03.07.2024 Aufrufe

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2024

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2024

INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2024

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

19239<br />

SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

04<br />

Juni <strong>2024</strong><br />

€ 13,00<br />

TITEL<br />

Die Verbindungstechnik<br />

36 der Zukunft<br />

22 Industriekommunikation<br />

mit OPC UA<br />

SPECIAL Pharma & Food<br />

40 Trends und Lösungen<br />

industrielle-automation.net


MULTIMEDIAL VERNETZT<br />

KUNDEN GEWINNEN!<br />

FÖRDERTECHNIK<br />

MATERIALFLUSS<br />

LOGISTIK<br />

FLUIDTECHNIK<br />

Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!<br />

Carmen Müller-Nawrath<br />

Head of Sales<br />

Telefon: 0049/6131/992-245<br />

c.nawrath@vfmz.de<br />

Profitieren Sie von unserem<br />

einmaligen Mediennetzwerk!


EDITORIAL<br />

WIR MÜSSEN<br />

NEU DENKEN!<br />

Wie sieht die Industrie in der Zukunft aus? Schon heute stehen<br />

Unternehmen durch die digitale Transformation vor grundlegenden<br />

Veränderungen – und großen Herausforderungen. Denn durch die<br />

zunehmende Vernetzung von Werkstücken, Maschinen und Systemen<br />

über das Internet ergeben sich nicht nur Vorteile. An welcher Stelle<br />

ist eine Digitalisierung sinnvoll, an welcher Stelle nicht und wann<br />

lohnt sich eine Investition? Fragen, die sich nicht einfach beantworten<br />

lassen. Dennoch: Wir müssen<br />

DIE DIGITALISIERUNG<br />

BLEIBT EIN KRAFTAKT<br />

uns dem Arbeitskräftemangel,<br />

der Produkt vielfalt und Variantenanzahl,<br />

der zunehmenden<br />

Komplexität von Bauteilen sowie<br />

den Supply-Chain-Hindernissen stellen. Der einfachste Ansatz dem zu<br />

begegnen, ist die automatisierte Fertigung. Dem entgegen steht jedoch<br />

der wirtschaftliche Aspekt. Wir müssen also neu denken und uns neue<br />

Konzepte überlegen, die verschiedene Faktoren in Einklang bringen.<br />

So könnte die Lösung darin liegen, die robotische Automatisierung um<br />

menschliche Fähigkeiten zu erweitern. Und die gibt es sogar schon,<br />

wie die Entwicklung von taktilen, räumlich sehenden, sich flexibel<br />

und überwiegend selbst konfigurierenden Robotern zeigt (Seite 26).<br />

Voraussetzung dafür ist nicht nur eine intelligente Software. Auch die<br />

Verbindungstechnik muss darauf adaptierbar sein. Welche Lösungen<br />

wir in Zukunft benötigen, erfahren Sie in unserer Titelstory. Dabei geht<br />

es nicht nur um Robotik, sondern auch um die sichere und schnelle<br />

Übertragung gigantischer Datenmengen und neue Konzepte wie Fibreto-the-Machine.<br />

In unserer aktuellen Ausgabe finden Sie zahlreiche neue Konzepte, die<br />

auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen einzahlen.<br />

Mehr Präzision.<br />

Hochpräzise Wegund<br />

Dickenmessung<br />

für alle Oberflächen<br />

confocalDT<br />

• Konfokal-chromatische Sensoren zur<br />

Weg- & Abstandsmessung von matten<br />

& glänzenden Oberflächen<br />

• Dickenmessung von Glas und<br />

transparenten Objekten<br />

• Extrem kleiner Messfleck zur<br />

Erfassung kleinster Teile<br />

• Integrierte Feldbus-Schnittstellen<br />

Neue<br />

Sensorgeneration<br />

• Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: ideal<br />

für Maschinenbau & Automatisierung<br />

Eine inspirierende Lektüre<br />

wünscht Ihnen<br />

Nicole Steinicke<br />

Chefredakteurin<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

Feinstrukturen<br />

Glasdicke<br />

Zweiseitige Dickenmessung<br />

Kontaktieren Sie unsere<br />

Applikationsingenieure:<br />

Tel. +49 8542 1680<br />

micro-epsilon.de/konfokal


28<br />

EDITORIAL<br />

03 Wir müssen neu denken!<br />

SZENE<br />

06 News und Trends<br />

08 DENKANSTOSS<br />

Industrieautomatisierung 2023:<br />

Wohin fließen die Investitionen?<br />

10 IM DIALOG<br />

Vom Glasthermometer zur Industrie 4.0<br />

– ein Interview über die Erfolgsgeschichte<br />

des Hightech-Unternehmens Jumo<br />

SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

14 Kompakte Sensorelektronik für eine robuste<br />

Winkelmessung<br />

16 Kundenspezifische Sensorlösungen<br />

mit Mehrwert<br />

18 Kleine Lasersensoren mit hoher Leistung<br />

21 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

22 Mit OPC UA zum strukturierten und<br />

sicheren Datenaustausch bis in die Cloud<br />

TITEL<br />

36<br />

Alexander Hack,<br />

Projektleiter und<br />

Strategic Portfolio<br />

Manager bei<br />

SEW-Eurodrive<br />

STEUERN UND ANTREIBEN<br />

24 Wie Stanzbiegemaschinen ihren Teil zur<br />

Elektromobilität beitragen<br />

26 Wie Automatisierung die steigende Produkt- und<br />

Variantenvielfalt, die Komplexität von Bauteilen<br />

und den Fachkräftemangel meistert<br />

28 Energieeffiziente Automatisierungslösung<br />

für zukunftsweisendes Packaging mit SEW-Eurodrive<br />

31 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

Anzeige: U.I. Lapp GmbH, 70565 Stuttgart<br />

10<br />

<br />

Lesen Sie, welche Trends als Wegweiser für die<br />

Verbindungstechnik von morgen zählen<br />

4 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

32 Intelligente Switches sind die<br />

neuen „Watchdogs“ im Netzwerk<br />

34 Serie zu Cybersicherheit – Teil 1/3<br />

Der Cyber Resiliance Act: Was er bedeutet und<br />

welche Aufgaben damit verbunden sind<br />

35 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

36 TITELSTORY<br />

6 THESEN... über die Verbindungstechnik<br />

der Zukunft, von Single Pair Ethernet über<br />

Gleichstrom bis hin zu kollaborativen Robotern<br />

38 5G-Connectivity: Geeignete Technik und neue<br />

Kommunikationsstandards für Ex-Bereiche<br />

39 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

40 INNENTITEL<br />

Hygienisch einwandfreies Kabelmanagement<br />

für automatisierte Prozesse<br />

44 Maschinensicherheit in der Pharma- und<br />

Lebensmittelindustrie: Worauf es ankommt<br />

und welche Lösungen es gibt<br />

47 Update: Produkte, Technologien, Trends<br />

48 Prozesssicherheit in der Tubenproduktion bei<br />

gleichzeitig flexiblen Prozessen<br />

50 Impressum<br />

51 Vorschau 05/<strong>2024</strong><br />

SPECIAL<br />

Anzeige: Pflitsch GmbH & Co. KG, 42499 Hückeswagen<br />

40


NEWS & TRENDS<br />

Personalien<br />

HÉCTOR MARTIN<br />

Als Vertriebsexperte und<br />

Kenner des spanischen<br />

Marktes übernimmt Héctor<br />

Martin die Leitung der<br />

neuen Icotek-Niederlassung<br />

in Spanien. Diese wird<br />

das volle Sortiment der<br />

Produkte anbieten, darunter Kabeleinführungen,<br />

Kabeldurchführungsplatten, EMV-Lösungen,<br />

Systemleuchten und Zubehör.<br />

www.icotek.de<br />

KÜRZUNGEN BREMSEN ENERGIEWENDE<br />

Das Jahr <strong>2024</strong> ist durch eine substanzielle Reduktion<br />

der Fördermittel des Bundes für die Projektforschung<br />

gekennzeichnet, davon ist auch die Energieforschung<br />

betroffen. Der Verbund „Energietechnologien und<br />

Klimaschutz“ der Fraunhofer-Gesellschaft warnt vor<br />

diesem Hintergrund vor einem massiven Rückgang der<br />

Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie bei<br />

Technologien für<br />

die Energiewende.<br />

Die Forschungsförderung<br />

ist für<br />

die schnelle und<br />

erfolgreiche<br />

Umsetzung der<br />

Energiewende<br />

essenziell. Sie ist<br />

Grundlage für die Zusammenarbeit von Unternehmen<br />

und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung und<br />

Markteinführung neuer Technologien. Durch die<br />

Kürzungen ist davon auszugehen, dass wichtige<br />

Innovationen ausbleiben, die Deutschland dringend<br />

benötigt, um die Klimaziele zu erreichen und um seine<br />

Position als führender Standort im Bereich wichtiger<br />

Zukunftstechnologien zu erhalten und auszubauen.<br />

www.ise.fraunhofer.de<br />

IO-LINK COMMUNITY BLICKT AUF<br />

WACHSTUM UND INNOVATIONSSTÄRKE<br />

Die IO-Link Mitgliederversammlung im Juni stand ganz<br />

im Zeichen lebhafter Diskussionen und bedeutender<br />

Fortschritte. In verschiedenen Workshops wurden viele<br />

innovative Ideen eingebracht, die das Potenzial haben,<br />

die Zukunft von IO-Link als Technologie des PI-Portfolios<br />

entscheidend mitzugestalten. Trotz der globalen<br />

Herausforderungen verzeichnet IO-Link ein stetiges<br />

Wachstum auf mittlerweile 485 Community-Mitglieder.<br />

IO-Link ist ein weltweit etablierter Standard für die<br />

industrielle Kommunikation, der die Effizienz und<br />

Flexibilität in der Fertigungstechnik revolutioniert.<br />

www.profibus.com<br />

YOUTUBE-SERIE GEHT AN DEN START<br />

Komplexe Themen, Sachverhalte und Fachbegriffe rund<br />

um die funktionale Sicherheit verständlich, eingängig<br />

und vor allem unterhaltsam erklären – das ist das Ziel<br />

des Projekts „Sicherheitstechnik by Sascha“, das Bernstein<br />

ins Leben gerufen hat. Die Serie auf dem YouTube-<br />

Kanal des Unternehmens richtet sich an Fachkräfte von<br />

heute und morgen sowie an alle,<br />

die sich für Sicherheitstechnik<br />

interessieren. Dabei geht es nicht<br />

nur um fundiertes Wissen,<br />

sondern auch darum, die Inhalte<br />

mit Humor und verständlichen<br />

Worten zu vermitteln.<br />

www.bernstein.eu<br />

GENERATIVE KI EBNET DEN WEG FÜR ANALYTISCHE KI-LÖSUNGEN<br />

Mit generativer KI erlebt „Right Brain AI“, also eine KI, die<br />

kreative Fähigkeiten der rechten menschlichen Gehirnhälfte<br />

nachahmt, einen rasanten Aufstieg. Dieser öffnet aber auch<br />

die Tür für einen breiteren Einsatz von eher analytischer „Left<br />

Brain AI“. Das zeigt eine aktuelle Studie von Pegasystems.<br />

95 Prozent der weltweiten Befragten gab an, dass die<br />

zunehmende Verbreitung von generativer KI bei ihnen<br />

unmittelbar für die Einführung anderer Arten von KI mit -<br />

verantwortlich war. Für rund ein Drittel spielte sie dabei<br />

sogar eine entscheidende Rolle. Außerdem zeigt die Studie,<br />

dass generative KI in globalen Unternehmen die vorherrschende<br />

Art künstlicher Intelligenz ist. Mehr dazu unter:<br />

www.pega.com/de<br />

6 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


NICHT VERPASSEN: VISION <strong>2024</strong><br />

Vom 8. bis 10. Oktober <strong>2024</strong> öffnet die VISION, Weltleitmesse<br />

für Bildverarbeitung, mit rund 400 Ausstellern<br />

ihre Tore. Ein Must-have für alle Technik-Enthusiasten.<br />

Denn Bildverarbeitung ist kein Trend mehr, sondern aus<br />

dem Fabrikumfeld und unserem Alltag nicht mehr weg ­<br />

zudenken. Mit dem Aufkommen neuer KI-Technologien<br />

und praxistauglichen KI-Ansätzen nimmt das Marktpotenzial für die Bildverarbeitungstechnologie<br />

weiter zu. Auf der Kameraseite geht der Trend zu mehr<br />

Megapixeln und höheren Bandbreiten, einschließlich Lösungen zur Bewältigung<br />

hoher Rechenlasten. Auf der Softwareseite geht es um benutzerfreundlichere<br />

Bildanalysetools. Hinzu kommen neue Entwicklungen rund um Embedded<br />

Vision, Hyperspectral Imaging, Deep Learning, Objektive und vieles andere mehr.<br />

www.messe-stuttgart.de/vision<br />

„Wir erwarten von der Bundesregierung, dass<br />

sie im Interesse des größten europäischen<br />

Industrielands eine klare Agenda für Europa<br />

einfordert – einen Wachstumsplan, der auf<br />

industrielle Leistungskraft, auf Innovation,<br />

auf weniger Bürokratie und auf mehr<br />

Handlungsfreiheit für Unternehmen setzt.“<br />

Siegfried Russwurm, Präsident, BDI e.V., Berlin<br />

Kundenspezifische<br />

M8 Rundsteckverbinder<br />

∞ M8-Leitungslängen nach<br />

exaktem Kundenwunsch<br />

∞ 2. Leitungsende<br />

konfektioniert<br />

∞ A-kodiertes Steckgesicht<br />

der 3- und 4-poligen<br />

Rundsteckverbinder<br />

GESCHÄFTSFÜHRERWECHSEL BEI PHOENIX CONTACT<br />

Ende Dezember <strong>2024</strong> wird Frank<br />

Stührenberg, Vorsitzender der<br />

Geschäftsführung von Phoenix<br />

Contact und CEO, nach 33 Jahren<br />

im Unternehmen in den Ruhestand<br />

treten. Seine Nachfolge übernimmt<br />

Dirk Görlitzer, seit 2020 Geschäftsführer<br />

und Chief Operating Officer<br />

(COO). Für einen reibungslosen Übergang teilen sich beide seit dem 1. Juli den<br />

Vorsitz der Geschäftsführung. Stührenberg wird der Phoenix Contact-Gruppe<br />

künftig als Aufsichtsratsvorsitzender der neu gegründeten Phoenix Contact<br />

E-Mobility Holding SE verbunden bleiben. Im Bild zu sehen sind Dr. Dipl.-Ing.<br />

Eberhard Veit, Dirk Görlitzer, Frank Stührenberg und Dr. Frank Eisert (v.r.n.l.).<br />

www.phoenixcontact.com.de<br />

GREAT PLACE TO WORK<br />

Schmersal hat nach erstmaliger<br />

Teilnahme am Zertifizierungsprogramm<br />

die begehrte „Great Place<br />

to Work“-Zertifizierung erhalten. Das<br />

Forschungs- und Beratungsinstitut<br />

Great Place to Work verleiht sein<br />

Qualitätssiegel an Unternehmen, die<br />

sich für eine mitarbeiterorientierte<br />

Unternehmenskultur engagieren und besonders attraktive Arbeitsbedingungen<br />

bieten. Bestandteile des Zertifizierungsprogramms sind ein unabhängiges,<br />

anonymes Feedback der Mitarbeitenden und die Analyse von Maßnahmen und<br />

Programmen der Personalarbeit. Herzlichen Glückwunsch an das gesamte Team!<br />

www.schmersal.com<br />

Entdecken<br />

Sie das W+P<br />

Lieferprogramm<br />

www.wppro.com<br />

sales@wppro.com<br />

W+P PRODUCTS GmbH<br />

Daimlerstr. 29-33, 32257 Bünde<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 7


DENKANSTOSS<br />

INDUSTRIEAUTOMATISIERUNG 2023:<br />

WOHIN FLIESSEN DIE INVESTITIONEN?<br />

Die internationale Automatisierungsbranche befindet sich<br />

im harten Preiswettkampf. Denn, auch wenn die Nachfrage<br />

nach Automatisierungsprodukten und -lösungen<br />

steigt, sehen sich die Unternehmen zunehmender Konkurrenz<br />

aus Asien gegenüber. Nun gilt es, die eigene Wettbewerbsfähigkeit<br />

zu verbessern und die Stellhebel mit dem größten<br />

Einfluss auf Umsatz und Profitabilität zu identifizieren.<br />

Erkenntnisse bringt hier die aktuelle Horváth-Studie „Future of<br />

Industrial Automation 2030“, für die Automatisierungsunternehmen<br />

aus Deutschland, Europa und Nordamerika mit mindestens<br />

100 Millionen Euro Jahresumsatz im Jahr 2022 befragt wurden.<br />

Gefragt nach geplanten Investitionen zeigt sich: Automatisierungsunternehmen<br />

konzentrieren ihre Investitionen auf neue<br />

Produktionsanlagen in der Nähe ihres Hauptsitzes. Beim Ländervergleich<br />

fällt auf: In Nordamerika ansässige Firmen haben zusätzlich<br />

Mittel- und Südamerika sowie Westeuropa im Fokus.<br />

Süd- und Osteuropa spielen dagegen keine Rolle. Europäische<br />

Unternehmen investieren zu 63 Prozent in Westeuropa, in den<br />

USA und Kanada (49 Prozent) und Osteuropa (33 Prozent).<br />

INDIEN GEWINNT AN BEDEUTUNG,<br />

CHINA VERLIERT AN RELEVANZ<br />

Überraschend: In Indien und China wollen die Europäer ebenfalls<br />

zu jeweils 33 Prozent investieren – nordamerikanische Player<br />

sind bei Investitionen (19 Prozent) in China zurückhaltender<br />

als europäische und etwas mutiger, was Indien angeht (37 Prozent).<br />

In der Gesamtschau liegt Indien dann mit 35 Prozent vor<br />

China (27 Prozent). „Indien gilt als vielversprechender Wachstumsmarkt,<br />

sowohl als Absatzmarkt als auch als Investitionsstandort.<br />

Das Land hat als Produktionsstandort im Vergleich zu<br />

China deutlich an Bedeutung gewonnen. Unternehmen sollten<br />

ihre Ausrichtung auf China kritisch hinterfragen<br />

und neu bewerten“, sagt Automatisierungsexperte Daniel<br />

Kittelberger.<br />

Ein deutlich gestiegenes Margenziel sichert die Finanzierungsmöglichkeiten<br />

für zukünftiges Wachstum und<br />

soll die Umgestaltung des Geschäfts weiter vorantreiben.<br />

Aktiengesellschaften im Besitz von privatem Beteiligungskapital<br />

haben hier mit bis zu 18,2 Prozent<br />

deutlich ehrgeizigere Ziele als Unternehmen im Privatbesitz<br />

(12,4 Prozent). Familienunternehmen<br />

agieren konservativer und konzentrieren sich auf<br />

eine bessere langfristige Widerstandsfähigkeit.<br />

Prozesseffizienz und Automatisierung werden von<br />

den meisten Automatisierungsunternehmen als die<br />

wichtigsten Stellschrauben erachtet, um die Rentabilität<br />

zu verbessern.<br />

Die Stärkung des Dienstleistungsportfolios ist mit<br />

85 Prozent der wichtigste Umsatzhebel für künftigen<br />

Erfolg, gefolgt von kontinuierlicher Produktinnovation<br />

(80 Prozent) und der Entwicklung neuer Branchenanwendungen<br />

(78 Prozent). Letzteres ist besonders für<br />

Unternehmen der Antriebstechnik und der elektrischen<br />

Komponenten relevant. Fast zwei Drittel (62 Prozent)<br />

8 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net<br />

der Befragten denken beim Umsatzwachstum aber zunehmend<br />

auch an Unternehmens zukäufe.<br />

Qualität und Zuverlässigkeit gelten als entscheidende Kriterien,<br />

die den Mehrwert gegenüber dem Kundenkreis vermitteln, und<br />

die häufig verfolgte Hochpreisstrategie stützen. Während technische<br />

Produktmerkmale als Preistreiber weiterhin von hoher Relevanz<br />

sind, hat das insgesamt wahrgenommene Kundenerlebnis<br />

diesen Faktor überholt, selbst im technikverliebten B2B-Markt.<br />

95 Prozent der Unternehmen investieren bereits in Künstliche<br />

Intelligenz. Getrieben von Industrie 4.0 ist die Produktion bei<br />

weitem der führende Investitionsbereich, gefolgt von Vertriebsund<br />

Serviceaktivitäten. „Wer bis jetzt noch nicht in KI investiert<br />

hat, wird morgen keine Rolle mehr am Markt spielen. Top-Manager<br />

müssen hier einen Fokus setzen, die vielen Einsatzmöglichkeiten<br />

im Blick haben und dann auch umsetzen“, sagt Daniel<br />

Kittelberger.<br />

Über die Studie: Im Rahmen der Studie „Future of Industrial Automation 2030“<br />

befragte die Managementberatung Horváth 60 Top-Level-Führungskräfte<br />

führender Automations-Unternehmen aus Europa und Nordamerika zwischen<br />

Oktober und November 2023.<br />

Bilder: Horváth<br />

www.horvath-partners.com<br />

DANIEL KITTELBERGER, Principal bei<br />

Horváth und verantwortlich für die Branchen<br />

Automation, Drives und Electrical Engineering


NEWS & TRENDS<br />

PILZ SETZT ERFOLGSKURS KONSEQUENT FORT<br />

Pilz konnte seinen Umsatz um 7,3 Prozent steigern, was einen Höchstwert in<br />

der 75-jährigen Unternehmensgeschichte markiert. Das Wachstum wurde in<br />

wichtigen Industrieländern, neben Deutschland, in Italien, Korea, Schweiz,<br />

Österreich, UK und der Türkei erzielt. Den höchsten prozentualen Zuwachs<br />

verzeichnete das Unternehmen in Indien. Mit Blick auf das Produkt- und<br />

Lösungsangebot erarbeitete sich Pilz in nahezu allen Bereichen ein homogenes<br />

Wachstum. Besonders stark entwickelten sich die Segmente der sicheren<br />

Kleinsteuerungen Pnozmulti, der Sensorik und der Dienstleistungen, die<br />

kontinuierlich weiter ausgebaut werden. Dazu zählt unter anderem der Bereich<br />

Industrial Security mit dem Dienstleistungsangebot ISCS – Industrial Security Consulting Service. Damit möchte Pilz seine Kunden<br />

besonders dabei unterstützen, die Vorgaben der neuen Maschinenverordnung sowie der kommenden EU-Richtlinie NIS 2 zu<br />

erfüllen. Insgesamt blickt die Geschäftsführung zuversichtlich in die Zukunft, getragen durch innovative Produkte und Services.<br />

www.pilz.de<br />

FRABA-GRUPPE<br />

WÄCHST WEITER<br />

Die Fraba-Gruppe, spezialisiert<br />

auf industrielle Bewegungssensoren,<br />

konnte im Jahr 2023<br />

ein Wachstum von 16 Prozent<br />

und damit auf 46 Millionen<br />

Euro im Gesamtgeschäft<br />

verzeichnen. Zudem eröffnete<br />

die Gruppe ein neues Büro<br />

sowie ein F&E-Zentrum in Cluj,<br />

Rumänien. „Die Wahl unseres<br />

neuen Standorts in einer Stadt<br />

mit einer renommierten<br />

technischen Universität ist ein<br />

wichtiger Bestandteil unserer<br />

Strategie, um talentierte<br />

Mitarbeiter zu gewinnen“,<br />

kommentiert Christian Leeser,<br />

CEO und Mehrheitsaktionär<br />

von Fraba. Das Jahr brachte<br />

ebenfalls bedeutende Fortschritte<br />

bei der Einführung<br />

neuer Produkte in den<br />

Geschäftseinheiten Posital<br />

und Ubito. Obwohl Fraba 2023<br />

ein solides Wachstum erlebte,<br />

gibt es derzeit wirtschaftlichen<br />

Gegenwind. Leeser bleibt<br />

zuversichtlich, dass der Mix<br />

aus einer hochreaktiven Unter -<br />

nehmenskultur und fortschritt -<br />

lichen Produkten langfristigen<br />

Erfolg bringen wird.<br />

www.posital.de<br />

MEHR VERBINDUNG<br />

MEHR-VERBINDUNG.DE<br />

MEHR-VERBINDUNG.DE<br />

WENIGER<br />

WENIGER<br />

STECKER<br />

STECKER<br />

DURCH AS-INTERFACE<br />

DURCH AS-INTERFACE<br />

28.08.<strong>2024</strong> - 29.08.<strong>2024</strong><br />

Messe Zürich<br />

Stand B30<br />

18.09.<strong>2024</strong> - 19.09.<strong>2024</strong><br />

Messe Chemnitz<br />

Stand 1-253<br />

24.09.<strong>2024</strong> - 26.09.<strong>2024</strong><br />

Nürnberg<br />

Halle 7, Stand 7-707


IM DIALOG<br />

Chefredakteurin<br />

Nicole Steinicke<br />

im Gespräch mit<br />

Dr. Steffen Hoßfeld,<br />

Chief Operating Officer<br />

bei Jumo in Fulda<br />

VOM GLASTHERMOMETER ZUR INDUSTRIE 4.0<br />

„WIR SCHAFFEN MEHRWERTE – FÜR<br />

DIE REGION UND FÜR DIE INDUSTRIE“<br />

Das Unternehmen Jumo zählt zweifelsohne zu den gefragten Playern, wenn es um<br />

Mess-, Regel und Automatisierungstechnik geht. Das Fuldaer Familienunternehmen<br />

ist Weltmarktführer im Bereich der industriellen Temperaturfühler und setzt in<br />

seiner Erfolgsgeschichte auf Innovation, Tradition und Unternehmenskultur.<br />

Und davon kann man lernen. Wir sprechen mit Dr. Steffen Hoßfeld und werfen<br />

einen Blick in die Zukunft eines Familienunternehmens, das mehr kann als „sensors<br />

and automation“ und auf der ganzen Welt zu Hause ist.<br />

10 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


IM DIALOG<br />

und Branchenmanagement, das globale Marketing und die<br />

globale Entwicklung sowie für das globale Personal. Ich verantworte<br />

die Organisation mit den Bereichen globale Produktion,<br />

globale Finanzen und globale IT, die Stabsstellen Managementsysteme,<br />

FM und Recht. Wir haben eine sehr klare Aufteilung,<br />

aber auch das Gemeinsame ist für uns wichtig. So gestalten wir<br />

kooperativ das „Veränderungsprogramm Aufbruch“, um noch<br />

nachhaltiger und effizienter zu werden und um unseren Kunden<br />

einen sogenannten Jumo-Nutzen liefern zu können.<br />

NICOLE STEINICKE: Jumo hat rund 2.600 Mitarbeitende<br />

weltweit. Mit rund 1.500 Beschäftigten zählt Jumo zu einem<br />

der größten Arbeitgeber in der Region Fulda. Welche Verantwortung<br />

bringt dies mit sich?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Hier in Fulda sind wir sogar der<br />

größte industrielle Arbeitgeber, das heißt, wir sprechen über gut<br />

1.500 Familien. Manche Kollegin oder mancher Kollege arbeitet<br />

bereits in der dritten Generation bei uns. Wir wollen gemeinsam<br />

die Erfolgsgeschichte des Unternehmens fortschreiben und in<br />

schweren Zeiten zusammenstehen. So wie Konzerne ihre<br />

Mitarbeitenden als Full Time Equivalent (FTE) managen, also<br />

nach der Arbeitszeit, arbeiten wir nicht. Denn hinter jedem<br />

Arbeitsplatz steht eine Familie mit einer Geschichte, die ihren<br />

Beitrag in realen Werten leistet.<br />

NICOLE STEINICKE: Welche Pläne hat Jumo für die Zukunft?<br />

NICOLE STEINICKE: Eine tragfähige Unternehmenskultur ist<br />

heute wichtiger denn je. Was zeichnet Jumo als Familienunternehmen<br />

aus, welche Werte charakterisieren die DNA?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Das Wichtigste in einer Familie ist<br />

Vertrauen. Wir vertrauen auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter<br />

und unsere Mitarbeiter vertrauen uns, die strategisch richtigen<br />

Entscheidungen für die Jumo-Familie zu treffen. Darüber<br />

hinaus sind Offenheit und Transparenz für eine qualitativ hochwertige<br />

Kommunikation essenziell, denn die Herausforderungen<br />

liegen im Markt, nicht in der Organisation. Wesentlich ist<br />

noch Partnerschaft, denn meine Rolle als Geschäftsführer ist<br />

genauso wichtig wie die Rolle des Facharbeiters oder eines<br />

Sachbearbeiters. Flexibilität zählt ebenfalls dazu, um unsere<br />

Kunden passgenau zu bedienen. Hier müssen wir auf sich verändernde<br />

Marktanforderungen reagieren. Das sind die Werte,<br />

die unsere DNA ausmachen.<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Wir positionieren uns künftig stärker<br />

als System- und Lösungsanbieter, der die komplette Automatisierungspyramide<br />

abdeckt. Technologien wie „Sensor to Cloud“<br />

werden immer wichtiger. Der Kunde benötigt Daten, die er auswerten<br />

und mit denen er seinen unternehmerischen Erfolg steuern<br />

kann, nicht nur einfach einen Sensor. Wir richten unseren<br />

Fokus dabei klar auf die Branchen, um eben diese Systemlösung<br />

für Kunden applikationsspezifisch anbieten zu können. Wichtig<br />

ist uns dabei, dass alles aus einer Hand bezogen werden kann.<br />

Denn damit lässt sich sicherstellen, dass die Geräte bestmöglich<br />

miteinander kommunizieren.<br />

Darüber hinaus reagieren wir mit unserem noch im Bau befindlichen<br />

neuen Werk „Sensilo“ auf die Nachfrage in den Wachstumsmärkten.<br />

Mit rund 50 Millionen Euro nehmen wir hier sehr<br />

viel Geld in die Hand und es ist die größte Investition in der<br />

Unternehmensgeschichte Jumos. Wir haben Ende 2013 das<br />

rund 100.000 m² große Grundstück erworben. In der neuen<br />

Fertigungsstätte werden wir neben der Temperatursensorproduktion<br />

auch den Produktionsbereich für Druckmesstechnik<br />

sowie die dazugehörige Logistik unterbringen. So stellen wir uns<br />

sicher und wettbewerbsfähig für die Zukunft auf.<br />

NICOLE STEINICKE: Gemeinsam mit Dimitrios Charisiadis<br />

lenken Sie das Unternehmen in die Zukunft. Welche Rolle<br />

übernehmen Sie hierbei?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Dimitrios Charisiadis ist zuständig<br />

für die Marktseite, den globalen Vertrieb, das globale Produkt-<br />

01 Die Baumaßnahmen am neuen Werk Sensilo im Technologiepark<br />

Fulda-West schreiten zügig voran<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 11


02 Jumo-Projektleiter Stefan Reith,<br />

Nicole Steinicke, Vereinigte Fachverlage<br />

und Michael Klose, Corporate<br />

Communication bei Jumo (v. l.), freuen<br />

sich über den Baufortschritt des<br />

neuen Werks, bei dem Digitalisierung,<br />

Materialfluss optimierung und<br />

Effizienzgewinne im Vordergrund stehen<br />

NICOLE STEINICKE: Viele Firmen investieren zunehmend im<br />

Ausland. Jumo bekennt sich zum Standort Deutschland. Was<br />

hat Sie zu dieser Entscheidung bewegt?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Wir sind traditionell sehr mit der<br />

Region Fulda verbunden und sehen uns als wichtiger Arbeitgeber.<br />

Darüber hinaus sehen wir das Marktpotenzial und setzen<br />

auf unsere Expertise, die wir vor allem in Deutschland haben.<br />

Bei dem Neubau haben wir zudem die Möglichkeit, in moderne<br />

Technologien zu investieren, weiter zu digitalisieren, den<br />

Materialfluss zu optimieren und Kostenstrukturen zu reduzieren.<br />

All das führt zu Effizienzgewinnen, um im globalen Wettbewerb<br />

bestehen zu können. Und davon profitieren auch unsere Kunden.<br />

NICOLE STEINICKE: Anfang März hat der AMA Fachverband<br />

für Sensorik und Messtechnik die aktuellen Zahlen der Branche<br />

veröffentlicht und dabei zeigen sich die meisten Mitglieder<br />

nur verhalten optimistisch mit einem zu erwartenden Umsatzwachstum<br />

von zwei Prozent. Wie wird sich diese Marksituation<br />

aus Ihrer Sicht entwickeln?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Da bin ich zurückhaltend. Die zwei<br />

Prozent spiegeln ja eher die Preiserhöhung aufgrund der Inflation<br />

wieder. Wir spüren in den letzten Monaten national und europäisch<br />

eine zunehmende Verunsicherung in den Märkten, die<br />

sich auch auf unseren Auftragseingang auswirkt; Asien und<br />

Amerika wachsen weiterhin. In unserer Branche der Elektro­<br />

ZUKUNFT DURCH MORDERNSTE TECHNOLOGIEN UND NACHHALTIGKEIT<br />

Mit 48 Millionen Euro ist der Neubau im Technologiepark Fulda West die größte Investition in<br />

der Jumo-Geschichte. Die Weichen stehen damit klar in Richtung Zukunft. Schließlich werden<br />

künftig rund 13.000 m² Produktionsfläche für die Fertigung von Temperatur- und Drucksensoren<br />

verfügbar sein. Auch in punkto Energiegewinnung setzt Jumo auf zukunfts fähige Konzepte.<br />

Nach aktueller Planung wird im neuen Werk komplett auf fossile Energie träger verzichtet. Zur<br />

Heizungsunterstützung soll eine Geothermieanlage eingesetzt werden, die die Spitzenlast<br />

abdecken soll. Die Grundlast wird komplett durch Wärmerück gewinnung aus den Produktionsprozessen<br />

gedeckt. Die Kühl- und Lüftungsanlagen werden überwiegend mit selbst erzeugtem<br />

Strom aus einer Photovoltaikanlage betrieben. Dieses Beispiel zeigt, dass sich eine leistungsfähige<br />

Fertigung und Energieeffizienz bestens miteinander vereinen lassen. Werfen Sie einen<br />

Blick hinter die Kulissen der Fabrik der Zukunft: bit.ly/SensiloJumo. Es lohnt sich!<br />

12 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


IM DIALOG<br />

industrie ist das Bild uneinheitlich. Während es zum Beispiel<br />

in der Digitalindustrie zuletzt Tendenzen zu einer leichten<br />

Erholung gegeben hat, schwächt sich das Wachstum in der<br />

Prozessautomation – einem unserer Kerngebiete – weiter ab.<br />

Positiv entwickelt sich die Chipindustrie in Asien und damit<br />

verzeichnen wir dort eine hohe Nachfrage.<br />

NICOLE STEINICKE: Worin sehen Sie derzeit die größten<br />

Herausforderungen eines Industrieunternehmens, wenn wir<br />

an den fehlenden Nachwuchs denken, an die Auftragslage, die<br />

angespannte globale Situation oder gibt es andere Sorgen?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Wir benötigen einen klaren Fokus,<br />

für unsere Kunden und unsere Mitarbeitenden. Die Zeiten<br />

bleiben spannend und wir müssen einfach das Vorhandensein<br />

von Krisen akzeptieren. Denn das ist die Aufgabe der heutigen<br />

Manager: in stürmischer See das Schiff auf Kurs zu halten. Die<br />

unwegsamen Gegebenheiten zerfallen wieder mehr in einzelne<br />

Wirtschaftsblöcke, die wir erobern wollen, hierzu bedarf es<br />

neuer Ideen. Indien ist ein gutes Beispiel.<br />

NICOLE STEINICKE: Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen,<br />

beispielsweise im Hinblick auf die rückläufige<br />

Entwicklung der Studierenden in den MINT-Berufen?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Diese Entwicklung muss man im<br />

Auge haben; und unsere Personalabteilung steuert auch mit<br />

Blick auf den Nachwuchs dagegen. Wir müssen uns als<br />

attraktiver Arbeitgeber auch in Zukunft positionieren und unsere<br />

Anstrengungen weiterhin hochhalten. So haben wir uns kürzlich<br />

an einem Samstag bei einer „TechTour“, an der rund 100 junge<br />

Leute teilnahmen, präsentiert, gleichzeitig auch unseren „Tag<br />

der Ausbildung“ veranstaltet sowie den Girls and Boys Day.<br />

Im vergangenen Sommer haben 51 junge Frauen und Männer<br />

bei Jumo eine Ausbildung, ein Jahrespraktikum oder ein duales<br />

Studium begonnen – so viele wie nie zuvor in der 75-jährigen<br />

Unternehmensgeschichte, im Jahr <strong>2024</strong> werden es 62.<br />

NICOLE STEINICKE: Nicht nur die Industrie steht vor<br />

Herausforderungen, auch die Region Fulda muss sich dem<br />

demografischen Wandel, dem klimaneutralen Umbau unserer<br />

Gesellschaft und der Digitalisierung stellen. Sie sind als<br />

Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer<br />

Fulda gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch!<br />

Wie begleiten Sie die Region in die Zukunft?<br />

DR. STEFFEN HOSSFELD: Die Wahl als Mitglied der Vollversammlung<br />

der Industrie- und Handelskammer Fulda ist für<br />

mich persönlich wichtig, da ich so Jumo hier im Kammerbezirk,<br />

also auch in der Region, voranbringen kann. Mir ist dies eine<br />

Herzensangelegenheit, da ich Fuldaer Wurzeln habe, ich die<br />

Region schätze und liebe. Der Menschenschlag in Osthessen ist<br />

schon besonders, mit einer spröden Herzlichkeit. Aber die Verlässlichkeit<br />

der Menschen ist besonders und unvergleichlich in<br />

der Welt, so etwas kenne ich nur noch aus der Schweiz.<br />

Mir ist aber besonders wichtig, dass wir über unsere Gremien<br />

mit der Politik ins Gespräch kommen, da sich meiner Meinung<br />

nach Politik vom realen Leben etwas entfernt hat und in ihrer<br />

„Berliner Blase“ lebt. Wir müssen uns unserer Stärken besinnen<br />

und über erfolgreiches Agieren den Wirtschaftsstandort stärken.<br />

Nur wenn Wirtschaftspolitik im Zentrum der Regierung steht,<br />

dann wird Wohlstand für alle geschaffen und nicht durch Umverteilung<br />

des derzeitigen Vermögens. Diese Rechnung wird am<br />

langen Ende nicht aufgehen. Wie dies funktionieren kann, habe<br />

ich im Frühjahr im Süden Indiens gesehen.<br />

Generell ist unser Ziel, Jumo als kompetenten<br />

System- und Lösungsanbieter zu positionieren<br />

und noch erfolgreicher zu machen. Denn<br />

hiermit schaffen und liefern wir unseren<br />

Kunden einen einmaligen Mehrwert.<br />

Dr. Steffen Hoßfeld, Geschäftsführer bei Jumo<br />

«Sprechen wir mit China, bekommen wir einen Flughafen;<br />

sprechen wir mit Deutschland, bekommen wir eine Vorlesung»,<br />

sagte die Chefin der Welthandelsorganisation, die nigerianischamerikanische<br />

Ökonomin Ngozi Okonjo-Iweala.<br />

NICOLE STEINICKE: Das sind gerade in dieser turbulenten Zeit<br />

optimistisch stimmende Ausblicke in die Zukunft. Ich bedanke<br />

mich für dieses interessante Gespräch und wünsche Ihnen,<br />

dem Unternehmen Jumo und der Region Fulda die richtigen<br />

Weichen für das zukünftige Wachstum!<br />

DAS INTERVIEW FÜHRTE DIPL.-ING. NICOLE STEINICKE,<br />

CHEFREDAKTEURIN <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong><br />

Bilder: Jumo<br />

www.jumo.net<br />

UNTERNEHMEN<br />

JUMO GmbH & Co. KG<br />

Moritz-Juchheim-Straße 1, 36039 Fulda<br />

Tel. 0661 6003-0<br />

AUTORIN<br />

Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke,<br />

Chefredakteurin Industrielle Automation<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 13


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

Der neue<br />

Front-End-Chip<br />

iC-GI22 verfügt über<br />

zwei Sensorkanäle<br />

zur Demodulation<br />

induktiver<br />

Encodersignale<br />

KOMPAKTE SENSORELEKTRONIK FÜR EINE ROBUSTE WINKELMESSUNG<br />

ZWEIKANALIGER FRONT-END-CHIP<br />

FÜR INDUKTIVGEBER<br />

Motorfeedback und Positionsregelung verlangen immer präzisere<br />

Messergebnisse, beispielsweise in der Automatisierung. Gleichzeitig<br />

soll sich die Messtechnik platzsparend in Maschinen integrieren<br />

lassen. Dabei stellen herausfordernde Betriebsbedingungen die<br />

Geberelektronik auf die Probe. Lesen Sie, wie sich die neue Generation<br />

induktiver Positionssensorik dieser Herausforderung stellt.<br />

Insbesondere in Bereichen der Fertigungstechnik, Automatisierung<br />

und Robotik werden an Motorfeedback und Positionsregelung<br />

immer höhere messtechnische Anforderungen gestellt.<br />

Gleichzeitig soll Messtechnik kompakt designt sein, sodass sie<br />

sich flexibel in individuelle und enge Einbauverhältnisse der<br />

Maschinen integrieren lässt. Diesem anspruchsvollen Anforderungsprofil<br />

begegnet iC-Haus nun auch mit robuster induktiver<br />

Encodertechnik und setzt mit dem neuen iC-GI22 auf ein zweikanaliges<br />

Front-End, das dem Anwender als System-on-Chip ein<br />

einfaches und kompaktes Design-in ermöglicht. Umwelteinflüsse<br />

wie Verschmutzung oder Feuchte sowie mechanische Toleranzen<br />

oder gar Spiel sind in hohem Maße tolerierbar bei stets zuverlässiger<br />

Messgenauigkeit.<br />

HOHE FREIHEITSGRADE IM ENCODER-DESIGN<br />

Das von Erregerspulen erzeugte hochfrequente Wechselfeld wird<br />

von einer mit der Motorwelle verbundenen metallischen Maßverkörperung<br />

ortsabhängig moduliert. Zur Erkennung der Rotorlage<br />

kommen speziell angeordnete Empfängerspulen zum Einsatz,<br />

die differenzielle Sinus- und Cosinus-Signale generieren,<br />

welche sich gut zur Winkelberechnung eignen. Der iC-GI22 demoduliert<br />

vier dieser amplitudenmodulierten Empfangssignale<br />

und erzeugt daraus niederfrequente Ausgabesignale. Auf diese<br />

Weise können etablierte Zweispur-Encoder-Architekturen mit<br />

nur einem kompakten Front-End-Chip realisiert werden. Das<br />

vereinfacht die Geberelektronik und besticht dank optimal aufeinander<br />

abgestimmter Sensorkanäle auch in puncto Performance.<br />

Die absolute Positionsinformation kann durch die Werteeindeutigkeit<br />

einer einzelnen Sinus- und Cosinus-Periode über den<br />

Vollkreis ermittelt werden. Die Positionsauflösung wird durch<br />

Einspeisen eines zweiten vielperiodischen Signals erhöht. Der<br />

platzsparende Baustein im 5 mm ´ 5 mm QFN-Gehäuse eignet<br />

sich ebenso gut als Front-End für zweispurige Nonius-Encoder-<br />

Systeme, bei denen die Absolutposition durch den Vergleich<br />

gegeneinander versetzter Teilskalen gebildet wird. Die entsprechenden<br />

Spulendesigns können individuell entwickelt und<br />

preiswert als PCB gefertigt werden und erlauben dank des holistischen<br />

Sensorprinzips hohe Aufbautoleranzen und Arbeitsabstände<br />

bis zu 3 mm.<br />

CLEVERE VORVERARBEITUNG VEREINFACHT<br />

DIE WINKELAUSWERTUNG<br />

Die Signalerzeugung wird eigens vom iC-GI22 initiiert. Der im<br />

Chip integrierte Anregungs-Oszillator liefert die Energie für die<br />

Erregerspulen und ist im Sendestrom einstellbar. Im Slave-Kanal<br />

wird aus der Amplitudenmodulation eine Winkelinformation extrahiert<br />

und mittels Analog/Digital-Wandler direkt in ein für die<br />

digitale Weiterverarbeitung kompatibles SSI-Datenwort gewan-<br />

14 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


XM3<br />

XM2<br />

XM1<br />

XM0<br />

XS3<br />

XS2<br />

XS1<br />

XS0<br />

VCCL<br />

MASTER<br />

SIGNAL<br />

CONDITIONING<br />

SLAVE<br />

A<br />

D<br />

iC-GI22<br />

ANALOG<br />

OUTPUT<br />

TXP<br />

TXN<br />

OSC<br />

STATUS I2C<br />

GNDL NRES NERR SDA SCL<br />

PSINM<br />

NSINM<br />

PCOSM<br />

NCOSM<br />

PSINS<br />

NSINS<br />

PCOSS<br />

NCOSS<br />

VCCIO<br />

Blockschaltbild des iC-GI22: Die amplitudenmodulierten Eingangssignale stehen als aufbereitete<br />

Analog-Signale oder als SSI-Datenwort im Slave-Kanal zur Weiterverarbeitung zur Verfügung<br />

REF<br />

VCC<br />

ADI<br />

GND<br />

ACL<br />

ADA<br />

Bedienen<br />

Beobachten<br />

Beraten, zeichnen, diskutieren,<br />

verändern, anpassen –<br />

für Ihre beste und individuelle<br />

Bedienplatz-Lösung.<br />

delt. Damit kann der Startwinkel eines Encoder-Prozessors<br />

(z. B. iC-TW29) einfach initialisiert<br />

werden. Der Master-Kanal des iC-GI22<br />

kann bis zu 64 Signalperioden pro mechanischer<br />

Umdrehung demodulieren und so die<br />

Winkelauflösung erheblich erhöhen. Die auf<br />

Amplitude und Offset abgeglichenen Analogsignale<br />

können entweder mit 1 Vss über Kabel<br />

übertragen werden oder eine im Embedded-<br />

System nachgeschaltete Auswerteelektronik<br />

voll aussteuern. Ein wählbarer Referenzpegel<br />

passt den Signalpfad an die Spannungs domäne<br />

von 3,3 oder 5 V an. Die dynamische Verstärkungsautomatik<br />

kann im Betrieb aktiviert werden,<br />

um Amplitudenfehler auszugleichen, die<br />

etwa durch Axialspiel oder Höhenschlag der<br />

Welle entstehen können. Die Weiterverarbeitung<br />

profitiert so von Signalen höchster Qualität,<br />

auch unter anspruchsvollen Bedingungen<br />

und in rauen Umgebungen.<br />

GEBERAUFLÖSUNG ERHÖHEN,<br />

SYSTEMZUSTÄNDE ÜBERWACHEN<br />

Auch bei Induktivgebern ist die Digitalisierung<br />

der analogen Sensorsignale ein entscheidender<br />

Prozess für die Absolutgenauigkeit innerhalb<br />

der Messkette und spielt damit eine Schlüsselrolle<br />

für die erreichbare Regelgüte und Positioniergenauigkeit<br />

der Maschine. Die vom iC-<br />

GI22 im Master-Kanal aufbereiteten differentiellen<br />

Ausgangssignale sind prädestiniert, den<br />

nachgeschalteten Encoder-Prozessor iC-TW29<br />

anzusteuern. Die anliegende Signalperiode<br />

wird über die vom Slave-Kanal ermittelte grobe<br />

Absolutposition innerhalb des Vollkreises lokalisiert.<br />

Die serielle Absolutdatenschnittstelle<br />

des iC-TW29 lädt und synchronisiert das Positionswort<br />

beim Aufstarten automatisch. Im laufenden<br />

Betrieb prüft der Prozessor die mitgezählte<br />

Feinposition zyklisch gegen die grobe<br />

Absolutposition auf Plausibilität und wertet die<br />

vom Front-End gelieferten Statusbits aus. Das<br />

gesamte Sensorsystem wird durchgehend<br />

überwacht, unter anderem durch individuelle<br />

Schwellwerte für diverse Systemparameter. Die<br />

Gefahr eines Ausfalls von Geber oder Motor,<br />

zum Beispiel durch Lagerschäden, und damit<br />

verbundene unnötige Stillstandszeiten können<br />

vermieden und die Verfügbarkeit einer ganzen<br />

Anlage erhöht werden.<br />

ROBUST UND DENNOCH GENAU<br />

Die smarte Schaltungstechnik des Interpolatorbausteins<br />

iC-TW29 adaptiert die analogen Eingangssignale<br />

bestmöglich für eine hochgenaue<br />

Umsetzung bei Vollaussteuerung und generiert<br />

aus einer beliebigen Anzahl von Eingangsperioden<br />

alle 20 ns einen 26-Bit Winkelwert. Etwaige<br />

Pegeldifferenzen, Signaloffsets oder die Phase<br />

der Sinus- und Cosinus-Signale wird dabei<br />

automatisch korrigiert. Das Korrekturverfahren<br />

kann auf Knopfdruck einmalig statisch oder im<br />

laufenden Betrieb kontinuierlich dynamisch<br />

ausgeführt werden. Dank der in iC-Haus Produkten<br />

etablierten FlexCount-Engine passt<br />

sich der Interpolator jeder Sensorauflösung an.<br />

Eine beliebige Eingangsteilung lässt sich in die<br />

benötigte Ausgabeauflösung umsetzen und<br />

steht dem Anwender per ABZ-, UVW-, BiSSoder<br />

SPI-Schnittstelle mit einer Latenz von unter<br />

5 µm zur Verfügung. Selbst relativ grobe induktive<br />

Systeme mit einer Basisauflösung von 4<br />

Signalperioden auf der Master-Spur erreichen<br />

aufgrund der mit dem iC-GI22 erzielten Signalgüte<br />

mühelos eine Winkelgenauigkeit von besser<br />

+/-0,05 Winkelgrad und liegen damit im Bereich<br />

klassenbester magnetischer Encoder bei<br />

vergleichbarer Baugröße.<br />

Bilder: Einklinker metamorworks – stock.adobe.com,<br />

sonstige iC-Haus<br />

www.ichaus.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

iC-Haus GmbH, Am Kuemmerling 18,<br />

55294 Bodenheim, info@ichaus.de<br />

AUTOR<br />

Silvan Ettle, Vertrieb und Applikation<br />

für Encodersysteme, iC-Haus GmbH<br />

Hier geht´s zu einem<br />

Kunden-Beispiel:<br />

www.bernstein.eu


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

KUNDENSPEZIFISCHE SENSORLÖSUNGEN VON IPF<br />

SEHR SPEZIELL STATT STANDARD<br />

Technologievielfalt und Spezialisierung schließen sich nicht zwangsläufig aus.<br />

Als Sensoranbieter hat sich IPF aus Altena vor allem durch die Entwicklung<br />

von kunden spezifischen Sensoren im Markt positioniert. Das breitgefächerte<br />

Geräte portfolio führt wiederum zu vielfältigen Applikationserfahrungen, die<br />

beim Engineering von einzigartigen Lösungen eine wertvolle Basis bilden.<br />

Wenn besonders zuverlässige Abfragen unter teilweise<br />

extremen Umgebungsbedingungen erforderlich<br />

sind, haben sich vor allem die Eigenschaften der<br />

induktiven Sensoren von IPF für Sonderlösungen<br />

bewährt, wie einige Beispiele belegen.<br />

SPANPLATTENPRESSE: SICHERER,<br />

KONTINUIERLICHER PROZESS<br />

In einer Anlage wird eine Art Brei aus Holzspänen und Leim bzw.<br />

Bindemittel auf einem Band aufgetragen und unter Druck sowie<br />

hohen Temperaturen zu Spanplatten als Endlosbahn gepresst.<br />

Um einen sicheren Prozess beim Transport der Platten während<br />

der Verdichtung des Holzbreis in der Anlage zu gewährleisten,<br />

sollen sogenannte Rollstäbe an einem Kettenförderer überwacht<br />

werden. Die Sensorik muss besonders robust sein, denn in der<br />

kontinuierlich arbeitenden Presse herrschen hohe Temperaturen<br />

von bis zu 200 °C und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit durch die<br />

Ausgasungen der Holzharze und Bindemittel.<br />

Das von IPF entwickelte zweiteilige induktive Sensorsystem<br />

besteht aus dem Sensorkopf IN32E332-S in IP67, ausgelegt für<br />

Temperaturen bis 230 °C, und dem Anschlussverstärker IV991196.<br />

Während der robuste Sensorkopf unmittelbar den rauen Bedingungen<br />

in der Anlage ausgesetzt ist, kann der Verstärker in einem<br />

thermisch unkritischen Bereich auf einer Hutschiene in einem<br />

Schaltschrank installiert werden. Weitere Besonderheit: Für<br />

einen einfachen Austausch gibt die Form des Sensorkopfes die<br />

korrekte Einbausituation wieder, damit die aktive Fläche des Gerätes<br />

bei der Montage stets den richtigen Schaltabstand für eine<br />

sichere Detektion der Rollstäbe hat. Darüber hinaus hat der<br />

IN32E332-S einen steckbaren Anschluss für die Teflonleitung,<br />

deren Länge variabel ist. Um eine stets reproduzierbare Sensorpositionierung<br />

geht es auch im nachfolgenden Beispiel, das<br />

einmal mehr unterstreicht, wie vielschichtige die Einsatzmöglichkeiten<br />

von Sonderentwicklungen sein können.<br />

ERNTEVORSÄTZE: NIE WIEDER FALSCH<br />

JUSTIERTE SENSOREN<br />

In Erntevorsätzen u. a. für Mähdrescher werden die Bänder für<br />

das Mähmesser über einen hydraulischen Motor angetrieben,<br />

dessen Drehzahlüberwachung ein induktiver Sensor der Bauform<br />

M8 am Getriebeflansch mit einem vordefinierten Schaltabstand<br />

übernimmt. Somit schaltet das Schneidwerk erst nach Erreichen<br />

der benötigten Messerdrehzahl die Bänder ein und im<br />

Fehlerfall sofort wieder aus.<br />

Der Einbau des Sensors beim Hersteller der Erntevorsätze ist<br />

aufgrund der beengten Einbauverhältnisse schwierig und auch<br />

beim Austausch während des Ernteeinsatzes auf einem Feld<br />

kann es durch fehlerhafte Justierungen zu Störungen kommen,<br />

16 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


ANZEIGE<br />

01 Einfacher Austausch: Zur Montage in eine hierfür vorgesehene<br />

Metallplatte wird der nicht bündig einbaubare Sensorkopf bis zum<br />

Gewinde eingeführt und festgedreht; die aktive Fläche des Sensorkopfes<br />

hat somit immer den korrekten Schaltabstand<br />

02 Das Sensorgehäuse gibt die Einbauposition im Getriebeflansch<br />

vor, sodass fehlerhafte Justierungen ausgeschlossen sind<br />

sodass der Sensor kein Signal liefert oder beschädigt wird. Mit<br />

dem IB08E286 entwickelte IPF eine Lösung, die durch ein Sondergehäuse<br />

stets die korrekte Einbaulage des Sensors vorgibt und<br />

daher eine einfache und stets fehlerfreie Gerätepositionierung<br />

durch den Endkunden oder einem Servicetechniker ermöglicht.<br />

Der Sensor wird ohne Justageaufwand einfach bis zum Anschlag<br />

in das hierfür vorgesehene Gewinde eingeschraubt und ist damit<br />

optimal positioniert.<br />

Doch nicht immer können in Applikationen die klassischen zylindrischen<br />

Sensorbauformen als Vorlage für Sonderlösungen<br />

dienen, wie das nachfolgende Beispiel demonstriert.<br />

01<br />

02<br />

TELESKOPLADER: PLATZSPAREND MIT<br />

KUNDENSPEZIFISCHEM STECKER<br />

Teleskoplader bewähren sich mit ihren ausfahrbaren Masten und<br />

somit veränderlicher Reichweite als zuverlässige mobile Arbeitsmaschinen<br />

in vielen Einsatzfeldern. Bei Teleskopladern eines<br />

Herstellers soll die Endlage des Innenrohrs eines Mastens bzw.<br />

Teleskopausschubs überwacht werden, wenn dieses vollständig<br />

eingefahren ist. Eine ideale Aufgabe für einen induktiven Näherungsschalter.<br />

Allerdings sind die Einbauverhältnisse sehr beengt.<br />

Hinzu kommt, dass nur Steckverbinder der Firma Deutsch verwendet<br />

werden dürfen, da sie sich selbst bei starken Vibrationen<br />

und Stößen nicht lösen können und somit bei mobilen Arbeitsmaschinen<br />

quasi Standard sind. Für die optimale Installation sollte<br />

die Anschlussleitung zudem über eine definierte Länge verfügen.<br />

WENN STANDARD ALS LÖSUNG<br />

NICHT PASST, IST KUNDEN­<br />

SPEZIFISCHE SENSORIK GEFRAGT<br />

Das Design des von IPF entwickelten induktiven Sensors<br />

IB25C819 ist aufgrund des Flachgehäuses mit seitlicher Sensorfläche<br />

besonders auffällig und ermöglicht trotz der knapp bemessenen<br />

Einbausituation die einfache Integration in den Teleskopmasten.<br />

Der Sensor (maximaler Schaltabstand 6 mm) hat eine<br />

fest angeschlossene, ölbeständige Leitung (Länge: 1,14 m) mit einem<br />

angeschlagenen Steckverbinder von Deutsch.<br />

Im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Teleskoplader<br />

wurde der bisherige induktive Sensor durch den IB98F001 ersetzt,<br />

der nun über einen Norm-Schaltabstand von 10 mm verfügt. Auf<br />

Kundenwunsch erhielt der Sensor außerdem eine antivalente<br />

Schaltfunktion. Hierzu musste auch der bisherige Anschlussstecker<br />

durch einen vierpoligen Steckverbinder von Deutsch ausgetauscht<br />

werden.<br />

Sehr hoher Strahlungswärme und zudem einer extremen<br />

Schmutzbelastung sind die kundenspezifischen Sensoren im abschließenden<br />

Beispiel ausgesetzt.<br />

DREHOFEN: MESSUNG VON<br />

GESCHWINDIGKEIT UND SCHLUPF<br />

In Drehöfen eines weltweit führenden Anbieters für die Bergbauund<br />

Zementindustrie wird entweder Zement gebrannt oder<br />

Roheisen zu Pellets für die Herstellung von Stahl verarbeitet. Im<br />

Inneren der rund 40 m langen Öfen (Durchmesser ca. 5 m) herrschen<br />

Temperaturen von 1.300 °C bis 1.500 °C. Sensoren sollen<br />

die Drehgeschwindigkeit der Öfen kontrollieren und außerdem<br />

einen Referenzimpuls liefern, um den Schlupf des für den Antrieb<br />

verwendeten Ofenrings zu messen. Aufgrund der hohen Temperaturen<br />

und überdies Schmutzbelastung am Einsatzort kommen<br />

Standardgeräte für den Kunden nicht in Frage. Die Lösung: Ein<br />

induktiver Sensor IN50F001 für Umgebungstemperaturen bis<br />

230 °C, der als All-in-Lösung den Verstärker im Anschlusskabel<br />

integriert.<br />

In der konkreten Applikation wurden vier kundenspezifische<br />

Sensoren zur Erfassung der Drehgeschwindigkeit und Messung<br />

des Schlupfs in einem Abstand von rund 100 mm zur Ofenwandung<br />

installiert. Die Strahlungswärme direkt am Ofenmantel beträgt<br />

rund 400 °C, nimmt im Bereich der Geräteinstallation zwar<br />

deutlich ab, ist aber immer noch relativ hoch. Für die Abfrage der<br />

Drehgeschwindigkeit wurde ein Eisenstück unter Berücksichtigung<br />

des maximal möglichen Schaltabstands von 25 mm auf die<br />

Ofenwandung geschweißt, während am Ofenring mithilfe mehrerer<br />

aufgebrachter Eisenstücke der Schlupf mit weiteren Näherungsschaltern<br />

gemessen wird. Die robusten Lösungen haben<br />

sich bewährt und sind seit langem in Drehöfen des Unternehmens<br />

rund um den Globus im Einsatz.<br />

Bilder: ipf electronic<br />

www.ipf.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

ipf electronic GmbH<br />

Rosmarter Allee 14, 58762 Altena<br />

Telefon 02351 9365-0<br />

E-Mail: info@ipf.de<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 17


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

KLEINE LASERSENSOREN MIT HOHER LEISTUNG<br />

DESIGNED FÜR ADVANCED<br />

<strong>AUTOMATION</strong><br />

Laser-Triangulationssensoren bilden eine Schlüsseltechnologie in der<br />

fortschrittlichen Automatisierung. Sie sind unverzichtbar, wenn es um exakte<br />

Abstandsmessungen in Maschinen, Anlagen und Prüfständen geht. Wir stellen<br />

Ihnen drei kompakte, leistungsstarke und präzise Baureihen vor, die sowohl in<br />

einfachen Installationen als auch in Serienanwendungen überzeugen.<br />

Die Lasersensoren von Micro-Epsilon basieren auf dem<br />

Messprinzip der optischen Triangulation. Ein Laserstrahl<br />

wird auf ein Objekt gerichtet, ein Detektor erfasst<br />

das reflektierte Licht. Die Distanz zwischen Sensor und<br />

Objekt lässt sich nun anhand des Winkels, in dem das reflektierte<br />

Licht auf dem Detektor auftrifft, präzise berechnen. Dies geschieht<br />

über eine Dreiecksbeziehung zwischen Laserdiode, Messpunkt auf<br />

dem Objekt und Abbild auf der CMOS-Zeile. Die Messauflösung erreicht<br />

dabei den Bruchteil eines Mikrometers. Mit den Sensoren<br />

OptoNCDT 1220, 1320 und 1420 präsentiert das Unternehmen drei<br />

neue Baureihen für die präzise Abstandsmessung.<br />

HOHE PERFORMANCE IM KOMPAKTEN GEHÄUSE<br />

Das Flaggschiff der neuen Sensoren bildet der OptoNCDT 1420.<br />

Durch gezielte Optimierungen wurden diese Sensoren auf ein<br />

neues Level gehoben. Mit verdoppelter Messrate von nun 8 kHz,<br />

einer 16 Bit Digital/Analog-Wandlung und der Schutzart IP67 sind<br />

sie nicht nur die schnellsten Lasersensoren ihrer Klasse, sondern<br />

punkten auch dank der überragenden Genauigkeit. Daher sind die<br />

Sensoren ideal für Serienanwendungen in der Automatisierung<br />

und im Maschinenbau geeignet.<br />

Die kompakte Bauform des Sensors OptoNCDT 1420 bei gleichzeitig<br />

geringem Gewicht eröffnet neue Anwendungsgebiete. Die<br />

Signalaufbereitung ist komplett im Sensorgehäuse untergebracht.<br />

Dadurch ist kein externes Steuergerät erforderlich, was den Platzbedarf<br />

bei der Installation auf ein Minimum reduziert. Eingesetzt<br />

werden die Lasersensoren des Typs OptoNCDT 1420 für präzise<br />

Weg- und Abstandsmessungen bei Messbereichen von<br />

10 bis 500 mm. Die neuen Modelle bieten hohe Leistung in jeder<br />

Umgebung und zeichnen sich durch eine Temperaturstabilität<br />

von ± 0,015 % d. M. / K und eine Fremdlichtbeständigkeit von bis<br />

18 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

01<br />

02<br />

01 Die Lasersensoren basieren auf dem Messprinzip der optischen<br />

Triangulation<br />

02 Bei der Qualitätskontrolle von Leiterplatten kommen Lasersensoren<br />

zum Einsatz; über eine Verfahranlage werden sie über die PCBs<br />

und die hochintegrierten Bauteile geführt<br />

zu 50.000 Lux aus. Ein hochperformanter D/A-Wandler ermöglicht<br />

am Analogausgang eine 16 Bit Auflösung.<br />

Die Einsatzmöglichkeiten der neuen Lasersensoren sind vielfältig.<br />

Sie messen auf nahezu allen Oberflächen und arbeiten mit<br />

einer intelligenten Belichtungsregelung, die Hell-Dunkel- und<br />

Matt-Glänzend-Wechsel schnell und zuverlässig kompensiert. So<br />

stellen schnelle Übergänge von glänzendem Lötzinn auf dunklen<br />

Kunststoff, wie sie bei der Abstandsmessung auf Leiterplatten<br />

auftreten, kein Problem dar. Dank kleinem Lichtfleck lassen sich<br />

zudem kleinste Details hochgenau erfassen, wie beispielsweise<br />

IC-Pins, die ebenfalls auf Leiterplatten geprüft werden.<br />

Das robuste Aluminiumgehäuse mit Schutzart IP67 schützt<br />

den Sensor vor äußeren Einflüssen und sorgt für Vibrationsbeständigkeit.<br />

Darüber hinaus können die Sensoren mit schleppkettentauglichen<br />

Kabeln und auch robotertauglichen Kabeln<br />

ausgestattet werden. Die Handhabung ist für Einsteiger wie auch<br />

Experten gleichermaßen einfach. Die Möglichkeiten reichen von<br />

analog bis digital, von der Plug&Play-Lösung über Webinterface<br />

bis hin zu ASCII-Programmierbefehlen.<br />

EINFACHE INTEGRATION IN BEENGTE<br />

BAURÄUME<br />

Der OptoNCDT 1320 ist ein neuartiger Laser-Triangulationssensor<br />

in Kompaktbauweise zur Erfassung von Weg, Abstand und<br />

Position. Dank der kompakten Bauform mit integriertem Controller<br />

kann der Sensor auch in beengte Bauräume integriert<br />

werden – er eignet sich aufgrund des geringen Gewichts auch<br />

hervorragend für Anwendungen, bei denen hohe Beschleunigungen<br />

wirken, wie am Roboterarm oder in Bestückungsautomaten.<br />

Der Lasersensor bietet eine hohe Messgenauigkeit und eine<br />

einstellbare Messrate von bis zu 4 kHz. Die Active Surface Compensation<br />

(ASC) sorgt für eine stabile Ausregelung des Abstandssignals,<br />

unabhängig von der Farbe und Helligkeit des Messobjekts.<br />

Dank des kleinen Messflecks können auch kleinste Objekte<br />

zuverlässig detektiert werden.<br />

Die Modelle der Baureihe ermöglichen eine Sofortinbetriebnahme<br />

mit nur wenigen Klicks der Multifunktionstaste am Sensor.<br />

Erweiterte Sensoreinstellungen erfolgen über das intuitive Webinterface.<br />

Darüber können die gängigsten Oberflächentypen einfach<br />

über Presets gewählt werden, wodurch Filter, Messrate und<br />

Belichtung automatisch angepasst werden. Über den Quality-<br />

Slider können voreingestellte Settings für statische oder dynamische<br />

Prozesse gewählt werden.<br />

LASERSENSOREN FÜR SERIENANWENDUNGEN<br />

MIT HOHER LEISTUNGSFÄHIGKEIT<br />

Klein, präzise und schnell präsentieren sich die kompakten Lasersensoren<br />

OptoNCDT 1220. Die Ausführung ist mit einem Sensorgewicht<br />

von nur 60 g und Maßen von 46×30×20 mm äußerst<br />

kompakt. Die Sensoren eignen sich daher ideal zur Integration in<br />

beengte Bauräume. Mit einer Messrate bis 2 KHz messen die<br />

Sensoren Bereiche bis 500 mm äußerst schnell. Dank der 16 Bit<br />

Digital-/Analog-Wandlung, dem IP67-Gehäuse und der hohen<br />

Schock- und Vibrationsbeständigkeit sind sie für Serienanwendungen<br />

in der Automatisierung und im Maschinenbau<br />

konzipiert. Eingesetzt werden die Sensoren daher in allen Bereichen<br />

der Automatisierungstechnik, dem Maschinenbau, in 3D-<br />

Druckern oder Verfahranlagen.<br />

VIELFÄLTIGE ANWENDUNGSGEBIETE<br />

Die OptoNCDT Laser-Triangulationssensoren werden bevorzugt<br />

zur präzisen Messung von Weg, Abstand und Position eingesetzt.<br />

Ihre Präzision und Zuverlässigkeit machen sie zu einem unverzichtbaren<br />

Werkzeug in der Qualitätskontrolle, wo sie dazu beitragen,<br />

die Einhaltung von Spezifikationen sicherzustellen und<br />

Ausschuss zu reduzieren. Ebenso sind sie in der Robotik und in<br />

automatisierten Montageprozessen von großer Bedeutung, wo<br />

sie zur genauen Positionierung von Werkzeugen, Werkstücken<br />

sowie zur Steuerung von Bewegungsabläufen eingesetzt werden.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 19


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

03 Lasersensoren werden auch zur Feinpositionierung des<br />

Druckkopfes bei industriellen Druckprozessen eingesetzt<br />

LASERSENSOREN ALS TASTER-ERSATZ<br />

Laser-Triangulationssensoren OptoNCDT 1220 werden beispielsweise<br />

bei der geometrischen Vermessung von Bauteilen in Prüfvorrichtungen<br />

eingesetzt. Sie überwachen unter anderem Bauteiltoleranzen<br />

von seriengefertigten Kunststoff- und Aludruckgussteilen.<br />

Zudem werden sie für die Wareneingangskontrolle<br />

und damit die Qualitätssicherung eingesetzt. Im Gegensatz zu<br />

den früher verwendeten taktilen Prüfstationen erfolgt aufgrund<br />

der berührungslosen Laser-Messung keine Einwirkung auf das<br />

PRÄZISION, FLEXIBILITÄT UND<br />

EFFIZIENZ MACHEN DIE LASER-<br />

SENSOREN IN VIELEN PROZESSEN<br />

ZUM ALLROUNDTALENT<br />

Messobjekt. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Sensoren<br />

aufgrund ihrer verschiedenen Messbereiche und großer Grundabstände<br />

sehr flexibel einzusetzen. Dies ist auch in kritischen Industrieumgebungen<br />

möglich. Die Lösung mit Lasersensoren ist<br />

darüber hinaus wirtschaftlich, erfolgt schnell und mit hoher Präzision<br />

sowie mit reduziertem mechanischem Aufwand im Vergleich<br />

zur taktilen Messung. Die Integration der Sensoren und<br />

die nachfolgende Auswertung der Messergebnisse sind schnell<br />

und auf einfache Weise umsetzbar.<br />

DRUCKKOPFPOSITIONIERUNG UND<br />

FOKUSREGELUNG<br />

Bei industriellen Druckprozessen ist die exakte Höhenpositionierung<br />

des Druckkopfes entscheidend für die Qualität des Endprodukts.<br />

Die schnelle Erfassung des Abstands gegen unterschiedliche<br />

Materialoberflächen und die Kantenerfassung ermöglicht die<br />

schnelle Nachregelung und Positionierung des Druckkopfes. Beispielsweise<br />

ist bei Druck-, Löt- und Bestückungsprozessen von<br />

Leiterplatten die exakte Höhenpositionierung des Druckkopfes<br />

entscheidend für die fehlerfreie Ausführung. Lasersensoren der<br />

Serie OptoNCDT werden hier oftmals zur Feinpositionierung des<br />

Druckkopfes eingesetzt und liefern unabhängig von der Oberflächenreflexion<br />

präzise Messergebnisse, die zur Höhennachführung<br />

und auch zur Kantenerfassung herangezogen werden.<br />

POSITIONIERUNG AUTONOMER<br />

TRANSPORTSYSTEME<br />

Um fahrerlose Transportsysteme und autonome mobile Roboter<br />

kollisionsfrei zu positionieren, kommen Lasersensoren der Reihe<br />

OptoNCDT 1220 zum Einsatz. Die Sensoren messen den Abstand<br />

zu einem Codeband, was eine exakte Positionierung des autonomen<br />

Fahrzeugs ermöglicht. Die Sensoren der Reihe unterstützen<br />

die kollisionsfreie Positionierung von fahrerlosen Transportsystemen<br />

(FTS) sowie von autonomen mobilen Robotern (AMR) mit<br />

Mecanum-Rädern.<br />

Die kompakten Lasersensoren mit 500 mm Messbereich werden<br />

am FTS/AMR montiert. Sie messen präzise den Abstand des<br />

Fahrzeugs auf ein metrisches Codeband, welches anschließend<br />

von einer PGV-Kamera ausgewertet wird. Durch den ermittelten<br />

Abstandswert der Lasersensoren kann die PGV-Kamera das<br />

Codeband zuverlässig lesen und die genaue Position des FTS/<br />

AMR entschlüsseln. Dies ermöglicht wiederum ein kollisionsfreies,<br />

seitliches Andocken der autonomen Fahrzeuge.<br />

QUALITÄTSKONTROLLE IN DER<br />

ELEKTRONIKFERTIGUNG<br />

Lasersensoren der Modellreihe OptoNCDT 1420 kommen auch<br />

bei der Qualitätskontrolle von Leiterplatten zum Einsatz. Über eine<br />

Verfahranlage werden sie über die PCBs und die hochintegrierten<br />

Bauteile geführt. Mit einer Messrate von bis zu 8 kHz<br />

prüfen die Sensoren die Position und Anwesenheit von kleinen<br />

Bauteilen auf der Leiterplatte. Die kompakte Sensorbauform mit<br />

gerade einmal 46 × 30 mm und der integrierte Controller ermöglichen<br />

die Einbindung des Sensors auch bei wenig Platz. Durch<br />

den kleinen Lichtfleckdurchmesser werden präzise Messungen<br />

auch auf die kleine IC-Pins ermöglicht, da der Lichtpunkt dort<br />

scharf abgebildet werden kann.<br />

FAZIT<br />

Zusammenfassend bieten die Laser-Triangulationssensoren in<br />

der fortschrittlichen Automatisierung entscheidende Vorteile<br />

durch ihre hohe Präzision, Flexibilität und Effizienz. Ihre Fähigkeit,<br />

schnelle und zuverlässige Messungen durchzuführen, ohne<br />

mit dem Messobjekt in Kontakt zu kommen, macht sie zu einem<br />

unverzichtbaren Bestandteil moderner Fertigungs- und Produktionsprozesse.<br />

Mit ihrer Hilfe können Unternehmen die Qualität<br />

ihrer Produkte steigern, Produktionskosten und Materialverbrauch<br />

senken sowie die Effizienz ihrer Prozesse optimieren.<br />

Bilder: Micro-Epsilon<br />

www.micro-epsilon.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

Micro-Epsilon Messtechnik<br />

GmbH & Co. KG<br />

Königbacher Str. 15, 94496 Ortenburg<br />

Tel. 08542 1680<br />

E-Mail: info@micro-epsilon.de<br />

AUTOR<br />

Erich Winkler, Produktmanager Sensorik,<br />

Micro-Epsilon Messtechnik<br />

GmbH & Co. KG, Ortenburg<br />

20 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

PURISTISCH UND VIELSEITIG: DESIGN<br />

AWARD <strong>2024</strong> FÜR DRUCKSENSOR<br />

Der Drucksensor PQ<br />

Cube für pneumatische<br />

Anwendungen<br />

von ifm wurde mit<br />

dem Red Dot Design<br />

Award <strong>2024</strong> ausgezeichnet.<br />

Herzstück<br />

ist die Messzelle, die<br />

bereits in früheren PQ-Generationen ihre hohe<br />

Widerstandsfähigkeit gegen Schmutz und Staub<br />

bewiesen hat. Ein vollgrafisches 1-Zoll-TFT-Display<br />

zeigt Prozesswerte in verschiedenen Layouts,<br />

Schaltpunkte werden über LEDs signalisiert. Die<br />

Inbetriebnahme erfolgt über den mitgelieferten<br />

Installations-Wizard, der in neun Sprachen durch<br />

den Prozess führt. Sollte nachträglich einmal etwas<br />

angepasst werden müssen, dann ist die Änderung<br />

über IO-Link oder direkt am Gerät flexibel möglich.<br />

Der PQ Cube wird unter anderem in der Druckluftaufbereitung,<br />

der Überwachung und Messung des<br />

Systemdrucks und in Vakuum- und Greifapplikationen<br />

verwendet. Überzeugt haben die Jury das<br />

puristische Design, die intuitive Bedienung und das<br />

vielseitige Zubehör.<br />

www.ifm.com<br />

NEIGUNGSWINKELSENSOREN MIT<br />

ANALOGAUSGANG<br />

Turck erweitert sein Portfolio<br />

an QR20-Neigungswinkelsensoren<br />

mit IO-Link oder<br />

Schaltausgang um neue<br />

Geräte mit Analogausgang.<br />

Die neuen Sensoren sind als<br />

einachsige Geräte für<br />

statische (B1N) oder bewegte Applikationen (B1NF)<br />

sowie als zweiachsige Sensoren für statische (B2N)<br />

oder bewegte Applikationen (B2NF) erhältlich. Die<br />

QR20-Inklinometer generieren ihr Signal aus der<br />

Fusion zweier Messprinzipien: einem Gyroskopsignal<br />

und einer MEMS-Beschleunigungsmessung (Micro-<br />

Electro-Mechanical Systems). Durch die Kombination<br />

blenden sie Stöße und Vibrationen deutlich effektiver<br />

aus als Geräte mit herkömmlichen Signalfiltern.<br />

Die Geräte liefern eine sehr hohe Dynamik für<br />

bewegte Applikationen oder vibrierende Maschinen.<br />

Der Analogausgang ist auf unterschiedlichen Wegen<br />

konfigurierbar: Neben den klassischen Varianten mit<br />

0 bis10 V oder 4 bis 20 mA können die Signalbereiche<br />

0 bis 20 mA, 0,1 bis 4,9 V; 0 bis 5 V oder 0,5 bis<br />

4,5 V per IODD-Konfigurator eingestellt werden.<br />

Alternativ lassen sich die Messbereiche pro Achse<br />

entweder durch Texteingabe des Winkelwerts oder<br />

durch Übernahme der jeweiligen Winkelposition einstellen.<br />

Zudem können die Sensoren über Pin 5 oder<br />

einen Easy-Teach-Adapter eingelernt werden.<br />

www.turck.com<br />

ZERTIFIZIERTER DRUCKTRANSMITTER<br />

MEISTERT WASSERSTOFFANWENDUNGEN<br />

Amsys bietet mit dem AST2000 und AST4000 zwei Varianten<br />

eines speziell für Anwendungen mit Wasserstoff zertifizierten<br />

Drucktransmitters an. Mit dem EC79-Zertfikat sind diese<br />

Drucksensoren für die Anwendung in Brennstoffzellen, Wasserstoffspeichern<br />

und -tankstellen geeignet. Dabei messen sie<br />

Relativdrücke zwischen 0 und 448 bar mit einer Genauigkeit von<br />

±0,25 Prozent. Die Transmitter<br />

sind nach IP66 geschützt,<br />

stoßfest, vibrationsfest und<br />

EMV-verträglich. Ihr Vorteil ist<br />

die Konformität mit der<br />

EU-Verordnung EC79 zur<br />

Verwendung in wasserstoffbetriebenen<br />

Kraftfahrzeugen.<br />

Die Druckmembran wird samt<br />

Gewindeaufnahme komplett aus einem Stück Edelstahl<br />

AISI 316L gedreht. Mit einem Berstdruck von mehr als 2.200 bar<br />

wird durch diese Bauweise auf Schweißnähte verzichtet, die eine<br />

potenzielle Schwachstelle und ein mögliches Leck darstellen.<br />

www.amsys-sensor.com<br />

PERFEKTES DUO: MESSRAD UND DREHGEBER<br />

Mit neuen Messrädern und dem passenden Zubehör erweitert<br />

Posital das Spektrum für präzise Linearmessungen. Die Kombination<br />

aus Messrad und Drehgeber ermöglicht eine direkte<br />

Erfassung von Geschwindigkeit und Position auf bewegten Oberflächen<br />

und verhindert Fehler, die durch Spiel oder Hysterese<br />

entstehen könnten, wenn die Drehgeber direkt mit Antriebselementen<br />

verbunden sind. Besonders bei der präzisen Längenbestimmung<br />

von Materialien wie Textilien, Metallfolien oder<br />

Papier kann dieses System die Genauigkeit steigern und Material -<br />

verschwendung verringern. Verfügbar sind die Messräder in den<br />

Umfängen 200 und 500 mm, 12 Zoll und mit vier verschiedenen<br />

Oberflächenbehandlungen. Darüber hinaus bietet Posital eine<br />

Reihe von federbelasteten Montagelösungen und schwenkbaren<br />

Armen an, die für eine konstante<br />

Andruckkraft sorgen. Kernelement<br />

dieser Systeme sind die frei<br />

programmierbaren Ixarc<br />

Inkrementaldrehgeber.<br />

www.posital.de<br />

Industrie PCs und IIoT Lösungen<br />

für die Produktion<br />

Bedienen<br />

Beobachten<br />

Visualisieren<br />

Fernwarten<br />

Mehr unter<br />

www.ads-tec-iit.com/produkte


MIT OPC UA ZUM STRUKTURIERTEN UND<br />

SICHEREN DATENAUSTAUSCH BIS IN DIE CLOUD<br />

SCHNITTSTELLEN-BOOSTER<br />

Der offene Standard OPC UA macht die industrielle Kommunikation<br />

noch einfacher. Er ermöglicht den sicheren und zuverlässigen Herstellerund<br />

Plattform-unabhängigen Datenaustausch. Und das von der Sensorund<br />

Feldebene bis hin zum Leitsystem und in die Cloud. Davon profitiert<br />

auch die Messdatenerfassung.<br />

Um die Anforderungen der Industrie von morgen zu erfüllen,<br />

sind durchgängige und gesicherte Netzwerke gefragt.<br />

Ein wichtiger Baustein dafür ist der Ethernet-basierte<br />

Kommunikationsstandard OPC UA. Er erlaubt<br />

den standardisierten Zugriff auf Maschinen, Geräte und andere<br />

Systeme im industriellen Umfeld und ermöglicht den gleichartigen<br />

und herstellerunabhängigen Datenaustausch. Das UA in<br />

OPC UA steht dabei für „Unified Architecture“ und bezeichnet<br />

die neueste Spezifikation des Standards.<br />

OPC UA ist unabhängig von Herstellern oder Systemlieferanten.<br />

Die Kommunikation ist unabhängig von der Programmiersprache,<br />

in der die jeweilige Software programmiert wurde. Es ist<br />

ein offener Standard ohne irgendeine Abhängigkeit oder Bindung<br />

zu proprietären Technologien oder einzelnen Herstellern.<br />

Der VDMA hebt hervor, dass OPC UA kein weiterer Kommunikationsstandard<br />

für die Echtzeitkommunikation in der Automation<br />

ist, sondern einen zusätzlichen Kommunikationskanal<br />

zwischen bislang getrennten Welten schafft. Wo sich<br />

unterschied liche Feldbusse bisher nur über Gateways austauschen<br />

konnten, die mehr oder weniger aufwendig zu konfigurieren<br />

sind, ermöglicht OPC UA den offenen Austausch auf<br />

Feldebene und ist durch die serviceorientierte Architektur für<br />

die Anforderungen der Industrie 4.0 gerüstet. Für die durchgehende<br />

Vernetzung im Anwendungsbereich Industrie 4.0 und<br />

Industrial Internet of Things (IIoT) wird neben der Datenkommunikation<br />

auch die Datenpräsentation sowie die Semantik<br />

standardisiert. Für diese Herausforderungen bietet OPC UA einen<br />

idealen Werkzeug kasten.<br />

SMARTE MESSTECHNIK FÜR DAS IOT<br />

Die Datenerfassung ist eine der Kernaufgaben einer vernetzen Industrie, von der Elektrotechnik über den Maschinenbau bis<br />

hin zur Energietechnik und Chemie- und Pharmaindustrie. Um zuverlässig Informationen zu generieren, braucht es<br />

Automatisierungstechnik, Datenlogger mit SPS-Funktionalität, Schwingungsmessgeräte und die passende Software. Als<br />

Experte auf diesem Gebiet zählt Delphin Technology zu einem der führenden deutschen Hersteller von Hardware und<br />

Software. Einen Teil sehen Sie in Bild 01: n ProfiMessage D ist ein Messgerät für die flexible Messdatenerfassung. Es ist mit<br />

einer Profibus-Schnittstelle ausgestattet und kann über OPC UA Server/Client mit Fremdsystemen kommunizieren (links).<br />

n Das Gerät Expert Vibro fasst Schwingungsmessung und Vibrationsanalyse in einem kompakten Gerät zusammen (Mitte).<br />

n Die Loggito-Serie setzt mit ihren kleinsten Datenloggern auf eine skalierbare Lösung für die lückenlose Datenerfassung.<br />

22 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


SENSORIK UND MESSTECHNIK<br />

KOMMUNIKATION VIA OPC UA<br />

Durch die Verfügbarkeit des offenen Standards<br />

OPC UA profitieren Anwendungen<br />

bei der Kommunikation zwischen Maschinen<br />

(M2M), innerhalb eines Standorts<br />

und über den Standort hinaus. Er<br />

vereinfacht die Vernetzung auch in der<br />

Prozessautomatisierung und den Datenaustausch<br />

beispielsweise zur Anlagenüberwachung<br />

und Störungsanalyse.<br />

Typische Anwendungen sind Condition<br />

Monitoring oder Predictive Maintenance.<br />

Sensordaten können erfasst, zum Leitsystem<br />

oder in die Cloud übertragen und<br />

analysiert werden. Das OPC UA-Interface<br />

eignet sich somit auch zum Datenaustausch<br />

mit der SPS oder zur Verbindung<br />

mit Prozessleitsystemen.<br />

01<br />

DURCHGÄNGIGE<br />

OPC UA-KOMPATIBILITÄT<br />

Bei Delphin ist die komplette OPC UA-<br />

Durchgängigkeit, sowohl bei den Datenloggern,<br />

als auch bei der Messtechnik-<br />

Software gegeben und jede nur denkbare<br />

Architektur lässt sich problemlos realisieren.<br />

Dies ist eine wichtige Grundlage für<br />

das Gelingen der digitalen Transformation,<br />

bzw. der IT-OT-Integration zum Beispiel<br />

im Maschinenbau.<br />

Die zentrale Messdatenmanagementsoftware<br />

von Delphin verfügt sowohl über<br />

eine OPC UA Client- und Server-Schnittstelle<br />

zur hoch performanten Übertragung<br />

von Live-Messdaten, als auch über<br />

eine OPC UA HA Server-Schnittstelle, mit<br />

der historische Messdaten komfortabel<br />

übertragen werden können. Sowohl für<br />

Live-Messdaten, als auch für historische<br />

Messdaten ermöglicht eine von Delphin<br />

entwickelte binäre Messdatenbank außergewöhnlich<br />

hohe Datenübertragungsraten<br />

von bis zu 500.000 Datenpunkten pro<br />

Sekunde. So können selbst Rohdaten aus<br />

Schwingungsmessungen komfortabel<br />

über OPC UA übertragen werden.<br />

VON DER SOFTWARE BIS ZUM DATENLOGGER<br />

Die ganz auf Performance ausgelegte Messdatenbank ermöglicht<br />

außerdem Anwendungen mit bis zu 20.000 OPC UA-Nodes. Um<br />

diese Anzahl an Kanälen komfortabel nutzen zu können, verfügt<br />

die Software über eine intuitiv bedienbare Browse-Funktion.<br />

Auch die Datenlogger von Delphin können direkt über OPC UA<br />

kommunizieren. Sie sind sowohl als OPC UA Client, als auch als<br />

OPC UA Server und als OPC UA HA Server konfigurierbar. Dank<br />

einer besonders großen Schnittstellenvielfalt sind die Datenlogger<br />

und die Messtechnik-Software von Delphin generell sowohl<br />

für die Kommunikation auf Feldebene, als auch in alle anderen<br />

Unternehmensebenen und in die Cloud bestens gerüstet.<br />

Bilder: Aufmacher Sashkin – stock.adobe.com, sonstige Delphin<br />

www.delphin.de<br />

02<br />

01 Das Messdatenerfassungskonzept, bestehend aus intelligenten<br />

Erfassungsgeräten und passender Software für alle Endgeräte, macht<br />

Anwender fit für die Zukunft<br />

02 Um den Zustand von Anlagen und Maschinen auch über weite<br />

Entfernungen im Blick zu behalten, kommen Systeme für die<br />

dezentrale Datenerfassung und autarke Überwachung von verteilten<br />

Messstellen zum Einsatz<br />

UNTERNEHMEN<br />

Delphin Technology AG<br />

Lustheide 81, 51427 Bergisch Gladbach<br />

Telefon 02204 97685-0<br />

E-Mail info@delphin.de<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 23


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

WIE STANZBIEGEMASCHINEN IHREN TEIL ZUR ELEKTROMOBILITÄT BEITRAGEN<br />

BIHLER HAT DEN BOGEN RAUS<br />

Das Servo-Produktionssystem<br />

BM-HP 3000<br />

kombiniert mehrere<br />

Prozessschritte und<br />

eröffnet neue Perspektiven<br />

in der industriellen<br />

Massenfertigung, wie das<br />

Beispiel von Hairpins für<br />

einen Stator zeigt<br />

Der Stanzbiegemaschinenhersteller Bihler hat ein innovatives Servo-<br />

Produktionssystem für die Massenherstellung von Hairpins entwickelt.<br />

Die Anlage bietet automatische Variantenwechsel bei kurzen Taktzeiten<br />

und produziert die Kupferbiegeteile damit besonders effizient. Bei der<br />

Automatisierungs- und Antriebstechnik setzt Bihler fast ausschließlich<br />

auf Lösungen von B&R.<br />

Um Bauteile für die Elektromobilität vollautomatisiert,<br />

flexibel und materialeffizient zu fertigen, setzen viele<br />

Automobilhersteller und Zulieferer auf Lösungen der<br />

Otto Bihler Maschinenfabrik. Insbesondere bei der Herstellung<br />

sogenannter Hairpins kann Bihler auf mehr als 40 Jahre<br />

Erfahrung zurückgreifen. Die haarnadelförmigen Spulensegmente<br />

werden in großen Stückzahlen in die Statoren von Elektromotoren<br />

eingebaut. Sie ermöglichen kompaktere Antriebsstränge<br />

mit höherer Leistungsdichte in Elektrofahrzeugen.<br />

Für die Serienfertigung von Hairpins bei einem namhaften<br />

Auto mobilzulieferer hat Bihler das Servo-Produktionssystem<br />

BM-HP 3000 entwickelt. Nicht weniger als acht Maschinen fertigen<br />

dort verschiedene Hairpin-Varianten mit hoher Effizienz. In<br />

der Anlage sind alle Prozessschritte modular aufgebaut und in<br />

Fließfertigung aufeinander abgestimmt, sodass hohe Taktzahlen<br />

erreicht werden können. „Das reicht von der Zuführung des Kupferlackdrahtes<br />

bis zur sortenreinen Bereitstellung der fertigen<br />

Hairpins“, erklärt Martin Lehman, verantwortlicher Key Account<br />

Manager E-Mobility bei Bihler.<br />

DREIFACHE TAKTLEISTUNG TROTZ<br />

UMSTELLUNG ON-THE-FLY<br />

„Die BM-HP 3000 ermöglicht eine Ausbringung von 60 bis<br />

120 Hairpins pro Minute, je nach Drahtquerschnitt und Schenkellänge.<br />

Das ist die dreifache Taktleistung gegenüber sequenziellen<br />

Systemen.“ Zur hohen Produktivität der Anlage tragen auch die<br />

schnellen Variantenwechsel bei. Die Umstellung von Kopfgeometrie<br />

und Schenkellänge von einer Variante auf die andere ist<br />

on-the-fly möglich. Das heißt, die Maschine stellt sich vollautomatisch<br />

auf das neue Produkt ein, ohne die Maschinentaktung zu<br />

verändern. Über die zentrale Steuerung VariControl werden lediglich<br />

die neuen Daten aufgerufen.<br />

Einen wichtigen Beitrag zur hohen Flexibilität und zum hohen<br />

Durchsatz der BM-HP 3000 leistet die eingesetzte Technik von<br />

B&R. Richard Wagner, Leiter Steuerungstechnik der Otto Bihler<br />

Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, nennt ein Beispiel: „Auf den<br />

Servoantrieben von B&R lassen sich derzeit bis zu 14 elektronische<br />

Kurvenscheiben hinterlegen, zwischen denen wir pro-<br />

24 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

Annahme<br />

Marktübliche Maschine mit 30 Pins/min (sequenzielles Biegen)<br />

Variante1: 84 x 420 Pins/min. 14 Maschinen<br />

Variante2: 60 x 30 Pins/min. 1 Maschine<br />

Variante3: 6 x 15 Pins/min.<br />

+ 1 Maschine<br />

Variante4: 6 x 15 Pins/min.<br />

16<br />

Maschinen<br />

01<br />

02<br />

Bihler Hairpin-Maschine BM-HP mit 100 Pins/min (getaktetes Biegen)<br />

Variante1:<br />

Variante2 + 3 + 4:<br />

5 Bihler- Maschinen<br />

1 Bihler- Maschine<br />

6<br />

Maschinen<br />

01 Bei modernen Elektromotoren wird der Stator nicht mehr<br />

konventionell gewickelt, sondern mithilfe von Hairpins realisiert, die<br />

erst gesteckt und dann verschweißt werden: Der rechteckige<br />

Drahtquerschnitt der Hairpins ermöglicht höhere Leistungsdichten<br />

02 Die getaktete Hairpin-Produktionsmaschine erreicht durch<br />

leistungsfähige Automatisierungstechnik deutlich kürzere Taktzeiten<br />

als bisher eingesetzte konventionelle Maschinenlösungen<br />

grammgesteuert und rückwirkungsfrei wechseln können. So können<br />

die beteiligten NC-Achsen ohne Nachladen von Kurvenscheiben<br />

im laufenden Betrieb an wechselnde Hairpin-Formate und<br />

unterschiedliche Draht- und Lackmaterialien angepasst werden.“<br />

Die Möglichkeit, Kurvenscheiben auf dem Servoantrieb zu<br />

speichern, entlastet gleichzeitig den Kommunikationsbus im laufenden<br />

Maschinenbetrieb. „Das ist ein entscheidender Faktor,<br />

der bei der Gesamtbewertung einer Automatisierungslösung<br />

nicht unterschätzt werden darf“, ergänzt Wagner. „Ein Kommunikationsbus<br />

kann eine sehr geringe Zykluszeit haben und<br />

trotzdem am Ende zu höheren Zykluszeiten führen. Es kommt<br />

vielmehr darauf an, wie effizient wir ein Übertragungsmedium<br />

nutzen können. Und hier erreichen wir mit Powerlink durch die<br />

Möglichkeit, Kurvenscheiben auf den Servoantrieben abzulegen,<br />

attraktive Zykluszeiten.“<br />

60 BIS 120 HAIRPINS PRO MINUTE<br />

Die erste Maschine der Serie BM-HP 3000 bei dem Automobilzulieferer<br />

ist mit insgesamt 70 Servoantrieben von B&R ausgestattet.<br />

Sie produziert 80 Hairpins in sechs verschiedenen Varianten pro<br />

Minute. Ausgelegt ist das Maschinenkonzept derzeit für bis zu<br />

zehn unterschiedliche Hairpin-Varianten. Dass dieser hohe Ausstoß<br />

erreicht wird, hängt auch mit den eingesetzten Prozessen<br />

zusammen: So bremst kein sequenzieller Ablauf mit Freiformen<br />

der Hairpins die gesamte Maschine aus. Auch das in vier Einzelschritten<br />

aufgeteilte mechanische Abisolieren ist durch die Parallelisierung<br />

deutlich schneller als das in vielen konventionellen<br />

Hairpin-Produktionsanlagen häufig genutzte Abisolieren mittels<br />

Laser. Im Ergebnis erreicht die BM-HP 3000 einen etwa dreimal<br />

höheren Ausstoß als die konventionellen Anlagen. Darüber hinaus<br />

kann der Anwender aus unterschiedlichen Servo-Prozessmodulen<br />

für Fertigungs-, Montage- und Bearbeitungsaufgaben wählen.<br />

Damit lässt sich die Maschine auch nach Auslieferung und<br />

Inbetriebnahme an spätere individuelle Anforderungen anpassen.<br />

ANPASSUNGSFÄHIG UND SKALIERBAR<br />

Bihler hat auf Basis von B&R Automation Runtime die Maschinensteuerung<br />

VariControl in der Programmiersprache C++ ent-<br />

wickelt und konnte deshalb die Software konsequent modularisieren.<br />

Dies ermöglicht es, Applikationen einfach und schnell direkt<br />

zu programmieren oder zu parametrieren. „Dass dafür kein<br />

separates Programmiergerät erforderlich ist, war für uns schon<br />

zu Beginn der partnerschaftlichen Zusammenarbeit einer der<br />

Hauptgründe, warum wir uns für B&R entschieden haben“, erinnert<br />

sich Wagner.<br />

Hier kommt ein weiterer Aspekt ins Spiel, der die B&R-Technologie<br />

für Maschinenbauer wie Bihler so attraktiv macht: Bei jedem<br />

Neustart der Maschine scannt das System das Maschinennetzwerk<br />

und erkennt neu angeschlossene B&R-Geräte, die<br />

dann direkt über die Steuerung eingebunden werden können.<br />

„Die Möglichkeiten der B&R-Technologie eröffnen uns und<br />

unseren Anwendern zahlreiche und immer neue Möglichkeiten,<br />

eine Maschine zu gestalten oder zu erweitern“, betont Wagner.<br />

„Beispiel Servoantriebe: Hier deckt das B&R-Programm das komplette<br />

Spektrum von 1,8 bis 200 A ab. Das Portfolio wird ständig<br />

in alle Richtungen erweitert, sodass wir die Zahl der benötigten<br />

Lieferanten im Laufe der Zeit immer weiter reduzieren konnten.“<br />

RESÜMEE<br />

So baute der Maschinenbauer die Automatisierungslösung der<br />

BM-HP Serie fast ausschließlich mit Produkten aus der B&R-Welt<br />

auf. Angefangen bei der Sicherheitstechnik über die Kommunikationstechnik<br />

inklusive dezentraler I/O-Module bis hin zu<br />

Industrie-PCs als Hardwareplattform für die Steuerungs- und<br />

Visualisierungsapplikationen sowie Panels für die Bedienerschnittstelle.<br />

Unter dem Strich erhalten OEMs und Zulieferer<br />

eine Maschinenlösung, mit der sie dank erprobter Prozesse,<br />

Skalierbarkeit sowie der hohen Flexibilität Hairpins in großen<br />

Stückzahlen besonders effizient, wirtschaftlich und zugleich zuverlässig<br />

produzieren können.<br />

Bilder: B&R<br />

www.br-automation.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

B&R Industrie-Elektronik GmbH<br />

Grüner Weg 6, 61169 Friedberg<br />

AUTOR<br />

Dipl.-Ing. Franz Rossmann,<br />

Technikjournalist aus Gauting bei München<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 25


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

DATENGETRIEBENE PROGRAMMIERUNG TAKTILER ROBOTER<br />

DIE ZUKUNFT DER<br />

PRODUKTION<br />

Die produzierende Industrie befindet sich derzeit in einem<br />

hochdynamischen Umfeld. Aktuell prägen vier wesentliche<br />

Trends die Automatisierung und setzen die produzierende<br />

Industrie unter erheblichen Transformationsdruck. Die Antwort<br />

auf diese Herausforderungen liegt in der Integration taktiler<br />

Roboter und ihrer datengetriebenen Programmierung.<br />

Von der zunehmenden Automatisierung und den komplexen<br />

Anforderungen an flexible Produktionssysteme<br />

bis hin zu kürzeren Lieferzeiten trotz größerer Supply-<br />

Chain-Hindernisse: es gibt vier entscheidende Trends,<br />

die die Automatisierung aktuell prägen und die zentrale Herausforderung<br />

für Produktionsverantwortliche und Automatisierungsexperten<br />

in den nächsten Jahren darstellen werden. Wie<br />

können Unternehmen diesen begegnen und effektiv auf Schlüsselthemen<br />

wie den Arbeitskräftemangel, die steigende Produktund<br />

Variantenvielfalt, die Komplexität von Bauteilen und die<br />

sich verändernden Anforderungen in der Lieferkette reagieren?<br />

VIER AUTOMATISIERUNGSTRENDS<br />

UND IHRE FOLGEN<br />

Trend 1: Arbeitskräftemangel<br />

Überall in Europa kämpfen Unternehmen damit, Arbeitskräfte<br />

für einfache, manuelle Tätigkeiten zu finden und nach der Einlernphase<br />

auch zu halten. Demografische und kulturelle Veränderungen<br />

führen zunehmend dazu, dass Arbeitskräfte immer<br />

weniger bereit sind, manuelle Tätigkeiten oder eintönige Aufgaben<br />

auszuführen. Die Zeit der Handarbeit neigt sich zügig dem<br />

Ende entgegen.<br />

Trend 2: Variantenvielfalt<br />

Allen Standardisierungsansätzen wie Baukästen, Modulgruppen<br />

und ähnlichen zum Trotz steigt die Produktvielfalt und Variantenanzahl<br />

immer weiter an. Dies stellt besonders die Automatisierung<br />

vor enorme Herausforderungen und erschwert es, Produktionsabläufe<br />

oder einzelne Teilprozesse zu vereinfachen. Die<br />

Produktion muss sich flexibel auf die Eigenheiten jeder einzelnen<br />

Variante einstellen können und so aufgestellt sein, dass<br />

auch kleine Chargen wirtschaftlich hergestellt werden können.<br />

01<br />

Trend 3: Komplexere Bauteile<br />

Komplexität wird nicht allein über Variantenvielfalt getrieben.<br />

Auch die elektronische Integration in mechatronischen Produkten<br />

und Subsystemen nimmt immer weiter zu. Bauteile werden<br />

immer häufiger mit Sensorik, Netzwerk- und Computerkomponenten<br />

ausgestattet. Dadurch steigt der Anspruch an den Gesamtproduktionsprozess,<br />

da in immer mehr Teilschritten nun<br />

sehr empfindliche Bauteile hochpräzise gefertigt und montiert<br />

werden müssen. Ungenauigkeiten und zu grobe Handlingvorgänge<br />

können schnell zum Bauteildefekt führen, wenn einzelne<br />

elektrische Komponenten beschädigt werden.<br />

01 Demografische und kulturelle Veränderungen führen dazu, dass<br />

manuelle Tätigkeiten in der Produktion immer unbeliebter werden<br />

02<br />

02 Kern adaptiver Robotik ist intelligente Software, die eine<br />

vereinfachte Integration taktiler, räumlich sehender Roboter in<br />

datengetriebene Automatisierungsprozesse ermöglicht<br />

26 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

unverzichtbarer Ansatz, der einheitlich angegangen werden kann.<br />

Komplexe Software muss nur einmal programmiert werden und<br />

kann auf verschiedene Prozesse angewandt werden. Im besten<br />

Fall können die Prozesse durch Sensordaten automatisch angepasst,<br />

also datengetrieben optimiert werden. Das eröffnet Optimierungspotenziale,<br />

die selbst durch menschliche Experten nicht<br />

erreichbar sind. Die Herausforderung ist es, eine Art der Roboterprogrammierung<br />

zu ermöglichen, mit der bestehende Prozesse<br />

und Prozess-Entwicklungsmethoden möglichst leicht adaptiert<br />

werden können.<br />

Trend 4: Kürzere Lieferzeiten im Konflikt mit größeren<br />

Supply-Chain-Hindernissen<br />

Kürzere Produktlebenszyklen, Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Anforderungen,<br />

höherer Wettbewerbsdruck und vieles<br />

mehr zwingen Produzenten zu kürzeren und präzise planbaren<br />

Lieferzeiten. Gleichzeitig sorgen eine überlastete Logistik, geopolitische<br />

Instabilitäten, starke Preisschwankungen und vieles<br />

mehr für größere Supply Chain Hindernisse. Die zeitlichen und<br />

organisatorischen Anforderungen an die Produktion sind dadurch<br />

zuletzt massiv angestiegen. Sie muss resilienter gegenüber<br />

nicht vorhersehbaren Veränderungen in der Lieferkette werden.<br />

WIE KANN MAN DIESEN TRENDS BEGEGNEN?<br />

Der einfachste Ansatz, dem Rückgang verfügbarer Arbeitskräfte<br />

zu begegnen, ist wohl die automatisierte Fertigung, die gleichzeitig<br />

weitere Vorteile wie Qualitätsgewinn und -sicherung sowie<br />

Produktivitätssteigerung mit sich bringen kann. Dem entgegen<br />

stehen allerdings die drei anderen aktuellen Trends, die eine wirtschaftliche<br />

Automatisierung bei klassischer Herangehensweise<br />

oft verhindern. Es müssen also neue Konzepte gedacht, integriert<br />

und umgesetzt werden. Als Lösung kommen nur Verfahren infrage,<br />

die für eine Kombination des Besten aus beiden Welten stehen:<br />

Die robotische Automatisierung muss um die Flexibilität der<br />

menschlichen Fähigkeiten erweitert werden. Eine aussichtsreiche<br />

Lösung sind taktile, räumlich sehende, sich flexibel und überwiegend<br />

selbst konfigurierende Roboter, die vielseitig einsetzbar sind.<br />

Mit der Möglichkeit, sich selbstständig zu orientieren und neu<br />

einzurichten, können Herausforderungen wie Variantenvielfalt,<br />

komplexe Bauteile sowie die hohen zeitlichen Anforderungen<br />

adressiert werden, ohne in jedem Schritt auf die Flexibilität eines<br />

Menschen zurückgreifen zu müssen.<br />

Die grundlegende Hardware, das heißt Roboter und Sensorik,<br />

ist bereits ausreichend verfügbar. Die große Herausforderung ist<br />

es, die Komponenten so zu kombinieren, dass ein Mehrwert für<br />

den jeweiligen Produktionsprozess entsteht. Und das, ohne die<br />

Wirtschaftlichkeit für den Anlagenbetreiber negativ zu beinträchtigen.<br />

Da die Prozesse immer komplexer werden, wird auch die<br />

Programmierung der Anlagen anspruchsvoller. Die Anzahl der<br />

einzustellenden Parameter und deren Zusammenhänge können<br />

schnell so umfangreich werden, dass sie für einen Prozessentwickler<br />

nicht mehr in angemessener Zeit lösbar sind.<br />

Andererseits sind die Fähigkeiten des Sehens und Fühlens und<br />

deren Integration in klassischen Industrierobotern ein zukünftig<br />

FLEXIBLE DURCH SOFTWARE GETRIEBENE<br />

ROBOTIK<br />

Der essenzielle Kern adaptiver Robotik ist also intelligente Software:<br />

Sowohl die Programme, die auf der Robotersteuerung ausgeführt<br />

werden, als auch die Werkzeuge für ihre zielgerichtete<br />

Implementierung und Wartung müssen datengetrieben sein. Da<br />

auch hier Trend eins – der Fachkräftemangel – relevante Auswirkungen<br />

zeigt, kommt neben der Automatisierung der Produktion<br />

auch die Automatisierung der Entwicklung von Produktionsprozessen,<br />

zum Beispiel durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz<br />

(KI), ins Spiel. Die Märkte von Morgen stehen den produzierenden<br />

Unternehmen offen, die die Chancen softwaregetriebener<br />

Robotik am schnellsten und konsequentesten zu nutzen wissen.<br />

Um die Unternehmen dabei zu unterstützen, neuen und wechselnden<br />

Anforderungen gerecht zu werden, hat sich Artiminds<br />

Robotics auf die Entwicklung von Softwarelösungen spezialisiert,<br />

DER ESSENZIELLE KERN<br />

ADAPTIVER ROBOTIK IST ALSO<br />

INTELLIGENTE SOFTWARE<br />

die das automatische Generieren von adaptiven, flexiblen und robusten<br />

Produktionsprozessen ermöglichen. Die Stärken der Softwarelösungen<br />

liegen in der vereinfachten Integration taktiler,<br />

räumlich sehender Roboter in datengetriebene Prozessautomatisierung<br />

sowie in der schrittweisen Integration modernster Technologien<br />

wie KI. Und das unter Berücksichtigung von Robustheit,<br />

Nachvollziehbarkeit und Kompatibilität mit bestehenden Gegebenheiten.<br />

Schrittweise kann der Automatisierungsgrad einzelner<br />

Produktionsschritte erhöht werden. Darüber hinaus ermöglichen<br />

sie eine verlässliche, datengetriebene, automatisierte Entwicklung<br />

und Optimierung von Roboterprogrammen. Die Unterstützung<br />

durch Software von Artiminds reduziert den Aufwand manueller<br />

Roboterprogrammierung und erlaubt produzierenden<br />

Unternehmen eine schnellere und flexiblere Anpassung an zukünftige<br />

Trends.<br />

Bilder: Aufmacher Pete Linforth/Pixabay, 01 RAEng Publications/Pixabay,<br />

02 Artiminds Robotics<br />

www.artiminds.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Artiminds Robotics GmbH<br />

Albert-Nestler-Straße 11<br />

76131 Karlsruhe<br />

Telefon 0721 5099980<br />

E-Mail: contact@artiminds.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 27


ENERGIEEFFIZIENTE AUTOMATISIERUNGSLÖSUNG<br />

FÜR ZUKUNFTSWEISENDES PACKAGING<br />

INNOVATION TRIFFT NACHHALTIGKEIT<br />

Anlagenplanung unter Aspekten der Nachhaltigkeit ist heute unumgänglich.<br />

So haben SEW-Eurodrive und Hugo Beck mit einer horizontalen Schlauchbeutelmaschine<br />

eine Automatisierungslösung geschaffen, die durch einen<br />

deutlich geringeren Energiebedarf den CO 2<br />

-Fußabdruck reduziert, ausfallsicher<br />

und zukunftsfähig ist. Moderne Antriebs- und Steuerungskomponenten<br />

spielen dabei eine wesentliche Rolle.<br />

Gerade im Maschinenbau, wo Energieverbrauch und Effizienz<br />

den ökologischen Fußabdruck maßgeblich beeinflussen,<br />

steht das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Hier<br />

sind innovative Lösungen gefragt, die Wirtschaftlichkeit<br />

mit Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit verbinden. Die<br />

Umstellung auf modernere Prozesse, Technologien und neue<br />

Denkweisen ist unabdingbar, um die Effizienz zu steigern, den<br />

Energieverbrauch zu senken – und somit die Wettbewerbsfähigkeit<br />

von Firmen zu verbessern. Der gezielte Austausch und die<br />

Bündelung von Wissen über Unternehmensgrenzen hinweg<br />

schaffen hier neue Perspektiven und Raum für Innovationen.<br />

GEMEINSAM LÖSUNGEN ENTWICKELN<br />

Ein anschauliches Beispiel für Innovationskraft und nachhaltiges<br />

Denken im Maschinenbau ist die Partnerschaft der beiden Famili-<br />

enunternehmen SEW-Eurodrive und Hugo Beck. Der Verpackungsmaschinenhersteller<br />

Hugo Beck in Dettingen an der Ems<br />

schafft durch gezielten Austausch und Kooperationen mit Partnern<br />

neue Perspektiven. „Mit SEW-Eurodrive haben wir einen<br />

verlässlichen Partner an unserer Seite, der unsere Vision von zukunftsfähigen<br />

Maschinen mit uns teilt“, so Curt-Jürgen Raiser,<br />

Geschäftsführer von Hugo Beck. Und auch bei SEW-Eurodrive ist<br />

man sich der Verantwortung bewusst, neue Lösungen für eine umweltbewusstere<br />

Zukunft zu kreieren: „Wir haben einen Partner gesucht,<br />

mit dem wir eine von Grund auf nachhaltige und gleichzeitig<br />

effiziente Maschine entwickeln können“, sagt Alexander Hack,<br />

Projektleiter und Strategic Portfolio Manager bei SEW-Eurodrive.<br />

„Mit Hugo Beck haben wir diese Vision zum Leben erweckt und<br />

konnten gemeinsam eine wegweisende Lösung in Form einer horizontalen<br />

Schlauchbeutelmaschine für die Verpackungsindustrie<br />

entwickeln – die druckluftfrei und energieeffizient arbeitet.“<br />

28 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

01 Das Starterset 616 ist das Grundpaket für die vollständige<br />

Automatisierung einer horizontalen Schlauchbeutelmaschine,<br />

individuell und flexibel erweiterbar<br />

23 PROZENT GERINGERER ENERGIEBEDARF<br />

Ziel der Zusammenarbeit war es, den Energieverbrauch und<br />

damit den CO 2<br />

-Fußabdruck einer horizontalen Schlauchbeutelmaschine<br />

zu reduzieren. Das Ergebnis ist die Verpackungsmaschine<br />

Flowpack X (Aufmacher), ausgestattet mit Antriebs- und<br />

Steuerungskomponenten von SEW-Eurodrive. Die horizontale<br />

Schlauchbeutelmaschine zeigt, dass ein nachhaltiger Ansatz in<br />

der Verpackungstechnik auch große wirtschaftliche Vorteile mit<br />

sich bringt – und dass es sich lohnt umzudenken. Diese außergewöhnliche<br />

Lösung entstand durch den intensiven Austausch<br />

zwischen SEW-Eurodrive und Hugo Beck und ist ein gelungenes<br />

Beispiel für die organische Verbindung von Innovation und<br />

Nachhaltigkeit. Beide Familienunternehmen brachten dabei<br />

nicht nur ihre jahrzehntelange Erfahrung ein, sondern auch eine<br />

gemeinsame Vision: den CO 2<br />

-Fußabdruck zu reduzieren und den<br />

Status quo zu hinterfragen.<br />

Das Ziel des Projekts war, traditionelle Pneumatik durch modernste<br />

elektromechanische Antriebstechnik zu ersetzen – und<br />

damit Energie und Kosten zu sparen. Mit dem Starterset 616 und<br />

den passgenauen Erweiterungen von SEW-Eurodrive konnte<br />

nicht nur die Pneumatik der horizontalen Schlauchbeutelmaschine<br />

substituiert, sondern auch der Gesamtenergiebedarf um<br />

ENERGIESPARBAUKASTEN<br />

Power and Energy Solutions von SEW-Eurodrive setzen<br />

neue Maßstäbe im Energiemanagement. Sie reduzieren<br />

Lastspitzen und ermöglichen Kosteneinsparungen bei der<br />

Anschlussverkabelung und im Schaltschrank. Sie helfen,<br />

die Oberwellenbelastung im Versorgungsnetz zu verringern<br />

und einen optimalen Leistungsfaktor zu erzielen.<br />

Darüber hinaus sorgen sie für einen unterbrechungsfreien<br />

Betrieb bei kurzzeitigem Netzausfall. Hierfür nutzen<br />

sie die Rotationsenergie des Motors als auch einen<br />

Kondensatorspeicher im Umrichter-Zwischenkreis.<br />

Ziel des Projekts war, traditionelle Pneumatik<br />

durch modernste elektromechanische<br />

Antriebstechnik zu ersetzen – und damit<br />

Energie und Kosten zu sparen. Und das ist uns<br />

im Rahmen einer Technologiepartnerschaft<br />

mit dem Ergebnis einer zukunftsfähigen<br />

Packaging-Lösung gelungen.<br />

Alexander Hack, Projektleiter und Strategic Portfolio<br />

Manager bei SEW-Eurodrive<br />

23 Prozent reduziert werden. Zudem sanken die Wartungskosten<br />

und der CO 2<br />

-Fußabdruck deutlich.<br />

FLEXIBLER AUTOMATISIERUNGSBAUKASTEN<br />

Ein Blick auf die technologische Seite verdeutlicht: Vom Servomotor<br />

über Getriebe, Umrichter, Steuerungstechnik, Speichertechnik<br />

bis hin zum Stepper konnte die gesamte Technik der<br />

Maschine aus dem Automatisierungsbaukasten Movi-C von<br />

SEW-Eurodrive umgesetzt werden. Darüber hinaus ermöglicht<br />

das Starterset 616 eine modulare Lösung. Dieses Automatisierungsgrundpaket<br />

legt mit seinen enthaltenen Komponenten und<br />

den maschinentypspezifischen Movi-C-Softwaremodulen die<br />

Basis für die Maschinenautomatisierung. Für den vollständigen<br />

Verzicht auf Druckluft wurden alle pneumatischen Komponenten<br />

durch effiziente elektrische Aktuatoren ersetzt.<br />

Erweiterungen zum Starterset 616 waren die Power and Energy<br />

Solutions sowie Sicherheitstechnik von SEW-Eurodrive. „Das Ergebnis<br />

ist ein deutlich gesenkter Energieeinsatz. Zudem lässt sich<br />

die Verpackungsmaschine Flowpack X sowohl für papierbasierte<br />

Packstoffe als auch für Folienverpackungen einsetzen und erfüllt<br />

damit flexibel unterschiedliche Kundenanforderungen“, betont<br />

Alexander Hack. Das ist ein wichtiger Punkt für Hugo Beck in einem<br />

schnelllebigen Markt wie der Verpackungsindustrie und den<br />

sich ständig ändernden Marktanforderungen.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 29


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

02<br />

03 04<br />

02 Vom Servomotor über Getriebe, Umrichter, Steuerungstechnik,<br />

Speichertechnik bis hin zum Stepper konnte die gesamte Technik der<br />

Maschine aus dem Automatisierungsbaukasten umgesetzt werden<br />

03 Der Energiesparbaukasten Power and Energy Solutions enthält<br />

Hard- und Softwarekomponenten für die Kontrolle und Reduzierung<br />

des Energiebedarfs, im Bild das Versorgungsmodul MDP<br />

04 Der Movi-C Controller steuert die komplexen Bewegungen in der<br />

Schlauchbeutelmaschine<br />

SPEICHERSYSTEM STABILISIERT<br />

ENERGIEVERSORGUNG<br />

Das neue und smarte Energiemanagementsystem, das das Starterset<br />

ergänzt, ermöglicht die vollständige Energiekontrolle und<br />

-steuerung. Dieses System vermeidet Lastspitzen, stabilisiert die<br />

Energieversorgung und reduziert die Anschlussleistung der Maschine.<br />

Zu den herausragenden Vorteilen dieser Technologie gehört<br />

die Möglichkeit, die horizontale Schlauchbeutelmaschine<br />

„Wir waren wirklich sehr positiv überrascht, wie schnell das<br />

Projekt umgesetzt wurde und mit welchem Einsatz wir von SEW-<br />

Eurodrive unterstützt wurden“, resümiert Curt-Jürgen Raiser. „Ich<br />

habe bislang keinen Tag bereut, mit SEW-Eurodrive zusammenzuarbeiten.“<br />

DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN<br />

Die Technologiepartnerschaft zwischen SEW-Eurodrive und<br />

Hugo Beck ist ein gutes Beispiel für das Potenzial, das in der<br />

Kombination aus Zusammenarbeit, Vision und Engagement<br />

steckt. Die horizontale Schlauchbeutelmaschine Flowpack X ist<br />

das Ergebnis dieser fruchtbaren Kooperation und zeigt, wie Kompetenz,<br />

Verantwortung und Innovationsgeist zu einer zukunftsfähigen<br />

Lösung führen können. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit<br />

legte den Grundstein für eine effizientere Verpackungstechnik<br />

und weist den Weg in eine ressourcenschonende Zukunft.<br />

Bilder: Schmuckbild Andreas Prott – stock.adobe.com, sonstige SEW-Eurodrive<br />

www.sew-eurodrive.de<br />

WIRTSCHAFTLICHKEIT UND<br />

NACHHALTIGKEIT GEHEN BEI<br />

DIESEM PROJEKT HAND IN HAND<br />

netz- und spannungsunabhängig zu betreiben und selbst Netzausfälle<br />

bis 9,5 Sekunden zu überbrücken. Bei längerem Stromausfall<br />

wird die horizontale Schlauchbeutelmaschine durch<br />

einen kontrollierten Halt gestoppt, was die Maschine zusätzlich<br />

schützt.<br />

Statt Pneumatik kommen jetzt mit einer Starterset-Erweiterung<br />

Schrittmotoren zum Einsatz, die über die neue Busklemme<br />

aus dem Movi-PLC-I/O-System C von SEW-Eurodrive angesteuert<br />

werden. Die Umstellung führt zu einer erheblichen Reduzierung<br />

der Wartungskosten und des CO 2 -Fußabdrucks. Sie ermöglicht<br />

eine flexiblere Integration der Maschine in den Produktionsprozess<br />

durch Wegfall der Druckluft. Diese Vorteile und Weiter-<br />

entwicklungen machen die Maschine zukunftssicher und<br />

ermöglichen im täglichen Betrieb signifikante Kosten- und Zeiteinsparungen.<br />

UNTERNEHMEN<br />

SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG<br />

Ernst-Blickle-Str. 42, 76646 Bruchsal<br />

Telefon 07251 - 75-2526<br />

AUTOR<br />

Hans-Joachim Müller, Marktmanager für<br />

Antriebselektronik bei SEW-EURODRIVE<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

Nähere Informationen zum Starterset<br />

bit.ly/startersetSEW<br />

30 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


STEUERN UND ANTREIBEN<br />

TEMPERATURREGLER VERBESSERT<br />

ANALYSE DES MASCHINENSTATUS<br />

Der neue Temperaturregler NX-HTC von Omron bietet<br />

eine Funktion zur Digitalisierung von Temperaturkurven,<br />

die es Anwendern ermöglicht, Temperaturentwicklungen<br />

genau zu erfassen und zu analysieren. Das<br />

erleichtert eine intelligentere Wartungsplanung, da<br />

sich Anzeichen für ungewöhnliche Gerätezustände<br />

frühzeitig erkennen lassen. Mit einer Auflösung von<br />

0,01 °C ermöglicht die Komponente auch in Hochtemperaturszenarien<br />

eine präzise Temperaturregelung.<br />

Darüber hinaus bietet der Regler umfassende Funktionen<br />

für die Heiz- und Kühlregelung sowie die Unterstützung<br />

von Heater-Burnout-Alarmen. Zudem ist der<br />

NX-HTC mit einer Pre-Boost-Funktion ausgestattet, die<br />

Kompensationszeiten um bis zu 80 Prozent reduziert.<br />

Diese Funktion reagiert sofort auf Maschinenstopps<br />

und gleicht Temperaturabfälle<br />

in Synchronisation mit der<br />

Maschinenbewegung aus und<br />

maximiert so die Produktionseffizienz.<br />

Der NX-HTC ist in<br />

Ausführungen mit vier und<br />

acht Regelkreisen erhältlich<br />

und ermöglicht Mehrpunktregelung<br />

bei einer kompakten<br />

Breite von 30 mm.<br />

www.omron.com<br />

ONLINE-RECHNER IDENTIFIZIERT<br />

ENERGIEEINSPARUNGEN<br />

Unternehmen stehen<br />

weltweit vor der Herausforderung,<br />

ihren Einsatz<br />

bei der Energieeffizienz<br />

bis 2030 zu verdoppeln,<br />

um die Emissionsziele der<br />

COP28 zu erreichen und<br />

die Kosten zu senken. Mit<br />

dem Online-Rechner von<br />

ABB können Unternehmen die potenziellen Vorteile von mehr<br />

Energieeffizienz ihrer Niederspannungsmotoren in Pumpenund<br />

Lüfteranwendungen abschätzen. Der Online-Rechner<br />

bietet einen einfachen Zugriff auf Daten – basierend auf der<br />

Energieeffizienz motorbetriebener Systeme. Durch die<br />

Eingabe von Informationen zu verbauten Motoren, den<br />

Betriebsstunden und der durchschnittlichen Betriebsleistung<br />

kann der Anwender Energie- und Emissionseinsparungen<br />

sowie die Amortisationszeit abschätzen. Der Online-Rechner<br />

ist eine Light-Version des Energieeffizienz-Audits durch<br />

ABB-Experten und basiert auf demselben Algorithmus. Der<br />

Rechner berücksichtigt Niederspannungsmotoren der<br />

Effizienzklasse IE3 und kleiner und beziffert die Energieeinsparungen,<br />

die durch ein Upgrade auf die neueste Motor- und<br />

Antriebstechnologie – das IE5-SynRM-Paket – für optimale<br />

Energieeffizienzsteigerungen erzielt werden könnten.<br />

www.abb.de<br />

Erleben Sie innovative Technologien<br />

wie Künstliche Intelligenz, Embedded Vision und die enge Verzahnung von<br />

Bildverarbeitung und Automation – für die Smart Factory von morgen und<br />

für stetig wachsende nichtindustrielle Anwendungen.<br />

08. – 10. Oktober <strong>2024</strong><br />

Messe Stuttgart<br />

www.vision-messe.de


Die Analyse-Software<br />

Promanage bündelt die<br />

Daten aller managed<br />

Switches, visualisiert<br />

die Fehlerursachen im<br />

Netzwerk einfach<br />

verständlich und alarmiert<br />

bei Anomalien<br />

INTELLIGENTE SWITCHES SIND DIE<br />

NEUEN „WATCHDOGS“ IM NETZWERK<br />

BESSERER OUTPUT<br />

Automatisierte Industrieanlagen sollen zuverlässig Qualität produzieren und<br />

dabei möglichst effizient sein. Deshalb ist nach jahrelangem Einsatz in vielen<br />

Anlagen ein Update unumgänglich. Dazu zählt auch, das Kommunikationsnetzwerk<br />

leistungstechnisch anzugleichen. Ein großer Glaswollehersteller zeigt<br />

gemeinsam mit HMR Automatisierung und Indu-Sol, wie das gelingen kann.<br />

Die HMR Automatisierung und Prozesstechnik GmbH ist<br />

spezialisiert auf die Durchführung und Implementierung<br />

von Automatisierungsprojekten in den verschiedensten<br />

Branchen von der Automobil-, über die Nahrungsmittelindustrie<br />

bis hin zur Fertigung medizintechnischer<br />

Geräte. Indu-Sol ist Spezialist für industrielle Kommunikation<br />

und Netzwerktechnologie. Beide Unternehmen waren Ende 2023<br />

gemeinsam daran beteiligt, das Kommunikationsnetzwerk eines<br />

Dämmstoffherstellers zu überarbeiten.<br />

AUSFALLURSACHEN AUF DER SPUR<br />

Die Netzwerkstruktur der Anlage bestand aus drei Ringen. Im<br />

Notaus-Kreis kam es vor dem Retrofit immer wieder zu Problemen.<br />

Dino Kovacic ist Leiter der IT bei HMR. Aufgabe seines<br />

Teams ist neben der Betreuung der internen IT, bei Kunden die<br />

Netzwerke für die Automatisierungsebene zu planen und in Betrieb<br />

zu nehmen. Er berichtet: „Bis die Anlage zur Dämmstoff-<br />

Herstellung aus dem Stillstand wieder angefahren werden kann,<br />

vergeht einige Zeit. In dieser Anlaufphase entsteht keine verkaufsfähige<br />

Ware, sondern nur Ausschuss. Daher ist es für den<br />

Hersteller wichtig, den Produktionsprozess zu stabilisieren.”<br />

Bereits vor dem Retrofit war deshalb die Thüringer Indu-Sol<br />

GmbH für Messungen vor Ort, um die Gründe für den Ausfall zu<br />

ermitteln. Da die Fehlerursache allerdings nicht permanent auftrat,<br />

war sie auf die Schnelle nicht zu lokalisieren und hätte eine<br />

längere Überwachungsperiode notwendig gemacht. Ziel der<br />

Netzwerkmodernisierung war es deshalb, mögliche Fehlerursachen<br />

für Anlagenausfälle frühzeitig zu erkennen und in einfache<br />

Instandhaltungstätigkeiten umzuwandeln. Der Anlagenbetreiber<br />

forderte daher den Einsatz der Diagnose-Switches von Indu-Sol.<br />

Im Zusammenspiel mit der Maintenance-Analyse-Software Promanage<br />

sollten anhand der millisekundengenauen Aufzeichnung<br />

der Netzwerkkommunikation Rückschlüsse auf Ausfallursachen<br />

gezogen werden. Informationen darüber, ob beispielsweise<br />

Paketlaufzeiten zu lang sind, es Fehler an der Leitung gibt,<br />

Pakete verloren gehen oder ähnliches, sollen künftig helfen, das<br />

Netzwerk stabiler zu betreiben.<br />

Dino Kovacic hat in den vergangenen Jahren viele Netzwerke<br />

geplant und realisiert. In der aktuellen Anwendung hat er zum<br />

ersten Mal mit Indu-Sol Switches gearbeitet und freut sich: „Die<br />

Diagnose-Features, die Promesh Swichtes liefern, sind aus meiner<br />

Sicht konkurrenzlos auf dem Markt. Alternative Lösungen<br />

bieten weder eine Ableitstrom- oder Leitungsqualitäts-Messung<br />

noch sonstige Diagnosefeatures.“<br />

GEMEINSAM ZUM BESTEN ERGEBNIS<br />

Schon vor dem Projekt in der Dämmstoff-Produktion erhielten<br />

die Mitarbeiter von HMR Workshops zu Messgeräten. „Das lief<br />

alles auf Augenhöhe ab und das gleiche erlebten wir auch wieder<br />

im aktuellen Projekt“, erinnert sich Dino Kovacic. Zur Inbetriebnahme<br />

der Anlage bat er darum, von einem der Netzwerkexperten<br />

begleitet zu werden. Weil es für ihn der erste Einsatz der Switches<br />

war, fehlten ihm noch Erfahrungswerte zur Definition von<br />

Schwellwerten. Nach einer vierwöchigen Laufzeit wurden gemeinsam<br />

die Protokolle ausgewertet. Im Vorfeld unterstütze<br />

Indu-Sol auch bei der Implementierung der Remote-Zugriffe.<br />

32 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

Hier gab es technische Herausforderungen beim kundenseitig<br />

eingesetzten OPC Server, die MNP-Files sauber auszulesen.<br />

INBETRIEBNAHME DANK NETZWERKANALYSE<br />

LEICHT GEMACHT<br />

Ebenso wichtig wie die Switches ist die eingesetzte Software Promanage<br />

NT. Dank der intuitiven Bedienbarkeit fanden sich die<br />

Automatisierer schnell zurecht und waren dankbar für die übersichtliche<br />

Darstellung der Diagnosedaten. Dino Kovacic erläutert:<br />

„Häufig kann man lediglich einen Port auf den anderen spiegeln<br />

und dann z.B. per Wireshark-Software die Pakete anschauen.<br />

Deren Analyse ist aber sehr kompliziert und nicht unser Tagesgeschäft<br />

und übersteigt unsere Kompetenzen. Wir wissen natürlich,<br />

dass die Kollegen von Indu-Sol das für uns interpretieren können.<br />

Einfacher ist es aber, wenn eine Software die relevanten Daten<br />

verständlich und übersichtlich darstellt und wir diese Arbeit<br />

selbst durchführen können.“<br />

Auch der Retrofit der Anlage hat von der einfach verständlichen<br />

Darstellung profitiert: Während der Wieder-Inbetriebnahme<br />

wurde damit sehr schnell ein erster Fehler gefunden, der zu<br />

einem Anlagenausfall hätte führen können. Es handelte sich um<br />

eine Leitung, deren Leitungsqualität unter 30 Prozent lag.<br />

Erkannt hat das der Promesh Switch, visualisiert und gewarnt<br />

wurde durch die Software Promanage.<br />

ZERTIFIZIERTE SWITCHES FÜR ETHERNET IP<br />

UND PROFINET<br />

Als externer Dienstleister muss HMR meist die Komponenten<br />

einsetzen, die das Lastenheft oder die „Freigabelisten“ vorgeben.<br />

Dino Kovacic berichtet: „Alle Kollegen bei uns im Haus, die bisher<br />

mit den PROmesh Switches gearbeitet haben, sind begeistert.<br />

Die Switches der Promesh P-Serie erfassen die Zustandsdaten<br />

vom Netzwerk und machen die physische Qualität und damit<br />

den Verschleiß der Datenleitung sichtbar<br />

Aus unserer Sicht halten die Switches mehr als sie versprechen.<br />

Die Produkte bringen ein Vielfaches der sonst üblichen Leistung,<br />

was sich aber nicht im Preis niederschlägt.“ Er empfiehlt daher<br />

den Einsatz der Switches, weil ihn die Anwendung überzeugt hat,<br />

aber auch weil er bei anderen Kunden gesehen hat, wie zufrieden<br />

sie damit sind. Ein Automobil-Kunde beispielsweise setzt auf die<br />

Geräte. Dino Kovacic sagt: „Dort sind die Taktzeiten ja extrem<br />

kurz und die Anforderung an die Zuverlässigkeit immens. Auch<br />

das ist ein Argument, das wir in Gesprächen mit Kunden anführen.“<br />

Vorteilhaft ist zudem die Zertifizierung der Switches für<br />

Ethernet IP und Profinet. Das erleichtert den internationalen Einsatz.<br />

Für die Zukunft wünscht sich Dino Kovacic, dass die Switches<br />

Industrial Real Time (IRT) unterstützen und eine Firewall.<br />

An beiden Themen arbeitet Indu-Sol bereits. Man darf also<br />

gespannt sein, wie sich das schon jetzt sehr umfangreiche Produktportfolio<br />

in den kommenden Jahren weiterentwickeln wird.<br />

Bilder: 01 Indu-Sol / aicandy - stock.adobe.com, 02 + 03 Indu-Sol,<br />

Statement HMI<br />

www.indu-sol.com<br />

www.hmr.info<br />

Vor dem Retrofit kam es immer wieder<br />

zu sporadischen Problemen im Notaus-<br />

Kommunikations-Ring. Durch den Einsatz<br />

intelligenter Switches, die die Netzwerkkommunikation<br />

millisekundengenau<br />

überwachen, lassen sich zuverlässig<br />

Rückschlüsse auf Ausfallursachen ziehen.<br />

Dino Kovacic leitet die IT bei HMR in Weinheim<br />

UNTERNEHMEN<br />

Indu-Sol GmbH<br />

Blumenstr. 3, 04626 Schmölln<br />

E-Mail: info@indu-sol.com<br />

AUTORIN<br />

Denise Fritzsche, Marketing, Indu-Sol,<br />

Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll,<br />

Redaktionsbüro Stutensee<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 33


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

ANZEIGE<br />

SERIE ZU CYBERSICHERHEIT – TEIL 1/3<br />

BEREIT FÜR DEN CYBER RESILIENCE ACT?<br />

Die Vernetzung von IT und OT – vom Field Level bis in die<br />

Cloud – birgt ebenso große Vorteile wie auch Gefahren für<br />

die Sicherheit von automatisierten Produktionsanlagen. So<br />

registriert das BSI täglich etwa 70 neue Schwachstellen. Doch<br />

wie steht es um nationale und internationale Gesetzgebungen<br />

und Normen, die die Sicherheit künftig strukturell erhöhen<br />

sollen? Worauf Unternehmen achten müssen, erläutert der<br />

Artikel des Industriekommunikationsspezialisten Hilscher.<br />

Um die Cybersicherheit in Europa strategisch zu stärken<br />

und strukturell zu verankern, schlug die EU-Kommission<br />

im Jahr 2022 mit dem Cyber Resilience Act (CRA)<br />

eine Verordnung zur Verbesserung der Cybersicherheit<br />

und Cyber-Resilienz in der Europäischen Union vor. Sie umfasst<br />

Sicherheitsstandards für Soft- und Hardware-Produkte mit digitalen<br />

Elementen. Das europaweite Inkrafttreten wird für Juli <strong>2024</strong><br />

erwartet. Damit beginnen auch die bis zu dreijährigen Umsetzungsfristen,<br />

die für viele Unternehmen zu einer großen Herausforderung<br />

werden können.<br />

CYBER RESILIENCE ACT UND IEC 62443<br />

Von hoher Relevanz für die Erfüllung des CRA ist die Normenreihe<br />

IEC 62443, „Industrielle Kommunikationsnetze – IT-Sicherheit<br />

für Netze und Systeme“, welche bereits einen Großteil der<br />

CRA-Anforderungen abdeckt. Die vier Teilbereiche der Norm beschreiben<br />

alle relevanten Sicherheitsaspekte von Steuerungsund<br />

Automatisierungssystemen – von der Entwicklung, über den<br />

Betrieb bis zur Instandhaltung durch Updates.<br />

NIS-2 UND ISO 27001<br />

Eine weitere relevante Norm stellt die international gültige<br />

ISO 27001 dar, die Anforderungen an Informationssicherheitsmanagementsysteme<br />

(ISMS) definiert, damit sich Unternehmen<br />

ganzheitlich und strukturell mit dem Thema Informationssicherheit<br />

befassen und nicht nur punktuelle Maßnahmen ergreifen.<br />

Die ISO 27001 ist in Teilen sowohl für den CRA relevant sowie<br />

in großem Maße für die Erfüllung der NIS-2 Direktive, welche die<br />

Cyber- und Informationssicherheit von Unternehmen und Institutionen<br />

regelt. Im Gegensatz zum CRA muss NIS-2 jedoch erst<br />

bis Oktober <strong>2024</strong> von den EU-Mitgliedsstaaten in nationales<br />

Recht überführt werden, was in Deutschland das vom Bundesamt<br />

für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erarbeitete<br />

NIS-2-Umsetzungs- und Cybersicherheitsstärkungs gesetz (NIS-<br />

2UmsuCG) wird.<br />

Die Anwendung neuer Normen auf bestehende Produkte sowie<br />

Prozesse kann für Unternehmen sehr komplex sein. Erschwert<br />

ein besonders sensibles Thema wie Cybersicherheit den<br />

Sachverhalt noch zusätzlich, wird es schnell kritisch. Als führender<br />

Hersteller von Hard- und Software-Lösungen im Bereich der<br />

industriellen Kommunikation nimmt die Hilscher Gesellschaft<br />

für Systemautomation mbH eine entscheidende Position in der<br />

Industrieautomation ein. Robuste Cybersecurity und die Einhaltung<br />

regulatorischer Vorgaben spielen daher für den Spezialisten<br />

der Industriekommunikation aus Hattersheim bei Frankfurt am<br />

Main eine tragende Rolle.<br />

SIND IHRE PRODUKTE UND LÖSUNGEN<br />

VOM CRA BETROFFEN?<br />

Gemeinsam mit dem TÜV Rheinland als Zertifizierer und dem<br />

Consultant TÜV iSec Rheinland befindet sich Hilscher mitten in<br />

der Umsetzung des CRA und verfügt bereits über umfassendes<br />

Know-how bezüglich der zeitlichen Herausforderungen und<br />

praktischen Auswirkungen von relevanten Zertifizierungsprozessen.<br />

Und Anwender aus der Industrie können davon profitieren.<br />

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit dem Automatisierungsexperten<br />

Hilscher auf, für weitere Informationen und Support.<br />

Bilder: Hilscher /Starcom – stock.adobe.com<br />

www.hilscher.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

Hilscher Gesellschaft für<br />

Systemautomation mbH<br />

Rheinstraße 15<br />

65795 Hattersheim (Frankfurt)<br />

Tel. 06190 99 07-0<br />

E-Mail: compliance@hilscher.com<br />

AUTOR<br />

Frank Behnke, Head of Product and<br />

Information Security/Product & Cyber Security<br />

34 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


<strong>INDUSTRIELLE</strong> KOMMUNIKATION<br />

ASI-5 SAFETY MODULE IN IP20 UND IP67<br />

Ergänzend zum ASi-5 Safety Muting Modul BWU4411 können zwölf Varianten an<br />

ASi-5 Safety Eingangsmodulen perspektivisch dank der Kombination von sicheren<br />

Signalen und Standardsignalen in einem Modul nahezu alle industrierelevanten<br />

Integrations- und Einsatzszenarien abdecken. Neben den aktuell bereits verfügbaren<br />

ASi-5 Safety Eingangsmodulen in IP67 und IP20 mit je zwölf Standardsignalen sowie<br />

zwei sicheren Eingängen für potentialfreie Kontakte, für OSSDs oder für die Kombination<br />

potentialfreier Kontakt/OSSD arbeitet Bihl+Wiedemann an vergleichbaren<br />

Lösungen für den platzsparenden Einbau als Leiterplattenmodule, etwa in ein<br />

Maschinenbedienpanel. Geplant sind zudem kompaktere Feldmodulen mit vier<br />

Standardsignalen in IP67. Ebenfalls in Vorbereitung sind weitere ASi-5 Safety Module.<br />

www.bihl-wiedemann.de<br />

CYBERSICHERHEIT FÜR DIE<br />

<strong>INDUSTRIELLE</strong> TRANSFORMATION<br />

Der Security-Spezialist Wibu-Systems präsentiert<br />

Neuigkeiten rund um seine CodeMeter-Technologie<br />

zum Schutz geistigen Eigentums von Herstellern<br />

intelligenter Geräte. So bringt AxProtector Python die<br />

Verschlüsselungs- und<br />

Schutzfunktionen von<br />

CodeMeter in die<br />

Python-Welt, speziell<br />

in den Bereich des<br />

maschinellen Lernens.<br />

Als präventives<br />

Gegenmittel gegen<br />

Bedrohungen und<br />

Risiken adressiert AxProtector Python weiterhin<br />

Unternehmen, die mit NVIDIA Jetson und anderen<br />

GPUs arbeiten. Für CodeMeter-Sicherheit auf zertifizierten,<br />

portablen Massenspeichermedien sorgt die<br />

neue CmReady-Technologie, die zusammen mit Data-<br />

Protection-Karten im SD- und microSD-Formfaktor<br />

eingeführt wird. Außerdem ermöglicht CodeMeter<br />

sichere Lizenzierung in containerisierten Umgebungen,<br />

speziell bei Docker- und Podman-Containern. Die<br />

Unter stützung von Docker ist ein Grund, warum der<br />

Auto matisierungsexperte Hilscher die Technologie<br />

für die Integration in den Flagship Store der Open<br />

Industry 4.0 (OI4) Community ausgewählt hat.<br />

www.wibu.com<br />

LED-STREIFEN MIT IO-LINK-CONTROLLER<br />

Signalleuchten und Maschinenampeln geben Aufschluss über<br />

Betriebszustände oder Füllstände. Die meisten Leuchten sind<br />

auf eine oder wenige Farben und Segmente beschränkt.<br />

Dadurch lassen sich komplexe, vielschichtige Prozesse nicht<br />

optimal abbilden. Eine Lösung für diese Herausforderung<br />

bieten LED-Leuchten und -Streifen von Item. Das Unternehmen<br />

entwickelte einen speziellen IO-Link-Controller für<br />

LED-Streifen. Über den IO-Link-Master ist dieser mit der<br />

Maschinensteuerung verbunden. Als bidirektionale Point-to-<br />

Point-Verbindung liefert das Kommunikationssystem periodische<br />

Updates über die Zustände<br />

der verbundenen Devices:<br />

Falls also eines davon überhitzt<br />

oder kurz vor dem Ende seiner<br />

maximalen Betriebsdauer<br />

steht, sendet der IO-Link-Master<br />

ein Signal an die Maschinensteuerung.<br />

Darüber hinaus<br />

kann er die Parametrierungsdaten<br />

der angeschlossenen Geräte speichern, was die Anschlusszeit<br />

bei einer Neumontage deutlich verkürzt. Teil des<br />

neuen Produktportfolios im Bereich Signalisierungslösungen<br />

ist der Multi-Segment RGB-LED-Streifen, der in einer Länge<br />

von bis zu 6 m verfügbar ist. Das Besondere: Der Streifen ist<br />

nach jeder einzelnen LED kürzbar. Er wird durch ein aufklappbares<br />

Mantelprofil geschützt, das sich ebenfalls mit einer<br />

Allzweckschere auf die benötigte Länge kürzen lässt.<br />

www.item24.com<br />

ERFASSUNG, VORVERARBEITUNG UND BEREITSTELLUNG VON DATEN<br />

Von OT zu IT – mit seinem neuen Asset Data Provider (ADP) ermöglicht Balluff die<br />

unkomplizierte Erfassung, Vorverarbeitung und Bereitstellung von Daten an<br />

IIoT-Anwendungen. Anwender können mit der intelligenten Software-as-a-Service-Lösung<br />

Digitalisierungsprojekte beschleunigen. Drag-and-Drop-Funktionen,<br />

eine Low-Code-Entwicklung und eine große Auswahl vordefinierter Module<br />

bieten dabei auch Anwendern ohne Programmierkenntnisse eine unkomplizierte<br />

und agile Entwicklung und Nutzung. Weil die Daten nicht in der Cloud, sondern in<br />

den verteilten ADP-Edge-Nodes gespeichert und verarbeitet werden, ist eine hohe Datensicherheit gewährleistet. Anwender<br />

sparen zudem Zeit und Kosten: Das sogenannte One-Click-Deployment ermöglicht, Proof-of-Concepts weltweit auszurollen,<br />

zu aktualisieren und anzupassen. Die ADP-Cloud vereinfacht diese oft noch manuell durchgeführten Arbeitsschritte – und<br />

damit das gesamte Software-Lebenszyklus-Management. Des Weiteren gestattet der Asset Data Provider eine herstellerübergreifende<br />

und zentrale Inbetriebnahme, Konfiguration und Parametrierung von IO-Link Master und Devices.<br />

www.balluff.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 35


6THESEN ...<br />

… über die Verbindungstechnik<br />

der Zukunft<br />

Wer im internationalen Wettbewerb<br />

mithalten möchte, muss seine<br />

Produkte, Prozesse und Dienstleistungen<br />

ständig auf den Prüfstand<br />

stellen. Stillstand ist Rückschritt. Das<br />

gilt auch für die Verbindungstechnik.<br />

Die Technologieexperten bei Lapp<br />

stellen dazu sechs Zukunftsthesen auf.<br />

01 WANDLUNGSVERLUSTE<br />

VERMEIDEN<br />

Die Gleichstromtechnik (DC) wird einen wichtigen<br />

Beitrag zum Gelingen der Energiewende und zur mehr<br />

Nachhaltigkeit leisten. Denn Experten haben festgestellt,<br />

dass die Verwendung von DC-Netzen den<br />

Energieverbrauch in existierenden Anlagen durch die<br />

Vermeidung von Wandlungsstufen deutlich senkt. Auch<br />

der Bedarf an Kupfer für die nur drei-/vieradrigen<br />

Gleichstromkabel und AC-DC-Wandlergeräte wird<br />

reduziert. DC Netze in Fabriken tragen auch zu einer<br />

geringeren Peak-Leistung am Versorgungsanschluss in<br />

Richtung Netz bei und entlasten hier. Daher geht Lapp<br />

bei der Entwicklung von Kabeln und Leitungen für<br />

Niederspannungs-Gleichstromnetze für industrielle<br />

Anwendungen als Pionier voran und verfügt bereits<br />

heute über ein großes Portfolio an Verbindungslösungen<br />

für industrielle DC Netze 1 . Lapp ist seit Herbst<br />

2022 eins der Gründungsmitglieder der Open Direct<br />

Current Alliance (ODCA). Dabei handelt es sich um ein<br />

Bündnis von Unternehmen, Forschungseinrichtungen<br />

und des ZVEI mit dem Ziel der DC-Technologie den Weg<br />

aus der Forschung in die industrielle Praxis zu ebnen.<br />

Darüber hinaus vernetzt sich Lapp weltweit mit<br />

weiteren DC-Initiativen, zum Beispiel in Österreich, in<br />

den Niederlanden sowie in den USA. Bei DC geht Lapp<br />

mit gutem Beispiel voran und zeigt, wie die ersten<br />

Schritte aus sehen könnten: Die Kooperation mit dem<br />

Fraunhofer IPA führte zur Entwicklung eines skalierbaren<br />

DC-Netzkonzepts für eine Produktionsstandorterweiterung<br />

in Frankreich. Dies steigert die Effizienz und<br />

ermöglicht die Integration von PV-Anlagen für nachhaltige<br />

Netzkonzepte. Diese Konzeptarbeit unterstützt<br />

die Transformation der Fabrikstromversorgung in<br />

Richtung Gleichstrom und fördert gleichzeitig Effizienz.<br />

Hubertus Breier,<br />

Vorstand<br />

Technik und<br />

Innovation<br />

bei Lapp<br />

02 DIGITALISIERUNG NIMMT IMMER<br />

MEHR ZU<br />

Einhunderteinundachtzig Zettabyte oder anschaulicher<br />

ausgedrückt die Zahl 181, gefolgt von 21 Nullen – das ist die<br />

Prognose für die weltweit generierte digitale Datenmenge für<br />

das Jahr 2025. Wie kann diese gigantische Datenmenge stabil<br />

und schnell übertragen werden? Kupferleitungen allein können<br />

das nicht bewältigen. Die Lösung: Licht, genauer gesagt<br />

Lichtwellenleiter. Daher ist eine zukunftssichere Kommunikationsinfrastruktur<br />

in der Fabrik mit Glasfaserkabeln unverzichtbar.<br />

Stand heute gibt es bereits Realisierungen wie Fibre-to-the-<br />

Curb, bei der quasi der Glasfaseranschluss an den Verteilerkasten<br />

vor dem Wohnhaus oder der Fabrik gelegt wird. Fibre-tothe-Machine<br />

ist der nächste logische Schritt, um auch die stark<br />

vernetzten Maschinen in der Fabrik mit ausreichend Datenübertragungsleistung<br />

zu vernetzen. Lapp verfügt bereits heute über<br />

ein breites Angebot an Glasfaserkabeln und Steckverbindern für<br />

nahezu jede Branche und Anwendung. Neu im Portfolio sind die<br />

feldkonfektionierbaren Epic Data FFC-LC-Steckverbinder sowie<br />

Epic Data FFC-SC Steckverbinder für GOF-Lichtwellenleiter. Sie<br />

vereinfachen die Herstellung einer steckbaren Glasfaserverbindung<br />

und bieten ein hohes Maß an Flexibilität.<br />

36 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


03 LÖSUNGEN FÜR KLEINE ROBOTER<br />

Der Trend zur Miniaturisierung in vielen Bereichen der<br />

Industrie setzt sich weiter fort. Die Anwendungen werden<br />

kompakter, Bauräume kleiner und immer mehr Daten -und<br />

Energieverbindungen müssen auf kleinstem Raum gesteckt<br />

werden. Mit den Epic Power M12 Steckverbindern wurde<br />

auf diese Marktanforderungen eingegangen. Zum Einsatz<br />

kommen sie beispielsweise in kollaborierenden Mensch-<br />

Roboter-Lösungen, sogenannte „Cobots“, die gemeinsam<br />

mit dem Menschen in der Fertigung oder im Lager agieren.<br />

Schon in der Entwicklung wurden die technischen Eigenschaften<br />

der Steckverbinder anhand von virtuellen Modellen<br />

simuliert und auf Herz und Nieren geprüft, noch bevor das<br />

erste 3D-Druck-Modell erstellt wurde.<br />

3<br />

1<br />

2<br />

04 SCHNELLER INFORMATIONS-<br />

AUSTAUSCH MIT SINGLE PAIR ETHERNET<br />

Natürlich ist die kupferbasierte Datenübertragung nach wie<br />

vor die dominante Lösung in der Industrie. Lapp ist seit dem<br />

Jahr 2019 Mitglied im SPE Industrial Partner Network e.V.<br />

Der Zusammenschluss aus namhaften Unternehmen ist<br />

eine zentrale Informations- und Austauschplattform zu<br />

Single Pair Ethernet (SPE) und verhilft der Technologie<br />

gemeinsam zum Durchbruch. Einfach übersetzt geht es um<br />

eine Anbindung der Feldebene (z. B. Sensorik oder Aktuatorik)<br />

an die Cloud über das Ethernet-Protokoll. Bisherige<br />

Feldbussysteme sollen damit ersetzt werden und den Weg<br />

zum IIoT ebnen. Um den Anforderungen des Marktes<br />

frühzeitig gerecht zu werden, erweitert Lapp sein Portfolio<br />

um innovative SPE-Lösungen. Die Etherline T1 FD ist für den<br />

dauerbewegten Einsatz in der Schleppkette geeignet.<br />

Speziell für anspruchsvolle Anwendungen in der Prozessindustrie<br />

wurde Ethernet Advanced Physical Layer (Ethernet-<br />

APL) entwickelt, welches teilweise auf SPE basiert. Die<br />

Technik ermöglicht die sichere Datenübertragung bis zur<br />

Feldebene in explosionsgefährdeten Umgebungen. Dafür<br />

sorgt die Zündschutzart „Eigensicherheit“. Ethernet-APL<br />

überbrückt zudem große Distanzen bis zu 1.000 m.<br />

05 IN GENERATIONEN DENKEN<br />

Auch bei Kabeln sind zunehmend umweltschonende und<br />

06 SICHER ABSCHIRMEN<br />

In der Smart Factory werden Maschinen und Anlagen<br />

zunehmend vernetzt. Dadurch gewinnt auch das Thema<br />

elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) immer mehr an<br />

Bedeutung. Vor allem in Industrieanlagen, in denen<br />

Frequenz umrichter-gesteuerte Motoren eingesetzt werden,<br />

kann es vermehrt zu unerwünschten Strömen auf den<br />

Potentialausgleichsleitungen (PA) oder Schutzerdleitungen<br />

(PE) kommen. Diese Ströme können benachbarte Datenleitungen<br />

und deren Datenqualität bei der Übertragung beein -<br />

trächtigen oder sogar zu erhöhten Verrostungseffekten in<br />

Gebäudestrukturen führen. Ein neues, innovatives Kabeldesign<br />

vermindert zuverlässig Ableitströme und liefert einen<br />

energieeffiziente Verbindungslösungen gefragt. Mit der<br />

entscheidenden Beitrag zu verbesserter EMV in Maschinen<br />

Etherline FD P Cat. 5e 3 hat Lapp bereits eine Leitung mit<br />

und Anlagen. Die Motorleitung Ölflex FD Servo zeroCM 2<br />

einem Mantel aus einem teilweise biobasierten TPU-<br />

Mantel material im Sortiment. Nun folgt mit der Ölflex<br />

Classic FD 810 der Prototyp einer Leitung mit nachhaltigem<br />

wurde durch ein spezielles Verseilverfahren ableitstromoptimiert<br />

und leistet einen wichtigen Beitrag zur EMV<br />

Optimierung von frequenzgesteuerten Antriebssystemen.<br />

PVC-Mantel. Aktuell untersucht Lapp erste Ansätze zum<br />

Einsatz von Recyclingmaterial, sowohl im Produktionskreislauf<br />

als auch der Einsatz von „Kabelschrott“. Neben den<br />

produktbezogenen Nachhaltigkeitsansätzen sind die Trans -<br />

parenz und die Dokumentation des Product Carbon Footprint<br />

Bilder: Schmuckbild chanidapa – adobe.stock.com, sonstige Lapp<br />

wichtig, ebenso die Bilanzierung des Scope 1 und<br />

2.<br />

www.lapp.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 37


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

MOBILE 5G-CONNECTIVITY<br />

Gefahrenbereiche in industriellen Umgebungen stellen besondere<br />

Anforderungen an die Technik, die eingesetzt wird. Das betrifft auch<br />

mobile Endgeräte. Eine neue Generation Tablets erfüllt die modernsten<br />

Kommunikationsstandards wie 5G und bewegt sich sicher in Ex-Bereichen.<br />

Als Pionier auf dem Gebiet mobiler Geräte für Gefahrenbereiche<br />

adressiert Pepperl+Fuchs den Bedarf der Industrie<br />

in der jüngsten Erweiterung seiner explosionsgeschützten<br />

Tablets. Die 10 Zoll Serie Tab-Ex 04 Pro<br />

DZ2/D2 kommuniziert unter anderem via 5G und Wi-Fi 6E und<br />

ist mit einer leistungsstarken Hardware ausgestattet. Es ist für Zone<br />

2/22, Div. 2 zertifiziert und verfügt je nach Modell über bis zu<br />

6 GB RAM. Vor allem komplexe Augmented-Reality-Anwendungen<br />

profitieren von dieser leistungsstarken Hardware. Diese sorgen<br />

für mehr Transparenz und helfen dabei, Prozesse von der<br />

Planung über den Betrieb bis hin zur Wartung schneller und sicherer<br />

zu machen. Die Software liefert alle zugrundeliegenden,<br />

vorhandenen Daten direkt und in Echtzeit an den Nutzer und<br />

macht sie gleichzeitig im Unternehmensnetzwerk teilbar.<br />

KOMFORT UND KONNEKTIVITÄT VEREINT<br />

5G und Wi-Fi 6E ermöglichen den Echtzeit-Zugriff auch auf umfangreiche<br />

Datensätze, etwa detaillierte Stamm- und Reparaturdaten.<br />

Dank dieser Konnektivität können Nutzer außerdem reibungslos<br />

in Echtzeit mit Kollegen, Experten, Teams und Projektgruppen<br />

kollaborieren. Das Tab-Ex 04 Pro DZ2/D2 sorgt für einen<br />

reibungslosen Datenaustausch mit Scada/DCS-Systemen,<br />

ERP-Systemen, Projektmanagementsystemen und computergestützter<br />

Anlagenplanung. Die Vielzahl an Schnittstellen macht es<br />

prädestiniert für ein breites Spektrum von IIoT-Anwendungen.<br />

Es ist außerdem mit den Netzen von vielfältigen internationalen<br />

Mobilfunkanbietern getestet und kompatibel.<br />

STETS EINE GUTE FIGUR<br />

Der unterstützte Samsung DeX-Modus eröffnet für Mobile Worker<br />

die Flexibilität und den Komfort, überall mit einem einzigen<br />

Device zu arbeiten. Über einen Multiport-Anschluss lässt sich<br />

das Tablet im Handumdrehen mit einem Monitor und Netzwerk<br />

verbinden und steht so einem Desktop-PC in nichts nach. So<br />

können Mitarbeitende die Ergebnisse ihrer Einsätze, andere<br />

Dokumente, Videos und Grafiken auf einem größeren Monitor<br />

und schnittstellenlos im Büro betrachten. Da keine stationären<br />

Rechner mehr benötigt werden und deren Verwaltung und<br />

Support entfallen, lassen sich dadurch auch Kosten signifikant<br />

reduzieren.<br />

Ob in der Öl- und Gasindustrie, in Raffinerien, Chemiewerken,<br />

in der pharmazeutischen Industrie oder entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette<br />

– den Einsatzmöglichkeiten des Tablets<br />

sind dank seiner robusten, explosionsgeschützten Bauweise keine<br />

Grenzen gesetzt. Es ist nach Schutzart IP68 staub- und wasserdicht.<br />

Stoß- und Vibrationsfestigkeit sind ebenso gegeben wie die<br />

Erfüllung des Standards MIL-STD-810H.<br />

GUT ZU WISSEN<br />

Das Tab-Ex 04 Pro DZ2/D2 wurde in Zusammenarbeit mit<br />

Samsung entwickelt. Durch die gemeinsame Entwicklung sind<br />

ein langer Produktlebenszyklus, moderne Technologie, Zuverlässigkeit<br />

und Sicherheit dank Samsung Knox gewährleistet.<br />

Pepperl+Fuchs hat 2023 zudem seine weltweiten Beratungsund<br />

Supportleistungen mit dem Silver-Partnerschaftsstatus im<br />

Android Enterprise Partner Program bestätigt. Kunden und Anwender<br />

haben damit die Gewissheit, dass nicht nur Geräte von<br />

Pepperl+Fuchs die hohe Zertifizierung Android Enterprise Recommended<br />

erhalten haben, sondern auch die Mitarbeiter umfassend<br />

geschult und zertifiziert sind. Somit erfüllen die Geräte<br />

die höchsten Anforderungen von Google für den Einsatz in den<br />

Bereichen Industrie und Enter prise.<br />

Bilder: Pepperl+Fuchs<br />

www.pepperl-fuchs.com<br />

www.ecom-ex.com<br />

38 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


KOMPONENTEN UND SOFTWARE<br />

CO 2<br />

-REDUZIERTE STECKVERBINDER-KOMPONENTEN<br />

Die Harting-Technologiegruppe bringt mit der GreenLine die ersten<br />

CO 2<br />

-reduzierten Kontakteinsätze auf den Markt. Dafür ersetzt sie zum<br />

Beispiel mineralische Rohstoffe für die Steckverbinder durch Bio-Polymere.<br />

Als erstes hat Harting Monoblöcke der Serie Han E in den Baugrößen 6B bis<br />

24B entsprechend gefertigt. Das neue Bio-Polymer wird nach dem Prinzip<br />

der Massenbilanzierung unter Nutzung erneuerbarer statt rein fossiler<br />

Rohstoffe produziert. Es erfüllt die Kriterien der internationalen Nachhaltigkeits-<br />

und Kohlenstoffzertifizierung ISCC+ und bietet eine CO 2<br />

-Reduzierung<br />

von bis zu 70 Prozent – bezogen auf zertifiziertes, biobasiertes Polycarbonat. Die Verwendung der GreenLine wirkt sich<br />

für Anwender positiv auf die Umweltbilanz des Herstellungsprozesses eines Geräts oder einer Maschine beziehungsweise<br />

Anlage aus. Die Zertifizierung nach ISCC+ ermöglicht eine vollständige Rückverfolgbarkeit der verwendeten Materialien<br />

entlang der gesamten Lieferkette. Anwender können so ihre CO 2<br />

-Bilanz verbessern.<br />

www.harting.com<br />

NEUE MODULARE<br />

COOLING-LÖSUNG<br />

Rittal hat eine neue Kühllösung<br />

vorgestellt, die den<br />

Weg für Künstliche Intelligenz<br />

(KI) ebnet. Denn der Bedarf an<br />

Rechenleistung wächst so<br />

stark, dass ein völlig neues<br />

Level bei Skalierung, Kühlung,<br />

Stromverteilung und Energieeffizienz<br />

gefragt ist. Die in<br />

enger Abstimmung mit mehreren Hyperscalern<br />

entwickelt modulare Cooling-Lösung erbringt mit<br />

direkter Wasserkühlung eine Kühlleistung von mehr als<br />

1 MW. Rittal nutzt dafür Coolant-Distribution-Units für<br />

einphasige direkte Flüssigkeitskühlung mit Wasser, die<br />

auf besonders einfache Servicierbarkeit ausgelegt sind.<br />

Wie das funktioniert? Mit Modularisierung und den<br />

Design-Vorteilen des Open Rack V3. Nach dem Vorbild<br />

der Stromversorgung wird der Server im Rack mit<br />

standardisierten Anschlüssen an die zentralen Zuund<br />

Abläufe des Wasserkreislaufs gekoppelt.<br />

Funktions einheiten wie die zentrale Controller-Unit<br />

und mehrere Kühlmittel-Fördereinheiten je nach<br />

Leistungsanforderung sind vollständig modular und<br />

werden unkompliziert ins Rack geschoben.<br />

www.rittal.de<br />

VERBIEGEN LEICHT GEMACHT<br />

Mit dem neuen Flanschwinkel von<br />

Icotek lassen sich Leitungen im<br />

90°-Winkel über einen sehr großen<br />

Biegeradius einführen. Die neue<br />

KEL-FW B eignet sich für Leitungen<br />

mit Stecker mit einem Durchmesser<br />

bis 35 mm. Ebenso möglich sind<br />

starre Leitungen mit größerem<br />

Durchmesser, kleinere Leitungen, die<br />

einen großen Mindestbiegeradius<br />

benötigen, sowie LWL-Kabel. Zur<br />

Montage wird die Komponente vorab<br />

an den beiden hinteren Bohrlöchern am Gehäuse verschraubt<br />

und mit den gewünschten Kabeltüllen bestückt. Anschließend<br />

wird der Deckel heruntergeklappt, arretiert und an den beiden<br />

vorderen Bohrlöchern mit dem Gehäuse verschraubt. Der<br />

aufklappbare Deckel des Flanschwinkels ist fest durch ein<br />

Scharnier mit dem Anbaugehäuse verbunden und somit<br />

unverlierbar. Das System lässt sich so einfach und schnell<br />

montieren. Der Flanschwinkel erreicht mit der integrierten<br />

Dichtung die Schutzart IP65, verfügt über eine hohe Stabilität<br />

und ist vibrationssicher. Die Zugentlastung erfolgt gemäß<br />

DIN EN 62444. Die Komponente besteht aus Polyamid, ist<br />

silikon- und halogenfrei und dank Brandklasse UL94-V0<br />

selbstverlöschend.<br />

www.icotek.com<br />

SKALIERUNG GENERATIVER KI<br />

Siemens präsentiert sein erstes generatives Künstliche-Intelligenz-Produkt (KI) für<br />

Engineering im industriellen Umfeld: Der Siemens Industrial Copilot, ein generativer<br />

KI-gestützter Assistent, ist nahtlos mit dem Totally Integrated Automation (TIA)<br />

Portal verbunden. Automatisierer finden so schneller Antworten auf ihre Fragen,<br />

können eine grundlegende Visualisierung generieren und schneller Code für<br />

speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) entwickeln. Dadurch reduziert sich<br />

ihr Arbeitsaufwand, Routineaufgaben können an den Siemens Industrial Copilot<br />

ausgelagert werden und das Engineering komplexer Aufgaben ist weniger fehleranfällig.<br />

Bei langfristig steigender Qualität und Produktivität sollen Entwicklungszeiten<br />

deutlich kürzer werden. Der Siemens Industrial Copilot beinhaltet die Automatisierungs- und Prozesssimulationstechnologie<br />

von Siemensʼ digitaler Businessplattform Siemens Xcelerator. Die Sprachmodelle von Microsoft Azure OpenAI Service<br />

erweitern ihn, um z. B. die Erstellung und Optimierung von Software-Code für die Fabrikautomatisierung zu ermöglichen.<br />

www.siemens.com<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 39


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

HYGIENISCH EINWANDFREIES KABELMANAGEMENT<br />

FÜR AUTOMATISIERTE PROZESSE<br />

CLEAN UND SAFE<br />

Die Beachtung von Hygienic Design-Prinzipien<br />

bei der Planung und dem Bau von Maschinen und<br />

Produktionsanlagen im Bereich Pharma & Food<br />

stellt an die Kabelführung besondere Anforderungen.<br />

Worauf Maschinen- und Anlagenbauer achten sollten<br />

und welche Lösungen für hygienesensible Bereiche in<br />

der Industrie prädestiniert sind, lesen Sie hier.<br />

1<br />

2


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

In den automatisierten<br />

Prozessen der Lebensmittelund<br />

Pharmaindustrie erfordern<br />

die drei Bereiche Produktkontaktzone<br />

(1), Spritzzone (2)<br />

und produktfreie Zone (3)<br />

unterschiedliche<br />

Hygiene-Maßnahmen<br />

Der Grad der Hygieneanforderungen an Nahrungsmittel-<br />

Produktionsanlagen gemäß DIN EN 1672-2 hängt von<br />

der Kontaktmöglichkeit zu den Lebensmitteln ab. Daraus<br />

ergeben sich beispielsweise in der Lebensmittelindustrie<br />

verschiedene Produktionszonen: In dem Lebensmittelbereich<br />

(1) können Lebensmittel mit Anlagenteilen in Berührung<br />

kommen und anschließend in den Verarbeitungsprozess zurückgelangen.<br />

Hier sind hohe Reinigungsintervalle erforderlich, was<br />

wiederum für die Anlagen und die darin verbauten Komponenten<br />

bedeutet, dass diese über eine hohe Chemikalienresistenz<br />

verfügen und so konstruiert sein müssen, dass eine rückstandslose<br />

Reinigung möglich ist. In der Konsequenz ist der Einsatz von<br />

Komponenten nach dem Hygienic Design Prinzip zwingend erforderlich.<br />

In dem Spritzbereich (2) können Lebensmittel mit<br />

Bauteilen der Anlage in Berührung kommen und sich festsetzen.<br />

Die Bauteile müssen daher entweder geschützt werden, sollten<br />

jedoch auch trotzdem eine entsprechend glatte Oberflächen-<br />

HYGIENIC DESIGN STEHT FÜR<br />

DIE REINIGUNGSGERECHTE<br />

GESTALTUNG VON BAUTEILEN<br />

beschaffenheit aufweisen. Auch in die diesen Zonen sollten<br />

Komponenten, die nach dem Hygienic Design Prinzip zertifiziert<br />

worden sind, eingesetzt werden. In dem Nicht-Lebensmittelbereich<br />

(3) – abseits des eigentlichen Produktionsprozesses – sind<br />

die Anforderungen vergleichbar mit dem klassischen Industrieumfeld.<br />

Die Gefahr einer Kontamination der Lebensmittel ist<br />

tendenziell gering. Jedoch kann es auch hier sinnvoll sein, auf<br />

Hygienic Design-Lösungen zu setzen.<br />

3<br />

NEUE KABELVERSCHRAUBUNGEN<br />

FÜR HÖCHSTE HYGIENEANSPRÜCHE<br />

In den automatisierten Produktionsanlagen der Lebensmittel-,<br />

Pharma- und Chemie-Branche gibt es eine Menge an Kabel und<br />

Leitungen, die Gehäuse mit der Peripherie verbinden – eine besondere<br />

Herausforderung für die Kabeleinführung. Denn Hohlräume,<br />

Spalte und offene Gewindegänge wie bei herkömmlichen<br />

Kabelverschraubungen sind in Hygiene-Anwendungen tabu. Um<br />

die immer strengeren EHEDG-Vorgaben zu erfüllen, ist Pflitsch<br />

bei der aktuellen Cleanplus neue Wege gegangen und konnte sie<br />

daher als erste und aktuelle am Markt einzige Komplettverschraubung<br />

zertifizieren lassen.<br />

Für den Verschraubungskörper wird der hochwertige Edelstahl<br />

1.4404/AISI 316L verwendet, den Pflitsch so fertigt, dass sehr glatte<br />

Oberfläche (Rauheit Ra < 0,8 μm) entstehen und gerundete<br />

Schlüsselflächen Anhaftungsmöglichkeiten minimieren. Bei der<br />

Montage werden Spalten und offene Gewindegänge vermieden.<br />

Die aktuell von der EHEDG geforderten maximalen Spaltmaße<br />

von +/-0,2 mm werden eingehalten. Das stellt sicher, dass Anhaftungen<br />

von Schmutzpartikeln vermieden werden und eine perfekte<br />

Reinigung möglich ist. Für Dichteinsätze verwendet Pflitsch<br />

ein Silikon-Material entsprechend der FDA 21 CFR §177.2600,<br />

das für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist.<br />

Die Materialbeständigkeitstests von Ecolab bestätigen die Eignung<br />

des Materials. Die Cleanplus ist damit bestens geeignet für<br />

den Lebensmittelbereich.<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 41


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

01<br />

02<br />

Bereichen der Lebensmittel-, Getränke- und Pharma-Produktion<br />

gegeben ist. Technische Features sind die hohen Schutzarten IP<br />

68 und IP 69, die kabelschonende Abdichtung durch den großen<br />

Dichteinsatz und die hohe Zugentlastung, die ein Herausrutschen<br />

des Kabels aus der Kabelverschraubung verhindert.<br />

WIRTSCHAFTLICH: POLYAMID-LÖSUNG<br />

BRINGT HYGIENE<br />

Edelstahl ist vielfach immer noch der Premium-Werkstoff in der<br />

Lebensmittel- und Prozesstechnik, wenn es um Hygienic Design<br />

geht. Doch mittlerweile verdrängen Kunststoffe mit ähnlich guten<br />

Eigenschaften die teure Lösung. Die blueglobe Clean Plus ist<br />

die erste Hygienic-Design-Kabelverschraubung aus lebensmittelechtem<br />

Kunststoff. Sie wurde vom Fraunhofer-Institut mit dem<br />

Reiner-Preis ausgezeichnet, überzeugt durch wirtschaftliche<br />

GEEIGNETE KUNSTSTOFFE<br />

BIETEN EIN ATTRAKTIVES<br />

KOSTEN-NUTZEN-VERHÄLTNIS<br />

BELASTBAR IN JEDER HINSICHT<br />

Zum Produktstart gibt es die Cleanplus (Bild 01) in den gängigen<br />

fünf Größen M12 bis M32. Damit lassen sich Kabeldurchmesser<br />

von 3,5 bis 23,0 mm zuverlässig abdichten. Die Dichteinsätze aus<br />

HTS-Silikon verfügen über einen Verdrehschutz, sodass beim<br />

Anziehen der Druckschraube das Kabel sicher in Position bleibt.<br />

Die Cleanplus punktet außerdem mit einem weiten Temperaturbereich<br />

von -55 bis +180 °C, so dass die Einsatzfähigkeit in allen<br />

Konditionen und ermöglichte eine gewichtsreduzierte Kabelinstallation.<br />

Diese Polyamid-Variante aus FDA-konformen Material<br />

gibt es aktuell in den Größen M16 bis M32 für Kabeldurchmesser<br />

von 7,0 mm bis 23,0 mm.<br />

Im Vergleich zu anderen Hygiene-Kabelverschraubungen ist<br />

die blueglobe Clean Plus sehr kompakt. Technische Features –<br />

wie bei Pflitsch üblich – sind die hohen Schutzarten IP 68 und IP<br />

69, die kabelschonende Abdichtung durch den großen Dichteinsatz<br />

und die überdurchschnittlich hohe Zugentlastung, die ein<br />

Herausrutschen des Kabels aus der Kabelverschraubung verhindert.<br />

Sie wird beispielweise eingesetzt, um eine hygienisch einwandfreie<br />

Kabeleinführung an Steckern zu realisieren. Gerade<br />

die Gewichtsersparnis, die hohen Schutzarten und die überdurchschnittliche<br />

Zugentlastung sind Pluspunkte beispielsweise<br />

von solchen Steckverbindern wie der T-Type der Hygienic-Serie<br />

von Ilme (Bild 02).<br />

42 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


03<br />

01 Die neue Cleanplus Kabelverschraubung für den Einsatz<br />

in der Produktkontaktzone 1 entspricht den aktuell verschärften<br />

Vorgaben der EHEDG<br />

02 Mit der ersten zertifizierten Hygiene-Kabelverschraubung<br />

blueglobe Clean Plus aus FDA-konformem Kunststoff bietet Pflitsch<br />

eine bestens zu reinigende Lösung zu wirtschaftlichen Konditionen<br />

03 Für die hygienegerechte Kabelführung durch Pharma- und<br />

Food-Produktionsanlagen kommen in der Zone 2 offene Gitter-Kanäle<br />

aus Edelstahl zum Einsatz<br />

AUCH DIE HYGIENEGERECHTE<br />

KABELFÜHRUNG IST REALISIERBAR<br />

In der automatisierten Lebensmittel-Herstellung werden jede<br />

Menge Kabel installiert, um die einzelnen Module, Antriebe und<br />

Sensoren an die Steuerung anzubinden. Der offene und stabile<br />

Gitter-Kanal von Pflitsch bietet dazu die optimale Kabelführungslösung<br />

für Zone 2 und 3. Er ist verfügbar in Größen von<br />

53 mm ´ 46 mm bis 620 mm ´ 110 mm in den Bauhöhen 30,<br />

60 mm und 110 mm sowie als Mini-Kanal ab 40 mm ´ 20 mm in<br />

U-, C- G- und L-Form und als Flachgitter. Mit dem Z-Kanal sind<br />

auch vertikale Installationen möglich, da die Z-förmige Konstruktionsform<br />

das Herausfallen der Kabel verhindert. Dachförmige<br />

oder flache, aufgeclipste Deckel – auch als Vollschutzvariante<br />

mit Seitenabdeckungen – schützen die Kabel vor herabtropfenden<br />

Flüssigkeiten. Für Anwendungen, bei denen es auf gute Reinigung<br />

ankommt, hat Pflitsch besondere Befestigungskonsolen<br />

entwickelt, um den Kabelkanal hygienisch-sauber zu montieren.<br />

So ist der Gitter-Kanal einfach zu installieren und leicht zu reinigen.<br />

KANAL-BAUGRUPPEN MIT BIS ZU<br />

20 % EINSPARPOTENZIAL<br />

Statt Kanalverläufe mühevoll von Hand an die Umgebung anzupassen,<br />

nutzen immer mehr Maschinenbauer den Pflitsch Baugruppenservice:<br />

Per CAD geplant, werden die benötigten Kanalteile<br />

unter gleichbleibenden Bedingungen produziert und zu<br />

einbaufertigen Baugruppen vormontiert, die in Transportbehältern,<br />

Kartons oder auf Paletten termingerecht beim Kunden samt<br />

Befestigungstechnik angeliefert werden. Kantenschutz, Trennstege<br />

und andere Ausstattungsdetails werden auf Wunsch vorinstalliert.<br />

Selbst Sonderbauteile für eine Anbindung des Kanals an<br />

den Schaltschrank werden wirtschaftlich realisiert. Das reduziert<br />

beim Kunden Planung, Disposition, Personaleinsatz und Dokumentation.<br />

Auch die Fertigung beim Kunden läuft sehr sauber ab,<br />

da die Kanalteile nicht mehr vor Ort bearbeitet werden müssen.<br />

Mit diesem Baugruppenservice erreicht der Maschinenbauer<br />

in jedem Fall eine optimale, hochwertige Kanalführung durch<br />

seine Maschine und Anlage, ganz gleich, ob bei großen oder kleinen<br />

Installationen. Projekterfahrungen zeigen, dass sich bei Kun-<br />

den die Durchlaufzeiten für die Kabelkanalrealisierung auf die<br />

Hälfte verkürzen. Die Kosten werden insgesamt um bis zu 20 %<br />

reduziert. Gleichzeitig ergibt sich ein besseres Montageergebnis<br />

als bei der Handarbeit.<br />

LÖSUNGEN FÜR SPEZIELLE BRANCHEN<br />

Pflitsch ist weltweit führend, wenn es um das Kabelmanagement<br />

in unterschiedlichsten Ausprägungen geht. Dabei kennt der Experte<br />

die branchentypischen Anforderungen und geht auf die individuellen<br />

Bedürfnisse seiner Kunden ein. Die Anwendungsfelder<br />

reichen vom allgemeinen Anlagen- und Maschinenbau über<br />

die Bahnindustrie bis hin zur Elektromobilität sowie der Lebensmittel-<br />

und Pharmaindustrie. Für jede dieser Branchen gibt es ein<br />

eigenes Programm an hochentwickelten Lösungen, das ganzheitlich<br />

aufgebaut ist und das komplette Kabelmanagement inklusive<br />

Kabeleinführung, Kabelführung und Kabelschutz umfasst.<br />

Bilder: Pflitsch, Schmuckbild add - stock.adobe.com<br />

www.pflitsch.de<br />

UNTERNEHMEN<br />

PFLITSCH GmbH & Co. KG<br />

Ernst-Pflitsch-Str. 1, 42499 Hückeswagen<br />

Tel. 02192 911-0<br />

AUTOR<br />

Dipl.-Ing. Walter Lutz, freier Fachjournalist,<br />

PRservice, 35708 Haiger<br />

ZUSATZINHALTE IM NETZ<br />

Neue Hygienic Design-Lösungen für sichere<br />

Prozesse: bit.ly/PflitschLebensmittel<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 43


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

MASCHINENSICHERHEIT IN DER PHARMA- UND LEBENSMITTELINDUSTRIE<br />

GEFRIERGUT SCHNEIDEN –<br />

ABER SICHER<br />

Weltweit nutzen Lebensmittelhersteller die Gefrierschneider<br />

von Magurit. Das Unternehmen setzt Standards bei Qualität,<br />

Produktivität und auch bei der Maschinensicherheit. Es ist<br />

daher selbstverständlich, dass auch die verbauten<br />

Komponenten wie Sicherheitsschaltgeräte den hohen<br />

Standards gerecht werden müssen. Hinzu kommen<br />

Anforderungen wie Manipulationssicherheit und<br />

Hygienic Design. Im folgenden Beitrag erfahren Sie,<br />

worauf es dabei ankommt und welche Lösungen es gibt.<br />

44 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

01 Entwickelt für Maschinen in der Lebensmittelindustrie: die<br />

hygienegerechten Bedien- und Befehlsgeräte des N-Programms<br />

SICHERHEITSSTEUERUNG NACH<br />

DEM PRINZIP ONE-FOR-ALL – EIN<br />

STANDARD BIETET FLEXIBILITÄT<br />

Scheiben, Streifen, Würfel, Stücke: In welcher Form auch<br />

immer der Hersteller von Lebensmitteln seine (gefrorenen<br />

oder auch frischen) Vor- und Endprodukte, zum Beispiel<br />

Fleisch, Fisch oder auch Fruchtkonzentrate, schneiden<br />

möchte – die Magurit Gefrierschneider GmbH liefert die Maschinen<br />

dafür.<br />

Das östlich von Köln in Hückeswagen ansässige Unternehmen<br />

ist in mancher Hinsicht typisch für den deutschen Maschinenbau.<br />

Es kann auf eine lange Tradition (gegründet 1859) zurückblicken<br />

und auf Kontinuität (familiengeführt in der fünften<br />

Generation). Und als weltweit einziges Unternehmen ist Magurit<br />

spezialisiert auf die Herstellung von Maschinen zum Schneiden<br />

gefrorener Rohstoffe in der Lebensmittelindustrie. So erklärt sich<br />

der Exportanteil des „Hidden Champion“ von rund 80 %. Zugleich<br />

aber erschließt sich Magurit auch immer wieder neue Anwendungs-<br />

und Technologiefelder. Das wohl markanteste Beispiel<br />

ist die Entwicklung und Produktion von Gefrierschneidern<br />

für die Pharmaindustrie, genauer gesagt für gefrorenes Blutplasma,<br />

das als wertvolle Grundlage vieler Medikamente dient. Hier<br />

projektiert und baut Magurit anspruchsvolle Sonderanlagen, für<br />

die das komplexe Regelwerk der Pharmaproduktion und nochmals<br />

strengere Hygienevorschriften als in der Lebensmittelverarbeitung<br />

gelten.<br />

MASCHINENSICHERHEIT: LANG BEWÄHRTE<br />

KONTINUITÄT UND INNOVATION<br />

Auch in Sachen Maschinensicherheit setzt das Unternehmen auf<br />

die Kombination von Kontinuität und Innovation. Kontinuität gilt<br />

für die Zusammenarbeit mit Schmersal, die nun schon mehrere<br />

Jahrzehnte andauert. Und Innovation ist die Devise bei der Auswahl<br />

der Sicherheitsschaltgeräte und der Signalauswertung. Das<br />

zeigt sich unter anderem daran, dass baureihenübergreifend die<br />

Sicherheitskompaktsteuerung Protect Select OEM aus dem<br />

Schmersal-Programm zum Einsatz kommt.<br />

KUNDENSPEZIFISCH UND KOMPAKT:<br />

DIE SICHERHEITSSTEUERUNG<br />

Mit der Protect Select-Serie hat Schmersal die Lücke zwischen den<br />

marktüblichen Sicherheitsbausteinen und einer „ausgewachsenen“<br />

Sicherheitssteuerung geschlossen. Entwickelt wurde sie für<br />

überschaubare Anwendungen, d. h. für bis zu fünf Sicherheitsfunktionen,<br />

und der Anwender muss keinen Programmier aufwand<br />

betreiben. Stattdessen wählt er eines von mehreren vorkonfigurierten<br />

Applikationsprogrammen aus und legt die gewünschten<br />

Parameter (Belegung der Eingänge, Entprell- und Abfallverzögerungszeiten…)<br />

per Menüführung und Klartextanzeige fest.<br />

Schon bei den Sicherheitsbausteinen bezog Magurit rund<br />

25 Jahre lang eine kundenspezifische Variante und behält diese<br />

Strategie auch bei der Sicherheitskompaktsteuerung bei. Mit der<br />

Protect Select OEM bietet Schmersal den Kunden die Möglichkeit,<br />

die gewünschten Funktionen festzulegen. Geliefert wird<br />

dann eine fertig programmierte Steuerung. Die Vorteile, die dieses<br />

Konzept der sicherheitsgerichteten Signalauswertung bietet,<br />

02 Je nach Anwendung – hier an einer Anlage für die<br />

Pharmaproduktion – werden auch nicht verdeckt montierte,<br />

codierte Sicherheitssensoren verwendet<br />

sind vielfältig. Dipl.-Ing. Dino Vieth, Geschäftsführer von Magurit:<br />

„Wir setzen jetzt nach dem Prinzip ‚One for all‘ über die Baureihen<br />

hinweg eine Standard-Sicherheitssteuerung ein, bei der<br />

wir die jeweils benötigten Funktionen freischalten können. Diese<br />

Steuerung ist validiert und wir wählen einfach aus, welche Eigenschaften<br />

benötigt werden. Das ist einfacher als wie bisher jeweils<br />

verschiedene Kombinationen von Sicherheitsbausteinen zu verwenden.“<br />

Und flexibel bleibt man auch: Aktuell wird die Programmauswahl<br />

noch um eine Stopp-1-Funktion ergänzt.<br />

Die Umstellung von den Relaisbausteinen auf die kundenspezifische<br />

Sicherheitskompaktsteuerung verlief, so Dino Vieth, problemlos:<br />

„Die Safety-Experten von Schmersal haben uns gut unterstützt<br />

und sich in unsere Anforderungen hineingedacht. Auch<br />

mit dem Büro Stollenwerk als Schmersal-Vertretung arbeiten wir<br />

seit vielen Jahren gut zusammen.“<br />

Zu den technischen Vorteilen gesellt sich ein kommerzieller<br />

Nutzen. Dipl.-Ing. Uwe Stollenwerk, Technisches Büro Stollenwerk<br />

GmbH: „Wenn eine Protect Select zwei oder mehr Relaisbausteine<br />

ersetzt – und das ist bei den Maschinen von Magurit<br />

häufig der Fall – spart der Anwender auch Kosten.“<br />

SICHERHEITSSENSOREN: DIE KUNST<br />

DES „VERSTECKTEN EINBAUS“<br />

Auch bei der Stellungsüberwachung der Schutztüren und -hauben,<br />

die den Gefahrenbereich der Schneideinheit absichern,<br />

kommt eine rundum durchdachte Lösung zur Anwendung. Da<br />

die Hygieneanforderungen beim Gefrierschneiden sehr hoch<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 45


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

03 Anlage für das Schneiden<br />

von gefrorenem Blutplasma<br />

02 Beim Gespräch in der Magurit-Fertigung: Anton Ivanov,<br />

Schmersal-Branchenmanager Lebensmittel und Verpackung, Dipl.-Ing.<br />

Uwe Stollenwerk vom Schmersal-Vertriebspartner Büro Stollenwerk<br />

und Dipl.-Ing. Dino Vieth, Geschäftsführer von Magurit (v.l.n.r.).<br />

sind, verwendet Magurit berührungslos wirkende Sicherheitsmagnetsensoren.<br />

Diese Sensoren sind verdeckt hinter einer<br />

Edelstahlabdeckung montiert und die zugehörigen uncodierten<br />

Betätigermagnete sind versteckt im Anschlagpuffer der Schutzhaube<br />

untergebracht. Das beugt in der Praxis wirksam dem Risiko<br />

von Manipulation vor (mit dem Ziel, die Schutzeinrichtung zu<br />

umgehen bzw. unwirksam zu machen).<br />

Uncodierte Magnete kommen hier zum Einsatz, weil Sicherheitssensoren<br />

mit codierten Magneten einen so geringen Schaltabstand<br />

aufweisen, dass es bei starken Erschütterungen – die<br />

beim Gefrierschneiden nicht zu vermeiden sind – zum Abschalten<br />

der Maschine kommen kann. Wenn sich dieses Risiko ausschließen<br />

lässt, setzt Magurit auch offen montierte Sicherheitssensoren<br />

mit codierten Magneten ein.<br />

BEDIENELEMENTE MIT HOHEM<br />

HYGIENESTANDARD<br />

Auch an der Mensch-Maschine-Schnittstelle der Gefrierschneider<br />

gelten hohe Hygieneanforderungen. Erfüllen lassen sie sich<br />

mit dem N-Programm von Schmersal. Diese Befehls- und Be­<br />

diengeräte sind nach den Grundsätzen des „Hygienic Design“<br />

konstruiert. Sie sind bestens abgedichtet, lassen sich gut reinigen<br />

und sind auch frei von Totzonen, in denen sich Produktreste oder<br />

Flüssigkeiten absetzen könnten. Und das Programm ist so groß,<br />

dass sich alle Bedienfunktionen gut und hygienegerecht abbilden<br />

lassen. Dino Vieth: „Wir nutzen dieses Programm bei den einfacheren<br />

Maschinen, die kein Touch Panel benötigen, oder auch<br />

als Ergänzung zum Touch Panel – und natürlich für den obligatorischen<br />

Not-Aus-Taster.“<br />

Hier steht eine Umstellung kurz bevor: Schmersal hat mit dem<br />

H-Programm eine ganz neue Serie von Bedien- und Befehlsgeräten<br />

vorgestellt, die nach mehr als 25 Jahren das N-Programm<br />

ablöst und die Magurit künftig einsetzen wird. Der Vorteil der<br />

neuen H-Baureihe: Sie entspricht den Anforderungen der<br />

DIN EN ISO 14159 und der Neufassung der EN 1672-2 sowie der<br />

neuen Verordnung 10/2011/EU. Zudem ist die H-Baureihe modular<br />

aufgebaut und damit sehr flexibel.<br />

Bilder: 1-2 Magurit Gefrierschneider, 3-6 Schmersal<br />

www.schmersal.com<br />

MULTIFUNKTIONAL<br />

Vielseitiger und flexibler als<br />

Sicherheitsbausteine: die<br />

parametrierbare Sicherheitskompaktsteuerung<br />

Protect<br />

Select in einer OEM-Version. Sie<br />

kommt bei Magurit-Baureihenübergreifend<br />

zum Einsatz und<br />

erlaubt mit ihren zahlreichen<br />

Programmauswahlfunktionen<br />

flexible Anpassungen je nach<br />

Anwendungsfall.<br />

UNTERNEHMEN<br />

K.A. Schmersal GmbH & Co. KG<br />

Möddinghofe 30, 42279 Wuppertal<br />

SAFETY SERVICES<br />

Die Spezialisten des tec.nicum bieten allen<br />

Maschinenherstellern und -betreibern eine<br />

herstellerneutrale Beratung zu allen gesetz -<br />

lichen Vorschriften und unterstützen bei der<br />

sicheren Gestaltung der Maschinen und<br />

Arbeitsplätze. Mehr: www.tecnicum.com<br />

46 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

EFFIZIENTE PROZESSE IN DER<br />

PHARMAINDUSTRIE<br />

Die Integration von Maschinen und Automatisierungssystemen<br />

in pharmazeutische oder biotechnologische<br />

Produktionsumgebungen ist eine Voraussetzung für<br />

die Umsetzung vieler Industrie 4.0-Lösungen. Möglich<br />

ist dies mit der Software PAS-X MSI Plug & Produce.<br />

Körber vergibt das<br />

„PAS-X-MSI-Plug-&-<br />

Produce-Ready“-Zertifikat<br />

nun an Syntegon,<br />

Hersteller pharmazeutischer<br />

Prozess- und<br />

Verpackungstechnik.<br />

Die Kooperation<br />

zwischen Körber und Syntegon zielt darauf ab, eine<br />

nahtlose Integration von PAS-X MES, einem Manufacturing<br />

Execution System, und den Anlagen von<br />

Syntegon zu ermöglichen. Dies ist besonders relevant<br />

für gemeinsame Kunden in der Pharma-, Biotechsowie<br />

Zell- und Gentherapie-Industrie. Die PAS-X-MSI-<br />

Plug-&-Produce-Schnittstelle von Körber spielt dabei<br />

eine entscheidende Rolle, da sie eine effiziente<br />

Integration der beiden Systeme mit stark reduziertem<br />

Konfigurationsaufwand ermöglicht. Durch die Bereitstellung<br />

integrierbarer Lösungen unterstützt Körber<br />

den Anwender bei ihrer digitalen Transformation.<br />

www.koerber-pharma.com<br />

ENTWICKLUNG NEUER FELDGERÄTE<br />

MIT SINGLE PAIR ETHERNET<br />

Endress+Hauser tritt<br />

der Single Pair<br />

Ethernet (SPE) System<br />

Alliance bei. Diese<br />

strategische Allianz<br />

unterstreicht das<br />

Engagement des<br />

Unternehmens, die<br />

Digitalisierungsanforderungen<br />

seiner Kunden zu vereinfachen und in die Zukunft<br />

der Automatisierung zu investieren. Mit dem Beitritt zeigt das<br />

Unternehmen sein Vertrauen in die Mitglieder, die kooperieren,<br />

um die Zukunft der Automatisierungstechnik gemeinsam<br />

zu gestalten. Anwender profitieren von der Interoperabilität,<br />

die ihnen das Angebot der Mitglieder der SPE System Alliance<br />

bietet. Bereits fast 75 Mitglieder bilden das große Ökosystem<br />

von SPE-Produkten und schaffen damit Wahlfreiheit für<br />

Kunden. Der Beitritt von Endress+Hauser zu dieser Partnerschaft<br />

öffnet die Tür für den Austausch von Wissen und<br />

Erfahrung, um optimale Lösungen zu liefern. Um Anwendern<br />

die Möglichkeit zu bieten, bei der Digitalisierung weiter zu<br />

wachsen und alle Vorteile von SPE zu nutzen, arbeitet das<br />

Unternehmen nun an einem Portfolio von Feldgeräten mit<br />

SPE. Ziel ist es, einen harmonisierten Ansatz zu schaffen,<br />

vergleichbar mit den Ethernet-APL-Geräten des Herstellers.<br />

www.endress.com<br />

Built to protect<br />

Unsere Hygienic Design Lösungen<br />

· Schnelle, effiziente und sichere Reinigung<br />

· Direkte Prozesseinbindung: CIP- / SIP-fähig<br />

· Schutzklasse IP69X (max. 30 bar)<br />

· Totraumfreie Gehäusekonstruktion<br />

Weitere Informationen finden Sie unter:<br />

www.wittenstein.de/hygiene-design<br />

alpha<br />

WITTENSTEIN alpha – intelligente Antriebssysteme<br />

www.wittenstein-alpha.de


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

PROZESSSICHERHEIT IN DER TUBENPRODUKTION<br />

FLEXIBEL BLEIBEN<br />

Tuben finden als kosmetische und pharmazeutische Verpackungen in<br />

unterschiedlichsten Größen und Formaten ihre Anwendung. Dementsprechend<br />

flexibel müssen die Herstellungsprozesse sein. PackSys hat sich darauf spezialisiert<br />

und setzt bei seinen Tubenrohrschweißmaschinen auf eine überwachte<br />

Formatverstellungslösung. Damit lassen sich unterschiedliche Tubenformate<br />

automatisiert im Handumdrehen einstellen.<br />

Maschinen, auf denen die Verpackungen für Zahnpasta<br />

oder Kosmetikprodukte gefertigt werden, kommen<br />

von der PackSys Global AG aus Rüti in der<br />

Schweiz. Das Unternehmen achtet für seine Kunden<br />

auf effiziente Prozesse, einen hohen Output und einfache Bedienbarkeit.<br />

Dafür sorgen wachsende Digitalisierung und Automatisierung<br />

sowie Verschlankung der Prozessschritte. Ein wichtiger<br />

Aspekt mit großem Einfluss auf die Prozesssicherheit ist die<br />

korrekte Formatverstellung der Maschinen, d. h. die Anpassung<br />

der Einstellungen auf unterschiedliche Tubenformate. Um den<br />

Bedienkomfort ihrer Tubenrohrschweißmaschinen zu erhöhen<br />

und die sichere Einstellung der verschiedenen Aggregate zu gewährleisten,<br />

hat PackSys eine überwachte Formatverstellungslösung<br />

des Spezialisten für Sensoren und Positioniersysteme, der<br />

Siko GmbH aus Deutschland, integriert.<br />

Kerngeschäft der PackSys Global AG, die zur Brückner Gruppe<br />

gehört, sind Anlagen zur Herstellung von Kunststofftuben.<br />

Da rüber hinaus liefert PackSys Global Heißprägemaschinen zur<br />

Applizierung von dekorativen metallisierten Beschichtungen,<br />

Rollschneide- und Faltmaschinen für Kunststoffverschlüsse<br />

sowie Verpackungsmaschinen für Dosen, Tuben und Verschlüsse,<br />

um diese vom Hersteller zum Abfüller zu transportieren.<br />

ÜBERWACHTE FORMATVERSTELLUNG IN<br />

NEUER TUBENROHRSCHWEISSMASCHINE<br />

In vielen Maschinen des Unternehmens müssen regelmäßig Formatverstellungen<br />

vorgenommen werden. Die gängigste Methode<br />

ist die Verstellung über mechanische Positionsanzeigen, die händisch<br />

auf einen in der Dokumentation hinterlegten Positionswert<br />

eingestellt werden. Dies birgt hohes Fehlerpotenzial, wenn Werte<br />

falsch abgelesen und entsprechend falsch eingestellt werden.<br />

Insbesondere bei häufigen Verstellungen für verschiedene<br />

Tubenvarianten an mehreren Positionen lohnt es sich, als Alternative<br />

digitale Positionsanzeigen für eine überwachte Formatverstellung<br />

zu integrieren. Bei der Entwicklung einer neuen Tubenrohrschweißmaschine,<br />

des FlexSeamer, wurde die Umstellung<br />

auf digitale Positionsanzeigen erprobt (Aufmacherbild).<br />

Die Wahl fiel auf die digitale AP05-Positionsanzeige mit IO-<br />

Link-Schnittstelle von Siko, die aus mehreren Gründen überzeugte:<br />

aufgrund ihrer Kompaktheit, ihrer universellen Einsatzbarkeit<br />

unabhängig davon, ob die Achse vertikal oder horizontal<br />

verläuft, sowie der intuitiven Ablesbarkeit mittels zweier LED-<br />

Leuchten. An ca. zehn Positionen der Anlage kommen die Anzeigen<br />

zum Einsatz, z. B. um Einstellungen wie die Dicke oder Länge<br />

48 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

Die Positionsanzeigen AP05 (links) sowie die AP10S (rechts)<br />

garantieren stets sichere Maschineneinstellungen zur<br />

Fertigung unterschiedlichster Tubenvarianten<br />

der Kunststofflaminate oder ein variierendes Druckbild zu<br />

überprüfen. Eine weitere Positionsanzeige, die AP10S,<br />

wird für die Überwachung bei linearen Bewegungen<br />

eingesetzt.<br />

VOM LAMINAT ZUR TUBE<br />

Beim FlexSeamer wird ein Flachbandmaterial, ein<br />

Kunststofflaminat, von einer großen Rolle abgewickelt. Die<br />

verarbeiteten Kunststoffe sind meist Werkstoffmischungen –<br />

je nach Produktanforderung –, die gute Barriere-Eigenschaften<br />

aufweisen müssen, sodass möglichst wenig Sauerstoff an das innen<br />

befindliche Produkt gelangen kann und nur wenige Aromastoffe<br />

aus der Tube diffundieren können.<br />

Die Kunststoffbahn wird längs gefaltet, zu einem Rohr geformt<br />

und mit einer Längsschweißnaht versehen, sodass aus dem<br />

Flachmaterial ein Endlosschlauch entsteht. Ein Rotationsmesser<br />

zerschneidet den Kunststoffschlauch in einzelne Rohrstücke.<br />

Dies ist der eigentliche Tubenkörper, in den später Kosmetika,<br />

Zahnpasten oder Pharmaprodukte eingefüllt werden. Auf einer<br />

der beiden Seiten wird in einer Folgemaschine, dem Header &<br />

Capper, eine sogenannte Schulter mit dem Gewinde sowie dem<br />

Verschluss aufgesetzt. Die andere Seite verbleibt offen, damit<br />

beim Abfüller in diese Öffnung die Inhalte eingebracht und eine<br />

finale Querschweißnaht angefügt werden kann.<br />

Unsere Prozessautomatisierung hat den<br />

Vorteil, dass Formate zügig auf einen Blick<br />

verstellt werden können. Da für jede Variante<br />

die jeweiligen Maße als Rezeptur hinterlegt<br />

sind, lässt sich jedes Produkt jederzeit mit den<br />

exakt gleichen Einstellungen reproduzieren.<br />

Aitor Henao, Head of Marketing & Communications<br />

bei PackSys Global<br />

HOHE GESCHWINDIGKEIT UND<br />

PROZESSSICHERE BEDIENUNG<br />

Was die neue Schweißmaschine auszeichnet, ist ihre hohe Geschwindigkeit<br />

mit 250 Tuben pro Minute, lange Heiz- und Kühlstrecken,<br />

die auf moderne Laminattypen ausgelegt sind, und<br />

dank der digitalen Erfassung der meisten Einstellungen eine intuitive,<br />

schnelle und prozesssichere Bedienbarkeit. Während mechanische<br />

Positionsanzeigen nur den Ist-Wert einer Position ausgeben,<br />

zeigen digitale Positionsindikatoren auch den Soll-Wert<br />

einer Einstellung an, d. h. die Maße für eine bestimmte Tubenvariante<br />

sind als Rezeptur in der Maschinensteuerung hinterlegt<br />

und werden via IO-Link auf die jeweiligen Anzeigen übertragen.<br />

Ein Bediener muss die Einstellung dann so vornehmen, dass Istund<br />

Soll-Wert übereinstimmen. Nur dann lässt sich der Produktionsvorgang<br />

fortsetzen. Zuverlässige Indikatoren sind hier die<br />

beiden LED-Leuchten, die nur bei Übereinstimmung der Werte<br />

grün leuchten. Solange an der Anlage ein rotes Lämpchen aufleuchtet,<br />

ist der Vorgang gestoppt und es muss an der jeweiligen<br />

Stelle nachjustiert werden.<br />

Für Aitor Henao, Head of Marketing & Communications bei<br />

PackSys Global, liegen die Vorteile einer solchen Lösung auf der<br />

Hand: „Formate können zügig auf einen Blick verstellt werden.<br />

Da für jede Variante die jeweiligen Maße als Rezeptur hinterlegt<br />

sind, kann jedes Produkt jederzeit mit den exakt gleichen Einstellungen<br />

reproduziert werden. Das bedeutet eine gleichbleibend<br />

hohe Qualität, da die Prozesse immer stabil und sicher laufen.“<br />

Emanuel Heusser, Gruppenleiter Automation Engineering im<br />

R&D, betont einen weiteren Aspekt, der für die Qualität relevant<br />

ist: „Die Auswirkungen einer Fehleinstellung werden oft erst<br />

dann deutlich, wenn Produkte stichprobenartig zerstörend geprüft<br />

werden – was einen großen Aufwand bedeutet. Wenn jedoch<br />

dank der digitalen Positionsindikatoren stets während des<br />

Produktionsvorgangs gewährleistet werden kann, dass immer die<br />

gleichen Einstellungen vorgenommen werden, sind nachgelagerte<br />

Qualitätsprüfungen überflüssig – ein Riesenmehrwert der<br />

überwachten Formatverstellung.<br />

INVEST IN DIGITALE ÜBERWACHUNG<br />

LOHNT SICH<br />

Auch in Zeiten des Fachkräftemangels sind zunehmend digitalisierte<br />

Lösungen eine Unterstützung, findet Aitor Henao: „Gab es<br />

vor Jahren noch den einen Facharbeiter, der seit 20 bis 30 Jahren<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 49


SPECIAL PHARMA & FOOD<br />

im Unternehmen mit seiner Erfahrung genau wusste, wo er nachjustieren<br />

musste, wenn eine Einstellung nicht mehr zu hundert<br />

Prozent funktionierte, haben wir heute einen sehr flexiblen Arbeitsmarkt,<br />

auf dem Fachkräfte rar sind. Intuitive Bedienbarkeit,<br />

die prozesssichere Einstellungen auch ohne tiefere Kenntnis der<br />

Maschine ermöglicht, erleichtert es Unternehmen, dem Fachkräftemangel<br />

zu begegnen.“<br />

Die Entscheidung für eine überwachte Formatverstellung ist<br />

eine Abwägung verschiedener Faktoren. Positionen mit häufigen<br />

Verstellungen auf verschiedenste Varianten bieten sich für einen<br />

solchen Invest in digitale Überwachung an. Ein weiteres Argument<br />

können teure Stillstandszeiten sein, wenn die Formate<br />

verstellt werden, sodass eine Beschleunigung der Rüstzeiten entscheidend<br />

sein kann. Für seltene Verstellungen oder solche, bei<br />

denen Fehleinstellungen sofort offensichtlich sind, nutzt PackSys<br />

Global weiterhin mechanische Positionsanzeigen von Siko, mit<br />

denen sich diese Positionswerte gut in den Griff bekommen lassen.<br />

Eine weitere Option sind kompakte, vollautomatisierte Positionierantriebe.<br />

Diese ermöglichen die Verstellung von Formaten<br />

auf Knopfdruck und lassen sich auch in schwer zugänglichen Bereichen<br />

einer Maschine problemlos einsetzen.<br />

KOMFORTABLE INTEGRATION DER<br />

POSITIONSANZEIGEN<br />

Für Emanuel Heusser war die universelle Einsatzbarkeit der AP05<br />

sowohl an vertikalen als auch an horizontalen Achsen ein großer<br />

Pluspunkt: „Das Display ist im 45-Grad-Winkel angewinkelt und<br />

kann über die Software konfiguriert werden, wie es angeordnet<br />

sein soll. Dies vereinfacht uns auch die Lagerhaltung, wenn nicht<br />

unterschiedliche Produkte für vertikale und horizontale Achsen<br />

vorgehalten werden müssen. Die eigentliche Integration war<br />

problemlos, sowohl von der mechanischen Konstruktion her als<br />

auch von der elektronischen Einbindung.“ Positiv bewertet<br />

Heusser auch die Zusammenarbeit mit Siko: „Das Entgegenkommen<br />

war immer groß. Siko versucht Wünsche und Anregungen<br />

möglich zu machen, z. B. wurde die AP05 anlässlich unseres<br />

FlexSeamer-Projekts mit IO-Link ausgelegt.“<br />

Für die Zukunft sieht Aitor Henao klar eine weiter steigende<br />

Digitalisierungs- und Automatisierungstendenz von Anlagen,<br />

insbesondere auch, was die Formatverstellung anbelangt: „Diese<br />

kleinen Details, wie die LED-Anzeige, machen den Unterschied.<br />

Sie erhöhen die Qualität unserer Maschinen und Services und<br />

helfen den Kundenunternehmen, sich auf ihre Kernbereiche zu<br />

konzentrieren.“<br />

Bildquelle: Aufmacher, 01, Statement PackSys Global, 02 Siko / Istock.com,<br />

Schmuckbild Ruslan Gilmanshin – stock.adobe.com<br />

www.siko-global.com<br />

UNTERNEHMEN<br />

SIKO GmbH<br />

Weihermattenweg 2, 79256 Buchenbach<br />

Telefon 07661 394-0<br />

E-Mail: info@siko.de<br />

AUTORIN<br />

Michaela Wassenberg, freie Journalistin<br />

IMPRESSUM<br />

erscheint <strong>2024</strong> im 36. Jahrgang,<br />

ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017<br />

REDAKTION<br />

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),<br />

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de<br />

(verantwortlich i.S.d. § 18 Abs. 2 MStV)<br />

Redakteurinnen: Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),<br />

Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de<br />

Vanessa Sendrowski (vs), Tel.: 06131/992-352,<br />

E-Mail: v.sendrowski@vfmz.de<br />

Redaktionsassistenz:<br />

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,<br />

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,<br />

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,<br />

(Redaktionsadresse siehe Verlag)<br />

GESTALTUNG<br />

Sonja Daniel, Anette Fröder, Conny Grothe<br />

SALES<br />

Andreas Zepig,<br />

Tel.: 06131/992-206,<br />

E-Mail: a.zepig@vfmz.de,<br />

Oliver Jennen<br />

Auftragsmanagement: Heike Rauschkolb,<br />

Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de<br />

Anzeigenpreisliste <strong>2024</strong>, gültig ab 01.10.2023<br />

LESERSERVICE<br />

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,<br />

Große Hub 10, 65344 Eltville,<br />

Tel.: 06123/9238-266<br />

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige<br />

Änderungen Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit<br />

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).<br />

Preise und Lieferbedingungen:<br />

Einzelheftpreis: € 13,- (zzgl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Inland: € 65,- (inkl. Versandkosten)<br />

Jahresabonnement Ausland: € 70,- (inkl. Versandkosten)<br />

Abonnements verlängern sich automatisch um ein<br />

weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor<br />

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.<br />

VERLAG<br />

Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz<br />

Postfach 100465, 55135 Mainz<br />

Tel.: 06131/992-200<br />

E-Mail: info@vfmz.de<br />

www.vereinigte-fachverlage.de<br />

Handelsregister-Nr.: HRB 2270, Amtsgericht Mainz<br />

Umsatzsteuer-ID: DE149063659<br />

Ein Unternehmen der Cahensly Medien<br />

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem<br />

Gesellschafter: P.P. Cahensly GmbH & Co. KG,<br />

Karl-Härle-Straße 2, 56075 Koblenz<br />

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401<br />

Chef vom Dienst: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer<br />

Leitende Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke<br />

Head of Sales: Carmen Nawrath<br />

Tel.: 06131/992-245, E-Mail: c.nawrath@vfmz.de<br />

(verantwortlich für den Anzeigenteil)<br />

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,<br />

E-Mail: s.granzin@vfmz.de<br />

DRUCK UND VERARBEITUNG<br />

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH<br />

Kurhessenstraße 4 - 6, 64546 Mörfelden-Walldorf<br />

DATENSPEICHERUNG<br />

Ihre Daten werden von der Vereinigte Fachverlage GmbH<br />

gespeichert, um Ihnen berufsbezogene, hochwertige Informationen<br />

zukommen zu lassen. Sowie möglicherweise von<br />

ausgewählten Unternehmen genutzt, um Sie über berufsbezogene<br />

Produkte und Dienstleistungen zu informieren.<br />

Dieser Speicherung und Nutzung kann jederzeit schriftlich<br />

beim Verlag widersprochen werden (vertrieb@vfmz.de).<br />

Die Zeitschrift sowie alle in ihr enthaltenen Beiträge und<br />

Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit der<br />

Annahme des redaktionellen Contents (Texte, Fotos,<br />

Grafiken etc.) und seiner Veröffentlichung in dieser<br />

Zeitschrift geht das umfassende, ausschließliche, räumlich,<br />

zeitlich und inhaltlich unbeschränkte Nutzungsrecht<br />

auf den Verlag über. Dies umfasst insbesondere das Recht<br />

zur Veröffentlichung in Printmedien aller Art sowie<br />

entsprechender Vervielfältigung und Verbreitung, das<br />

Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung und Übersetzung,<br />

das Recht zur Nutzung für eigene Werbezwecke, das<br />

Recht zur elektronischen/digitalen Verwertung, z. B. Einspeicherung<br />

und Bearbeitung in elektronischen Systemen,<br />

zur Veröffentlichung in Datennetzen sowie Datenträger<br />

jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im Rahmen von<br />

Internet- und Online-Dienstleistungen, CD-ROM, CD und<br />

DVD und der Datenbanknutzung und das Recht, die vorgenannten<br />

Nutzungsrechte auf Dritte zu übertragen, d. h.<br />

Nachdruckrechte einzuräumen. Eine Haftung für die Richtigkeit<br />

des redaktionellen Contents kann trotz sorgfältiger<br />

Prüfung durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />

Signierte Beiträge stellen nicht unbedingt die Ansicht der<br />

Redaktion dar. Für unverlangt eingesandte Manuskripte<br />

kann keine Gewähr übernommen werden. Grundsätzlich<br />

dürfen nur Werke eingesandt werden, über deren Nutzungsrechte<br />

der Einsender verfügt, und die nicht gleichzeitig<br />

an anderer Stelle zur Veröffentlichung eingereicht oder<br />

bereits veröffentlicht wurden.<br />

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de<br />

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.<br />

Mitglied der Informations-Gemeinschaft<br />

zur Feststellung der Verbreitung von<br />

Werbeträgern e. V. (IVW), Berlin.<br />

50 <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 www.industrielle-automation.net


VORSCHAU<br />

IM NÄCHSTEN HEFT: 05/<strong>2024</strong><br />

ERSCHEINUNGSTERMIN: 24.09. <strong>2024</strong> • ANZEIGENSCHLUSS: 09. 09. <strong>2024</strong><br />

01<br />

02<br />

04<br />

03<br />

01 VISION <strong>2024</strong>: Neueste Produkte, Technologien und<br />

Trendthemen der industriellen Bildverarbeitung<br />

Bild: Messe Stuttgart<br />

02 Der Cyber Resilience Act: Worauf Unternehmen<br />

achten müssen und wie Hilscher unterstützen kann – ein<br />

Interview mit Experten bringt Licht in die Cybersecurity<br />

Bild: Starcom – stock.adobe.com<br />

03 Digitale Security im Wandel: Die Zukunft von<br />

Lizenzierung und Schutz von Apps in der Industrie<br />

Bild: Rüdiger Kügler (li.), Wibu-Systems und Nicole Steinicke,<br />

Industrielle Automation, im Gespräch<br />

DER DIREKTE WEG<br />

Internet:<br />

www.industrielle-automation.net<br />

E-Paper:<br />

digital.industrielle-automation.net<br />

Redaktion:<br />

Redaktion@industrielle-automation.net<br />

WORLD OF INDUSTRIES:<br />

www.world-of-industries.com<br />

04 Lineargeführte Transportsysteme bringen<br />

autonome Skids und Shuttles zuverlässig in Position<br />

Bild: Pepperl+Fuchs<br />

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)<br />

www.industrielle-automation.net <strong>INDUSTRIELLE</strong> <strong>AUTOMATION</strong> <strong>2024</strong>/04 51


SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

19239<br />

Abonnieren Sie jetzt die<br />

aktuellsten Trends und<br />

neuesten Entwicklungen<br />

der Technologieführer<br />

in der Automatisierung!<br />

Wir informieren<br />

Sie kompetent und<br />

praxisorientiert von<br />

der Sensorik über<br />

Cloud-Lösungen bis<br />

hin zur Industrie 4.0.<br />

Sichern Sie sich<br />

Ihren Technologie-<br />

Vorsprung!<br />

SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE<br />

TITEL<br />

18<br />

34<br />

66<br />

Ganz viel Industrie 4.0<br />

in einem Gerät<br />

Keine Scheu vor IoT:<br />

Sensoren, die mitdenken<br />

Hybrid-Cloud: Was bringt sie<br />

und worauf kommt es an<br />

industrielle-automation.net<br />

INA_SO_Titel_igus_2021_06_1.indd 1 03.01.2022 16:07:41<br />

Internet: shop.vereinigte-fachverlage.de @ E-Mail: vertrieb@vfmz.de & Telefon: 06131/992-148<br />

Jahresabo nur 65 €:<br />

6 Print-Ausgaben im Jahr<br />

Abo-Begrüßungsgeschenk:<br />

Die Konturenlehre<br />

Das Kopieren eines Profils war noch nie so einfach!<br />

Mit dieser Konturenlehre können Sie die Form von unregelmäßigen<br />

Objekten messen, um eine Sofortvorlage zu erstellen, mit der präzise<br />

Schnitte markiert werden können. Messbreite 25 cm, Messtiefe 6 cm.<br />

(Die Farbe der Konturenlehre ist variabel)<br />

+

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!