DIREKT! Ausgabe 1/2024
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<strong>DIREKT</strong><br />
Magazin des Bundesverbandes Direktvertrieb Deutschland<br />
<strong>Ausgabe</strong> 1 /<strong>2024</strong><br />
EU-SPEZIAL<br />
Die Kandidaten<br />
im Gespräch<br />
TITELTHEMA<br />
5 – 9<br />
Auf zu neuen Ufern<br />
Wie der stete Wandel im<br />
Unternehmen gelingen kann<br />
12 – 13<br />
Neu im Bundesverband<br />
BSH und Tele Columbus AG/PΫUR<br />
14 – 15<br />
Direktvertrieb international<br />
RINGANA und PM-International<br />
erschließen weitere Märkte
EDITORIAL<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 2<br />
Jochen Clausnitzer<br />
Geschäftsführer des<br />
Bundesverbandes Direktvertrieb<br />
Liebe Leserinnen und Leser,<br />
nichts ist so beständig wie der Wandel – dass dies vor allem in jüngster Zeit auf viele<br />
Lebensbereiche von uns zutrifft, ist wohl unumstritten. Für die unternehmerische Praxis<br />
bedeuten jedoch Veränderungen, wie beispielsweise der Fachkräftemangel, fundamentale<br />
Herausforderungen. Es gilt, mehr denn je, die Augen offen zu halten. Mit unserer aktuellen<br />
<strong>DIREKT</strong>! <strong>Ausgabe</strong> wollen wir Sie dabei unterstützen, sich rechtzeitig an verändernde Marktund<br />
Rahmenbedingungen anzupassen. Dazu haben wir Expertinnen und Experten unserer<br />
Kooperationspartnerunternehmen zu ihren Erfahrungen mit Change-Prozessen gefragt.<br />
Change-Prozesse können nur gelingen, wenn man es schafft, die Menschen mitzunehmen<br />
und für das gemeinsame Ziel zu begeistern, lautet eine ihrer zentralen Botschaften. Erfahren<br />
Sie auf den folgenden Seiten mehr, wie Sie diese in die Praxis umsetzen können.<br />
„Menschen bewegen – Zukunft gestalten“ lautet in diesem Jahr auch das Motto unseres<br />
Direktvertriebskongresses in Wiesbaden am 07. und 08. Oktober <strong>2024</strong>. Wir freuen uns schon<br />
heute, viele von Ihnen dort zu treffen. Mit dem Beitrag zum Thema „Emotionale Intelligenz in<br />
der Teamkommunikation“ unserer diesjährigen Keynote-Speakerin Nicole Truchseß erhalten<br />
Sie in dieser <strong>Ausgabe</strong> bereits einen ersten Impuls, was Sie auf unserem Kongress erwartet.<br />
Ein weiteres aktuelles Thema sind die bevorstehenden Wahlen in Europa. Die Wahlen sind<br />
für Direktvertriebsunternehmen von grundlegender Bedeutung für ihr Geschäftsmodell,<br />
da rund 80 Prozent der nationalen Gesetze ihren Ursprung in der EU-Gesetzgebung haben<br />
und damit Alltag und Wirtschaftsleben maßgeblich beeinflussen. In unserem „Europawahl-<br />
Spezial“ haben wir EU-Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen von CDU/CSU, SPD,<br />
Bündnis 90/Die Grünen und FDP zu den für den Direktvertrieb relevanten Themen befragt.<br />
Die Antworten lesen Sie in diesem <strong>DIREKT</strong>! -Magazin. Die Präsidentin des Europäischen<br />
Parlaments Roberta Metsola hat uns zu den Wahlen ein Grußwort geschickt, und Oscar Cano<br />
Arias, der Geschäftsführer des europäischen Direktvertriebsverband DSE, erklärt in diesem<br />
<strong>DIREKT</strong>!-Magazin genauer, was Europa für den Direktvertrieb bedeutet.<br />
Über die europäischen Nachbarstaaten hinaus blicken einige unserer Mitgliedsunternehmen:<br />
Lesen Sie, warum RINGANA sich für eine Expansion nach Mexiko entschieden hat, und<br />
welche Märkte PM-International weltweit erschlossen hat und noch erschließen wird.<br />
Nicht zuletzt freuen wir uns, Ihnen in dieser <strong>Ausgabe</strong> unsere neuen Mitglieder BSH Hausgeräte<br />
und Tele Columbus AG/PΫUR vorstellen zu dürfen!<br />
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen<br />
Ihr Jochen Clausnitzer<br />
www.direktvertrieb.de
Inhalt<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 3<br />
9 10<br />
5<br />
12<br />
13<br />
14 15<br />
2 Editorial<br />
THEMA AUF ZU NEUEN UFERN<br />
5 Auf zu neuen Ufern – wie der stete Wandel<br />
im Unternehmen gelingen kann<br />
NEWS NEU IM BUNDESVERBAND<br />
12 BSH Hausgeräte<br />
13 Tele Columbus AG/PΫUR<br />
NEWS <strong>DIREKT</strong>VERTRIEB INTERNATIONAL<br />
THEMA QUO VADIS <strong>DIREKT</strong>VERTRIEB?<br />
9 Quo vadis Direktvertrieb?<br />
INTERVIEW - 7 FRAGEN AN...<br />
10 7 Fragen an…Stefan Hummel<br />
14 Que viva RINGANA - Markteintritt Mexiko<br />
15 PM-International auf weltweitem Expansionskurs<br />
NEWS PERSONALIA<br />
16 Björn Rentzsch<br />
www.direktvertrieb.de
INHALT<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 4<br />
EU-SPEZIAL<br />
Die Kandidaten<br />
im Gespräch<br />
16 17<br />
THE<br />
STAGE<br />
IS<br />
YOURS...<br />
23 24 25<br />
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
17 Worte zur Europawahl von Roberta Metsola,<br />
Präsidentin des Europäischen Parlaments<br />
18 „Nutzen Sie Ihre Stimme“-<br />
Interview mit DSE-Geschäftsführer Óscar Cano Arias<br />
20 Fragen an die drei Spitzenkandidaten<br />
22 „Der Parlamentstext der sozialdemokratischen<br />
Verhandlungsführerin schießt weit über<br />
AUS DEM BDD<br />
24 Stark, inspirierend, erfolgreich –<br />
Frauen im Direktvertrieb<br />
25 The Stage is yours...<br />
LAST BUT NOT LEAST<br />
26 <strong>DIREKT</strong>VERTRIEBSKONGRESS <strong>2024</strong><br />
Menschen bewegen – Zukunft gestalten<br />
das Ziel hinaus“<br />
THEMA EMOTIONALE INTELLIGENZ IN DER TEAMKOMMUNIKATION<br />
23 Emotionale Intelligenz in der Teamkommunikation<br />
www.direktvertrieb.de
THEMA AUF ZU NEUEN UFERN<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 5<br />
Auf zu neuen Ufern – wie der stete Wandel<br />
im Unternehmen gelingen kann<br />
Wenn es eine Konstante in Unternehmen<br />
gibt, dann ist es die Veränderung. Mit den<br />
rasanten Entwicklungen in vielen Bereichen<br />
werden die Abstände zu neuen<br />
Veränderungsprozessen in Firmen immer<br />
kleiner. Wir haben deshalb Meinungen und<br />
Erfahrungen unserer Kooperationspartner<br />
aus dem Direktvertrieb zusammengetragen,<br />
um einen Einblick darauf zu erhalten, wie<br />
Change Management erfolgreich umgesetzt<br />
werden kann. Denn: Ideen gibt es<br />
viele, doch wie setzt man sie um oder die<br />
noch viel entscheidendere Frage - Wer?<br />
Während es viele neue Systeme auf dem<br />
Markt gibt, die zu wirklichen Verbesserungen<br />
im Arbeitsleben führen können, ist eine<br />
entscheidende Komponente nicht außer<br />
Acht zu lassen: Der Mensch und seine Motivation,<br />
das Neue mit aufbauen zu wollen.<br />
Alle Beteiligten können<br />
Game-Changer sein<br />
Marie Flèche von GENIC, ehemalige CMO<br />
eines großen amerikanischen Direktvertriebsunternehmens<br />
hat die Herausforderungen<br />
von Change Prozessen im Unternehmen<br />
selbst erlebt. Sie entwickelte selbst<br />
eine sogenannte „Beratungsarchitektur“<br />
(Tool aus dem systemischen Coaching), die<br />
sich am Veränderungsprozess orientiert<br />
und zentrale Elemente der Kommunikation<br />
berücksichtigt sowie die Einbindung der<br />
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorsieht.<br />
Die Auswahl der richtigen Personen für<br />
die einzelnen Teams und Aufgaben war<br />
dabei ebenso entscheidend wie eine vertrauensvolle,<br />
aufrichtige und authentische<br />
Kommunikation. Zusätzlich implementierte<br />
sie externe Coachingmaßnahmen und Trainings<br />
für Führungskräfte und Schlüsselpersonen,<br />
um deren Leistung und Motivation<br />
zu steigern.<br />
Change-Projekte scheitern häufig aufgrund<br />
unklarer Visionen und Ziele, mangelnder<br />
Führung, Widerstand der Mitarbeiter und<br />
Mitarbeiterinnen aufgrund fehlender Einbindung,<br />
unzureichender Kommunikation<br />
und Ignorieren der Unternehmenskultur.<br />
Zusammenfassend bilden folgende<br />
Elemente die Basis für erfolgreiche<br />
Veränderungen im Unternehmen:<br />
1. Sorgfältige Planung basierend<br />
auf einem guten Verständnis für<br />
Veränderungsprozesse.<br />
2. Auswahl der richtigen Personen<br />
und Einbindung aller betroffenen<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />
bzw. Vertreter und Vertreterinnen.<br />
3. Gut strukturierter Prozess und<br />
klare, ehrliche und authentische<br />
Kommunikation.<br />
4. Identifikation der Kompetenzen und<br />
Bedürfnisse der MitarbeiterInnen.<br />
5. Unterstützung der Führungskräfte<br />
durch Coaching und Training.<br />
Veränderung als Denkweise<br />
Nach jahrelanger Erfahrung im Direktvertrieb<br />
ist Silvano D’Agostino von Change<br />
Solution davon überzeugt: Change hat<br />
keinen Anfang und kein Ende. Change ist<br />
eine Denkweise.<br />
In dem Modell „4 Räume der Veränderung“<br />
wird der Ansatz visualisiert, dass Menschen<br />
in Change-Prozessen vier Phasen durchlaufen:<br />
• Anfängliche Sicherheit<br />
• Zweifel<br />
• Lernen<br />
• Integration & Neuausrichtung<br />
Alle diese Phasen werden bei Veränderungen<br />
durchlaufen – die Dauer und die<br />
Intensität kann von Person zu Person unterschiedlich<br />
sein – sie finden aber in jedem<br />
Fall statt.<br />
www.direktvertrieb.de
THEMA AUF ZU NEUEN UFERN<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 6<br />
Dabei helfen drei Grundsätze:<br />
1. Gemeinsames Wissen<br />
Mit Informations-Transparenz können<br />
Zweifel genommen und der Lernprozess<br />
unterstützt werden, sonst malen sich<br />
Menschen das Schlimmste aus. Wenn<br />
den Führungskräften die Botschaft ausgelaugt<br />
scheint, beginnt die Breite der<br />
Organisation sie zu verstehen.<br />
2. System kann Führung<br />
nicht ersetzen<br />
Jedes Modell ist nur so gut wie die Menschen,<br />
die es umsetzen. Persönliche Nähe<br />
und klare Führung holen alle dort ab, wo<br />
sie stehen, und führen sie in den nächsten<br />
Raum.<br />
von natürlichen Spannungsfeldern für diese.<br />
Björn Tiebing von Die Direktvertriebsberater<br />
führt dazu einige Beispiele auf:<br />
• Zeiteinsatz für EPA’s (Einkommen<br />
produzierende Aktivitäten) vs.<br />
z. B. Meeting-Besuche<br />
• Flexibilität für Kunden vs. Festhalten<br />
an vorgegebenen Konzepten<br />
• Fahren weiter Wegstrecken vs.<br />
Rentabilitätsüberlegungen<br />
• Notwendige Administration vs.<br />
Vorbereitung<br />
• Familie / Ehepartner vs.<br />
beruflicher Einsatz<br />
Wenn nun zusätzlich eine Veränderung hinzukommt,<br />
ergeben sich gemäß dem unten<br />
gezeigten Modell von Dr. Elisabeth Kübler-<br />
Ross einige zusätzliche Spannungen, die die<br />
Leistung(sbereitschaft) negativ beeinflussen.<br />
Warum es zu frühe Anpassungen<br />
oder gleichzeitig stattfindende<br />
Veränderungsprozesse zu<br />
vermeiden gilt<br />
„In der Beratungspraxis stellen wir fest, dass<br />
viele Unternehmen zu früh Änderungen von<br />
Veränderungsprozessen vornehmen, mehrere<br />
kurz aufeinanderfolgende Veränderungen<br />
durchführen, gleichzeitig mehrere Veränderungsprozesse<br />
anstoßen oder gleichzeitig<br />
mehrere Ziele mit einer Maßnahme erreichen<br />
wollen. Das hat eine Reihe von negativen Auswirkungen<br />
zur Folge, die zur Gänze auf Vertrauensverlust<br />
zurückzuführen sind“, so Björn<br />
Tiebing aus seinem Praxisalltag. Beispiele<br />
dafür können sein:<br />
3. Erfolge und Misserfolge<br />
Natürlich sollten Erfolge gefeiert werden,<br />
um den Weg von Raum zu Raum zu<br />
ebnen. Doch für kontinuierliche Veränderung<br />
muss der Lernprozess stets gleichbleiben,<br />
ob Erfolg oder Misserfolg.<br />
Die konkrete Umsetzung ist individuell<br />
zu gestalten, doch die Grundsätze führen<br />
vom Startup bis zum Konzern zu nachhaltig<br />
erfolgreicher Denkweise.<br />
Zu viele Veränderungen können<br />
Leistungsbereitschaft von<br />
Vertriebspartnerinnen und<br />
-partnern negativ beeinflussen<br />
Im Direktvertrieb – egal ob mit selbständigen<br />
Vertriebspartnerinnen und -partnern<br />
oder Festangestellten – gibt es eine Reihe<br />
Emotionen in Veränderungsprozessen nach Dr. Elisabeth Kübler-Ross, Bild Wikipedia<br />
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THEMA AUF ZU NEUEN UFERN<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 7<br />
Kommunikation is Key<br />
1. Veränderungsmüdigkeit<br />
Berater und Beraterinnen könnten durch<br />
die Häufigkeit und Geschwindigkeit der<br />
Veränderungen müde oder überfordert<br />
werden. Dies kann zu einem Mangel an<br />
Motivation, sinkender Produktivität und<br />
erhöhtem Stress führen.<br />
2. Widerstand gegen Veränderungen<br />
Wenn Vertriebspartnerinnen und -partner<br />
das Gefühl haben, dass Veränderungen<br />
zu schnell oder ohne angemessene<br />
Vorbereitung erfolgen, könnten sie sich<br />
dagegen sträuben. Dieser Widerstand<br />
kann die Umsetzung der Veränderungen<br />
behindern und die Effektivität des Vertriebsteams<br />
beeinträchtigen.<br />
3. Verlust von Fachwissen<br />
und Erfahrung<br />
Kontinuierliche Veränderungen könnten<br />
dazu führen, dass Berater und Beraterinnen<br />
sich häufig an neue Prozesse,<br />
Systeme oder Arbeitsweisen anpassen<br />
müssen. Dadurch könnten jedoch auch<br />
wertvolle Erfahrungen und Fachkenntnisse<br />
verloren gehen, die für den<br />
langfristigen Erfolg des Unternehmens<br />
wichtig sind.<br />
4. Instabilität und Unsicherheit<br />
Häufige Change-Prozesse können ein<br />
Gefühl der Instabilität und Unsicherheit<br />
innerhalb der Vertriebsmannschaft und<br />
der Organisation insgesamt erzeugen.<br />
Berater und Beraterinnen könnten sich<br />
fragen, ob weitere Veränderungen<br />
bevorstehen und wie sich diese auf ihre<br />
Positionen, Ihr Einkommen und ihre<br />
Zukunft im Unternehmen auswirken<br />
könnten.<br />
5. Geringere Kundenbindung<br />
Kontinuierliche Veränderungen könnten<br />
auch Auswirkungen auf die Kundenbindung<br />
haben. Wenn sich Prozesse,<br />
Ansprechpartner oder Angebote häufig<br />
ändern, könnten Kunden verunsichert<br />
sein und möglicherweise zu Wettbewerbern<br />
wechseln, die eine stabilere und<br />
konsistentere Verfahrensweise bieten<br />
oder keine Preisänderung vornehmen.<br />
„Natürlich darf man die Ergebnisse nicht aus<br />
den Augen verlieren. Doch in den meisten<br />
Fällen ist die Wirkung der oben beschriebenen<br />
Fälle sehr negativ und wird durch ein „Zuviel“<br />
verstärkt. Dies trifft besonders oft zu, wenn<br />
zu früh Änderungen an einem laufenden<br />
Change-Vorgang vorgenommen werden.<br />
Denn in solchen Fällen wird bei einer geringeren<br />
Leistung(sbereitschaft) ein „neuer“ Veränderungsprozess<br />
in Gang gesetzt, der dann<br />
häufig ein weiteres Absinken der Leistung<br />
zur Folge hat. Das ist leider auch dann der<br />
Fall, wenn die Ursprungssituation wiederhergestellt<br />
wird“, so Tiebing weiter aus seiner<br />
Erfahrung.<br />
Kommunikation is Key<br />
Erfolgreiche Veränderungsprozesse in Unternehmen<br />
setzen auf klare Kommunikation<br />
und überzeugende Ziele. Die Einbindung<br />
aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von<br />
Anfang an in neue Kollaborationssoftware<br />
und Prozesse ist entscheidend. Transparente<br />
Kommunikation der Vorteile ist ebenfalls<br />
unabdingbar.<br />
Ein bewährtes Konzept bei DJD ist es, Veränderungen<br />
als Projekt anzugehen, mit<br />
Projektgruppen, die auf Fachexpertise aus<br />
den jeweiligen Bereichen zurückgreifen.<br />
Begleitende Schulungen vor, während<br />
und nach der Umsetzung helfen, Wissen<br />
aufzubauen und zu dokumentieren. Die<br />
schrittweise Integration der Neuerungen<br />
ins Tagesgeschäft sollte frühzeitig erfolgen,<br />
wobei alle Hierarchieebenen einbezogen<br />
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THEMA AUF ZU NEUEN UFERN<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 8<br />
werden müssen, begleitet von regelmäßigen<br />
Besprechungen und Nachverfolgung,<br />
im Notfall testen und gegebenenfalls<br />
wieder verwerfen.<br />
Es ist entscheidend, Fragen rasch zu beantworten,<br />
Schwierigkeiten zu erörtern und<br />
einen offenen Austausch zu fördern. Diese<br />
Vorgehensweise, durch einen offenen Dialog<br />
zwischen Mitarbeitern und Verantwortlichen<br />
für den Veränderungsprozess, baut<br />
Vertrauen auf und auch Siegbert Waldner<br />
von dekoster IT & Cosulting ist von der kontinuierlichen<br />
Kommunikation überzeugt:<br />
„Bei der Einführung (vor allem von Software)<br />
hat sich eine stufenweise und begleitete<br />
Einführung bewährt. So können zuerst die<br />
wichtigsten Meinungsführer und -führerinnen<br />
sowie digitalisierungsaffine Berater und Beraterinnen<br />
als Botschafter und Botschafterinnen<br />
gewonnen werden und man kann mittels<br />
Pull Effekt den Kreis der Vertriebspartnerinnen<br />
und -partner „wie von selbst“ erweitern.“<br />
„Ohne die Akzeptanz und die Motivation der<br />
Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Vertriebspartnerinnen und<br />
-partner ist eine Veränderung<br />
im Unternehmen nicht erfolgreich möglich.“<br />
und jeder einzelnen von ihnen nutzt.<br />
Mit dem daraus entstandenen Vertrauen<br />
in das System, entsteht die Bereitschaft<br />
dies aktiv für sich zu nutzen.<br />
Interesse der Vertriebspartnerinnen und<br />
-partner wecken:<br />
• In einigen Fällen konnten Live-Präsentationen<br />
(anstatt von Online-Schulungen)<br />
großes Interesse bei den Vertriebspartnern<br />
und -partnerinnen wecken.<br />
Kontinuierliche Unterstützung:<br />
• Neben den Schulungen, dem Verständnis<br />
und dem Interesse der Partnerinnen<br />
und Partner ist es wichtig, ihnen kontinuierliche<br />
Unterstützung anzubieten.<br />
Dies kann durch FAQs, Tutorials, Online-Foren<br />
oder persönlichen Support<br />
erfolgen, um die Vertriebspartnerinnen<br />
und -partner zu motivieren, das neue<br />
System immer weiter für sich zu nutzen,<br />
anstatt es zu vernachlässigen.<br />
Fundierte und ausreichende<br />
Schulungen, für besseres<br />
Verständnis und<br />
Umsetzungserfolge<br />
„Ohne die Akzeptanz und die Motivation der<br />
Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Vertriebspartnerinnen<br />
und -partner ist eine Veränderung<br />
im Unternehmen nicht erfolgreich möglich“,<br />
weiß auch Hamed Rahimi Darehchi von<br />
Solutions-Apps. Er fasst seine Erfahrungen<br />
für erfolgreiche Überzeugung der Personalmannschaft<br />
nach mehreren Systemeinführungen<br />
und -begleitungen so zusammen:<br />
Vertrauen in die Funktion:<br />
• Durch umfassende Schulungen lernen<br />
die Partner und Partnerinnen die Vorteile<br />
des neuen Systems kennen und verstehen<br />
die Funktionsnutzung, um ihre<br />
Verkaufszahlen zu steigern. So sehen sie<br />
direkt, was die Veränderungen jedem<br />
Fundierte und ausreichende Schulungen, für besseres Verständnis und Umsetzungserfolge<br />
www.direktvertrieb.de
THEMA QUO VADIS <strong>DIREKT</strong>VERTRIEB?<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 9<br />
Quo vadis Direktvertrieb?<br />
Gedanken dazu von Greg Fink von Jenkon<br />
Die Direktvertriebsbranche durchläuft<br />
im Jahr <strong>2024</strong> spannende Veränderungen,<br />
wobei der Schwerpunkt verstärkt auf der<br />
Einführung von Change-Management-<br />
Strategien liegen wird, um sich an das sich<br />
stetig ändernde Verbraucherverhalten, den<br />
technologischen Fortschritt und den Wettbewerbsdruck<br />
anzupassen. Zu den wichtigsten<br />
Trends gehören aus meiner Sicht die<br />
Integration von Affiliate-Belohnungsprogrammen,<br />
die voraussichtlich über 35 % der<br />
bestehenden Unternehmen übernehmen<br />
werden. Dies bietet die Möglichkeit, mit<br />
einem größeren Kreis an Verbrauchern,<br />
Verbraucherinnen und Unternehmern in<br />
Kontakt zu treten. Dieser Schritt ist zum Teil<br />
auf die Attraktivität einer natürlichen Möglichkeit<br />
für Einzelpersonen zurückzuführen,<br />
einfach zu teilen und Belohnungen zu verdienen,<br />
die eine Vielzahl von Generationen<br />
anzieht, darunter Babyboomer, Millennials<br />
und die Generationen X und Z.<br />
An der technologischen Front werden<br />
künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Computing<br />
und Business-Intelligence-Tools zu<br />
einem integralen Bestandteil des Direktvertriebsgeschäfts<br />
werden und Abläufe transformieren,<br />
die Effizienz steigern und eine<br />
datengesteuerte Entscheidungsfindung<br />
ermöglichen. Diese neuen Entwicklungen<br />
werden genutzt werden, um Prognosen<br />
stellen zu können, Produkte zu empfehlen<br />
und vor allem um die Interaktion mit<br />
Vertriebspartnerinnen und -partnern und<br />
Kunden und Kundinnen zu verbessern.<br />
Was Verkaufstrends betrifft werden Personalisierung,<br />
Automatisierung, kürzere<br />
Verkaufszyklen und die Einführung von<br />
immersivem Live-Stream-Shopping immer<br />
häufiger werden, was eine breitere Entwicklung<br />
der Branche hin zu effizienteren,<br />
ansprechenderen und kundenzentrierten<br />
Ansätzen widerspiegelt.<br />
Neue Entwicklungen: künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Computing und Business-Intelligence-Tools<br />
Darüber hinaus liegt ein Fokus der Direktvertriebsbranche<br />
auf einer stärkeren<br />
abteilungsübergreifende Zusammenarbeit,<br />
weil die Nutzung digitaler Plattformen und<br />
Technologien in Windeseile voranschreitet.<br />
Das bedeutet, dass die Führungsebene, der<br />
Vertrieb, das Marketing und Technologie<br />
zusammenkommen müssen, um diese aufregenden<br />
neuen Innovationen erfolgreich<br />
umzusetzen.<br />
Live-Stream-Shopping als Verkaufstrend<br />
www.direktvertrieb.de
INTERVIEW - 7 FRAGEN AN...<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 10<br />
7 Fragen an…Stefan Hummel<br />
Geschäftsführer der AMC Deutschland und stellvertretender Vorstandvorsitzender des<br />
BDD sowie Leiter der AG Zukunft des Direktvertriebs<br />
in die aktuelle Zeit passten - egal ob schnelles,<br />
energiesparendes, nachhaltiges oder<br />
gesundes Kochen im Trend lag. Auch aktuell<br />
erfinden wir uns immer wieder neu und gehen<br />
zum Beispiel mit appgesteuertem, smartem<br />
Kochen neue Wege. Ein weiterer wichtiger Faktor<br />
für den anhaltenden Erfolg der AMC bildet<br />
natürlich unsere treue Stammkundschaft, die<br />
wir auch heute noch stetig ausbauen können.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Wie und wann sind Sie zum<br />
ersten Mal mit dem Direktvertrieb in<br />
Berührung gekommen?<br />
Stefan Hummel begeistert am Direktvertrieb die Möglichkeit, Menschen zu inspirieren und zu unterstützen, ihre<br />
persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen.<br />
In dieser Rubrik stellen wir interessante<br />
Persönlichkeiten aus dem Direktvertrieb<br />
vor. Dieses Mal teilt Stefan Hummel seine<br />
Sicht auf den Direktvertrieb. Er ist seit April<br />
2019 Geschäftsführer der AMC Deutschland<br />
und stellvertretender Vorstandsvorsitzender<br />
des BDD sowie Leiter der AG Zukunft des<br />
Direktvertriebs.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Herr Hummel, AMC hat kürzlich<br />
sein 60-jähriges Bestehen gefeiert – wie<br />
hat das Unternehmen den Wandel der<br />
Zeit geschafft und welche Hürden haben<br />
Sie bei den jeweiligen Transformationsprozessen<br />
beobachtet bzw. wie haben<br />
Sie diese erfolgreich überwunden?<br />
Stefan Hummel: Die AMC hat es in den vergangenen<br />
60 Jahren immer wieder geschafft,<br />
sich an die großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen<br />
Herausforderungen anzupassen<br />
und sogar gestärkt daraus hervorzugehen.<br />
Allen voran die schwerwiegende Corona-Phase,<br />
in der unser Direktvertriebs-Geschäftsmodell<br />
durch die gesetzlichen Kontaktbeschränkungen<br />
natürlich sehr erschwert wurde. Das<br />
konnten wir nur mit einer extrem loyalen und<br />
motivierten Vertriebsmannschaft überstehen<br />
- und mit speziellen, auf die neuen Gegebenheiten<br />
angepasssten, Angeboten. Über die<br />
Jahrzehnte hinweg hatten und haben wir das<br />
große Glück, mit unseren Kochsystemen und<br />
-methoden Produkte zu haben, die immer<br />
Stefan Hummel: Bei meinem Einstieg in<br />
den Direktvertrieb hatte ich das Glück, zwei<br />
meiner großen Leidenschaften miteinander<br />
verbinden zu können: Die persönliche Entwicklung<br />
von Menschen und gute Weine. 1996<br />
habe ich nach dem Studium meine Heimatstadt<br />
Hamburg verlassen, um als Vertriebs-<br />
Trainee bei der Pieroth Deutschland GmbH<br />
anzuheuern. Schon in der Einarbeitungszeit,<br />
durfte ich hier selbst meine ersten aktiven<br />
Erfahrungen sammeln und dabei meine Faszination<br />
für den Direktvertrieb wecken – die<br />
bis heute ungebrochen anhält. Bei der AMC<br />
konnte ich meiner Expertise (zum guten Wein)<br />
auch gutes, gesundes Essen hinzufügen.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Sie leiten das Direktvertriebsunternehmen<br />
AMC schon viele Jahre. Was<br />
begeistert Sie am meisten daran?<br />
Stefan Hummel: Als Geschäftsführer eines<br />
Direktvertriebsunternehmens begeistert<br />
mich vor allem die Möglichkeit, Menschen<br />
zu inspirieren und zu unterstützen, ihre Ziele<br />
zu erreichen – beruflich und persönlich. Es ist<br />
erfüllend, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen<br />
ihr volles Potenzial entfalten können<br />
und dafür eine bis dahin oft ungekannte Wertschätzung<br />
zu erhalten. Darüber hinaus liebe<br />
ich die Dynamik und Herausforderungen des<br />
www.direktvertrieb.de
INTERVIEW - 7 FRAGEN AN...<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 11<br />
Direktvertriebs, die ständige Weiterentwicklungen<br />
und Anpassungen erfordern, um sich<br />
immer wieder neu erfolgreich aufzustellen.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Der Direktvertrieb ist die älteste<br />
Verkaufsform - manche sagen, er sei auch<br />
die schönste. Was sind aus Ihrer Sicht die<br />
großen Pluspunkte und auf der anderen<br />
Seite die Herausforderungen dieses Vertriebsmodells?<br />
Stefan Hummel: Gutes, gesundes Essen<br />
assoziieren unsere Kunden auch immer mit<br />
positiven Emotionen. Emotionen, die durch<br />
Umständen den direkten Druck, gibt dem<br />
Unternehmen aber auch die Chance nahezu<br />
in Echtzeit steuernd einzugreifen. Das ist aber<br />
auch gleichzeitig eine der großen Herausforderungen<br />
im Direktvertrieb.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Welchen Ratschlag würden Sie<br />
Ihrem jüngeren Ich rückblickend geben?<br />
Stefan Hummel: „Das Leben wird vorwärts<br />
gelebt und rückwärts verstanden.”, so ein altes<br />
Sprichwort. Wichtig ist es, mehr richtig als<br />
falsch zu machen. Sei mutig bei Entscheidungen<br />
und habe mehr Vertrauen in Dich selbst!<br />
Möglichkeiten effektiv(er) zu nutzen. So können<br />
uns zum Beispiel KI-gestützte Datenanalysen<br />
und die Automatisierung von Prozessen<br />
helfen, uns in unseren Kernkompetenzen zu<br />
unterstützen.<br />
Entsprechend ändert sich auch das Kaufverhalten<br />
unserer Kunden. Es wird spannend<br />
sein, unseren Zielgruppen On- und Offline ein<br />
360°-Einkaufserlebnis zu bieten und hierbei<br />
die Möglichkeiten des Direktvertriebes um digitale<br />
Maßnahmen und Kanäle zu erweitern.<br />
Für die Rekrutierung neuer Generationen von<br />
Partnern, Partnerinnen sowie Verkaufsberaterinnen<br />
und -beratern müssen wir die richtigen<br />
„Das Leben wird vorwärts gelebt<br />
und rückwärts verstanden.“<br />
gemeinsames Kochen, Riechen, Probieren erst<br />
richtig geweckt werden. Das geht nicht über<br />
das Internet oder aus dem Katalog, das geht<br />
nur bei unseren Kochshows, Kundenfesten<br />
und Messen. Emotionen wecken und die ungefilterte<br />
Reaktion der Kunden und Kundinnen<br />
darauf ist für mich deshalb eine der schönsten<br />
Seiten des Direktvertriebes.<br />
Darüber hinaus ist Direktvertrieb noch immer<br />
im wahrsten Sinne ein „People Business“.<br />
Natürlich bin ich als Geschäftsführer auch für<br />
wirtschaftliche Kennzahlen verantwortlich<br />
und werde an diesen gemessen. Dennoch<br />
stehen bei uns immer noch die Menschen im<br />
Mittelpunkt, denn mit ihnen steht und fällt der<br />
Erfolg jedes Direktvertriebes.<br />
Ein weiterer, sehr spannender Aspekt ist, dass<br />
man - wie der Begriff <strong>DIREKT</strong>vertrieb schon<br />
sagt - eine <strong>DIREKT</strong>E Rückmeldung aus dem<br />
Markt erhält, ob die angedachten Maßnahmen<br />
und Aktionen greifen. Das erhöht unter<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Welches Buch/welchen Film<br />
empfehlen Sie und warum?<br />
Stefan Hummel: Im Business-Kontext ist es<br />
„Die 7 Wege zur Effektivität“ von Steven R.<br />
Covey. In kaum einem anderen Buch wird der<br />
Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz<br />
anschaulicher dargestellt.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Welche Veränderungen kommen<br />
Ihrer Meinung nach in den nächsten<br />
Jahren auf die Branche zu und wie sollten<br />
Direktvertriebsunternehmen sich für die<br />
Zukunft aufstellen?<br />
Stefan Hummel: Wie in allen Geschäftsbereichen<br />
und Branchen wird die Digitalisierung<br />
auch den Direktvertrieb in den kommenden<br />
Jahren weiter prägen und ein Stück weit<br />
verändern. Wir sind diesbezüglich gefordert,<br />
unsere Geschäftsmodelle anzupassen, um<br />
online präsenter zu sein und die digitalen<br />
Treiber finden. Diese haben sich über die<br />
vergangenen Jahre stark verändert und verlagern<br />
sich von eher materiellen Anreizen und<br />
klassischem Statusdenken hin zu Themen wie<br />
Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung,<br />
Flexibilität und Autonomie oder der Möglichkeit,<br />
sich persönlich zu entwicklen. Hier sind<br />
wir gefordert, die sogenannte Advisor Journey<br />
so anzupassen, dass sich diese Zielgruppen<br />
angesprochen und langfristig bei uns zu<br />
Hause fühlen.<br />
Bei all diesen Herausforderungen und Anpassungen<br />
ist es für uns aber extrem wichtig, die<br />
bestehenden Partner und Partnerinnen aktiv<br />
einzubinden, mit einer klaren Kommunikation<br />
umfassend abzuholen und durch speziell<br />
ausgerichtete Trainings- und Weiterbildungsangebote<br />
auf diese neuen Gegebenheiten<br />
vorzubereiten.<br />
www.direktvertrieb.de
NEWS NEU IM BUNDESVERBAND<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 12<br />
BSH Hausgeräte -<br />
Neues Mitglied in der Verbandsfamilie<br />
www.bsh-group.com<br />
Die BSH Hausgeräte GmbH ist eines der<br />
weltweit führenden Unternehmen der Branche<br />
und der größte Hausgerätehersteller in<br />
Europa. Die unterschiedlichen Bedürfnisse<br />
der Konsumenten und Konsumentinnen<br />
immer im Blick, ist es die Aufgabe der BSH,<br />
mit herausragenden Marken, innovativen<br />
Hausgeräten und erstklassigen Lösungen<br />
weltweit die Lebensqualität zu verbessern.<br />
Das 12-Marken-Produktportfolio der BSH<br />
deckt das gesamte Spektrum moderner<br />
Hausgeräte ab. Es umfasst Großgeräte wie<br />
Backöfen, Waschmaschinen oder Kühlschränke<br />
sowie Kleingeräte wie Staubsauger,<br />
Kaffeemaschinen und Küchenmaschinen.<br />
Zum Portfolio gehören neben vielen<br />
lokalen Marken auch die globalen Marken<br />
Bosch, Siemens, Gaggenau und Neff. Unter<br />
der Marke Bosch erschließt das Unternehmen<br />
mit dem Cookit den Direktvertrieb in<br />
Deutschland.<br />
„Wir freuen uns Teil des BDD und des Kreises<br />
der Firmen zu sein, welche sich vorgenommen<br />
haben noch näher an den Kunden heranzutreten.<br />
Wir sind davon überzeugt, dass der<br />
Direktvertrieb die besten Möglichkeiten mit<br />
sich bringt, um Produkterlebnis und auch<br />
Austausch mit dem Kunden ideal gestalten zu<br />
können. Um das in Zukunft noch weiter zu intensivieren,<br />
arbeiten wir jeden Tag intensiv an<br />
einer Fülle von Themen. Die Kunden danken es<br />
uns, denn schon jetzt erhalten wir grandiose<br />
Feedbacks aus dem Kreis begeisterter Nutzer<br />
unserer Geräte.“<br />
Florian Oberkofler, Head of D2C Consumer Products,<br />
BSH Hausgeräte GmbH<br />
www.direktvertrieb.de
NEWS NEU IM BUNDESVERBAND<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 13<br />
Neues Mitglied beim BDD:<br />
Tele Columbus AG/PΫUR<br />
www.pyur.com<br />
Eine der wesentlichen Säulen für die Vermarktung an Neu- und Bestandskunden direkt vor Ort: Der Direktvertrieb.<br />
Die Tele Columbus AG,<br />
bekannt unter ihrer<br />
Glasfasermarke PΫUR,<br />
ist seit dem 01. Mai <strong>2024</strong><br />
neues Mitglied im BDD.<br />
Als Glasfasernetzbetreiber mit mehr als drei<br />
Millionen erreichten Haushalten versorgt<br />
Tele Columbus AG vielerorts Mehrfamilienhäuser<br />
und größere Wohnanlagen mit<br />
schnellem Internet sowie TV- und Telefonanschlüssen<br />
unter der Marke PΫUR. Die<br />
enge Kooperation mit der Wohnungswirtschaft<br />
und nachhaltig angelegte Kundenbeziehungen<br />
mit den Mietern in den Versorgungsgebieten<br />
bestimmen hierbei die<br />
Konzepte der Neukundengewinnung. Der<br />
Direktvertrieb, die Beratung an der Haustür,<br />
ist dabei eine der wesentlichen Säulen für<br />
die Vermarktung an Neu- und Bestandskunden<br />
direkt vor Ort.<br />
Tele Columbus AG setzt dabei auf mehr als<br />
200 Berater und Beraterinnen, welche direkt<br />
vor Ort die Vermarktung für die TV- und<br />
Internet-Verträge der Endkunden übernehmen.<br />
Dabei werden die Vermarktungsaktionen<br />
eng mit der Wohnungswirtschaft abgestimmt<br />
und durch vertriebsbegleitende<br />
Maßnahmen flankiert. So ebnen gemeinsame<br />
Mailings, Hausaushänge und Mietersprechstunden<br />
den Weg zum Erfolg des Beraters<br />
und sorgen für eine hohe Akzeptanz<br />
in der Mieterschaft. Der Direktvertrieb wird<br />
hierbei durch unsere Vertriebsteams aus<br />
Projekt- und Sales Managern in den PΫUR<br />
Standorten Berlin, Leipzig und Unterföhring<br />
gesteuert und unterstützt.<br />
„Unsere Produkte sind für alle Altersgruppen<br />
hoch relevant, daher wird eine bedarfsorientierte<br />
Beratung vor Ort von unseren Kunden<br />
sehr geschätzt. Im persönlichen Gespräch<br />
können kundenspezifische Bedürfnisse erfasst<br />
und die beste individuelle Lösung angeboten<br />
werden.“, sagt Jochen Busch, Chief Consumer<br />
Officer der Tele Columbus AG. „Unsere<br />
zertifizierten Field Sales Berater stehen für<br />
einen nachhaltigen Vertrieb und Service direkt<br />
vor Ort und sind somit ein wichtiger Baustein<br />
unserer Vertriebsstrategie.“<br />
„Unsere Berater stehen für nachhaltigen Vertrieb<br />
und Service direkt vor Ort.“, so Jochen Busch, Chief<br />
Consumer Officer der Tele Columbus AG.<br />
www.direktvertrieb.de
NEWS <strong>DIREKT</strong>VERTRIEB INTERNATIONAL<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 14<br />
Que viva RINGANA - Markteintritt Mexiko<br />
Interview mit RINGANA-CEO Andreas Wilfinger<br />
<strong>DIREKT</strong>!: RINGANA treibt die Expansion<br />
außerhalb Europas voran – wie sieht der<br />
Weg aus?<br />
Andreas Wilfinger: Wir haben im Oktober<br />
2023 den Schritt über den großen Teich gewagt.<br />
Für RINGANA ist die Expansion nach<br />
Mexiko ein historischer Meilenstein. Der<br />
größte spanischsprachige Markt Lateinamerikas<br />
ist der Ausgangspunkt für die Erschließung<br />
der gesamten Region. Um dieses Ziel<br />
zu erreichen, hat RINGANA ein strategisches<br />
Expansionsteam etabliert, das sich voll und<br />
ganz dem nachhaltigen Wachstum auf dem<br />
dynamischen mexikanischen Markt verschrieben<br />
hat.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Warum gerade Mexiko?<br />
Für Andreas Wilfinger ist die Expansion nach Mexiko<br />
ein historischer Meilenstein.<br />
von St. Johann bis Mexiko-Stadt. In der Regel<br />
braucht es eine Woche von Tür zu Tür. Wir<br />
sind gerade dabei, die Laufzeit signifikant zu<br />
verkürzen.<br />
Andreas Wilfinger: Für uns war dieser Markt<br />
der erste, logische Schritt. Wir freuen uns, dass<br />
wir nach 27 Jahren der Expansion in Europa<br />
nun unsere Erfolgsgeschichte im Herzen<br />
Lateinamerikas fortsetzen. Wir glauben, dass<br />
die Mexikaner:innen sehr an Hautpflege, an<br />
natürlichen Inhaltsstoffen und an nachhaltigen<br />
Unternehmen interessiert sind. Wir sehen<br />
auch einige Parallelen zum spanischen Markt,<br />
der ein sehr erfolgreicher für uns ist.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Wie lange dauert es von der<br />
Bestellung bis zur Lieferung nach<br />
Mexiko?<br />
Andreas Wilfinger: Im besten Fall<br />
dauert es aktuell vier Tage<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Was sind Ihrer Meinung nach die<br />
Starprodukte in Mexiko?<br />
Andreas Wilfinger: Unsere Starprodukte<br />
auf allen Märkten und auch in Mexiko sind<br />
unsere Gesichtspflegeprodukte, u.a. FRESH<br />
eye serum, FRESH cream medium oder FRESH<br />
sunscreen face.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Planen Sie, weitere Länder des<br />
amerikanischen Kontinents zu erschließen?<br />
Andreas Wilfinger: Vorerst konzentrieren<br />
wir uns auf Mexiko.<br />
Natürlich steht in Zukunft eine<br />
Expansion in Amerika und auf<br />
anderen Kontinenten auf dem Plan.<br />
„Mexiko ist der Ausgangspunkt für die Erschließung der<br />
gesamten Region“, so RINGANA-CEO Andreas Wilfinger.<br />
www.direktvertrieb.de
NEWS <strong>DIREKT</strong>VETRIEB INTERNATIONAL<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 15<br />
PM-International auf<br />
weltweitem Expansionskurs<br />
Von Limburgerhof in die Welt: PM-International ist in<br />
über 45 Ländern vertreten.<br />
Von links: Polina Al-Bitar, Rolf Sorg<br />
Bietet im Herzen der Balkanstaaten großes Potential: der neue Standort in Bulgarien.<br />
Von links: Guido Buch, Polina Al-Bitar, Amanda Steffey<br />
PM-International Grand Opening Bulgarien<br />
Bei PM-International gibt es einiges zu feiern.<br />
PM-International feierte im vergangenen<br />
Jahr sein 30-jähriges Jubiläum in der ausverkauften<br />
SAP-Arena in Mannheim. Dieses<br />
besondere Jubiläum lässt auf eine beeindruckende<br />
Erfolgsgeschichte zurückblicken,<br />
denn Gründer und CEO Rolf Sorg hat es geschafft<br />
seine Vision vom Ort der Gründung,<br />
im beschaulichen pfälzischen Limburgerhof,<br />
in die ganze Welt zu tragen.<br />
30 Jahre später ist PM-International in<br />
über 45 Ländern auf sechs Kontinenten<br />
tätig und gehört mit einem Umsatz von<br />
über 3 Milliarden US-Dollar zu den TOP10<br />
der größten Direktvertriebsunternehmen<br />
weltweit. Das Familienunternehmen wurde<br />
bereits zum vierten Mal in Folge mit dem<br />
„DSN Bravo Growth Award“ ausgezeichnet,<br />
dieser prestigeträchtige Award zeichnet die<br />
international am schnellsten wachsenden<br />
Direktvertriebsunternehmen aus.<br />
PM-International erschließt neue Märkte<br />
rund um den Globus. Letztes Jahr eröffneten<br />
bereits Länderniederlassungen in<br />
Tschechien, Ungarn, Neuseeland sowie mit<br />
Marokko und der Elfenbeinküste zwei neue<br />
Märkte auf dem afrikanischen Kontinent.<br />
Für das Jahr <strong>2024</strong> hat PM-International<br />
ebenfalls große Pläne. Im Februar eröffnete<br />
das Unternehmen eine weitere Niederlassung<br />
in Bulgarien. „Wir freuen uns sehr, dass<br />
PM-International mit unserer neuen Niederlassung<br />
in Sofia jetzt offiziell in Bulgarien<br />
vertreten ist. Wir sehen hier einen Standort,<br />
der durch seine Lage im Herzen der Balkanstaaten<br />
großes Potenzial bietet, um mehr<br />
als 140 Millionen Menschen zu erreichen“,<br />
so Guido Buch, General Manager Sales Eastern<br />
Europe and Middle East. Die nächsten<br />
Markteröffnungen sind auch schon in der<br />
Planung: Ganz aktuell arbeitet das Unternehmen<br />
unter anderem an der Expansion<br />
nach Kasachstan und Rumänien.<br />
PM-International hat dabei nicht nur den<br />
Anspruch, seine FitLine Produkte in die Welt<br />
zu tragen, sondern auch die Direktvertriebsbranche<br />
aktiv mitzugestalten und noch<br />
mehr Menschen die Möglichkeit zu bieten,<br />
sich eigenständig und ohne Risiko ein<br />
zusätzliches Einkommen aufzubauen, mit<br />
flexibler Zeiteinteilung und Spaß an<br />
der Arbeit.<br />
www.direktvertrieb.de
NEWS PERSONALIA<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 16<br />
Björn Rentzsch<br />
Neuer Geschäftsleiter der Just Deutschland GmbH<br />
Björn Rentzsch ist seit Januar <strong>2024</strong> als neuer<br />
Geschäftsleiter der Just Deutschland GmbH<br />
für die Vertriebsgesellschaft der JUST Gruppe<br />
in Deutschland verantwortlich.<br />
Nach seinem Studium in Wirtschaftswissenschaften<br />
und Psychologie konnte<br />
Björn Rentzsch langjährige Erfahrung im<br />
internationalen Direktvertrieb bei Vorwerk<br />
sammeln. Dort war er unter anderem in den<br />
Bereichen Geschäftsentwicklung, Venture<br />
Capital und Aufbau neuer Geschäftsfelder<br />
tätig. Außerdem hat er jahrelange Erfahrung<br />
in der Weiterentwicklung und dem Aufbau<br />
von Direktvertriebsmodellen in B2C und<br />
B2B in verschiedenen Branchen.<br />
„Ich freue mich sehr, das deutsche Geschäft<br />
der JUST Gruppe weiterentwickeln zu dürfen.<br />
Ich habe mich für JUST entschieden, weil ich<br />
in den einzigartigen Produkten mit einer überzeugenden<br />
Innovations-Pipeline besonders<br />
viel Potential sehe. Die gesamte Wertschöpfungskette<br />
von Forschung und Entwicklung<br />
Björn Rentzsch - neuer Geschäftsleiter der Just Deutschland GmbH<br />
über Produktion und Vertrieb liegt bei JUST in In meiner neuen Aufgabe möchte ich das<br />
der Schweiz und garantiert dadurch eine besonders<br />
hohe Qualität. JUST ist ein Familien-<br />
Wertschätzung, Perspektiven, persönliche<br />
Vertriebsnetzwerk basierend auf den Aspekten<br />
unternehmen in der dritten Generation, was Entwicklung und Leadership auf allen Stufen<br />
sich unter anderem in seiner langfristigen weiterentwickeln sowie ein professionelles<br />
Ausrichtung mit Investitionsbereitschaft für Schulungsprogramm entwickeln und etablieren.<br />
Dabei steht die persönliche Kunden-<br />
nachhaltiges Wachstum zeigt. Die enge Zusammenarbeit<br />
mit dem CEO der JUST Gruppe beratung im Vordergrund. Digitale Lösungen<br />
sowie direkter Kontakt zu den Eignern in der sollen Vertriebspartner/-innen unterstützen<br />
Schweiz ermöglichen kurze und direkte Entscheidungswege.<br />
und befähigen und die vertriebliche Effizienz<br />
steigern.“<br />
www.direktvertrieb.de
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 17<br />
Worte zur Europawahl von Roberta Metsola,<br />
Präsidentin des Europäischen Parlaments<br />
Vom 06. bis 09. Juni <strong>2024</strong> finden die Europawahlen<br />
statt. Roberta Metsola, Präsidentin<br />
des Europäischen Parlaments richtet dazu<br />
an unsere Leserinnen und Leser des <strong>DIREKT</strong>!<br />
folgende Worte:<br />
„Die Wahlen zum Europäischen Parlament<br />
stehen vor der Tür. Ich hoffe, dass Sie Interesse<br />
daran zeigen. Denn für Europa steht viel auf<br />
dem Spiel.<br />
Heute ist die Europäische Union führend in<br />
einer Welt des Wandels. Wir stehen zusammen,<br />
um unsere Werte zu verteidigen. Wir<br />
tun dies aus Solidarität. Wir haben Impfstoffe<br />
für alle EU-Bürger beschafft. Wir stehen<br />
der Ukraine standhaft und geeint zur Seite.<br />
Wir bringen unsere Nachbarn näher zu uns<br />
heran. Wir stärken unsere kollektive Sicherheit<br />
und Verteidigung. Wir kämpfen gegen den<br />
Klimawandel und für die Gleichstellung der<br />
Geschlechter. Wir stellen sicher, dass das, was<br />
offline illegal ist, auch online illegal ist. Weil<br />
wir wissen, dass wir als Europäer stärker und<br />
sicherer sind und mehr erreichen, wenn wir<br />
zusammen stehen.<br />
Meine Botschaft lautet:<br />
Engagieren Sie sich und<br />
zeigen Sie Interesse.<br />
Sagen Sie Ihren Freunden und<br />
Ihrer Familie, sie sollen dasselbe tun.<br />
Denn die Teilhabe ist wichtig für<br />
unsere Zukunft.<br />
Nehmen Sie Europa nicht<br />
als selbstverständlich hin.<br />
Vom 6. bis 9. Juni wählen Menschen in der<br />
gesamten Europäischen Union die Abgeordneten<br />
des Europäischen Parlaments, die ihre<br />
Interessen vertreten und Europa in den nächsten<br />
fünf Jahren voranbringen sollen.<br />
www.direktvertrieb.de
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 18<br />
„Nutzen Sie Ihre Stimme“-<br />
Interview mit DSE-Geschäftsführer Óscar Cano Arias<br />
Wir klären die Frage im Gespräch mit Óscar Cano Arias, warum die Europawahlen<br />
gerade für Unternehmen eine wichtige Angelegenheit sind.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Die Europawahlen finden am 9.<br />
Juni statt. Warum ist es für Unternehmen<br />
so wichtig, an den Wahlen teilzunehmen?<br />
Óscar Cano Arias<br />
hat Politikwissenschaften und internationale<br />
Beziehungen an der Sciences<br />
Po Paris, der Universität Complutense<br />
Madrid, dem Europakolleg in Brügge<br />
und der Université Catholique de<br />
Louvain (Belgien) studiert. Seit 2012<br />
ist er Geschäftsführer des europäischen<br />
Direktvertriebsverbands Direct<br />
Selling Europe (DSE). Er verfügt über<br />
mehr als 20 Jahre Berufserfahrung<br />
im Bereich Public Affairs. Als Mitglied<br />
des Kabinetts von Loyola de Palacio,<br />
ehemaliger Vizepräsident der Europäischen<br />
Kommission (EK), arbeitete<br />
in der Beratungsfirma Hill & Knowlton<br />
und war Politikberater in der EK.<br />
Óscar Cano Arias: Die Teilnahme an den<br />
Europawahlen kann für Unternehmen aus<br />
mehreren Gründen entscheidend sein:<br />
Erstens prägen die Wahlen zum Europäischen<br />
Parlament die legislative Landschaft<br />
der Europäischen Union (EU). Die gewählten<br />
Mitglieder des Europäischen Parlaments<br />
(MdEP) haben die Befugnis, Rechtsvorschriften<br />
vorzuschlagen, zu ändern und darüber abzustimmen,<br />
die sich direkt auf Unternehmen<br />
auswirken, darunter Regulatorien zu Handel,<br />
Steuern, Beschäftigung, Umweltstandards<br />
und Verbraucherschutz. Durch ihre Stimmabgabe<br />
und ihr Engagement im Wahlprozess<br />
können Unternehmen die Politik mitgestalten,<br />
die sich auf unsere Geschäftstätigkeit auswirkt.<br />
Wussten Sie, dass mehr als 80 % der Gesetze,<br />
die für Unternehmen gelten, in Brüssel gemacht<br />
werden? Die Teilnahme an Wahlen gibt<br />
Unternehmen die Möglichkeit, Kandidaten<br />
und Parteien zu unterstützen, deren Politik<br />
ihren Interessen in Bezug auf Marktzugang,<br />
Rechtsrahmen, Einhaltung von Normen und<br />
Handelspolitik sowie vielen anderen für uns<br />
wichtigen Themen entspricht.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Welche Chancen bietet die<br />
europäische Politik derzeit für den Direktvertrieb?<br />
Óscar Cano Arias: Die Direktvertriebsbranche<br />
kann von verschiedenen Möglichkeiten<br />
der europäischen Politik profitieren:<br />
Zunächst einmal das regulatorische Umfeld:<br />
Die europäische Politik hat Einfluss auf den<br />
regulatorischen Rahmen für Direktvertriebsaktivitäten.<br />
Die Lobbyarbeit von Branchenverbänden<br />
und Unternehmen kann Regelungen<br />
zum Verbraucherschutz, zu Verkaufspraktiken,<br />
zur Besteuerung und zum grenzüberschreitenden<br />
Handel innerhalb der EU beeinflussen. Die<br />
Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern<br />
kann dazu beitragen, dass die<br />
Vorschriften fair und transparent sind und das<br />
Wachstum des Direktvertriebssektors fördern.<br />
Zweitens, der Zugang zum EU-Binnenmarkt:<br />
Der Binnenmarkt der Europäischen Union<br />
ermöglicht den freien Verkehr von Waren,<br />
Dienstleistungen, Kapital und Personen zwischen<br />
den Mitgliedsstaaten. Direktvertriebsunternehmen<br />
können diesen Marktzugang<br />
nutzen, um ihre Geschäftstätigkeit über die<br />
Grenzen der EU hinaus auszudehnen, einen<br />
breiteren Kundenstamm zu erreichen und<br />
neue Märkte zu erschließen.<br />
Drittens konzentriert sich die europäische Politik<br />
zunehmend auf die digitale Wirtschaft und<br />
den elektronischen Handel, die für den Direktvertriebssektor<br />
von zentraler Bedeutung sind.<br />
Politische Maßnahmen im Zusammenhang<br />
mit dem Datenschutz und Regelungen für den<br />
Online-Verkauf wirken sich darauf aus, wie<br />
Direktvertriebsunternehmen ihre Geschäfte<br />
online abwickeln und mit ihren Kunden interagieren.<br />
Die Beteiligung an der europäischen<br />
Politik ermöglicht es den Direktvertriebsunternehmen,<br />
sich für eine Politik einzusetzen, die<br />
ein günstiges Umfeld für den digitalen Handel<br />
und den Direktvertrieb schafft.<br />
Darüber hinaus ist der Aufbau und die Aufrechterhaltung<br />
von Verbrauchervertrauen für<br />
den Erfolg unserer Branche von entscheidender<br />
Bedeutung. Die europäische Politik befasst<br />
sich mit Fragen des Verbraucherschutzes und<br />
der Verbraucherrechte durch Gesetze und Regulierungsmaßnahmen.<br />
Unsere Lobbyarbeit<br />
unterstützt Initiativen, die das Vertrauen der<br />
www.direktvertrieb.de
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 19<br />
Verbraucher stärken, z. B. die Förderung ethischer<br />
Geschäftspraktiken, die Durchsetzung<br />
von Produktsicherheitsstandards und die<br />
Gewährleistung einer transparenten Offenlegung<br />
von Informationen für die Verbraucher.<br />
Nicht zuletzt legt die europäische Politik<br />
zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz<br />
und soziale Verantwortung der<br />
Unternehmen. Direktvertriebsunternehmen<br />
richten sich an diesen Prioritäten aus, indem<br />
sie nachhaltige Produkte anbieten, umweltfreundliche<br />
Geschäftspraktiken anwenden<br />
und soziale Initiativen unterstützen.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Welche Bedingungen will die<br />
DSE für die Direktvertriebsbranche auf<br />
europäischer Ebene verbessern?<br />
Óscar Cano Arias: Als führende Vertretung<br />
der Direktvertriebsbranche in Europa setzt<br />
sich der DSE für die Verbesserung verschiedener<br />
Bedingungen für den Sektor auf EU-Ebene<br />
ein:<br />
Der DSE setzt sich für einen günstigen rechtlichen<br />
Rahmen ein, der das Wachstum und<br />
die Nachhaltigkeit des Direktvertriebssektors<br />
unterstützt. Dazu gehört die Zusammenarbeit<br />
mit politischen Entscheidungsträgern bei der<br />
Gestaltung von Vorschriften vor allem (aber<br />
nicht nur) in den Bereichen Verbraucherschutz,<br />
Verkaufspraktiken, Beschäftigungsbedingungen,<br />
Umweltpolitik und grenzüberschreitender<br />
Handel.<br />
Darüber hinaus fördert der DSE Initiativen,<br />
die den Zugang zum EU-Binnenmarkt für<br />
Direktvertriebsunternehmen verbessern.<br />
Dazu gehört das Eintreten für Maßnahmen<br />
zur Erleichterung des grenzüberschreitenden<br />
Handels, zur Harmonisierung der Regeln für<br />
den elektronischen Handel und zur Beseitigung<br />
von Hindernissen für den Marktzugang<br />
innerhalb der EU.<br />
Darüber hinaus setzt sich die DSE für hohe<br />
Verbraucherschutzstandards ein und fördert<br />
das Vertrauen in die Direktvertriebsbranche.<br />
Der Verband arbeitet an der Entwicklung von<br />
Best Practices und ethischen Standards für<br />
Direktvertriebsunternehmen, um Transparenz,<br />
Integrität und Verantwortlichkeit in ihren Geschäftspraktiken<br />
zu gewährleisten. DSE setzt<br />
sich auch für Initiativen ein, die die Verbraucher<br />
über ihre Rechte aufklären und sie in die<br />
Lage versetzen, beim Kauf von Produkten oder<br />
Dienstleistungen über Direktvertriebskanäle<br />
eine fundierte Entscheidung zu treffen.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Welche spezifischen Vorteile<br />
bieten europaweite Gesetze den Direktvertriebsunternehmen<br />
in den einzelnen<br />
Ländern?<br />
Óscar Cano Arias: Europaweite Gesetze<br />
zielen darauf ab, die Vorschriften in den einzelnen<br />
Mitgliedstaaten zu harmonisieren und<br />
so ein einheitlicheres und berechenbareres Regelungsumfeld<br />
für Unternehmen zu schaffen.<br />
Diese Harmonisierung verringert die Komplexität<br />
und die Kosten, die mit der Einhaltung<br />
unterschiedlicher nationaler Vorschriften<br />
verbunden sind, und macht es für Direktvertriebsunternehmen<br />
einfacher, in mehreren<br />
Ländern innerhalb der EU tätig zu sein.<br />
Die EU-Gesetze schaffen den Binnenmarkt,<br />
der den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen,<br />
Kapital und Personen zwischen den<br />
Mitgliedsstaaten ermöglicht. Direktvertriebsunternehmen<br />
können von diesem einheitlichen<br />
Markt profitieren, indem sie Zugang zu<br />
einem größeren Kundenstamm erhalten, ohne<br />
beim grenzüberschreitenden Verkauf ihrer<br />
Produkte oder Dienstleistungen innerhalb der<br />
EU auf Handelsschranken oder Zölle stoßen<br />
zu müssen.<br />
Europaweite Gesetze erleichtern Direktvertriebsunternehmen<br />
den grenzüberschreitenden<br />
Verkauf, indem sie die Vorschriften für<br />
den elektronischen Handel, den Verbraucherschutz<br />
und den Fernabsatz vereinheitlichen.<br />
Direktverkäufer können Verbraucher in verschiedenen<br />
EU-Ländern über Online-Plattformen<br />
oder durch den Aufbau grenzüberschreitender<br />
Vertriebsnetze erreichen und dabei<br />
den durch EU-Verordnungen geschaffenen<br />
Rechtsrahmen nutzen.<br />
Nicht zuletzt vereinfachen und straffen<br />
europaweite Gesetze häufig die Anforderungen<br />
an die Einhaltung von Vorschriften für<br />
Unternehmen, einschließlich Meldepflichten,<br />
Produktstandards, Kennzeichnungsvorschriften<br />
und Steuervorschriften. Direktvertriebsunternehmen<br />
können von einem effizienteren<br />
Rechtsrahmen profitieren, der den Verwaltungsaufwand<br />
minimiert.<br />
Wie Sie sehen, liebe BDD-Kolleginnen und<br />
-Kollegen, hat Brüssel enorme Auswirkungen<br />
auf unseren Alltag und unsere Wirtschaft.<br />
Nutzen Sie deshalb am 09. Juni <strong>2024</strong><br />
Ihre Stimme!<br />
www.direktvertrieb.de
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
3Fragen an die drei Spitzenkandidaten<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 20<br />
Anlässlich der Europawahl, haben wir den Spitzenkandidaten und -<br />
kandidatinnen verschiedener Parteien Fragen gestellt, die für unsere Branche<br />
Relevanz haben.<br />
Prof. Dr. René Repasi<br />
EU-Spitzenkandidat SPD, Baden-Württemberg<br />
Seit 2022 Mitglied des Europäischen<br />
Parlaments und Mitglied im Ausschuss<br />
für Binnenmarkt und Verbraucherschutz.<br />
Seit 2021 Professor für<br />
Europarecht an der Erasmus Universität<br />
Rotterdam.<br />
Terry Reintke<br />
EU-Spitzenkandidatin Bündnis 90/Die Grünen<br />
Seit 2014 Mitglied des Europäischen<br />
Parlaments und Mitglied im Ausschuss<br />
für bürgerliche Freiheiten,<br />
Justiz und Inneres. Vor 2014 war<br />
sie parlamentarische Mitarbeiterin<br />
von Ulrich Schneider, Mitglied des<br />
Bundestags.<br />
Prof. Dr. Andrea Wechsel<br />
EU-Spitzenkandidatin der CDU, Baden-Württemberg<br />
Seit 2013 Professorin für Wirtschaftsprivatrecht<br />
an der Hochschule<br />
Pforzheim, seit 2016 Mitglied der<br />
Verbraucherkommission Baden-<br />
Württemberg und seit 2018 Mitglied<br />
des Wissenschaftlichen Beirats des<br />
BDD.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Bei unseren Mitgliedsunternehmen sind über 70 Prozent der Führungskräfte<br />
im Vertrieb weiblich. Dies mag auch daran liegen, dass Vertriebspartnerinnen<br />
und -partner im Direktvertrieb ausschließlich nach Leistung entlohnt werden und<br />
es keinen Gender Pay Gap gibt. Ihre Partei macht sich in der Politik stark für die Anliegen<br />
von Frauen. Welche Rolle kann hier der Direktvertrieb spielen?<br />
Prof. Dr. René Repasi Wenngleich der<br />
Terry Reintke: Alle profitieren davon,<br />
Gender Pay Gap je nach Branche und<br />
dass Frauen in allen Führungspositionen<br />
Unternehmen unterschiedlich ausgeprägt<br />
eines Unternehmens gleichberechtigt<br />
ist, bleibt der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit,<br />
worunter auch der Kampf<br />
die Durchsetzung der Lohngleichheit und<br />
vertreten sind. Um dies zu erreichen, sind<br />
gegen den Gender Pay Gap fällt, eines<br />
die Abschaffung der Lohnlücke unerlässlich.<br />
Auch die Vereinbarkeit von Familie<br />
unserer zentralen Ziele. Ihre Rolle als Repräsentant/Repräsentantin<br />
des Direktvertriebes<br />
liegt hierbei in der gendersensitiven die nach wie vor den Hauptteil der un-<br />
und beruflicher Tätigkeit ist für Frauen,<br />
Personalauswahl, sowie der Berücksichtigung<br />
möglicher sogenannter Bias bei der<br />
für den beruflichen Erfolg. Flexible und<br />
bezahlten Sorgearbeit leisten, Grundlage<br />
Personalentwicklung.<br />
selbstbestimmte Arbeitszeiten, wie sie<br />
im Direktvertrieb möglich sind, sind ein<br />
wichtiger Baustein und müssen durch<br />
klare Rahmenbedingungen und faire<br />
Mindesteinkommen abgesichert werden.<br />
www.direktvertrieb.de<br />
Prof. Dr. Andrea Wechsel: In der Tat setze<br />
ich mich klar für die Gleichberechtigung im<br />
Arbeitsleben ein. Dabei kann der Direktvertrieb<br />
eine sehr wichtige Rolle spielen, die<br />
Anliegen von Frauen im Arbeitsleben zu unterstützen.<br />
Als ein Geschäftsmodell, das flexible<br />
Arbeitszeiten und die Möglichkeit zur<br />
Selbstständigkeit bietet, kann der Direktvertrieb<br />
Frauen genauso wie Männern ermöglichen,<br />
ihre Karrieren um ihre persönlichen<br />
und familiären Verpflichtungen herum zu<br />
gestalten. Dies kann besonders wertvoll sein<br />
in einem Arbeitsumfeld, in dem verlässliche<br />
Betreuungsstrukturen nicht gegeben sind<br />
oder aber zeitlich beschränkt sind. Zudem<br />
bietet der Direktvertrieb oft eine transparente<br />
Vergütungsstruktur, die auf Leistung<br />
basiert und unabhängig vom Geschlecht<br />
ist. Das bedeutet, dass Frauen und Männer<br />
die gleichen Verdienstmöglichkeiten haben,<br />
basierend auf den tatsächlich erzielten<br />
Ergebnissen. Dies kann dazu beitragen, den<br />
Gender Pay Gap zu verringern und eine gerechtere<br />
Einkommensverteilung zu fördern.<br />
Durch eine ausgewogene Beteiligung von<br />
Frauen und Männern in Führungsrollen<br />
innerhalb des Direktvertriebsnetzwerks<br />
wird zudem ein Umfeld geschaffen, das<br />
Diversität und Gleichberechtigung fördert<br />
und unterstützt.
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 21<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Selbständige sind entscheidend<br />
für eine funktionierende Marktwirtschaft<br />
und auch im Vertrieb. Gleichwohl soll nach<br />
dem Willen des EU-Ministerrats und vieler<br />
im Europäischen Parlament widerleglich<br />
vermutet werden, dass Selbständige Angestellte<br />
sind. Wie ist Ihre Haltung hierzu?<br />
Prof. Dr. René Repasi Ihre Frage bezieht<br />
sich vermutlich auf die sogenannte Scheinselbstständigkeit,<br />
welche vorliegt, wenn<br />
Betroffene zwar als Selbstständige auftreten,<br />
jedoch beispielsweise im Sinne der<br />
Sozialversicherung als abhängig anzusehen<br />
wären. Besonders häufig ist das zum Beispiel<br />
bei der Plattformarbeit zu sehen. Wir<br />
setzen uns auch weiterhin für die Rechte der<br />
Plattformarbeiter*innen ein, auch nachdem<br />
wir im Dezember letzten Jahres einen Meilenstein<br />
zur Sicherung sozialer Standards<br />
dieser Arbeiter*innen setzen konnten.<br />
Terry Reintke: Das Modell der Scheinselbstständigkeit<br />
ist bei sogenannten Plattformunternehmen<br />
weit verbreitet. Die EU-<br />
Kommission schätzt, dass dort 4 Millionen<br />
Arbeitnehmer*innen scheinselbstständig<br />
sind. Wir setzen uns dafür ein, Scheinselbstständigkeiten,<br />
die zu schlechten Arbeitsbedingungen<br />
und zu unzureichender sozialer<br />
Absicherung führen, europaweit einen<br />
Riegel vorzuschieben.<br />
Bei der anstehenden Umsetzung im deutschen<br />
Recht werden wir selbstverständlich<br />
auf einen ausgewogenen Ansatz drängen,<br />
der zwar Scheinselbstständigkeit und Ausbeutung<br />
erschwert, aber Selbstständigen<br />
keine bürokratischen Hindernisse in den<br />
Weg legt.<br />
Prof. Dr. Andrea Wechsel: Faire und gerechte<br />
Arbeitsbedingungen sind für uns im europäischen<br />
Kontext auch für grenzüberschreitend<br />
Beschäftigte ausnehmend wichtig. Wir wollen<br />
für die vielen Beschäftigten auf digitalen<br />
Plattformen sicherstellen, dass die wichtigen<br />
Standards zum Arbeitnehmerschutz auch<br />
für sie gelten und eingehalten werden. Dabei<br />
ist die Bestimmung des korrekten Beschäftigungsstatuses<br />
von großer Bedeutung. Vor diesem<br />
Hintergrund hat die EU die EU-Richtlinie<br />
zur Plattformarbeit in den Blick genommen.<br />
Dabei geht es darum, die Arbeitsbedingungen<br />
von EU-Plattformbeschäftigten zu verbessern.<br />
Dieses Ziel ist richtig und wichtig. Aber die<br />
gesetzliche Beschäftigungsvermutung in<br />
besagter Richtlinie halte ich in diesem Kontext<br />
für wenig zielführend – auch vor dem Hintergrund<br />
der Beweispflichten der Plattformen.<br />
Darin enthalten ist nicht nur eine Abwertung<br />
der selbständigen Tätigkeit, sondern auch ein<br />
hohes Maß an rechtlicher Ungewissheit für<br />
Selbständige.<br />
<strong>DIREKT</strong>!: Unbestellte Hausbesuche spielen u.a. bei der Nahversorgung im ländlichen Bereich<br />
eine wichtige Rolle. Im Energiebereich hat er eine wichtige Funktion bei der Gewährleistung<br />
eines funktionierenden Wettbewerbs und im Rahmen des Glasfaserausbaus sind unbestellte<br />
Hausbesuche für eine Vorvermarktung unerlässlich. Bislang garantiert das EU-Recht, dass der<br />
unbestellte Hausbesuch keinem Einwilligungsvorbehalt unterstellt werden darf. Werden Sie<br />
sich auch dafür einsetzen, dass dies auch in Zukunft so bleibt?<br />
Prof. Dr. René Repasi Im Zuge der anstehenden<br />
Überarbeitung des Europäischen<br />
Verbraucherschutzrechtes inklusive des<br />
lauteren Handelsrechtes, möchte die SPD<br />
die Verbraucher*innen möglichst umfassend<br />
schützen. Dies kann gegebenenfalls<br />
auch den Einwilligungsvorbehalt bei Hausbesuchen<br />
betreffen.<br />
Alle Informationen rund<br />
um die Europawahl:<br />
Europawahl <strong>2024</strong> –<br />
alles, was es zu wissen gilt<br />
Terry Reintke: Der Direktvertrieb spielt eine<br />
wichtige Rolle bei der Versorgung, die wir<br />
beibehalten wollen. Gleichzeitig ist es wichtig,<br />
Verbraucher*innen vor unseriösen Praktiken<br />
zu schützen - hier verfolgen wir das gleiche<br />
Ziel, wie der BDD mit seinen Verhaltensstandards.<br />
Daher halten wir es für sinnvoll,<br />
mögliche Maßnahmen wie ein verlängertes<br />
Widerrufsrecht oder eine Bestätigungslösung<br />
für unangekündigte Haustürgeschäfte im<br />
Sinne des Koalitionsvertrags zu prüfen. Dann<br />
könnten Verträge zwar beim Hausbesuch angeboten,<br />
aber erst nach einer Bedenkzeit final<br />
abgeschlossen werden. Kleinere Geschäfte<br />
unterhalb einer Bagatellgrenze sollten dabei<br />
aber weiterhin möglich sein.<br />
Prof. Dr. Andrea Wechsel: Einen starken<br />
Wirtschaftsstandort Deutschland gibt es<br />
nur in einem starken Europa. Unser Land<br />
hat dem europäischen Binnenmarkt mit<br />
dem freien Verkehr von Personen, Waren,<br />
Dienstleistungen und Kapital einen erheblichen<br />
Teil seines wirtschaftlichen Erfolgs zu<br />
verdanken. Dabei braucht eine erfolgreiche<br />
Wirtschaft gute Rahmenbedingungen. Vor<br />
diesem Hintergrund stehe ich grundsätzlich<br />
für eine Balance zwischen Verbraucherschutz<br />
und Unternehmensfreiheiten. Im<br />
Kontext der unbestellten Hausbesuche<br />
bietet das 14-tägige Widerrufsrecht bei<br />
Haustürgeschäften ein hohes Maß an Verbraucherschutz<br />
für Bürgerinnen und Bürger<br />
an ihrer Haustür. Vor diesem Hintergrund<br />
würde ich es unterstützen, wenn der Gesetzgeber<br />
nicht noch weiter regulatorisch in Vertriebsformen<br />
eingreift, die auch einen klaren<br />
Mehrwert für Menschen bieten können.<br />
www.direktvertrieb.de
EU-SPEZIAL EUROPAWAHLEN <strong>2024</strong><br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 22<br />
„Der Parlamentstext der sozialdemokratischen<br />
Verhandlungsführerin schießt weit über<br />
das Ziel hinaus“<br />
EU-Spitzenkandidatin der FDP Hamburg, Svenja Hahn, zur Plattformarbeit.<br />
Zur Abstimmung zum Verhandlungsmandat<br />
über die Richtlinie zur Verbesserung der<br />
Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit<br />
äußert sich Svenja Hahn, wie folgt:<br />
„Die FDP unterstützt faire Arbeitsbedingungen<br />
für Plattformarbeiter und stellt sich klar gegen<br />
jede Art von Ausbeutung. Der Parlamentstext<br />
der sozialdemokratischen Verhandlungsführerin<br />
zur Plattformarbeiterrichtlinie schießt<br />
jedoch weit über das Ziel hinaus. Statt Scheinselbstständigkeit<br />
zielgerichtet zu bekämpfen,<br />
würde das Gesetz de-facto zur weitgehenden<br />
Abschaffung der Solo-Selbstständigkeit<br />
führen. Weit über Liefer- oder Fahrdienste<br />
hinaus. Faktisch würden alle Personen, die<br />
über digitale Arbeitsplattformen arbeiten, in<br />
ein Angestelltenverhältnis gezwungen. Das<br />
ist für uns als FDP eine rote Linie, denn wir<br />
wollen Selbstständige stärken anstatt ihnen<br />
die Arbeitsgrundlage zu nehmen. Zudem<br />
enthält die abgestimmte Parlamentsposition<br />
zahlreiche Problemfelder, die teilweise unvereinbar<br />
mit nationalem Arbeitsrecht sind, wie<br />
die Einschränkung der Tarifautonomie.“<br />
Svenja Hahn<br />
Spitzenkandidatin der FDP Hamburg, Arbeits- und sozialpolitische Sprecherin der FDP-Delegation<br />
im Europäischen Parlament<br />
Seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments und Mitglied im Ausschuss<br />
für Beschäftigung und Soziales. Zuvor war sie Pressesprecherin in einem<br />
mittelständischen Unternehmen.<br />
Vom 6. bis 9. Juni <strong>2024</strong> werden Millionen von Unionsbürgerinnen und Unionsbürgern anlässlich der Wahl zum Europäischen Parlament an der Gestaltung der Zukunft der Demokratie<br />
in der Europäischen Union mitwirken.<br />
www.direktvertrieb.de
THEMA EMOTIONALE INTELLIGENZ IN DER TEAMKOMMUNIKATION<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 23<br />
Emotionale Intelligenz in der Teamkommunikation<br />
Begeistert ihr Publikum mit humorvollen, praxisnahen Vorträgen: Direktvertriebskongress-Keynote-Speakerin Nicole Truchseß.<br />
Nicole Truchseß hat ihre persönliche Liebe zur<br />
Neurowissenschaft mit einem Master of cognitive<br />
neuroscience gefestigt.<br />
Ein Beitrag von der<br />
diesjährigen Keynote-<br />
Speakerin unseres<br />
Direktvertriebskongresses<br />
am 07./08. Oktober <strong>2024</strong>,<br />
Nicole Truchseß.<br />
Der Mensch ist einzigartig. Teams sind<br />
diverser. Die Arbeitswelt komplexer.<br />
Daher ist es kein Wunder, dass der Schlüssel<br />
zum erfolgreichen Wandel in einer starken,<br />
vor allem emotional intelligenten Kommunikation<br />
liegt, die es schafft, Brücken zu<br />
bauen und Menschen zu verbinden.<br />
Einen für alle gültigen Change Code gibt es<br />
jedoch nicht. Er ist ein Mythos wie der Kaufknopf<br />
im Gehirn.<br />
Neurowissenschaftliche Erkenntnisse<br />
zeigen jedoch, dass emotional intelligente<br />
www.direktvertrieb.de<br />
Kommunikation und Führung ein Klima<br />
des Vertrauens und der Offenheit schaffen<br />
kann und somit bewährte Erfolgsfaktoren in<br />
Zeiten des Wandels sind.<br />
Teams mit hoher emotionaler Intelligenz<br />
sind daher besser in der Lage, dem Wandel<br />
zu begegnen, da sie Konflikte konstruktiv<br />
lösen können.<br />
Veränderung geht oft mit Unsicherheit und<br />
Widerstand einher. Beides ist, ohne eine<br />
positive Beziehungsdynamik schwer zu<br />
überwinden.<br />
Empathie und gegenseitiges Verständnis<br />
sind Schlüsselkomponenten für eine<br />
harmonische Teamdynamik. Biochemische<br />
Prozesse spielen dabei eine entscheidende<br />
Rolle, denn sie beeinflussen, wie wir kommunizieren,<br />
reagieren und Konflikte lösen.<br />
Vier wesentliche Neurotransmitter und Hormone<br />
- Dopamin, Serotonin, Oxytocin und<br />
Cortisol - haben dabei einen signifikanten<br />
Einfluss auf unser Verhalten.<br />
Wenn die Kommunikation im Team positiv<br />
und anerkennend ist, wird z. B. Dopamin<br />
ausgeschüttet, was zu einer erhöhten Motivation<br />
und einer verstärkten Beteiligung am<br />
Teamgeschehen führt. Dies unterstützt eine<br />
konstruktive und zielorientierte<br />
Zusammenarbeit und trägt zur Lösung von<br />
Konflikten bei, indem es ein positives und<br />
motivierendes Umfeld schafft.<br />
Emotionale Intelligenz ist somit der ideale<br />
Nährboden für Teamkommunikation in<br />
Zeiten des Wandels.<br />
Wie hoch ist der EQ Ihres Teams?<br />
Nicole Truchseß<br />
ist eine der führenden Expertinnen in<br />
DACH für moderne, innovative und<br />
serviceorientierte Sales & HR-Arbeit. Von<br />
der Veränderung der inneren Haltung<br />
und Einstellung über die erfolgreiche<br />
Umsetzung in der Praxis bis hin zu<br />
einem nachhaltigen Controlling – die<br />
gelernte Handelsfachwirtin (IHK), Diplom-Betriebswirtin<br />
(FH) und ehemalige<br />
Personal- und Vertriebsleiterin weiß aus<br />
eigener gelebter und erlebter Erfahrung,<br />
wovon sie spricht und wie notwendige<br />
Veränderungen wirklich gelingen. Die<br />
Unternehmerin hat vor 16 Jahren den<br />
Grundstein für ihre Firma Truchseß &<br />
Brandl GmbH gelegt.
AUS DEM BDD<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 24<br />
Stark, inspirierend, erfolgreich –<br />
Frauen im Direktvertrieb<br />
Wer mehr wissen möchte, findet die Portraits unter:<br />
Stark, inspirierend, erfolgreich – Frauen im Direktvertrieb<br />
Weibliche<br />
Success Stories<br />
Zum Weltfrauentag haben wir Frauen unserer<br />
Mitgliedszentrum in den Fokus gerückt,<br />
um darauf aufmerksam zu machen, dass der<br />
Direktvertrieb maßgeblich durch den weiblichen<br />
Erfolg geprägt wird. Um aufzuzeigen,<br />
dass Karrieren in der Branche über die<br />
Nebentätigkeit hinaus möglich sind, haben<br />
wir Geschäftsführerinnen und Führungskräfte<br />
unserer Mitglieder portraitiert.<br />
Für die Vorstandsvorsitzende des Bundesverband<br />
Direktvertrieb Deutschland,<br />
Elke Kopp ist die Rolle der Frau in der<br />
Arbeitswelt ein Herzensthema:<br />
„Meine Mutter hat mir als Beraterin eines<br />
Direktvertriebsunternehmen vorgelebt, dass<br />
Frau, Karriere und Familie möglich sind. In<br />
unserer Branche waren flexible Arbeitszeiten,<br />
selbstbestimmte Arbeitseinteilung und weibliche<br />
Karrieren von Anbeginn an eine Selbstverständlichkeit.“<br />
„Frauen beruflich zu fördern<br />
und sie zu befähigen, immer<br />
weiter zu wachsen – sei<br />
es persönlich oder in ihrer<br />
Verkaufstätigkeit – ist eine<br />
meiner wichtigsten Missionen.”<br />
Elke Kopp, Vorstandsvorsitzende<br />
des Bundesverband Direktvertrieb<br />
Deutschland.<br />
www.direktvertrieb.de
AUS DEM BDD<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 25<br />
The Stage is yours...<br />
Einsendeschluss<br />
22. Juli <strong>2024</strong><br />
… zeichnet<br />
ideenreiche Social-<br />
Media-Kampagnen,<br />
wegweisende Produktneuheiten<br />
und kreative<br />
Lösungsansätze<br />
unserer Mitglieder aus.<br />
… prämiert das<br />
beste Nachhaltigkeitsprojekt<br />
eines Mitgliedsunternehmens.<br />
Einsendeschluss<br />
22. Juli <strong>2024</strong><br />
... hier bringen BDD-Mitgliedsunternehmen<br />
Ihre Gemeinschaftsprojekte mit<br />
BDD-Kooperationspartner ins Rennen.<br />
Einsendeschluss<br />
22. Juli <strong>2024</strong><br />
Unsere Branche<br />
wächst und wird auch<br />
für die Wissenschaft<br />
immer interessanter.<br />
So zeichnen wir jedes Jahr<br />
sechs herausragende Arbeiten<br />
zum Thema Direktvertrieb aus.<br />
Einsendeschluss<br />
31. Mai <strong>2024</strong><br />
Bereit für die Bühne?<br />
Alle weiteren<br />
Informationen sowie die<br />
Teilnahmebedingungen<br />
finden Sie auf unserer<br />
Homepage.<br />
Die BDD-Awards sind die Chance, herausragende Leistungen, innovative Ideen und<br />
bemerkenswerte Projekte in unserer Branche sowie talentierte junge Wissenschaftlerinnen<br />
und Wissenschaftler ins Rampenlicht zu rücken! Hier geht es um mehr als nur<br />
Anerkennung – es geht darum, mit Best Practices zu inspirieren und Erfolge zu teilen<br />
(und den Gewinnerinnen und Gewinnern ein wirksames Kommunikationstool an die<br />
Hand zu geben).<br />
Wir freuen uns auf viele Einsendungen<br />
und wünschen viel Glück!<br />
www.direktvertrieb.de
LAST BUT NOT LEAST<br />
<strong>DIREKT</strong>! | <strong>Ausgabe</strong> 1 / <strong>2024</strong> 26<br />
<strong>DIREKT</strong>VERTRIEBSKONGRESS <strong>2024</strong><br />
Menschen bewegen – Zukunft gestalten<br />
In diesem Jahr trifft die Branche sich am<br />
07. und 08. Oktober in Wiesbaden. Neben<br />
der Keynote-Speakerin Nicole Truchseß<br />
(Interview mit ihr in dieser <strong>Ausgabe</strong>) erwarten<br />
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer<br />
Insights aus Berlin & Brüssel, Erfolg<br />
durch Influencertum und Erfolgsrezepte<br />
unserer Mitgliedsunternehmen rund um<br />
den Direktvertrieb! Die Registrierung ist<br />
bereits möglich – wir freuen uns auf das<br />
Wiedersehen mit guten Bekannten und<br />
auf das Kennenlernen neuer Gesichter!<br />
Weitere Infos unter:<br />
Direktvertriebskongress <strong>2024</strong><br />
Jetzt<br />
anmelden!<br />
Direktvertriebskongress<br />
07./08. Oktober <strong>2024</strong><br />
in Wiesbaden<br />
Mitglieder im Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V.<br />
AMC | badenova | Berendsohn | bofrost* | BSH | Bücherparty | Cleafin | dekoster | E.ON | EnBW | ENERGETIX | EWE | FancyFrames |<br />
Fúmée | Gasag next | GELSEN-NET | GONIS | Ha-Ra | HAKA Kunz | HAKAWERK | HEIM & HAUS | Hyla | intan | JUST | lekker Energie |<br />
lia vie | LichtBlick | LR Health & Beauty | Mary Kay | Optidee | Pampered Chef | Partylite | PepperParties | Pieroth Deutschland |<br />
PM-International | Reico Vital-Systeme | RINGANA | SEVEN SUNDAYS | Stampin‘ Up! Europe | Tele Columbus AG/PΫUR | USANA |<br />
Vattenfall | VICTORIA Deutschland | Vodafone West | Vorwerk | WIBO CLIMASTAR | Younique<br />
IMPRESSUM<br />
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Herausgeber:<br />
Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e.V.<br />
Bundesallee 221, 10719 Berlin<br />
Verantwortlich:<br />
Jochen Clausnitzer<br />
Tel. 030 /23 63 56 80<br />
info@direktvertrieb.de<br />
www.direktvertrieb.de<br />
Redaktion:<br />
Alexandra Bekavac<br />
Bildnachweise:<br />
S. 2: Jan Kulke<br />
S. 5: AdobeStock_445818522<br />
S. 9: AdobeStock_653189238<br />
S. 10: Regina Sablotny<br />
S. 14: RINGANA, AdobeStock_79751448<br />
S. 17: EP<br />
S. 19: AdobeStock_587016597<br />
S. 20: Ondro; European Union 20022-EP photographer<br />
AdobeStock_587016597<br />
S. 22: Hannah Lebershausen-Theobal, AdobeStock_775114559<br />
S. 23: Christina Stihler; TTI Austria<br />
Design:<br />
Nicole Winter-Pasewark, www.niwi-design.de<br />
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