GRILLZEIT 2024 1 - Grillen, BBQ & Outdoor-Lifestyle
Grillen, BBQ & Outdoor-Lifestyle
Grillen, BBQ & Outdoor-Lifestyle
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PROJEKT<br />
KISTENSAU<br />
FOODPAIRING<br />
AUF DER PLANCHA<br />
DIE NEUEN PORK CUTS<br />
ROTISSERIE:<br />
RUNDUM GLÜCKLICH
EIN GROSSER SCHRITT<br />
FÜRS GRILLEN<br />
Ein kleiner Schritt zu gutem Essen<br />
Smarte Grills von Weber. Nie mehr Hoffen und Bangen, sondern leckeres Essen - jedes Mal.<br />
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14<br />
26<br />
38<br />
83<br />
32 74<br />
news & stories<br />
06 Die Championships<br />
08 Snow & Beef <strong>2024</strong><br />
44 AMA Grillclub<br />
essen & trinken<br />
14 Very special Pork Steaks<br />
26 Projekt Kistensau<br />
38 Der Chicken Contest<br />
62 Beste Freunde<br />
74 Foodpairing<br />
auf der Plancha<br />
62<br />
10<br />
besser grillen<br />
32 Praxistests<br />
56 Praxistests<br />
78 Rundum glücklich<br />
86 Taste the Grill<br />
92 <strong>Grillen</strong> lesen<br />
94 Produktfeatures<br />
106 Neue Produkte<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 3
editorial<br />
61<br />
86<br />
59<br />
Wegwerfgesellschaft<br />
Unvorstellbare 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel<br />
landen weltweit jedes Jahr im Müll. In<br />
Österreich sind dies im Schnitt 43 Kilogramm<br />
Lebensmittel und Speisereste pro Privathaushalt,<br />
in Deutschland sogar 75 Kilogramm pro Jahr, wie<br />
die Verbraucherzentrale unserer Nachbarn errechnet.<br />
Vielleicht zählt man dort aber auch nur<br />
genauer nach.<br />
Ungefähr 35 Prozent der Lebensmittelabfälle<br />
im Privathaushalt entfallen jedenfalls auf (nicht<br />
mehr so) frisches Obst und Gemüse, 13 Prozent<br />
machen Brot und Backwaren aus, gefolgt von<br />
Getränken (12 Prozent) und Milchprodukten (9<br />
Prozent). Das restliche Drittel dürften sich Fleisch<br />
und Wurst mit Fetten, Saucen, Eiern, Halbkonserven<br />
und anderen verderblichen Inhalten des<br />
Kühlschranks teilen.<br />
Das ist nicht nur im Sinne der Welternährung<br />
ethisch verwerflich, sondern auch für den Klimaschutz<br />
äußerst relevant. Eine aktuelle Studie des<br />
„UN Environment Programme“ kommt nämlich<br />
zu dem Ergebnis, dass acht bis zehn Prozent der<br />
weltweiten Treibhausgasemissionen auf Lebensmittel<br />
zurückgehen, die nicht verzehrt, sondern<br />
entsorgt wurden. Und ungefähr ein Drittel davon<br />
geht auf das Konto der privaten Haushalte – das<br />
alleine entspricht in etwa dem Anteil des gesamten<br />
Flugverkehrs an den globalen Treibhausgasemissionen!<br />
Ein einziger Flug nach New York und retour wiederum<br />
produziert pro Passagiernase 2,7 Tonnen<br />
CO2, das entspricht 20.000 Jahreskilometern<br />
in einem schweren SUV – bei Alleinbenützung<br />
wohlgemerkt. Das wiederum ist fast genau jener<br />
CO2-Ausstoß, den „Statista“ uns für den Konsum<br />
von 200 Kilogramm Rindfleisch vorrechnet.<br />
Was wieder eine unsinnige Tagesration von über<br />
einem halben Kilogramm Rindfleisch ergeben<br />
würde. Wir sehen: Alles ist relativ.<br />
In diesem Sinn wünschen wir Ihnen eine schöne,<br />
abfallarme Grillsaison<br />
Ihre <strong>GRILLZEIT</strong> Redaktion<br />
15<br />
Impressum<br />
Medieninhaber & Produktion: produktiv pr+produktion GmbH<br />
Herausgeber: Michael Schubert<br />
Redaktion: Michael Schubert, Leslie Shott<br />
Alle: 2100 Korneuburg, Anton-Lorenzstraße 32<br />
Tel.: 0043/2262/20400, Email: redaktion@grillzeit.at<br />
Druck: Walstead Leykam Druck<br />
Gestaltung: Daniela Pfeiffer<br />
Bildbearbeitung: Rudolf Koch<br />
Redaktionelle Abbildungen und Fotos: Adobe Stock, Johannes Brunnbauer,<br />
<strong>GRILLZEIT</strong>, Stefan Hobel, ÖHG, Michael Schubert, shutterstock,<br />
Rudolf Stückler, Gerald Toifl.<br />
4 <strong>GRILLZEIT</strong>
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essen & trinken<br />
Die Grill<br />
Championships <strong>2024</strong><br />
Österreich ist nicht nur ein Land mit etlichen waschechten Grillweltmeistern und World-Champions,<br />
sondern hat auch in den Bundesländern eine immer lebhaftere Grillsportler-Szene. Eine<br />
gute Gelegenheit, die Wettkampf-Teams persönlich zu sehen und ihre Produkte zu verkosten,<br />
sind die Meisterschaften auf den unterschiedlichsten Ebenen und in verschiedenen Regionen des<br />
Landes.<br />
Niederösterreich. Am 6. April <strong>2024</strong> ging in<br />
Wieselburg beispielsweise das „Niederösterreichische<br />
Grill Open“ über die Bühne. Unter<br />
diesem Themendach fanden im Rahmen der<br />
<strong>Outdoor</strong>-Erlebnistage am 6. und 7. April <strong>2024</strong> unter<br />
anderem die „9. NÖ Landesgrillmeisterschaften“ und<br />
die „10. NÖ Ripperlchallenge“ statt. Landesmeister<br />
wurde das Team „Thunder <strong>BBQ</strong>“, die sich gegen elf<br />
weitere Bewerber durchsetzen konnten. Die „Ripperlchallenge“<br />
gewann das Team „Mostgetiere“.<br />
Organisiert wird das NÖ Grill Open übrigens vom<br />
Niederösterreichischen Grillverband unter der Leitung<br />
von Adi Matzek sowie der Messe Wieselburg. Zu den<br />
Sponsoren des gut besuchten Bewerbes zählten unter<br />
anderem die kanadischen Premiumgrills von Napoleon<br />
und die niederösterreichische Qualitätsfleischmarke<br />
„donauland“.<br />
6 GrillZeit
01 24<br />
essen & trinken<br />
GRILL<br />
ZEIT<br />
NEWS<br />
Burgenland. Am 22.06.<strong>2024</strong><br />
ab 11 Uhr findet in der Gernot<br />
Arena in Jennersdorf das „2. Grill<br />
Open Burgenland“ statt. Die<br />
Grillteams arbeiten im Rahmen<br />
der Landesmeisterschaft ebenfalls<br />
mit besonderen AMA-Gütesiegel<br />
Fleischqualitäten.<br />
So wird für den 2. Gang AMA-Gütesiegel Schweinefleisch<br />
„donauland Schwein“ (Bauch) und für den 3. Gang AMA-<br />
Gütesiegel Rindfleisch vom Jungstier „donauland Rind“<br />
(Oberschale) von den Teams zubereitet. Beide werden<br />
von Bauern der Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf in<br />
Niederösterreich produziert.<br />
Als ganz besonderes Highlight erwartet die Besucher ein<br />
eigener AMA-Gütesiegel Fleisch Info- und Produktverkostungsstand,<br />
auf dem Haubenkoch und Grillweltmeister<br />
Adi Bittermann die besten Grill- und Zubereitungsmethoden<br />
ausgewählter Master- und Special-Cuts präsentiert<br />
und verkosten lässt.<br />
Steiermark. Am 23. und 24. Juni 2023 finden im steirischen<br />
Kaindorf/Steiermark im Rahmen der „26. Austrian<br />
Grill Open“ die heurigen Grill-Staatsmeisterschaften<br />
statt. Die Grillteams stellen sich auch hier mehreren<br />
Herausforderungen und Disziplinen. AMA-Gütesiegel<br />
Schweinefleisch „donauland Schwein“ und AMA-Gütesiegel<br />
Rindfleisch vom Jungstier „donauland Rind“<br />
kommen auch hier zum Einsatz und ausgewählte Special-Cuts<br />
werden am eigens dafür eingerichteten AMA-<br />
Gütesiegel Fleisch Info- und Produktverkostungsstand<br />
angeboten. Zubereitet von Adi Matzek, seines Zeichens<br />
Fleischermeister, Grillweltmeister und Genussbotschafter.<br />
Grill WM. Die Grill-Weltmeisterschaft findet <strong>2024</strong> vom<br />
27. bis 28. Juli quasi in Reichweite statt – nämlich in<br />
Stuttgart. Bei dieser WBQA Grillweltmeisterschaft werden<br />
bis zu 100 Teams aus aller Welt erwartet – davon<br />
mindestens 8 aus Österreich. Standort ist wieder das<br />
Messegelände in Stuttgart, wo im Vorjahr auch die Deutsche<br />
Grillmeisterschaft stattgefunden hat.<br />
GrillZeit 7
essen & trinken<br />
Snow & Beef<br />
<strong>2024</strong><br />
Erstmals im Jahr 2014 von der ARGE Rind gemeinsam<br />
mit dem AMA-GrillClub und dem<br />
Skicircus Saalbach-Hinterglemm gestartet, entwickelte<br />
sich Snow & Beef bis heute zur wohl<br />
genüsslichsten Qualitätsrindfleisch-Initiative auf den<br />
Pisten unseres Landes. Die Idee dahinter ist, den Wintersportgästen<br />
die landestypisch österreichische Rindfleischkultur<br />
näherzubringen. Am Berg gleichermaßen<br />
wie im Tal.<br />
Unter dem Titel „Snow & Beef“ fanden auch im zehnten<br />
Jahr des Bestehens dieses Projektes in den teilnehmenden<br />
Urlaubsregionen in Österreich sogenannte<br />
„Wintergrillshows“ mit echten Grillprofis bzw. zertifizierten<br />
AMA-Grilltrainern statt, welche Special-Cuts<br />
und Top-Qualitäten vom AMA-Gütesiegel Rind vor den<br />
Augen der Besucher vor- und zubereiteten.<br />
Die teilnehmenden Urlaubsregionen <strong>2024</strong>:<br />
03.02.<strong>2024</strong>: Stuhleck<br />
10.02.<strong>2024</strong>: Raxalpe<br />
17.-18.02.<strong>2024</strong>: Saalbach-Hinterglemm-<br />
Leogang-Fieberbrunn<br />
24.02.<strong>2024</strong>: Hochkar<br />
09.03.<strong>2024</strong>: Hauser Kaibling<br />
Bei diesen „Snow & Beef Wintergrillshows“ wurde oft<br />
auch vor den Portalen der teilnehmenden Betriebe von<br />
Grillprofis ausgezeichnetes Rindfleisch mit AMA-Gütesiegel<br />
zubereitet. Nach allen Regeln der Grillkunst und<br />
vor den Augen der Gäste. Bei diesem „front end grilling“<br />
im Schnee gab es daher nicht nur delikate Rindfleischspezialitäten<br />
zu verkosten, sondern auch einiges für die<br />
eigene Grillkarriere zu lernen.<br />
Die besonderen Fleischqualitäten für die genussreichen<br />
Wochen stammten allesamt von den Qualitätsfleischprogrammen<br />
der ARGE Rind, einem Zusammenschluss<br />
von rund 30.000 österreichischen Rinderbauern. Für die<br />
Initiatoren des schmackhaften Festivals stehen bei der<br />
Organisation vor allem das Thema Nachhaltigkeit im<br />
Vordergrund. Schließlich sind es überwiegend Landwirte,<br />
die Wiesen und Almen für den Skitourismus zur Verfügung<br />
stellen, auf denen im Sommer Rinder grasen.<br />
Ziel von „Snow & Beef“ ist es seit 10 Jahren, den Gästen<br />
höchste AMA-Gütesiegel Rindfleisch-Produktqualität<br />
näherzubringen. Zudem wird mit dieser Initiative die<br />
positive Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft<br />
unterstrichen.<br />
8 GrillZeit
essen & trinken<br />
Das ultimative<br />
Beef-Kompendium<br />
Die moderne Rindfleischküche reicht „from nose<br />
to tail“ und in Wahrheit gibt es keine edlen und<br />
unedlen Teilstücke vom Rind, sondern lediglich<br />
die richtige und falsche Wahl für den jeweiligen<br />
Verwendungszweck. Das beste Steak eignet sich nicht für<br />
ein saftiges Gulasch – und umgekehrt der schönste Wadschinken<br />
nicht für den Grill. Aber natürlich gibt es jeweils<br />
weniger gute, durchschnittliche, gute und hervorragende<br />
Qualitäten am Markt. Und diese zu erkennen, ist für den<br />
Laien oft gar nicht so einfach.<br />
Navigation statt Blindflug. Rindfleischkauf ist also<br />
eine Frage des Durchblicks – den man mit diesem Handbuch<br />
„AMA-Gütesiegel Rindfleisch Knowhow“ erhält.<br />
Denn nicht immer ist ein Fachmann zur Hand, und wer<br />
sich auskennt, bekommt deutlich mehr für sein Geld. Auf<br />
über 300 Seiten, mit einem Farbleitsystem übersichtlich<br />
in sechs Abschnitte strukturiert, informiert es über<br />
alle wichtigen Aspekte der Rindfleischqualität. Von den<br />
Anfängen der Rinderzucht über die Genetik bis hin zu<br />
weiteren bestimmenden Qualitätsfaktoren wie Kategorie,<br />
Haltung, Futter und Reifung. Von den Eigenschaften der<br />
unterschiedlichen Teilstücke bis zu den optimalen Zubereitungsmethoden,<br />
Garstufen und Küchentricks. Und<br />
für jeden der Cuts, Steaks und Klassiker gibt es auch ein<br />
passendes Rezept.<br />
Kategorien. Fleisch von der Kalbin hat nichts mit Kalbfleisch<br />
zu tun und ein Jungstier ist kein Jungrind. Den<br />
wenigsten Konsumenten ist klar, dass der umfassende<br />
Begriff „Rindfleisch“ eigentlich ein sehr breites Spektrum<br />
recht unterschiedlicher Produkttypen und -qualitäten<br />
umfasst, was sehr unterschiedliche Fleischsorten ergibt.<br />
Genetik. Wagyu, Angus, Hereford, Simmentaler... In den<br />
Online-Katalogen der Steak-Versandhäuser und Theken<br />
der Edelfleischer findet sich eine unüberschaubare Rassenvielfalt<br />
im Angebot. Denn in den unterschiedlichen<br />
Weltregionen und Kulturzonen entstanden im Laufe der<br />
Jahrtausende auch sehr unterschiedliche Rinderrassen,<br />
die jeweils für besondere Eigenschaften stehen.<br />
Futter und Haltung. Das Rind ist, was es isst. Deshalb<br />
ist sein Speiseplan eines der Hauptkriterien für die<br />
Beschaffenheit und den Geschmack des Fleisches. Im<br />
Fachchinesisch der Steak-Community haben sich deshalb<br />
für Rindfleisch der Premiumliga die Begriffe „Grass fed“<br />
für jenes von Weidetieren und „Grain fed“ für Fleisch aus<br />
der Intensivmast etabliert.<br />
Reifung. Frischfleisch ist eigentlich erst dann wirklich<br />
ein Genuss, wenn es nicht mehr ganz so frisch ist. Denn<br />
vorausgesetzt es altert in Würde und unter optimalen<br />
Bedingungen, entwickeln sich gerade bei Rindfleisch<br />
frühestens nach einer Woche im Kühlhaus Zartheit und<br />
Aroma.<br />
Teilstücke. In diesem umfangreichen Kapitel finden<br />
Sie auf 68 Seiten nicht nur die Details zu sämtlichen<br />
Teilstücken vom Rind, die sich aus der klassischen österreichischen<br />
Teilung ergeben, sondern auch internationale<br />
Special Cuts, Geheimtipps und Second Cuts, die Experten<br />
in aller Welt in den letzten Jahren in der Rinder-Anatomie<br />
„gefunden“ haben.<br />
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online: https://fleischknowhow.at/rind<br />
Küche und Rezepte. Das Kapitel „Küche“ beschäftigt<br />
sich mit sämtlichen aktuellen Vorbereitungs- und Gartechniken<br />
der extrem diversifizierten Rindfleischküche<br />
und ist daher mit 78 Seiten ebenfalls eines der umfangreichsten<br />
in diesem Handbuch. Denn das Spektrum der<br />
Optionen ist extrem breit und reicht vom Grillsteak<br />
über die Wiener Rindfleischküche bis zum <strong>BBQ</strong> im<br />
Smoker und anderen Niedertemperatur-Garmethoden.<br />
Die Wahl der richtigen Gartechnik und der richtigen<br />
Gartemperatur ist nämlich für das Gelingen eines Rindfleischgerichtes<br />
fast ebenso wichtig wie die des richtigen<br />
Rohstoffes.<br />
GrillZeit 9
essen & trinken<br />
Weber,<br />
Winter,<br />
Planai!<br />
Webers „Wintergrillen“ mit Johann Lafer auf<br />
der Planai ist bereits ein Fixpunkt im Kalender<br />
der Ski-und Grill-Nation. Auch am 23. März<br />
dieses Jahres kamen wieder über 250 Fans<br />
auf die 1.800 Meter hoch gelegene Schafalm –<br />
sowie eine Extraportion Schnee.<br />
Von den tatsächlich winterlichen Verhältnissen ließen<br />
sich die zahlenden Gäste aber nicht die Laune<br />
verderben, hatte doch Starkoch Johann Lafer<br />
zusammen mit Yulia Haybäck und dem Weber-<br />
Team wieder für kurzweiligen Know-how-Transfer gesorgt.<br />
In einem extra aufgestellten Zelt wurde die Gästeschar in<br />
8er Teams aufgeteilt, die jeweils einen eigenen Grillprofi<br />
als Coach zur Seite gestellt bekamen und so gemeinsam<br />
ein Dreigangmenü der Extraklasse vom Grill fabrizierten.<br />
Und am Schluss natürlich gemeinsam mit der passenden<br />
Getränkebegleitung aufaßen.<br />
Nach dem kulinarischen Event kam die Charity. Die hochwertigen,<br />
speziellen Weber Grills (70th Anniversary Edition<br />
Kettle) und das Equipment, auf dem gewerkt worden war,<br />
sowie Bücher von Johann Lafer wurden verkauft, der Erlös<br />
von € 10.195,- ging an den Fonds „Schladming hilft“. Dieser<br />
von der Stadtgemeinde Schladming eingerichtete Fonds<br />
hilft unschuldig in Not geratenen Schladminger Bürgern.<br />
10 GrillZeit
essen & trinken<br />
Smoke on the Water ‘24<br />
Remmidemmi<br />
im Stillen Tal<br />
Auch in diesem Sommer lädt Grillweltmeister Leo Gradl wieder zu seinem <strong>BBQ</strong>-Festival „Smoke on<br />
the Water“ in seine idyllisch gelegene Grillschule – die historische Schurzmühle im „Stillen Tal“ bei<br />
Pabneukirchen. Zwei Tage lang – von 10. bis 11. August – geht es dort kulinarisch richtig rund.<br />
So werden gesmokte Beefribs, Brisket, Steaks<br />
und Burger angeboten, hauptsächlich über<br />
offenem Feuer sowie mit Holzkohle und auf<br />
Feuertischen gegrillt. Bei gutem Wetter ist auch<br />
ein waschechtes „Asado“ am Bach der Mühle geplant.<br />
Grill-Klassiker wie Hendl vom Drehspieß und Kaiserschmarrn<br />
von der Plancha sind auch vertreten. Auf der<br />
Wokstation wird hausgemachte Pasta mit knackigem<br />
Gemüse im Asiastyle zubereitet, es gibt aber auch eine<br />
rein vegane Grillstation!<br />
Alle Portionen sind klein gehalten und werden als<br />
Streetfood zu € 5,- angeboten, damit man sich auch<br />
richtig durchkosten kann. Dazu gibt es eine Verkostung<br />
von Whiskyspezialitäten, eine Weinbar sowie Kaffeespezialitäten<br />
von Leos Hofrösterei aus Waldausen.<br />
GrillZeit 11
essen & trinken<br />
Als Familyevent taugt dieses <strong>BBQ</strong>-<br />
Event nicht nur wegen der speziellen<br />
Lage mitten in der Natur, sondern<br />
auch wegen seines umfangreichen<br />
Programmes. So gibt es für Kinder die<br />
„Kids <strong>BBQ</strong> Academy“-Schnupperkurse,<br />
ein Schätzspiel mit tollen Preisen<br />
sowie einen Lehmofenworkshop mit<br />
Lehmtoni, der den Bau eines traditionellen<br />
Brotbackofens aus Lehm, Stroh,<br />
Ziegel und Weiden zeigt. Ein kleiner<br />
Kohlenmeiler wird von der Köhlerei<br />
Hochegger demonstriert. Auch das Räuchern<br />
von frischem Rohmilchkäse wird<br />
gezeigt und erklärt, ein Messerschmied<br />
stellt seine rustikalen Messer aus, die<br />
Smokerbauer Wieshofer aus Goldegg<br />
sind ebenfalls vertreten.<br />
Weitere Infos zu diesem <strong>BBQ</strong>-Festival<br />
findet man unter<br />
www.bbq-grill-akademie.at.<br />
Die Adresse lautet 4362 Pabneukirchen,<br />
Thomastal 10. Geparkt wird allerdings<br />
etwas abseits, denn an diesen Tagen ist<br />
autofreie Zone im Stillen Tal, da gleichzeitig<br />
auch die „Genusswandertage“<br />
stattfinden.<br />
Burger-Kult<br />
Der brandneue CULT BEEF Guide widmet sich samt und sonders dem Thema Burger<br />
- von der Warenkunde und speziellen Tipps angefangen, bis hin zu den angesagtesten<br />
Rezepten der Pitmaster und Küchenchefs. Denn die Burger von Cult Beef sind nicht<br />
nur in der Gastronomie hochgeschätzt, sondern finden auch bei der Grill-Community<br />
immer mehr Fans. Hier stimmen nämlich Biss, Fettanteil (exakt 18%) und der perfekte<br />
Rindfleischgeschmack. Die Marke CULT BEEF steht für garantiert österreichisches<br />
Kalbinenfleisch und zusätzlich noch für eine besonder strenge Selektion bei<br />
der Auswahl der Tiere und Teilstücke. Sowie für perfekte Reifung. Erhältlich sind<br />
die Cuts und Burger von Cult Beef bei Transgourmet in ganz Österreich, sowie bei<br />
Neurauter*frisch.<br />
Weitere Infos und die Broschüre zum Download gibt es ab Juli auf www.cultbeef.at.<br />
12 GrillZeit
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GrillZeit 13
essen & trinken<br />
Very<br />
Special<br />
Pork<br />
Steaks<br />
Neue Cuts vom Duroc-Schwein<br />
Diese allerneuesten Special Cuts vom<br />
Schwein haben wir wirklich nicht<br />
auf die leichte Schulter genommen.<br />
Unser Exemplar war – samt Fuß und<br />
Schwarte – vielmehr rund acht Kilogramm<br />
schwer und stammte von einem<br />
wohlgenährten Duroc-Mix des Qualitäts-Labels<br />
„Natürlich Niederösterreich“,<br />
das unter anderem im Webshop<br />
der Fleischspezialisten von wiesbauergourmet.at<br />
erhältlich ist.<br />
14 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Auf dem Grill<br />
Diese schöne Schulter hat uns dann Erich Stiefsohn,<br />
der Fleischexperte des Hauses, anatomisch<br />
dekonstruiert. Soll heißen: so fachmännisch in<br />
seine Muskelpartien feinzerlegt, dass wir aus dem<br />
ansonsten gerne als Schmorfleisch unterbewerteten Teilstück<br />
etliche von jenen hochinteressanten Cuts für den Grill<br />
erhielten, die derzeit nicht nur in den USA und in Spanien<br />
Furore machen.<br />
Die Zerteilung ist mit dieser Gebrauchsanweisung künftig<br />
auch für unsereiner und andere ambitionierte Feuerköche<br />
unschwer nachvollziehbar – und so eine ganze Schulter ist<br />
(im Gegensatz zu den Special Cuts daraus) ja auch relativ<br />
einfach aufzutreiben. Es muss ja nicht wirklich eine mit Fuß<br />
daran sein, sehr wohl aber eine „wie gewachsen“, also mit<br />
dem Schulterblatt darin. Auf, an und unter diesem flachen<br />
Knochen sitzen nämlich einige der sehr speziellen und empfehlenswerten<br />
Cuts, die wir Ihnen in diesem Artikel vorstellen.<br />
Dafür haben wir sie nicht nur einzeln roh und mit etwas<br />
Salz und viel Geduld zubereitet porträtiert, sondern auch<br />
anschließend in redaktioneller Runde sensorisch analysiert.<br />
Sprich: aufgegessen. Unsere daraus resultierenden Erkenntnisse<br />
zu den kulinarischen Eigenschaften der Cuts finden Sie<br />
bei der jeweiligen Teilstückbeschreibung.<br />
Für alle neuen Special Cuts aus der Schulter gilt<br />
als Zubereitungstipp folgende Vorgangsweise:<br />
Bei lebhafter Hitze von allen Seiten angrillen.<br />
Wir haben das auf einem Gusseisenrost bei<br />
etwa 280°C erledigt und dabei die Kerntemperatur<br />
der Steaks stets mit einem Stichthermometer<br />
im Auge behalten. Bei etwa 46°C im<br />
Kern geht es dann runter vom Rost und in einen<br />
auf rund 80°C vorgeheizten Ofen oder Grill,<br />
wo das Fleisch dann langsam bis zum richtigen<br />
Garpunkt nachzieht. Unserer Meinung nach sind<br />
hier 58-60°C Kerntemperatur gerade recht, um<br />
Geschmack und Safthaltigkeit zu optimieren,<br />
ohne das Fleisch zu übergaren. Was nämlich unweigerlich<br />
zu einer Verhärtung führen würde.<br />
Alternativ bietet sich auch die Methode des<br />
„Rückwärtsgarens“ an. Dafür wird das Fleisch<br />
bei Niedertemperatur (z.B. sous vide) langsam<br />
in die Nähe der gewünschten Kerntemperatur<br />
gebracht. Dann kurz etwas abkühlen lassen und<br />
anschließend auf dem Grill oder in der Pfanne<br />
flott beidseitig bräunen.
essen & trinken<br />
Der Masseverlust der Cuts durch den<br />
Garprozess war optisch fast noch<br />
markanter als auf der Waage. Während<br />
das Gewicht des gegrillten Steaks<br />
hier um rund 25% niedriger liegt<br />
als zuvor roh, sieht es im Größenvergleich<br />
noch kompakter aus. Was auch<br />
damit zu tun hat, dass das Fleisch<br />
durch die Hitzeeinwirkung „aufgeht“,<br />
also höher wird.<br />
DIE NEUEN CUTS IM DETAIL<br />
Der Brustmuskel Pectoralis wirkte roh sehr fest, war aber nach dem <strong>Grillen</strong> ganz im Gegenteil<br />
wunderbar zart. Während der Zubereitung zieht sich das Fleisch deutlich zusammen (läuft auf),<br />
verliert dabei aber wenig Gewicht (163 gegenüber 183 Gramm). Also ein ideales Portionssteak.<br />
16 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Das Pecho (spanisch für Brust) ist einer der ersten Cuts,<br />
die sich unschwer von der Schulter lösen lassen. Mit einem<br />
Gewicht von etwa 330 Gramm zählte es zu den größeren<br />
Partien und brachte auch nach dem <strong>Grillen</strong> noch 285<br />
Gramm auf die Waage, was im Normalfall für zwei Personen<br />
reicht. Optisch ähnelt es einem kleinen Flank Steak.<br />
Gegart wird der Cut am besten im Ganzen und wie beschrieben,<br />
nach einer kurzen Rastphase dann quer zur<br />
Faser in Tranchen geschnitten. Das Fleisch dieses Cuts ist<br />
etwas kernig, aber angenehm im Biss. Das kräftige Aroma<br />
erinnert ein wenig an Kalbfleisch.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 17
essen & trinken<br />
18 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Die kleine Tender Flat Shoulder<br />
war mit 110 Gramm Rohgewicht<br />
(gegrillt 100 Gramm)<br />
einer der kleinsten Cuts – und<br />
verdient ihren Namen völlig<br />
zu Recht. Sie ist ausgesprochen<br />
zart, geschmacklich<br />
erinnert sie ein wenig an das<br />
dunkle Fleisch der Nuss. Unter<br />
diesem Teilstück liegt übrigens<br />
noch das wiederum kleinere<br />
Piece of Shoulder verborgen,<br />
das sich ebenfalls gut zum<br />
<strong>Grillen</strong> eignet.<br />
Teres Major<br />
Das Teres Major, spanisch auch Tira genannt, sitzt zwischen dem Schulterblatt<br />
und der Dicken Schulter. Es war mit 122 Gramm einer der kleineren<br />
Cuts aus unserer Schulter, lohnt die Mühe aber ganz besonders. Denn es ist<br />
sehr zart im Biss, hat eine gute Struktur und ein ausgezeichnetes Fleischaroma.<br />
Einer unserer Favoriten!<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 19
essen & trinken<br />
Dicke Schulter<br />
Die Dicke Schulter wird am besten noch einmal in zwei recht unterschiedliche Muskeln geteilt – das<br />
Kleine Schulterstück und das eigentliche Bugstück: Dessen zugeputztes Herzstück wird als Heart of<br />
Shoulder bezeichnet und brachte bei uns roh 327 Gramm auf die Waage. Gegrillt war dieses Herzstück<br />
trotz langer Nachgarphase eher kernig im Biss und auch der etwas lebrige Geschmack nicht jedermanns<br />
Sache.<br />
Dafür war das Kleine Schulterstück (171 Gramm roh, 124 gegrillt) eine positive Überraschung. Mit<br />
60°C Kerntemperatur schmeckte dieser Cut fast wie ein Rindersteak.<br />
20 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
HERKUNFT. QUALITÄT. KONTROLLE.<br />
DAS HAT EINEN WERT.<br />
amainfo.at haltung.at<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 21
essen & trinken<br />
Unterhalb des Schulterblatts findet man das Chingolo, mit vollem Namen Chingolo de palete genannt,<br />
was gerne als Schulterfilet übersetzt wird, was aber etwas hoch gegriffen ist. Mit 432 Gramm roh und<br />
343 Gramm Gewicht nach dem <strong>Grillen</strong> war dies der größte unserer neuen Special Cuts vom Schwein.<br />
Sein Fleisch ist gut marmoriert und roh recht weich in der Struktur. Man sollte es aber auf keinen Fall<br />
übergaren, da es sonst sehr elastisch im Biss wird.<br />
22 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Diese „Kette“, nicht zu verwechseln mit jener am Rücken (Karree) entlang, liegt neben dem Chingolo<br />
(falschen Filet) und brachte bei unserer Zerlegung roh 140 Gramm auf die Waage, gegrillt waren es noch<br />
109 Gramm. Im Gegensatz zu ihrer Namensvetterin am Kotelettstrang hat uns diese Kette aber nicht<br />
100%ig überzeugt. Sie geriet doch recht bissfest und kam auch geschmacklich nicht ganz an die anderen<br />
Cuts aus der Schulter heran.<br />
Auf dem schaufelförmigen Schulterblatt-Knochen<br />
liegt ein kleiner<br />
Cut, für den sich aufgrund seiner<br />
Form der Name Cuscino eingebürgert<br />
hat und der anatomisch dem<br />
Kavalierspitz beim Rind entspricht.<br />
Er hatte bei unserer Zerlegung roh<br />
130 Gramm, nach dem <strong>Grillen</strong><br />
blieben 116 Gramm. Also eher ein<br />
sogenannter „Lady Cut“, aber von<br />
hervorragender Qualität. Etwas<br />
gallertig, aber sehr zart und geschmackvoll.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 23
essen & trinken<br />
Das Flat Iron Steak vom Schwein wird in Spanien Marucha genannt und ist tatsächlich ähnlich<br />
zu zerlegen wie jenes vom Rind – nur eben ein paar Nummern kleiner. Also wird das Schulterscherzel<br />
entlang der Sehne getrennt, was in unserem Fall zwei Cuts mit zusammen 172 Gramm<br />
Rohgewicht erbrachte. Interessanterweise erreichten diese Steaks trotz langer Nachgarphase<br />
lediglich 56°C Kerntemperatur, die ihnen aber sehr zu Gesicht standen.<br />
Zart und delikat zählten die Maruchas eindeutig zu unseren Topfavoriten.<br />
24 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Kampf um<br />
die Krone<br />
Strohschwein<br />
Ein schöner Rücken kann entzücken, besonders<br />
am Grill. Die Krone vom Duroc-Strohschwein<br />
ist das beste Stück vom Karree,<br />
mit sauber zugeputzten Knochen, die dem<br />
begehrten Teilstück seinen Namen gaben. Zirka 3,5<br />
Kilogramm bringt so eine Krone mit ca. 9 Rippenknochen<br />
und ohne Schwarte auf die Waage. Ob im<br />
Ganzen als Braten zubereitet oder in dicke Koteletts<br />
geschnitten, reicht das für mindestens 10 Personen.<br />
Dieses spezielle Teilstück stammt aus der Qualitätsproduktion<br />
der Marke „Natürlich Niederösterreich<br />
Duroc“, die auf einer besonderen Kreuzung zwischen<br />
Duroc-Schweinen mit der Deutschen Landrasse<br />
x Edelschwein basiert. Die regionale Marke<br />
unterliegt den Richtlinien des AMA-Gütesiegels +<br />
Mehr Tierwohl, was auch der Qualität des Fleisches<br />
sehr zugutekommt.<br />
Es zeichnet sich durch besonders zarte Fasern und<br />
eine gute Fettmarmorierung aus – ist also wie<br />
geschaffen für den Grill, ausgesprochen saftig, angenehm<br />
im Biss, leicht nussig und aromatisch im<br />
Geschmack. Erreicht wird das einerseits durch die<br />
besondere Genetik und Haltung, aber auch durch<br />
eine spezielle gentechnikfreie Fütterung mit Mais<br />
und Weizen sowie 7 Tage kontrollierter Mindest-<br />
Fleischreifung für jeden der Steak- und Bratencuts.<br />
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Juli unter allen Teilnehmern dieses Gewinnspieles.<br />
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Teilnahmeschluss ist der 30. Juni <strong>2024</strong>, die Ziehung<br />
erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges.<br />
Der Versand des Fleisches erfolgt durch die Kühllogistik<br />
der Fa. Wiesbauer Gourmet.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 25
essen & trinken<br />
Die<br />
wohltemperierte<br />
Kiste<br />
Was dem Hawaiianer sein „Imu“ und dem Südamerikaner<br />
seine „Caja China“, ist dem Österreicher<br />
seine „Kistensau“. Das ist kein Schwein,<br />
sondern vielmehr jener kastenförmige Ofen, in<br />
dem selbiges über viele Stunden butterweich<br />
gegart wird. Ausschließlich bei konstanter, eher<br />
mäßiger Oberhitze, die von der glühenden Kohle<br />
auf dem Deckel auf das Innere abstrahlt und<br />
so gleichermaßen für saftiges Fleisch und eine<br />
knusprige Kruste sorgt.<br />
Konstruktionsdetail ist dieser feuerfeste Metalldeckel mit<br />
gebördeltem Rand, auf dem die glühende Kohle verteilt<br />
wird, die selbst einige hundert Grad Hitze erzeugt. Im Inneren<br />
der Kiste sollten 120 Grad aber nicht überschritten<br />
werden, besser sind sogar nur 80 bis 100 Grad. Sonst geht<br />
der Garvorgang zu schnell und das Fleisch trocknet aus.<br />
Bei einfacheren Modellen ist Nachsehen zwischendurch<br />
eigentlich nicht vorgesehen. Denn der Deckel bleibt besser<br />
zu, und außerdem ist er mit der Glut darauf ohnehin<br />
verdammt heiß. Doch es gibt auch Gerätschaft für eine<br />
anspruchsvollere Klientel, wie unsere Story „Projekt Kistensau“<br />
beweist, wo man diese Art der Zubereitung auf<br />
einem professionellen Niveau mitverfolgen kann.<br />
Diese archaische Grillmethode ist wohl so alt wie die<br />
Nutzung des Feuers an sich, aber heute für Feste<br />
aller Art populärer denn je. Denn das gemeinsame,<br />
geduldige Warten auf den Braten unter der Gluthaube<br />
verbindet die Menschen rund um die heiße Kiste und<br />
auch die schiere Menge des Inhaltes ist nichts für Singlehaushalte<br />
und Kleinfamilien. Selbst in kleineren Formaten dieses<br />
Ofentypus finden einige große Braten gleichzeitig Platz, in<br />
den größeren auch ganze Spanferkel und mehr. Daher kommt<br />
wohl auch der Name „Kistensau“. Catering-Profis garen in so<br />
einer Kiste schon einmal über 100 Portionen Fleisch und Gemüse.<br />
Die Kistensau ist also unbedingt ein Gesellschaftsspiel, was<br />
auch am erheblichen Aufwand an Zeit und Brennstoff liegt,<br />
um wirklich gute Ergebnisse zu erzielen. Sechs Stunden sind<br />
es netto im Minimum, die Vorbereitung des Fleisches und das<br />
Anheizen noch gar nicht gerechnet. Und um die Glut über<br />
diesen Zeitraum möglichst konstant und gleichmäßig zu erhalten,<br />
muss man etliche Kilogramm Holzkohle investieren<br />
– oder aber fast drei große Körbe Buchenscheiter wie bei unserem<br />
aktuellen Projekt. Das rechnet sich nicht für ein Hendl<br />
oder eine Stelze. Besser sind da schon zehn.<br />
Konstruktiv ist die Kistensau alias Schweinekiste nichts anderes<br />
als eine große, stabile Holzbox, die gerne mit Edelstahlblech<br />
ausgeschlagen wird. In diese wird das Gargut<br />
geschlichtet, dann kommt der Deckel drauf. Das wichtigste<br />
26 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 27
essen & trinken<br />
Karree vom Duroc-Schwein<br />
Schulter vom Duroc-Schwein<br />
Stelze vom Duroc-Schwein<br />
Bauch vom Duroc-Schwein<br />
28 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Mit Patrick, Maximilian und Hannelore Planer vom<br />
gleichnamigen Landgasthaus im niederösterreichischen<br />
Rammersdorf haben wir eine Wirts-<br />
Familie gefunden, denen die Kistensau ganz<br />
besonders gut ins gastronomische Konzept passt. In der ehemaligen<br />
Raststation an der B 29 wird Gastfreundschaft nämlich<br />
auch oft und gerne im XL-Format praktiziert. Für richtig<br />
große Hochzeiten hat man dort ebenso Platz wie für Betriebsfeiern<br />
und Kulturveranstaltungen. Zwei- bis dreihundert Gäste<br />
sind hier ganz normal, bei fünfhundert wirds dann allerdings<br />
eng. Und alle kommen auch wegen des guten Essens besonders<br />
gerne, für das die Planers bereits seit den 70ern des vorigen<br />
Jahrhunderts bekannt sind.<br />
Wir haben die Familie Ende April einen ganzen „Kistensau“-<br />
Tag lang begleitet, um diese spezielle Zubereitung und ihre<br />
Gerätschaft Schritt für Schritt zu dokumentieren. Beginnend<br />
um 8 Uhr früh mit dem ersten Anheizen des Buchenholzes bis<br />
zum Servieren der Braten am späten Nachmittag.<br />
Jene Kiste, die Familie Planer bei einem Spezialisten als Sonderanfertigung<br />
in Auftrag gegeben hat, spielt allerdings in<br />
einer ganz anderen Liga als die Billigangebote im Internet.<br />
Das massive Teil hat einen Korpus aus Edelstahl, ist gut 200<br />
Kilogramm schwer und ist wie ein großer Smoker auf drei Ebenen<br />
horizontal zu befüllen, die großen Roste im Format 55<br />
x 105 Zentimeter können auch während des Garvorgangs in<br />
verschiedenen Höhen platziert werden. Das erleichtert die Regulierung<br />
der Strahlungshitze, die ja von der Glut auf der Deckelwanne<br />
an das Gargut abgegeben wird. Und diese massive<br />
Kohlewanne aus 5 Millimeter starkem Gusseisen hat ihrerseits<br />
wieder einen massiven Metalldeckel, wodurch die Brenndauer<br />
und -intensität der Kohle gegenüber einer offenen Glut deutlich<br />
verbessert wird. Vier große, stabile Industrierollen und<br />
starke Griffe machen diese Edel-Kiste mobil – auch bei voller<br />
Hitze kann so problemlos der Standort gewechselt werden.<br />
Die Munition. Was in die Kiste kommt, definieren die Gäste<br />
und der Anlass, für den die Kistensau gebucht wird. Bis zu 120<br />
Portionen hat sie bereits bei Festen im Garten des Landgasthauses<br />
und Caterings außer Haus ganz allein produziert. Und<br />
das kann natürlich (auch) Gemüse sein oder Kartoffeln, Krautköpfe,<br />
ganze Zwiebeln, Geflügel oder Rindfleisch. In den meisten<br />
Fällen ist es dann aber doch das Schweinefleisch, das dem<br />
Gerät seinen Namen gegeben hat und sich für diese Art der<br />
Zubereitung besonders gut eignet. Denn durch den langsamen<br />
Garprozess bei relativ niedrigen Temperaturen wird – ähnlich<br />
wie beim <strong>BBQ</strong> – das Kollagen im Bindegewebe geknackt und<br />
die Fleischfasern werden sehr zart. Zugleich tritt aber durch<br />
die Strahlungshitze von oben auch eine attraktive Bräunung<br />
der Schwarte ein, ohne dass hier je etwas verkokeln kann.<br />
Als Kistenfleisch eignen sich am besten große Fleischstücke,<br />
die im Idealfall auch gut mit Fett durchzogen sind. Für unsere<br />
Reportage wurden eine ganze Schulter samt Schwarte, ein<br />
paar Stelzen, ein Karree mit Schwarte (das sogenannte Jungschweinerne)<br />
und ein Bauchfleisch in die Kiste geschickt. Allesamt<br />
vom „Natürlich Niederösterreich Duroc Strohschwein“,<br />
das eine besonders gute Marmorierung und Fettqualität liefert.<br />
Und um die Bratverluste einschätzen zu können, haben<br />
wir über das Gewicht jedes einzelnen Teilstücks vor und nach<br />
dem Garen Buch geführt.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 29
essen & trinken<br />
Das<br />
Kistensau-<br />
Protokoll<br />
Angezündet wurde mit Holzspänen in der Glutwanne,<br />
auf die ganze Buchenscheiter geschlichtet<br />
wurden, die auf dem Dach der Kiste schon nach wenigen<br />
Minuten ein lebhaftes Feuer lieferten. Aber erst<br />
nachdem dieses Hartholz zu weißer Glut verkohlt<br />
war, wurde es flächig in der Wanne verteilt – später<br />
nach und nach mit Buchenscheitern nachgelegt. Das<br />
Ziel dabei war wie immer, die Lufttemperatur innerhalb<br />
der Kiste möglichst konstant im gewünschten<br />
Bereich von 80 bis 100°C zu bringen bzw. zu halten.<br />
Ein wenig einfacher geht das natürlich mit Holzkohle,<br />
noch etwas einfacher mit Kohlebriketts.<br />
Das Fleisch wurde inzwischen gut mit Salz, Knoblauch<br />
und Kümmel eingerieben, dann mit der Schwarte<br />
nach unten in große Bräter gelegt, die fingerhoch<br />
mit Wasser gefüllt waren. Zwischen die Teilstücke<br />
kamen noch geviertelte Zwiebeln, Wacholderbeeren,<br />
Pfefferkörner und Rosmarinzweige als Würzung des<br />
Sudes, bevor die Bräter in den Ofen geschoben wurden.<br />
Auf diese Weise wurden die Schwarten nun gut<br />
zwei Stunden weich geschmort und dann herausgehoben<br />
sowie umgedreht.<br />
Mit einem scharfen Messer wurden nun die Schwarten<br />
rautenförmig eingeschnitten, wie man das vom<br />
Schweinsbraten kennt. Nun wird noch einmal gewürzt<br />
und jedes Fleischstück separat mit einer Sonde<br />
ausgestattet, die ihre Daten nicht nur an das Display<br />
an der Kiste, sondern auch an die App sendet, die Patrick<br />
auf seinem Handy installiert hat. Denn bei der<br />
Temperaturführung überlässt er nichts dem Zufall,<br />
auch der Innenraum der Kiste wird permanent per<br />
Sonde überwacht.<br />
So waren die Feuerköche jederzeit über den Stand<br />
der Dinge informiert und konnten beizeiten Holz<br />
nachlegen oder das Gargut umschlichten. Die Steuerung<br />
der Luftzufuhr, um die Hitze zu regulieren,<br />
funktioniert hingegen auch bei diesem Kisten-Spezialmodell<br />
noch ausgesprochen analog – nämlich<br />
durch verschieden dicke Holzkeile, die Patrick Planer<br />
bei Bedarf unter den Rand des Deckels schiebt.<br />
So ausgestattet ging es für weitere 4,5 Stunden zurück<br />
in die heiße Kiste, wo das Fleisch allmählich<br />
seiner idealen Kerntemperatur von mindestens 80°C<br />
30 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
entgegengarte. Dass diese so lange dauert, liegt auch<br />
daran, dass diese Temperatur im Inneren des Fleisches<br />
nach einem anfangs steilen Anstieg bei etwa<br />
75°C oft scheinbar ewig stagniert. Das liegt an der<br />
sogenannten „Plateauphase“, die man beim <strong>BBQ</strong> nur<br />
allzu gut kennt und die – je nach Teilstück, Außentemperatur<br />
und Luftfeuchtigkeit – manchmal auch<br />
stundenlang dauern kann. Und noch dazu nie wirklich<br />
genau zu prognostizieren ist. Schon deswegen ist<br />
die permanente Messung des Fleischinneren mittels<br />
Sonde auch Profis dringend zu empfehlen.<br />
Nach insgesamt 6,5 Stunden erreichten die ersten<br />
Teile die gewünschte Garstufe, wurden deshalb herausgenommen<br />
und erst einmal warm gestellt. Bis<br />
dann auch die Kerntemperatur der ganzen Schulter<br />
die 80-Grad-Marke überschritt, kostete das noch<br />
eine weitere Stunde, wobei auch die Stelzen so lange<br />
brauchten, damit das Fleisch buchstäblich vom Knochen<br />
fiel.<br />
Bevor die Bratenstücke schließlich auf den Teller<br />
kamen, ging es noch einmal auf die Waage. Rund 20-<br />
25% waren die durchschnittlichen Bratverluste nach<br />
bis zu 7,5 Stunden Garzeit. „Anteil der Engel“ nennt<br />
sich dieser Verlust in der Cognac-Produktion, wenn<br />
während der Reifung ein Teil des kostbaren Nasses<br />
verdunstet. Im Fall der Kistensau klingt das aber nach<br />
mehr, als es ist – denn bei klassischen Ofenbraten<br />
liegt dieser Wert oft deutlich höher, da dort mehr<br />
Fleischsaft verloren geht.<br />
Uns ließen die Engel jedenfalls mit insgesamt 28 Kilogramm<br />
Bratenfleisch vom Duroc-Schwein immer<br />
noch genug über, um die hervorragenden kulinarischen<br />
Möglichkeiten dieser Kombination von Top-<br />
Fleischqualität und gehobener Kistensau-Technik<br />
ausgiebig in illustrer Runde zu verkosten. Und wer<br />
jetzt Appetit bekommen hat, weil die nächste Familienfeier<br />
ohnehin ansteht, kann schon einmal die<br />
Einladungen vorbereiten: So ein Kistensau-Event für<br />
30 Gäste mit Fleisch und sämtlichen Beilagen ist im<br />
Landgasthaus Planer um 600 bis 700 Euro zu haben.<br />
Informationen: Gasthaus Planer<br />
Rammersdorf 5, 3231 St. Margarethen<br />
+43 676 / 615 48 47, gasthaus.planer@aon.at<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 31
praxistest<br />
Pit Boss Memphis Ultimate<br />
DER<br />
TAUSENDSASSA<br />
Pit Boss ist eine Tochtergesellschaft des Familienunternehmens Dansons Inc, das am <strong>BBQ</strong>-Sektor<br />
weltweit u.a. auch mit Louisiana Grills und Country Smokers vertreten ist. Im Jahr 2020 war<br />
Pit Boss eine der meistverkauften Marken der Branche in den Vereinigten Staaten. War Pit Boss<br />
anfangs vor allem für seine Pelletsmoker bekannt, bietet die Brand heute ein breites Portfolio für<br />
Grillfans bis hin zu Zubehör und Gewürzen.<br />
Mit dem „Pit Boss Memphis Ultimate“<br />
stellte das US-Unternehmen ein<br />
Kombinationsgerät aus einem Gasgrill,<br />
einem Holzkohlegrill und einem<br />
elektrischen Smoker mit Glastür vor, das auch in<br />
Österreich (z.B. bei <strong>BBQ</strong> Point) zu einem Kampfpreis<br />
von unter 1.000 Euro zu haben ist.<br />
Dieses grilltechnische Multitalent verfügt als<br />
erster seiner Art insgesamt über 11.960 Quadratzentimeter<br />
Grillfläche mit den unterschiedlichsten<br />
Talenten. Auf dem Gasgrill mit drei<br />
Edelstahlbrennern (8,79 kW) kann man also<br />
gleichzeitig Burger grillen, während auf dem<br />
Holzkohlegrill Spieße brutzeln. Dieser verfügt<br />
über eine 6-stufige Höheneinstellung, einen<br />
vorderen Lufteinlass und einen hinteren Schornsteinabzug.<br />
Die Konstruktion des Memphis Ultimate<br />
ermöglicht es, zugleich dann auch noch den<br />
Rauch aus dem 1.500-Watt-Elektro-Smoker auf<br />
beide Seiten des Grills zu leiten, um dem Grillgut<br />
eine zusätzliche Rauchnote zu verleihen. Er bietet<br />
außerdem porzellanbeschichtete Gusseisen-<br />
Grillflächen und Roste, zwei Schubladen, Werkzeughaken,<br />
eine seitliche Ablage und feststellbare<br />
Lenkrollen.<br />
Im Praxistest. Bei Grillweltmeister Adi Bitterman<br />
in Göttlesbrunn hatten wir Gelegenheit, das<br />
Gerät in seiner ganzen Pracht und Vielfalt kennenzulernen.<br />
Quasi „Nose to Tail“. Und das war<br />
auch das Motto der Gerichte vom Tullnerfelder<br />
Schwein, die Adi auf dem Memphis Ultimate im<br />
Praxistest des Gerätes zubereitete. Also in diesem<br />
Fall die Füße, Stelze und Zunge sowie Steaks von<br />
der Leber als unterschätzte Geheimtipps für die<br />
Fleischküche im Freien.<br />
32 <strong>GRILLZEIT</strong>
praxistest<br />
Der uralte französische Brauch, verschiedene<br />
Innereien und sogenannte unedle Fleischstücke<br />
zusammen mit Wurzelwerk, einem Schuss Essig<br />
und Gewürzen als „Pot a Feu“ zuzubereiten, findet<br />
seine Entsprechung als Kesselgericht im Dutch<br />
Oven, den Adi direkt auf die Glut einer Handvoll<br />
Kohlebriketts setzte. Wo dann einige Stunden ins<br />
Land gehen, denn die Zungen sollten ganz weich<br />
werden und das Fleisch regelrecht vom Knochen<br />
fallen, bevor es an die Weiterverarbeitung geht.<br />
Denn das ist der ideale Rohstoff für:<br />
Adis gebackene Haxlsulz<br />
Zutaten:<br />
2 Schweinsfüße<br />
1 Vordere Stelze<br />
2 Schweinszungen<br />
4 Karotten<br />
4 gelbe Rüben<br />
1/4 Sellerieknolle<br />
6 Lorbeerblätter<br />
15 Pfefferkörner<br />
10 Wacholderbeeren<br />
1/8 l Essig<br />
Ich grill, wie ich will<br />
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Die größte Inspiration kommt direkt aus der Natur.<br />
Egal ob Fleisch, Fisch oder Gemüse mit dem natürlichen Gewürzen von<br />
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<strong>GRILLZEIT</strong> 33
praxistest<br />
Den Dutch Oven oder Topf mit 3 Liter Wasser aufstellen,<br />
den Essig dazugeben. Die Gewürze in der Pfanne<br />
trocken rösten und anschließend ins Wasser geben. Die<br />
Schweinshaxn, die Stelze und die Zungen dazugeben<br />
und mindestens 1 ½ Stunden langsam kochen. Den<br />
Schaum abschöpfen und dann das geschälte Wurzelgemüse<br />
dazugeben, ca. 30-35 Minuten kernweich kochen.<br />
Dann das Wurzelgemüse herausnehmen, überkühlen<br />
lassen und in kleine Würfel schneiden, anschließend<br />
beiseitestellen.<br />
Schweinshaxn, Stelze und Zungen herausnehmen,<br />
wenn sie weich sind, dann die Haut von den Zungen<br />
abziehen. Zungenfleisch, Schwarten und Fleisch grobwürfelig<br />
schneiden.<br />
Den Fond weiter auf der Glut (oder kleiner Flamme am<br />
Herd) einreduzieren lassen, bis nur mehr ungefähr 500<br />
ml übrig bleiben. Das Fleisch mit dem Gemüse in einer<br />
Schüssel vermischen, den Fond durch ein feines Sieb<br />
hineinschütten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.<br />
Anschließend die Masse in kleine Formen pressen und<br />
kalt stellen. Wenn die Haxlsulz fest geworden ist, in<br />
Scheiben schneiden, in Gewürzbrösel panieren und auf<br />
der Grillplatte knusprig braten.<br />
Dazu bereitete Adi uns auch eine frische Schweinsleber,<br />
die er in dicke Scheiben schnitt und auf dem Rost<br />
neben dem Dutch Oven bei kräftiger Hitze auf beiden<br />
Seiten gut angrillte, dann erst salzte und bei geringer<br />
Hitze am Rand des Rostes gar ziehen ließ. Die<br />
Schweinsleber sollte nie zu fest werden und im Kern<br />
immer noch halbroh wirken, um perfekt zu schmecken.<br />
Dann ist sie von einer Kalbsleber nur schwer zu unterscheiden.<br />
34 <strong>GRILLZEIT</strong>
praxistest<br />
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<strong>GRILLZEIT</strong> 35
essen & trinken<br />
36 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
War es noch bei unseren Großeltern<br />
nur am Sonntagstisch<br />
zu finden, zählt das Brathendl<br />
aufgrund züchterischer Spezialisierung<br />
und hochskalierter<br />
Betriebsgrößen heute oft schon zu<br />
den Okkasionen im Fleischregal.<br />
Wobei diese Preise mit höheren<br />
Ansprüchen an Kulinarik, Tierwohl,<br />
Fütterung und Alter des<br />
Federviehs andererseits auch gehörig<br />
nach oben klettern können.<br />
Das Masthuhn wurde in den vergangenen sechs Jahrzehnten<br />
nicht nur international demokratisiert,<br />
sondern auch züchterisch optimiert. Und heute<br />
ist es trotz des erstaunlich niedrigen Preisniveaus<br />
gar nicht so leicht, im österreichischen Lebensmittelhandel<br />
schlechte Ware zu bekommen. Die meisten heimischen Hendl<br />
dort sind ja inzwischen mit dem AMA-Gütesiegel ausgestattet,<br />
manche sogar mit Zusatzmodulen wie „mehr Tierwohl“,<br />
„regionale Herkunft“ oder „besondere Rassen“ – immer also<br />
aus heimischer Produktion mit gentechnikfreier Fütterung.<br />
Aber selbst die Importware aus der Aktionstruhe ist nach<br />
einem Aufenthalt auf dem Grillrost oft nur schwer von einheimischem<br />
Federvieh zu unterscheiden.<br />
Denn in ganz Europa kommt meist die gleiche genetische<br />
Basis als Küken zu den Mästern. Die Einbürgerung startet also<br />
meist mit der Fütterung, die sich natürlich an den regionalen<br />
Gegebenheiten orientiert. So ist in der Steiermark etwa der<br />
Kukuruz in sehr guter Qualität und rauen Mengen verfügbar,<br />
der aus jedem genetisch eher blassen Huhn ein gelbhäutiges<br />
„Maishendl“ macht. Wobei sich die Zusammensetzung des<br />
Futters mit zunehmendem Alter allmählich ändert. Küken<br />
brauchen mehr Eiweiß, ältere Tiere mehr Stärke.<br />
Waren noch bis in die 1950er Jahre auf österreichischen<br />
Bauernhöfen eine Vielzahl sogenannter, oft regionaler<br />
„Zweinutzungsrassen“ anzutreffen, die gleichermaßen für die<br />
Eierproduktion wie auch als Festtagsbraten zuständig waren,<br />
startete in den 60ern die Karriere der Spezialisten und die<br />
Trennung in Lege- und Masthühner.<br />
„Ross 308“ heißt heute die populärste Rasse, die von einem<br />
deutschen Konzern weltweit erfolgreich vermarktet wird und<br />
Hendl<br />
3.0<br />
Generation Alpha<br />
deren Küken von den Mastbetrieben zugekauft werden. Die<br />
Tiere wachsen wesentlich schneller, haben große, fleischige<br />
Brüste, sind früh schlachtreif und aufgrund ihrer Jugend auch<br />
sehr zart im Fleisch sowie mild im Geschmack.<br />
Neue Hendi-Rechnung. Moderne Masthuhnrassen ermöglichen<br />
eine Futterverwertung mit dem Faktor 1:1,6. Ein Huhn<br />
der Rasse „Ross 308“ muss also nur 1,3 bis 1,6 Kilogramm<br />
Futter aufnehmen, um ein Kilogramm an Gewicht zuzulegen,<br />
und ist im Alter von rund einem Monat bereits schlachtreif.<br />
Das ist um ein Vielfaches effizienter als bei Witwe Polte, deren<br />
Hühner einige Jahre alt werden durften – und auch deutlich<br />
wirtschaftlicher als am Bio-Sektor. Zwar werden auch dort<br />
moderne „Hybrid-Rassen“ eingesetzt (die Küken sind hier übrigens<br />
meist Franzosen), aber sie wachsen spürbar langsamer<br />
als „Ross 308“ und Konsorten. Bio-Hühner müssen über zwei<br />
Kilogramm Futter fressen, um ein Kilo zuzulegen, und werden<br />
daher erst mit dem etwa doppelten Alter geschlachtet als ihre<br />
konventionellen Kollegen.<br />
Aktuell gibt es bei Bio-Hühnern, aber auch bei konventionell<br />
gefütterten Hühnern in der Premium-Liga einen deutlichen<br />
Trend zu neuen, langsamer wachsenden Hybrid-Rassen, wie<br />
„JA 757“ von Hubbard oder „Cobb Sasso“. Das liegt vor allem<br />
daran, dass von der gehobenen Gastronomie – aber auch von<br />
immer mehr anspruchsvollen Konsumenten – verstärkt wieder<br />
Hühner mit intensiverem Eigengeschmack und etwas festerem<br />
Biss nachgefragt werden.<br />
Und auch das „Hendl wie damals“, also alte Zweinutzungsrassen<br />
wie das berühmte „Sulmtaler“, finden nach wie vor<br />
Zuspruch, verlangen aber eine gewisse Kennerschaft und<br />
Kaufkraft. Denn die Zubereitung dieses ursprünglichen und<br />
meist auch deutlich älteren Geflügels ist nicht ganz so einfach,<br />
der Preis dafür aber meist um ein Vielfaches höher als<br />
bei Hybrid-Hühnern.<br />
Da vielen Verbrauchern ethische Qualitätskomponenten auch<br />
immer wichtiger werden, noch ein paar Infos zur Haltung:<br />
Während in österreichischen Mastbetrieben die Bestandsdichte<br />
mit 30 kg pro Quadratmeter limitiert ist, dürfen es in<br />
Italien und Slowenien schon etwa 40 kg sein. Beim AMA-Bio-<br />
Huhn sollten es nicht mehr als 21 kg/m 2 sein, bei besonders<br />
extensiven Projekten wie dem Krusdorfer Weidehuhn mit<br />
seinen mobilen Stallungen sind es sogar nur 3-4 kg pro Quadratmeter.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 37
essen & trinken<br />
Der<br />
Chicken<br />
Contest<br />
Eine besonders spannende Vergleichsverkostung<br />
des AMA Grillclub lockte Anfang April die<br />
gesamte heimische Branchenprominenz nach<br />
Ilz an der steirischen „Route 66“. Österreichs<br />
Geflügelproduzenten, zahlreiche Experten, die<br />
Topeinkäufer des Handels sowie die <strong>GRILLZEIT</strong><br />
hatten Gelegenheit, 14 heimische und internationale<br />
Hendl-Qualitäten zu vergleichen – die<br />
Mehrheit davon aus der obersten Liga.<br />
So umfassend und repräsentativ konnten wir allererste<br />
Hendl-Qualitäten im direkten kulinarischen Vergleich<br />
vorher noch nie kennenlernen. Fachgerecht<br />
zubereitet auf dem Grill der Drei-Hauben-Küche des<br />
Edel-Gasthauses Haberl-Fink, das in Ilz auch einen hochwertigen<br />
Online-Shop und eine gut besuchte Grillschule<br />
betreibt. Dieser Event diente aber nicht nur der Standortbestimmung<br />
der heimischen Geflügelwirtschaft, sondern<br />
bescherte uns auch einige Aha-Effekte. Auch weil diese<br />
Verkostung von Anfang an kein simples Ranking zum Ziel<br />
hatte – vielmehr detaillierte und nachvollziehbare Informationen<br />
zu Charakteristiken und Stärken bzw. Schwächen der<br />
jeweiligen Kandidaten.<br />
Brust oder Keule. Verkostet wurden 14 verschiedene<br />
Hühner in sieben Durchgängen, wobei von jedem Tier die<br />
ausgelöste Brust und die Keule separat zubereitet und angerichtet<br />
wurden. Um dem breiten Teilnehmerfeld möglichst<br />
gerecht zu werden, wurden die Kandidaten in drei<br />
Cluster eingeteilt: Die Einstiegsgruppe umfasste gute Basisqualitäten<br />
bis hin zum AMA-Gütesiegel Hendl (1-3), die<br />
zweite vor allem Vertreter der neuen Generation langsam<br />
wachsender Rassen (4-9) und die dritte Gruppe die Fraktion<br />
der sogenannten alten und speziellen Hühnerrassen<br />
(10-14).<br />
Als Zubereitungsmethode wählten Gastgeber Hans Peter<br />
Fink und sein Küchenchef Bernhard Steflitsch trotzdem<br />
für alle Kandidaten ganz bewusst gleichermaßen den Flächengrill,<br />
um die Unterschiede zwischen den einzelnen<br />
Qualitäten und Texturen besonders deutlich zu machen.<br />
Wiewohl die dritte Gruppe – und hier insbesondere das<br />
Sulmtaler – an sich eher für „Low&slow“-Gartechniken<br />
ausgelegt ist. Was aber auch bei der Bewertung entsprechend<br />
berücksichtigt werden musste.<br />
Kandidaten + Einkaufsquellen im Überblick<br />
Nr. 1 | AMA-Gütesiegel Maishendl<br />
Das klassische Brat-, Back- und Grillhendl von Titz, wie<br />
man es in Österreich schätzt. Die Haut wird durch die<br />
Maisfütterung appetitlich gelb, das Fleisch der jungen<br />
Tiere der Rasse Ross 308 (36-38 Tage) ist sehr zart und<br />
mild im Geschmack.<br />
Kilopreis ca. € 5,-<br />
Nr. 2 | AiA Hendl / Italien<br />
Die preisgünstigen Hühner des größten italienischen<br />
Produzenten sind öfters am österreichischen Markt zu<br />
finden. In der Genetik unterscheiden sie sich wenig von<br />
der heimischen Ware, wohl aber in der Fütterung und<br />
(höheren) Bestandsdichte. Unser Exemplar war eine<br />
schwere Poularde.<br />
Kilopreis ca. € 5,-<br />
Nr. 3 | Perutnina / Slowenien<br />
Perutnina Ptuj ist ein Geflügelproduzent aus Slowenien<br />
mit Sitz in Ptuj, das im Eigentum eines ukrainischen<br />
Agrarkonzerns steht. Das Unternehmen beschäftigt rund<br />
3.700 Mitarbeiter an sieben Produktionsstätten und ist<br />
unter anderem beim größten C&C-Markt des Landes<br />
gelistet. Die Grillhendl aus Slowenien haben fütterungsbedingt<br />
eine eher blasse Haut.<br />
Kilopreis ca. € 4,- bis 5,-<br />
Nr. 4 | Weide-Hendl / Spar Premium<br />
Diese Hühner der langsamer wachsenden Rasse „Redbro“<br />
produziert Lugitsch für die Marke Spar Premium.<br />
Der hohe Maisanteil im Futter sorgt für die appetitlich<br />
gelbe Hautfarbe und das etwas höhere Schlachtalter<br />
von bis zu 45 Tagen für den typischen Geschmack.<br />
Kilopreis ca. € 8,-<br />
Nr. 5 | MEHRwohl Hendl / Billa<br />
Für die Rewe-Marke Hofstädter wird die langsam wachsende<br />
Rasse - FzT (Ranger classic) von Wech bis zu 50<br />
Tage lang gemästet. Das „Fair zum Tier“-Siegel steht bei<br />
diesen Hühnern u.a. für ein Plus an Bewegungsspielraum<br />
und Beschäftigungsmaterial im Stall.<br />
Kilopreis ca. € 7,-<br />
Nr. 6 | Freilandhendl / Waldland<br />
Diese „Wildmasthendl“ der Rasse „JA57“ werden im<br />
Waldviertel mit hofeigenen Getreidemischungen gemästet<br />
und sind im Alter von ca. 8 Wochen schlachtreif.<br />
Da die Futtermischungen meist von den eigenen Höfen<br />
der Mäster stammen und keinen Mais, sondern Getreide<br />
beinhalten, ist die Haut eher blass.<br />
Kilopreis ca. € 8,50<br />
Nr. 7 | Krusdorfer Weidehuhn / Hütter<br />
Auch das Krusdorfer Bio-Hendl von Hütter zählte zu den<br />
schwereren Kalibern in diesem Bewerb. Es hat die genetische<br />
Basis JA 757, wächst aber mit 22 Wochen dreimal<br />
so lange wie konventionell produzierte Hühner und darf<br />
jeden Tag auf die Weide. Um das zu ermöglichen, hat<br />
Hütter eigene mobile Weidestallungen entwickelt.<br />
38 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Bio-Steirerhuhn / Lugitsch<br />
Weide-Hendl / Spar Premium<br />
MEHRwohl Hendl / Billa<br />
AMA-Gütesiegel Maishendl<br />
Sulmtaler Huhn<br />
Pintade / Meinl am Graben<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 39
essen & trinken<br />
AiA Hendl / Italien<br />
Moosdorfer Bio-Mini-Gockel<br />
Freilandhendl / Waldland<br />
Perutnina / Slowenien<br />
Label Rouge / Metro<br />
Schwarzfederhuhn / Meinl am Graben<br />
40 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Perlhuhn / Birkl<br />
Krusdorfer Weidehuhn / Hütter<br />
Nr. 8 | Bio-Steirerhuhn / Lugitsch<br />
Mit 56 Tagen Schlachtalter haben diese nach BioAustria-<br />
Richtlinien in Freilandhaltung produzierten Hühner der Rasse<br />
„Color Yield“ (JA 57) ein zartes, blassrosa Fleisch und einen<br />
intensiven Geschmack.<br />
Kilopreis ca. € 14,-<br />
Nr. 9 | Moosdorfer Bio-Mini-Gockel<br />
Dieser nur 600-700g schwere Gockel ist der kleine Bruder<br />
eierlegender Bio-Hennen und stammt als einziger Tasting-<br />
Teilnehmer nicht aus einer Masthuhnzucht. Genau wie seine<br />
Schwestern erhält der Bio-Gockel hochwertiges Bio-Futter<br />
und Freilauf in der Natur.<br />
Kilopreis ca. € 8,-<br />
Nr. 10 | Sulmtaler Huhn<br />
Das südsteirische Sulmtaler Huhn wurde im 19. Jahrhundert<br />
zur Kapaunisierung gezüchtet und erst später zum wetterharten<br />
Zweinutzungshuhn. Mit einem Schlachtalter von 26 bis<br />
30 Wochen wird es um ein Vielfaches älter als ein modernes<br />
Masthuhn und ist daher auch fester im Fleisch und intensiver<br />
im Geschmack.<br />
Nr. 11 | Pintade / Meinl am Graben<br />
Das ursprünglich aus Afrika stammende Perlhuhn erfreut sich<br />
in Frankreich besonderer Beliebtheit und wird dort „Pintade“<br />
genannt. Unsere Kostmuster waren prächtige Exemplare dieser<br />
Franzosen, die sich vom österreichischen Perlhuhn in diesem<br />
Bewerb schon optisch deutlich unterschieden.<br />
Kilopreis ca. € 20,-<br />
Nr. 12 | Label Rouge / Metro<br />
Unter dem staatlichen, französischen Gütesiegel „Label<br />
Rouge“ dürfen nur besonders hochwertige Hühner angeboten<br />
werden. Sie müssen einer langsam wachsenden Rasse angehören<br />
und in kleinen Gruppen freilaufend oder im Freien gehalten<br />
werden. Die Tiere werden auch erst nach dem Einsetzen<br />
der Geschlechtsreife nach 80 bis 110 Tagen geschlachtet.<br />
Nr. 13 | Schwarzfederhuhn / Meinl am Graben<br />
Auch das ursprüngliche Schwarzfederhuhn – alias „Poulet<br />
Noir“ – ist so gut wie immer ein Freilandhuhn, wird aber<br />
gegen Ende der Mastdauer meist besonders intensiv mit Getreide<br />
und Milch gefüttert. Das ergibt eine besondere Fleischqualität<br />
und einen typischen, intensiven Geschmack.<br />
Kilopreis ca. € 20,-<br />
Nr. 14 | Perlhuhn / Birkl<br />
Aus dem steirischen Ort Petersdorf (bei Fehring) stammt diese<br />
wie Wild anmutende Geflügelspezialität, die Katharina und<br />
Patrick Birkl neben anderem feinen Bio-Geflügel wie Bresse-<br />
Gauloise und Marans-Hühnern anbieten. Die Tiere wachsen<br />
dort stressfrei und langsam im Freiland auf und werden mit<br />
einem Gewicht von ca. 1,4 kg vermarktet.<br />
Kilopreis ca. € 35,-<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 41
essen & trinken<br />
Bewertung & Jury<br />
Angelegt war dieses Tasting grundsätzlich als Blindverkostung<br />
– wurde aber mit voller Absicht nur<br />
„halbblind“ realisiert. Denn nach jeder Cluster-Runde<br />
gab es eine Auflösung zu den Ergebnissen, Informationen<br />
zu den einzelnen Produkten sowie einen fachlichen Austausch<br />
der 24 geladenen Experten. So konnten auch wir die<br />
resultierenden Feedbacks und Eindrücke ofenfrisch notieren.<br />
Das Bewertungsschema an sich orientierte sich an den aus<br />
der Weinwelt hinlänglich bekannten „Parker-Punkten“, die<br />
sich wiederum an das US-Schulnotensystem anlehnen. 100<br />
Punkte stehen hier für das absolute, kaum erreichbare Maximum,<br />
50 Punkte sind der Bewertungskeller.<br />
Tip Top. Gleich vorweg: Auch wenn hier ein paar wirklich<br />
günstige Qualitäten mit am Start waren, gab es keinen einzigen<br />
Ausreißer nach unten. Ganz im Gegenteil waren auch<br />
bei den Topscorern Hühner aus dem Einstiegs-Cluster mit<br />
dabei. Und obwohl es hier nicht um Ranglisten ging, war es<br />
doch sehr interessant zu sehen, wie die Fachwelt das Teilnehmerfeld<br />
individuell beurteilte:<br />
Von den 24 Experten, die an dieser Verkostung teilnahmen,<br />
hatten sechs das Perlhuhn von Birkl auf Platz 1, vier das<br />
Waldland Freilandhendl und drei das Weidehendl von Lugitsch.<br />
Erweitert man diesen Favoriten-Pool auf das klassische<br />
Siegerstockerl – also die Top 3 jedes Jurors – liegt hier das<br />
Krusdorfer Weidehuhn voran (9 Topplatzierungen), dahinter<br />
folgen das Birkl’sche Perlhuhn (8) und gleichauf mit 7 Stockerlplätzen<br />
das Freilandhendl von Waldland, das Mehrwohlhendl<br />
von Hofstädter, das Weidehendl von Lugitsch und der<br />
Moosdorfer Bio-Gockel. Dicht gefolgt vom Bio-Steirerhuhn (6<br />
Platzierungen) und dem Schwarzfederhuhn (5 Stockerlplätze).<br />
42 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
von Haubenkoch<br />
Hans Peter Fink<br />
Gusto und Ohrfeigen sind aber offensichtlich<br />
auch bei Hendlfleisch mitunter<br />
recht verschieden. Gerade bei den<br />
Siegertypen aus dem zweiten und dritten<br />
Cluster war deutlich merkbar, dass<br />
das dunklere Fleisch der Keulen, der<br />
etwas festere Biss und der intensivere,<br />
manchmal sogar etwas an Wildgeflügel<br />
erinnernde Geschmack mancher Proben<br />
nicht nur begeisterte Anhänger hatte.<br />
Hingegen waren die handelstypischen,<br />
besonders jungen Grillhendl mit ausgeprägtem<br />
Filetanteil vielleicht nicht so<br />
topplatziert wie ihre langbeinigeren Kollegen,<br />
in Summe jedoch genauso mehrheitsfähig.<br />
Überhaupt kam nur ein einziger Kandidat<br />
im Schnitt knapp unter die 80-Punkte-<br />
Marke, über die 90-Punkte-Marke scorte<br />
(mit 91,2 Punkten) wiederum nur das<br />
„Krusdorfer Weidehuhn“. Alles in allem<br />
war also eigentlich jeder der Teilnehmer<br />
rein kulinarisch gesehen eine klare<br />
Kaufempfehlung. Ethische und ökologische<br />
Qualitätskriterien wie besonders<br />
tierfreundliche Haltung, Nachhaltigkeit<br />
und Regionalität waren bei der Blindverkostung<br />
dagegen kein Thema, sind aber<br />
im Premiumsegment natürlich wichtige<br />
Verkaufsargumente.<br />
Fazit. Die Preisspanne der Kandidaten<br />
spreizt jedoch deutlich weiter, als die<br />
Bewertung der sensorischen Qualitäten<br />
durch die Fachjury vermuten ließe. So<br />
liegt der Kilopreis des teuersten Huhnes<br />
dieser Verkostung (das rare Sulmtaler)<br />
im Handel theoretisch fast zehnmal<br />
so hoch wie die Einstiegsklasse aus<br />
dem Supermarkt. Theoretisch deswegen,<br />
weil diese gesuchte Hühnerrasse<br />
zum Zeitpunkt der Verkostung ohnehin<br />
so gut wie vergriffen war und wir uns<br />
mit einem tiefgekühlten Exemplar bescheiden<br />
mussten. Andere Tarife in der<br />
Hendl-Oberliga fanden wir wiederum<br />
erstaunlich günstig für den immensen<br />
Aufwand, der hinter den extensiven<br />
Produktionen steht. Deshalb ist vielen<br />
Feinschmeckern das gewisse Etwas an<br />
Geschmack und Charakter den etwas<br />
tieferen Griff in die Tasche wert.<br />
Der Gasthof der Familie<br />
Fink-Haberl ist ein steirischer<br />
Traditionsbetrieb,<br />
der heuer bereits sein<br />
100-jähriges Bestandsjubiläum<br />
in durchgängigem<br />
Familienbesitz feiert und<br />
von Gault&Millau inzwischen<br />
bereits die dritte<br />
Haube verliehen bekommen<br />
hat. Hans Peter Fink, den die<br />
Wiener noch als Küchenchef des<br />
Hotel Sacher kennen, kocht dort<br />
nicht nur Bodenständiges auf Topniveau,<br />
sondern veranstaltet auch sehr erfolgreich anspruchsvolle<br />
Grillkurse. Nicht zuletzt deswegen waren er und<br />
seine fesche Ehe- sowie Geschäftspartnerin Bettina Fink-Haberl<br />
auch die idealen Gastgeber der aktuellen Geflügelverkostung<br />
des AMA Grillclub.<br />
Zum Thema Huhn am Grill hat der Kochweltmeister aus<br />
Riegersburg (Kanada 1999) einige besondere Kniffe auf<br />
Lager:<br />
Alte Hühnerrassen wie das Sulmtaler oder das Altsteirer sind<br />
keine Kandidaten für den Grillspieß, sondern mögen eher verhaltene<br />
Gartemperaturen und längere Garzeiten, um saftig<br />
und zart zu werden. Auch sind Brust und Keule nicht nur in der<br />
Fleischfarbe, sondern auch in der Textur völlig verschieden.<br />
Also löst H.P. Fink die Filets immer aus und pariert die Keulen.<br />
Die Karkassen hingegen ergeben angeröstet und geduldig<br />
gekocht einen hocharomatischen Geflügelfond.<br />
Die zugeschnittenen Hühnerteile mariniert er dann gerne<br />
über Nacht in gesalzenem Joghurt oder Buttermilch. Das<br />
macht das Geflügelfleisch saftig und mürbe und sorgt außerdem<br />
für eine schöne Karamellisierung am Grill.<br />
Das <strong>Grillen</strong> selbst passiert am besten in zwei Stufen. Erst wird<br />
das Fleisch bei lebhafter Temperatur am Rost oder der Plancha<br />
auf der Hautseite gut angebraten, bis es Farbe genommen<br />
hat, dann auch auf der anderen Seite kurz geröstet. Anschließend<br />
geht es in einen auf 80-100°C vorgeheizten Grill, wo die<br />
Hühnerteile auf einem Rost indirekt bis zum idealen Garpunkt<br />
langsam nachziehen können. Das kann bis zu einer Stunde<br />
dauern, doch die Mühe lohnt!<br />
Weitere Informationen:<br />
Gasthof Haberl & Finks Delikatessen<br />
8262 Ilz, Walkersdorf 23<br />
Tel.: 03385/260, www.finks-haberl.at<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 43
VOM KENNER ZUM KÖNNER!<br />
Eine gemeinsame Leidenschaft teilen und von Profis und voneinander<br />
lernen – dafür steht der AMA-Grillclub. Rund 10.000 Mitglieder<br />
nutzen diese Möglichkeit bereits und erfreuen sich der zahlreichen<br />
Vorteile, die der AMA-Grillclub zu bieten hat.<br />
Scannen und<br />
anmelden!<br />
Wer unsere Grillprofis wie Jenny Gruber und<br />
Patrick Bayer hautnah erleben möchte, hat<br />
die Möglichkeit, sich mit ihnen über unsere<br />
neu geschaffene Facebook-Plattform<br />
auszutauschen! <strong>Grillen</strong> ist mehr als nur gutes Essen in<br />
seiner ursprünglichsten Form, es ist auch Lebensgefühl<br />
und Lebensart. Beim <strong>Grillen</strong>, sei es im Freundes- oder<br />
Familienkreis, ist die gemeinsame Zubereitung der<br />
Speisen fast genauso wichtig wie das kulinarische<br />
Ergebnis. Die ursprüngliche Kraft des Feuers macht<br />
<strong>Grillen</strong> zu einem Erlebnis abseits des alltäglichen Küchenherdes.<br />
Deshalb an alle, die sich gerne übers <strong>Grillen</strong> austauschen<br />
möchten: Machen Sie mit im AMA-Grillclub und<br />
profitieren Sie ganz nach dem Motto „Vom Kenner zum<br />
Könner“. Die kostenlose und unverbindliche Mitgliedschaft<br />
bietet ein vielfältiges Angebot. Es gibt nicht nur<br />
zahlreiche Grill-Rezepte, viele Tipps und Tricks von<br />
Grillexperten, sondern es werden auch Videos, Warenkunde,<br />
Produkt-Tests, Infos über Neuentwicklungen,<br />
Trends sowie Grillkurse allen Mitgliedern regelmäßig<br />
zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus findet man auf<br />
der Website ein Verzeichnis sämtlicher AMA-Grilltrainer<br />
und AMA-Grillschulen im gesamten Bundesgebiet<br />
mit einem jeweiligen Portrait und Kursangebot. Außerdem<br />
erhält jedes Clubmitglied die digitale Ausgabe<br />
des beliebten und begehrten Magazins „<strong>GRILLZEIT</strong>“<br />
kostenlos.<br />
Die Anmeldung unter https://amagrillclub.at/abo ist<br />
jederzeit – kostenfrei und unverbindlich – möglich.<br />
<strong>Grillen</strong> lebt vor allem vom Miteinander und vom Voneinander.<br />
Deshalb haben wir eine interaktive Plattform<br />
geschaffen, die allen Grillbegeisterten einen einfachen<br />
und unterhaltsamen Austausch ermöglicht – die Facebook-Gruppe<br />
„AMA-Grillclub“, die bereits über 900<br />
Mitglieder umfasst.<br />
Die Hauptrolle in der Gruppe übernehmen unsere<br />
charismatischen Grilltrainer Jenny Gruber und Patrick<br />
Bayer. Sie geben Tipps und Tricks, verraten ihre Lieblingsrezepte<br />
und stehen auch jederzeit für Fragen rund<br />
ums <strong>Grillen</strong> zur Verfügung. Jeder unserer Grillprofis<br />
hat sein Steckenpferd: Jenny hat die Kunst des Brotbackens<br />
am Grill perfektioniert, Patrick ist der Explorer,<br />
dessen Herz vor allem bei perfekt gegrillten Steaks höherschlägt.<br />
Mitmachen und profitieren<br />
Treten auch Sie unter https://www.facebook.<br />
com/groups/amagrillclub/ bei und lassen Sie<br />
sich für die bevorstehende Grillsaison von<br />
tollen und oft außergewöhnlichen Grillideen<br />
inspirieren. Ganz nach dem Grillclub-Motto:<br />
„Vom Kenner zum Könner!“<br />
44 <strong>GRILLZEIT</strong>
GIPFELTREFFEN<br />
DER COACHES<br />
Bei den Grilltrainer-Treffen des AMA-Grillclubs<br />
im heurigen Frühjahr war fast die ganze Elite<br />
der Zunft präsent. Denn an den beiden Treffpunkten<br />
– dem Weber Original Store in Wien<br />
Süd und Adi Matzeks Grillschule im niederösterreichischen<br />
Burgerwiesen – gab es neben ausgezeichneter<br />
Verpflegung vom Grill auch News von den Branchen-<br />
Marktführern, der aktuellen <strong>GRILLZEIT</strong> und vor allem<br />
dem AMA-Grillclub zu berichten.<br />
Aktueller Stand der Dinge bei den geprüften AMA-<br />
Grilltrainern: Bisher wurden 301 Trainer ausgebildet,<br />
davon sind 101 aktiv tätig, etliche davon in den 18<br />
AMA-geprüften Grillschulen in ganz Österreich. Eine<br />
Übersicht über alle Standorte und die dort gebotenen<br />
Kurse und Termine sind auf der Website amagrillclub.<br />
at zu finden. Und bald auch die Porträts, die Jenny<br />
Gruber als AMA-Beauftragte heuer von den wichtigsten<br />
Grillschulen Österreichs produzieren wird. In Zukunft<br />
noch mehr eingebunden werden aber auch die 163 Absolventen<br />
der aufwendigen Ausbildung zum „Diplom-<br />
Fleischsommelier“, die vom Wifi in Kooperation mit der<br />
AMA-Marketing angeboten wird.<br />
Holen Sie sich ihre<br />
GarStufenkarte<br />
Für Know-how-Transfer im Lesezeichenformat<br />
sorgt <strong>2024</strong> eine<br />
Neuauflage der begehrten Garstufen-Karte,<br />
die im österreichischen<br />
Lebensmittelhandel an<br />
den Fleischtheken aufliegt.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 45
ama grillclub<br />
Food Saving in Österreich<br />
Verwenden statt verschwenden<br />
Weltweit werden pro Jahr über 900 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle<br />
produziert, in der EU lag diese Zahl 2021 einer Studie von Statista zufolge<br />
bei über 58 Millionen Tonnen.<br />
Herstellung, Einzelhandel, Restaurants und private<br />
Haushalte mit eingerechnet. Die allermeisten<br />
Lebensmittelabfälle fallen aber tatsächlich<br />
im Haushalt an. Laut einer weiteren Studie der<br />
Universität für Bodenkultur in Wien sind das in Österreich<br />
satte 47%. Im Durchschnitt wirft also jeder von uns<br />
somit 26 Kilogramm Nahrung pro Jahr persönlich weg<br />
– diese Menge entspricht in einem durchschnittlichen<br />
Haushalt einem Warenwert von rund 400 Euro. Und<br />
würde andernorts dringend gebraucht.<br />
Lebensmittelverschwendung ist aber nicht nur ein ethisches<br />
Problem, sondern auch eine Belastung für die Umwelt.<br />
Eine Vielzahl von Ressourcen werden auf diese Art<br />
verschwendet. Von unnötigen Transportwegen über die<br />
aufgewandten Energien, das verbrauchte Trinkwasser,<br />
der Blockierung von Anbau- bzw. Viehnutzflächen bis<br />
hin zu Pflanzenschutz- oder Düngemittel, die nicht nur<br />
ökologisch belastend sind, sondern auch einen großen<br />
Produktionsaufwand haben. Damit verbunden sind<br />
daher auch entsprechende CO2-Emissionen. Und nicht<br />
zuletzt wird auch der enorme menschliche Einsatz, der<br />
für die Produktion der Nahrung geleistet wird, sinnlos<br />
vergeudet.<br />
Das Ablaufdatum. In privaten Haushalten entstehen<br />
Abfälle durch den falschen Einkauf von Lebensmitteln,<br />
schlechte Lagerung und vor allem durch die Entsorgung<br />
von Produkten, die das Ablaufdatum bereits überschritten<br />
haben. Das Mindesthaltbarkeitsdatum, auch MHD<br />
genannt, steht dafür, dass die Ware bis zu dem angegebenen<br />
Datum ungeöffnet und bei richtiger Lagerung<br />
seinen Geschmack, Geruch und Nährstoffgehalt behält.<br />
In Wahrheit jedoch oft weit darüber hinaus, wie wir<br />
eigentlich unschwer sensorisch prüfen könnten. Der Aufdruck<br />
„zu verbrauchen bis“ erscheint hingegen auf leicht<br />
verderblicher Ware.<br />
Ob ein Lebensmittel noch nach dem Ablaufdatum genießbar<br />
ist, verraten uns schon Geruch und Optik eines<br />
Produktes, denn wir sind mit treffsicheren Sinnen ausgestattet.<br />
Wenn uns also der Geruch bereits anwidert,<br />
ist das ein guter Grund, das Lebensmittel erst gar nicht<br />
mehr zu kosten. Riecht es gut, wird es auch in Ordnung<br />
sein. Bei einigen tierischen Produkten jedoch, wie bei<br />
Frischfleisch, aber auch bei Rohmilch, ist es allerdings<br />
besser, sich weitgehend an das angegebene Ablaufdatum<br />
zu halten.<br />
46 <strong>GRILLZEIT</strong>
ama grillclub<br />
Ausnahmen sind etwa SB-verpackte Fleisch-Teile<br />
oder auch unter Vakuum oder Schutzgas abgepackte<br />
Schinken- und Wurstwaren, die in ihren hermetisch<br />
geschlossenen Packungen sehr langlebig sind. Größere,<br />
vorabgepackte Rindfleisch-Stücke und Steaks können<br />
ebenfalls noch ohne weiteres ein paar weitere Tage im<br />
Kühlschrank nachreifen.<br />
Fast 60% der Lebensmittelabfälle in Österreich stammen<br />
aus den Kategorien Obst und Gemüse, gefolgt von Brot<br />
und Gebäck, an dritter Stelle stehen Milch und Milchprodukte.<br />
Diese Abfälle sind eigentlich vermeidbar. Brot<br />
kann eingefroren oder für Semmelwürfel und Croutons<br />
verwendet werden, Obst kann auch im überreifen Zustand<br />
zu Smoothies, Fruchtsaucen oder Marmeladen und<br />
Kompotten verarbeitet werden. Milch, Joghurt und Käse<br />
ist zumeist noch weit über das MHD hinaus haltbar,<br />
auch hier lassen sich Desserts herstellen oder z.B. Käse<br />
als Gratin gerieben, eingefroren werden.<br />
In der Außer-Haus-Verpflegung werden hierzulande<br />
insgesamt 14% des gesamten Lebensmittelabfalls produziert,<br />
das entspricht ca. 151.500 Tonnen. Das entspricht<br />
7.575 Müllautos. Im Lebensmittelhandel werden etwa<br />
9% des gesamten Lebensmittelabfalls verursacht, etwa<br />
die Hälfte dieser Abfälle sind Obst und Gemüse, gefolgt<br />
von Brot und Gebäck sowie Milchprodukten und<br />
Wurst. Der Handel kann aber immerhin 20% davon an<br />
gemeinnützige Einrichtungen weitergeben und 10% zur<br />
Tierverfütterung verwenden: Dennoch werden 70% entsorgt.<br />
Insgesamt 30% Lebensmittelabfall entstehen in der<br />
Landwirtschaft und Produktion.<br />
Es gibt also viele Ursachen für Lebensmittelverschwendung.<br />
Daher ist es besonders wichtig, Bewusstsein und<br />
Wertschätzung für Lebensmittel zu schaffen. Wie können<br />
wir persönlich dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung<br />
zu reduzieren? In erster Linie geht es um den bewussten<br />
Umgang und die entsprechende Wertschätzung<br />
gegenüber Lebensmitteln. Durch bewusstes Einkaufen,<br />
Reste-Verwertung und die angstfreie Verwendung von<br />
Lebensmitteln, die abgelaufen sind, kann man bereits<br />
einen wesentlichen Beitrag leisten.<br />
Tipps gegen<br />
LebensmittelverschwenDung<br />
Besser nicht einkaufen gehen, wenn der Magen<br />
knurrt… denn dann kaufen wir automatisch<br />
zu viel.<br />
Nur die Mengen einkaufen, die auch tatsächlich<br />
benötigt werden. Einkaufslisten und Wochenpläne<br />
helfen dabei, sich nicht zu sehr von<br />
Lockangeboten verführen zu lassen.<br />
Etliche Supermärkte bieten Lebensmittel, die<br />
kurz davor sind abzulaufen, wesentlich günstiger<br />
an. Mit diesen kann man Verschwendung<br />
reduzieren und gleichzeitig einiges<br />
sparen.<br />
Geplante Resteverwertung. Dazu genügt oft<br />
schon vor dem Einkauf ein längerer Blick in<br />
den Kühlschrank.<br />
Das Bundesministerium für Klimaschutz hat<br />
im Zuge seiner Aktion „Lebensmittel sind kostbar“<br />
eine Broschüre „Die besten Restl-Rezepte“<br />
herausgebracht.<br />
Moderne Kühltechnik. Das ist nicht nur viel<br />
energieeffizienter, sondern verlängert auch die<br />
Verwendbarkeit von frischem Gemüse, Fleisch<br />
und sogar Fisch oft um ein Vielfaches.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 47
features<br />
Pacemaker Miele<br />
CLEVERE<br />
INNOVATIONEN<br />
Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten ist ebenso<br />
Klimaschutz wie die Senkung der Verbrauchswerte von<br />
Elektrogeräten durch bessere Effizienz. Für Miele sind das<br />
daher zentrale Themen für die Entwicklung neuer Technologien.<br />
Das Feature Freeze&Cool.<br />
Dank flexibler Temperatureinstellung<br />
können die Schubladen wahlweise<br />
zum Gefrieren oder zum Kühlen verwendet<br />
werden.<br />
D<br />
ie durchwegs englisch getauften neuen technischen<br />
Features sind daher keine Marketing-<br />
Gags, sondern stehen bei Miele für echte<br />
Innovationen, die den Alltag erleichtern – und<br />
vor allem Abfall und Verschwendung vermeiden.<br />
King of Cool. Aktuell wird ein Großteil der Kühl- und<br />
Gefriergeräte des Premiumherstellers um eine ganze<br />
Energieeffizienzklasse verbessert, einige sogar gleich<br />
um zwei Klassen. Highlight im Miele-Portfolio ist eine<br />
neue Kühl-Gefrierkombination (KFN 4898 A), die dank<br />
zusätzlicher Isolationspaneele sogar noch um 10 Prozent<br />
sparsamer ist als die bisher höchste erreichbare Energieeffizienzklasse<br />
A. Dazu kommen eine Reihe von neuen<br />
Features für die neuen Gerätegenerationen.<br />
Mit dem Frischesystem PerfectFresh Pro bleiben<br />
Lebensmittel z. B. bis zu fünfmal länger frisch als im<br />
klassischen Gemüsefach. Der Temperaturbereich zwischen<br />
0°C und +3°C bietet ideale Bedingungen, um die<br />
Haltbarkeit von Fleisch, Fisch oder Milchprodukten zu<br />
verlängern.<br />
PerfectFresh Active geht noch einen Schritt weiter:<br />
Alle 90 Minuten und bei jeder Türöffnung wird ein feiner<br />
Sprühnebel direkt in die Frischeschublade abgegeben.<br />
Diese aus Top-Märkten bekannte Kombination von Kälte<br />
und Feuchtigkeit hilft frühzeitiges Verderben von Lebensmitteln<br />
zu vermeiden sowie Qualität und Vitamine<br />
von Obst und Gemüse zu bewahren.<br />
Das neue Feature ActiveDoor öffnet und schließt<br />
die Türen der neuen Kühlgeräte-Modelle per Sprachsteuerung<br />
um bis zu 115 Grad. Wer gerade keine Hand<br />
frei hat, sagt einfach Alexa oder dem Google Assistant<br />
Bescheid. Auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen<br />
ist diese neue Funktion eine hilfreiche<br />
Unterstützung.<br />
PerfectFresh Active von Miele für den extra<br />
Frischekick: Ein feiner Sprühnebel verteilt sich<br />
gleichmäßig in der Frischeschublade. Im Zusammenspiel<br />
mit niedrigen Temperaturen bleiben Obst<br />
und Gemüse bis zu fünfmal länger frisch.<br />
Unabhängig davon verfügen zahlreiche Modelle über das<br />
Feature SoftClose – eine Dämpfungstechnik, die Gerätetüren<br />
abbremst und anschließend sanft wie von selbst<br />
schließt. Ab einem Öffnungswinkel kleiner als 30 Grad<br />
schließt die Tür selbstständig.<br />
48 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
Noch 10 Prozent sparsamer als Energieeffizienzklasse<br />
A: die neue Kühl-Gefrierkombination von<br />
Miele (KFN 4898 A -10 D bs).<br />
Die sprachgesteuerte Türöffnungsfunktion ActiveDoor<br />
ist das Highlight-Feature der Einbaugeräte der Generation<br />
K 7000 von Miele.<br />
Die clevere Funktion Freeze&Cool ermöglicht die<br />
Nutzung des Gefrierteils als Kühlzone. Die Temperatur<br />
lässt sich entweder für Gefriergut im Bereich -25°C bis<br />
-15°C einstellen oder aber als Erweiterung des Kühlraums<br />
auf -2°C bis +14°C. Besonders interessant für die<br />
lange Lagerung von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten,<br />
denn diese bewahren ihre Frische bei -2°C bis 0°C optimal.<br />
Selbst Lebensmittel, die sonst nicht in den Kühlschrank<br />
gehören, wie zum Beispiel Kartoffeln, Tomaten<br />
oder Gurken, können aufgrund der flexibel einstellbaren<br />
Temperatur – direkt am Gerät oder über die Miele-App –<br />
jetzt optimal aufbewahrt werden.<br />
Neue Spül-Regeln<br />
M<br />
it mehr als 90 Jahren Erfahrung steht Miele<br />
wie kaum ein anderer Hersteller für Kompetenz<br />
in puncto Geschirrspülen. Die aktuelle<br />
Generation 7000 setzt hier seit ihrer Einführung<br />
im Jahr 2018 Maßstäbe – mit den nachhaltigsten<br />
Geschirrspülern, die Miele jemals gebaut hat. So erfüllen<br />
fast alle G 7000 Modelle die beste Energieeffizienzklasse<br />
A, bei weniger als vier Stunden Laufzeit im Eco-<br />
Programm.<br />
Wer normal verschmutztes Geschirr mit minimalem Energieverbrauch<br />
spülen möchte, sollte bekanntlich dieses<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 49
features<br />
Eco-Programm wählen. Doch noch immer wird die klimafreundliche<br />
Option zu selten genutzt – aus Vorbehalt<br />
oder aufgrund spezieller Reinigungsanforderungen.<br />
Vor diesem Hintergrund hat Miele neue Spülprogramme<br />
für seine aktuelle Gerätegeneration entwickelt, die eine<br />
ressourcenschonendere Alternative gegenüber den klassischen<br />
Programmen darstellen – aber dennoch weniger<br />
Strom oder Wasser verbrauchen. Gegenüber dem Eco-<br />
Programm werden damit wahlweise eine gesteigerte<br />
Reinigungsleistung oder eine kürzere Laufzeit erreicht.<br />
ComfortWash eignet sich mit einer Temperatur von<br />
45°C zum Beispiel für stärker verschmutztes Besteck<br />
und Geschirr und schont gleichzeitig empfindliche<br />
Gläser. Eine stärkere Alternative ist das ebenfalls neue<br />
55-Grad-Programm ComfortWash+ für hartnäckige<br />
Verschmutzungen – als nachhaltigere Option vor dem<br />
klassischen Intensiv-Programm (75°C).<br />
Ebenfalls neu ist das 60-Grad-Programm PowerWash,<br />
das eine gesteigerte Reinigungs- und Trocknungsleistung<br />
aufweist, bei einer Laufzeit von nur 1,5 Stunden. Mit<br />
Hilfe des Extras Quick kann diese auf weniger als eine<br />
Stunde reduziert werden. Darüber hinaus gibt es weitere<br />
nützliche Programmanpassungen. Dazu zählt die Option<br />
BottleClean unter den Extras – für eine optimale Reinigung<br />
von wiederverwendbaren Flaschen.<br />
Manche Geschirrteile sind erst mit einer nachhaltigeren<br />
Lebensgestaltung in unsere Haushalte eingezogen. Ob<br />
Mehrweg-Trinkhalme, Flaschen, Brot- und Snackdosen<br />
aber richtig sauber werden, hängt auch davon ab, ob sie<br />
den passenden Platz im Gerät finden.<br />
Die G 7000 Generation von Miele bietet mit Straw-<br />
Clean eine zusätzliche Korblösung speziell für<br />
Trinkhalme aus Glas oder Metall. Auch für wiederverwendbare<br />
Flaschen, Kleinteile wie Flaschendeckel sowie<br />
größere Geschirrteile wie Töpfe und Auflaufformen hat<br />
Miele neue Halterungen für den Unterkorb entwickelt,<br />
die sicheren Halt geben oder dank derer sich der vorhandene<br />
Platz noch effizienter nutzen lässt.<br />
Hinzu kommen umweltschonende Features wie AutoDos<br />
mit integrierter PowerDisk, das abhängig vom<br />
gewählten Programm beziehungsweise dem Grad der<br />
Verschmutzung automatisch die passende Menge des<br />
Pulvergranulats in den Spülvorgang gibt.<br />
Die EcoFeedback-Funktion, die schon bei der Wahl<br />
des Spülprogramms den voraussichtlichen Wasser- und<br />
Stromverbrauch anzeigt, hilft zusätzlich Ressourcen einzusparen.<br />
Über die App-Funktion AutoStart lässt sich<br />
der Geschirrspüler zudem so programmieren, dass er<br />
regelmäßig zur gleichen Zeit startet.<br />
Dank neuer Korbgestaltung lassen sich jetzt<br />
unter anderem auch wiederverwendbare<br />
Trinkhalme und Glasflaschen optimal spülen.<br />
50 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
Dampfgaren und Combigaren<br />
so leicht wie nie<br />
Lassen Sie Ihrer Kreativität in der Küche freien Lauf. Die Miele Dampfbacköfen mit innovativer<br />
Selbstreinigungsfunktion – ideal für die Zubereitung nahrhafter und geschmackvoller Gerichte.<br />
Miele. Immer Besser.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 51
mission plancha<br />
Platte ist Kult<br />
Die Plancha ist endgültig bei uns angekommen. Nach einem jahrhundertelangen<br />
Weg von Mexiko nach Spanien, Japan und zurück hat sich diese<br />
mediterrane Grilltechnik der schiefen Ebene nun auch in Mitteleuropa<br />
längst vom Zubehörteil zum Hauptdarsteller gemausert.<br />
52 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
und nicht über offener Flamme. Auf einer Plancha kann<br />
man praktisch alles zubereiten wie in einer Pfanne – nur<br />
viel besser. Und sie eignet sich anders als der Rost auch<br />
gut für kleineres Grillgut wie beispielsweise Scampi oder<br />
Gemüse.<br />
Das Temperaturspektrum der Plancha reicht vom sanften<br />
Käseschmelzer bis zum brachialen Hitzeschocker. Über<br />
350°C Oberflächentemperatur sind mit einem guten<br />
Gasgerät mühelos erreichbar – was für manche Gerichte<br />
durchaus Sinn macht, die dann auf den feinsten<br />
Tröpfchen ihrer verdunstenden Säfte quasi schweben<br />
und in Blitzesschnelle karamellisieren. Dank der hohen<br />
Temperatur verdampft das Wasser des Grillguts nicht<br />
und „dämpft“ dieses, sondern es perlt regelrecht von der<br />
Oberfläche ab. „Leidenfrost-Effekt“ nennt sich dieses<br />
Spektakel, setzt aber auch eine gewisse Professionalität<br />
des Gerätes voraus. Neben kräftigen Heizelementen ist<br />
das vor allem die Qualität der Platte, die den Ausschlag<br />
gibt.<br />
Flat Iron. Nicht oder nur sehr wenig legiertes Eisen ist<br />
bei den meisten Kennern das Material der Wahl, wenn es<br />
um Grillplatten geht, die auf dem Gargut möglichst viele<br />
Röststoffe hinterlassen sollen.<br />
Gusseisen (49 ƛ) und Kohlenstoffstahl (46-50 ƛ) leiten<br />
Wärme nämlich mehr als doppelt so gut wie Nirosta-<br />
Stähle, was auch die Beliebtheit dieser robusten Werkstoffe<br />
in der Grillcommunity erklärt.<br />
Manche Plancha-Spezialisten schwören hier sogar auf<br />
geschliffenen, kohlenstoffhaltigen Walzstahl und sehen<br />
deren unvermeidbare Rostflecken als Eignungsnachweis.<br />
Andere wieder bevorzugen rohes oder porzellanemailliertes<br />
Gusseisen, das ohnehin schon nach einigen<br />
Sessions seine eigene Patina entwickelt, die jede Anti-<br />
Haftbeschichtung in den Schatten stellt.<br />
Flachgrills aus Ton wurden in Mexiko und Mittelamerika<br />
nachweislich schon von den Azteken zum Braten<br />
von Maisteig genutzt, mit der Ankunft der Spanier<br />
wurden diese Grillplatten zunehmend aus Metall hergestellt.<br />
Unter der Bezeichnung „Plancha“ startete damit die<br />
internationale Karriere der heißen Eisenplatte unter den verschiedensten<br />
Bezeichnungen und Erscheinungsformen. „Flattop-Grill“<br />
oder „Slate“ nennt der Amerikaner sie umfassend,<br />
Teppan heißen sie in Japan und auch der beliebte Feuertisch<br />
ist ein Abkömmling der Plancha.<br />
Wichtig ist jedenfalls auch immer die Wärmespeicherfähigkeit<br />
des Metalls, damit dessen Hitze auch erhalten<br />
bleibt, wenn einige Steaks aus dem Kühlschrank gleichzeitig<br />
auf die Plancha sollen. Hier ist schiere Masse gefragt,<br />
die durch Materialstärke bzw. das Gewicht der<br />
Plancha gegeben ist.<br />
Gemeinsam ist den Planchas dieser Welt, dass sie dem Gargut<br />
besonders viel Fläche für Röststoffe bieten, den Spachteln<br />
viel Raum zum Wenden, Mischen und Schneiden. Das überschüssige<br />
Fett wird durch ein leichtes Gefälle abgeleitet und<br />
verschwindet ebenso wie die Bratrückstände dezent durch ein<br />
Loch in die Auffangschale. Ist die Platte aber zu trocken, wird<br />
einfach etwas Öl nachgegossen. Da immer nur ein dünner<br />
Fettfilm darauf entstehen kann, werden die Speisen auch nie<br />
unangenehm fettig.<br />
Ganz im Gegensatz zu herkömmlichen Grillrosten ermöglicht<br />
die Plancha auch das Übergießen von Fleisch und Gemüse<br />
mit Flüssigkeiten wie Marinaden, Wein oder auch hochprozentigem<br />
Alkohol. Denn auf der Plancha wird indirekt gegrillt<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 53
mission plancha<br />
Dicke Platten mit bis zu zwei Zentimetern Aufbauhöhe brauchen<br />
zwar deutlich länger, um auf die richtige Betriebstemperatur<br />
zu kommen als emailliertes Blech, halten die erreichte<br />
Hitze jedoch konstant und unerschütterlich. Außerdem wird<br />
die Hitze so besser und gleichmäßiger über die ganze Fläche<br />
verteilt.<br />
Ist das nicht der Fall, kann das auch der beste Brenner darunter<br />
nicht ausgleichen, und statt einer Knusperkruste erhält<br />
man auf dem Fleisch lediglich Schmorspuren.<br />
Temperaturzonen. Manche mögens also heiß – die meisten<br />
Lebensmittel aber gelingen auf der Plancha ohnehin besser<br />
bei gemäßigter Hitze. Schon für ein Steak sind 250-280°<br />
meist die beste Wahl und bei Fisch geht man es besser noch<br />
sachter an. Hat man ein Gerät mit zwei oder mehr Brennern,<br />
kann man dies auch zum Einrichten unterschiedlicher Temperaturzonen<br />
nutzen, die in vielen Fällen von Vorteil sind.<br />
Fettikette. Immer ist beim Plancha-<strong>Grillen</strong> auch das richtige<br />
Öl ein Thema. Es sollte in jedem Fall hitzebeständig sein und<br />
eher geschmacksneutral. Nie jedoch kaltgepresst, denn diese<br />
Öle sind für den Salat gedacht und nicht für die Plancha, denn<br />
die mehrfach ungesättigten Fettsäuren senken den sogenannten<br />
Rauchpunkt dramatisch. Mit gutem Raps-, Maiskeim- oder<br />
Sonnenblumenöl kann man wenig falsch machen, viele mögen<br />
das Aroma von Olivenöl, das meist erstaunlich hitzefest ist.<br />
Oft reicht es aber auch, wenn man die Steaks erst nur auf der<br />
Fettseite anbrät, bevor man sie auf der Plancha grillt.<br />
Reinigung. Am schnellsten und einfachsten geht die Reinigung<br />
der Plancha, wenn eben erst gegrillt wurde und sie noch<br />
möglichst heiß ist. Dann reicht es, ein Glas Wasser darauf zu<br />
gießen, worauf sich die Rückstände unter heftiger Dampfentwicklung<br />
lösen und recht einfach mit der Spachtel in den Gully<br />
befördert werden können.<br />
Profis machen das recht gerne mit einer Handvoll Eiswürfel,<br />
die durch das Temperaturgefälle offensichtlich besonders effektiv<br />
als Schmutzlöser sind. Dem Schmutz hingegen nur mit<br />
Bürste und Spachtel zu Leibe zu rücken, ist speziell bei Eisen-<br />
Planchas nicht zu empfehlen, da damit die wertvolle Patina<br />
zerstört wird. Hin und wieder sollte man die gereinigte Platte<br />
auch mit etwas hitzebeständigem Öl beträufeln und einreiben.<br />
Das verhindert die Korrosion.<br />
Heavy Metals<br />
Die Wärmeleitfähigkeit von Metallen wird<br />
in der Maßeinheit ƛ (Lambda) angegeben<br />
und ist ausgesprochen unterschiedlich. Während Aluminium als ausgesprochen<br />
guter Wärmeleiter Werte zwischen 200 und 230 ƛ erreicht<br />
und Kupfer sogar 370 bis 380, sind es bei Edelstahl nur 20 bis 21. Chrom<br />
wiederum liegt mit 86 ƛ wieder deutlich besser.<br />
Während Aluminium heute aus gesundheitlichen Gründen kaum mehr<br />
für Töpfe und Roste Verwendung findet und mit einem Schmelzpunkt<br />
von 660°C auch nicht wirklich feuerfest ist, kann man das teure Schwermetall<br />
Kupfer zumindest im Kern von hochwertigem Kochgeschirr finden.<br />
An der Luft jedoch oxidiert es gerne zu giftigem Grünspan und ist<br />
daher keine besonders gute Idee für eine Grilloberfläche im Freien. Als<br />
Trägermaterial für eine Rost-Verchromung wird es jedoch sehr oft eingesetzt<br />
und bringt auch gute Werte.<br />
54 <strong>GRILLZEIT</strong>
Unsere Sorgfalt. Unser Siegel.<br />
mission plancha<br />
Mehr Tierwohl.<br />
Mehr Qualität.<br />
Das AMA-Gütesiegel mit mehr Tierwohl, die zertifiziert gentechnikfreie<br />
Fütterung sowie die Rasse „Duroc“ sorgen für einzigartige Fleischqualität beim<br />
„Natürlich Niederösterreich Duroc Strohschwein“.<br />
Strohschwein<br />
AMA-Gütesiegel Schweinefleisch<br />
der Extraklasse, das ist „Natürlich<br />
Niederösterreich Duroc Strohschwein“.<br />
Durch das erhöhte Platzangebot, der<br />
mit Stroh eingestreuten Liegefläche<br />
und den zur Verfügung gestellten<br />
Rauhfutterraufen wird den natürlichen<br />
Verhaltensweisen der Tiere wie dem<br />
Wühlen bestmöglich Rechnung getragen.<br />
Das und noch viel mehr sorgt<br />
für ausgezeichnete Fleischqualität.<br />
Denn mehr Marmorierung<br />
bringt mehr Geschmack<br />
und mehr Genuss.<br />
www.duroc-strohschwein.at/ama-guetesiegel<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 55
mission plancha<br />
Weber Slate Premium Plancha<br />
HEISSE EISEN<br />
Plancha ist Megatrend. Immer mehr Feuerköche entdecken die Vorzüge der heißen Platte als Ergänzung<br />
ihres Grills. Bereits im Vorjahr brachte Branchenprimus Weber deshalb extra große und<br />
optimierte Grillplatten für seine Gasgrills auf den Markt, heuer folgt sogar eine 3er Range an<br />
eigenständigen Planchas.<br />
Weber Slate Premium Plancha nennt sich<br />
diese neue Produktlinie und umfasst drei<br />
Größen: den kompakten, ultraportablen<br />
Tischgrill GP 43, den mittelgroßen GP 56<br />
und die Flaggschiffe GPD 76 und GPSB 76. Letzterer unterscheidet<br />
sich vom Standard 76er durch den Seitenbrenner<br />
und einen praktischen Seitentisch. Ein praktisches Untergestell<br />
haben beide großen Planchas zu bieten und mit<br />
Listenpreisen zwischen 399 und 1.099 Euro sind sämtliche<br />
Geräte der sehr hochwertig anmutenden Range (mit vollen<br />
5 Jahren Garantie) ausgesprochen leistbar. Die zwei Kompaktvarianten<br />
mit 43 und 56 Zentimetern Grillfläche haben<br />
außerdem verstellbare Standbeine und eignen sich damit<br />
sowohl für ein Picknick wie auch als Tischgerät.<br />
56 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Die Zahlen hinter dem GP (für Grillplancha oder Grand Prix)<br />
stehen übrigens für die Breite der Plancha, und uns hat es hier<br />
für den Praxistest der Größte angetan, dessen Arbeitsfläche<br />
76 x 44,5 Zentimeter misst. Denn Platz auf einer Grillplatte<br />
hat man ja nie genug, da hier ja auch mit Spachteln, Bratenwendern<br />
und Gloches gewerkt werden muss und darf.<br />
Zudem hat der GP 76 im Gegensatz zu seinen kleineren Brüdern<br />
auch einen Thermometer mit an Bord, der allerdings<br />
nicht wie vom Gasgrill gewohnt über die Temperatur im<br />
Garraum informiert, sondern über jene der Platte selbst. Denn<br />
der Deckel bleibt beim <strong>Grillen</strong> immer offen! Andernfalls kann<br />
es durch Überhitzung zu Schäden am Gerät kommen. Dafür,<br />
dass der Deckel sich ganz leicht anheben lässt und beim Öffnen<br />
teilweise hinter dem Gerät verschwindet, sorgt übrigens<br />
ein ausgeklügeltes Scharnier aus Edelstahl.<br />
Die Grillplatte aus porzellanemailliertem Gusseisen wird von<br />
drei starken Brennern (10,6 kW) aufgeheizt, die wie bei den<br />
anderen Gasgrills der Marke parallel zueinander liegen – und<br />
nicht kreis- oder spiralförmig, wie man das von anderen Planchas<br />
kennt. Was den Effekt hat, dass die Oberflächenhitze<br />
anfangs über den Brennern deutlich stärker als dazwischen ist,<br />
wie wir mit unserer Infrarotpistole nachgemessen haben. Ein<br />
Effekt, der sich zwar während des <strong>Grillen</strong>s deutlich abflacht,<br />
weil das dicke Eisen die Hitze verteilt, aber von geschickten<br />
Grillmeistern dennoch genutzt werden kann, um die Karamellisierung<br />
des Grillgutes ganz bewusst zu steuern.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 57
mission plancha<br />
Wir erreichten an den Hotspots über den Brennern<br />
bei Vollgas mitunter sogar über 300 Grad,<br />
eine durchgehend gleichmäßige Hitze von über<br />
260°C auf der gesamten Grillfläche ist also<br />
unschwer zu erzielen. Und durch die drei Knebel<br />
bzw. Brenner lassen sich auf der Platte sehr<br />
einfach unterschiedliche Temperaturzonen einrichten,<br />
die auch komplexe Garvorgänge ermöglichen.<br />
Die emaillierte Grillfläche ist korrosionsbeständig,<br />
entwickelt aber schon nach einigen Einsätzen<br />
eine willkommene Patina, wie wir auch bei unserem<br />
noch sehr jungen Testgerät erfreut feststellen<br />
konnten.<br />
Das große Fettablaufsystem fängt abfließende<br />
Flüssigkeiten effektiv auf, die Schale kann sehr<br />
einfach an der Front des Gerätes entnommen<br />
werden. Und sehr gut gefallen hat uns auch das<br />
brandneue „Weber Works System“, das in den<br />
rechten Seitentisch des GPSB 76 gehängt werden<br />
kann. Zum Beispiel ein Schneidbrett oder<br />
eine Wanne mit Tragegriff und Flaschenhaltern,<br />
um sämtliche Gewürze, Öle und Saucen „mise<br />
en place“ aus der Küche in die Freiluftküche zu<br />
transferieren. Dem Vernehmen nach wird es dieses<br />
patente „Weber Works“-Zubehör in Zukunft<br />
auch für andere Geräteserien geben.<br />
Unbedingt empfehlenswert ist als Accessoire<br />
auch die praktische Gloche von Weber, deren<br />
eckige Form sich besonders gut eignet, um<br />
darunter möglichst viele Burger mit Käse zu<br />
überschmelzen. Oder aber Lachsfilets sanft mit<br />
etwas Wein zu garen, Muscheln in ihrem eigenen<br />
Dampf etc.<br />
Das haben wir gemeinsam mit Patrick Bayer von<br />
der Weber Grill Academy auf der Weber Slate<br />
ausprobiert, dazu noch gebratene Nudeln mit<br />
Gemüse, Sojasprossen und Filetspitzen. Für derlei<br />
eignet sich diese Plancha ja ideal, weil hier die<br />
unterschiedlichen Garzeiten der Zutaten durch<br />
verschiedene Temperaturzonen ausgeglichen<br />
werden und am Schluss doch alles wunderbar<br />
miteinander gespachtelt werden kann. Eine weitere<br />
Talentprobe lieferte die Platte auch noch mit<br />
Patricks beliebten Mais-Fritters, die als schneller<br />
Snack oder Beilage enorm gut ankommen.<br />
58 <strong>GRILLZEIT</strong>
Patricks Mais-Fritters<br />
MADE FOR<br />
MMMMMM<br />
MMMMMM<br />
MMMMMH<br />
ISS LECKERER<br />
Zutaten<br />
3 Stangen Jungzwiebeln<br />
2 Knoblauchzehen<br />
100 g Mozzarella<br />
2 Eier<br />
80 g Milch<br />
150 g Mehl<br />
1 TL Backpulver<br />
300 g Zuckermais aus<br />
der Dose, abgetropft<br />
Salz, Pfeffer<br />
Kräuter nach Belieben<br />
Zubereitung. Die Jungzwiebeln in dünne Ringe schneiden,<br />
den Knoblauch fein hacken. Den Mozzarella abtropfen<br />
lassen und in kleine Würfel schneiden. Dann alle Zutaten<br />
miteinander verrühren und etwas quellen lassen, mit Salz<br />
und Pfeffer abschmecken. Die Konsistenz der Pfannkuchenmasse<br />
sollte am Ende nicht zu flüssig sein.<br />
Die Plancha nun mit etwas Öl begießen und auf halbe<br />
Hitze vorheizen. Mit einem großen Löffel oder Eisausstecher<br />
von der Masse kleine Häufchen ausstechen und mit<br />
regelmäßigem Abstand auf die heiße Platte setzen. Laufen<br />
diese nicht von selbst etwas auseinander, kann man mit<br />
einer Spachtel etwas nachhelfen. Nach zwei Minuten sollte<br />
die untere Seite der Fritters bereits gebräunt sein und sie<br />
können gewendet werden. Weitere 2-3 Minuten auf der<br />
zweiten Seite braten und dann sofort heiß servieren.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 59<br />
www.kuehne.de
mission plancha<br />
Pit Boss Ultimate Lift-off Plancha<br />
FLACH UND<br />
VOM FACH<br />
Der US-Hersteller Pit Boss bietet seine „Ultimate Planchas“ in verschiedenen Größen mit zwei bis<br />
fünf Brennern an. Wir hatten in Adi Bittermanns Grillschule im niederösterreichischen Göttlesbrunn<br />
die Variante mit vier Brennern und fahrbarem Untergestell im Praxistest, die mit 64 kg<br />
Lebendgewicht und einer Grillfläche von ca. 91 x 47 Zentimetern schon ein sehr erwachsenes<br />
Plancha-Erlebnis bietet, das Pit Boss mit dem Slogan „Bigger, hotter, heavier!“ bewirbt.<br />
Korpus und Deckel des Gerätes sind aus rostfreiem Stahl, die vier<br />
Millimeter starke Gusseisenplatte ist keramikbeschichtet, die<br />
vier Edelstahl-Gasbrenner darunter bringen zusammen 13,5 kW<br />
Leistung. Genug, um die Platte bei Vollgas nach zehn Minuten<br />
auf gut 300°C Oberflächentemperatur zu bringen, wie wir uns selbst vergewissern<br />
konnten.<br />
Weitere praktische Features des Gerätes sind zwei abklappbare Seitenablagen<br />
mit angebauten Werkzeughaken, eine nach vorne entnehmbare<br />
Fettauffangschale, eine Papierrollen-Halterung und ein Müllbeutelhalter.<br />
Für Adi Bittermann ist diese Plancha<br />
inzwischen schon ein hochgeschätztes<br />
Zweitgerät, das er auch<br />
sehr gerne parallel zu einem seiner<br />
zahlreichen Grills mit klassischem<br />
Rost im Einsatz hat. Denn alles an<br />
Lebensmitteln, was kleingeschnitten,<br />
flüssig oder temperatursensibel<br />
ist, lässt sich optimal auf den<br />
4.174 Quadratzentimetern der<br />
heißen Platte zubereiten, die mit<br />
vier Reglern sehr präzise zu temperieren<br />
ist. Und die großflächigen<br />
Röststoffe, die auf der Plancha<br />
entstehen, sind ebenfalls sehr willkommen.<br />
Um diese Vorzüge des Pit Boss<br />
Ultimate zu demonstrieren, hat uns<br />
Adi ein Gericht darauf zubereitet,<br />
dessen Komponenten recht unterschiedliche<br />
Ansprüche an Temperatur<br />
und Gargrad stellen.<br />
60 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Forellenfilets auf Naan-Brot mit Gemüse<br />
Zutaten für<br />
4 Vorspeise-Portionen<br />
Naan-Brot:<br />
1 Teelöffel Trockenhefe<br />
1 Teelöffel Zucker<br />
100 ml Milch, lauwarm<br />
250 g Weizenmehl<br />
100 g Naturjoghurt<br />
1 TL Salz<br />
½ TL Backpulver<br />
Gemüse:<br />
1 Handvoll Erbsenschoten<br />
1 gelber Paprika<br />
1 roter Paprika<br />
4 Radieschen<br />
1 Stange Porree<br />
Fisch:<br />
4 Forellenfilets<br />
Salz, Pfeffer<br />
Zubereitung. Für die Naan-Brote Hefe und Zucker in die lauwarme Milch<br />
rühren und auflösen lassen. Das Mehl in eine Schüssel geben, in die Mitte eine<br />
Mulde drücken und die Hefemilch hineingießen. Mit etwas Mehl vom Rand vermischen<br />
und ein paar Minuten ruhen lassen. Dann das Joghurt, Salz und Backpulver<br />
mit in die Schüssel geben und den Teig fünf Minuten mit dem Knethaken<br />
durcharbeiten. Nun die Schüssel mit einem Küchentuch abdecken und den Teig<br />
etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Den aufgegangenen Teig<br />
in sechs gleich große Stücke teilen und zu Kugeln formen. Jede Kugel mit den<br />
Händen ähnlich wie eine Pizza zu einem kleinen Fladen ziehen.<br />
Die Plancha heiß werden lassen, etwas Öl auftragen und die Naan-Fladen darauflegen.<br />
Wenn der Teig Blasen wirft und bräunt, sofort wenden und von der<br />
anderen Seite backen. Vorsicht, die Brote werden schnell dunkel! Zum Servieren<br />
etwas flüssiges Ghee (Butterschmalz) darübergießen.<br />
Das Gemüse wird mit etwas Rapsöl und einer kräftigen Prise Salz auf einem anderen<br />
Bereich der Plancha durchgeröstet. Will man es eher knackig, dann schnell<br />
bei hoher Temperatur. Soll das Gemüse weicher werden, lässt man es bei mittlerer<br />
Temperatur länger garziehen.<br />
Die Forellenfilets werden sauber entschuppt und etwaige Gräten mit der Fischpinzette<br />
entfernt. Dann auf der Hautseite mit Öl und Salz kräftig anbraten, bis<br />
sie bräunen, und dann wenden. Nach einer Minute auf der Fleischseite ist der<br />
Garpunkt richtig und die Filets werden mit dem Gemüse auf den Naan-Broten<br />
angerichtet.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 61
mission plancha<br />
Beste<br />
Freunde<br />
Foodpairing auf der Plancha<br />
Die Plancha ist grilltechnisch ein Ort der Begegnung<br />
unterschiedlichster Aggregatszustände, Aromen, Texturen<br />
und Konsistenzen. Auf der heißen Eisenplatte koexistieren fast<br />
alle Lebensmittel völlig konfliktfrei beim gemeinsamen Erwerb<br />
der Röststoffe. Entweder säuberlich nach Produktgruppen<br />
getrennt oder kontaktfreudig auf der Suche nach dem<br />
passenden Partner.<br />
„Foodpairing“ nennt sich Letzteres auf Neudeutsch und beschreibt<br />
sowohl gelernte und traditionelle sensorische Partnerschaften auf dem<br />
Teller als auch scheinbar völlig absurde neue Liaisonen, die gerne in<br />
Haubenküchen und von Kochbuchautoren ersonnen werden. Sie leben<br />
entweder von überraschenden Gemeinsamkeiten konträrer Produkte<br />
oder aber von spannenden Kontrasten. Schokolade trifft Hering, die<br />
Avocado mag Kaffee und die Melone Blutwurst. Manchmal geht es<br />
dabei ganz offensichtlich primär um ein Maximum an Originalität, aber<br />
tatsächlich sind bei den neuen Geschmackswelten immer wieder echte<br />
Volltreffer dabei. Wozu auch die eben genannten zählen.<br />
Treffpunkt Plancha. Auf der Plancha herrscht aber ohnehin das<br />
verbindende Element der schmackhaften Karamellisierung von Fleisch,<br />
Fisch, Gemüse und Früchten sowie die gemeinsame Intensivierung der<br />
Aromen durch die schnelle Verdampfung von Säften und Flüssigkeiten.<br />
Es ist tatsächlich so etwas wie ein „Plancha-Umami“, was dort entsteht<br />
und der Kombination unterschiedlicher Zutaten ausgesprochen förderlich<br />
ist.<br />
Die Herausforderungen bei der kollektiven Zubereitung unterschiedlichster<br />
Produkte auf der Grillplatte sind aber das richtige Timing, die<br />
Wahl der optimalen Temperaturen sowie das punktgenaue Treffen des<br />
perfekten Gargrades. Was wiederum voraussetzt, warenkundlich über<br />
seine Zutaten Bescheid zu wissen und diese entsprechend vorzubereiten.<br />
Das „Mise en Place“ ist also bei den Foodpairing-Rezepten, die wir<br />
Ihnen auf den folgenden Seiten vorschlagen, auch ein wichtiges Thema.<br />
62 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Dekonstruierter<br />
Kalbsnierenbraten<br />
Unser dekonstruierter Kalbsnierenbraten mit grünem Spargel<br />
ist natürlich eine Bank in Sachen Foodpairing. Die Niere<br />
passt hervorragend zum Kotelett, zum grünen Spargel und<br />
zum Salbei. Und statt einem klassischen Erbsenreis braten wir auf<br />
der Plancha besser ein paar kleine heurige Erdäpfel mit.<br />
Diese sind auch die einzige Zutat, die wir empfehlen im Kochtopf<br />
vorzugaren, das Fett der in Scheiben geschnittenen Kalbsniere<br />
lassen wir auf der Platte etwas aus, bevor auch die Koteletts und<br />
der Spargel dort bei mittlerer Hitze geröstet werden. Gewürzt wird<br />
lediglich mit einer Prise Salz und frischen Salbeiblättern.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 63
mission plancha<br />
Zutaten:<br />
1/2 kg Schweinsfledermaus<br />
2 EL getrockneter Oregano<br />
5 Zweige frischer Oregano<br />
5 rote Schalotten<br />
4 Knoblauchzehen<br />
Bratpfefferoni<br />
1 Salatherz<br />
Tomaten<br />
2 EL Joghurt 10%<br />
2 TL Pul Biber Aci<br />
1 Fladenbrot<br />
64 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Fledermaus-Gyros<br />
Gegenüber dem Drehspieß, von dem man den<br />
Begriff Gyros ja namentlich kennt (griechisch<br />
für Drehung), bietet die Plancha deutlich mehr<br />
und schneller Chancen auf jede Menge Röststoffe.<br />
Denn hier wird das Fleisch schon vor dem <strong>Grillen</strong> in<br />
kleine Stücke geschnitten und zusammen mit einer<br />
ordentlichen Portion getrocknetem Oregano auf der<br />
Plancha bei relativ hoher Temperatur und unter oftmaligem<br />
Wenden knusprig gebraten, während die<br />
Schalotten lediglich halbiert und etwas karamellisiert<br />
werden. Die Pfefferoni werden einfach mitgebraten.<br />
Die griechische Version des Döner Kebabs ist natürlich<br />
aus Schweinefleisch, und wir empfehlen hier ganz<br />
besonders die Fledermaus, deren saftig-aromatisches<br />
Fleisch für dieses Gericht hervorragend geeignet ist.<br />
Unser Plan B (bei Beschaffungsproblemen) wäre der<br />
Schopfbraten.<br />
Das vorgebackene Fladenbrot wird am Ende auf der<br />
Plancha mitgeröstet und dann mit einem Bett aus<br />
Salatblättern und Tomatenscheiben belegt, auf die das<br />
Gyros platziert wird. Das Topping besteht schließlich<br />
aus gesalzenem Joghurt und einer ordentlichen Prise<br />
Pul Biber Aci (ein türkisches Chili-Paprika-Gewürz).<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 65
mission plancha<br />
Zarenlachs-Tataki<br />
mit Maki und Pak Choi<br />
Der sogenannte „Tsar-Loin“ – also das Zarenfilet<br />
– ist der edelste Teil des Lachsfilets. Es wird aus<br />
dem fleischigen Mittelteil geschnitten und dort<br />
wiederum nur aus der hohen Partie zwischen Rückenflosse<br />
und Seitenlinie. Die Haut wird abgezogen, die<br />
verbliebenen Gräten sollten penibel mit der Fischpinzette<br />
entfernt werden.<br />
Für das Tataki wird das Filet lediglich mit Salz gewürzt<br />
und mit der Fettseite nach unten auf die mittelheiße,<br />
geölte Plancha gesetzt. Bereits nach einer Minute ist<br />
das Fischfleisch so, wie es sein soll – also oben roh und<br />
kalt, unten angebräunt und warm. Wer will, kann es<br />
natürlich auch wenden und rundum anbraten.<br />
Bilden sich beim <strong>Grillen</strong> Flocken auf dem Filet, wurde<br />
es zu stark oder zu lange erhitzt. Ab 70°C sondern die<br />
Muskelfasern nämlich das Protein Albumin ab.<br />
Vorab wird natürlich der Sushi-Reis gekocht, mit Salz,<br />
Zucker und dem Sushi-Essig gewürzt und anschließend<br />
zum Erkalten in den Kühlschrank gestellt. Die Rüben<br />
werden in Stifte geschnitten und kurz in Salzwasser<br />
knackig gekocht, die Gurke samt Schale gestiftelt.<br />
Mit den Nori-Blättern, dem Reis und dem Gemüse<br />
eine Maki-Rolle formen und in ca. drei Zentimeter<br />
dicke Scheiben schneiden. Diese werden mit dem<br />
Lachs zusammen nur kurz auf die heiße, geölte Plancha<br />
gesetzt.<br />
Der Pak Choi wird lediglich halbiert und zusammen<br />
mit ein paar Zitronenscheiben angeröstet.<br />
66 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Zutaten für 2 Portionen:<br />
1 Zarenfilet vom Lachs, ca. 250 g<br />
1 Pak Choi<br />
1 Gelbe Rübe<br />
1 Karotte<br />
1/2 Gurke<br />
1 Zitrone<br />
1 kleine Tasse Sushi-Reis<br />
3 EL Sushi-Essig<br />
Nori-Algenblätter<br />
Rapsöl<br />
Salz, Zucker<br />
gerösteter Sesam<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 67
mission plancha<br />
Zutaten für 3 Portionen:<br />
3 Junglamm-Filets<br />
1 Artischocke<br />
3-4 Topinamburknollen<br />
1 Knoblauchknolle<br />
3 Rosmarinzweige<br />
3 Pflaumentomaten<br />
Olivenöl<br />
Salz, Pfeffer<br />
68 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Junglammfilets<br />
mit Artischocke und Topinambur<br />
Mit rund 80 Gramm Gewicht pro Stück sind<br />
unsere Junglammfilets eine kleine, aber<br />
sehr feine Vorspeisen-Portion und werden<br />
natürlich im Ganzen gegrillt.<br />
Gestartet wird jedoch mit der geviertelten Artischocke<br />
und den halbierten Topinamburknollen, die bei<br />
mäßiger Hitze auf der Plancha mit Olivenöl und Salz<br />
langsam gegrillt werden. Eine Gloche über dem Gemüse<br />
beschleunigt dabei den Garprozess. Erst wenn<br />
Artischocke und Topinambur beginnen allmählich weicher<br />
zu werden, landen die halbierte Knoblauchknolle<br />
und der Rosmarin auf der geölten Plancha, danach die<br />
kleinen Lammfilets, die rundum angebraten und mit<br />
Salz sowie grob gemahlenem Pfeffer gewürzt werden.<br />
Zuletzt kommen noch kurz die halbierten Pflaumentomaten<br />
dazu – dann kann auch schon serviert werden.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 69
mission plancha<br />
Mehr Meer<br />
Diese Frutti die Mare auf der Plancha sind wie<br />
Urlaub und in der Zubereitung schneller als Fast<br />
Food. Am meisten Arbeit machen dabei noch<br />
die feinen Zucchini-Streifen, die am besten mit einem<br />
Julienne-Schneider oder Zestenreißer aus der Schale<br />
dieses Gemüses gehobelt und anschließend mit einer<br />
Prise Salz vermischt und beiseitegestellt werden.<br />
Die Austern werden geöffnet, dann geben wir einen<br />
Spritzer Zitrone auf das Muschelfleisch. So werden die<br />
Austern auf die heiße Plancha gesetzt, es kommt ein<br />
Schuss Weißwein für den Dampf dazu, und das Ganze<br />
wird mit einer Gloche bedeckt, um so schonend zu<br />
garen.<br />
Nun werden die Kalmare mit etwas Zitronensaft und<br />
Salz gewürzt, bevor sie auf die gut geölte Plancha gelangen,<br />
wo die Kräuter und ein paar Zitronenscheiben<br />
ihre Aromen hinterlassen. Auf beiden Seiten grillen.<br />
Die entdarmten Riesengarnelen werden ebenfalls<br />
unter mehrmaligem Wenden gegart, aber nur so lange,<br />
bis sie beginnen sich zu krümmen. Dann sollte der<br />
Garpunkt perfekt sein und das Fleisch noch relativ glasig.<br />
Zuletzt werden die Zucchini-Streifen kurz durchgeröstet<br />
und zusammen mit den Meeresfrüchten auf<br />
„Fregola Sarda“, Bulgur oder Reis serviert.<br />
70 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
Zutaten für 2 Portionen:<br />
2 große Kalmare<br />
2 Austern<br />
2-3 Riesengarnelen<br />
1 Zitrone<br />
Rosmarin<br />
Thymian<br />
Weißwein<br />
1 Zucchini<br />
Salz, Pfeffer<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 71
mission plancha<br />
Beef Tatar<br />
im Brioche<br />
Natürlich geht das auch mit einem weniger edlen<br />
Teilstück und natürlich wird das Fleisch auch<br />
meist nur zweifach faschiert. Ein waschechtes<br />
Beef Tatar ist jedoch nur jenes vom Rindsfilet, das<br />
entweder mit dem Messer geschabt oder fein gehackt<br />
wird. Wobei wir wegen Aroma, Biss und Mundgefühl<br />
die zweite Möglichkeit bevorzugen. Dass hier vor allem<br />
Filetkopf und Filetspitzen Verwendung finden, liegt auf<br />
der Hand.<br />
Ist das Fleisch gehackt, werden Kapern, Essiggurke und<br />
die Jungzwiebel fein gehackt und zusammen mit dem<br />
Senf, dem Ketchup, einem Spritzer Worcestershire-<br />
Sauce und dem Eigelb vermischt sowie mit Salz und<br />
Pfeffer abgeschmeckt. Nun Tomatenscheiben und<br />
Zwiebelringe auf der Plancha mit etwas Rapsöl anrösten<br />
sowie zwei kleine Spiegeleier braten.<br />
Beim Butterbrioche schwören wir auf den handgeflochtenen<br />
Typus im Ziegelformat, der sonst gerne<br />
mit Marmelade oder auch Gänseleberpastete verspeist<br />
wird. Wir schneiden diesen Brioche in ordentlich dicke<br />
Scheiben – schon deswegen kommt die vorgeschnittene<br />
Ware nicht in Frage. Diese Brioche-Scheiben werden<br />
bei mittlerer Hitze mit reichlich Butter auf beiden<br />
Seiten goldgelb getoastet.<br />
Auf den Brioche-Toast schlichten wir in Reihenfolge<br />
ein, zwei Salatblätter, dann die gegrillten Tomatenscheiben<br />
und obenauf noch das Spiegelei.
mission plancha<br />
Zutaten für 2 Toasts:<br />
150 g Rindsfilet<br />
2 EL Kapern<br />
1 Gewürzgurke<br />
1 Jungzwiebel<br />
1 TL Senf<br />
1 TL Ketchup<br />
Worcestershire-Sauce<br />
1 Eigelb<br />
1 Fleischtomate<br />
1 rote Zwiebel<br />
2 Eier<br />
1 Salatherz<br />
Salz, Pfeffer<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 73
mission plancha<br />
Gemüse<br />
auf der<br />
Plancha<br />
Dass sich Obst und Gemüse aller Art auf der<br />
Plancha besonders wohlfühlen, ist kein Geheimnis.<br />
Klein Geschnittenes, Kräuter, Erbsen, Nüsse<br />
und Konsorten sowieso – denn auf dem Rost<br />
droht ja der Absturz und die Grilltasse ist keine<br />
echte Alternative, wenn es um Röststoffe geht.<br />
Aber auch Pataten, Knollen, Rüben und Tomaten sind<br />
hier gut aufgehoben, Blattgemüse sowieso. Früchte<br />
und Fruchtgemüse haben auf der Plancha den<br />
vollen Kontakt zur Hitze, um zu karamellisieren, die<br />
Säfte gehen nicht verloren. Ganz im Gegenteil können hier<br />
noch Flüssigkeiten, Öle und Zucker hinzugefügt werden.<br />
Doch so unterschiedlich die einzelnen Gemüse- und Obstsorten<br />
sind, so verschieden sind auch die optimalen Grillbedingungen<br />
und Grilltechniken. Denn an Obstsorten gibt es<br />
jede Menge, an Gemüse noch viel mehr. Küchentechnisch<br />
werden diese grob wie folgt unterteilt: Wurzelgemüse, Knollen,<br />
Zwiebel, Sprossgemüse, Blattgemüse, Blütengemüse,<br />
Fruchtgemüse, Samengemüse. Sowie die Pilze, die streng<br />
betrachtet eigentlich gar nicht zum Gemüse zählen. Die<br />
noch viel feinädrigere botanische Nomenklatur ersparen wir<br />
uns an dieser Stelle, denn sie hat in der Küche nur wenig<br />
Relevanz.<br />
Wurzelgemüse und Knollen, wie Karotten, Pastinaken,<br />
Rote Rüben und Sellerie, zeichnen sich durch eine besonders<br />
lange Lagerfähigkeit aus, brauchen aber auf der Grillplatte<br />
oft Zeit und höhere Temperaturen, um weich zu werden. Das<br />
lässt sich umgehen, indem man sie vor dem <strong>Grillen</strong> blanchiert<br />
bzw. vorgart. Beispielsweise sous vide, um ihr Aroma<br />
bestmöglich zu erhalten. Auf der Plancha werden dann lediglich<br />
noch die Röststoffe addiert.<br />
Eine andere Möglichkeit ist aber auch das Garen von grob<br />
geschnittenen Knollen und Wurzelwerk unter der Gloche mit<br />
etwas Flüssigkeit. So können beispielsweise Süßkartoffeln<br />
oder Pastinaken während des Bratens gleichzeitig gedämpft<br />
werden. Botanisch gesehen zählen übrigens auch alle Rettichsorten<br />
sowie der Kren zum Kohlgemüse.<br />
74 <strong>GRILLZEIT</strong>
mission plancha<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 75
mission plancha<br />
Als Fruchtgemüse bezeichnet man gemeinhin Paradeiser,<br />
Melanzani, Zucchini und Paprikaschoten, aber auch Kürbisse,<br />
Gurken und Melonen. Allen gemeinsam ist die Affinität zur<br />
Grillplatte – besonders bei Zucchini und Melanzani (Auberginen)<br />
gibt es keine bessere Zubereitung, als in Scheiben<br />
geschnitten mit wenig Fett auf der Plancha zu schmoren. Bei<br />
festfleischigen Kürbissen sollte man eher dünne Scheiben<br />
bzw. kleinere Stücke schneiden, um die Garzeit zu verkürzen.<br />
Zum Zwiebelgemüse zählen neben diversen Zwiebelsorten<br />
und Schalotten auch Lauch, Schnittlauch, Knoblauch<br />
und der wilde Bärlauch. Es ist fast müßig zu erwähnen, dass<br />
sämtliche Zwiebelgewächse beim Rösten mit etwas Fett ihre<br />
Schärfe großteils verlieren und eine würzige Süße entwickeln.<br />
Das sogenannte Sprossgemüse, manchmal auch Stängelgemüse<br />
genannt, umfasst jene Kulturen, die als Stangen<br />
aus dem Boden wachsen, wie Spargel, aber auch Fenchel,<br />
Mangold und Rhabarber. Und sogar der Kohlrabi, den wir<br />
eigentlich eher als Knolle wahrgenommen hätten. Alle diese<br />
Gemüse profitieren sehr von einer Zubereitung auf der Plancha,<br />
am besten mit etwas Öl und einer Prise Salz, die das<br />
Aroma des Gemüses noch vertiefen.<br />
Das ähnlich klingende Sprossengemüse hingegen meint<br />
neben den bekannten gekeimten Hülsenfrüchten, wie Sojaund<br />
Mungosprossen, auch das sogenannte „Microgreen“, das<br />
in den letzten Jahren als „Superfood“ sehr in Mode gekommen<br />
ist. Neben den gesundheitsförderlichen Eigenschaften<br />
bieten diese frisch gekeimten Jungpflanzen auch sehr viel<br />
frisches Aroma und eine großartige Optik.<br />
Der Begriff Blattgemüse bezeichnet eher weichblättrige<br />
Sorten wie Salate, Spinat, Chicorée und Radicchio, Rucola<br />
(vulgo Raute), Endivien und Pak Choi, aber auch feste Kohl-<br />
& Krautköpfe wie Spitzkohl, Wirsing, Chinakohl, Rot- und<br />
Weißkraut sowie Kohlsprossen.<br />
Mit Ausnahme der Kohlsprossen wird Kohlgemüse so gut<br />
wie immer mehr oder weniger fein geschnitten, bevor es auf<br />
die Plancha kommt. Und es ist ganz erstaunlich, wie positiv<br />
sich auf der Platte gerösteter Kohl von den totgekochten Varianten<br />
unterscheidet, mit denen man uns in den Kantinen<br />
den Appetit darauf verdorben hat. Die dabei unverzichtbaren<br />
Röststoffe holen das Beste aus dem Kohl und sorgen für<br />
einen wunderbar nussigen Geschmack. Salate und Spinat<br />
hingegen wollen nur ganz kurz Kontakt zur heißen Platte,<br />
ähnlich wie beim Blanchieren.<br />
Samengemüse werden Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen<br />
und Linsen sowie Kichererbsen und Mais genannt. Während<br />
Fisolen vor dem <strong>Grillen</strong> etwas blanchiert werden, kommen<br />
Erbsen bzw. Zuckerschoten frisch und mit etwas Flüssigkeit<br />
(z.B. Gemüsefond) auf die Platte. Maiskolben werden in Salzwasser<br />
vorgekocht.<br />
Pilze. Neben dem Volkssport Schwammerlsuchen gibt es<br />
inzwischen viele Möglichkeiten, den Speiseplan mit den unterschiedlichsten<br />
Pilzsorten zu bereichern. Allesamt sind ideal<br />
für die Zubereitung auf der Plancha geeignet, weil dort trotz<br />
der Feuchtigkeit der Pilze schnell Röststoffe entstehen.<br />
Neben den Klassikern Steinpilz und Eierschwammerl sind bei<br />
den Wildpilzen besonders Rotkappen und Austernpilze als<br />
hervorragende Plancha-Kandidaten zu erwähnen. Zu unseren<br />
Favoriten bei den Zuchtpilzen zählen die fleischigen Kräuterseitlinge<br />
und die würzigen Shitake.<br />
Beim Obst zählen wir nur jene Sorten auf, die besonders<br />
oft und gerne auf unserer Grillplatte zu finden sind. Zitrusfrüchte<br />
beispielsweise, die fast immer als Aromenspender<br />
mitgebraten werden.<br />
Äpfel, Birnen und Quitten sind hervorragend zum Braten<br />
auf der Plancha geeignet und vertragen auch kräftige Hitze,<br />
während Pfirsiche, Nektarinen und Marillen sowie Zwetschken<br />
nur kurz karamellisieren sollten, um nicht zu weich zu<br />
werden. Inzwischen schon als heimisch zu bezeichnen sind<br />
unsere Feigen, die halbiert gegrillt ebenso zu Desserts passen<br />
wie zu Käse und Wild. Ähnliches gilt für Zuckermelonen<br />
und Wassermelonen, die auch bereits in unseren Breiten<br />
gedeihen. Von den Exoten sind Mango, Papaya und Ananas<br />
unverzichtbar. Und schließlich sind auch heiße Himbeeren,<br />
Kornelkirschen und Ribisel bei vielen Plancha-Gerichten der<br />
Tupfen auf dem i.<br />
Blütengemüse. Brokkoli, Karfiol und Romanesco sind<br />
typische Vertreter dieser Spezies und werden meist in Salzwasser<br />
vorgekocht, bevor sie auf der Plancha Röststoffe<br />
erwerben. Das macht Sinn, weil das feste Gewebe sonst oft<br />
noch hart ist, während die zarten Blütenknospen verkokeln.<br />
Bei Artischocken hingegen reicht es, die Herzen bzw. Böden<br />
aus den Distelköpfen des Gemüses zu schneiden und zu zerteilen.<br />
Mit Salz und Öl auf der Plancha gebraten, ist das eine<br />
Delikatesse.<br />
76 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
von der Kalbin<br />
14 TAGE REIFEGARANTIE<br />
AMA-Gütesiegel Rindfleisch von der Kalbin, das ist<br />
„Rindfleisch à la carte“. Die 14-tägige Reifegarantie<br />
sowie die gentechnikfreie Fütterung sorgen für<br />
ausgezeichnete Qualität und gutes Gelingen bei der<br />
Zubereitung ihrer Lieblingsrezepte. In der Küche<br />
gleichermaßen wie am Grill.<br />
www.rindfleisch-alacarte.at<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 77
esser grillen<br />
Rundum<br />
glücklich<br />
Außen knusprig, innen saftig, überall aromatisch. Und<br />
das funktioniert noch dazu fast von ganz alleine. Der<br />
Spießbraten zählt daher nicht ohne Grund zu den Lieblingsdisziplinen<br />
des kundigen Grillverantwortlichen.<br />
Der eherne Grillspieß gehörte zu den allerersten<br />
Küchenwerkzeugen der beginnenden Eisenzeit,<br />
die bereits vor über 3.000 Jahren hergestellt wurden.<br />
Denn dieses Material ermöglichte durch seinen<br />
hohen Schmelzpunkt, erstmals weitgehend feuerfeste<br />
Grill- und Koch-Gerätschaft aus Metall herzustellen. Was<br />
für Kupfer und Bronze nur sehr bedingt gegolten hatte. Und<br />
die praktische Kurbel am Spieß war dann nur eine logische<br />
Weiterentwicklung, um den Garprozess über offenem Feuer<br />
besser und komfortabler zu gestalten. Explizit zum ersten<br />
Mal schriftlich erwähnt wird der Drehspieß namentlich<br />
als „tournebroche“ Mitte des 14. Jahrhunderts in der Biografie<br />
eines französischen Kochs. Um<br />
1480 konstruiert Leonardo da Vinci ein<br />
aufwendiges Gerät, mit dem ein ganzer<br />
fürstlicher Hof gleichzeitig mit Spießbraten<br />
versorgt werden konnte. Mit einem<br />
großen, aufziehbaren Turmuhrwerk als<br />
Motor und einem Revolver-System für<br />
vier Spieße, die sich wiederum auch<br />
selbst um die eigene Achse drehten. Noch heute ist derlei<br />
in Oberitalien im Kompaktformat zu bestaunen.<br />
Bis heute ist die Rotisserie eine Art des <strong>Grillen</strong>s, bei der<br />
Fleischstücke oder oft sogar ganze Tiere auf einem langen<br />
Spieß über oder neben dem Feuer „rotieren“. Angetrieben<br />
entweder von schierer Muskelkraft oder zeitgemäß<br />
von einem Elektromotor. Die Vorteile dieser Methode sind<br />
aber immer noch die gleichen wie zu Leonardos Zeiten: Das<br />
Fleisch wird besonders gleichmäßig gegart und gebräunt,<br />
weil die Hitze über alle Stellen des Bratens streicht. Unerwünschte<br />
Verkohlungen sind hier leichter zu vermeiden<br />
als ohne Rotation. Und das Fett<br />
des Fleisches tropft nicht einfach ab,<br />
sondern überzieht die Oberfläche des<br />
ganzen Fleischstücks durch die ständige<br />
Drehung mit immer dichteren, eigenen<br />
Aromen. Weswegen sich manche Spießgesellen<br />
am Grill sogar weitgehend auf<br />
Salz als Gewürz beschränken, um den Eigengeschmack<br />
des Fleisches wortwörtlich<br />
auskosten zu können.<br />
Tatsächlich ist es meistens Fleisch,<br />
das am Drehspieß landet – sei es Rind, Schwein, Lamm<br />
und Geflügel oder auch Fisch und Meeresfrüchte. Denn<br />
diese Lebensmittel profitieren besonders von dieser<br />
schonenden Form des <strong>Grillen</strong>s und der vollflächigen Karamellisierung<br />
der Oberfläche. Gut zu sehen bei zwei<br />
Klassikern der österreichischen Spießgerichte – dem<br />
Grillhendl und der Grillstelze, zu denen wir uns ein paar<br />
Tipps von den Weltmeistern dieses Faches geholt haben.<br />
78 <strong>GRILLZEIT</strong>
esser grillen<br />
Equipment. Bei der Wahl des Grillspießes ist es von<br />
Vorteil, gleich mehr als zwei Forken (Fleischgabeln) zu erwerben.<br />
So kann man beispielsweise mit einer weiteren<br />
Mittelforke (oder zwei weiteren einzelnen) auch zwei Hühner<br />
fest fixieren. Mit im Lieferumfang ist meist ein Kontergewicht,<br />
um die Unwucht auszugleichen, die entsteht, wenn<br />
ein Braten nicht ganz zentral aufgespießt werden kann. Das<br />
ist umso wichtiger, je größer und schwerer dieser Braten<br />
ist, und kann einen schwächlichen Motor vor dem Erschöpfungstod<br />
bewahren. Die Drehzahl des Spieß-Motors sollte<br />
übrigens mindestens bei zwei Umdrehungen pro Minute liegen,<br />
manche Hersteller bieten sogar unterschiedliche Geschwindigkeiten<br />
an. Höhere Umdrehungszahlen haben den<br />
Vorteil, dass weniger Saft abtropft, da dieser quasi um den<br />
Braten gewickelt wird. Andererseits bevorzugen Spezialisten<br />
bei Rinderbraten eher Langsamläufer, da der Garpunkt bei<br />
diesem Fleisch oft eher niedrig liegen soll und daher eine<br />
raschere Bräunung gefragt ist.<br />
Der kundige Rotisseur braucht unbedingt auch sehr gute,<br />
lange Grillhandschuhe, um den heißen Spieß jederzeit unfallfrei<br />
vom Grill nehmen zu können. Und unter dem Spieß<br />
wird man auf dem Rost oder den Brennern (wenn mit dem<br />
Rost der Platz nicht reicht) tunlichst eine längliche Auffangwanne<br />
platzieren, um das Geräteinnere vor den abtropfenden<br />
Säften zu bewahren. Und ein möglichst schnell<br />
reagierender Stichthermometer informiert uns zuverlässig<br />
über die Kerntemperatur unseres Bratens. Denn eine Sonde<br />
mit Drahtverbindung kommt hier ja nicht in Frage.<br />
Gas, Kohle oder Infrarot? Kohle hat den ursprünglichen<br />
Flair der Feuerküche, doch ist die Temperatur schwieriger<br />
über längere Zeiträume konstant zu halten. Und man<br />
grillt hier in der Regel direkt – also über der Glut –, was<br />
ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordert. Auf jeden Fall<br />
empfiehlt es sich, den Bereich unter dem Braten z.B. mit<br />
einer Wasserschale thermisch etwas zu entkoppeln. Wird<br />
es trotzdem zu heiß im Grill (gegrillt wird am Spieß natürlich<br />
bei geschlossenem Deckel), entnimmt man einfach so<br />
lange glühende Kohlestücke, bis es wieder passt. Mit einer<br />
Temperatur von 180-200°C auf dem Deckelthermometer<br />
ist man meist recht gut beraten.<br />
Der Gasgrill dagegen ist zwar relativ unromantisch, hat aber<br />
den klaren Vorteil, dass man die Hitze genauestens regulieren<br />
und halten kann. Besitzt man ein größeres Gerät mit<br />
drei, vier oder fünf Brennern, kann man jene in der Mitte<br />
nach dem Aufheizen ab- oder kleindrehen, um eine indirekte<br />
Zone für den Spießbraten zu schaffen. Der wird so<br />
nämlich am gleichmäßigsten und effektivsten von der Konvektionshitze<br />
unter der Haube des Grills gebräunt.<br />
Grillt man mit einem sogenannten Heckbrenner (Backburner),<br />
schaltet man immer nur diesen ein, die übrigen bleiben<br />
unbedingt aus. Das gilt sowohl für Gasheckbrenner wie<br />
auch für die schon recht rar gewordenen Infrarotbrenner.<br />
Man kann den Backburner aber auch dazu nutzen, um dem<br />
Braten nach dem <strong>Grillen</strong> über den Standard-Brennern noch<br />
eine perfekte Kruste zu verpassen. Und neuerdings gibt es<br />
für diesen Zweck auch Gasgrills mit integrierter Infrarot-<br />
Oberhitze im Steakhouse-Stil.<br />
In jedem Fall aber sollten die Brenner nicht zu heiß eingestellt<br />
werden. Für ein saftiges Grillhendl sollte man lieber<br />
bei ein paar Grad weniger und dafür ein paar Minuten länger<br />
einplanen. Denn zu viel Hitze sorgt nicht nur für verbrannte<br />
Oberflächen, sondern auch für trockenes Fleisch.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 79
esser grillen<br />
Adi Matzeks<br />
Grillhendl-Duett<br />
Für seine Grillhendl verwendet Adi gerne<br />
den Napoleon Prestige mit seinem langen<br />
Heckbrenner und dem dazugehörigen<br />
Grillspieß, der bereits mit vier Forken<br />
ausgeliefert wird. Er schätzt dieses Gerät<br />
für das Spießgrillen deswegen besonders,<br />
weil es ihm 25-30% mehr Platz bietet als<br />
die indirekte Zone normaler Brenner. Und<br />
auch deshalb, weil mit dem Heckbrenner<br />
ohne Risiko höhere Gartemperaturen möglich<br />
sind. Nicht ganz unwichtig bei einem<br />
Grillfest-Catering, wo viele Gäste ungeduldig<br />
auf ihre Grillhendl warten.<br />
Die Ablage muss beim Backburner-Betrieb auch<br />
bei Gasgrills übrigens immer raus. Sonst kann sie<br />
sich durch die starke Strahlungshitze verbiegen<br />
und blau verfärben (bläuen). Denn angeheizt<br />
wird der Grill für den Drehspieß bei Vollgas, wenn der Deckelthermometer<br />
250°C erreicht, wird die Hitze auf rund<br />
200°C reduziert. Das Oberflächenblech des Heckbrenners<br />
erreichte währenddessen sogar eine Temperatur von<br />
350°C.<br />
Die beiden prächtigen Maishendl der 1,3-kg-Klasse würzte<br />
Adi sehr unterschiedlich, um zu demonstrieren, welchen<br />
Einfluss das auf das Grillresultat hat. Beide Hendl wurden<br />
gewaschen und gründlich getrocknet, denn feuchte Haut<br />
wird ungern knusprig. Das eine Hendl bekam dann lediglich<br />
einen gestrichenen Teelöffel Salz in die Bauchhöhle<br />
als Würze. Dieses Salz vermischt sich dort während des<br />
<strong>Grillen</strong>s mit den austretenden Säften, gelangt dann auf die<br />
Haut und verteilt sich dort durch die permanente Rotation.<br />
Das andere Huhn wurde hingegen mit Adis eigener beliebten<br />
Gewürzmischung „Geflügel“ eingerieben, die er<br />
auch über seinen Onlineshop auf grillschule.at verkauft.<br />
80 <strong>GRILLZEIT</strong>
esser grillen<br />
Aufgefädelt wurden die Hendl mit jeweils zwei<br />
Forken gesichert auf den Drehspieß des Napoleon,<br />
wobei das richtige Setzen der Gabeln zugleich auch<br />
ein Bridieren der Hendl ersetzt. Denn wenn man<br />
dem ein wenig Augenmerk und Zeit widmet, werden<br />
Flügel und Keulen kompakt am Körper gehalten<br />
und stehen beim Rotieren im Grill nicht ab. Unter<br />
die Hendl platzierte Adi jeweils eine Grillschale, um<br />
das abtropfende Fett aufzufangen – damit war die<br />
Vorbereitungsarbeit auch schon getan.<br />
SLOW GRILLING<br />
Dem Knistern der Holzkohle lauschen und einfach entspannt grillen.<br />
Unsere neue Serie verbindet die uralte Faszination des Feuers mit den<br />
zeitlosen Designs und innovativen Funktionen in unseren neuen Modellen.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 81
esser grillen<br />
Adi telegen<br />
Mit der gewählten Temperatur am Deckelthermometer,<br />
die knapp über 200°C lag, waren die<br />
Hendl nach rund 90 Minuten knusprig gebraten<br />
und der Stichthermometer zeigte sogar<br />
85°C Kerntemperatur an der dicksten Stelle<br />
der Brust.<br />
Das Fleisch war aber dennoch bei beiden Varianten<br />
ausgesprochen saftig und delikat – jedoch<br />
geschmacklich unterschiedlicher, als man<br />
vielleicht denken würde. Während das nur mit<br />
Salz gewürzte Hendl sehr intensiv nach sich<br />
selbst schmeckte, war jenes mit Adis Mischung<br />
auf der Haut auch im Fleisch deutlich würziger.<br />
Fast wie zwei völlig unterschiedliche Gerichte.<br />
Aber beide sehr gelungen.<br />
Mehr Grill-Knowhow und sehr nachvollziehbare<br />
Schritt-für-Schritt-Anleitungen von Grillweltmeister<br />
Adi Matzek gibt es auf der Website „grillvideo.at“ der<br />
Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf.<br />
82 <strong>GRILLZEIT</strong>
esser grillen<br />
Patricks<br />
knusprige<br />
Grillstelze<br />
Wer Patrick Bayers Grillstelzen<br />
kennt, weiß, wo die<br />
Schwarten krachen. Knusprig,<br />
saftig und würzig stellen sie selbst<br />
die legendären Schweinshaxen aus dem<br />
Schweizerhaus im Wiener Prater in den Schatten.<br />
Der junge Grillweltmeister, der die Grillakademie<br />
des Weber Stores in Wien Süd unter seinen<br />
Fittichen hat, fabrizierte diese Grillstelzen für<br />
uns am Drehspieß des Gasgrills seines Vertrauen –<br />
einem Weber Genesis mit vier Brennern.<br />
Das Rohmaterial ist 1a – nämlich fleischige, hintere<br />
Stelzen vom niederösterreichischen Duroc-<br />
Schwein, nicht zu fett und nicht zu mager. Deren<br />
Schwarte wird geschröpft, sprich rundum eingeschnitten<br />
und mit viel Salz eingerieben. Zwischen die<br />
Muskelpartien der Stelzen stopft Patrick mit den Fingern<br />
von der Schnittfläche her eine Gewürzmischung aus Salz,<br />
Pfeffer, Beifuß und gepresstem Knoblauch. So mariniert<br />
verbringen die Schweinshaxen anschließend 24 Stunden im<br />
Kühlschrank.<br />
Beim Auffädeln und Fixieren der Stelzen auf den Spieß ist<br />
anderntags lediglich darauf zu achten, dass sich keine allzu<br />
großen Unwuchten ergeben – falls doch, werden sie mit<br />
einem Kompensationsgewicht ausgeglichen. Gegrillt wird<br />
schließlich indirekt bei 180-200°C, wobei die mittleren<br />
beiden der vier Brenner des Gerätes maximal mit kleiner<br />
Flamme brennen, meist reicht es sogar, nur die äußeren<br />
aufzudrehen. Nach etwa zwei Stunden sollten die Stelzen<br />
gar sein und jetzt wird der Grill noch für zehn weitere Minuten<br />
auf 240-260°C hochgefahren, was die Schwarten so<br />
richtig zum Ploppen bringt.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 83
essen & trinken<br />
Flank Steak<br />
aus der Alm Brine<br />
Wenn eine Flasche mit Almdudler-<br />
Limonade einmal nicht mehr ganz<br />
so prickelnd schmeckt, weil sie unverschlossen<br />
in der prallen Sonne<br />
ihre Kohlensäure ausgehaucht hat,<br />
ist das noch lange kein Grund,<br />
den Inhalt zu entsorgen. Denn<br />
das Getränk ist jetzt immer noch<br />
eine ausgezeichnete Basis für eine<br />
fruchtig-salzige Kräuter-Brine, in<br />
der man Geflügel-, Schweine- oder<br />
Rindfleisch vor dem <strong>Grillen</strong> das gewisse<br />
Extra geben kann. Wir haben<br />
das mit einem Flank Steak von der<br />
„kleinen Bavette“ vorexerziert.<br />
Für die Brine wird 1/4 Liter Almdudler-Limonade<br />
mit folgenden Zutaten verrührt, bis sich das Salz<br />
völlig aufgelöst hat.<br />
6 g Salz<br />
1 Zweig Rosmarin, gerebelt und fein gehackt<br />
1 Knoblauchzehe, zerdrückt<br />
1 TL frischer Ingwer, gerieben<br />
Diese Brine füllt man zusammen mit dem Fleisch in<br />
einen großen Gefrierbeutel und drückt die Luft heraus,<br />
bevor man ihn verschließt – so verteilt sich die Flüssigkeit<br />
gut um das Steak. Nun lässt man es im Kühlschrank über<br />
Nacht ziehen. Je dicker der Cut, desto länger sollte auch die<br />
Dauer des Kräuterbades sein. Bei einem relativ flachen Flank<br />
Steak (wie in unserem Fall) reichen aber auch schon ein paar<br />
Stunden, um merkbare Effekte zu erzielen.<br />
Das sind zum einen eine verbesserte Saftigkeit (durch das<br />
Salz-Brining), eine sehr angenehme Würze und eine stärkere<br />
Karamellisierung der Fleischoberfläche am Grill durch den<br />
Zuckergehalt der Limonade. An Würze muss nach dem <strong>Grillen</strong><br />
also nur mehr etwas grob gemahlener Pfeffer auf das knusprig<br />
gebratene Flank Steak, bevor es quer zur Faser in dünne Tranchen<br />
geschnitten wird.<br />
84 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Erfrischt beim <strong>Grillen</strong>.<br />
Schmeichelt der Hüfte.<br />
Neu!<br />
Jetzt auch<br />
Zuckerfrei!<br />
Zuckerfrei.<br />
Jetzt neu: in der 0,35 L Mehrweg Glasflasche.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 85
essen & trinken<br />
Taste<br />
the Grill!<br />
Die weltweit populärsten Rindersteaks sind bekanntermaßen<br />
jene vom Rostbraten, international gerne „Rib Eye“ genannt.<br />
Und die beste Zubereitungsstätte für ein saftiges, zwei Daumen<br />
dickes Steak aus diesem famosen Teilstück ist ganz ohne<br />
Zweifel der Grill. Aber welcher?<br />
Die Diskussion von Kennern und<br />
Könnern auf dem Steak-Sektor<br />
gleicht einem religiösen<br />
Diskurs. Jede Fraktion wähnt<br />
sich im Besitz der vollen Wahrheit –<br />
gerne auch, ohne Erfahrungen mit anderen<br />
Konfessionen bzw. Grillgeräten zu<br />
haben. Und schon gar nicht den direkten<br />
Vergleich, der zugegebenermaßen einen<br />
gewissen Aufwand verursacht.<br />
Um die ultimativ beste Grilltechnologie<br />
zur Zubereitung unserer Steaks herauszufinden,<br />
haben wir daher gemeinsam<br />
mit einer illustren Expertenrunde diesmal<br />
nicht verschiedene Steaks, sondern<br />
ausschließlich unterschiedliche Grillertypen<br />
gegeneinander antreten lassen.<br />
Allesamt aus dem Portfolio des umfangreichen<br />
Weber-Programmes, denn<br />
86 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
der Tatort unseres Geräte-Tastings war die Grillacademy<br />
des Weber Original Stores in Wien Süd, wo wir nicht nur ein<br />
besonders breites Spektrum an Modellen und ideale Event-<br />
Räumlichkeiten vorfanden, sondern mit Grillweltmeister Patrick<br />
Bayer auch einen routinierten Steak-Brutzler, der für uns<br />
alle Kostmuster gleichermaßen auf die genau definierte Kerntemperatur<br />
garte. „Vorwärts“ versteht sich – also erst scharf<br />
angegrillt und dann mit sanfter Hitze bis zum perfekten Garpunkt<br />
finalisiert.<br />
Die ideale Steakmaschine. Moderne Grillgeräte unterscheiden<br />
sich auch technisch betrachtet in vielerlei Belangen<br />
voneinander, die allesamt einen großen Einfluss auf das Grillergebnis<br />
haben können. Die Energiequellen beispielsweise reichen<br />
von der klassischen Holzkohle über Gas und Pellets bis<br />
hin zur Steckdose, an Bauarten kennt man klassische Grills<br />
mit Rost, Planchas, Smoker, Infrarotbrenner etc. und sogar das<br />
Rostmaterial (Edelstahl, Gusseisen) spielt eine bedeutende<br />
Rolle beim sogenannten Branding, das für die Röststoffe verantwortlich<br />
ist. Wie auch der resultierende Hitzetypus – also<br />
Kontakt-, Strahlungs- und Konvektionshitze – eine wesentliche<br />
Bedeutung für die finale Charakteristik der Steaks hat.<br />
Die Zubereitung unserer Steaks für dieses Tasting fand daher<br />
folgerichtig auf sechs recht unterschiedlichen Grillgeräten aus<br />
dem Premiumbereich statt, die auch mit unterschiedlichem<br />
Rostmaterial ausgestattet waren.<br />
Rohstoff-Oberliga. Rohstoffliche Basis der Verkostung<br />
waren drei ganze Rostbraten vom Cult Beef, einer heimischen<br />
Topmarke für hochwertiges Rindfleisch von der Kalbin. Gut<br />
und gleichmäßig marmoriert, ausreichend gereift und von Patrick<br />
kurz vor dem <strong>Grillen</strong> penibel in exakt gleich dicke Tranchen<br />
geschnitten und lediglich gesalzen.<br />
Dieses selektierte Kalbinnen-Fleisch hat nicht nur den Vorzug<br />
eines überdurschschnittlichen IMFs (Intramuskulärer Fettgehalt),<br />
sondern auch zarter, kurzer Fasern mit wenig Kollagen.<br />
Den Namen „Rib Eye“ trägt der Rostbraten übrigens nicht des<br />
markanten Fettauges wegen, mit dem uns seine Steaks oft<br />
zuzwinkern, sondern weil er aus der Mitte des Rippenstranges<br />
geschnitten wird.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 87
essen & trinken<br />
Zubereitung und Bewertung<br />
Die Garstufe der Steaks wurde bei diesem Tasting durch<br />
die Festlegung der Kerntemperatur auf einheitlich<br />
53°C definiert, unterschiedliche Karamellisierungen<br />
(Röststoffe) durch die individuellen technischen Gegebenheiten<br />
waren hingegen beabsichtigter Bestandteil des Tests.<br />
Der in der Textur deutlich festere „Rostbraten-Deckel“ wurde<br />
nach dem Garen von den Steaks abgetrennt und separat zur<br />
Verkostung serviert.<br />
Die Bewertung der einzelnen Proben erfolgte nach Punkten<br />
mit einer Maximalpunktezahl von jeweils 100 Punkten –<br />
analog dem Weinbewertungs-Schema von Parker, das sich<br />
wiederum an den US-amerikanischen Schulnoten orientiert.<br />
Schlechtester Wert ist hier 50, bester 100 Punkte, wobei bereits<br />
85 Punkte eine eindeutige Kaufempfehlung bedeuten,<br />
Werte über 90 sogar als „hervorragend“ einzustufen sind.<br />
Als Bewertungskriterien wurden Geschmack und Biss definiert<br />
sowie der Gesamteindruck, dem in der Auswertung auch das<br />
höchste Gewicht gegeben wurde. Wobei bei diesem Tasting<br />
eigentlich kein Ranking angestrebt wurde, sondern vielmehr<br />
die Charakteristika der jeweiligen Grillmethode im Vordergrund<br />
standen. Die Optik spielte in der Bewertung eine untergeordnete<br />
Rolle, da die Verkostungshappen hier ohnehin keine<br />
Rückschlüsse zuließen.<br />
88 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
Geräte und<br />
Resultate<br />
Aufgrund des erstklassigen Rohmaterials und<br />
der Qualität der Gerätschaft gab es erwartungsgemäß<br />
keine negativen Überraschungen<br />
in der Verkostung – aber sehr wohl deutliche<br />
Unterschiede zwischen den ursprünglich genau<br />
gleichen Rib Eye Steaks.<br />
Die Fraktion der Gasgrills vertrat der vierflammige<br />
Weber Genesis EPX-435, serienmäßig mit<br />
massivem Gusseisenrost ausgestattet. Er lieferte<br />
als erstes Gerät im Test sozusagen die Referenz-<br />
Steaks – und das tat er ganz ausgezeichnet. Der<br />
heiße Rost brachte wie gewohnt ein hervorragendes<br />
Branding, der Geschmack des Fleisches<br />
war für viele Kenner am Ende genau das, was sie<br />
wollen. Denn auch dieser Gasgrill entwickelt durch<br />
das abtropfende Fett auf den heißen Brennerabdeckungen<br />
dezente Raucharomen, ohne dass diese<br />
jedoch im Vordergrund stünden.<br />
Mit dem „Weber SmokeFire“ hatten wir einen<br />
hochwertigen Pellet-Smoker zur Verfügung, der<br />
zwar auch mit einem Gussrost ausgestattet werden<br />
kann, in unserem Fall die Steaks allerdings auf<br />
seinem Edelstahlrost bei hoher Hitze briet. Wie zu<br />
erwarten war, hatten diese Rib Eyes dann ein deutlich<br />
spürbares Raucharoma, das den Anhängern<br />
dieser Aromatik aber gerade recht kam, während<br />
andere es lieber beim <strong>BBQ</strong> sehen. Aber die Rauch-<br />
Liebhaber hatten dieses Gerät als Steakmaschine<br />
ganz oben auf der Liste.<br />
Als Vertreter der Holzkohlegrills wurde ein<br />
„Weber Summit Kamado“ mit Holzkohle befeuert<br />
– der Rost des Gerätes war in diesem Test ebenfalls<br />
aus Edelstahl, kann aber auch mit einem Sear-<br />
Einsatz ausgestattet werden, der dann sicher noch<br />
einmal andere Steak-Erlebnisse bringt. In Sachen<br />
Temperatur kann dieser Gerätetypus noch viel<br />
höher hinaus als alle anderen. Auf jeden Fall war<br />
das Aroma des Holzfeuers gut zu spüren.<br />
Das beliebte Thema der Infrarot-Oberhitze, wie<br />
wir es auch vom „Beefer“ und seinen Epigonen<br />
kennen, deckte die funkelnagelneue Generation<br />
des „Weber Summit“ in diesem Bewerb ab, noch<br />
bevor er wirklich auf den Markt war. Dieses neueste<br />
Flaggschiff der Weber Gasgrills besitzt unter<br />
anderem nämlich auch einen mittig unter dem<br />
Dach des Grills platzierten Infrarotbrenner, der<br />
nicht nur zum Gratinieren, sondern auch zum<br />
Oberhitze-<strong>Grillen</strong> im Steakhouse-Stil gedacht ist.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 89
essen & trinken<br />
Für die boomenden Elektrogrills ging der erst<br />
2023 vorgestellte „Weber Lumin“ an den Start, der<br />
neben einem ausgeklügelten Zubehörprogramm<br />
auch über einen massiven Gussrost verfügt. Dieses<br />
Gerät liefert unter seinem flachen Deckel so viel<br />
Power, dass es dem größeren Technologie-Bruder<br />
„Weber Pulse“ um nichts nachsteht. Beide sind in<br />
Sachen Kraft und Ausdauer bereits auf Augenhöhe<br />
mit einem guten Gasgrill, wenn man darauf achtet,<br />
die Kabellänge zur Steckdose kurz zu halten,<br />
um Widerstandsverluste zu vermeiden. Auch der<br />
Kabeldurchmesser sollte aus diesem Grund nicht<br />
zu gering sein.<br />
Die Steaks vom Lumin waren jedenfalls die größte<br />
Überraschung dieses Tests, denn etliche der 16 Experten<br />
hatten sie tatsächlich mit ihren sauberen,<br />
kräftigen Karamellnoten und dem intensiven, reintönigen<br />
Rindfleischaroma ganz weit vorne.<br />
Als Plancha hatten wir den brandneuen „Weber<br />
Slate GPD 76“ im Bewerb, den größten des neuen<br />
Plancha-Trios der Marke, den wir in diesem Heft<br />
auch genauer in einem Praxistest vorstellen. Auch<br />
mit dieser gasbetriebenen Plancha kommt man<br />
unschwer auf Höchsttemperaturen, wobei das für<br />
ein klassisches Steak gar nicht notwendig ist. Hier<br />
reichten uns rund 280°C für ein flottes Searing.<br />
Auf der mittelheißen Gussplatte entwickelten sich<br />
auf den Steaks auch ohne jegliche Fettzugabe besonders<br />
viele, weil flächendeckende Röststoffe –<br />
aber von eher fruchtiger, milder Charakteristik, die<br />
uns auch ganz besonders gut gefallen hat.<br />
Fazit der<br />
<strong>GRILLZEIT</strong>-Redaktion<br />
In Wahrheit kann man mit diesen<br />
Klassegeräten und dem Topfleisch von<br />
Cult Beef gar nicht viel falsch machen,<br />
wenn man mit einem Temperaturfühler<br />
akkurat auf die Garstufe achtet.<br />
Aber während wir den Pellet-Smoker<br />
für lange <strong>BBQ</strong>-Sitzungen lieben und<br />
der Summit Kamado eine Idealbesetzung<br />
für große Braten ist, waren<br />
unsere heißesten Steak-Tipps letztlich<br />
der Elektrogrill und der Gasgrill. Beide<br />
verfügen über genug Power, um ihren<br />
Gusseisenrost perfekt zu erhitzen, und<br />
lieferten schließlich die Steaks mit<br />
dem unverfälschtesten Rindfleischgeschmack.<br />
Fast gleichauf hatten wir<br />
aber die Plancha, die deutlich sanftere<br />
Karamellnoten produziert. Deswegen<br />
braucht man ja auch fünf verschiedene<br />
Geräte auf der Terrasse. Mindestens.<br />
90 <strong>GRILLZEIT</strong>
essen & trinken<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 91
uchtipps<br />
GRILLEN<br />
LESEN<br />
Und wieder haben wir uns auf dem Buchmarkt<br />
zum Thema <strong>Outdoor</strong>küche umgesehen.<br />
Wir stellen Ihnen die besten Titel vor.<br />
Hitzefrei<br />
Manuel Weyer hat schon<br />
einige sehr gute Bände<br />
zur Weber-Grillbibliothek<br />
beigesteuert, der neueste<br />
befasst sich mit dem<br />
Thema Hitze – ist aber vor<br />
allem wieder ein neues,<br />
gelungenes Grillbuch. Die<br />
Intro führt von Basisinfos<br />
wie „Caveman Style“ auf<br />
der Glut bis zum richtigen<br />
Fischeschuppen. Aber<br />
bereits auf Seite 34 startet der umfangreiche Rezeptteil<br />
mit den Vorspeisen und Salaten, dem folgen<br />
die Kapitel „Lunchtime <strong>BBQ</strong>“, „Meat“, „Chicken“,<br />
„Fish & Seafood“, „Greens“, „3 of a Kind“, „Twisted<br />
Barbecue“, „Food Court“, „Sweets“ und „Baked<br />
Competition“. Immer mit genauen Angaben zu<br />
Zutaten und Zubereitung, übersichtlich in Schritten<br />
strukturiert – sowie mit tollem Foodstyling authentisch<br />
und appetitlich fotografiert. 360 Seiten sind es<br />
insgesamt, der Preis ist mit € 41,- mehr als gerechtfertigt.<br />
Trick 17<br />
Das kleine Büchlein im Hart-Einband mit<br />
rund 130 Seiten hat eigentlich Tricks der<br />
Köche zum thematischen Inhalt angekündigt,<br />
ist aber selbst ein einziger Schmäh, wie<br />
man bei uns im Osten des Landes sagt.<br />
Der/die AutorInnen „Bree Mia“ (ja eigentlich<br />
der Markenname einer Handtasche)<br />
drucken nämlich Binsenweisheiten wie<br />
„Nutzen Sie den Platz<br />
in Ihrer Speisekammer<br />
optimal aus“<br />
in Riesenlettern auf<br />
die kleinformatigen<br />
Seiten, versehen diese<br />
mit 0 (null) Illustrationen<br />
und verkaufen<br />
das Machwerkchen<br />
um satte € 20,30<br />
bei Amazon. Daher<br />
gibt es hier die mit<br />
Abstand schlechteste<br />
Bewertung, die wir je<br />
vergeben haben.<br />
0 Sterne<br />
Balkan Purismus<br />
Von Diana Dontsova, einer Schwedin mit mazedonischen Wurzeln, stammt<br />
dieses rund 175 Seiten starke Hardcover aus dem Christian Verlag, das sich der<br />
ursprünglichen Kulinarik des Balkans auf eine sehr zeitgemäße Weise verschrieben<br />
hat. Die Auswahl der Rezepte und deren kulturelle Hintergründe sind inspirierender<br />
Stoff für den Herd wie für die Grillküche. Gut, authentisch und informativ<br />
fotografiert, übersichtlich aufgebaut und präzise in den Angaben – lediglich bei<br />
Gartemperaturen und Gardauer würden sich Unerfahrene manchmal vielleicht<br />
noch mehr Details wünschen. Aber alles in allem ist diese kurzweilige, kulinarische<br />
Reise auf den Balkan eine klare Empfehlung als Bereicherung der Grillbibliothek.<br />
92 <strong>GRILLZEIT</strong>
uchtipps<br />
Schulkomplex<br />
Dieses Hardcover-Großformat mit fast 400 prall gefüllten Seiten bringt tatsächlich<br />
zwei volle Kilogramm Papier auf die Küchenwaage und ist mit dem<br />
Anspruch, die 100 besten Rezepte der Thai-Küche zu beinhalten, auch ein<br />
Informations-Schwergewicht. Was den Buchpreis von € 65,- durchaus wieder<br />
relativiert.<br />
Tatsächlich führt die Autorin Angkana Sirisaeng, unterstützt von zahlreichen<br />
Fotos des Foodfotografen Alex Neumayer aus dem Gasteinertal, detailreich<br />
durch die Speisekammern und Küchen Siams. Sie liefert dabei nicht nur Warenkunde<br />
und genaue Rezepte, sondern auch viel Lesestoff zu Ursprung und<br />
Hintergründen einer der besten Küchen der Welt.<br />
Begleitung<br />
Der Salat als Beilage<br />
spielt beim <strong>Grillen</strong><br />
wohl die wichtigste<br />
Nebenrolle – und<br />
wird gerne an die<br />
Sous-Chefin des<br />
Gastgebers ausgelagert,<br />
um dann<br />
mitunter dem<br />
Hauptgericht gründlich<br />
die Show zu<br />
stehlen. Auf 150 Seiten<br />
des im Christian<br />
Verlag erschienenen<br />
Hardcovers (€ 25,-)<br />
inszeniert die deutsche<br />
Autorin und Foodfotografin Susann<br />
Kreihe dieses Thema detailliert – alleine dem<br />
Kapitel „Nudelsalat“ sind 20 Seiten gewidmet.<br />
Auch wenn die Auswahl und Rezepturen<br />
mancher Salate und Dressings uns daher an<br />
die typische Kulinarik einschlägiger deutscher<br />
Magazine erinnert, sind doch etliche<br />
Salat-Klassiker sowie spannende Tipps und<br />
Aromenkombinationen dabei, die auch dem<br />
österreichischen Feuerkoch neue Impulse<br />
geben können.<br />
Augenschmaus<br />
Schon im Vorjahr im Südwest-Verlag erschienen<br />
ist das 206-seitige Hardcover „Kings of<br />
Fire“ des Autorenduos Jürgen Kernegger und<br />
Karl-Heinz Drews um rund € 37,-. Zur Intro<br />
gibt es darin Infos und tolle Fotos zu begehrenswertem<br />
Equipment, wie handgeschmiedete<br />
Messer und Pfannen, dann ein Plädoyer<br />
für Wildfleisch (Jürgen ist passionierter Jäger)<br />
und auch zwischen den Rezepten immer<br />
wieder Infos zur besonderen Gerätschaft wie<br />
Tandoori-Öfen und Robata-Grills, die hier<br />
Verwendung finden, sowie Warenkundliches.<br />
Die kunterbunt sortierten und oft sehr originellen<br />
Rezepte selbst wurden also vorzugsweise<br />
mit und für die vorgestellten Geräte<br />
entwickelt, sind für<br />
Geübte aber sicher<br />
auch auf dem eigenen<br />
Grill reproduzierbar.<br />
Ganz ausgezeichnet<br />
fotografiert wurden<br />
sie übrigens von<br />
Thomas Apolt, und<br />
auch bei Papier und<br />
Druck hat man dieser<br />
Bildqualität ganz offensichtlich<br />
Rechnung<br />
getragen.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 93
features<br />
Weber Summit<br />
DIE FLAGGSCHIFFE<br />
Die neueste Generation des imposantesten Gasgrills mit der vielsagenden Typenbezeichnung<br />
„Summit“ (für „Gipfel“) kommt gleich doppelt. Denn Weber bietet seine Spitzenklasse heuer<br />
gleich in zwei Versionen an: analog oder digital.<br />
D<br />
er „Summit“ ist die Krone des<br />
Weber-Sortiments, wie die S-Klasse<br />
bei Mercedes. Hier wird alles realisiert,<br />
was bei einem Gasgrill Stand<br />
der Technik ist, Material und Verarbeitung sind<br />
über alle Zweifel erhaben, unter der mächtigen<br />
Haube findet sogar ein Thanksgiving-Truthahn<br />
Platz. Sowie nun erstmals auch eine 815°C<br />
Infrarot-Sear-Zone, die bullige Oberhitze wie<br />
in einem New Yorker Steakhouse ermöglicht.<br />
Sie erlaubt höchste Temperaturen in Minutenschnelle<br />
und ist ein hochwertiges kulinarisches<br />
Werkzeug zum Karamellisieren, Braten,<br />
Vergolden und Angrillen. Die Temperatur ist<br />
individuell regulierbar, und auch der Rost kann<br />
in der Höhe optimal für verschiedenes Grillgut<br />
eingestellt werden.<br />
94 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
In den Deckel integrierte Nightvision-LED-Leuchten mit<br />
Bewegungserkennung beleuchten die gesamte Grillfläche,<br />
die mit überdimensionalen Flavorizer-Stäben und<br />
einer zuverlässigen elektronischen Zündung ausgestattet<br />
ist. Gewohnt ist man bei Webers Flaggschiff schon den<br />
praktischen Lift, mit dem der Motor für den Drehspieß in<br />
der rechten Arbeitsfläche verschwindet und die Räucherbox<br />
sowie die massiven Grillroste aus Edelstahl.<br />
Der neue Summit ist aber auch mit dem Basis-Rahmen-<br />
Set für das „Crafted“-System von Weber ausgestattet,<br />
für das eine Vielzahl von passendem Grillzubehör erhältlich<br />
ist, das den Grill in eine Plancha, einen Pizzaofen<br />
oder einen Wok verwandelt.<br />
In Sachen Bedienungskonzept lässt man der Kundschaft<br />
jetzt die Wahl. Der „Summit FS38“ ist wie gewohnt per<br />
Knebel zu bedienen, während der „Summit FS38X S“<br />
mit der sogenannten „SmartControl-Technologie“ ausgestattet<br />
ist. Also mit einem großen, farbigen 8-Zoll-<br />
HD-Touchscreen und Touch-Feldern statt der Knebel.<br />
Diese Smart-Technologie arbeitet mit der Weber Connect<br />
App für Smartphones zusammen und sorgt für<br />
eine automatische Steuerung, überwacht den Grill und<br />
ermöglicht eine intelligente, präzise Hitzeregulierung.<br />
Die Hitze jedes einzelnen Brenners ist per Fernbedienung<br />
justierbar.<br />
Die Grundlage dieser SmartControl-Technologie ist ein<br />
integriertes elektronisches Gasventilsystem, das kontinuierlich<br />
das Vorhandensein einer Gasflamme in den<br />
Brennern und im Infrarotbrenner des Grills überprüft. Die<br />
Technologie löst bei Bedarf auch automatisch die Wiederzündung<br />
der Flamme aus.<br />
An Outfit-Farben gibt es für beide Summit-Versionen<br />
das klassische Schwarz oder aber Edelstahl – mit<br />
Aufpreis von ca. € 300,-. Der finanzielle Unterschied<br />
zwischen analog und digital fällt da mit € 1.100,- bis<br />
€ 1.700,- schon deutlicher aus, beinhaltet neben der<br />
geballten Hightech aber auch noch einen weiteren Unterschrank.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 95
features<br />
Stahlheart<br />
HEISSES<br />
EISEN<br />
Prinz Eisenherz würde sich heute vielleicht auch<br />
so nennen. De facto ist das jedoch der Markenname<br />
für sehr spezielle Grills aus massivem,<br />
kohlenstoffhältigem Baustahl, die in Salzburg<br />
ersonnen und in heimischen Schlossereien und metallurgischen<br />
Hexenküchen nach Kundenwunsch gefertigt<br />
und veredelt werden. Das Trio hinter dieser Grill-Maßschneiderei<br />
sind Adalbert und Manuel Stary (Produktion/Vertrieb)<br />
sowie der ideenreiche Dieter Peischl, der<br />
für Entwicklung und Design verantwortlich zeichnet.<br />
Der Stahl selbst, der für diese Grills Verwendung findet,<br />
ist gut wärmeleitend und hochstabil – aber kein Geheimnis.<br />
Anders verhält es sich bei den sehr speziellen<br />
beiden Härteverfahren, die den Teilen vor ihrer Montage<br />
ihre ebenso speziellen Eigenschaften geben. Ein erster<br />
Durchgang im Härteofen ist für die Festigkeit auch<br />
unter hohen Temperaturen verantwortlich, ein zweiter<br />
Durchgang verhindert die spätere Oxidation des Eisens.<br />
Beide haben genau ausgetüftelte Temperaturverläufe<br />
und Rezepturen für das Härtebad.<br />
Chemie kommt allerdings keine zum Einsatz, denn die<br />
Grills von Stahlheart werden lediglich mit Rapsöl oberflächenbehandelt.<br />
Oder aber sie sind in der gewünsch-<br />
ten Farbe pulverlackiert, wenn sie keinen thermischen<br />
Belastungen ausgesetzt sind. Und sie sind zu 100%<br />
Lebensmittel-zertifiziert. Montiert, justiert und geprüft<br />
werden die Einzelteile dann vor der Auslieferung in der<br />
Salzburger Werkstatt respektive beim Kunden. Das gilt<br />
für Einzelanfertigungen ebenso wie für die kleinen, exklusiven<br />
Serien, die gefertigt werden.<br />
Ceramico. Aktuell im Programm hat Stahlheart<br />
beispielsweise einen fahrbaren Untertisch für den beliebten<br />
Kamado „Monolith Classic“, der jedoch auch für<br />
andere Keramikgrills von Big Green Egg, Kamado Joe<br />
und Co. geeignet ist. „Ceramico“ ist die Typenbezeichnung<br />
dieses Tisches mit integrierten Lenkrollen und<br />
Feststellbremsen, der alleine ca. 50 kg auf die Waage<br />
bringt. In die 8 mm massive Stahlplatte, die den Keramikgrill<br />
wie ein Saturnring umfasst, sind Halterungen<br />
für Werkzeug eingefräst sowie Ausnehmungen für<br />
wechselbare Gastronorm-Behälter, ein Schneidbrett aus<br />
Eschenholz etc. Der Kostenpunkt für diesen soliden Unterbau,<br />
der bei einigen Monolith-Händlern oder direkt<br />
bei Stahlheart zu ordern ist, liegt knapp unter € 1.500,-.<br />
Und in Bälde wird auch eine Version für den deutlich<br />
größeren Monolith „Le Chef“ verfügbar sein.<br />
96 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
IL Migliore. Ganz besonders brennt Peischl<br />
für seine Feuerschalen, die er in allen möglichen<br />
Größen und Formen anbietet. Oft auch in Kombination<br />
mit einem Tischgrill und einigen anderen<br />
nützlichen Features.<br />
Die Feuerschale IL Migliore beispielsweise besteht<br />
aus einem Hauptsteher, an dem in beliebiger<br />
Höhe ein Unterzug montiert wird, auf den wieder<br />
die Schale gesetzt wird. In die Mitte der Schale<br />
kommt dann noch ein patenter Scheitelständer,<br />
der für die aufrechte Haltung der Holzscheiter<br />
beim Verbrennen sorgt. So hält das Feuer lange<br />
und es entsteht kaum Rauch.<br />
Diese Feuerschalen sind mit 100 oder 120 cm<br />
Durchmesser verfügbar, die größere kann mit<br />
einer 8 mm dicken Stahlplatte zum Feuertisch<br />
gemacht werden. Und da diese Platte in sechs<br />
Segmenten geteilt montiert wird, verbiegt sie sich<br />
auch bei großer Hitze nicht. Denn je nach Glut<br />
darunter, erreicht die Oberfläche des Feuertisches<br />
Temperaturen von 100 bis 400°C.<br />
Das Exemplar auf unserem Foto, das Leo Gradl<br />
auf dem Gelände seiner Grillschule im Stillen Tal<br />
stehen hat, ist auf einer ergonomisch günstigen<br />
Höhe von ca. 90 cm montiert, kann aber auch<br />
jederzeit verstellt werden. Unter der Feuerschale<br />
wird es übrigens nicht wirklich heiß.<br />
An die Aufhängung, den Kesselarm und den<br />
Feuertisch lässt sich allerlei Zubehör montieren.<br />
Ein Gulaschkessel etwa, ein Flammlachsbrett,<br />
Holzablagen, Aufnehmungen für Gastrobehälter,<br />
ein Wok-Aufsatz, ein Schwenkgrill, ein Asado-<br />
Aufsatz... Während der Basispreis des IL Migliore<br />
€ 2.800,- beträgt, summieren sich die Extras<br />
natürlich wie beim Autokauf. In Vollausstattung<br />
mit diversen Gastro-Extras wie auf unserem Bild<br />
liegt der Tarif für das handwerklich gefertigte,<br />
gute Stück dann schon bei fast € 9.000.- Inklusive<br />
Mehrwertsteuer versteht sich.<br />
Mehr Infos unter www.stahlheart.at<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 97
features<br />
Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen<br />
GELUNGENE<br />
INTEGRATION<br />
Die „<strong>BBQ</strong> Kitchen“ ist ein österreichisches Projekt,<br />
das vor einigen Jahren in den Weber Original Stores<br />
entstand, wo deren Geschäftsführer Matthias Fuchs<br />
und Benedikt Mitterlehner aus der täglichen Kommunikation<br />
mit den Kunden das Anforderungsprofil für<br />
die ideale <strong>Outdoor</strong>küche entwickelten. Passend zu den<br />
hochwertigen Grills der Marke, in kompromissloser<br />
Qualität und zu leistbaren Preisen.<br />
Benedikt Mitterlehner / Logistik und Einkauf<br />
Matthias Fuchs / Expansion und Vertrieb<br />
Z<br />
u fünft startete man die „<strong>BBQ</strong> Kitchen GmbH“ als<br />
Dach für Entwicklung, Produktion und Marketing und<br />
2021 erstmals mit dem Vertrieb. Bereits in den<br />
ersten Jahren gingen die in Deutschland gefertigten<br />
<strong>Outdoor</strong>-Küchen im Weber-Universum weg wie die<br />
sprichwörtlichen warmen Semmeln. Und schon für die nahe<br />
Zukunft prognostiziert Matthias Fuchs dem österreichischen<br />
Startup ein Umsatzvolumen von 20 Millionen Euro nur am<br />
europäischen Markt.<br />
98 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
Nicht ohne Grund, denn per 1.1.<strong>2024</strong> erfolgte die offizielle<br />
Sortiments-Integration bei Weber, wo das österreichische<br />
Unternehmen <strong>BBQ</strong> Kitchen nun Zulieferer mit<br />
Exklusivstatus ist. Denn kein anderer Hersteller von <strong>Outdoor</strong>küchen<br />
ist bei Weber erhältlich, geschweige denn<br />
für die hohen Ansprüche der Marke geeignet. Nur die<br />
<strong>BBQ</strong> Kitchen ist für den Einbau der populären Weber-<br />
Gasgrills Spirit, Summit und Genesis zertifiziert, ein weiteres<br />
Alleinstellungsmerkmal ist die nahtlose technische<br />
Integrationsmöglichkeit der Weber Grills mit passenden<br />
Anbaukits.<br />
Die internationale Nachfrage nach der neuen <strong>Outdoor</strong>küche<br />
ist bereits jetzt enorm, der Rollout in 12 Ländern<br />
in vollem Gange. Das <strong>BBQ</strong> Kitchen Vollsortiment wird<br />
vorrangig in den über 30 Weber Stores in Europa erhältlich<br />
sein, weil hier genügend Fläche und persönliche<br />
Beratung gegeben ist. Überall anders findet man einstweilen<br />
sechs vorkonfigurierte Varianten.<br />
Die Module. Die Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen lässt sich durch<br />
ihr modulares Baukasten-System individuell zusammenstellen<br />
und konfigurieren. Aktuell sind sechs verschiedene<br />
Module in 17 verschiedenen Ausführungen<br />
verfügbar – von Spülen über Kühlschränke und Gaskocher<br />
bis hin zu Stauraum und Arbeitsflächen. Die Küchen<br />
bieten ausreichend Platz für Grillzubehör, Küchenequipment,<br />
Gewürze und einen <strong>Outdoor</strong>kühlschrank. Steckdosen<br />
für Drehspieße oder Küchenmaschinen erleichtern<br />
das Arbeiten im Außenbereich. Außerdem bietet die<br />
<strong>BBQ</strong> Kitchen natürlich die Möglichkeit, um smarte Weber-Gadgets<br />
wie „Weber Connect“ oder „Weber iGrill“<br />
zu integrieren.<br />
Der Online-Konfigurator auf weber.com<br />
machen, setzt Weber sogar auf Augmented Reality.<br />
Sogar mit dem Smartphone ist es möglich, die soeben<br />
konfigurierte Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen als digitale Replik<br />
im eigenen Garten zu betrachten. So wird noch besser<br />
greifbar, wie sich die neue <strong>Outdoor</strong>küche optisch und<br />
platztechnisch im eigenen Garten macht.<br />
Virtuell maßgeschneidert. Eine besonders gute<br />
Gelegenheit, die Weber <strong>BBQ</strong> Kitchen kennenzulernen, ist<br />
der Online-Konfigurator auf www.bbq-kitchen.com. Hier<br />
kann man maßgeschneiderte Zusammenstellungen von<br />
Modulen, Grills, Oberflächen und noch mehr durchprobieren,<br />
um den Entscheidungsprozess zu vereinfachen.<br />
Um die Wirkung der <strong>Outdoor</strong>küche besser greifbar zu<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 99
features<br />
Let‘s talk about Checks. Designed in<br />
Austria, made in Germany – mit den besten<br />
Komponenten aus der EU. Die <strong>BBQ</strong> Kitchen ist<br />
zwar fair im Preis, aber dennoch ist den Qualitätsfanatikern<br />
von <strong>BBQ</strong> Kitchen kein Detail zu<br />
unwichtig, um es nicht zu optimieren und permanent<br />
zu kontrollieren.<br />
Grundmaterial für die Schränke sind beispielsweise<br />
Feinbleche aus „Magnelis“, einem Zink-<br />
Magnesium-veredelten Qualitätsstahl, der<br />
hinsichtlich Korrosion sogar „selbstheilende“<br />
Oberflächen besitzt. Das bedeutet, dass etwaige<br />
Kratzer nicht rosten. Es gibt auch keine<br />
einzige Schweißnaht, aus Korrosionsschutzgründen<br />
wird alles genietet. Bei der Pulverbeschichtung<br />
hat man sich für ein Topprodukt der<br />
österreichischen Marke Tiger entschieden, das<br />
um einiges widerstandsfähiger ist als gängige<br />
Lacke.<br />
Die Beschläge stammen samt und sonders<br />
von Blum aus Vorarlberg, die auch im „Soft<br />
close“-Bereich eine erstklassige Dämpfung garantieren.<br />
Und bei den Arbeitsplatten bietet die<br />
<strong>BBQ</strong> Kitchen mit Dekton aus Spanien das aktuelle<br />
Nonplusultra auf diesem Sektor: extrem<br />
kratzfest, hitze- und witterungsbeständig sowie<br />
farbecht.<br />
100 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
Weber Works<br />
PIMP YOUR<br />
PLANCHA<br />
M<br />
it der größten Version der Plancha<br />
„Slate“ brachte Weber heuer auch<br />
das Works-System auf den Markt, das<br />
genau für den Seitentisch der brandneuen<br />
Grillplatte entwickelt wurde, künftig aber<br />
wohl auch in weiteren neuen Weber-Grills zu finden<br />
sein wird. Mit diesem Zubereitungs-, Grill- und<br />
Aufbewahrungssystem kann man die Funktionalität<br />
und Ergonomie des ohnehin schon sehr praktischen<br />
Flächengrills noch weiter ausbauen.<br />
Unser Lieblings-Gadget ist der Transportbehälter<br />
mit Deckel (€ 49,99). Damit kann man allerlei, das<br />
man gerade zum <strong>Grillen</strong> braucht, einfach von der<br />
Küche zum Gerät transportieren. In den Weber<br />
Works Seitentisch eingesetzt, ist er eine praktische<br />
Zubereitungsstation, in der Saucen, Gewürze und<br />
Grillwerkzeuge immer griffbereit sind. Im Idealfall<br />
hat man vielleicht gleich mehrere davon und kann<br />
sie zum Aufbewahren und Verstauen des Equipments<br />
verwenden.<br />
Der Saucen- und Gewürzhalter (€ 24,99) wird auf<br />
die Schiene des Seitentisches gehängt und hält so<br />
die Arbeitsfläche frei.<br />
In der <strong>Outdoor</strong>-Aufbewahrungsbox (€ 49,99) mit<br />
dicht schließendem Deckel, die genau in die Works-<br />
Aufnahme passt, kann man seine Grillutensilien<br />
auch im Freien aufbewahren. So sind sie beim <strong>Grillen</strong><br />
immer griffbereit.<br />
Das zweiseitige Weber Works Schneidebrett (€<br />
69,99) verwandelt den Seitentisch der Plancha in<br />
eine Zubereitungs- und Servierfläche. Man legt es<br />
einfach in den Weber Works Seitentisch ein, um<br />
direkt am Grill oder der Plancha zu schneiden und zu<br />
tranchieren. Eine Saftrille hält den Bratensaft dabei<br />
von Speisen und Arbeitsplatten fern. Wendet man<br />
das Brett um, können die gegarten Speisen auf der<br />
anderen, sauberen Seite serviert werden.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 101
features<br />
Friedr. Dick<br />
Die<br />
Besser-Messer<br />
D<br />
ie Traditions-Messerschmiede Friedrich Dick<br />
mit Sitz in Süddeutschland steht seit 1778<br />
für Klingen und Raspeln besonderer Qualität.<br />
Was im süddeutschen Esslingen mit einer<br />
kleinen Feilenhauerwerkstatt begann, entwickelte sich<br />
zum Komplettprogramm für Köche und Fleischer, wo<br />
die Marke Friedr. Dick die klare Nr. 1 in Sachen Messer<br />
ist. Neben dem Profi-Segment bringt Friedr. Dick aber<br />
auch immer wieder neue Serien für anspruchsvolle<br />
Hobbyköche und Messersammler auf den Markt. Zwei<br />
davon wollen wir Ihnen hier vorstellen.<br />
DarkNitro. Mit der Serie DarkNitro hat Friedr.<br />
Dick bewusst das pure Industrie-Design in den Vordergrund<br />
gestellt. Eine spezielle Klingenoptik mit<br />
Hammerschlag-Prägung und Kohlenstoff-Optik sowie<br />
einem Griff aus unverwüstlichem Eichenholz. Die anthrazitfarbene<br />
Klinge wird dafür durch ein spezielles<br />
Verfahren eingefärbt. Die schwungvolle und klare Linie<br />
des Griffes verstärkt die elegante Formensprache des<br />
Messers, ist aber auch sehr funktionsorientiert. Denn<br />
das Messer ist der verlängerte Arm des Kochs. Die<br />
Harmonie zwischen Klingenform, Kropf und Griff muss<br />
daher stimmen, dann ist es ideal ausbalanciert und<br />
liegt perfekt in der Hand.<br />
Durch die extrem schlank ausgeschliffene, scharfe<br />
Klinge wird das Schneiden zu einem „schwerelosen“<br />
Vergnügen. Durch die Hammerschlag-Technik entstehen<br />
zudem viele kleine Luftpolster zwischen Klinge und<br />
Schneidgut. So kann sich das Schneidegut leichter vom<br />
Klingenblatt ablösen und das Anhaften wird reduziert.<br />
Bei der Serie DarkNitro verwendet Friedr. Dick übrigens<br />
einen speziellen martensitischen, rostfreien und<br />
stickstofflegierten Stahl. So entsteht eine einzigartige<br />
Kombination aus ausgezeichneter Schneidleistung,<br />
hoher Härte von 61 HRC und besonderer Korrosionsbeständigkeit.<br />
Für ein perfektes Materialgefüge<br />
werden DarkNitro-Messer in einem speziellen Verfahren<br />
geschmiedet und anschließend bei bis zu -100°C<br />
eisgehärtet. Die sehr feine Mikrostruktur des Stahls ermöglicht<br />
danach ein einfaches Nachschärfen mit dem<br />
Ergebnis einer sehr scharfen Schneide.<br />
Der bei DarkNitro von Expertenhand geschliffene Griff<br />
aus robuster Eiche macht jedes Stück zu einem Unikat,<br />
das seinen eigenen Farbcharakter und seine eigene<br />
Holzmaserung hat.<br />
Das Sortiment der geschmiedeten Messerserie DarkNitro<br />
umfasst ein Officemesser mit 12 cm Klingenlänge,<br />
ein klassisches Kochmesser (21 cm), ein Santoku (18<br />
cm), ein Brotmesser mit Wellenschliff (26 cm) sowie<br />
einen ovalen Wetzstahl (30 cm).<br />
102 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
ETM TESTMAGAZIN<br />
GASTROBACK<br />
DESIGN ICE SHAVER<br />
Artikel-Nr.: 42905<br />
SEHR GUT 94,4 %<br />
Einzeltest<br />
Eismaschine<br />
www.etm-testmagazin.de<br />
01/<strong>2024</strong><br />
VIVUM. Die nordisch inspirierte Messerserie<br />
VIVUM von Friedr. Dick steht für ein Maximum<br />
an Natürlichkeit. Das Handwerkliche ist deutlich<br />
im Vordergrund, und durch die Kombination<br />
der ausgefallenen Klingenformen und der<br />
Birkenholz-Griffe entstehen sehr individuelle<br />
Einzelstücke. Als Unikat wird jedes Messer von<br />
Hand vollendet.<br />
Diese außergewöhnlichen Klingenformen ermöglichen<br />
im Einklang mit dem ergonomischen<br />
Birkenholz-Griff aber auch eine besonders lange<br />
Schnittbewegung. Das erleichtert das Schneiden<br />
der Lebensmittel und schafft ein schönes<br />
Schnittbild ohne „Stufen“. Das Highlight der<br />
Serie ist diesbezüglich das speziell für den Einsatz<br />
am Grill entworfene Messer „ASADOR“.<br />
Mit seiner mächtigen Klinge schneidet es auch<br />
große Fleischstücke wie Butter.<br />
Bei der Serie VIVUM verwendet Friedr. Dick<br />
einen speziellen hochlegierten Stahl, der eine<br />
ausgezeichnete Schneidleistung mit hoher<br />
Härte und guter Korrosionsbeständigkeit verbindet.<br />
Beim Härteprozess wird die Klinge unter<br />
Schutzgas bei 1.100°C gehärtet. Um die notwendige<br />
Elastizität und Zähigkeit der Messer zu<br />
gewährleisten und das Materialgefüge zu optimieren,<br />
werden die Klingen anschließend bei bis<br />
zu -100°C eisgehärtet. Dadurch entsteht eine<br />
Rockwell-Härte von 58 HRC. Die Messerklingen<br />
werden so extrem scharf und sind auch sehr gut<br />
nachzuschärfen.<br />
Die VIVUM-Serie umfasst ein Officemesser,<br />
ein Santoku mit Kullenschliff, ein Kochmesser,<br />
ein Allzweckmesser mit Wellenschliff, ein<br />
Brotmesser sowie das genannte <strong>BBQ</strong>-Messer<br />
„ASADOR“. Dessen lange, geschweifte Klinge<br />
ermöglicht einen ziehenden Schnitt, ohne abzusetzen.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 103
features<br />
I’ll be Gastroback<br />
HOT & COLD<br />
Stunden beim Trockenfrüchte-Programm). Über<br />
acht voreingestellte Programme für Pommes frites,<br />
Hähnchenflügel/-schenkel, Fisch, Beefsteak und Kotelett,<br />
Kuchen und Trockenfrüchte kann man das aber<br />
auch getrost dem Gerät überlassen. Listenpreis des Air<br />
Pro XXL: € 119,99<br />
Die 2-in-1 Design Eismaschine Advanced Control<br />
von Gastroback ist Eismaschine und Joghurtbereiter<br />
in einem. Und auch beim Eis kann man sich die<br />
Sorte mit einstellbaren Programmen aussuchen: Sorbet,<br />
Softeis, Eiscreme oder Frozen Yoghurt. Die Konsistenz<br />
ist frei wählbar und wird mit der elektronischen<br />
Konsistenzkontrolle automatisch genau erreicht. Mit<br />
dem zusätzlichen Joghurt-Programm erzeugt man cremiges<br />
Naturjoghurt.<br />
Das Gerät produziert bis zu 1,5 Liter Speiseeis pro<br />
Stunde und das fast aus dem Stand. Denn dank des<br />
effizienten Kühlkompressors erreicht die Temperatur<br />
binnen weniger Minuten den gewünschten Level von<br />
-10°C bis -30°C. Die Rührgeschwindigkeit ist einstellbar<br />
(25 U/Min, 50 U/Min und 70 U/Min): Je mehr Umdrehungen,<br />
desto mehr Luft wird unter die Eismasse<br />
geschlagen – für cremigeres Eis, weniger Eiskristalle<br />
D<br />
ie Design Heißluftfritteuse Air Pro<br />
XXL von Gastroback ist tatsächlich extra<br />
large. Ganze 6,5 Liter Füllvolumen passen<br />
hinein, also etwa ein ganzes Grillhendl und<br />
bis zu 1,5 kg Pommes frites. Garen, Backen, Frittieren,<br />
Auftauen und Dörren sind hier ohne Zugabe von Öl<br />
oder Fett möglich, in der Praxis wird man bei Bratkartoffeln<br />
& Co. etwas Öl (und Salz) hinzufügen, um<br />
Geschmack und Röststoffe zu forcieren. Aber unterm<br />
Strich wird hier natürlich sehr fettreduziert gebraten<br />
und gegessen, ohne dass man geschmacklich Verzicht<br />
üben muss.<br />
Das Gerät mit 1800 Watt Leistung ist relativ leise im<br />
Betrieb, aber hörbar. Über das Touch-Bedienfeld lässt<br />
sich die Temperatur von 40°C bis 200°C in 5-Grad-<br />
Schritten einstellen (40-80°C beim Trockenfrüchte-<br />
Programm), die Garzeit von 1 Min. bis 60 Min. (2-9<br />
104 <strong>GRILLZEIT</strong>
features<br />
und intensiveren Geschmack. Das Rührwerk mit<br />
Gleichstrommotor und Rotationssensoren sorgt<br />
dabei für eine permanent konstante Rührgeschwindigkeit,<br />
auch wenn das Eis naturgemäß immer<br />
fester wird.<br />
Einstellbar ist auch eine Rührfunktion ohne Kühlen<br />
für ein optimales Vermischen von Zutaten sowie<br />
eine Kühlfunktion ohne Rühren für fertige Eismischungen<br />
oder vorerwärmte Zutaten. Die automatische<br />
Nachkühlfunktion kühlt die fertige Eiscreme<br />
für zwei Stunden in der ausgewählten Konsistenz<br />
weiter.<br />
Das Gerät mit einem Gehäuse aus gebürstetem<br />
Edelstahl und stylischer Frontplatte aus Glas mit<br />
XL-Touchscreen ist leicht zu reinigen und mit<br />
≤ 45 dB (A) vergleichsweise leise. Der herausnehmbare<br />
1,5-Liter-Eisbehälter aus Edelstahl ist<br />
spülmaschinengeeignet. Listenpreis knapp € 400,-<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 105
neue produkte<br />
Die besten Tipps und<br />
interessantesten Neuheiten<br />
Merklinger Bobby<br />
KOMPAKTKLASSE<br />
Die kompakte Variante des bayerischen Holzbackofens von Merklinger<br />
trägt den hübschen Namen „Bobby“ und ist mit 72 kg relativ<br />
mobil, also auch für Terrasse und Balkon im mehrgeschoßigen<br />
Wohnbau gedacht. Und mit einem Preis von etwa € 2.000,- nicht<br />
gerade billig, aber bezahlbar. Seine soliden Materialien sind Stahl,<br />
Aluminium, Edelstahl und Naturschamottstein, die Backfläche ist<br />
mit 54 x 42 cm durchaus beachtlich. Wie auch die Leistungsdaten<br />
des kleinen Holzofens, dessen Temperaturmaximum erst bei 450°C<br />
erreicht ist. Ideal also für Pizza und Brote, der Kleine kann aber auch<br />
sachte schmoren.<br />
Infos: www.dermerklinger.de<br />
Weber Lumin mint<br />
GRÜNE ALTERNATIVE<br />
Der im Vorjahr vorgestellte „Weber Lumin“ entwickelte sich mit<br />
seiner 5-in-1-Funktionalität zum Darling der urbanen Griller. Mit<br />
Temperaturen von über 315°C ist er eine echte Steakmaschine,<br />
alternativ aber auch Räuchereinheit, Dim-Sum-Dämpfer oder<br />
Warmhalter. Voll kompatibel mit der smarten Weber Connect-<br />
Technologie versteht sich. Heuer neu ist der Auftritt des Lumin<br />
in „Mint Green“, das ihm wirklich sehr gut steht, und eine Compact-Variante,<br />
die noch Balkon-tauglicher ist als der normale<br />
Lumin. Und außerdem mit € 479,- gleich um € 200,- billiger.<br />
Master Touch 67<br />
MISTER BIG<br />
Der neue Master Touch Holzkohlegrill von Weber mit 67 Zentimetern<br />
Rostdurchmesser hat zwar nur 10 Zentimeter mehr Durchmesser<br />
als der Klassiker mit 57 cm, aber dadurch gleich 40 % mehr<br />
Grillfläche anzubieten. Nimmt man das Mittelteil des XL-Grillrostes<br />
heraus, passt hier außerdem genau das populäre „Weber Crafted“-<br />
Grillzubehör hinein, das vom gusseisernen Sear Grate über Pizzasteine<br />
und Grillplatte bis zu einem Geflügelhalter reicht. Praktisch<br />
am neuen Master Touch ist auch eine untere Lüftungsklappe für<br />
die Räuchereinstellung, die für einen optimalen Luftstrom fürs <strong>BBQ</strong><br />
sorgt. So wird ein gleichmäßiges, langsames <strong>Grillen</strong> bei niedrigen<br />
Temperaturen ermöglicht. Listenpreis: € 519,-<br />
106 <strong>GRILLZEIT</strong>
NEU AM MARKT<br />
neue produkte<br />
WEBER SLATE 76 GPSB<br />
EXTRAAUSSTATTUNG<br />
Die Premiumversion des neuen „Weber Slate 76“ ist erkennbar<br />
am Zusatzkürzel „GPSB“ und nur über die Weber Stores<br />
erhältlich. Um € 1.099,-, also genau einen Hunderter mehr als<br />
der Slate GPD 76, bietet diese Premiumversion der brandneuen<br />
Premium Plancha als sehr nützliche Extras noch einen vollwertigen<br />
Seitenkocher sowie eine aufklappbare Ablagefläche am<br />
rechten Seitentisch – in den übrigens perfekt das neue „Works<br />
System“ von Weber passt, das wir in dieser Ausgabe vorstellen.<br />
Die Features der Platte entsprechen der Basisversion: 3<br />
Edelstahl-Brenner mit 10,6 kW sorgen für gleichmäßige Hitze<br />
auf der gesamten porzellanemaillierten Grillfläche. Und eine<br />
digitale Anzeige informiert über deren aktuelle Temperatur.<br />
Weber Traveller Compact<br />
FOLLOWER<br />
Mit einer Breite von 81 cm und dem Gewicht von nur 17 kg ist dieser neue Compact Gasgrill um<br />
20 % kleiner als der original Weber Traveller Grill und passt damit in jeden Kofferraum. Dank<br />
des robusten, einteiligen Designs mit automatischer Deckelverriegelung lässt er sich schnell<br />
und einfach überallhin mitnehmen, ist mit einer Hand aufzustellen, bietet aber ausreichend<br />
Grillfläche für 12 Burger oder 15 Würstchen – also vier sehr hungrige Personen. Seine<br />
robusten Räder erleichtern das Manövrieren auf jedem Untergrund.<br />
Kärcher AD 4 Premium<br />
ASCHESAUGER<br />
Der Asche- und Trockensauger AD 4 Premium von Kärcher bietet mit seiner<br />
600-Watt-Turbine eine hohe Saugkraft, sein integriertes Reinigungssystem arbeitet<br />
per Knopfdruck. Für die bequeme Entleerung des Schmutzbehälters ohne<br />
Schmutzkontakt sorgen ein einteiliges Filtersystem mit robustem Flachfaltenfilter<br />
und Metall-Grobschmutzfilter sowie ein praktischer Handgriff<br />
am Behälter. Flammenhemmende Materialien bieten maximale<br />
Sicherheit bei der Aufnahme von Asche und dank des abgeschrägten<br />
Handrohres werden Ascherückstände komfortabel restlos<br />
aufgesaugt – auch in Ecken und an schwer erreichbaren Stellen<br />
im Grill. Mit der im Lieferumfang enthaltenen Bodendüse für<br />
die Hartflächenreinigung und den verchromten Saugrohren<br />
ist der AD 4 Premium auch als vollwertiger Trockensauger<br />
einsetzbar. Listenpreis: € 154,99<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 107
neue produkte<br />
Die besten Tipps und<br />
interessantesten Neuheiten<br />
NEU AM MARKT<br />
Spezi<br />
COLA SAFTIG<br />
Der neue „Smoked 5-Pfeffer-Mix“<br />
von Kotányi in der praktischen<br />
Einweg-Mühle vereint die<br />
Aromen von rosa Beeren<br />
sowie grünem, weißem und<br />
schwarzem Pfeffer, die sanft<br />
geräuchert wurden. Frisch gemahlen<br />
entfaltet sich dadurch<br />
ein besonders intensives Aroma,<br />
das ganz ausgezeichnet zu herzhaften<br />
Grill- und <strong>BBQ</strong>-Gerichten<br />
passt. Damit komplettiert Kotányi<br />
seine erfolgreiche Smoked-<br />
Range in der Mühle, die außer<br />
dem Pfeffer-Mix auch noch<br />
einen Chili-Mix, Knoblauch-<br />
Mix und Kräuter-Mix umfasst,<br />
die jeweils eine Prise Rauchsalz<br />
an Bord haben.<br />
Gemixt mit echtem Orangenfruchtsaft<br />
und einem Schuss Zitrone ist der<br />
Retro-Softdrink „Spezi“ ein spezieller<br />
Cola-Mix mit fruchtigem Geschmack,<br />
der längst schon zum Synonym für<br />
diese CO2-Limos geworden ist. Der<br />
kultige Cola-Orange-Mix aus dem<br />
Hause Almdudler kommt ganz ohne<br />
künstliche Zusatzstoffe und Aromen<br />
aus und ist vegan zertifiziert. Für<br />
unterschiedliche Anlässe steht Spezi<br />
auch in unterschiedlichen Gebinden<br />
im bekannten Retro-Design zur Verfügung.<br />
Ideal für ausgelassene Feiern<br />
mit Familie und Freunden sind die<br />
neue bruchsichere 1-l-PET-Flasche<br />
sowie die 0,33-l-Dose, die jetzt auch<br />
im praktischen Sixpack für die einfache<br />
Bevorratung und unterwegs erhältlich<br />
ist. www.spezi.at<br />
Kotányi 5-Pfeffer-Mix<br />
PFEFFER & RAUCH<br />
Refurbed<br />
NACHHALTIG SPAREN<br />
Der nachhaltige Online-Marktplatz refurbed.<br />
at bietet generalüberholte Geräte mit Garantie<br />
für jede Lebenslage – und das deutlich günstiger<br />
und nachhaltiger im Vergleich zum Neukauf. Ein<br />
Beispiel ist dieser Rommelsbacher <strong>BBQ</strong> 2003<br />
– ein elektrischer Tischgrill mit hochwertiger<br />
Edelstahl-Front. Auf der geriffelten Fläche der<br />
Grillplatte erhalten Fleisch und Gemüse das<br />
typische Grillmuster, auf der glatten Teppanyaki-<br />
Fläche lassen sich perfekt Fisch, Gemüse, aber<br />
auch Pfannkuchen und andere Süßspeisen zubereiten.<br />
Farbe: schwarz/silber. Preis: € 77,04 (Preis<br />
vom 9.5.<strong>2024</strong>)<br />
Höfats Moon<br />
HEISSER MOND<br />
Der Feuerkorb „Moon“ von Höfats kann sowohl<br />
mit Scheitholz als auch mit Pellets betrieben werden<br />
und funktioniert nach dem Holzvergaserprinzip.<br />
Seine doppelte Wand ermöglicht die Verdreifachung<br />
der Luftzufuhr, was nicht nur das Brennholz<br />
im Kern des Feuerkorbes kräftig anheizt, sondern<br />
auch eine zweite Verbrennung unter der Kugelöffnung<br />
bewirkt. Das erhöht nicht nur die Wärmeabstrahlung,<br />
sondern erzeugt auch ein besonders<br />
pures, raucharmes Flammenspiel. Moon ist damit<br />
der ideale Feuerkorb für den urbanen Raum.<br />
Erhältlich ist er mit einem niedrigen Fuß<br />
(um € 299,-) und mit einem hohen<br />
Fuß (€ 349,-).<br />
108 <strong>GRILLZEIT</strong>
Kühne Made for Veggies<br />
SESAMLABIM<br />
Mit der neuen Würzsauce „Made for<br />
Veggies“ offeriert Kühne eine cremignussige<br />
orientalische Geschmackswelt in<br />
der 235-ml-Flasche als ideale Begleitung<br />
zu Bowls, Ofengemüse und Falafel. Wie<br />
gewohnt ganz ohne Geschmacksverstärker,<br />
Konservierungs- oder Farbstoffe.<br />
Dafür mit garantiert veganer Rezeptur.<br />
Die basiert hauptsächlich auf geröstetem<br />
Sesam, aromatischem Schwarzkümmel<br />
und einer süßen Karamellnote.<br />
Die Almdudler<br />
Grillgaudi!<br />
Griller raus und Feuer an – die Grillgaudi-Saison ist eröffnet! Ob in<br />
gemütlicher Runde beim Familienessen, im Freundeskreis oder mit<br />
Nachbarn: Almdudler findet man immer dort, wo Menschen zusammenkommen.<br />
Wenn die Temperaturen steigen, können wir es nicht mehr<br />
erwarten loszulegen. Im eigenen Garten, auf Balkonien oder im Park – es<br />
gibt zahlreiche Orte, an denen man herzhafte Speisen im Kreise der Lieben<br />
grillen kann. Mit seinem einzigartigen süß-herben Geschmack begeistert<br />
Almdudler dabei als echtes österreichisches Original, das bei keiner Grillparty<br />
fehlen darf und stets für Augenzwinkern sorgt.<br />
Almdudler ist als erfrischender Durstlöscher ein bewährter Klassiker – aber<br />
auch als Zutat für herrliche Gerichte sorgt er für wahrliche Geschmacksexplosionen.<br />
Frische Salatdressings, Saucen, Dips oder außergewöhnliche<br />
Fleischmarinaden lassen sich unter anderem mit Almdudler Original oder<br />
Almdudler Sirup hervorragend verfeinern und sorgen für den Überraschungseffekt.<br />
Auch herrliche Nachspeisen wie gebratenes Obst vom Grill<br />
oder Tartes schmecken mit Almdudler großen wie kleinen Gästen und<br />
sorgen für neuen Pfiff.<br />
Dabei ist klar: Wer beim Fleisch, Gemüse, Kräutern und anderen Zutaten<br />
auf heimische Qualität achtet, der greift auch bei der Wahl des Durstlöschers<br />
mit Almdudler zu einem österreichischen Familienbetrieb.<br />
Für alle Almdudler Fans hat sich Almdudler ein besonderes Highlight ausgedacht:<br />
Mitmachen und einen von 200 Premium Griller aus dem Hause<br />
Napoleon inklusive Almdudler Grillparty-Erfrischungsvorrat gewinnen<br />
unter https://www.grillgaudi.at/
neue produkte<br />
Die besten Tipps und<br />
interessantesten Neuheiten<br />
Kühne Made for Meat<br />
NEW CARNIVORIAN<br />
Die Rezeptur der neuen „Made for Meat“-Sauce von Kühne in der 375-ml-Flasche mit<br />
der Geschmacksrichtung „Caramelized Onion“ wurde wieder ganz und gar für Carnivore<br />
entwickelt. Denn die karamellisierten Zwiebelstückchen und aromatischer Aceto<br />
Balsamico di Modena I.G.P passen perfekt zu saftigen Steaks und rauchigen Burgern. Sie<br />
ergänzt damit die anderen Varianten der umfangreichen „Made for Meat“-Saucenrange,<br />
die unter anderem von „Smoked Pepper“ über „Sriracha Hot Chili“ bis zu „Chipotle Burger<br />
Style“ reicht.<br />
J. Hornig Kaffeetschi<br />
KALT ERWISCHT<br />
Für die Zubereitung des kaltgebrühten Kaffees namens „Kaffeetschi“ aus dem Hause J.<br />
Hornig werden ausschließlich Bio-Arabica-Bohnen verwendet. Dieser zeitgeistige Coldbrew<br />
ist ein sanfter, aber doch energiegeladener Kaffee mit natürlich-süßen Aromen und dem<br />
typischen J. Hornig Geschmack. Die praktische Glasflasche im modernen Design (200 ml<br />
um € 2,49) ist nicht nur tischfein, sondern auch ein idealer Begleiter zum Grillplatz oder<br />
Campingtrip.<br />
Wiener Dirndl<br />
FRÜCHTCHEN<br />
In Wien ist das Dirndl eigentlich kein Kleidungsstück, sondern der Kosename für die Kornelkirsche<br />
– eine kleine, vitaminreiche, rote Wildfrucht mit säuerlich-fruchtigem Aroma.<br />
Diese zu Unrecht in Vergessenheit geratene Delikatesse bildet die Basis für einen biologischen<br />
Ansatzlikör mit 19% Alkoholgehalt, der sich unter der Marke „Wiener Dirndl“ in<br />
den letzten Jahren zum Geheimtipp der jungen Bartender-Szene mauserte und bei Falstaff<br />
93 Punkte abholte. Der fruchtige Likör eignet sich nämlich perfekt zum Mischen, egal ob<br />
mit Tonic als leicht alkoholischer Sommerdrink, im Spritzer als Alternative zum klassischen<br />
italienischen Aperitivo oder als Cocktail-Zutat. Alkoholfrei gibt es das feine Dirndl-Aroma<br />
als Bio-Fruchtsirup aus der Kornelkirsche zur Verdünnung 1:7. Ebenfalls vegan, biologisch<br />
und ganz ohne Farbstoffe mit Dirndln vom Weingut Strauch in Wien.<br />
Infos und Bestellungen: wienerdirndl.at.<br />
110 <strong>GRILLZEIT</strong>
neue produkte<br />
NEU AM MARKT<br />
Peugeot Keramik<br />
GREEN DEAL<br />
Die Back- und Auflaufformen von Peugeot gibt es in den unterschiedlichsten<br />
Formen, Größen und Farben, die jetzt um den neuen, attraktiven<br />
Farbton Waldgrün erweitert werden. Keramiken der Firma Peugeot, die<br />
seit 1930 in dieser Branche tätig ist, besteht aus einer Tonmasse, die<br />
garantiert frei von Blei, Nickel und Cadmium ist und mit einer hochbeständigen<br />
Emaille für langlebigen Glanz und Farbe versehen wird. Die<br />
Backformen überzeugen mit breiten Griffen für besten Halt, mit abgerundeten<br />
Ecken für eine einfache Reinigung sowie mit einer Garantie von 10<br />
Jahren. Die neuen Back- und Auflaufformen in Waldgrün sind in quadratischer<br />
und rechteckiger Form sowie in den Größen von 18 bis 40 Zentimeter<br />
erhältlich, die verschiedenen Größen lassen sich ineinander stapeln.<br />
Außerdem gibt es eine runde Tarteform mit einem Durchmesser von 30<br />
Zentimeter. Die Preise liegen zwischen € 19,90 und € 52,90.<br />
GEGRILLTE<br />
STERNE<br />
Das Viersternhotel Hotel Panorama Royal<br />
liegt an einem Energieplatz auf dem Sonnenplateau<br />
des Kurorts Bad Häring. Das gediegene<br />
Haus ist nicht nur für den großartigen<br />
Weitblick in die Tiroler Bergwelt, sondern<br />
auch für seine exzellente Küche auf<br />
3 Hauben-Niveau bekannt.<br />
Küchenchef Markus Freund hat sich in seinem<br />
Fine Dining Atelier „Freund – Schafft!“ auch<br />
einen Kamadogrill gegönnt, auf denen er etliche<br />
seiner originellen Kreationen zubereitet.<br />
Wie bespielsweise den „gegrillten Romana-<br />
Salat mit Molke“, dessen Gestehung man in<br />
einem Video auf dem Youtube-Kanal von<br />
www.oesterreichhatgeschmack.at<br />
mitverfolgen und nachvollziehen kann.<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 111
neue produkte<br />
Die besten Tipps und<br />
interessantesten Neuheiten<br />
Green Mountain Beef Chunks<br />
RINDERWUNSCH<br />
Die stückigen „Beef Chunks“ des veganen Start-ups „Green Mountain“ sind<br />
natürlich nicht aus Rindfleisch, sondern rein pflanzlicher Natur. Wasser,<br />
Erbsenprotein (28%), Rapsöl, Sojaprotein und Erbsenfasern stehen zuoberst<br />
auf der Zutatenliste, wobei die genaue, recht komplexe Rezeptur selbstverständlich<br />
ein Betriebsgeheimnis bleibt. Trotzdem lässt sich das gelungene<br />
Produkt in der Küche als Allrounder ähnlich vielseitig einsetzen wie echtes<br />
Rindfleisch und ist damit eine absolute Marktneuheit.<br />
Heura Chorizo<br />
CARAMBA!<br />
Würziges Mittelmeer-Feeling für<br />
Vegetarier. Die scharfe Chorizo,<br />
eine traditionelle Paprikawurst<br />
aus Spanien, gibt es nun auch für<br />
alle, die zwar auf Fleisch, nicht<br />
aber auf Geschmack verzichten<br />
wollen. Die Variante von Heura<br />
ist nämlich ein rein pflanzliches<br />
Produkt auf Sojaprotein-Basis<br />
mit einem kräftigen Schuss nativem Olivenöl, Paprika<br />
und einigen weiteren Extras. Das Soja für diese Wurst ist<br />
im Übrigen gentechnikfrei und stammt aus Kulturen, die<br />
nicht zur Abholzung von Wäldern beitragen. Verfügbar auf<br />
www.alfies.at.<br />
Justus Mars Pro<br />
BOLIDE<br />
Der Gasgrill „Mars Pro“ des deutschen Feuerungsspezialisten<br />
Justus ist ein 1,90 Meter breiter, fahrbarer<br />
Blickfang aus glänzendem Edelstahl. Er verfügt über<br />
sechs stufenlos regulierbare Hauptbrenner, einen Backburner<br />
und einen Seitenbrenner mit zusammen 25,2 kW<br />
sowie blau beleuchteten Drehknebeln. Unter den beiden<br />
doppelwandigen Hauben mit Thermometer befinden<br />
sich zwei getrennte Grillflächen mit unterschiedlichen<br />
Temperaturzonen, der mehrteilige Rost ist aus massivem<br />
Gusseisen. Der Unterschrank mit zwei Türen und<br />
Schubfächern hat viel Platz für Geschirr, Zubehör und<br />
Gasflasche. Auf der linken Seite ist ein Flaschenöffner<br />
und eine Ablage mit Universalbox.<br />
Kotányi Avocado<br />
Gewürzzubereitung<br />
SCHNELLE<br />
GUACAMOLE<br />
Für eine perfekte Guacamole<br />
braucht es jetzt nur mehr<br />
das Fruchtfleisch einer reifen<br />
Avocado, den Saft eines Zitronenviertels<br />
und einen Esslöffel<br />
dieser neuen Gewürzzubereitung<br />
von Kotányi. Diese enthält<br />
neben den genau aufeinander abgestimmten Aromaten<br />
Tomate, Knoblauch, Chili, Koriander, Pfeffer<br />
und Rosmarin auch gleich die notwendige Prise<br />
Salz. Das Ganze wird also lediglich mit einer Gabel<br />
zerdrückt und vermischt, dann lässt man es noch ein<br />
paar Minuten ruhen. Und fertig ist der vegetarische<br />
Edel-Aufstrich.<br />
112 <strong>GRILLZEIT</strong>
NEU AM MARKT<br />
Napoleon Holzkohlegrills<br />
NEUERFEUER<br />
Auch wenn Napoleon vor allem als Premiummarke für Gasgrills populär ist,<br />
haben die Kanadier doch eine ganze Reihe von Holzkohlegrills im Portfolio.<br />
Dieses Sortiment wurde nun einer ganzen Reihe von Verbesserungen unterzogen.<br />
So hat der Kessel nun eine neue Form für eine bessere Luftzirkulation und im<br />
Kessel findet sich nun ein Vortex Hitzeverteilungssystem anstatt der Reflektorscheibe.<br />
Die Luftzufuhr (unten) und der Rauchabzug (oben) wurden ebenfalls<br />
verbessert, somit schließt der Grill noch dichter. Die Verschraubungen am Gerät<br />
sind nun nicht mehr von außen sichtbar, und auch die Radkappen sind nun aufschraubbar,<br />
das mühevolle Aufschlagen der Kappe entfällt.<br />
Napoleon Butcher Paper<br />
EINGEWICKELT<br />
Das 100 % lebensmittelechte, atmungsaktive „Premium Metzgerpapier“<br />
von Napoleon (alias: Butcher Paper) hat einen besonders geringen<br />
Schwefelgehalt und einen neutralen pH-Wert, ist ungewachst und<br />
unbeschichtet, in den USA FDA-genehmigt und perfekt für die sichere Aufbewahrung<br />
und die Verpackung beim Smoken. In der <strong>BBQ</strong>-Szene wird Butcher<br />
Paper gerne für Long Jobs wie z.B. Pulled Pork, Beef Brisket, Pork Ribs eingesetzt.<br />
Grillweltmeister Adi Matzek: „Damit wird für Ripperl und <strong>BBQ</strong>-Longjobs die Alufolie<br />
zum Einwickeln als Dampfsperre perfekt ersetzt. Tipp: Gut schließen und etwas mehr<br />
Überstand vom Material des Butcher Paper einplanen als mit Folie, damit die Dampfsperre<br />
des Butcher Paper perfekt schließt!“ Jede Rolle ist 50 cm breit und 27 m lang.<br />
Napoleon Dutch Oven 4,5 Liter<br />
ALLROUNDER<br />
Gusseisen ist ein hervorragender Wärmeleiter, und der „Dutch<br />
Oven“ von Napoleon eignet sich hervorragend zum Schmoren,<br />
Kochen und Brotbacken am offenen Feuer, direkt in der Kohle oder<br />
am Grill. Letztes Jahr wurde der 6-l-Schmortopf von Napoleon am<br />
österreichischen Markt eingeführt, heuer folgt die beliebte, nächstkleinere<br />
Größe mit 4,5 Liter Inhalt. Sowohl der Deckel als auch der<br />
Boden haben integrierte Füße (für die Luftzufuhr am Feuer), der<br />
Deckel kann sogar als gusseiserne Bratpfanne verwendet werden.<br />
UVP: € 74,95<br />
<strong>GRILLZEIT</strong> 113
neue produkte<br />
Die besten Tipps und<br />
interessantesten Neuheiten<br />
NEU AM MARKT<br />
Napoleon Pizzastein für Warmhalterost<br />
UPGRADING<br />
Der Warmhalterost ist entgegen seiner Bezeichnungen einer der<br />
heißesten Orte in einem geschlossenen Grill und eignet sich daher<br />
sehr gut zum Backen. Für diesen Zweck bietet Napoleon nun einen<br />
multi-funktionalen „Backstein“ aus Cordierit-Material an, der die<br />
perfekte Größe für Grillmodelle wie beispielsweise den 425er der<br />
Rogue-Serie hat. Der Rost mit Backstein-Auflage eignet sich aber<br />
nicht nur zur Zubereitung von Mini-Pizzen und Backwaren, sondern<br />
auch zum „entkoppelten Garen“ von Gegrilltem, dessen Oberfläche<br />
nicht weiter bräunen soll. UVP: € 24,95<br />
Napoleon Gusseisenbräter<br />
BLAUES WUNDER<br />
Der neue, multifunktionale Bräter von Napoleon aus Gusseisen im<br />
4-Liter-Format ist mit seinen 23 cm Durchmesser ein idealer Topf für<br />
den Seitenbrenner und für den Grillrost. Aber natürlich kann er auch auf<br />
der Herdplatte oder im Backofen verwendet werden. Die blau emaillierte<br />
Oberfläche im klassischen Stil wirkt als Anti-Haft-Beschichtung und auch die<br />
Reinigung der Emaille ist bei dieser spülmaschinenfesten Auflaufform denkbar<br />
einfach. Der Edelstahlgriff am Deckel ist natürlich ebenfalls hitzefest.<br />
Napoleon Grillbräter<br />
WENDEZEIT<br />
Der neue, rechteckige Edelstahl-Bräter von Napoleon<br />
hat einklappbare ergonomisch geformte Griffe<br />
und einen Wenderost aus Edelstahl. Damit kann<br />
überschüssiges Fett bzw. Saft vom Braten abtropfen,<br />
wird aber trotzdem zur weiteren Verwendung<br />
aufgefangen. Beides ist selbstverständlich hitze- und<br />
spülmaschinenfest. UVP: € 29,95<br />
114 <strong>GRILLZEIT</strong>
<strong>GRILLZEIT</strong> 115
DER FRÜHLING<br />
WIRD HEISS<br />
MIT UNSERER NEUEN HOLZKOHLEGRILL-SERIE