Schwachhauser I Magazin für Bremen I Ausgabe 98
Liebe Leserinnen, liebe Leser, waren Sie schon einmal in New York? Bei mir ist das so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß, wann es genau war. Wahrscheinlich in den 90er Jahren. Paula Modersohn-Becker hat es auf jeden Fall weit vor mir geschafft. Nicht persönlich, aber der Gründungsdirektor des Museum of Modern Art (MoMA) Alfred Barr Jr. hatte den besonderen Stellenwert von Paula Modersohn-Becker schon früh erkannt und nahm sie bereits 1931 als einzige Malerin in die Überblicksausstellung »German Painting and Sculpture« auf. Aktuell wirbt das MoMA sogar mit Paula, denn dort kann bis September eine große Ausstellung mit 50 Bildern und 15 Zeichnungen bewundert werden. 20 Werke sind aus Bremer Sammlungen. Vielleicht für Sie ein Anreiz, um nach New York zu reisen? Mein Lieblingsbild von Paula Modersohn-Becker ziert diesmal den Titel dieser 98. Ausgabe. Es ist auch mitgereist und wird nach einem Zwischenstopp in Chicago (ausgestellt dort im "The Art Institute of Chicago") Ende Januar wieder in der Kunsthalle Bremen hängen. Diese Ausgabe ist außerdem wieder sehr musikalisch. Das Musikfest Bremen steht in den Startlöchern, Musik und Licht am Hollersee wird uns auch in diesem Jahr wieder lieb gewohnt begeistern! Shakespeare im Park dürfen wir auch nicht verpassen, und im Magazin entdecken Sie noch vieles Schöne und Interessante mehr. Viel Freude beim Lesen und bleiben Sie zuversichtlich! Ihre Susanne Lolk (Herausgeberin)
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
waren Sie schon einmal in New York? Bei mir ist das so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß, wann es genau war. Wahrscheinlich in den 90er Jahren. Paula Modersohn-Becker hat es auf jeden Fall weit vor mir geschafft. Nicht persönlich, aber der Gründungsdirektor des Museum of Modern Art (MoMA) Alfred Barr Jr. hatte den besonderen Stellenwert von Paula Modersohn-Becker schon früh erkannt und nahm sie bereits 1931 als einzige Malerin in die Überblicksausstellung »German Painting and Sculpture« auf. Aktuell wirbt das MoMA sogar mit Paula, denn dort kann bis September eine große Ausstellung mit 50 Bildern und 15 Zeichnungen bewundert werden. 20 Werke sind aus Bremer Sammlungen. Vielleicht für Sie ein Anreiz, um nach New York zu reisen?
Mein Lieblingsbild von Paula Modersohn-Becker ziert diesmal den Titel dieser 98. Ausgabe. Es ist auch mitgereist und wird nach einem Zwischenstopp in Chicago (ausgestellt dort im "The Art Institute of Chicago") Ende Januar wieder in der Kunsthalle Bremen hängen.
Diese Ausgabe ist außerdem wieder sehr musikalisch. Das Musikfest Bremen steht in den Startlöchern, Musik und Licht am Hollersee wird uns auch in diesem Jahr wieder lieb gewohnt begeistern! Shakespeare im Park dürfen wir auch nicht verpassen, und im Magazin entdecken Sie noch vieles Schöne und Interessante mehr.
Viel Freude beim Lesen
und bleiben Sie zuversichtlich!
Ihre Susanne Lolk
(Herausgeberin)
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KULTUR
Theater
Konzerte
Ausstellungen
KUNST
Anette Venzlaff
PLAUDEREI
Guido Gärtner
ARCHITEKTUR
Ernst Becker
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gefördert durch
Editorial
Liebe Leserin,
lieber Leser,
waren Sie schon einmal in
New York? Bei mir ist das so
lange her, dass ich gar nicht
mehr weiß, wann es genau
war. Wahrscheinlich in den 90er
Jahren. Paula Modersohn-Becker hat es auf
jeden Fall weit vor mir geschafft. Nicht persönlich,
aber der Gründungsdirektor des Museum
of Modern Art (MoMA) Alfred Barr Jr. hatte den
besonderen Stellenwert von Paula Modersohn-
Becker schon früh erkannt und nahm sie bereits
1931 als einzige Malerin in die Überblicksausstellung
»German Painting and Sculpture« auf.
Aktuell wirbt das MoMA sogar mit Paula, denn
dort kann bis September eine große Ausstellung
mit 50 Bildern und 15 Zeichnungen bewundert
werden. 20 Werke sind aus Bremer Sammlungen.
Vielleicht für Sie ein Anreiz, um nach New
York zu reisen?
Mein Lieblingsbild von Paula Modersohn-Becker
ziert diesmal den Titel dieser 98. Ausgabe. Es ist
auch mitgereist und wird nach einem Zwischenstopp
in Chicago (ausgestellt dort im "The Art
Institute of Chicago") Ende Januar wieder in der
Kunsthalle Bremen hängen.
Diese Ausgabe ist außerdem wieder sehr musikalisch.
Das Musikfest Bremen steht in den Startlöchern,
Musik und Licht am Hollersee wird uns
auch in diesem Jahr wieder lieb gewohnt begeistern!
Shakespeare im Park dürfen wir auch nicht
verpassen, und im Magazin entdecken Sie noch
vieles Schöne und Interessante mehr.
Viel Freude beim Lesen
und bleiben Sie zuversichtlich!
Susanne Lolk
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3
Inhalt
98
06
KUNST
Anette Venzlaff
40
OPEN-AIR
Musik und Licht
am Hollersee
42
KONZERTE
Musikfest Bremen
48
KULTUR
Musik
Theater
4
Immobilienverkauf?
Dafür hab ich
jemanden!
16
PLAUDEREI
Guido Gärtner
28
ARCHITEKTUR
Ernst Becker
62
AUSSTELLUNGEN
Bremen
Syke
Worpswede
70
UNTERHALTUNG
Buchbesprechung
Cartoon
Kreuzworträtsel
Melanie Kritzer,
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5
„Kopf schweigt, Hand spricht“
Anette Venzlaff
von Karla Wagner
KUNST
von oben
6
warum rosa
Anette Venzlaff, geboren 1952 in Soltau, wuchs in
Lübeck in einer großen Familie mit sechs Geschwistern
auf. Zu ihrer Sozialisierung sagt die Künstlerin,
dass einer ihrer Brüder, Freunde und Freundinnen
aus der Nachbarschaft für sie sehr wichtig waren.
Gemeinsam hatten sie Spaß am Theaterspielen,
Verkleiden, Vorlesen und am Geschichtenausdenken.
So sei auch der Kunstunterricht das einzige Fach
gewesen, das sie in ihrer schulischen Laufbahn wirklich
interessiert habe. Im Spiel mit ihren Freundinnen
wurden für Puppen Kleider genäht und fotografiert,
Kasperletheaterstücke für die Nachbarskinder aufgeführt,
viel gemalt und gezeichnet. Nach vorgelesenen
Wegschauen ist
keine Lösung
Gute-Nacht-Geschichten war der Kopf voller Bilder.
Und immer waren Kinderbücher treue und inspirierende
Begleiter - Ottfried Preußler, Astrid Lindgren und
Michael Ende waren die Favoriten. Anette Venzlaff
belegte das Studienfach Kommunikation/Ästhetik
von 1976 bis 1981 an der Universität Bremen, um
anschließend als freischaffende Künstlerin zu arbeiten.
Wichtige Stationen waren ein Stipendium der
Barkenhoff-Stiftung, Worpswede von 1992 bis 1993,
eine Einladung des Berufsverbands Bildender Künstler
(BBK)- Bremen zu einer Ausstellung in der Bremer
Landesvertretung in New York 1994, gemeinsam mit
Dolf Bissinger und Karl-Heinrich Greune sowie die
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7
8
Aliens
langjährige Mitgliedschaft in der Galerie Gruppe Grün
von 1995 bis 2001. Diese Produzentengalerie, ein
gemeinnütziger und eingetragener Verein bürgerlichen
Rechts, hatte ein sehr freies ästhetisches und
stilistisches Programm. Der Anlass der Gründung war
einfach und fundamental: die Arbeiten, vorwiegend
von Bremer Künstlerinnen und Künstlern, sollten
gezeigt werden, eine Plattform zur Diskussion bieten,
unabhängig von den Bedingungen einer kommerziell
arbeitenden Galerie und möglicher Verkäuflichkeit.
Ateliergemeinschaften und das Arbeiten in Künstlergruppen
waren für Anette Venzlaff wichtige Grundlage
für inhaltlichen Austausch und Inspiration. Die Ausstellung
„Alte Meister, Neue Geister“ mit Barbara Rosengarth,
Gotthard Kuppel, Rosa Jaisli und anderen im
Atelierhaus Friesenstraße, Bremen, und in der Galerie
Marstall, Ahrensburg, war der Beginn einer ganzen
Reihe von folgenden Gemeinschaftsausstellungen.
Anette Venzlaff
Mit Werner Henkel, Dolf Bissinger und bildenden
Künstlern, wie Benjamin Beßlich, Gloria del Mazo und
dem Worpsweder Keramiker Steffen Bockstaller realisierte
und realisiert sie unterschiedliche künstlerische
Projekte, die im Atelierhaus Friesenstraße in Bremen
präsentiert wurden und werden. Bisher waren dies
die Ausstellungen „Süden“, „Norden“, „Stille“ und
„Trinken und Essen“. Anette Venzlaff sieht in der
Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Künstlerinnen
die Möglichkeit in einen produktiven Austausch
zu kommen, Themen gemeinsam zu erarbeiten, sich
gegenseitig anregen zu können. Die Auseinandersetzung
mit den Kolleginnen und Kollegen bewirke eine
willkommene Ergänzung zum selbstreferenziellen
Arbeiten im eigenen Atelier. Und sie sei zugleich
eine Herausforderung sich eines zuvor unbekannten
Themas zu stellen. 2008/09 begann eine Kooperation
von Bremer und Tschechischen Künstlerinnen
9
10
Rock
und Künstlern auf Initiative von Tilman Rothermel. Eine Gruppe von
Bremer Künstlerinnen und Künstlern reiste für die Ausstellung „Bremen
WoDu“ in der Städtischen Galerie Pilsen nach Tschechien. Dort gab es
einen mehrtägigen Austausch vor Ort – Atelierbesuche, gemeinsame
kulturelle Exkursionen im Land und viele persönliche Begegnungen.
Laden 37
Mode...
Im folgenden Jahr kamen die tschechischen Künstlerinnen und Künstler
nach Bremen, um gemeinsam die Ausstellung in der Städtischen
Galerie Bremen mit dem Titel „Böhmen liegt am Meer“ zu organisieren.
Aus dieser Begegnung ergab sich die nächste große, gemeinsame
Wanderausstellung „Man spricht vom Krieg“ in Bremen, in der Bremer
Landesvertretung Berlin und im tschechischen Zentrum in Wien.
2014/15 wurde Anette Venzlaff von der Kulturkirche St. Stephani in Bremen
eingeladen, sich mit sieben weiteren Künstlerinnen und Künstlern an
der Blindbögenbemalung zum Thema „Krieg und Frieden“ zu beteiligen.
Ein Bezug zum Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 sollte bildnerisch
dargestellt werden. Im Prozess entstanden acht Bögen unterschiedlicher
Herangehensweisen an das Thema. Das Gesamtbild zeigte einen sehr
differenzierten, teils beklemmenden Eindruck von Furcht, Verzweiflung
und dem Wunsch nach ‚Nie wieder Krieg…’ Diese gemeinsamen Erfahrungen
mit Künstlerinnen und Künstlern anderer Sparten, anderer Länder,
mit anderen Ausdrucksweisen, anderen Techniken und Sujets sind
ein wichtiger Teil der künstlerischen Arbeit von Anette Venzlaff. Daneben
gab es mehrere Kunstinstallationen im öffentlichen Raum Bremens. Eine
Beteiligung an dem Thema „Metamorphosen“ mit sieben weiteren Künstlerinnen
und Künstlern, organisiert vom Senator für Kunst und Wissenschaft
Bremen wie auch eine Installation Anette Venzlaffs an der Weserpromenade
mit 17 Wandarbeiten zum Titel „Zug der Wale und Planeten“,
finanziell unterstützt durch den Senat der Stadt Bremen. In den ersten
Jahren ihres künstlerischen Wirkens arbeitete Anette Venzlaff hauptsächlich
mit Ölkreiden, oftmals in wässrigen Acrylfarbflächen eingesetzt.
Nach 15 Jahren verabschiedete die Künstlerin sich von dieser Technik
und arbeitet seither mit Ölfarben, Pigmenten, Leinöl und Terpentin auf
Leinwänden, aber auch mit Stiften und Kreiden auf Papier. Schon beim
Betreten des Ateliers werden die Besucher und Besucherinnen von dem
„Kunstesprit und -aroma“ des Terpentingeruchs empfangen. Anette
Venzlaff ist Beobachterin von Alltagssituationen, entwickelt immer wieder
von Neuem Narrative; die Bilder entstehen im „Machen“. Schicht um
Schicht bauen sie sich auf, bilden den Untergrund für das Nächste, kein
Motiv boykottiert das andere. Die dargestellten Erzählungen wirken nie
abgeschlossen, können von den Betrachterinnen und Betrachtern fortgesetzt
und weitergesponnen werden, quasi wie ein ‚storyboard‘, ein
Drehbuchentwurf ohne Anfang und Ende.
Dr. Hans-Joachim Manske (1944 bis 2022), ehemaliger Direktor der
Städtischen Galerie, sagte einmal in seiner Einführungsrede zu einer
Ausstellung von Anette Venzlaff, dass nicht nur die Bilder, sondern
auch die Leerräume zwischen den Bildern wichtig seien und die ganze
Geschichte erzählen. Es geht Anette Venzlaff nicht um eine Botschaft
oder eine philosophische, die Wirklichkeit umschreibende Abhandlung.
„Ich erzähle mir selber Geschichten und überrasche mich mit den so
entstandenen Bildern“. Grundlegende Gefühle wie Glück, Humor und
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Leid werden in den Arbeiten der Künstlerin sichtbar.
Die Bilder seien selbsterklärend, sollen nicht
mahnen, keinen erhobenen Zeigefinger beinhalten.
Und wenn doch, dann versteckt, subkutan mit
einem Zwinkern und Humor – „Ja, schon gut!“
Wichtig sei für sie, dass ihre Bilder eine authentische
Aussage träfen – manchmal mit, manchmal
ohne Schnörkel. Die Betrachtung der Welt, Situationen,
Menschen, Pflanzen, Tiere, die Natur in
ihrer Mannigfaltigkeit und Perfektion spiegeln sich
durchgängig in ihren Werken wider. Sie beobachte
gerne Alltagssitutionen – kleine und große ‚Dramolettchen’.
So entstehen manchmal humorige
Bilder, die aber auch ins Unheimliche umschlagen
können. Und sie habe ein Herz für Verlierer, die
sich einen Moment lang präsentieren als seien sie
Gewinner. Häufig sind es kindlich wirkende Wesen,
groß im Mittelpunkt des Bildes in Szene gesetzt.
Mit diesen einfachen Figuren, für die Betrachterinnen
und Betrachter schnell nachzuvollziehenden
Motiven gelingt es der Künstlerin, Gefühle zu erzeugen.
Malen definiert Anette Venzlaff als kreative
Ausdrucksform wie das Schreiben, es beinhalte auch
das Lernen von Niederlagen, sei große Schule, dass
eben nicht alles funktioniere. Menschen sind für
sie facettenreich, stammen aus unterschiedlichen
Kontexten, Kulturen. Jeder einzelne Mensch, jedes
Tier, jede Pflanze, jedes Ding erzählt eine eigene
Geschichte, die Protagonistinnen und Protagonisten
erzählen aus dem eigenen alltäglichen Leben und
Erleben – gut oder schlecht. Sie eint, dass sie alle
gleichsam Leid, Glück, Schmerz, eben die ganze
Bandbreite des Seins empfinden und präsentieren.
Landschaftsbilder, gehören neben den akzentuiert
gesetzten Figuren ebenfalls zum Schaffen der
Künstlerin. Anette Venzlaff gestaltet sie detailliert und
eher klein. Dabei zeigt sie Mut zur Idylle. Viele dieser
Landschaften positioniert sie auf den Innenseiten
aufgeklappter Zigarrenkisten oder in Holzkästen.
Naturtableaus im Kleinformat, oder wie eine Kuratorin
einmal sagte „kleine Reisealtäre zum Aufklappen“.
Oftmals wird dabei die Landschaft zum Hintergrund
eines Theaterstückes, in das die Künstlerin Figuren
platziert, aus Wachs geschnitzt und bemalt.
Über das künstlerische Arbeiten spricht Anette
Venzlaff nicht nur in positiven Bildern. Die Arbeit
sei auch eine große Schule des Scheiterns- nicht
alles gelingt, vieles muss aufgeben werden, die
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Iß mich nicht
künstlerische Tätigkeit sei nicht nur entspanntes und
beschwingtes Arbeiten. In den Phasen, in denen
nichts gelingt, fühle sie sich leer und unglücklich;
wichtig sei für sie jedoch, sich nicht zu sehr in die
Gefühle eines Verlusts zu vertiefen. Sie habe gelernt,
es auszuhalten, dass alles misslingen kann. Es gehe
vorbei und neue Bilder entstehen - Ende und Neubeginn.
Anette Venzlaff kann am besten malen, wenn
sie Hörbücher einschaltet- zum Beispiel Texte von
Hakan Nesser, Josef von Eichendorff oder auch von
Thomas Mann. So sei der Kopf beschäftigt und störe
nicht mit seinen Einwürfen, Korrekturvorschlägen
und Bedenken die Arbeit der malenden Hände.
Anders als viele Künstler und Künstlerinnen höre sie
wenig Musik, Hörbücher seien für sie ideal. Sie tricksen
ihren Kopf als Regulativ sozusagen aus, indem
sie ihn anderweitig unterhalte. Er korrigiert nicht und
muss nicht korrigiert werden, darf erst wieder beim
Betrachten des Resultates zum Einsatz kommen und
entscheiden, ob das Ergebnis zufriedenstellend ist.
Nach ihren Lieblingsmalern in der Kunstgeschichte
befragt, nennt Anette Venzlaff den französischen Impressionisten
Claude Monet (1840 bis 1926) und den
Romantiker Caspar David Friedrich (1774 bis 1840).
Monets Motive und die Differenziertheit der Farben
bewundere sie sehr. Seine Malerei sei berührend, still,
einfach und nachhaltig wirkend. Und Caspar David
Friedrich ist für Anette Venzlaff einer der Größten. Seine
Werke beeindrucken die Künstlerin vor allem wegen
der unnachahmlichen Fähigkeit, Pathos und grenzenlose
Stille zutiefst berührend in seinen Bildern den
Betrachterinnen und Betrachtern nahe zu bringen.
14
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Foto: Konstantin Zigmann
Bremer Persönlichkeiten
Plauderei mit Guido Gärtner,
Intendant der Bremer Philharmoniker
Von Karla Götz
SERIE
Schwungvoll springt Guido Gärtner von seinem Rad. Wir treffen uns
mit dem neuen Intendanten der Bremer Philharmoniker. Seit März ist
er in dieser Position aktiv. Was er in den ersten 100 Tagen erlebt hat
und wie sich sein Aufgabenfeld zusammensetzt, fasst er so zusammen:
„Sehr komplex.“ Dabei strahlt der sympathische 45-Jährige aus blauen
Augen und im passenden hellblauen Hemd in die Bremer Welt. Eine
geballte Ladung Frische. „Sehr komplex“ kann man nämlich so oder so
sagen. Guido Gärtner sagt es voll gespannter Zukunftserwartung. Ganz
klar, er freut sich, hat viel vor und ist ein offener Mensch. Schon mal ein
guter Auftakt für unsere Plauderei.
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D-28203 Bremen
Karla Götz im Gespräch mit Guido Gärtner, Intendant der Bremer Philhamoniker, Foto: Konstantin Zigmann
Geiger oder Violinist?
Seit 2008 war er Mitglied des Bayerischen Staatsorchesters.
Als Geiger. Uups, darf man denn überhaupt
Geiger sagen? Klingt das nicht abwertend?
Wäre Violinist nicht um vieles fachmännischer, gar
eleganter? Da lacht Guido Gärtner aber wirklich herzlich.
Ein Standardsachbuch in dieser Angelegenheit
heißt „Große Geiger unseres Jahrhunderts“. Und der
Künstler, der weiterhin Kammermusik im Praetorius
Quartett mit Solisten des Bayerischen Staatsorchesters
betreibt, sagt: „Ich würde mich immer als Geiger
bezeichnen.“ Bisschen verklausuliert, um niemanden
zu kritisieren, kommt schließlich raus: „Violinist sagen
nur Leute, die es nicht so genau wissen.“ Aha. Und er
erkenne einen echten Geiger bereits daran, wie der
den Geigenkoffer trage. Mein Gesprächspartner hat
mir damit eine sprachliche Nuss zu knacken gegeben.
Und ich weiß jetzt auch, warum ich vor dem Wort Geiger
scheute. Weil, schließlich gibt es ein sprachliches
Label für einen Misserfolg. „Das habe ich vergeigt.“
Expertise künstlerisch und administrativ.
Soviel ist mal klar, das kann in unserem Fall nicht
passieren. Mit welcher Wärme Guido Gärtner von den
Philharmonikern spricht, wie er die vom Interimsintendanten
Dr. Wolfgang Fink, seinem Vorgänger, analysierte
„Luft nach oben“ interpretiert und wie er immer
das Publikum als Zielgruppe im Auge behält, Bremen
als „bunte, liberale Stadt“ lobt, das Tabakquartier als
Riesenchance sieht und und und… Das ist bemerkenswert
und geradezu schwärmerisch. Und natürlich
seine Expertise. Denn Guido Gärtner war nicht nur
Mitglied im Bayerischen Staatsorchester, sondern
auch Geschäftsführer der Bayerischen Staatsorchester
Konzert GmbH. In dieser Funktion verantwortete
er in mehr als zehn Jahren Orchestertourneen, die
weltweit in Musikmetropolen führten. Im Auftrag der
Bayerischen Staatsoper gründete er darüber hinaus
2021 das Musiklabel Bayerische Staatsoper Recordings.
Und er hat seinen Executive Master in Arts Administration
an der Universität Zürich abgeschlossen.
Interessenten können gern mal im Netz nachschauen.
Da ist praktisch alles, was im kulturellen Leben auf die
Akteurinnen und Akteure zurollt, mitbedacht. Von der
Spielplangestaltung in einer sich verändernden Gesellschaft
über die Chance auf kulturelle Teilhabe, die
Position der Kultur im digitalen Wandel bis hin zum
klugen Umgang mit wirtschaftlichen Gegebenheiten.
Zusammengefasst: Guido Gärtner hat Erfahrungen
sowohl im administrativen als auch im künstlerischen
Bereich. Da dürfen wir uns hier wirklich freuen.
Viele Ideen im Ärmel
Dem neuen Intendanten konkrete Vorhaben zu ent-
18
Guido Gärtner an seinem Arbeitsplatz Halle 1 im Tabakquartier
Foto: Konstantin Zigmann
locken, das wird ein bisschen schwierig. Er hat viele
Ideen im Ärmel, ganz klar, verrät aber nur wenig. Den
Jubiläumsspielplan zum 200. Geburtstag der Philharmoniker
haben andere gemacht. „Die Spielzeit
2025/ 2026 ist meine Triebfeder, da wird viel passieren.“
Seine Aufgabe, die „komplexe“, besteht in der
kaufmännischen Arbeit, dem Umgang mit Verträgen,
Sponsoren, Kooperationen, künstlerisch-strategischen
Fragen und zuallererst in der Programmgestaltung.
Marko Letonja, den Generalmusikdirektor, schätzt er
als „kollegial, zugewandt, offen.“ Sie werden sich gut
ergänzen. „Ich komme nicht an die Weser, um zu
verwalten, sondern um zu gestalten.“ Das ist nun ein
griffiger Satz.
Profil schärfen, Marke entwickeln
Gestalten. In einigen Interviews hat er gesagt, dass
die Philharmoniker viel stärker eine Marke werden
sollen. Was verbirgt sich dahinter? Wie kann man das
verstehen? „Wir werden unser Profil schärfen. Was
wird gespielt, welches Repertoire, welche Solisten treten
auf, warum machen wir, was wir tun“, sagt unser
Gesprächspartner. Eine Marke müsse hoch emotional
sein. „Das Logo muss nicht angerührt werden, dem
Beispiel entsprechend: Es kommt ein neuer Chef,
Logo ist nicht mehr eckig, sondern rund, plötzlich gelb
statt grün“, frotzelt er. Nein, es ginge um etwas ganz
19
anderes. „Für mich ist eine Marke ein Bündel an positiven
Gefühlen und Assoziationen.“ Ein Konzertbesuch
bei den Philharmonikern müsse ein Erlebnis sein. Von
dem Moment an, wo die Zuhörerinnen und Zuhörer
ihr Haus verlassen, bis hin zu dem Moment, in dem
sie wieder nach Hause kommen. „Da muss alles stimmen,
das Programm, das Orchester, die Gastronomie,
die Gespräche“, nennt unser Gegenüber Beispiele.
Intendant zum Anfassen
Er selbst will so häufig wie möglich präsent sein. „Ich
bin ein Intendant zum Anfassen. Ich werde in den
Pausen mit dem Publikum sprechen, Fragen beantworten,
Anregungen aufnehmen.“ Marke, das bedeutet
für ihn, mal zugespitzt formuliert: „Egal, was
die Philharmoniker machen, es ist immer gut.“ Damit
kommt Guido Gärtner zur Quintessenz: „Eine Marke ist
ein stets funktionierendes Versprechen.“ In der Stadtgesellschaft,
die an der Weser „bunt, liberal, offen
aber zugleich mit sozialer Ambivalenz versehen ist,
kann ein Orchester verbindend wirken.“ Die drei Spielstätten
Glocke, Theater und Tabakquartier sieht der
in Münster Aufgewachsene als interessantes Spannungsdreieck
für diese Aufgabe. Den Platz ganz oben
hat für ihn die ehemalige Brinkmannsche Zigarettenfabrik,
die Lord Extra und Peer Export erfolgreich auf
den Markt geworfen hat. „Wir haben hier eine neue
Heimat gefunden, es ist unser Zuhause“, sagt Guido
Gärtner über den Konzertsaal, der Studioqualität hat.
Was ihn daran so fasziniert, ist die Unmittelbarkeit.
„In der ersten Reihe sitzen die Gäste fast direkt vor
dem Orchester. „Da übertragen sich Spannung und
Energie.“ Den Raum zwischen Zuhörern und Spielern
nennt er „Reaktionsraum“. Da kann möglicherweise
etwas ganz Neues entstehen, mehr Intimität, eine Art
Miteinander zwischen Künstlern und Rezipienten.
„Meine Playlist“ mit Promis
Zwar verrät der agile junge Mann noch nicht, was er
2025 beginnen will, aber eine kleine „Duftmarke“ hat
er schon gesetzt. „Ich konnte im Jubiläumsprogramm,
das quasi schon fertig war, noch eine Idee unterbringen.“
Meine Playlist heißt die Plauderei mit jeweils einer
Bremer Persönlichkeit, die am 28. September dieses
Jahres startet, und dann später in Serie gehen soll.
Die Idee ist äußerst reizvoll. Der Gast wählt fünf seiner
absoluten Lieblingsmelodien, die eng mit der Biografie
verbunden sind, Klassik, Pop, egal. Die Philharmoniker
spielen sie dann jeweils mit großem Orchesterfuror.
Moderiert wird der Plausch von dem einzigartigen Axel
Brüggemann, Musikjournalist und Publizist, geboren
in Bremen, eloquent und charmant. Na, das kann was
werden. Tipp: Rechtzeitig Karten sichern! Dazu Guido
Gärtner: „370 Plätze sind schnell besetzt.“
Gute Vorraussetzung für Guido Gärtner, Foto: Konstantin Zigmann
20
Zielgruppe im Blick
Zurück zur „Marke“ Bremer Philharmoniker. Dazu gehört
die Berücksichtigung der Zielgruppe. „Wir haben,
zugeschnitten auf die Spielorte, eine Segmentierung
des Publikums“, sagt der Intendant und findet das
gerade gut. „Ins Tabakquartier kommen andere Besucher
als in die Glocke oder ins Theater. Wir dürfen nie
vergessen, dass wir auch das Orchester des Theaters
sind.“ Die Philharmoniker hätten viele verschiedene
Anspruchsgruppen. Sie seien „ein Paradebeispiel für
Multi Stakeholder“. Wow, da glitzert das Zürcher Spezialwissen
durch. Die Sache selbst ist jedoch plausibel:
Viele verschiedene Interessenten eint die Freude am
Konzertieren der Bremer Philharmoniker, egal in welcher
Spielstätte sie auftreten.
Publikum ist nicht zu alt
Stichwort Publikum. Da möchte unser Gesprächspartner
doch noch einmal verweilen. „Ich will eine Lanze
brechen für die sogenannten Alten“, betont Guido
Gärtner. „Konzertbesucher waren immer alt.“ Zur klassischen
Musik fände man oftmals Zugang durch Lebenserfahrung.
„Man hat Zeit, ein bisschen mehr Geld
und Muße.“ Junge Familien würden ihr Geld anders
ausgeben. Sie hätten viel zu organisieren in Bezug auf
Haushalt und Kinderbetreuung. Kurzum, die Unkenrufe
über zu altes Publikum akzeptiert er nicht.
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Gute Laune bei den Bremer Philharmonikern, Foto: Caspar Sessler
21
Halle 1 bei Nacht, Foto: Rudolf Lörinc
Spagat zwischen Weser und Isar
Einen räumlichen Spagat wird der
neue Intendant in den nächsten
Jahren wohl bewältigen müssen. Die
Familie an der Isar, er an der Weser.
Sofort ist ein Handy zur Hand, und
er blendet seine Kinder, vier und
sechs Jahre alt, Junge und Mädchen,
ein. „Die Große läuft mit einem
Werder Trikot in München rum“,
feixt er. Seine Werder-Liebe ist hinlänglich
bekannt und bereits durch
die Medien gegangen. Die echten
Philharmoniker-Fans bezeichnet er
im Fußballjargon als „unsere Ultras“.
Guido Gärtners Frau, die in England
geborene Alexandra Scott, ist an der
Münchner Hochschule für Musik und
Theater Professorin für Kontrabass.
Somit sind zahlreiche Zugfahrten
programmiert. Die verlockende Aufgabe
bleibt für ihn, „die Philharmoniker
zum Strahlen zu bringen“ und
unterstützend dafür zu sorgen, „dass
sich immer mehr Bremerinnen und
Bremer mit diesem ausgezeichneten
Orchester identifizieren.“ Wir wünschen
Guido Gärtner viel Erfolg!
Zur Person
Guido Gärtner ist in Berlin geboren und in Münster aufgewachsen. Er sang gerne und erlernte das
Geigenspiel. Guido Gärtner studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin Violine bei
Stephan Picard und Kammermusik bei Eberhard Feltz. Als Stipendiat der Deutsch-Amerikanischen
Fulbright-Kommission und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) absolvierte er
nach dem Diplom ein zweijähriges Zusatzstudium an der Indiana University (USA) bei Mauricio Fuks.
Seit 2008 war er Mitglied im Bayerischen Staatsorchester.
2012 wurde er zudem zum Geschäftsführer der Bayerisches Staatsorchester Konzert GmbH bestellt.
Im Rahmen eines weiterbildenden Studiums im Kulturmanagement schloss er 2016 den Executive
Master in Arts Administration der Universität Zürich ab. Seit 2020 leitete er das hauseigene Label der
Staatsoper in München, Bayerische Staatsoper Recordings. Am 1. März dieses Jahres wurde er zum
Intendanten der Bremer Philharmoniker ernannt. Guido Gärtner ist mit Alexandra Scott, Professorin für
Kontrabass, verheiratet und hat zwei Kinder, vier und sechs Jahre alt.
22
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23
VERÄNDERUNG
Text: Susanne Lolk
Neues aus dem
Der großzügige Restaurantbereich im „Greens“
Golf-Club Oberneuland
Sportliche Herausforderungen, ein lebendiges
Clubleben und nur 15 Minuten vom Stadtzentrum
entfernt, so stellt sich der Golf-Club Oberneuland
mit der drittgrößten Parkanlage Bremens auf einem
18-Loch-Platz selbst im Internet vor. Das stimmt
natürlich, und seit Januar ist noch ein Highlight dazugekommen.
werden verwendet. Fisch, Fleisch, vegetarisch, vegan,
jeder Gast findet für sich das lukullisch Passende.
Das Clubhaus Restaurant ist auch ein schöner Ort
für Feiern oder Events, auch dafür müssen Sie nicht
Mitglied im GCO sein. Firmen- und Geburtstagsfeiern
sind drinnen wie draußen möglich. Spargeltouren und
Schöner Ausblick: Bar und Restaurant „Greens“ direkt am Green
Köstlich essen im „Greens“
Das Greens, ein Restaurant nicht nur für Golfer
Die neuen Gastronomen im Clubhaus Restaurant
sind Nicole und Herwig Renkwitz. Im schönen und
modernen Ambiente des Greens mit dem herrlichen
Blick ins Grüne bietet das Ehepaar eine qualitativ sehr
hochwertige Küche an. Nur frische, regionale Zutaten
Kohltouren sind willkommen, bietet sich doch ein Spaziergang
gerade in Oberneuland an.
Bei Nichtgolfern hat sich dies schon herumgesprochen
und eine Reservierung ist empfehlenswert. Gerade
jetzt lädt die Terrasse, direkt am Putting Green,
24
zum Speisen und entspannt Verweilen ein. Am besten
schauen Sie bald mal rein, ins Greens am Heinrich-
Baden-Weg 23. Das Team der Familie Renkwitz freut
sich auf Ihren Besuch!
Ein Genuss ist nicht nur das Essen im
Greens, auch das Golfspielen selbst ist es.
Spielt man doch über das ganze Jahr
hinweg mit dem Blick auf die Schönheit
des im Stile eines Landschaftsparks
angelegten Geländes. Seit der Erweiterung
auf 18 Loch vor 25 Jahren ist
es tatsächlich auch die drittgrößte
Grünanlage der Stadt. Aber nicht nur
das, sondern der Golfplatz ist auch eine
der einzigartigsten Parkanlagen in
Europa. Das Arboretum ist der ganze
Stolz des GCO. Die Bedeutung des
Begriffs „Arboretum“ leitet sich vom
lateinischen „arbor“ für „Baum“ ab und
bezeichnet eine Sammlung unterschiedlichster, oft
exotischer Gehölze.
„Bärchi“
das GCO-Maskottchen
auf Bahn 10
Der größte Teil dieses Arboretums liegt auf dem Gelände
des Golfparks Oberneuland. Gegenüber dem
Verpächter Justin Iken und seiner Familie hat sich
der Golf-Club Oberneuland e.V. zur weiteren Anlage
und Pflege verpflichtet. Zusätzlich zu dem Altbestand
von ca. 1000 Gehölzen, die zumeist über 100 Jahre
alt sind, pflanzte der Golf-Club noch 800 exotische
Bäume und ca. 2000 Sträucher nach den Pflanzlisten
von Justin Iken. Dieser wählte von jeder Art nur
ein Exemplar für das Arboretum aus und bestimmte
auch die Pflanzorte. Sie können am 20. Oktober 2024
einen geführten Rundgang mitgehen, um die
aus verschiedenen Kontinenten stammenden
Arboreten genauer zu bestaunen
und kennenzulernen.
Das Greens mit den neuen Betreibern
ist nicht das einzig Neue im Golf-Club
Oberneuland. Seit Mai hat er auch
einen neuen Präsidenten und einen
neuen Manager. Der 73- jährigen Rainer
Kriwald ist nun gemeinsam mit dem
30-jährigen Manager Jan Gulich die neue
Führungsspitze des Vereins. Der studierte
Sportmanager und gebürtige Wolfsburger
Jan Gulich hat selbst früh angefangen Golf
zu spielen, heute mit Handicap 0,1 hat er
seine Leidenschaft zum Beruf machen können. Er
ist von der Mitgliedschaft im Golfclub herzlich aufgenommen
worden und freut sich, an der weiteren
Natur entdecken während des Golfspiels, Schilder führen durch das
Iken-Aboretum, die Bäume sind ebenfalls mit Namen ausgezeichnet
Ideengeber und Begründer des Oberneulander Arboretums
war Justin Iken, der zu seinen Lebzeiten eine
Vielzahl seltener Exemplare aus aller Welt sorgsam
ausgewählt und für die Sammlung zusammengestellt
hat. Er folgte damit einer schönen Tradition Bremer
Kaufleute, die früher von ihren Geschäftsreisen nach
Übersee exotische Pflanzen auf Segelschiffen nach
Oberneuland für ihre Privatparks mitbrachten und dort
zur Schau stellten.
Jan Gulich, neuer Manager des GCO, und Rainer Kriwald, der neue
Präsident
Entwicklung einer der größten Sportvereine Bremens
mitzuwirken. Oberneuland hat viele junge Familien,
die zukünftig das moderne Clubleben genießen
möchten, davon sind Jan Gulich und Rainer Kriwald
überzeugt. Alle weiteren Informationen finden Sie auf
der Homepage des Clubs, die auch bald mit neuem,
modernen Design online stehen wird.
Greens Clubhaus Restaurant
Heinrich-Baden-Weg 23
T 0421 24 36 66 11
info@greensbremen.de
Golf Club Oberneuland
Heinrich-Baden-Weg 23
T 0421 20 52 91 99
gc-oberneuland.de
25
Club zur Vahr
Der Familienclub
SPORT
Der Golfplatz in der Garlstedter Heide zählt deutschlandweit zu
einem der schönsten und anspruchsvollsten 18-Loch-Plätze.
Wenn man den Namen „Club zur Vahr“ hört, so
denkt man nicht zwangsläufig nur an Golf, sondern
auch an Hockey. In Deutschland gehört
der Club zu einem der ältesten und bekanntesten.
Aber in der hiesigen Golfszene nimmt der
Club zur Vahr tatsächlich ein stückweit eine
Sonder-stellung ein. Er betreibt nämlich gleich
zwei Golfanlagen – in Bremen-Vahr und in Garlstedt.
Beide haben ihren ganz speziellen Reiz.
Neben Golf, Hockey und Tennis hat der Club zur
Vahr in den letzten Jahren sein Angebot sukzessive
erweitert und bietet heute für Familien und Sportler
jeden Alters ein großflächiges Areal mit einem clubeigenen
Schwimmbad (Öffnungszeiten von Mai bis
Oktober), einem Fitnessstudio und sogar einem neu
gebauten Padel-Court. Hier in der Bürgermeister-
Spitta-Allee trifft man sich gerne nach der Schule oder
auch schon vor der Arbeit, um gemeinsam Sport zu
treiben, gesellig beisammenzusitzen oder einfach nur
zum Essen oder Chillen. Für die kleinsten Clubmit-
Der FitnessClub zur Vahr mit Gerätefläche und Kursraum feierte 2020 Eröffnung.
glieder lädt ein schön angelegter Kinderspielplatz zum
Toben und Spielen ein.
Die Historie des Club zur Vahr, der sich als traditioneller
Country-Club nach britischem Vorbild versteht, ist
mittlerweile fast 120 Jahre alt und weit über die Stadtgrenzen
Bremens hinaus bekannt. Gegründet wurde
er 1905 als Polo-, Golf-, Hockey-, und Tennis-Club.
Hinzu kamen weitere, teils exotische Sportarten wie
Tontaubenschießen, Leichtathletik, sowie kurzzeitig
26
auch Rugby und Cricket (nach der Besatzung durch
die Amerikaner). Bereits im Gründungsjahr wurde
ein 6-Loch-Kurs eröffnet und später um drei weitere
Greens auf eine stattliche Länge von knapp sechs
Kilometern erweitert. Heute gilt gerade der 9-Loch-
Platz als eine grüne Oase im Herzen Bremens mit
seinem alten Baumbestand, seinen perfekt gepflegten
Bahnen, etlichen Bunkern und dem naturbelassenen
Fleet. Einfach ist der Platz nicht zu spielen, sondern
präzises Spiel und lange Schlagdistanzen sind hier
das A und O für gute Ergebnisnotierungen auf der
Scorecard.
Reinthalerstraße 17A . D-28213 Bremen
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der Heidelberger Ballschule (einem ganzheitlichen
Athletiktraining), der Abnahme von Schwimmabzeichen
bis zur gezielten Kinder- und Jugendförderung
in den Abteilungen Golf, Hockey und Tennis, die die
Kinder bis ins erwachsene Alter begleitet. Der Club zur
Vahr versteht sich als Club für die ganze Familie. Und
das sieht und fühlt man, wenn man sich auf der Anlage
aufhält.
Tenniskindergarten, Bambini Akademie, Punktspielbetrieb –
Kinder finden im Club beste Trainingsvoraussetzungen.
Im Gegensatz zum kleinen Bruder in der
Hansestadt ist der Platz in der Garlstedter
Heide alles andere als ebenerdig. Seine
Bahnen sind perfekt in die hügelige
Landschaft eingepasst und dabei in weiten
Teilen von Nadelwald flankiert. Häufig
steht der Spieler vor der Entscheidung,
entweder den risikoreicheren oder
den längeren Weg zu spielen. Bunker,
Wasserhindernisse und Baumbewuchs erschweren
ihm das Leben außerdem nachhaltig. Wer weite und
vor allem gerade Abschläge beherrscht, ist hier eindeutig
im Vorteil. Golf-Schnupperkurse und Platzreifekurse
für Neulinge werden auch für Gäste angeboten.
Nähere Informationen erhalten Interessenten über die
Homepage.
Um wieder einen Schwenk zurück vom Golfplatz zu
den Mitgliedern zu machen: Gerade die Nachwuchsförderung
wird im Club zur Vahr großgeschrieben. Ein
besonders vielfältiges Sportangebot für Kinder schon
ab 18 Monaten soll die Motorik, Beweglichkeit und
das Ballgefühl von klein auf fördern. Angefangen von
Bram Lomans, ehem. Natrionalspieler und Olympiagewinner der
Niederlande, trainiert als Gasttrainer die Hokeyjugend des CZV
Das Thema Leistungssport kommt bei all den Breitensport-Angeboten
nicht zu kurz. Im Golfbereich wird
2024 im Damen-, sowie Herrenteam der Aufstieg in
die 2. Bundesliga angepeilt. Die 1. Tennis-Damen und
die Herrenmannschaft spielen derzeit erfolgreich in
der Nordliga mit dem mittelfristigen Ziel wieder in der
Regionalliga mitzumischen. Und auch Im Hockeybereich
ist der Club zur Vahr immer ein ernst zu nehmender
Gegner mit viel Potenzial aus den unteren
Jahrgängen.
Club zur Vahr e.V.
Bürgermeister-Spitta-Allee 34, 28329 Bremen
T 0421 204480 I club-zur-vahr.de
27
ARCHITEKTUR
Ausgebremst
von Guenther G. Rodewald
Man kann nur spekulieren, welch weiteren zukunftsweisenden
Fortschritt die Bauten des Bremer Architekten Ernst Becker genommen
hätten, als er im recht jungen Alter von gerade mal 32
Jahren und in voller beruflicher Aktivität durch die Machtergreifung
der Nationalsozialisten vom 30. Januar 1933 in seiner Entwicklung
ausgebremst wurde.
Ernst Becker-Sassenhof (1900-1968)
Foto: Heiko Becker-Sassenhof
28
Das Stadttheater Vegesack · Postkarte, Foto: Heimatmuseum Schloss Schönebeck
Bereits in der Mitte der 20er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts war Ernst Becker (1900-1968) in
Vegesack mit seinen Entwürfen und seinem Verständnis
neuzeitlicher Stadtplanung aufgefallen.
Damals war Vegesack noch eine autonome Stadt
im preußisch-hannoverschen Landkreis Osterholz,
die dann aber am 1. Dezember 1939 zusammen mit
den bis dahin ebenfalls selbstständigen preußischen
Gemeinden Grohn, Schönebeck, Aumund, Hammersbeck,
Fähr und Lobbendorf in die Stadt Bremen eingemeindet
wurden.
Das Heimatmuseum Schloss Schönebeck widmet
seit dem 1. Mai bis zum 1. September neben Daten
und Dokumente seiner Biographie dem in Essen geborenen
Architekten eine Ausstellung mit dem Titel
Bauhaus-Architektur in Vegesack · Ernst Becker
Sassenhof, die sich vor allem mit dessen in Bremen-
Nord entstandenen, zum Teil noch bestehenden Bauten
auseinandersetzt.
Becker, der seinen Familiennamen 1947 in Becker-
Sassenhof änderte, um nicht mit einem seinerzeit in
Bremen lebenden Namensvetter verwechselt zu werden,
studierte Architektur und Hochbau an den Technischen
Hochschulen in München und Hannover, wo
er 1923 sein Staatsexamen ablegte. Danach arbeitete
er in der Bauabteilung der Kohlenbergwerke Minden
GmbH. Nach der Heirat 1924 mit der Vegesackerin
Elfriede Juhl ließ er sich im gleichen Jahr in deren
Heimatstadt als selbständiger Architekt nieder.
Sein erster Auftrag wurde dort gleich die Umgestaltung
der Tonhalle Vegesack ins Stadttheater in der
Familie Tielitz
und Mitarbeiter
in 5. Generation
Laura und Henrick Tielitz
Friedhofstraße 19
28213 Bremen
www.tielitz.de
Tag & Nacht
0421 - 20 22 30
29
Vegesacker Strand mit Strandstraße (links: Wohnhaus Becker; rechts: Ruderhaus), Postkarte, Quelle: Peter Strotmann
Gerhard-Rohlfs-Straße 67, das seitdem ebenfalls als
Kinosaal diente. Vorher, seit 1911, war das Gebäude
eine vielbesuchte Gaststätte, 1961 wurde das Theater
abgerissen und beherbergt heute ein Billigkaufhaus
der Woolworth-Kette.
Sein Schwiegervater, Kapitän Otto Theodor Wilhelm
Juhl, lebte mit seiner Familie in der Weserstraße, eine
von Kapitänen
und Reedern bevorzugte
Wohnstraße
Vegesacks,
deren westliche
Bebauung auf
dem hoch an der
Weser gelegenen
Geestrücken
die attraktivere
Seite bildete. Deren
Grundstücke
reichten sämtlich
die Steilküste
hinunter bis ans
Flussufer. An dieser
privilegierten
Seite der Straße lebten in der Nummer 90 die Juhls,
und so errichtete Becker auf dem unteren Teil des
Terrains für sich und seine Frau im Jahre 1926 sein
privates Wohnhaus im Würfelstil, außen wie im Innenausbau
bereits in eindeutiger Referenz zum Dessauer
Bauhaus-Stil.
Bis dahin gab es unten an der Weser noch keine befestigte
Straße, die
wurde aber nun
geschaffen, hieß
dann Strandstraße
und die Nummer
2 wurde der
Beckersche Bau.
Damals schützte
diese Promenade
noch keine
Spundwand wie
heute, sondern ein
Sandstrand war
das Ufer, das auch
viel und gerne als
Strandbad genutzt
wurde. Dort unten
Das Beckersche Wohnhaus in der Strandstraße, Foto: Heimatmuseum Schloss Schönebeck
30
gab es auch die Strandlust mit ihrem Sommergarten.
Ebenso betrieb das Hotel Bellevue in der Weserstraße
82 unten an der Weser eine gern und viel besuchte
Außengastronomie mit Blick auf die Weser, sogar eine
eigene Anlegestelle für Ausflugsdampfer hatten sie.
Aber infolge der ungeschützten Lage waren die Gebäude
dort unten den bei starkem Nordweststurm
regelmäßig aufs Festland steigenden Sturmfluten
ausgesetzt. So stand auch im Erdgeschoss von Beckers
Haus in solchen Momenten das Weserwasser,
so dass sich die Familie ebenso oft in die erste Etage
zurückziehen musste. Leider wurde auch dieses
Gebäude irgendwann abgerissen – ich vermute Anfang
der 70er Jahre, im Zuge der Umgestaltung der
Weserpromenade, auf jeden Fall, bevor Bremens
Denkmalpfleger seine schützenden Hände auf dieses
erhaltenswerte architektonische Kleinod legen konnte.
Am Ende wohnte der Direktor der Gerhard-Rohlfs-
Schule in dem Haus.
Gleich im Jahr darauf, 1927, bekam Becker den Auftrag,
neben seinem eigenen Haus ein neues Klubhaus
für den im Jahre 1900 gegründeten Vegesacker
Ruderverein (VRV) zu planen und errichten zu lassen.
Mit noch klarerer Hand hinterließ Becker bei diesem
Projekt seine Handschrift: hier prägt das Bauhaus so
deutlich Beckers Stil, dass man es noch heute als einen
der Klassiker jener innovativen Epoche der Neuen
Sachlichkeit zitieren könnte, ja, wenn es sich heute
nicht in einem so bedauerlichen Zustand befände.
Obwohl es seit 1994 theoretisch unter dem Schutz
des Bremer Landesamtes für Denkmalpflege steht,
modert und gammelt es vor sich hin, wird hin- und
hergeschoben zwischen den senatorischen Behörden
und den Interessen und Ambitionen verschiedener
Bürgervereine, alle mit auffällig hohem Altersdurchschnitten
ihrer Mitglieder. Und vor allem, ohne sich
einigen zu können, welchen Zweck das Bauwerk
erfüllen könnte. Ach, was könnte man sich an dem
reizvollen Ort unter einem so originellen Dach alles
einfallen lassen…
Gerade vor diesem speziellen Hintergrund kann die
Ausstellung im Schönebecker Schloss unter Umständen
dieses kostbare Juwel der modernen Architektur
des 20. Jahrhunderts ein erneutes Mal in das öffentliche
Bewusstsein der Stadt und Vegesacker Bürger,
vor allem auch des Senats, rücken.
Am Beispiel des Ruderhauses wundert man sich heute,
welch kurze Dauer damals zwischen Auftrag und
Fertigstellung nötig war, um ein solches Bauwerk zu
vollenden. So schrieb die Norddeutsche Volkszeitung
31
Das Bootshaus des Vegesacker Rudervereins (erbaut 1927), Foto: Privat
seit 1888
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am 28. August 1927: „Etwa 4 Monate Bauzeit, 4 Monate tatkräftigen
Handanlegens, und nun ist es fertig, kann bezogen und morgen offiziell
eingeweiht werden. Bis zur letzten Stunde sind Mitglieder des Vereins dabei
gewesen, haben geschleppt, zugerichtet, geschrubbert und in uneigennütziger
Weise ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt. Nun können sie mit
Stolz auf ihren Besitz schauen. Ein stolzer Bau ist es auch, errichtet nach
den neuesten Erfahrungen für den Sport und für die Geselligkeit zugleich.“
Beckers Schaffen kannte keine Pause, und man wurde auch außerhalb
Vegesacks und Bremens auf ihn aufmerksam. 1929 soll es sogar eine Anfrage
des Architekten und Bauhaus-Begründers Walter Gropius (1883-
1968) gegeben haben, der Becker in seinem Büro beschäftigen wollte. Es
heißt, Becker habe dieses Angebot ausgeschlagen, weil er unabhängig
bleiben wollte.
Förderlich für Beckers Freiheiten, über die der Architekt in den zwanziger
Jahren und frühen 30er Jahren in seinem Heimatort verfügte, begründet
sich in der engen Freundschaft mit Werner Wittgenstein (1882-1965),
seit 1915 Stadtdirektor bzw. Bürgermeister Vegesacks, gleichzeitig Baudezernent
der Stadt, bis er im Juni 1933 von der NSDAP-Kreisleitung
aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in
den vorzeitigen Ruhestand versetzt wurde. Bereits im März hatte man ihn
beurlaubt, weil er im Februar 1919 mit dem Arbeiterrat der Bremer Rätepublik
kooperiert hatte. Er zog anschließend nach Berlin-Wannsee und überstand
die Zeit des Nationalsozialismus in seinem Beruf als Rechtsanwalt.
32
Becker und Wittgenstein waren beide Mitglieder
der Vereinigung Castellum Visurgis von Bremen-
Vegesack, dem Männerbund Schlaraffia zuzurechnen.
Durch diese Beziehung konnte Becker mit weitreichenden
Verantwortlichkeiten und Kompetenzen
ausgestattet im Bild und der Struktur der Stadt seine
Spuren hinterlassen. Manche seiner Bauten fallen
heute noch auf, wenn auch an den meisten von ihnen
sichtbare bis schmerzhafte Veränderungen vorgenommen
wurden.
Wie schon erwähnt, bezieht sich die Ausstellung im
Schönebecker Schloss nahezu unilateral auf das Wirken
Beckers in Vegesack, einhergehend mit der Ausrichtung
des Museums auf die lokale Geschichte der
Bremen-Norder Stadtteile und -bezirke. Auf 20 Stelltafeln
hat der Ausstellungskurator, der 1. Vorsitzende
des Heimatvereins Schloss Schnebeck Klaus Gawelczyk,
Beckers Geschichte und die wichtigsten seiner
Bauten in Bremen-Nord zusammengestellt. Da erfährt
man viel über solche Bauten, die auch heute noch zu
entdecken sind, wenn auch manche davon leicht bis
stark verändert wurden. Andere gibt es gar nicht mehr.
Heimatmuseum Schloss Schönebeck, Foto: Heimatmuseum
Sagerstrasse 26 heute (denkmalgeschützt), Foto: Privat
Becker war in den 20er und 30er Jahren sehr aktiv,
wenn er auch sehr bald stilistisch von dem zweifelhaften
Ästhetikverständnis des Nationalsozialismus
und dessen Ablehnung und Verfolgung innovativer
oder gar avantgardistischer Tendenzen in der Kunst
und damit natürlich ebenso in der Architektur eingeschränkt
wurde. Hinzu kam entscheidend in lokaler
Beziehung, dass sich durch die veränderten politischen
Verhältnisse auch die Administration Vegesacks
drastisch veränderte. Seit März regierte im dortigen
Rathaus der SA-Sturmführer Lothar Westphal, der
dann sogar den verführerischen Titel eines Staatsrats
tragen durfte.
Nur zwei öffentliche Projekte wurden dort in dieser
Zeit realisiert, ein Umbau des Rathauses Vegesack
in 1938/39 und der Um- und Erweiterungsbau der
Ausstellung im Heimatmuseum
Schloss Schönbeck
Anfahrt mit dem PKW
• A 270, Abfahrt 6
Grohn / St. Magnus / Schönebeck
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
• NordWestBahn S1, Haltestelle „Schönebeck“
• BSAG Buslinien 90, 91, 92, bis „Bahnhof Schönebeck“
Fußweg jeweils ca. 1 km
Öffnungszeiten
• Di, Mi, Sa 15-17 Uhr, So 10.30-17 Uhr
museum-schloss-schoenebeck.de
Die Umgebung des Schlosses lädt zu Spaziergängen
im Auetal ein: komoot.com/de-de/smarttour/2841078
33
Sparkasse in Bremen-Vegesack (1964-1965). Der
letzte Auftrag, den er bearbeitete, war die Filiale der
Sparkasse in Bremen-Lesum. Ernst Becker-Sassenhof
starb am 26.11.1968.
Haus Grohne, Friedrich-Mißler-Straße 35
Foto: Heimatmuseum Schloss Schönebeck
Gerhard-Rohlfs-Schule, der in der Bremer Zeitung,
von 1933 bis 1945 das Bremer Organ der NSDAP
und ebenso das offizielle Amtsblatts des Senats, groß
gefeiert wurde. „Tatsächlich war Beckers Wirken
während des Zweiten Weltkriegs auch politisch. Seine
Entwurfsarbeit wurde von den Machthabern als
derart wichtig erachtet, dass er als 40jähriger gesunder
Mann bis zuletzt nicht an die Front musste.“ So
schreibt Janina Schulte in einem Beitrag mit dem Titel
Ernst Becker im besetzten Polen in einer Biographie
über Ernst Becker (s.u.). Im Winter 1939/40 war er
nach Posen (heute: Poznan) beordert worden, wo er
aber als freier Architekt tätig war.
Mit der Schönebecker Ausstellung ist längst nicht das
gesamte Schaffen Beckers dargestellt, denn über seine
Spuren in Bremen-Nord hinaus hat Becker auch
viele Bauten in anderen Stadtteilen Bremens, manche
davon auch in Schwachhausen geschaffen. Eines
steht beispielsweise nach wie vor, glücklicherweise
denkmalgeschützt. Es ist ein auffälliges Haus in der
Friedrich- Mißler-Straße 35 im besten Stil der Neuen
Sachlichkeit. Es wurde in den Jahren 1927 bis 1928
für Ernst Grohne errichtet, von 1924 bis 1953 Direktor
des Focke-Museums. Weitere Bauwerke entstanden in
Bremerhaven und in anderen Orten Norddeutschlands.
Viele von Beckers Projekten in Bildern, mit Daten ihrer
Entstehung und technischen Details und einigen Bauzeichnungen
sind in einer Monographie dokumentiert,
mit dem Titel Einfaches Bauen · Ernst Becker · Leben
und Werk eines Architekten, erschienen 1999 im Delmenhorster
Aschenbeck & Holstein Verlag, die leider
vergriffen ist. Vielleicht kann die Schönebecker Werkschau
dazu beitragen, eine neue, dann überarbeitete
und aktualisierte Ausgabe anzustoßen.
Beckers Sohn Heiko (1928 – 2015) konnte Ende 1944
bei Freunden in Thüringen untergebracht werden, seine
Frau Elfriede konnte Anfang 1945 fliehen, ebenso
Becker selbst ein paar Wochen später. Er erkrankte auf
der Flucht schwer an einer Lungenentzündung, konnte
aber am Ende wieder mit der ganzen Familie nach
Vegesack zurückkehren, wo diese zunächst im Hause
des Schwiegervaters Otto Juhl unterkam, der mittlerweile
verstorben war. Beckers eigenes Haus unten an
der Weser war vermietet, aber etwas später konnte
man dort wieder einziehen. 1953 starb Beckers Frau.
1956/57 baute er sich ein neues Haus, inzwischen
wieder neu mit Margit Busch verheiratet, in Bremen-
Lesum in der Spielleutestraße, das auch nach wie vor
existiert. Sein Büro hatte er seitdem in Bremens Innenstadt,
Am Wall 118.
Neben dem Bau von vielen Einfamilienhäusern plante
und vollzog Becker-Sassenhof mehrere größere Projekte
wie z.B. die Kirche in Bremen-Rönnebeck (1954-
1955), ein Büro- und Wohnhaus in Fäh- Lobbendorf
bei Bremen (1958-1959), das Hallenbad in Bremen-
Vegesack und einen Erweiterungsbau der Filiale der
Ernst Becker · Einfaches Bauen, Aschenbeck & Holstein,
Delmenhorst 1999 (Leider vergriffen)
Der Besuch der Ausstellung im Schloss Schönebeck
lohnt sich wirklich. Es wurde Zeit, dass man an das
Schaffen dieses für Bremen wichtigen Architekten
erinnert, dem ansonsten in unserer Stadt noch nicht
einmal eine Straße oder ein Platz gewidmet ist. Verdient
hätte er das mindestens.
34
„Ihre
Immobilie verkaufen
oder vermieten?
Wir machen das!“
„Wir sind mit
Bremen verbunden,
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Dr. med. Sina Ahlers. Sie haben die Idee entwickelt,
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Das Vorgespräch dafür findet ab sofort für Bremen in
der Schwachhauser Heerstraße 57 statt. Alles fängt
mit einem kostenlosen Beratungsgespräch an. Gerade
das Auge ist für viele ein sensibles Thema und mit
Ängsten verbunden. Dabei lassen sich Kurzsichtigkeit,
Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmungen mittlerweile
schnell, sicher und schmerzfrei korrigieren. Bei
dem Smile Pro- Laserverfahren beispielsweise können
Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien und Hornhautverkrümmung
bis 5 Dioptrien schon in zehn Sekunden
pro Auge behoben werden. Auch die Korrektur von
Altersweitsichtigkeit ist heute kein Thema mehr. Gleitsichtbrille
ade, dies hört sich doch gut an, oder?
Bei dem Laserverfahren Presbyond wird ein Auge
für die Nähe und das andere Auge mehr für die Ferne
optimiert. Durch ein individuelles Laserprofil wird
zusätzlich die Tiefenschärfe der Augen so angepasst,
dass es zu einer deutlichen Überschneidung beider
Bildeindrücke kommt. So können Patienten mit beiden
Augen besser in Nähe und Ferne sehen. Bestehende
Sehfehler werden mit ausgeglichen. Nach der Behandlung
können Patienten ihren Alltag ohne Leseoder
Gleitsichtbrille bestreiten.
Ab Mitte 50 wird eher ein Linsentausch empfohlen,
da dann schon häufig die natürliche Linsentrübung
einsetzt oder sich die Werte des Auges weiter verschlechtern.
Diese Behandlung wird auch bei Patienten
mit Grauem Star durchgeführt, sie ist gut erprobt
und sicher. Bei diesem Verfahren werden die natürlichen
Linsen durch Kunstlinsen ersetzt. Dabei setzt
Smarteye auf höchste Präzision und Sicherheit durch
weltweit führende Lasertechnologie zum sicheren
Einsetzen der Linsen und Qualitätsprodukte von Premiumanbietern.
36
Smarteye hat es sich zur Aufgabe gemacht, die beste
und minimalinvasivste Methode für jeden Patienten
zu finden, um für jeden Einzelnen stets das individuell
bestmögliche Sehen zu erreichen – häufig sogar
noch besser als vorab mit Brille oder Kontaktlinsen.
Grundgedanke war es, mit Smarteye einen inhabergeführten
Qualitätsanbieter zu schaffen, um herstellerunabhängig
arbeiten zu können. Deshalb wird in die
weltweit besten Lasergeräte und Linsen unterschiedlicher
Hersteller investiert. Der 46-jährige Gründer,
Privatdozent Dr. med. Christian Ahlers, Facharzt für
Augenheilkunde und Augenchirurg, ist selbst gelasert
und möchte seinen Patienten ebenso ein komfortables
Sehen in allen Distanzen ermöglichen.
Das smarteye-Team freut sich auf Ihren Besuch, Foto: K. Zigmann
Smarteye ist als refraktives Tochterunternehmen aus
dem Ärzteverbund „Die Augenpartner“ entstanden,
der seit über 30 Jahren Augenmedizin in Niedersachsen
betreibt. Seit 2020 bietet Smarteye bereits Laserund
Linsenbehandlungen in Walsrode und Verden an,
mit Bremen kommt nun ein weiterer Standort hinzu.
Lassen Sie sich in den neuen Räumlichkeiten in der
Schwachhauser Heerstraße 57 ganz in Ruhe beraten.
Termine können individuell vereinbart werden.
Telefonisch unter 04231 97 06 007.
Weitere Infos finden Sie auf smarteye.de
Die Smarteye Methoden im Überblick
WOW!
Endlich brillenfrei
Augenlasern in 10 Sekunden
Jetzt auch in Bremen Schwachhausen!
Smarteye
Augenärzte Augenlaserzentrum
Schwachhauser Heerstraße 57
www.smarteye.de
37
UMBAU
Harald Knigge hinter seinem neuen Tresen
Der neu gestaltete Eingangsbereich
der Konditorei in der Sögestraße,
Tradition und Moderne
Offen, freundlich und einladend, bietet die Familie Knigge seit
über 130 Jahren Köstliches aus der Kuchen- und Kaffeewelt an.
Text: Susanne Lolk, Fotos: Konstantin Zigmann
Wir Bremerinnen und Bremer
sitzen viel zu wenig in unseren eigenen
Kaffeehäusern, oder doch nicht? Wann saßen
Sie zuletzt im Café Knigge an der Sögestraße? Haben
Sie schon die Umbauten entdeckt?
Im Juni, während des laufenden Betriebes, wurde im
Eingangs- und Verkaufsbereich ein neuer Fußboden
mit Frischgrätmuster gelegt. Damit begann die neue
räumliche Aufteilung im Eingangsbereich. Die Verkaufsfläche
links, Stollen und Kekse und vieles mehr,
ist auf der selben Seite weiter nach hinten gewandert
und erstrahlt dort mit neuer Beleuchtung. Die nun frei
gewordene Fläche ist mit Tischen und weich gepolsterten
Stühlen aufgefüllt worden, mit warmen blauen
Samtbezügen. Hier finden jetzt über 25 Gäste eine
bequeme Sitzfläche und haben dabei den freien Blick
auf die Sögestraße und den großen, jetzt stylischen
Kuchentresen. Bei schönem Wetter kann auch die
Glaswand verschoben werden, man sitzt gefühlt draußen.
Der blaue Stoff der Stühle ist an den Wänden
wiederzufinden und rundet die neue Kombination ab.
Mit der großen Auswahl an verschiedenen, handwerklich
perfekten Kuchen ist und bleibt Knigge eines
der besten Cafés in der Stadt. Dies gilt natürlich auch
für das Café am Gräfin Emma Platz in Schwachhausen.
Viel Freude beim Entdecken des „neuen“ Cafés
Knigge und beim Blick auf die Fußgängerzone in der
Sögestraße.
Konditorei Knigge knigge-shop.de
Sögestraße 42/44 I T 0421 1 30 60
Gevekothstr. 14 I T 0421 21 64 18
Der umgestaltete Pralinenbereich
Leckerer Kuchen, jetzt dreistöckig präsentiert
38
Bremen leuchtet -
im Glanz der Weihnacht
Text: Susanne Lolk
VORFREUDE
Wenn man sich wie Herr Nils Huschke sehr wohl in
einer Stadt fühlt, sogar Lokalpatriot ist, dann möchte
man seine Stadt am liebsten verschenken.
Wie kann man das?
Auf vielen Weihnachtsmärkten werden die sorgfältig
im Erzgebirge hergestellten, weihnachtlichen Motive
angeboten. Ein Stadtmotiv hat er in Lübeck entdeckt.
Warum nicht auch für Bremen? Natürlich kann man
Bremen so nicht fotorealistisch darstellen, der Kompromiss
ist eher eine abstrahierende Darstellung, des
Wichtigsten, das Bremen wiederkennen lässt. So ist
die Ansicht der Stadt mit den Kirchtürmen von heute
und damals entstanden. Der Bezug zur Weser mit den
Häusern an der Schlachte sind dem vorgelagert.
Als Vorlagen diente der Panorama-Fries im Lesesaal
des Staatsarchivs, aber u.a. auch der Deckel einer Kaffeedose
der Firma Ibero, die heute nur noch wenige
kennen. Bei genauer Ansicht entdecken Liebhaber die
kleinen aber feinen Charakteristika unserer Stadt.
Dieser Lichterbogen ist in einer begrenzten Auflage
und auch nur in Bremen erhältlich, zudem muss er
vorbestellt werden, da er nach Auftragseingang in
einer spezialisierten Manufaktur im Erzgebirge hergestellt
wird. Ein wunderbares Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk.
Ein Exemplar können Sie bei D.F.
Rabe&Co. Am Wall 153 ansehen, um sich ein Bild des
großen (80cm breiten und 40cm hohen), beleuchteten
Lichterbogens zu machen.
Der Lichterbogen muss allerdings schon bis Ende September
bei D.F. Rabe&Co. persönlich bestellt werden,
wenn Sie ihn in der Adventszeit verschenken oder
aufstellen möchten. Bestellungen können Sie natürlich
auch per Mail oder telefonisch aufgeben. Ein Teil des
Kaufpreises von €235 geht an den Verein Anschari e.V.
D.F. Rabe & Co.
T 0421 32 50 79
Am Wall 153-156
rabe-am-wall.de
39
„Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen …“
Fotos: Konstantin Zigmann
MUSIK & LICHT
Nicht nur goldene Sterne, sondern auch hunderte von Fackeln tauchen
den Bremer Bürgerpark rund um den Hollersee am Parkhotel jedes Jahr
im Spätsommer in ein goldenes Lichtermeer und sorgen gemeinsam mit
stimmungsvoller Musik tausendfach für „Gänsehautmomente“.
Für viele Bremerinnen und Bremer stellt das Open
Air Konzert „Musik und Licht am Hollersee“ bereits
eine liebgewonnene Tradition dar. Mit Picknickdecken
und Campingstühlen strömen schon am Nachmittag
Zuschauer an den See, um die besten Plätze zu
ergattern. Die gesamte Belegschaft des Bürgerparks
hat in liebevoller Detailarbeit die Umgebung perfekt
vorbereitet, so dass jeder aus dem Publikum zufrieden
seinen Lieblingsplatz einnehmen kann.
Auch für das Jugendsinfonieorchester Bremen (JSO)
ist es immer wieder ein ganz besonderer Moment,
nach vielen Proben endlich die wunderbar beleuchtete
Bühne zu betreten und auf die zauberhafte Abendstimmung
des Hollersees zu schauen. Die Jugendlichen
legen alle diese Emotionen schon in die Anfangstakte
der Eröffnungsmusik, im vollen Bewusst-
sein des ganz besonderen Privilegs, dieses Konzert
mitgestalten zu dürfen. Denn jeder dieser Abende am
Hollersee trägt auch eine große Bedeutung im Leben
der Orchestermitglieder. Nicht wenige haben einmal
mit dem Erlernen eines Instruments begonnen, weil
sie als Kind diesem Konzert beigewohnt haben und
sich dadurch motiviert fühlten. Das große Ziel, hier
einmal mit auf der Bühne dabei zu sein, begleitet die
jungen Musikerinnen und Musiker dann oft über Jahre.
Wenn der Weg bis ins JSO geschafft ist, spannt
sich der Bogen der gesamten Orchestermitgliedschaft
um dieses Konzert.
Neben Klassikern wie dem Strauß’schen „Kaiserwalzer“
oder dem „Walzer Nr. 2“ aus der Jazz-Suite von
Schostakowitsch stellt besonders Händels „Feuerwerksmusik“
einen Höhepunkt des Abends dar. Denn
40
Schöne Momente am Hollersee: Picknick im Fackelschein bei klassischer
Musik am Hollersee genießen
Viele ehrenamtliche Helfer verkaufen den gesamten Abend Fackeln
diese Musik untermalt alljährlich ein vom Publikum mit
großer Spannung erwartetes wundervolles Barock-
Feuerwerk, das nicht nur den Himmel, sondern auch
das Publikum stets aufs Neue vollständig verzaubert.
Alle gemeinsam beenden den Abend traditionell mit
dem Singen und Spielen von „Der Mond ist aufgegangen“.
Das Verklingen der letzten Strophe ist ein
krönender Abschluss des Orchesterjahres.
Beeindruckendes Feuerwerk zur „Feuerwerksmusik“
Veranstaltet wird dieses größte Open-Air Klassik-
Konzert Bremens vom Bürgerparkverein Bremen in
Zusammenarbeit mit dem Jugendsinfonieorchester
Bremen-Mitte der Musikschule Bremen – und das seit
1989! Das Konzert wird unterstützt und ermöglicht
durch viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, das
Parkhotel, viele Sponsoren und durch den Fackelverkauf.
Der Verkauf vor Ort erzeugt nicht nur ein wunderschönes
Lichtermeer, sondern ist eine unverzichtbare
finanzielle Voraussetzung für das Stattfinden
dieses Konzerts.
Informationen und Programm: musikundlicht.org
Musik und Licht am Hollersee
Sonntag 08.09.2024, 20 Uhr
mit dem Jugendsinfonieorchester Bremen
der Musikschule Bremen
41
Musikfest Bremen, Marktplatz, Foto: fotoetage
Abschluss, der Bauarbeiten, die Bremer Philharmoniker in ihren neuen Räumlichkeiten im Tabak-Quartier, Foto: xxxx
Aug/Sep
2024
35. Musikfest Bremen
17. August bis 7. September 2024
42
Julia Lezhneva, Foto: Emil Matveev
Philippe Jaroussky, Foto: Marco Borggreve
Shelea, Foto: Patric Leo
Vorhang auf für das 35. Musikfest Bremen! Vollendete Darbietungen unterschiedlichster
Couleur stellen Meisterwerke wie Raritäten aus vielen Jahrhunderten neu zur Diskussion.
Vom 17. August bis zum 7. September stehen durch die Kraft der Musik unvergleichliche
Live- Konzerterlebnisse an, die inspirieren, vitalisieren, aufrütteln, stärken oder trösten. In
46 Konzerten entführen renommierte Stars wie herausragende junge Talente in fesselnde
Klangwelten zum Aufhorchen wie zum Träumen – in Bremen, Bremerhaven und ausgewählten
Spielstätten im Nordwesten.
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Einzelstücke und Restposten zu Sonderpreisen
43
Eröffnung in der Glocke, Foto: fotoetage
Erlebnisse voll verführerischer Klänge
Die Eröffnung „Eine große Nachtmusik“ rund um den
Marktplatz bündelt diese Vielfalt exemplarisch gleich
am ersten Abend. 18 Konzerte à 45 Minuten in neun
Spielstätten bieten verlockende Streifzüge durch verschiedene
Epochen, Gattungen und Kontinente. Als
Gäste eingeladen sind Le Cercle de l‘Harmonie, Yulianna
Avdeeva und Jérémie Rhorer, das Bach Collegium
Japan, Il Pomo d‘Oro, das Ensemble Irini, die Compagnia
di Punto, Ulrich Matthes & Olena Kushpler, Sarah
Willis & Sarahbanda und die Lehmanns Brothers.
Das West-Eastern Divan Orchestra feiert seinen
25-jährigen Geburtstag bereits in einem Sonderkonzert
vorab, am Pult steht Daniel Barenboim, Solistin
ist Anne-Sophie Mutter (7.8., Glocke). Nicht weniger
hochkarätig und vielfältig präsentiert sich das Angebot
in den regulären drei Festival-Wochen. Im Bereich der
Orchesterkonzerte stehen beim Originalklangensemble
Il Pomo d‘Oro und Maxim Emelyanychev die Zeichen
auf „Mozart pur!“ (19. August, Glocke), Anton Mejias
und Tarmo Peltokoski kombinieren mit der Deutschen
Kammerphilharmonie Bremen Beethoven mit Sibelius
(21.8., Oldenburgisches Staatstheater), während
die Bremer Philharmoniker für eine Puccini-Gala den
chilenisch-amerikanischen Tenor Jonathan Tetelman
begrüßen (28.8., Glocke). Gesichter der neuen Generation
sind beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin
mit der Cellistin Anastasia Kobekina und dem Dirigenten
Nicolò Foron, Förderpreisträger Deutschlandfunk
2023, genauso zu erleben (30.8., Glocke) wie beim
Bundesjugendorchester und dem World Youth Choir,
die Beethovens Neunte aus einer zukunftsweisenden
Perspektive neu beleuchten (1.9., Glocke).
Jonathan Tetelman, Foto: Ben Wolf
Anastasia Kobekina, Foto: Julia Altukhova
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Metropole Orkest, Foto: Reinout Bos
METROPOL THEATER BREMEN
16.09.24 - 20:00h
20.09.24 - 20:00h 05.10.24 - 20:00h
22.09.24 - 14:00h
12.10.24 - 14:00h
18.08.2024 - 19:00h
Siegfried & Joy
28.09.2024
Tag der offenen Tür
19.10.2024 - 20:00h
Max Osswald – Freude
25. - 26.10.2024
Atze Schröder
03.11.2024 - 19:30h
Timon Krause
30.08. & 25.09.2024
Mehr Nutten, mehr Koks
29.09.2024 - 18:00h
Bettina Pilster and friends
20.10.2024 - 20:00h
Cem Adrian
27.10.2024 - 17:00h
Tabaluga und Lilli
06.11.2024 - 19:30h
Chris de Burgh
12. - 15.09.2024
Flashdance
03.10.2024 - 20:00h
Philipp Poisel
22.10.2024 - 19:00h
Alice Spektakuläre Zirkusshow
28.10.2024 - 20:00h
Laura Larsson
07.11.2024 - 19:00h
Dornröschen – Ballett
21.09.2024 - 20:00h
Twelve.30 Flight
24.09.2024 - 20:00h
Postmodern Jukebox
10. - 11.10.2024
The Addams Family
12.10.2024 - 22:30h
JuniorSenior Party
23.10.2024 - 19:30h
Rock The Circus
24.10.2024 - 20:00h
Till Reiners
29.10.2024 - 20:00h
Forever Young
01.11.2024 - 20:00h
The Dark Tenor
08.11.2024 - 20:00h
Boléro
09.11.2024 - 20:00h
Philipp Fleiter
27.09.2024 - 20:00h
Masud Akbarzadeh
17.10.2024 - 20:00h
Gianna Bacio
25.10.2024 - 20:00h
Kinan Al
02.11.2024 - 20:00h
Tim Fischer
und viele mehr ...
Tickets versandkostenfrei unter: metropol-theater-bremen.de
45
Konzert auf dem Marktplatz, Foto: fotoetage
Konzertkarten
Nordwest-Ticket und Vorverkaufsstellen
T 0421 36 36 36 · nordwest-ticket.de
Ticket-Service in der Glocke,
T 0421 33 66 99
Mo-Fr 12-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Bus-Shuttle
Das Musikfest bietet zu den Konzerten außerhalb
Bremens einen Bus-Shuttle ab Glocke an,
Buchung möglich beim Ticket-Service in der
Glocke, T 0421 33 66 99.
Für junge Menschen
Bis 18-Ticket (nach Verfügbarkeit):
Kinder und Jugendliche bis einschließlich
18 Jahre zahlen für jede Veranstaltung 6 Euro.
Last Minute (nach Verfügbarkeit)
Schüler, Studierende, Freiwilligendienstleistende
und Auszubildende bis 30 Jahre erhalten
ab 30 Minuten vor Konzertbeginn an
der Abendkasse Tickets zum Preis von 12 Euro.
Veranstaltungsplan und Informationen
musikfest-bremen.de
Le Concert de la Loge und Julien Chauvin erweitern
wiederum mit Tänzer*innen in einer Choreografie von
Mourad Merzouki Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ um eine
neue Dimension (2.9., Glocke). Das Arp-Schnitger-
Festival bietet erneut nicht nur Orgel-Solokonzerte
(21.8./Bockhorn, 22.8./Wiefelstede und 23.8./Dedesdorf),
sondern Bachs Goldberg-Variationen in einer
Quartettfassung (20.8./Golzwarden), ein vokal-instrumentales
Programm rund um Bach (24.8., Grasberg)
sowie Beispiele großer deutscher Kirchenmusik von
Schütz, Weckmann und Bach (25.8., Ganderkesee).
Gesangskunst auf höchstem Niveau verspricht Lea
Desandre mit englischen Lautenliedern (19.8., Lilienthal)
ebenso wie Julia Lezhneva mit Perlen der
Barockoper (20.8., Bremerhaven). Das Vokalensemble
Tenebrae versammelt ikonische Chorwerke aus dem
19. Jahrhundert bis zur Gegenwart (21.8., Kulturkirche
St. Stephani), Georg Nigl richtet seine Musikalischen
Salons entlang von Bach und Mozart aus (22.8., Rathaus)
und das Concerto Romano lässt Musik des 17.
Jahrhunderts aus der Ewigen Stadt neu aufleben
(22.8., Rhede).
Während Philippe Jaroussky auf den Spuren von
Farinelli wandelt (23.8., Glocke), erinnert Le Concert
Spirituel mit Händel an Glanz und Gloria des British
Empire (29.8., Barßel), wohingegen Vox Luminis die
spanische Vokalpracht des 16. Jahrhunderts feiert
Julien Chauvin und Tänzer*innen, Foto: Agathe Poupeney
46
St. Florianer Sängerknaben, Foto: Michael Emprechtiger
(1.9., Osterholz-Scharmbeck). Die St. Florianer Sängerknaben
bringen ihre allseits gerühmten Vorzüge
in einem geistlich-weltlichen Programm rund um
ihren Jubilar Anton Bruckner zur Geltung (3.9., Kirche
Unser Lieben Frauen, 4.9. Essen/Oldb). Mit Haydns
„Schöpfung“ und Beethovens Missa Solemnis erklingen
beim Concert de la Loge (3.9., Garrel) und beim
B’Rock Orchestra (5.9., Verden) zwei der wichtigsten
sakralen Werke der Wiener Klassik. Les Musiciens du
Louvre wiederum widmen sich anlässlich des 150.
Geburtstags der wohl bekanntesten Wiener Operette,
der „Fledermaus“ (6.9., Glocke).
Darüber hinaus finden zwei Musikfest-Ateliers als
einwöchige Werkstätten unter der Leitung angesehener
Dozent*innen statt. Während Alfredo Bernardini
und Alessandro Quarta mit jungen Musiker*innen aus
aller Welt Händels Kantate „Clori, Tirsi e Fileno“ einstudieren
(18.8., Jever), lenkt Lionel Meunier in „Wege
zu Bach III“ den Blick auf die legendären Abendmusiken
von Franz Tunder und Dieterich Buxtehude in
Lübeck (6.9., Ganderkesee). Zum großen Musikfest-
Finale steht dann beim kostenlosen Open Air mit dem
Metropole Orkest und Cory Henry das Schaffen der
Soul-Legende Stevie Wonder im Mittelpunkt (7.9.,
Marktplatz).
der schuh.
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Marc Minkowski, Foto: Franck Ferville
47
10 Jahre
Konsonanz
Die Gruppe weltoffener Streichinstrumentalist:innen blickt im
Zentrum für Kunst auf ihr erstes Jahrzehnt seit der Ensemble-
Gründung zurück.
MUSIK
Grund zum Feiern: Seit 10 Jahren begegnet das Kammerensemble
Konsonanz seinem Publikum an unkonventionellen Orten in Bremen
und umzu, spielt aber auch in Konzerthäusern wie der Glocke Bremen
und der Philharmonie Berlin. Foto: Claudia Beißwanger
Die sechs Gründungsmitglieder des Kammerensemble
Konsonanz sind stolz, dass sie in ihren Projekten
ihre Persönlichkeiten wieder finden. Konzerte
über den Klimawandel oder Genderdiskriminierung,
um nur wenige zu nennen, sind ihre Herzensangelegenheit.
Deren innovative und transdisziplinäre
Umsetzung wurde mehrfach ausgezeichnet, z.B.
mit dem Frauenkulturförderpreis (2. Preis) des Bremer
Senators für Kultur und mit einem Platz auf der
Shortlist des „Preis Innovation“ der Deutschen Orchester
Stiftung.
Die Verbundenheit von Konsonanz zu Bremen spiegelt
sich in Projekten wie den „LauschOrten“, einem
musikalisch-literarischen Audio-Walk durch die Stadt,
oder Fahrradkonzerten durchs Blockland („Musik im
Grünen“) wieder.
Bei aller musikalischer Professionalität ist es Konsonanz
wichtig, dem Publikum auf Augenhöhe zu
begegnen. Mit der Gründung der Netzwerks „Inklusik“
setzt es sich für mehr inklusive Konzerte ein. Ein solches
Inklusik-Konzert gibt das Kammerensemble Konsonanz
auch am 7.9. im Zentrum für Kunst. An diesem
Tag feiert das Ensemble 10 Jahre erfolgreicher Kooperationen,
Freundschaften und die Kraft der Musik.
Anmeldungen zum Inklusik-Konzert am 7.9. um 15:30-16:15 Uhr im Zentrum
für Kunst (Tabakquartier) an: g.alf@inklusik.de oder T 0151 44 37 54 04.
Die Besucherzahl ist begrenzt, der Eintritt ist frei (Spenden willkommen).
Im Anschluss gibt es bei Kaffee und Kuchen eine Ausstellung über die
Geschichte des Ensembles und Raum für Gespräche. konsonanz.com
48
Bremer Stadtmusik
Open Air Oper im Herzen Bremens
Große Oper für alle mitten auf dem Bremer
Marktplatz: Unser Marktplatz wird so förmlich
zur „Arena di Brema“.
An vier Mittwochabenden um 17.30 Uhr erklingen
Opern- Querschnitte: La Traviata (7.8.), Lucia di Lammermoor
(14.8.), Carmen (21.8.) und Rigoletto (4.9.).
Ohne das Originalwerk und seine Besonderheiten zu
verraten, entsteht durch kreative Herangehensweise
etwas Neues. Große Form in kleinem Format - mit
minimaler Bühnenausstattung und in kammermusikalischer
Besetzung begegnen die KünstlerInnen den
ZuhörerInnen auf Augenhöhe.
„Bremer Stadtmusik“ tritt direkt in die Fußstapfen der
Bremer Stadtmusikanten. Auch sie nutzten die Musik
für eine bessere Zukunft und sicherlich auch, um ihre
Mitmenschen mit Musik zu erfreuen. Vor allem aber
schafften sie mit ihrer Initiative, ihrer Courage und
ihrem Zusammenhalt etwas, das zuvor unmöglich
schien. Oper im Sinne der Bremer Stadtmusikanten
bedeutet, dass keine Eintrittsgelder erhoben werden.
Auch in diesem Jahr gibt es zahlreiche Überraschungen,
z.B. legen die Künstler einigen Freiwilligen bei
„Carmen“ auf der Bühne die Karten und tanzen auch
mal mit ein paar Leuten aus dem Publikum. Mit ihren
Opern-Veranstaltungen will die “Arena di Brema” aktiv
dazu beitragen, dass Hemmschwellen gegenüber der
Oper abgebaut werden.
Julia Bachmann sagt dazu: “Wir können es kaum erwarten,
in diesem Jahr wieder Oper für alle erklingen
zu lassen. Und es sind von Jahr zu Jahr mehr Kinder
im Publikum. Viele Menschen bringen sich ja inzwischen
schon Klappstühle mit und sind früh genug vor
Ort, um einen guten Platz zu bekommen.”
Mehr Informationen: bremer-stadtmusik.de
Authentisch bleiben –
bis zuletzt.
Bestattungsvorsorge
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49
Die Bremer
Philharmoniker
August / September 2024
Hommage an den großen Klang
1. Philharmonisches Konzert
Die Glocke
So, 22.9.2024 11 Uhr
Mo, 23.9.2024 19:30 Uhr
Frei nach Hermann Hesse wohnt jedem Anfang ein
Zauber inne. Zum Auftakt der neuen Konzertsaison
trifft dies für die Bremer Philharmoniker in besonderem
Maße zu, denn das Orchester feiert mit seiner
200. Spielzeit ein ganz besonderes Jubiläum. Und es
gibt noch einen weiteren Jubilar: Vor ebenfalls 200
Jahren wurde Anton Bruckner geboren. Grund genug
also, eines seiner ergreifendsten Werke aufzuführen,
Bremer Philharmoniker, Foto: Caspar Sessler
Eine gute Stunde Musik und Moderation, ohne Pause,
kurzweilig, zwanglos, auf höchstem Niveau - die
Afterwork-Konzerte der Bremer Philharmoniker in
der Glocke bieten großes Orchester, interessante Gädie
neunte Symphonie - ein sehr bewegendes Werk
mit großer Besetzung in allen Registern, ähnlich wie
die Vier letzten Lieder von Richard Strauss.
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
König Stephan. Ouvertüre op. 117
Richard Strauss (1864-1949)
Vier letzte Lieder
Anton Bruckner (1824-1896)
Symphonie Nr. 9 d-Moll
Dirigat: Marko Letonja
Sopran: Sarah-Jane Brandon
200 Jahre Smetana
5nachsechs – Das Afterwork-Konzert
Die Glocke
Mi, 25.9.2024 18:05 Uhr
ste und ein abwechslungsreiches Programm – zum
Auftakt der 200. Spielzeit mit einem weiteren Jubilar:
Bedřich Smetana
Bedřich Smetana (1824-1884)
Die Moldau und weitere Auszüge
aus Smetanas beliebtesten Werk
Dirigat und Moderation: Marko Letonja
Musikalischer Spaziergang
Bürgerpark Bremen
So, 18.8.2024 15-17 Uhr
Partie im Bürgerpark, Foto: Michael Bahlo
Die Bremer Philharmoniker erfüllen zum Saisonstart 2024/2025 den Bremer
Bürgerpark mit klassischer Musik. An verschiedenen idyllischen Plätzen
verteilen sich Kammerensembles sowie Solistinnen und Solisten über
den Park und laden zum Entdecken und Verweilen ein. Mit dabei ist auch
die Musikwerkstatt mit einem interaktiven Familienkonzert. An allen Stationen
spielen die Musikerinnen und Musiker mit kleinen Pausen zwischen
den Werken durchgängig.
50
Ein Fest für alle
Halle 1 im Tabakquartier
Sa, 24.8.2024
12-19 Uhr
Halle 1 im Tabakquartier, Foto: Rudolf Lörinc
Zum Auftakt der 200. Spielzeit präsentieren sich die Bremer Philharmoniker
in Festtagsstimmung und laden zum „Fest für alle“. Die Gäste dürfen
sich auf ein Kaleidoskop der Vielfalt klassischer Musik freuen. Generalmusikdirektor
Marko Letonja und die Bremer Philharmoniker schenken mit
verschiedenen Konzertformaten faszinierende Einblicke in den unendlichen
Klangkosmos eines Orchesters. Viel zu entdecken gibt es auch in
der Musikwerkstatt: klassische Orchesterinstrumente zum Ausprobieren,
Mischpulte für Klangexperimente – und versprochen: jede Menge Spaß.
Viva Puccini
Die Glocke
Mi, 28.8.2024
20 Uhr
Jonathan Tetelman, Foto: BenWolf
Ob »Tosca«, »La bohème«, »Madame Butterfly« oder »Turandot«, sie sind
Synonyme für die italienische Oper schlechthin! Zu Ehren des Komponisten
Giacomo Puccini, dessen Todestag sich am 29. November zum 100.
Mal jährt, feiert das Musikfest eine Gala – mit Jonathan Tetelman! Der
chilenisch-amerikanische Tenor gilt als einer der großen Verismo-Tenöre.
Generalmusikdirektor Marko Letonja und die Bremer Philharmoniker werden
gemeinsam mit ihm die mächtigen Kräfte der Liebe, der Sehnsucht
und des Dramas heraufbeschwören – Gänsehautgarantie!
Symphonic Mob
Weserpark / Lichthof
Sa. 14.9.2024
12 Uhr
Die Bremer Philharmoniker verwandlen den Bremer
Weserpark in einen Konzertsaal. Beim Symphonic
Mob finden sich unter dem Dirigat von Florian Ludwig
Profis und Hobbymusiker:innen, Senioren und Kinder,
Studierende und Lehrende, Anfänger:innen und Fortgeschrittene
zu einem großen Orchester zusammen.
Auf dem Programm stehen u.a. Sergei Prokofjevs
Tanz der Ritter aus dem Ballett Romeo und Julia und
Ungarische Tänze, Nr. 1 von Johannes Brahms.
Meine Playlist
Halle 1 im Tabakquartier
Sa. 28.9.2024
19 Uhr
Marko Letonja, Foto: Caspar SesslerI
Ein ganzes Orchester, ein Gast, ein Sofa und ein Moderator! „Meine Playlist“
ist ein Gesprächskonzert und bietet ein vollkommen neues Talk-Format,
in dem das Publikum prominente Bremerinnen und Bremer anhand
ihrer Lieblingsmusik kennenlernt.
Moderator Axel Brüggemann lauscht dem Überraschungsgast im entspannten
Wohnzimmer-Ambiente die Geschichten zur persönlichen
Wunschliste ab und bietet so neue Einblicke in ihr Leben und Denken.
Moderation: Axel Brüggemann
Dirigat: Marko Letonja
Karten unter:
bremerphilharmoniker.de
Ticket-Service in der Glocke
Domsheide 6-8 I 28195 Bremen
T 0421 33 66 99
Nordwest-Ticket in allen angeschlossenen
Vorverkaufsstellen
T 0421 36 36 36
51
KONZERT
Eröffnungskonzert 2023
Foto: Kerstin Rolfes
21.
Von Freitag, 2. August, bis einschließlich Freitag, 30.
August, veranstaltet der Kommunalverbund Niedersachsen/Bremen
e.V. das 21. GartenKultur-Musikfestival.
Von Großenkneten im Westen bis Ottersberg
im Osten und von Hambergen im Norden bis Asendorf
im Süden finden in 21 Städten und Gemeinden insgesamt
38 Konzerte in privaten sowie öffentlichen Gärten
und Parks statt, darunter 9 Konzerte in Bremen.
Von Pop und Swing über Rock, Reggae und Jazz bis
zu klassischer Musik, von Funk und Blues über internationale
Folkmusik, Country und Indie bis zu Musical
und Kaffeehausmusik: Auch in diesem Jahr bietet
das GartenKultur-Musikfestival wieder eine große
Bandbreite an Musikrichtungen für jeden Geschmack.
Parks, Burgen, Mühlen, Museen, Höfe, Privatgärten,
Schlösser und Stadtgärten öffnen ihre Pforten und
bieten dem Publikum vielfältige Musik regionaler und
überregionaler Künstler:innen im Grünen.
Unter dem Motto „Mit dem Rad zum Konzert“ werden
zudem drei begleitete Radtouren zu Konzertorten angeboten,
die diesmal speziell über Strecken des vom
Kommunalverbund entwickelten „Grüner Ring Region
Bremen“ führen. Das Eröffnungskonzert findet am
Freitag, 2. August, um 19 Uhr im Garten des Amtshofs
in Harpstedt statt. Das Peter Dahm Quartett, das neben
dem Namensgeber aus Jan-Olaf Rodt, Michael
Bohn und Christian Klein besteht, läutet dort gemeinsam
mit der Viola da Gamba-Musikerin Hille Perl das
GartenKultur-Musikfestival 2024 mit grenzübergreifender
Musik von Südafrika über Osteuropa bis zum
Modern Jazz ein.
Zur Einstimmung auf das Eröffnungskonzert wird
auch in diesem Jahr ein Kulturspaziergang angeboten,
für den Tickets bei Nordwest Ticket erworben werden
können. Die Harpstedter Gästeführer:innen Angela
Willms, Heinz-Jürgen Greszik und Anke Rüdebusch
52
Alle Veranstaltungen hat der Kommunalverbund wieder
in einem übersichtlichen Programmheft zusammengefasst,
in dem alle teilnehmenden Künstler:innen
und Gärten sowie das Begleitprogramm mit Fahrradtouren
vorgestellt werden. Das Programmheft liegt ab
sofort in den Rathäusern der Mitgliedskommunen des
Kommunalverbunds sowie an vielen weiteren öffentlichen
Stellen aus und ist auch digital auf gartenkulturmusikfestival.de
verfügbar. Die Hälfte der Konzerte ist
kostenlos, Karten für kostenpflichtige Konzerte können
bei den jeweiligen Veranstaltenden und teilweise bei
Nordwest Ticket erworben werden.
Eröffnung des 20. GartenKultur-Musikfestivals, Foto: Kerstin Rolfes
führen die Teilnehmenden über Pfade von Natur und
Kultur und bringen ihnen die Harpstedter Geschichte
näher.
Das GartenKultur-Musikfestival ist ein Gemeinschaftsprojekt
verschiedener Kulturschaffender
aus Städten und Gemeinden unter dem Dach des
Kommunalverbunds. Zudem wirken auch private
Gartenbesitzende und Vereine sowie Fördernde
und Sponsernde am Festival mit. Bereits seit 2003
organisiert der Kommunalverbund das GartenKultur-
Musikfestival. Dank der Kombination aus vielfältigen
Musikrichtungen sowie unterschiedlichen Parks und
Gärten ist der vierwöchige Event immer wieder ein
großer Erfolg.
TERMIN
21. GartenKultur-Musikfestival
38 Konzerte
02. August bis 30. August 2024
21 Städten und Gemeinden
in der Region Bremen und umzu
gartenkultur-musikfestival.de
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53
MUJERES, Foto: Erol Gum
sendesaal bremen
VERANSTALTUNGEN SEPTEMBER 24
14.9. 20.00 Uhr
TÜREN AUF im Sendesaal!
Die große Saison-Präsentation mit vielen kurzen Auftritten
von Bands und Ensembles, die bis zum Sommer
2025 im Sendesaal auftreten werden und im heutigen
Festkonzert eine Kostprobe ihres Könnens geben.
Die Künstlerische Leiterin Elisabeth Champollion führt
durchs bunte Programm. Im Anschluss große Foyerparty
– alle sind eingeladen!
Mit: Ola Onabulé und Streichquartett Konsonanz, Lisa
Wulff Quartett, Cuarteto Rotterdam, Elbipolis Barockorchester
Hamburg, Tigran Tatevosyan Trio, Tanja Tetzlaff
und Kiveli Dörken, Simin Tander.
15.9. 20.00 Uhr
Elbipolis: Vivaldi!
VIVALDI – ein klingender Name und ein wirklich leidenschaftliches
Ensemble aus historischen Instrumenten
tauchen den Sendesaal in barocken Glanz.
Nach seinem ausverkauften Orchester-Debüt im Sendesaal
2022 mit einem reinen Bach-Programm hat
das Hamburger Barockorchester Elbipolis diesmal ein
Feuerwerk italienischer Virtuosität im Gepäck: Concerti
für eine, zwei, drei oder gleich vier Solo-Violinen aus
der berühmten Sammlung des venezianischen Meisters
Antonio Vivaldi, „L’Estro Armonico” – mit rasanter Spielfreude
und großer Liebe zum italienischen Barock.
17.9. 20.00 Uhr
MUJERES – FRAUEN
Ein Trio in barocker Besetzung mit Traversflöte, Gambe
und Barockgitarre: klingt wie ein Kammermusikensemble,
ist aber eine Explosion an Klängen, Sinnlichkeit
und Ausdruckskraft. Das Thema ist die Weiblichkeit:
Schriftstellerinnen, Komponistinnen, Träumerinnen,
Mütter – und die Musik zu diesen Schicksalen. Die Stimmen
der Frauen sind der rote Faden des Programms,
das einen Bogen spannt von der Jungfrau Maria bis zur
Verehrung von Mutter Erde.
54
19.9. 20.00 Uhr
Ina Forsman mit Band
Zwischen Soul, Jazz und Blues lässt sie Emotionen so
lebendig werden, dass man sie mit den Händen anfassen
kann. Auf ihrem neuesten Album „All there is” versieht
Ina Forsman, die 2019 von Helsinki nach Berlin zog,
ihre Musik mit einer ordentlichen Portion Retro-Soul.
Die charismatische finnische Sängerin ist genauso, wie
eine herausragende Frontfrau sein sollte: geheimnisvoll,
ehrlich, leidenschaftlich und faszinierend.
21.9. 20.00 Uhr
Daisy Chapman mit Trio
„Watch this woman, she’ll go far” – schreibt die BBC über
diese besondere Künstlerin. Bis nach Bremen ist sie oft
gekommen, ein äußerst gern gesehener Gast im Sendesaal:
Daisy Chapman präsentiert in ihrem nunmehr
zehnten Auftritt gemeinsam mit ihren Mitstreiter:innen
an Violine und Schlagzeug die wunderschönen Lieder
ihrer letzten Veröffentlichungen, unter anderen aus
„She Took Flight” von 2023, aber auch viele ihrer älteren
Werke.
24.9. 20.00 Uhr
Odessa Classics I
Odessa Classics ist ein vom ukrainischen Pianisten Alexey
Botvinov gegründetes internationales Musikfestival,
das seit 2015 bis zum Überfall Russlands auf die
Ukraine jährlich in der Musikstadt Odessa stattfand. Seit
Kriegsbeginn fand es in verschiedenen europäischen
Ländern eine neue Heimat. 2024 feiert Odessa Classics
sein zehnjähriges Jubiläum. Wir hören Edvard Grieg:
Suite „Aus Holbergs Zeit”, Zoltan Almási: ReFaReFa für
Streicher, Victoria Vita Polevá: „Metta” für Violine und
Streicher und Philip Glass: Tirol-Konzert für Klavier und
Orchester
26.9. 20.00 Uhr
Odessa Classics II
Rezital für Violine und Klavier
Werke von Johannes Brahms, Valentin Silvestrov, Francis
Poulenc und César Franck.
Janucz Wawrowski gilt als der führende polnische Geiger
unserer Zeit. Alexey Botvinov ist einer der renommiertesten
ukrainischen Pianisten, er ist „Volkskünstler
der Ukraine“. Sie präsentieren neben klassischem
Repertoire zeitgenössische Werke aus ihrem eigenen
polnischen und ukrainischen Kulturkreis und geben auf
diese Weise dem europäischen Gedanken eine künstlerische
Gestalt.
27.9. 20.00 Uhr
triosence:
25 Jahre Jubiläumstour!
Eins der erfolgreichsten Pianotrios Deutschlands feiert
sein erstes Vierteljahrhundert. Zu hören sind zahlreiche
triosence-Klassiker, gleichzeitig gibt die Band mit vielen
brandneuen Songs schon einen Ausblick auf das zehnte
Album. Ihre Konzerte sind ein Feuerwerk aus mitreißender
Spielfreude und hochvirtuosem Spiel. Musikalischen
Reichtum und kompositorische Komplexität ganz einfach
und eingängig klingen zu lassen – das ist ihr Markenzeichen.
Triosence, Foto: privat
28.&29.9. jeweils 18.00
Camerata Instrumentale:
ein orchestrales Fest französischer Musik!
Das Orchester der Musikschule Bremen lädt die Geigerin
Beate Weis (bekannt aus der Deutschen Kammerphilharmonie
Bremen) zum Violinkonzert. Und auch die
Orchestersuiten, beide aus französischer Feder, sind
beim klangvollen Ensemble unter der charismatischen
Leitung von Jörg Assmann gut aufgehoben. Der Eintritt
ist frei. Um Spenden wird gebeten. Eine Anmeldung
für das jeweilige Konzert ist erforderlich per Email an
schoenert@camerata-instrumentale.de
Sendesaal Bremen
Bürgermeister-Spitta-Allee 45
28329 Bremen
Alle Veranstaltungen und
Online-Ticketverkauf auf:
sendesaal-bremen.de
55
SPEKTRUM, Young-Won Song, Foto: Joerg Landsberg
PREMIEREN
AUGUST / SEPTEMBER 2024
SPEKTRUM / RAUM
Eröffnung: Fr 30. August um 18 Uhr in der Kunsthalle Bremen
Nur zu sehen vom 30. August bis 15. September! Alle Termine unter www.theaterbremen.de
Tanz
von Máté Mészáros /
Unusual Symptoms
Am Theater Bremen erforschten der ungarische Choreograf Máté
Mészáros und das Videokunst-Kollektiv Urbanscreen gemeinsam
mit den Tänzer:innen von Unusual Symptoms 2019 in „Spektrum“
das Wechselspiel zwischen Körpern, Raum und Licht. Nun übertragen
sie ihre Arbeit von der Bühne in die Kunsthalle Bremen. Raumfüllende Projektionen geben leeren
Ausstellungsräumen eine überraschend neue Gestalt, während die Choreografie im Dialog mit verschiedenen
Orten des Museums in ihrer skulpturalen Qualität erfahrbar wird. Das Publikum entscheidet dabei
selbst, welche Perspektive es einnimmt. So erhält nicht nur die Choreografie einen neuen Kontext. In der
Verschränkung von Museum und Tanz entstehen auch neue Perspektiven auf die Architektur des Museums
und die darin ausgestellten Kunstwerke.
Ein Projekt des Förderkreises für Gegenwartskunst im Kunstverein Bremen. Eine Kooperation mit der
Kunsthalle Bremen und Urbanscreen.
Choreografie: Máté Mészáros
56
LOHENGRIN
Premiere: So 15. September um 16 Uhr
Weitere Termine: So 29. September, Do 3. Oktober, So 13. Oktober, jeweils um 16 Uhr
im Theater am Goetheplatz
Musiktheater
Romantische Oper in drei Akten
Musik und Text von Richard Wagner
In deutscher Sprache
mit deutschem Übertext
In einer Zeit der Verunsicherung und Perspektivlosigkeit taucht
im Staat Brabant ein faszinierender Fremder auf. In kürzester Zeit
gewinnt er das Vertrauen der Massen und das von Elsa, die wegen
Brudermordes angeklagt ist. Der Unbekannte sprengt den Gerichtsprozess,
befreit Elsa von allen Vorwürfen und wird zum Idol einer
neuen Bewegung. Doch als Elsa nach seinem Namen fragt, verschwindet
er schlagartig und hinterlässt Brabant im Chaos. Richard Wagners Werk, komponiert zwischen
1845 und 1848, also in direkter historischer Nachbarschaft zur Märzrevolution, gilt gemeinhin als Höhepunkt
der romantischen Oper. Zwischen Pathos, großem Gefühl und teutonischer Weltenrettung ist das
Zauberstück jedoch nicht nur eine sagenumwobene Liebesgeschichte, sondern auch eine Parabel über
die Suche nach gesellschaftlicher Utopie und ihr Scheitern am Menschen selbst.
Musikalische Leitung: Stefan Klingele
Regie: Frank Hilbrich
ANTIGONE
Premiere: Sa 28. September um 19 Uhr
Öffentliche Probe: Sa 21. September, 18 Uhr im Rahmen der „1. Langen Nacht der Bühnen Bremen“
im Theater am Goetheplatz
Schauspiel
Deutschsprachige Erstaufführung
von Anne Carson nach Sophokles
aus dem Englischen von
Maria Milisavljević
Ein Programm zwischen Mensch und Natur, mit weißen Haien,
sterbenden Arten und dem richtigen Soundtrack für den Sommer:
Bereits zum vierten Mal gibt Common Ground den Auftakt in die
warme Jahreszeit am Theater Bremen. Viel Musik, Begegnungen
und Performances bringen ab dem 19. Mai wieder Leben auf den
Goetheplatz. Mit Sommerbrise in den Haaren und Aperol in der
Hand lädt gute Unterhaltung an lauen Sommerabenden zum Zusammenkommen
ein.
Regie: Elsa-Sophie Jach
Theater Bremen
Goetheplatz 1-3
28203 Bremen
T 0421 3653 0
Kartenverkauf
Kartenbüro Theater Bremen
Goetheplatz 1-3
T 0421 3653333
Geschäftszeiten:
Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 11-14 Uhr
Spielplan und Kartenverkauf
theaterbremen.de
Über die Vorstellung im
Spielplan erreichen Sie das
online Buchungsportal.
57
»Die Welt zwischen den Nachrichten«, Foto: Alice Bleistein
bremer shakespeare company
August / September 2024
Nicht nur in England, auch in Deutschland hat man Brisanz des Themas „Einsamkeit“ entdeckt.
Dabei gibt es unzählige Apps, Social Media Plattformen oder Chatgruppen, auf denen oder mithilfe
derer man in Kontakt treten kann - natürlich digital. Ist die Digitalisierung womöglich schuld an der
Einsamkeit? Sicher ist: beim Besuch eines analogen Theaters ist man weniger einsam!
PREMIERE
DIE WELT ZWISCHEN DEN NACHRICHTEN
Theaterabend für vier Schauspielerinnen und zwei Schauspieler
von der bremer shakespeare company und dem Stadttheater Bremerhaven
Kurz vor Silvester hat sich Radiomoderator Gerlach
gut auf seine Nachtsendung vorbereitet. „In England
bekommen depressiv Erkrankte Bücher auf Rezept,
denn Lesen verändert die Gefühlslage und kann erschütternde
oder beglückende Reaktionen hervorrufen.
Shakespeares Gedichte z.B. sind etwas, mit dem wir
den Leerstellen und Ungewissheiten im eigenen Leben
begegnen können“, kündigt er seine Sendung an, bevor
er die Telefonleitung freischaltet. „Shakespeares Sonette
und ich werden Sie begleiten. Auch, wenn Sie kein
einziges Sonett kennen, rufen Sie JETZT an, denn das
Sonett kennt Sie! Es wird Sie überraschen und Vers für
Vers trösten.“ In dieser Nacht rufen vier Menschen aus
dem JETZT an, Menschen wie du und ich. Aber auch
eine Dark Lady aus dem Jenseits meldet sich.
TERMINE: Öffentliche Probe: 5.9. / Premiere: 26.9. /
Vorstellungen: 13.10. / 26.10.
58
SHAKESPEARE IM PARK
14.- 25. August im Bremer Bürgerpark
Das Aufführungsprogramm von »Shakespeare im Park« zeigt
wieder einen bunten Reigen von Komödien und Tragödien
William Shakespeares und anderer Autoren, der die Bandbreite
der Company widerspiegelt. Ein Höhepunkt ist die Geburtstagsfeier
am 16. August mit der Premiere eines Kurzfilms über
die Company mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern. Aber
auch live gibt es ein Wiedersehen mit vielen bekannten Akteuren,
die in kurzen Szenen noch einmal die Erinnerung an
einige der schönsten Inszenierungen wiederaufleben lassen.
TERMINE: alle Infos und Termine unter:
www.shakespeare-company.com
»Shakespeare im Park«, Foto: Marianne Menke
VIEL LÄRM UM NICHTS
Am 1. September im Park Gut Hodenberg
Das intime, lauschige Ambiente des Gartens beim Gut Hodenberg
wird bei dieser Aufführung zu Messina, wo Herzog Leonato
seine aus dem Krieg heimkehrenden und hochdekorierten
Freunde empfängt. Seine Tochter Hero und Nichte Beatrice
werfen auch ihre Augen auf die Helden, doch die Wege,
auf denen die Paare zueinander finden sind verschlungen:
Heiratspläne werden durchkreuzt, unwillige Paare verkuppelt,
Intriganten entlarvt. Die criss-cross-Besetzung reflektiert die
Fragwürdigkeit der klassischen Mann-Frau-Rollenverteilung
in der Liebe.
TERMIN: 1.9. um 16.00 Uhr
Park des Guts Hodenberg, Bremen Oberneuland
»Viel Lärm um Nichts«, Foto: Marianne Menke
DER KAMPF UM ENTSCHÄDIGUNG
Jüdische Menschen aus Bremen in Südamerika
»Der Kampf um Entschädigung«, Foto: Marianne Menke
Auch nach Südamerika, meist nach Argentinien, Chile und
Uruguay flüchteten jüdische Menschen vor den Nazis, aus
Bremen rund 100. Zuerst bekannte Rechtsanwälte, später
auch Viehhändler, Baumwollklassierer, Verkäuferinnen, u.v.a.
Anhand einiger Biographien wird exemplarisch aufgezeigt,
wie das Landesamt für Wiedergutmachung nach dem Krieg
mit ihnen umging. Die Ausgaben für Wiedergutmachung
wurden z.B. von Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU)
kritisiert, dagegen setzte sich Gerhard van Heukelum (1948-
59 Senator für Arbeit in Bremen) für Entschädigungen ein.
TERMIN: 2.9. um 19.30 Uhr
Theater am Leibnizplatz
bremer shakespeare company
Theater am Leibnizplatz
Schulstr. 26
28199 Bremen
Tickets
Vorverkauf: Stadtbibliothek am Wall
Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr
T 0421 500 333 | Mo-Fr 15-18 Uhr
Spielplan
und Online-Kartenverkauf
shakespeare-company.com
59
Lebenslinien
Improviasationstanztheater
für Menschen ab 12 Jahren
THEATER
Mit der neuen Produktion „Lebenslinien“ bringt
das Theater 11 ein Improvisationstanztheater für
Menschen ab 12 Jahren zur Uraufführung. Regisseurin
Varvara Kuporova und Choreografin Natalie
Baron haben in den vergangenen Jahren bereits
mehrere erfolgreiche Produktionen unterschiedlicher
Genres auf die Bühne des integrativen Theaters
gebracht.
„Lebenslinien“ ist ein Stück über Vergangenheit,
Gegenwart und Zukunft und stellt Fragen wie
„Glauben wir an unser eigenes Schicksal oder ist
im Leben alles vorbestimmt? Zeichnen wir Linien
auf unserer Handfläche oder sind es die Linien die
unsere Zukunft zeichnen?“
Professionelle Tänzer, Profi- und Laienschauspieler
haben gemeinsam die Linien auf ihren Handflächen
studiert und zeigen dem Publikum ihre
Geschichten.
Das Genre der plastischen Improvisation gibt
Künstlern mehr Freiheit. Bei jeder Aufführung
können sie neue Linien, neue Ereignisse und neue
Gefühle kreieren.
Viele der Darsteller und Darstellerinnen im Alter
zwischen 13 und 31 Jahren sind vor dem Krieg aus
der Ukraine nach Bremen geflüchtet und werden
vom Verein Integration durch Kunst, zu dem das
Theater 11 gehört, bei der Integration unterstützt.
Karten zum Preis von 20 Euro (ermäßigt 15 Euro)
gibt es auf www.theater11.de oder per E-Mail an
tickets@theater11.de.
TERMINE
Lebenslinien
Improviasationstanztheater
24. und 25. August 2024, 18 Uhr
Theater 11
Faulenstraße 44-46, 28195 Bremen
theater11.de
60
Kosten
los.
Kunsthalle
Bremen
Übersee-
Museum*
Universum ®
Bremen*
Focke-Museum
Hafenmuseum
botanika*
kek
Kindermuseum*
Museen
Böttcherstraße
Weserburg
Atlantis
Filmtheater*
Wilhelm
Wagenfeld Haus
An diesen Kulturorten ermög lichen
wir allen unter 18 Jahren
den KOSTENLOSEN Besuch.
Mehr Infos und Bedingungen ( * ) unter:
www.sparkasse-bremen.de/vorteile
Stark. Fair. Hanseatisch.
61
AUSSTELLUNG
Jan-Hendrik Brinkmann, Installationsansicht Syker Vorwerk, 2024, © VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Tobias Hübel
KÜHE UND ZIGARETTEN
Jan-Hendrik Brinkmann
62
Die Ausstellung, eine eindrucksvolle Reise durch die
Herkunft und Entwicklung des Künstlers sowie eine
tiefgründige Auseinandersetzung mit dem ländlichen
Raum und dessen Eigenheiten, findet vom 16. Juni
bis zum 29. September 2024 statt. Die Malereien
von Brinkmann werden im Syker Vorwerk im Obergeschoss
ausgestellt. Hier wird den Besucher:innen
eine umfangreiche und vielschichtige Sammlung von
Werken präsentiert, die nicht nur das ländliche Leben,
sondern auch die persönliche Entwicklung des
Künstlers widerspiegeln.
Jan-Hendrik Brinkmann, Installationsansicht Syker Vorwerk, 2024
© VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Tobias Hübel
Neben der Ausstellung im Syker Vorwerk wird „Kühe
und Zigaretten“ auch auf dem Außengelände des
Kreismuseums Syke präsent sein, wo drei gedruckte
Banner des Künstlers zu sehen sein werden. Diese
Erweiterung ermöglicht es einem breiteren Publikum,
Brinkmanns einzigartige Perspektive zu erleben. Die
Verbindung vom kulturwissenschaftlichen Kreismuseum,
dass über den Alltag der Menschen in der Region
berichtet, zum Zentrum für Kunst ist auch inhaltlich
folgerichtig.
und Schnapstrinken. Brinkmann hinterfragt in seinen
Arbeiten verschiedene Stereotypen des Dorflebens
– für ihn Bilder des kulturellen Gedächtnisses von Generationen.
Die Stärke der Bilder besteht darin, dass sie nicht
werten. Mögliche Wertungen entstehen beim Lesen
der Bilder. Dabei kommt es sehr darauf an,
welche eigenen Erfahrungen und Erinnerungen die
Betrachter:innen mitbringen. Einzig in den Titeln gibt
Jan-Hendrik Brinkmann, Installationsansicht Syker Vorwerk, 2024, © VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: Tobias Hübel
Jan-Hendrik Brinkmann, geboren 1990 in Achim und
aufgewachsen in Syke, präsentiert einen facettenreichen
Blick auf eine vordigitale Welt und die Reflektion
eines Millennials über das Vergangene und das Heute.
Die Ausstellung changiert dabei geschickt zwischen
Nostalgie und Sarkasmus, jedoch stets ohne Boshaftigkeit.
Die Werke von Jan-Hendrik Brinkmann laden dazu
ein, die Realitäten, die er abbildet, auf verschiedenen
Ebenen zu erforschen und zu verstehen. Wie Jochen
Overbeck treffend bemerkt: „Das Abstrakte ist dabei
nie Mittel zum Zweck, jedes Farbmuster auf jedem
Bild besitzt einen Ursprung.“ Brinkmanns Kunst, die
von authentischem Fotomaterial ausgeht, ist fragmentarisch
angelegt, erlaubt Brüche und Leerstellen,
die die Betrachter:innen dazu einladen, diese Leerstellen
mit eigenen Interpretationen zu füllen.
Die Begriffe Heimat und Tradition werden augenscheinlich
vor den Motiven der gedeckten Kaffeetafel
auf Häkelspitze oder Spielmannszug, Schützenfest
Jan-Hendrik Brinkmann gelegentlich einen Hinweis
auf von ihm intendierte Lesarten.
Die Ausstellung „Kühe und Zigaretten“ zeigt nicht nur
eine retrospektive Betrachtung des Vergangenen,
sondern stellt auch eine Einladung dar, das Dargestellte
zu hinterfragen, zu interpretieren und neu zu
besetzen. In der heutigen Zeit, geprägt von rascher
Veränderung und digitaler Innovation, erinnert uns
Brinkmanns Werk daran, dass die Vergangenheit
immer noch präsent ist und ihre Wurzeln in unserem
gegenwärtigen Leben hat.
TERMIN
KÜHE UND ZIGARETTEN
Jan-Hendrik Brinkmann
16. Juni bis 29. September 2024
SYKER VORWERK
Waldstraße 76 I 28857 Syke
syker-vorwerk.de
63
Hanswerner Kirschmann, o. T. (Detail),
2019, Tischvitrine, Unterkonstruktion,
Spanplatte, Eisen, Fundstücke
AUSSTELLUNG
Hanswerner Kirschmann.
Plattengrammatik
Hanswerner Kirschmanns Arbeiten sind keine »Schau
mal hier, wie schön ich bin«-Kunst. In mehr als 25
Jahren künstlerischen Schaffens entwickelte der
Bildhauer eine ganz eigene, abstrakt-persönliche, reduzierte
und leise Bildsprache. Er kreiert Werke aus
Spanplatten und Sperrholz, die zwischen Zeichnung
und Bildhauerei changieren. Aus seiner Arbeitspraxis
heraus und einer das ganze Œuvre durchziehenden
Logik (Grammatik) erfindet er räumliche Gebilde, die
an das erinnern, was man kennt, ohne es zu sein. Er
betreibt permanente Grundlagenforschung und untersucht,
wie das Verhältnis zwischen Fläche und Volumen,
zwischen Volumen und Raum und zwischen
Raum und Betrachter*in ist.
TERMIN
Hanswerner Kirschmann
Plattengrammatik
01. September bis 17. November 2024
Gerhard-Marcks-Haus
Am Wall 208, 28195 Bremen
marcks.de
64
Hanswerner Kirschmann o. T., 2002/07, Sperrholz, Lack
Fotos: Hanswerner Kirschmann
Erika Plamann. Die phrygische Mütze
»Ein Gartenzwerg darf nicht größer als 68 cm sein,
muss eine rote, hohe Zipfelmütze tragen, bärtig
sowie männlich und vorwiegend aus Plastik sein«,
nachzulesen in den Statuten einer internationalen
Vereinigung zum Schutze der Gartenzwerge.
Die neuste Arbeit der Künstlerin Erika Plamann setzt
sich genau mit diesem Objekt, einer weitverbreiteten
nostalgischen Kitschfigur auseinander. Eigens für den
Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses baut sie eine
Installation mit Zwergenfiguren aus Wachs und Pigmenten,
die in kleinen Gruppen, aber auch einzeln
zu entdecken sind. Allen gemeinsam ist eine vereinfachte
Form der Zipfelmütze, auch als phrygische
Mütze bekannt.
Erika Plamann, Der Faule, 2023, Wachs, Pigmente
(Ausschnitt aus »Die phrygische Mütze«)
Margaret Kelley. »Raketenzimmer«
Das Gesamtwerk von Margaret Kelley ist gewaltig
und komplex: ein eigenes Universum. Im Gerhard-
Marcks-Haus zeigt die Malerin ihre unbekannten
bildhauerischen Arbeiten: Das »Raketenzimmer«.
Sie entdeckte die Form einer Rakete in ihren Gemälden
und machte sie zum eigenen Thema. Es entstanden
Raketen, die versuchten, sich als etwas anderes
zu tarnen. In ihrem Loft in Los Angeles sind die Raketen
dann 1990 gestorben. In der »Funeral Procession
of the Holy Rockets« liegt eine Rakete auf einem Bett
aus getrockneten Rosenblättern in einem Sarg auf
Rädern und wird von seinen Zeitgenossen in einem
Leichenzug begleitet, der den ausgelassenen Beerdigungen
in New Orleans nachempfunden ist.
Margaret Kelley, Raketenzimmer, 1987, Acryl, Collage, Holz
Mit der Ausstellung im Gerhard-Marcks-Haus wird
diese eigenartige Werkgruppe wieder ins Licht der
Öffentlichkeit gerückt.
TERMINE
Erika Plamann
Die phrygische Mütze
01. September bis 17. November 2024
Gerhard-Marcks-Haus
Am Wall 208, 28195 Bremen
marcks.de
Margaret Kelley
»Raketenzimmer«
01. September bis 17. November 2024
Gerhard-Marcks-Haus
Am Wall 208, 28195 Bremen
marcks.de
65
Paula Modersohn-Becker
goes America
AUSSTELLUNG
Große Paula Modersohn-Becker
Retrospektive in den USA
Seit dem 6. Juni 2024 läuft in New York die erste Retrospektive Paula Modersohn-
Beckers in einem US-amerikanischen Museum, die anschließend in Chicago gezeigt
wird. Unter dem Titel »Ich bin ich / I Am Me« präsentiert die Neue Galerie New York
gut 50 Gemälde sowie 15 Zeichnungen der Künstlerin, darunter mehr als 20 Werke
aus Bremer Sammlungen. Auftakt und Mittelpunkt der Ausstellung bildet das Selbstbildnis
am 6. Hochzeitstag aus dem Paula Modersohn-Becker Museum.
66
Neue Galerie, New York, Fifth Avenue Ecke East 86th Street
Foto: Paula Modersohn-Becker Museum Bremen
Insgesamt fünf Meisterwerke aus
dem Bremer Paula Modersohn-Becker
Museum sind in die USA gereist um
diese wichtige Präsentation zu bereichern:
Neben dem ikonischen Selbstbildnis
am 6. Hochzeitstag sind die
Liegende Mutter mit Kind II, das Flöte
blasende Mädchen im Birkenwald,
Birkenstamm vor Landschaft sowie
die Zeichnung eines Kindes hochkarätige
Gäste in der Neuen Galerie
in New York und dem Art Institute
of Chicago. „Die Bilder zählen zu den bedeutendsten
Werken unserer Sammlung. Insbesondere das Selbstbildnis
am 6. Hochzeitstag wird von unseren Besucherinnen
und Besuchern derzeit schmerzlich vermisst…
Dass wir trotzdem bis Januar 2025 auf die Bilder
verzichten, hängt auch mit dem Ziel zusammen, dem
Publikum in den USA einen breiten und nachhaltigen
Einblick in die Kunst Paula Modersohn-Beckers zu
ermöglichen“, erklärt Dr. Frank Schmidt, Direktor des
Paula Modersohn-Becker Museums.
Das Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag wird
verpackt für die lange Reise
Heute befinden sich rund 15 Bilder
sowie zahlreiche Zeichnungen von
Paula Modersohn-Becker in USamerikanischen
Museen. 2017 erst
wurde das Selbstbildnis mit zwei
Blumen in der erhobenen linken
Hand aus dem Jahr 1907 für die
Sammlungen des MoMA und der
Neuen Galerie angekauft: Es ist nicht
nur das einzige Selbstbildnis von
Paula Modersohn-Becker in den
USA, sondern auch das früheste von
einer Frau gemalte Bild in der Dauerausstellung des
MoMA. Die Einzelausstellung »Ich bin Ich / I Am Me«,
die ab dem 6. Juni in New York und anschließend in
Chicago zu sehen sein wird, ist nun das neueste Kapitel
der Erfolgsgeschichte der Kunst Paula Modersohn-
Beckers in den USA.
Ein Besuch des Paula Modersohn-Becker Museums
in Bremen lohnt sich während dieser Zeit dennoch:
Am 22.6.2024 startete die neue Ausstellungsreihe
Blick in die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker: Ich bin Ich / I Am Me“ in der Neuen Galerie New York.
Foto: Annie Schlechter, courtesy Neue Galerie New York
Der Gründungsdirektor des Museum of Modern Art
(MoMA) Alfred Barr Jr. hatte den besonderen Stellenwert
von Paula Modersohn-Becker schon früh erkannt
und nahm sie bereits 1931 als einzige Malerin
in die Überblicksausstellung »German Painting and
Sculpture« auf. In nur sechs Wochen kamen mehr als
27.000 Besucherinnen und Besucher, um u. a. zwei
ihrer Selbstbildnisse aus der damaligen Sammlung des
Museum Folkwang in Essen zu sehen. Im Katalog stellte
Barr Modersohn-Becker als Malerin vor, die „Jahre
vor Matisse, Picasso oder Derain“ mit ihrer Kunst an
Cézanne, van Gogh und Gauguin angeschlossen und
dabei ihren eigenen Stil entwickelt habe.
»Short Stories«, die mit thematischen Sammlungspräsentationen
dazu einlädt, sich in einzelne Momente
aus Leben, Werk und Rezeption Paula Modersohn-
Beckers zu vertiefen. Zudem werden in der Sonderausstellung
»Vivian Greven | Paula Modersohn-Becker«
(22.6.-15.9.24) ausgewählte Arbeiten von Paula
Modersohn-Becker denen der Düsseldorfer Malerin
Vivian Greven (*1985) gegenübergestellt.
Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6, 28195 Bremen
museen-boettcherstrasse.de
67
Licht und Schatten
Ausstellung und Film zum
Ausnahmekünstler Bernhard Hoetger
Plakat zum Hoetger Film
Drei Worpsweder Museen widmen dem einst
gefeierten und heute umstrittenen Bildhauer; Architekten
und Maler Bernhard Hoetger zum 150.
Geburtstag eine große gemeinsame Ausstellung.
Sie trägt den Titel ›Bernhard Hoetger. Zwischen
den Welten‹ und ist noch bis zum 3. November
zu sehen. Aktuell läuft unter dem gleichen Titel
ein Film in den Kinos, der Hoetgers Lebensweg in
Spielszenen und dokumentarischen Aufnahmen
nachzeichnet. Der Film ist mit namhaften Schauspielern
und Schauspielerinnen wie Moritz Führmann,
Florian Lukas und Katharina Stark besetzt
und wurde unter anderem in Worpswede gedreht.
Die Münchener Regisseurin Gabriele Rose schrieb
das Drehbuch auf der Grundlage intensiver Recherchen
und führte Regie.
In diesem Jahr wäre der Bildhauer, Kunsthandwerker,
Maler und Architekt Bernhard Hoetger
(1874 – 1949) 150 Jahre alt geworden. Anfang
des 20. Jahrhunderts zählte er zur Avantgarde der
modernen Kunst. Sein Vorbild war Auguste Rodin, mit
Paula Modersohn-Becker war er eng befreundet. Sie
war es auch, die ihn für das Künstlerdorf Worpswede
begeisterte, an dessen Weiterentwicklung er ab 1914
bedeutenden Anteil hatte. Bis heute prägen seine exzentrischen
architektonischen Schöpfungen das Bild
des Künstlerdorfes ebenso wie das der Böttcherstraße
in Bremen.
Der zu Lebzeiten gefeierte und später wegen seiner
Nähe zu den Nationalsozialisten umstrittene Künstler
war ein Wanderer zwischen Welten und Kulturen. Die
große, dreiteilige Ausstellung in den Worpsweder Museen
beleuchtet bis zum 3. November Hoetgers vielschichtiges
Leben und Wirken: ›Licht und Schatten‹ in
der Großen Kunstschau bildet den zentralen Einstieg
in sein plastisch-bildnerisches Werk; ›Hoetger und
Vogeler‹ zeigt zwei Künstlerpersönlichkeiten mit ihren
Gemeinsamkeiten und Gegensätzen; ›Impulsgeber
Hoetger?‹ in der Worpsweder Kunsthalle stellt Hoetger
als Maler vor.
68
Blick in die Ausstellung im Barkenhoff
Foto: Worpsweder Museumsverbund/Joerg Sarbach
In der Schau geht es auch um die aktuelle Relevanz
von Hoetgers Werk, um die Frage, was dieser Künstler
uns angesichts der politischen und gesellschaftlichen
Entwicklungen heute zu sagen hat. Die 1988 geborene
Künstlerin Julia Kiehlmann nähert sich Hoetger in der
Großen Kunstschau aus genau dieser Perspektive. Ihre
Arbeiten entstanden während eines dreimonatigen
Aufenthalts in den Ateliers der Künstlerhäuser Worpswede,
der von den Künstlerhäusern und den Worpsweder
Museen gemeinsam ausgelobt worden war.
Parallel zu der Ausstellung läuft zurzeit in den Kinos
der gleichnamige Film von Gabriele Rose mit Moritz
Blick in die Ausstellung in der Großen Kunstschau Worpswede
Foto: Worpsweder Museumsverbund/Joerg Sarbach
Führmann als Bernhard Hoetger, Florian Lukas als
Heinrich Vogeler und Katharina Stark als Paula Modersohn-Becker.
Produziert wurde der Film von der
Bremer Produktionsfirma Kinescope Film, die in der
Böttcherstraße ihren Sitz hat. Der Film lädt dazu ein,
Bernhard Hoetger und seinem Werk an den originalen
Schauplätzen in Worpswede und in der Böttcherstraße
zu begegnen, ihn aber auch als Menschen besser
kennenzulernen.
Im Anschluss an die Kino-Tour ist der Film von Mitte
August bis zum 3. November in der Jubiläumsausstellung
im Worpsweder Barkenhoff zu sehen.
Die Filmregisseurin Gabriele Rose
über Bernhard Hoetger
»Bernhard Hoetger war ein Ausnahmekünstler.
Seine Skulpturen haben
eine immense Intensität, seine Bauten
sind einzigartig. Sein Werk machte es
mir aber zunächst schwer, ihn zu fassen: zu
wechselhaft war seine künstlerische Ausdruckform, zu
vielseitig seine Tätigkeit. Umso intensiver ich mich jedoch
mit ihm beschäftigte, umso mehr erkannte ich in
seinen Arbeiten eine Neugier auf die Welt. Für seine
Vorstellungen wollte er die jeweils beste Ausdrucksform
finden. Um seinen Weg als Künstler zu gehen,
scheute er weder Armut noch Ablehnung, Er war ein
Suchender, der nach Weiterentwicklung, nach Spiritualität
strebte. Dabei folgte er seinem eigenen Kompass,
der ihn 1934 zu den Nationalsozialisten brachte.
Zu Hoetgers völligem Unverständnis galt seine Kunst
dem NS-Regime jedoch als unerwünscht. Trotz oder
gerade wegen aller Widersprüche gehört das facettenreiche
Werk von Bernhard Hoetger für mich zum
Eigenwilligsten und Spannendsten, was die deutsche
Moderne hervorgebracht hat.«
Dr. Stefan Borchardt, Kurator der Großen
Kunstschau Worpswede, zu der Ausstellung
»›Licht und Schatten‹ ist der Titel der
Ausstellungssektion in der Großen
Kunstschau. Er ist Hoetgers Zyklus
›Licht- und Schattenseiten‹ entlehnt,
und dieser Titel kann wie ein Motto über
das Leben und Werk von Hoetger gestellt werden.
Heute stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen
wie die Menschen in Hoetgers Zeit. Daher geht es
in unserer Ausstellung um die doppelte Frage: »Wie
gehen wir mit Hoetgers Licht- und Schattenseiten
um?« – und gleichzeitig: »Was hat das mit unserer
eigenen Wirklichkeit, mit den Konflikten in unserer
Gesellschaft und mit unseren eigenen hellen und
dunklen Seiten zu tun?«
worpswede-museen.de
69
MÜHLENSOMMER
Eine Buchbesprechung von Gretel Sattler
BUCHEMPFEHLUNG
Endlich Wochenende! Maria, leidenschaftliche und
erfolgreiche Werbegrafikerin, hatte gerade noch einen
stressigen Vormittag in der Werbeagentur und kann
sich nun auf den anstehenden Ausflug freuen. Ihre
Töchter, beide im Teenager-Alter und sie unternehmen
nach langer Zeit endlich einmal wieder etwas
gemeinsam, zusammen mit Freunden.
Gerade am Ziel ankommen, erhält Maria eine Nachricht
von ihrer Mutter, dass der Vater verletzt im Krankenhaus
liegt und Maria müsse kommen, um sie zu
unterstützen. So bricht Maria wieder auf, die Kinder
bleiben bei den Freunden, und macht sich auf den
Weg zur Birkenmühle, dem elterlichen Bauernhof
inklusive einer Mühle. Dort trifft sie als erstes auf die
demente Großmutter, die haufenweise Äpfel schält
und ganz allein ist. Denn ihre Mutter ist schon zum
Vater ins Krankenhaus gefahren und hat ihr nur eine
Nachricht mit Anweisungen hinterlassen.
Fast vergessene Gerüche, das Versorgen der Tiere
und ihr altes Kinderzimmer versetzen Maria schnell
in ihre Kinder- und Jugendzeit zurück. So als wären
nicht schon viele Jahre vergangen seit ihrem Aufbruch
in die Stadt und in ihr eigenes Leben.
Martina Bogdahn schreibt warmherzig, humorvoll
und anschaulich. Sie lässt uns teilhaben an Marias
guten und schlechten Kindheitserinnerungen. Wir
spüren schon beim Lesen z. B. die kindliche Freude
beim Anblick des ersten Schnees oder teilen mit ihr
die schreckliche Erinnerung, dass die nicht gewollten
Kätzchen von der Großmutter im Brunnen ertränkt
wurden. Sie zeigt uns, was es zu Marias Zeit für Kinder
hieß, auf einem Bauernhof groß zu werden. Wo
jede Hand gebraucht wurde und auch Kinder ganz
selbstverständlich mit anpacken mussten. So gehörte
die Hopfenernte in Marias Erinnerung zu der anstrengendsten
Arbeit im Jahr.
Den Freunden wird es mit den beiden Mädchen zu viel,
und sie bringen sie zu Maria auf den Hof. Ihre Töchter
leben sich schnell ein und genießen den Aufenthalt.
Auch Maria findet ihren Rhythmus und erledigt die anfallenden
Aufgaben völlig routiniert. Als dann ihr Bruder
und ihre Schwägerin aus Sorge um den Vater auftauchen,
ist es allerdings mit ihrer inneren Ruhe vorbei.
Denn über das Zerwürfnis der Geschwister wurde bis
heute in der Familie geschwiegen....
Ein wunderschöner Familienroman, der zeigt, dass
man manchmal erst weggehen muss um wieder anzukommen.
Martina Bogdahn
MÜHLENSOMMER
Kiepenheuer & Witsch
Geb. Ausgabe 23,00 €
Buchhandlung Sattler
Schwachhauser Heerstr. 13
28203 Bremen
T 0421 72228
buchhandlungsattler.de
Weizenfeld, Foto: Giuseppe Russo, pexels.com
70
Cartoon von Til Mette
71
Ortsamt Schwachhausen/Vahr
Wilhelm-Leuschner-Str. 27 A, Block D, 28329 Bremen
(Straßenbahn Linie 1 Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Str.)
T 0421 361-3063 oder -3064 oder -18039
office@oaschwachhausen.bremen.de
ORTSAMTSLEITER: Ralf Möller
ÖFFNUNGSZEITEN:
Mo-Do von 09:00 – 15:00 Uhr, Fr. von 09:00 - 13:30 Uhr
nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel. 361-3063
Für Pass-,Ausweis-, Meldeangelegenheiten u. ä. wenden Sie sich bitte an das Bürger-
ServiceCenter, Stresemannstr. 48, oder an das BürgerServiceCenter Mitte, Pelzerstr. 40
MITGLIEDER DES BEIRATES SCHWACHHAUSEN:
Beiratssprecherin: Gudrun Eickelberg, GRÜNE
Stellv. Beiratssprecher: Jörn H. Linnertz (CDU)
Dr. Christine Börner, CDU
Lukas Dietzel, CDU
Jörg Findeisen, CDU
Yvonne Funke, CDU
Jörn H. Linnertz; Fraktionssprecher, CDU
Robert Lippardt, CDU
Inga Dominke, Grüne
Gudrun Eickelberg, Grüne
Dr. Vera Helling, Grüne
Marek Helsner; Fraktionssprecher, Grüne
Klaus-Peter Land, Grüne
Jan Brockmann, SPD
Dr. Dagmar Burgdorf, SPD
Jörg Henschen; Fraktionssprecher, SPD
Ingeborg Mehser, SPD
Malte Lier, DIE LINKE
André Walther; Fraktionssprecher, DIE LINKE
Jan Hannemann; Fraktionssprecher, FDP
Frank Köhler; Fraktionssprecher, BD
Der Beirat Schwachhausen tagt im August und September: Am Donnerstag, 22.08.2024
und am Donnerstag, 26.09.2024 jeweils um 19:30 Uhr, Sitzungsort Bauernhaus im Areal
des Focke-Museums.
Focke-Museum, Schwachhauser Heerstrasse 240, 28213 Bremen.
Impressum 98
Herausgeberin und Chefredakteurin
Verlag Susanne Lolk I T 0421 25 75 747
Schwachhauser Heerstraße 47
28211 Bremen
Online
schwachhauser.de
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instagram.com/schwachhauser/
Redaktionelle Mitarbeiter
Karla Götz
Susanne Lolk
Guenter G. Rodewald
Karla Wagner
Layout /Art Direction
Konstantin Zigmann
PR- und Anzeigenberatung
Susanne Lolk I T 0421 2575747
lolk@schwachhauser.de
Erscheinungsweise
Zweimonatlich
Ausgabe 99
Oktober / November 2024
Anzeigenschluss: 10. September 2024
Erhältlich und zu lesen
Erhältlich im Zeitschriftenhandel sowie
bei Anzeigenkunden und zu lesen an
über 2000 Auslegestellen in Arztpraxen,
bei Friseuren, in der Gastronomie und
in Vereinen und Institutionen.
Vertrieb
Lesezirkel Leserkreis Daheim,
Haferwende 29/a1, 28357 Bremen
Titelbild
Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis
vor grünem Hintergrund und mit blauer
Iris, 1900-1907, Kunsthalle Bremen –
Der Kunstverein in Bremen
72
ital.
Komponist
(Luigi)
† 1990
Org. der
Erdöl export.
Länder
(Abk.)
abschließende
Behandlung
Lastendes
Bestandteil
der
Milch
ostgot.
Königsgeschlecht
ägyptischer
Sonnengott
engl.:
Besitzer
Glättung
von
Papier
(frz.)
weit
weg gelegene
Gegend
Papagei
Süd- und
Mittelamerikas
alban.
Währungseinheit
Pferdelaufleine
Insel Dänemarks
Sohn
Jakobs
Südseeinselstaat
Gegner
Luthers
† 1543
Beinabschnitt
Patientenverzeichnis
erster
Großfürst
der
Magyaren
franz.
Revolutionär
† 1793
14
12
veraltet:
Lebemann
(franz.)
19
österr.:
Streupulver
veraltet:
Straftat
Erbfaktor
Sippenverband
Etsch-Zufluss
(ital. Name)
11
Fluss in
Oberösterreich
Blutader
weibl.
Vorname
8
20
13
österr.
Stadt
an der
Donau
Bergstämme
in Nordostindien
Genitiv
7
früher:
türk.
Feldmarschall
Spannholz
dänische
Insel südlich
von
Fünen
Trinkbares
Kf.: Elektrokardiogramm
niederl.
Freiheitskämpfer
schweiz.
Alpenmassiv
festgesetzter
Zeitpunkt
10
engl.:
Kleidergröße
keltischer
Name
Irlands
21
franz.
Politiker
(Léon)
† 1950
lat.:
Tag
1
24
5
Milz
(Med.)
23
engl.
Limerick-
Dichter
(Edward) †
Gingellikraut,
Nigersaat
erdachtes
Land
Musik:
schnell
einer
der
Apostel
plötzlich
auftretend
Vorname
der
„La
Douce“
russ.
Pfannkuchen
(Mz.)
Gebirgsstock
in Griechenland
9
17
moralischer
Begriff in
der Poesie
16
zum
Munde
gehörig
(Med.)
König
von
Israel
und Juda
15
engl. Krimiautorin
† 1957
japanischer
Porzellanstil
Rachenorgan
22
Name
vieler
engl.
Flüsse
18
Gemahlin
des
Zeus
konserv.
Verband
bei
Frakturen
ja, zu
Befehl
(seem.,
engl.)
zu d. Ohren
gehörend
frz. Poet
(Victor) †
4
Stadt
im Südlibanon
(Tyros)
2
veraltet:
Einigung
niedersächs.
Stadt
am Harz
Gleichgewicht
südspan.
Stadt
Gewürz,
Heilpflanze
Lichtbündler
ugs.:
scharf
lat.:
Würfel
Kern
von
Paris
3
Vorname
Trenkers
† 1990
6
Titel
von
Beamtinnen
Felsenpython
Entspannung
zw. Staaten
(frz.)
Stadt
an der
Garonne
®
svd1719-0424
Foto: GOP
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
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Vahr Phillip-Scheidemann-Str. 11-13 I T 0421 / 8 78 25 88
schon am
73
Vom Rost
oder aus der Pfanne?
von Guenter G. Rodewald
GEDÄCHTNISÜBUNGEN
Das war immer die gleiche Frage, erinnere ich mich von
früh auf, die einem gestellt wurde, wenn man in einem
der in den 60er Jahren noch zahlreich in Bremen vertretenen
Kiefert-Imbisse die Bitte in knappem Bremer Idiom äußerte:
„Eine Brat bitte!“. Worauf man aber erst einmal vor die
Pflicht gestellt wurde, sich zu entscheiden zwischen einer
in reichlichem Fett in der rechteckigen, mit Gas befeuerten
Pfanne gegarten Bratwurst oder einer Thüringer, die auf einem
Grill gebräunt wurde. Aus der Pfanne oder vom Rost
- das war fast Ausdruck eines ideologisch-gastronomischen
Dogmas.
So war es noch bis vor kurzem. Bis im vergangenen Monat
Mai der nun allerletzte, architektonisch gesehen attraktivste
Imbiss des Bremer Familienbetriebes Kiefert in der Bahnhofstraße/Ecke
Philosophenweg seine Rollläden für immer
herunterließ. Dieses ins Auge springende Oval mit seiner
glänzend schwarz-silber-metallenen Verkleidung und seiner
runden Glasfassade wurde 2020 vom Bremer Architekten
Prof. Hartmut Stechow geschaffen, in eindeutiger Anlehnung,
geradezu als Hommage an die Architektur des
allerersten Kiefertkiosks der Stadt vor dem Bremer Hauptbahnhof.
Dieser Pavillon war 1931 nach Plänen des Bremer
Architekten Eberhard Gildemeister (1897-1978) entstanden.
Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde er nach Kriegsende
wieder aufgebaut. In der Rekonstruktion von Lore Krajewski
(1921-2019) – einer Gildemeister-Schülerin und der erste
Frau in Bremen mit eigenem Architekturbüro. Seit 1949
wurden dort wieder Bratwürste gebraten.
Lore Krajewski entwarf übrigens auch den 1951 am Herdentorsteinweg
errichteten rundum generös verglasten Hapag-Lloyd-Verkehrspavillon,
ein Architekturjuwel der 50er
Jahre mit klarem Bezug auf die durch die Nazis als entartet
diskriminierte und geächtete Dessauer Bauhaus-Ästhetik.
Leider fiel dieser Bau 1979 der Erweiterung der Wallanlagen
und den damaligen modisch-architektonischen Tendenzen
zum Opfer und wurde abgerissen.
Wer in Bremen aufwuchs, wurde mit den Kiefert-Würsten
groß: kaum eine „Reise“ meiner Kindheit mit der Linie 4
aus Huckelriede in die Bremer Innenstadt – ich spreche von
den 50er und 60er Jahren – verlief ohne einen Besuch am
Wurstpavillon am Liebfrauenkirchhof. Später war es Tradition,
dass jemand während der alljährlichen Inventur im Januar,
an der ich – inzwischen größer geworden - teilnahm,
aus der Pelzerstraße, in der mein Vater seine Buchhandlung
betrieb, um die Ecke, in die damals mittlerweile in der Sögestraße
existierende Kiefert-Filiale geschickt wurde, um für
alle Helfer und Helferinnen Verpflegung zu holen. Das waren
natürlich Bratwürste, und zwar die aus der Pfanne! Und
dann auch – bitte sehr! – mit Kartoffelsalat, dem normalen,
nicht dem Hausmacher!
Selbst manche Dezennien später, als ich schon in Spanien
lebte, immer wenn ich für einen Heimaturlaub oder Abstecher
nach der Frankfurter Buchmesse nach Bremen kam,
gehörte mindestens ein Besuch bei Kiefert dazu. Geradezu
ein Pflichtritus für Heimkehrer in jenen prä-veganen Zeiten.
Das Kiefert-„Imperium“ weitete sich in den langen Jahren
seiner Existenz über die gesamte Innenstadt aus, in seinen
besten Zeiten zählte es insgesamt 11 Filialen. 1937 war der
Verkaufsraum im alten Küsterhaus der Kirche Unser Lieben
Frauen dazugekommen, der Ende 2022 aus brandtechnischen
Gründen ebenfalls geschlossen werden musste. Ab
1938 gab es eine Filiale am Brill, die 1968 in den Untergrund
des Brilltunnels umziehen musste, der 2011 wieder geschlossen
wurde. Die Unterführung existiert dort unten immer
noch, über ihn donnern die Bahnen der BSAG hinweg, irgendwo
gibt es noch eine schmale Eisentür, durch die man
die Gewölbe betreten kann.
Der Kiefertsche Wurstpavillon am Bahnhof wurde 1999 infolge
des kompletten Umbaus des Platzes von seinem ursprünglichen
Standort entfernt und an leicht veränderter Position
durch einen Neubau ersetzt. Das ausrangierte Objekt
trat dann eine Odyssee durch die Stadt an. Erst irgendwo in
der Neustadt abgestellt, gelangte es auf das Betriebsgelände
der BSAG am Flughafendamm, um am Ende dem Focke-
Museum geschenkt zu werden. Das lieh das gute Stück an
die Markthalle Acht am Domshof aus, wo es dann dort irgendwann
in Ungrade fiel und wieder zurück ins Museum
geschickt wurde.
Dort steht es nun in Wartestellung und hofft, nach dem Generalumbau
des Museums in die neue Ausstellung integriert
zu werden. Auf Nachfrage durch den Kolumnisten, ob das
weiterhin so geplant sei, antwortete man diesem: »Wir gehen
immer noch davon aus, dass der Pavillon nach der Wiedereröffnung
bei uns im Park stehen wird.«
Man kann nur hoffen, das Museum hält Wort. Und wäre es
nicht eine gute Idee, den nunmehr ebenfalls herrenlos gewordenen
Pavillon vom Philosophenweg der Wurstbude an
die Seite zu stellen? Vielleicht als Büchershop, das stünde
einer City of Literature doch gut zu Gesicht, oder?
74
DER EINFACHSTE WEG
ZUM NEUEN BAD
DIE BADAUSSTELLUNG IN IHRER NÄHE.
TENEVERSTR. 3
28325 BREMEN
T +49 421 427 682 0
MO - FR 9-18 UHR
SA 9-16 UHR
WULFHOOPER STR. 1-5
28816 STUHR-SECKENHAUSEN
T +49 421 899 83 19
MO - FR 9-18 UHR
SA 9-16 UHR
RUDLOFFSTR. 124
27568 BREMERHAVEN
T +49 471 947 385 2
MO - FR 9-18 UHR
SA 9-14 UHR
DONNERSCHWEER STR. 400
26123 OLDENBURG
T +49 441 932 94 15
MO - FR 9-18 UHR
SA 9-13 UHR
ELEMENTS-SHOW.DE
WIR HABEN EINEN PLAN:
FÜR BREMEN,
UMZU UND EUCH
Jetzt neu – der BSAG Störungsticker auf X:
Aktuelle Informationen zu Störungen im
Betriebsablauf. Montag bis Freitag von
9 bis 17 Uhr.
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