11.06.2024 Aufrufe

fGOE_2024_02_KOMPLETT_BLÄTTERAUSGABE

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

www.faktor-erfolgsgeschichten.de 75. Jubiläumsausgabe 20. Jahrgang Frühjahr Sommer <strong>2<strong>02</strong>4</strong> 8 Euro<br />

› MEHR ALS EIN MAGAZIN<br />

› DAS MAGAZIN FÜR ERFOLGSGESCHICHTEN<br />

Erfolgsgeschichte Die Mit Göttingerin seinem unkonventionelle Berliner Jennifer Unternehmen Macherin Crowder Eva hat investiert Kienle ihre Ziele hat der ihren Ex-Göttinger und die Platz Olympischen im Filip KWS-Vorstand Dames Spiele in in Startups gefunden Paris fest wie im Auto1 88 Blick. und Flixbus. 22<br />

20


Unsere Steuerberaterinnen ...<br />

Kanzleileitung<br />

Miriam Engel Dipl.-Kffr.<br />

Steuerberaterin<br />

... stehen für Frauenpower<br />

Das beste Mittel gegen Standardlösungen sind viele verschiedene<br />

Sichtweisen. Und die größten Erfolge für unsere Mandanten erzielen<br />

wir oft, wenn wir in gemischten Teams aus Frauen und Männern<br />

arbeiten. Deshalb verfolgt Quattek & Partner das Ziel, mehr<br />

Frauen in verantwortliche Positionen zu bringen.<br />

Dass wir uns dafür als Unternehmen verändern und weiterentwickeln<br />

müssen, liegt auf der Hand. Homeoffice und zahlreiche Teilzeitmodelle<br />

sind heute schon Standard.<br />

Wir arbeiten daran, das Selbstverständliche zu ermöglichen. So<br />

gehört es bei Quattek & Partner zur täglichen Praxis, Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeitern die gleichen Chancen zu bieten. Nicht um<br />

eine Quote zu erfüllen. Sondern um Potenziale auszuschöpfen.<br />

Und im Ergebnis noch besser zu werden.<br />

Jürgen Hollstein Dipl.-Kfm.<br />

Steuerberater / ausgeschieden am 31.12.23<br />

Roland Haever Dipl.-Kfm.<br />

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater<br />

Fritz Güntzler Dipl.-Kfm.<br />

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater<br />

Johann-Karl Vietor Dipl.-Kfm.<br />

Steuerberater<br />

Thorsten Kumpe Dipl.-Kfm.<br />

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater<br />

Miriam Engel Dipl.-Kffr.<br />

Steuerberaterin<br />

Lutz Becker<br />

Rechtsanwalt<br />

Jan Förster Dipl.-Finw. (FH)<br />

Steuerberater<br />

In Kooperation mit<br />

Quattek & Partner Steuerberatungsgesellschaft mbB · Nikolausberger Weg 49 · 37073 Göttingen · Tel. (05 51) 49 70 1-0 · www.quattek.de


60 x 240 mm<br />

editorial<br />

Vom Büro- zum<br />

Sonnenstuhl<br />

Outdoormöbel<br />

von Struckmeier<br />

Ich lebe meinen Traum. Auch nach 75 faktor-Ausgaben bin ich sehr dankbar, immer<br />

wieder spannende Menschen und interessante Storys zu entdecken und diese Erfolgsgeschichten<br />

hier im Magazin zu erzählen.<br />

So sind wir durch eine doppelte Empfehlung aus dem regionalen Netzwerk auf den<br />

Hotelier Clemens Ritter von Kempski in Stolberg/Südharz aufmerksam geworden.<br />

Der 61-Jährige machte erst Karriere als Notfallmediziner, um dann als Berater<br />

durchzustarten. Nun möchte er mit seinen zwei Häusern die Hotellerie neu erfinden.<br />

Da wir das Gespräch so spannend fanden, haben wir Baron Kempski auch gleich für<br />

den faktor-Podcast onfire interviewt.<br />

Interviewt haben wir auch die Göttinger Basketballerin Jennifer Crowder, die auf dem<br />

Cover zu sehen ist. Die ehrgeizige Kapitänin der BG-74-Damen und deutsche Nationalspielerin<br />

hat große Chancen, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Da ich auch<br />

ihre Geschichte inspirierend finde, war sie bereits bei unserem faktor-Frühstück zu<br />

Gast, bei dem wir einmal im Monat in einem exklusiven Kreis zusammenkommen.<br />

Jenny Crowder berichtete von ihrem Weg vom ersten Training bis zu der Frage, ob<br />

sie im Sommer <strong>2<strong>02</strong>4</strong> nach Paris reist oder Urlaub machen kann.<br />

Entdecken Sie unsere<br />

Gartenmöbel für Ihre<br />

wohlverdiente<br />

Pause im<br />

Office.<br />

Die nächste Geschichte können Sie im Heft lesen, weil wir eine sympathische E-Mail<br />

von einer Mitarbeiterin der Katlenburger Kellerei bekamen, die ihre Chefin beim Thema<br />

Top-Frauen vorschlug. Und sie hatte nicht zu viel versprochen. Alexandra Demuth<br />

hat das Traditionsunternehmen in vierter Generation übernommen und ist somit die<br />

erste Frau in der Geschäftsführung. Die 38-Jährige hat sich gegen das Agenturleben in<br />

Hamburg oder New York und für mutige Ideen in der Provinz entschieden.<br />

Besuchen Sie unsere Ausstellung!<br />

JAHRE<br />

COVER & EDITORIAL: ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Falls auch Sie Lust haben, nicht nur über Menschen zu lesen, sondern diese live<br />

zu treffen, melden sie sich gern bei mir. Wir schauen dann gemeinsam, ob der<br />

faktor-Club zu Ihnen passt.<br />

Nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen beim Lesen dieser Ausgabe und beim Entdecken<br />

der regionalen Erfolgsgeschichten.<br />

Ihr Marco Böhme<br />

Herausgeber<br />

boehme@faktor-magazin.de<br />

P<br />

Direkt<br />

Wir denken Büro neu.<br />

an unserem Ausstellungszentrum stehen<br />

ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.<br />

KARL-ARNOLD-STRASSE 4 · 37079 GÖTTINGEN<br />

0551 50669-0<br />

INFO@STRUCKMEIER.DE<br />

WWW.STRUCKMEIER.DE<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 3


inhalt<br />

32 Die Überzeugungstäterin<br />

Die oberste Polizistin. Tanja Wulff-<br />

Bruhn ist seit mehr als einem Jahr<br />

Polizeipräsidentin in Göttingen. Im<br />

Interview spricht sie darüber, Frauen für<br />

Führungsverantwortung zu motivieren,<br />

und warum sie auch heute noch gern auf<br />

Verbrecherjagd geht.<br />

4 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

service<br />

3 Editorial<br />

8 Momentaufnahmen<br />

Besondere Augenblicke<br />

vergangener Tage<br />

14 Aktuelles<br />

Neues aus der faktor-Redaktion<br />

18 Nachlese<br />

Die 41. faktor-Business-Lounge<br />

114 Impressum<br />

leben<br />

22 Alle Hände voll zu tun<br />

BG-Basketballerin Jennifer<br />

Crowder hat die Chance, mit dem<br />

Nationalteam zu den Olympischen<br />

Spielen nach Paris zu fahren<br />

38 Ein Lied für die Freundschaft<br />

Vor 60 Jahren belebte Barbaras<br />

,Göttingen‘ die deutsch-französische<br />

Freundschaft<br />

48 Head of Fruchtwein<br />

Alexandra Demuth leitet in vierter<br />

Generation und als erste Frau das<br />

Familienunternehmen in Katlenburg<br />

unternehmen<br />

58 Shortlist<br />

Aktuelle Nachrichten aus der<br />

regionalen Wirtschaft<br />

60 125 Jahre Kassebeer<br />

faktor-Partner Kassebeer aus<br />

Northeim feiert in diesem Jahr<br />

Jubiläum und zeigt, wie die Zukunft<br />

aussieht<br />

64 Matsch macht glücklich<br />

faktor blickt hinter die Kulissen des<br />

,Obstacle City Run‘ im August in<br />

Göttingen<br />

FOTO: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

mensch<br />

wissen<br />

faktor erinnert!<br />

60 Jahre ist es her,<br />

dass die französische<br />

Künstlerin Barbara<br />

nach Göttingen kam.<br />

Dabei wollte sie<br />

erst gar nicht. Am<br />

Ende schrieb sie ihren<br />

berühmten Chanson,<br />

der die Freundschaft<br />

beider Länder<br />

nachhaltig beeinflusste<br />

80 Eigene Geschichte schreiben<br />

Mitten im Südharz verwirklicht<br />

Clemens Ritter von Kempski<br />

seine Vision einer modernen<br />

Hotellerie<br />

88 All in<br />

Vom Fußballer zum Deutschen<br />

Meister über 800 Meter:<br />

Luis Oberbeck will zu den<br />

Olympischen Spielen nach<br />

Paris – die Geschichte eines<br />

Durchstarters<br />

106 Fördern und fordern<br />

Ein Förderverein für das ,Forum<br />

Wissen‘ sammelt nicht nur Spenden,<br />

sondern will im Sinne des Hauses<br />

Menschen vernetzen<br />

112 Veranstaltungskalender<br />

Empfehlungen aus der faktor-<br />

Redaktion zu bevorstehenden Events<br />

in der Region


FOTOS: ALCIRO THEODORO DA SILVA I LUKA GORJUP<br />

80 Der Ritter<br />

48 Bunt und lecker<br />

Die Katlenburger Kellerei feiert im kommenden Jahr ihren 100. Geburtstag. In seiner<br />

jüngeren Geschichte hat das Unternehmen mit bunten Fruchtweinen und süßen Bowlen<br />

für Aufmerksamkeit in den Regalen gesorgt und dabei das Marketing aufgefrischt. Zu<br />

verdanken ist das Alexandra Demuth, die in vierter Generation und als erste Frau die<br />

Geschäftsführung des Familienunternehmens übernommen hat. Sie haben wir getroffen.<br />

Arzt und Hotelier. Clemens Ritter<br />

von Kempski will im Südharz nicht<br />

weniger schaffen, als die Hotellerie zu<br />

revolutionieren. Das wäre aber nicht sein<br />

erster Erfolg.<br />

88 All in<br />

64 Matsch macht glücklich<br />

Hindernisse überwinden. Der ,Great Barrier Run‘ heißt jetzt zwar ,Obstacle City Run‘, doch<br />

das Ziel ist immer noch dasselbe: gemeinsam und sportlich Hindernisse überwinden. Wir<br />

haben mit den Machern hinter der Göttinger Großveranstaltung gesprochen. Sie erzählen uns<br />

von schwarzen Zahlen und davon, woher die Ideen für die (gemeinen) Hindernisse kommen.<br />

Dauerläufer. Luis Oberbeck war<br />

eigentlich Fußballer und gewann<br />

2<strong>02</strong>3 überraschend die Deutschen<br />

Meisterschaften im 800-Meter-Lauf.<br />

Nun bereitet sich der Göttinger auf eine<br />

Teilnahme an den Olympischen Spielen<br />

vor. Uns erzählt er von seinem harten<br />

Training und der Hoffnung auf Paris.<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 5


Magazin<br />

Sprechen Sie uns an!<br />

Ganzseitige Anzeige<br />

Marco Böhme<br />

Geschäftsführender Gesellschafter<br />

Kontakt<br />

Tel. 0551 30 98 39-0<br />

boehme@faktor-magazin.de<br />

Ganzseitiges Firmenprofil<br />

Werden Sie jetzt Mitglied im exklusiven faktor-Club:


Faktor_RollUp_0510.in d 1<br />

05.05.2010 14:58:09<br />

faktor-Mittagsclub<br />

faktor-Business-Lounge<br />

faktor-Club<br />

bis zu<br />

48 %<br />

RABATT<br />

Die Plattform<br />

BRONZE<br />

SILBER<br />

faktor-Bekanntheitscheck<br />

GOLD<br />

der Entscheider<br />

1 Jahr Mitgliedschaft<br />

<br />

<br />

<br />

Bekanntheits-Check<br />

350 €<br />

<br />

<br />

<br />

12 x faktor-Frühstück<br />

1.200 €<br />

<br />

<br />

<br />

EVENT<br />

faktor-Mittagsclub<br />

120 €<br />

4 x<br />

8 x<br />

10 x<br />

faktor-Business-Lounge<br />

100 €<br />

3 x<br />

6 x<br />

9 x<br />

PRINT<br />

www.faktor-magazin.de<br />

Anzeigen/Profile faktor-Magazin<br />

Firmenprofil faktor-Magazin<br />

inkl. Text- und Fotoerstellung<br />

4 x 1/4<br />

2 x 1/2 / 1 x 1<br />

Faktor_RollUp_0510.in d 1 05.05.2010 14:58:09<br />

<br />

4 x 1/2<br />

2 x 1 / 1 x 2<br />

1/2 Seite<br />

im Wert von 2.650 €<br />

4 x 1<br />

2 x 2<br />

1 Seite<br />

im Wert von 3.750 €<br />

DIGITAL<br />

Digitalprofil faktor-Online<br />

1.200 €<br />

<br />

<br />

<br />

Zum Einführungspreis<br />

3.970 €<br />

im Wert von 7.490 €<br />

7.500 €<br />

im Wert von 14.560 €<br />

12.500 €<br />

im Wert von 20.600 €<br />

Sie sparen 3.520 € Sie sparen 7.060 € Sie sparen 8.100 €<br />

Stand <strong>2<strong>02</strong>4</strong>, alle Preise zzgl. der gesetzl. MwSt.<br />

Digitalprofil<br />

Regional bekannter werden in Südniedersachsen.<br />

marketing.faktor-magazin.de/faktor-club


momentaufnahmen<br />

Momentaufnahmen<br />

faktor lässt besondere Ereignisse in der Region mit<br />

ausgewählten Impressionen Revue passieren.<br />

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Erfolg als Tradition<br />

Die ,Tour de Energie‘ lockte auch in diesem Jahr wieder Tausende Zuschauer und Radfahrer an und auf die<br />

Göttinger Straßen. Zwischen dem Start an der Jahnstraße bis zum Ziel auf der Bürgerstraße erleben die Teilnehmer<br />

die Schönheit des Landkreises – und die Süße des Erfolgs bei der Zieleinfahrt. Die Tour hat mittlerweile<br />

Tradition: Im kommenen Jahr gibt es das Sportevent auf zwei Rädern seit 20 Jahren – das Rennen entstand<br />

2005 als Teil der Niedersachsenrundfahrt.<br />

8 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


momentaufnahmen<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 9


momentaufnahmen<br />

Händel. Pompös.<br />

Auch im Jahr <strong>2<strong>02</strong>4</strong> sind das Werk Händels und seine besondere Wirkung kaum von der<br />

Hand zu weisen. In diesem Jahr präsentierten die Internationalen Händelfestspiele in Göttingen<br />

,Ein junges Weib, dessen Augen das Licht nicht zu empfangen, sondern auszustrahlen<br />

schienen‘. Das Stück – nicht ganz Oper, nicht ganz Kino – das übrigens am 6. September<br />

noch einmal kostenfrei im Freibad am Brauweg auf der Leinwand zu sehen ist, heißt ,Sarrasin‘<br />

und feierte im Mai im Deutschen Theater große Premiere.<br />

10 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


momentaufnahmen<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 11


momentaufnahmen<br />

Göttingen jazzt wieder<br />

Das 45. Göttinger Jazzfestival konnte im November endlich wieder ein Programm im<br />

Vor-Corona-Umfang anbieten. Internationale Künstler boten feinste Improvisationskunst von den<br />

Ursprüngen des Jazz bis zu Grenzgängen entlang von Folk, Minimal, World Musik, Neuer Musik<br />

und Techno. Der US-amerikanische Trompeter Theo Croker (Foto) eröffnete mit seiner Band das<br />

große Programmwochenende im Deutschen Theater mit Gospel, Blues, Jazz, Soul und Funk.<br />

Neben vielen Einzelkonzerten wurde erstmals auch eine Art-Techno-Jazz-Party mit<br />

DJ Leonhard Kuhn im DT-Keller gefeiert.<br />

Festspiele für die ganze Familie<br />

Die Gandersheimer Domfestspiele vor der Stiftskirche in der Kurstadt Bad Gandersheim<br />

nehmen gerade erst richtig Fahrt auf. Eine neue Interpretation für Kind und Kegel gibt es<br />

in diesem Jahr mit ,Alice im Wunderland‘ von Sarah Speiser und Jennifer Traum frei nach<br />

Lewis Carroll mit Musik von Ferdinand von Seebach. Gespielt wird bunt, hektisch,<br />

witzig und noch bis zum 11. August.<br />

12 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


momentaufnahmen<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 13


aktuelles<br />

Alexanderpreis für Anna Schlenker und ihren faktor-Artikel<br />

Nachwuchspreis für Beitrag über das Wirken Robert Oppenheimers in Göttingen<br />

Die Autorin Anna Schlenker wurde jetzt mit dem ,Alex<br />

Junior‘, dem neu ausgelobten Nachwuchs-Preis der<br />

Alexanderstiftung ausgezeichnet. Gewonnen hat sie mit<br />

ihrem in der faktor-Winterausgabe 2<strong>02</strong>3/<strong>2<strong>02</strong>4</strong> veröffentlichten<br />

Artikel , Die Spuren Robert Oppenheimers in Göttingen<br />

– damals und heute‘.<br />

Die 24-Jährige ist Masterstudentin an der Universität Göttingen<br />

und studiert ,History of Global Markets‘. Mit dem<br />

,Alex Junior‘ sollen junge und angehende Journalisten ausgezeichnet<br />

werden. Die Bewerber müssen bei der Veröffentlichung<br />

des Beitrags jünger als 25 Jahre alt sein.<br />

Zu den weiteren Preisträgern gehören die Journalisten<br />

Michael Brakemeier, Ulrich Drees, Tammo Kohlwes und<br />

Markus Riese. Die Reihenfolge der Preise wird während der<br />

Preisverleihung am Samstag, den 7. September, um 11 Uhr im<br />

Apex in Göttingen bekannt gegeben.<br />

Herz und Zukunft<br />

Zwei weitere Lounges mit Wolfram-Hubertus<br />

Zimmermann und Gerdum Enders<br />

Die nächste faktor-Business-Lounge findet am Donnerstag,<br />

den 5. September, in Kooperation mit der Georg-August-<br />

Universität Göttingen im neuen Gebäude der GWDG am<br />

Nord-Campus in Göttingen statt. Gast der 42. faktor-<br />

Business-Lounge ist Wolfram-Hubertus Zimmermann.<br />

Professor Zimmermann hat am Universitätsklinikum<br />

Göttingen zusammen mit seinem Team ein Herzmuskel zell-<br />

Pflaster aus Stammzellen entwickelt, das Menschen mit<br />

Herzschwäche im Endstadium helfen soll. Er wird in seinem<br />

Vortrag darüber berichten, wie er aus seinen wissenschaftlichen<br />

Erkenntnissen mit dem Startup Repairon durchstarten und Menschen<br />

helfen möchte.<br />

Und auch den Termin zur 43. faktor-Business-Lounge können Sie<br />

sich bereits vormerken. Am Donnerstag, den 21. November <strong>2<strong>02</strong>4</strong>,<br />

findet sie in Kooperation mit bueroboss/kassebeer in Northeim<br />

statt. Prof. Dr. Gerdum Enders ist ein Experte für Zukunftsstrategien<br />

und wird erzählen, wie Erneuerung in Unternehmen gelingen<br />

kann, und verrät Geheimnisse aus seinem Berateralltag zu der Frage,<br />

wie der Wandel gelingen kann.<br />

Jetzt anmelden unter:<br />

https://www.faktor-magazin.de/<br />

faktor-business-lounge-start/<br />

14 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


aktuelles<br />

Nachfolger gesucht –<br />

Coworking mit faktor ab 16. Juli<br />

Das faktor-Büro in der Berliner Straße 10 in Göttingen ist der perfekte<br />

Arbeitsplatz. Wir sind in einem repräsentativen Gebäude –<br />

auch Arkaden am Gericht genannt – zentral am Bahnhof und nah an<br />

der Innenstadt.<br />

DA WIR NOCH PLATZ HABEN, suchen wir nun kommunikative Untermieter,<br />

die Lust auf Coworking haben. Solche Untermieter hatten<br />

wir mit Oliver Bornemann und Matthias Walter, die den Raum nicht<br />

mehr benötigen. Nun suchen wir Nachfolger! Das Bücherregal mit<br />

Inhalt vermieten wir übrigens mit.<br />

Das Büro eignet sich besonders für Coaches, Kreative und für alle<br />

Einzelkämpfer, die nicht mehr allein arbeiten wollen. Es können sich<br />

auch zwei Personen zusammentun. Der Raum ist 31,12 m² groß und<br />

komplett mit hochwertigen Möbeln wie Schreibtischen, Stühlen und<br />

Sideboard ausgestattet. Zudem teilen wir Gemeinschaftsräume wie<br />

die kleine Küche mit Kaffeemaschine, Kühlschrank und Mikrowelle<br />

sowie den Wartebereich im Eingang und die Toiletten.<br />

Die Brutto-Miete beträgt monatlich 625,00 Euro, los geht es ab<br />

dem 16. Juli <strong>2<strong>02</strong>4</strong>. Falls Sie Interesse an Coworking mit faktor haben,<br />

melden Sie sich unter herausgeber@faktor-magazin.de<br />

Das Bücherregal im faktor-Büro wird direkt mitvermietet. Neben einem<br />

großen Schreibtisch direkt am Fenster bietet der Raum viel Platz<br />

für Besprechungen, Austausch und Ruhe.<br />

Neuer Ansprechpartner<br />

THORSTEN SAWADA verstärkt zum 1. Juli das faktor-Team. Der<br />

56-jährige Göttinger ist im Vertriebsinnendienst für die Bestandskundenbetreuung<br />

und -pflege, die Beratung von Interessenten und<br />

Kunden zu geeigneten Anzeigenformaten und den Anzeigenverkauf<br />

sowie die Terminverfolgung und Auftragsabwicklung zuständig.<br />

Nach seiner Ausbildung als Industriekaufmann bei Carl Zeiss<br />

in Göttingen studierte er in seiner Heimatstadt Betriebswirtschaftslehre<br />

an der Georg-August-Universität. Nach erfolgreichem<br />

Studium war er zunächst schwerpunktmäßig 14 Jahre als<br />

selbstständiger Berater im Finanzdienstleistungsbereich tätig. In<br />

den vergangenen zehn Jahren bekleidete er unterschiedliche Positionen<br />

im Dentalhandel und Gesundheitswesen. Bei faktor freut<br />

sich Thorsten Sawada auf den Kontakt mit den Kunden und darauf,<br />

diese dabei zu unterstützen, in Südniedersachsen regional<br />

bekannter zu werden.<br />

KONTAKT 05513098390<br />

sawada@faktor-magazin.de<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 15


aktuelles<br />

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

faktor-Frühstücksclub<br />

Inspiration zum Sonnenaufgang<br />

Im Frühjahr startete mit dem faktor-Frühstück die erste exklusive<br />

Netzwerkveranstaltung für faktor-Clubmitglieder. Infos zur Mitgliedschaft<br />

finden Sie auf Seite 4. Gäste in den Räumen der Mannamia-<br />

Filiale der Feinbäckerei Ruch in Rosdorf waren unter anderem<br />

Thorsten Ruch, Sebastian Junge vom Athleticum und Basketballerin<br />

Jennifer Crowder.<br />

In kurzen Impulsvorträgen haben sie uns erzählt, wie man Brot verkostet,<br />

was kalte Duschen bewirken und wie die Zukunft des Damen-Basketballs<br />

in Deutschland aussehen kann. Im Anschluss wurde bei einem<br />

gemeinsamen Frühstück genetzwerkt und Erfahrungen wurden ausgetauscht.<br />

Das exklusive faktor-Frühstück für Clubmitglieder findet immer<br />

am ersten Mittwoch des Monats statt.<br />

faktor-Mittagsclub<br />

Der faktor-Mittagsclub findet seit einigen Wochen in neuer<br />

Location statt. Gastgeber ist das Kredo am Göttinger Kiessee.<br />

Neben dem Netzwerken und einem leckerem<br />

Mittagessen stehen kurze Impulsvorträge im Fokus.<br />

So erzählte zuletzt Lutz Reiprich über das Förderprojekt<br />

INQA, das bei der Transformation helfen soll und von dem<br />

auch faktor aktuell profitiert. Schon nach kurzer Zeit ergaben<br />

sich spannende Diskussion dazu, wie herausfordernd es für<br />

die anwesenden Unternehmer derzeit ist, Führung zu übernehmen<br />

und Mitarbeiter mitzunehmen.<br />

Im Mai war Dr. Marko Weinrich von faktor-Partner<br />

Arineo zu Gast und erzählte von seinem Großprojekt der<br />

Employee Owned Company (EOC). Dabei sprach er über die<br />

Idee, wie sie entstand und warum sie gar nichts mit<br />

,Alle sind gleich‘ zu tun hat. Die Teilnehmer fühlten sich<br />

inspiriert und tauschten sich im Netzwerk aus.<br />

Der faktor-Mittagsclub findet immer am letzten<br />

Mittwoch eines Monats statt.<br />

Sie wollen auch dabei sein?<br />

Hier geht es zum faktor-Mittagsclub:<br />

herausgeber@faktor-magazin.de<br />

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Hier geht es zum faktor-Mittagsclub:<br />

www.faktor-magazin.de/<br />

bildergalerien-faktor-mittagsclub<br />

16 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


Audi Business<br />

Spricht für sich.<br />

Der Audi Q5 und weitere Q-Modelle 1<br />

zu attraktiven Konditionen.<br />

Ein attraktives Leasingangebot für Businesskunden 2 :<br />

z. B. Audi Q5 45 TFSI quattro, S tronic, 7-stufig*.<br />

* Kraftstoffverbrauch (kombiniert): 8,9 l/100 km; CO 2 -Emissionen (kombiniert): 201 g/km; CO 2 -Klasse: G<br />

Head-up-Display, Matrix LED-Scheinwerfer, Businesspaket, Anhängevorrichtung, Interieur S line, Sitzheizung vorn und hinten, Assistenzpaket<br />

Stadt & Tour u.v.m.<br />

Leistung: 195 kW (265 PS)<br />

Vertragslaufzeit: 48 Monate<br />

Jährliche Fahrleistung: 10.000 km<br />

Leasing-Sonderzahlung: € 1.795,–<br />

Monatliche Leasingrate<br />

€ 591,–<br />

Ein Angebot der Audi Leasing, Zweigniederlassung der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig für Businesskunden.<br />

Zzgl. Überführungskosten und MwSt.. Bonität vorausgesetzt.<br />

Etwaige Rabatte bzw. Prämien sind im Angebot bereits berücksichtigt.<br />

1<br />

Aktion gültig bis 30.06.<strong>2<strong>02</strong>4</strong> für Neufahrzeuge der Modellreihen Audi Q2, Audi Q3, Audi Q5, Audi Q7 und Audi Q8. Ausgeschlossen sind RS-<br />

Modelle und vollelektrische Modelle. Aktion nur gültig bei Zulassung bis 20.<strong>02</strong>.2<strong>02</strong>5. Eine Verlängerung der Aktion bleibt ausdrücklich vorbehalten.<br />

2<br />

Zum Zeitpunkt der Leasingbestellung muss der Kunde der berechtigten Zielgruppe angehören und unter der genannten Tätigkeit aktiv sein.<br />

Zur berechtigten Zielgruppe zählen: Gewerbetreibende Einzelkunden inkl. Handelsvertreter und Handelsmakler nach § 84 HGB bzw. § 93<br />

HGB, selbstständige Freiberufler / Land- und Forstwirte, eingetragene Vereine / Genossenschaften / Verbände / Stiftungen (ohne deren Mitglieder<br />

und Organe). Wenn und soweit der Kunde sein(e) Fahrzeug(e) über einen gültigen Konzern-Großkundenvertrag bestellt, ist er im<br />

Rahmen des Angebots für Audi Businesskunden nicht berechtigt.<br />

Abgebildete Sonderausstattungen sind im Angebot nicht unbedingt berücksichtigt. Alle Angaben basieren auf den Merkmalen des deutschen<br />

Marktes.<br />

Audi Zentrum Göttingen<br />

Audi Zentrum Göttingen GmbH, Kasseler Landstr. 71+73, 37081 Göttingen, Tel.: 05 51 / 9 03-3 00, info@audi-zentrum-goettingen.de,<br />

www.audi-zentrum-goettingen.audi


aktuelles<br />

Zalando-Mitgründer Filip Dames inspiriert Gründer und erfahrene Unternehmer<br />

,Homecoming‘ zur 41. faktor-Business-Lounge<br />

Die 41. faktor-Business-Lounge wurde zur großen Homecoming-Party<br />

im Hotel Freizeit In in Göttingen. Als Redner<br />

begrüßten faktor-Herausgeber Marco Böhme und Gast geber<br />

Olaf Feuerstein den ehemaligen Göttinger und Zalando-<br />

Mitgründer Filip Dames. Der 40-Jährige investiert heute mit<br />

seinem Unternehmen ,Cherry Ventures‘ in aufstrebende Startups<br />

wie FlixBus oder Auto1. Seine Erfolgsgeschichte ist in<br />

der f aktor-Frühjahrsausgabe <strong>2<strong>02</strong>4</strong> nachzulesen.<br />

Zurück in seiner Heimat erzählte der ehemalige Sänger<br />

des Göttinger Knabenchors den rund 60 Besuchern von<br />

seinem Optimismus, dass Start-ups mit guten Ideen Europa<br />

voranbringen können, da Deutschland selbst bei Themen<br />

wie Innovation – insbesondere im Bereich Software<br />

und Künstliche Intelligenz – aber nach wie vor hinten ansteht.<br />

Er verriet außerdem, dass er ein gutes Gründerteam<br />

jeder guten Geschäftsidee vorzieht. Dabei berichtete Dames<br />

von den Methoden seines Unternehmens und gewährte<br />

auch Einblicke, wie sein Team selbst investi tions würdige<br />

Startups auswählt.<br />

Im Anschluss hatten drei Gründerteams aus der Region<br />

die Gelegenheit, sich in einem kurzen Pitch von zwei<br />

Minuten vorzustellen. Koiotech, Digity und Lomavis stellten<br />

sich anschließend der Wahl des Publikums. Koiotech<br />

entwickelt KI für die Logistik, Digity bereitet Exoskelette<br />

vor, und Lomavis spezialisiert sich auf das Social-Media-<br />

Marketing.<br />

Filip Dames spricht bei der 41. faktor-Business-Lounge leidenschaftlich über<br />

die Kraft der Innovation – und ihre Folgen. Denn wer nicht mitmacht, bleibt<br />

auf der Strecke.<br />

Das Ergebnis: Gleichstand an der Spitze! Für Claudio<br />

Garcia von Digity und Massoud Koshan von Koiotech<br />

gab es von Olaf Feuerstein dafür einen Gutschein für einen<br />

Tag mit vollem Programm im Freizeit In. Vor allem<br />

aber gab es spannende Gespräche mit anderen Gründerteams,<br />

Unternehmern – und die Telefonnummer von Filip<br />

Dames.<br />

Pitchen sich zum Erfolg. Massoud Koshan von Koiotech (Mitte) und Claudio<br />

Garcia von Digity (2. v. r.) teilen sich den Publikumspreis. Filip Dames (links)<br />

ist begeistert, Olaf Feuerstein (2. v. l.) und Marco Böhme (rechts) sind die<br />

Gastgeber der 41. faktor-Business-Lounge.<br />

18 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


ANZEIGE<br />

Leben im Westen Göttingens<br />

In Groß Ellershausen sind 20 exklusive Eigentumswohnungen verfügbar.<br />

PROFIL<br />

U<br />

nsere Wohnungen sind für Menschen,<br />

die ihre Zukunft gesichert wissen möchten“,<br />

betont Frank Psotta von CUBORG2. Deshalb<br />

eint die 20 Wohnungen zwischen 65 und<br />

135 m² Größe, dass Eigentümer auf langfristig<br />

geringe Nebenkosten und Barrierefreiheit vertrauen<br />

können.<br />

DIE EXKLUSIVEN NEUBAUWOHNUNGEN<br />

in dem von den CUBORG2-Architekten geplanten<br />

und mit der Kreissparkasse Northeim<br />

entwickelten Objekt in Göttingen/Groß<br />

Ellershausen bieten einen KfW-40-Standard-<br />

Dämmschutz und berücksichtigen viele<br />

Aspekte des Qualitätssiegels Nachhaltiges<br />

Gebäude (QNG). Dank einer guten Trockenbau-Planung<br />

ist eine individuelle Raumgestaltung<br />

insbesondere im Vorfeld kein Problem.<br />

Auch in Sachen Lärmschutz haben Frank<br />

Psotta und sein Team keine Kompromisse<br />

gemacht. Gekapselte Treppenhäuser<br />

und eine zusätzliche Schalldämmung<br />

für den Aufzug sind nur<br />

einige der Aspekte. Die Tiefgarage<br />

ist durchgängig für E-Mobilität ausgestattet.<br />

„Das in der Praxis bewährte Schrägdach“,<br />

führt Frank Psotta aus, „wird von modernen<br />

Elementen, wie z. B. den in Göttingen eher<br />

seltenen Schiebeläden, ergänzt.“ An Details<br />

wie diesen ist den Architektenhäusern anzumerken,<br />

dass sie eher auf Qualitäts- als auf<br />

Kostenoptimierung ausgelegt sind. „Um die<br />

Verwaltung des Gebäudes einfach zu halten“,<br />

so Psotta, „wird es drei Eigentümergruppen<br />

geben.“<br />

Entstanden ist eine attraktive Adresse im<br />

Westen Göttingens, geeignet für Familien und<br />

ältere Menschen mit Sinn für zukunftsorientierte<br />

Lebensqualität. TEXT: ULRICH DREES/CHARAKTER<br />

KONTAKT<br />

CUBORG2 GBR<br />

An der Stupe 5<br />

37124 Rosdorf<br />

Tel. 0551 50<strong>02</strong>517<br />

info@cuborg.de<br />

www.cuborg.de<br />

Profitieren Sie von der Erfahrung anderer<br />

Unternehmer mit dem modernen Werkzeug<br />

Peer-Board-Advisory.<br />

Nehmen Sie am Kurz-Workshop für<br />

aktive UnternehmerInnen teil:<br />

Netzwerken<br />

Unternehmer-Themen besprechen<br />

Pizza und Vino genießen<br />

Matthias Walter mwalter@thealternativeboard.biz<br />

Oliver Bornemann obornemann@thealternativeboard.biz<br />

Finden Sie hier die Termine<br />

und melden Sie sich an:


aktuelles<br />

faktor-Podcast<br />

Alle zwei Wochen ein inspirierendes Gespräch<br />

faktor Onfire ist der Podcast für Erfolgsgeschichten. Alle zwei Wochen<br />

sprechen Herausgeber Marco Böhme und Redaktionsleiter Christian<br />

Vogelbein mit inspirierenden Menschen aus der Region.<br />

Kornelius Thimm führt in dritter Generation eines der<br />

größten Unternehmen der Region. Neu an der Spitze<br />

der Thimm Holding GmbH + Co. KG schafft er es<br />

zur Amtsübernahme zu Recht auf die Titelseite des<br />

faktor- Magazins im Winter 2<strong>02</strong>2. Damals sprach er mit<br />

uns über die Transformation, vor welcher der Markt<br />

der Ver packungsmittel steht, und darüber, wie die eigene<br />

nachhaltige Zukunft aussieht. Heute fragen wir im<br />

Podcast nach und wollen wissen, wie viel Kornelius<br />

nach Walter und Klaus Thimm mittlerweile im Northeimer<br />

Traditionsunternehmen steckt.<br />

Alica Jacobi ist erfolgreiche Triathletin und heute professionelle Triathlon-Trainerin. Sie berichtet von Reisen als<br />

Jugendliche nach Indien und Südamerika und erklärt, warum sich Menschen der Belastung des Triathlons mit so<br />

großer Leidenschaft aussetzen. Wir erfahren, wie Alica ihre Athleten betreut, Trainingslager organisiert und Sportlern<br />

dabei hilft, ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Außerdem sprachen wir über die Emotionen am Ziel, die Bedeutung<br />

von Körper und Geist im Sport sowie Alicas eigene Reiseerfahrungen und darüber, wie diese sie geprägt haben.<br />

Marc Kerger erzählt im faktor-Podcast, wie er nach der bitteren Niederlage am letzten Spieltag der<br />

Saison 2<strong>02</strong>2/23 geweint hat, als Borussia Dortmund noch die sicher geglaubte Meisterschaft aus<br />

den Händen gegeben hat. Der 52-Jährige ist neuer Vorstand der Einbecker Brauhaus AG und hat die<br />

Nach folge von Martin Deutsch angetreten. Als Führungskraft beim Spirituosenhersteller Hardenberg-<br />

Wilthen AG und beim Traditionsunternehmen Jägermeister kennt sich der gebürtige Dortmunder mit<br />

flüssigen Produkten aus, die eine Geschichte besitzen.<br />

Baron Kempski ist Hotelier und Arzt. Wir haben ihn im Südharz getroffen – die Geschichte dazu<br />

finden Sie auf Seite 80. Im Podcast erzählt er ausführlich von seiner Geschichte vom Arzt zum<br />

Unternehmer. Dabei spricht er offen über die schwierige Beziehung zu seinem Vater und die Werte,<br />

die er heute seinen Kindern mitgeben möchte. Und von seinem ambitionierten Ziel, eine einzigartige<br />

Hotelgeschichte im Südharz zu schreiben.<br />

20 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Verpassen Sie keine neue Folge.<br />

Besuchen Sie die faktor-Website unter<br />

www.faktor-magazin.de/onfire-podcast


Es geht doch nichts<br />

über ein eigenes<br />

Zuhause.<br />

Ihr Weg ins Eigenheim:<br />

mit der Sparkassen-<br />

Baufinanzierung.<br />

In den eigenen vier Wänden zu leben, macht<br />

glücklich – wir machen Ihren Traum wahr.<br />

Lassen Sie sich jetzt beraten.<br />

Weil’s um mehr als Geld geht.


leben<br />

22 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


leben<br />

Alle Hände<br />

voll zu tun<br />

Seit ihrem ersten Training im Jahr 2005 hat<br />

die Göttingerin Jennifer Crowder eine beeindruckende<br />

Basketballkarriere hingelegt. Mit<br />

der Leidenschaft und dem Ehrgeiz, den sie<br />

von ihrer Großmutter geerbt hat, möchte sie<br />

ihren Traum von den Olympi schen Spielen in<br />

Paris verwirklichen. Abseits des Courts<br />

arbeitet sie an einer Karriere als Anwältin –<br />

und für mehr Aufmerksamkeit für den<br />

Frauenbasketball.<br />

TEXT MATTHIAS BRUNNERT<br />

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 23


leben<br />

ennifer Crowder kann sich noch genau an<br />

den Tag erinnern, an dem sie zum ersten<br />

Mal zu einem Basketballtraining ging. „Das<br />

war am 5. April 2005.“ Ihre inzwischen verstorbene<br />

Großmutter Helga Steinert, die selbst erfolgreich<br />

Basketball gespielt hatte, begleitete sie damals<br />

zum ersten Training. „Das begann um 16 Uhr 15“, sagt<br />

Crowder und muss über die Genauigkeit der Zeit angabe<br />

selbst lächeln. „Mein Zahlengedächtnis ist ziemlich<br />

gut“, sagt die heute 28-Jährige. Dieses erste Training vor<br />

fast 20 Jahren sei ihr vor allem deswegen in Erinnerung<br />

geblieben, weil sie als Neuling von der Trainerin gleich<br />

eine besondere Aufgabe bekam: „Zum Trainingsschluss<br />

musste ich die rituellen Abschiedsworte rufen“, sagt<br />

Crowder. Das durfte damals immer das Kind machen,<br />

das als nächstes Geburtstag hatte. Und das war an diesem<br />

Tag sie. Denn wenige Tage später, am 10. April,<br />

wurde Jenny neun Jahre alt.<br />

SCHON ZWEI MONATE NACH DEM START hatte die<br />

sportliche Karriere der Jungbasketballerin ein erstes<br />

Highlight: Ihr Team nahm am traditionellen Miniturnier<br />

24 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


leben<br />

Eine Führungspersönlichkeit ist Jennifer<br />

Crowder auf und neben dem Platz. Für<br />

die Damenmannschaft der BG Göttingen<br />

übernimmt sie Verantwortung und<br />

etabliert sich als Führungsspielerin auf<br />

und neben dem Platz.<br />

» Das ist die Nummer, mit der<br />

meine Oma jahrelang gespielt hat. «<br />

der BG 74 teil. Welche Trikotnummer sie damals trug,<br />

weiß Crowder heute nicht mehr. „Ich habe mir irgendein<br />

Hemd aus der großen Tüte der Trainerin gegriffen.“<br />

Doch bei der anfänglichen Beliebigkeit der Trikotnummer<br />

blieb es nicht: Schon bald entdeckte Jenny die Nummer<br />

7 für sich. „Das ist die Nummer, mit der meine Oma<br />

jahrelang gespielt hat“, sagt Crowder. Mit der ,7‘ spielt<br />

sie bis heute. Hinzu kam, „dass die älteren Jungen mir<br />

den Ball nie zugepasst haben“. Basketball habe sie deswegen<br />

schnell wieder aufgegeben. Mittlerweile, meint<br />

Crowder, können Kinder aber durchaus mit sechs oder<br />

sieben Jahren beginnen, Basketball zu spielen. Denn<br />

heute könne man in fast allen Hallen die Körbe herunterkurbeln.<br />

„Und es gibt auch kleinere, leichtere Bälle<br />

als früher.“<br />

An diese allerersten, eher unschönen Basketballerlebnisse<br />

denkt Crowder aber nur noch selten. Beim<br />

Thema Basketball geht ihr derzeit eher Erfreuliches<br />

durch den Kopf: die Olympischen Spiele, die Ende Juli in<br />

Paris beginnen. Crowder hofft nämlich, dass sie als<br />

Aktive dabei sein kann. Ob es tatsächlich so weit kommt,<br />

sei aber noch offen.<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 25


leben<br />

» Für mich ist es irgendwie normal, als<br />

Aufbauspielerin die Chefin auf dem Feld zu sein. «<br />

FEST STEHT: CROWDER GEHÖRT ZUM KADER der<br />

Spielerinnen, die Ende Juni mit dem gemeinsamen<br />

Training für die Olympischen Spiiele beginnen werden.<br />

Dieser 20-köpfige Kader werde dann schrittweise verkleinert,<br />

sagt die Aufbauspielerin. Am Ende bleiben<br />

zwölf Frauen übrig. Die Chance, dabei zu sein, beziffert<br />

Crowder mit etwa 50 Prozent. Sie sei jedenfalls körperlich<br />

fit und mental gut auf das Turnier vorbereitet. Und:<br />

Sie will in der Vorbereitungszeit 100 Prozent geben, um<br />

in Paris für Deutschland aufzulaufen. „Für mich ist es<br />

immer toll, Teil der Nationalmannschaft zu sein.“<br />

Falls es mit der Olympiateilnahme nichts werden sollte,<br />

wäre das für Crowder zwar eine Enttäuschung, aber<br />

nichts, was sie aus der Bahn werfen würde. „Entweder<br />

ich fahre nach Paris, oder ich mache Urlaub.“<br />

Trotz der Vorliebe für Basketball möge sie auch andere<br />

Sportarten, sagt Crowder. So habe sie vor einiger<br />

Zeit das Bouldern für sich entdeckt. Die Kletterei mache<br />

ihr viel Spaß und fache ihren Ehrgeiz an. Mit viel Einsatz<br />

spiele sie auch regelmäßig Tischtennis gegen ihren Vater<br />

Richard. Ihr Ehrgeiz bekomme dabei aber genauso regelmäßig<br />

einen Dämpfer: „Denn obwohl er eigentlich<br />

von Haus aus Fußballer ist, spielt er viel besser Tischtennis<br />

als ich.“<br />

Sich selbst charakterisiert sich Crowder als „superehrgeizig“.<br />

Sie gebe „immer Vollgas“. Dabei fühle sie<br />

sich aber auch verantwortlich für das Team. Das liege<br />

nicht zuletzt an ihrer Rolle als Aufbauspielerin. Dabei<br />

stehe sie stets in engem Austausch mit BG-Trainerin Ruzica<br />

Dzankic, für die Crowder nur lobende Worte findet.<br />

„Wir tauschen uns aus, was den Trainingsaufbau und die<br />

Taktik angeht. Das klappt gut.“ Dzankic mache einen<br />

Superjob. Sie sei innerhalb kürzester Zeit aus der Rolle<br />

als Spielerin der BG in die Rolle der verantwortlichen<br />

Trainerin hineingewachsen.<br />

SIE FÜHLE SICH IN IHRER ROLLE SEHR WOHL, sagt<br />

Crowder. „Für mich ist es irgendwie normal, als Aufbauspielerin<br />

die Chefin auf dem Feld zu sein.“ Es liege ihr,<br />

ein Team zu führen. „Ich glaube, dass mein Charakter<br />

das hergibt.“ Und: „Point Guards müssen sagen, wo es<br />

langgeht.“ Diese Rolle, die viel Verantwortung mit sich<br />

bringt, nehme sie gerne an.<br />

Wichtig ist es Crowder aber auch zu betonen, welch<br />

bedeutende Rolle die vielen ehrenamtlichen Helferinnen<br />

und Helfer, Trainerinnen und Trainer für die Nachwuchs-<br />

und Jugendarbeit der BG spielen. Auch sie versuche<br />

an dieser Stelle, etwas beizutragen. Sie kümmere sich,<br />

soweit dies zeitlich möglich ist, um das zweite Frauenteam,<br />

in dem junge Talente entwickelt werden sollen.<br />

„Vor allem beim Individualtraining versuche ich, so viel<br />

mitzuwirken, wie es geht“, sagt Crowder.<br />

TROTZ DER WICHTIGEN ROLLE, die Basketball für sie<br />

spiele, sei der Sport aber nicht alles im Leben der 28-Jährigen,<br />

die einen Hochschulabschluss in Philosophie besitzt<br />

und ein Jurastudium abgeschlossen hat. Als wissenschaftliche<br />

Mitarbeiterin an einem Lehrstuhl der juristischen<br />

Fakultät arbeitet sie derzeit an ihrer Promotion<br />

zum Thema ,Regulierung institutioneller Investoren seit<br />

der Finanzkrise‘. Zahlen bleiben also ihr Ding. Mittelfristig<br />

strebt sie eine Karriere als Rechtsanwältin an.<br />

26 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


Ihre Karrieren bringt Jennifer Crowder gut unter einen Hut. Die Göttingerin ist Führungsspielerin bei der BG und in der Basketballerinnen-<br />

Nationalmannschaft. Gleichzeitig promoviert sie in Rechtswissenschaften und bereitet sich so auf ein Leben nach dem Sport vor.<br />

Es sei zwar bisweilen schwierig, Leistungssport, Ausbildung<br />

und Beruf unter einen Hut zu bringen, sagt<br />

Crowder, „aber es ist möglich, jedenfalls in Göttingen.“<br />

Die Spielerinnen der BG haben montags frei, von Dienstag<br />

bis Freitag trainieren sie nur abends, dazu am Samstagvormittag.<br />

Die Spiele finden zumeist am Sonntag statt.<br />

„Wenn ich bei einem Team wäre, das auch europäisch<br />

spielt und man dann unter der Woche reisen muss, wäre<br />

das mit der beruflichen Karriere kaum zu vereinbaren“,<br />

sagt Crowder. Ihr sei es jedenfalls grundsätzlich wichtig,<br />

nicht nur im Sport, sondern auch im Beruf voranzukommen.<br />

Hintergrund: „Im deutschen Frauenbasketball gibt<br />

es zwar einige Vereine, die so viel zahlen, dass die Spielerinnen<br />

ihren aktuellen Lebensunterhalt davon bestreiten<br />

können“, üblich seien in der Frauen-Bundesliga allerdings<br />

nur Saisonverträge über acht Monate. Auf den ersten<br />

Blick könnten diese 3.000 Euro netto pro Monat als<br />

„ganz komfortabel“ erscheinen. „Aber was macht man<br />

ohne Ausbildung dann mit 35 Jahren, wenn die Karriere<br />

beendet ist?“ Und ohnehin: „In Göttingen wird deutlich<br />

weniger gezahlt als bei den meisten anderen Clubs.“ Für<br />

sie sei es jedenfalls richtig, Basketball und Beruf zu kombinieren.<br />

Das sei umso wichtiger, als Basketball eine sehr verletzungsträchtige<br />

Sportart sei, sagt Crowder. Sie selbst<br />

habe schon mehrere schwere Fuß- und Knieverletzungen<br />

erlitten. „Linker Fuß und rechtes Knie sind wohl dauerhaft<br />

beeinträchtigt.“ Mehrere Nasenbeinbrüche erwähnt<br />

sie nur am Rande. Überhaupt sei Basketball in<br />

den vergangenen Jahren immer härter geworden, sagt<br />

Crowder.<br />

3X3 MACHT BASKETBALLER POPULÄRER<br />

Hart zur Sache geht es bisweilen auch bei den in jüngster<br />

Zeit immer beliebteren Turnieren im ,Drei-gegen- drei-<br />

Basketball‘, an denen sie in den vergangenen Jahren außerhalb<br />

der eigentlichen Bundesligasaison wiederholt<br />

teilgenommen hat. „Drei gegen drei auf einen Korb<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 27


leben<br />

» Ich liebe das Spiel als<br />

Wettkampfsport im Team.<br />

Es ist cool, Teil einer<br />

Mannschaft zu sein. «<br />

macht viel Spaß. Es ist ein rasantes Spiel.“ Man müsse<br />

viel schneller Entscheidungen treffen als im herkömmlichen<br />

Basketball. „Das macht viel Spaß.“ Zudem könnte<br />

es helfen, den Sport populärer zu machen. „Ich habe<br />

schon gesehen, dass ein solches Feld am Berg und auf<br />

dem Wasser aufgebaut wird“, sagt Crowder, die gerade<br />

erst ein Turnier in Thailand gespielt hat.<br />

DEUTLICH WENIGER FREUDE hat Crowder, wenn es<br />

um die öffentliche Beachtung des Frauenbasketballs in<br />

Deutschland geht. „Im Fernsehen findet er so gut wie<br />

nicht statt“, kritisiert die 28-Jährige. Und selbst in einer<br />

Basketball-Stadt wie Göttingen fänden die Männer<br />

deutlich mehr Beachtung als die Frauen. In anderen Ländern,<br />

etwa in Spanien, sei das anders. Sie würde sich jedenfalls<br />

freuen, wenn Sportfans, die noch nie beim<br />

Frauen basketball waren, mal zu einem Bundesligaspiel<br />

ihres Teams in die FKG-Halle kämen, um sich persönlich<br />

ein Bild zu machen. Dafür möchte sie einstehen und<br />

vorneweg gehen. Unabhängig von einer möglichen<br />

Olympiateilnahme werde der Basketball einen hohen<br />

Stellenwert in ihrem Leben behalten. Denn: „Ich liebe<br />

das Spiel als Wettkampfsport im Team. Es ist cool, Teil<br />

einer Mannschaft zu sein.“ ƒ<br />

ZUR PERSON<br />

Jennifer Crowder (Jahrgang 1996), spielt<br />

seit dem Jahr 2005 Basketball, davon die<br />

meiste Zeit bei der BG 74 Göttingen. Als<br />

Jugendspielerin wurde sie im Team des<br />

Trainerpaares Sonja und Hans Schoen in<br />

der Altersklasse U15 deutsche Meisterin.<br />

Bereits als 15-Jährige schaffte sie den<br />

Sprung in das BG Damenteam (damals<br />

2. Bundesliga). Nach dem Abitur im Jahr<br />

2014 verließ sie Göttingen Richtung<br />

Hessen, wo sie beim Bundesligisten BC<br />

Marburg und mit Doppellizenz beim<br />

Zweit ligateam Bender Baskets Grünberg<br />

aktiv war. 2015 kehrte sie nach Göttingen<br />

zurück. Seither ist sie Spielmacherin des<br />

BG-Teams (heute Medical Instinct Veilchen),<br />

das in der abgelaufenen Saison<br />

trotz eines der niedrigsten Etats der Liga<br />

den Klassenerhalt in der Bundesliga<br />

schaffte. Neben dem Sport studierte<br />

Crowder Philosophie und Rechtswissenschaften<br />

an der Universität Marburg.<br />

Nach den bestandenen Examina erhielt<br />

sie am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht,<br />

Kartellrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht<br />

eine Stelle als wissenschaftliche<br />

Mitarbeiterin. Voraussichtlich im kommenden<br />

Jahr wird sie ihre Promotion abschließen.<br />

28 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


Alle Infos unter:<br />

stadtwerke-goettingen.de/<br />

fahrradparkhaus<br />

Vor uns die Zukunft!<br />

Safety First<br />

für 's<br />

Fahrrad!<br />

Mit unseren Fahrradboxen und dem<br />

Fahrradparkhaus direkt in der Innenstadt.<br />

Fahrradparkhaus<br />

Hospitalstraße –<br />

Jetzt kostenfrei<br />

testen!<br />

nebenraum.io


PROFIL<br />

PROFIL<br />

Wer Teil dieses glücklichen Teams werden möchte, kann sich über den QR-Code bewerben.<br />

HSP STEUER Göttingen:<br />

Gleichberechtigung als Standard<br />

Bei HSP STEUER in Göttingen steht der partnerschaftliche Teamgeist im Vordergrund. Zu den Grundlagen des<br />

29-köpfigen Teams gehören optimale Arbeitsbedingungen, offene Kommunikation und hohe Motivation.<br />

Die HSP STEUER Göttingen steht für<br />

eine fortschrittliche und zukunftsorientierte<br />

Unternehmenskultur, die<br />

sich in der Chancengleichheit und im fairen<br />

Umgang mit allen Mitarbeitenden widerspiegelt.<br />

Trotz einer Branche, die oft noch von<br />

traditionellen Strukturen geprägt ist, ist es für<br />

unsere Kanzlei selbstverständlich, Talente unabhängig<br />

vom Geschlecht zu fördern.<br />

MIT DREI PARTNERN AN DER SPITZE, darunter<br />

Andrea Hungerland als Geschäftsführerin,<br />

demonstriert die Kanzlei, wie Diversität<br />

in Führungspositionen erfolgreich umgesetzt<br />

wird. Die Ernennung von Simone Klare und<br />

Laureen Albers zu Prokuristinnen ist ein Beleg<br />

für unser Bestreben, die besten Talente zu<br />

erkennen und zu entwickeln. Weiter beeindruckend<br />

sind zwei Kolleginnen, die aktuell den<br />

Weg zum Steuerberaterexamen beschreiten.<br />

Die persönliche und berufliche Entwicklung<br />

aller Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt<br />

unseres Handelns. Dies umfasst die Förderung<br />

von Weiterbildungen und die Integration<br />

modernster Technologien wie der Künstlichen<br />

Intelligenz. Flexible Arbeitsmodelle unterstützen<br />

dabei alle Mitarbeitenden, unabhängig<br />

von ihren individuellen Lebensumständen,<br />

und tragen zu einer ausgewogenen Work-Life­<br />

Balance bei. Unser Kanzleileitbild, geprägt<br />

vom Leitsatz ,Herz | Stärke | Partnerschaft‘,<br />

wird regelmäßig in Besprechungen thematisiert<br />

und gelebt.<br />

DIE ERFOLGSGESCHICHTEN unserer Mitarbeitenden,<br />

wie jene von Andrea Hungerland,<br />

die sich von der Steuerfachangestellten<br />

zur Geschäftsführerin entwickelt hat, oder<br />

Laureen Albers, die sich zur Steuerberaterin<br />

weiterbildete und zur Prokuristin benannt<br />

wurde, sind Beispiele für die umfassenden<br />

Entwicklungsmöglichkeiten bei HSP STEUER<br />

Göttingen. Wir legen auf Spezialisierung und<br />

kontinuierliche Weiterbildung, etwa in digitaler<br />

Fachassistenz, großen Wert.<br />

Ein weiteres Highlight unserer Personalentwicklung<br />

ist das HSP.PLUS-Programm, das<br />

monatliche Webinare zu Themen wie Kommunikation,<br />

Konfliktmanagement, Zusammenarbeit,<br />

Resilienz und Zeitmanagement bietet.<br />

Diese Angebote sind für alle Mitarbeitenden<br />

offen und werden im Rahmen unserer ganzheitlichen<br />

Personalentwicklung geschätzt.<br />

Die HSP STEUER Göttingen ist nicht nur<br />

ein ausgezeichneter Arbeitsplatz, sondern<br />

auch ein Beispiel dafür, wie echte Gleichberechtigung<br />

in der Praxis gelebt wird. Unsere<br />

Bemühungen bestätigen, dass wir in der Gestaltung<br />

einer inklusiven und zukunftsorientierten<br />

Arbeitswelt eine Schlüsselrolle spielen.<br />

KONTAKT<br />

HSP STEUER Göttingen GmbH<br />

Steuerberatungsgesellschaft<br />

Nicole Bockler<br />

Stresemannstraße 28C<br />

37079 Göttingen<br />

Tel. 0551 820807-33<br />

n.bockler@hsp-steuer.de<br />

www.hsp-steuer.de/goettingen


ANZEIGE<br />

Das ICH sind WIR<br />

– nicht nur bei Refratechnik<br />

Personalleiterin Louisa Wetschera setzt Impulse für eine sich ständig<br />

verbessernde Unternehmenskultur bei Refratechnik Cement GmbH.<br />

PROFIL<br />

Sie löscht nicht nur Brände, wenn irgendetwas<br />

in Flammen steht, sie kühlt auch<br />

erhitzte Gemüter runter. Louisa Wetschera<br />

ist Gruppenführerin und aktives Mit ­<br />

glied bei der Freiwilligen Feuerwehr in Adeleb<br />

sen. Seit 2<strong>02</strong>2 ist sie Personalleiterin der<br />

Refra technik Cement in Göttingen. Dass es<br />

den 460 Mitarbeitern gut geht, ist für sie<br />

selbstverständlich.<br />

MIT REICHLICH EMPATHIE macht sie viele<br />

Dinge für die Beschäftigten möglich. Am Herzen<br />

liegt Frau Wetschera, dass das Personal<br />

seine Arbeit an die sich ändernden Lebensumstände<br />

anpassen kann und entwickelt<br />

gerade deshalb ein neues, maximalflexibles<br />

Schichtsystem. Nicht zuletzt, weil sie es selbst<br />

praktiziert und davon überzeugt ist, versucht<br />

sie die Wünsche der Belegschaft nach einer<br />

besseren Verbindung von urbaner Arbeitswelt<br />

und Wohnen im ländlichen Raum möglich zu<br />

machen.<br />

GEMEINSAM MIT IHREM MANN fährt sie<br />

leidenschaftlich gern Mountainbike, ist sehr<br />

sportlich und auch die Gesundheit der Mitarbeiter<br />

ist ihr unter anderem ein Bedürfnis.<br />

Sicherlich auch deshalb hat Frau Wetschera<br />

zahlreiche Benefits wie beispielsweise die<br />

subventionierte Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio<br />

eingeführt, die begeistert aufgenommen<br />

wurde.<br />

Louisa Wetschera<br />

KONTAKT<br />

Refratechnik Cement GmbH<br />

Rudolf-Winkel-Str. 1<br />

37079 Göttingen<br />

Tel. 0551-6941-0<br />

www.refra.com<br />

refra@refra.com<br />

FOTO: CAROLIN LUDWIG FOTOGRAFIE<br />

Fakultät Wirtschaft<br />

DER KARRIERESCHRITT FÜR YOUNG<br />

PROFESSIONALS!<br />

weiterbildender Masterstudiengang<br />

Wirtschaft für Ingenieurinnen<br />

und Ingenieure<br />

berufsbegleitend - 80 % der Lehreinheiten online


leben<br />

Tanja Wulff-Bruhn ,ermittelte‘ ihren ersten<br />

Straftäter schon im Alter von sechs Jahren.<br />

Heute ist sie Polizeipräsidentin in Göttingen<br />

und Vorgesetzte von mehr als 3.000 Mitarbeitern.<br />

Warum sie auch in dieser Funktion noch<br />

Bösewichte im Zug dingfest macht und Frauen<br />

ermutigt, Führungsverantwortung zu übernehmen,<br />

erzählt sie uns nach ihrem ersten Jahr<br />

als oberste Polizistin Göttingens.<br />

Die Überzeugungstä<br />

TEXT MATTHIAS BRUNNERT<br />

FOTOGRAFIE LUKA GORJUP<br />

32 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Tanja Wulff-Bruhn war gerade sechs Jahre<br />

alt, da habe sie ihr erstes Schlüsselerlebnis<br />

mit der Polizei gehabt. „Das war während<br />

eines Urlaubs mit meinen Eltern und<br />

meiner Schwester in Bad Lauterberg im<br />

Harz.“ Zusammen mit ihrem Vater habe sie damals einen<br />

Autoaufbrecher auf frischer Tat beobachtet. „Weil ich mir<br />

das Kennzeichen gemerkt habe, konnte die Polizei den<br />

Täter wenig später festnehmen“, erzählt Wulff-Bruhn.<br />

Zur Belohnung habe sie von den Beamten einen Polizei-Teddybären<br />

bekommen. „Das war damals ganz toll<br />

für mich.“ Wohl auch deshalb habe der Gedanke, später<br />

einmal Polizistin zu werden, sie seit dieser Zeit nicht mehr<br />

losgelassen.<br />

Dabei stamme sie nicht aus einer Polizeifamilie, sagt<br />

Wulff-Bruhn. Im Übrigen hätte es auch näher gelegen,<br />

sich einen Beruf im Rettungswesen zu suchen. „Ich bin<br />

praktisch in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft<br />

groß geworden“, sagt Wulff-Bruhn. Mit ihren<br />

Eltern habe sie sehr früh den Rettungs-Wachdienst der<br />

Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-<br />

Gesellschaft (DLRG) kennengelernt, „und zwar an der<br />

Weser in Vlotho und an zwei großen Badeseen. Sie habe<br />

dort gerne geholfen.<br />

ÜBER UMWEGE ZUR POLIZEI<br />

Der Wunsch, Polizistin zu werden, sei auf Dauer aber<br />

stärker gewesen. Trotzdem wäre aus dem Vorhaben


leben<br />

terin<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 33


leben<br />

beinahe nichts geworden. Denn als Wulff-Bruhn sich<br />

nach dem Abitur für den Polizeidienst in ihrem Heimatbundesland<br />

Nordrhein-Westfalen bewarb, verlief der<br />

Einstellungstest nicht so, wie es sich die junge Bewerberin<br />

vorgestellt hatte: Ihr wurde nach dem Test offenbart,<br />

dass sie – anders als erhofft – nicht für den gehobenen,<br />

sondern ,nur‘ für den mittleren Dienst eingestellt werden<br />

könne.<br />

Die ehrgeizige junge Frau ließ aber nicht locker, fand<br />

für sich eine Lösung. Auch wenn diese einen Umweg bedeutete.<br />

Sie absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau<br />

und bewarb sich bei der Polizei in Niedersachsen.<br />

Dort lief es besser: Sie schloss das im Jahr 1997<br />

begonnene Diplomstudium an der damaligen Fachhochschule<br />

der Polizei in Hann. Münden erfolgreich ab.<br />

„Ich habe die Polizeiarbeit – wie man so schön sagt<br />

– von der Pike auf gelernt.“ Sie durchlief zahlreiche Stationen,<br />

bekleidete verschiedene Posten und merkte dabei<br />

immer deutlicher, „dass ich den für mich richtigen Beruf<br />

ergriffen hatte“.<br />

In diesen ersten Jahren habe sie „nicht im Traum daran<br />

gedacht“, welch steilen Karriereweg sie einmal einschlagen<br />

würde. Denn Bereitschaftspolizei und Streifendienst<br />

erfüllten sie vollkommen, das habe sie „sehr, sehr<br />

gerne“ gemacht. Dort wollte sie bleiben. Ein Masterstudium<br />

an der Deutschen Hochschule der Polizei in<br />

Münster-Hiltrup später war der Startpunkt für die Reise<br />

auf der Karriereleiter Stationen bei der Polizei und im Innenministerium<br />

in Hannover führten sie im April 2<strong>02</strong>3<br />

ins Amt der Präsidentin der Polizeidirektion in Göttingen.<br />

Dort ist sie für sechs große Inspektionen und Tausende<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich.<br />

HANNOVER BLEIBT DIE HEIMAT<br />

Nach Göttingen gezogen ist sie allerdings nicht, sagt<br />

Wulff-Bruhn. Vor allem ihren neun und zwölf Jahre alten<br />

Kindern zuliebe habe sie den Wohnsitz südlich von<br />

Hannover behalten. Aber auch sie selbst fühle sich dort<br />

integriert und zu Hause, reist regelmäßig mit dem Zug<br />

dorthin, wo sie gebraucht wird. „Das klappt relativ gut,<br />

wenn bei der Bahn nicht gerade gestreikt wird“, sagt<br />

Wulff-Bruhn. Von Vorteil sei, dass sie unterwegs am Laptop<br />

viel Arbeit erledigen könne. Hinzu komme, dass auch<br />

Kolleginnen und Kollegen dieselben Züge nutzen. „Da<br />

können wir schon mal berufliche Dinge während der<br />

Fahrt besprechen.“<br />

Bisweilen komme es während der Fahrt auch zu Polizeieinsätzen:<br />

„Wenn die Zugbegleiterinnen oder Zugbegleiter<br />

Fahrgäste erwischen, die ohne Fahrschein unterwegs<br />

sind und die Personalienfeststellung verweigern,<br />

fragen sie über Lautsprecher nach, ob jemand von der<br />

Bundes- oder Landespolizei an Bord ist. Wenn nötig,<br />

springe ich dann auch selbst mal ein“, sagt die Polizeipräsidentin,<br />

die – obwohl sie das in ihrer Funktion<br />

nicht müsste – sehr gerne Uniform trägt. „Das zeigt, dass<br />

ich Polizeivollzugsbeamtin bin.“ Ihre Position bringe allerdings<br />

vor allem Verwaltungsaufgaben mit sich, sagt<br />

Wulff-Bruhn. „Ich leite eine große Behörde mit allen Facetten.“<br />

Als Vorgesetzte von fast 2.600 Vollzugsbeamtinnen<br />

und -beamten sowie rund 500 Verwaltungskräften<br />

gehöre nicht nur die ,operative Polizeiarbeit‘ zu ihren<br />

Aufgaben, sondern auch die Personalwirtschaft, die<br />

Bewirtschaftung der Liegenschaften, der Finanzhaushalt<br />

und die strategische Ausrichtung.<br />

Es hilft, „viele Führungsfunktionen in unterschiedlichen<br />

Bereichen der Polizei kennengelernt und dabei die<br />

Mitarbeitendenführung gelernt“ zu haben, sagt Wulff-<br />

Bruhn. „Im Übrigen darf man sich die Arbeit einer Polizeipräsidentin<br />

nicht so vorstellen, als ob ich die gut<br />

3.000 Kolleginnen und Kollegen unmittelbar lenke und<br />

leite. Das wäre eine Nummer zu groß. Wir sind eine breit<br />

aufgestellte Organisation mit vielen Führungskräften.<br />

Aber es ist mir wichtig, dass ich die Impulse gebe.“<br />

VERANTWORTUNG FÜR FRAUEN ATTRAKTIV MACHEN<br />

Wesentlich sei ihr dabei unter anderem das Thema<br />

,Gleichstellung von Mann und Frau bei der Polizei‘.<br />

„Wir beschäftigen uns viel mit dem Thema Frauen in<br />

Führungsfunktionen, aber auch mit Themen wie Führen<br />

in Teilzeit, Organisationskultur und Fehlerkultur.“ Es<br />

gehe dabei vor allem um die Frage: „Führen wir hier mit<br />

Vertrauen oder mit Befehl und Gehorsam? Letzteres<br />

eben nicht!“<br />

„Wir müssen dabei nicht bei Null anfangen“, sagt<br />

Wulff-Bruhn. Die Führungskräfte der Polizeidirektion<br />

Göttingen hätten bereits vor ihrem Amtsantritt den Weg<br />

hin zu einer modernen Organisation beschritten und<br />

zum Beispiel im Themenfeld Gleichstellung viel vorangebracht.<br />

„Da kann ich anknüpfen“, sagt die Präsidentin.<br />

„Fakt ist: Die Kolleginnen und Kollegen, die vor mir an<br />

der Spitze der Polizeidirektion standen, haben für Frauen<br />

in Führungspositionen viel bewegt.“<br />

Dennoch sei in dieser Hinsicht noch manches zu tun.<br />

„Es passiert nicht von allein, dass Männer und Frauen<br />

gleichermaßen in Führungsfunktionen vertreten sind.<br />

Das hat uns die Vergangenheit gelehrt. Deshalb haben<br />

wir uns selbst einen anspruchsvollen und zielstrebigen<br />

Gleichstellungsplan als strategische Zielformulierung erstellt,<br />

um bei der Polizeidirektion Göttingen noch mehr<br />

Kolleginnen in Führungspositionen zu kriegen.“<br />

EIN GROSSES NETZWERK<br />

Die vielfältige und bisweilen auch zeitintensive Aufgabe<br />

der Polizeipräsidentin mit ihren Aufgaben als alleinerziehende<br />

Mutter zu koordinieren, sei bisweilen sehr anspruchsvoll,<br />

sagt Wulff-Bruhn. Sie habe allerdings viel<br />

Unterstützung durch Familie, Freundinnen und Nachbarn.<br />

„Es ist ein großes Netzwerk. Das funktioniert gut.“<br />

Auch sie selbst versuche, sich so weit wie irgend möglich<br />

einzubringen, nicht nur im Freundeskreis, sondern auch<br />

34 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


leben<br />

» Führen wir hier mit Vertrauen oder mit Befehl<br />

und Gehorsam? Letzteres eben nicht! «<br />

beim Sport. Als ehemalige Leistungsschwimmerin engagiere<br />

sie sich für ihren Sport, trainiere regelmäßig Kinder<br />

und Jugendliche und begleite sie am Wochenende zu<br />

Wettkämpfen.<br />

„Manchmal schwimme ich auch selbst noch“, sagt<br />

Wulff-Bruhn. Zudem spiele sie Tennis. „Und ich laufe<br />

auch gerne.“ Erst kürzlich sei sie Mitglied einer Marathonstaffel<br />

gewesen. Und in Göttingen hat die Polizeipräsidentin<br />

im vergangenen Sommer am ,Great Barrier Run‘<br />

teilgenommen, der inzwischen in ,Obstacle City Run‘ umbenannt<br />

wurde. „Ich hatte viel Spaß dabei, aber es ist irgendwie<br />

auch eine Quälerei.“<br />

Ob sie in diesem Jahr wieder an der Veranstaltung teilnehmen<br />

wird, lässt Wulff-Bruhn offen. Fest steht für sie:<br />

„Ich mache meine Arbeit bei der Polizei, die nicht nur ein<br />

Job für mich ist, sondern gewählte Berufung, sehr, sehr<br />

gerne. Ich gehe jeden Tag mit Motivation zum Dienst und<br />

kann mir beruflich nichts anderes vorstellen.“ Damit<br />

möchte sie auch andere Männer und Frauen ermutigen<br />

und inspirieren. ƒ<br />

ZUR PERSON<br />

Tanja Wulff-Bruhn stammt aus Nordrhein-Westfalen.<br />

Nach dem Abitur<br />

machte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau.<br />

1997 wurde sie in den<br />

niedersächsischen Polizeidienst aufgenommen.<br />

Sie absolvierte ihr Studium<br />

an der Fachhochschule in Hann. Münden.<br />

Anschließend durchlief sie zahlreiche<br />

berufliche Stationen: Bei der<br />

Bereitschaftspolizei, im Einsatz- und<br />

Streifendienst, im Ermittlungsdienst<br />

sowie als Sachbearbeiterin im Behördenstab<br />

der Polizeidirektion Hannover.<br />

Es folgten verschiedene Führungsfunktionen<br />

im gehobenen Dienst,<br />

darunter als Dienstschichtleiterin im<br />

Einsatz- und Streifendienst.<br />

Von 2008 bis 2010 absolvierte<br />

Wulff-Bruhn ein Masterstudium<br />

an der Deutschen Hochschule der<br />

Polizei in Münster-Hiltrup. Danach<br />

übernahm sie die Leitung des Technik-Dezernats<br />

der Polizeidirektion<br />

Osnabrück. Nach der Rückkehr zur<br />

Polizeidirektion Hannover leitete sie<br />

Teile des Einsatzdezernats.<br />

Weitere Stationen waren die Leitung<br />

einer Kriminal-Fachinspektion<br />

in Hanno ver, die Leitung des Polizeikommissariats<br />

Hannover-Lahe sowie<br />

die Leitung der Bereitschaftspolizei-<br />

Hundertschaften in Niedersachsen.<br />

Nach einer Station im Innenministerium<br />

als Leiterin des Referats Einsatz<br />

und Verkehr wurde sie zum 1. April<br />

vergangenen Jahres Chefin der Polizeidirektion<br />

Göttingen.<br />

Wulff-Bruhn wohnt in der Region<br />

Hannover. Sie ist alleinerziehende<br />

Mutter zweier schulpflichtiger Kinder.<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 35


PROFIL<br />

GSPublisherVersion 0.93.100.98<br />

/Volumes/Daten/1 Projekte/A laufende Projekte/GÖ-GLS Groner Landstraße/3 Entwurf/3 CAD/1 aktuelle Version/221130_GÖ-GLS Entwurf.pln • Visualisierungen<br />

GÖ-GLS •<br />

Neubau eines B<br />

ANZEIGE<br />

GÖ-GLS • Groner Landstraße<br />

Neubau eines Büro- und Wohngebäudes<br />

+ 147,90 m ü.NN<br />

1.00 cm<br />

LIEGENSCHAFT<br />

FLURSTÜCK NR.<br />

Groner Landstraße 37, 37081 Göttingen 2069, 2095<br />

BAUHERR<br />

ARCHITEKTEN<br />

FACHSPARTE<br />

Architektur<br />

PLANINHALT<br />

PLANNUMMER<br />

Marion Talmeier<br />

& Dr. Markus Thiele<br />

Leinestraße 37<br />

37073 Göttingen<br />

Tel 055179755351<br />

Baufrösche<br />

Architekten und Stadtplaner GmbH<br />

Lange Straße 90<br />

34131 Kassel<br />

Tel 0561 93799-0<br />

PHASE<br />

Entwurf<br />

DATUM<br />

09.12.2<strong>02</strong>2<br />

UNTERSCHRIFT BAUHERR<br />

UNTERSCHRIFT ARCHITEKT<br />

Die Bauzeichnungen zeigen bereits die Vision. Hier entsteht das Wohn- und Geschäftshaus an der Groner Landstraße<br />

Perspektive 01 - Straßenseite<br />

GÖ-GLS A3 - 9VI_01<br />

/Volumes/Daten/1 Projekte/A laufende Projekte/GÖ-GLS<br />

Stadtvilla<br />

Groner Landstraße/3 Entwurf/3 CAD/1 aktuelle Version/221130_GÖ-GLS Entwurf.pln • Visualisierungen<br />

an der Leine<br />

DIN A 3<br />

.93.100.98<br />

– mehr als nur eine Adresse<br />

MASSSTAB<br />

VISUALISIERUNGEN: BAUFRÖSCHE<br />

LIEGENSCHAFT<br />

Groner Landstraße<br />

BAUHERR<br />

ARCHITEKTEN<br />

FACHSPARTE<br />

Architektur<br />

PLANINHALT<br />

PLANNUMMER<br />

M<br />

&<br />

Le<br />

37<br />

Te<br />

B<br />

Ar<br />

La<br />

34<br />

Te<br />

PH<br />

En<br />

Perspektive<br />

GÖ-GLS A3<br />

In diesem Jahr feiert ImmoRentabel sein fünfzehnjähriges Bestehen. Marion Talmeier, die<br />

Inha berin, hat sich für dieses Jubiläum etwas Besonderes ausgedacht – den Neubau<br />

eines Wohn- und Geschäftshauses an der Groner Landstraße!<br />

„<br />

Ich bin gespannt auf die Menschen, die<br />

mit uns in der GLS 37 wohnen und arbeiten<br />

werden“, sagt Marion Talmeier.<br />

,GLS 37‘ steht für ein modernes Bauprojekt<br />

an der Leine – für eine Stadtvilla in der<br />

Groner Land straße 37. Bahnhofs- und zentrumsnah<br />

und doch im Grünen, dazu mit gehobenem<br />

Ausbau standard: Das ist die Kombination,<br />

für die sich Talmeier entschieden hat.<br />

Das Wohn- und Geschäftshaus wird für seine<br />

Bewohner mehr als nur ein Mietobjekt sein.<br />

„Es soll ein echtes Zuhause werden“, sagt Talmeier,<br />

„ein Ort zum Arbeiten und Wohlfühlen,<br />

an dem Menschen zu einer Community<br />

zusammenwachsen, die mehr verbindet als<br />

nur eine gemeinsame Adresse.“ 2018 kam die<br />

Idee dazu, erste Entwürfe entstanden. Inzwischen<br />

ist der Rohbau nahezu fertiggestellt.<br />

Talmeier ist öffentlich bestellte und vereidigte<br />

Sachverständige für Grundstücksbewertungen<br />

und Auktionatorin – sie kennt den Immobilienmarkt<br />

und weiß, worauf es ankommt:<br />

„Lebensqualität steht und fällt mit einer guten<br />

Umgebung, im Privaten wie im Beruflichen –<br />

und da setze ich an.“<br />

GEWERBLICHE FLÄCHEN SUCHEN MIETER<br />

Insgesamt stehen in der GLS 37 vier Gewerbeeinheiten<br />

mit dreimal rund 40 und einmal<br />

etwa 25 Quadratmetern zur Verfügung. „Soll-


ANZEIGE<br />

PROFIL<br />

Marion Talmeier ist öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige<br />

für Grundstücksbewertungen und Auktionatorin.<br />

FOTO: MIRIAM MERKEL<br />

» Ich fühle mich bei Marion Talmeier in guten<br />

Händen, und das ist wichtig für mich! «<br />

Stimme einer Kundin<br />

te eine Fläche nicht ausreichen, kann sie mit<br />

anderen kombiniert werden“, sagt Talmeier.<br />

Sie betrachtet nicht nur die Unternehmer aus<br />

der Region als ihre Zielgruppe: „Mit der verkehrsgünstigen<br />

Lage sind die Einheiten ideal<br />

für Gastprofessoren oder Mitarbeiter hiesiger<br />

Unternehmen, die temporär in der Stadt sind.<br />

Die Fläche im Erdgeschoss mit kleiner Terrasse<br />

eignet sich für ein Geschäft oder ein kleines<br />

Café, und im Dachgeschoss könnte ich mir<br />

ein Start-up vorstellen.“<br />

Mit dem Erstbezug profitieren Gewerbewie<br />

Wohnungsmieter von der erstklassigen<br />

technischen Ausstattung und der allen energetischen<br />

Vorgaben entsprechenden Bauweise.<br />

Das voll unterkellerte Projekt bietet einen<br />

ausgewogenen Wohnungsmix: ein bis drei<br />

Zimmer, Wohnflächen von ca. 35 bis 120 Quadratmetern.<br />

Alle Einheiten sind barrierefrei<br />

zu erreichen – zur zeitgenössischen Ausstattung<br />

gehören zudem bodentiefe Fenster, eine<br />

Fußbodenheizung und ein Balkon. In der Erdgeschosswohnung<br />

werden die neuen Mieter<br />

ihren eigenen Garten mit Ausrichtung zur Leine<br />

genießen können. Ebenerdige Fahrradstellplätze<br />

in dem von außen erreichbaren Keller<br />

und jeweils ein Stellplatz in der begrünten Carportanlage<br />

vervollständigen das Mietangebot.<br />

15 JAHRE IMMORENTABEL –<br />

EMOTIONEN, TRÄUME, WÜNSCHE<br />

„Ich bin durchaus ein wenig stolz, seit 15 Jahren<br />

mit meinem Unternehmen als ‚One- Woman-<br />

Show‘ auf dem Markt aktiv und erfolgreich zu<br />

sein.“ Mehr als 450 Mietverträge hat sie seither<br />

in ganz Deutschland für ihre Auftraggeber<br />

unter Dach und Fach gebracht und ist selbst<br />

Vermieterin. „Aus den Erfahrungen der vergangenen<br />

Jahre weiß ich, welche Bedürfnisse<br />

Mieter haben. Diese Bedürfnisse versuche ich<br />

zu erfüllen“, fügt sie hinzu.<br />

Die gebürtige Bochumerin ist inzwischen<br />

zur überzeugten Göttingerin geworden: „Die<br />

Stadt ist mir einfach ans Herz gewachsen,<br />

ihre Menschen, die Stimmung, einfach alles.<br />

Und mein Job macht mir großen Spaß. Ich<br />

blicke hinter so viele Fassaden, und die bestehen<br />

aus viel mehr als nur Steinen. Es sind<br />

Emotionen, Träume und Wünsche, die sich<br />

dahinter vereinen.“<br />

Bei der individuellen Beratung helfen der<br />

ImmoRentabel-Inhaberin auch ihre eigenen<br />

Lebenserfahrungen, um Kundenwünsche umzusetzen:<br />

„Das Leben ist manchmal intensiv.<br />

Das habe ich 2014 nach meinem fünfjährigen<br />

Geschäftsjubiläum selbst erfahren müssen.“<br />

Deshalb hat sie als Sachverständige viel Verständnis<br />

für ihre Kunden, wenn eine Immobilie<br />

etwa im Zusammenhang mit einem Todesfall<br />

oder einer Trennung bewertet werden<br />

muss.<br />

MIT DEM STADTVILLA-PROJEKT fügt sich<br />

für Talmeier beruflich alles zusammen: Projektentwicklung,<br />

Finanzierung, Bauvertragsgestaltung,<br />

steuerliche Optimierung und die<br />

Aufgabe, etwas komplett Neues zu schaffen.<br />

„Ich habe bei der Entwicklung unseres Projekts<br />

unter anderem Mikro-Apartments in den<br />

größeren Metropolen vor Augen gehabt oder<br />

auch an den Büroalltag gedacht, in dem nie<br />

alle Schreibtische besetzt sind.“ Daraus hat<br />

sie ein Konzept entwickelt, das nicht auf immer<br />

mehr Quadratmeter setzt, sondern auf<br />

moderne und nachhaltige Flächen, die durch<br />

geschickte Möblierung vielfältig und den<br />

Situationen entsprechend genutzt werden<br />

können. Als Beispiel nennt sie ein Akademiegebäude<br />

in Freiburg, dessen Erdgeschossbereich<br />

tagsüber als Seminarfläche und abends<br />

als Tanzschule dient.<br />

FÜR TALMEIER GEHT MIT der Realisierung<br />

der Stadtvilla an der Leine ein kleiner Traum<br />

in Erfüllung. „Ich freue mich sehr über das<br />

Projekt und bin sicher, dass sich die künftigen<br />

Mieter wohl fühlen werden.“<br />

Weitere Details werden ab dem 1. Juli <strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

auf www.immorentabel.de veröffentlicht, Anfragen<br />

sind ab dann auch per E-Mail möglich.<br />

KONTAKT<br />

ImmoRentabel<br />

Marion Talmeier<br />

Leinestraße 37<br />

37073 Göttingen<br />

Tel. 0551 79755351<br />

info@immorentabel.de<br />

www.immorentabel.de


mensch leben<br />

FOTOS: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

Die Sängerin Barbara folgte der Einladung nach Göttingen nur widerwillig. Am Ende fühlte sie sich jedoch so inspiriert, dass sie ihr berühmtes Chanson<br />

,Göttingen‘ schrieb und damit maßgeblich die deutsch-französische Freundschaft beeinflusste.<br />

38 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen leben<br />

Barbaras ,Göttingen‘ –<br />

die Hymne der deutschfranzösischen<br />

Freundschaft<br />

Vor 60 Jahren folgte die französische Sängerin Barbara einer Einladung nach<br />

Göttingen nur widerwillig. Trotz anfänglicher Vorbehalte entwickelte sich<br />

ihr Besuch dennoch zu einem bewegenden Erlebnis, das sie dazu inspirierte,<br />

das Chanson ,Göttingen‘ zu schreiben. Das Lied wurde zu einem Symbol der<br />

deutsch- französischen Freundschaft und trug zur Versöhnung der Nationen bei.<br />

TEXT ANNA SCHLENKER<br />

1964folgte die Künstlerin Barbara der Einladung<br />

Gunther Kleins, des Leiters des Jungen Theaters<br />

in Göttingen, nicht nur äußerst widerwillig, sondern<br />

auch mit einigen Vorbehalten und einer heute noch bekannten<br />

Bedingung. Die bekannte Sängerin, die als<br />

Monique Andrée Serf 1930 in Paris geboren wurde, verlangte<br />

für ihren Auftritt in Göttingen die Bereitstellung<br />

eines schwarzen Salonflügels. Erfreut, die erfolgreiche<br />

französische Sängerin von einem Auftritt in Südniedersachsen<br />

überzeugt zu haben, willigte Klein ein. Wie ausgemacht<br />

traf Barbara im Juli desselben Jahres in der<br />

Universitätsstadt ein, bereit, einen Abend lang für das<br />

Göttinger Publikum aufzutreten. Als Klein ihr vor ihrem<br />

Auftritt anbot, ihr die Stadt zu zeigen, lehnte sie jedoch<br />

vehement ab – sie wollte nichts davon sehen. Sie schien<br />

sich sichtlich unwohl zu fühlen – und das besserte sich<br />

auch nicht, als sie sah, was man für sie auf der Bühne<br />

bereitgestellt hatte.<br />

ANSTELLE DES VERLANGTEN FLÜGELS thronte auf der<br />

Bühne ein mächtiges Klavier, welches es der Sängerin unmöglich<br />

machte, ihr Publikum zu sehen – oder von ihm<br />

gesehen zu werden. Barbara weigerte sich, unter diesen<br />

Umständen zu singen, der Flügel sei eine Bedingung für<br />

ihren Auftritt gewesen. Auch die Bitten und Entschuldigungen<br />

des Theaterleiters können sie nicht umstimmen.<br />

In ihren Memoiren beschreibt sie ihr eigenes damaliges<br />

Verhalten nicht als Laune, sondern als eine „absolute<br />

Unmöglichkeit“. Mit zunehmender Verzweiflung erklärte<br />

Gunther Klein ihr die Situation: Aufgrund eines kurzfristigen<br />

Streiks der Klaviertransporteure sei es leider<br />

unmöglich gewesen, den gewünschten Flügel herbeizuschaffen.<br />

Als der Abend weiter voranschritt und sich keine<br />

Lösung abzeichnete, boten sich zehn Göttinger Studenten<br />

an, den Flügel einer alten Dame herbeizubringen. Barbara<br />

schien damit zufrieden. Auch die Tatsache, dass das<br />

Publikum nach wie vor auf seinen Plätzen wartete, schien<br />

sie zu beeindrucken. Gesagt, getan, unter großen Mühen<br />

wurde der versprochene Flügel herbeigeschafft, und die<br />

Sängerin sah sich nun in der Lage aufzutreten. Nach dem<br />

tosenden Applaus, der ihrer Darbietung zu Ehren wurde,<br />

veränderte sich die Haltung der Künstlerin zu Göttingen.<br />

SIE VERLÄNGERTE IHREN AUFENTHALT in der Stadt an<br />

der Leine, besuchte das Haus der Brüder Grimm, deren<br />

Märchensammlung sie aus ihrer eigenen Kindheit kannte,<br />

und verfasste am letzten Tag das berühmte Chanson<br />

,Göttingen‘, welches sie ebenfalls unter großem Beifall<br />

im Jungen Theater vortrug. Aufgenommen wurde es<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 39


leben<br />

FOTOS: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

Der schwarze Flügel war Voraussetzung, damit Barbara (links) überhaupt nach Göttingen kommt. Göttinger Sudenten liehen ihn<br />

von einer älteren Dame aus und besänftigten so die französische Künstlerin.<br />

Die Wirkung dieses Chansons hatten damals wahrscheinlich weder<br />

Barbara noch Gunther Klein erahnt.<br />

40 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


leben<br />

An der Weender Straße pulsierte in den 1960er-Jahren das<br />

Göttinger Musikherz, und auch Barbara verliebte sich in die<br />

Unistadt – und in Deutschland.<br />

FOTOS: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

später in ihrer Heimat in Frankreich. Die Wirkung dieses<br />

Chansons hatten damals wahrscheinlich weder Barbara<br />

noch Gunther Klein erahnt.<br />

In Deutschland mag dieses Lied – außerhalb von Göttingen<br />

– heute nur wenigen bekannt sein. In Frankreich<br />

hingegen feierte Barbara damit einen riesigen Erfolg.<br />

,Göttingen‘ wurde zu einem der wichtigsten Werke ihrer<br />

Karriere und leistete einen wesentlichen Beitrag zur<br />

Völkerverständigung und Aussöhnung von Deutschland<br />

und Frankreich nach 1945. Anlässlich des 40. Jahrestages<br />

des Élysée-Vertrages von 1963 zitierte der damals amtierende<br />

deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder während<br />

einer gemeinsamen Sitzung des Deutschen Bundestages<br />

und der französischen Assemblée Natio nale in Versailles<br />

aus diesem Stück. Damit verknüpfte Schröder zwei<br />

Dimensionen der Aussöhnung zwischen Deutschland und<br />

Frankreich. Einmal die Aussöhnung auf politischer Ebene<br />

und einmal die auf der menschlichen Ebene, welche von<br />

Barbara durch ihr Lied maßgeblich unterstützt wurde.<br />

Durch das Werk von Barbara nahm die Bekanntheit<br />

der Universitätsstadt in Frankreich zu. Tatsächlich aber<br />

waren dies in Göttingens Stadtgeschichte nicht die ersten<br />

Berührungspunkte mit Frankreich.<br />

ANFANG DES 19. JAHRHUNDERTS, als ganz Europa<br />

von den Folgen der Französischen Revolution erschüttert<br />

wurde, erreichten deren Auswirkungen auch die<br />

Stadt an der Leine. Napoleon Bonaparte und seine Feldzüge<br />

hatten unter anderem das Ende des Heiligen Römischen<br />

Reiches Deutscher Nation zur Folge, welchem<br />

auch die Stadt Göttingen als Teil des Kurfürstentums<br />

Hannover angehört hatte – an dessen Stelle trat das<br />

1806 neu gegründete Königreich Westphalen mit der<br />

Hauptstadt Kassel. Die Stadt Göttingen wurde zur<br />

Hauptstadt des Leine-Departements. Westphalen unterstand<br />

damit der Herrschaft von Napoleons Bruder, Jérôme<br />

Bonaparte, der sich mehrmals in Göttingen aufhielt.<br />

Allerdings erfreute sich der neue König keiner großen<br />

Beliebtheit, und die Zeremonien, die seinem Besuch zu<br />

Ehren abgehalten wurden, werden eher als „leidenschaftslose<br />

Pflichtbeflissenheit“ beschrieben.<br />

Fast wäre unter dem französischen System auch die<br />

Georgia Augusta verändert worden, was ihren bis dato<br />

etablierten Organismus praktisch zerstört hätte. Dem<br />

konnte vermutlich auch dadurch entgegengewirkt werden,<br />

dass der dafür zuständige Beamte in Kassel ein ehemaliger<br />

Göttinger Student war.<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 41


leben<br />

FOTOS: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

Im Jungen Theater in Göttingen trat Barbara (4. v. l.) auf.<br />

Indes fiel die Anzahl der Studierenden bis 1809 auf<br />

einen ersten Tiefstand, u. a. weil der Widerstand gegen<br />

die französischen Besatzer vor allem in den akademischen<br />

Kreisen stattfand – wenn meist wohl hinter vorgehaltener<br />

Hand.<br />

Die Besatzungszeit sollte nicht von langer Dauer sein.<br />

Napoleons Herrschaft über Europa endete mit dem verheerenden<br />

Russlandfeldzug, und 1813 wurden auch die<br />

letzten französischen Soldaten aus Göttingen abgezogen.<br />

Das Königreich Westphalen brach zusammen und das<br />

ehemalige Kurfürstentum Hannover, zu dem vor Napoleons<br />

Einmarsch auch Göttingen gehört hatte, wurde<br />

1814 auf dem Wiener Kongress zum Königreich erhoben.<br />

IM JAHR 1914 WURDE IN GÖTTINGEN, wie in vielen anderen<br />

Teilen Deutschlands, der Erste Weltkrieg vorwiegend<br />

begeistert begrüßt, besonders ein Gros der Professorenschaft<br />

hatte sich vom Nationalismus mitreißen<br />

lassen. Doch in der Stadt an der Leine kehrte bald<br />

Ernüchterung ein. Mangel und Hunger wurden immer<br />

häufiger, die Todes- und Vermisstenmeldungen nahmen<br />

zu. Die Spuren des Krieges ließen sich bald auch in Göttingen<br />

ablesen: Im Lönsweg, im heutigen Ebertal, wurde<br />

ein Kriegsgefangenenlager für insgesamt 10.000 Personen<br />

errichtet, die Gefangenen waren größtenteils französische,<br />

belgische und englische Soldaten. 1917 wurden<br />

die französischen Kriegsgefangenen unter anderem als<br />

Zwangsarbeiter für den Bau der Lokhalle eingesetzt.<br />

Das Ende des Krieges, welches nach den Materialschlachten<br />

und dem Steckrübenwinter auch viele Göttinger<br />

Bürger herbeigesehnt hatten, wurde von vielen<br />

Professoren der Georgia Augusta kritisiert. Noch wenige<br />

Tage vor der Kapitula tion hatten Rektor und Senat ein<br />

Telegramm mit Durchhalteparolen an die Reichsregierung<br />

gesandt. Und auch nach 1918 fiel es den Deutschen<br />

sichtlich schwer, die Niederlage des Weltkrieges zu<br />

akzeptieren. Das galt insbesondere für die Professoren<br />

und Studierenden der Georg-August-Universität. Hier<br />

wurde die Demokratie der Weimarer Republik und der<br />

,Schandvertrag‘ von Versailles abgelehnt und kritisiert.<br />

Früh verschob sich in Göttingen das politische Spektrum<br />

nach rechts. Der Hass auf den sogenannten Erbfeind<br />

Frankreich war stärker denn je zu spüren. Die Schmähdemonstra<br />

tionen von 1929 – anlässlich des zehnten Jahrestags<br />

des Friedensvertrags von Versailles – waren nur<br />

ein Beispiel dafür.<br />

National und völkisch gerichtete Organisationen hatten<br />

in Göttingen schon in den frühen 1920er-Jahren viel<br />

Anklang gefunden – 1922 wurde die SA in Göttingen<br />

ge gründet. Daher hatte die NSDAP nach der Ernennung<br />

Hitlers zum Reichskanzler in der Universitätsstadt wenig<br />

Mühe, die während der Weimarer Republik auf gebauten<br />

Machtstrukturen zu zerschlagen. Schnell machten sich in<br />

Göttingen Terror, Verfolgung und Diskriminierung breit,<br />

wie auch eher links gerichtete oder jüdische Angehörige<br />

und Professoren der Universität am eigenen Leib erfahren<br />

mussten. Die NS-Diktatur endete erst 1945 nach<br />

dem verlorenen Zweiten Weltkrieg.<br />

ES WAR DAS LEID, welches die Deutschen über Frankreich<br />

und insbesondere ihre eigene Familie brachten, das<br />

Barbara vor ihrem Auftritt in Göttingen Unbehagen<br />

42 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


leben<br />

FOTOS: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

Die erste Platte mit dem berühmten Chanson erreicht Göttingen 1967.<br />

Im Jahre 1967 kehrte sie noch einmal in die kleine Stadt an der Leine zurück<br />

und trat nun in der ausverkauften Stadthalle auf.<br />

machte. Sie und ihre Familie hatten den Zweiten Weltkrieg<br />

miterlebt, sind vor der Wehrmacht und den drohenden<br />

Deportationen quer durchs Land geflohen. Ihre<br />

Familie wurde dabei mehrfach getrennt, stets mussten<br />

sie Denunzierungen fürchten. Denn Monique Andrée<br />

Serf, die sich erst zum Andenken an ihre Großmutter<br />

Barbara nannte, wurde in eine ukrainischstämmige, jüdische<br />

Familie geboren. Wenn man diesen Umstand bedenkt,<br />

erklärt sich im Nachhinein ihre zunächst ablehnende<br />

Haltung bezüglich Kleins Einladung, in Deutschland<br />

aufzutreten. Weshalb sie letztlich doch zusagte, hat<br />

sie in ihren Memoiren nicht festgehalten. Wahrscheinlich<br />

hat niemand, am wenigsten Barbara selbst, mit dem<br />

Fortgang ihres Aufenthalts, dessen Verlängerung und des<br />

dabei entstehenden Chansons gerechnet.<br />

,Göttingen‘ ist von Barbara als Liebeslied an die Stadt<br />

und deren Bewohner verfasst und gewann in Frankreich<br />

schnell an Bekanntheit. Im Jahr 1967 kehrte die Sängerin<br />

noch einmal in die kleine Stadt an der Leine zurück<br />

und trat nun in der ausverkauften Stadthalle auf. Dieser<br />

Auftritt wurde sogar von dem Radiosender France Inter<br />

live übertragen. 20<strong>02</strong> ließ der damalige franzö sische<br />

Staatssekretär Xavier Darcos das Lied sogar in das offizielle<br />

Schulprogramm der Vor- und Grundschule<br />

aufnehmen, ein wichtiger Grund, weshalb Barbaras<br />

Göttingen-Lied in Frankreich noch heute unter den Jüngeren<br />

bekannt ist.<br />

DIE BESONDERE VERBINDUNG zwischen Göttingen und<br />

Frankreich lässt sich auch in den Städtepartnerschaften<br />

der Stadt Göttingen wiederfinden. Seit 1983 verbindet<br />

Göttingen eine Partnerschaft mit dem französischen Pau,<br />

die noch heute einigen Jugendlichen, insbesondere<br />

Sportlern, einen häufig prägenden Austausch ermöglicht.<br />

Im Jahr 2017 waren beispielsweise junge Radsportler<br />

aus Göttingen in Pau – im Gegenzug besuchten 2018<br />

junge Kanufahrer aus Pau ihre deutsche Partnerstadt<br />

und paddelten auf der Leine.<br />

Umgesetzt wurde dieser Austausch vom Stadtsportbund.<br />

Doch auch die Jugend abteilung der Freiwilli-<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 43


leben<br />

FOTOS: STÄDTISCHES MUSEUM GÖTTINGEN<br />

ZUR PERSON<br />

Barbara, geboren als Monique Andrée<br />

Serf, war eine der bedeutendsten französischen<br />

Chanson-Sängerinnen des<br />

20. Jahrhunderts. Ihre Karriere begann<br />

in den 1950er-Jahren in Pariser Kabaretts,<br />

wo sie schnell durch ihre tief<br />

emotionale und ausdrucksstarke Stimme<br />

bekannt wurde. Ein entscheidender<br />

Moment ihrer Karriere war ihr Auftritt<br />

im Jahr 1964 im Jungen Theater in<br />

Göttingen, bei dem sie das berühmte<br />

Chanson ,Göttingen‘ schrieb. Dieses<br />

Lied wurde ein Symbol der Versöhnung<br />

zwischen Deutschland und<br />

Frankreich und verhalf Barbara zu internationaler<br />

Anerkennung. Barbara<br />

starb am 24. November 1997 in<br />

Neuilly-sur-Seine, Frankreich.<br />

gen Feuerwehr Weende pflegt regelmäßigen Kontakt zu<br />

ihrem Pendant in Pau, und auch viele Schulen sowie die<br />

Georg-August-Universität bieten Austauschprogramme<br />

in die Partnerstadt an. Die Uni unterstützt sowohl deutsche<br />

als auch französische Studierende im Rahmen eines<br />

deutsch-französischen Doppelmasterprogramms.<br />

BARBARA SPIELT AUCH HEUTE NOCH in Göttingen<br />

eine Rolle, so werden beispielsweise Stadtführungen<br />

,Auf den Spuren der französischen Sängerin Barbara‘ angeboten.<br />

Außerdem bietet der Göttinger Tourismusverband<br />

am Tag der deutsch-französischen Freundschaft,<br />

dem 22. Januar, eine Stadtführung auf Französisch an.<br />

Die ,Journée de l'amitié franco-allemande‘ besucht dabei<br />

die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Des Weiteren findet<br />

sich in Göttingen eine Deutsch-Französische Gesellschaft,<br />

die anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des<br />

Élysée-Vertrages eine Ausstellung in der VHS Göttingen<br />

anbot. Die Gesellschaft ist auch auf verschiedenen<br />

sozialen Netzwerken aktiv und informiert und diskutiert<br />

in Lesungen, veranstaltet Ausflüge oder Chanson abende.<br />

Hieran lässt sich gut erkennen, welche besondere Rolle<br />

die deutsch-französische Freundschaft, die eben nicht<br />

zuletzt von der Sängerin Barbara durch ihren Auftritt in<br />

Göttingen vorangetrieben wurde, noch heute spielt.<br />

SICHERLICH WAR ES NICHT Barbaras Absicht, einen<br />

Teil zur Völkerverständigung der beiden schon so lange<br />

verfeindeten Nationen beizutragen. Aber vielleicht war<br />

gerade dies der ausschlaggebende Punkt, weshalb das<br />

Chanson sowohl in Frankreich als auch in Göttingen so<br />

begeistert aufgenommen wurde. Nie sollte es die Vergangenheit<br />

vergessen machen, ganz im Gegenteil. Das<br />

Lied sollte stets daran erinnern, einander vergeben und<br />

in Zukunft ohne Krieg und Verfolgung miteinander in<br />

Europa leben zu können. ƒ<br />

44 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


ANZEIGE<br />

Wenn weniger Tageslicht<br />

mehr<br />

Sehen<br />

bedeutet<br />

Die Lichtblick Sonnenschutzsys teme<br />

GmbH aus Heiligenstadt ist<br />

Spezialist für die Konzeption, Beratung<br />

von Blend- und Sonnenschutzsystemen.<br />

Gefertigt werden<br />

Plissees, Rollos und Jalousien in<br />

der eigenen Produktionsstätte oder<br />

bei ausgesuchten Partnerunternehmen.<br />

,Schlüsselfertig montiert‘<br />

werden alle Produkte von den Spezialisten<br />

des eigenen Montageteams.<br />

faktor: Herr Willig, was hat Lichtblick für Sie<br />

so spannend gemacht?<br />

Jörg Willig: Zuallererst sind es die Menschen,<br />

die Kolleginnen und Kollegen voller Motivation,<br />

Erfahrung, Tatendrang sowie lösungsorientierter<br />

Kreativität. Außerdem mag ich es,<br />

ganzheitlich mit Licht und Schatten zu arbeiten,<br />

innen wie außen, für Gewerbe, Praxis, Hotel<br />

und private Kunden. Neben den genannten<br />

Systemlösungen für Innenräume berate ich<br />

gerne auch für außenliegenden Sonnenschutz<br />

wie Mar kisen, Fenstermarkisen und Sonnensegel.<br />

Außerdem fertigen wir unterschiedliche<br />

Insektenschutzelemente auf Maß.<br />

faktor: Ist Sicht- und Blendschutz im gewerblichen<br />

Bereich ein vernachlässigtes Thema?<br />

Jörg Willig: Ja leider, dieses Thema läuft oft nur<br />

nebenher, dabei hängen die Arbeitsatmosphäre<br />

und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden<br />

auch davon ab. Gesetzliche Vorgaben dazu<br />

sind z. B. in der Arbeitsstättenverordnung geregelt.<br />

Oft werden technisch und gestalterisch<br />

ungeeignete Systeme eingesetzt.<br />

faktor: Was umfasst ein Raumkonzept alles?<br />

Jörg Willig: Wir betrachten den Raum als<br />

Ganzes. Jedes Gebäude, jede Nutzung und<br />

die Bedürfnisse der Mitarbeitenden sind<br />

unterschiedlich. Unsere Schritt-für-Schritt­<br />

Analyse klärt unter anderem Thematiken wie<br />

Blendung, Diskretion, Raumklima, Ambiente<br />

und Energieeffizienz. Deswegen stellen wir<br />

viele Fragen, aus denen sich ergibt, welche Lö­


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

Jörg Willig ist seit rund einem Jahr bei<br />

Lichtblick als Mitarbeiter für die Beratung<br />

und den Vertrieb tätig. Das Thema<br />

Gestaltung und Beratung begleitet ihn<br />

seit der Ausbildung zum Kaufmann.<br />

Nach verschiedenen beruflichen Stationen<br />

war er zuletzt als Geschäftsführer<br />

der Pro Office GmbH - Göttingen tätig.<br />

Die Lichtbblick Firmenzentrale in Heiligenstadt<br />

„Wir betrachten den Raum als Ganzes (...). Deswegen stellen wir viele Fragen,<br />

aus denen sich ergibt, welche Lösungen geeignet sind.“<br />

sungen geeignet sind. Lichtblick bietet neben<br />

Systemlösungen auch Sonderlösungen an,<br />

um für jede Anforderung eine Lösung zu bieten.<br />

Das kann eine Verdunkelungsanlage im<br />

Hotel oder in den Seminarräumen der Universität,<br />

einer Schule oder bei einem Großkunden<br />

der Industrie sein. Auch Laserschutzvorhänge<br />

für die Forschung oder Stoffe mit antibakterieller<br />

Ausstattung für Kliniken ergänzen unser<br />

Portfolio.<br />

faktor: Wie sieht es bei Neubauprojekten aus?<br />

Spielt da das Thema Licht/Schatten eine Rolle?<br />

Sprich, nimmt die Sensibilität für das Thema<br />

zu?<br />

Jörg Willig: Es ist der Normalfall, dass Sonnenschutz<br />

an Fassaden eingeplant wird. Aufgrund<br />

der klimatischen Veränderungen und öffentlichen<br />

Diskussionen findet das Thema zunehmend<br />

stärkere Beachtung. Im Innenbereich<br />

ist dies seltener der Fall. Wir meinen, dass<br />

außen- und auch innenliegender Sonnen­<br />

schutz zwingend notwendig ist und frühzeitig<br />

geplant werden soll. Ähnlich wie dies bei<br />

Beleuchtungskonzepten heute schon der Fall<br />

ist. Unsere Beratungsdienstleistung sollte<br />

bestenfalls bereits in der Entwurfsplanung der<br />

Architekten und Bauträger beginnen.<br />

faktor: Wo wollen Sie hin?<br />

Jörg Willig: Wir werden unsere Produktionsanlagen<br />

weiter ausbauen und digitalisieren.<br />

Bestehende Kontakte zu Architekten, Bauträgern,<br />

gewerblichen Kunden wollen wir<br />

pflegen und weiter ausbauen. Private Kunden<br />

wollen wir u. a. durch das Anlegen unseres<br />

Lichtblick­ Gartens für uns interessieren.<br />

Gerne beraten und informieren wir alle<br />

Interessenten in un serem Showroom zu den<br />

Themen innenliegender und außenliegender<br />

Sonnenschutz. Für den ,Lichtblick-Garten‘ benötigen<br />

wir noch etwas regenfreie Zeit – es<br />

bleibt spannend, und wir werden Sie weiter<br />

auf dem Laufenden halten.<br />

KONTAKT<br />

Lichtblick<br />

Sonnenschutzsysteme GmbH<br />

Dr.-Gerhard-Müller-Str. 2<br />

37308 Heilbad Heiligenstadt<br />

Tel. 03606 5<strong>02</strong> 33 - 31<br />

info@lichtblick-objekt.de<br />

www.lichtblick-objekt.de


unternehmen<br />

Head of<br />

Fruchtwein<br />

Alexandra Demuth übernimmt in vierter Generation und als erste Frau<br />

die Geschäftsführung der traditionsreichen Katlenburger Kellerei. Die<br />

38-Jährige hat sich gegen das Agenturleben in Hamburg oder New York<br />

und für mutige Ideen in der Provinz entschieden. Auch weil die Familie<br />

sie überzeugte. Heute beflügelt sogar ihre sechsjährige Tochter das Unternehmen<br />

mit eigenen Rezepten.<br />

48 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 49


unternehmen<br />

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN<br />

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Auf dem Hof der Katlenburger Kellerei<br />

tanzen Gabelstapler um Lastwagen –<br />

laden, schieben, tragen. Flaschen klirren,<br />

rote, gelbe, grüne Flüssigkeiten<br />

fließen in langhalsige Glasflaschen.<br />

Alexandra Demuth, im weißen Kittel<br />

und mit Haarnetz, schaut ihnen konzentriert<br />

und gleichzeitig etwas verträumt hinterher. Seit<br />

Anfang des Jahres ist die 38-Jährige alleinige Geschäftsführerin<br />

der Katlen burger Kellerei. Das Unternehmen<br />

aus dem Rhumetal ist für fruchtweinbasierte Schaum-,<br />

Honig- und Perlweine, Bowlen, Cocktails in Flaschen<br />

und ausgefallene Mischgetränke bekannt. Seit 2018 arbeitet<br />

die Marketingspezialistin als ,Head of Marketing‘<br />

im Unternehmen – und im kommenden Jahr feiert die<br />

Kellerei ihren 100. Geburtstag, Alexandra Demuth steht<br />

in vierter Generation und erste Frau in der alleinigen<br />

Verantwortung. Auch deshalb klingt das Klirren und<br />

Füllen der Flaschen für ihr Unternehmerinnenherz wie<br />

Musik. „Vor allem aber ist es laut“, sagt sie – und lacht.<br />

BISHER FÜHRTE SIE DAS UNTERNEHMEN gemeinsam<br />

mit ihrem Onkel Klaus Demuth und leitete die Marketingabteilung.<br />

Dort hinterließ sie Spuren und setzte einen<br />

Veränderungsprozess in Gang, der den Fruchtwein<br />

zu einer bunten Marke erhob und junge Zielgruppen<br />

ansprechen soll. „Wir wollen dabei unsere Geschichte<br />

nicht vergessen“, sagt die 38-Jährige, „vor allem aber<br />

auch für Innovation stehen. Und das verbinden wir<br />

jetzt.“ Dabei basiert der Erfolg der Katlenburger schon<br />

immer auf neuen Ideen und Innovationen. Aus einem<br />

ungeplant vergorenen Fass Apfelsaft entstand der erste<br />

Katlenburger Apfel-Schaumwein. Da das auch mit<br />

50 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

In langhalsigen Flaschen finden die Fruchtweine aus Katlenburg ihre Kunden auf der ganzen Welt.<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 51


unternehmen<br />

Bunt, süß, lecker. Mit Fruchtweinen, Sekt und Mischgetränken wie Bowlen machen sich die ,Fruchtweinmacher‘ in der Branche einen Namen.<br />

Wichtig: Farbenfroh muss es sein. Und lecker.<br />

Erdbeeren funktionierte, produzierte das Unternehmen<br />

jahrzehntelang Erdbeer-Sekt. Die Kellerei war die erste,<br />

die Bowlen, Fruchtweine und Cocktails in Flaschen abfüllten.<br />

Heute bedeutet Innovation vor allem Auffallen:<br />

Cocktails nach Rezepturen einer Künstlichen Intelligenz,<br />

mutige Mischungen für jeden Lebensstil und eine Markendarstellung<br />

in sozialen Medien. ,Start-up since 1925‘,<br />

quasi.<br />

DABEI HATTE ALEXANDRA DEMUTH eigentlich gar<br />

nicht vor, jemals das Familienunternehmen zu leiten<br />

oder dort Verantwortung zu übernehmen. „Es war anfangs<br />

nicht Teil meiner Planung, operativ ins Unternehmen<br />

einzusteigen“, sagt sie offen. Ihr Herz schlug für<br />

Marken und Marketing, sie lernte von den mutigsten<br />

und kreativsten Köpfen in Agenturen in Hamburg und<br />

New York. Das Image des Familienunternehmens wirkte<br />

auf sie von außen kaum zeitgemäß. Doch genau darin<br />

erkannte sie auch eine Chance, sich zu verwirklichen<br />

und das Markenbild des Familienunternehmens auf<br />

neue Beine zu stellen. „Als ich das verstanden habe, kam<br />

auch die Leidenschaft“, sagt Alexandra Demuth.<br />

Sie fühlt sich mit ihrem Namen verpflichtet. Und es<br />

fühle sich „gut an“, wenn das Unternehmen weiterhin<br />

von der Familie geführt wird. Dabei blickt sie auf die<br />

Produkte und ihre Präsentation – und holt sinnbildlich<br />

den Besen und einen großen Farbeimer heraus. „Einige<br />

Mitarbeiter wunderten sich, dass wir plötzlich ganz anders<br />

nach außen kommunizieren“, erzählt Alexandra<br />

Demuth. Das sorgte vereinzelt für Verunsicherung, setzte<br />

aber auch Energie frei. „Wir setzen auf unsere Einzigartigkeit.<br />

Davon war ich von Anfang an überzeugt.“ Gegenwind<br />

ob der jungen Frau mit frischen Ideen und dem<br />

Familiennamen spürt sie zu keinem Zeitpunkt. Auch<br />

weil sie auf flache Hierarchien und klare Kommunikation<br />

setzt und Verantwortung dort gedeihen lässt, wo sie<br />

entsteht. Sie fordert aktive Verantwortung ein und<br />

schafft so auch Raum für Kreativität an jedem Arbeitsplatz.<br />

„Die Mitarbeitenden sind die Experten. Darauf<br />

vertraue ich.“<br />

DAS ERGEBNIS, DAS TÄGLICH DIE LAGER UND HALLEN<br />

in Katlenburg verlässt und vom Großlager in Nörten-<br />

Hardenberg aus in ganz Deutschland und der Welt verteilt<br />

wird, ist vor allem ein emotionales Produkt. Ein<br />

Genussmittel. Ein Lebensbegleiter. „Wir schaffen ein<br />

wertiges Konsumerlebnis“, erklärt Alexandra Demuth<br />

den Wert ihrer Produkte. Zu finden sind die Fruchtweine<br />

und Kreationen mittlerweile nicht nur im Getränkefachhandel,<br />

sondern bunt und groß in den Regalen<br />

52 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

Immer der höchsten Qualität auf der Spur. In einem eigenen Labor wird die Produktion des Tages überprüft und<br />

neue Rezepte werden ausprobiert.<br />

» Die Mitarbeitenden sind die Experten. Darauf vertraue ich. «<br />

Moderne Abfüllanlagen. Die Kellerei in Katlenburg ist seit Anfang an Heimat der ,Fruchtweinmacher‘. Hier werden Flaschen abgefüllt und<br />

für den Versand ins Lager oder direkt zu den Kunden bundes- und weltweit vorbereitet.<br />

4|2<strong>02</strong>3 2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 29 53


unternehmen<br />

In der Kellerei in Katlenburg werden die Flaschen abgefüllt. Viele Aufgaben erledigen Maschinen,<br />

das menschliche Auge kontrolliert.<br />

der Supermärkte. Im Fokus stehen dabei nicht mehr nur<br />

der Alkoholkonsum oder die Abendveranstaltung.<br />

Katlenburger produziert Szenegetränke für eine konsumbewusste<br />

Generation. Schmecken soll es. „Wir leben<br />

immer in der Zukunft“, sagt Demuth und beschreibt damit<br />

den Kreativprozess. Logos und Etiketten werden<br />

überarbeitet, neue Produkte geschaffen, alte aus den Regalen<br />

genommen. Statt Flyer zu bedrucken, werden Influencer<br />

mit ins Boot geholt. Ein von Künstlicher Intelligenz<br />

geplanter Cocktail schafft es prominent auf einige<br />

Titelseiten. Kooperationen mit bekannten Marken machen<br />

das Unternehmen aus dem kleinen Ort mit rund<br />

2.000 Einwohnern bekannt.<br />

DER EINFLUSS WIRKT. Der staubige Charme der Barkultur<br />

der 1970er-Jahre weicht einem bunten, jungen<br />

und alltagsnahen Aussehen. Nicht aber ohne die Tradition<br />

zu ignorieren. Die Herkunft. Das Grundgerüst.<br />

„Unser Anspruch ist es, Tradition und Trend miteinander<br />

zu verbinden“, sagt Demuth. Und die Familie. Alle ehelichen<br />

Nachfolger des Gründers Willy Demuth sind berechtigt,<br />

auch Gesellschafter zu werden. „Wir sind<br />

14 Gesellschafter“, erklärt Demuth. Ein Beirat unter<br />

Familienvorsitz hat immer einen Blick auf Zahlen, Daten<br />

und Fakten. Ganz in der Tradition der Familie mischt<br />

auch die jüngste Tochter von Alexandra Demuth, sechs<br />

Jahre alt, schon im Unternehmen mit. Im Büro des Produktionsleiters<br />

hängt ein Bild, das die Tochter gemalt hat<br />

– mit einem eigenen Rezeptvorschlag. Doch das letzte<br />

Wort und die Verantwortung liegt am Ende dann doch<br />

bei ihrer Mutter. Ein weiterer Familienbeirat kümmert<br />

sich um die privaten Angelegenheiten. Bei Familienfeiern<br />

sind beim Genuss die Fruchtweine Thema Nummer eins.<br />

An der langen Tafel werden die neuesten Produkte getestet,<br />

probiert und kritisiert. Auch Klaus Demuth sei<br />

nach wie vor ansprechbar, wenngleich er sich inzwischen<br />

aus Katlenburg zurückgezogen hat und Verantwortung<br />

beim Northeimer Schwesterunternehmen ,Dr. Demuth<br />

Lackfarben‘ übernimmt. Den gemeinsamen Übergang<br />

und die Neuausrichtung der Marken hat er noch begleitet.<br />

Notwendig waren diese Veränderungen nicht nur, um<br />

den Fruchtweinmachern eine neue Richtung zu geben.<br />

Die Übergabe der Verantwortung an die nächste Generation<br />

geschah auch zu einem Zeitpunkt, als die ganze<br />

Welt, wie Alexandra Demuth es sagt, lieber in der Zukunft<br />

leben würde. Pandemie, Krieg in der Ukraine,<br />

Konflikte rund um die Welt. Die Effekte kamen auch in<br />

Katlenburg an. Im Falle der Pandemie aber überraschend<br />

positiv für die Unternehmensbilanz. Denn Corona war<br />

zumindest für den Einzelhandel kein Problem, und der<br />

ist das Kerngeschäft der selbst ernannten ,Fruchtweinmacher‘.<br />

Die Umsätze stiegen, auch weil die Menschen<br />

das Genießen nach Hause verlagerten.<br />

DIE GROSSEN HERAUSFORDERUNGEN folgten erst im<br />

Anschluss. Die weltlichen Konflikte ließen die Rohstoffpreise<br />

steigen. Zwar steigt der Umsatz in Katlenburg,<br />

doch auch die Flaschenpreise und die Kosten für die Zutaten.<br />

Damit das die Kunden kaum spüren, braucht es<br />

unternehmerisches Geschick und Selbst bewusstsein.<br />

„Wir wachsen“, sagt Alexandra Demuth. Denn der Wandel<br />

in der Außendarstellung und das moderne Portfolio<br />

hat auch einen positiven Einfluss auf die Wahrneh-<br />

54 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

» Unser Anspruch ist es, Tradition und Trend miteinander zu verbinden. «<br />

Bunte Labels, bunte Marken finden sich im Regal der Katlenburger Kellerei. Fruchtweine und Mischgetränke finden sich so auch in den Regalen der Märkte.<br />

4|2<strong>02</strong>3 2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 29 55


unternehmen<br />

Marken-Kommunikation auch auf der Straße Die eigenen Lastwagen der Kellerei pendeln<br />

zwischen Abfüllung in Katlenburg und Lager in Nörten-Hardenberg.<br />

» Wir verkaufen vor allem ein Lebensgefühl. «<br />

ZUR PERSON<br />

Alexandra Demuth wurde am 2. Februar 1986 in Kassel<br />

geboren und lebt dort heute mit ihrer Tochter. Nach<br />

dem Abschluss an der freien Waldorfschule in Kassel<br />

und dem Studium in Paderborn bereiste sie die Welt.<br />

Stationen in London, Ecuador, New York und Buenos<br />

Aires führten sie über Hamburg zurück nach Katlenburg.<br />

Seit Anfang <strong>2<strong>02</strong>4</strong> trägt sie Verantwortung in vierter<br />

Generation und als erste Frau in 100 Jahren für die<br />

Katlenburger Kellerei.<br />

mung des Unternehmens auf junge Fachkräfte und<br />

angehende Auszubildende. „Wir bekommen viele Initiativbewerbungen.<br />

Vor allem, weil die jungen Menschen<br />

im Internet sehen, wer wir sind und was wir<br />

machen.“ Viele Bewerbungen kommen aus der Region,<br />

Mitarbeiter empfehlen den Arbeitgeber weiter.<br />

Alexandra Demuths Lebensmittelpunkt ist mit ihrem<br />

Kind in Kassel, wo sie auch aufgewachsen ist.<br />

Zweimal in der Woche arbeitet sie im Homeoffice.<br />

Viel Freizeit bleibt da nicht. Spaziergänge mit der Familie<br />

sind die Ausnahme. „Ich finde es trotzdem wichtig,<br />

dass man sich regelmäßig Zeit für sich selbst<br />

nimmt“, sagt Demuth.<br />

DER VOLLE FOKUS LIEGT AUF DER ZUKUNFT. Diese<br />

ist ähnlich wie bei anderen Getränkeherstellern durchaus<br />

auch alkoholfrei. „Ich finde es falsch zu sagen, es<br />

wird immer Alkohol geben“, sagt Alexandra Demuth.<br />

Die Nachfrage vor allem bei jungen Menschen nach<br />

hochprozentigen Getränken lasse nach. Im Sortiment der<br />

Katlenburger Kellerei finden sich inzwischen viele Produkte<br />

mit wenig oder ganz ohne Alkohol. „Wir verkaufen<br />

vor allem ein Lebensgefühl.“ Dabei kooperiert die<br />

Kellerei inzwischen auch mit anderen bekannten Marken<br />

wie Valensina oder Almdudler, füllen für diese und<br />

andere Marken die Flaschen ab und kümmern sich um<br />

die Logistik. Inzwischen machen alle mit. Verlust gab es<br />

keinen. „Am Ende sind wir alle überzeugt von unserem<br />

Weg“, sagt Alexandra Demuth. ƒ<br />

ZUM UNTERNEHMEN<br />

Die Katlenburger Kellerei GmbH & Co. KG ist ein seit<br />

der Gründung im Jahr 1925 familiengeführtes Unternehmen<br />

mit Sitz in Katlenburg am Harz. Willy Demuth<br />

gründete ursprünglich einen Fruchtsaftbetrieb, der die<br />

Früchte von den familieneigenen Obstplantagen verwertete.<br />

Mitte der 1960er-Jahre übernahm Günter Demuth<br />

das Unternehmen und vergrößerte die Abfüllkapazitäten.<br />

Es wurden leichtere Weine mit weniger Alkoholgehalt<br />

produziert. Mit der Modernisierung der Produktion<br />

begann der Betrieb mit der Abfüllung von Cocktails<br />

aus eigenen Fruchtweinen. Seit 2<strong>02</strong>1 ist neben Klaus<br />

Demuth auch die Urenkelin des Gründers, Alexandra<br />

Demuth, als erste weibliche Geschäftsführerin im Unternehmen<br />

tätig. Seit <strong>2<strong>02</strong>4</strong> führt sie das Unternehmen allein.<br />

Mit Stand <strong>2<strong>02</strong>4</strong> beschäftigt das Unternehmen rund<br />

110 Mitarbeitende und setzt im Jahr 30 Millionen Euro<br />

um.<br />

56 2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


Ihr Spezialist für<br />

Private-Label-Reinigungsprodukte<br />

bereits ab 1 Karton<br />

über<br />

20 Jahre<br />

Erfahrung<br />

Von bewährten Allzwecktüchern,<br />

Schwammtüchern und Bodentüchern bis hin<br />

zu innovativen Spezialprodukten bieten wir<br />

Ihnen eine breite Palette an hochwertigen<br />

Reinigungsprodukten.<br />

Fordern Sie jetzt ihr<br />

persönliches Muster<br />

kostenlos an:<br />

pmg-vul.de/muster<br />

Gezielt<br />

ausgewählt<br />

Individuell<br />

verpackt<br />

Sauber<br />

kartoniert<br />

Trocken<br />

gelagert<br />

Pünktlich<br />

geliefert<br />

PMG Verpackung und Logistik GmbH<br />

Horsmarweg 2-4<br />

99996 Unstruttal<br />

Telefon 036<strong>02</strong>3 531-0<br />

E-Mail info@pmg-vul.de<br />

Internet www.pmg-vul.de


unternehmen<br />

-shortlist<br />

St. Martini Krankenhaus Duderstadt<br />

Gesundheitsminister überreicht den<br />

Förderbescheid für den zweiten Bauabschnitt<br />

Messe in Osterode<br />

Meine Zukunft<br />

bin ich!<br />

DIE MESSE ,FRAU UND BERUF‘ in<br />

Osterode ist ein guter Anlaufpunkt,<br />

um wertvolle Informationen zu erhalten<br />

und Kontakte für die eigene<br />

berufliche Zukunft zu knüpfen. Am<br />

28. August <strong>2<strong>02</strong>4</strong> findet die Messe<br />

von 9 bis 13 Uhr in der Stadthalle<br />

Osterode in der Dörgestraße 28 statt.<br />

Frau und Beruf<br />

Weiblich, erfolgreich und sichtbar - meine Zukunft bin ich!<br />

Meine Zukunft bin ich!<br />

„WIR BAUEN AN unserer Zukunft,<br />

an der Zukunft von St. Martini<br />

Duderstadt als Gesundheitszentrum<br />

für unsere Heimatregion“, sagt<br />

Markus Kohlstedde. Zu dieser Zukunft<br />

gehört für den Geschäftsführer<br />

des Krankenhauses die Eröffnung<br />

erster Bauteile des ersten Bauabschnittes.<br />

Im ersten Quartal 2<strong>02</strong>5<br />

werden die interdisziplinäre Notaufnahme,<br />

der zentralisierte Funktionsund<br />

Diagnostikbereich und zwei<br />

Stationen in Betrieb gehen.<br />

Für den folgenden zweiten Bauabschnitt<br />

überreichte Niedersachsens<br />

Gesundheitsminister Andreas Philip<br />

pi im April den zwei Millionen<br />

Euro umfassenden Förderbescheid.<br />

Das Geld wird für einen leistungsfähigen<br />

Operationsbereich mit drei<br />

OP-Sälen, ein neues Herzkatheterlabor<br />

und eine neue Zentralsterilisation<br />

eingesetzt. „Damit sind wir bes-<br />

58 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

tens aufgestellt, um die Gesundheitsversorgung<br />

der Menschen im Eichsfeld<br />

langfristig zu sichern“, sagt<br />

Kohlstedde.<br />

Das St. Martini Krankenhaus<br />

gehört zum Elisabeth-Vinzenz-Verbund<br />

(EVV). In Duderstadt werden<br />

jährlich mehr als 7.000 stationäre<br />

und ungefähr 17.700 ambulante Patientinnen<br />

und Patienten versorgt.<br />

Diese Versorgung möchte der Minister<br />

mit der Förderung auch für die<br />

Zukunft ermöglichen: „Mit der Investition<br />

wollen wir sicherstellen,<br />

dass die Krankenhäuser nicht nur<br />

heute, sondern auch morgen für die<br />

Bedarfe der Patientinnen und Patienten<br />

ausgestattet sind. Bei den Umbaumaßnahmen<br />

werden nicht nur<br />

notwendige Modernisierungen bedacht,<br />

es wurde auch die Frage gestellt,<br />

wie effizienteres Arbeiten<br />

möglich ist.“<br />

Sie bietet Wissenswertes zu Themen<br />

wie Weiterbildung, Qualifizierung,<br />

beruflicher (Wieder-)Einstieg und finanzielle<br />

Familienleistungen. Experten<br />

stehen für individuelle Fragen<br />

zur Verfügung, und es besteht die<br />

09:00 - 13:00 Uhr<br />

Möglichkeit, direkt mit regionalen<br />

Stadthalle Osterode, Dörgestraße 28, 37520 Osterode<br />

Betrieben<br />

09:30 Uhr<br />

in<br />

│<br />

Kontakt<br />

Finanzielle Hilfen<br />

zu<br />

für Familien<br />

treten.<br />

Ab 9.30 10:00 Uhr Uhr │ Betriebe finden aus der Region Vorträge im Gespräch statt:<br />

Zu Beginn geht es um finanzielle<br />

zugewanderten Frauen<br />

Hilfen für Familien, um 10 Uhr stellen<br />

sich sollte Betriebe hätte würde aus könnte der Region M A C H vor, E N!!<br />

und um 11.30 Uhr folgt der Vortrag<br />

,Neue Wege – neue Chancen‘ zur beruflichen<br />

Integration von zugewanderten<br />

Frauen. Der Zugang zur<br />

Messe ist barrierefrei, eine Kinderbetreuung<br />

wird angeboten.<br />

Bundesagentur für Arbeit<br />

Agentur für Arbeit Göttingen<br />

Messe Frau und Beruf am 28.08.<strong>2<strong>02</strong>4</strong> in Osterode<br />

Lassen Sie sich zu den Themen Weiterbildung und Qualifizierung, beruflicher (Wieder-)<br />

Einstieg und finanzielle Familienleistungen von unseren Expertinnen und Experten<br />

beraten.<br />

Zudem haben Sie die Möglichkeit direkt mit Betrieben aus der Region in Kontakt zu<br />

kommen.<br />

Der Zugang ist barrierefrei und für Kinderbetreuung ist gesorgt.<br />

Datum: Mittwoch, 28.08.<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Zeit:<br />

Ort:<br />

Vorträge:<br />

11:30 Uhr │ Neue Wege - neue Chancen. Berufliche Integration von


unternehmen<br />

Der Stammsitz des Hann. Mündener Familienunternehmens<br />

wächst weiter<br />

Knüppel nimmt neue Logistikhalle in Betrieb<br />

Bioventure bekennt sich<br />

zum Standort Göttingen<br />

Expansion in der<br />

Life Science City<br />

NACH KNAPP einjähriger Bauzeit<br />

hat Knüppel Verpackung im Mai<br />

eine neue Logistikhalle im Industriegebiet<br />

Volkmarshausen in Betrieb<br />

genommen. Der Neubau vergrößert<br />

die bisherige Lagerfläche von circa<br />

10.000 Quadratmetern um 3.750<br />

Quadratmeter und steigert die Lagerkapazität<br />

von derzeit 7.500 auf<br />

jetzt gut 9.500 Palettenstellplätze.<br />

Die Knüppel-Geschäftsführer Gerhard<br />

und Ernst Hahn führten zwei<br />

prominente Gäste aus der Kommunalpolitik<br />

durch die neue Logistikhalle:<br />

Marcel Riethig, Landrat des<br />

Landkreises Göttingen, und Tobias<br />

Dannenberg, Bürgermeister der<br />

Stadt Hann. Münden, nahmen die<br />

Halle in Augenschein und freuten<br />

sich über das klare Standortbekenntnis<br />

des Traditionsunternehmens.<br />

„Diese zukunftsichernde Kapazitätsausweitung<br />

war nur möglich,<br />

weil wir vor einigen Jahren hier<br />

an unserem Stammsitz das Gelände<br />

des ehemaligen Veranstaltungsorts<br />

Guckucksnest erwerben konnten“,<br />

so Ernst Hahn. Riethig zeigte sich<br />

von den Dimensionen beeindruckt:<br />

Vor der neuen Halle (v. l.): Marketingleiter<br />

Björn Kniza, Gerhard Hahn, Marcel<br />

Riethig, Tobias Dannenberg, Ernst Hahn,<br />

Logistikleiter Jens Rabe, Marc Diederich,<br />

Geschäftsführer WRG, und Tobias Vogeley,<br />

Wirtschaftsförderung Hann. Münden<br />

„Firmen wie Knüppel Verpackung,<br />

die vor Ort in die Zukunft ihres Unternehmens<br />

investieren und sich damit<br />

klar zum Standort bekennen,<br />

sind ein Motor für unsere Region.“<br />

Dannenberg ergänzte: „Für die Stadt<br />

Hann. Münden ist ein Arbeitgeber<br />

wie Knüppel, der Arbeitsplätze nicht<br />

abbaut, sondern sichert, von großer<br />

Bedeutung.“<br />

Der Neubau erlaubt Knüppel, verschiedene<br />

Außenlager aufzulösen,<br />

die im Zuge des Umsatzwachstums<br />

nötig waren. Dies führt zu erheblichen<br />

Rationalisierungs effekten bei<br />

den Arbeitsabläufen. Auf der neuen<br />

Halle erzeugt eine Photovoltaikanlage<br />

mit 707 Modulen Strom. Die<br />

Kosten für die Anlage beliefen sich<br />

auf rund zehn Prozent der gesamten<br />

Bau summe, die im mittleren siebenstelligen<br />

Bereich liegt. Die technische<br />

Planung und Umsetzung der<br />

PV-Anlage erfolgte durch die Hann.<br />

Mündener Versorgungsbetriebe.<br />

MIT BIOVENTURE bekennt sich ein<br />

führendes Biotechnologie-Unternehmen<br />

zur Life Science City Göttingen.<br />

„Angesichts der ausgezeichneten<br />

Prognosen drängt die Zeit. Wir<br />

möchten auch unser weiteres Wachstum<br />

am Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort<br />

Göttingen im Herzen<br />

Deutschlands fortführen“, so<br />

Geschäftsführer Erik Hoppe. Die<br />

Entscheidung unterstreicht Göttingens<br />

Anspruch, zu den bedeutendsten<br />

Lebenswissenschaftsstandorten<br />

bundesweit zu zählen.<br />

Die Zusammenarbeit mit der<br />

Georg-August-Universität Göttingen<br />

und dem Max-Planck-Institut spielt<br />

eine zentrale Rolle für Bioventure<br />

und andere hier ansässige Firmen<br />

der Branche. Das Unternehmen beteiligt<br />

sich als Investmentgeber an<br />

Biotech- Firmen, die zum Beispiel an<br />

der Heilung von HIV arbeiten, die<br />

Sterblichkeit bei Lungenentzündung<br />

reduzieren oder eine orale Alternative<br />

zur Abnehmspritze entwickeln.<br />

Die Oberbürgermeisterin Petra<br />

Broistedt unterstrich bei einem Besuch<br />

bei Bioventure, dass die Life<br />

Sciences für Göttingen wie kein anderer<br />

Wirtschaftsbereich prägend<br />

seien. Ein Viertel aller Arbeitsplätze<br />

seien in dieser Branche angesiedelt,<br />

die stets für innovative Forschung<br />

und Neugründungen stehe.<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 59


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

Office<br />

geht auch anders!<br />

FOTOS: SPIEKER FOTOGRAFIE<br />

125 Jahre am Markt ... – für die Northeimer Firma Kassebeer ein Grund zu feiern, aber auch ein wichtiger Meilenstein,<br />

denn pünktlich zum Jubiläumsjahr greift ein umfassender Erneuerungsprozess, initiiert vom Leitungsteam rund um<br />

die beiden Geschäftsführer Ines und Mark Berke: das Unternehmen für Büroerfolg präsentiert sich selbstbewusst,<br />

beschwingt und unkonventionell wie nie zuvor: „Sieht nicht nur so aus ...“, sagen die beiden, „sondern fühlt sich auch<br />

so an! Großartig!“


ANZEIGE<br />

Lachen und Quatschen bei gemeinsamer Brotzeit Nur ein<br />

starkes, vertrautes Team kann Veränderung gestalten, tragen<br />

und weiterentwickeln.<br />

PROFIL<br />

125 Jahre Firmenjubiläum Ines und Mark Berke führen<br />

das Familienunternehmen Kassebeer in mittlerweile<br />

fünfter Generation.<br />

Was als Erstes ins Auge fällt? Natürlich<br />

der neue, extrem farbenfrohe<br />

und lebendige Auftritt.<br />

„Bei uns hat sich so viel getan<br />

– wir wollten, dass das bemerkt wird!“, kommentiert<br />

Ines Berke. „Mission voll erfüllt!“, ergänzt<br />

Ehemann Mark Berke lachend. „In ganz<br />

Südniedersachen machen die Kunden große<br />

Augen, wenn unsere knallbunten Firmenwagen<br />

bei ihnen vorfahren!“ Dem äußeren Relaunch<br />

sei ein großer, innerer Prozess vorgeschaltet<br />

gewesen, der darin sichtbar werden<br />

soll. Mit dem Auftritt beweise sich Kassebeer<br />

den eigenen Mut ... – nämlich etwas ‚anders‘<br />

zu sein, Dinge freier anzugehen und neu zu<br />

denken.<br />

BACK TO THE ROOTS<br />

Um Herausforderungen künftig derart frisch,<br />

fit und beweglich begegnen zu können, hat das<br />

gesamte, derzeit 35-köpfige Team hart an sich<br />

gearbeitet: Seit zwei Jahren lässt sich Kassebeer<br />

professionell von einem Business-Coach<br />

begleiten. „Wir haben in dieser Zeit unseren<br />

eigentlichen Unternehmens-Code herausgemeißelt.<br />

Unser über die Jahre immer verzweigteres<br />

Leistungsspektrum neu geschärft.<br />

Und wir haben unsere gesamte Organisation


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

FOTOS: KASSEBEER<br />

Stets in Bewegung Von der Northeimer Zentrale aus werden mehr als 8.000 gewerb liche<br />

Druckersysteme in ganz Südniedersachen betreut.<br />

Seit 2<strong>02</strong>2 Teil der Kassebeer-Family Das Göttinger<br />

Unternehmen Weitemeyer<br />

» Der persönliche Kontakt ist unsere Super-Power. Hier nochmal<br />

aufstocken zu können, freut uns besonders. «<br />

– nach innen und außen – kritisch hinterfragt,<br />

entrümpelt und verschlankt.“<br />

SCHAFF PLATZ IM KOPF, UM NEU ZU<br />

DENKEN!<br />

„Eine solche Fokussierung“, erzählt Mark<br />

Berke, „erfordert Sorgfalt und auch eine gewisse<br />

Courage – alteingesessene, an Tradition<br />

und persönlicher Identifikation reiche Mittelstands<br />

betriebe wissen vermutlich, wovon ich<br />

spreche ... Aber letztlich war es auch ungemein<br />

befreiend!“ Sich auf das Wesentliche zu<br />

konzentrieren, alte Zöpfe abzuschneiden und<br />

lose Enden zu vertäuen, schaffe Klarheit und<br />

wieder Platz in den Köpfen. Die Optimierung<br />

energieraubender Routinen habe im Team<br />

außerdem große Kräfte freigesetzt, die der<br />

Kundenbetreuung und dem Service zugutekommen.<br />

„Der persönliche Kontakt ist unsere<br />

Super-Power. Hier nochmal aufstocken zu<br />

können, freut uns besonders!“<br />

MACH’S EINFACH! MODERNES BÜRO<br />

ERLEBEN<br />

Kunden können und sollen von den Kassebeer<br />

Erfahrungen profitieren: Das Unternehmen<br />

teilt seine Erkenntnisse und lässt sich beim<br />

Arbeiten künftig live über die Schulter schauen.<br />

„Wir erläutern, wie unser Vorher/Nachher<br />

aussieht. Was macht für uns eine moderne,<br />

leistungsstarke Bürokultur aus? Wie lässt sich<br />

Veränderung am besten ins Team tragen und<br />

etablieren? Kurz: Welche Fragen haben wir<br />

uns in den vergangenen Jahren gestellt – und<br />

bei welchen Antworten sind wir schließlich<br />

gelandet?“<br />

Für das Jubiläumsjahr sind Maßnahmen<br />

und Events geplant, die effiziente Entwicklungsprozesse<br />

rund ums moderne Office weiter<br />

thematisieren – beispielsweise bei der faktor-Business-Lounge<br />

am 21.11.<strong>2<strong>02</strong>4</strong>. Wer nicht<br />

so lange warten möchte: „Einfach mal unverbindlich<br />

bei uns vorbeikommen – auf einen<br />

Kaffee und etwas Inspiration!“<br />

EIN ECHTER TEAMPLAYER<br />

Ob in den 1980er-Jahren als Mitglied der<br />

Einkaufsgenossenschaft büro actuell (jetzt<br />

Soennecken), in den 1990ern als treibender<br />

Akteur bei der Gründung von Bürologistik<br />

und ab den frühen Nullerjahren als Mit initiator<br />

der bundesweiten Dachmarke bueroboss.de<br />

– Kassebeer hat Erfahrung darin, mit anderen<br />

Unternehmen erfolgreich an einem


ANZEIGE<br />

» Für uns passt die Fusion menschlich<br />

und inhaltlich wirklich gut – beide<br />

Teams profitieren voneinander. Das<br />

Back-up bei den Personalressourcen<br />

bedeutet für unsere Kunden einen noch<br />

besseren und schnelleren Service. «<br />

Jens Eisenmann, Team Weitemeyer<br />

PROFIL<br />

1899 gegründet von Wilhelm F. Kassebeer:<br />

Druckerei und Bürobedarf anno dazumal<br />

in Northeim ‚Am Münster‘.<br />

Strang zu ziehen. Kein Wunder also, dass<br />

man auch heute in allen Leistungssparten<br />

auf starke Partner setzt: auf ,bueroboss.de‘<br />

beim Bürobedarf, auf ,Kaffeemeister‘ bei der<br />

Team verpflegung und seit Kurzem auf ,Weitemeyer‘<br />

im Bereich Druck & Workflow.<br />

FRISCHER FAMILIENZUWACHS<br />

Seit 2<strong>02</strong>2 ist das Göttinger Unternehmen<br />

Weitemeyer Teil der Kassebeer-Family und<br />

baut zusammen mit der Northeimer Mannschaft<br />

die Service-Marktführerschaft in<br />

Südniedersachen weiter aus. Für optimale<br />

Synergieeffekte in der Kundenbetreuung<br />

arbeiten die beiden Teams seit Anfang des<br />

Jahres nun auch räumlich eng zusammen<br />

– Weitemeyer ist in das Kassebeer Firmengebäude<br />

im Northeimer Industrie gebiet<br />

eingezogen. „Telefonate und Videoschalten<br />

sind das eine, der persönliche, regelmäßige<br />

Kontakt und Austausch unter Kollegen<br />

aber etwas ganz anderes. Unser WIR hat<br />

sich richtig toll entwickelt!“, freuen sich die<br />

Berkes.<br />

‚VERÄNDERUNG‘ TEIL DER FIRMEN-DNA<br />

Wer sich die Chronik des heute in 5. Genera-<br />

tion geführten Familienunternehmens genauer<br />

ansieht, wird feststellen: Der rote Faden des<br />

Erfolgs ist bei Kassebeer die Innovation. Von<br />

der Druckerei zum Papeterie-Fachgeschäft,<br />

von der Schreibmaschinen-Generalvertretung<br />

zum gewerblichen Vollsortimenter, IT-Dienstleister,<br />

Versandhandel, Verbundpartner ... –<br />

die Neuausrichtung gehört in der sich schnell<br />

drehenden Arbeitswelt seit 1899 fest zum Geschäft.<br />

„Bleib in Bewegung und probier aus!“<br />

– mit dieser Prägung, erläutert Ines Berke, sei<br />

sie in der Unternehmerfamilie groß geworden.<br />

Was sie und Mark Berke an „Tradition“ aus 125<br />

Jahren Kassebeer für das eigene Wirken mitnehmen<br />

möchten, ist darum kein Slogan oder<br />

eine bestimmte Errungenschaft, sondern „die<br />

Entschlossenheit, der Zukunft offen zu begegnen<br />

und Veränderung zuzulassen.“ Man darf<br />

gespannt sein.<br />

Unbedingt vormerken!<br />

Die faktor-Business-Lounge am 21.11.<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

wird diesmal von Kassebeer gehostet:<br />

Prof. Dr. Gerdum Enders, CODE LAB Kassel,<br />

präsentiert das Thema ‚Erneuerung als<br />

Erfolgsstrategie – praktische Geheimnisse,<br />

wie Wandel gelingt‘.<br />

KASSEBEER<br />

125 Jahre – und so fit wie nie zuvor!<br />

Für die Region ein Impulsgeber, für die<br />

Kunden ein ehrlicher Sparringspartner in<br />

Sachen Büroerfolg: Das Northeimer Familienunternehmen<br />

schätzt den engagierten<br />

persönlichen Austausch und langjährige,<br />

partnerschaftliche Kundenbeziehungen.<br />

Team- und Kompetenzbereiche<br />

• Druck & digitaler Workflow<br />

– Drucker, Kopierer, Multifunktionssysteme<br />

und Software-Lösungen<br />

– Beratung, Umsetzung, Service &<br />

Support<br />

• Bürobedarf<br />

– Optimierter Beschaffungsprozess mit<br />

24-Stunden-Lieferservice<br />

• Teamverpflegung<br />

– Moderne Kaffee-Systeme und Wasserspender<br />

KONTAKT<br />

Wilh. F. Kassebeer GmbH & Co. KG<br />

Geschäftsführer Ines und Mark Berke<br />

Matthias-Grünewald-Straße 42<br />

37154 Northeim<br />

Tel. 05551 9630<br />

hallo@kassebeer.de<br />

www.kassebeer.de


unternehmen<br />

Matsch<br />

64 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

macht glücklich<br />

Seit 2015 gibt es in Göttingen jährlich ein ganz besonderes sportliches Großereignis,<br />

das an Beliebtheit weiter zunimmt: den – wie er inzwischen heißt – ,Obstacle<br />

City Run‘. Bei diesem speziellen Hindernislauf werden am 31. August mehr als 5.500<br />

Kinder, Frauen und Männer ausgefallene Prüfungen bestehen. Das ist ein neuer Rekord.<br />

Ein Blick hinter die Kulissen verrät, mit wie viel Leidenschaft die Macher das Event<br />

vorbereiten.<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 65


unternehmen<br />

TEXT MATTHIAS BRUNNERT<br />

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

S<br />

Stephan Karasch kann sich noch gut erinnern:<br />

„Wir saßen irgendwann im<br />

Jahr 2014 nach dem Basketballtraining<br />

mit Verantwortlichen des Hochschulsports<br />

zusammen beim Bier.“ Dabei sei<br />

dann der Gedanke aufgetaucht: „Wir<br />

könnten in Göttingen doch mal ein ungewöhnliches<br />

Sport-Event aufziehen“,<br />

sagt der heute 43-Jährige, der zusammen mit seinem<br />

Zwillingsbruder Nicolas im Jahr 2010 die ,TeamEins-<br />

Null GmbH‘ gegründet hat, eine Agentur für Sportvermarktung<br />

und Medien. „Unsere tägliche Arbeit ist es,<br />

Kunden aus der Wirtschaft zu beraten“, sagt Nicolas<br />

Karasch. „Dabei geht es unter anderem darum, wie Unternehmen<br />

ein Sportsponsoring gestalten und wie sie ins<br />

Fernsehen kommen und dabei die gewünschte Reichweite<br />

erzielen können.“<br />

„Damit haben wir zwar eigentlich genug zu tun“, sagt<br />

Stephan. Aber der Gedanke, in Göttingen einen außergewöhnlichen<br />

Hindernislauf zu organisieren und zu etablieren,<br />

ließ die Brüder nicht mehr los. „Die Erfahrung<br />

im Eventbereich war groß, aber einen Hindernislauf zu<br />

organisieren war für uns eine neue Erfahrung“, sagt<br />

Stephan Karasch.<br />

Zusammen mit Lukas Dannenberg, der in der Agentur<br />

für das Projekt ,Obstacle City Run‘ mitverantwortlich<br />

ist, machten sie sich ans Werk. „Uns war damals schnell<br />

klar, dass wir keine normale Laufveranstaltung organisieren<br />

wollten, sondern etwas mit Hindernissen, mit<br />

Matsch und Wasser“, sagt Nicolas Karasch. „Unser Ziel<br />

war es, möglichst viele Menschen in Bewegung zu bringen,<br />

auch solche, die Ausdauersportveranstaltungen<br />

sonst eher nicht auf dem Radar haben.“<br />

Das Überwinden von Hindernissen ist<br />

eine Teamaufgabe. Egal, ob sich die<br />

Teilnehmer kennen oder nicht. Am Ende<br />

kommen alle gemeinsam ins Ziel.<br />

66 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

» Wir saßen irgendwann nach dem Basketballtraining im Jahr 2014 mit Verantwortlichen<br />

des Hochschulsports zusammen beim Bier. Dabei tauchte dann der<br />

Gedanke auf: Wir könnten in Göttingen doch mal ein ungewöhnliches Sport-<br />

Event aufziehen. «<br />

21|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 67 51


unternehmen<br />

HINDERNISSE MÜSSEN ÜBERWUNDEN WERDEN<br />

„Wir wollten auch diejenigen ansprechen, die keine Lust<br />

haben, nur einfach kilometerweit zu laufen“, sagt sein<br />

Bruder Stephan. „Unsere Veranstaltungen sind deshalb<br />

anders. Das Laufen wird durch Hindernisse unterbrochen,<br />

die überwunden werden müssen, durch Wasser,<br />

durch Matsch.“<br />

Dazu hat das Team zusammen mit Fachleuten zahlreiche<br />

Hindernisse selbst entworfen, die so schöne Namen<br />

tragen wie ,Stairway to Heaven‘, ,Miami<br />

Beach‘, ,New York Hanging Heroes‘ oder ,Deep Diver‘.<br />

Gemeinsam mit Experten wurden die Hindernisse dann<br />

eigenhändig gebaut: Es gibt zwar auch reine Spaßelemente,<br />

doch die Überwindung der meisten anderen<br />

Hindernisse erfordert Kraft, Geschick, Kletterkünste<br />

und bisweilen auch Selbstüberwindung, zum Beispiel<br />

wenn es gilt, durch knietiefen Matsch zu robben. Wichtig<br />

ist den Machern dabei, dass die Hindernisse allesamt<br />

wiederverwendbar sind, sagt Stephan Karasch. „Man<br />

kann alles auseinandernehmen, in Container verstauen<br />

und beim nächsten Mal wieder aufbauen.“<br />

„Die erste Veranstaltung im Jahr 2015 war noch recht<br />

übersichtlich“, erzält Mit-Organisator Lukas Dannenberg.<br />

„Damals hatten wir gerade einmal gut 400 Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer – nur einen Bruchteil von<br />

heute. Wir erwarten diesmal rund 5.000 Starterinnen<br />

und Starter. Das wäre ein neuer Rekord.“ Dabei dürfte<br />

vor allem die Zahl der teilnehmenden Kinder, für<br />

die ein drei Kilometer langer Parcours mit<br />

zehn Hindernissen aufgebaut wird, so<br />

hoch sein wie nie zuvor.<br />

Dass nicht in erster Linie das<br />

Laufen, sondern die Überwindung<br />

der Hindernisse im<br />

Mittelpunkt der Veranstaltung<br />

stehe, werde auch<br />

durch den neuen Namen<br />

des Events ,Obstacle‘<br />

(Hindernis) verdeutlicht,<br />

sagt Dannenberg. „Den<br />

Teamgedanken dabei wollen<br />

wir im Übrigen noch<br />

weiter in den Mittelpunkt rücken“,<br />

sagt Stephan Karasch.<br />

„Umso schöner finden wir es deshalb,<br />

dass sich so viele Teams angemeldet<br />

haben und dass sich die Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer der Göttinger<br />

Werkstätten und des Christophorushauses zu den<br />

Stammgästen des ,Obstacle City Run‘ zählen.“<br />

68 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

» Die Überwindung der meisten Hindernisse erfordert Kraft, Geschick,<br />

Kletterkünste und bisweilen auch Selbstüberwindung. «<br />

Die Kaffeebohnen kommen aus Afrika, Mittel- und Südamerika.<br />

Mehr als 100 Tonnen Kaffee werden jährlich bei Contigo geröstet und zubereitet. Die dann angebotenen Kaffeesorten stammen allesamt aus<br />

bioligischem und einem auf Mischkulturen basierenden Anbau.<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 4|2<strong>02</strong>3 69 29


unternehmen<br />

» Wir wollen etwas für Göttingen und die ganze Region machen. «<br />

Das Team hinter dem Event Nicolas und Stephan Karasch sowie Lukas Dannenberg (Mitte).<br />

SO ENTSTEHEN TEAMS<br />

Auch eine wachsende Zahl von Unternehmen nutze das<br />

Event mittlerweile als Maßnahme zum Teambuilding,<br />

sagt Lukas Dannenberg. „Das führt auch dazu, dass immer<br />

mehr Entscheider und Geschäftsführer mitlaufen.“<br />

Welchen Spaß es den Beteiligten macht, kann man auf<br />

vielen Fotos früherer Veranstaltungen sehen. „Matsch<br />

macht glücklich“, sagt Stephan Karasch.<br />

Alle Erwachsenen können übrigens wählen: entweder<br />

eine sechs Kilometer lange Strecke mit 21 oder einen<br />

Parcours über zwölf Kilometer mit 31 Hindernissen.<br />

„Damit die riesige Zahl an Läuferinnen und Läufern ausnahmslos<br />

bei Tageslicht unterwegs sein kann, fangen wir<br />

diesmal schon um 8.30 Uhr an“, sagt Dannenberg.<br />

Um das bei vielen anderen Großveranstaltungen beim<br />

Start entstehende Gedränge der Massen und die damit<br />

verbundenen Verzögerungen zu vermeiden, werden die<br />

Teilnehmer beim ,Obstacle City Run‘ in kleineren Gruppen<br />

von 60 bis 80 Personen im Fünf-Minuten-Takt auf<br />

die Hindernisstrecke geschickt.<br />

ALLE HELFEN MIT<br />

Damit die Veranstaltung reibungslos ablaufen kann, haben<br />

die Organisatoren auch in diesem Jahr wieder ein<br />

Team von mehr als 200 Helferinnen und Helfer angeheuert.<br />

Das Team, welches eigentlich wie in früheren<br />

Jahren gerne auch selbst an den Start gehen würden,<br />

müssen darauf verzichten. „Dazu haben wir keine Zeit“,<br />

sagt Stephan. „Es ist zu viel zu tun.“ Etwa zwei Wochen<br />

vor der eigentlichen Veranstaltung rückt das Team an,<br />

um das Sportgelände der Universität zu verwandeln. Gelagert<br />

werden die ,Zutaten‘ für die Hindernisse in<br />

15 Überseecontainern und einer Lagerhalle. Vor Ort<br />

wird dann montiert, gehämmert und gesägt, vorzugsweise<br />

unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Es kommen<br />

auch immer wieder Anfragen von TV-Sendern, die den<br />

Aufbau zeigen wollen“, sagt Nicolas Karasch. „Die versuchen<br />

wir dann, ganz zum Ende einzuladen, damit der<br />

Ablauf nicht gestört wird.“ Das zeige allerdings auch das<br />

wachsende Interesse der breiteren Öffentlichkeit an dem<br />

nicht ganz gewöhnlichen Event.<br />

70 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


unternehmen<br />

Die Sportanlage der Uni ist seit Anfang an Austragungsort des ,Great Barrier Run‘ und nun des<br />

,Obstacle City Run‘ in Göttingen.<br />

EINE ZUKUNFT MIT SCHWARZER NULL<br />

„Gewinn machen wir mit der Veranstaltung allerdings<br />

noch nicht“, sagt Nicolas Karasch. Obwohl die Teilnehmer<br />

je nach Alter und Strecke zwischen 12,50 und<br />

99 Euro Startgeld auf den Tisch legen müssen und der<br />

wachsende Kreis der Sponsoren vorwiegend aus der regionalen<br />

Wirtschaft stamme, sei der Run finanziell bisher<br />

ein Zuschussgeschäft, sagt Stephan Karasch. „Wir<br />

arbeiten aber daran, dass wir künftig zumindest eine<br />

Schwarze Null schreiben.“ Ganz konkret könnte das<br />

schon im kommenden Jahr so weit sein.<br />

Das Geld stehe allerdings nach wie vor nicht im Mittelpunkt,<br />

sagt Nicolas Karasch. „Unsere Hauptmotivation<br />

– damals zu Beginn des Ganzen ebenso wie heute –<br />

ist eine andere: Wir wollen etwas für Göttingen und die<br />

ganze Region machen.“ Sein Bruder Stephan sieht es<br />

ebenso: „Wir freuen uns jedes Jahr wieder darüber, dass<br />

aus unserer Idee eine so große, coole Sache geworden<br />

ist.“ Dass es mit dem Obstacle City Run weitergeht, stehe<br />

fest, sagt Stephan Karasch: „Wir sind jedenfalls schon<br />

jetzt dabei, die Veranstaltung für die kommenden Jahre<br />

zu planen.“ Und genau das macht offenbar den Erfolg<br />

des Events währenddessen und in der Organisation aus:<br />

Weitermachen! ƒ<br />

DAS EVENT<br />

Den ,Obstacle City Run, (Hindernis-Stadt-Lauf)<br />

in Göttingen gibt es<br />

seit dem Jahr 2015. Seither findet das<br />

Event, das zunächst unter dem Namen<br />

, Great Barrier Run‘ bekannt wurde,<br />

einmal pro Jahr statt und zwar auf<br />

dem Gelände des Sportinstituts der<br />

Georg-August-Universität in der Gutenbergstraße.<br />

Organisiert wird die<br />

Großveranstaltung am 31.August von<br />

Karaschs Firma ,TeamEinsNull<br />

GmbH‘. Das Ganze geschieht nach<br />

Angaben der Brüder „neben der eigentlichen<br />

Arbeit“ in ihrer Sportmarketing-Agentur.<br />

Diese kooperiert mit<br />

Sportveranstaltern, Vereinen und<br />

Events. Die ,TeamEinsNull GmbH‘ ist<br />

beispielsweise in der Fußball Bundesliga<br />

tätig, im internationalen Handball<br />

sowie bei diversen TV-Formaten. Die<br />

Kunden kommen vorwiegend aus<br />

Deutschland, aber auch aus anderen<br />

europäischen Ländern. Seit dem Jahr<br />

2<strong>02</strong>2 organisiert die ,TeamEinsNull<br />

GmbH‘ einen ,Obstacle City Run‘<br />

auch in Berlin. Er findet in diesem Jahr<br />

am 28. September auf dem Olympiagelände<br />

statt.<br />

Das Interview gibt es auch im<br />

faktor-Podcast ,onfire‘ nachzuhören.<br />

Folgen Sie dazu einfach diesem Link:<br />

www.faktor-magazin.de/onfire-podcast/<br />

KONTAKT<br />

TeamEinsNull GmbH<br />

Weender Landstraße 88<br />

37075 Göttingen<br />

Tel. 0551 3827-174<br />

Fax 0551 3827-175<br />

welcome@obstacle-city-run.de<br />

Ansprechpartner: Nicolas Karasch<br />

Tel. 0176 64083922<br />

www.obstacle-city-run.de<br />

4|2<strong>02</strong>3 2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 29 71


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

Ein Faible<br />

für Höhenlandschaften<br />

Natur und Landschaft gehören zusammen befinden die Experten (v. l.) Henning Gödecke, Wolfgang Wette und Ulrich Küneke.<br />

Die Landschaftsarchitekturbüros Wette + Gödecke und Wette + Küneke (WGK) aus Göttingen<br />

haben sich weit überregional einen Namen gemacht – unter anderem mit innovativen ökologischen<br />

Ansätzen, die mehr Grün ans Gebäude bringen. Und das nicht nur horizontal.<br />

Schönheit in der Gestaltung reicht<br />

heute nicht mehr aus, Ökologie<br />

und Ästhetik sind kein Widerspruch“,<br />

sagt Wolfgang Wette,<br />

der sich 1993 selbstständig machte und<br />

in der Folge die beiden oben genannten<br />

Büros gründete. Er beschreibt damit<br />

eine Entwicklung, für die sich Wette gemeinsam<br />

mit Henning Gö decke und<br />

Ulrich Küneke, den anderen beiden Mitinhabern,<br />

schon seit Langem einsetzt und<br />

die nun endlich auch in der Praxis im<br />

größeren Stil Einzug hält. Gemeint ist<br />

Nachhaltigkeit bei der Gestaltung der<br />

Grünflächen in Bauprojekten, und das bedeutet<br />

insbesondere eine hohe Biodiversität.<br />

„WIR HABEN UNS AUS EIGENEM Anspruch<br />

und Überzeugung heraus schon immer bei<br />

jedem Projekt Gedanken darüber gemacht,<br />

wie wir es im Rahmen des Budgets nachhaltiger<br />

umsetzen können“, so Küneke.<br />

Einfaches Beispiel ist der Umgang mit Niederschlagswasser<br />

– lässt sich das vor Ort<br />

versickern und kann entsprechend weniger<br />

versiegelte Fläche mehr sein? Was der gesunde<br />

Menschenverstand nahelegt und bereits<br />

seit Jahrzehnten diskutiert wird, hat nun<br />

auch in die Köpfe der Planungsbehörden<br />

und Investoren Einzug gehalten. „Wir erleben<br />

ein Umdenken. Das sehen wir daran,<br />

dass es zunehmend mehr Anfragen von Bauherren<br />

und Projektentwicklern gibt, wie wir


ANZEIGE<br />

PROFIL<br />

Die Norderweiterung bei Sartorius profitiert von einer grünen Lunge in direkter Blickweite.<br />

» Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, dass das Interesse an der Erhöhung von Biodiversität<br />

da ist und man Leute damit begeistern kann. «<br />

in unseren Planungen Nachhaltigkeitsaspekte<br />

berücksichtigen.“<br />

Insektensterben, Klimawandel, Ressourcenschonung<br />

sind Stichworte, die den Diskurs<br />

prägen. Dieser Mentalitätswandel wirkt sich<br />

auf viele Bereiche aus. Regenversickerung<br />

ist einer, andere sind biodiverse Anpflanzungen<br />

sowie Fassaden- und Dachbegrünungen.<br />

„Wir werden oft schon im Vorfeld<br />

bei der Ausgestaltung von Bebauungsplänen,<br />

die diese allgemeinen Rahmenbedingungen<br />

festlegen, miteinbezogen“, so Gödecke.<br />

„Früher war das ein hoffnungsloser Kampf,<br />

so etwas wie Dachbegrünungen dort hineinzuschreiben<br />

– zu teuer.“ Versucht haben es<br />

die Architekten und Ingenieure von WGK<br />

trotzdem immer wieder und sich so langsam<br />

über wegweisende Projekte ein Know-how<br />

und ein sehr gutes Renommee für nachhaltige<br />

Landschaftsgestaltung aufbauen können.<br />

HEUTE SIND DIE GÖTTINGER mit ihrem<br />

zwölfköpfigen Team aus zum Teil langjährigen<br />

Mitarbeitenden verschiedener Disziplinen<br />

von Hamburg bis Frankfurt in der<br />

Republik unterwegs und als ein fachlich<br />

kompetenter Partner in der Landschaftsgestaltung<br />

geschätzt – seien es Parks, Friedhöfe,<br />

Schulen und Kindergärten, gewerbliche<br />

Projekte oder historische Anlagen, sei<br />

es bei der Erstellung von Umweltgutachten,<br />

Bebauungsplänen oder der Gestaltung und<br />

Umsetzung von Projekten. Gemeinsam mit<br />

ihrem Team decken Wette als Landschaftsarchitekt,<br />

Gödecke als Biologe und Küneke<br />

als Agraringenieur ein sehr breites Spektrum<br />

ab und ergänzen sich gut.<br />

„Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, dass<br />

das Interesse an der Erhöhung von Biodiversität<br />

da ist und man Leute damit begeistern<br />

kann“, so Küneke. „Beides ist nötig, denn<br />

zum Nulltarif gibt es das leider nicht.“ Drei<br />

aktuelle Göttinger WGK-Referenzprojekte<br />

zeigen in beispielhafter Weise, was möglich<br />

ist, wenn der Auftraggeber diese Begeisterung<br />

teilt und die Mittel dafür zur Verfügung<br />

stellt. Dann lässt sich auch mit innovativen<br />

Methoden vertikal in die Höhe gärtnern.


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

FOTOS: KASSEBEER<br />

Stets in Bewegung Von der Northeimer Zentrale aus werden mehr als 8.000 gewerb liche Druckersysteme in ganz Südniedersachen betreut.<br />

Am Amedes-Kompetenzzentrum atmet die Fassade aus einer grünen Lunge.<br />

NORDERWEITERUNG DES SARTORIUS-<br />

CAMPUS (FERTIGSTELLUNG 2<strong>02</strong>3)<br />

Im Gewerbegebiet Grone hat Sartorius<br />

sein Werk nach Norden hin erweitert.<br />

WGK war hier von Anfang bis<br />

Fertigstellung eingebunden. Angefangen<br />

mit der Feldhams ter suche für das Umweltgutachten<br />

für den Bebauungs plan<br />

bis zur Realisierung der Grünflächen. Die<br />

umfangreichen landschaft lichen Anlagen,<br />

die dort realisiert wurden, stellen eine<br />

Besonderheit dar, denn die Vorgaben von<br />

Sartorius orientierten sich nicht an Mindeststandards,<br />

sondern legten Wert auf<br />

hohe ökologische Sinnhaftigkeit.<br />

Nach der Umverlegung des Elliehäuser<br />

Bachs wurde dieser naturnah gestaltet mit<br />

dem Ziel, eine möglichst hohe Biodiversität<br />

zu erreichen und vor allem auch zu erhalten.<br />

Dieser hohe Anspruch einer hohen<br />

Artenvielfalt gilt auch für die begrünten Dachflächen,<br />

selbst wenn sie keiner sieht: Statt einer<br />

sonst üblichen niedrigen Bepflanzung mit<br />

mehr oder weniger stark sukkulen ten Dickblattgewächsen<br />

wurden hier zusätz lich kleine<br />

temporäre Wasserflächen, Sandlinsen, Steinund<br />

Totholzhaufen, biodiverse Staudenpflanzungen<br />

sowie naturnahe Wiesenflächen mit<br />

Bewässerung angelegt, um für vielfältige Insektengruppen<br />

Ansiedlungsmöglichkeiten zu<br />

schaffen. Zusätzlich wurden Teilbereiche der<br />

oberen Fassaden mit Hopfen und Clematis<br />

begrünt. Für WGK war das Sartorius-Projekt<br />

in den Worten von Henning Gödecke „ein<br />

echter Leckerbissen“.<br />

AMEDES KOMPETENZZENTRUM (FERTIG-<br />

STELLUNG <strong>2<strong>02</strong>4</strong>)<br />

Das von der EBR Projektentwicklung GmbH<br />

entwickelte InnovationsQuartier Herbert­


ANZEIGE<br />

» Anders als bei den meisten Fassadenbegrünungen wurzeln die Pflanzen nicht im Boden<br />

und ranken hoch, sondern sind über die komplette Höhe in der Wand verwurzelt, sodass die<br />

Konstruktion nicht zu erkennen ist. «<br />

PROFIL<br />

Quandt-Straße in Göttingen ist ein Leuchtturmprojekt<br />

für nachhaltiges Bauen und<br />

urbane Ökologie. Es zeigt, wie Funktionalität,<br />

Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung<br />

miteinander verbunden werden können.<br />

Bereits in der Vorplanung zeichnete WGK<br />

für die Grünanlagen des Neubaus von Amedes<br />

verantwortlich. Was die Anlagen jedoch so<br />

besonders macht, ist die Fassadenbegrü nung.<br />

Die bereits im Konzept der EBR Projektentwicklung<br />

GmbH entwickelte Fassaden begrünung<br />

hat WGK auf 400 Quadratmetern<br />

geplant: eine vertikale Wand, die der eigentlichen<br />

Fassade vorgelagert frei hängt und über<br />

bis zu vier Geschosse und die ganze Fläche<br />

geht – eine aufwändige Lösung, die am gewerblichen<br />

Bau sehr selten ist. Anders als<br />

bei den meisten Fassadenbegrünungen wurzeln<br />

die Pflanzen nicht im Boden und ranken<br />

hoch, sondern sind über die komplette Höhe<br />

in der Wand verwurzelt, sodass die Konstruktion<br />

nicht zu erkennen ist.<br />

Rund 35 verschiedene Pflanzenarten wurden<br />

sorgsam aufeinander abgestimmt und<br />

ermöglichen ein Höchstmaß an Biodiversität.<br />

Ebenso war eine ausgiebige Technik recherche<br />

notwendig, um das ideale System für diese<br />

Lösung zu finden. Die Überwachung sowohl<br />

der Nährlösung als auch des Wasserflusses,<br />

der die Pflanzen versorgt, erfolgt digital.<br />

Die Grünfassade hat auch kleinklimatische<br />

Effekte, indem Auskühlung im Winter und<br />

Erhitzung im Sommer abgemildert werden.<br />

„Technisch haben wir hier das beste System<br />

verbaut, das es auf dem Markt gibt. Das ist<br />

High-End-Vertikalbegrünung“, so Wolfgang<br />

Wette.<br />

BIODIVERSUM, MAX-PLANCK-INSTITUT<br />

FÜR MULTIDISZIPLINÄRE NATURWISSEN-<br />

SCHAFTEN (FERTIGSTELLUNG 2<strong>02</strong>2)<br />

Auch das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre<br />

Naturwissenschaften am Fassberg<br />

handelte aus Überzeugung, als es WGK<br />

damit beauftragte, den Großteil der Freiflächen<br />

mit dem Leitgedanken der Biodiversitätserhöhung<br />

umzugestalten und den<br />

Landschaftsarchitekten dabei sehr viele<br />

Freiräume ließ. Unter anderen gehörte die<br />

herausfordernde Anlage eines Teiches in<br />

Hanglage dazu. Der Umfang der neu entstandenen<br />

Habi tate macht das Projekt an<br />

sich schon bemerkenswert, doch beim MPI<br />

kommt noch hinzu, dass die Entwicklung<br />

der umgestalteten Flächen auch wissenschaftlich<br />

begleitet wird. Im Rahmen eines<br />

mehrjährigen Monitorings wird exemplarisch<br />

an Wildbienen, Großinsekten, Fledermäusen<br />

und Vögeln untersucht, ob sich die<br />

Artenanzahl und Individuendichte tatsächlich<br />

positiv beeinflussen lässt. Ob also die<br />

ökologisch gut klingenden Ansätze auch<br />

in der Praxis das erreichen, was man sich<br />

davon verspricht. Wie sich inzwischen sehr<br />

überzeugend zeigt, ist dies tatsächlich auch<br />

der Fall.<br />

WGK begleitet das Projekt weiterhin intensiv,<br />

denn auch die Pflege muss entstehende<br />

Veränderungen berücksichtigen. Da<br />

die Art und Weise der Pflege einen erheblichen<br />

Einfluss auf die Vegetationsbestände<br />

und damit die Artenvielfalt hat, gilt es diese<br />

immer wieder zu bewerten und gegebenenfalls<br />

zu optimieren, um eine möglichst<br />

große Artenvielfalt zu erhalten. „Die Anlage<br />

des BioDiversums beim MPI ist ein echter<br />

Glücksfall, weil wir mit engagierten Menschen<br />

zusammenarbeiten und sich uns die<br />

Möglichkeit bot, ein Mosaik verschiedener<br />

Habitate herzustellen und deren Entwicklung<br />

zu begleiten“, sagt Ulrich Küneke.<br />

KONTAKT<br />

WETTE + KÜNEKE GbR<br />

Landschaftsarchitektur<br />

WETTE + GÖDECKE GbR<br />

Landschaftsplanung<br />

Windausweg 10<br />

37073 Göttingen<br />

Telefon (0551) 789 563 - 60<br />

www.wgk-planung.de


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

Am 15. Februar fand das erste TOPAS-Netzwerktreffen <strong>2<strong>02</strong>4</strong> zum Thema „Aktuelle Trends der Arbeitswelt“ statt.<br />

Echter Be<br />

Benefit<br />

oder Hygienefaktor?<br />

TOPAS-Projektleiterin Tara Brune erklärt, was heute neben Fahrradleasing und Obstkorb<br />

möglich und nötig ist.<br />

Mit Mitarbeitenden-Benefits oder<br />

auch Corporate-Benefits sind<br />

Zusatzleistungen sowie Angebote<br />

von Arbeitgebern an die<br />

Angestellten gemeint, die nicht im Arbeitsvertrag<br />

auftauchen. Sie sind ein Zeichen der<br />

Wertschätzung. Unternehmen können eine<br />

breite Palette von Benefits anbieten, um die<br />

Mitarbeiterbindung zu stärken, die Zufrieden<br />

heit zu steigern und talentierte Fachkräfte<br />

anzulocken. Diese Benefits variieren je nach<br />

Unternehmen, Branche, Standort und Unternehmenskultur.<br />

Allen gemein ist der Wunsch,<br />

mehr als Gehalt und gute Arbeitsatmosphäre<br />

zu bieten, um sich so im Wettbewerb um<br />

gute Arbeitskräfte vor anderen zu positionieren.<br />

Der Fachkräftemangel führt dazu, dass<br />

Unternehmen zusätzliche Anreize bieten<br />

müssen, um Menschen zu finden und langfristig<br />

zu binden. Manchen Unternehmen<br />

geht das Ausweiten von Benefits zu weit und<br />

sie fürchten weniger Fokus auf die Arbeitszeit.<br />

Studien und Umfragen zeigen jedoch, dass<br />

durch gute Benefits die Loyalität und Produktivität<br />

der Mitarbeitenden durchschnittlich<br />

steigt und einen starken Wettbewerbsvorteil<br />

im Arbeit gebermarketing darstellt.<br />

DOCH WAS TUN, WENN HOMEOFFICE,<br />

flexible Arbeitszeiten und kostenfreie Getränke<br />

mittlerweile zum Standard zählen oder<br />

Angebote wie die „bewegte Pause“ kaum


ANZEIGE<br />

» Hier sind Fingerspitzengefühl und<br />

gute Kommunikation gefragt! «<br />

PROFIL<br />

oder immer von<br />

den gleichen Personen<br />

genutzt werden? Es gilt: Benefits müssen<br />

zur Firma, dem eigenen Branding und den<br />

Mitarbeitenden passen. Um verschiedene Interessengruppen<br />

abzuholen, macht es Sinn,<br />

verschiedene Mitarbeiterangebote zu kombinieren.<br />

Hier gilt es, sehr passgenau auf die<br />

eigenen Zielgruppen im Unternehmen zu<br />

schauen und auch kritisch mit bestehenden<br />

Benefits umzugehen. Unternehmen sollten<br />

sich nicht davor scheuen, wenig genutzte Angebote<br />

einzustellen.<br />

ES LÄSST SICH ZUDEM folgender Trend<br />

beob achten: Die zunehmende Individualisierung<br />

führt dazu, dass Mitarbeitende Benefits<br />

schätzen, die zu ihren Lebensumständen passen<br />

und ihnen den Freiraum bieten, das für sie<br />

Passende auszusuchen. Die Zeiten, in denen<br />

Benefits nur während der Arbeitszeit genutzt<br />

werden, scheinen zu enden, nicht zuletzt<br />

durch den hohen Anteil an Arbeitenden im<br />

Homeoffice. Spannend werden Benefits, die<br />

individuell genutzt werden können. Und sie<br />

müssen nicht kompliziert sein, manchmal reichen<br />

niedrigschwellige Angebote ohne großen<br />

Organisationsaufwand, wie zum Beispiel ein<br />

zusätzlicher, bezahlter Urlaubstag am Geburtstag,<br />

ein Spotify-Abo für Auszubildende oder die<br />

Familien-Jahreskarten für den Zoo für Eltern.<br />

Zunehmend nutzen Unternehmen eigenverantwortliche<br />

Budgets oder Gutscheine.<br />

Auch sinnstiftende Benefits werden immer<br />

beliebter. Bezahlte Zeiten für (gemeinsames)<br />

ehrenamtliches Engagement oder Maßnahmen<br />

zur Förderung der mentalen Gesundheit<br />

sind auf dem Vormarsch. Im Zweifel gilt es,<br />

die Mitarbeitenden bei der Auswahl der Benefits<br />

mitgestalten zu lassen. Das erhöht die<br />

Chance der Passgenauigkeit und der Annahme<br />

der Benefits.<br />

IM ZUGE VON ANGEBOTEN für die Mitarbeitenden<br />

ist es darüber hinaus sehr wichtig,<br />

die Ziele der jeweiligen Angebote klar zu<br />

definieren und das „Warum“ zu formulieren.<br />

Dabei ist relevant, so viele Mitarbeitende wie<br />

möglich mit den Angeboten zu erreichen. Benefits,<br />

die einseitig bestimmte Zielgruppen<br />

begünstigen und andere vergessen, gefährden<br />

den Zusammenhalt und vergiften womöglich<br />

die Unternehmenskultur. Homeoffice ist nicht<br />

allen möglich – was könnte man Mitarbeitenden<br />

in der Produktion alternativ dazu anbieten?<br />

Mitarbeitende im Homeoffice haben<br />

wiederum nichts von Sportangeboten vor Ort<br />

oder hochwertig eingerichteten Arbeitsplätzen<br />

in der Zentrale. Hier sind Fingerspitzengefühl<br />

und gute Kommunikation gefragt!<br />

AKTUELLES AUS TOPAS<br />

Bei der Initiative TOP Arbeitgeber Südniedersachsen<br />

(TOPAS) beginnt jedes Frühjahr die<br />

neue Qualifizierungsphase von Unternehmen,<br />

um die Weiterentwicklung der hiesigen Arbeitgeber<br />

voranzutreiben. Derzeit durchlaufen<br />

mit FRÖTEK-Kunststofftechnik, den kommunalen<br />

Diensten Göttingen, ONEJOON, der<br />

Stadt Osterode am Harz und der Universitätsmedizin<br />

Göttingen fünf spannende Arbeitgeber<br />

der Region eine modular aufgebaute<br />

Workshopreihe, in der Wissen rund um das<br />

Thema Arbeitgebermarketing vermittelt und<br />

der gemeinsame Austausch gefördert werden.<br />

Der Prozess mündet im Herbst in einem Audit<br />

und in der Festlegung auf individuelle Ziele<br />

für die kommenden zwei Jahre.<br />

AM 15. FEBRUAR FAND ZUDEM das erste<br />

TOPAS-Netzwerktreffen <strong>2<strong>02</strong>4</strong> zum Thema<br />

„Aktuelle Trends der Arbeitswelt“ statt. Einmal<br />

im Quartal treffen sich Vertreter:innen der<br />

TOPAS-Unternehmen zu solchen gemeinsamen<br />

Austauschen, erhalten einen Fachinput<br />

zu aktuellen Themen des Arbeitgebermarketings<br />

und haben anschließend Zeit zum Netzwerken.<br />

Ein Ergebnis war, dass Arbeitgeber<br />

der Region den Wandel der Arbeitswelt bereits<br />

stark spüren und aktiv versuchen, diesen<br />

mitzugestalten. Insbesondere der Fachkräftemangel<br />

macht zu schaffen und erfordert gemeinsame<br />

Anstrengungen, die mittels TOPAS<br />

vorangebracht werden sollen.<br />

AUF DEM GÖTTINGER Berufsinformationstag<br />

(GöBit) am 24. Februar präsentierte TO-<br />

PAS den Besucher:innen in der Lokhalle den<br />

neuen Ausbildungsflyer. Damit stellt TOPAS<br />

jedes Jahr die Möglichkeiten für eine ausgezeichnete<br />

Ausbildung und ein duales Studium<br />

bei regionalen Unternehmen und Organisationen<br />

vor – ein übersichtliches Format, das<br />

in Südniedersachsen einzigartig ist.<br />

Am 11. Juni <strong>2<strong>02</strong>4</strong> vollzog sich mit der ersten<br />

Veranstaltung die Gründung des „BGM-Forum<br />

Südniedersachsen“. Gemeinsam mit<br />

der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen,<br />

der IHK Geschäftsstelle Göttingen,<br />

den Wirtschaftsförderungsgesellschaften von<br />

Stadt (GWG) und Landkreis (WRG) sowie regionalen<br />

Unternehmen soll ein regelmäßiger<br />

Austausch zu betrieblichen Gesundheitsthemen<br />

stattfinden. Geplant ist eine jährliche<br />

Veranstaltungsreihe.<br />

Mehr Informationen zu TOPAS unter<br />

www.topas-sns.de<br />

KONTAKT<br />

SüdniedersachsenStiftung<br />

Maschmühlenweg 105<br />

37081 Göttingen<br />

Telefon +49 551 270713-30<br />

info@suedniedersachsenstiftung.de<br />

www.suedniedersachsenstiftung.de<br />

Ansprechpartnerin: Tara Brune<br />

Projektleitung TOPAS<br />

Telefon +49 51 270713-329<br />

tara.brune@suedniedersachsenstiftung.de


mensch<br />

-shortlist<br />

Neuer Chefarzt im Weender Krankenhaus<br />

Max Reinshagen leitet ab sofort die Innere<br />

Medizin und die Gastroenterologie<br />

Auf der Überholspur<br />

Katharina Stein leitet<br />

Porsche Zentrum<br />

DER BRAUNSCHWEIGER Professor<br />

Max Reinshagen ist seit dem<br />

1. April <strong>2<strong>02</strong>4</strong> neuer Chefarzt der<br />

Abteilung Gastroenterologie und<br />

Allgemeine Innere Medizin im Evangelischen<br />

Krankenhaus Göttingen-<br />

Weende (EKW). Er arbeitete zuvor<br />

als Chefarzt der Gastroenterologie<br />

und Diabetologie im Städtischen<br />

Klinikum Braunschweig. Damit tritt<br />

er die Nachfolge von Michael<br />

Karaus an, der im Weender Krankenhaus<br />

weiterhin die Position als<br />

Medizinischer Geschäftsführer behält.<br />

Reinshagen ist international anerkannter<br />

Experte auf dem Gebiet<br />

der Gastroenterologie, Endoskopie<br />

und Diabetologie. Er ist Vorsitzender<br />

der Norddeutschen Gesellschaft<br />

für Gastroenterologie und zweiter<br />

Vorsitzender von CED Nord (Chro-<br />

nisch Entzündliche Darmerkrankungen).<br />

Nach dem Studium der<br />

Human medizin in Marburg promovierte<br />

der Mediziner zum Thema<br />

„Untersuchung zur Feedbackregulation<br />

der exokrinen Pankreasfunktion<br />

des Menschen“.<br />

2006 wurde Professor Reinshagen<br />

zum außerplanmäßigen Professor<br />

der Medizinischen Fakultät der<br />

Universität Ulm ernannt und 2010<br />

zur Medizinischen Hochschule<br />

Hannover (MHH) umhabilitiert.<br />

Der Facharzt für Innere Medizin mit<br />

den Zusatzbezeichnungen Gastroenterologie<br />

und Diabetologie hatte<br />

seit 2004 die Position des Chefarztes<br />

der Medizinischen Klinik 1 im Klinikum<br />

Braunschweig inne.<br />

Prof. Dr. Max Reinshagen war bereits<br />

im Beirat der Deutschen Gesellschaft<br />

für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten,<br />

stellvertretender<br />

Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft<br />

leitender gastroenterologischer<br />

Krankenhausärzte und Vorsitzender<br />

des Bundesverbandes Gastroenterologie<br />

Deutschland. Reinshagen<br />

ist seit mehreren Jahren in der renommierten<br />

FOCUS-Liste der besten<br />

Ärzte Deutschlands vertreten.<br />

KATHARINA STEIN übernimmt ab<br />

1. Juli die Geschäftsführung vom<br />

Porsche Zentrum Göttingen. Die bisherige<br />

Center- und Verkaufsleiterin<br />

bei Emil Frey folgt damit auf Swen<br />

Riediger. Stein war seit 2014 für die<br />

Marke Mercedes Benz in Göttingen<br />

verantwortlich. Swen Riediger wechselt<br />

die Branche und übernimmt die<br />

Geschäftsführung der Timberjacks<br />

Betreibergesellschaft.<br />

78 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


mensch<br />

Industrie- und Handelskammer Hannover<br />

Alexandra Gerhardy und Michael Zimbal<br />

sind die neuen Vizepräsidenten<br />

Höchste Auszeichnung<br />

Hasenfuß erhält<br />

DGIM-Medaille<br />

DIE NEU GEWÄHLTE Vizepräsidentin Alexandra Gerhardy (Göttingen) und der neu gewählte<br />

Vizepräsident Michael Zimbal (Northeim) der IHK Hannover<br />

AUF IHRER konstituierenden Sitzung<br />

hat die Vollversammlung der<br />

Industrie- und Handelskammer<br />

Hannover die Göttingerin Alexandra<br />

Gerhardy und den Northeimer<br />

Michael Zimbal zu IHK-Vizepräsidenten<br />

für vier Jahre bis zum Jahr<br />

2<strong>02</strong>8 gewählt.<br />

„Als Familienunternehmerin möchte<br />

ich insbesondere die Interessen der<br />

vielen kleinen- und mittelständischen<br />

Betriebe vertreten und ihnen eine<br />

Stimme geben.“, begründet Gerhardy<br />

ihr Engagement. Die 49-Jährige<br />

ist geschäftsführende Gesellschafterin<br />

der Göttinger Farbfilter GmbH.<br />

Sie war schon im Außenwirtschaftsausschuss<br />

der DIHK aktiv und ist<br />

Mitglied des Deutschen Strategieforums<br />

für Standardisierung des<br />

Bundesministeriums für Wirtschaft<br />

und Klimaschutz.<br />

Michael Zimbal ist geschäftsführender<br />

Gesellschafter der Hermann<br />

GmbH in Northeim. Der 61-Jährige<br />

ist bereits in der dritten Wahlperiode<br />

in der Vollversammlung. „Besonders<br />

freut mich, dass ich als Northeimer<br />

sowohl die Interessen unseres<br />

Landkreises in die Region als auch<br />

nach Hannover tragen darf“, sagt<br />

Michael Zimbal. In den zuletzt vergangenen<br />

Wahl perioden kam keiner<br />

der Vizeprä sidenten aus dem Landkreis<br />

Northeim. „Für die Entwicklung<br />

unserer Region ist es wichtig,<br />

dass die wirtschaftlichen Belange<br />

bei gesellschaftlichen Entwicklungen<br />

mit berücksichtigt werden“, sagt<br />

Zimbal.<br />

Damit sind im zehnköpfigen Präsidium<br />

des wiedergewählten Präsidenten<br />

Gerhard Oppermann zwei<br />

Vertreter aus Südniedersachsen. In<br />

der abgelaufenen Wahlperiode war<br />

die Göttinger Unternehmerin Birgitt<br />

Witter-Wirsam die IHK-Vizepräsidentin<br />

der Region. Sie hatte nicht<br />

wieder für die Vollversammlung<br />

kandidiert.<br />

GERD HASENFUSS erhielt die höchste<br />

Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft<br />

für Innere Medizin<br />

(DGIM): Mit der Leopold-Lichtwitz-Medaille<br />

würdigt die Fachgesellschaft<br />

sein Lebenswerk und seine<br />

großen Verdienste um die Innere<br />

Medizin. Hasenfuß ist seit 1998<br />

Direktor der Klinik für Kardiologie<br />

und Pneumologie und Universitätsprofessor<br />

für Innere Medizin an der<br />

UMG. Er ist Mitbegründer und seit<br />

2001 Vorsitzender des Herzzentrums,<br />

dem interdisziplinären Schwerpunktzentrum<br />

der UMG für Erkrankungen<br />

des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge,<br />

Gefäße und Nieren. Unter seiner<br />

Leitung entwickelte sich das Herzzentrum<br />

laut US-Wochenzeitung<br />

,Newsweek‘ 2<strong>02</strong>1 zu einem der besten<br />

Spezialzentren der Welt.<br />

Für seine Leistungen wurde der<br />

Kardiologe mit zahlreichen Preisen<br />

ausgezeichnet, darunter mit dem<br />

Theodor-Frerichs- Preis der DGIM<br />

für die beste klinisch-experimentelle<br />

Arbeit auf dem Gebiet der Inneren<br />

Medizin. 2019 wurde Hasenfuß als<br />

Mitglied der Nationalen Akademie<br />

der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen.<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 79


mensch<br />

Dr. Clemens Ritter von Kempski ist Arzt, Betriebswirt<br />

und Hotelier. Im Südharz fühlt er sich<br />

zu Hause und betreibt dort zwei besondere<br />

Hotels. Als Arzt rettete er einst Menschenleben<br />

in Südafrika und notärztlich unter anderem auf<br />

deutschen Landstraßen. Seine Leidenschaft für<br />

Natur und Porzellan treibt ihn an, den Tourismus<br />

in der ländlichen Region von Sachsen-Anhalt<br />

zu entwickeln. Im Gespräch stellt sich heraus:<br />

Seine neuen Ziele sind mehr als nur ambitioniert,<br />

angetrieben von Werten und Menschen.<br />

Die eigene<br />

Geschichte<br />

schreiben<br />

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN<br />

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Ritter von Kempski nimmt uns gedanklich mit<br />

in ein Krankenhaus in Kapstadt, Südafrika. In<br />

der Notaufnahme steht ein junger Mann, ein<br />

Verband um die Brust und ein feuchter Fleck<br />

auf der Hose – und wird plötzlich nervös. „In der Notfallmedizin<br />

geht es sehr schnell um Leben und Tod und<br />

Sie müssen in wenigen Minuten entscheiden“, beschreibt<br />

der Mediziner die Situa tion. Aus wenigen Informationen<br />

formt er sich ein Bild, eine Meinung und dann eine Entscheidung.<br />

Nach einem winzigen Stich ins Herz droht der<br />

junge Mann zu sterben. Diagnose Herzbeuteltamponade.<br />

Das Ärzteteam öffnet ihm den Brustkorb, entlastet mit einem<br />

weiteren Schnitt den Herzbeutel und rettet ihm –vorerst<br />

– das Leben. „Sonst hätte sich das pumpende Herz<br />

selbst abgedrückt.“ Schnelle Entscheidungen und klare<br />

Kommunikation – das liebt Kempski an der Notfallmedizin.<br />

Jahrzehnte nach diesen Fällen und einigen Umwegen<br />

ist der 61-jährige Unternehmer im Südharz angekommen<br />

und will nicht weniger als ein Hotelkonzept erschaffen,<br />

80 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


mensch<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 81


mensch<br />

„dass es weltweit noch nicht gibt“. Gelingen will ihm das,<br />

indem er auf Produkte der ,Staatlichen Porzellanmanufaktur<br />

Meissen‘, den Naturraum im Süden von Sachsen-<br />

Anhalt und seine Mitarbeiter setzt.<br />

EIN BLICK INS NATURRESORT & SPA SCHINDELBRUCH<br />

Vor der Saison ist es auf den Gängen des Naturresort &<br />

Spa Schindelbruch bei Stolberg im Südharz noch ruhig.<br />

Anfang Mai scheint die Sonne steil durch die großen<br />

Fenster und lässt die Marmorböden und Porzellanfiguren<br />

im Foyer glänzen. Neben dem ,Hotel & Spa Suiten<br />

FreiWerk‘ ist es eins von zwei der ,Ritter von Kempski<br />

Privathotels & Resorts‘. Ihr Inhaber und Namensgeber ist<br />

Clemens Ritter von Kempski: Arzt, Katholik, Jäger. Der<br />

Händedruck ist fest, das braune Jackett aufgebügelt und<br />

das Lächeln so ansteckend wie der neugierige Blick. Die<br />

Ansprache ist adelig, Baron Kempski lebt zwei Karrieren,<br />

zusammengehalten von einer – wie er es nennt – kernfesten<br />

Wertestruktur. Beide Leben sind untrennbar voneinander<br />

zu bewerten, wenn es darum geht, den Menschen<br />

Kempski zu beschreiben.<br />

BLAULICHT UND EIN STICH INS HERZ<br />

Das erste: Arzt. „Seit ich klein war, wollte ich Mediziner<br />

werden“, sagt Ritter von Kempski. „Ich habe nie an<br />

etwas anderes gedacht.“ Mit 16 Jahren steigt er in den<br />

Rettungsdienst ein und studiert nach dem Abitur Medizin<br />

an der Universität Wien, der ,Harvard Medical School<br />

‘in Boston und am ,King’s College‘ in London. Kempski<br />

wählt zuerst die internistische Ausbildung an der Uniklinik<br />

Zürich, bevor es ihn für die Chirurgie ans ,Groote<br />

Schuur Hospital‘ der University of Cape Town befördert.<br />

In Kapstadt sammelt er die wesentlichen Erfahrungen und<br />

ist täglich in der Notfallmedizin unterwegs. Ein Vorbild in<br />

der Familie, die lückenlos bis ins 14. Jahrhundert nachweisbar<br />

ist, gibt es nicht. Mediziner sind nicht bekannt.<br />

Der Vater, geborener Ungar, und die Mutter aus Schlesien<br />

waren Flüchtlinge, er selbst kam in Düsseldorf zur Welt.<br />

Als Mediziner habilitiert er dann doch nicht in Hamburg,<br />

sondern wählt einen für einen Arzt untypischen<br />

Weg. Zunächst als Berater bei der ,The Boston Consulting<br />

Group‘ bekommt er das Stipendiat für einen Master<br />

of Business Administration in der Schweiz, sanierte später<br />

die insolvente ,EuromedClinic‘ und gründete dabei<br />

das ,Euromed Allgemeine Krankenhaus‘ in Fürth.<br />

Doch die Notfallmedizin lässt ihn nie los. „Man ist<br />

echt dicht dran“, beschreibt er seine Faszination für die<br />

Notfallmedizin. „Sie kommen irgendwo rein und müssen<br />

innerhalb von wenigen Minuten existenzielle Entscheidungen<br />

treffen.“ Und die schonungslose Schule: Im<br />

,Groote Schuur Hospital‘ in Kapstadt wurden den Ärzten<br />

in der chirurgischen Notfallaufnahme alle zwei Wochen<br />

,ihre‘ Toten aufgezeigt. „,Witchhunt‘, Hexenjagd,<br />

haben sie es genannt“, erzählt der Arzt Kempski. Zu diesem<br />

Zeitpunkt hatte die Pathologie geklärt, woran die<br />

Patienten wirklich gestorben waren – und wie die Diagnose<br />

richtig lautete. „Das war nie böse gemeint, sondern<br />

nur um zu lernen. Denn als Notfallmediziner macht man<br />

Fehler, schätzt Situationen falsch ein.“<br />

Nach dem Umzug Anfang des Jahrtausends von<br />

Düsseldorf in den Südharz engagiert sich der gläubige<br />

Katholik bei den Maltesern. Ihr Leitspruch bedeutet ihm<br />

viel: ,Weil Nähe zählt.‘ In der Notfallmedizin sei das genau<br />

der Fall: Das Individuum stehe im Mittelpunkt.<br />

„Diese Besonderheit finde ich in der Hospitality-Branche<br />

wieder“, sagt Kempski und sieht darin seine eigene Entwicklung.<br />

„Es ist auch eine Dienstleistung – und zum<br />

Schluss geht es darum, dem einzelnen Gast ein bestmögliches<br />

Erlebnis zu bieten.“<br />

EIN STICH – MITTEN INS HERZ<br />

Durch die Enteignung seiner Familie mütterlichseits in<br />

der DDR erhielt der Baron nach der Wende Kaufrecht<br />

für Forstflächen und realisierte diese bei Stolberg im<br />

Südharz. Nach dem Erwerb wurde ihm schnell klar: „So<br />

ein Wald ist doch mehr als nur Holzproduktion und ein<br />

bisschen Jagd.“ Das Unternehmer-Gen leuchtete auf.<br />

Den Anfang machten kleine Jagdhäuser für Jäger mit<br />

Pirschbezirken fürs Wochenende. Auf dem Einkaufszettel<br />

stand außerdem ein ehemaliges Kinderferienlager<br />

nahe Stolberg. „Das wollte keiner haben. So konnte ich<br />

es Mitte der 1990er- Jahre für eine kleine Mark kaufen<br />

und mit der Treuhand zusammen sanieren“, erzählt er.<br />

Bis zu 1.500 Kinder erlebten dort einst vormilitärische<br />

Ausbildung. Eine der Waschhallen baute er in einen Festsaal<br />

um, die erste Feier darin war seine eigene standesamtliche<br />

Hochzeit im Oktober 2001. In der Folge rückte<br />

das nahe gelegene ,Harzhotel im Schindelbruch‘ in seine<br />

Aufmerksamkeit. Der Ritter stieg ein, verifizierte tiefrote<br />

Zahlen, erkannte aber das Potenzial und erwarb das Hotel<br />

aus der Insolvenz heraus.<br />

Während sich seine Ehefrau zu diesem Zeitpunkt noch<br />

über den Arzt, der nun Hotelier wird, wunderte – ihm<br />

aber vertraute –, war sein Vater kritischer. „Er hat mich<br />

einfach enterbt. Mit der Begründung: Warum sollte ein<br />

Chirurg nun Hotels führen?“ Damals, im Jahr 2009,<br />

eine unerwartete Enttäuschung und ein Tiefschlag für<br />

ihn. Heute sieht er das anders. „Retrospektiv war das die<br />

zweitbeste Entscheidung meines Lebens“, sagt der Ritter.<br />

Die beste Entscheidung: die Hochzeit mit seiner Frau.<br />

Aber der Bruch mit dem Vater die zweitbeste Entscheidung?<br />

„Ja, weil es meinen eigenen Weg bahnte. Dieser<br />

Weg hat etwas mit Glauben und Vertrauen zu tun.“ Er<br />

habe gelernt, an das zu glauben, was man selbst tut.<br />

„Meine Mittel waren beschränkt, ich hatte und habe<br />

noch nie etwas geerbt oder geschenkt bekommen, auf<br />

das ich hätte Steuern zahlen müssen. Du musst dann Risiken<br />

eingehen und an das glauben, was du tust“, sagt<br />

Kempski. „Auch gegen Widerstände – eben auch aus der<br />

eigenen Familie.“<br />

82 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


mensch<br />

Clemens Ritter von Kempski entwickelte seine Leidenschaft für das Meissen-Porzellan erst, als er es aus dem<br />

Erbe seines Vaters übernahm. Heute macht er die Figuren zum Alleinstellungsmerkmal seiner Hotels.<br />

ZUR PERSON<br />

Clemens Ritter von Kempski wurde am<br />

8. Oktober 1962 in Düsseldorf geboren<br />

und lebt heute in Stolberg im Südharz.<br />

Er ist verheiratet und hat vier Kinder.<br />

Seit 2003 betreibt er die ,Ritter von<br />

Kempski‘ Privathotels, das Wellnesshotel<br />

,Naturresort & Spa Schindelbruch‘<br />

und das ,Hotel & Spa Suiten<br />

FreiWerk‘. Nach dem Abitur studierte er<br />

Medizin an der Universität Wien, der<br />

,Harvard Medical School‘ in Boston<br />

und am ,King’s College‘ in London.<br />

Kempski wird an der Uniklinik Zürich<br />

internistisch ausgebildet und wechselte<br />

in die Chirurgie ans ,Groote Schuur‘ an<br />

der University of Cape Town. Zudem arbeitete<br />

er ab 1993 für ,The Boston<br />

Consulting Group‘ in München, wurde<br />

Stipendiat und machte den ,Master of<br />

Business Administration‘. Im Jahr 1980<br />

wurde er Rettungssanitäter und ist seit<br />

2012 beim Malteser Hilfsdienst aktiv.<br />

2<strong>02</strong>2 wurde Clemens Ritter von<br />

Kempski für sein Engagement mit dem<br />

Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.<br />

Gleichzeitig – und fast gegenteilig – hat er für sich mitgenommen,<br />

den eigenen Kindern von Anfang an zu vertrauen.<br />

Darauf, dass sie ihren eigenen Weg gehen und<br />

mit dem nötigen Wertesystem ausgerüstet sind, um eigene<br />

Entscheidungen zu treffen und durchzuhalten. „Das<br />

ist etwas, auf das die Baronin und ich stolz sind. Wir<br />

haben ein endlos großes Vertrauen in unsere Kinder. Das<br />

wird gespürt und deshalb gehen sie ihre eigenen Wege –<br />

alle vier“, sagt Kempski. „Für diesen Weg muss man den<br />

Kindern eben nicht erst einmal das Vertrauen entziehen.“<br />

KRISEN ALS CHANCE<br />

Im Umgang mit seinen Kindern kann Ritter von Kempski<br />

also der Entscheidung seines Vaters etwas Positives abgewinnen.<br />

Denn nur aufgrund dieses Bruchs konnte er<br />

seinen nun eigenen Erfolg erleben und ihn mit seinen<br />

Kindern teilen. Der Rat: „Analysiere sehr genau und kritisch,<br />

habe eine eigene Strategie, komme dann aus dieser<br />

Strategie – und arbeite hart an der Erreichung der operativen<br />

Exzellenz.“ Denn die Entscheidung seines Vaters<br />

bedeutet für ihn: „Jetzt gibt es kein Zurück.“ Kempski<br />

war gezwungen, seinen Weg durchzuziehen. Davor<br />

musste er sich aber noch auf einen Deal mit seinem Vater<br />

einlassen: Den Einblick in das neue Vermächtnis be-<br />

kommt er nur unter der Bedingung, danach nie wieder<br />

Kontakt zu ihm zu haben. „Sie merken, das Verhältnis<br />

war zerstört.“<br />

Ein Jahr später war es dann allerdings der Vater, der<br />

sich nicht mehr an diese Vorgabe hielt. Er rief kurz vor<br />

Ostern 2010 den Sohn aus dem Ferienhaus in Portugal<br />

an, war erkrankt und bat um Hilfe. „Du bist der Einzige,<br />

der mir jetzt helfen kann“, sagte er am Telefon. „In der<br />

Ferndiagnose wurde mir klar: Er stirbt, weil grobe Fehler<br />

gemacht wurden. Aber er wollte unbedingt zurück nach<br />

Düsseldorf“, erzählt Baron Kempski über den Abschied<br />

von seinem Vater, der kurz darauf mit dem von ihm organisierten<br />

Flugzeug in Düsseldorf landete, in dem<br />

durchorganisierten Krankenhaus seiner Wahl eintraf<br />

und wenige Tage später ohne Gruß verstarb. „Das Leben<br />

geht sehr eigene Wege.“<br />

Ritter von Kempski beruft sich auf seinen festen<br />

Werte korridor, um die Wege meistern zu können und „in<br />

solchen Chaosmomenten nicht verlorenzugehen“. Ausgerüstet<br />

mit diesen Strukturen sei ihm auch der Wandel<br />

vom passionierten Mediziner zum – wie er heute sagt –<br />

„leidenschaftlichen Hotelier“ gelungen. Dabei befindet er,<br />

dass diese beiden Professionen durchaus verwandt sind.<br />

„Beide brauchen Infrastruktur, Organisation und Qua-<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 83


mensch<br />

Detaillreiche Figuren aus hochwertigem Porzellan sind überall im Hotel Schindelbruch wie kleine Schätze zu entdecken.<br />

» Das Kunstkonzept ist unser Aushängeschild «<br />

litätsparameter, um die Erwartungshaltungen – ob Gast<br />

oder Patient – zu erfüllen.“ Nach seinem Wechsel aus der<br />

Medizin ins Hotel hat ihn beispielhaft das Zusammenspiel<br />

von Küche und Service interessiert. Dabei ist die<br />

Küche der OP – jedoch viel komplizierter. Im Kern finden<br />

sich laut Kempski aber ähnliche Chancen. „Der Unternehmenserfolg<br />

ist von drei Dingen abhängig: zu 70<br />

Prozent von der strategischen Positionierung, zu 25 Prozent<br />

von der operativen Exzellenz und nur zu fünf Prozent<br />

vom dispositiven Geschick.“ Was ist die Basis dieser<br />

Erkenntnis? “, „Eine sehr gute Studie“, sagt Kempski,<br />

„leider von McKinsey" – dem Wettbewerber der ,Boston<br />

Consulting Group‘.<br />

DER SÜDHARZ UND EINE PANDEMIE<br />

Ritter von Kempski engagiert sich in der Region Südharz<br />

politisch im Gemeinderat, bringt touristische Projekte<br />

auf den Weg und fühlt sich mit seinem unternehmerischen<br />

Handeln für den Südharz verantwortlich. „Tourismus<br />

ist in der Kommunalverfassung eine freiwillige Aufgabe.<br />

Das ist grundfalsch!“, sagt er mit kräftiger Stimme.<br />

„Es müsste Pflichtaufgabe werden, weil der Tourismus<br />

den ländlichen Raum attraktiv macht. Sonst kommen<br />

keine Fachkräfte für Industrie und Handwerk, die Jungen<br />

ziehen weg, und die Region verwaist zuerst, dann<br />

radikalisiert sie sich“, sagt der Baron, der in seinem beruflichen<br />

Leben durch die halbe Welt gekommen ist.<br />

„Was derzeit in verschiedenen Regionen von Deutschland<br />

passiert, halte ich für hochgefährlich. Mein Herz<br />

schlägt für den Tourismus und den Südharz.“ Dafür bekam<br />

er 2<strong>02</strong>2 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.<br />

Dass sich alle und vor allem auch seine Hotels derzeit<br />

in einem großen Wandel befinden und vieles hinterfragt<br />

wird, ist insbesondere der Corona-Pandemie zu<br />

verdanken. Die Folgen für die Arbeitswelt – insbesondere<br />

im Bereich der Tourismus- und Hospitality-Branche –<br />

verglich Ritter von Kempski damals mit einem ,Berufsverbot‘.<br />

Von einem Tag auf den anderen musste der<br />

Betrieb geschlossen werden, Mitarbeiter wurden in die<br />

Ungewissheit nach Hause geschickt. Viele von ihnen sind<br />

zum Ende der Pandemie nicht mehr in ihren alten Beruf<br />

zurückgekehrt.<br />

Laut Kempski trifft das vor allem die Mitte der Hotels,<br />

während Low-Budget und die Top-Häuser durchgekommen.<br />

„Viele Mitarbeiter haben sich hinterfragt und die<br />

Sinnfrage gestellt: Was mache ich hier eigentlich?“ Im<br />

Fall der Ritter-von-Kempski-Hotels sei die Stammmannschaft<br />

aber geblieben. Verluste, sagt der Chef, gab es auf<br />

der Management-Ebene. „Vorteil: So konnte die Mannschaft<br />

– fast befreit – besonders zusammenwachsen. Mit<br />

ihr gestalten wir nun die Zukunft“, sagt der Unternehmer.<br />

Denn Kempski hat sich und sein Gewerk hinterfragt,<br />

als er im Jahr 2<strong>02</strong>0 – in der Krise – die Häuser<br />

auch operativ übernahm: „Unsere Hotels hatten nicht<br />

die Qualität, von der ich glaubte, diese zu haben“, sagt<br />

er selbstkritisch.<br />

84 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


mensch<br />

ZERBRECHLICHE ZUKUNFT<br />

Nach der Corona-Krise stellt er ein Team aus nur eigenen<br />

Mitarbeitern und ohne Berater zusammen, um das<br />

Grundkonzept komplett auf neue Beine zu stellen. Das<br />

ehrgeizige Ziel: „Wir erfinden uns neu!“ Die Basis bildet<br />

dabei das Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen Mitarbeiter,<br />

ein Personalmanagement mit Weitblick, ein modernes<br />

Sales- und Marketing-Team sowie die Übernahme<br />

sozialer Verantwortung im Rahmen des umfangreichen<br />

Nachhaltigkeitskonzepts. Und der Mut, auch mal<br />

etwas auszuprobieren.<br />

Noch während der Pandemie entwickelt der Arzt mit<br />

seinem Team ein Konzept zum ,sicheren touristischen<br />

Reisen in der Pandemie‘, investiert in Technik und Organisation<br />

und baut ein eigenes PCR-Diagnostik-Labor im<br />

Hotel auf. Als erstes Privathotel Deutschlands durfte er<br />

Dank Rückendeckung durch die Landesregierung wieder<br />

öffnen. Für wenige Tage: „Dann hat die Bundeskanzlerin<br />

als Physikerin entschieden, dass bei einer Inzidenz<br />

von über 100 auch die Pilotprojekte zu schließen<br />

sind“, sagt Kempski. „Was für eine wissenschaftlich-fundamentale<br />

Fehleinschätzung.“ Dennoch sorgte das Vorzeigeprojekt<br />

für Schlagzeilen.<br />

Nach der Pandemie wurde das Ziel ausgegeben, wieder<br />

eines der nachhaltigsten Hotels zu werden – denn seit<br />

dem Jahr 2009 ist der Schindelbruch das erste Wellness-Hotel<br />

mit ausgeglichener CO2-Bilanz in Deutschland.<br />

Energiemanagement, Warenmanagement, Abfallmanagement<br />

– alle Details kamen auf den Prüfstand,<br />

wurden hinterfragt. Es folgen Preise, Auszeichnungen<br />

und Anerkennung. „Wir mussten aber auch erkennen,<br />

dass dies für den Gast kein Buchungsgrund ist“, sagt von<br />

Kempski. „Klimaneutral“ war auch kein guter Begriff.<br />

Trotzdem verfolgt der Schindelbruch das Ziel weiter und<br />

erfüllt die immer strenger werdenden eigenen Vorgaben.<br />

2<strong>02</strong>3 wird der Schindelbruch zum führenden Hotel für<br />

sein Nachhaltigkeitskonzept in Deutschland ausgezeichnet,<br />

und vom Busche-Fachverlag wird Ritter von Kempski<br />

im Mai <strong>2<strong>02</strong>4</strong> unter die Top50 Hoteliers von Deutschland<br />

gewählt. Im selben Monat rezertifiziert der Schindelbruch<br />

mit ,GreenSign‘ auf dem höchsten ,Level 5‘.<br />

BEI DER ENTWICKLUNG seiner ,Privathotels & Resorts‘<br />

hilft Clemens Ritter von Kempski auch eine private Leidenschaft.<br />

Aus dem Erbe seines Vaters erwarb er eine<br />

Sammlung von Meissener Porzellanen. Er arbeitet sich<br />

in die Themen ein und entwickelt ein eigenes Konzept,<br />

das es bis dato nicht gab: Fast zwei Quadratmeter große<br />

Wandabwicklungen aus Porzellan mit neu entwickelten<br />

Skizzen bekannter Motive der berühmten Kaendler’schen<br />

Großfiguren schmücken nun die Wände des Hotels. „Das<br />

Kunstkonzept ist unser Aushängeschild“, sagt der Baron.<br />

Er arbeitet eng mit der ,Staatlichen Porzellanmanufaktur<br />

Meissen‘ zusammen und ist gewählter Vorstand im Freundeskreis<br />

der Porzellansammlung im Zwinger (Staatliche<br />

Kunstsammlung Dresden). Ideen und Projekte wie etwa<br />

Meissen-Spa-Suiten sind in der Vorbereitung, inzwischen<br />

gibt es eine ,Tisch & Tafel-Kollektion‘ im neuen Gourmetrestaurant<br />

,Silberstreif‘ unter dem eigenen Namen<br />

,Ritter von Kempski Collection‘.<br />

Aus Leidenschaft für das edle Porzellan ein Alleinstellungsmerkmal<br />

für seine Hotels zu schaffen, sei Teil der<br />

Zukunftsvision. Gleichwohl werden alle weiteren Hotelprozesse<br />

analysiert und hinterfragt, neue Ideen umgesetzt,<br />

ausprobiert und im Zweifel auch wieder verworfen. „Das<br />

kostet Geld, und manchmal tut es weh. Aber wir arbeiten<br />

eben strategisch und wollen am Ende unseren Gästen das<br />

besondere Erlebnis bieten und ein verlässlicher Arbeitgeber<br />

sowie ein stabiles Unternehmen sein“, sagt der Ritter.<br />

Dabei leitet er einen roten Faden aus seinen Anfängen ab,<br />

als er durch den Wald ging und die ersten unternehmerischen<br />

Ideen entwickelte. „Der Forst denkt in Generationen.<br />

Und das wollen wir auch in der Hospitality.“ Ob das<br />

auch bedeutet, dass seine Kinder einmal alles weiterführen?<br />

Diese Entscheidung legt er in ihre Hände. „Da sind<br />

die frei. Die Basis anzubieten, ist allerdings meine Verantwortung!“<br />

Die Begeisterung dafür, da sei er sich sicher, ist da: „Wir<br />

wollen kein Konzern werden, keine internationale Kette.<br />

Wir werden unsere eigene Geschichte schreiben“, sagt<br />

Baron Kempski. „Wir haben noch einen langen Weg zu<br />

gehen, aber hier sind so viel Qualität, so viele Chancen<br />

und so viel Aufbruch zu spüren.“ Bis 2<strong>02</strong>6 soll dieser sehr<br />

eigene Zukunftsprozess mit den neuen Entwicklungen in<br />

der Hospitality-Branche auch international sichtbar werden.<br />

Kempski hat Lust darauf und fühlt sich auf diesem<br />

Weg nicht allein. „Danke für das Glück, es selbst versucht<br />

haben zu dürfen – und dafür, dass jemand die Hand über<br />

mich gehalten hat.“ ƒ<br />

Clemens Ritter von Kempski erzählt<br />

seine Lebensgeschichte ausführlich in<br />

der aktuellen Ausgabe des faktor-Podcasts<br />

,onfire‘<br />

www.faktor-magazin.de/onfire-podcast/<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 85


PROFIL<br />

PROFIL<br />

Katrin Benken arbeitet im Hospiz an der Lutter und leitet die ,Letzte-Hilfe‘ Kurse.<br />

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Den Sterbenden zuwenden<br />

Das Hospiz an der Lutter bietet mit ,Letzte-Hilfe-Kursus‘ Orientierung für die Sterbebegleitung.<br />

Druckverband, stabile Seitenlage.<br />

Auto fahrer kennen die Erste- Hilfe-<br />

Kurse sehr gut und erinnern sich im<br />

Idealfall auch noch an ihre Ausbildung. Die<br />

Grundlage ist einfach: in schwierigen Situationen<br />

handeln können. Nach dem gleichen<br />

Prinzip funktioniert die ,Letzte Hilfe‘. In diesem<br />

Kursus, der vom Hospiz an der Lutter in<br />

Göttingen angeboten wird, werden Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer darauf vorbereitet,<br />

Schwerkranke und sterbende Menschen auf<br />

dem letzten Weg zu begleiten. Das kann sowohl<br />

im privaten Alltag oder im Umfeld einer<br />

Betreuung nützlich sein.<br />

„STERBEN IST EIN TEIL DES LEBENS“, sagt<br />

Katrin Benken vom Hospiz an der Lutter. Der<br />

Kursus, den sie gemeinsam mit einer Kollegin<br />

in eigenen Räumen und bei Firmenanfragen<br />

auch vor Ort anbietet, dauert rund vier Stunden<br />

und ist in mehrere Module unterteilt. Im<br />

Kern steht dabei das Individuum. „Das ist das,<br />

was wir in diesem Kursus vermitteln wollen:<br />

den ganzheitlichen Gedankenansatz.“ Benken<br />

selbst arbeitet aktiv im Hospiz und kann<br />

im Kursus auch ihre Erfahrung mit dem Tod<br />

und sterbenden Menschen weitergeben. Und<br />

genau danach fragen auch die Teilnehmerinnen<br />

und Teilnehmer. Denn ähnlich wie in der<br />

Ersten Hilfe werden die Menschen mit Situationen<br />

konfrontiert, für die sie ein seelisches<br />

und praktisches Rüstzeug benötigen.<br />

AUCH DESHALB BESTEHEN die Module aus<br />

wesentlichen Themen wie dem Sterbeprozess<br />

und wie dieser ein Teil des Lebens ist sowie<br />

der richtigen Vorsorge und den Möglichkeiten,<br />

Leiden zu lindern und Abschied zu nehmen.<br />

Dabei werden rechtliche Fragen beleuchtet,<br />

vor allem aber praktische Beispiele erklärt.<br />

„Wie gehe ich denn damit um, wenn jemand<br />

starke Schmerzen oder Atemnot hat? Diese<br />

Fragen werden gestellt und dann kann ich aus<br />

dem Alltag erzählen“, sagt Benken. Gleichwohl<br />

werden Symptome fachlich erläutert und<br />

ganz praktische Tipps gegeben.<br />

So vermittelt der Letzte-Hilfe-Kursus Basiswissen<br />

und Orientierung mit praktischen<br />

Handgriffen in der Sterbebegleitung. „Wir<br />

möchten Grundwissen an die Hand geben<br />

und ermutigen, sich Sterbenden zuzuwenden“,<br />

sagt Katrin Benken. „Die Sorge, etwas<br />

falsch zu machen, ist unberechtigt. Man kann<br />

nichts falsch machen“, sagt Benken.<br />

Für die aktuellen Kurse gibt es feste Termine<br />

im Jahr. Zusatztermine, Anmeldung und<br />

nähere Informationen im Ambulanten Hospiz<br />

gibt es per E-Mail an<br />

ambulantes-hospiz@hospiz-goettingen.de<br />

oder telefonisch unter 0551 270726-20 .<br />

KONTAKT<br />

TEXT: CHRISTIAN VOGELBEIN<br />

Hospiz an der Lutter<br />

Humboldtallee 10 ·<br />

37073 Göttingen<br />

Tel. 0551 270726-10<br />

ambulantes-hospiz@hospiz-goettingen.de<br />

www.hospiz-goettingen.de/fuer-sie/letzte-hilfe


Selbst die Stärksten<br />

gehen zur Vorsorge.<br />

Seit über zehn Jahren stehen wir in<br />

Göttingen für Diagnostik auf höchstem<br />

Niveau. Dank langjähriger Erfahrung<br />

und modernster Diagnoseverfahren<br />

sind wir in der Lage pathologische Veränderungen<br />

im ganzen Körper frühzeitig<br />

zu erkennen. Wir nehmen uns<br />

genau die Zeit, die es baucht, um mit<br />

Ihnen sinnvolle Untersuchungsstrategien<br />

zu entwickeln und diese mittels<br />

Ganz- oder Teilkörperchecks durchzuführen.<br />

SELBST DIE STÄRKSTEN<br />

GEHEN ZUR VORSORGE.<br />

Wir sind für Sie da. Schon innerhalb<br />

von 24 Stunden.<br />

Mehr Informationen unter<br />

Seit über zehn Jahren stehen wir in Göttingen für Diagnostik auf höchstem Niveau. Dank www.diagnostik-goettingen.de<br />

langjähriger Erfahrung und modernster Diagnoseverfahren ist unser Team in der Lage pathologische<br />

Veränderungen im ganzen Körper frühzeitig zu erkennen. Wir nehmen uns genau die Zeit, die es<br />

braucht, um mit Ihnen sinnvolle Untersuchungsstrategien zu entwickeln und diese mittels Ganz- oder<br />

Teilkörperchecks durchzuführen. Mehr Informationen unter www.diagnostik-goettingen.de.<br />

Wir sind für Sie da. Mit Terminen innerhalb von 24 Stunden.<br />

Praxis für moderne Schnittbild Diagnostik ∙ Bahnhofsallee 1d ∙ 37081 Göttingen ∙ (0551) 82 074 22<br />

tiger layout weiss final 2.indd 1 27.05.14 15:05<br />

und deshalb für die Früherkennung von Brustkrebs<br />

Vertrauen Sie der langjährigen Erfahrung<br />

unseres Ärzteteams und sprechen Sie mit uns.<br />

Wir informieren Sie umfassend:<br />

• Dr. med. Ulla Ritter<br />

• Dr. med. Susanne Luftner-Nagel<br />

• Prof. Dr. med. Katharina Marten-Engelke<br />

• Dr. med. Friedemann Baum<br />

• Prof. Dr. med. Uwe Fischer<br />

Telefon 0551/820 740<br />

www.brustzentrum-goettingen.de<br />

info@brustzentrum-goettingen.de<br />

Bahnhofsallee 1d · 37081 Göttingen<br />

(Gegenüber Bahnhof Westausgang)<br />

Blackbit


mensch<br />

All In<br />

Luis Oberbeck – vom Nobody zum Olympiateilnehmer?<br />

Wie aus einem Außenstürmer beim Fußball einer der<br />

talentiertesten 800-Meter-Läufer Deutschlands wurde<br />

– und warum kaum jemand den Deutschen Meister aus<br />

Göttingen kennt.<br />

TEXT STEFAN LIEBIG<br />

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

88 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


mensch<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 89


mensch<br />

L<br />

Luis Oberbeck zieht bei sommerlichen Temperaturen<br />

im Göttinger Jahnstadion seine Runden.<br />

Gerne fällt in diesem Zusammenhang das<br />

Wort ,einsam‘, doch er ist alles andere als das:<br />

Eine Rentnergruppe mit Walkingstöcken belegt die Innenbahnen,<br />

vor der Tribüne bewegen sich weitere Sportler<br />

– vielleicht eine Betriebssportgruppe? – hin und her,<br />

und an der Sprunganlage erklärt ein Vater seiner Tochter<br />

die Geheimnisse des Weitsprungs. Ganz schön was los<br />

also auf der Sportanlage – trotz des mit rot-weißem Flatterband<br />

abgesperrten Eingangstors.<br />

Unter den offensichtlich ambitionierteren Trainierenden<br />

befinden sich auch Oberbecks Freundin und einige<br />

andere sichtbar motivierte Athleten. So können sich die<br />

Aktiven gegenseitig pushen, und ein zusätzlicher Kick<br />

kann ja nicht schaden. Schließlich hat sich der 24-Jährige<br />

eines der höchsten Ziele gesetzt, die es für einen Leichtathleten<br />

überhaupt gibt: Er möchte zu den Olym pischen<br />

Spielen <strong>2<strong>02</strong>4</strong> nach Paris. Die Spiele finden in diesem<br />

Sommer vom 26. Juli bis zum 11. August statt. Ab dem<br />

7. August steigen die Qualifikations-, Hoffnungs- und<br />

Halbfinalläufe, das 800-Meter-Finale startet dann am<br />

10. August. Traditionell finden die wichtigen<br />

Leichtathletikentscheidungen erst kurz vor der Schlussfeier<br />

statt.<br />

JETZT FRAGT SICH DER EINE ODER ANDERE nicht zu<br />

den absoluten Experten gehörende Leichtathletikinteressierte,<br />

wer dieser Luis Oberbeck ist. Aber immerhin<br />

wurde er doch 2<strong>02</strong>3 über die Doppelstadionrunde in<br />

Kassel Deutscher Meister. Wie kommt es, dass nicht alle<br />

den Deutschen Meister kennen?<br />

Es hört sich ein bisschen wie die Story eines amerikanischen<br />

Sportfilms an, wenn Oberbeck erzählt: „Ich bin<br />

vor dreieinhalb Jahren vom Fußball zur Leichtathletik<br />

gewechselt.“ Ein Freund habe ihn dazu überredet, bei<br />

einem Rennen mitzulaufen. Dabei qualifizierte er sich<br />

auf Anhieb für die Niedersächsische und die Norddeutsche<br />

Meisterschaft. Damals, auf der Alfelder Sportanlage,<br />

startete er neben dem Hochsprung noch für den<br />

400-Meter-Lauf. Ohne Vorbereitung – abgesehen von<br />

seinem Fußballtraining – gewann er den Lauf und erreichte<br />

auf der Sprunganlage eine respektable Höhe von<br />

1,85 Meter, was aber nicht für die vorderen Plätze reichte.<br />

„Am 1.500-Meter-Lauf konnte ich dann nicht mehr<br />

teilnehmen, weil ich zum Flughafen musste. Wir flogen<br />

mit dem Fußballteam nach Bulgarien“, erinnert er sich.<br />

Mit dem MTV Almstedt spielte er nämlich in der Landesliga.<br />

Auf der Außenbahn ließ er so manchen Verteidiger<br />

weit hinter sich.<br />

ER LIEBTE DEN FUSSBALL und hatte von klein auf davon<br />

geträumt, als Fußballprofi Weltmeister zu werden.<br />

Seine Mannschaft wollte er dafür aber nicht verlassen.<br />

Die Vereinstreue ging so weit, dass er beim Kreisauswahltraining<br />

absichtlich schlecht spielte, was wohl der<br />

Anfang vom Ende einer großen Kickerkarriere bedeutete.<br />

Diese Heimatliebe hat ihren Grund in der „tollen<br />

Kindheit, die ich hier hatte“, sagt Oberbeck. Er wuchs in<br />

Neuhof bei Lamspringe auf, einem Dorf mit gerade einmal<br />

rund 450 Einwohnern. Seine Freunde und seine<br />

ebenfalls kickende eineinhalb Jahre jüngere Schwester<br />

hielten sich, wann immer es nur ging, unter freiem Himmel<br />

auf. Noch im Kindergartenalter meldeten ihn seine<br />

sportbegeisterten Eltern in der Jugendsportgemeinschaft<br />

mehrerer Dörfer ihrer Heimatgegend an. „Das hatte<br />

noch nicht viel mit Fußball zu tun, aber ich habe es<br />

trotzdem geliebt“, sagt er zurückblickend.<br />

Heute räumt er selbst ein, am Ball nicht der Geschickteste<br />

gewesen zu sein. So ging es dann im Anschluss an<br />

die Reise mit dem Fußballverein nach Bulgarien zweigleisig<br />

weiter, denn es eröffneten sich durch die Premiere<br />

in der neuen Sportart plötzlich neue Perspektiven. Der<br />

Erfolg in der ,Fremdsportart‘ Leichtathletik etwa eineinhalb<br />

Jahrzehnte nach seinen ersten Kicks im Fußballklub,<br />

machte ihm Lust auf mehr. In seiner letzten<br />

Fußballsaison startete er schon quasi ,nebenbei‘ mit<br />

intensivem Lauftraining. Doch so reibungslos, wie erhofft,<br />

lief es anfangs nicht: Denn die Landesmeisterschaft,<br />

für die er sich so überraschend qualifiziert hatte,<br />

verpasste er. Ein Magen-Darm-Virus verhinderte den<br />

Start. Dafür fuhr er zum nächsthöheren Wettbewerb, der<br />

Norddeutschen Meisterschaft: „Ohne großes Training<br />

und mit den Spikes vom Abi wurde ich Achter über die<br />

400 Meter.“<br />

DAS SORGTE DURCHAUS FÜR AUFSEHEN in Läuferkreisen,<br />

und ein Bekannter vermittelte ihm ein Privattraining<br />

bei Rolf Geese in Göttingen, seines Zeichens<br />

Sportwissenschaftler a. D. und mehrfacher Seniorenweltrekordhalter<br />

und -weltmeister. Oberbeck wohnte inzwischen<br />

in der Unistadt und studierte Betriebswirtschaftslehre.<br />

„Rolf ist ein echtes Vorbild für mich und viele<br />

andere“, sagt Oberbeck, der fortan neben dem Fußball­<br />

90 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


mensch<br />

» Ich bereue den späten Einstieg nicht – ich habe viele andere schöne<br />

Erfahrungen gesammelt. «<br />

training und den Spielen auch ein- bis zweimal wöchentlich<br />

mit der Sportlegende trainierte. Geeses geschulte<br />

Augen wiederum erkannten das Talent des Laufneulings.<br />

Doch dem weiteren Training und dem erhofften steilen<br />

Aufstieg grätschte die Pandemie dazwischen. Oberbeck<br />

aber nutzte die Zeit: Zurück in der alten Heimat Neuhof<br />

trainierte er mit seiner Freundin. Ausdauer und Bergsprints<br />

standen immer wieder auf dem Plan. Nachdem er<br />

„ohne allzu intensives Training“, wie er immer wieder<br />

sagt, schnell die Norm zur Deutschen Meisterschaft über<br />

400 Meter anpeilte, reifte in ihm eine Entscheidung:<br />

„Ich entschloss mich schweren Herzens, mich von den<br />

Mannschaftskollegen beim Fußball zu verabschieden.“<br />

Böse waren sie ihm nicht: „Sie bedauerten es, hatten<br />

aber Verständnis.“ Leicht gemacht hat er sich diesen<br />

Schritt aber keineswegs, und das wussten auch seine<br />

Freunde. „Ich hatte einige schlaflose Nächte. Bis dahin<br />

galt für mich: 100 Prozent Fußball.“<br />

LUIS OBERBECK SETZTE ALSO ALLES AUF EINE KARTE:<br />

Ab 2<strong>02</strong>1 trainierte er mit dem 400-Meter-Bundestrainer<br />

Edgar Eisenkolb einmal pro Woche in der Landeshauptstadt<br />

Hannover. Den Rest des Trainings – oft bis zu<br />

sechs Einheiten wöchentlich – absolvierte er auf den<br />

Göttinger Hochschulsportanlagen. „Das war viel zu viel.<br />

Ich war dauernd verletzt“, sagt er heute. Den Grund für<br />

diese Fehlplanung sieht er heute in seiner mangelnden<br />

Erfahrung: „Andere Läufer sind mit der Disziplin groß<br />

geworden. Sie haben von klein auf systematisch und<br />

kontrolliert trainiert.“ Oberbeck musste schmerzhafte<br />

Rückschläge hinnehmen und immer wieder verletzungsbedingt<br />

auf Starts verzichten. „Aber ich bereue den späten<br />

Einstieg nicht – ich habe viele andere schöne Erfahrungen<br />

gesammelt“, sagt er. Seine erste komplette Saison<br />

brachte den Newcomer direkt bis zur U23-Europameisterschaft<br />

in Estlands Hauptstadt Tallinn. „Ich war total<br />

stolz, das National trikot tragen zu dürfen“, sagt Ober­<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 91


mensch<br />

Sein Zuhause ist das Jahnstadion. In Göttingen studiert und trainiert Luis Oberbeck<br />

täglich, der ASC hält dem Talent mit Meistertitel den Rücken frei.<br />

» Ich wollte eigentlich nur ein<br />

bisschen mitlaufen und habe<br />

dann das Rennen gewonnen. «<br />

beck – wenn auch mit Wehmut, denn er war Ersatzläufer<br />

der 4 x 400-Meter­ Staffel und kam nicht zum Einsatz.<br />

Doppelt schwer: Er sah von der Tribüne aus, wie sein<br />

Team die Bronze medaille überreicht bekam. „Das spornte<br />

mich an, das nächste Mal richtig dabei zu sein“, sagt<br />

er und zeigt<br />

seine ehrgeizige Seite. Aus solchen Rückschlägen lernt er<br />

und nimmt die Motivation mit ins nächste Training. ,Immer<br />

100 Prozent‘ lautete sein Motto beim Fußball – und<br />

so lautet es bis heute bei jedem Training und jedem<br />

Wettkampf.<br />

IN DER FOLGE GENOSS ER DIE STIMMUNG in großen<br />

Stadien wie Braunschweig oder auch die Auftritte bei<br />

etablierten Sportfesten in kleineren Sportanlagen. Gemeinsam<br />

mit dem Göttinger Trainerurgestein Thomas<br />

Schmalz, mit dem er seit März 2<strong>02</strong>2 zusammenarbeitet,<br />

sollte die Saison 2<strong>02</strong>1/22 die erste durchgeplante und<br />

hoffentlich verletzungsfreie werden. Seine Statur – er ist<br />

1,93 Meter groß – und sein Laufstil führten zum Umstieg<br />

auf die 800-Meter-Distanz. Er erinnert sich an seine<br />

heimlich gelaufene Premiere über die neue Strecke:<br />

„Ich bin losgelaufen wie ein Verrückter und legte Weltrekordtempo<br />

vor. Nach 550 Meter war dann aber<br />

Schluss – ich war körperlich völlig am Ende!“<br />

Moralisch am Ende war er kurze Zeit später: Diagnose<br />

Hüftimpingement. Das bedeutete, die verengte Hüftgelenksspalte<br />

musste operiert werden. „Mein Körper<br />

war anscheinend immer noch nicht für die neuen Belastungen<br />

bereit", sagt Oberbeck. „Aber ich glaubte weiter<br />

an meine Ziele. Denn inzwischen hatte ich schon viel<br />

investiert.“ In erster Linie meint er damit die Zeit und<br />

das eher auf Sparflamme vorangetriebene Studium.<br />

Finan ziell unterstützten ihn in dieser Zeit seine Eltern.<br />

Mit Schmalz trainierte er nun individueller, nicht nach<br />

,Schema F‘, und sehr gezielt auf seinen ersten Freiluftwettkampf<br />

über 800 Meter hin. Ergebnis: Er wurde niedersächsischer<br />

Landesmeister. Danach trat er in Pfungstadt<br />

gegen die deutsche Spitze an. „Ich wollte eigentlich<br />

nur ein bisschen mitlaufen und habe dann das Rennen<br />

gewonnen“, erzählt er zufrieden und kann sich mit<br />

1:48,65 auch an die respektable Siegerzeit erinnern.<br />

IN DER FOLGENDEN SAISON gab es viel zu lernen, und<br />

er gesteht ein, dass er bei den folgenden, teilweise dennoch<br />

erfolgreichen Rennen viele taktische Fehler machte.<br />

„Aber aus Niederlagen und Fehlern und der Videoanalyse<br />

mit dem Trainer lernt man viel mehr als aus guten<br />

Rennen.“ Wie zum Beweis gewann er im Sommer 2<strong>02</strong>3<br />

in Kassel tatsächlich die Deutsche Meisterschaft über<br />

800 Meter. Dort ging auch sein inzwischen zum Freund<br />

und Trainingspartner gewordener Konkurrent Emil<br />

Meggle an den Start, konnte Oberbeck aber lediglich anspornen<br />

– nicht besiegen. Was für ein Moment: Das<br />

Smartphone wollte gar nicht mehr zur Ruhe kommen.<br />

Plötzlich häuften sich die Presseanfragen. Und von jetzt<br />

auf gleich hatten ihn auch die Konkurrenz und die Funktionäre<br />

auf dem Zettel. Zum Saisonabschluss folgte<br />

noch die Universiade im chinesischen Chengdu. Die<br />

fasst er ernüchtert zusammen: „Das war eine sehr wilde<br />

Erfahrung: 30 Grad und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit.<br />

Drei Rennen in drei Tagen – ich war im Finale völlig<br />

92 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


ANZEIGE


mensch<br />

kraftlos. Es ging nichts. Hinterher stellte sich heraus,<br />

dass ich wohl coronainfiziert war.“ Die Saison war also<br />

vorbei und es war klar, dass die nächste die Olympiasaison<br />

sein würde. Olympia! Erstmals formuliert er sein<br />

großes Ziel: „Ich möchte in Paris dabei sein!“ Unfassbar<br />

als ,Quasineuling‘ in der Sportart. Und schon wieder<br />

sollte ihm die Gesundheit einen Streich spielen. Eine heftige<br />

Coronainfektion mit anschließender Herzmuskelentzündung<br />

setzte ihm zu. Was für ein Rückschlag.<br />

DOCH DANK MEHRERER TRAININGSLAGER in Portugal<br />

und Südafrika erholte er sich gut. Nun gab es mental<br />

einiges zu verarbeiten. Dabei hilft ihm inzwischen eine<br />

Sportpsychologin. Auch unterstützt ihn der ASC Göttingen<br />

intensiv, und er hat dank des Meistertitels auch einige<br />

Sponsoren, mit Puma sogar einen Ausrüster. Förderung<br />

vom Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) erhält<br />

er allerdings kaum und quittiert dies mit absolutem<br />

Unverständnis. Ende Mai verpasst er die Qualifikation<br />

für die Europameisterschaft „trotz persönlicher Bestleistung<br />

in einem Rennen, dessen Tempo die anderen Läufer<br />

zu Beginn zu sehr verschleppt haben“, wie Oberbeck<br />

sagt, nur knapp um acht Hundertstel. Auch hier gibt es<br />

keine Unterstützung vom DLV, denn der entscheidet sich<br />

gegen eine mögliche Nachnominierung. Derzeit bereitet<br />

er sich weiter intensiv vor, gibt in jedem Training 100<br />

Prozent. „Ich schöpfe Kraft aus der Erinnerung an die<br />

gefilmten Szenen meiner Familie, als ich Deutscher<br />

Meister wurde und alle mitfieberten“, spricht er über<br />

seine Motivation. Er hört jetzt mehr auf seinen Körper,<br />

stärkt den Rücken, der bei großen Menschen immer anfällig<br />

ist und ernährt sich fleischarm.<br />

ZWEI WEGE GIBT ES FÜR IHN, seinen großen Traum in<br />

Paris zu erleben: Entweder schafft er die Olympianorm<br />

von 1:44,70, oder er qualifiziert sich über die Weltrangliste<br />

für die noch freien Startplätze. Beides ist möglich. Luis<br />

Oberbeck hofft, die Norm zu erreichen und sammelt<br />

gleichzeitig Punkte für die Weltrangliste. Neben der Deutschen<br />

Meisterschaft plant er, noch an ein bis zwei weiteren<br />

Rennen an den Start zu gehen [Anm. der Red.: Alle<br />

Entscheidungen fielen/fallen nach Redaktionsschluss bzw.<br />

nach Veröffentlichung dieser Ausgabe]. „Wenn man die<br />

Chance hat, muss man alles reinlegen“, sagt er und versprüht<br />

trotz der unheimlich hohen Hürden einen ansteckenden<br />

Optimismus: „Ich traue es mir zu – in Paris<br />

dabei zu sein, wäre das Allergrößte!“ Ob er mit dieser<br />

Geschichte tatsächlich zum Film helden würde, bleibt offen.<br />

Aber vielleicht werden sich die Senioren mit den<br />

Walkingstöcken an den schnellen jungen Mann im Jahnstadion<br />

erinnern, wenn sie ihn im Fernsehen auf der Tartanbahn<br />

im Stade de France laufen sehen. ƒ<br />

ZUR PERSON<br />

Luis Oberbeck, geboren am 4. Juni 1999<br />

in Neuhof bei Lamspringe, ist ein aufstrebender<br />

deutscher 800-Meter-Läufer.<br />

Ursprünglich als Außenstürmer für den<br />

MTV Almstedt in der Landesliga aktiv,<br />

wechselte er erst vor dreieinhalb Jahren<br />

zur Leichtathletik. Ein Freund überzeugte<br />

ihn, an einem Lauf teilzunehmen, und<br />

schnell zeigte sich sein Talent.<br />

Seine sportliche Karriere begann früh:<br />

Schon als Kind war er in der Jugendsport<br />

gemeinschaft der Region aktiv.<br />

Trotz seiner Liebe zum Fußball entschied<br />

er 2<strong>02</strong>0, sich voll und ganz der Leichtathletik<br />

zu widmen. 2<strong>02</strong>1 spezialisierte<br />

sich der 1,93 Meter große Athlet auf die<br />

800-Meter-Distanz. Mit Trainer Thomas<br />

Schmalz erzielte er rasche Fortschritte<br />

und wurde 2<strong>02</strong>3 Deutscher Meister über<br />

diese Strecke. Mit Blick auf die Olympischen<br />

Spiele <strong>2<strong>02</strong>4</strong> in Paris trainiert er<br />

hart, um entweder die Olympianorm von<br />

1:44,70 zu erreichen oder sich über die<br />

Weltrangliste zu qualifizieren.<br />

94 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


ANZEIGE<br />

25 Jahre in der Region<br />

Vom Bauunternehmen zum Technologieunternehmen: GOLDBECK<br />

PROFIL<br />

Building Excellence, so lautet der Anspruch<br />

von GOLDBECK. Das Unternehmen<br />

verwirklicht Immobilien<br />

schnell, effizient, flexibel und nachhaltig<br />

– bei passgenauer Funktionalität. Bei<br />

GOLDBECK wird der gesamte Lebenszyklus<br />

von Gebäuden betrachtet. So erhalten Immobilien<br />

eine nachhaltige Zukunft, langfristige<br />

Wertmaximierung und den Grundstein für Ihren<br />

Erfolg.<br />

Obwohl Goldbeck Bürogebäude und Schulen<br />

baut, Logistik- sowie Produktionshallen fertigt<br />

und reihenweise Parkhäuser auf den Markt<br />

bringt, sieht sich das Unternehmen weniger<br />

als klassisches Bauunternehmen, sondern<br />

mehr als Tech-Experte in der Baubranche.<br />

GOLDBECK ist seit jeher technologisch geprägt,<br />

weil es Bauprojekte nicht in konventioneller<br />

Bauweise realisiert, sondern im System.<br />

„Unsere Entwicklung zum Tech-Unternehmen<br />

sehen wir als evolutionär und weniger als revolutionär“,<br />

beschreibt Kai-Oliver Becker, Niederlassungsleiter<br />

von GOLDBECK Kassel.<br />

Inspiration für digitale Innovationen in der<br />

Baubranche holt sich GOLDBECK derzeit aus<br />

dem Silicon Valley – vor bereits fünf Jahren<br />

schickte das Unternehmen Mitarbeiter in das<br />

Tech-Eldorado. Sie sollen Zukunftstrends aufspüren<br />

und ihre Erfahrung nach Deutschland<br />

bringen. Damit wollen sie sich die Rolle des<br />

Digitalpioniers in der Baubranche langfristig<br />

sichern.<br />

» Wir bei GOLDBECK haben als erstes deutsches Unternehmen der Branche<br />

einen Tech & Innovation Hub im Silicon Valley gegründet. «<br />

… erzählt Becker stolz.<br />

Wir bauen mit Verantwortung.<br />

JAHRE<br />

IN DER<br />

25 REGION<br />

Nachhaltigkeit ist das<br />

Fundament unseres Handelns.<br />

Nachhaltigkeit bedeutet für uns, zukunftsfähige<br />

Gebäude zu bauen und zu betreiben, uns für<br />

gemeinsame Werte zu engagieren und dabei<br />

die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren –<br />

auch für alle kommenden Generationen.<br />

goldbeck.de


ANZEIGE<br />

PROFIL<br />

Des Hauses Kern<br />

Gehen Immobilien in den Verkauf, wie gegenwärtig häufig ältere, wird in der Regel immer eine Kernsanierung fällig –<br />

für den Kunden oft eine Kostenfalle. Die Huntgeburth Sanierungs GmbH ist ein Experte für solche Kernsanierungen und<br />

entsprechende Kostenvoranschläge.<br />

Schönes Wohnen nach der Sanierung<br />

einer Altimmobilie ermöglicht<br />

Huntgeburth Sanierungen.<br />

Das Worst Case Szenario beim Immobilienerwerb<br />

ist, dass man ohne<br />

es zu merken eine Bruchbude kauft,<br />

die hohe Kosten bei der Sanierung mit sich<br />

bringt“, sagt Nick Huntgeburth, Meister für<br />

Betonstein- & Terrazzoherstellung sowie der<br />

Betonindustrie, Projektentwickler im Immobilienbereich<br />

und seit 2<strong>02</strong>1 Inhaber der Huntgeburth<br />

Sanierungs GmbH in Obernjesa. Für<br />

den nicht-Fachmann sind diese Kosten nur<br />

schwer einzuschätzen. „Deswegen werden<br />

wir von vielen Kunden bereits im Vorfeld beim<br />

Hauskauf mit eingebunden, damit wir eine<br />

Kostenschätzung für den Kunden oder auch<br />

die Bank machen können und ich dann sagen<br />

kann, was bei einem gegebenen Budget machbar<br />

ist.“ Wird Huntgeburth dann auch mit der<br />

Sanierung beauftragt, ist die Schätzung ein<br />

kostenloser Service.<br />

SCHWER ZU ENTDECKENDE Sanierungs<br />

-Stolpersteine gibt es einige, insbesondere bei<br />

älteren Immobilien: Das kann der Asbest-Kleber<br />

unter dem PVC-Belag sein oder Schadstoffe<br />

in der Mineralfaser aus der Dachisolierung.<br />

„Das erkennt man als Laie nicht, bekommt<br />

man nur schwer ausgebaut und ist teuer in der<br />

Entsorgung“, so Huntgeburth. „Dafür brauche<br />

ich zudem fähige Mitarbeiter.“ Auch das Einhalten<br />

gesetzlicher Auflagen zu energetischen<br />

Standards, etwa bei Dämmung oder dem Heizungstausch,<br />

kann schnell teuer werden.<br />

KERNSANIERUNGEN SIND ein umfangreiches<br />

Geschäft, viele Gewerke kommen zusammen<br />

– das meiste kann die Huntgeburth<br />

Sanierungs GmbH selbst anbieten – Bodenbelagsarbeiten<br />

mit Parket und Fliesen, Natursteinarbeiten<br />

und seit der Übernahme des<br />

Göttinger Malerbetriebs Wolter & Sohn auch<br />

sämtliche Malerarbeiten. Für Experten, die<br />

unter Umständen auch benötigt werden, wie<br />

Dachdecker, Elektriker oder Installateur, hat<br />

Huntgeburth ein enges Netzwerk zu anderen<br />

Handwerksbetrieben aufgebaut und kann<br />

damit die komplette Kernsanierung aus einer<br />

Hand anbieten. Für den Kunden ergeben sich<br />

daraus zwei Vorteile: Zum einen in der Regel<br />

deutlich schnellere Termine und zum anderen<br />

ohne Mehrkosten eine einfache Organisation,<br />

da die komplette Bauleitung und -überwachung<br />

bei Huntgeburth liegt.<br />

DIE NACHFRAGE nach Kernsanierungen ist<br />

hoch und steigt, was zum einen daran liegt,<br />

dass zurzeit viele Altimmobilien verkauft werden.<br />

Aber der Käufer packt heute auch weniger<br />

selbst an, weil die Kenntnisse fehlen. Deswegen<br />

kam auch die Übernahme von Wolter &<br />

Sohn zustande, weil die Huntgeburth Sanierung<br />

deutlich wächst. Und Nick Huntgeburth<br />

ist auch weiterhin auf der Suche nach anderen<br />

Betrieben, die gut zu ihm passen.<br />

KONTAKT<br />

Huntgeburth Sanierungs GmbH<br />

Auf dem Rode 2<br />

37124 Obernjesa<br />

Tel. 05509 9428332<br />

info@huntgeburth-sanierungen.de<br />

www.huntgeburth-sanierungen.de


Wir schützen Ihre Werte!<br />

Unabhängig und frei<br />

Inhaber Rainer Giese<br />

IHR VERSICHERUNGSMAKLER IN DER REGION<br />

PARTNER FÜR MITTELSTAND UND INDUSTRIE<br />

Vertrauen. Verlässlichkeit. Loyalität.<br />

Das ist unsere Mission. Jeden Tag aufs Neue.<br />

versicherungskontor-osterode.de


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

Der Parcours für Rollstuhl- und Prothesensimulation vor der Halle bietet neben dem 4 vs. 4 Match Rollstuhlbasketball in der Halle spannende Einblicke.<br />

Gemeinsam Barrieren überwinden<br />

Mit Felix Neumann, Geschäftsführer des Sanitätshauses o | r | t, haben wir über das Engagement zum Thema Inklusion<br />

durch ein Sanitätshaus gesprochen.<br />

Letzten Monat haben Sie gemeinsam mit<br />

der BG Göttingen einen Inklusionstag<br />

veranstaltet. Basketball und ein Sanitätshaus<br />

– wie passt das zusammen?<br />

Die Zusammenarbeit zum Thema Inklusion entstand<br />

vor vielen Jahren durch die Einführung der<br />

,Rollilounge‘, eines Podests, von welchem aus<br />

Rollstuhlfahrer barrierefrei das Spiel schauen<br />

können. Im Mai haben wir dann unser erstes gemeinsames<br />

Spieltagsponsoring als Inklu sions-<br />

Partner mit der BG Göttingen veranstaltet. Um<br />

den Zuschauern das Thema Inklusion näherzubringen,<br />

hat es vor der Sparkassen- Arena<br />

einen interaktiven Rollstuhl parcours u. a. mit<br />

Prothesen simulation gegeben. Zusätzlich konnten<br />

sich die Zuschauer an Informationsständen<br />

weiterer Partner zum Thema Inklusion und zu<br />

inklusiven Angeboten im Sport informieren und<br />

in der Halbzeitpause ein spannendes Match<br />

der Rollstuhlfahrer des ASC Göttingen und der<br />

Heinrich-Böll-Schule verfolgen.<br />

Gibt es spezielle Initiativen, die o|r|t als Sanitätshaus<br />

unterstützt, um die soziale Integration<br />

und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen<br />

zu begünstigen?<br />

Ja – dieses Vorhaben spiegelt sich auch in unserem<br />

Sponsoringkonzept wider. Neben Projekten<br />

zur Nachhaltigkeit und Mitarbeiterbindung<br />

stützen wir dieses insbesondere auf die<br />

Säule Inklusion. Hierbei legen wir den Fokus<br />

auf Vereine, welche soziale Integration und<br />

Inklusion von Menschen mit Behinderung –<br />

zum Beispiel im und durch den Sport – unterstützen,<br />

oder auch auf solche, die noch nicht<br />

aktiv sind, sich aber gemeinsam mit uns dem<br />

Thema öffnen wollen. Gleichzeitig fördern wir<br />

Sportler der Region über direkte Maßnahmen<br />

einer Zusammenarbeit. Dazu gehören unter<br />

anderem home of tennis (h. o. t.), die Tischtennisabteilung<br />

des SCW Göttingen sowie die<br />

Paraskiläuferin Luisa Grube aus Nörten-Hardenberg.<br />

Viele Vereine und Institutionen sind<br />

(noch) nicht barrierefrei aufgestellt, da häufig<br />

der Bezug, die Sensibilisierung oder die finanziellen<br />

Mittel fehlen.<br />

Wer ist die Zielgruppe der ,Inklusions-Säule‘?<br />

Inklusion betrifft uns alle und es wichtig,<br />

dass das auch jeder versteht. Unser Ziel ist<br />

es, gehandicapte Personen zu unterstützen<br />

und Barrieren abzubauen, die Menschen zu<br />

sensibilisieren und eine Gemeinschaft zu<br />

schaffen, in der jeder willkommen ist und<br />

sein volles Potenzial entfalten kann. Inklusion<br />

ist ein fortlaufender Prozess, der kontinuierliches<br />

Engagement und gemeinsame Anstrengung<br />

erfordert. Daher haben wir es uns<br />

zur Aufgabe gemacht, Maßnahmen gezielt<br />

einzusetzen und tollen Projekten und Vorhaben<br />

eine Bühne zu bieten mit dem Ziel: Gemeinsam<br />

Barrieren überwinden!<br />

KONTAKT<br />

Sanitätshaus o | r | t<br />

Maschmühlenweg 47<br />

37081 Göttingen<br />

0551 37071-100<br />

www.o-r-t.de<br />

info@o-r-t.de


Dein Sparrings-Partner<br />

für Büroerfolg.<br />

www.kassebeer.de<br />

anders (er)leben<br />

1899 <strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

125 JAHRE<br />

Mark & Ines Berke,<br />

Geschäftsführer<br />

in 5. Generation


wissen<br />

-shortlist<br />

Europäischer Innovationsrat fördert Entwicklung des<br />

optischen Cochlea-Implantats mit 2,5 Millionen Euro<br />

Hören mit Licht<br />

MPS-Projekt Sunrise III<br />

Ready for take off<br />

Tobias Moser (l.) und Daniel Keppeler können sich über Zuschüsse zur Entwicklung des<br />

neuartigen optischen Cochlea-Implantats freuen.<br />

UNTERSTÜTZUNG FÜR EIN internationales<br />

Kooperationsprojekt:<br />

Wissen schaftler der Universitätsmedizin<br />

Göttingen (UMG) erhalten 2,5<br />

Millionen Euro für ihre Forschung.<br />

Ebenfalls profitieren die im Jahr 2019<br />

aus der UMG aus gegründeten Opto­<br />

GenTech GmbH, das Fraunhofer-<br />

Instituts für Elek tronische Nanosysteme<br />

ENAS in Chemnitz, das finnische<br />

Unternehmens Modulight und der<br />

französi schen Firma SCT Ceramics.<br />

Sie arbeiten unter dem Arbeitstitel<br />

,OptoWavePro‘ gemeisam an der Entwicklung<br />

eines optischen Cochlea-Implantats<br />

zur Wiederherstellung des<br />

Hörens beim Menschen.<br />

Das Projekt ,OptoWavePro‘ wird<br />

von Tobias Moser, dem Direktor des<br />

Instituts für Auditorische Neurowissenschaften<br />

der UMG und Mitgründer<br />

von OptoGenTech, koordiniert<br />

und baut auf dessen vorherigen<br />

Arbeiten auf. Ziel ist es, eintreffende<br />

Schallinformationen in Lichtsignale<br />

zu übersetzen, die wiederum die<br />

Nervenzellen in der Hörschnecke<br />

von tauben und schwerhörigen<br />

Patienten gezielt aktivieren.<br />

100 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Da sich Licht besser fokussieren<br />

lässt als elektrische Signale, wie es in<br />

herkömmlichen Cochlea-Implan taten<br />

der Fall ist, verspricht das<br />

,Hören mit Licht‘ eine bessere Hörqualität.<br />

„Mit der Expertise dieses<br />

Forschungskonsortiums kommen<br />

wir der klinischen Anwendung des<br />

optischen Cochlea-Implantats einen<br />

deutlichen Schritt näher “, so Moser.<br />

Daniel Keppeler, Geschäftsführer<br />

und Mitgründer von OptoGenTech<br />

ergänzt: „Diese Förderung ermöglicht<br />

uns, neben der Tech nologie<br />

auch unser noch junges Start-up<br />

wirtschaftlich weiterzuentwickeln“.<br />

Die Mittel für das dreijährige<br />

,OptoWavePro‘-Projekt stammen<br />

aus dem Förderprogramm ,EIC<br />

Transition‘ des Europäischen Innovationsrates<br />

(European Innovation<br />

Council, EIC). Die EIC-Transition­<br />

Förderung unterstützt speziell kleine<br />

und mittelständische Unternehmen,<br />

Start-ups und Organisationen, um<br />

Projekte von der Grundlagenforschung<br />

in marktfähige Produkte zu<br />

überführen.<br />

Sunrise III: letzte Tests bei bestem Wetter<br />

STRATOSPHÄRENWINDE und Wetterlage<br />

bestimmen den Termin des<br />

aus Göttingen gesteuerten Forschungsflugs.<br />

Sunrise III heißt die<br />

Mission des Max-Planck-Instituts<br />

für Sonnensystemforschung (MPS).<br />

Das ballongetragene Sonnenobservatorium<br />

blickt per Ein-Meter-Teleskop<br />

und Bildstabilisierungssystem<br />

aus der Stratosphäre auf die<br />

Sonne. Im Mai hatte Sunrise III die<br />

Tests vor dem Start auf der Ballonund<br />

Raketenbasis Esrange Space<br />

Center nahe des Polarkreises absolviert:<br />

Alle Instrumente und Systeme<br />

funktionieren. Vom Kranfahrzeug<br />

getragen, hatte das sieben Meter<br />

hohe Observatorium bei überraschend<br />

gutem Wetter erstmals die<br />

Halle verlassen. Aus einer Höhe von<br />

mehr als 35 Kilometern soll Sunrise<br />

III auf die Sonne schauen und so<br />

einzigar tige Messdaten einfangen.


ClusterAkademie<br />

Ihr Bildungsträger in Südniedersachsen<br />

Sichern Sie sich Ihren<br />

Seminarplatz<br />

Dein Raum,<br />

dein Flow!<br />

// Entdecke unser<br />

neues Coworking bei<br />

pro office Göttingen!<br />

Mit modernster Ausstattung<br />

und einer Atmosphäre, die zum<br />

Austausch und zur<br />

Zusammenarbeit einlädt.<br />

Innovativ, inspirierend, flexibel.<br />

August<br />

Seminare August bis November <strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

14./15. Aug. Excel – Sattelfest | Aufbauseminar für Fortgeschrittene<br />

15. Aug. Wissen kompakt „Feedback geben und annehmen“<br />

19. Aug. Vom Mitarbeiter zur Führungskraft – Teil 1<br />

20. Aug. Vom Mitarbeiter zur Führungskraft – Teil 2<br />

23. Aug. Wissen kompakt „Talent Boost:<br />

Sofortmaßnahmen gegen den Fachkräftemangel“<br />

26. Aug. Rollentausch im Recruiting?<br />

29. Aug. Effiziente Verhandlungsführung für Einkäufer<br />

und Verkäufer – Modul 1<br />

30. Aug. Effiziente Verhandlungsführung für Einkäufer<br />

und Verkäufer – Modul 2<br />

September<br />

06. Sep. Durch aktives Telefonieren die Auftragsquote erhöhen<br />

06. Sep. Wissen kompakt „Meeting Mastery: Kurzseminar<br />

für effektive Moderation”<br />

09. Sep. Professionell und souverän auftreten<br />

13. Sep. Jahresgespräche einführen & motivierend führen<br />

20. Sep. Feedback-Kultur im Team<br />

23. Sep. Azubi Business-Knigge & Telefontraining<br />

Oktober<br />

23. Okt. Wissen kompakt „Wie kommuniziere ich?“<br />

23./24. Okt. Erfolgsfaktoren Projektmanagement<br />

29. Okt. Konflikte meistern “Professionelles<br />

Konfliktmanagement im Tagesgeschäft”<br />

30. Okt. Wissen kompakt „Einblick in Transformation<br />

und Change Management“<br />

November<br />

13. Nov. Excel – Matrixfunktionen | Aufbauseminar<br />

27./28. Nov. Excel – Sicher nutzen | Grundlagen für Einsteiger<br />

Seminarorte: Göttingen, Hann. Münden und online-Kurzformat 2,5 Std.<br />

Barteröder Straße 2 │ 37127 Dransfeld<br />

Telefon 0 55 <strong>02</strong>/999 5470<br />

info@clusterakademie.de<br />

www.clusterakademie.de<br />

Buchen Sie<br />

gleich hier …<br />

Werde jetzt Teil unserer<br />

Community!<br />

IHR PARTNER FÜR´S HANDWERK<br />

BAHNHOFSTR.2<br />

37154 Northeim<br />

Groner Straße 17c<br />

37073 Göttingen<br />

0551 507688 28<br />

coworking@prooffice.de<br />

www.prooffice.de<br />

Tel. 0 55 51 - 620 22 / 23 | Fax 0 55 51 - 620 24<br />

www.knobloch-knebel.de | info@knobloch-knebel.de


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

FOTOS: SPIEKER FOTOGRAFIE<br />

Sind neu im Team (von links nach rechts): Sarah Reinelt, Nadia Meiser, Fabienne Nothdurft (vordere Reihe); Martin Wolf, Martin Faßhauer,<br />

Vera Barthoff (hintere Reihe)<br />

Teamverjüngung an der Basis<br />

Die Praxis am Göttinger Bahnhof verstärkt sich mit jungen Kolleg:innen.<br />

Inzwischen ist es mehr als 21 Jahre her,<br />

seitdem die beiden Geschäftsführer<br />

Friedemann Baum und Uwe Fischer am<br />

1. Mai 2003 das Diagnostische Brustzentrum<br />

am Göttinger Bahnhof ins Leben gerufen<br />

haben. Einzelne Stimmen bezweifelten<br />

damals zwar, dass ein solches Konzept in<br />

Göttingen Bestand haben würde, doch<br />

im Rückblick könne mit bestem Wissen<br />

festgehalten werden, dass sich das Zentrum<br />

zu einem Erfolgsmodell entwickelt<br />

hat. Starteten Fischer und Baum damals<br />

mit einem MRT, je einem Mammographie-<br />

und Ultraschallsystem sowie fünf<br />

Mitarbeiter:innen, so stehen heute am Göttinger<br />

Bahnhof zwei MRT (1,5 T, 3,0 T),<br />

eine Mammographie-Einheit inklusive<br />

Tomosynthese und KM-Mammographie,<br />

ein CT und drei Ultraschallsysteme sowie<br />

zwei Biopsievorrichtungen. Jede dieser<br />

Maschinen wurde im Laufe der Zeit<br />

mindestens einmal ausgetauscht, um stets<br />

auf dem aktuellen technischen Stand zu sein.<br />

Mit der Installation neuer Geräte wurde auch


ANZEIGE<br />

Dr. Vera-Maria Barthoff kam aus der Brustsprechstunde der<br />

Universitätsmedizin Göttingen. Sie verstärkt den<br />

mamma diagnostischen Bereich inklusive aller Biopsieoptionen<br />

und ist in der allgemeinen MRT-Diagnostik erfahren.<br />

PROFIL<br />

Dr. Martin Fasshauer war vorher ebenfalls in der Universitätsklinik<br />

Göttingen tätig. Sein Spezialgebiet ist in besonderem<br />

Maße die MRT einschließlich der KI-gestützten Verfahren.<br />

Unabhängig hiervon ist er allgemeinradiologisch ausgebildet<br />

und damit in allen anderen Bereichen einsetzbar.<br />

Sarah Reinelt, MTR und zertifizierte Fachkraft für Mammadiagnostik,<br />

hat seit vielen Jahren Praxiserfahrung in der Radiologie<br />

und im Umgang mit Patient:innen in einer Praxis im Raum<br />

Kassel. Sie ist die jüngste, also das „Küken“ im Team.<br />

Martin Wolf ist Physiotherapeut, MTR und zertifizierte Fachkraft für<br />

Mammadiagnostik. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung im Umgang<br />

mit Patient:innen im Rahmen seiner physiotherapeutischen<br />

Tätigkeit. Sein besonderes Interesse gilt der MRT.<br />

Nadia Meiser kam aus der Brustsprechstunde<br />

der Universitätsklinik Aachen. Sie<br />

verstärkt den mammadiagnostischen<br />

Bereich und zusätzlich den MRT-Bereich<br />

mit besonderer Expertise<br />

auf dem Gebiet der KI-gestützten<br />

Prostata-MRT.<br />

Fabienne Notdurft, MTR und zertifizierte<br />

Fachkraft für Mammadiagnostik,<br />

hat viele Jahre Berufserfahrung<br />

und Umgang mit Patientinnen im<br />

Rahmen ihrer vorherigen Tätigkeit<br />

in einer Göttinger Praxis. Sie ist<br />

schon einige Jahre im Team und hier<br />

inzwischen bestens integriert.<br />

das Spektrum der angebotenen Untersuchungen<br />

erweitert und modernisiert. So<br />

bietet das Team am Göttinger Bahnhof<br />

heute neben den üblichen MRT- und CT-Untersuchungen<br />

zum Beispiel KI-gestützte MR-<br />

Unter suchun gen von Prostata und Kopf an –<br />

High- End-Diagnostik auf modernstem Level.<br />

UND DIE MITARBEITER:INNEN? Ihre Anzahl<br />

erhöhte sich inzwischen auf 20. Und<br />

damit ist es natürlich, dass einzelne Mitarbeiter:innen<br />

in den nächsten Jahren in den<br />

Ruhestand wechseln. Grund genug, über<br />

neue Kolleg:innen nachzudenken, die dann<br />

die Nachfolge antreten können. „Es liegt<br />

in der Philosophie der Praxis, dass wir für<br />

ausscheidende Kolleg:innen etwa ein Jahr<br />

vorher Nachfolger:innen einstellen. Dies<br />

ermöglicht den neuen Mitarbeiter:innen,<br />

sich stressfrei und in aller Ruhe an die Betriebsabläufe<br />

der Praxis zu gewöhnen“,<br />

sagt Fischer. Baum ergänzt: „In diesem Zusammenhang<br />

haben wir entschieden, neue<br />

Kolleg:innen in der Altersgruppe zwischen<br />

30 und 40 Jahren einzustellen. Sie können<br />

noch möglichst lange in dieser Praxis tätig<br />

sein. Sozusagen eine Teamverjüngung von<br />

der Basis her.“<br />

UMGESETZT HAT DAS TEAM DER PRA-<br />

XIS dies in den vergangenen Jahren durch<br />

die Einstellung von fünf neuen „jüngeren“<br />

Mitarbeiter:innen im Bereich des medizinisch-technischen<br />

Personals wie auch im<br />

ärztlichen Sektor: „In der jetzigen personellen<br />

Konstellation sind wir bestens für die<br />

zukünftigen Aufgaben dieser Praxis gerüstet“,<br />

sagt Fischer. „Die jungen Leute fügen<br />

sich bestens in das bestehende Team ein.“<br />

Und Baum fügt an: „Die jungen Kolleg:innen<br />

profitieren einerseits von den Erfahrenen<br />

und bringen andererseits auch frischen<br />

Wind in das Team. Eine Win-win-Situation,<br />

KONTAKT<br />

Diagnostisches Brustzentrum Göttingen<br />

www.brustzentrum-goettingen.de<br />

Praxis für moderne Schnittbild Diagnostik<br />

www.diagnostik-goettingen.de<br />

Bahnhofsallee 1d<br />

37081 Göttingen<br />

Tel. 0551 820740<br />

info@brustzentrum-goettingen.de


PROFIL<br />

ANZEIGE<br />

Jugend forscht Jungforscher präsentieren die beeindruckenden Ergebnisse ihrer spannenden Forschungsprojekte.<br />

FOTOS: SPIEKER FOTOGRAFIE<br />

Jung, innovativ …<br />

voll neuer Ideen!<br />

KWS und PS.SPEICHER holten erneut den Landeswettbewerb ,Jugend forscht – Schüler experimentieren‘<br />

nach Einbeck. Neugier und Begeisterung waren bei den Jungforschern spürbar!<br />

H<br />

Höhepunkt des diesjährigen niedersächsischen<br />

Lan deswettbewerbs<br />

„Jugend forscht – Schüler experimentieren“<br />

war die spannende<br />

Feierstunde am 13. April. Nach zwei intensiven<br />

Tagen, in denen die 74 jungen Forschenden<br />

ihre insgesamt 44 naturwissenschaftlichen<br />

Pro jekte mehrfach den Mitgliedern einer interdisziplinär<br />

besetzten Jury vorgestellt und erläutert<br />

hatten, wurden die Gewinner verkündet.<br />

In sieben Fachgebieten (Arbeitswelt, Chemie,<br />

Biologie, Geo- und Raumwissenschaften,<br />

Mathematik/Informatik, Physik und Technik)<br />

wurden erste, zweite und dritte Preise und außerdem<br />

zahlreiche Sonderpreise verliehen.<br />

ALS GASTREDNER KAM IN DIESEM JAHR<br />

Prof. Metin Tolan, Präsident der Georg­<br />

August-Universität Göttingen, auf die Bühne<br />

in der Einbecker PS.Halle. Er berichtete davon,<br />

wie seine eigene Faszination für die Wissenschaft<br />

geweckt wurde und wie er sich bereits<br />

als Kind für physikalische Fragen begeisterte,<br />

die ihm seine Lehrer lange nicht beantworten<br />

konnten. Damit betonte er, wie wichtig<br />

es ist, Kinder in ihrer Neugier und ihrem<br />

Wissensdurst zu begleiten und zu bestärken.<br />

Damit wertschätze er sowohl den Wettbewerb<br />

als solches als auch die spannenden Projekte<br />

der Mädchen und Jungen im Alter von neun<br />

bis 14 Jahren.


ANZEIGE<br />

Beim Wettbewerb<br />

zeigen die Nachwuchswissenschaftler,<br />

was sie drauf haben.<br />

PROFIL<br />

» ,Jugend forscht‘ ist ein Wettbewerb, der am<br />

Anfang vieler Karrieren von Forschenden stand.<br />

Daran sieht man, wie wichtig es ist, junge<br />

Menschen für die Wissenschaft zu begeistern. «<br />

Prof. Metin Tolan, Präsident der Georg-August-Universität Göttingen<br />

Für die Teilnahme am Landeswettbewerb in<br />

Einbeck mussten sich die Jungforschenden<br />

vorab auf einem der acht Regionalwettbewerbe<br />

in ganz Niedersachsen mit 234 Projekten<br />

in der Altersgruppe „Schüler experimentieren“<br />

durchsetzen!<br />

ENTSPRECHEND VIELSEITIG waren die vorgestellten<br />

Projekte. Nicht nur die Jury war von<br />

dem Ideenreichtum beeindruckt: Vor der Feierstunde<br />

konnte die Öffentlichkeit die Projekte<br />

bestaunen, und am zweiten Wettbewerbstag<br />

waren 250 interessierte Schülerinnen und<br />

Schüler der umliegenden Schulen zu Besuch.<br />

Ein Raketenauto, Kunstleder aus Kaffeesatz,<br />

fremde Himmelskörper oder eine KI zur Erkennung<br />

von Wölfen motivierten die kleinen<br />

Forscher zum Experimentieren. Ein Projekt fiel<br />

dabei besonders auf: „Unser Boden – unsere<br />

Zukunft“. Tom (9), Annika (9) und Lotta (10)<br />

aus Bad Zwischenahn untersuchten darin<br />

verschiedene Bodenproben auf ihre Beschaffenheit<br />

und Merkmale wie pH-Werte, Wasseraufnahme<br />

und Tierarten. So wollten die drei<br />

ermitteln, wie die Bodenqualität das Wachstum<br />

von Pflanzen beeinflusst.<br />

EIN INNOVATIVES PROJEKT, fand auch die<br />

Jury und verlieh dafür den Landessieg für das<br />

beste interdisziplinäre Projekt: „Das Team<br />

von der Grundschule Ofen konnte uns als Jury<br />

mit ihrer Begeisterung für das Thema sowie<br />

der kreativen Herangehensweise an ihre erste<br />

Forschungsarbeit überzeugen.”<br />

KWS und der PS.SPEICHER sind Patenunternehmen<br />

der Veranstaltung und verstehen<br />

Forschergeist und Offenheit als wichtigen<br />

Antrieb für Innovationen, weshalb sie beides<br />

über die Unternehmensgrenze hinaus fördern<br />

möchten. Stephan Krings, Head of Global<br />

Marketing & Communications bei KWS,<br />

und Lothar Meyer-Mertel, Geschäftsführer<br />

des PS.SPEICHER, unterstrichen dieses Engagement<br />

in ihrer gemeinsamen Ansprache.<br />

Der PS.SPEICHER präsentiert im größten<br />

Oldtimer-Museum Europas die Geschichte<br />

der Mobilität. Auch dort waren es oft heute<br />

vielleicht klein anmutende Problemstellungen,<br />

aus denen Lösungen mit großer Wirkung entstanden<br />

sind: Wie zum Beispiel würde eine<br />

Autofahrt ohne Scheibenwischer heute aussehen?<br />

Bei KWS als forschungsintensivem Unternehmen<br />

spielen Entdeckergeist, Kreativität<br />

und Offeneheit per se eine wichtige Rolle.<br />

„DIE BEITRÄGE, DIE WIR HIER GESEHEN<br />

HABEN, sind ein Spiegel der Themen, die<br />

die ganze Welt aktuell und drängend beschäftigen:<br />

Natur, Umwelt, Klimaschutz, gesunde<br />

Ernährung, Energie, Mobilität – um nur einige<br />

zu nennen“, sagte Lothar Meyer-Mertel. „Die<br />

Lösungsvorschläge der jungen Wissenschaftler,<br />

ihre Neugierde und Visionskraft machten<br />

viel Mut für die Zukunft.“ Und Stephan Krings<br />

ergänzte: „Vor diesem Hintergrund sind wir<br />

sehr zuversichtlich, dass eure Generation die<br />

vielen Herausforderungen, die auf uns zukommen,<br />

meistern wird.“<br />

Der Wettbewerb fand nun schon zum dritten<br />

Mal in Einbeck statt und hat sich fest in<br />

der Region etabliert. Vielleicht begeistern sich<br />

die Jungforscher auch für die Region und finden<br />

später den Weg in eines der Unternehmen<br />

in unserer Life-Science-Region. Deshalb<br />

ist es schön zu sehen, dass auch weitere Unternehmen<br />

in der Region unterstützen. Sartorius<br />

ist von Beginn an als Unterstützer dabei.<br />

In diesem Jahr engagierten sich auch weitere<br />

Unternehmen wie u. a. Continental in Northeim<br />

sowie Symrise in Einbeck.<br />

In diesem Jahr hat es noch kein Projekt<br />

aus der Region bis zum Landeswettbewerb<br />

geschafft, vielleicht sehen wir aber eines im<br />

nächsten Jahr!<br />

Mehr spannende Projekte sowie Hintergrundinformationen<br />

zum Wettbewerb in Einbeck sind<br />

auf Instagram zu finden:<br />

@jugendforschteinbeck<br />

KONTAKT<br />

KWS SAAT SE & Co. KGaA<br />

Grimsehlstr. 31<br />

Postfach 1463<br />

37555 Einbeck, Germany<br />

Tel. +49 5561 311-0<br />

Fax: +49 5561 311-322<br />

webmaster@kws.com<br />

https://www.kws.com


wissen<br />

Die sich für ,unser‘<br />

Haus engagieren<br />

Das Göttinger Wissensmuseum ,Forum Wissen‘ ist seit zwei Jahren für die Öffentlichkeit<br />

zugänglich. Die ersten Erfahrungen sind positiv, die Vollendung des Gesamtensembles<br />

schreitet voran, und Weiterentwicklungen sind geplant. Um die Öffentlichkeit bei diesem<br />

Prozess mitzunehmen, engagiert sich ein prominent besetzter Förderkreis.<br />

TEXT SVEN GRÜNEWALD<br />

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

Das Museum der Universität Göttingen<br />

Forum Wissen ist mit seinem Konzept in<br />

Deutschland einmalig und europaweit neben<br />

Gent und Uppsala eines von insgesamt<br />

nur drei gleichartigen Wissensmuseen. Zwar stehen im<br />

Kern des Museums Exponate der rund 40 Sammlungen<br />

der Universität, doch geht es hier nicht nur darum, hübsche<br />

Sachen anzuschauen. Das Forum Wissen hat sich<br />

auf die Fahne geschrieben, einer breiten Öffentlichkeit<br />

zu vermitteln, wie eigentlich Wissen entsteht und dass<br />

Wissensschaffung kein geradliniger Prozess ist. Ein ambitioniertes<br />

Ziel.<br />

Denn im Grunde soll sich Wissenschaft damit dem<br />

Dialog mit der Öffentlichkeit stellen – und ein Stück<br />

weit Bescheidenheit an den Tag legen, dass Wissensschaffung<br />

nicht Unfehlbarkeit bedeutet. In regelmäßig<br />

wechselnden Sonderausstellungen illustrieren verschiedene<br />

Themen diesen Prozesscharakter von Wissenschaft.<br />

FÜR GÖTTINGEN STELLT DAS FORUM WISSEN ein<br />

veritables Großprojekt dar. Rund 25 Mio. Euro hat der<br />

Bund in den Aufbau des Museums gesteckt – was zu einem<br />

wichtigen Teil dem Einsatz des 2<strong>02</strong>0 verstorbenen<br />

SPD-Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann zu<br />

verdanken ist. Bereits als das erste Konzept für das<br />

Museum 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative begutachtet<br />

wurde, wurde dessen wegweisender Vorbildcharakter<br />

betont.<br />

Doch dieses Leuchtturmprojekt soll eben nicht nur ein<br />

abgehobenes Universitätsprojekt für die üblichen Verdächtigen<br />

aus dem Göttinger Bildungsbürgertum sein. Das ist<br />

quasi Teil der DNA des Konzepts, sich dem Dialog mit<br />

der Öffentlichkeit zu stellen, und das ist auch die Motivation<br />

des 2017 gegründeten ,Förderkreises Forum Wissen<br />

Göttingen e. V.‘, der hinter den Kulissen an der Gestaltung<br />

des Forum Wissen mitwirkt, indem Fördergelder eingeworben<br />

und besondere Projekte damit finanziert werden.<br />

„WIR HABEN UNS DAMALS GEGRÜNDET“, so Sigrid<br />

Lüttge, Gründungsmitglied des Vereins und zurzeit stellvertretende<br />

Vorsitzende, „um deutlich zu machen, dass<br />

das Projekt eben nicht nur ein Uni-Thema ist, sondern<br />

auch von Bürgern aus der Region getragen wird. Wir laden<br />

deshalb aktiv Bürger dazu ein, mitzuwirken und das<br />

Forum Wissen als ,unser aller Haus‘ zu betrachten.“<br />

Und Ursula Haufe, die ehemalige Leiterin der Göttinger<br />

Wirtschaftsförderung und inzwischen Vorsitzende des<br />

Vereins, ergänzt: „Wir wollen dazu beitragen, dass ein<br />

gemeinsamer Spirit entsteht, das Forum Wissen voranzubringen.“<br />

Denn das Museum soll sich etablieren und<br />

ein dauerhafter Magnet werden – das braucht ein kontinuierliches<br />

Engagement. „Wir haben viel erreicht, aber<br />

wir stehen auch erst am Beginn des Weges“, verdeutlicht<br />

Haufe.<br />

Gestartet ist der Verein vor sieben Jahren mit 24 Gründungsmitgliedern,<br />

die andere von der Idee begeistern<br />

konnten. „So sind wir schnell bei knapp 200 Mitglie-<br />

106 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


wissen<br />

Förderer des Forum Wissen Christoph Bleidorn, Ursula Haufe, Ramin Yahyapour und Sigrid Lüttge<br />

dern gewesen“, sagt Lüttge. Da steht der Verein auch<br />

heute noch. Auch die Spendensammeltätigkeit kann sich<br />

sehen lassen: Rund 200.000 Euro konnte der Verein bislang<br />

für das Forum Wissen einsammeln. Eine Namensplakette,<br />

die Förderwand, hängt im Eingangsbereich des<br />

Forums, Großspender können auch eine Raumpatenschaft<br />

übernehmen. Manche ziehen es jedoch auch vor,<br />

anonym zu bleiben.<br />

FÜR DEN AUFBAU UND BETRIEB des Forum Wissen<br />

gibt es öffentliche Gelder, doch ob die langfristig ausreichen,<br />

ist offen. Beispielsweise sind noch nicht alle Bauabschnitte<br />

realisiert: Das Biodiversitätsmuseum ist gerade<br />

in der konkreten Planung, für das Thomas-Oppermann-Kulturforum<br />

im Nordflügel, das große Veranstaltungsflächen<br />

enthalten soll, läuft zurzeit die Bauplanung.<br />

Die Gelder dafür wurden jedoch vor drei Jahren zugesagt<br />

und es kann sein, dass aufgrund der Inflation und<br />

gestiegener Baukosten die Pläne angepasst werden müssen.<br />

Dann sind die Stadt, die Universität und eben auch<br />

die Bürgerschaft gefragt. „Es wird immer Bedarfe geben,<br />

die wir nicht mit öffentlichen Mitteln abdecken können<br />

und die daher aktive Unterstützer brauchen“, sagt Ramin<br />

Yahyapour, stellvertretender Vorsitzender des Förderkreises<br />

und Leiter der GWDG, des Rechenzentrums<br />

der Universität. „Häufig kommen aber auch einfach sehr<br />

gute Ideen, die auf der Strecke bleiben würden, wenn es<br />

nicht dieses freiwillige Engagement gäbe.“<br />

DARÜBER HAT DER FÖRDERKREIS bereits seine Spuren<br />

hinterlassen: Der große rote, weithin sichtbare Schriftzug<br />

,FORUM WISSEN‘ auf dem Dach wurde durch den<br />

Förderkreis finanziert, ebenso das Aufhängen des Wals<br />

im Café im Atrium – das Highlight des alten Zoologischen<br />

Museums. Für den Umbau wurde das Skelett<br />

entfernt und zwischengelagert, dabei stellte sich heraus,<br />

dass es aufwendig saniert werden musste. Einen Großteil<br />

der Kosten dafür und für das logistisch sehr anspruchsvolle<br />

Aufhängen übernahm der Förderkreis. Und noch<br />

ein anderes Projekt, an dem der Förderkreis beteiligt<br />

2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 107


wissen<br />

Die Förderer des Forum Wissen engagieren sich für viele verschiedene Themenblöcke, unter anderem Mitgliederwerbung, Spendensammlung und Vernetzung.<br />

Dabei soll auch ein nicht-akademisches Publikum angesprochen werden.<br />

» Kinder sind Multiplikatoren. So erreichen wir Menschen, die wir auf<br />

normalem Weg eher nicht mit dem Museum ansprechen. «<br />

war, zeigt sehr schön, wie die ganz unterschiedlichen<br />

Player für den Erfolg des Museums zusammen arbeiten:<br />

der Malwettbewerb für Kinder. Als der Wal, ins Forum<br />

Wissen zurückkehrte, wurden die Grundschulen der<br />

Stadt zu einem Wettbewerb aufgerufen, eben diesen<br />

Pottwal zu malen. Die Ergebnisse wurden dann ausgestellt,<br />

und es erschienen zahlreiche Kinder mit ihren<br />

Eltern. „Kinder sind Multiplikatoren“, macht Professor<br />

Christoph Bleidorn, wissenschaftlicher Leiter des Forum<br />

Wissen, deutlich. „So erreichen wir Menschen, die wir<br />

auf normalem Weg eher nicht mit dem Museum ansprechen.“<br />

Doch genau die will das Forum Wissen ja<br />

erreichen – Menschen aus bildungsfernen Gruppen. Deswegen<br />

sind Schulklassen auch eine besondere Fokusgruppe<br />

der Museumsdidaktik.<br />

DOCH DAMIT HÖRT DIE INTERDISZIPLINÄRE Zusammenarbeit,<br />

das Ineinandergreifen der vielen Player im<br />

Forum Wissen rund um das Beispiel Wal, noch nicht auf.<br />

Ein Seminar zur Wissenschaftskommunikation an der<br />

Fakultät für Biologie und Psychologie hat mit den Bildern<br />

des Wettbewerbs ein Kinderbuch gestaltet und dafür<br />

ergänzende Texte geschrieben und dies zusammen<br />

mit dem Uni-Verlag herausgegeben. Ein Mitglied des<br />

Förderkreises wiederum hat ein großes Bild, das von einer<br />

ganzen Schulklasse der Albanischule gemalt wurde,<br />

gekauft und der Klasse zurückgeschenkt.<br />

Dieses Engagement schafft auch positive Aufmerksamkeit<br />

bei der lokalen Politik, mit der der Förderkreis<br />

in einem engen Austausch steht, um das Museum stärker<br />

in der Öffentlichkeit zu verankern und eine bessere Finanzierungsgrundlage<br />

zu erreichen. So engagiert sich der<br />

Förderkreis weiter für vielen Themen: Mitgliederwerbung,<br />

Spendensammeln, Vernetzung. Auch wurde damit begonnen,<br />

Reisen zu anderen Museen zu organisieren, um sich<br />

vor Ort neue Impulse zu holen und mit anderen Förderkreisen<br />

zu vernetzen.<br />

Auch das Forum-Wissen-Team um Christoph Bleidorn<br />

bleibt nicht stehen: Da sind natürlich die baulichen Erweiterungen,<br />

aber auch in Sachen Marketing soll sich<br />

noch einiges tun – dabei geht es etwa um eine verbesserte<br />

Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und darum,<br />

eben auch noch stärker ein nicht-akademisches Publikum<br />

anzusprechen.<br />

AUF EINER ANDEREN EBENE lässt sich aber schon ein<br />

Erfolg verbuchen, denn das Forum Wissen war auch<br />

dazu gedacht, dass es von der Universität selbst zu Zwecken<br />

der Forschung und Lehre genutzt wird. „Wir sehen<br />

klar die immer höhere Bekanntheit des Museums auf<br />

dem Campus“, so Bleidorn. „Das Forum wird für Lehrveranstaltungen<br />

und Forschungsprojekte genutzt. Die<br />

Salondebatten, die wir inzwischen hier abhalten, gehen<br />

auf Impulse aus dem Campus zurück.“ In den zwei Jahren<br />

seit Eröffnung konnte das Museum mehr als 110.000<br />

Besucher anziehen, etwas über die Hälfte kommt aus einem<br />

engen regionalen Umkreis von 20 Kilometern, der<br />

Rest stammt aus einem überregio nalen Einzugsgebiet.<br />

Und auch international wird man bereits gut sichtbar.<br />

Obwohl erst zwei Jahre alt, hat es das Forum Wissen<br />

gleich bei zwei renommierten europäischen Museumspreisen<br />

geschafft, für einen Preis nominiert zu werden:<br />

dem European Museum of the Year Award <strong>2<strong>02</strong>4</strong> und<br />

dem DASA-Award für museale Vermittlung. ƒ<br />

108 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


Eine Auszeit auf der<br />

Alm oder lieber am Strand?!<br />

Oder doch lieber mit dem Rucksack die Welt bereisen? Es gibt vielfältige<br />

Wünsche für ein Sabbatical, eine Weile in Teilzeit zu arbeiten oder früher in<br />

Rente zu gehen. Bei uns ist der Traum greifbar, denn mit unserem „Lebenszeitmodell“<br />

können wir Arbeitszeiten „ansparen“ und zu einem späteren<br />

Zeitpunkt abrufen, ohne dabei auf das gewohnte Gehalt zu verzichten.<br />

Flexible Arbeitszeiten<br />

Sicherer Job<br />

Teamevents & Benefits<br />

Faires Gehalt<br />

Wertschätzung<br />

Weiterentwicklung<br />

Egal, wie wir die Zeit nutzen möchten, unsere Träume lassen sich verwirklichen.<br />

Neben diesem gibt es weitere Benefits, von denen wir profitieren.<br />

Traumhaft schön? Dann gleich für einen unserer IT-Jobs bewerben!<br />

www.arineo.com/jobs


PROFIL<br />

PROFIL<br />

Die Göttinger Start-up-Szene erhält eine neue Basis<br />

Das StartupSpace Göttingen<br />

Die GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH und die Universität Göttingen<br />

intensivieren ihre Zusammenarbeit im Bereich der Gründungsunterstützung und entwickeln dabei ihre Beratungsangebote<br />

für Startups weiter. Mit der offiziellen Eröffnung am 24. April <strong>2<strong>02</strong>4</strong> wurde der nächste Meilenstein erreicht.<br />

Nach einer erfolgreichen Planungsphase<br />

haben die Startup-Beratungsteams<br />

vom Transfer & Startup Hub<br />

Universität Göttingen sowie des SNIC Life<br />

Science Inkubators der GWG Ende vergangenen<br />

Jahres ihre Arbeit in den Räumen der Historischen<br />

Sternwarte aufgenommen.<br />

NACH DEN BEGRÜSSUNGSREDEN durch<br />

Uni- Präsident Prof. Dr. Metin Tolan, Göttingens<br />

Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, GWG-Geschäftsführer<br />

Jens Düwel und Uni-Vizepräsident<br />

Prof. Dr. Bernhard Brümmer konnten die rund<br />

120 Teilnehmenden in einer Talkrunde einige Einblicke<br />

in die Göttinger Gründerszene gewinnen.<br />

Mit dabei waren Molly Suh, Digity und Inkster.<br />

Anschließend gab es beim Innomatch-Speeddating<br />

von Niedersachsen.next die Möglichkeit,<br />

mit Institutionen, Investoren und weiteren<br />

Gründer:innen ins Gespräch zu kommen. „Wir<br />

danken allen Gästen, Beteiligten, Partner:innen,<br />

Startups und Förderer:innen für Ihre Teilnahme<br />

und Unterstützung. Es war ein wirklich<br />

tolles Event!“<br />

Die Räume im StartupSpace sind Teil des<br />

EFRE-Projekts ,Gründungsräume des Transfer<br />

& Startup Hub Universität Göttingen‘, mit<br />

den Schwerpunkten Internationalisierung und<br />

Female Entrepreneurship. Das Projekt wird<br />

durch die Europäische Union und das Land<br />

Niedersachsen kofinanziert.<br />

IN DEN NEU BELEBTEN RÄUMEN finden<br />

regelmäßig Veranstaltungsformate wie Work -<br />

shops, Coachings und Meet-ups zu Gründungsthemen<br />

statt. Der regionalen Startup-Szene<br />

wird – unter anderem mit dem<br />

Startup-After-Work – an jedem dritten Mittwoch<br />

alle zwei Monate eine regelmäßige Plattform<br />

für das Austauschen von Erfahrungen<br />

angeboten und soll zur Besprechung von<br />

Problemen und zur Vernetzung untereinander<br />

dienen. Dies schafft für neue Geschäftsideen<br />

einen idealen Nährboden.<br />

DIE NÄCHSTEN TERMINE sind am 17. Juli, 18.<br />

September und 20. November. Teil des neuen<br />

Angebots für Startups und Gründer:innen ist<br />

es, zu deren Unterstützung neben der Beratung<br />

auch Einzelbüros und Coworking-Plätze<br />

zu lukrativen Konditionen anzubieten und<br />

somit das StartupSpace Göttingen zu einem<br />

Ausgangspunkt für erfolgreiche Gründungen<br />

in Göttingen und der Region werden zu lassen.<br />

KONTAKT<br />

GWG Gesellschaft für<br />

Wirtschaftsförderung<br />

und Stadtentwicklung Göttingen mbH<br />

Bahnhofsallee 1b<br />

37081 Göttingen<br />

Tel. 0551 – 547430<br />

info@gwg-online.de<br />

www.gwg-online.de


ANZEIGE<br />

GDA-Zukunftstag<br />

An jedem An jedem ersten ersten Mittwoch Mittwoch<br />

im Monat im Monat um 15.00 um 15.00 Uhr Uhr<br />

Reservierung Reservierung erforderlich erforderlich<br />

Weil Weil ich ich<br />

neugierig neugierig auf auf<br />

morgen morgen bin. bin.<br />

Lernen Lernen Sie uns Siepersönlich<br />

uns persönlich<br />

kennen kennen und erleben und erleben Sie Sie<br />

die Philosophie die Philosophie der GDA. der GDA.<br />

GDA Göttingen GDA Göttingen<br />

Charlottenburger Charlottenburger Straße Straße 19 | 37085 19 | 37085 Göttingen Göttingen<br />

Telefon: Telefon: 0511 28009 0511 28009 166 166<br />

www.gda.de/zukunftstag<br />

G<br />

-STIEHDNUS<br />

-STIEHDNUS<br />

V<br />

MI<br />

MI<br />

EGROSRO<br />

EGROSRO<br />

U<br />

TKERID<br />

TKERID<br />

NE<br />

NE<br />

E .NEHCAM R<br />

Kennen Sie<br />

schon unseren<br />

Brunch?<br />

Do-So ab<br />

10.00 Uhr.<br />

LOKAL · REGIONAL · INTERNATIONAL<br />

| frische Produkte<br />

E .NEHCAM F -TIM ELLA R<br />

P | ofenfrisches menie Sauerteigbrot tim A<br />

F<br />

nednetiebrat<br />

NEDNETIEBR<br />

-TIM ELLA<br />

j P<br />

| hausgemachte<br />

menie .tegdubstiehdnuseG<br />

Kuchen<br />

tim A nednetiebrat<br />

NEDNETIEBR n<br />

j U dn .hcilztäsuz .tegdubstiehdnuseG secivr n<br />

| täglich wechselndes Mittagsangebot<br />

U dn .hcilztäsuz secivr<br />

| Menü am Abend<br />

| Wohlfühlambiente bei uns am<br />

G muimerP tceleSxelF reahto<br />

Göttinger Kiessee<br />

G<br />

B<br />

muimerP tceleSxelF<br />

)VKb(<br />

reahto<br />

gnurehcisrevneknarK ehcilbeirte<br />

B<br />

oitkeridskrize n H a njo M.<br />

W<br />

)VKb(<br />

pmakreta<br />

gnurehcisrevneknarK ehcilbeirte<br />

BT 6 ztalpretaeh· oitkeridskrize n H a njo M.<br />

3 W 3707 pmakreta G negnittö<br />

T<br />

06385 150 nofele WWW.RESTAURANT-KREDO.DE<br />

6 ztalpretaeh· 3 3707 G negnittö<br />

w w w.w kreta a mg.p hto a d.re e<br />

T<br />

06385 150 nofele<br />

w w w.w kreta a mg.p hto a d.re e


leben<br />

-kalender<br />

Noch bis 11. August <strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Domfestspiele Bad Gandersheim<br />

DIE 65. DOMFESTSPIELE vor der alten Stiftskirche in Bad<br />

Gandersheim locken auch in diesem Jahr wieder Tausende Zuschauer<br />

in die Kurstadt im Kreis Northeim. In diesem Jahr bekommen<br />

sie Highlights wie ,Alice im Wunderland, ,Dancing<br />

Queen‘, ,Mord im Orientexpress‘, ,Bonny & Clyde‘ und Orwells<br />

,1984‘ zu sehen. Unter dem Motto ,Irgendwas ist immer‘<br />

findet das Freiluft-Theater noch bis zum 11. August statt.<br />

Den kompletten Spielplan und Tickets gibt es unter<br />

www.gandersheimer-domfestspiele.de<br />

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

FOTO: ALCIRO THEODORO DA SILVA<br />

31. August <strong>2<strong>02</strong>4</strong> – Obstacle City Run<br />

DER ,OBSTACLE CITY RUN‘ IN GÖTTINGEN (Hintergrund<br />

auf Seite 64) findet in diesem Jahr am 31. August auf dem<br />

Sport gelände der Universität statt. Tausende Zuschauer<br />

feuern die Teams und Einzelkämpfer an, wenn sie<br />

über Lauf distanzen von sechs und zwölf Kilometer<br />

Hindernisse überwinden müssen.<br />

Tickets gibt es unter: www.obstacle-city-run.de<br />

Anmeldeschluss ist der 19. August.<br />

29. bis 31. August <strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Musik bei Kaiser Wilhelm<br />

DAS KWP-FESTIVAL bringt von Donnerstag bis Samstag,<br />

29. bis 31. August <strong>2<strong>02</strong>4</strong>, internationale Bands,<br />

spannende Neuentdeckungen und Talente aus<br />

der Göttinger Musikszene auf die Bühne im<br />

Kaiser- Wilhelm-Park im Göttinger<br />

Stadtwald. Tickets für das Open-<br />

Air-Event gibt es ab sofort bei<br />

allen bekannten Vorverkaufsstellen<br />

und online unter<br />

www.reservix.de. Am Freitag,<br />

29. August, spielen die<br />

Göttinger ,Honig und<br />

Hafermilch‘ sowie<br />

Gabriel von Berlepsch<br />

und Daniel Mühe als<br />

DJ-Team Golden Boys<br />

Do Cry. Headliner am<br />

30. August ist die<br />

Indie-Pop-Band Von<br />

Wegen Lisbeth. Am<br />

31. August folgt Di-Rect<br />

mit ihrer Mischung aus<br />

Rock, Soul, Pop und Indie.<br />

Wallis Bird beeindruckt mit<br />

Irish Folk, Rock, Pop und Soul.<br />

FOTO: TOBIAS ORTMANN<br />

112 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong><br />

Wallis Bird bringt ihre irische<br />

Folkstimme mit nach Göttingen


leben<br />

Rock und Pop mit Vogel und Hase<br />

DIE WALDBÜHNE NORTHEIM hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem Hotspot bekannter<br />

Musiker etabliert. Nach einem Dornröschenschlaf traten zuletzt Künstler wie Rea Garvey,<br />

Álvaro Soler und Johannes Oerding vor mehr als 8.000 Zuschauern auf. In diesem Jahr waren bereits<br />

Altrocker Alice Cooper und Max Giesinger auf der Bühne im Northeimer Wieterwald neben<br />

dem Freigeist- Hotel zu erleben. Sarah Connor (24. August) rundet das Programm für <strong>2<strong>02</strong>4</strong> ab. Für<br />

2<strong>02</strong>5 hat sich erneut Johannes Oerding angekündigt. Hinter dem Aufleben steckt die Hannoversche<br />

Agentur ,Living Concerts‘. Infos und Termine unter www.livingconcerts.de<br />

FOTO: CHRISITAN VOGELBEIN<br />

DIE AUSSTELLUNG ,HERZ & HIRN – GEMEIN-<br />

SAM VERSTEHEN‘ im Forum Wissen beleuchtet<br />

Fragen wie die Funktionsweise eines Herzpflasters,<br />

das Hören mit Licht und den Weg von Forschung zu<br />

Therapie. Sie zeigt modernste Mikroskopietechniken,<br />

mit denen Forschende Zellen und Gewebe untersuchen.<br />

Besucher können Filme, interaktive Anwendungen<br />

und Tastmodelle erleben und die interdisziplinäre<br />

Forschung des Exzellenzclusters<br />

,Multiscale Bioimaging‘ der Universität Göttingen<br />

entdecken, die Herz- und Gehirnerkrankungen mit<br />

neuesten bildgebenden Verfahren untersucht.<br />

Im Fokus stehen die Gemeinsamkeiten von Herzmuskel-<br />

und Nervenzellen, deren Erforschung neue<br />

Diagnose- und Therapieansätze ermöglicht. Die<br />

Ausstellung verdeutlicht die Entstehung wissenschaftlicher<br />

Erkenntnisse und ihre gesellschaftliche<br />

Bedeutung. Die Sonderausstellung ist noch bis zum<br />

20. Oktober im Forum Wissen zu sehen.<br />

Bis zum 20. Oktober<br />

Ausstellung im Forum Wissen<br />

Die Sonderausstellung lässt beeindruckende Einblicke zu.<br />

2|<strong>2<strong>02</strong>4</strong> 113


impressum<br />

Herausgeber<br />

faktor – das Entscheider- Magazin für die Region Göttingen<br />

Entscheider Medien GmbH<br />

Berliner Straße 10<br />

37073 Göttingen<br />

Tel. 0551 3098390<br />

Fax 0551 30983911<br />

info@faktor-magazin.de<br />

www.mehralseinmagazin.de<br />

Herausgeber<br />

Marco Böhme (V.i.S.d.P.)<br />

(boehme@faktor-magazin.de)<br />

Redaktionsleitung<br />

Christian Vogelbein<br />

(vogelbein@faktor-magazin.de)<br />

Autoren<br />

Matthias Brunnert, Sven Grünewald,<br />

Stefan Liebig, Anna Schlenker<br />

Art-Direction & Entwicklung<br />

Michael Ndarurinze<br />

Fotografie<br />

Alciro Theodoro da Silva, Luka Gorjup<br />

Lektorat<br />

CoLibris - Lektoratsbüro Dr. Barbara Welzel<br />

Marketing & Vertrieb<br />

Christiane Wiese-Brahimi, Anastasia Riesling (Assistenz)<br />

Geschäftsführender Gesellschafter<br />

Marco Böhme<br />

Auflage<br />

11.200<br />

Druckerei<br />

Schleunungdruck GmbH<br />

Redaktions- und Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe<br />

ist der 22. August <strong>2<strong>02</strong>4</strong>.<br />

Wenn Sie den faktor zukünftig nicht mehr kostenfrei erhalten<br />

möchten, nehmen wir Sie aus dem Verteiler, und Sie bekommen<br />

keine Exemplare mehr. Schicken Sie uns dazu bitte eine Mail an:<br />

info@faktor-magazin.de<br />

Redaktionsbeirat<br />

Jens Barwinske, Dr. Friedemann Baum, Ines Berke, Mark Berke,<br />

Ines Dietze, Prof. Dr. Uwe Fischer, Jan Förster, Rainer Giese, Fritz<br />

Güntzler, Jürgen Jenauer, JUDr. Hans-Hermann Lampe, Markus<br />

Liese, Carsten Lohrengel, Lars Obermann, Thomas Richter,<br />

Mark C. Schneider, Prof. Dr. Matthias Schumann, Claudia Trepte,<br />

Prof. Dr. Winfried Weber, Dr. Marko Weinrich<br />

Wir übernehmen für unverlangt eingesendete Texte, Fotos etc. keine Haftung.<br />

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht die Meinung des Herausgebers<br />

wieder. Von faktor gestaltete Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt.<br />

Eine anderweitige Verwendung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />

Herausgebers möglich. Ein Nachdruck der im faktor veröffentlichten<br />

Beiträge ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers möglich.<br />

Bei allen Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen.<br />

Redaktioneller Hinweis<br />

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir auf unserer Plattform<br />

die männliche Form (generisches Maskulinum), z.B. ,der Journalist‘.<br />

Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleich behandlung.<br />

Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.<br />

faktor-Partner<br />

Audi Zentrum<br />

Göttingen<br />

Netzwerkpartner<br />

InnovationsCluster<br />

it GÖTTINGEN<br />

114 2 |<strong>2<strong>02</strong>4</strong>


Recht für<br />

Unternehmen<br />

und Vermögen<br />

Anwaltsgesellschaft und Notare<br />

-Premiumpartner<br />

www.lampe-legal.de


» BESSERES LICHT<br />

FÜR BESSERE ARBEIT! «<br />

REGIONAL<br />

PRODUZIERT<br />

DIREKT VOM<br />

HERSTELLER<br />

OPTIMALE LICHTBEDINGUNGEN<br />

FÜR BILDSCHIRM ARBEITSPLÄTZE<br />

DURCH INNENLIEGENDEN SICHT-<br />

UND SONNENSCHUTZ NACH MASS.<br />

PERSÖNLICHE BERATUNG<br />

JÖRG WILLIG & MARCO VOGLER<br />

Lichtblick Sonnenschutzsysteme GmbH<br />

Dr.-Gerhard-Müller-Str. 2 · 37308 Heilbad Heiligenstadt<br />

ROLLOS · PLISSEES · JALOUSIEN · MARKISEN · INSEKTENSCHUTZ<br />

www.Lichtblick-Objekt.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!