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Unternehmen Österreich

Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes

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UNTERNEHMEN<br />

|<br />

OSTERREICH<br />

Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong><br />

www.wirtschaftsverband.at<br />

4 2 | 2022 2024<br />

Explodierende Energiekosten<br />

WER KANN DAS<br />

Wirtschaftspolitik<br />

BEZAHLEN?<br />

Mit<br />

SOZIALER<br />

HAND-<br />

SCHRIFT<br />

Neue Es geht Wege auch gehen. anders<br />

Eine Die EU-Staaten zukunftsorientierte schöpfen<br />

Wirtschaftspolitik rigoros Übergewinne gelingt der<br />

nur Energie-Profiteure mit sozialer Handschrift<br />

türkis-grüne und neuen Regierung Ideen<br />

ab. Die<br />

für legt <strong>Unternehmen</strong>.<br />

nur ein Minimum vor.<br />

Modernisierung COFAG-Günstlinge .<br />

Nur Kurz-Freund eine komplette Martin Neuorientierung<br />

René Benko, der Starbucks Lehrinhalte<br />

Ho,<br />

schafft etc.: Nun Fachkräfte steht fest, für wer alle<br />

Branchen. die größten Mehr Gewinner Flexibilität<br />

ist der der Corona-Krise Schlüssel. sind.<br />

<strong>Österreich</strong>ische Post AG / Sponsoring.Post 04Z035977<br />

„Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband <strong>Österreich</strong>, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1070 Wien“


Arbeitsplätze<br />

schaffen.<br />

<strong>Österreich</strong>s Industrie sichert direkt und indirekt 2,4 Millionen Jobs. Ohne ehrliche<br />

und faire Strukturreformen, ohne Investitionen in Bildung, Infrastruktur sowie Forschung<br />

und Entwicklung stehen diese Arbeitsplätze auf dem Spiel. Handeln wir jetzt!<br />

Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss<br />

www.iv-net.at


WAS WIR (NICHT) WOLLEN<br />

Schluss damit. Soziale Absicherung<br />

für Unternehmer:innen ist<br />

in <strong>Österreich</strong> immer noch ein<br />

vernachlässigtes Thema. Die<br />

multiplen Krisen der letzten Jahre<br />

haben gezeigt, wie fragil das<br />

soziale Netz für Selbstständige<br />

hierzulande ist. Im Gegensatz<br />

zu Arbeitnehmer:innen müssen<br />

SVS-Versicherte nach wie vor<br />

Selbstbehalte beim Arztbesuch<br />

zahlen, erhalten Krankengeld nur<br />

bei längerer Krankheit und dann<br />

erst rückwirkend mit erheblicher<br />

Verzögerung. Auch Unternehmerinnen<br />

im Mutterschutz müssen<br />

drei Monate auf die Ausbezahlung<br />

des Wochengeldes warten. Mit<br />

> 06<br />

iStock by Getty Images, Rosemarie Schwab<br />

Wirtschaftspolitik<br />

braucht eine soziale<br />

Handschrift!<br />

dieser Ungleichbehandlung muss<br />

endlich Schluss sein: Wir fordern<br />

die Umsetzung der Leistungsharmonisierung<br />

über alle Sozialversicherungsträger<br />

hinweg!<br />

Dazu braucht es faire Steuern mit<br />

einem Steuersystem, das Ungleichheit<br />

in den Griff bekommt.<br />

Wie etwa eine gerechtere Besteuerung<br />

großer Onlinekonzerne, die<br />

erhebliche Gewinne erzielen, jedoch<br />

nur geringe Steuerabgaben<br />

leisten. Auch die überbordende<br />

Bürokratie stellt für kleine Betriebe<br />

eine erhebliche Belastung dar<br />

und beeinträchtigt deren Wettbewerbsfähigkeit.<br />

> INHALT<br />

Aktuell. Soziale Sicherheit für Selbstständige im Mutterschutz<br />

& komplette Erneuerung und Modernisierung der<br />

Lehrberufe ................................................................................................04<br />

Wirtschaft der Zukunft. Die schwarz-grüne Regierung<br />

hat auf allen Linien versagt. Nur eine soziale Handschrift<br />

entscheidet künftig darüber, wohin die Wirtschaft in <strong>Österreich</strong><br />

in den nächsten Jahren gehen soll, sodass auch kleine<br />

<strong>Unternehmen</strong> mitgenommen werden ..................................... 06<br />

Kandidat:innen. Der SWV <strong>Österreich</strong> ist am Bundeswahlvorschlag<br />

der SPÖ mit vielen engagierten Kandidat:innen<br />

vertreten, die sich für die Anliegen der Unternehmer:innen<br />

einsetzen. Dazu gehören wirtschaftliche Sicherheit und<br />

eine Wirtschaftskammer, die die Interessen aller Wirtschaftstreibenden<br />

vertritt .............................................................. 12<br />

Locke‘n Roll. Friseurin Lisa Neukart hat sich einen Herzenswunsch<br />

erfüllt: Einen Salon, in dem den 50er Jahren<br />

gehuldigt wird, freche Haarschnitte inklusive ....................... 16<br />

> 18<br />

Gründen<br />

in der Krise.<br />

Birgit Kandutsch und<br />

Marianne Gobald-<br />

Trey wagten vor<br />

Kurzem den Sprung<br />

in die Selbstständigkeit<br />

- in ganz<br />

verschiedenen<br />

Bereichen.<br />

Impressum|Herausgeber: Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband <strong>Österreich</strong>, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1060 Wien, Gerichtsstand: Wien, ZVR-Zahl: 42108716 |<br />

Medien inhaber: echo medienhaus Ges. m. b. H., FN 73819h, HG Wien, Windmühlgasse 26, 2. Stock, 1060 Wien, www.echo.at. Eigentümerin der echo medienhaus<br />

Ges. m. b. H. ist die FFPG Beteiligungs GmbH. Gesellschafter der FFPG Beteiligungs GmbH sind KR Anton Feistl (25 %), Anton Feistl jr. (25 %) und Christian Pöttler (50 %)<br />

| Geschäftsführung: Christian Pöttler | <strong>Unternehmen</strong>sgegenstand: Herausgabe diverser Publikationen und Periodika sowie allgemeine Verlags aktivitäten | Hersteller:<br />

echo medienhaus Ges. m. b. H. | Redaktion: echo medienhaus Ges. m. b. H., Dr. in Helga Häupl-Seitz (Chefredaktion), Windmühlgasse 26, 3. Stock, 1060 Wien | G r a fi k:<br />

Jenny Neumann | Fotoredaktion: Mag. a Claudia Knöpfler (Ltg.) | Coverfoto: iStock by Getty Images | Druckerei: Walstead Leykam Druck GmbH & Co KG, Bickfordstraße<br />

21, A-7201 Neudörfl | Verlags- & Herstellungs ort: Wien | Blattlinie: Informationen des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes <strong>Österreich</strong>. Namentlich gekennzeichnete<br />

Beiträge und Gastkommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Entgeltliche Einschaltungen werden mit „entgeltliche<br />

Einschaltung“ oder „bezahlte Anzeige“ gekennzeichnet.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

3


aktuell<br />

UNTERSTÜTZUNG FÜR<br />

Schwangere<br />

DRINGEND. Mutterschutz und SVS<br />

sind einander fremd. Der SWV fordert<br />

rasche Änderungen.<br />

In den entscheidenden Momenten des Lebens<br />

ist es von essenzieller Bedeutung, adäquaten<br />

Schutz und Unterstützung zu erhalten, die<br />

den individuellen Bedarf decken. Während<br />

der Schwangerschaft gilt dies umso mehr für<br />

selbstständige Frauen, deren berufliche Situation<br />

besondere Herausforderungen mit sich bringt. Eine<br />

adäquate Versicherung, welche speziell in dieser lebensverändernden<br />

Phase Schutz bietet, ist nicht nur<br />

erstrebenswert, sondern fundamental notwendig.<br />

Die aktuellen Unterstützungsleistungen und Regelungen<br />

rund um den Mutterschutz müssen daher<br />

nicht nur den spezifischen Bedürfnissen selbstständiger<br />

Frauen gerecht werden, sondern auch leicht<br />

zugänglich und verständlich gestaltet sein, um eine<br />

tatsächliche Unterstützung zu bieten.<br />

Die Unterstützung für Schwangere, insbesondere<br />

die Ausgestaltung des Wochengeldes, bedarf einer<br />

dringenden Überarbeitung. Derzeit erhalten Mütter<br />

das Wochengeld nicht in einer regelmäßigen<br />

monatlichen Auszahlung, sondern in Teilbeträgen,<br />

die erst nach der Geburt und am Ende des Wochengeldzeitraumes<br />

ausbezahlt werden. Dies resultiert in<br />

einer prekären finanziellen Lage der Frauen, da sie<br />

in einem Zeitraum von regulär zwölf Wochen ohne<br />

regelmäßiges Einkommen nicht nur für sich selbst,<br />

sondern auch für ihr Neugeborenes sorgen müssen.<br />

Eine solche Regelung ist insbesondere für selbstständige<br />

Frauen problematisch, da die Wartezeit von<br />

drei Monaten auf die Auszahlung des Wochengeldes<br />

häufig nicht zu überbrücken ist und die notwendige<br />

Erholungszeit nach der Geburt erschwert oder gar<br />

verunmöglicht wird.<br />

Des Weiteren kann das Beratungsangebot für<br />

Schwangere seitens der Sozialversicherungsanstalt<br />

der Selbständigen (SVS) optimiert werden. Viele<br />

schwangere Selbstständige sind unzureichend über<br />

die ihnen zustehenden Leistungen und Regelungen<br />

informiert, was zu Verunsicherung und Angst führen<br />

kann. Eine optimierte, zielgerichtete Beratung<br />

ist folglich unabdingbar, um werdende Mütter adäquat<br />

zu unterstützen und zu informieren.<br />

MUTTERSCHUTZ.<br />

Vor allem die<br />

prekäre finanzielle<br />

Situation<br />

macht schwangeren<br />

Selbstständigen<br />

zu schaffen:<br />

Sie müssen<br />

drei Monate auf<br />

die Auszahlung<br />

des Wochengeldes<br />

warten.<br />

Pfandsystem: Einführung von<br />

Ausnahmeregelungen für Gastronom:innen<br />

Die bevorstehende Einführung<br />

des Pfandsystems in<br />

<strong>Österreich</strong> stellt insbesondere<br />

kleine Gastronomiebetriebe<br />

mit begrenztem<br />

Platzangebot vor große Herausforderungen.<br />

Denn der für die Umsetzung<br />

erforderliche zusätzliche Raum für<br />

die Lagerung von Pfandgut ist bei<br />

den Betreiber:innen der<br />

Stände schlicht und<br />

einfach nicht gegeben.<br />

Die Existenz<br />

dieser Lokale ist jedoch<br />

wesentlich für<br />

die Vielfalt und Vitalität der Wiener<br />

Gastronomieszene. Sie bieten individuelle<br />

kulturelle und kulinarische Erfahrungen,<br />

die das soziale Gefüge und die<br />

lokale Wirtschaft stärken. Eine Pfandpflicht<br />

ohne entsprechende Ausnahmeregeln<br />

würde ihre Betriebsführung erheblich<br />

erschweren, was letztlich auch<br />

zu einer Verarmung des<br />

gastronomischen<br />

Angebots in <strong>Österreich</strong><br />

führen<br />

würde.<br />

Daher fordert<br />

der Sozialdemokratische<br />

Wirtschaftsverband eine<br />

Ausnahmeregelung bezüglich der<br />

Rücknahmepflicht von Pfandgut für<br />

Betriebe mit einer Verkaufsfläche von<br />

weniger als 25 m² beziehungsweise einer<br />

Betriebsfläche von weniger als 50 m².<br />

Diese Regelung würde es kleinen Betrieben<br />

ermöglichen, ihren Geschäftsbetrieb<br />

ohne die zusätzliche Belastung<br />

durch das Pfandsystem fortzusetzen,<br />

während gleichzeitig die übergeordneten<br />

Ziele des Umweltschutzes weiterverfolgt<br />

werden. Zudem soll eine Limitierung<br />

der Rücknahmepflicht auf die<br />

Öffnungszeiten des Handels erfolgen.<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES (3)<br />

4 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


aktuell<br />

MOTIVATION.<br />

Lehrlinge müssen die<br />

Möglichkeit haben, ihre<br />

Ausbildung auf ihre<br />

individuellen Interessen<br />

und Fähigkeiten abstimmen<br />

zu können.<br />

Bekämpfung des<br />

Fachkräftemangels<br />

und MODERNISIERUNG<br />

DER LEHRE<br />

HÖCHSTE ZEIT. Nur eine komplette Neuorientierung der<br />

Lehrinhalte schafft Fachkräfte für alle Branchen.<br />

Die Lehre ist zentral für die<br />

Ausbildung qualifizierter<br />

Fachkräfte und unverzichtbar<br />

im Kampf gegen<br />

den Fachkräftemangel.<br />

Gerade für junge Menschen bietet sie<br />

einen praxisnahen Einstieg ins Berufsleben<br />

und legt den Grundstein für eine<br />

erfolgreiche Karriere. In einer sich rasch<br />

wandelnden Arbeitswelt reicht es aber<br />

nicht aus, auf Bewährtem zu beharren.<br />

So muss es einerseits möglich sein,<br />

Lehrberufe schneller an moderne Berufsbilder<br />

anzupassen. Dies bietet sowohl<br />

für die ausbildenden Betriebe als<br />

auch für die Auszubildenden entscheidende<br />

Vorteile – denn so kann die Zeit<br />

im Betrieb besser genutzt werden, um<br />

tatsächlich praxisrelevante Fertigkeiten<br />

zu vermitteln. Außerdem bedeutet das<br />

zugleich weniger Aufwand für den Ausbildungsbetrieb,<br />

der sonst Ressourcen<br />

für das Erlernen veralteter Techniken<br />

oder irrelevanter Tätigkeiten einsetzen<br />

müsste. Gleichzeitig weckt die Integration<br />

moderner Lehrinhalte, z. B. in<br />

Form von digitalen Kompetenzen, das<br />

Interesse der Auszubildenden.<br />

Dass Reformen bis zu sieben Jahre dauern,<br />

ist ein unhaltbarer Zustand. Gerade<br />

in Zeiten der rasant voranschreitenden<br />

Digitalisierung müssen technologische<br />

und gesellschaftliche Entwicklungen<br />

zielgerichtet in die Lehrgänge einfließen.<br />

Mehr Flexibilität ist der Schlüssel<br />

zum Erfolg. Die Auszubildenden müssen<br />

die Möglichkeit haben, ihre Ausbildung<br />

auf ihre individuellen Interessen<br />

und Fähigkeiten abzustimmen. Statt<br />

eines Einheitsbreis an Ausbildungsinhalten<br />

fordern wir die Einführung von<br />

Teilspezialisierungen innerhalb der<br />

Lehrausbildung. So können angehende<br />

Fachkräfte gezielt auf ihren zukünftigen<br />

Beruf und auf die Tätigkeiten im jeweiligen<br />

Betrieb vorbereitet werden.<br />

ZUKUNFT VORAN!<br />

Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband<br />

stellt daher im Wirtschaftsparlament<br />

folgenden Antrag:<br />

• Die Dauer der Reform von Lehrberufen<br />

soll verkürzt und aktuelle Entwicklungen<br />

sollen laufend integriert<br />

werden<br />

• Teilspezifizierungen sollen in Form<br />

von Zusatzausbildungen möglich<br />

sein<br />

• Attraktivierung der Lehre insgesamt<br />

sowie als zweiter Bildungsweg<br />

durch Informations- und Imagekampagnen<br />

• Für Menschen, denen es nicht möglich<br />

ist, eine der vorhandenen berufsspezifischen<br />

Ausbildungen wie<br />

eine Lehre zu absolvieren, soll in<br />

Mangelberufen und darüber hinaus<br />

in vielen anderen Berufen das Angebot<br />

der Teillehre und einer modularen<br />

Ausbildung erheblich ausgebaut<br />

werden<br />

• Für am Arbeitsmarkt benachteiligte<br />

Personen soll eine durchlässige<br />

Ausbildungskette unterschiedlicher<br />

Ausbildungs- und Beschäftigungseinrichtungen<br />

eingerichtet werden,<br />

sodass z. B. Menschen, die den Einstieg<br />

in den primären Arbeitsmarkt<br />

bei einem <strong>Unternehmen</strong> noch nicht<br />

schaffen, zunächst Arbeits- und<br />

Weiterbildungserfahrungen in einem<br />

Beschäftigungsprojekt des<br />

AMS bzw. in einem sozialökonomischen<br />

Betrieb machen können.<br />

Von dort sollen sie den Weg in eine<br />

Teilqualifizierung in einem Betrieb<br />

einschlagen können und danach auf<br />

Basis der erworbenen Kenntnisse<br />

die Möglichkeit zum Abschluss einer<br />

Lehre in einem Betrieb haben.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

5


cover<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

06 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


cover<br />

Nationalratswahl<br />

Gleiche Rechte<br />

für <strong>Unternehmen</strong><br />

MIT SOZIALER HANDSCHRIFT. Um unsere mittelständische<br />

<strong>Unternehmen</strong>skultur zu<br />

sichern, braucht es mehr als leere Versprechungen<br />

und nicht eingelöste Hilfen.<br />

›<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

07


cover<br />

SOZIALE VERANTWORTUNG. Umsetzung der Leistungsharmonisierung über alle<br />

Sozialversicherungsträger hinweg. Abschaffung des Selbstbehalts beim Arztbesuch.<br />

EPU und KMU leisten genauso harte<br />

Arbeit wie Großunternehmen<br />

und verdienen gleiche Leistungen<br />

und faire Steuern. Obwohl sie<br />

99,6 Prozent aller <strong>Unternehmen</strong><br />

in <strong>Österreich</strong> ausmachen und 65,7<br />

Prozent der Beschäftigten stellen,<br />

werden sie von der Regierung<br />

grob vernachlässigt“, so SPÖ-Kandidat Andreas<br />

Babler. „Die SPÖ sieht sich als Partei aller arbeitenden<br />

Menschen, einschließlich der Selbstständigen.<br />

Sie setzt sich für die soziale Absicherung und faire<br />

Bedingungen für EPU und KMU ein, die das Fundament<br />

der österreichischen Wirtschaft bilden.“<br />

Faire Bedingungen schaffen<br />

Eine Wirtschaftspolitik mit sozialer Handschrift<br />

bedeutet an erster Stelle soziale Sicherheit<br />

für Unternehmer:innen. Es geht nicht an, dass die<br />

SVS-Unterstützungsleistung erst ab dem 43. Tag<br />

der Arbeitsunfähigkeit einsetzt. In jeder anderen<br />

Krankenversicherung gilt die Auszahlung ab dem<br />

3. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Für viele kleine<br />

Unternehmer:innen ist das in zweifacher Hinsicht<br />

ein Fiasko: Sie müssen sich zwischen ihrer persön-<br />

lichen Gesundheit und dem Weiterbestehen ihres<br />

<strong>Unternehmen</strong>s entscheiden, das in dieser Zeit ohne<br />

sie weiterlaufen muss.<br />

SPÖ und SWV fordern deshalb die soziale Absicherung<br />

für alle:<br />

• Dazu gehört die Umsetzung der Leistungsharmonisierung<br />

über alle Sozialversicherungsträger<br />

hinweg,<br />

• die Abschaffung des Selbstbehalts für<br />

Unternehmer:innen beim Arztbesuch,<br />

• die sofortige Auszahlung des Krankengeldes ab<br />

dem vierten Krankheitstag und<br />

• eine lückenlose Absicherung bei langer Krankheit,<br />

um den Verlust von Kundschaft und Einkommen<br />

zu verhindern.<br />

Auch die soziale Unterstützung, insbesondere<br />

die Auszahlung des Wochengeldes seitens der SVS,<br />

bedarf einer dringenden Reform. Derzeit erhalten<br />

Mütter das Wochengeld nicht in einer regelmäßigen,<br />

monatlichen Auszahlung, sondern in Teilbeträgen,<br />

die erst nach der Geburt und am Ende des<br />

Wochengeldzeitraumes ausbezahlt werden. Damit<br />

erhöht sich die Wartezeit des Wochengeldes auf 12<br />

Wochen. Hier muss es zu einer monatlichen Auszahlung<br />

kommen.ähigkeit. Für viele klleine und klht ein-<br />

FAIRE STEUERN.<br />

Die Beseitigung der Ungerechtigkeiten im Steuersystem<br />

muss jetzt geschehen. Während der Faktor<br />

Arbeit übermäßig besteuert wird, ist die Vermögenssteuer<br />

die niedrigste in der EU. Von gerechten<br />

Millionärssteuern würden 98 Prozent der Menschen<br />

in <strong>Österreich</strong> profitieren.<br />

08 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


cover<br />

AUSZAHLUNG DES KRANKENGELDES.<br />

Die SVS-Unterstützungsleistung ab<br />

dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit ist<br />

sozial höchst unfair. In jeder anderen<br />

Krankenversicherung gilt die Auszahlung<br />

ab dem 3. Tag der Arbeitsunfähigkeit.<br />

Für viele Unternehmer:innen,<br />

insbesondere Ein-Personen-<strong>Unternehmen</strong>,<br />

ist das in zweifacher Hinsicht ein<br />

Fiasko: Sie müssen sich zwischen ihrer<br />

Gesundheit und dem Weiterbestehen<br />

ihres <strong>Unternehmen</strong>s entscheiden, das<br />

in dieser Zeit ohne sie weiterlaufen<br />

muss.<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES, PARLAMENTSDIREKTION/THOMAS TOPF<br />

„<br />

EPU und KMU leisten genauso<br />

harte Arbeit wie Großunternehmen<br />

und verdienen gleiche<br />

Leistungen und faire Steuern. Sie<br />

stellen 99,6 Prozent aller <strong>Unternehmen</strong><br />

in <strong>Österreich</strong> und werden<br />

dennoch grob vernachlässigt.“<br />

Andreas Babler<br />

Standortpolitik Fiasko: Sie müssen sich zwischen i<br />

Wichtig für faire Wettbewerbsbedingungen sind<br />

auch Unterstützung und Förderung kleiner Betriebe,<br />

damit sie den großen <strong>Unternehmen</strong> Paroli bieten<br />

können.<br />

SPÖ und SWV fordern daher:<br />

• Die Belebung ländlicher Gemeinden und das Teilen<br />

von Overhead-Kosten und<br />

• die Förderung von gemeinschaftlichen „Shared<br />

Services“ wie Steuerberatung und Buchhaltung zur<br />

Unterstützung kleiner <strong>Unternehmen</strong> gegen große<br />

Konzerne.<br />

• Außerdem sollen EPU leerstehende Geschäftslokale<br />

und Büroräumlichkeiten vergünstigt mieten<br />

können. Ein Revitalisierungsfonds seitens des Bundes<br />

soll das für Gemeinden ermöglichen.<br />

• Eine effizientere, effektivere und zukunftsorientiertere<br />

Forschungsförderung würde für mehr Output<br />

in Form von erfolgreichen <strong>Unternehmen</strong>sgründungen<br />

sorgen.<br />

• Faire und rechtzeitige Förderungen: Förderrichtlinien<br />

müssen rechtzeitig in Kraft treten, sodass <strong>Unternehmen</strong><br />

nicht zu lange auf Hilfe warten müssen,<br />

außerdem muss die Antragsstellung vereinfacht<br />

werden (knappe Einreichfristen und die verpflichtende<br />

Bearbeitung von Steuerbearbeiter:innen sind<br />

der falsche Weg).<br />

Behebung des Fachkräftemangels<br />

Die Lehre ist zentral für die Ausbildung qualifizierter<br />

Fachkräfte und unverzichtbar im Kampf<br />

gegen den Fachkräftemangel. Viele <strong>Unternehmen</strong><br />

finden keine oder zu wenig Arbeits- und Fachkräfte.<br />

Betroffen sind Betriebe der verschiedensten<br />

Branchen. Das führt auch dazu, dass es zu Einschränkungen<br />

in der Produktion und im (Dienst-)<br />

Leistungsangebot von <strong>Unternehmen</strong> kommt. So<br />

muss es einerseits möglich sein, Lehrberufe schneller<br />

an moderne Berufsbilder anzupassen. Dies bietet<br />

sowohl für die ausbildenden Betriebe als auch<br />

für die Auszubildenden entscheidende<br />

Vorteile – denn<br />

so kann die Zeit im Betrieb<br />

besser genutzt werden, um<br />

tatsächlich praxisrelevante<br />

Fertigkeiten zu vermitteln.<br />

Außerdem bedeutet das zugleich<br />

weniger Aufwand für<br />

den Ausbildungsbetrieb, der<br />

sonst Ressourcen für das<br />

Erlernen veralteter Techni-<br />

›<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong>2 3 | | 2024 2023<br />

09


cover<br />

WOCHENGELD.<br />

Die soziale<br />

Unterstützung,<br />

insbesondere die<br />

finanzielle Auszahlung<br />

des Wochengeldes<br />

seitens<br />

der SVS, bedarf<br />

einer dringenden<br />

Reform. Derzeit erhalten<br />

Mütter das<br />

Wochengeld nicht<br />

in einer regelmäßigen,<br />

monatlichen<br />

Auszahlung, sondern<br />

in Teilbeträgen,<br />

die erst nach<br />

der Geburt und am<br />

Ende des Wochengeldzeitraumes<br />

ausbezahlt werden.<br />

Damit erhöht sich<br />

die Wartezeit des<br />

Wochengeldes auf<br />

12 Wochen.<br />

ken oder irrelevanter Tätigkeiten einsetzen müsste.<br />

Gleichzeitig weckt die Integration moderner Lehrinhalte,<br />

z. B. in Form digitaler Kompetenzen, das Interesse<br />

der Jugend. Statt eines<br />

Einheitsbreis an Ausbildungsinhalten<br />

fordert der SWV die Einführung<br />

von Teilspezialisierungen<br />

innerhalb der Lehrausbildung.<br />

Die Dauer der Reform von Lehrberufen<br />

soll verkürzt und aktuelle<br />

Entwicklungen sollen laufend integriert<br />

werden. Mehr Flexibilität<br />

in der Lehrausbildung ist der<br />

Schlüssel zum Erfolg. Außerdem<br />

soll für am Arbeitsmarkt benachteiligte<br />

Personen eine durchlässige<br />

Ausbildungskette unterschiedlicher<br />

Ausbildungs- und Beschäftigungseinrichtungen<br />

eingerichtet werden, sodass<br />

z. B. Menschen, die den Einstieg in den primären<br />

Arbeitsmarkt bei einem <strong>Unternehmen</strong> noch nicht<br />

schaffen, zunächst Arbeits- und Weiterbildungserfahrungen<br />

in einem Beschäftigungsprojekt des AMS<br />

bzw. in einem sozialökonomischen Betrieb machen<br />

können, von dort den Weg in eine Teilqualifizierung<br />

Steuergerechtigkeit<br />

ist ein wichtiger<br />

Schlüssel für demokratische<br />

Gesellschaften.<br />

Unsere Steuersysteme<br />

bekommen<br />

die Ungleichheit aber<br />

nicht in den Griff.“<br />

in einem <strong>Unternehmen</strong> einschlagen können und danach<br />

auf Basis der erworbenen Kenntnisse die Möglichkeit<br />

zum Abschluss einer Lehre in einem Betrieb<br />

haben werden.<br />

Künstliche Intelligenz demokratisch<br />

kontrollieren<br />

Künstliche Intelligenz (KI) hat<br />

längst Einzug in unser Leben gefunden<br />

und wird unser Zusammenleben<br />

in Zukunft noch stärker<br />

beeinflussen. Die SPÖ will<br />

die Entwicklung und den Einsatz<br />

von KI nicht den internationalen<br />

Tech-Konzernen überlassen.<br />

Gabriel Zucman Der technologische Fortschritt<br />

soll demokratisch gemanagt und<br />

kontrolliert werden. So sollen<br />

zum Beispiel Kinderschutz-Maßnahmen im digitalen<br />

Raum ausgebaut und Medienkompetenz verstärkt<br />

unterrichtet werden. Gleichzeitig will die<br />

SPÖ den KI-Standort <strong>Österreich</strong> sichern. Die Entwicklung<br />

von künstlicher Intelligenz soll deshalb gefördert<br />

und mehr Grundlagenforschung betrieben<br />

werden.<br />

STEUERGERECHTIGKEIT. Eine globale Mindeststeuer für Superreiche ist ein<br />

erster Schritt, um soziale Ungleichheiten zu reduzieren.<br />

ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

10 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


cover<br />

Steuergerechtigkeit<br />

Die SPÖ fordert gerechte Steuern für Superreiche<br />

in <strong>Österreich</strong> und Europa. So betonten anlässlich<br />

einer Pressekonferenz EU-Vizepräsidentin Evelyn<br />

Regner und SPÖ-Chef Andreas Babler die Notwendigkeit,<br />

große Vermögen und Erbschaften stärker<br />

zu besteuern. Sie argumentieren, dass dies Investitionen<br />

in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz<br />

ermöglichen würde. Ökonom:innen wie Isabella<br />

Weber und Gabriel Zucman unterstützen diese Forderungen<br />

und hoben die Bedeutung einer globalen<br />

Mindeststeuer für Superreiche hervor, um soziale<br />

Ungleichheiten zu reduzieren.<br />

So betonte der Direktor des EU Tax Observatory<br />

Gabriel Zucman, dass Steuergerechtigkeit ein wichtiger<br />

Schlüssel für demokratische Gesellschaften<br />

sei. „Unsere Steuersysteme bekommen Ungleichheit<br />

aber nicht in den Griff“, so Zucman. In Ländern wie<br />

Frankreich oder Italien zahlen alle sozialen Gruppen<br />

hohe Steuern, etwa 40 bis 50 Prozent, Superreiche<br />

zahlen nur rund 15 Prozent. „Wir brauchen<br />

eine international koordinierte Mindeststeuer für<br />

Superreiche“, so der Wirtschaftswissenschafter. Das<br />

sei auch möglich, verwies Zucman auf die Mindeststeuer<br />

für multinationale <strong>Unternehmen</strong>. Sein konkreter<br />

Vorschlag: „Milliardäre sollen zwei Prozent<br />

ihres Vermögens als Steuern abliefern. Es gibt 3.000<br />

Dollar-Milliardäre weltweit, diese moderate Steuer<br />

würde 250 Mrd. Dollar einbringen.“ Das internationale<br />

Verständnis für diese Notwendigkeit steige<br />

zurzeit, so stehe das Thema Steuergerechtigkeit erstmals<br />

auf der Agenda der G20 und eine Reihe von<br />

Ländern von Frankreich bis Südafrika unterstützen<br />

das Anliegen. „Für <strong>Österreich</strong> ist es wichtig, diese<br />

Initiative zu unterstützen.“ Zucman betont, dass diese<br />

Mindeststeuer für Milliardäre ein erster Schritt<br />

ist, soziale Ungleichheit zu eliminieren, die ansonsten<br />

eine Gefahr für die Demokratie ist.<br />

LEHRE & START UP.<br />

Die Lehrlingsausbildung muss sich ständig<br />

weiterentwickeln, um den Anforderungen des<br />

Marktes gerecht zu werden und ihre Attraktivität<br />

für junge Talente zu steigern.<br />

Eine effizientere, effektivere und zukunftsorientierte<br />

Forschungsförderung sorgt für mehr<br />

Output in Form von erfolgreichen <strong>Unternehmen</strong>sgründungen.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

11


kandidat:innen<br />

Kandidat:innen<br />

im Parlament<br />

BEWÄHRTES TEAM. SWV-Ö-Präsident Christoph Matznetter und SWV-Ö-<br />

Vizepräsidentin Petra Oberrauner sind im österreichischen Parlament<br />

fest verankert und bestens vernetzt. Wofür setzen sie sich ein?<br />

Seit vielen Jahren<br />

setzt sich SWV-Ö-<br />

Präsident und Nationalratsabgeordneter<br />

Christoph Matznetter<br />

für die Wirtschaft<br />

und insbesondere für<br />

die kleinen <strong>Unternehmen</strong> ein. In<br />

der Coronakrise forderte er etwa<br />

die Verlängerung des Härtefallfonds<br />

und der Stundungsmöglichkeiten<br />

bis Jahresende, um<br />

<strong>Unternehmen</strong> vor einer<br />

möglichen Pleitewelle zu<br />

bewahren. Viele dieser<br />

<strong>Unternehmen</strong> hatten erhebliche<br />

Teile ihrer Ersparnisse<br />

aufgebraucht<br />

und standen vor der Herausforderung,<br />

gestundete<br />

Zahlungen leisten zu müssen,<br />

während die Umsätze<br />

noch nicht das Vorkrisenniveau<br />

erreicht hatten.<br />

Intransparente Hilfen<br />

Heftig kritisierte Matznetter<br />

auch die intransparente<br />

Abwicklung der<br />

Wirtschaftshilfen durch<br />

die COFAG: „Ich fordere<br />

eine effizientere und<br />

transparentere Unterstützung<br />

für betroffene<br />

<strong>Unternehmen</strong>. Es gibt<br />

zahlreiche <strong>Unternehmen</strong>,<br />

die weiterhin auf die versprochenen<br />

Hilfen warten<br />

und dadurch existenziell<br />

gefährdet sind.“<br />

Steuergerechtigkeit<br />

Im Bereich der Steuergerechtigkeit<br />

setzt sich Matznetter für eine<br />

gerechtere Besteuerung großer<br />

Onlinekonzerne wie Amazon ein.<br />

Er kritisierte, dass diese <strong>Unternehmen</strong><br />

während der Pandemie erhebliche<br />

Gewinne erzielten, jedoch<br />

nur geringe Steuerabgaben in <strong>Österreich</strong><br />

leisteten: „Onlinegiganten<br />

wie Amazon fahren Milliarden-<br />

CHRISTOPH MATZNETTER.<br />

Der promovierte Steuerexperte<br />

setzt sich seit vielen Jahren für<br />

die Anliegen der mittleren und<br />

kleinen <strong>Unternehmen</strong> ein.<br />

Gewinne ein. Im Gegensatz zu den<br />

Arbeitnehmer:innen und den vielen<br />

kleinen Geschäften, die in unseren<br />

Innenstädten ums Überleben<br />

kämpfen, tragen sie jedoch in <strong>Österreich</strong><br />

kaum Steuerverantwortung.<br />

Das muss sich dringend ändern!“<br />

Weiters fordert der Nationalratsabgeordnete<br />

eine Anpassung der<br />

Steuerpolitik, um die Lasten der<br />

Krise fair zu verteilen und Steuergerechtigkeit<br />

herzustellen.<br />

Die Steuerreform begrüßte<br />

Christoph Matznetter<br />

als ein wichtiges konjunkturpolitisches<br />

Signal:<br />

„Diese Reform ist aufkommensneutral<br />

gegenfinanziert<br />

und verursacht<br />

keine zusätzlichen Schulden.“<br />

Rascher Bürokratieabbau<br />

Der SWV-Ö-Präsident<br />

fordert auch einen raschen<br />

Bürokratieabbau,<br />

um das Wirtschaftswachstum<br />

anzukurbeln.<br />

„Überbordende Bürokratie<br />

stellt insbesondere<br />

für kleine Betriebe eine<br />

erhebliche Belastung dar<br />

und beeinträchtigt deren<br />

Wettbewerbsfähigkeit auf<br />

vielen Ebenen.“ Im Wirtschaftsparlament<br />

setzte<br />

sich Matznetter für die<br />

Einführung einer Gaspreisbremse<br />

nach deutschem<br />

Vorbild ein, um die<br />

PARLAMENTSDIREKTION / PHOTO SIMONIS (2)<br />

12 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


kandidat:innen<br />

Wettbewerbsfähigkeit österreichischer<br />

<strong>Unternehmen</strong><br />

angesichts steigender<br />

Energiekosten zu sichern.<br />

Diese Initiative fand<br />

breite Zustimmung und<br />

wurde beschlossen. Als<br />

Vizepräsident der Wirtschaftskammer<br />

<strong>Österreich</strong><br />

setzt sich Matznetter für<br />

die Stärkung der Exportwirtschaft<br />

ein. So fordert<br />

er gezielte Unterstützungsmaßnahmen,<br />

um<br />

die internationale Wettbewerbsfähigkeit<br />

österreichischer<br />

<strong>Unternehmen</strong> zu<br />

sichern.<br />

Stets in vollem Einsatz:<br />

Petra Oberrauner<br />

Auch SWV-Ö-Vizepräsidentin<br />

Petra Oberrauner<br />

kämpft seit 2019 im<br />

Nationalrat für die kleinen<br />

<strong>Unternehmen</strong>. In der<br />

Coronakrise setzte sie sich<br />

für die Rückabwicklung<br />

des Härtefallfonds und die<br />

Reintegration in das Epidemiegesetz,<br />

für den Erlass beziehungsweise<br />

die Reduktion von Geschäftsraummieten<br />

durch die BIG,<br />

für mehr, schnellere und unbürokratischere<br />

Hilfen und ein sofortiges<br />

Zahlungsmoratorium für Miete,<br />

Strom, Gas und Kreditkarten sowie<br />

für die Verdienstentgangsentschädigung<br />

für alle direkt oder indirekt<br />

vom Lockdown betroffenen KMU<br />

durch eine rasche unbürokratische<br />

Liquiditätsspritze ein.<br />

Gegenüber dem Wirtschaftsminister<br />

setzte sich Petra Oberrauner<br />

für kleine <strong>Unternehmen</strong> ein, denen<br />

von der AWS der Energiekostenzuschuss<br />

aufgrund vermeintlich formaler<br />

Fehler verweigert wurde.<br />

Digitalisierung vorantreiben<br />

Unter dem Motto „Digitalisierung<br />

macht man nicht nebenbei!“<br />

treibt sie die so wichtige Digitalisierung<br />

vor allem kleiner <strong>Unternehmen</strong><br />

voran. So übte die SW-Ö-<br />

PETRA OBERRAUNER.<br />

Die promovierte Bildungswissenschafterin<br />

hat sich der<br />

Digitalisierung, Forschung und<br />

Innovation verschrieben.<br />

Vizepräsidentin scharfe Kritik am<br />

Digitalisierungsfonds: Während die<br />

Verwaltung 160 Millionen Euro bekam,<br />

wurde das Budget für generelle<br />

Digitalisierungsprojekte – das auch<br />

Hilfen für die Wirtschaft umfasst –<br />

auf 50 Millionen Euro gekürzt. Dabei<br />

stellte die Pandemie in ganz <strong>Österreich</strong><br />

Klein- und Mittelbetriebe<br />

vor die gewaltige Aufgabe, sich zu<br />

digitalisieren, während ihnen wegen<br />

der Lockdowns die finanziellen<br />

Mittel wegbrachen.<br />

„Die Projekte des Digitalisierungsfonds<br />

müssen so gestaltet werden,<br />

dass sie die österreichische ITund<br />

Start-up-Szene stimulieren und<br />

die Kreativität und Innovationskraft<br />

heimischer <strong>Unternehmen</strong> fördern.<br />

Blamagen à la ‚Kaufhaus <strong>Österreich</strong>‘<br />

dürfen sich nicht wiederholen.<br />

Projekte müssen einen innovativen<br />

Mehrwert aufweisen und die<br />

Attraktivität des IT-Standorts <strong>Österreich</strong>s<br />

steigern!“, so Petra Oberrauner.<br />

Gleichzeitig setzt<br />

sie sich für den flächendeckenden<br />

Glasfaserausbau<br />

gerade im ländlichen<br />

Raum und die Verhinderung<br />

des Verkaufs kritischer<br />

Infrastruktur wie<br />

der A1-Funkmasten ein.<br />

Auch für die Bekämpfung<br />

der Scheinarbeit durch<br />

große Onlinefirmen bei<br />

der Plattformarbeit setzt<br />

sie sich vehement ein.<br />

Dazu gehört auch die<br />

neue EU-Richtlinie für<br />

vermehrte Datensicherheit.<br />

„Es ist unverantwortlich,<br />

dass der Wirtschaftsminister<br />

die möglichen<br />

Auswirkungen der Nichteinhaltung<br />

dieser Richtlinie<br />

auf die Sicherheit unserer<br />

<strong>Unternehmen</strong> und<br />

den Wirtschaftsstandort<br />

<strong>Österreich</strong> ignoriert.<br />

KMU brauchen Unterstützung<br />

von Politik und<br />

Wirtschaft, um die hohen<br />

Anforderungen der Richtlinie<br />

erfüllen zu können“,<br />

so Oberrauner.<br />

KI und Start-ups<br />

„Die KI-Strategie der Regierung<br />

von 2021 kommt zu spät, lässt wichtige<br />

Themen aus und ist kaum mit<br />

finanziellen Mitteln unterlegt. Ein<br />

demokratisches High-Tech- und Innovationsland<br />

wie <strong>Österreich</strong> ist auf<br />

eine gute KI-Strategie angewiesen,<br />

damit unsere <strong>Unternehmen</strong> und<br />

Forschungseinrichtungen im internationalen<br />

Wettbewerb mithalten<br />

können und fehlende Fachkräfte in<br />

der IT-Branche selbst einschulen<br />

können“, ist die SWV-Ö-Vizepräsidentin<br />

überzeugt. Und fügt hinzu:<br />

„Ich setze mich für eine effizientere<br />

und effektivere zukunftsweisende<br />

Forschungsförderung mit weitaus<br />

mehr Volumen ein, die mehr Output<br />

in Form von erfolgreichen <strong>Unternehmen</strong>sgründungen<br />

und wirtschaftlich<br />

verwertbaren Produkten<br />

bringt.“<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

13


kandidat:innen<br />

ABSICHERUNG<br />

STEIERMARK<br />

Da ich selbst Unternehmer<br />

war, weiß ich aus eigener<br />

Erfahrung ganz genau, mit<br />

welchen Sorgen und Nöten<br />

sich Einpersonen- und<br />

Kleinunternehmer:innen<br />

auseinandersetzen müssen.<br />

Eine gerechte soziale Absicherung<br />

für alle Selbstständigen<br />

zu erreichen, muss daher eine<br />

der wichtigsten Forderungen<br />

sein. Ich bin davon überzeugt,<br />

dass das der SPÖ in Zusammenarbeit<br />

mit dem SWV auch<br />

gelingen wird.“<br />

Stefan Müllner<br />

AUSBILDUNG<br />

WIEN<br />

Die Modernisierung<br />

unserer Lehrausbildung<br />

ist kein Luxus, sondern<br />

eine Notwendigkeit, um<br />

sowohl den wirtschaftlichen<br />

Anforderungen<br />

als auch den individuellen<br />

Talenten unserer<br />

Jugend gerecht zu<br />

werden. Nur durch<br />

flexible, spezialisierte<br />

und zeitnahe Reformen<br />

können wir die<br />

Fachkräfte von morgen<br />

erfolgreich ausbilden.“<br />

Marko Fischer<br />

Unser SWV MACHT<br />

sich STARK<br />

BEREIT. Die Nationalratswahlen stehen bevor und wir stehen<br />

bereit, die neuen Aufgaben der künftigen Regierung mitzugestalten<br />

– für alle EPU und KMU in unserem Land!<br />

Bundesvorschlag. Der SWV <strong>Österreich</strong> ist im Bundeswahlvorschlag<br />

der SPÖ mit vielen engagierten Kandidat:innen<br />

vertreten, die sich für die Anliegen der Unternehmer:innen<br />

einsetzen. Lückenlose soziale Absicherung für Selbstständige,<br />

wirtschaftliche Sicherheit für Unternehmer:innen und<br />

eine Wirtschaftskammer, die die Interessen aller Wirtschaftstreibenden<br />

vertritt, sind die zentralen Forderungen des<br />

SWV <strong>Österreich</strong>. Die Kandidat:innen des SWV kommen<br />

aus verschiedenen Bundesländern.<br />

FAMILIE & BERUF<br />

STEIERMARK<br />

Die Vereinbarkeit von Familie<br />

und Beruf ist für Unternehmerinnen<br />

eine große Herausforderung.<br />

Es müssen bessere<br />

Rahmenbedingungen für Frauen<br />

geschaffen werden, ohne<br />

Nachteile, daher bin ich für<br />

beste Betreuungsplätze und<br />

kostenlose Ganztagsbetreuung<br />

für Kinder.“<br />

Elisabeth Sommerbauer<br />

WOHNEN<br />

KÄRNTEN<br />

Wohnen muss sowohl<br />

in Miete als auch im<br />

Eigentum wieder<br />

leistbar werden. Als<br />

Wohnbauexperte mit 20<br />

Jahren Berufserfahrung<br />

als Bauträger spreche ich<br />

nicht nur über leistbares<br />

Wohnen, sondern setze<br />

dies auch in der Praxis um.“<br />

Markus Glatz<br />

SWV OÖ, CMYK., H. SARNY PHOTOGRAPHY, MORGENBESSER (2), SWV TIROL, SWV WIEN, SWV STEIERMARK<br />

14 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


WIRTSCHAFTSPOLITIK<br />

BURGENLAND<br />

Ich kandidiere für die Nationalratswahl,<br />

da ich es als sehr<br />

wichtig empfinde, dass auch<br />

Unternehmer in politischen<br />

Institutionen vertreten sind und<br />

dort ihre Interessen artikulieren<br />

können. Es fehlte in den<br />

letzten 10 Jahren leider an einer<br />

vernünftigen Wirtschaftspolitik,<br />

sodass sich das Standing der<br />

österreichischen Unternehmer<br />

massiv verschlechtert hat.“<br />

Gerald Schwentenwein<br />

FACHKRÄFTE AUSBILDEN<br />

TIROL<br />

ARMUT VERMEIDEN<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Das Krankengeld ist mit rund 37 Euro am Tag<br />

viel zu niedrig. Das sind in etwa 1.150 Euro im<br />

Monat – weit unter der Armutsgrenze, die in<br />

<strong>Österreich</strong> bei 1.400 Euro liegt. Es ist schon<br />

fatal genug, beispielsweise für ein Einpersonenunternehmen,<br />

so lange ohne Unterstützung<br />

krank zu sein – noch dazu, wenn die<br />

Hilfe unter der Armutsgrenze liegt.“<br />

Martina Klengl<br />

Die Aufwertung der Lehre ist für <strong>Unternehmen</strong> von<br />

entscheidender Bedeutung. Lehrlinge sind die Fachkräfte<br />

von morgen und ihre Ausbildung beeinflusst direkt<br />

die Qualität und Effizienz unserer Arbeitskräfte. Wenn<br />

wir Lehrlinge wertschätzen, sie gut ausbilden und ihnen<br />

eine klare berufliche Perspektive bieten, profitieren wir<br />

langfristig von qualifizierten Mitarbeiter:innen, die unser<br />

<strong>Unternehmen</strong> voranbringen, und können so dem Fachkräftemangel<br />

entgegenwirken.”<br />

Eva Beihammer<br />

STANDORT STÄRKEN<br />

OBERÖSTERREICH<br />

Herausforderung ist und wird weiterhin<br />

sein, den Wirtschaftsstandort <strong>Österreich</strong><br />

zu stärken, die Lehrberufe attraktiver<br />

zu machen, um den Personalbedarf<br />

zu decken und unsere Betriebe zu<br />

erhalten. Wichtig sind hier innovative<br />

Ideen und Zugänge, wie beispielsweise<br />

die Förderung der Lehrlingsausbildung<br />

durch die Kooperationen mehrerer Betriebe.<br />

Und das möglichst schnell und<br />

möglichst unbürokratisch.“<br />

Ulrike Kaser<br />

GASTRONOMIE KANN MEHR<br />

WIEN<br />

Die Weiterentwicklung der Lehrausbildung<br />

ist besonders in der Gastronomie entscheidend,<br />

um jungen Menschen die gesamte<br />

Bandbreite und Vielfalt des Berufsfeldes<br />

zu vermitteln. Mit Zusatzausbildungen<br />

und einem facettenreicheren<br />

Ansatz können wir die Attraktivität<br />

der Lehre steigern und die Talente<br />

der Zukunft optimal vorbereiten.“<br />

Martina Haslinger<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

KRANKENGELD<br />

NIEDERÖSTERREICH<br />

Wir wollen das Krankengeld für alle<br />

Unternehmer:innen in <strong>Österreich</strong> ab dem 4.<br />

Tag – und nicht erst rückwirkend ab dem 43.<br />

Man muss sich nämlich einmal vorstellen: Ist<br />

man 41 Tage arbeitsunfähig, zum Beispiel nach<br />

einem Unfall, bekommt man gar nichts. Warum<br />

sollen Selbstständige schlechter gestellt sein als<br />

ihre Mitarbeiter:innen und ganze sechs Wochen<br />

ohne Unterstützung auskommen müssen?“<br />

Thomas Schaden<br />

DIGITALE UNTERSTÜTZUNG<br />

SALZBURG<br />

Ich sehe mich als Vertreter und Unterstützer<br />

der kleinen Betriebe, die oft „all in“ in ihrem<br />

Job leben und erleben. Soziale – vor allem<br />

sozial gerechte – Absicherung und Entlastung<br />

auf der Kostenseite (Sozialversicherung, Steuern,<br />

Lohnnebenkosten) sehe ich genauso<br />

als meine Aufgabe an wie Hinweise auf<br />

Vernetzungen, um neue Marktlücken zu<br />

erschließen. Dazu kommt die digitale<br />

Herausforderung. Im Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverband<br />

begleiten wir die Betriebe.“<br />

Peter Mörwald<br />

15


porträt<br />

Mit Locke’n Roll<br />

in die Zukunft<br />

KREATIV. Eng verbunden mit dem Gefühl der 50er Jahre hat Lisa<br />

Neukart im steirischen Kapfenberg ihren Friseursalon eröffnet. Ihre<br />

Kund:innen sind begeistert: Endlich ein frischer Wind in ihren Haaren.<br />

Sie sprudelt nur so<br />

vor Energie und ihrer<br />

Stimme hört man<br />

an, dass sie rundherum<br />

glücklich ist. Kein<br />

Wunder, Lisa Neukart<br />

hat sich ihren Herzenswunsch<br />

erfüllt: einen stylischen Friseursalon,<br />

in dem sie mit ihren drei<br />

Kolleginnen schalten und walten<br />

kann, wie es ihren Vorstellungen<br />

entspricht. „Wir durften im Jahr<br />

nach unserer Eröffnung 2016 am<br />

Life Ball in Wien frisieren, das war<br />

bieten. „Das kann<br />

in Form einer betonteren<br />

Haarfarbe<br />

und dezenten<br />

Strähnchen passieren.<br />

Aber auch mit<br />

einem neuen frechen<br />

Schnitt, der<br />

meine Kundin um<br />

Jahre jünger aussehen<br />

lässt. Frau muss<br />

sich einfach nur<br />

trauen, auch einmal<br />

Friseur Locke‘n Roll Styling<br />

Grazer Straße 54<br />

8605 Kapfenberg<br />

Tel.: 03862/33844<br />

E-Mail: rennhofer19@gmail.com<br />

wirklich toll“, schwärmt<br />

die Besitzerin. Viele<br />

dieser<br />

„verrückten“<br />

Kreationen hat sie gedanklich<br />

mitgenommen.<br />

Natürlich nur<br />

in gemäßigter, im<br />

Alltag<br />

lebbarer<br />

Form. Denn ihr<br />

Ziel ist, ihren<br />

Kund:innen<br />

neue<br />

und<br />

frische<br />

Haarakz<br />

e n t e<br />

anzu-<br />

etwas<br />

Neues auszuprobieren“,<br />

lacht Lisa Neukart. Mit ihren drei<br />

Kolleginnen bildet sie ein kreatives<br />

Team. „Mit Waltraud, meinem Fels<br />

in der Brandung, die immer den<br />

Überblick wahrt; Klara, die wieder<br />

zurückgekommen ist, und Michelle,<br />

meinem letzten Lehrling, den ich<br />

nach ihrem Abschluss vor einem<br />

Jahr übernommen habe, sind wir<br />

Frauenpower pur.“<br />

In die Wiege gelegt<br />

Zunächst hatte Lisa Neukart andere<br />

Berufswünsche. Doch die am<br />

PERMANENT-MAKE-UP.<br />

Nach den erforderlichen Ausbildungsseminaren<br />

bietet Lisa<br />

Neukart nun auch Permanent-<br />

Make-up an.<br />

Semmering in einer Unternehmerfamilie<br />

aufgewachsene Tochter eines<br />

Gastwirts und einer Friseurin<br />

mit eigenem Salon ließen die elterlichen<br />

Vorbilder nicht los. „So habe<br />

ich in Kapfenberg gelernt und war<br />

sieben Jahre in diesem Betrieb tätig.“<br />

Der Liebe wegen ist sie in Kapfenberg<br />

geblieben und hat geheiratet:<br />

„Ja, das ist mein Lebensmittelpunkt<br />

geworden“, schmunzelt sie. „Hier<br />

ist mein Zuhause.“<br />

MANFRED NEUKART<br />

16<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


porträt<br />

Rock ’n’ Roll<br />

Als großer Fan der 50er Jahre war es<br />

für sie naheliegend, auch ihren Salon<br />

retrogerecht zu gestalten. „Nur die damals<br />

üblichen voluminösen Trockenhauben<br />

habe ich ausgelassen“, lacht<br />

sie vergnügt. „Glücklicherweise sind<br />

haarschädigende Dauerwellen, Lockenwickler<br />

und toupierte, helmartige Taftfrisuren<br />

aus der Mode gekommen. Und<br />

so soll es auch bleiben. Bis auf schrille<br />

Ausnahmen wie für den Grazer Tuntenball“,<br />

lacht sie. „Auch im Salon gibt<br />

es Rock’n’Roll-Beschallung aus den<br />

Fünfzigern. Manchmal ist das jedoch<br />

ein bisschen zu viel. Dann ersucht mich<br />

mein Team um einen Wechsel.“ Dem<br />

sie natürlich gerne nachkommt.<br />

Spezielle Haarpflegeprodukte<br />

Ihr Friseursalon ist Partnerbetrieb<br />

der hochwertigen biologischen Haarpflegeserie<br />

Nashi aus Mailand. Arganund<br />

Leinöl sowie Bienenwachs sorgen<br />

bei strapazierten, trockenen Haaren für<br />

reichhaltige Pflege. „Ich verwende sie<br />

gerne und auch meine Kundschaft ist<br />

von den Produkten begeistert. Sie können<br />

sie auch mit nach Hause nehmen.“<br />

Permanent-Make-up<br />

Nach der erforderlichen Zusatzausbildung<br />

kann sie nun eine zusätzliche<br />

Leistung in ihrem Salon anbieten: Das<br />

Permanent-Make-up. „Es ist ein verwandter<br />

Berufszweig und ich hoffe,<br />

damit neue Kund:innen ansprechen<br />

zu können. Permanent-Make-up liegt<br />

ja auch voll im Trend – von den Augenbrauen<br />

bis zur dauerhaften Entfernung<br />

von unerwünschten Härchen,<br />

den sogenannten „Hexenhaaren“ rund<br />

um Mund und Kinn. Uns Frauen belastet<br />

das sehr. Statt dauernd zupfen zu<br />

müssen, beseitigt diese Anwendung das<br />

Problem nachhaltig.“<br />

Treue Stammkund:innen<br />

Die Coronakrise und die hohen Energiekosten<br />

waren und sind nach wie vor<br />

herausfordernd für die Besitzerin von<br />

Locke’n Roll. „Zum Glück kann ich auf<br />

treue Stammkund:innen vertrauen. Sie<br />

lassen sich beraten und haben den Mut,<br />

etwas Neues auszuprobieren“, ist Lisa<br />

Neukart dankbar.<br />

Gerne würde sie auch wieder Lehrlinge<br />

ausbilden. „Wir sind wie eine große<br />

Familie. Ich bezahle auch über dem<br />

Kollektivvertrag, weil ich weiß, wie nötig<br />

die Jugend das Geld braucht. Bei mir<br />

könnten sie auch abseits der Lehre neue<br />

kreative Ideen ausprobieren. Dennoch<br />

ist es schwer, Lehrlinge zu finden.“<br />

RETROSTYLE.<br />

Der Salon im Stil der<br />

50er Jahre (allerdings<br />

ohne die damals üblichen<br />

Trockenhauben)<br />

macht dank seiner<br />

Besitzerin Lust auf ein<br />

neues Styling.<br />

„Wir sind ein<br />

Familienbetrieb und<br />

ich bezahle über dem<br />

Kollektivvertrag, weil<br />

ich weiß, wie nötig<br />

die Jugend das Geld<br />

braucht. Dennoch ist es<br />

schwer, Lehrlinge<br />

zu finden.“<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

17


porträt<br />

Gründen<br />

in der Krise<br />

MUTIG. Obwohl es momentan nicht besonders rosig aussieht, haben<br />

zwei Kärntner Frauen soeben den Sprung in die Selbstständigkeit<br />

gewagt. In Bereichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.<br />

Wenn nicht jetzt, wann dann?“,<br />

dachten sich beide Frauen und<br />

schufen sich beruflich den Weg<br />

in die Selbstständigkeit. Während<br />

sich Marianne Gobald-<br />

Trey der sanften Entfernung<br />

unliebsamer Speckröllchen<br />

mittels Strom und Ultraschall widmet, hat sich Birgit<br />

Kandutsch für ein Angebot für kleine und kleinste<br />

Betriebe entschieden: In ihrem BBZ-Bildungsbüro<br />

hilft sie <strong>Unternehmen</strong>, digital fit zu werden. Beide<br />

haben Marktnischen für sich entdeckt.<br />

Abnehmen ohne Stress<br />

Erst vor drei Wochen hat Marianne Gobald-Trey<br />

ihr Studio „GOBI’S Abnehmen im Liegen“ eröffnet.<br />

Animiert wurde sie von Freundinnen, die bereits mit<br />

dieser Methode in anderen Studios einige Kilos abgenommen<br />

hatten, erzählt sie. Das brachte sie auf den<br />

Gedanken, auch ein „Abnehmen im Liegen“-Studio<br />

in Feldkirchen zu eröffnen. „Es ist denkbar einfach:<br />

Mittels Strom und vor allem Ultraschall werden<br />

die Fettzellen punktgenau entleert und dann über<br />

das Lymphsystem abgeleitet. Der Vorher-nachher-<br />

Effekt ist schnell erkennbar“, schwärmt Marianne<br />

Gobald-Trey. „Unsere Kund:innen kommen zu uns,<br />

nachdem sie zahlreiche Diäten und Trainingsprogramme<br />

ausprobiert haben, oft ohne die gewünschten<br />

Ergebnisse zu erzielen. Häufige Probleme sind<br />

hartnäckige Fettpolster, ungleichmäßige Körperkonturen<br />

und mangelnde Motivation durch ausbleibende<br />

Fortschritte. Schon nach wenigen Sitzungen<br />

bei uns sind die Veränderungen deutlich sichtbar.<br />

Die Ergebnisse sprechen für sich: straffere Haut, reduzierte<br />

Fettdepots und eine harmonischere Körperform.<br />

Unsere Kund:innen berichten von einem ge-<br />

ENTSPANNT.<br />

Marianne Gobald-<br />

Trey schwört<br />

in ihrem Studio<br />

„Abnehmen im<br />

Liegen“ auf die<br />

sanfte Reduzierung<br />

der Speckröllchen.<br />

GOBI’S ABNEHMEN<br />

IM LIEGEN.<br />

Kirchgasse 34<br />

9560 Feldkirchen<br />

Tel: +43 676 9215330<br />

info@abnehmenim<br />

liegenfeldkirchen.at<br />

www.abnehmenimliegenfeldkirchen.at<br />

18 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


TATKRÄFTIG.<br />

Birgit Kandutsch macht kleine<br />

<strong>Unternehmen</strong> mit KI digital fit.<br />

Damit sparen sie Zeit und Kosten,<br />

wie beispielsweise Vorbereitungen<br />

für die Buchhaltung.<br />

porträt<br />

GOBI‘S ABNEHMEN IM LIEGEN, BILDUNGSBÜRO<br />

steigerten Selbstbewusstsein, mehr Energie im Alltag<br />

und einer spürbaren Verbesserung des allgemeinen<br />

Wohlbefindens“, erzählt Gobald-Trey.<br />

Nach den Anwendungsschulungen kennt sie sich<br />

mit der Lymphdrainage mit Reizstrom bestens aus,<br />

um Problemzonen an Oberarmen und Hüften zu<br />

reduzieren. „Wichtig ist, zwei Stunden vor der Behandlung<br />

nichts zu essen, aber viel Wasser zu trinken<br />

und danach 24 Stunden kohlenhydratfrei zu essen.“<br />

Seit der Eröffnung läuft ihr Studio mit zwei Liegen<br />

blendend: „Da habe ich wirklich eine Marktlücke in<br />

Feldkirchen gefunden“, freut sie sich. Zum Kennenlernen<br />

bietet sie eine kostenlose Behandlung an.<br />

<strong>Unternehmen</strong> mit KI vertraut machen<br />

Vor rund zwei Monaten hat die Erwachsenenund<br />

Berufsbildungsexpertin Mag. a Birgit Kandutsch<br />

ihr „BBZ: Bildungsbüro für die Zukunft“ eröffnet.<br />

Auf die Idee kam sie über zahlreiche<br />

Wirtschaftskammer-<br />

Vorträge zum Thema künstliche<br />

Intelligenz (KI) und ihre<br />

Anwendungsmöglichkeiten<br />

wie ChatGPT. „Das war so<br />

spannend, dass ich mir überlegt<br />

habe, wie man das auch in<br />

kleinen und kleinsten Betrieben<br />

umsetzen kann. Dabei ist<br />

ja nicht die ‚große‘, detaillierte<br />

Umsetzung von KI gefragt,<br />

sondern, wie man diese neuen Anwendungen für<br />

jeden Betrieb praktisch integrieren kann“, so Kandutsch.<br />

„Es geht schlicht und einfach darum, jedem<br />

<strong>Unternehmen</strong>, egal ob EPU oder KMU, eine zielgerichtete<br />

Unterstützung für den Betrieb zukommen<br />

zu lassen.“<br />

BBZ-BILDUNGSBÜRO.<br />

Völkermarkterstraße 62<br />

9020 Klagenfurt am Wörthersee<br />

Tel: +43 650 2658080<br />

E-Mail: info@bildungsbuero.at<br />

www.bildungsbuero.at<br />

Dabei geht es nicht um die große<br />

Umsetzung von KI, sondern<br />

darum, wie man diese neuen<br />

Anwendungen für jedes <strong>Unternehmen</strong><br />

praktisch und einfach,<br />

ihren speziellen Anforderungen<br />

angepasst, integrieren<br />

kann.“<br />

Birgit Kandutsch<br />

KI individuell nutzen<br />

Ihre ersten Erfahrungen: „Hauptsächlich geht es<br />

den Betrieben um die Einsparung von Arbeitszeit<br />

und Kosten, wie beispielsweise die Rechnungen für<br />

die Buchhaltung zu sortieren. Statt der sprichwörtlichen<br />

‚Zettelwirtschaft‘ gibt es verschiedene Anwendungsgebiete<br />

wie Excel, Google oder Outlook, um<br />

diese Arbeiten zeitsparend maximieren zu können.“<br />

Darüber hinaus bietet sie weitere Digitalisierungen<br />

an, um das Office Management zu erleichtern.<br />

„Dazu gehört auch, sich den individuellen Bedürfnissen<br />

des jeweiligen Betriebs zu widmen: Was ist<br />

für langjährige Mitarbeiter:innen geeignet, was für<br />

Lehrlinge? Es soll ja praktikabel<br />

für alle im Betrieb Beschäftigten<br />

sein – inklusive der<br />

Chef:innen“, schmunzelt Birgit<br />

Kandutsch. Vor allem kleine<br />

und kleinste <strong>Unternehmen</strong><br />

werden durch diese modernen<br />

Werkzeuge entlastet: „Die KI-<br />

Offensive schafft einfach Ordnung<br />

im Betrieb“. Schon bevor<br />

sie quasi zur „fliegenden EDV-<br />

Technikerin“ wurde, hat sie mit<br />

ihrem Mann Horst einen IT-Dienstleistungsbetrieb<br />

mit aufgebaut. So war sie schon mit den bisherigen<br />

digitalen Errungenschaften bestens vertraut. Mit ihrem<br />

Bildungsbüro hat sie sich ein spannendes neues<br />

Arbeitsfeld geschaffen, das von Betrieben und Vereinen<br />

dringend benötigt wird.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

19


aus den bundesländern<br />

WIEN: „LEHRE 2.0“ im Wiener Rathaus<br />

Highlight. Am 21. Mai fand im prächtigen<br />

Festsaal des Wiener Rathauses<br />

die mit Spannung erwartete Veranstaltung<br />

„Lehre 2.0“ statt. Organisiert vom<br />

Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband<br />

Wien (SWV WIEN) in Kooperation<br />

mit dem Rathausklub der<br />

SPÖ Wien, zog das Event zahlreiche<br />

Unternehmer:innen, Ausbilder:innen<br />

und Interessierte an und wurde zu einem<br />

vollen Erfolg.<br />

Der Abend begann um 18 Uhr mit<br />

einem herzlichen Empfang. Josef Taucher,<br />

Vorsitzender des SPÖ-Rathausklubs,<br />

eröffnete die Veranstaltung mit<br />

einer inspirierenden Begrüßungsrede<br />

und setzte damit den Ton für den weiteren<br />

Verlauf des Abends.<br />

Ein Highlight der Veranstaltung<br />

war die Podiumsdiskussion zum Thema<br />

„Modernisierung der Lehre“. Unter<br />

der Moderation von Elisabeth Hakel<br />

(Geschäftsführerin SWV WIEN)<br />

diskutierten Marko Fischer (Präsident<br />

SWV WIEN), Benjamin Schulz<br />

(LAbg., GR und Lehrlingssprecher),<br />

Gülten Karagöz (Lehrlingsausbilderin<br />

SWV WIEN), Julia Miklas (Lehrling<br />

ÖBB), Adam Khalil (AMS) sowie der<br />

Content-Creator und Unternehmer<br />

„Satansbratan“ über die Herausforderungen<br />

und Chancen der modernen<br />

Lehrausbildung. Besondere Schwerpunkte<br />

lagen auf dem Umgang mit dem<br />

Fachkräftemangel, den Bedürfnissen<br />

Modernisierung. SWV-Wien-Präsident<br />

Marko Fischer lieferte wertvolle Inputs.<br />

Gut besucht. Die Podiumsdiskussion zur „Modernisierung<br />

der Lehre“ zog zahlreiche Teilnehmer:innen an.<br />

der Lehrlinge sowie den schnellen Anpassungen<br />

von Lehrinhalten in Zeiten<br />

des rapiden technologischen Wandels.<br />

Das Publikum beteiligte sich aktiv an<br />

der Diskussion und stellte zahlreiche<br />

Fragen, was zu einer lebhaften und interaktiven<br />

Atmosphäre führte.<br />

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion<br />

konnten sich die Gäste bei köstlichem<br />

Fingerfood und erfrischenden<br />

Getränken stärken. Zahlreiche Info-<br />

Stände boten detaillierte Einblicke<br />

in die vielfältigen Möglichkeiten der<br />

Lehrausbildung in Wien.<br />

OÖ: SWV OÖ unterstützt ältere Generation bei der<br />

BEANTRAGUNG DES HANDWERKERBONUS<br />

Birgit Gerstorfer<br />

Manfred Zaunbauer<br />

Am Mittwoch wurde eine langjährige<br />

Forderung des Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverbandes endlich durch<br />

die Bundesregierung beschlossen – der<br />

Handwerkerbonus kann für 2024 und<br />

2025 in Anspruch genommen werden.<br />

Leider wurde dabei erneut eine wesentliche<br />

Hürde eingebaut – der Bonus<br />

kann nur online beantragt werden.<br />

Der Pensionistenverband <strong>Österreich</strong><br />

hat bereits vehement gegen die Diskriminierung<br />

der älteren Generation protestiert,<br />

denn gerade ältere Menschen<br />

haben oftmals keinen Zugang zum Internet<br />

oder benötigen bei Formularen<br />

Hilfe.<br />

In OÖ werden Personen, die selbst<br />

nicht in der Lage sind, einen Antrag<br />

zu stellen, durch den Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverband unterstützt.<br />

„Wir helfen den Menschen völlig kostenlos,<br />

indem wir einerseits über unser<br />

Netzwerk geeignete Handwerker:innen<br />

vermitteln und andererseits auch bei<br />

der Antragstellung behilflich sind – das<br />

sind wir der älteren Generation schuldig!“,<br />

so Manfred Zaunbauer, Präsident<br />

des SWV OÖ.<br />

„Wir freuen uns, dass der SWV mit<br />

seinem Service vielen Menschen, insbesondere<br />

der bereits in Pension befindlichen<br />

Bevölkerung bzw. den sozial ohnehin<br />

benachteiligten Menschen, dieses<br />

kostenlose Service anbieten kann. Dadurch<br />

profitieren Unternehmer:innen<br />

und Kund:innen gleichermaßen! Trotzdem<br />

wäre ich froh gewesen, wenn die<br />

Bundesregierung dieses Problem gar<br />

nicht erst geschaffen hätte!“, zeigt sich<br />

Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes<br />

OÖ, erfreut.<br />

Personen, die Hilfe benötigen, können<br />

sich von Montag bis Freitag zwischen<br />

8 Uhr und 12 Uhr unter der Telefonnummer<br />

0732 791212 melden.<br />

NIKLAS SCHNAUBELT, SWV OÖ<br />

20 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2023


Erfolgreich. In Kärnten steht ein neuerlicher<br />

Jahrgang der WiPAk (Wirtschafts-<br />

und Politikakademie des<br />

SWV) vor dem Finale!<br />

Von rund 30 Teilnehmer:innen konnten<br />

24 die 70-%-Anwesenheitshürde bisher<br />

überwinden und sehen daher einer<br />

verantwortungsvollen Position in der<br />

Interessensvertretung in Kärnten entgegen.<br />

Der heurige Jahrgang zeichnet<br />

sich wieder durch ein ausgesprochen heterogenes<br />

Feld an Unternehmer:innen<br />

aus. Vom Hundemasseur bis zum Projektentwickler,<br />

von der Abfall- und<br />

Entsorgungsberaterin bis zum Schuster<br />

ist alles vertreten. Somit entstehen<br />

auch für die Referent:innen spannende<br />

Diskussionen. Im Herbst erleben die<br />

aus den bundesländern<br />

KÄRNTEN: WIPAK – Verdientes Durchschnaufen<br />

vor dem Finale im Herbst<br />

Jahrgang. Auch heuer<br />

zeichnet sich bei den<br />

Teilnehmer:innen ein<br />

ausgesprochen heterogenes<br />

Feld ab. Ehrengast<br />

war der Chefredakteur<br />

der Regionalmedien,<br />

Stephan Fugger (2. v. l.),<br />

Vortragende war Verena<br />

Meister (M.). Auch SWV-<br />

Kärnten-Präsident Alfred<br />

Trey (g. r.) war dabei.<br />

neuen Kolleg:innen aus ganz Kärnten<br />

noch hautnah alle weiteren SPÖ-Fachund<br />

Nebenorganisationen sowie den<br />

Themenblock „Von der Idee bis zum<br />

Gesetz“. Anschließend freuen wir uns<br />

über die Übergabe der Zertifikate –<br />

typischerweise mit unserem Ehrengast<br />

und Mitinitiator des Lehrgangs LH Dr.<br />

Peter Kaiser.<br />

SWV KÄRNTEN, PATRICIA PETERKA<br />

WIEN: „MEI WURST IS NED DEPPAT“:<br />

Die SWV-WIEN-Grätzeltour<br />

Klares Zeichen. Unter dem Motto „Mei Wurst is ned<br />

deppat“ setzt der SWV WIEN ein klares Zeichen für<br />

den direkten Dialog mit den Unternehmer:innen<br />

der Stadt. Die einzigartige Grätzeltour bringt<br />

politische Entscheidungsträger:innen und lokale<br />

Wirtschafts treibende zusammen – und das in der<br />

gemütlichen Atmosphäre eines Würstelstands.<br />

Weil’s ned WURSCHT is.<br />

Die Grätzeltouren des SWV WIEN sind mehr<br />

als nur Treffen bei Käsekrainern und Kaltgetränken.<br />

Sie sind eine Plattform für echten Austausch<br />

und gemeinsames Engagement. „Weil’s ned<br />

WURSCHT is“ lautet das Credo, das den Kern<br />

dieser Initiative bildet. Bei den bisherigen Touren<br />

im 1., 8. und 9. Bezirk trafen sich Vertreter:innen<br />

des SWV WIEN mit Unternehmer:innen, um sich<br />

über die Herausforderungen und Chancen in den<br />

jeweiligen Bezirken zu unterhalten. „Wir wollen<br />

hören, was die Unternehmer bewegt, und gemeinsam<br />

Lösungen finden“, betont Marko Fischer, Präsident<br />

des SWV WIEN.<br />

Während der Grätzeltouren werden zahlreiche<br />

Themen behandelt, die sowohl die großen als auch<br />

die kleinen Herausforderungen der Bezirke betreffen.<br />

Dazu gehören weitreichende Probleme wie<br />

der Fachkräftemangel, der viele <strong>Unternehmen</strong> vor<br />

große Herausforderungen<br />

stellt. Gleichzeitig<br />

werden auch lokale Anliegen<br />

angesprochen,<br />

wie die Gestaltung<br />

von Erdgeschosszonen,<br />

das Management<br />

von Baustellen und<br />

die Parkplatzsituation.<br />

Diese Vielfalt an<br />

Themen zeigt, wie<br />

wichtig es ist, auf die<br />

spezifischen Bedürfnisse<br />

und Probleme der<br />

Unternehmer:innen<br />

einzugehen. „Diese<br />

Touren sind ein hervorragendes<br />

Beispiel dafür,<br />

wie wichtig der direkte<br />

Kontakt und das persönliche<br />

Gespräch für<br />

eine erfolgreiche Zusammenarbeit<br />

sind.<br />

Genau das ist Wirtschaft<br />

mit Weitblick!“,<br />

erklärt Marko Fischer.<br />

Ein informelles Treffen am Würstelstand<br />

bildet den Abschluss der Tour und lädt zum<br />

lockeren Austausch ein.<br />

Aufmerksam. SWV-WIEN-Präsident Marko<br />

Fischer sowie Martin Klos, Vorsitzender<br />

des SWV Alsergrund, im Gespräch mit einem<br />

lokalen Unternehmer.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

21


aus den bundesländern<br />

Neues Team. SWV-Tirol-<br />

Präsident Michael Kirchmair<br />

(M.) und Vizepräsidentin und<br />

Frauenreferentin Mag.a Cornelia<br />

Hofmeister und Vizepräsident<br />

MMst. Günther Follmann.<br />

TIROL: „MICHAEL KIRCHMAIR als Präsident<br />

des Wirtschaftsverbands Tirol bestätigt“<br />

Der Wirtschaftsverband Tirol<br />

als Alternative für EPU und KMU.<br />

Der Unternehmer und ehemalige<br />

Vizebürgermeister der Stadt<br />

Schwaz, KR Michael Kirchmair,<br />

wurde bei der Landeskonferenz<br />

am 14.05.2024 mit 100 Prozent der<br />

Stimmen erneut zum Vorsitzenden<br />

und Spitzenkandidaten für die<br />

WK-Wahlen 2025 gewählt.<br />

Michael Kirchmair bedankte<br />

sich bei den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern<br />

für ihre jahrelange<br />

ehrenamtliche Tätigkeit. Mit<br />

Freude und Engagement stellt er<br />

sich gemeinsam mit seinem neuen<br />

Team den Herausforderungen der<br />

Zukunft. Unterstützt wird er dabei<br />

von Vizepräsidentin und Frauenreferentin<br />

KommR Mag. Cornelia<br />

Hofmeister sowie Vizepräsident<br />

MMst. Günther Follmann.<br />

Als Präsident des Wirtschaftsverbands<br />

Tirol liegt ihm die soziale<br />

Absicherung für Wirtschaftstreibende<br />

besonders am Herzen. Zum<br />

einen soll der Verband als eigenständiger<br />

Interessensvertreter etabliert<br />

werden, zum anderen muss<br />

ein klarer Mehrwert für EPU und<br />

KMU geschaffen werden.<br />

„Gerade jetzt brauchen wir verlässliche<br />

Partner und Interessensvertreter,<br />

die sich für die Rechte<br />

der Wirtschaftstreibenden einsetzen.<br />

Der Facharbeitermangel, die<br />

hohen Kosten, die geringere Nachfrage<br />

und hohe Lohnabschlüsse<br />

belasten die Stimmung erheblich.<br />

Der Handlungsbedarf ist akut;<br />

schnelle und wirksame Unterstützungsmaßnahmen<br />

sind notwendig,<br />

um das wirtschaftliche Überleben<br />

von Selbstständigen zu gewährleisten“,<br />

erklärte Michael Kirchmair.<br />

STMK: Das steirische Wirtschaftsparlament<br />

spricht sich für KRANKENGELD für EPU und<br />

Kleinunternehmer:innen ab dem 4. Tag aus!<br />

Ein Antrag des SWV im steirischen Wirtschaftsparlament wurde am 12. Juni 2024 mit großer Mehrheit angenommen:<br />

Die Delegierten des steirischen Wirtschaftsparlaments sprachen sich dafür aus, dass Unternehmer:innen bereits<br />

ab dem 4. Tag Krankengeld bekommen sollen.<br />

Seit Jahren müssen Unternehmer:innen<br />

in der Steiermark und in ganz <strong>Österreich</strong><br />

unter dem Damoklesschwert einer<br />

im besten Fall als mangelhaft zu<br />

bezeichnenden sozialen Absicherung<br />

leben. Die derzeit gültige Regelung<br />

der Unterstützungsleistung<br />

ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit<br />

ist unzureichend und sozial<br />

höchst unfair gegenüber EPU und<br />

Kleinunternehmer:innen. Vor allem<br />

in Anbetracht der Tatsache, dass laut<br />

Statistik Austria die durchschnittliche<br />

Dauer eines Krankenstandes in<br />

<strong>Österreich</strong> im Jahr 2022 bei 9,4 Tagen<br />

lag und somit um mehr als einen<br />

Monat niedriger als die von der SVS geforderten<br />

43 Tage Arbeitsunfähigkeit.<br />

Faktisch bleibt Unternehmer:innen damit<br />

nur die Wahl zwischen dem Erhalt<br />

ihrer Gesundheit und dem Erhalt ihres<br />

<strong>Unternehmen</strong>s.<br />

Eine Regelung, die Unternehmer:innen<br />

diese Wahl aufzwingt, kann nur abgelehnt<br />

werden und muss so schnell wie<br />

möglich durch eine sinnvolle, von<br />

Respekt den Unternehmer:innen<br />

gegenüber getragene Regelung ersetzt<br />

werden.<br />

Ein erster Schritt in Richtung soziale<br />

Gerechtigkeit ist, dass EPU und<br />

Kleinunternehmer:innen bereits ab<br />

dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit<br />

Unterstützungsleistung (»Krankengeld«)<br />

von der SVS beziehen<br />

können.<br />

SWV TIROL, ISTOCKPHOTO BY GETTY IMAGES<br />

22 <strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024


aus den bundesländern<br />

WIEN: KI-Enquete „NAVIGATING THE FUTURE“<br />

Angeregte Gespräche. SWV-WIEN-<br />

Geschäftsführerin Elisabeth Hakel führte<br />

durch das Programm.<br />

Highlight. Am 20. Juni 2024 versammelte<br />

sich im Wiener Rathaus eine<br />

hochkarätige Runde von Expert:innen,<br />

Unternehmer:innen und Interessierten<br />

zur KI-Enquete „Navigating the<br />

Future“. Diese Veranstaltung, organisiert<br />

vom Sozialdemokratischen Wirtschaftsverband<br />

Wien (SWV WIEN),<br />

bot eine tiefgehende Auseinandersetzung<br />

mit der aktuellen und zukünftigen<br />

Rolle der Künstlichen Intelligenz<br />

(KI) in unserer Gesellschaft.<br />

Marko Fischer, Präsident des SWV<br />

WIEN, betonte die Relevanz der Veranstaltung:<br />

„Die KI revolutioniert nicht<br />

nur unsere Arbeitswelt, sondern auch<br />

unseren Alltag. Es ist essenziell, dass<br />

wir als Gesellschaft diese Entwicklungen<br />

verstehen und aktiv mitgestalten.“<br />

Das Programm umfasste spannende<br />

Diskussionen zu den vielfältigen<br />

Aspekten der KI. Von den direkten<br />

Auswirkungen auf den Alltag von<br />

Unternehmer:innen über die Rolle der<br />

Europäischen Union bei der Regulierung<br />

bis hin zu globalen Herausforderungen<br />

und Chancen – das Themenspektrum<br />

war breit gefächert.<br />

Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme<br />

führender Expert:innen, etwa<br />

von Clemens Wasner, Gründer von AI<br />

Austria, oder der Autorin und „Future<br />

of Work“-Expertin Lena Marie Glaser.<br />

„Navigating the Future“ bot die einmalige<br />

Gelegenheit, sich intensiv mit<br />

den Chancen und Herausforderungen<br />

der Künstlichen Intelligenz in einem<br />

dynamischen und oft komplexen Themenfeld<br />

auseinanderzusetzen und Orientierung<br />

zu erlangen.<br />

Die Enquete zeigte einmal mehr, dass<br />

Wien eine zentrale Rolle in der Diskussion<br />

um zukunftsweisende Technologien<br />

einnimmt.<br />

Expert:innenrunde. Alexander Wrabetz, Leiter der Expert-Group „Digitalisierung & KI“ im SWV WIEN (2. v. l.), diskutierte gemeinsam mit<br />

zahlreichen Spezialist:innen die Zukunft der KI in Wien, <strong>Österreich</strong> und Europa.<br />

VICKY POSCH, INES FRAS<br />

NÖ: THOMAS SCHADEN, SWV NÖ:<br />

„Dramatische Entwicklung bei<br />

Rekordinsolvenzen sofort bekämpfen!“<br />

Dringend. Druck auf kleine Betriebe<br />

verringern: Energiepreisdeckel, mehr<br />

öffentliche Aufträge und steuerliche<br />

Entlastung notwendig<br />

„18 Firmenpleiten täglich – diese<br />

Bilanz errechnete der Gläubigerschutzverband<br />

KSV 1870 für das erste<br />

Halbjahr österreichweit. Das muss<br />

man sich einmal vorstellen. Das ist<br />

ein Anstieg um 26 Prozent zum ersten<br />

Halbjahr 2023“, erklärt Thomas<br />

Schaden, der Präsident des Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverbandes<br />

(SWV) NÖ. „Kleine Betriebe müssen<br />

sofort entlastet werden!“<br />

„Die hohe Inflation, für die diese<br />

Regierung die alleinige Verantwortung<br />

trägt, und die hohen Energiekosten<br />

sind die Hauptgründe dafür, dass<br />

<strong>Österreich</strong> wirtschaftlich so schlecht<br />

dasteht und viele kleine Betriebe jeden<br />

Tag ums Überleben kämpfen.<br />

Der Druck, unter dem sie stehen,<br />

muss sofort reduziert werden:<br />

Es ist noch nicht zu spät für<br />

einen Energiepreisdeckel. Wir<br />

wollen auch ein Umdenken bei<br />

der Vergabe von öffentlichen<br />

Aufträgen: Die öffentliche Hand soll<br />

mehr investieren und dabei den kleinen<br />

Betrieben mehr Chancen geben.<br />

Außerdem ist es notwendig,<br />

dass sie endlich<br />

bürokratisch und<br />

steuerlich entlastet<br />

werden“, gibt Schaden<br />

Lösungen vor.<br />

Für EPU & KMU. Thomas<br />

Schaden, Präsident des Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverbandes<br />

NÖ und Vizepräsi-<br />

dent der WKNÖ.<br />

<strong>Unternehmen</strong> <strong>Österreich</strong> 2 | 2024<br />

23


ISTOCK BY GETTY IMAGES<br />

Der SWV<br />

wünscht<br />

einen schönen<br />

Sommer!

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