiner<br />

Sprühnebel direkt in die Frischeschublade abgegeben.<br />

Diese aus Top-Märkten bekannte Kombination von Kälte<br />

und Feuchtigkeit hilft frühzeitiges Verderben von Lebensmitteln<br />

zu vermeiden sowie Qualität und Vitamine<br />

von Obst und Gemüse zu bewahren.<br />

Das neue Feature ActiveDoor öffnet und schließt<br />

die Türen der neuen Kühlgeräte-Modelle per Sprachsteuerung<br />

um bis zu 115 Grad. Wer gerade keine Hand<br />

frei hat, sagt einfach Alexa oder dem Google Assistant<br />

Bescheid. Auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen<br />

ist diese neue Funktion eine hilfreiche<br />

Unterstützung.<br />

PerfectFresh Active von Miele für den extra<br />

Frischekick: Ein feiner Sprühnebel verteilt sich<br />

gleichmäßig in der Frischeschublade. Im Zusammenspiel<br />

mit niedrigen Temperaturen bleiben Obst<br />

und Gemüse bis zu fünfmal länger frisch.<br />

Unabhängig davon verfügen zahlreiche Modelle über das<br />

Feature SoftClose – eine Dämpfungstechnik, die Gerätetüren<br />

abbremst und anschließend sanft wie von selbst<br />

schließt. Ab einem Öffnungswinkel kleiner als 30 Grad<br />

schließt die Tür selbstständig.<br />

48 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

Noch 10 Prozent sparsamer als Energieeffizienzklasse<br />

A: die neue Kühl-Gefrierkombination von<br />

Miele (KFN 4898 A -10 D bs).<br />

Die sprachgesteuerte Türöffnungsfunktion ActiveDoor<br />

ist das Highlight-Feature der Einbaugeräte der Generation<br />

K 7000 von Miele.<br />

Die clevere Funktion Freeze&Cool ermöglicht die<br />

Nutzung des Gefrierteils als Kühlzone. Die Temperatur<br />

lässt sich entweder für Gefriergut im Bereich -25°C bis<br />

-15°C einstellen oder aber als Erweiterung des Kühlraums<br />

auf -2°C bis +14°C. Besonders interessant für die<br />

lange Lagerung von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten,<br />

denn diese bewahren ihre Frische bei -2°C bis 0°C optimal.<br />

Selbst Lebensmittel, die sonst nicht in den Kühlschrank<br />

gehören, wie zum Beispiel Kartoffeln, Tomaten<br />

oder Gurken, können aufgrund der flexibel einstellbaren<br />

Temperatur – direkt am Gerät oder über die Miele-App –<br />

jetzt optimal aufbewahrt werden.<br />

Neue Spül-Regeln<br />

M<br />

it mehr als 90 Jahren Erfahrung steht Miele<br />

wie kaum ein anderer Hersteller für Kompetenz<br />

in puncto Geschirrspülen. Die aktuelle<br />

Generation 7000 setzt hier seit ihrer Einführung<br />

im Jahr 2018 Maßstäbe – mit den nachhaltigsten<br />

Geschirrspülern, die Miele jemals gebaut hat. So erfüllen<br />

fast alle G 7000 Modelle die beste Energieeffizienzklasse<br />

A, bei weniger als vier Stunden Laufzeit im Eco-<br />

Programm.<br />

Wer normal verschmutztes Geschirr mit minimalem Energieverbrauch<br />

spülen möchte, sollte bekanntlich dieses<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 49


features<br />

Eco-Programm wählen. Doch noch immer wird die klimafreundliche<br />

Option zu selten genutzt – aus Vorbehalt<br />

oder aufgrund spezieller Reinigungsanforderungen.<br />

Vor diesem Hintergrund hat Miele neue Spülprogramme<br />

für seine aktuelle Gerätegeneration entwickelt, die eine<br />

ressourcenschonendere Alternative gegenüber den klassischen<br />

Programmen darstellen – aber dennoch weniger<br />

Strom oder Wasser verbrauchen. Gegenüber dem Eco-<br />

Programm werden damit wahlweise eine gesteigerte<br />

Reinigungsleistung oder eine kürzere Laufzeit erreicht.<br />

ComfortWash eignet sich mit einer Temperatur von<br />

45°C zum Beispiel für stärker verschmutztes Besteck<br />

und Geschirr und schont gleichzeitig empfindliche<br />

Gläser. Eine stärkere Alternative ist das ebenfalls neue<br />

55-Grad-Programm ComfortWash+ für hartnäckige<br />

Verschmutzungen – als nachhaltigere Option vor dem<br />

klassischen Intensiv-Programm (75°C).<br />

Ebenfalls neu ist das 60-Grad-Programm PowerWash,<br />

das eine gesteigerte Reinigungs- und Trocknungsleistung<br />

aufweist, bei einer Laufzeit von nur 1,5 Stunden. Mit<br />

Hilfe des Extras Quick kann diese auf weniger als eine<br />

Stunde reduziert werden. Darüber hinaus gibt es weitere<br />

nützliche Programmanpassungen. Dazu zählt die Option<br />

BottleClean unter den Extras – für eine optimale Reinigung<br />

von wiederverwendbaren Flaschen.<br />

Manche Geschirrteile sind erst mit einer nachhaltigeren<br />

Lebensgestaltung in unsere Haushalte eingezogen. Ob<br />

Mehrweg-Trinkhalme, Flaschen, Brot- und Snackdosen<br />

aber richtig sauber werden, hängt auch davon ab, ob sie<br />

den passenden Platz im Gerät finden.<br />

Die G 7000 Generation von Miele bietet mit Straw-<br />

Clean eine zusätzliche Korblösung speziell für<br />

Trinkhalme aus Glas oder Metall. Auch für wiederverwendbare<br />

Flaschen, Kleinteile wie Flaschendeckel sowie<br />

größere Geschirrteile wie Töpfe und Auflaufformen hat<br />

Miele neue Halterungen für den Unterkorb entwickelt,<br />

die sicheren Halt geben oder dank derer sich der vorhandene<br />

Platz noch effizienter nutzen lässt.<br />

Hinzu kommen umweltschonende Features wie AutoDos<br />

mit integrierter PowerDisk, das abhängig vom<br />

gewählten Programm beziehungsweise dem Grad der<br />

Verschmutzung automatisch die passende Menge des<br />

Pulvergranulats in den Spülvorgang gibt.<br />

Die EcoFeedback-Funktion, die schon bei der Wahl<br />

des Spülprogramms den voraussichtlichen Wasser- und<br />

Stromverbrauch anzeigt, hilft zusätzlich Ressourcen einzusparen.<br />

Über die App-Funktion AutoStart lässt sich<br />

der Geschirrspüler zudem so programmieren, dass er<br />

regelmäßig zur gleichen Zeit startet.<br />

Dank neuer Korbgestaltung lassen sich jetzt<br />

unter anderem auch wiederverwendbare<br />

Trinkhalme und Glasflaschen optimal spülen.<br />

50 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

Dampfgaren und Combigaren<br />

so leicht wie nie<br />

Lassen Sie Ihrer Kreativität in der Küche freien Lauf. Die Miele Dampfbacköfen mit innovativer<br />

Selbstreinigungsfunktion – ideal für die Zubereitung nahrhafter und geschmackvoller Gerichte.<br />

Miele. Immer Besser.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 51


mission plancha<br />

Platte ist Kult<br />

Die Plancha ist endgültig bei uns angekommen. Nach einem jahrhundertelangen<br />

Weg von Mexiko nach Spanien, Japan und zurück hat sich diese<br />

mediterrane Grilltechnik der schiefen Ebene nun auch in Mitteleuropa<br />

längst vom Zubehörteil zum Hauptdarsteller gemausert.<br />

52 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

und nicht über offener Flamme. Auf einer Plancha kann<br />

man praktisch alles zubereiten wie in einer Pfanne – nur<br />

viel besser. Und sie eignet sich anders als der Rost auch<br />

gut für kleineres Grillgut wie beispielsweise Scampi oder<br />

Gemüse.<br />

Das Temperaturspektrum der Plancha reicht vom sanften<br />

Käseschmelzer bis zum brachialen Hitzeschocker. Über<br />

350°C Oberflächentemperatur sind mit einem guten<br />

Gasgerät mühelos erreichbar – was für manche Gerichte<br />

durchaus Sinn macht, die dann auf den feinsten<br />

Tröpfchen ihrer verdunstenden Säfte quasi schweben<br />

und in Blitzesschnelle karamellisieren. Dank der hohen<br />

Temperatur verdampft das Wasser des Grillguts nicht<br />

und „dämpft“ dieses, sondern es perlt regelrecht von der<br />

Oberfläche ab. „Leidenfrost-Effekt“ nennt sich dieses<br />

Spektakel, setzt aber auch eine gewisse Professionalität<br />

des Gerätes voraus. Neben kräftigen Heizelementen ist<br />

das vor allem die Qualität der Platte, die den Ausschlag<br />

gibt.<br />

Flat Iron. Nicht oder nur sehr wenig legiertes Eisen ist<br />

bei den meisten Kennern das Material der Wahl, wenn es<br />

um Grillplatten geht, die auf dem Gargut möglichst viele<br />

Röststoffe hinterlassen sollen.<br />

Gusseisen (49 ƛ) und Kohlenstoffstahl (46-50 ƛ) leiten<br />

Wärme nämlich mehr als doppelt so gut wie Nirosta-<br />

Stähle, was auch die Beliebtheit dieser robusten Werkstoffe<br />

in der Grillcommunity erklärt.<br />

Manche Plancha-Spezialisten schwören hier sogar auf<br />

geschliffenen, kohlenstoffhaltigen Walzstahl und sehen<br />

deren unvermeidbare Rostflecken als Eignungsnachweis.<br />

Andere wieder bevorzugen rohes oder porzellanemailliertes<br />

Gusseisen, das ohnehin schon nach einigen<br />

Sessions seine eigene Patina entwickelt, die jede Anti-<br />

Haftbeschichtung in den Schatten stellt.<br />

Flachgrills aus Ton wurden in Mexiko und Mittelamerika<br />

nachweislich schon von den Azteken zum Braten<br />

von Maisteig genutzt, mit der Ankunft der Spanier<br />

wurden diese Grillplatten zunehmend aus Metall hergestellt.<br />

Unter der Bezeichnung „Plancha“ startete damit die<br />

internationale Karriere der heißen Eisenplatte unter den verschiedensten<br />

Bezeichnungen und Erscheinungsformen. „Flattop-Grill“<br />

oder „Slate“ nennt der Amerikaner sie umfassend,<br />

Teppan heißen sie in Japan und auch der beliebte Feuertisch<br />

ist ein Abkömmling der Plancha.<br />

Wichtig ist jedenfalls auch immer die Wärmespeicherfähigkeit<br />

des Metalls, damit dessen Hitze auch erhalten<br />

bleibt, wenn einige Steaks aus dem Kühlschrank gleichzeitig<br />

auf die Plancha sollen. Hier ist schiere Masse gefragt,<br />

die durch Materialstärke bzw. das Gewicht der<br />

Plancha gegeben ist.<br />

Gemeinsam ist den Planchas dieser Welt, dass sie dem Gargut<br />

besonders viel Fläche für Röststoffe bieten, den Spachteln<br />

viel Raum zum Wenden, Mischen und Schneiden. Das überschüssige<br />

Fett wird durch ein leichtes Gefälle abgeleitet und<br />

verschwindet ebenso wie die Bratrückstände dezent durch ein<br />

Loch in die Auffangschale. Ist die Platte aber zu trocken, wird<br />

einfach etwas Öl nachgegossen. Da immer nur ein dünner<br />

Fettfilm darauf entstehen kann, werden die Speisen auch nie<br />

unangenehm fettig.<br />

Ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Grillrosten ermöglicht<br />

die Plancha auch das Übergießen von Fleisch und Gemüse<br />

mit Flüssigkeiten wie Marinaden, Wein oder auch hochprozentigem<br />

Alkohol. Denn auf der Plancha wird indirekt gegrillt<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 53


mission plancha<br />

Dicke Platten mit bis zu zwei Zentimetern Aufbauhöhe brauchen<br />

zwar deutlich länger, um auf die richtige Betriebstemperatur<br />

zu kommen als emailliertes Blech, halten die erreichte<br />

Hitze jedoch konstant und unerschütterlich. Außerdem wird<br />

die Hitze so besser und gleichmäßiger über die ganze Fläche<br />

verteilt.<br />

Ist das nicht der Fall, kann das auch der beste Brenner darunter<br />

nicht ausgleichen, und statt einer Knusperkruste erhält<br />

man auf dem Fleisch lediglich Schmorspuren.<br />

Temperaturzonen. Manche mögens also heiß – die meisten<br />

Lebensmittel aber gelingen auf der Plancha ohnehin besser<br />

bei gemäßigter Hitze. Schon für ein Steak sind 250-280°<br />

meist die beste Wahl und bei Fisch geht man es besser noch<br />

sachter an. Hat man ein Gerät mit zwei oder mehr Brennern,<br />

kann man dies auch zum Einrichten unterschiedlicher Temperaturzonen<br />

nutzen, die in vielen Fällen von Vorteil sind.<br />

Fettikette. Immer ist beim Plancha-<strong>Grillen</strong> auch das richtige<br />

Öl ein Thema. Es sollte in jedem Fall hitzebeständig sein und<br />

eher geschmacksneutral. Nie jedoch kaltgepresst, denn diese<br />

Öle sind für den Salat gedacht und nicht für die Plancha, denn<br />

die mehrfach ungesättigten Fettsäuren senken den sogenannten<br />

Rauchpunkt dramatisch. Mit gutem Raps-, Maiskeim- oder<br />

Sonnenblumenöl kann man wenig falsch machen, viele mögen<br />

das Aroma von Olivenöl, das meist erstaunlich hitzefest ist.<br />

Oft reicht es aber auch, wenn man die Steaks erst nur auf der<br />

Fettseite anbrät, bevor man sie auf der Plancha grillt.<br />

Reinigung. Am schnellsten und einfachsten geht die Reinigung<br />

der Plancha, wenn eben erst gegrillt wurde und sie noch<br />

möglichst heiß ist. Dann reicht es, ein Glas Wasser darauf zu<br />

gießen, worauf sich die Rückstände unter heftiger Dampfentwicklung<br />

lösen und recht einfach mit der Spachtel in den Gully<br />

befördert werden können.<br />

Profis machen das recht gerne mit einer Handvoll Eiswürfel,<br />

die durch das Temperaturgefälle offensichtlich besonders effektiv<br />

als Schmutzlöser sind. Dem Schmutz hingegen nur mit<br />

Bürste und Spachtel zu Leibe zu rücken, ist speziell bei Eisen-<br />

Planchas nicht zu empfehlen, da damit die wertvolle Patina<br />

zerstört wird. Hin und wieder sollte man die gereinigte Platte<br />

auch mit etwas hitzebeständigem Öl beträufeln und einreiben.<br />

Das verhindert die Korrosion.<br />

Heavy Metals<br />

Die Wärmeleitfähigkeit von Metallen wird<br />

in der Maßeinheit ƛ (Lambda) angegeben<br />

und ist ausgesprochen unterschiedlich. Während Aluminium als ausgesprochen<br />

guter Wärmeleiter Werte zwischen 200 und 230 ƛ erreicht<br />

und Kupfer sogar 370 bis 380, sind es bei Edelstahl nur 20 bis 21. Chrom<br />

wiederum liegt mit 86 ƛ wieder deutlich besser.<br />

Während Aluminium heute aus gesundheitlichen Gründen kaum mehr<br />

für Töpfe und Roste Verwendung findet und mit einem Schmelzpunkt<br />

von 660°C auch nicht wirklich feuerfest ist, kann man das teure Schwermetall<br />

Kupfer zumindest im Kern von hochwertigem Kochgeschirr finden.<br />

An der Luft jedoch oxidiert es gerne zu giftigem Grünspan und ist<br />

daher keine besonders gute Idee für eine Grilloberfläche im Freien. Als<br />

Trägermaterial für eine Rost-Verchromung wird es jedoch sehr oft eingesetzt<br />

und bringt auch gute Werte.<br />

54 <strong>GRILLZEIT</strong>


Unsere Sorgfalt. Unser Siegel.<br />

mission plancha<br />

Mehr Tierwohl.<br />

Mehr Qualität.<br />

Das AMA-Gütesiegel mit mehr Tierwohl, die zertifiziert gentechnikfreie<br />

Fütterung sowie die Rasse „Duroc“ sorgen für einzigartige Fleischqualität beim<br />

„Natürlich Niederösterreich Duroc Strohschwein“.<br />

Strohschwein<br />

AMA-Gütesiegel Schweinefleisch<br />

der Extraklasse, das ist „Natürlich<br />

Niederösterreich Duroc Strohschwein“.<br />

Durch das erhöhte Platzangebot, der<br />

mit Stroh eingestreuten Liegefläche<br />

und den zur Verfügung gestellten<br />

Rauhfutterraufen wird den natürlichen<br />

Verhaltensweisen der Tiere wie dem<br />

Wühlen bestmöglich Rechnung getragen.<br />

Das und noch viel mehr sorgt<br />

für ausgezeichnete Fleischqualität.<br />

Denn mehr Marmorierung<br />

bringt mehr Geschmack<br />

und mehr Genuss.<br />

www.duroc-strohschwein.at/ama-guetesiegel<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 55


mission plancha<br />

Weber Slate Premium Plancha<br />

HEISSE EISEN<br />

Plancha ist Megatrend. Immer mehr Feuerköche entdecken die Vorzüge der heißen Platte als Ergänzung<br />

ihres Grills. Bereits im Vorjahr brachte Branchenprimus Weber deshalb extra große und<br />

optimierte Grillplatten für seine Gasgrills auf den Markt, heuer folgt sogar eine 3er Range an<br />

eigenständigen Planchas.<br />

Weber Slate Premium Plancha nennt sich<br />

diese neue Produktlinie und umfasst drei<br />

Größen: den kompakten, ultraportablen<br />

Tischgrill GP 43, den mittelgroßen GP 56<br />

und die Flaggschiffe GPD 76 und GPSB 76. Letzterer unterscheidet<br />

sich vom Standard 76er durch den Seitenbrenner<br />

und einen praktischen Seitentisch. Ein praktisches Untergestell<br />

haben beide großen Planchas zu bieten und mit<br />

Listenpreisen zwischen 399 und 1.099 Euro sind sämtliche<br />

Geräte der sehr hochwertig anmutenden Range (mit vollen<br />

5 Jahren Garantie) ausgesprochen leistbar. Die zwei Kompaktvarianten<br />

mit 43 und 56 Zentimetern Grillfläche haben<br />

außerdem verstellbare Standbeine und eignen sich damit<br />

sowohl für ein Picknick wie auch als Tischgerät.<br />

56 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Die Zahlen hinter dem GP (für Grillplancha oder Grand Prix)<br />

stehen übrigens für die Breite der Plancha, und uns hat es hier<br />

für den Praxistest der Größte angetan, dessen Arbeitsfläche<br />

76 x 44,5 Zentimeter misst. Denn Platz auf einer Grillplatte<br />

hat man ja nie genug, da hier ja auch mit Spachteln, Bratenwendern<br />

und Gloches gewerkt werden muss und darf.<br />

Zudem hat der GP 76 im Gegensatz zu seinen kleineren Brüdern<br />

auch einen Thermometer mit an Bord, der allerdings<br />

nicht wie vom Gasgrill gewohnt über die Temperatur im<br />

Garraum informiert, sondern über jene der Platte selbst. Denn<br />

der Deckel bleibt beim <strong>Grillen</strong> immer offen! Andernfalls kann<br />

es durch Überhitzung zu Schäden am Gerät kommen. Dafür,<br />

dass der Deckel sich ganz leicht anheben lässt und beim Öffnen<br />

teilweise hinter dem Gerät verschwindet, sorgt übrigens<br />

ein ausgeklügeltes Scharnier aus Edelstahl.<br />

Die Grillplatte aus porzellanemailliertem Gusseisen wird von<br />

drei starken Brennern (10,6 kW) aufgeheizt, die wie bei den<br />

anderen Gasgrills der Marke parallel zueinander liegen – und<br />

nicht kreis- oder spiralförmig, wie man das von anderen Planchas<br />

kennt. Was den Effekt hat, dass die Oberflächenhitze<br />

anfangs über den Brennern deutlich stärker als dazwischen ist,<br />

wie wir mit unserer Infrarotpistole nachgemessen haben. Ein<br />

Effekt, der sich zwar während des <strong>Grillen</strong>s deutlich abflacht,<br />

weil das dicke Eisen die Hitze verteilt, aber von geschickten<br />

Grillmeistern dennoch genutzt werden kann, um die Karamellisierung<br />

des Grillgutes ganz bewusst zu steuern.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 57


mission plancha<br />

Wir erreichten an den Hotspots über den Brennern<br />

bei Vollgas mitunter sogar über 300 Grad,<br />

eine durchgehend gleichmäßige Hitze von über<br />

260°C auf der gesamten Grillfläche ist also<br />

unschwer zu erzielen. Und durch die drei Knebel<br />

bzw. Brenner lassen sich auf der Platte sehr<br />

einfach unterschiedliche Temperaturzonen einrichten,<br />

die auch komplexe Garvorgänge ermöglichen.<br />

Die emaillierte Grillfläche ist korrosionsbeständig,<br />

entwickelt aber schon nach einigen Einsätzen<br />

eine willkommene Patina, wie wir auch bei unserem<br />

noch sehr jungen Testgerät erfreut feststellen<br />

konnten.<br />

Das große Fettablaufsystem fängt abfließende<br />

Flüssigkeiten effektiv auf, die Schale kann sehr<br />

einfach an der Front des Gerätes entnommen<br />

werden. Und sehr gut gefallen hat uns auch das<br />

brandneue „Weber Works System“, das in den<br />

rechten Seitentisch des GPSB 76 gehängt werden<br />

kann. Zum Beispiel ein Schneidbrett oder<br />

eine Wanne mit Tragegriff und Flaschenhaltern,<br />

um sämtliche Gewürze, Öle und Saucen „mise<br />

en place“ aus der Küche in die Freiluftküche zu<br />

transferieren. Dem Vernehmen nach wird es dieses<br />

patente „Weber Works“-Zubehör in Zukunft<br />

auch für andere Geräteserien geben.<br />

Unbedingt empfehlenswert ist als Accessoire<br />

auch die praktische Gloche von Weber, deren<br />

eckige Form sich besonders gut eignet, um<br />

darunter möglichst viele Burger mit Käse zu<br />

überschmelzen. Oder aber Lachsfilets sanft mit<br />

etwas Wein zu garen, Muscheln in ihrem eigenen<br />

Dampf etc.<br />

Das haben wir gemeinsam mit Patrick Bayer von<br />

der Weber Grill Academy auf der Weber Slate<br />

ausprobiert, dazu noch gebratene Nudeln mit<br />

Gemüse, Sojasprossen und Filetspitzen. Für derlei<br />

eignet sich diese Plancha ja ideal, weil hier die<br />

unterschiedlichen Garzeiten der Zutaten durch<br />

verschiedene Temperaturzonen ausgeglichen<br />

werden und am Schluss doch alles wunderbar<br />

miteinander gespachtelt werden kann. Eine weitere<br />

Talentprobe lieferte die Platte auch noch mit<br />

Patricks beliebten Mais-Fritters, die als schneller<br />

Snack oder Beilage enorm gut ankommen.<br />

58 <strong>GRILLZEIT</strong>


Patricks Mais-Fritters<br />

MADE FOR<br />

MMMMMM<br />

MMMMMM<br />

MMMMMH<br />

ISS LECKERER<br />

Zutaten<br />

3 Stangen Jungzwiebeln<br />

2 Knoblauchzehen<br />

100 g Mozzarella<br />

2 Eier<br />

80 g Milch<br />

150 g Mehl<br />

1 TL Backpulver<br />

300 g Zuckermais aus<br />

der Dose, abgetropft<br />

Salz, Pfeffer<br />

Kräuter nach Belieben<br />

Zubereitung. Die Jungzwiebeln in dünne Ringe schneiden,<br />

den Knoblauch fein hacken. Den Mozzarella abtropfen<br />

lassen und in kleine Würfel schneiden. Dann alle Zutaten<br />

miteinander verrühren und etwas quellen lassen, mit Salz<br />

und Pfeffer abschmecken. Die Konsistenz der Pfannkuchenmasse<br />

sollte am Ende nicht zu flüssig sein.<br />

Die Plancha nun mit etwas Öl begießen und auf halbe<br />

Hitze vorheizen. Mit einem großen Löffel oder Eisausstecher<br />

von der Masse kleine Häufchen ausstechen und mit<br />

regelmäßigem Abstand auf die heiße Platte setzen. Laufen<br />

diese nicht von selbst etwas auseinander, kann man mit<br />

einer Spachtel etwas nachhelfen. Nach zwei Minuten sollte<br />

die untere Seite der Fritters bereits gebräunt sein und sie<br />

können gewendet werden. Weitere 2-3 Minuten auf der<br />

zweiten Seite braten und dann sofort heiß servieren.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 59<br />

www.kuehne.de


mission plancha<br />

Pit Boss Ultimate Lift-off Plancha<br />

FLACH UND<br />

VOM FACH<br />

Der US-Hersteller Pit Boss bietet seine „Ultimate Planchas“ in verschiedenen Größen mit zwei bis<br />

fünf Brennern an. Wir hatten in Adi Bittermanns Grillschule im niederösterreichischen Göttlesbrunn<br />

die Variante mit vier Brennern und fahrbarem Untergestell im Praxistest, die mit 64 kg<br />

Lebendgewicht und einer Grillfläche von ca. 91 x 47 Zentimetern schon ein sehr erwachsenes<br />

Plancha-Erlebnis bietet, das Pit Boss mit dem Slogan „Bigger, hotter, heavier!“ bewirbt.<br />

Korpus und Deckel des Gerätes sind aus rostfreiem Stahl, die vier<br />

Millimeter starke Gusseisenplatte ist keramikbeschichtet, die<br />

vier Edelstahl-Gasbrenner darunter bringen zusammen 13,5 kW<br />

Leistung. Genug, um die Platte bei Vollgas nach zehn Minuten<br />

auf gut 300°C Oberflächentemperatur zu bringen, wie wir uns selbst vergewissern<br />

konnten.<br />

Weitere praktische Features des Gerätes sind zwei abklappbare Seitenablagen<br />

mit angebauten Werkzeughaken, eine nach vorne entnehmbare<br />

Fettauffangschale, eine Papierrollen-Halterung und ein Müllbeutelhalter.<br />

Für Adi Bittermann ist diese Plancha<br />

inzwischen schon ein hochgeschätztes<br />

Zweitgerät, das er auch<br />

sehr gerne parallel zu einem seiner<br />

zahlreichen Grills mit klassischem<br />

Rost im Einsatz hat. Denn alles an<br />

Lebensmitteln, was kleingeschnitten,<br />

flüssig oder temperatursensibel<br />

ist, lässt sich optimal auf den<br />

4.174 Quadratzentimetern der<br />

heißen Platte zubereiten, die mit<br />

vier Reglern sehr präzise zu temperieren<br />

ist. Und die großflächigen<br />

Röststoffe, die auf der Plancha<br />

entstehen, sind ebenfalls sehr willkommen.<br />

Um diese Vorzüge des Pit Boss<br />

Ultimate zu demonstrieren, hat uns<br />

Adi ein Gericht darauf zubereitet,<br />

dessen Komponenten recht unterschiedliche<br />

Ansprüche an Temperatur<br />

und Gargrad stellen.<br />

60 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Forellenfilets auf Naan-Brot mit Gemüse<br />

Zutaten für<br />

4 Vorspeise-Portionen<br />

Naan-Brot:<br />

1 Teelöffel Trockenhefe<br />

1 Teelöffel Zucker<br />

100 ml Milch, lauwarm<br />

250 g Weizenmehl<br />

100 g Naturjoghurt<br />

1 TL Salz<br />

½ TL Backpulver<br />

Gemüse:<br />

1 Handvoll Erbsenschoten<br />

1 gelber Paprika<br />

1 roter Paprika<br />

4 Radieschen<br />

1 Stange Porree<br />

Fisch:<br />

4 Forellenfilets<br />

Salz, Pfeffer<br />

Zubereitung. Für die Naan-Brote Hefe und Zucker in die lauwarme Milch<br />

rühren und auflösen lassen. Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine<br />

Mulde drücken und die Hefemilch hineingießen. Mit etwas Mehl vom Rand vermischen<br />

und ein paar Minuten ruhen lassen. Dann das Joghurt, Salz und Backpulver<br />

mit in die Schüssel geben und den Teig fünf Minuten mit dem Knethaken<br />

durcharbeiten. Nun die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Teig<br />

etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Den aufgegangenen Teig<br />

in sechs gleich große Stücke teilen und zu Kugeln formen. Jede Kugel mit den<br />

Händen ähnlich wie eine Pizza zu einem kleinen Fladen ziehen.<br />

Die Plancha heiß werden lassen, etwas Öl auftragen und die Naan-Fladen darauflegen.<br />

Wenn der Teig Blasen wirft und bräunt, sofort wenden und von der<br />

anderen Seite backen. Vorsicht, die Brote werden schnell dunkel! Zum Servieren<br />

etwas flüssiges Ghee (Butterschmalz) darübergießen.<br />

Das Gemüse wird mit etwas Rapsöl und einer kräftigen Prise Salz auf einem anderen<br />

Bereich der Plancha durchgeröstet. Will man es eher knackig, dann schnell<br />

bei hoher Temperatur. Soll das Gemüse weicher werden, lässt man es bei mittlerer<br />

Temperatur länger garziehen.<br />

Die Forellenfilets werden sauber entschuppt und etwaige Gräten mit der Fischpinzette<br />

entfernt. Dann auf der Hautseite mit Öl und Salz kräftig anbraten, bis<br />

sie bräunen, und dann wenden. Nach einer Minute auf der Fleischseite ist der<br />

Garpunkt richtig und die Filets werden mit dem Gemüse auf den Naan-Broten<br />

angerichtet.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 61


mission plancha<br />

Beste<br />

Freunde<br />

Foodpairing auf der Plancha<br />

Die Plancha ist grilltechnisch ein Ort der Begegnung<br />

unterschiedlichster Aggregatszustände, Aromen, Texturen<br />

und Konsistenzen. Auf der heißen Eisenplatte koexistieren fast<br />

alle Lebensmittel völlig konfliktfrei beim gemeinsamen Erwerb<br />

der Röststoffe. Entweder säuberlich nach Produktgruppen<br />

getrennt oder kontaktfreudig auf der Suche nach dem<br />

passenden Partner.<br />

„Foodpairing“ nennt sich Letzteres auf Neudeutsch und beschreibt<br />

sowohl gelernte und traditionelle sensorische Partnerschaften auf dem<br />

Teller als auch scheinbar völlig absurde neue Liaisonen, die gerne in<br />

Haubenküchen und von Kochbuchautoren ersonnen werden. Sie leben<br />

entweder von überraschenden Gemeinsamkeiten konträrer Produkte<br />

oder aber von spannenden Kontrasten. Schokolade trifft Hering, die<br />

Avocado mag Kaffee und die Melone Blutwurst. Manchmal geht es<br />

dabei ganz offensichtlich primär um ein Maximum an Originalität, aber<br />

tatsächlich sind bei den neuen Geschmackswelten immer wieder echte<br />

Volltreffer dabei. Wozu auch die eben genannten zählen.<br />

Treffpunkt Plancha. Auf der Plancha herrscht aber ohnehin das<br />

verbindende Element der schmackhaften Karamellisierung von Fleisch,<br />

Fisch, Gemüse und Früchten sowie die gemeinsame Intensivierung der<br />

Aromen durch die schnelle Verdampfung von Säften und Flüssigkeiten.<br />

Es ist tatsächlich so etwas wie ein „Plancha-Umami“, was dort entsteht<br />

und der Kombination unterschiedlicher Zutaten ausgesprochen förderlich<br />

ist.<br />

Die Herausforderungen bei der kollektiven Zubereitung unterschiedlichster<br />

Produkte auf der Grillplatte sind aber das richtige Timing, die<br />

Wahl der optimalen Temperaturen sowie das punktgenaue Treffen des<br />

perfekten Gargrades. Was wiederum voraussetzt, warenkundlich über<br />

seine Zutaten Bescheid zu wissen und diese entsprechend vorzubereiten.<br />

Das „Mise en Place“ ist also bei den Foodpairing-Rezepten, die wir<br />

Ihnen auf den folgenden Seiten vorschlagen, auch ein wichtiges Thema.<br />

62 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Dekonstruierter<br />

Kalbsnierenbraten<br />

Unser dekonstruierter Kalbsnierenbraten mit grünem Spargel<br />

ist natürlich eine Bank in Sachen Foodpairing. Die Niere<br />

passt hervorragend zum Kotelett, zum grünen Spargel und<br />

zum Salbei. Und statt einem klassischen Erbsenreis braten wir auf<br />

der Plancha besser ein paar kleine heurige Erdäpfel mit.<br />

Diese sind auch die einzige Zutat, die wir empfehlen im Kochtopf<br />

vorzugaren, das Fett der in Scheiben geschnittenen Kalbsniere<br />

lassen wir auf der Platte etwas aus, bevor auch die Koteletts und<br />

der Spargel dort bei mittlerer Hitze geröstet werden. Gewürzt wird<br />

lediglich mit einer Prise Salz und frischen Salbeiblättern.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 63


mission plancha<br />

Zutaten:<br />

1/2 kg Schweinsfledermaus<br />

2 EL getrockneter Oregano<br />

5 Zweige frischer Oregano<br />

5 rote Schalotten<br />

4 Knoblauchzehen<br />

Bratpfefferoni<br />

1 Salatherz<br />

Tomaten<br />

2 EL Joghurt 10%<br />

2 TL Pul Biber Aci<br />

1 Fladenbrot<br />

64 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Fledermaus-Gyros<br />

Gegenüber dem Drehspieß, von dem man den<br />

Begriff Gyros ja namentlich kennt (griechisch<br />

für Drehung), bietet die Plancha deutlich mehr<br />

und schneller Chancen auf jede Menge Röststoffe.<br />

Denn hier wird das Fleisch schon vor dem <strong>Grillen</strong> in<br />

kleine Stücke geschnitten und zusammen mit einer<br />

ordentlichen Portion getrocknetem Oregano auf der<br />

Plancha bei relativ hoher Temperatur und unter oftmaligem<br />

Wenden knusprig gebraten, während die<br />

Schalotten lediglich halbiert und etwas karamellisiert<br />

werden. Die Pfefferoni werden einfach mitgebraten.<br />

Die griechische Version des Döner Kebabs ist natürlich<br />

aus Schweinefleisch, und wir empfehlen hier ganz<br />

besonders die Fledermaus, deren saftig-aromatisches<br />

Fleisch für dieses Gericht hervorragend geeignet ist.<br />

Unser Plan B (bei Beschaffungsproblemen) wäre der<br />

Schopfbraten.<br />

Das vorgebackene Fladenbrot wird am Ende auf der<br />

Plancha mitgeröstet und dann mit einem Bett aus<br />

Salatblättern und Tomatenscheiben belegt, auf die das<br />

Gyros platziert wird. Das Topping besteht schließlich<br />

aus gesalzenem Joghurt und einer ordentlichen Prise<br />

Pul Biber Aci (ein türkisches Chili-Paprika-Gewürz).<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 65


mission plancha<br />

Zarenlachs-Tataki<br />

mit Maki und Pak Choi<br />

Der sogenannte „Tsar-Loin“ – also das Zarenfilet<br />

– ist der edelste Teil des Lachsfilets. Es wird aus<br />

dem fleischigen Mittelteil geschnitten und dort<br />

wiederum nur aus der hohen Partie zwischen Rückenflosse<br />

und Seitenlinie. Die Haut wird abgezogen, die<br />

verbliebenen Gräten sollten penibel mit der Fischpinzette<br />

entfernt werden.<br />

Für das Tataki wird das Filet lediglich mit Salz gewürzt<br />

und mit der Fettseite nach unten auf die mittelheiße,<br />

geölte Plancha gesetzt. Bereits nach einer Minute ist<br />

das Fischfleisch so, wie es sein soll – also oben roh und<br />

kalt, unten angebräunt und warm. Wer will, kann es<br />

natürlich auch wenden und rundum anbraten.<br />

Bilden sich beim <strong>Grillen</strong> Flocken auf dem Filet, wurde<br />

es zu stark oder zu lange erhitzt. Ab 70°C sondern die<br />

Muskelfasern nämlich das Protein Albumin ab.<br />

Vorab wird natürlich der Sushi-Reis gekocht, mit Salz,<br />

Zucker und dem Sushi-Essig gewürzt und anschließend<br />

zum Erkalten in den Kühlschrank gestellt. Die Rüben<br />

werden in Stifte geschnitten und kurz in Salzwasser<br />

knackig gekocht, die Gurke samt Schale gestiftelt.<br />

Mit den Nori-Blättern, dem Reis und dem Gemüse<br />

eine Maki-Rolle formen und in ca. drei Zentimeter<br />

dicke Scheiben schneiden. Diese werden mit dem<br />

Lachs zusammen nur kurz auf die heiße, geölte Plancha<br />

gesetzt.<br />

Der Pak Choi wird lediglich halbiert und zusammen<br />

mit ein paar Zitronenscheiben angeröstet.<br />

66 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Zutaten für 2 Portionen:<br />

1 Zarenfilet vom Lachs, ca. 250 g<br />

1 Pak Choi<br />

1 Gelbe Rübe<br />

1 Karotte<br />

1/2 Gurke<br />

1 Zitrone<br />

1 kleine Tasse Sushi-Reis<br />

3 EL Sushi-Essig<br />

Nori-Algenblätter<br />

Rapsöl<br />

Salz, Zucker<br />

gerösteter Sesam<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 67


mission plancha<br />

Zutaten für 3 Portionen:<br />

3 Junglamm-Filets<br />

1 Artischocke<br />

3-4 Topinamburknollen<br />

1 Knoblauchknolle<br />

3 Rosmarinzweige<br />

3 Pflaumentomaten<br />

Olivenöl<br />

Salz, Pfeffer<br />

68 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Junglammfilets<br />

mit Artischocke und Topinambur<br />

Mit rund 80 Gramm Gewicht pro Stück sind<br />

unsere Junglammfilets eine kleine, aber<br />

sehr feine Vorspeisen-Portion und werden<br />

natürlich im Ganzen gegrillt.<br />

Gestartet wird jedoch mit der geviertelten Artischocke<br />

und den halbierten Topinamburknollen, die bei<br />

mäßiger Hitze auf der Plancha mit Olivenöl und Salz<br />

langsam gegrillt werden. Eine Gloche über dem Gemüse<br />

beschleunigt dabei den Garprozess. Erst wenn<br />

Artischocke und Topinambur beginnen allmählich weicher<br />

zu werden, landen die halbierte Knoblauchknolle<br />

und der Rosmarin auf der geölten Plancha, danach die<br />

kleinen Lammfilets, die rundum angebraten und mit<br />

Salz sowie grob gemahlenem Pfeffer gewürzt werden.<br />

Zuletzt kommen noch kurz die halbierten Pflaumentomaten<br />

dazu – dann kann auch schon serviert werden.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 69


mission plancha<br />

Mehr Meer<br />

Diese Frutti die Mare auf der Plancha sind wie<br />

Urlaub und in der Zubereitung schneller als Fast<br />

Food. Am meisten Arbeit machen dabei noch<br />

die feinen Zucchini-Streifen, die am besten mit einem<br />

Julienne-Schneider oder Zestenreißer aus der Schale<br />

dieses Gemüses gehobelt und anschließend mit einer<br />

Prise Salz vermischt und beiseitegestellt werden.<br />

Die Austern werden geöffnet, dann geben wir einen<br />

Spritzer Zitrone auf das Muschelfleisch. So werden die<br />

Austern auf die heiße Plancha gesetzt, es kommt ein<br />

Schuss Weißwein für den Dampf dazu, und das Ganze<br />

wird mit einer Gloche bedeckt, um so schonend zu<br />

garen.<br />

Nun werden die Kalmare mit etwas Zitronensaft und<br />

Salz gewürzt, bevor sie auf die gut geölte Plancha gelangen,<br />

wo die Kräuter und ein paar Zitronenscheiben<br />

ihre Aromen hinterlassen. Auf beiden Seiten grillen.<br />

Die entdarmten Riesengarnelen werden ebenfalls<br />

unter mehrmaligem Wenden gegart, aber nur so lange,<br />

bis sie beginnen sich zu krümmen. Dann sollte der<br />

Garpunkt perfekt sein und das Fleisch noch relativ glasig.<br />

Zuletzt werden die Zucchini-Streifen kurz durchgeröstet<br />

und zusammen mit den Meeresfrüchten auf<br />

„Fregola Sarda“, Bulgur oder Reis serviert.<br />

70 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

Zutaten für 2 Portionen:<br />

2 große Kalmare<br />

2 Austern<br />

2-3 Riesengarnelen<br />

1 Zitrone<br />

Rosmarin<br />

Thymian<br />

Weißwein<br />

1 Zucchini<br />

Salz, Pfeffer<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 71


mission plancha<br />

Beef Tatar<br />

im Brioche<br />

Natürlich geht das auch mit einem weniger edlen<br />

Teilstück und natürlich wird das Fleisch auch<br />

meist nur zweifach faschiert. Ein waschechtes<br />

Beef Tatar ist jedoch nur jenes vom Rindsfilet, das<br />

entweder mit dem Messer geschabt oder fein gehackt<br />

wird. Wobei wir wegen Aroma, Biss und Mundgefühl<br />

die zweite Möglichkeit bevorzugen. Dass hier vor allem<br />

Filetkopf und Filetspitzen Verwendung finden, liegt auf<br />

der Hand.<br />

Ist das Fleisch gehackt, werden Kapern, Essiggurke und<br />

die Jungzwiebel fein gehackt und zusammen mit dem<br />

Senf, dem Ketchup, einem Spritzer Worcestershire-<br />

Sauce und dem Eigelb vermischt sowie mit Salz und<br />

Pfeffer abgeschmeckt. Nun Tomatenscheiben und<br />

Zwiebelringe auf der Plancha mit etwas Rapsöl anrösten<br />

sowie zwei kleine Spiegeleier braten.<br />

Beim Butterbrioche schwören wir auf den handgeflochtenen<br />

Typus im Ziegelformat, der sonst gerne<br />

mit Marmelade oder auch Gänseleberpastete verspeist<br />

wird. Wir schneiden diesen Brioche in ordentlich dicke<br />

Scheiben – schon deswegen kommt die vorgeschnittene<br />

Ware nicht in Frage. Diese Brioche-Scheiben werden<br />

bei mittlerer Hitze mit reichlich Butter auf beiden<br />

Seiten goldgelb getoastet.<br />

Auf den Brioche-Toast schlichten wir in Reihenfolge<br />

ein, zwei Salatblätter, dann die gegrillten Tomatenscheiben<br />

und obenauf noch das Spiegelei.


mission plancha<br />

Zutaten für 2 Toasts:<br />

150 g Rindsfilet<br />

2 EL Kapern<br />

1 Gewürzgurke<br />

1 Jungzwiebel<br />

1 TL Senf<br />

1 TL Ketchup<br />

Worcestershire-Sauce<br />

1 Eigelb<br />

1 Fleischtomate<br />

1 rote Zwiebel<br />

2 Eier<br />

1 Salatherz<br />

Salz, Pfeffer<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 73


mission plancha<br />

Gemüse<br />

auf der<br />

Plancha<br />

Dass sich Obst und Gemüse aller Art auf der<br />

Plancha besonders wohlfühlen, ist kein Geheimnis.<br />

Klein Geschnittenes, Kräuter, Erbsen, Nüsse<br />

und Konsorten sowieso – denn auf dem Rost<br />

droht ja der Absturz und die Grilltasse ist keine<br />

echte Alternative, wenn es um Röststoffe geht.<br />

Aber auch Pataten, Knollen, Rüben und Tomaten sind<br />

hier gut aufgehoben, Blattgemüse sowieso. Früchte<br />

und Fruchtgemüse haben auf der Plancha den<br />

vollen Kontakt zur Hitze, um zu karamellisieren, die<br />

Säfte gehen nicht verloren. Ganz im Gegenteil können hier<br />

noch Flüssigkeiten, Öle und Zucker hinzugefügt werden.<br />

Doch so unterschiedlich die einzelnen Gemüse- und Obstsorten<br />

sind, so verschieden sind auch die optimalen Grillbedingungen<br />

und Grilltechniken. Denn an Obstsorten gibt es<br />

jede Menge, an Gemüse noch viel mehr. Küchentechnisch<br />

werden diese grob wie folgt unterteilt: Wurzelgemüse, Knollen,<br />

Zwiebel, Sprossgemüse, Blattgemüse, Blütengemüse,<br />

Fruchtgemüse, Samengemüse. Sowie die Pilze, die streng<br />

betrachtet eigentlich gar nicht zum Gemüse zählen. Die<br />

noch viel feinädrigere botanische Nomenklatur ersparen wir<br />

uns an dieser Stelle, denn sie hat in der Küche nur wenig<br />

Relevanz.<br />

Wurzelgemüse und Knollen, wie Karotten, Pastinaken,<br />

Rote Rüben und Sellerie, zeichnen sich durch eine besonders<br />

lange Lagerfähigkeit aus, brauchen aber auf der Grillplatte<br />

oft Zeit und höhere Temperaturen, um weich zu werden. Das<br />

lässt sich umgehen, indem man sie vor dem <strong>Grillen</strong> blanchiert<br />

bzw. vorgart. Beispielsweise sous vide, um ihr Aroma<br />

bestmöglich zu erhalten. Auf der Plancha werden dann lediglich<br />

noch die Röststoffe addiert.<br />

Eine andere Möglichkeit ist aber auch das Garen von grob<br />

geschnittenen Knollen und Wurzelwerk unter der Gloche mit<br />

etwas Flüssigkeit. So können beispielsweise Süßkartoffeln<br />

oder Pastinaken während des Bratens gleichzeitig gedämpft<br />

werden. Botanisch gesehen zählen übrigens auch alle Rettichsorten<br />

sowie der Kren zum Kohlgemüse.<br />

74 <strong>GRILLZEIT</strong>


mission plancha<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 75


mission plancha<br />

Als Fruchtgemüse bezeichnet man gemeinhin Paradeiser,<br />

Melanzani, Zucchini und Paprikaschoten, aber auch Kürbisse,<br />

Gurken und Melonen. Allen gemeinsam ist die Affinität zur<br />

Grillplatte – besonders bei Zucchini und Melanzani (Auberginen)<br />

gibt es keine bessere Zubereitung, als in Scheiben<br />

geschnitten mit wenig Fett auf der Plancha zu schmoren. Bei<br />

festfleischigen Kürbissen sollte man eher dünne Scheiben<br />

bzw. kleinere Stücke schneiden, um die Garzeit zu verkürzen.<br />

Zum Zwiebelgemüse zählen neben diversen Zwiebelsorten<br />

und Schalotten auch Lauch, Schnittlauch, Knoblauch<br />

und der wilde Bärlauch. Es ist fast müßig zu erwähnen, dass<br />

sämtliche Zwiebelgewächse beim Rösten mit etwas Fett ihre<br />

Schärfe großteils verlieren und eine würzige Süße entwickeln.<br />

Das sogenannte Sprossgemüse, manchmal auch Stängelgemüse<br />

genannt, umfasst jene Kulturen, die als Stangen<br />

aus dem Boden wachsen, wie Spargel, aber auch Fenchel,<br />

Mangold und Rhabarber. Und sogar der Kohlrabi, den wir<br />

eigentlich eher als Knolle wahrgenommen hätten. Alle diese<br />

Gemüse profitieren sehr von einer Zubereitung auf der Plancha,<br />

am besten mit etwas Öl und einer Prise Salz, die das<br />

Aroma des Gemüses noch vertiefen.<br />

Das ähnlich klingende Sprossengemüse hingegen meint<br />

neben den bekannten gekeimten Hülsenfrüchten, wie Sojaund<br />

Mungosprossen, auch das sogenannte „Microgreen“, das<br />

in den letzten Jahren als „Superfood“ sehr in Mode gekommen<br />

ist. Neben den gesundheitsförderlichen Eigenschaften<br />

bieten diese frisch gekeimten Jungpflanzen auch sehr viel<br />

frisches Aroma und eine großartige Optik.<br />

Der Begriff Blattgemüse bezeichnet eher weichblättrige<br />

Sorten wie Salate, Spinat, Chicorée und Radicchio, Rucola<br />

(vulgo Raute), Endivien und Pak Choi, aber auch feste Kohl-<br />

& Krautköpfe wie Spitzkohl, Wirsing, Chinakohl, Rot- und<br />

Weißkraut sowie Kohlsprossen.<br />

Mit Ausnahme der Kohlsprossen wird Kohlgemüse so gut<br />

wie immer mehr oder weniger fein geschnitten, bevor es auf<br />

die Plancha kommt. Und es ist ganz erstaunlich, wie positiv<br />

sich auf der Platte gerösteter Kohl von den totgekochten Varianten<br />

unterscheidet, mit denen man uns in den Kantinen<br />

den Appetit darauf verdorben hat. Die dabei unverzichtbaren<br />

Röststoffe holen das Beste aus dem Kohl und sorgen für<br />

einen wunderbar nussigen Geschmack. Salate und Spinat<br />

hingegen wollen nur ganz kurz Kontakt zur heißen Platte,<br />

ähnlich wie beim Blanchieren.<br />

Samengemüse werden Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen<br />

und Linsen sowie Kichererbsen und Mais genannt. Während<br />

Fisolen vor dem <strong>Grillen</strong> etwas blanchiert werden, kommen<br />

Erbsen bzw. Zuckerschoten frisch und mit etwas Flüssigkeit<br />

(z.B. Gemüsefond) auf die Platte. Maiskolben werden in Salzwasser<br />

vorgekocht.<br />

Pilze. Neben dem Volkssport Schwammerlsuchen gibt es<br />

inzwischen viele Möglichkeiten, den Speiseplan mit den unterschiedlichsten<br />

Pilzsorten zu bereichern. Allesamt sind ideal<br />

für die Zubereitung auf der Plancha geeignet, weil dort trotz<br />

der Feuchtigkeit der Pilze schnell Röststoffe entstehen.<br />

Neben den Klassikern Steinpilz und Eierschwammerl sind bei<br />

den Wildpilzen besonders Rotkappen und Austernpilze als<br />

hervorragende Plancha-Kandidaten zu erwähnen. Zu unseren<br />

Favoriten bei den Zuchtpilzen zählen die fleischigen Kräuterseitlinge<br />

und die würzigen Shitake.<br />

Beim Obst zählen wir nur jene Sorten auf, die besonders<br />

oft und gerne auf unserer Grillplatte zu finden sind. Zitrusfrüchte<br />

beispielsweise, die fast immer als Aromenspender<br />

mitgebraten werden.<br />

Äpfel, Birnen und Quitten sind hervorragend zum Braten<br />

auf der Plancha geeignet und vertragen auch kräftige Hitze,<br />

während Pfirsiche, Nektarinen und Marillen sowie Zwetschken<br />

nur kurz karamellisieren sollten, um nicht zu weich zu<br />

werden. Inzwischen schon als heimisch zu bezeichnen sind<br />

unsere Feigen, die halbiert gegrillt ebenso zu Desserts passen<br />

wie zu Käse und Wild. Ähnliches gilt für Zuckermelonen<br />

und Wassermelonen, die auch bereits in unseren Breiten<br />

gedeihen. Von den Exoten sind Mango, Papaya und Ananas<br />

unverzichtbar. Und schließlich sind auch heiße Himbeeren,<br />

Kornelkirschen und Ribisel bei vielen Plancha-Gerichten der<br />

Tupfen auf dem i.<br />

Blütengemüse. Brokkoli, Karfiol und Romanesco sind<br />

typische Vertreter dieser Spezies und werden meist in Salzwasser<br />

vorgekocht, bevor sie auf der Plancha Röststoffe<br />

erwerben. Das macht Sinn, weil das feste Gewebe sonst oft<br />

noch hart ist, während die zarten Blütenknospen verkokeln.<br />

Bei Artischocken hingegen reicht es, die Herzen bzw. Böden<br />

aus den Distelköpfen des Gemüses zu schneiden und zu zerteilen.<br />

Mit Salz und Öl auf der Plancha gebraten, ist das eine<br />

Delikatesse.<br />

76 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

von der Kalbin<br />

14 TAGE REIFEGARANTIE<br />

AMA-Gütesiegel Rindfleisch von der Kalbin, das ist<br />

„Rindfleisch à la carte“. Die 14-tägige Reifegarantie<br />

sowie die gentechnikfreie Fütterung sorgen für<br />

ausgezeichnete Qualität und gutes Gelingen bei der<br />

Zubereitung ihrer Lieblingsrezepte. In der Küche<br />

gleichermaßen wie am Grill.<br />

www.rindfleisch-alacarte.at<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 77


esser grillen<br />

Rundum<br />

glücklich<br />

Außen knusprig, innen saftig, überall aromatisch. Und<br />

das funktioniert noch dazu fast von ganz alleine. Der<br />

Spießbraten zählt daher nicht ohne Grund zu den Lieblingsdisziplinen<br />

des kundigen Grillverantwortlichen.<br />

Der eherne Grillspieß gehörte zu den allerersten<br />

Küchenwerkzeugen der beginnenden Eisenzeit,<br />

die bereits vor über 3.000 Jahren hergestellt wurden.<br />

Denn dieses Material ermöglichte durch seinen<br />

hohen Schmelzpunkt, erstmals weitgehend feuerfeste<br />

Grill- und Koch-Gerätschaft aus Metall herzustellen. Was<br />

für Kupfer und Bronze nur sehr bedingt gegolten hatte. Und<br />

die praktische Kurbel am Spieß war dann nur eine logische<br />

Weiterentwicklung, um den Garprozess über offenem Feuer<br />

besser und komfortabler zu gestalten. Explizit zum ersten<br />

Mal schriftlich erwähnt wird der Drehspieß namentlich<br />

als „tournebroche“ Mitte des 14. Jahrhunderts in der Biografie<br />

eines französischen Kochs. Um<br />

1480 konstruiert Leonardo da Vinci ein<br />

aufwendiges Gerät, mit dem ein ganzer<br />

fürstlicher Hof gleichzeitig mit Spießbraten<br />

versorgt werden konnte. Mit einem<br />

großen, aufziehbaren Turmuhrwerk als<br />

Motor und einem Revolver-System für<br />

vier Spieße, die sich wiederum auch<br />

selbst um die eigene Achse drehten. Noch heute ist derlei<br />

in Oberitalien im Kompaktformat zu bestaunen.<br />

Bis heute ist die Rotisserie eine Art des <strong>Grillen</strong>s, bei der<br />

Fleischstücke oder oft sogar ganze Tiere auf einem langen<br />

Spieß über oder neben dem Feuer „rotieren“. Angetrieben<br />

entweder von schierer Muskelkraft oder zeitgemäß<br />

von einem Elektromotor. Die Vorteile dieser Methode sind<br />

aber immer noch die gleichen wie zu Leonardos Zeiten: Das<br />

Fleisch wird besonders gleichmäßig gegart und gebräunt,<br />

weil die Hitze über alle Stellen des Bratens streicht. Unerwünschte<br />

Verkohlungen sind hier leichter zu vermeiden<br />

als ohne Rotation. Und das Fett<br />

des Fleisches tropft nicht einfach ab,<br />

sondern überzieht die Oberfläche des<br />

ganzen Fleischstücks durch die ständige<br />

Drehung mit immer dichteren, eigenen<br />

Aromen. Weswegen sich manche Spießgesellen<br />

am Grill sogar weitgehend auf<br />

Salz als Gewürz beschränken, um den Eigengeschmack<br />

des Fleisches wortwörtlich<br />

auskosten zu können.<br />

Tatsächlich ist es meistens Fleisch,<br />

das am Drehspieß landet – sei es Rind, Schwein, Lamm<br />

und Geflügel oder auch Fisch und Meeresfrüchte. Denn<br />

diese Lebensmittel profitieren besonders von dieser<br />

schonenden Form des <strong>Grillen</strong>s und der vollflächigen Karamellisierung<br />

der Oberfläche. Gut zu sehen bei zwei<br />

Klassikern der österreichischen Spießgerichte – dem<br />

Grillhendl und der Grillstelze, zu denen wir uns ein paar<br />

Tipps von den Weltmeistern dieses Faches geholt haben.<br />

78 <strong>GRILLZEIT</strong>


esser grillen<br />

Equipment. Bei der Wahl des Grillspießes ist es von<br />

Vorteil, gleich mehr als zwei Forken (Fleischgabeln) zu erwerben.<br />

So kann man beispielsweise mit einer weiteren<br />

Mittelforke (oder zwei weiteren einzelnen) auch zwei Hühner<br />

fest fixieren. Mit im Lieferumfang ist meist ein Kontergewicht,<br />

um die Unwucht auszugleichen, die entsteht, wenn<br />

ein Braten nicht ganz zentral aufgespießt werden kann. Das<br />

ist umso wichtiger, je größer und schwerer dieser Braten<br />

ist, und kann einen schwächlichen Motor vor dem Erschöpfungstod<br />

bewahren. Die Drehzahl des Spieß-Motors sollte<br />

übrigens mindestens bei zwei Umdrehungen pro Minute liegen,<br />

manche Hersteller bieten sogar unterschiedliche Geschwindigkeiten<br />

an. Höhere Umdrehungszahlen haben den<br />

Vorteil, dass weniger Saft abtropft, da dieser quasi um den<br />

Braten gewickelt wird. Andererseits bevorzugen Spezialisten<br />

bei Rinderbraten eher Langsamläufer, da der Garpunkt bei<br />

diesem Fleisch oft eher niedrig liegen soll und daher eine<br />

raschere Bräunung gefragt ist.<br />

Der kundige Rotisseur braucht unbedingt auch sehr gute,<br />

lange Grillhandschuhe, um den heißen Spieß jederzeit unfallfrei<br />

vom Grill nehmen zu können. Und unter dem Spieß<br />

wird man auf dem Rost oder den Brennern (wenn mit dem<br />

Rost der Platz nicht reicht) tunlichst eine längliche Auffangwanne<br />

platzieren, um das Geräteinnere vor den abtropfenden<br />

Säften zu bewahren. Und ein möglichst schnell<br />

reagierender Stichthermometer informiert uns zuverlässig<br />

über die Kerntemperatur unseres Bratens. Denn eine Sonde<br />

mit Drahtverbindung kommt hier ja nicht in Frage.<br />

Gas, Kohle oder Infrarot? Kohle hat den ursprünglichen<br />

Flair der Feuerküche, doch ist die Temperatur schwieriger<br />

über längere Zeiträume konstant zu halten. Und man<br />

grillt hier in der Regel direkt – also über der Glut –, was<br />

ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert. Auf jeden Fall<br />

empfiehlt es sich, den Bereich unter dem Braten z.B. mit<br />

einer Wasserschale thermisch etwas zu entkoppeln. Wird<br />

es trotzdem zu heiß im Grill (gegrillt wird am Spieß natürlich<br />

bei geschlossenem Deckel), entnimmt man einfach so<br />

lange glühende Kohlestücke, bis es wieder passt. Mit einer<br />

Temperatur von 180-200°C auf dem Deckelthermometer<br />

ist man meist recht gut beraten.<br />

Der Gasgrill dagegen ist zwar relativ unromantisch, hat aber<br />

den klaren Vorteil, dass man die Hitze genauestens regulieren<br />

und halten kann. Besitzt man ein größeres Gerät mit<br />

drei, vier oder fünf Brennern, kann man jene in der Mitte<br />

nach dem Aufheizen ab- oder kleindrehen, um eine indirekte<br />

Zone für den Spießbraten zu schaffen. Der wird so<br />

nämlich am gleichmäßigsten und effektivsten von der Konvektionshitze<br />

unter der Haube des Grills gebräunt.<br />

Grillt man mit einem sogenannten Heckbrenner (Backburner),<br />

schaltet man immer nur diesen ein, die übrigen bleiben<br />

unbedingt aus. Das gilt sowohl für Gasheckbrenner wie<br />

auch für die schon recht rar gewordenen Infrarotbrenner.<br />

Man kann den Backburner aber auch dazu nutzen, um dem<br />

Braten nach dem <strong>Grillen</strong> über den Standard-Brennern noch<br />

eine perfekte Kruste zu verpassen. Und neuerdings gibt es<br />

für diesen Zweck auch Gasgrills mit integrierter Infrarot-<br />

Oberhitze im Steakhouse-Stil.<br />

In jedem Fall aber sollten die Brenner nicht zu heiß eingestellt<br />

werden. Für ein saftiges Grillhendl sollte man lieber<br />

bei ein paar Grad weniger und dafür ein paar Minuten länger<br />

einplanen. Denn zu viel Hitze sorgt nicht nur für verbrannte<br />

Oberflächen, sondern auch für trockenes Fleisch.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 79


esser grillen<br />

Adi Matzeks<br />

Grillhendl-Duett<br />

Für seine Grillhendl verwendet Adi gerne<br />

den Napoleon Prestige mit seinem langen<br />

Heckbrenner und dem dazugehörigen<br />

Grillspieß, der bereits mit vier Forken<br />

ausgeliefert wird. Er schätzt dieses Gerät<br />

für das Spießgrillen deswegen besonders,<br />

weil es ihm 25-30% mehr Platz bietet als<br />

die indirekte Zone normaler Brenner. Und<br />

auch deshalb, weil mit dem Heckbrenner<br />

ohne Risiko höhere Gartemperaturen möglich<br />

sind. Nicht ganz unwichtig bei einem<br />

Grillfest-Catering, wo viele Gäste ungeduldig<br />

auf ihre Grillhendl warten.<br />

Die Ablage muss beim Backburner-Betrieb auch<br />

bei Gasgrills übrigens immer raus. Sonst kann sie<br />

sich durch die starke Strahlungshitze verbiegen<br />

und blau verfärben (bläuen). Denn angeheizt<br />

wird der Grill für den Drehspieß bei Vollgas, wenn der Deckelthermometer<br />

250°C erreicht, wird die Hitze auf rund<br />

200°C reduziert. Das Oberflächenblech des Heckbrenners<br />

erreichte währenddessen sogar eine Temperatur von<br />

350°C.<br />

Die beiden prächtigen Maishendl der 1,3-kg-Klasse würzte<br />

Adi sehr unterschiedlich, um zu demonstrieren, welchen<br />

Einfluss das auf das Grillresultat hat. Beide Hendl wurden<br />

gewaschen und gründlich getrocknet, denn feuchte Haut<br />

wird ungern knusprig. Das eine Hendl bekam dann lediglich<br />

einen gestrichenen Teelöffel Salz in die Bauchhöhle<br />

als Würze. Dieses Salz vermischt sich dort während des<br />

<strong>Grillen</strong>s mit den austretenden Säften, gelangt dann auf die<br />

Haut und verteilt sich dort durch die permanente Rotation.<br />

Das andere Huhn wurde hingegen mit Adis eigener beliebten<br />

Gewürzmischung „Geflügel“ eingerieben, die er<br />

auch über seinen Onlineshop auf grillschule.at verkauft.<br />

80 <strong>GRILLZEIT</strong>


esser grillen<br />

Aufgefädelt wurden die Hendl mit jeweils zwei<br />

Forken gesichert auf den Drehspieß des Napoleon,<br />

wobei das richtige Setzen der Gabeln zugleich auch<br />

ein Bridieren der Hendl ersetzt. Denn wenn man<br />

dem ein wenig Augenmerk und Zeit widmet, werden<br />

Flügel und Keulen kompakt am Körper gehalten<br />

und stehen beim Rotieren im Grill nicht ab. Unter<br />

die Hendl platzierte Adi jeweils eine Grillschale, um<br />

das abtropfende Fett aufzufangen – damit war die<br />

Vorbereitungsarbeit auch schon getan.<br />

SLOW GRILLING<br />

Dem Knistern der Holzkohle lauschen und einfach entspannt grillen.<br />

Unsere neue Serie verbindet die uralte Faszination des Feuers mit den<br />

zeitlosen Designs und innovativen Funktionen in unseren neuen Modellen.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 81


esser grillen<br />

Adi telegen<br />

Mit der gewählten Temperatur am Deckelthermometer,<br />

die knapp über 200°C lag, waren die<br />

Hendl nach rund 90 Minuten knusprig gebraten<br />

und der Stichthermometer zeigte sogar<br />

85°C Kerntemperatur an der dicksten Stelle<br />

der Brust.<br />

Das Fleisch war aber dennoch bei beiden Varianten<br />

ausgesprochen saftig und delikat – jedoch<br />

geschmacklich unterschiedlicher, als man<br />

vielleicht denken würde. Während das nur mit<br />

Salz gewürzte Hendl sehr intensiv nach sich<br />

selbst schmeckte, war jenes mit Adis Mischung<br />

auf der Haut auch im Fleisch deutlich würziger.<br />

Fast wie zwei völlig unterschiedliche Gerichte.<br />

Aber beide sehr gelungen.<br />

Mehr Grill-Knowhow und sehr nachvollziehbare<br />

Schritt-für-Schritt-Anleitungen von Grillweltmeister<br />

Adi Matzek gibt es auf der Website „grillvideo.at“ der<br />

Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf.<br />

82 <strong>GRILLZEIT</strong>


esser grillen<br />

Patricks<br />

knusprige<br />

Grillstelze<br />

Wer Patrick Bayers Grillstelzen<br />

kennt, weiß, wo die<br />

Schwarten krachen. Knusprig,<br />

saftig und würzig stellen sie selbst<br />

die legendären Schweinshaxen aus dem<br />

Schweizerhaus im Wiener Prater in den Schatten.<br />

Der junge Grillweltmeister, der die Grillakademie<br />

des Weber Stores in Wien Süd unter seinen<br />

Fittichen hat, fabrizierte diese Grillstelzen für<br />

uns am Drehspieß des Gasgrills seines Vertrauen –<br />

einem Weber Genesis mit vier Brennern.<br />

Das Rohmaterial ist 1a – nämlich fleischige, hintere<br />

Stelzen vom niederösterreichischen Duroc-<br />

Schwein, nicht zu fett und nicht zu mager. Deren<br />

Schwarte wird geschröpft, sprich rundum eingeschnitten<br />

und mit viel Salz eingerieben. Zwischen die<br />

Muskelpartien der Stelzen stopft Patrick mit den Fingern<br />

von der Schnittfläche her eine Gewürzmischung aus Salz,<br />

Pfeffer, Beifuß und gepresstem Knoblauch. So mariniert<br />

verbringen die Schweinshaxen anschließend 24 Stunden im<br />

Kühlschrank.<br />

Beim Auffädeln und Fixieren der Stelzen auf den Spieß ist<br />

anderntags lediglich darauf zu achten, dass sich keine allzu<br />

großen Unwuchten ergeben – falls doch, werden sie mit<br />

einem Kompensationsgewicht ausgeglichen. Gegrillt wird<br />

schließlich indirekt bei 180-200°C, wobei die mittleren<br />

beiden der vier Brenner des Gerätes maximal mit kleiner<br />

Flamme brennen, meist reicht es sogar, nur die äußeren<br />

aufzudrehen. Nach etwa zwei Stunden sollten die Stelzen<br />

gar sein und jetzt wird der Grill noch für zehn weitere Minuten<br />

auf 240-260°C hochgefahren, was die Schwarten so<br />

richtig zum Ploppen bringt.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 83


essen & trinken<br />

Flank Steak<br />

aus der Alm Brine<br />

Wenn eine Flasche mit Almdudler-<br />

Limonade einmal nicht mehr ganz<br />

so prickelnd schmeckt, weil sie unverschlossen<br />

in der prallen Sonne<br />

ihre Kohlensäure ausgehaucht hat,<br />

ist das noch lange kein Grund,<br />

den Inhalt zu entsorgen. Denn<br />

das Getränk ist jetzt immer noch<br />

eine ausgezeichnete Basis für eine<br />

fruchtig-salzige Kräuter-Brine, in<br />

der man Geflügel-, Schweine- oder<br />

Rindfleisch vor dem <strong>Grillen</strong> das gewisse<br />

Extra geben kann. Wir haben<br />

das mit einem Flank Steak von der<br />

„kleinen Bavette“ vorexerziert.<br />

Für die Brine wird 1/4 Liter Almdudler-Limonade<br />

mit folgenden Zutaten verrührt, bis sich das Salz<br />

völlig aufgelöst hat.<br />

6 g Salz<br />

1 Zweig Rosmarin, gerebelt und fein gehackt<br />

1 Knoblauchzehe, zerdrückt<br />

1 TL frischer Ingwer, gerieben<br />

Diese Brine füllt man zusammen mit dem Fleisch in<br />

einen großen Gefrierbeutel und drückt die Luft heraus,<br />

bevor man ihn verschließt – so verteilt sich die Flüssigkeit<br />

gut um das Steak. Nun lässt man es im Kühlschrank über<br />

Nacht ziehen. Je dicker der Cut, desto länger sollte auch die<br />

Dauer des Kräuterbades sein. Bei einem relativ flachen Flank<br />

Steak (wie in unserem Fall) reichen aber auch schon ein paar<br />

Stunden, um merkbare Effekte zu erzielen.<br />

Das sind zum einen eine verbesserte Saftigkeit (durch das<br />

Salz-Brining), eine sehr angenehme Würze und eine stärkere<br />

Karamellisierung der Fleischoberfläche am Grill durch den<br />

Zuckergehalt der Limonade. An Würze muss nach dem <strong>Grillen</strong><br />

also nur mehr etwas grob gemahlener Pfeffer auf das knusprig<br />

gebratene Flank Steak, bevor es quer zur Faser in dünne Tranchen<br />

geschnitten wird.<br />

84 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Erfrischt beim <strong>Grillen</strong>.<br />

Schmeichelt der Hüfte.<br />

Neu!<br />

Jetzt auch<br />

Zuckerfrei!<br />

Zuckerfrei.<br />

Jetzt neu: in der 0,35 L Mehrweg Glasflasche.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 85


essen & trinken<br />

Taste<br />

the Grill!<br />

Die weltweit populärsten Rindersteaks sind bekanntermaßen<br />

jene vom Rostbraten, international gerne „Rib Eye“ genannt.<br />

Und die beste Zubereitungsstätte für ein saftiges, zwei Daumen<br />

dickes Steak aus diesem famosen Teilstück ist ganz ohne<br />

Zweifel der Grill. Aber welcher?<br />

Die Diskussion von Kennern und<br />

Könnern auf dem Steak-Sektor<br />

gleicht einem religiösen<br />

Diskurs. Jede Fraktion wähnt<br />

sich im Besitz der vollen Wahrheit –<br />

gerne auch, ohne Erfahrungen mit anderen<br />

Konfessionen bzw. Grillgeräten zu<br />

haben. Und schon gar nicht den direkten<br />

Vergleich, der zugegebenermaßen einen<br />

gewissen Aufwand verursacht.<br />

Um die ultimativ beste Grilltechnologie<br />

zur Zubereitung unserer Steaks herauszufinden,<br />

haben wir daher gemeinsam<br />

mit einer illustren Expertenrunde diesmal<br />

nicht verschiedene Steaks, sondern<br />

ausschließlich unterschiedliche Grillertypen<br />

gegeneinander antreten lassen.<br />

Allesamt aus dem Portfolio des umfangreichen<br />

Weber-Programmes, denn<br />

86 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

der Tatort unseres Geräte-Tastings war die Grillacademy<br />

des Weber Original Stores in Wien Süd, wo wir nicht nur ein<br />

besonders breites Spektrum an Modellen und ideale Event-<br />

Räumlichkeiten vorfanden, sondern mit Grillweltmeister Patrick<br />

Bayer auch einen routinierten Steak-Brutzler, der für uns<br />

alle Kostmuster gleichermaßen auf die genau definierte Kerntemperatur<br />

garte. „Vorwärts“ versteht sich – also erst scharf<br />

angegrillt und dann mit sanfter Hitze bis zum perfekten Garpunkt<br />

finalisiert.<br />

Die ideale Steakmaschine. Moderne Grillgeräte unterscheiden<br />

sich auch technisch betrachtet in vielerlei Belangen<br />

voneinander, die allesamt einen großen Einfluss auf das Grillergebnis<br />

haben können. Die Energiequellen beispielsweise reichen<br />

von der klassischen Holzkohle über Gas und Pellets bis<br />

hin zur Steckdose, an Bauarten kennt man klassische Grills<br />

mit Rost, Planchas, Smoker, Infrarotbrenner etc. und sogar das<br />

Rostmaterial (Edelstahl, Gusseisen) spielt eine bedeutende<br />

Rolle beim sogenannten Branding, das für die Röststoffe verantwortlich<br />

ist. Wie auch der resultierende Hitzetypus – also<br />

Kontakt-, Strahlungs- und Konvektionshitze – eine wesentliche<br />

Bedeutung für die finale Charakteristik der Steaks hat.<br />

Die Zubereitung unserer Steaks für dieses Tasting fand daher<br />

folgerichtig auf sechs recht unterschiedlichen Grillgeräten aus<br />

dem Premiumbereich statt, die auch mit unterschiedlichem<br />

Rostmaterial ausgestattet waren.<br />

Rohstoff-Oberliga. Rohstoffliche Basis der Verkostung<br />

waren drei ganze Rostbraten vom Cult Beef, einer heimischen<br />

Topmarke für hochwertiges Rindfleisch von der Kalbin. Gut<br />

und gleichmäßig marmoriert, ausreichend gereift und von Patrick<br />

kurz vor dem <strong>Grillen</strong> penibel in exakt gleich dicke Tranchen<br />

geschnitten und lediglich gesalzen.<br />

Dieses selektierte Kalbinnen-Fleisch hat nicht nur den Vorzug<br />

eines überdurschschnittlichen IMFs (Intramuskulärer Fettgehalt),<br />

sondern auch zarter, kurzer Fasern mit wenig Kollagen.<br />

Den Namen „Rib Eye“ trägt der Rostbraten übrigens nicht des<br />

markanten Fettauges wegen, mit dem uns seine Steaks oft<br />

zuzwinkern, sondern weil er aus der Mitte des Rippenstranges<br />

geschnitten wird.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 87


essen & trinken<br />

Zubereitung und Bewertung<br />

Die Garstufe der Steaks wurde bei diesem Tasting durch<br />

die Festlegung der Kerntemperatur auf einheitlich<br />

53°C definiert, unterschiedliche Karamellisierungen<br />

(Röststoffe) durch die individuellen technischen Gegebenheiten<br />

waren hingegen beabsichtigter Bestandteil des Tests.<br />

Der in der Textur deutlich festere „Rostbraten-Deckel“ wurde<br />

nach dem Garen von den Steaks abgetrennt und separat zur<br />

Verkostung serviert.<br />

Die Bewertung der einzelnen Proben erfolgte nach Punkten<br />

mit einer Maximalpunktezahl von jeweils 100 Punkten –<br />

analog dem Weinbewertungs-Schema von Parker, das sich<br />

wiederum an den US-amerikanischen Schulnoten orientiert.<br />

Schlechtester Wert ist hier 50, bester 100 Punkte, wobei bereits<br />

85 Punkte eine eindeutige Kaufempfehlung bedeuten,<br />

Werte über 90 sogar als „hervorragend“ einzustufen sind.<br />

Als Bewertungskriterien wurden Geschmack und Biss definiert<br />

sowie der Gesamteindruck, dem in der Auswertung auch das<br />

höchste Gewicht gegeben wurde. Wobei bei diesem Tasting<br />

eigentlich kein Ranking angestrebt wurde, sondern vielmehr<br />

die Charakteristika der jeweiligen Grillmethode im Vordergrund<br />

standen. Die Optik spielte in der Bewertung eine untergeordnete<br />

Rolle, da die Verkostungshappen hier ohnehin keine<br />

Rückschlüsse zuließen.<br />

88 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

Geräte und<br />

Resultate<br />

Aufgrund des erstklassigen Rohmaterials und<br />

der Qualität der Gerätschaft gab es erwartungsgemäß<br />

keine negativen Überraschungen<br />

in der Verkostung – aber sehr wohl deutliche<br />

Unterschiede zwischen den ursprünglich genau<br />

gleichen Rib Eye Steaks.<br />

Die Fraktion der Gasgrills vertrat der vierflammige<br />

Weber Genesis EPX-435, serienmäßig mit<br />

massivem Gusseisenrost ausgestattet. Er lieferte<br />

als erstes Gerät im Test sozusagen die Referenz-<br />

Steaks – und das tat er ganz ausgezeichnet. Der<br />

heiße Rost brachte wie gewohnt ein hervorragendes<br />

Branding, der Geschmack des Fleisches<br />

war für viele Kenner am Ende genau das, was sie<br />

wollen. Denn auch dieser Gasgrill entwickelt durch<br />

das abtropfende Fett auf den heißen Brennerabdeckungen<br />

dezente Raucharomen, ohne dass diese<br />

jedoch im Vordergrund stünden.<br />

Mit dem „Weber SmokeFire“ hatten wir einen<br />

hochwertigen Pellet-Smoker zur Verfügung, der<br />

zwar auch mit einem Gussrost ausgestattet werden<br />

kann, in unserem Fall die Steaks allerdings auf<br />

seinem Edelstahlrost bei hoher Hitze briet. Wie zu<br />

erwarten war, hatten diese Rib Eyes dann ein deutlich<br />

spürbares Raucharoma, das den Anhängern<br />

dieser Aromatik aber gerade recht kam, während<br />

andere es lieber beim <strong>BBQ</strong> sehen. Aber die Rauch-<br />

Liebhaber hatten dieses Gerät als Steakmaschine<br />

ganz oben auf der Liste.<br />

Als Vertreter der Holzkohlegrills wurde ein<br />

„Weber Summit Kamado“ mit Holzkohle befeuert<br />

– der Rost des Gerätes war in diesem Test ebenfalls<br />

aus Edelstahl, kann aber auch mit einem Sear-<br />

Einsatz ausgestattet werden, der dann sicher noch<br />

einmal andere Steak-Erlebnisse bringt. In Sachen<br />

Temperatur kann dieser Gerätetypus noch viel<br />

höher hinaus als alle anderen. Auf jeden Fall war<br />

das Aroma des Holzfeuers gut zu spüren.<br />

Das beliebte Thema der Infrarot-Oberhitze, wie<br />

wir es auch vom „Beefer“ und seinen Epigonen<br />

kennen, deckte die funkelnagelneue Generation<br />

des „Weber Summit“ in diesem Bewerb ab, noch<br />

bevor er wirklich auf den Markt war. Dieses neueste<br />

Flaggschiff der Weber Gasgrills besitzt unter<br />

anderem nämlich auch einen mittig unter dem<br />

Dach des Grills platzierten Infrarotbrenner, der<br />

nicht nur zum Gratinieren, sondern auch zum<br />

Oberhitze-<strong>Grillen</strong> im Steakhouse-Stil gedacht ist.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 89


essen & trinken<br />

Für die boomenden Elektrogrills ging der erst<br />

2023 vorgestellte „Weber Lumin“ an den Start, der<br />

neben einem ausgeklügelten Zubehörprogramm<br />

auch über einen massiven Gussrost verfügt. Dieses<br />

Gerät liefert unter seinem flachen Deckel so viel<br />

Power, dass es dem größeren Technologie-Bruder<br />

„Weber Pulse“ um nichts nachsteht. Beide sind in<br />

Sachen Kraft und Ausdauer bereits auf Augenhöhe<br />

mit einem guten Gasgrill, wenn man darauf achtet,<br />

die Kabellänge zur Steckdose kurz zu halten,<br />

um Widerstandsverluste zu vermeiden. Auch der<br />

Kabeldurchmesser sollte aus diesem Grund nicht<br />

zu gering sein.<br />

Die Steaks vom Lumin waren jedenfalls die größte<br />

Überraschung dieses Tests, denn etliche der 16 Experten<br />

hatten sie tatsächlich mit ihren sauberen,<br />

kräftigen Karamellnoten und dem intensiven, reintönigen<br />

Rindfleischaroma ganz weit vorne.<br />

Als Plancha hatten wir den brandneuen „Weber<br />

Slate GPD 76“ im Bewerb, den größten des neuen<br />

Plancha-Trios der Marke, den wir in diesem Heft<br />

auch genauer in einem Praxistest vorstellen. Auch<br />

mit dieser gasbetriebenen Plancha kommt man<br />

unschwer auf Höchsttemperaturen, wobei das für<br />

ein klassisches Steak gar nicht notwendig ist. Hier<br />

reichten uns rund 280°C für ein flottes Searing.<br />

Auf der mittelheißen Gussplatte entwickelten sich<br />

auf den Steaks auch ohne jegliche Fettzugabe besonders<br />

viele, weil flächendeckende Röststoffe –<br />

aber von eher fruchtiger, milder Charakteristik, die<br />

uns auch ganz besonders gut gefallen hat.<br />

Fazit der<br />

<strong>GRILLZEIT</strong>-Redaktion<br />

In Wahrheit kann man mit diesen<br />

Klassegeräten und dem Topfleisch von<br />

Cult Beef gar nicht viel falsch machen,<br />

wenn man mit einem Temperaturfühler<br />

akkurat auf die Garstufe achtet.<br />

Aber während wir den Pellet-Smoker<br />

für lange <strong>BBQ</strong>-Sitzungen lieben und<br />

der Summit Kamado eine Idealbesetzung<br />

für große Braten ist, waren<br />

unsere heißesten Steak-Tipps letztlich<br />

der Elektrogrill und der Gasgrill. Beide<br />

verfügen über genug Power, um ihren<br />

Gusseisenrost perfekt zu erhitzen, und<br />

lieferten schließlich die Steaks mit<br />

dem unverfälschtesten Rindfleischgeschmack.<br />

Fast gleichauf hatten wir<br />

aber die Plancha, die deutlich sanftere<br />

Karamellnoten produziert. Deswegen<br />

braucht man ja auch fünf verschiedene<br />

Geräte auf der Terrasse. Mindestens.<br />

90 <strong>GRILLZEIT</strong>


essen & trinken<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 91


uchtipps<br />

GRILLEN<br />

LESEN<br />

Und wieder haben wir uns auf dem Buchmarkt<br />

zum Thema <strong>Outdoor</strong>küche umgesehen.<br />

Wir stellen Ihnen die besten Titel vor.<br />

Hitzefrei<br />

Manuel Weyer hat schon<br />

einige sehr gute Bände<br />

zur Weber-Grillbibliothek<br />

beigesteuert, der neueste<br />

befasst sich mit dem<br />

Thema Hitze – ist aber vor<br />

allem wieder ein neues,<br />

gelungenes Grillbuch. Die<br />

Intro führt von Basisinfos<br />

wie „Caveman Style“ auf<br />

der Glut bis zum richtigen<br />

Fischeschuppen. Aber<br />

bereits auf Seite 34 startet der umfangreiche Rezeptteil<br />

mit den Vorspeisen und Salaten, dem folgen<br />

die Kapitel „Lunchtime <strong>BBQ</strong>“, „Meat“, „Chicken“,<br />

„Fish & Seafood“, „Greens“, „3 of a Kind“, „Twisted<br />

Barbecue“, „Food Court“, „Sweets“ und „Baked<br />

Competition“. Immer mit genauen Angaben zu<br />

Zutaten und Zubereitung, übersichtlich in Schritten<br />

strukturiert – sowie mit tollem Foodstyling authentisch<br />

und appetitlich fotografiert. 360 Seiten sind es<br />

insgesamt, der Preis ist mit € 41,- mehr als gerechtfertigt.<br />

Trick 17<br />

Das kleine Büchlein im Hart-Einband mit<br />

rund 130 Seiten hat eigentlich Tricks der<br />

Köche zum thematischen Inhalt angekündigt,<br />

ist aber selbst ein einziger Schmäh, wie<br />

man bei uns im Osten des Landes sagt.<br />

Der/die AutorInnen „Bree Mia“ (ja eigentlich<br />

der Markenname einer Handtasche)<br />

drucken nämlich Binsenweisheiten wie<br />

„Nutzen Sie den Platz<br />

in Ihrer Speisekammer<br />

optimal aus“<br />

in Riesenlettern auf<br />

die kleinformatigen<br />

Seiten, versehen diese<br />

mit 0 (null) Illustrationen<br />

und verkaufen<br />

das Machwerkchen<br />

um satte € 20,30<br />

bei Amazon. Daher<br />

gibt es hier die mit<br />

Abstand schlechteste<br />

Bewertung, die wir je<br />

vergeben haben.<br />

0 Sterne<br />

Balkan Purismus<br />

Von Diana Dontsova, einer Schwedin mit mazedonischen Wurzeln, stammt<br />

dieses rund 175 Seiten starke Hardcover aus dem Christian Verlag, das sich der<br />

ursprünglichen Kulinarik des Balkans auf eine sehr zeitgemäße Weise verschrieben<br />

hat. Die Auswahl der Rezepte und deren kulturelle Hintergründe sind inspirierender<br />

Stoff für den Herd wie für die Grillküche. Gut, authentisch und informativ<br />

fotografiert, übersichtlich aufgebaut und präzise in den Angaben – lediglich bei<br />

Gartemperaturen und Gardauer würden sich Unerfahrene manchmal vielleicht<br />

noch mehr Details wünschen. Aber alles in allem ist diese kurzweilige, kulinarische<br />

Reise auf den Balkan eine klare Empfehlung als Bereicherung der Grillbibliothek.<br />

92 <strong>GRILLZEIT</strong>


uchtipps<br />

Schulkomplex<br />

Dieses Hardcover-Großformat mit fast 400 prall gefüllten Seiten bringt tatsächlich<br />

zwei volle Kilogramm Papier auf die Küchenwaage und ist mit dem<br />

Anspruch, die 100 besten Rezepte der Thai-Küche zu beinhalten, auch ein<br />

Informations-Schwergewicht. Was den Buchpreis von € 65,- durchaus wieder<br />

relativiert.<br />

Tatsächlich führt die Autorin Angkana Sirisaeng, unterstützt von zahlreichen<br />

Fotos des Foodfotografen Alex Neumayer aus dem Gasteinertal, detailreich<br />

durch die Speisekammern und Küchen Siams. Sie liefert dabei nicht nur Warenkunde<br />

und genaue Rezepte, sondern auch viel Lesestoff zu Ursprung und<br />

Hintergründen einer der besten Küchen der Welt.<br />

Begleitung<br />

Der Salat als Beilage<br />

spielt beim <strong>Grillen</strong><br />

wohl die wichtigste<br />

Nebenrolle – und<br />

wird gerne an die<br />

Sous-Chefin des<br />

Gastgebers ausgelagert,<br />

um dann<br />

mitunter dem<br />

Hauptgericht gründlich<br />

die Show zu<br />

stehlen. Auf 150 Seiten<br />

des im Christian<br />

Verlag erschienenen<br />

Hardcovers (€ 25,-)<br />

inszeniert die deutsche<br />

Autorin und Foodfotografin Susann<br />

Kreihe dieses Thema detailliert – alleine dem<br />

Kapitel „Nudelsalat“ sind 20 Seiten gewidmet.<br />

Auch wenn die Auswahl und Rezepturen<br />

mancher Salate und Dressings uns daher an<br />

die typische Kulinarik einschlägiger deutscher<br />

Magazine erinnert, sind doch etliche<br />

Salat-Klassiker sowie spannende Tipps und<br />

Aromenkombinationen dabei, die auch dem<br />

österreichischen Feuerkoch neue Impulse<br />

geben können.<br />

Augenschmaus<br />

Schon im Vorjahr im Südwest-Verlag erschienen<br />

ist das 206-seitige Hardcover „Kings of<br />

Fire“ des Autorenduos Jürgen Kernegger und<br />

Karl-Heinz Drews um rund € 37,-. Zur Intro<br />

gibt es darin Infos und tolle Fotos zu begehrenswertem<br />

Equipment, wie handgeschmiedete<br />

Messer und Pfannen, dann ein Plädoyer<br />

für Wildfleisch (Jürgen ist passionierter Jäger)<br />

und auch zwischen den Rezepten immer<br />

wieder Infos zur besonderen Gerätschaft wie<br />

Tandoori-Öfen und Robata-Grills, die hier<br />

Verwendung finden, sowie Warenkundliches.<br />

Die kunterbunt sortierten und oft sehr originellen<br />

Rezepte selbst wurden also vorzugsweise<br />

mit und für die vorgestellten Geräte<br />

entwickelt, sind für<br />

Geübte aber sicher<br />

auch auf dem eigenen<br />

Grill reproduzierbar.<br />

Ganz ausgezeichnet<br />

fotografiert wurden<br />

sie übrigens von<br />

Thomas Apolt, und<br />

auch bei Papier und<br />

Druck hat man dieser<br />

Bildqualität ganz offensichtlich<br />

Rechnung<br />

getragen.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 93


features<br />

Weber Summit<br />

DIE FLAGGSCHIFFE<br />

Die neueste Generation des imposantesten Gasgrills mit der vielsagenden Typenbezeichnung<br />

„Summit“ (für „Gipfel“) kommt gleich doppelt. Denn Weber bietet seine Spitzenklasse heuer<br />

gleich in zwei Versionen an: analog oder digital.<br />

D<br />

er „Summit“ ist die Krone des<br />

Weber-Sortiments, wie die S-Klasse<br />

bei Mercedes. Hier wird alles realisiert,<br />

was bei einem Gasgrill Stand<br />

der Technik ist, Material und Verarbeitung sind<br />

über alle Zweifel erhaben, unter der mächtigen<br />

Haube findet sogar ein Thanksgiving-Truthahn<br />

Platz. Sowie nun erstmals auch eine 815°C<br />

Infrarot-Sear-Zone, die bullige Oberhitze wie<br />

in einem New Yorker Steakhouse ermöglicht.<br />

Sie erlaubt höchste Temperaturen in Minutenschnelle<br />

und ist ein hochwertiges kulinarisches<br />

Werkzeug zum Karamellisieren, Braten,<br />

Vergolden und Angrillen. Die Temperatur ist<br />

individuell regulierbar, und auch der Rost kann<br />

in der Höhe optimal für verschiedenes Grillgut<br />

eingestellt werden.<br />

94 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

In den Deckel integrierte Nightvision-LED-Leuchten mit<br />

Bewegungserkennung beleuchten die gesamte Grillfläche,<br />

die mit überdimensionalen Flavorizer-Stäben und<br />

einer zuverlässigen elektronischen Zündung ausgestattet<br />

ist. Gewohnt ist man bei Webers Flaggschiff schon den<br />

praktischen Lift, mit dem der Motor für den Drehspieß in<br />

der rechten Arbeitsfläche verschwindet und die Räucherbox<br />

sowie die massiven Grillroste aus Edelstahl.<br />

Der neue Summit ist aber auch mit dem Basis-Rahmen-<br />

Set für das „Crafted“-System von Weber ausgestattet,<br />

für das eine Vielzahl von passendem Grillzubehör erhältlich<br />

ist, das den Grill in eine Plancha, einen Pizzaofen<br />

oder einen Wok verwandelt.<br />

In Sachen Bedienungskonzept lässt man der Kundschaft<br />

jetzt die Wahl. Der „Summit FS38“ ist wie gewohnt per<br />

Knebel zu bedienen, während der „Summit FS38X S“<br />

mit der sogenannten „SmartControl-Technologie“ ausgestattet<br />

ist. Also mit einem großen, farbigen 8-Zoll-<br />

HD-Touchscreen und Touch-Feldern statt der Knebel.<br />

Diese Smart-Technologie arbeitet mit der Weber Connect<br />

App für Smartphones zusammen und sorgt für<br />

eine automatische Steuerung, überwacht den Grill und<br />

ermöglicht eine intelligente, präzise Hitzeregulierung.<br />

Die Hitze jedes einzelnen Brenners ist per Fernbedienung<br />

justierbar.<br />

Die Grundlage dieser SmartControl-Technologie ist ein<br />

integriertes elektronisches Gasventilsystem, das kontinuierlich<br />

das Vorhandensein einer Gasflamme in den<br />

Brennern und im Infrarotbrenner des Grills überprüft. Die<br />

Technologie löst bei Bedarf auch automatisch die Wiederzündung<br />

der Flamme aus.<br />

An Outfit-Farben gibt es für beide Summit-Versionen<br />

das klassische Schwarz oder aber Edelstahl – mit<br />

Aufpreis von ca. € 300,-. Der finanzielle Unterschied<br />

zwischen analog und digital fällt da mit € 1.100,- bis<br />

€ 1.700,- schon deutlicher aus, beinhaltet neben der<br />

geballten Hightech aber auch noch einen weiteren Unterschrank.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 95


features<br />

Stahlheart<br />

HEISSES<br />

EISEN<br />

Prinz Eisenherz würde sich heute vielleicht auch<br />

so nennen. De facto ist das jedoch der Markenname<br />

für sehr spezielle Grills aus massivem,<br />

kohlenstoffhältigem Baustahl, die in Salzburg<br />

ersonnen und in heimischen Schlossereien und metallurgischen<br />

Hexenküchen nach Kundenwunsch gefertigt<br />

und veredelt werden. Das Trio hinter dieser Grill-Maßschneiderei<br />

sind Adalbert und Manuel Stary (Produktion/Vertrieb)<br />

sowie der ideenreiche Dieter Peischl, der<br />

für Entwicklung und Design verantwortlich zeichnet.<br />

Der Stahl selbst, der für diese Grills Verwendung findet,<br />

ist gut wärmeleitend und hochstabil – aber kein Geheimnis.<br />

Anders verhält es sich bei den sehr speziellen<br />

beiden Härteverfahren, die den Teilen vor ihrer Montage<br />

ihre ebenso speziellen Eigenschaften geben. Ein erster<br />

Durchgang im Härteofen ist für die Festigkeit auch<br />

unter hohen Temperaturen verantwortlich, ein zweiter<br />

Durchgang verhindert die spätere Oxidation des Eisens.<br />

Beide haben genau ausgetüftelte Temperaturverläufe<br />

und Rezepturen für das Härtebad.<br />

Chemie kommt allerdings keine zum Einsatz, denn die<br />

Grills von Stahlheart werden lediglich mit Rapsöl oberflächenbehandelt.<br />

Oder aber sie sind in der gewünsch-<br />

ten Farbe pulverlackiert, wenn sie keinen thermischen<br />

Belastungen ausgesetzt sind. Und sie sind zu 100%<br />

Lebensmittel-zertifiziert. Montiert, justiert und geprüft<br />

werden die Einzelteile dann vor der Auslieferung in der<br />

Salzburger Werkstatt respektive beim Kunden. Das gilt<br />

für Einzelanfertigungen ebenso wie für die kleinen, exklusiven<br />

Serien, die gefertigt werden.<br />

Ceramico. Aktuell im Programm hat Stahlheart<br />

beispielsweise einen fahrbaren Untertisch für den beliebten<br />

Kamado „Monolith Classic“, der jedoch auch für<br />

andere Keramikgrills von Big Green Egg, Kamado Joe<br />

und Co. geeignet ist. „Ceramico“ ist die Typenbezeichnung<br />

dieses Tisches mit integrierten Lenkrollen und<br />

Feststellbremsen, der alleine ca. 50 kg auf die Waage<br />

bringt. In die 8 mm massive Stahlplatte, die den Keramikgrill<br />

wie ein Saturnring umfasst, sind Halterungen<br />

für Werkzeug eingefräst sowie Ausnehmungen für<br />

wechselbare Gastronorm-Behälter, ein Schneidbrett aus<br />

Eschenholz etc. Der Kostenpunkt für diesen soliden Unterbau,<br />

der bei einigen Monolith-Händlern oder direkt<br />

bei Stahlheart zu ordern ist, liegt knapp unter € 1.500,-.<br />

Und in Bälde wird auch eine Version für den deutlich<br />

größeren Monolith „Le Chef“ verfügbar sein.<br />

96 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

IL Migliore. Ganz besonders brennt Peischl<br />

für seine Feuerschalen, die er in allen möglichen<br />

Größen und Formen anbietet. Oft auch in Kombination<br />

mit einem Tischgrill und einigen anderen<br />

nützlichen Features.<br />

Die Feuerschale IL Migliore beispielsweise besteht<br />

aus einem Hauptsteher, an dem in beliebiger<br />

Höhe ein Unterzug montiert wird, auf den wieder<br />

die Schale gesetzt wird. In die Mitte der Schale<br />

kommt dann noch ein patenter Scheitelständer,<br />

der für die aufrechte Haltung der Holzscheiter<br />

beim Verbrennen sorgt. So hält das Feuer lange<br />

und es entsteht kaum Rauch.<br />

Diese Feuerschalen sind mit 100 oder 120 cm<br />

Durchmesser verfügbar, die größere kann mit<br />

einer 8 mm dicken Stahlplatte zum Feuertisch<br />

gemacht werden. Und da diese Platte in sechs<br />

Segmenten geteilt montiert wird, verbiegt sie sich<br />

auch bei großer Hitze nicht. Denn je nach Glut<br />

darunter, erreicht die Oberfläche des Feuertisches<br />

Temperaturen von 100 bis 400°C.<br />

Das Exemplar auf unserem Foto, das Leo Gradl<br />

auf dem Gelände seiner Grillschule im Stillen Tal<br />

stehen hat, ist auf einer ergonomisch günstigen<br />

Höhe von ca. 90 cm montiert, kann aber auch<br />

jederzeit verstellt werden. Unter der Feuerschale<br />

wird es übrigens nicht wirklich heiß.<br />

An die Aufhängung, den Kesselarm und den<br />

Feuertisch lässt sich allerlei Zubehör montieren.<br />

Ein Gulaschkessel etwa, ein Flammlachsbrett,<br />

Holzablagen, Aufnehmungen für Gastrobehälter,<br />

ein Wok-Aufsatz, ein Schwenkgrill, ein Asado-<br />

Aufsatz... Während der Basispreis des IL Migliore<br />

€ 2.800,- beträgt, summieren sich die Extras<br />

natürlich wie beim Autokauf. In Vollausstattung<br />

mit diversen Gastro-Extras wie auf unserem Bild<br />

liegt der Tarif für das handwerklich gefertigte,<br />

gute Stück dann schon bei fast € 9.000.- Inklusive<br />

Mehrwertsteuer versteht sich.<br />

Mehr Infos unter www.stahlheart.at<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 97


features<br />

Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen<br />

GELUNGENE<br />

INTEGRATION<br />

Die „<strong>BBQ</strong> Kitchen“ ist ein österreichisches Projekt,<br />

das vor einigen Jahren in den Weber Original Stores<br />

entstand, wo deren Geschäftsführer Matthias Fuchs<br />

und Benedikt Mitterlehner aus der täglichen Kommunikation<br />

mit den Kunden das Anforderungsprofil für<br />

die ideale <strong>Outdoor</strong>küche entwickelten. Passend zu den<br />

hochwertigen Grills der Marke, in kompromissloser<br />

Qualität und zu leistbaren Preisen.<br />

Benedikt Mitterlehner / Logistik und Einkauf<br />

Matthias Fuchs / Expansion und Vertrieb<br />

Z<br />

u fünft startete man die „<strong>BBQ</strong> Kitchen GmbH“ als<br />

Dach für Entwicklung, Produktion und Marketing und<br />

2021 erstmals mit dem Vertrieb. Bereits in den<br />

ersten Jahren gingen die in Deutschland gefertigten<br />

<strong>Outdoor</strong>-Küchen im Weber-Universum weg wie die<br />

sprichwörtlichen warmen Semmeln. Und schon für die nahe<br />

Zukunft prognostiziert Matthias Fuchs dem österreichischen<br />

Startup ein Umsatzvolumen von 20 Millionen Euro nur am<br />

europäischen Markt.<br />

98 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

Nicht ohne Grund, denn per 1.1.<strong>2024</strong> erfolgte die offizielle<br />

Sortiments-Integration bei Weber, wo das österreichische<br />

Unternehmen <strong>BBQ</strong> Kitchen nun Zulieferer mit<br />

Exklusivstatus ist. Denn kein anderer Hersteller von <strong>Outdoor</strong>küchen<br />

ist bei Weber erhältlich, geschweige denn<br />

für die hohen Ansprüche der Marke geeignet. Nur die<br />

<strong>BBQ</strong> Kitchen ist für den Einbau der populären Weber-<br />

Gasgrills Spirit, Summit und Genesis zertifiziert, ein weiteres<br />

Alleinstellungsmerkmal ist die nahtlose technische<br />

Integrationsmöglichkeit der Weber Grills mit passenden<br />

Anbaukits.<br />

Die internationale Nachfrage nach der neuen <strong>Outdoor</strong>küche<br />

ist bereits jetzt enorm, der Rollout in 12 Ländern<br />

in vollem Gange. Das <strong>BBQ</strong> Kitchen Vollsortiment wird<br />

vorrangig in den über 30 Weber Stores in Europa erhältlich<br />

sein, weil hier genügend Fläche und persönliche<br />

Beratung gegeben ist. Überall anders findet man einstweilen<br />

sechs vorkonfigurierte Varianten.<br />

Die Module. Die Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen lässt sich durch<br />

ihr modulares Baukasten-System individuell zusammenstellen<br />

und konfigurieren. Aktuell sind sechs verschiedene<br />

Module in 17 verschiedenen Ausführungen<br />

verfügbar – von Spülen über Kühlschränke und Gaskocher<br />

bis hin zu Stauraum und Arbeitsflächen. Die Küchen<br />

bieten ausreichend Platz für Grillzubehör, Küchenequipment,<br />

Gewürze und einen <strong>Outdoor</strong>kühlschrank. Steckdosen<br />

für Drehspieße oder Küchenmaschinen erleichtern<br />

das Arbeiten im Außenbereich. Außerdem bietet die<br />

<strong>BBQ</strong> Kitchen natürlich die Möglichkeit, um smarte Weber-Gadgets<br />

wie „Weber Connect“ oder „Weber iGrill“<br />

zu integrieren.<br />

Der Online-Konfigurator auf weber.com<br />

machen, setzt Weber sogar auf Augmented Reality.<br />

Sogar mit dem Smartphone ist es möglich, die soeben<br />

konfigurierte Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen als digitale Replik<br />

im eigenen Garten zu betrachten. So wird noch besser<br />

greifbar, wie sich die neue <strong>Outdoor</strong>küche optisch und<br />

platztechnisch im eigenen Garten macht.<br />

Virtuell maßgeschneidert. Eine besonders gute<br />

Gelegenheit, die Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen kennenzulernen, ist<br />

der Online-Konfigurator auf www.bbq-kitchen.com. Hier<br />

kann man maßgeschneiderte Zusammenstellungen von<br />

Modulen, Grills, Oberflächen und noch mehr durchprobieren,<br />

um den Entscheidungsprozess zu vereinfachen.<br />

Um die Wirkung der <strong>Outdoor</strong>küche besser greifbar zu<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 99


features<br />

Let‘s talk about Checks. Designed in<br />

Austria, made in Germany – mit den besten<br />

Komponenten aus der EU. Die <strong>BBQ</strong> Kitchen ist<br />

zwar fair im Preis, aber dennoch ist den Qualitätsfanatikern<br />

von <strong>BBQ</strong> Kitchen kein Detail zu<br />

unwichtig, um es nicht zu optimieren und permanent<br />

zu kontrollieren.<br />

Grundmaterial für die Schränke sind beispielsweise<br />

Feinbleche aus „Magnelis“, einem Zink-<br />

Magnesium-veredelten Qualitätsstahl, der<br />

hinsichtlich Korrosion sogar „selbstheilende“<br />

Oberflächen besitzt. Das bedeutet, dass etwaige<br />

Kratzer nicht rosten. Es gibt auch keine<br />

einzige Schweißnaht, aus Korrosionsschutzgründen<br />

wird alles genietet. Bei der Pulverbeschichtung<br />

hat man sich für ein Topprodukt der<br />

österreichischen Marke Tiger entschieden, das<br />

um einiges widerstandsfähiger ist als gängige<br />

Lacke.<br />

Die Beschläge stammen samt und sonders<br />

von Blum aus Vorarlberg, die auch im „Soft<br />

close“-Bereich eine erstklassige Dämpfung garantieren.<br />

Und bei den Arbeitsplatten bietet die<br />

<strong>BBQ</strong> Kitchen mit Dekton aus Spanien das aktuelle<br />

Nonplusultra auf diesem Sektor: extrem<br />

kratzfest, hitze- und witterungsbeständig sowie<br />

farbecht.<br />

100 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

Weber Works<br />

PIMP YOUR<br />

PLANCHA<br />

M<br />

it der größten Version der Plancha<br />

„Slate“ brachte Weber heuer auch<br />

das Works-System auf den Markt, das<br />

genau für den Seitentisch der brandneuen<br />

Grillplatte entwickelt wurde, künftig aber<br />

wohl auch in weiteren neuen Weber-Grills zu finden<br />

sein wird. Mit diesem Zubereitungs-, Grill- und<br />

Aufbewahrungssystem kann man die Funktionalität<br />

und Ergonomie des ohnehin schon sehr praktischen<br />

Flächengrills noch weiter ausbauen.<br />

Unser Lieblings-Gadget ist der Transportbehälter<br />

mit Deckel (€ 49,99). Damit kann man allerlei, das<br />

man gerade zum <strong>Grillen</strong> braucht, einfach von der<br />

Küche zum Gerät transportieren. In den Weber<br />

Works Seitentisch eingesetzt, ist er eine praktische<br />

Zubereitungsstation, in der Saucen, Gewürze und<br />

Grillwerkzeuge immer griffbereit sind. Im Idealfall<br />

hat man vielleicht gleich mehrere davon und kann<br />

sie zum Aufbewahren und Verstauen des Equipments<br />

verwenden.<br />

Der Saucen- und Gewürzhalter (€ 24,99) wird auf<br />

die Schiene des Seitentisches gehängt und hält so<br />

die Arbeitsfläche frei.<br />

In der <strong>Outdoor</strong>-Aufbewahrungsbox (€ 49,99) mit<br />

dicht schließendem Deckel, die genau in die Works-<br />

Aufnahme passt, kann man seine Grillutensilien<br />

auch im Freien aufbewahren. So sind sie beim <strong>Grillen</strong><br />

immer griffbereit.<br />

Das zweiseitige Weber Works Schneidebrett (€<br />

69,99) verwandelt den Seitentisch der Plancha in<br />

eine Zubereitungs- und Servierfläche. Man legt es<br />

einfach in den Weber Works Seitentisch ein, um<br />

direkt am Grill oder der Plancha zu schneiden und zu<br />

tranchieren. Eine Saftrille hält den Bratensaft dabei<br />

von Speisen und Arbeitsplatten fern. Wendet man<br />

das Brett um, können die gegarten Speisen auf der<br />

anderen, sauberen Seite serviert werden.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 101


features<br />

Friedr. Dick<br />

Die<br />

Besser-Messer<br />

D<br />

ie Traditions-Messerschmiede Friedrich Dick<br />

mit Sitz in Süddeutschland steht seit 1778<br />

für Klingen und Raspeln besonderer Qualität.<br />

Was im süddeutschen Esslingen mit einer<br />

kleinen Feilenhauerwerkstatt begann, entwickelte sich<br />

zum Komplettprogramm für Köche und Fleischer, wo<br />

die Marke Friedr. Dick die klare Nr. 1 in Sachen Messer<br />

ist. Neben dem Profi-Segment bringt Friedr. Dick aber<br />

auch immer wieder neue Serien für anspruchsvolle<br />

Hobbyköche und Messersammler auf den Markt. Zwei<br />

davon wollen wir Ihnen hier vorstellen.<br />

DarkNitro. Mit der Serie DarkNitro hat Friedr.<br />

Dick bewusst das pure Industrie-Design in den Vordergrund<br />

gestellt. Eine spezielle Klingenoptik mit<br />

Hammerschlag-Prägung und Kohlenstoff-Optik sowie<br />

einem Griff aus unverwüstlichem Eichenholz. Die anthrazitfarbene<br />

Klinge wird dafür durch ein spezielles<br />

Verfahren eingefärbt. Die schwungvolle und klare Linie<br />

des Griffes verstärkt die elegante Formensprache des<br />

Messers, ist aber auch sehr funktionsorientiert. Denn<br />

das Messer ist der verlängerte Arm des Kochs. Die<br />

Harmonie zwischen Klingenform, Kropf und Griff muss<br />

daher stimmen, dann ist es ideal ausbalanciert und<br />

liegt perfekt in der Hand.<br />

Durch die extrem schlank ausgeschliffene, scharfe<br />

Klinge wird das Schneiden zu einem „schwerelosen“<br />

Vergnügen. Durch die Hammerschlag-Technik entstehen<br />

zudem viele kleine Luftpolster zwischen Klinge und<br />

Schneidgut. So kann sich das Schneidegut leichter vom<br />

Klingenblatt ablösen und das Anhaften wird reduziert.<br />

Bei der Serie DarkNitro verwendet Friedr. Dick übrigens<br />

einen speziellen martensitischen, rostfreien und<br />

stickstofflegierten Stahl. So entsteht eine einzigartige<br />

Kombination aus ausgezeichneter Schneidleistung,<br />

hoher Härte von 61 HRC und besonderer Korrosionsbeständigkeit.<br />

Für ein perfektes Materialgefüge<br />

werden DarkNitro-Messer in einem speziellen Verfahren<br />

geschmiedet und anschließend bei bis zu -100°C<br />

eisgehärtet. Die sehr feine Mikrostruktur des Stahls ermöglicht<br />

danach ein einfaches Nachschärfen mit dem<br />

Ergebnis einer sehr scharfen Schneide.<br />

Der bei DarkNitro von Expertenhand geschliffene Griff<br />

aus robuster Eiche macht jedes Stück zu einem Unikat,<br />

das seinen eigenen Farbcharakter und seine eigene<br />

Holzmaserung hat.<br />

Das Sortiment der geschmiedeten Messerserie DarkNitro<br />

umfasst ein Officemesser mit 12 cm Klingenlänge,<br />

ein klassisches Kochmesser (21 cm), ein Santoku (18<br />

cm), ein Brotmesser mit Wellenschliff (26 cm) sowie<br />

einen ovalen Wetzstahl (30 cm).<br />

102 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

ETM TESTMAGAZIN<br />

GASTROBACK<br />

DESIGN ICE SHAVER<br />

Artikel-Nr.: 42905<br />

SEHR GUT 94,4 %<br />

Einzeltest<br />

Eismaschine<br />

www.etm-testmagazin.de<br />

01/<strong>2024</strong><br />

VIVUM. Die nordisch inspirierte Messerserie<br />

VIVUM von Friedr. Dick steht für ein Maximum<br />

an Natürlichkeit. Das Handwerkliche ist deutlich<br />

im Vordergrund, und durch die Kombination<br />

der ausgefallenen Klingenformen und der<br />

Birkenholz-Griffe entstehen sehr individuelle<br />

Einzelstücke. Als Unikat wird jedes Messer von<br />

Hand vollendet.<br />

Diese außergewöhnlichen Klingenformen ermöglichen<br />

im Einklang mit dem ergonomischen<br />

Birkenholz-Griff aber auch eine besonders lange<br />

Schnittbewegung. Das erleichtert das Schneiden<br />

der Lebensmittel und schafft ein schönes<br />

Schnittbild ohne „Stufen“. Das Highlight der<br />

Serie ist diesbezüglich das speziell für den Einsatz<br />

am Grill entworfene Messer „ASADOR“.<br />

Mit seiner mächtigen Klinge schneidet es auch<br />

große Fleischstücke wie Butter.<br />

Bei der Serie VIVUM verwendet Friedr. Dick<br />

einen speziellen hochlegierten Stahl, der eine<br />

ausgezeichnete Schneidleistung mit hoher<br />

Härte und guter Korrosionsbeständigkeit verbindet.<br />

Beim Härteprozess wird die Klinge unter<br />

Schutzgas bei 1.100°C gehärtet. Um die notwendige<br />

Elastizität und Zähigkeit der Messer zu<br />

gewährleisten und das Materialgefüge zu optimieren,<br />

werden die Klingen anschließend bei bis<br />

zu -100°C eisgehärtet. Dadurch entsteht eine<br />

Rockwell-Härte von 58 HRC. Die Messerklingen<br />

werden so extrem scharf und sind auch sehr gut<br />

nachzuschärfen.<br />

Die VIVUM-Serie umfasst ein Officemesser,<br />

ein Santoku mit Kullenschliff, ein Kochmesser,<br />

ein Allzweckmesser mit Wellenschliff, ein<br />

Brotmesser sowie das genannte <strong>BBQ</strong>-Messer<br />

„ASADOR“. Dessen lange, geschweifte Klinge<br />

ermöglicht einen ziehenden Schnitt, ohne abzusetzen.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 103


features<br />

I’ll be Gastroback<br />

HOT & COLD<br />

Stunden beim Trockenfrüchte-Programm). Über<br />

acht voreingestellte Programme für Pommes frites,<br />

Hähnchenflügel/-schenkel, Fisch, Beefsteak und Kotelett,<br />

Kuchen und Trockenfrüchte kann man das aber<br />

auch getrost dem Gerät überlassen. Listenpreis des Air<br />

Pro XXL: € 119,99<br />

Die 2-in-1 Design Eismaschine Advanced Control<br />

von Gastroback ist Eismaschine und Joghurtbereiter<br />

in einem. Und auch beim Eis kann man sich die<br />

Sorte mit einstellbaren Programmen aussuchen: Sorbet,<br />

Softeis, Eiscreme oder Frozen Yoghurt. Die Konsistenz<br />

ist frei wählbar und wird mit der elektronischen<br />

Konsistenzkontrolle automatisch genau erreicht. Mit<br />

dem zusätzlichen Joghurt-Programm erzeugt man cremiges<br />

Naturjoghurt.<br />

Das Gerät produziert bis zu 1,5 Liter Speiseeis pro<br />

Stunde und das fast aus dem Stand. Denn dank des<br />

effizienten Kühlkompressors erreicht die Temperatur<br />

binnen weniger Minuten den gewünschten Level von<br />

-10°C bis -30°C. Die Rührgeschwindigkeit ist einstellbar<br />

(25 U/Min, 50 U/Min und 70 U/Min): Je mehr Umdrehungen,<br />

desto mehr Luft wird unter die Eismasse<br />

geschlagen – für cremigeres Eis, weniger Eiskristalle<br />

D<br />

ie Design Heißluftfritteuse Air Pro<br />

XXL von Gastroback ist tatsächlich extra<br />

large. Ganze 6,5 Liter Füllvolumen passen<br />

hinein, also etwa ein ganzes Grillhendl und<br />

bis zu 1,5 kg Pommes frites. Garen, Backen, Frittieren,<br />

Auftauen und Dörren sind hier ohne Zugabe von Öl<br />

oder Fett möglich, in der Praxis wird man bei Bratkartoffeln<br />

& Co. etwas Öl (und Salz) hinzufügen, um<br />

Geschmack und Röststoffe zu forcieren. Aber unterm<br />

Strich wird hier natürlich sehr fettreduziert gebraten<br />

und gegessen, ohne dass man geschmacklich Verzicht<br />

üben muss.<br />

Das Gerät mit 1800 Watt Leistung ist relativ leise im<br />

Betrieb, aber hörbar. Über das Touch-Bedienfeld lässt<br />

sich die Temperatur von 40°C bis 200°C in 5-Grad-<br />

Schritten einstellen (40-80°C beim Trockenfrüchte-<br />

Programm), die Garzeit von 1 Min. bis 60 Min. (2-9<br />

104 <strong>GRILLZEIT</strong>


features<br />

und intensiveren Geschmack. Das Rührwerk mit<br />

Gleichstrommotor und Rotationssensoren sorgt<br />

dabei für eine permanent konstante Rührgeschwindigkeit,<br />

auch wenn das Eis naturgemäß immer<br />

fester wird.<br />

Einstellbar ist auch eine Rührfunktion ohne Kühlen<br />

für ein optimales Vermischen von Zutaten sowie<br />

eine Kühlfunktion ohne Rühren für fertige Eismischungen<br />

oder vorerwärmte Zutaten. Die automatische<br />

Nachkühlfunktion kühlt die fertige Eiscreme<br />

für zwei Stunden in der ausgewählten Konsistenz<br />

weiter.<br />

Das Gerät mit einem Gehäuse aus gebürstetem<br />

Edelstahl und stylischer Frontplatte aus Glas mit<br />

XL-Touchscreen ist leicht zu reinigen und mit<br />

≤ 45 dB (A) vergleichsweise leise. Der herausnehmbare<br />

1,5-Liter-Eisbehälter aus Edelstahl ist<br />

spülmaschinengeeignet. Listenpreis knapp € 400,-<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 105


neue produkte<br />

Die besten Tipps und<br />

interessantesten Neuheiten<br />

Merklinger Bobby<br />

KOMPAKTKLASSE<br />

Die kompakte Variante des bayerischen Holzbackofens von Merklinger<br />

trägt den hübschen Namen „Bobby“ und ist mit 72 kg relativ<br />

mobil, also auch für Terrasse und Balkon im mehrgeschoßigen<br />

Wohnbau gedacht. Und mit einem Preis von etwa € 2.000,- nicht<br />

gerade billig, aber bezahlbar. Seine soliden Materialien sind Stahl,<br />

Aluminium, Edelstahl und Naturschamottstein, die Backfläche ist<br />

mit 54 x 42 cm durchaus beachtlich. Wie auch die Leistungsdaten<br />

des kleinen Holzofens, dessen Temperaturmaximum erst bei 450°C<br />

erreicht ist. Ideal also für Pizza und Brote, der Kleine kann aber auch<br />

sachte schmoren.<br />

Infos: www.dermerklinger.de<br />

Weber Lumin mint<br />

GRÜNE ALTERNATIVE<br />

Der im Vorjahr vorgestellte „Weber Lumin“ entwickelte sich mit<br />

seiner 5-in-1-Funktionalität zum Darling der urbanen Griller. Mit<br />

Temperaturen von über 315°C ist er eine echte Steakmaschine,<br />

alternativ aber auch Räuchereinheit, Dim-Sum-Dämpfer oder<br />

Warmhalter. Voll kompatibel mit der smarten Weber Connect-<br />

Technologie versteht sich. Heuer neu ist der Auftritt des Lumin<br />

in „Mint Green“, das ihm wirklich sehr gut steht, und eine Compact-Variante,<br />

die noch Balkon-tauglicher ist als der normale<br />

Lumin. Und außerdem mit € 479,- gleich um € 200,- billiger.<br />

Master Touch 67<br />

MISTER BIG<br />

Der neue Master Touch Holzkohlegrill von Weber mit 67 Zentimetern<br />

Rostdurchmesser hat zwar nur 10 Zentimeter mehr Durchmesser<br />

als der Klassiker mit 57 cm, aber dadurch gleich 40 % mehr<br />

Grillfläche anzubieten. Nimmt man das Mittelteil des XL-Grillrostes<br />

heraus, passt hier außerdem genau das populäre „Weber Crafted“-<br />

Grillzubehör hinein, das vom gusseisernen Sear Grate über Pizzasteine<br />

und Grillplatte bis zu einem Geflügelhalter reicht. Praktisch<br />

am neuen Master Touch ist auch eine untere Lüftungsklappe für<br />

die Räuchereinstellung, die für einen optimalen Luftstrom fürs <strong>BBQ</strong><br />

sorgt. So wird ein gleichmäßiges, langsames <strong>Grillen</strong> bei niedrigen<br />

Temperaturen ermöglicht. Listenpreis: € 519,-<br />

106 <strong>GRILLZEIT</strong>


NEU AM MARKT<br />

neue produkte<br />

WEBER SLATE 76 GPSB<br />

EXTRAAUSSTATTUNG<br />

Die Premiumversion des neuen „Weber Slate 76“ ist erkennbar<br />

am Zusatzkürzel „GPSB“ und nur über die Weber Stores<br />

erhältlich. Um € 1.099,-, also genau einen Hunderter mehr als<br />

der Slate GPD 76, bietet diese Premiumversion der brandneuen<br />

Premium Plancha als sehr nützliche Extras noch einen vollwertigen<br />

Seitenkocher sowie eine aufklappbare Ablagefläche am<br />

rechten Seitentisch – in den übrigens perfekt das neue „Works<br />

System“ von Weber passt, das wir in dieser Ausgabe vorstellen.<br />

Die Features der Platte entsprechen der Basisversion: 3<br />

Edelstahl-Brenner mit 10,6 kW sorgen für gleichmäßige Hitze<br />

auf der gesamten porzellanemaillierten Grillfläche. Und eine<br />

digitale Anzeige informiert über deren aktuelle Temperatur.<br />

Weber Traveller Compact<br />

FOLLOWER<br />

Mit einer Breite von 81 cm und dem Gewicht von nur 17 kg ist dieser neue Compact Gasgrill um<br />

20 % kleiner als der original Weber Traveller Grill und passt damit in jeden Kofferraum. Dank<br />

des robusten, einteiligen Designs mit automatischer Deckelverriegelung lässt er sich schnell<br />

und einfach überallhin mitnehmen, ist mit einer Hand aufzustellen, bietet aber ausreichend<br />

Grillfläche für 12 Burger oder 15 Würstchen – also vier sehr hungrige Personen. Seine<br />

robusten Räder erleichtern das Manövrieren auf jedem Untergrund.<br />

Kärcher AD 4 Premium<br />

ASCHESAUGER<br />

Der Asche- und Trockensauger AD 4 Premium von Kärcher bietet mit seiner<br />

600-Watt-Turbine eine hohe Saugkraft, sein integriertes Reinigungssystem arbeitet<br />

per Knopfdruck. Für die bequeme Entleerung des Schmutzbehälters ohne<br />

Schmutzkontakt sorgen ein einteiliges Filtersystem mit robustem Flachfaltenfilter<br />

und Metall-Grobschmutzfilter sowie ein praktischer Handgriff<br />

am Behälter. Flammenhemmende Materialien bieten maximale<br />

Sicherheit bei der Aufnahme von Asche und dank des abgeschrägten<br />

Handrohres werden Ascherückstände komfortabel restlos<br />

aufgesaugt – auch in Ecken und an schwer erreichbaren Stellen<br />

im Grill. Mit der im Lieferumfang enthaltenen Bodendüse für<br />

die Hartflächenreinigung und den verchromten Saugrohren<br />

ist der AD 4 Premium auch als vollwertiger Trockensauger<br />

einsetzbar. Listenpreis: € 154,99<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 107


neue produkte<br />

Die besten Tipps und<br />

interessantesten Neuheiten<br />

NEU AM MARKT<br />

Spezi<br />

COLA SAFTIG<br />

Der neue „Smoked 5-Pfeffer-Mix“<br />

von Kotányi in der praktischen<br />

Einweg-Mühle vereint die<br />

Aromen von rosa Beeren<br />

sowie grünem, weißem und<br />

schwarzem Pfeffer, die sanft<br />

geräuchert wurden. Frisch gemahlen<br />

entfaltet sich dadurch<br />

ein besonders intensives Aroma,<br />

das ganz ausgezeichnet zu herzhaften<br />

Grill- und <strong>BBQ</strong>-Gerichten<br />

passt. Damit komplettiert Kotányi<br />

seine erfolgreiche Smoked-<br />

Range in der Mühle, die außer<br />

dem Pfeffer-Mix auch noch<br />

einen Chili-Mix, Knoblauch-<br />

Mix und Kräuter-Mix umfasst,<br />

die jeweils eine Prise Rauchsalz<br />

an Bord haben.<br />

Gemixt mit echtem Orangenfruchtsaft<br />

und einem Schuss Zitrone ist der<br />

Retro-Softdrink „Spezi“ ein spezieller<br />

Cola-Mix mit fruchtigem Geschmack,<br />

der längst schon zum Synonym für<br />

diese CO2-Limos geworden ist. Der<br />

kultige Cola-Orange-Mix aus dem<br />

Hause Almdudler kommt ganz ohne<br />

künstliche Zusatzstoffe und Aromen<br />

aus und ist vegan zertifiziert. Für<br />

unterschiedliche Anlässe steht Spezi<br />

auch in unterschiedlichen Gebinden<br />

im bekannten Retro-Design zur Verfügung.<br />

Ideal für ausgelassene Feiern<br />

mit Familie und Freunden sind die<br />

neue bruchsichere 1-l-PET-Flasche<br />

sowie die 0,33-l-Dose, die jetzt auch<br />

im praktischen Sixpack für die einfache<br />

Bevorratung und unterwegs erhältlich<br />

ist. www.spezi.at<br />

Kotányi 5-Pfeffer-Mix<br />

PFEFFER & RAUCH<br />

Refurbed<br />

NACHHALTIG SPAREN<br />

Der nachhaltige Online-Marktplatz refurbed.<br />

at bietet generalüberholte Geräte mit Garantie<br />

für jede Lebenslage – und das deutlich günstiger<br />

und nachhaltiger im Vergleich zum Neukauf. Ein<br />

Beispiel ist dieser Rommelsbacher <strong>BBQ</strong> 2003<br />

– ein elektrischer Tischgrill mit hochwertiger<br />

Edelstahl-Front. Auf der geriffelten Fläche der<br />

Grillplatte erhalten Fleisch und Gemüse das<br />

typische Grillmuster, auf der glatten Teppanyaki-<br />

Fläche lassen sich perfekt Fisch, Gemüse, aber<br />

auch Pfannkuchen und andere Süßspeisen zubereiten.<br />

Farbe: schwarz/silber. Preis: € 77,04 (Preis<br />

vom 9.5.<strong>2024</strong>)<br />

Höfats Moon<br />

HEISSER MOND<br />

Der Feuerkorb „Moon“ von Höfats kann sowohl<br />

mit Scheitholz als auch mit Pellets betrieben werden<br />

und funktioniert nach dem Holzvergaserprinzip.<br />

Seine doppelte Wand ermöglicht die Verdreifachung<br />

der Luftzufuhr, was nicht nur das Brennholz<br />

im Kern des Feuerkorbes kräftig anheizt, sondern<br />

auch eine zweite Verbrennung unter der Kugelöffnung<br />

bewirkt. Das erhöht nicht nur die Wärmeabstrahlung,<br />

sondern erzeugt auch ein besonders<br />

pures, raucharmes Flammenspiel. Moon ist damit<br />

der ideale Feuerkorb für den urbanen Raum.<br />

Erhältlich ist er mit einem niedrigen Fuß<br />

(um € 299,-) und mit einem hohen<br />

Fuß (€ 349,-).<br />

108 <strong>GRILLZEIT</strong>


Kühne Made for Veggies<br />

SESAMLABIM<br />

Mit der neuen Würzsauce „Made for<br />

Veggies“ offeriert Kühne eine cremignussige<br />

orientalische Geschmackswelt in<br />

der 235-ml-Flasche als ideale Begleitung<br />

zu Bowls, Ofengemüse und Falafel. Wie<br />

gewohnt ganz ohne Geschmacksverstärker,<br />

Konservierungs- oder Farbstoffe.<br />

Dafür mit garantiert veganer Rezeptur.<br />

Die basiert hauptsächlich auf geröstetem<br />

Sesam, aromatischem Schwarzkümmel<br />

und einer süßen Karamellnote.<br />

Die Almdudler<br />

Grillgaudi!<br />

Griller raus und Feuer an – die Grillgaudi-Saison ist eröffnet! Ob in<br />

gemütlicher Runde beim Familienessen, im Freundeskreis oder mit<br />

Nachbarn: Almdudler findet man immer dort, wo Menschen zusammenkommen.<br />

Wenn die Temperaturen steigen, können wir es nicht mehr<br />

erwarten loszulegen. Im eigenen Garten, auf Balkonien oder im Park – es<br />

gibt zahlreiche Orte, an denen man herzhafte Speisen im Kreise der Lieben<br />

grillen kann. Mit seinem einzigartigen süß-herben Geschmack begeistert<br />

Almdudler dabei als echtes österreichisches Original, das bei keiner Grillparty<br />

fehlen darf und stets für Augenzwinkern sorgt.<br />

Almdudler ist als erfrischender Durstlöscher ein bewährter Klassiker – aber<br />

auch als Zutat für herrliche Gerichte sorgt er für wahrliche Geschmacksexplosionen.<br />

Frische Salatdressings, Saucen, Dips oder außergewöhnliche<br />

Fleischmarinaden lassen sich unter anderem mit Almdudler Original oder<br />

Almdudler Sirup hervorragend verfeinern und sorgen für den Überraschungseffekt.<br />

Auch herrliche Nachspeisen wie gebratenes Obst vom Grill<br />

oder Tartes schmecken mit Almdudler großen wie kleinen Gästen und<br />

sorgen für neuen Pfiff.<br />

Dabei ist klar: Wer beim Fleisch, Gemüse, Kräutern und anderen Zutaten<br />

auf heimische Qualität achtet, der greift auch bei der Wahl des Durstlöschers<br />

mit Almdudler zu einem österreichischen Familienbetrieb.<br />

Für alle Almdudler Fans hat sich Almdudler ein besonderes Highlight ausgedacht:<br />

Mitmachen und einen von 200 Premium Griller aus dem Hause<br />

Napoleon inklusive Almdudler Grillparty-Erfrischungsvorrat gewinnen<br />

unter https://www.grillgaudi.at/


neue produkte<br />

Die besten Tipps und<br />

interessantesten Neuheiten<br />

Kühne Made for Meat<br />

NEW CARNIVORIAN<br />

Die Rezeptur der neuen „Made for Meat“-Sauce von Kühne in der 375-ml-Flasche mit<br />

der Geschmacksrichtung „Caramelized Onion“ wurde wieder ganz und gar für Carnivore<br />

entwickelt. Denn die karamellisierten Zwiebelstückchen und aromatischer Aceto<br />

Balsamico di Modena I.G.P passen perfekt zu saftigen Steaks und rauchigen Burgern. Sie<br />

ergänzt damit die anderen Varianten der umfangreichen „Made for Meat“-Saucenrange,<br />

die unter anderem von „Smoked Pepper“ über „Sriracha Hot Chili“ bis zu „Chipotle Burger<br />

Style“ reicht.<br />

J. Hornig Kaffeetschi<br />

KALT ERWISCHT<br />

Für die Zubereitung des kaltgebrühten Kaffees namens „Kaffeetschi“ aus dem Hause J.<br />

Hornig werden ausschließlich Bio-Arabica-Bohnen verwendet. Dieser zeitgeistige Coldbrew<br />

ist ein sanfter, aber doch energiegeladener Kaffee mit natürlich-süßen Aromen und dem<br />

typischen J. Hornig Geschmack. Die praktische Glasflasche im modernen Design (200 ml<br />

um € 2,49) ist nicht nur tischfein, sondern auch ein idealer Begleiter zum Grillplatz oder<br />

Campingtrip.<br />

Wiener Dirndl<br />

FRÜCHTCHEN<br />

In Wien ist das Dirndl eigentlich kein Kleidungsstück, sondern der Kosename für die Kornelkirsche<br />

– eine kleine, vitaminreiche, rote Wildfrucht mit säuerlich-fruchtigem Aroma.<br />

Diese zu Unrecht in Vergessenheit geratene Delikatesse bildet die Basis für einen biologischen<br />

Ansatzlikör mit 19% Alkoholgehalt, der sich unter der Marke „Wiener Dirndl“ in<br />

den letzten Jahren zum Geheimtipp der jungen Bartender-Szene mauserte und bei Falstaff<br />

93 Punkte abholte. Der fruchtige Likör eignet sich nämlich perfekt zum Mischen, egal ob<br />

mit Tonic als leicht alkoholischer Sommerdrink, im Spritzer als Alternative zum klassischen<br />

italienischen Aperitivo oder als Cocktail-Zutat. Alkoholfrei gibt es das feine Dirndl-Aroma<br />

als Bio-Fruchtsirup aus der Kornelkirsche zur Verdünnung 1:7. Ebenfalls vegan, biologisch<br />

und ganz ohne Farbstoffe mit Dirndln vom Weingut Strauch in Wien.<br />

Infos und Bestellungen: wienerdirndl.at.<br />

110 <strong>GRILLZEIT</strong>


neue produkte<br />

NEU AM MARKT<br />

Peugeot Keramik<br />

GREEN DEAL<br />

Die Back- und Auflaufformen von Peugeot gibt es in den unterschiedlichsten<br />

Formen, Größen und Farben, die jetzt um den neuen, attraktiven<br />

Farbton Waldgrün erweitert werden. Keramiken der Firma Peugeot, die<br />

seit 1930 in dieser Branche tätig ist, besteht aus einer Tonmasse, die<br />

garantiert frei von Blei, Nickel und Cadmium ist und mit einer hochbeständigen<br />

Emaille für langlebigen Glanz und Farbe versehen wird. Die<br />

Backformen überzeugen mit breiten Griffen für besten Halt, mit abgerundeten<br />

Ecken für eine einfache Reinigung sowie mit einer Garantie von 10<br />

Jahren. Die neuen Back- und Auflaufformen in Waldgrün sind in quadratischer<br />

und rechteckiger Form sowie in den Größen von 18 bis 40 Zentimeter<br />

erhältlich, die verschiedenen Größen lassen sich ineinander stapeln.<br />

Außerdem gibt es eine runde Tarteform mit einem Durchmesser von 30<br />

Zentimeter. Die Preise liegen zwischen € 19,90 und € 52,90.<br />

GEGRILLTE<br />

STERNE<br />

Das Viersternhotel Hotel Panorama Royal<br />

liegt an einem Energieplatz auf dem Sonnenplateau<br />

des Kurorts Bad Häring. Das gediegene<br />

Haus ist nicht nur für den großartigen<br />

Weitblick in die Tiroler Bergwelt, sondern<br />

auch für seine exzellente Küche auf<br />

3 Hauben-Niveau bekannt.<br />

Küchenchef Markus Freund hat sich in seinem<br />

Fine Dining Atelier „Freund – Schafft!“ auch<br />

einen Kamadogrill gegönnt, auf denen er etliche<br />

seiner originellen Kreationen zubereitet.<br />

Wie bespielsweise den „gegrillten Romana-<br />

Salat mit Molke“, dessen Gestehung man in<br />

einem Video auf dem Youtube-Kanal von<br />

www.oesterreichhatgeschmack.at<br />

mitverfolgen und nachvollziehen kann.<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 111


neue produkte<br />

Die besten Tipps und<br />

interessantesten Neuheiten<br />

Green Mountain Beef Chunks<br />

RINDERWUNSCH<br />

Die stückigen „Beef Chunks“ des veganen Start-ups „Green Mountain“ sind<br />

natürlich nicht aus Rindfleisch, sondern rein pflanzlicher Natur. Wasser,<br />

Erbsenprotein (28%), Rapsöl, Sojaprotein und Erbsenfasern stehen zuoberst<br />

auf der Zutatenliste, wobei die genaue, recht komplexe Rezeptur selbstverständlich<br />

ein Betriebsgeheimnis bleibt. Trotzdem lässt sich das gelungene<br />

Produkt in der Küche als Allrounder ähnlich vielseitig einsetzen wie echtes<br />

Rindfleisch und ist damit eine absolute Marktneuheit.<br />

Heura Chorizo<br />

CARAMBA!<br />

Würziges Mittelmeer-Feeling für<br />

Vegetarier. Die scharfe Chorizo,<br />

eine traditionelle Paprikawurst<br />

aus Spanien, gibt es nun auch für<br />

alle, die zwar auf Fleisch, nicht<br />

aber auf Geschmack verzichten<br />

wollen. Die Variante von Heura<br />

ist nämlich ein rein pflanzliches<br />

Produkt auf Sojaprotein-Basis<br />

mit einem kräftigen Schuss nativem Olivenöl, Paprika<br />

und einigen weiteren Extras. Das Soja für diese Wurst ist<br />

im Übrigen gentechnikfrei und stammt aus Kulturen, die<br />

nicht zur Abholzung von Wäldern beitragen. Verfügbar auf<br />

www.alfies.at.<br />

Justus Mars Pro<br />

BOLIDE<br />

Der Gasgrill „Mars Pro“ des deutschen Feuerungsspezialisten<br />

Justus ist ein 1,90 Meter breiter, fahrbarer<br />

Blickfang aus glänzendem Edelstahl. Er verfügt über<br />

sechs stufenlos regulierbare Hauptbrenner, einen Backburner<br />

und einen Seitenbrenner mit zusammen 25,2 kW<br />

sowie blau beleuchteten Drehknebeln. Unter den beiden<br />

doppelwandigen Hauben mit Thermometer befinden<br />

sich zwei getrennte Grillflächen mit unterschiedlichen<br />

Temperaturzonen, der mehrteilige Rost ist aus massivem<br />

Gusseisen. Der Unterschrank mit zwei Türen und<br />

Schubfächern hat viel Platz für Geschirr, Zubehör und<br />

Gasflasche. Auf der linken Seite ist ein Flaschenöffner<br />

und eine Ablage mit Universalbox.<br />

Kotányi Avocado<br />

Gewürzzubereitung<br />

SCHNELLE<br />

GUACAMOLE<br />

Für eine perfekte Guacamole<br />

braucht es jetzt nur mehr<br />

das Fruchtfleisch einer reifen<br />

Avocado, den Saft eines Zitronenviertels<br />

und einen Esslöffel<br />

dieser neuen Gewürzzubereitung<br />

von Kotányi. Diese enthält<br />

neben den genau aufeinander abgestimmten Aromaten<br />

Tomate, Knoblauch, Chili, Koriander, Pfeffer<br />

und Rosmarin auch gleich die notwendige Prise<br />

Salz. Das Ganze wird also lediglich mit einer Gabel<br />

zerdrückt und vermischt, dann lässt man es noch ein<br />

paar Minuten ruhen. Und fertig ist der vegetarische<br />

Edel-Aufstrich.<br />

112 <strong>GRILLZEIT</strong>


NEU AM MARKT<br />

Napoleon Holzkohlegrills<br />

NEUERFEUER<br />

Auch wenn Napoleon vor allem als Premiummarke für Gasgrills populär ist,<br />

haben die Kanadier doch eine ganze Reihe von Holzkohlegrills im Portfolio.<br />

Dieses Sortiment wurde nun einer ganzen Reihe von Verbesserungen unterzogen.<br />

So hat der Kessel nun eine neue Form für eine bessere Luftzirkulation und im<br />

Kessel findet sich nun ein Vortex Hitzeverteilungssystem anstatt der Reflektorscheibe.<br />

Die Luftzufuhr (unten) und der Rauchabzug (oben) wurden ebenfalls<br />

verbessert, somit schließt der Grill noch dichter. Die Verschraubungen am Gerät<br />

sind nun nicht mehr von außen sichtbar, und auch die Radkappen sind nun aufschraubbar,<br />

das mühevolle Aufschlagen der Kappe entfällt.<br />

Napoleon Butcher Paper<br />

EINGEWICKELT<br />

Das 100 % lebensmittelechte, atmungsaktive „Premium Metzgerpapier“<br />

von Napoleon (alias: Butcher Paper) hat einen besonders geringen<br />

Schwefelgehalt und einen neutralen pH-Wert, ist ungewachst und<br />

unbeschichtet, in den USA FDA-genehmigt und perfekt für die sichere Aufbewahrung<br />

und die Verpackung beim Smoken. In der <strong>BBQ</strong>-Szene wird Butcher<br />

Paper gerne für Long Jobs wie z.B. Pulled Pork, Beef Brisket, Pork Ribs eingesetzt.<br />

Grillweltmeister Adi Matzek: „Damit wird für Ripperl und <strong>BBQ</strong>-Longjobs die Alufolie<br />

zum Einwickeln als Dampfsperre perfekt ersetzt. Tipp: Gut schließen und etwas mehr<br />

Überstand vom Material des Butcher Paper einplanen als mit Folie, damit die Dampfsperre<br />

des Butcher Paper perfekt schließt!“ Jede Rolle ist 50 cm breit und 27 m lang.<br />

Napoleon Dutch Oven 4,5 Liter<br />

ALLROUNDER<br />

Gusseisen ist ein hervorragender Wärmeleiter, und der „Dutch<br />

Oven“ von Napoleon eignet sich hervorragend zum Schmoren,<br />

Kochen und Brotbacken am offenen Feuer, direkt in der Kohle oder<br />

am Grill. Letztes Jahr wurde der 6-l-Schmortopf von Napoleon am<br />

österreichischen Markt eingeführt, heuer folgt die beliebte, nächstkleinere<br />

Größe mit 4,5 Liter Inhalt. Sowohl der Deckel als auch der<br />

Boden haben integrierte Füße (für die Luftzufuhr am Feuer), der<br />

Deckel kann sogar als gusseiserne Bratpfanne verwendet werden.<br />

UVP: € 74,95<br />

<strong>GRILLZEIT</strong> 113


neue produkte<br />

Die besten Tipps und<br />

interessantesten Neuheiten<br />

NEU AM MARKT<br />

Napoleon Pizzastein für Warmhalterost<br />

UPGRADING<br />

Der Warmhalterost ist entgegen seiner Bezeichnungen einer der<br />

heißesten Orte in einem geschlossenen Grill und eignet sich daher<br />

sehr gut zum Backen. Für diesen Zweck bietet Napoleon nun einen<br />

multi-funktionalen „Backstein“ aus Cordierit-Material an, der die<br />

perfekte Größe für Grillmodelle wie beispielsweise den 425er der<br />

Rogue-Serie hat. Der Rost mit Backstein-Auflage eignet sich aber<br />

nicht nur zur Zubereitung von Mini-Pizzen und Backwaren, sondern<br />

auch zum „entkoppelten Garen“ von Gegrilltem, dessen Oberfläche<br />

nicht weiter bräunen soll. UVP: € 24,95<br />

Napoleon Gusseisenbräter<br />

BLAUES WUNDER<br />

Der neue, multifunktionale Bräter von Napoleon aus Gusseisen im<br />

4-Liter-Format ist mit seinen 23 cm Durchmesser ein idealer Topf für<br />

den Seitenbrenner und für den Grillrost. Aber natürlich kann er auch auf<br />

der Herdplatte oder im Backofen verwendet werden. Die blau emaillierte<br />

Oberfläche im klassischen Stil wirkt als Anti-Haft-Beschichtung und auch die<br />

Reinigung der Emaille ist bei dieser spülmaschinenfesten Auflaufform denkbar<br />

einfach. Der Edelstahlgriff am Deckel ist natürlich ebenfalls hitzefest.<br />

Napoleon Grillbräter<br />

WENDEZEIT<br />

Der neue, rechteckige Edelstahl-Bräter von Napoleon<br />

hat einklappbare ergonomisch geformte Griffe<br />

und einen Wenderost aus Edelstahl. Damit kann<br />

überschüssiges Fett bzw. Saft vom Braten abtropfen,<br />

wird aber trotzdem zur weiteren Verwendung<br />

aufgefangen. Beides ist selbstverständlich hitze- und<br />

spülmaschinenfest. UVP: € 29,95<br />

114 <strong>GRILLZEIT</strong>


<strong>GRILLZEIT</strong> 115


DER FRÜHLING<br />

WIRD HEISS<br />

MIT UNSERER NEUEN HOLZKOHLEGRILL-SERIE

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