SACHWERT Magazin ePaper, Ausgabe 140
In diesem Magazin lesen Sie: TITEL: »Kostenuhren sind heiß gelaufen!«| Christian Kröncke im Interview MARKTKOMMENTAR: Goldkäufe Chinas treiben den Kurs | Claus Vogt WISSEN: Warum finanzielle Unabhängigkeit das beste Geschenk ist | Margarete Honisch WISSEN: Mieten rauf – mehr Rendite durch Mietergespräche | Tomek Piotrowski im Interview IMMOBILIEN: Die Immobilienmythen | Auszug aus dem Buch »Der Einzimmer-Millionär« von Gerald Hörhan
In diesem Magazin lesen Sie:
TITEL: »Kostenuhren sind heiß gelaufen!«| Christian Kröncke im Interview
MARKTKOMMENTAR: Goldkäufe Chinas treiben den Kurs | Claus Vogt
WISSEN: Warum finanzielle Unabhängigkeit das beste Geschenk ist | Margarete Honisch
WISSEN: Mieten rauf – mehr Rendite durch Mietergespräche | Tomek Piotrowski im Interview
IMMOBILIEN: Die Immobilienmythen | Auszug aus dem Buch »Der Einzimmer-Millionär« von Gerald Hörhan
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<strong>Ausgabe</strong> <strong>140</strong><br />
EDELMETALLE ROHSTOFFE IMMOBILIEN BETEILIGUNGEN RARITÄTEN WISSEN<br />
e-<br />
Paper<br />
CLAUS VOGT<br />
Goldkäufe Chinas<br />
treiben den Kurs<br />
GERALD HÖRHAN<br />
Die Immobilienmythen<br />
MARGARETE HONISCH<br />
Warum finanzielle<br />
Unabhängigkeit das<br />
beste Geschenk ist<br />
»KOSTENUHREN SIND<br />
Bilder: Inka Englisch, wirtschaft tv, Depositphotos / mexrix<br />
HEISS GELAUFEN!«<br />
Immobilienexperte Christian Kröncke<br />
sieht Wege aus der Krise
ERFOLG wird bei uns<br />
großgeschrieben.<br />
Umwelt aber auch:<br />
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Editorial<br />
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Die Autoren der Artikel und Kommentare im Sachwert<br />
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der Anzeigen sind die Unternehmen verantwortlich.<br />
Martina Karaczko<br />
Redakteurin<br />
Wirtschaft und Politik<br />
Eine Zwangsehe ohne Aussicht auf Scheidung<br />
Wirtschaft und Politik sind miteinander<br />
verbunden, das war schon immer so.<br />
Doch es gibt Situationen, in denen man<br />
es sich anders wünscht, zum Beispiel<br />
beim Thema Immobilien. Der Experte<br />
Christian Kröncke kommt in unserem<br />
Titelinterview zu dem Schluss, dass vor<br />
allem die Gesetzeslage in Deutschland<br />
der Branche zu schaffen macht, weil<br />
sie die Bürokratie lähmt und die Kosten<br />
steigen lässt – zusätzlich zu Inflation<br />
und Zinsen. Eine Korrektur könnte dazu<br />
führen, dass der Markt wieder gesund<br />
wird, denn eigentlich könnte er es bereits<br />
sein, wie Kröncke ausführt. Auch<br />
beim Gold spielt Politik eine gewichtige<br />
Rolle, wie Claus Vogt in seinem Marktkommentar<br />
erläutert. Bei beiden Anlageklassen<br />
zeigt sich: Das Credo, nach<br />
welchem Angebot und Nachfrage den<br />
Markt regulieren, genügt leider nicht.<br />
Der Investmentexperte Gerald Hörhan<br />
hat sich neben verschiedener anderer<br />
Investmentstrategien das Vermieten<br />
von kleinen Wohneinheiten als Möglichkeit<br />
ausgesucht, um der Krise in<br />
der Immobilienbranche aus dem Weg<br />
zu gehen. Wir bieten Ihnen mit einem<br />
Auszug aus seinem Buch »Einzimmer<br />
Millionär« einen Einblick in die Idee,<br />
mit kleinen Wohnungen Rendite zu erwirtschaften.<br />
Um Rendite und finanzielle<br />
Freiheit geht es in dem Gastbeitrag<br />
von Margarete Honisch, Gründerin der<br />
Plattform »Fortunalista«. Sie erklärt,<br />
warum Frauen immer noch weniger investieren<br />
als Männer und warum sich<br />
das ändern muss.<br />
Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht<br />
Martina Karaczko<br />
Redakteurin<br />
Bild: Alex Waltke<br />
Vervielfältigung oder Verbreitung<br />
nicht ohne Genehmigung.<br />
Alle Rechte vorbehalten.<br />
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Titelstory
Titelstory<br />
»Kostenuhren sind<br />
heiß gelaufen!«<br />
Immobilienexperte Christian Kröncke sieht Wege aus der Krise<br />
Bild: Inka Englisch<br />
Die Immobilien- und insbesondere<br />
die Baubranche<br />
erleben schwere Zeiten.<br />
Inflation und steigende<br />
Baupreise werden zumeist<br />
als Ursachen der Krise genannt,<br />
gestiegene Zinsen haben<br />
unzählige Bauprojekte platzen<br />
lassen. Eine monströse Bürokratie<br />
lähmt Unternehmer und Projektentwickler<br />
in ihren Vorhaben und<br />
legt ihnen Ziegelsteine in den Weg.<br />
Immobilienexperte Christian Kröncke<br />
erlebt diese Missstände hautnah,<br />
doch er macht auch den Markt<br />
und seine Teilnehmer für die<br />
Misere verantwortlich. Er sieht<br />
durchaus Wege, wie die Branche<br />
sich wieder aufstellen kann. In<br />
unserem Interview erläutert er,<br />
wie das gehen kann und wie er<br />
selbst vom Polizisten zum Bauunternehmer<br />
geworden ist.<br />
Herr Kröncke, Sie sind im hochpreisigen<br />
Immobilien-Segment<br />
aktiv – wie behauptet<br />
sich dieses in der aktuellen<br />
Immobilienkrise?<br />
Im höheren Preissegment<br />
ist es so, dass die Kunden<br />
nur in seltenen<br />
Fällen tatsächlich finanzieren.<br />
Das heißt,<br />
Immobilien werden<br />
in der Regel aus<br />
Eigenkapital bezahlt<br />
und das führt dazu,<br />
dass unsere Kunden<br />
nicht abhängig sind<br />
von der Höhe der aktuellen<br />
Zinsen, sondern vielmehr<br />
dann kaufen, wenn sie den Bedarf<br />
dafür haben. Gleichwohl ist es natürlich<br />
auch so, dass, wenn jemand aus<br />
Eigenkapital Immobilien kaufen kann,<br />
er auch um seine privilegierte Stellung<br />
weiß und versucht, zu verhandeln.<br />
Sie haben selbst früh in eine Immobilie<br />
investiert, um durch die Vermietung<br />
unabhängig zu werden. Warum<br />
haben Sie sich damals für Immobilien<br />
entschieden?<br />
Es war im Grunde genommen das Modell,<br />
das ich von meinen Eltern schon<br />
kannte. Meine Eltern hatten ihre Altersvorsorge<br />
im kleinen Rahmen mit Immobilien<br />
aufgewertet. Und es erschien<br />
mir die naheliegendste und sinnvollste<br />
Lösung, damit einfach schon etwas<br />
früher anzufangen, um dann früher in<br />
Pension zu gehen.<br />
»Der Neubau hat eine<br />
herausragende Zukunft,<br />
weil es immer weniger<br />
Marktteilnehmer gibt,<br />
die das beherrschen.«<br />
Und Sie haben diese Immobilie gebaut.<br />
Warum haben Sie kein fertiges<br />
Objekt gewählt? Würden Sie das heute<br />
nochmal so machen?<br />
Ich komme gebürtig aus einer ländlichen<br />
Region und dort ist es durchaus<br />
üblich, dass Immobilien gebaut und<br />
nicht gekauft werden. Insofern war<br />
das Teil meiner Sozialisierung. Auch<br />
meine Eltern hatten ihre Häuser, die<br />
sie wiederum vermietet hatten, auch<br />
immer selber gebaut. Das war für mich<br />
ganz normal. Und heute als Bauträger<br />
baue ich Immobilien nach wie vor neu.<br />
Gleichwohl ist die Anforderung an einen<br />
Neubau heute natürlich überhaupt<br />
nicht mehr vergleichbar mit denen von<br />
früher. Wenn es früher möglich war,<br />
in sechs Monaten ein Haus zu bauen,<br />
dann sind es heute eher 18 bis 24<br />
Monate. Und das ist auf die massive<br />
Steigerung der Komplexität von Immobilien<br />
zurückzuführen.<br />
Welche Zukunft hat der Neubau<br />
denn aktuell für Bauträger und Bauunternehmer?<br />
Der Neubau hat eine herausragende<br />
Zukunft, weil es immer weniger Marktteilnehmer<br />
gibt, die das beherrschen.<br />
Früher war es noch nahezu jedem<br />
möglich, mal eben ein Haus zu bauen.<br />
Als ich mein erstes Haus gebaut habe,<br />
war ich Polizist. Ich hatte vom Bauen<br />
überhaupt keine Ahnung und trotzdem<br />
war es mir möglich, dieses Haus<br />
mängelfrei fertigzustellen. Heute<br />
braucht es eine große Expertise und<br />
die ist immer weniger vorhanden.<br />
Aber das ist gut für die Unternehmen,<br />
die über diese Kompetenz<br />
verfügen. Und: Die Nachfrage nach<br />
Neubauten ist da, das kann sich nur<br />
positiv auf die Geschäftsmöglichkeiten<br />
auswirken.<br />
Das heißt, dass Bauunternehmen<br />
vom Markt verschwinden, weil die<br />
Kalkulationen nicht mehr passen, ist<br />
nur eine kurze Momentaufnahme?<br />
Ja, die Ursachen sind komplex. Die Störung,<br />
die aktuell in der Immobilienbranche<br />
herrscht, ist ja keine Störung des<br />
Angebot-Nachfrage-Verhältnisses, denn<br />
es gibt ein zu geringes Angebot für eine<br />
enorm große Nachfrage. Die Immobilienbranche<br />
hat sich einfach ein bisschen<br />
festgefahren. Die Anforderungen an den<br />
Neubau wurden immer weiter erhöht<br />
und die Baukosten sind gestiegen. Zudem<br />
haben sich die Grundstückspreise in<br />
den letzten Jahren durch einen massiven<br />
Einfluss von Grundstücksspekulanten<br />
stark erhöht. Und das hat dazu geführt,<br />
dass die Kostenuhren heiß gelaufen sind<br />
und die Finanzierungsmöglichkeiten der<br />
Käufer gleichzeitig gesunken sind. Das<br />
ist das große Problem, das wir seit zwei<br />
Jahren bewältigen müssen.
Titelstory<br />
Wenn ich jetzt neu anfangen und ein<br />
Grundstück am Markt kaufen würde,<br />
dann könnte ich das auch marktgerecht<br />
einkaufen und würde auch dann ein<br />
marktgerechtes Verkaufspreisniveau haben,<br />
das von den Kunden auch bezahlt<br />
werden kann. Also grundsätzlich ist es<br />
intakt. Das Problem ist, dass eben alle,<br />
die aktuell am Markt teilnehmen, massive<br />
Probleme haben, aus dem Sumpf der<br />
Vergangenheit rauszukommen. Der<br />
Markt an sich würde funktionieren.<br />
Gibt es denn gar kein Licht am<br />
Horizont?<br />
Doch, ein Gesetzentwurf für das so<br />
genannte E-Haus ist auf den Weg gebracht<br />
worden. E steht für einfach.<br />
Damit sollen die technischen Anforderungen<br />
an die Gebäude gesenkt<br />
werden. Ob das jetzt die Lösung ist,<br />
dass wir wieder eine neue Verordnung<br />
schaffen, um falsche Verordnungen<br />
zu korrigieren, wird sich zeigen. Wir<br />
müssen vielleicht mit der Denkweise<br />
aufhören, immer noch etwas dazu zu<br />
nehmen und anfangen, mehr wegzulassen.<br />
Wenn vorher die gesetzlichen<br />
Grundlagen 1.300 Seiten Papier füllten,<br />
dann werden es jetzt 1.500. Wir müssen<br />
dahin kommen, dass es wieder 500<br />
Seiten sind. Die Eintrittshürden für gründungswillige<br />
Bauunternehmer werden<br />
stattdessen immer höher.<br />
Jetzt sind Sie ja schon seit 20 Jahren<br />
ein aktiver Unternehmer, haben<br />
Ihre Laufbahn aber bei der Polizei<br />
begonnen. Was war dabei die Idee<br />
und warum haben Sie dann am Ende<br />
doch umgeschwenkt?<br />
»Das Problem ist, dass<br />
eben alle, die aktuell am<br />
Markt teilnehmen, massiv<br />
Probleme haben, aus dem<br />
Sumpf der Vergangenheit<br />
rauszukommen.«<br />
Ich komme wie gesagt aus einer dörflichen<br />
Region und mein Vater war Polizist.<br />
Es war durchaus ein geläufiges Modell,<br />
dass man einfach das macht, was der<br />
Vater tut. Im Alter von zwölf oder 13<br />
Jahren war ich der Meinung, dass der<br />
Polizistenberuf vielleicht das Richtige<br />
für mich sein könnte. Denn das, was ein<br />
Polizist macht, hat mir zunächst durchaus<br />
gefallen. Ich habe mir den Beruf<br />
als sehr abwechslungsreich vorgestellt.<br />
Ich mag auch das alte Bild eines Polizisten<br />
als Freund und Helfer. Ich habe<br />
aber schnell gemerkt, dass das Berufsbild<br />
ganz anders ist und welche Werte<br />
mir wirklich wichtig sind. Freiheit ist ein<br />
großer Wert und das ist eben etwas,<br />
was ich als Beamter überhaupt nicht<br />
leben kann. Das heißt, mir ist sehr<br />
schnell klar geworden, dass meine<br />
Zukunft in der Selbstständigkeit und<br />
im Unternehmertum liegt.<br />
Jetzt sind Sie Multi-Unternehmer<br />
und haben den Club »IMMOBILIEN<br />
FREUNDE« gegründet, eine Zusammenkunft,<br />
die erfahrenen Investoren<br />
und Unternehmern untereinander<br />
Austausch bietet. Worum<br />
geht es Ihnen dabei genau?<br />
Es ist für mich der Schlüssel, wieder<br />
aus einer verkopften Arbeit als Geschäftsführer<br />
weg, hin zu inspirierendem<br />
und auch visionärem Austausch<br />
zu kommen, der auch dem unternehmerischen<br />
Wachstum dient. Ich verbinde<br />
damit eine schöne Location, mit<br />
Christian Kröncke ist ehemaliger Polizist,<br />
CEO von Grell & Kröncke, Projektentwickler<br />
und Gründer des Immobilien-Investoren<br />
Clubs »IMMOBILIEN FREUNDE«.
Titelstory<br />
gutem Essen und tollen Menschen. Es<br />
ist einfach das Lebensgefühl, das ich<br />
mit einem Club verbinde, das hat für<br />
mich einen großen Reiz. Als Unternehmer<br />
muss man täglich Probleme lösen.<br />
Und das ist auch in Ordnung, dafür<br />
werden wir ja auch sehr gut bezahlt.<br />
Gleichzeitig macht es eben auch nur<br />
begrenzt Spaß, den ganzen Tag Probleme<br />
zu lösen. Und dann ist es schön,<br />
wenn man einen Club von Menschen<br />
hat, mit denen man sich auf Augenhöhe<br />
über diese Dinge austauschen kann.<br />
Aber Investmentstrategien werden sicherlich<br />
auch Thema sein bei solchen<br />
Treffen, oder?<br />
Ja, auf jeden Fall. Wenn Immobilieninvestoren<br />
und Unternehmer zusammenkommen,<br />
hat das natürlich auch immer<br />
eine unternehmerische Betrachtung. Wo<br />
liegen die Chancen der Zukunft? Welche<br />
Strategien funktionieren auch unter<br />
veränderten Marktbedingungen? Wie<br />
begegnet man den neuzeitlichen Themen<br />
wie KI? Wie geht man in Zeiten wie<br />
diesen mit Personalabbau um? All diese<br />
Dinge sind natürlich auch ein Thema.<br />
»Denn am Ende ist es<br />
so: Ab einem gewissen<br />
Grad ist das Schnitzel<br />
bezahlt, dann sind alle<br />
Bedürfnisse des<br />
Alltages gedeckt. Und<br />
dann darf sich das<br />
Geld, das für einen<br />
arbeitet, gut anfühlen.«<br />
Bilder: Inka Englisch<br />
Sie sind aber als Unternehmer auch<br />
ein Investor. Was ist Ihre Strategie?<br />
Meine Strategie ist es, darauf zu achten,<br />
dass meine Investments einen hohen<br />
emotionalen Nutzen haben. Denn<br />
am Ende ist es so: Ab einem gewissen<br />
Grad ist das Schnitzel bezahlt, dann<br />
sind alle Bedürfnisse des Alltages gedeckt.<br />
Und dann darf sich das Geld,<br />
das für einen arbeitet, gut anfühlen.<br />
Ich möchte keinen Stress mit meinen<br />
Investmentstrategien haben. Ich achte<br />
darauf, dass das investierte Kapital<br />
einen hohen emotionalen Nutzen hat.<br />
Finanzielle Freiheit ist keine Zahl und<br />
auch nicht unbedingt eine bestimmte<br />
Strategie – finanzielle Freiheit ist ein<br />
Gefühl. MK (L)
Marktkommentar<br />
Goldkäufe Chinas<br />
treiben den Kurs<br />
Im Unterschied zu den USA und Europa<br />
sind in China Goldkäufe sehr populär<br />
geworden, ausdrücklich auch<br />
bei jungen Menschen. Darüber hinaus<br />
kauft die chinesische Zentralbank<br />
Gold in großen Mengen, um Währungsreserven<br />
zu schaffen, die sich außerhalb<br />
des Machtbereichs der USA befinden<br />
und nicht eingefroren oder enteignet<br />
werden können. Sie wird noch sehr viel<br />
mehr Gold kaufen müssen, um mit den<br />
US-Beständen gleichzuziehen und ihre<br />
große Position amerikanischer Staatsanleihen<br />
entsprechend zu reduzieren.<br />
Der Autor<br />
Claus Vogt ist Finanzanalyst und Autor<br />
von »Krisensicher Investieren«. Der Gold-<br />
Preisbänder-Indikator dient seinen Prognosen<br />
im Edelmetallsektor.<br />
Vermutlich wird die Zentralbank beim<br />
Aufbau ihrer strategischen Goldreserven<br />
darauf achten, den Goldpreis nicht<br />
unnötig in die Höhe zu treiben. Ganz<br />
in diesem Sinne interpretiere ich die am<br />
7. Juni 2024 veröffentlichte Mitteilung der<br />
People´s Bank of China, sie habe im Mai<br />
2024 keine Goldkäufe vorgenommen.<br />
Diese Meldung löste einen Rückgang des<br />
Goldpreises um 2,7 Prozent aus, dem<br />
aber kein weiterer Verkaufsdruck folgte.<br />
Inzwischen hat Gold diesen kleinen Rückschlag<br />
schon wieder mehr als aufgeholt.<br />
Ob die Chinesen die etwas niedrigeren<br />
Kurse zum Einstieg genutzt haben, wissen<br />
wir natürlich nicht. Aber wir wissen, dass<br />
wir auch chinesischen Statistiken und chinesischer<br />
Propaganda nicht glauben dürfen,<br />
und – viel wichtiger noch – dass sich<br />
die geopolitische Situation Chinas nicht<br />
verändert hat. Deshalb hat China – ebenso<br />
wie zahlreiche andere Länder, die nicht<br />
als Freunde der US-Regierung gelten – gar<br />
keine andere Wahl, als weiterhin Gold in<br />
großen Mengen zu kaufen.<br />
AUCH SIE BENÖTIGEN GOLD<br />
ALS SCHUTZ<br />
An unserer Situation als Privatanleger<br />
hat sich natürlich ebenfalls nichts geändert.<br />
Wir müssen uns vor der unseriösen<br />
Staatsschulden- und Geldpolitik<br />
unserer Regierungen und Zentralbanken<br />
schützen. Die wieder lauter werdenden<br />
Forderungen nach zusätzlichen EU-Schulden<br />
und diversen deutschen »Sondervermögen«<br />
sowie das täglich zu beobachtende<br />
Unvermögen unserer politischen<br />
»Elite« verdeutlichen das zur Genüge.<br />
Darüber hinaus hat am Donnerstag,<br />
dem 6. Juni 2024, auch die EZB-»Elite«<br />
das Ihre getan, um uns daran zu<br />
erinnern, dass wir den Wohlstandsvernichtern<br />
der Zentralbanken nicht über<br />
den Weg trauen dürfen. An diesem<br />
Tag hat die EZB die Zinsen gesenkt und<br />
gleichzeitig ihre eigene Inflationsprognose<br />
erhöht. Ganz offensichtlich sehen<br />
die Geldpolitiker um die wegen Fahrlässigkeit<br />
im Umgang mit öffentlichen<br />
Geldern verurteilte Juristin Christine<br />
Lagarde ihren Auftrag nicht darin, die<br />
Geldwertstabilität des Euro zu gewährleisten.<br />
Durch ihre jetzt gezeigte geldpolitische<br />
Fahrlässigkeit zersetzt Lagarde<br />
die Kaufkraft des Euros.<br />
HARMLOSE KORREKTUR IM<br />
AUFWÄRTSTREND<br />
Wie Sie auf dem folgenden Goldchart<br />
sehen, ist der oben erwähnte Kursrückgang<br />
kaum zu erkennen. Nahtlos fügt<br />
er sich in das typische Hin und Her einer<br />
harmlosen Korrektur ein, die auf den 23-<br />
prozentigen Kursanstieg von Mitte Februar<br />
bis Mitte April dieses Jahres folgte.<br />
Diese Korrektur hat die Form eines ansteigenden<br />
Dreiecks angenommen, einer
Marktkommentar<br />
GOLDPREIS PRO UNZE IN US-DOLLAR, 2022 BIS 2024<br />
Bilder: asd Bilder: Depositphotos / chormail@hotmail.com, wirtschaft tv, IMAGO / VCG, Grafik: StockCharts.com; krisensicherinvestieren<br />
Die Korrektur der vergangenen Wochen hat die Form eines bullishen Dreiecks und nähert sich ihrem Ende.<br />
prinzipiell bullishen Formation. Sie dauert<br />
inzwischen schon rund zehn Wochen<br />
und hat für den Abbau der kurzfristig<br />
überkauften Markttechnik gesorgt. Damit<br />
ist der Weg für die nächste Aufwärtswelle<br />
des Goldpreises bereitet.<br />
KAUFEN SIE GOLD UND<br />
MINENAKTIEN<br />
Aus charttechnischer Sicht bietet sich<br />
Ihnen hier noch einmal eine exzellente<br />
Kaufgelegenheit für Gold. Sehr viel<br />
größere Kursgewinne winken allerdings<br />
bei ausgewählten Edelmetallaktien. Die<br />
Gewinne guter Goldproduzenten sind<br />
im 1. Quartal schon deutlich gestiegen.<br />
Deshalb hat China [...]<br />
gar keine andere Wahl, als<br />
weiterhin Gold in großen<br />
Mengen zu kaufen.<br />
Der höhere Goldpreis im 2. Quartal wird<br />
einen weiteren Gewinnsprung auslösen.<br />
Der Gold-Bugs-Index ist dem Goldpreis<br />
zwar nach oben gefolgt und seit Mitte<br />
Februar in der Spitze um 47 Prozent gestiegen.<br />
Doch das ist erst der Anfang.<br />
Die stark steigenden Unternehmensgewinne<br />
werden die Kurse der Minenaktien<br />
nach oben treiben.<br />
Eine starke Unterstützung erhält diese<br />
Prognose durch das kürzlich gegebene<br />
Kaufsignal unseres langfristigen Momentum-Indikators.<br />
Es stellt eine wichtige Ergänzung<br />
unserer sehr bullishen Signale<br />
für Gold und Silber dar.
Immobilien
Immobilien<br />
DIE<br />
IMMOBILIENMYTHEN<br />
Auszug aus dem Buch »Der Einzimmer-Millionär: Wie du gar nicht mehr verhindern kannst, reich zu werden« von Gerald Hörhan<br />
Es gibt eine Reihe von weitverbreiteten<br />
Ansichten zu Immobilien,<br />
die zwar wirtschaftlich dumm<br />
und falsch sind, aber trotzdem<br />
in den Köpfen der meisten Leute<br />
stecken. Damit sie deine Investmententscheidungen<br />
nicht blockieren, fasse ich<br />
sie hier kurz zusammen.<br />
DAS EIGENHEIM IST DEIN<br />
WICHTIGSTES INVESTMENT<br />
Wie schon mehrfach erwähnt, ist das<br />
Eigenheim in der Regel weder wirtschaftlich<br />
sinnvoll noch eine gute<br />
Geldanlage, außer du möchtest selbst<br />
in einem kleinen Loch mit 25 Quadratmetern<br />
in Frankfurt, Braunschweig<br />
oder Dornbirn leben. Beim Eigenheim<br />
bezahlst du alle Kosten aus nachversteuertem<br />
Geld, hast keine steuerlichen<br />
Abschreibungsmöglichkeiten<br />
und je größer und individueller das Eigenheim,<br />
desto geringer die Mietrendite.<br />
Zudem ist das Eigenheim meist<br />
nur schwer zu verkaufen – speziell<br />
große Wohnungen und Einfamilienhäuser<br />
– und zu allem Überdruss hast<br />
du noch viel Arbeit damit.<br />
Geschicht: Von den 162 000 Jahresmiete<br />
könnte sich mein Gesprächspartner nicht<br />
nur ein Einfamilienhaus, sondern einen<br />
Palast mieten, einschließlich Butler und<br />
Rolls Royce vor der Türe.<br />
Dann gibt es noch die »Überflieger«,<br />
die ihr Eigenheim mit ihrer GmbH kaufen,<br />
mit Firmengeld teuer ausstatten<br />
und es dann (meist relativ günstig) an<br />
sich selbst vermieten. Viel Spaß damit,<br />
das ist wie ein Elfmeter für das Finanzamt,<br />
aber ohne Torwart.<br />
Wohne zur Miete und<br />
kaufe Immobilien als Geldanlage.<br />
Aus deinen Mieteinkünften<br />
bezahlst du<br />
nicht nur die Miete der Immobilie,<br />
in der du wohnst,<br />
sondern gleich noch das<br />
Auto, das Essen und die<br />
Haushaltshilfe dazu.<br />
ICH KAUFE IMMOBILIEN,<br />
DIE MIR GEFALLEN<br />
Einer meiner Bekannten hat mir kürzlich<br />
stolz seine neue Anlegerwohnung<br />
gezeigt, die er gekauft hat. 80 Quadratmeter<br />
Neubau mit Balkon und herrlicher<br />
Aussicht in Wiesbaden. Kaufpreis<br />
schlappe 500.000 Euro. Als ich ihn<br />
gefragt habe, wieso er sich die Wohnung<br />
gekauft habe, war die Antwort:<br />
»Sie hat mir einfach gefallen. Allein die<br />
Aussicht vom Balkon, wunderbar.« Die<br />
Wohnung war zweifellos schön, aber<br />
ob sie sich rechnen wird? Selbst bei den<br />
vom Makler versprochenen 15 Euro<br />
Nettomiete pro Quadratmeter, also<br />
1200 Euro für die gesamte Wohnung,<br />
ergibt das eine Mietrendite von unter 3<br />
Prozent. Das ist weniger als deine Zinsen<br />
an die Bank. Das kann nicht funktionieren.<br />
Und ein Mieter, der 1500 Euro<br />
pro Monat bezahlen kann, muss erst<br />
einmal gefunden werden.<br />
Kleine Löcher gewinnen keinen Architekturpreis,<br />
aber sie rechnen sich.<br />
Für 500.000 Euro bekommst du fünf<br />
kleine Löcher mit jeweils 400 Euro<br />
Bilder: Depositphotos / lucianmilasan, Philipp Lipiarski<br />
Ein Beispiel: Im Sommer 2022 war ich<br />
in Stuttgart. Da erzählte mir mein Gesprächspartner<br />
stolz, dass er 2010 im<br />
Speckgürtel von Stuttgart ein Einfamilienhaus<br />
für 1,2 Millionen gekauft<br />
und es für 300 000 Euro saniert habe.<br />
Jetzt sei es 2,8 Millionen Euro wert –<br />
das beste Geschäft seines Lebens. Ich<br />
musste ihn bitter enttäuschen. 2010<br />
gab es in Stuttgart kleine Einzimmerwohnungen<br />
für 50 000 Euro. Hätte er<br />
seine 1,5 Millionen Euro in diese kleinen<br />
Wohnungen investiert, hätte er 30<br />
Stück mit je 450 Euro Monatsmiete erhalten<br />
können. Im Gesamten hätte er<br />
13 500 Euro Monats- beziehungsweise<br />
162 000 Euro Jahresmiete erzielt. Zudem<br />
wären die 30 kleinen Löcher selbst<br />
in der Krise je 130 000 bis 150 000 Euro<br />
wert gewesen, also zusammen etwa 4<br />
Millionen Euro. Sie wären relativ leicht zu<br />
verkaufen, aber ob das Einfamilienhaus<br />
so schnell einen Käufer für 2,8 Millionen<br />
Euro findet? Und die Moral von der<br />
Gerald Hörhan, selbständiger<br />
Investmentbanker und Autor.
Immobilien<br />
Nettomiete, also insgesamt 2000 Euro<br />
anstelle von 1200. Und Mieter findest<br />
du für die kleinen Einzimmerwohnungen<br />
auch viel, viel schneller.<br />
Kaufe Immobilien nicht<br />
mit dem Auge, sondern<br />
mit dem Rechenstift zu.<br />
ICH KAUFE IMMOBILIEN DORT, WO<br />
MEIN KIND EINMAL LEBEN SOLL<br />
Genau derselbe Irrsinn, wie Immobilien<br />
zu kaufen, die dir gut gefallen. In den<br />
meisten Fällen rechnen sich solche Immobilien<br />
ebenso wenig. Abgesehen davon,<br />
weißt du ernsthaft, wo dein Sohn<br />
oder deine Tochter tatsächlich studieren<br />
oder leben wird? Vielleicht zieht dein<br />
Kind ins Ausland oder in eine andere<br />
Stadt. Und sollte dein Traum wahr werden<br />
und dein Sohn oder deine Tochter<br />
tatsächlich die Wohnung nutzen, freut<br />
sich das Finanzamt.<br />
Wenn du deinen Kindern<br />
etwas Gutes tun willst,<br />
kaufe ihnen kleine Löcher,<br />
also Ein-und Zweizimmerwohnungen.<br />
Mit den<br />
Mieteinkünften haben sie<br />
ein Grundeinkommen und<br />
eine Absicherung.<br />
ICH KAUFE EINE FERIENIMMOBILIE,<br />
DIE ICH SELBST NUTZEN KANN UND<br />
DIE ICH WÄHREND DER ANDEREN<br />
ZEITEN VERMIETE<br />
Die Quadratur des Irrsinns. Am besten<br />
noch viele Flugstunden entfernt von der<br />
Heimat. Einer meiner Freunde hatte sich<br />
in Spanien den Traum von der Ferienimmobilie<br />
erfüllt. Im Juli und im Dezember<br />
für die Eigennutzung, für den Rest des<br />
Jahres als externe Ferienvermietung. Für<br />
die Vermietung wandte er sich an eine<br />
Agentur, die hohe Renditen versprach.<br />
Die Realität sah anders aus. Zunächst<br />
kamen etwa 60 Prozent der versprochenen<br />
Zahlungen, dann nur noch 30 Prozent,<br />
und irgendwann kam gar kein Geld<br />
mehr. Die Agentur sprach von »schwierigen<br />
Marktverhältnissen«, die spanischen<br />
Zeitungen von großem Urlauberandrang.<br />
Dann kam eine Rechnung des Wasserversorgers.<br />
Die Wohnung hatte einen Verbrauch<br />
wie ein Wasserfall. Mein Freund<br />
flog nach Spanien, um nach dem Rechten<br />
zu sehen. Und siehe da, in der Wohnung<br />
war eine siebenköpfige Familie<br />
einquartiert. Von der Maklerin weit und<br />
breit keine Spur. Der Rausschmiss der<br />
Familie dauerte zwei Jahre und kostete<br />
25.000 Euro. Das spanische Mietrecht<br />
– eine Katastrophe. Als Draufgabe kam<br />
noch ein Strafbescheid der spanischen<br />
Behörden für illegale Ferienvermietung.<br />
Auch wenn es sich hier um ein Extrembeispiel<br />
handelt: Ferienimmobilien verursachen<br />
meist sehr viel Arbeit, Ärger<br />
und Kosten. Immobilien sind immer ein<br />
lokales Geschäft. Die besten Immobilien<br />
kaufen die lokalen Profis, dann kommen<br />
die lokalen Anfänger, und was sich<br />
im eigenen Land nicht verkaufen lässt,<br />
wird an »dumme Ausländer« vertickt.<br />
Bei der Vermietung bist du auf lokale<br />
Makler angewiesen, die oft links und<br />
rechts die Hand aufhalten. Da muss<br />
schon viel Glück dabei sein, dass für<br />
dich noch was übrigbleibt.<br />
Ebenso solltest du dir folgende Fragen<br />
stellen: Willst du wirklich jedes Jahr<br />
zur selben Zeit an denselben Ort auf<br />
Urlaub fahren? Selbst wenn das Wetter<br />
schlecht ist oder du schon alle Sehenswürdigkeiten<br />
in der Umgebung abgeklappert<br />
hast? Das wird doch langweilig.<br />
Und willst du arbeiten und dich um<br />
die Ferienimmobilie kümmern, wenn du<br />
auf Urlaub bist? Oder willst du abschalten<br />
und relaxen?<br />
Zu guter Letzt: Die Kombination aus<br />
Eigennutz und Fremdvermietung ist ein<br />
gefundenes Fressen für das Finanzamt.<br />
Bei Immobilien im Ausland bezahlst<br />
du oft doppelt Steuer, zunächst im<br />
Ausland und dann nochmals in Österreich<br />
und Deutschland, je nach Doppelbesteuerungsabkommen.<br />
Bei Ferienimmobilien<br />
im Inland verlierst du in<br />
Deutschland die Möglichkeit, steuerfrei<br />
zu verkaufen, wenn du auch nur einen<br />
Tag fremdvermietest, im Extremfall<br />
wirst du gewerblich eingestuft. Macht<br />
die Ferienvermietung Verluste, weil du<br />
das Objekt für deine Zwecke edel ausstaffiert<br />
hast, kommst du schnell in den<br />
Tatbestand der Liebhaberei.
Immobilien<br />
Bevor du dir eine Ferienimmobilie ans<br />
Bein bindest, denke fünfmal nach. In<br />
der Regel sind allein die Betriebskosten,<br />
Steuern und Abgaben höher als<br />
der Urlaubsaufenthalt im Fünf-Sterne-Hotel.<br />
Verwendest du das Kapital<br />
nicht für die Ferienimmobilie, sondern<br />
für kleine Löcher, dann bezahlen deine<br />
Mietwohnungen die Kosten aller deiner<br />
Urlaube. Fünf-Sterne-Hotel, Flug<br />
und Essen inklusive.<br />
Der Mieter ruft mich um<br />
Mitternacht an, weil der<br />
Wasserhahn nicht funktioniert,<br />
die Wohnung wird<br />
leer stehen und ich habe<br />
unendlich Arbeit.<br />
Ich kann mich noch daran erinnern, als<br />
ich meine erste Wohnung in der Mohsgasse<br />
in Wien gekauft habe. Mein Vater<br />
hatte mich angeschrien, was für einen<br />
Blödsinn ich mache, dass der Mieter<br />
nicht zahlen, ich nur Ärger haben und<br />
sowieso keinen Mieter für die Wohnung<br />
finden werde. Mein Vater hatte nicht<br />
völlig unrecht, aber zu 98 bis 99 Prozent.<br />
Bei mehr als 17 Jahren Wohnungsvermietung<br />
und mehr als 200 Wohneinheiten<br />
habe ich schon alles erlebt, nicht<br />
nur tropfende Wasserhähne.<br />
Allerdings hat mich noch kein Mieter<br />
um Mitternacht angerufen. Im Verhältnis<br />
zu der Anzahl der Wohnungen und<br />
Mieter, die ich habe, gab es tatsächlich<br />
nur bei 1 bis 2 Prozent aller Mietverhältnisse<br />
größere Schwierigkeiten. Im Normalfall<br />
gibt es kaum Probleme und der<br />
Mieter bezahlt die Miete.<br />
»Der Einzimmer-Millionär«<br />
von Gerald Hörhan<br />
256 Seiten<br />
Erschienen: September 2023<br />
FinanzBuch Verlag<br />
ISBN: 978-3-959-72531-6<br />
sem Punkt sollte er recht behalten, auch<br />
wenn die Rückkehr der Inflation noch<br />
zehn Jahre dauern sollte. Immobilien<br />
verursachen Arbeit, genauso wie jedes<br />
andere Investment, wenn du Geld verdienen<br />
willst. Dafür schaffst du dir Vermögen<br />
und laufendes Einkommen. Der<br />
Einsatz zahlt sich aus.<br />
ES GIBT EINE<br />
ENTSCHEIDENDE REGEL VON<br />
GUTEN INVESTOREN<br />
Trenne Investment und privaten Konsum.<br />
Das Ziel besteht darin, ausreichend<br />
Vermögenswerte zu haben, aus<br />
deren Einkünften du deine Lebenshaltungskosten<br />
bedienen kannst; hast<br />
du genügend passive Einkünfte, dann<br />
kannst du auch in einem Palast leben.<br />
Die meisten Anfänger vermischen be-<br />
ruflich und privat. Das führt zu krassen<br />
wirtschaftlichen Fehlentscheidungen<br />
und ist zusätzlich ein gefundenes Fressen<br />
fürs Finanzamt.<br />
Kaufe Immobilien als<br />
Geldanlage und nutze<br />
den daraus gewonnenen<br />
Cashflow für die Miete<br />
für deinen Hauptwohnsitz,<br />
deine Urlaube, deine<br />
Autos, das Studium<br />
deiner Kinder et cetera.<br />
Das bringt dir Freiheit.<br />
Bilder: Depositphotos / 4595886, Philipp Lipiarski, Cover: FinanzBuch Verlag<br />
Am Anfang meiner Karriere habe ich<br />
zwar aufgrund mangelnder Erfahrung<br />
etwas häufiger Deppensteuer bezahlt,<br />
aber – so what –, man lernt dazu. Sofern<br />
du gute Immobilien kaufst, sorgfältig<br />
bei der Auswahl der Mieter bist und<br />
mit deinen Mietern ein gutes Verhältnis<br />
pflegst, wird es dir ähnlich ergehen wir<br />
mir. Meiner Erfahrung nach hast du in 1<br />
bis 2 Prozent der Mietverhältnisse größere<br />
Probleme. Also hatte mein Vater zu 1<br />
bis 2 Prozent recht.<br />
Vielleicht war es ein Omen, aber in der<br />
Mohsgasse hatte ich tatsächlich nie gröbere<br />
Probleme mit den Mietern. Und im<br />
Jahr 2010, nach der Finanz- und Eurokrise,<br />
sagte mein Vater schließlich: »Vielleicht<br />
war es doch nicht so eine dumme<br />
Idee, Immobilien zu kaufen. Das Geld<br />
ist ja bald nichts mehr wert.« In die-
Wissen<br />
Ein Gastbeitrag von Margarete Honisch<br />
Warum finanzielle<br />
Unabhängigkeit das<br />
beste Geschenk ist<br />
So ergänzen sich Frauen und Männer in der Finanzplanung
Wissen<br />
»Ich will, dass meine Frau jeden<br />
Tag sagen kann: Unsere Beziehung<br />
ist hier beendet und ich<br />
gehe jetzt – und keiner von uns<br />
hat finanzielle Nachteile.«<br />
– Frank Thelen<br />
Bilder: Depositphotos / IgorVetushko, IMAGO / Political-Moments, Marcus Witte<br />
Interessieren sich Frauen einfach nicht<br />
für Geld? Verstehen sie es nicht? Oder<br />
lieben Frauen es doch, sich einfach<br />
zurückzulehnen und einen Versorger<br />
zu Hause zu haben? Denn schließlich<br />
gilt: Ist die Frau finanziell vom Mann abhängig,<br />
muss sich dieser immerhin keine<br />
Sorgen machen, dass sie mal ihre Koffer<br />
packen und einfach abhauen könnte.<br />
Womit denn dann auch?<br />
Die Realität ist leider wesentlich komplexer,<br />
als es auf den ersten Blick erscheint.<br />
Seit 2017 setze ich mich dafür ein, dass<br />
sich mehr Frauen trauen, ihre Finanzen<br />
selbst in die Hand zu nehmen. Und dabei<br />
habe ich schon vieles erlebt.<br />
HABEN FRAUEN WIRKLICH WENIGER<br />
AHNUNG ODER NUR MEHR ANGST?<br />
Eine neue OECD-Studie kam zu dem Ergebnis:<br />
Frauen verfügen über geringere<br />
Finanzkenntnisse und weniger Selbstvertrauen<br />
als Männer. Geht es um einfache<br />
finanzielle Fragen, antworten Frauen<br />
häufiger mit »Weiß ich nicht« anstatt<br />
zu versuchen, die Frage per Multiple<br />
Choice zu beantworten. Dies deutet darauf<br />
hin, dass hier vor allem große Unsicherheit<br />
herrscht. Schaut man sich die<br />
Anzahl der richtigen und falschen Antworten<br />
im Vergleich von Männern und<br />
Frauen an, dann sieht man, dass Frauen<br />
nicht so viel weniger wissen: Männer<br />
erzielen bei Fragen zum Finanzwissen<br />
zwei Punkte (von 35) mehr als Frauen.<br />
Außerdem neigen Frauen dazu, weniger<br />
zu sparen, besitzen weniger Finanzprodukte<br />
und sind beruflich stärker zersplittert.<br />
Das heißt eben auch: Wenn Frauen<br />
ihr Geld investieren, dann müssen sie<br />
besser damit umgehen. Wer weniger verdient<br />
und mehr Aufwand betreiben muss,<br />
um 1.000 Euro zu sparen, kann nicht einfach<br />
in irgendeine Aktie investieren und<br />
hoffen, dass es schon gut gehen wird. Das<br />
heißt, Frauen sind nicht zwingend »nur«<br />
risikoavers. Sie sind sich vielmehr des Risikos<br />
bewusst und müssen mit ihren Ressourcen<br />
besser umgehen.<br />
ZUSAMMENSEIN, WEIL MAN MUSS<br />
– ODER WEIL MAN WILL?<br />
Neulich habe ich Frank Thelen für unseren<br />
Podcast interviewt. Er sagte mir:<br />
»Ich will, dass meine Frau jeden Tag<br />
sagen kann: Unsere Beziehung ist hier<br />
beendet und ich gehe jetzt – und keiner<br />
von uns hat finanzielle Nachteile.<br />
Ich glaube, das ist die Grundlage für<br />
jede herausragende Beziehung.«<br />
Nachdem mir einige Kundinnen berichtet<br />
haben, dass ihr Ehemann ihnen die Frage<br />
gestellt hat: »Wieso willst du dein Geld<br />
investieren – willst du dich scheiden lassen?«,<br />
muss man bereit sein, sich zu fragen:<br />
Warum will ich eventuell nicht, dass<br />
meine Frau finanziell unabhängig ist?<br />
Und auf der anderen Seite: Welcher Zugewinn<br />
ist es für eine Beziehung, wenn<br />
man weiß: Wir sind nicht zusammen,<br />
weil wir es sein müssen. Wir sind beide<br />
hier – auch nach vielen Jahren – weil wir<br />
es genauso wollen.<br />
WER INVESTIERT BESSER?<br />
Das Ergebnis: Laut Studien der ING<br />
oder TradeRepublic zeigt sich, dass<br />
Frauen tatsächlich besser investieren<br />
als Männer. Sie erzielen nämlich die<br />
bessere Rendite, da sie eben nicht<br />
auf Einzelaktien setzen und glauben,<br />
den Markt schlagen zu können. Sie<br />
investieren eher in Fonds und ETFs,<br />
Die Autorin<br />
Margarete Honisch ist Finanzkolumnistin,<br />
Speakerin und Spiegel-Bestsellerautorin.<br />
2017 gründete sie die<br />
Finanzplattform Fortunalista.
Wissen<br />
schichten seltener um und bleiben in<br />
schwierigen Börsenphasen entspannter.<br />
Wie so oft im Leben können sich Männer<br />
und Frauen, wenn es um Finanzplanung<br />
geht, also wunderbar ergänzen. Und das<br />
sollten sie auch tun.<br />
WAS FRAUEN VON MÄNNERN<br />
LERNEN KÖNNEN<br />
Wir Frauen können von den Männern lernen,<br />
dass wir mutiger werden, uns mehr<br />
zutrauen, aber auch mehr Interesse für<br />
das Thema aufbringen und unser Wissen<br />
erweitern. Männer sind oft risikofreudiger<br />
und selbstbewusster, wenn es um Geldanlagen<br />
geht. Dieses Selbstbewusstsein kann<br />
hilfreich sein, um Chancen zu erkennen<br />
und zu nutzen. Frauen sollten daher lernen,<br />
sich mehr zuzutrauen und auch einmal<br />
Risiken einzugehen, um von den möglichen<br />
höheren Renditen zu profitieren.<br />
WAS MÄNNER VON FRAUEN<br />
LERNEN KÖNNEN<br />
Männer können aber auch etwas von<br />
uns Frauen lernen: sich weniger selbst<br />
zu überschätzen und mehr Zeit in die<br />
Recherche und Auswahl von passenden<br />
Anlageprodukten zu investieren, bevor<br />
Geld investiert wird. Insbesondere, was<br />
kurzfristige Hypes betrifft: Dafür sind wir<br />
Frauen weniger anfällig.<br />
Diesen achtsameren Umgang beobachten<br />
wir immer wieder in unserem Bootcamp:<br />
Die Teilnehmerinnen beschäftigen<br />
sich länger mit ihrem Risikoprofil, mit der<br />
Zusammensetzung aus risikoarmen und<br />
risikobehafteten Assets und mit der passenden<br />
Anlagestrategie. Wenn sie dann<br />
umsetzen, wissen sie genau, was sie tun<br />
und sind auch überzeugt, das Richtige zu<br />
tun. Egal, was kurzfristige Marktbewegungen<br />
sagen und unerfahrene Börsenneulinge<br />
längst verunsichern würden.<br />
Wir tendieren dazu, gründlicher zu recherchieren<br />
und eine langfristige Perspektive<br />
einzunehmen, anstatt schnellen<br />
Gewinnen hinterherzujagen. Diese Vorsicht<br />
und sorgfältige Planung können<br />
Männer übernehmen, um ihre Anlagestrategien<br />
zu verbessern.<br />
1. Was ist dir bei der finanziellenPlanung<br />
für unseren Ruhestand<br />
am wichtigsten?<br />
2. Wann hast du gemerkt, dass<br />
du dich finanziell abgesichert fühlst?<br />
3. Welche finanziellen Ziele<br />
möchtest du in den nächsten zehn<br />
Jahren erreichen?<br />
4. Wann hast du das Gefühl gehabt,<br />
dass wir als Team gut mit<br />
finanziellen Herausforderungen<br />
umgehen?<br />
5. Was ist dir bei der Unterstützung<br />
unserer Kinder oder Enkelkinder<br />
finanziell am wichtigsten?<br />
6. Wann hast du gemerkt, dass<br />
du in finanziellen Fragen Vertrauen<br />
zu mir hast?<br />
7. Was ist dir bei der Absicherung<br />
unseres gemeinsamen Vermögens<br />
am wichtigsten?<br />
GESCHENKE, DIE WIRKLICH ZÄHLEN<br />
Die Vorstellung, dass Frauen sich nicht für<br />
Geld interessieren oder es nicht verstehen,<br />
ist ein Mythos. Die Realität ist, dass<br />
viele Frauen weniger Vertrauen in ihre<br />
finanziellen Fähigkeiten haben und weniger<br />
Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen.<br />
Mit der richtigen Unterstützung und<br />
dem Willen, sich weiterzubilden, können<br />
Frauen jedoch genauso erfolgreich im<br />
Umgang mit Geld sein wie Männer.<br />
Mein Appell an alle Paare lautet daher:<br />
Tauscht euch aus, lernt voneinander,<br />
nehmt euch auf dieser Reise mit. Und<br />
wenn man merkt, dass die Frau das<br />
Thema vernachlässigt, dann kann man<br />
auch nachhelfen – mit einer gut geschriebenen<br />
Buchlektüre für den Einstieg<br />
oder indem man ihr statt des zehnten<br />
Schmuckstücks vielleicht einen Finanzkurs<br />
schenkt. Ein Stück finanzieller Unabhängigkeit<br />
ist das wertvollste Geschenk,<br />
das man machen kann.<br />
Denn auch dies erlebe ich leider täglich:<br />
Frauen, die nach dem Verlust ihres<br />
Partners mit finanziellen Problemen<br />
kämpfen müssen.<br />
Wir Frauen leben schließlich länger als<br />
Männer. Und welches bessere Geschenk<br />
gäbe es da an den Lebenspartner, wenn<br />
nicht das Wissen, dass sie, wenn sie eines<br />
Tages alleine ist, neben dem Kummer<br />
und der Trauer nicht auch noch finanzielle<br />
Sorgen und Ängste hat?<br />
FINANZFRAGEN FÜR PAARE<br />
Wer als Paar versäumt hat, sich über die<br />
eigenen Finanzen auszutauschen, kann<br />
dies in jedem Alter nachholen. Es ist nie<br />
zu spät, offene Gespräche über finanzielle<br />
Ziele und Prioritäten zu führen. Solche<br />
Gespräche fördern Vertrauen und schaffen<br />
eine solide Grundlage für eine gemeinsame<br />
finanzielle Zukunft. Hier sind<br />
sieben Fragen für Paare, die sich auch bei<br />
einem Glas Rotwein auf dem Sofa wunderbar<br />
besprechen lassen:<br />
Mit der richtigen Unterstützung und dem<br />
Willen, sich weiterzubilden, können Frauen<br />
jedoch genauso erfolgreich im Umgang mit<br />
Geld sein wie Männer.<br />
Bild: Depositphotos / Krakenimages.com
Wissen<br />
Rendite rauf<br />
– mehr Mieteinnahmen durch Mietergespräch<br />
Tomek Piotrowskis Strategie für die Krise<br />
Lange Zeit war die Immobilie ein<br />
Sinnbild für finanzielle Sicherheit<br />
und Stabilität. Doch das<br />
Image des Betongolds beginnt<br />
zu bröckeln. Zu Unrecht, findet<br />
Tomek Piotrowski, seines Zeichens<br />
Makler und Immobilienberater. Warum<br />
ihn seine Strategie trotz Krise optimistisch<br />
in die Zukunft blicken lässt<br />
und wie hoch die Rendite für Investoren<br />
tatsächlich ausfallen könnte, hat<br />
er uns im Interview erklärt.<br />
Herr Piotrowski, Wohnraum bleibt<br />
gefragt – deshalb sind vermietete Immobilien<br />
und Wohnungen lohnende<br />
Renditeobjekte. Worauf sollten Anleger<br />
achten, bevor sie kaufen?<br />
Im Immobilienbereich gibt es grundsätzlich<br />
viele Strategien, wie man sein Geld<br />
anlegen kann. Der wichtigste Grundsatz<br />
ist dabei immer die Hebelwirkung des Eigenkapitals,<br />
die man nur erreicht, wenn<br />
man einen Teil des Kaufpreises über eine<br />
Bank finanziert. Falls man das Rundumsorglos-Paket<br />
sucht, machen natürlich<br />
komplett entwickelte Immobilien mit<br />
Mieten auf Marktniveau Sinn. Da hierbei<br />
bereits jemand anderes die Werte der<br />
Immobilie gehoben hat, sind dadurch allerdings<br />
keine großen Renditesprünge zu<br />
erwarten. Ich persönlich empfehle daher,<br />
Objekte zu kaufen, die unterentwickelte<br />
Mieten haben und einen Sanierungsoder<br />
Renovierungsstau vorweisen. Somit<br />
kann ich als Immobilieninvestor selbst<br />
einen Mehrwert schaffen, der dann<br />
natürlich auch mehr Rendite nach sich<br />
zieht. Sondervermietungsmodelle wie<br />
WG-Vermietung, Airbnb oder Monteurs-<br />
Vermietung sollten dabei nie die Kalkulationsgrundlage<br />
sein, sondern lediglich<br />
ein mögliches Bonus-Upgrade.<br />
Wie kann man die Mieteinnahmen<br />
optimieren und langfristig eine Steigerung<br />
planen?<br />
Das ist durch Mietergespräche möglich,<br />
denn hier kann man Win-win-Situationen<br />
schaffen. Die Underrent-Situation<br />
ermöglicht es uns, die Wünsche und<br />
Nöte eines Mieters schnell zu lösen; zum<br />
Beispiel durch Renovierungsarbeiten.<br />
Durch verbesserte Lebensbedingungen
Wissen<br />
Bilder: Marc Mielke, Stefan Zeitz<br />
»Die Underrent-Situation ermöglicht es<br />
uns, die Wünsche und Nöte eines Mieters<br />
schnell zu lösen; zum Beispiel durch<br />
Renovierungsarbeiten.«<br />
des Mieters kann einvernehmlich eine<br />
höhere Miete vereinbart werden. Die<br />
durch die Mietpreisbremse geregelten<br />
Kappungsgrenzen können dadurch<br />
deutlich übersprungen werden. Ich<br />
selbst schaffe damit regelmäßig Mietsteigerungen<br />
von 30 bis 40 Prozent bei<br />
90 Prozent der Fälle und mein persönlicher<br />
Rekord liegt bei 112 Prozent.<br />
Wo sehen Sie die Grenzen für eine<br />
Optimierung?<br />
Die Grenzen für eine Mietoptimierung<br />
sehe ich in erster Linie bei der Leistbarkeit<br />
des entsprechenden Mieters. Allerdings<br />
sind auch an dieser Stelle Kreativität und<br />
das Erschaffen von Win-win-Situationen<br />
gefragt. Ein schönes Beispiel hierfür: Ein<br />
Paar hat in einem unserer Objekte gerade<br />
den Renteneintritt gefeiert – allerdings<br />
auch verbunden mit mittlerweile<br />
starken gesundheitlichen Einschränkungen.<br />
Die dritte Etage ohne Fahrstuhl war<br />
somit früher mit einer Einschränkung<br />
der Mobilität und damit auch einem<br />
Verlust an Lebensqualität verbunden.<br />
Im Rahmen der Umnutzung einer ehemaligen<br />
Gewerbefläche sind so im Erdgeschoss<br />
neue Wohnungen entstanden,<br />
die ideal für die neuen Lebensumstände<br />
des Paares gepasst haben. Der Wohnraum<br />
konnte den neuen Ansprüchen<br />
entsprechend verkleinert werden. Altersgerechte<br />
Bäder wurden von vornherein<br />
geplant und durch die Verkleinerung der<br />
Quadratmeter war die neue Miete trotz<br />
Marktniveau für das Haushaltsbudget<br />
des Rentner-Paares immer noch passend.<br />
Die Nachfrage nach Wohnraum wird<br />
in bestimmten Gebieten weiter steigen.<br />
Wie wird sich diese Entwicklung<br />
auf die dortigen Mieten auswirken?<br />
Geht es zulasten der Mieter?<br />
Durch die angespannte Situation und<br />
den kränkelnden Neubau sind höhere<br />
Mieten unausweichlich. Auch die Zeiten,<br />
in denen lediglich ein Drittel des Haushaltseinkommens<br />
für das Wohnen ausgegeben<br />
wird, sind nach meiner Beobachtung<br />
bereits vorbei. Es ist somit fest<br />
damit zu rechnen, dass andere Wohnkonzepte<br />
Teillösungen der Problematik<br />
sind. Die klassische Studenten-WG ist<br />
bereits jetzt in vielen Großstädten auch<br />
ein Modell für Vollerwerbstätige, da sie<br />
sich sonst den Wohnraum nicht leisten<br />
können oder überhaupt noch nicht mal<br />
etwas Adäquates finden. Mikroapartments,<br />
beispielsweise mit angeschlossenen<br />
Gemeinschaftsflächen, sind in<br />
Ballungszentren daher vermutlich auch<br />
lohnenswerte Investmentobjekte.<br />
Ballungszentren werden weiterhin<br />
mit Wohnraummangel zu kämpfen<br />
haben, die Menschen werden ausweichen<br />
müssen. Inwieweit lohnt es sich,<br />
vorausschauend in derzeit noch wenig<br />
gefragte Regionen zu investieren?<br />
Die Speckgürtel-Attraktivität ist spätestens<br />
seit Corona nicht mehr aufzuhalten.<br />
In diesem Segment sehen wir weiterhin<br />
sehr viel Wachstum und empfehlen diese<br />
Städte als Investment-Standorte sehr.<br />
Tomek Piotrowski ist<br />
Makler und Investor.<br />
Er ist als Partner der<br />
MAGNOLIE GRUPPE und<br />
als Geschäftsführer der<br />
MAGNOLIE ONE aktiv.<br />
Viele der Gemeinden sind hier zudem<br />
nicht überreguliert, also mit verzerrten<br />
Mietspiegeln versehen. Diese werden<br />
meiner Meinung nach in Ballungszentren<br />
politisch motiviert klein gehalten<br />
und haben nichts mehr mit den aktuellen<br />
Marktmieten zu tun. Ein Beispiel<br />
hierfür ist der Berliner Mietspiegel, bei<br />
dem einige Mieten sogar angeblich gesunken<br />
sind! Wir investieren auch gerne<br />
in kleinere Städte, bei denen bereits<br />
über mehrere Jahre die Arbeitslosenzahl<br />
stark zurückgeht.<br />
Was empfehlen Sie Immobilieninvestoren,<br />
die Ihre Mieten steigern möchten?<br />
Wir empfehlen das persönliche Gespräch,<br />
in dem man als Vermieter den<br />
Fokus aufs Zuhören und Verstehen der<br />
Bedürfnisse des Mieters legt. Dort erarbeitet<br />
man die besten Lösungen, die sowohl<br />
den Alltag des Mieters bereichern<br />
als auch die Rendite steigern. Somit erschafft<br />
man mit den Mietergesprächen<br />
einen nachhaltigen und zukunftssicheren<br />
Immobilienbestand. AS (L)<br />
»Wir empfehlen das persönliche Gespräch,<br />
in dem man als Vermieter den Fokus aufs<br />
Zuhören und Verstehen der Bedürfnisse des<br />
Mieters legt.«
Best of Web<br />
Best of Web<br />
Bild: Depositphotos / ChinaImages<br />
China: Schärfere Regeln zum Abbau<br />
Seltener Erden<br />
Chinas Regierung hat schärfere<br />
Regelungen zum Abbau und<br />
zur Verwendung von Seltenen<br />
Erden erlassen. Wie die<br />
staatliche Nachrichtenagentur<br />
Xinhua mitteilte, sollen die Regeln am<br />
1. Oktober in Kraft treten, heißt es auf<br />
der Onlineplattform der »tagesschau«.<br />
Ab 1. Oktober gilt, dass die Ressourcen<br />
der Seltenen Erden dem Staat gehören<br />
und dass keine Organisation<br />
oder Einzelperson diese beanspruchen<br />
oder zerstören darf. Wer Seltene Erden<br />
verarbeitet oder exportiert, müsse<br />
ein System zur Rückverfolgbarkeit des<br />
Prozesses aufbauen. Der Staat soll die<br />
Kontrolle darüber haben, wie viel davon<br />
abgebaut und weiterverarbeitet<br />
wird, hieß es ...<br />
Den kompletten Artikel lesen Sie online<br />
unter www.sachwert-magazin.de<br />
BKA verkauft Bitcoin:<br />
Der größte Fehler aller Zeiten<br />
Der Bitcoin hat in den letzten<br />
Wochen einen starken Abverkauf<br />
gesehen. Was hat<br />
das mit dem Bundeskriminalamt<br />
(BKA) zu tun und warum<br />
denke ich, dass Deutschland gerade<br />
einen sehr großen Fehler begeht? Es<br />
passiert nicht oft, dass Deutschland und<br />
Den kompletten Artikel lesen Sie online<br />
unter www.sachwert-magazin.de<br />
der Bitcoin in einem Atemzug genannt<br />
werden, doch wenn dies geschieht, dann<br />
ist es leider meistens in einem negativen<br />
Kontext. So ist es auch diesmal. Seit Tagen<br />
kursieren Meldungen im Netz, die<br />
dokumentieren, dass das Bundeskriminalamt<br />
(BKA) große Mengen an Bitcoin<br />
veräußert. Doch wie ist das BKA überhaupt<br />
in den Besitz der Kryptowährung<br />
gekommen? Die Behörde hat über die<br />
letzten Jahre erhebliche Mengen an Bitcoin<br />
im Rahmen strafrechtlicher ...<br />
Bilder: David Bornscheuer, IMAGO / Wolfilser<br />
Bilder: Depositphotos / Elnur_, Privat<br />
Digitale Immobilien:<br />
Die Revolution des Immobilienmarktes<br />
In einer Welt, die sich ständig weiterentwickelt<br />
und der technologischen<br />
Fortschritte alle Lebensbereiche verändert,<br />
ist es kaum verwunderlich,<br />
dass auch die Immobilienbranche<br />
einen digitalen Wandel erlebt. Digitale<br />
Immobilien sind nicht nur ein vorübergehender<br />
Trend, sondern eine Revolution,<br />
die den Markt grundlegend verändert.<br />
In diesem Artikel möchte ich<br />
Ihnen einen umfassenden Überblick über<br />
digitale Immobilien geben, die neuesten<br />
technologischen Innovationen vorstellen<br />
und auf die zahlreichen Chancen und<br />
Herausforderungen eingehen, die dieser<br />
neue Markt bietet.<br />
WAS SIND DIGITALE IMMOBILIEN?<br />
Digitale Immobilien sind Vermögenswerte,<br />
die nicht physisch, sondern in ...<br />
Den kompletten Artikel lesen Sie online<br />
unter www.sachwert-magazin.de
Buchtipps<br />
»Geld interessiert mich einfach nicht«<br />
von Astrid Zehbe und Daniela Meyer<br />
224 Seiten, erschienen: April 2024<br />
EMF Verlag, ISBN: 978-3-745-92252-3<br />
IEA-Prognose:<br />
Nachfrage nach<br />
Erdöl steigt<br />
Die Autorinnen Astrid Zehbe und Daniela Meyer zerlegen<br />
zehn der absurdesten Aussagen mit Fakten und entschlüsseln,<br />
welche veralteten Denkmuster und gelebten Traditionen<br />
dahinter stecken. Zudem motivieren sie dazu, sich endlich<br />
von diesen Negativsätzen zu befreien und sich für die<br />
eigene finanzielle Selbstbestimmung einzusetzen.<br />
Intelligent investieren<br />
von Benjamin Graham<br />
624 Seiten, erschienen: März 2024<br />
FinanzBuch Verlag, ISBN: 978-3-959-72765-5<br />
Dieses Buch ist nicht für Spekulanten, sondern für echte<br />
Investoren. Im Laufe der Jahre haben die Marktentwicklungen<br />
die Weisheit von Grahams Strategien bewiesen. »Intelligent<br />
investieren« ist vermutlich das wichtigste Buch, das<br />
ein Investor überhaupt lesen kann, um seine finanziellen<br />
Ziele zu erreichen.<br />
Bild: Depositphotos / zeferli@gmail.com_<br />
Die weltweite Nachfrage nach<br />
Öl wird nach Vorhersage der<br />
Internationalen Energieagentur<br />
(IEA) wegen der Energiewende<br />
bis 2030 weiter<br />
wachsen und dann ein Plateau erreichen.<br />
Gleichzeitig soll die weltweite Ölproduktion<br />
ansteigen, wodurch sich die<br />
Spannungen auf dem Markt verringern<br />
und die Reserven auf ein Niveau steigen<br />
würden, das es seit der Covid-Krise nicht<br />
mehr gegeben habe. Das schreibt die IEA<br />
laut der Deutschen Presse-Agentur in<br />
ihrem neuesten Ölmarktausblick.<br />
Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte das<br />
zu sinkenden Ölpreisen führen. Trotz<br />
der Verlangsamung des Wachstums<br />
werde die weltweite Ölnachfrage 2030<br />
voraussichtlich immer noch um 3,2 Millionen<br />
Barrel pro Tag höher sein als im<br />
Jahr 2023, sofern keine strengeren politischen<br />
Maßnahmen ergriffen würden<br />
oder sich Verhaltensänderungen durchsetzen.<br />
Getrieben wird der Anstieg durch<br />
die aufstrebenden ...<br />
Den kompletten Artikel lesen Sie online<br />
unter www.sachwert-magazin.de<br />
Kids und Kröten<br />
von Simone Graßmann und Stephanie Raiser<br />
288 Seiten, erschienen: April 2024<br />
FinanzBuch Verlag, ISBN: 978-3-959-72781-5<br />
Finanziell erfolgreich und dabei genug Zeit zu haben, um erfüllt<br />
und entspannt dein Familienleben zu rocken – welche Mama<br />
wünscht sich das nicht? Simone Graßmann, Mama von drei<br />
Jungs, zeigt anhand ihrer eigenen Geschichte, wie sie es geschafft<br />
hat, alle Konventionen von Selbst-und-Ständig über den<br />
Haufen zu werfen und ein erfolgreiches Business aufzubauen.<br />
The True Trader<br />
von Marcus Schulz<br />
208 Seiten, erschienen: Juni 2024<br />
FinanzBuch Verlag, ISBN: 978-3-959-72803-4<br />
Für erfolgreiches Trading braucht man klare Strategien, ein<br />
fundiertes Marktverständnis und ein starkes Mindset. Ein faszinierender<br />
Roman von Marcus Schulz über das New York der<br />
1920er-Jahre und über den Weg eines jungen Börsenhändlers,<br />
der nicht nur Spannung bietet, sondern auch wichtige<br />
Tipps und Weisheiten für angehende Trader bereithält.<br />
Cover: EMF Verlag, FinanzBuch Verlag<br />
Money Mindset<br />
von Simon Schöbel<br />
224 Seiten, erscheint: November 2024<br />
EMF Verlag, ISBN: 978-3-745-92426-8<br />
Finanzexperte Simon Schöbel vermittelt ganz entspannt<br />
und Schritt für Schritt, wie du dich frei machst von negativen<br />
Einstellungen, stattdessen Zins und Zinseszins für dich<br />
arbeiten lässt und, falls nötig, auch mal die eigene Psychologie<br />
austricksen kannst, damit du das Ganze auch wirklich<br />
umsetzt. Denn finanzieller Erfolg beginnt im Kopf.
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<strong>SACHWERT</strong> <strong>Magazin</strong> 03/2024<br />
Seit dem 01. Juni 2024 ist die neue <strong>Ausgabe</strong> des <strong>SACHWERT</strong> <strong>Magazin</strong>s<br />
bei Ihrem Zeitschriftenhändler oder im Online-Kiosk erhältlich.<br />
Goldhausse<br />
– Nutzen Sie die Korrektur als Kaufgelegenheit<br />
Gold und Silber befinden sich<br />
in einer Hausse. Daran lassen<br />
meine langfristig orientierten<br />
Indikatoren und Prognosemodelle<br />
keine Zweifel.<br />
Sie haben die jüngste Aufwärtswelle<br />
angekündigt und signalisieren erheblich<br />
höhere Kurse.<br />
Bemerkenswerterweise sind es bisher vor<br />
allem asiatische institutionelle Investoren<br />
und Privatanleger, die durch ihre Käufe<br />
für steigende Kurse gesorgt haben – und<br />
weiterhin sorgen werden. Westliche Anleger<br />
sind an dieser Hausse noch kaum<br />
beteiligt. Die steigenden Kurse sorgen<br />
aber dafür, dass sich das ändern wird.<br />
ERFOLGREICHE TRENDSETTER<br />
KAUFEN BEREITS<br />
Dieser Prozess hat inzwischen begonnen.<br />
Erste Hedgefondsmanager, die aufgrund<br />
ihrer hervorragenden Ergebnisse in den<br />
USA hoch angesehen sind, kaufen bereits<br />
Minenaktien. Dieser erfolgreichen<br />
Vorhut wird die große Masse der Anleger<br />
nach und nach folgen.<br />
Es ist noch früh in diesem jungen Trend.<br />
Warten Sie nicht, bis der Ansturm der<br />
großen Masse erfolgt und Gold in aller<br />
Munde ist, seien Sie stattdessen bei den<br />
Ersten, die den neuen Trend erkennen<br />
und frühzeitig investieren!<br />
NUTZEN AUCH SIE DIE KORREKTUR<br />
ZUM EINSTIEG<br />
Wie Sie auf dem folgenden Chart sehen,<br />
ist der Goldpreis von Mitte Februar<br />
2024 bis Mitte April um 23 Prozent<br />
gestiegen. Dann hat eine Korrektur<br />
begonnen, mit der die kurzfristig überkaufte<br />
Markttechnik abgebaut wird.<br />
Interessanterweise haben unsere mittelfristig<br />
orientierten Sentiment- und Momentumindikatoren<br />
trotz des schnellen<br />
Kursanstiegs von 23 Prozent keine sehr<br />
hohen Werte erreicht. Das deutet darauf<br />
hin, dass wir es hier nur mit einer kurzfristigen<br />
Verschnaufpause zu tun haben,<br />
die Ihnen eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit<br />
auf dem weiteren Weg ...<br />
Den kompletten Artikel lesen Sie in der<br />
aktuellen Printausgabe. Bestellbar unter<br />
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Handel im Wandel<br />
– eine kleine Geschichte der Wirtschaft und des Geldes<br />
Bilder: IMAGO / Westend61 / blickwinkel<br />
Über 220 Kilometer zählt die<br />
Feuersteinstraße zwischen<br />
Regensburg und Prag. Sie<br />
gilt als die älteste Handelsroute<br />
Europas; vor rund<br />
7.000 Jahren sollen hier jungsteinzeitliche<br />
Händler ihre Waren transportiert<br />
haben. Bewiesen ist dies zwar nicht,<br />
doch die Funde legen ein solches Szenario<br />
nahe. Und die Ursprünge des<br />
Handels könnten sogar noch viel weiter<br />
zurückgehen, ergeben sich doch erste<br />
Hinweise auf einen Rohstoffimport<br />
noch in der Altsteinzeit.<br />
SESSHAFT UND VERNETZT:<br />
DAS NEOLITHIKUM<br />
Tatsächlich greifbar allerdings wird der<br />
Handel erst im Neolithikum, erst vor<br />
12.000 Jahren also, ist er doch für die<br />
Sesshaftwerdung essenziell. Von nun<br />
an dreht sich das Leben um Haus- und<br />
Grundbesitz. Darüber hinaus rückt der<br />
Austausch von Waren in den Fokus.<br />
Dass der Tauschhandel schon damals<br />
das gesellschaftliche Zusammenleben<br />
strukturiert, davon ist der prähistorische<br />
Archäologe Ebbe Nielsen überzeugt:<br />
Einige der importierten Waren hätten<br />
wohl als Statussymbole Verwendung<br />
gefunden, erklärt er in einem wissenschaftlichen<br />
Beitrag zu diesem Thema.<br />
Darüber hinaus sei ein Warenaustausch<br />
teilweise mit dem Ziel der Allianzen-Bildung<br />
verbunden gewesen ...<br />
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